Quelle: MEW 39 Briefe Januar 1893 bis Juli 1895


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       Anhang und Register
       
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       Anmerkungen
       
       1 Filippo  Turati hatte  Engels am 4. Januar 1893 mitgeteilt, daß
       im Feuilleton  der "Lotta  di Classe" das von Pompeo Bettini nach
       der dritten  deutschen Ausgabe  1883 ins  Italienische übersetzte
       "Manifest der  Kommunistischen Partei"  veröffentlicht worden sei
       und er  es auch  als Einzelausgabe  herauszubringen beabsichtige.
       Diese sei  - bis  auf das Vorwort - bereits fertig. Turati fragte
       an, ob  Engels zu dieser Ausgabe ein kleines Vorwort für den ita-
       lienischen Leser  schreiben könne.  Die Ausgabe  erschien 1893 in
       Mailand im  Verlag der Zeitschrift "Critica Sociale", dieser Bro-
       schüre wurde  jedoch die fünfte autorisierte deutsche Ausgabe des
       "Manifests" (Berlin  1891) zugrunde  gelegt. Das  von  Engels  in
       französischer Sprache  geschriebene Vorwort "An den italienischen
       Leser" (siehe  Band 22 unserer Ausgabe, S. 365/366) wurde von Tu-
       rati ins  Italienische übersetzt.  In diese  Einzelausgabe wurden
       auch die  Vorworte zu  den deutschen  Ausgaben von 1872, 1883 und
       1890 aufgenommen.
       Das von  Antonio Labriola  ins Italienische  übersetzte "Manifest
       der Kommunistischen  Partei" ist  damals nicht  gedruckt  worden.
       Seine Arbeit  "In memoria  del manifesto  dei comunisti" erschien
       1895 in Rom. 3 81
       2 August  Bebel weilte etwa vom 3. bis 10. Januar 1893 bei Engels
       in London zu Besuch. 3
       3 Diese  Zeilen schrieb Engels auf eine Postkarte. Sie ist in En-
       gels Handschrift  mit folgender  Adresse versehen: Mrs. Mendelson
       27, Stonor Road, West Kensington, W. 4
       4 Die polnische Sozialistin Maria Mendelson hatte Engels über die
       am 7.  Januar 1893  in Frankreich  erfolgte Verhaftung polnischer
       Emigranten informiert,  die man  der Vorbereitung eines Attentats
       auf Alexander  III. beschuldigte.  Engels setzte  sich sofort für
       die polnischen  Revolutionäre ein  und schrieb  den Artikel  "Zum
       jüngsten Pariser  Polizeistreich" (siehe Band 22 unserer Ausgabe,
       S. 356/357),  in dem  er die Zusammenarbeit der französischen und
       zaristischen Polizei  entlarvte. Engels'  Artikel wurde  im "Vor-
       wärts" vom  13. Januar  1893 unter  der Rubrik "Politische Ueber-
       sicht" ohne Unterschrift veröffentlicht. 46
       5 Nach  Carl Schorlemmers Tod wurde von seinen Freunden und Schü-
       lern an  der Victoria-Universität  in Manchester ein Schorlemmer-
       Laboratorium eingerichtet. 5
       6 Anspielung  auf den  Panama-Skandal, Betrugsaffäre, in die hohe
       französische Staatsmänner, Beamte sowie die Presse verwickelt wa-
       ren. Der  Ingenieur  und  Geschäftsmann  Ferdinand-Marie  Lesseps
       hatte 1879  in Frankreich  eine Aktiengesellschaft gegründet, die
       den geplanten  Durchstich der  Landenge  von  Panama  finanzieren
       sollte. Ende 1888 brach
       
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       die Gesellschaft  zusammen, was den massenhaften Ruin kleiner Ak-
       tionäre und  zahlreiche Konkurse  zur Folge hatte. 1892 wurde be-
       kannt, daß  die Gesellschaft  zur Verheimlichung ihrer wahren Fi-
       nanzlage hohe  Bestechungssummen an die ehemaligen Ministerpräsi-
       denten Frankreichs  Charles-Louis  de  Freycinet,  Pierre-Maurice
       Rouvier, Charles-Thomas  Floquet sowie an andere führende Politi-
       ker gezahlt  hatte. Der Panama-Skandal wurde von der bürgerlichen
       Justiz vertuscht. Sie beschränkte sich darauf, den Leiter der Ge-
       sellschaft, Lesseps,  sowie zweitrangige Personen zu verurteilen.
       5 14 29 4048 90 105 182 214 272 392
       7 Der  "Vorwärts" vom  12. Januar  1893 hatte  unter  der  Rubrik
       "Politische Uebersicht"  eine längere Notiz seines Pariser Korre-
       spondenten unter  der Überschrift "Russische Polizei- Allmacht in
       Frankreich"  veröffentlicht,   in  der  irrtümlicherweise  gesagt
       wurde, die  verhafteten Polen "gehörten ... zu der sozialdemokra-
       tischen Partei Rußlands, zu deren Hauptvertretern Genosse Plecha-
       now zählt". 6
       8 Im Beiblatt zur "Berliner Volks-Tribüne" erschien vom 6. August
       bis 24.  Dezember 1892  die Artikelserie  "Die Juraföderation und
       Michael Bakunin".  Der Name des Verfassers - des Schweizer Sozia-
       listen Louis Héritier - wurde erst im letzten Artikel genannt. In
       diesen Artikeln  wurde auf der Grundlage bakunistischen Materials
       die Geschichte der Organisation der Internationalen Arbeiterasso-
       ziation in der Schweiz falsch dargestellt und versucht, die Spal-
       tertätigkeit der Bakunisten, besonders der bakunistischen Jurafö-
       deration, zu  rechtfertigen (letztere  hatte sich auf dem Kongreß
       in La  Chaux-de-Fonds vom  4. bis 6. April 1870 von den Sektionen
       der IAA  in der romanischen Schweiz abgespalten). Außerdem wurden
       in diesen Artikeln der Generalrat, Marx und seine Kampfgefährten,
       vor allem Johann Philipp Becker, verleumdet. Besonders viele Ent-
       stellungen enthielt  der zehnte Artikel, der am 12. November 1892
       erschien.
       Engels entschloß  sich, eine  Erwiderung zu  schreiben, ohne  die
       Veröffentlichung der  ganzen Artikelserie abzuwarten. Er schickte
       seine Erklärung  am 15. November 1892 an August Bebel (siehe Band
       38 unserer  Ausgabe, S.  515) zur  Weiterleitung an die Redaktion
       der "Berliner Volks-Tribüne". Die Erklärung wurde am 19. November
       1892 in  der "Berliner  Volks-Tribüne" veröffentlicht (siehe Band
       22 unserer Ausgabe, S. 346-348).
