Quelle: MEW 39 Briefe Januar 1893 bis Juli 1895


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       #418# 219 - Engels an Julius Motteler - 2. März 1895
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       219
       
       Engels an Julius Motteler
       in London [442]
       
       [London] 2. März 95
       41, Regent's Park Road, N.W.
       Lieber Julius,
       Ich schicke  Dir hiermit  den Brief  von Meyer  1*) zurück  sowie
       einen von Lütgenau, Dortmund, an mich in derselben Sache 2*), den
       ich zurückerbitte.  Der Mann  ist der  richtige  Barlen,  Barlwin
       scheint bloßes  Mißverständnis von  Leuten, die den Namen nie ge-
       schrieben sahen.  Er   k o n n t e  den Namen des Vertrauensmanns
       B[ochum] angeben, bestätigte auch, was M[eyer] wegen Kritzler und
       des Geldes  schrieb -  dies Geld, er sprach von 10 Mark, sei aber
       der Polizei  in die  Hände gefallen.  Ich gab ihm das erste Mal 3
       sh., dann  heute, als  er wiederkam,  10 sh.,  aber er sagte, das
       müsse er dem  W i r t  alles geben und sei dann wieder ohne einen
       Heller, so gab ich ihm noch 5 sh., in allem 18 sh., aber auch das
       läßt ihn  im größten  Pech - er sitzt in einer Räuberhöhle im Ma-
       trosenviertel und  ist krank im Kehlkopf, kann nicht sprechen, so
       daß ich kein langes Verhör anstellen konnte.
       Wenn der  Verein [27]  nichts weiteres  tun kann,  könnte er sich
       doch des  armen Teufels  soweit annehmen, ihm aus der Matrosenge-
       gend heraus in eine Wohnung verhelfen, wo er nicht so ausgebeutet
       wird und  wo er  sich nach Arbeit umsehn kann, und ein ganz klein
       weniges könnten die Leute doch auch tun. Er müßte wenigstens eine
       Adresse haben,  wohin er  sich Briefe  schicken lassen  kann, was
       nach seiner  jetzigen Bude  kommt, wird  wahrscheinlich Beute des
       Wirts. Ich  käme selbst  wegen dieser  Geschichte,  wegen  Deiner
       Krankheit und  wegen der  Coheniade [450]  zu Dir,  aber ich habe
       wieder einen  meiner Frühjahrsanfälle, der mir das Gehen momentan
       verbietet.
       Im übrigen  mein herzliches Bedauern wegen Deiner und Deiner Frau
       Krankheit, die sich hoffentlich bald legt, und meinen Glückwunsch
       zur blutigen  Verkeilung des großen Anarchisten. Er kann sich bei
       Kropotkin wieder ins Bett legen.
       Viele Grüße Dir und Deiner Frau von
       Deinem F. Engels
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       1*) Johann Meyer - 2*) siehe vorl. Band, S. 411

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