Quelle: MEW 31 Briefe Oktober 1864 bis Dezember 1867


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       #99# 44 - Marx an Engels - 13. März 1865
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       44
       
       Marx an Engels
       in Manchester
       
       [London] 13. März 1865
       Lieber Engels,
       Mit der  Geldrechnung irrst Du Dich sofern, als Du mir am 8. Juni
       £ 235,  Anfang Juli  £ 350  (das Datum steht nicht auf dem Brief,
       worin das Geld war, ich sehe es aber aus einem Brief vom 5. Juli,
       worin seine  Sendung angekündigt  wird) und am 9.Nov. 1864  200 £
       schicktest, dagegen  die letzten  in Rechnung gebrachten £ 40 als
       eventuell ankündigtest  (in dem  einliegenden Brief vom 9. Nov.),
       aber nie  geschickt hast. Ich hoffe, daß Du Dich durch abermalige
       Einsicht Deiner Bücher überzeugen und in diesem Fall das Geld mir
       umgehend schicken  wirst, vor  meiner Abreise  nach dem Kontinent
       (mit meiner  niece 1*)),  die wohl Ende dieser Woche stattfindet.
       [130]
       Was die   S c h w e i t z e r s c h e    F r e c h h e i t    be-
       trifft, so  habe ich  mich anders  entschlossen. Es  gibt gewisse
       Dinge, die  man gern dem Publikum gegenüber aufklärt, aber nur so
       tun kann als Antwort auf direkte Provokation, wo man also die op-
       portune time of a reply 2*) nicht passieren lassen darf. Und dies
       ist der  Fall mit  der mit  Blindschem Dreck verquickten Randnote
       des Schweitzer. [127] Ich will in der "Düsseldorfer Zeitung" ant-
       worten, zwar  für uns  beide, aber  nur in meinem Namen zeichnen,
       weil es lächerlich wäre, Dich mitverantwortlich zu machen für den
       "Achilles" [131], und da überhaupt hauptsächlich (nur nach meinem
       Plan) des Schweitzer] Briefe an mich zitiert werden.
       Mein Plan also der:
       Schweitzer druckt  die ihm  als Lügen bewußten Lügen der "N[euen]
       F[ran]k[furter] Z[eitung]"  ab. (Ist der Artikel in dem Blatt als
       Redaktionsartikel oder  wie?) Nämlich: 1., der uns zugesandte und
       "als Manuskript  gedruckte Prospektes"  enthielt weder  den Namen
       Lassalles noch  ein Wort von Lassalle. (Liebknecht hatte das ver-
       hindert.) 2.  Wegen der  Schamlosigkeit, Stelle  aus Privattrost-
       brief seiner  Lobhudelei vor-  und nachzuhängen, bittet S[chweit-
       zer]  d e m ü t i g s t  bei mir ab in Zettel vom 30. Dez. 3. Ich
       werde
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       1*) Nichte (Caroline  Schmalhausen) -  2*) günstige Zeit für eine
       Antwort
       
       #100# 44 - Marx an Engels - 13. März 1865
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       durch kurze  Auszüge aus  Schweitzers Briefen vom 30. Dez. 64 bis
       15. Febr.  65 (seinem letzten Brief) zeigen, daß der Konflikt mit
       der "Taktik"  von der  ersten Probenummer  3*) bis zu unsrer Aus-
       trittserklärung 4*)  permanent war, keineswegs plötzlich vom Zaun
       gebrochen, wie  Ehren-Schweitzer, die  Blindscheiße  bestätigend,
       vorgibt. Es  wird dies  kurze Mosaik aus Schweitzerschen Briefex-
       zerpten zugleich  zeigen, wie servil dasselbe Vieh uns gegenüber,
       der plötzlich,  nach erhaltenem Fußtritt, gemein wird. Dies heil-
       sam zu  lesen für Bürger und Arbeiter (und für Rüstow). Überhaupt
       gute Einleitung zu. dem Bruch mit "Lassallianismus", der doch un-
       vermeidlich kömmt.  (Natürlich, dem  Studiosus  Blind  gegenüber,
       sollte der  Molch wieder  come out  5*), werde ich immer den Las-
       salle als einen toten Löwen gegenüber einem lebendgen Esel behan-
       deln. Es  ist unanständig,  daß ein "so ungelernter" badensischer
       Wirt mit  einem Manne, der Heraklit und römisches Erbrecht trieb,
       überhaupt sich auf eine Stufe stellt.)
       Schreib umgehend,  ob Du  meinen Plan billigst, da ich keine Zeit
       zu verlieren.  (Auch vergiß  nicht zu  schreiben, in welcher Form
       die Blindsche  Seiche in  der "N[euen] F[ran]k[furter] Z[eitung]"
       erschien.) Ich halt's für nötig.
       Obgleich ich nicht das Vergnügen habe wie Du, mit Gescheit 6*) zu
       korrespondieren, aber  auch den Gescheit nicht bescheißen zu kön-
       nen, so  bin ich doch in der letzten Zeit, abgesehn von der Fort-
       dauer der  furuncles, höllisch  harassed 7*),  kam  z.B.  gestern
       Nacht erst  um 4  Uhr morgens zu Bett. Neben meiner Arbeit an dem
       Buche 8*)  nimmt die  International Association  ganz enorm  viel
       Zeit weg,  da ich  in fact  das head  9*) der Geschichte bin. Und
       welcher Zeitverlust! (Jetzt grade, wo gleichzeitig die Geschichte
       mit den  Franzosen, Wahlgeschichte hier usw.) Z.B. die Franzosen-
       scheiße:
       28. Febr.  Tolain und  Fribourg von Paris da. Sitzung des Central
       Council 10*),  vor dem  sie sich zu erklären und zu zanken mit Le
       Lubez bis 12 Uhr nachts. Dann Nachsitzung in Bolleters Kneipe, wo
       ich etwa  200 Karten noch zu zeichnen hatte. (Ich habe jetzt die-
       sen Blödsinn  dahin verändern  lassen, daß  unsre Handschrift auf
       der Platte eingegraben und nur der General secretary handschrift-
       lich zeichnet. Indes mußten die noch vorhandnen 1000 Karten, Rest
       of the old edition 11*), gezeichnet werden in the old style 12*).
       1. März. Polenmeeting. [122]
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       3*) des "Social-Demokrat" vom 15. Dezember 1864 - 4*) "Erklärung.
       An  die  Redaktion  des  'Social-Demokrat'"  -  5*) auftauchen  -
       6*) Gottfried Ermen - 7*) geplagt - 8*) dem "Kapital" - 9*) Haupt
       - 10*) Zentralrats  [folgt ein unleserliches Wort] - 11*) der al-
       ten Ausgabe - 12*) in der alten Art
       
