Quelle: MEW 39 Briefe Januar 1893 bis Juli 1895
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#405# 212 - Engels an Georgi Walentinowitsch Plechanow - 8.2.1895
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212
Engels an Georgi Walentinowitsch Plechanow
in Zürich
London, den 8. Februar 95
Mein lieber Plechanow,
F[reyberger] übernimmt es gern, V[era] 1*) zu untersuchen, aber
wie können wir ihr das plausibel machen? F[reyberger] kann doch
nicht einfach zu ihr gehen und sagen: G. P[lechanow] hat mich be-
auftragt, Sie abzuhorchen. Sie müssen selbst mit ihr darüber re-
den und erreichen, daß sie einwilligt, und dann wird es am besten
sein, daß sie es mir sagt und ich mich um das übrige kümmere.
Oder aber, wenn sie will, kann sie auch mit Louise F[reyberger]
darüber sprechen, und Louise wird dann alles regeln. So würde ich
Ihnen das vorschlagen, wenn Sie aber einen anderen Weg sehen, das
gewünschte Ziel zu erreichen, so sagen Sie ihn mir, und dann wer-
den wir weiter sehen. [437]
V[era] hat mir Ihr Buch [430] gegeben, für das ich Ihnen danke;
ich habe es angefangen, aber es wird Zeit in Anspruch nehmen. Auf
jeden Fall ist es ein großer Erfolg, daß es gelungen ist, es i m
L a n d s e l b s t herauszubringen. Das ist eine Etappe mehr,
und selbst wenn wir die neue soeben eroberte Position nicht hal-
ten können, so ist es immerhin ein Präzedenzfall, das Eis ist ge-
brochen. Das Verbot der "??????? ?????" scheint schon der Anfang
der Reaktion zu sein. Nikolai scheint seine Muschiks durch
Zwangserziehung auf die Freiheit v o r b e r e i t e n zu wol-
len, so daß für die Verfassung erst die nächste Generation reif
sein wird; immerhin eine neue Variante des alten Rezepts: nach
uns die Sintflut! Aber die Sintflut ist wie der Teufel aus dem
"Faust":
Den Teufel spürt das Völkchen nie,
und wenn er sie beim Kragen hätte.
Und wenn der Teufel der Revolution einen beim Kragen hätte, so
hat er Nikolai II. 2*)
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1*) Vera Iwanowna Sassulitsch - 2*) in der Handschrift deutsch:
Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen
hätte. Und wenn der Teufel der Revolution einen beim Kragen
hätte, so hat er Nikolai II.
#406# 212 - Engels an Georgi Walentinowitsch Plechanow - 8.2.1895
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Mir geht es jetzt viel besser als früher. Meine Verdauung ist
gut, mein Atmungsapparat völlig in Ordnung, ich schlafe nachts
meine 7 Stunden und arbeite mit Vergnügen - bin glücklich, daß
ich endlich meine Arbeit wieder aufnehmen kann, nach fast einjäh-
riger Unterbrechung: Korrekturbogen zum 3. Bd. 3*), Korrespon-
denz, Umzug, Darmbeschwerden usw. usw.
Grüßen Sie Frau Plechanowa und Axelrod von mir sowie von Ludwig
und Louise Freyberger.
Freundschaftlichst Ihr F. Engels
Da Sie keine besondere Adresse angeben, schreibe ich an die alte.
Aus dem Französischen.
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3*) des "Kapitals"
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