Quelle: MEW 39 Briefe Januar 1893 bis Juli 1895


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       #151# 76 - Engels an Laura Lafargue - 18. Oktober 1893
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       Engels an Laura Lafargue
       in Le Perreux
       
       London, 18. Okt. 93
       Mein liebes Löhr,
       Liebknecht teilt  mir mit,  da das  Honorar für  Pauls Briefe vom
       Parteivorstand beschlossen  werden muß,  sei er noch nicht in der
       Lage zu antworten. 1*) Das ist ein plausibler Grund. Als wir Ber-
       lin verließen,  war der  Parteivorstand mit sehr wichtigen Dingen
       beschäftigt; dann  mußten Liebk[necht] und Bebel eine Agitations-
       Tournee nach  Sachsen machen, wo morgen die Wahlen in den sächsi-
       schen Landtag  stattfinden. [197]  Unmittelbar danach beginnt der
       Kölner Parteitag [191], der wiederum die Mitglieder des Vorstands
       von ihrer regulären Tätigkeit abhält. 2*)
       Was den  Parteitag in  Köln betrifft, so schreibt mir Bonnier, il
       est possible  que nous  n'irons pas  à Cologne,  n'ayant pas reçu
       d'adresse du  parti allemand  3*). Die  Adresse steht  täglich im
       "Vorwärts": "Das Zentral- Empfangsbüro befindet sich: Hotel Durst
       (nomen est  omen!) (früher Gasthof zur Post), Marzellenstr. 5, in
       der Nähe  des Zentralbahnhofs  und des Doms." 4*) Die Adresse der
       "Rheinischen Zeitung" ist: Großer Griechenmarkt 115.
       An Fortin  schreibe ich  [135], daß  er seine Hände vom "Dühring"
       lassen soll 5*), daß Mohrs Aufsatz 6*) fast unmöglich zu überset-
       zen ist  und ich  es überdies nicht übernehmen kann, seine Arbeit
       durchzusehen 7*).  Ich teilte  ihm mit,  daß der "Dühring"  D i r
       "gehört" und  daß Du  Ravé durchgesehen hast. Ich sagte ihm auch,
       daß Du  Mohrs Aufsatz  nicht kennst  und vielleicht  könne er Dir
       sein Exemplar überlassen, damit Du es Dir ansehen kannst;
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       1*) Siehe vorl.  Band, S. 143/144 - 2*) in diesem und im nächsten
       Absatz in  der Handschrift deutsch: Parteivorstand, Landtag, Par-
       teitag, Vorstand  - 3*) es  ist möglich,  daß wir nicht nach Köln
       kommen werden,  da wir von der deutschen Partei keine Adresse er-
       halten haben  - 4*) in der Handschrift deutsch: "Das Zentral-Emp-
       fangsbüro befindet  sich: Hotel  Durst ...  (früher  Gasthof  zur
       Post), Marzellenstr.  5, in  der Nähe des Zentralbahnhofs und des
       Doms." -  5*) siehe vorl. Band, S. 146 - 6*) Karl Marx: "Zur Kri-
       tik der  Hegelschen Rechtsphilosophie" - 7*) siehe vorl. Band, S.
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       aber nichts  weiter, keine  Hoffnungen, daß Du die Durchsicht für
       ihn machen würdest oder  m ö c h t e s t.
       Es tut  mir sehr leid, daß Du Deinen Namen von dem Titelblatt ge-
       strichen hast.  [194] Es wäre ein ausgezeichnetes Mittel gewesen,
       um Verleger,  und zwar  z a h l e n d e,  für Deine anderen Über-
       setzungen zu  gewinnen. Du hast es nicht nötig, Dich Deiner eige-
       nen guten  Arbeit zu  schämen, oder  Ravé zu  gestatten, sich mit
       fremden Federn  zu schmücken.  Es gibt keinerlei Grund dafür, daß
       Du Dich  "im Hintergrund  hältst". Und  gerade diese  Art  Arbeit
       müßte Dir  jetzt Geld  einbringen -  Ravé wird sicherlich bezahlt
       und gut  bezahlt für  seine schlechte  Arbeit, die Du erst in die
       richtige Form  bringen mußtest - und ich sehe nicht ein, warum Du
       nicht ernten solltest, was Du gesät hast.
       Grüße von Louise.
       Immer Dein F. Engels
       
       Aus dem Englischen.

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