Quelle: MEW 39 Briefe Januar 1893 bis Juli 1895


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       #318# 168 - E. an Laura Lafargue und E. Marx-Aveling - 14.11.94
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       168
       
       Engels an Laura Lafargue und Eleanor Marx-Aveling
       
       An Laura Lafargue und Eleanor Marx-Aveling
       Meine lieben Mädels,
       Ich muß wegen meines Testaments 1*) einige Worte an Euch richten.
       Erstens werdet  Ihr feststellen,  daß ich  mir erlaubt habe, über
       alle meine Bücher, einschließlich der nach Mohrs Tod von Euch er-
       haltenen, zugunsten  der deutschen  Partei zu verfügen. Diese Bü-
       cher  stellen  in  ihrer  Gesamtheit  eine  so  einzigartige  und
       zugleich so  vollständige Bibliothek  für die  Geschichte und das
       Studium des  modernen Sozialismus  sowie aller Wissenschaften, an
       die er anknüpft, dar, daß es schade wäre, sie wieder auseinander-
       zureißen. Sie  zusammenzuhalten und gleichzeitig denen zur Verfü-
       gung zu stellen, die sie benutzen möchten, ist ein schon vor lan-
       ger Zeit  geäußerter Wunsch  Bebels und  anderer Führer der deut-
       schen Sozialistischen  Partei; und da sie tatsächlich die zu die-
       sem Zweck  Geeignetsten  scheinen,  habe  ich  eingewilligt.  Ich
       hoffe, daß Ihr mir unter diesen Umständen meine Tat verzeihen und
       auch Eure Einwilligung geben werdet.
       Zweitens. Ich habe mich so manches Mal mit Sam Moore unterhalten,
       welche Möglichkeit es gibt, um in meinem Testament in irgendeiner
       Weise für  die Kinder  unserer lieben Jenny zu sorgen. Unglückli-
       cherweise steht  dem das  englische Gesetz im Wege. Es könnte nur
       unter fast  unmöglichen Bedingungen geschehen, wobei die Unkosten
       weit mehr  verschlingen würden als die in Frage kommenden Gelder.
       Ich mußte es daher aufgeben. Statt dessen habe ich jedem von Euch
       d r e i   Achtel von  dem vermacht, was nach Auszahlung des Erbes
       usw. von  meinem Vermögen  verbleibt. Davon sind  z w e i  Achtel
       für Euch  selbst bestimmt,  und das  dritte Achtel  soll jede von
       Euch für  Jennys Kinder  in Verwahrung erhalten und so verwenden,
       wie Ihr und der Vormund der Kinder, Paul Lafargue, es für das Be-
       ste haltet.  Auf diese Weise seid Ihr jeder Verantwortung vor dem
       englischen Gesetz ledig und könnt so handeln, wie es Euer Gerech-
       tigkeitssinn und Eure Liebe zu den Kindern erfordern.
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       1*) Siehe vorl. Band, S. 505/506
       
       
       #319# 168 - E. an Laura Lafargue und E. Marx-Aveling - 14.11.94
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       Die Gelder,  die ich den Kindern für Honoraranteile an Mohrs Wer-
       ken schulde,  sind in meinem Hauptbuch eingetragen und werden von
       meinen Testamentsvollstreckern der Seite ausgezahlt, die nach dem
       englischen Gesetz der legale Vertreter der Kinder sein wird.
       Und nun  lebt wohl,  meine lieben,  lieben Mädel. Möget Ihr lange
       leben, in körperlicher und geistiger Frische, und Euch dessen er-
       freuen! London, 14. Nov. 1894
       
       Friedrich Engels
       
       Tussy wird  Meißner, Dietz und die "Vorwärts"-Buchhandlung 2*) in
       Berlin informieren  müssen, daß sie von jetzt an alle Summen, die
       den Erben  von Karl  Marx als  Honorar usw. zustehen,  a n  s i e
       d i r e k t  zu zahlen haben. Was Sonnenschein angeht, so muß das
       auf eine  andere Weise geregelt werden, da die Abmachung über das
       "Kapital" 3*) zwischen ihm und mir getroffen worden ist.
       
       F. E.
       
       Aus dem Englischen.
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       2*) in  der   Handschrift  deutsch:   "Vorwärts"-Buchhandlung   -
       3*) über die englische Übersetzung des ersten Bandes

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