       Am 24.  Dezember 1892 erschien am Schluß des dreizehnten Artikels
       die Antwort  Héritiers. In  dieser sowie in einem Brief an Engels
       vom 25.Dezember 1892 versuchte Héritier die Anschuldigung, daß er
       die Geschichte  der IAA  verfälscht habe,  zu widerlegen. Engels'
       Antwort auf  Héritiers Behauptungen siehe vorl. Band, S. 11/12. 7
       11 24 447
       9 Die  Independant Labour Party wurde im Januar 1893 auf der Kon-
       ferenz in Bradford gegründet. Ihr traten Mitglieder der alten und
       neuen Trade-Unions, der Fabian Society, der Social Democratic Fe-
       deration und  anderer sozialistischer Vereinigungen bei. An ihrer
       Spitze stand  Keir Hardie. Die Independent Labour Party verlangte
       in ihrem  Programm die  Uberführung aller  Produktions-,  Vertei-
       lungs- und  Austauschmittel in  Gemeineigentum. Sie forderte u.a.
       die Einführung  des Achtstundentages, das Verbot der Kinderarbeit
       und die  Einführung einer  Sozial- und  Arbeitslosenversicherung.
       Engels begrüßte  die Gründung der Independent Labour Party in der
       Hoffnung, daß es ihr gelingen werde, die dogmatischen und sektie-
       rerischen Fehler  der Social  Democratic Federation  zu vermeiden
       und sich zu einer marxistischen Partei zu entwickeln, äußerte je-
       doch hinsichtlich  ihrer Führer eine gewisse Skepsis. Während die
       Entwicklung in  den ersten  Wochen und  Monaten Engels'  positive
       Meinung rechtfertigte,  geriet die Partei später infolge unklarer
       Vorstellungen und  persönlicher Schwächen des größten Teils ihrer
       Führung auf  den Weg des Reformismus. Die von der reformistischen
       Fabier-Ideologie beeinflußten Führer betrachteten den parlamenta-
       rischen Kampf als die wichtigste Form des Klassenkampfes und
       
       #549# Anmerkungen
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       trafen Vereinbarungen  mit der Liberalen Partei. 7 13 29 40 53 56
       73 213 232 283 289292 308 334 361 383 449 500
       10 Die  Social Democratic Federation wurde im August 1884 gegrün-
       det; sie ging aus der Democratic Federation hervor und vereinigte
       verschiedenartige sozialistische Elemente, vorwiegend aus Kreisen
       der Intelligenz.  Die Leitung der Föderation lag zum größten Teil
       in den  Händen Henry  Mayers Hyndmans, der eine stark dogmatisch-
       sektiererische Politik  betrieb. Die der Föderation beigetretenen
       revolutionären  Kräfte  (Eleanor  Marx-Aveling,  Edward  Aveling,
       William Morris  u.a.) kämpften  gegen die  schädliche Linie Hynd-
       mans, für  die Herstellung  einer engen Verbindung der Social De-
       mocratic Federation  mit den englischen Gewerkschaften. Durch das
       opportunistische und  diktatorische Verhalten  Hyndmans, das eine
       Änderung des  Kurses der Föderation unmöglich machte, erfolgte im
       Dezember 1884  ihre Spaltung;  die zu  Hyndman in Opposition ste-
       hende Gruppe  gründete eine selbständige Organisation, die Socia-
       list League.  Unter dem Einfluß der revolutionären Stimmungen der
       Massen innerhalb der Föderation ging jedoch der Formierungsprozeß
       der revolutionären,  mit der  opportunistischen Führung unzufrie-
       denen Elemente  weiter. Der  Ende der achtziger Jahre entstandene
       Neue Unionismus (siehe Anm. 324) bewirkte, daß die Föderation nä-
       her mit  den Arbeitermassen  in Berührung  kam und die Zahl ihrer
       Mitglieder anwuchs. Ihre Führung betrieb jedoch weiterhin eine im
       wesentlichen sektiererische  Politik. 7  53 56 72 217 232 237 245
       277 283 285 289 292 308 334 361 449 465 500
       11 Die  Fabian Society  wurde am  4. Januar 1884 von einer Gruppe
       bürgerlicher Intellektueller  gegründet, die  sich für die Lösung
       der sozialen  Mißstände in der bürgerlichen Gesellschaft einsetz-
       ten und Wege zur Überwindung des Kapitalismus suchten, aber nicht
       über Reformen  hinausgingen. Die  Fabier traten gegen Marx' Lehre
       vom proletarischen Klassenkampf und von der sozialistischen Revo-
       lution auf.  Zu den  einflußreichsten  Persönlichkeiten  gehörten
       Sidney und Beatrice Webb sowie George Bernard Shaw. Die Ideen der
       Fabier schufen  eine der  ideologischen Grundlagen für den Refor-
       mismus in der englischen
       Arbeiterbewegung. 7 53 56 164 217 232 283 450
       12 Engels  meint den  Haager Kongreß  der Internationalen  Arbei-
       terassoziation, der  vom 2.  bis 7.September  1872 stattfand. Der
       Kongreß beschloß,  den Inhalt  der Resolution der Londoner Konfe-
       renz 1871  (siehe Anm.  14) über  die "Politische Wirksamkeit der
       Arbeiterklasse" sowie den Beschluß über die Erweiterung der Voll-
       machten des Generalrats in die Statuten aufzunehmen. Auf dem Kon-
       greß fand  der jahrelange  Kampf von  Marx und Engels sowie ihrer
       Anhänger gegen  alle Arten des kleinbürgerlichen Sektierertums in
       der Arbeiterbewegung  innerhalb der IAA seinen Abschluß. Die zer-
       setzende Tätigkeit  der Anarchisten wurde verurteilt, ihre Führer
       wurden aus der IAA ausgeschlossen. Die Beschlüsse des Haager Kon-
       gresses legten  das Fundament  für die  Entwicklung selbständiger
       nationaler politischer Parteien der Arbeiterklasse. 9 314
       13 Im  Juli 1891  fand in  Kronstadt der feierliche Empfang eines
       französischen Flottengeschwaders  statt, der zu einer offenen De-
       monstration der  Annäherung zwischen dem zaristischen Rußland und
       Frankreich wurde. Zur gleichen Zeit wurden diplomatische Verhand-
       lungen geführt,  die im  August 1892 mit der Unterzeichnung eines
       französisch-russischen Abkommens  endeten. Frankreich und Rußland
       gingen darin  die Verpflichtung  ein, sich in Fragen der interna-
       tionalen Politik  gegenseitig zu  konsultieren und im Falle eines
       Angriffs auf einen der beiden Partner gemeinsame militärische Ak-
       tionen zu  unternehmen. Dieses  Abkommen war eine wichtige Etappe
       bei der Vorbereitung des
       
       #550# Anhang und Register
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       französisch-russischen Bündnisses  von 1893,  das gegen den Drei-
       bund (siehe Anm. 24) gerichtet war.