       #101# 44 - Marx an Engels - 13. März 1865
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       4. März.  Sitzung des  subcommittees [16]  über die  französische
       Frage bis 1 Uhr nachts.
       6. März. Sitzung des subcommittees über ditto bis 1 Uhr nachts.
       7. März.  Sitting of  the Central Council 13*) bis 12 Uhr nachts.
       Beschlußnahme. (Ich  lege die Beschlüsse bei, neben der Privatin-
       struktion, die  der Central  Council dem Schily schickt, der, wie
       Du aus Resolution V siehst, zum Delegate (Ambassador) des Central
       Council at 14*) Paris ernannt ist.) [132]
       (Diese Sitzung vom 7. März, worin Le Lubez ganz culbuté 15*), war
       sehr peinlich,  stürmisch und  machte speziell  auf die Engländer
       den Eindruck,  that the Frenchmen stand really in need of a Bona-
       parte 16*)!)  Dazwischen nun noch Hin- und Herlaufen der Leute zu
       mir wegen  der letzten  Sonnabend (11. März) gehaltenen Konferenz
       mit Bright  etc. [133]  Über selbe  kurz an  Jones reportiert (er
       hatte bei  mir Freitag  darüber im  voraus angefragt), ihn beauf-
       tragt, Dir den Brief mitzuteilen.
       Well, mon cher, que faire? 17*) Man muß B sagen, sobald man A ge-
       sagt.
       Aus einliegendem  "Nordstern" (see  the  2  first  leaders  18*))
       siehst Du, daß Bruhn, trotz seines Hasses gegen uns, aus Brotneid
       gleich angebissen hat gegen den Schweitzer. [134] Dies sehr wich-
       tig, da  B[ruhn]s Blatt das ältere und jedenfalls so Zwiespalt im
       Lager der Kerls selbst hervorgerufen ist.
       Diese Woche  erscheint kurze  Notiz über  Deine Broschüre 19*) in
       Benders "Anzeiger"  20*). Dem  "Hermann" (Juch)  habe ich sie ge-
       schickt: er solle seiner Ansicht gemäß darüber urteilen etc. Dies
       wird geschehn.  21*) Ich  erwählte diese  Form, weil ich bei Juch
       mich immer  lustig über  die von  Blind für  Blind über Blind dem
       "Herrn." zugeschickten  Inserate machte,  und wir  beide hier als
       eine Person gelten.
       Salut.
       Dein K. M.
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       13*) Sitzung des  Zentralrats - 14*) Vertreter (Bevollmächtigten)
       des Zentralrats in - 15*) gestürzt - 16*) daß die Franzosen wirk-
       lich eines  Bonapartes bedürfen - 17*) Aber was tun, mein Lieber?
       - 18*) siehe  die 2  ersten Leitartikel - 19*) Karl Marx: "Rezen-
       sion der  Broschüre 'Die preußische Militärfrage und die deutsche
       Arbeiterpartei' von  Friedrich Engels" - 20*) "Londoner Anzeiger"
       - 21*) siehe vorl. Band, S. 103

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