Quelle: MEW 39 Briefe Januar 1893 bis Juli 1895


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       #422# 221 - Engels an Nikolai Franzewitsch Danielson - 5.3.1895
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       221
       
       Engels an Nikolai Franzewitsch Danielson
       in Petersburg
       
       London, 5. März 1895
       41, Regent's Park Road, N.W.
       Werter Herr,
       Es tut  mir sehr  leid, Ihnen  als Antwort auf Ihren freundlichen
       Brief vom 29. Jan. mitteilen zu müssen, daß unser Autor 1*) keine
       für den  russischen Übersetzer brauchbaren Manuskripte hinterlas-
       sen hat,  in denen  er seine Ansichten über die Lage des Grundei-
       gentums in Rußland und die sich daraus ergebenden Schlußfolgerun-
       gen entwickelt.  [454] Alles, was ich finden konnte, waren einfa-
       che und  sehr umfangreiche  Auszüge aus  russischen statistischen
       und allgemeinen ökonomischen Quellen, die aber, mehr oder weniger
       e n t g e g e n  seiner Gewohnheit, nicht mit eigenen Bemerkungen
       durchflochten sind.
       Ich lege Ihnen einen aus Berlin für Sie erhaltenen Brief bei. Der
       darin erwähnte Herr E[ngels] hat mich gebeten, diesen Brief durch
       folgende Information zu ergänzen. Herr E[ngels] erhielt vor eini-
       ger Zeit von einem Dr. Lux, der über ökonomische Fragen schreibt,
       eine Anfrage: ob Ihre "??????" [196] eine Übersetzung wert seien,
       und wenn  ja, ob er die Veröffentlichung einer deutschen Überset-
       zung unterstützen  würde? worauf  er antwortete, er würde es sehr
       begrüßen, wenn  eine deutsche  Übersetzung herausgebracht  würde,
       und würde  sie nicht nur Dietz zur Publikation empfehlen, sondern
       auch nach  dem Erscheinen  sehr gern einen Artikel darüber in der
       "N[euen] Z[eit]"  schreiben, in  dem er  auf die  Bedeutung Ihrer
       Untersuchungen hinweisen, gleichzeitig aber betonen würde, daß er
       mit einigen Ihrer Schlußfolgerungen nicht übereinstimmt. Zugleich
       stellte er  fest, daß  er, E[ngels],  keinerlei Recht  habe, eine
       Übersetzung zu  autorisieren, und  daß der Übersetzer, ein Freund
       von Dr. Lux, besser direkt bei Ihnen um Ihre Erlaubnis nachsuche.
       Um Indiskretionen  zu vermeiden, bestand er darauf, daß der Brief
       durch ihn an Sie gesandt wird.
       Der Übersetzer,  ein junger Russe in Berlin, soll angeblich fähig
       sein, die Arbeit zu übernehmen (Dr. L[ux'] Frau ist eine Russin),
       und Dr. L[ux] hat
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       1*) Karl Marx
       
       #423# 221 - Engels an Nikolai Franzewitsch Danielson - 5.3.1895
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       versprochen, den  deutschen Text  durchzusehen, damit Genauigkeit
       gewährleistet ist. Der Übersetzer soll sich auch mit ökonomischen
       Fragen beschäftigt  haben, so  daß ihm  der Inhalt  Ihres  Buches
       nicht fremd ist.
       Der beigefügte  Brief scheint   v o r a u s z u s e t z e n,  daß
       Ihre Zustimmung bereits vorliegt, ich zumindest finde darin dies-
       bezüglich keine  Spur einer  formellen Anfrage  an Sie. Ich weiß,
       daß   e i n i g e   junge Russen  ????????? 2*) der Meinung sind,
       dies sei  eine überflüssige  Formalität 3*), aber ich teile diese
       Meinung nicht,  und sollten  Sie überhaupt dazu neigen, auf Herrn
       K[onow]s Angebot  einzugehen, so  könnte, glaube ich, eine kleine
       Anspielung in dieser Beziehung dem jungen Mann nichts schaden.
       Ich selbst  weiß gar nichts über den in Aussicht genommenen Über-
       setzer.
       Wenn Sie Ihre Antwort für Herrn K[onow] freundlicherweise an mich
       senden wollen, will ich dafür sorgen, daß sie sofort weitergelei-
       tet wird.
       Ihr sehr ergebener L. K. [264]
       
       Aus dem Englischen.
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       2*) im Ausland - 3*) siehe auch vorl. Band, S. 246

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