       Um sich  im Falle  eines Krieges  gegen Rußland die Unterstützung
       Polens zu  sichern, ergriff  die deutsche  Regierung  Anfang  der
       neunziger Jahre  zur Milderung der deutschen Politik in den west-
       polnischen Gebieten einige Maßnahmen; so wurden u.a. die Polizei-
       aufsicht über  die polnischen  nationalen Vereinigungen gelockert
       und bestimmte  Zugeständnisse hinsichtlich des polnischen Sprach-
       unterrichts in den Schulen gemacht. 9
       14 Gemeint  ist die Londoner Konferenz der Internationalen Arbei-
       terassoziation, die  vom 17. bis 23.September 1871 stattfand. Sie
       leitete eine  wichtige Etappe des Kampfes von Marx und Engels für
       eine proletarische  Partei ein. Die Konferenz nahm einen Beschluß
       über die  "Politische Wirksamkeit  der Arbeiterklasse" an, in dem
       die Notwendigkeit  der Schaffung  selbständiger  Arbeiterparteien
       als ein  Grundprinzip der internationalen Arbeiterbewegung formu-
       liert war. Das Kernstück dieses Beschlusses wurde 1872 vom Haager
       Kongreß (siehe  Anm. 12) in die Allgemeinen Statuten der Interna-
       tionale aufgenommen.  Die Londoner Konferenz stand im Zeichen des
       unversöhnlichen Kampfes von Marx und Engels gegen die Bakunisten,
       die in  einem Verleumdungsfeldzug gegen die Beschlüsse der Londo-
       ner Konferenz und deren Rechtmäßigkeit auftraten. Sie hat wesent-
       lich zum  Sieg der  marxistischen Prinzipien  über den Bakunismus
       beigetragen. 11
       15 Über  den Verbleib des Briefes, den Engels hier fortsetzt, ist
       uns nichts bekannt. 13
       16 Im Juni 1885 waren die irischen Abgeordneten im britischen Un-
       terhaus unter  Führung von  Charles Stewart Parnell gemeinsam mit
       den Konservativen  gegen Gladstones Irlandpolitik aufgetreten. Es
       kam zum  Sturz des  Kabinetts Gladstone. Bei den Wahlen Ende 1885
       erhielten die  Konservativen die  Mehrheit; die  Liberalen hingen
       nunmehr in starkem Maße von den Stimmen der irischen Abgeordneten
       ab. Als Gladstone 1886 erneut an die Spitze des Kabinetts gelangt
       war, brachte  er zwei  Gesetze im Interesse Irlands ein: die Home
       Rule Bill  und die  Bill über die irische Agrargesetzgebung. 1893
       brachte Gladstone  einen zweiten Gesetzentwurf über die Home Rule
       ein; weder  der erste  noch der zweite Gesetzentwurf wurden ange-
       nommen. 13
       17 Zentrum - 1870 entstandene politische Partei, die sich auf das
       katholische Kleinbürgertum  und auf die Mehrheit der katholischen
       Bauern und  Arbeiter in  Süd- und  Westdeutschland sowie in Ober-
       schlesien stützte. Zunächst vertrat sie partikularistische, anti-
       preußische Tendenzen  und verfocht in erster Linie die Interessen
       des katholischen  Großgrundbesitzes und Industriekapitals. Später
       näherte sie  sich immer mehr Bismarcks Politik an. In den neunzi-
       ger Jahren  war das Zentrum die stärkste Partei im Reichstag. Das
       Zentrum hatte entscheidenden Anteil an der Durchsetzung der anti-
       nationalen Politik des deutschen Imperialismus, zu dessen führen-
       der Partei es sich entwickelte. 14 28 54 70 72 76 86 389 442 451
       18 Einen solchen Antrag hatte der Zentrumsabgeordnete Viktor Rin-
       telen am  15. Dezember 1892 im Reichstag während der Debatte über
       Änderungen des Strafgesetzbuches eingebracht. 14
       19 Im September 1891 hatte Rußland in Frankreich eine dreiprozen-
       tige Anleihe  in Höhe  von 125 Millionen Goldrubel (500 Millionen
       Francs) aufgenommen.  Anfangs hatte  die Anleihe  großen Erfolg -
       die Summe  von 125  Millionen wurde 71/2mal überzeichnet. Infolge
       eines rapiden Kurssturzes der russischen Wertpapiere an den euro-
       päischen Börsen,  der durch  die Zuspitzung der ökonomischen Lage
       Rußlands im  Zusammenhang mit  der Hungersnot  von  1891  hervor-
       gerufen wurde, begannen jedoch die Zeichner der Anleihe sich
       
       #551# Anmerkungen
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       zu weigern,  die Obligationen  aufzunehmen. Um  einem endgültigen
       Zusammenbruch der Anleihe vorzubeugen, mußte die russische Regie-
       rung daher  einen Teil  der Obligationen  aufkaufen. Die  Anleihe
       wurde schließlich nur mit etwa 96 Millionen Rubel realisiert. 14
       313
       20 Opportunisten nannte man in Frankreich seit Anfang der achtzi-
       ger Jahre  die Partei der gemäßigten Republikaner, die die Inter-
       essen der  französischen Großbourgeoisie  vertrat. 14 119 187 391
       450
       21 Radikale  - parlamentarische Gruppe in den achtziger und neun-
       ziger Jahren in Frankreich, die sich von den Opportunisten (siehe
       Anm. 20)  abgespalten hatte. Ihr Führer war Georges-Benjamin Cle-
       menceau. Die  Gruppe hielt  an einer  Reihe bürgerlich-demokrati-
       scher Forderungen fest, die von den gemäßigten Republikanern über
       Bord geworfen  worden waren: Abschaffung des Senats, Trennung der
       Kirche vom  Staat u.a.  Um die Masse der Wähler auf ihre Seite zu
       ziehen, forderten die Radikalen die Einführung einer progressiven
       Einkommenssteuer und auch sozialökonomische Maßnahmen. 1901 orga-
       nisierten sich  die Radikalen  als Partei,  die hauptsächlich die
       Interessen der mittleren Bourgeoisie und des Kleinbürgertums ver-
       trat. 14 40 215 280 383
       22 Diesen  Gedanken entwickelte Engels in der Arbeit "Die auswär-
       tige Politik  des russischen  Zarentums" (siehe  Band 22  unserer
       Ausgabe, S. 41/42). 15
       23 Nach dem Tode des ägyptischen Khediven Tewfik Pascha im Januar
       1892 versuchte  sein Nachfolger Khediv Abbas II. Hilmi eine selb-
       ständige, von  England unabhängige  Politik durchzusetzen. Als er
       im Januar  1893 einen  neuen Ministerpräsidenten ernennen wollte,
       mischte sich  der englische  Generalkonsul in Ägypten ein und er-
       reichte -  trotz der  Forderung der  französischen Regierung, die
       Unabhängigkeit des  Khediven zu  wahren -,  daß die  aufgestellte
       Kandidatur aufgehoben  und eine englandfreundliche Person ernannt
       wurde. Damit  wurde die Herrschaft Englands in Ägypten gefestigt.
       15
       24 Dreibund  -  aggressiver  militärisch-politischer  Block,  dem
       Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien angehörten und der ge-
       gen Frankreich und Rußland gerichtet war. Er wurde endgültig 1882
       gebildet durch  den  Anschluß  Italiens  an  das  österreichisch-
       deutsche Militärbündnis,  das 1879  geschlossen worden  war.  Die
       Bildung des  Dreibunds war  der Ausdruck  der Spaltung Europas in
       zwei große feindliche Lager. Die sich verschärfenden Widersprüche
       zwischen  den   beiden  imperialistischen  Staatenblocks  führten
       schließlich zum imperialistischen Weltkrieg 1914-1918. 15 392
       25 Der  sozialdemokratische Abgeordnete  Franz Tutzauer  hatte am
       21. Januar  1893 im Reichstag in der ersten Lesung des Gesetzent-
       wurfes über  Abzahlungsgeschäfte gesprochen. Der Redner, Besitzer
       eines  Möbelgeschäfts,  verteidigte  die  Interessen  dieser  Ge-
       schäftsinhaber, besonders  ihr Recht,  bei rückständigen Zahlern,
       die in der Regel Werktätige waren, die Zahlungen einzutreiben. 15
       26 Die Wortführer der Jungen nutzten das opportunistische Verhal-
       ten einiger sozialdemokratischer Reichstagsabgeordneter zum Kampf
       gegen die Parteiführung und die marxistische Strategie und Taktik
       der Sozialdemokratie  aus. Die  Jungen  waren  eine  halbanarchi-
       stische, linkssektiererische  Gruppe in der deutschen Sozialdemo-
       kratie, die  sich 1890 herausgebildet hatte. Ihr Kern bestand aus
       jungen Akademikern, Schriftstellern und Redakteuren einiger loka-
       ler  Parteizeitungen,   die  der   Partei   eine   sektiererische
       Verschwörerpolitik aufzwingen wollten. Im Oktober 1891 wurden die
       Wortführer der Jungen vom Erfurter Parteitag der Sozialdemokrati-
       schen Partei Deutschlands aus der Partei ausgeschlossen. 15
       
       #552# Anhang und Register
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       27 Gemeint  ist der Kommunistische Arbeiterbildungsverein in Lon-
       don. Er  wurde 1840  durch Karl  Schapper, Joseph  Moll, Heinrich
       Bauer u.a.  Führer des  Bundes der  Gerechten als  Deutscher Bil-
       dungsverein für Arbeiter in London gegründet. Nach der Organisie-
       rung des Bundes der Kommunisten spielten die Gemeinden des Bundes
       die führende  Rolle in  dem Verein.  1847 und 1849/50 nahmen Marx
       und Engels aktiv an seiner Tätigkeit teil. Im September 1850 tra-
       ten sie  und mehrere ihrer Mitkämpfer aus dem Verein aus, weil er
       im Kampf  zwischen der von Marx und Engels geführten Mehrheit der
       Zentralbehörde des  Bundes der  Kommunisten und  der  sektiereri-
       schen, zu abenteuerlichen Taktiken neigenden Minderheit (Willich,
       Schapper) für die letztere Partei ergriff.
       Seit Ende der fünfziger Jahre nahmen Marx und Engels erneut akti-
       ven Anteil an der Arbeit des Vereins.
       Der Kommunistische Arbeiterbildungsverein trat im Januar 1865 als
       eine der  ersten Organisationen der Internationalen Arbeiterasso-
       ziation bei.  Mehrere seiner  Mitglieder, darunter Friedrich Leß-
       ner, Johann Georg Eccarius, Georg Lochner und Karl Pfänder gehör-
       ten dem  Generalrat an,  wo sie die Linie von Marx unterstützten.
       Der Verein  wurde 1918  von der englischen Regierung verboten. 15
       47 232 275 411 418
       28 In  seinem Brief  an Engels  vom 5.  Januar  1893  hatte  Karl
       Kautsky mitgeteilt,  daß er zum 10.Todestag von Marx eine Biogra-
       phie bzw.  eine noch  ungedruckte oder  wenig bekannte Arbeit von
       ihm herauszugeben  beabsichtige. Kautsky  schrieb:  "Ich  brächte
       gern zu  diesem Datum  eine eingehendere Biographie von Marx, die
       uns bisher  fehlt. Außer  Deiner in  dem Brackeschen Kalender und
       dem Liebknechtschen  Artikel von 83 haben wir nur noch die Arbeit
       von Groß. Wenn Du glaubst, daß diesen Publikationen im Rahmen ei-
       nes Artikels  nichts Neues  hinzugefügt werden  kann, dann möchte
       ich wenigstens  eine noch  ungedruckte oder wenig bekannte Arbeit
       von Marx  zu dieser  Gelegenheit veröffentlichen." Kautsky gelang
       es nicht, die in diesem Brief geäußerte Absicht zu verwirklichen.
       17
       20 Seit  Ende 1892  bestanden verschiedene Pläne, die "Neue Zeit"
       wirkungsvoller zu  gestalten und ihr einen größeren Abnehmerkreis
       zu sichern.  Engels schrieb dazu ausführlich bereits am 3. Dezem-
       ber 1892  an August Bebel und am 4. Dezember 1892 an Karl Kautsky
       (siehe Band 38 unserer Ausgabe, S. 534 und 539). 17 56 163 178
       30 Karl  Kautsky hatte  sich in  seinem Brief  vom 5. Januar 1893
       über Engels  an Eleanor  Marx-Aveling mit  der Bitte gewandt, für
       die "Neue Zeit" Erinnerungen an Marx zu schreiben. 17
       31 Seinem  Brief an  Engels vom 5. Januar 1893 legte Karl Kautsky
       die Nummer einer in Rio de Janeiro erscheinenden Zeitung bei, die
       einen Artikel über die brasilianische Arbeiterpartei und ihr Pro-
       gramm enthielt. Der Titel der Zeitung konnte nicht ermittelt wer-
       den. 17
       32 Über den Verbleib dieses Telegramms ist uns nichts bekannt. 19
       33 Die von Engels erwähnte Formulierung brachte der "Vorwärts" am
       25. Januar 1893 in der Notiz "Das italienische Panama". 20
       34 Diese  Zeilen schrieb  Engels auf einen Kartenbrief. Er ist in
       Engels' Handschrift  mit folgender Adresse versehen: Sig. Filippo
       Turati, Portici Galleria V.E. 23, Milano, Italy. 21
       35 Filippo  Turati hatte  in seinem Brief vom 23. Januar 1893 En-
       gels vorgeschlagen, das bei der Gründung der Socialist League an-
       genommene Programm  ("The Manifesto of the Socialist League") als
       Anhang zur  italienischen Ausgabe  des "Manifests der Kommunisti-
       schen Partei" zu bringen.
       
       #553# Anmerkungen
       -----
       Die Sozialistische  Liga (Socialist  League) wurde am 30.Dezember
       1884 gegründet.  Zu den Begründern und führenden Mitgliedern die-
       ser Organisation  gehörten u.a. William Morris, Eleanor Marx-Ave-
       ling, Edward Aveling und Ernest Belfort Bax. Trotz vieler positi-
       ver Seiten  in der Arbeit der League, bekamen die bei einer Reihe
       von Mitgliedern  von Anfang  an vorhandenen ultralinken Tendenzen
       die Oberhand.  Die Socialist  League geriet  1887/88 in die Hände
       von Anarchisten  und wurde  1889/90 bedeutungslos,  nachdem beide
       Avelings, Bax und andere ausgetreten waren. 21
       36 Von Dezember 1892 bis Januar 1893 fanden im italienischen Par-
       lament Debatten  über die  Mißbräuche in  der Banca Romana statt.
       Diese Debatten  waren durch  die Rede  des Abgeordneten Napoleone
       Colajanni ausgelöst  worden. Die  im Verlauf  der  Debatten  auf-
       gedeckten Skandalaffären,  in die einige Staatsmänner, viele Par-
       lamentsmitglieder, Rechtsanwälte, Journalisten und Privatpersonen
       verwickelt waren,  wurden im Unterschied zu dem französischen Pa-
       nama-Skandal (Panamone)  (siehe Anm. 6) als Panamino (kleines Pa-
       nama) bezeichnet. (Siehe Band 22 unserer Ausgabe, S. 358-364.) 22
       32
       37 in  einer Nummer  der "Gazeta Robotnicza", die Maria Mendelson
       an Engels  geschickt hatte, war eine Warnung der polnischen Sozi-
       aldemokraten vor Marcin Kasprzak veröffentlicht. Darin wurde mit-
       geteilt, daß  Kasprzak wegen Veruntreuung von Parteigeldern, Ver-
       trauensmißbrauchs und Beziehungen zur Polizei aus der Partei aus-
       geschlossen wurde.  Außerdem wurde  in der Zeitung eine Erklärung
       der Berliner  Sozialisten abgedruckt,  daß es  notwendig sei, die
       Beziehungen zu  Kasprzak abzubrechen.  Später erwies sich jedoch,
       daß die  Beschuldigungen nicht  auf Wahrheit  beruhten.  Kasprzak
       nahm aktiv an der revolutionären Bewegung teil und wurde vom Zen-
       tralkomitee der  Polnischen Sozialistischen Partei 1905 rehabili-
       tiert. 23
       38 Maria  Mendelson hatte Engels am 5. Februar 1893 brieflich von
       dem nationalistischen  und antisemitischen  Verhalten  russischer
       Studenten und  Offiziere in  Moskau und Petersburg gegenüber pol-
       nischen und jüdischen Studenten und Offizieren berichtet. 23
       39 W.J. Schmuilow hatte Engels am 4. Februar 1893 mitgeteilt, daß
       er von Pawlenkow, dem Verleger der "Biographien berühmter Männer"
       in Petersburg, gebeten worden sei, eine ausführliche Marx-Biogra-
       phie von  etwa 6  bis 8  Druckbogen zu  schreiben. In  diesem Zu-
       sammenhang bat er Engels um Quellenhinweise für biographische An-
       gaben, um Material über die praktische Tätigkeit von Marx, beson-
       ders in  den Jahren 1847 bis 1849 und in der Periode der Interna-
       tionalen Arbeiterassoziation, sowie zur Genesis des Marxismus. Da
       er über kein Exemplar der "Heiligen Familie" verfügte, bat er En-
       gels gleichzeitig  um die  Wiedergabe der "Hauptgedanken und cha-
       rakteristischen Stellen"  dieses Werkes.  Er hatte  die  Absicht,
       falls die  russische Zensur  die Arbeit  verbieten sollte, sie im
       Ausland drucken zu lassen. 24
       40 Marx und Engels, die sich seit Anfang 1845 in Brüssel aufhiel-
       ten, gründeten im Frühjahr 1846 das Kommunistische Korrespondenz-
       Komitee, das  sich zu  einem ideologischen  und organisatorischen
       Zentrum der sozialistischen Bewegung entwickelte.
       Der Bund  der Kommunisten  war die erste revolutionäre Partei der
       Arbeiterklasse. Er  entstand 1847  und existierte  bis 1852.  Der
       Bund war  sowohl seinem  Programm als auch seiner Zusammensetzung
       nach eine  internationale Organisation der Arbeiterklasse und da-
       mit Vorläufer  der Internationalen  Arbeiterassoziation. Zugleich
       war er auch die erste deutsche Arbeiterpartei. Deutsche Arbeiter,
       fast alles  Handwerksgesellen, stellten  die Mehrzahl seiner Mit-
       glieder.
       Der Deutsche Arbeiterverein in Brüssel wurde Ende August 1847 von
       der Gemeinde des
       
       #554# Anhang und Register
       -----
       Bundes der  Kommunisten in Brüssel und unter Leitung von Marx und
       Engels gegründet.  In der  zweiten Dezemberhälfte 1847 hielt Marx
       im Arbeiterverein Vorträge über Lohnarbeit und Kapital. 24
       41 Ende  Januar 1893  hatten die  bürgerlichen  Abgeordneten  des
       Reichstags  während  der  Debatte  über  den  Staatshaushalt  für
       1893/94 die  Sozialdemokratie beschuldigt,  daß sie nur Unzufrie-
       denheit unter  den Volksmassen säe und nicht in der Lage sei, den
       sozialistischen Zukunftsstaat  zu erläutern.  August Bebel  legte
       daraufhin in  einer längeren Rede am 3. Februar 1893 die Anschau-
       ungen der Sozialdemokratie über den sozialistischen Zukunftsstaat
       dar. Zum zweitenmal sprach er zu dieser Frage am 6. Februar 1893.
       Das Thema  stand mehrere  Tage lang zur Debatte und wurde von den
       sozialdemokratischen Abgeordneten  zur Propagierung  ihrer  Ziele
       ausgenutzt. Am  7. Februar 1893 erklärte Adolf Stoecker, ein Ver-
       treter der äußersten Rechten (siehe Anm. 122), daß er darauf ver-
       zichte, nach  der Rede Wilhelm Liebknechts aufzutreten; er schlug
       vor, die Debatte zu beenden.
       Die ganze Debatte wurde unter dem Titel: "Der sozialdemokratische
       'Zukunftsstaat'. Verhandlungen  des Deutschen  Reichstags am  31.
       Januar, 3.,  4., 6. und 7. Februar 1893", Berlin 1893, veröffent-
       licht. Bebels  erste Rede erschien als Broschüre unter dem Titel:
       "Zukunftsstaat und  Sozialdemokratie. Eine Rede des Reichstagsab-
       geordneten August  Bebel in  der Sitzung des deutschen Reichstags
       vom 3. Februar 1893." 26 33 40 54
       42 In seiner Reichstagsrede vom 4. Februar 1893 hatte der sozial-
       demokratische Abgeordnete  Karl Frohme  die Politik  der Zentrum-
       spartei (siehe  Anm. 17)  angeprangert. Um  zu beweisen,  daß die
       Kirche die  Knechtschaft des  Volkes stets  gutgeheißen habe, zi-
       tierte er  einige Worte  Thomas von  Aquinos. Franz Hitze von der
       Zentrumspartei  polemisierte  dagegen  und  behauptete,  die  von
       Frohme zitierten Worte stammten nicht von Thomas von Aquino, son-
       dern von Aristoteles. 26
       43 Spar-Agnes  und Strampel-Anni - zwei Gestalten aus Eugen Rich-
       ters  "Sozialdemokratischen  Zukunftsbildern.  Frei  nach  Bebel"
       (Berlin 1891), einem gehässigen Pamphlet gegen die Sozialdemokra-
       tie. 27
       44 Am 31. Januar 1893 hatte August Bebel in einem Brief an Engels
       den Gedanken  geäußert, daß  Rußland im  Bündnis  mit  Frankreich
       einen Krieg gegen Deutschland beginnen könnte, ohne England, Ita-
       lien, die  Türkei und  die Balkanstaaten  hineinzuziehen.  Sollte
       Deutschland besiegt  werden, dann  könnte  Frankreich  das  linke
       Rheinufer und Rußland die Ostseeprovinzen und den Balkan mit Kon-
       stantinopel an sich reißen. 27
       45 In  der Schlacht  bei Spichern  (Lothringen) am 6. August 1870
       wurde das  II. Korps  der französischen Armee von den Preußen ge-
       schlagen. 27
       46 "Der  deutsch-französische Krieg  1870-71.  Redigirt  von  der
       kriegsgeschichtlichen Abtheilung  des Großen  Generalstabes", Er-
       ster Theil, Erster Band, Berlin 1874, S. 341. 28
       47 Gemeint  ist die  Deutsch-Freisinnige Partei; sie bildete sich
       1884 durch eine Fusion der Fortschrittspartei mit dem linken Flü-
       gel der  Nationalliberalen (siehe  Anm. 109). Sie vertrat die In-
       teressen der  liberalen Bourgeoisie  und des  Kleinbürgertums und
       bezog in  verschiedenen Fragen  eine oppositionelle  Haltung  zur
       Bismarckregierung, wandte  sich aber gleichzeitig gegen die Sozi-
       aldemokratie. 28 54 70 72 76
       48 Im  November 1892 brachte die Regierung im Reichstag eine seit
       langem geplante  Militärvorlage ein,  die eine enorme Verstärkung
       des Heeres, besonders des Offiziers- und Unteroffizierskorps, und
       damit eine Erhöhung der Militärausgaben vorsah. Die geforderten
       
       #555# Anmerkungen
       -----
       Verstärkungen des  Heeres waren  höher als alle Verstärkungen von
       1874 bis  1890 zusammengenommen. Unter dem Druck antimilitaristi-
       scher Massenaktionen  und infolge  von Gegensätzen  innerhalb der
       herrschenden Klasse  lehnte der Reichstag im Mai 1893 diese Mili-
       tärvorlage ab;  unmittelbar danach wurde der Reichstag aufgelöst.
       Der neugewählte  Reichstag nahm  schließlich im Juli 1893 die nur
       geringfügig geänderte  Militärvorlage mit knapper Mehrheit an. 28
       41 54 60 70 72 76
       49 Die  Liberal-Radikalen waren eine Strömung innerhalb der Libe-
       ralen Partei;  sie vertraten  vor allem die Industriebourgeoisie.
       Über die  Radikalen, die  niemals eine organisierte Gruppe bilde-
       ten, erlangte  die Liberale  Partei Einfluß auf die Trade-Unions.
       29
       50 Pflanzliche Heilmittel, die auch gegen Wurmkrankheiten verwen-
       det werden. 31
       51 Engels  spielt darauf  an, daß die sozialistischen Deputierten
       seit Beginn der Diskussion über den Panama-Skandal (siehe Anm. 6)
       an den Debatten in der Kammer kaum teilgenommen hatten. 32 40
       52 Bei  den  Wahlen  zur  Deputiertenkammer  am  20.  August  und
       3.September 1893  erhielten die  Sozialisten aller  Gruppierungen
       700 000 Stimmen  und 30  Deputiertenmandate; in der Kammer verei-
       nigten sich  mit ihnen  etwa 20  Abgeordnete linker  bürgerlicher
       Gruppierungen, hauptsächlich  Radikale, die sich "unabhängige So-
       zialisten" nannten.  Insgesamt gehörten  somit etwa 50 Deputierte
       zur sozialistischen  Fraktion (siehe auch vorl. Band, S. 187). 32
       73 88 106 114 118 122 187 271
       53 Broussisten (Possibilisten) - opportunistische Strömung inner-
       halb der  französischen Arbeiterbewegung  unter der  Führung  von
       Paul Brousse,  Benoît Malon u.a., die sich 1882 von der französi-
       schen Arbeiterpartei  (Parti ouvrier  français) abspaltete (siehe
       Anm. 68)  und Fédération des Travailleurs socialistes nannte. Die
       Führer dieser  Strömung verkündeten  das reformistische  Prinzip:
       Streben nach  dem "Möglichen" ("possible"). In den neunziger Jah-
       ren verloren  die Possibilisten  in bedeutendem  Maße an Einfluß.
       Auf dem Kongreß von Châtellerault (Oktober 1890) trennte sich der
       rechte Flügel  vom Possibilismus und bildete die Gruppe der Alle-
       manisten (siehe Anm. 71). Zur Entwicklung der Possibilisten siehe
       Band 21  unserer Ausgabe, S. 514/515, 521/522 und 530-532. 32 118
       132
       54 "The  Daily News" hatte am 11. Februar J 893 einen Artikel ih-
       rer Pariser  Korrespondentin Emily Crawford unter der Überschrift
       "The Sentence  on the  Panama-Directors. Sympathy for Mr. de Les-
       seps" veröffentlicht.
       Am 9.  Februar 1893 waren einige der in den Panama-Skandal (siehe
       Anm. 6)  verwickelten Personen zu Freiheits- und Geldstrafen ver-
       urteilt worden. Ferdinand-Marie Lesseps und sein Sohn Charles er-
       hielten je  5 Jahre  Gefängnis, die Mitangeklagten Fontane, Cottu
       und Eiffel je 2 Jahre. Lesseps, Fontane und Cottu wurden außerdem
       zu 3000  fr., Eiffel zu 20 000 fr. Geldstrafe verurteilt. Im Juni
       1893 wurden diese Urteile vom Kassationshof annulliert. 32
       55 "Le  Socialiste" veröffentlichteam 19. Februar 1893 in gekürz-
       ter Form die Reichstagsrede August Bebels vom 3. Februar 1893 so-
       wie Auszüge  aus der Rede Wilhelm Liebknechts vom 7.Februar 1893.
       (Siehe Anm. 41.) 32
       56 Mitte  Januar kam  es im  Reichstag zu  einer Debatte über den
       Notstand, die  durch eine Interpellation der sozialdemokratischen
       Reichstagsfraktion vom 31.Dezember 1892 ausgelöst wurde. Die Ver-
       schlechterung der  sozialen Lage  der Arbeiterklasse  - eine Aus-
       wirkung der Wirtschaftskrise und der Wirtschaftspolitik der herr-
       schenden Klassen  - hatte  zu einem  Ansteigen der Streikbewegung
       geführt. In dieser Interpellation wurde die Frage
       
       #556# Anhang und Register
       -----
       aufgeworfen, welche Maßnahmen die Regierung zu ergreifen gedenke,
       um dem durch die Arbeitslosigkeit und die Lohnsenkungen andauern-
       den Notstand abzuhelfen. 33
       57 In  seinem Brief  vom 11.  Februar 1893 hatte August Bebel von
       Engels "eine  kleine Lektion" darüber erbeten, welche Haltung die
       sozialdemokratische Reichstagsfraktion  in der  Debatte über  die
       Militärvorlage der  Regierung (siehe Anm. 48) beziehen solle. Das
       war unmittelbarer Anlaß für Engels, die Arbeit "Kann Europa abrü-
       sten?" (siehe  Band 22 unserer Ausgabe, S. 369-399) zu schreiben.
       Sie wurde entsprechend Engels' Vorschlag im "Vorwärts" vom 1. bis
       5., 7., 9. und 10. März 1893 veröffentlicht. 34
       58 Die  "Workman's Times" gab am 18. Februar 1893 in der Rubrik -
       International Working-Class Movement" einen Überblick über die im
       Reichstag geführten  Debatten zur  Frage des  sozialistischen Zu-
       kunftsstaates (siehe auch Anm. 41). 34
       59 Die englischen Parlamentswahlen im Sommer 1892 endeten mit ei-
       nem  Erfolg  der  Arbeiter.  Die  sozialistischen  Organisationen
       stellten eine  beträchtliche Anzahl  unabhängiger Kandidaten  auf
       und führten die Wahlkampagne mit Erfolg. Drei dieser Kandidaten -
       Keir Hardie, John Bums und John Havelock Wilson - wurden ins Par-
       lament gewählt.
       Am 20.  Februar 1893  fand im  Unterhaus die erste Lesung der Ge-
       setzentwürfe über  die Wählerlisten  und über  Diäten für  Parla-
       mentsabgeordnete  statt,  die  vom  liberalen  Gladstone-Kabinett
       unter dem  Druck der  Volksmassen eingebracht  worden waren.  Sie
       wurden jedoch vom Oberhaus abgelehnt. 34 41
       60 Das  Gesetz über die Gemeinderäte (Parish Councils Bill) wurde
       von der  Regierung Gladstone  dem Parlament 1893 vorgelegt und am
       1. März  1894 angenommen. Nach diesem Gesetz wurde das System der
       örtlichen Selbstverwaltung  verändert. Die  Kirchspiele waren bis
       dahin allein  von der  Kirche verwaltet  worden; jetzt  wurde die
       Ausübung der  weltlichen Macht  der Kirche genommen und einer Ge-
       meindeversammlung übertragen, die von den örtlichen Steuerzahlern
       gewählt wurde. In größeren Dörfern wählte die Gemeindeversammlung
       aus ihrer Mitte den Gemeinderat. 35 220
       61 Von  diesem Brief ist auch das Kuvert mit folgender Adresse in
       Engels'  Handschrift   erhalten  geblieben.   ?.  ??????????,  ?.
       ?????????? 8  ???. ?,  Monsieur N.F.  Danielson, 8 grande rue des
       Ecuries, logis No. 7, Saint-Pétersbourg, Russia. 36
       62  Siehe  die  Briefe  von  Engels  an  N.F.Danielson  vom  29.-
       31.Oktober 1891,  vom 15.  März, 18.  Juni und  22.September 1892
       (Band 38 unserer Ausgabe, S. 195-197, 303-306, 363 - 368 und 467-
       470). 36
       63 Um  die Herausgabe des zweiten Bandes des "Kapitals" in russi-
       scher Sprache  zu beschleunigen, hatte Engels 1885 N.F. Danielson
       die Korrekturbogen der deutschen Ausgabe geschickt. Die russische
       Ausgabe erschien noch im selben Jahr. 36
       64 Engels  verweist hier auf Ausführungen von Marx, die in dessen
       Brief an  die Redaktion  der Zeitschrift  "Otetschestwennyje  Sa-
       piski" enthalten  sind (siehe  Band 19  unserer Ausgabe,  S. 107-
       112). 37
       65 Gemeint ist die von Marx und Engels verfaßte Vorrede zur zwei-
       ten russischen  Ausgabe des  - Manifests der Kommunistischen Par-
       tei" (siehe  Band 19 unserer Ausgabe, S. 295 und 296); diese Aus-
       gabe erschien  in der  Übersetzung G.W.  Plechanows 1882 in Genf.
       Der von  Engels im  nachfolgenden zitierte  russische Text weicht
       geringfügig von  dem entsprechenden  Text des deutschen Originals
       ab. 37
       66 In  seinen Briefen an N. F. Danielson benutzte Engels aus kon-
       spirativen Gründen u. a. den Namen Percy White Roshers. 38
       
       #557# Anmerkungen
       -----
       67 Am 23. Februar 1893 hatte Paul Lafargue an Engels geschrieben,
       daß er am 16. Februar in der Deputiertenkammer in der Debatte zum
       Panama-Skandal gesprochen  habe. Seine  Rede wurde  am 19.Februar
       1893 von "Le Socialiste" veröffentlicht. Lafargue berichtete fer-
       ner, sein  Eingreifen in  die Debatte  sei von der Kammer und der
       Presse als  unzeitgemäß beurteilt  worden und  alle  bürgerlichen
       Zeitungen hätten seine Rede ignoriert. 39
       68 Die französische Arbeiterpartei (Parti ouvrier français) wurde
       auf dem  Marseiller Arbeiterkongreß  1879 von  den Anhängern  der
       marxistischen (kollektivistischen)  Richtung gegründet.  Das Pro-
       gramm wurde  im Mai 1880 von Jules Guesde und Paul Lafargue unter
       maßgeblicher Mitwirkung  von Marx  und Engels  ausgearbeitet; der
       theoretische Teil, die Einleitung zum Programm (siehe Band 19 un-
       serer Ausgabe,  S. 238),  wurde von  Marx formuliert.  1880 wurde
       dieses Programm  auf dem  Kongreß von Le Havre angenommen und die
       französische Arbeiterpartei  in aller Form konstituiert. Seit ih-
       rer Gründung  fanden in ihren Reihen harte ideologische Auseinan-
       dersetzungen statt, die 1882 zur Spaltung der Partei in Marxisten
       (Guesdisten) und Possibilisten (siehe Anm. 53) führten. Besonders
       unter dem Proletariat der Industriezentren Frankreichs hatten die
       Guesdisten großen,  in Paris  hingegen relativ  geringen Einfluß.
       Die Partei errang in den achtziger und neunziger Jahren beträcht-
       liche Erfolge  bei der  Verbreitung des  Marxismus in Frankreich.
       Eine große  Rolle spielte  hierbei das Organ der Partei, die Zei-
       tung "Le Socialiste". Die Guesdisten besaßen maßgeblichen Einfluß
       in der  Gewerkschaftsbewegung und  standen an  der Spitze  vieler
       Streikkämpfe des  Proletariats. Eine rege agitatorische Tätigkeit
       entfaltete die  Partei auch  bei  der  Vorbereitung  von  Wahlen.
       Lafargues Wahl  in die  Deputiertenkammer 1891 war ein großer Er-
       folg der  französischen Sozialisten.  Die Partei hatte großen An-
       teil an  der Festigung der internationalen Beziehungen der Sozia-
       listen. 39 87 89
       68 Paul  Lafargue hatte Engels am 23. Februar 1893 darüber infor-
       miert, daß  zwischen der französischen Arbeiterpartei und den Ra-
       dikalsozialisten unter  Führung von  Étienne-Alexandre  Millerand
       und Jean Jaurès eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit bei den
       für August/September  1893 angesetzten Wahlen zur Deputiertenkam-
       mer getroffen  worden sei und daß am 5.März mit der Versammlungs-
       tournee in den wichtigsten Städten begonnen werde. 39 87 119 133
       70 Bei  den Gemeinderatswahlen  in Frankreich  vom 1.  bis 8. Mai
       1892 errangen die französischen Sozialisten einen bedeutenden Er-
       folg. Sie  erhielten mehr  als 100 000 Stimmen; etwa 635 Soziali-
       sten wurden  in die  Kommunalvertretungen gewählt.  In 26 Städten
       erhielten sie  die Mehrheit  im Gemeinderat,  in  einigen  dieser
       Städte, so  in Roubaix, Marseille, Narbonne und Toulon, sicherten
       sie sich die Leitung des Gemeinderats. 40
       71 Allemanisten - Anhänger des kleinbürgerlichen Sozialisten Jean
       Allemane. Die  Organisation der  Allemanisten, die  sich nach der
       Spaltung der  Possibilisten (siehe  Anm. 53)  auf dem  Kongreß in
       Châtellerault (9.  bis 15.  Oktober 1890)  gebildet hatte, nannte
       sich Parti  Ouvrier Socialiste  Révolutionnaire (POSR).  Wenn sie
       insgesamt gesehen  auch den ideologischen und taktischen Positio-
       nen der  Possibilisten verhaftet  blieben, forcierten  die  Alle-
       manisten doch im Unterschied zu den Possibilisten die propagandi-
       stische Tätigkeit  in den  Gewerkschaften (Syndikaten),  in denen
       sie die  Hauptform der  Organisation der  Arbeiter sahen. Als we-
       sentliches Kampfmittel propagierten die Allemanisten den General-
       streik. Ähnlich wie die Possibilisten waren sie Gegner einer ein-
       heitlichen, zentralisierten Partei. Sie vertraten das Prinzip der
       Autonomie und maßen der Eroberung von Sitzen in den Gemeinderäten
       große Bedeutung bei. 40 73 93 116 132 356 414
       72 Blanquisten  - Anhänger des französischen Revolutionärs Louis-
       Auguste Blanqui. Nach
       
       #558# Anhang und Register
       -----
       1860 entstand  um Blanqui  eine selbständige Bewegung, die in der
       Pariser  Kommune  eine  bedeutende  Rolle  spielte.  Blanqui  war
       "zweifellos ein  Revolutionär und feuriger Anhänger des Sozialis-
       mus" (Lenin).  Blanqui und  seine Bewegung  erwarteten jedoch die
       Erlösung der  Menschheit aus der Lohnsklaverei nicht vom Klassen-
       kampf des  Proletariats, sondern von der Verschwörung einer klei-
       nen revolutionären  Minderheit. Trotzdem  gehörte der Blanquismus
       zu den  bedeutendsten Strömungen  in der revolutionären französi-
       schen Arbeiterbewegung.  Im  Juli  1881  gründeten  Marie-Édouard
       Vaillant -  in den  achtziger und neunziger Jahren einer der füh-
       renden Vertreter  des Blanquismus  - und  andere die Organisation
       der Blanquisten,  das Comité révolutionnaire central, das sich ab
       1898 Parti  socialiste révolutionnaire  nannte. (Näheres über die
       Blanquisten siehe  Band 18 unserer Ausgabe, S. 528-535.) 40 73 89
       93 116 118 132 143
       73 Am 26. März 1893 fand in Brüssel im "Maison du Peuple" auf In-
       itiative des  Züricher Organisationskomitees (siehe Anm. 81) eine
       Vorkonferenz statt, die sich mit der Vorbereitung des dritten In-
       ternationalen Sozialistischen Arbeiterkongresses in Zürich (siehe
       Anm. 120)  befaßte. Anwesend waren sozialistische Vertreter aus 6
       Ländern, darunter  August Bebel,  Wilhelm Liebknecht  und Eleanor
       Marx-Aveling. Entsprechend  dem auf der Vorkonferenz gefaßten Be-
       schluß sollten zum Kongreß nur Vertreter von Organisationen zuge-
       lassen werden,  die die  "Notwendigkeit der  Arbeiterorganisation
       und der  politischen Aktion  anerkennen". Diese  Bedingung sollte
       die Anarchisten  von der  Teilnahme am  Kongreß ausschließen. Der
       Beginn des Züricher Kongresses wurde für den 6. August 1893 fest-
       gesetzt. 41 42 47 52 56 72
       74 Mit  den vorliegenden  Zeilen wollte  Engels eine  Anfrage der
       Londoner Firma  Thomas Cook  & Son  vom 3. März 1893 beantworten,
       die ihn  um Referenzen  über Dr. Ludwig Freyberger gebeten hatte.
       43
       75 Etwa  vom 1. bis 17. März 1893 weilte Engels in Eastbourne zur
       Erholung. 43-45 47 50 52 57
       76 Diese  Zeilen schrieb  Engels auf  eine Postkarte. Sie ist mit
       folgender Adresse  in Engels' Handschrift versehen: W. Liebknecht
       Esq., 160, Kantstraße, Charlottenburg-Berlin, Germany. 44
       77 Diese  Zeilen schrieb  Engels auf  eine Postkarte. Sie ist mit
       folgender Adresse  in Engels'  Handschrift versehen:  Sigr.  avv.
       Filippo Turati, Portici Galleria V.E. 23, Milano, Italy. 45
       78 Am  7. März  1893 hatte  Filippo Turati die Korrekturbogen der
       italienischen Übersetzung des "Manifests der Kommunistischen Par-
       tei" (vgl.  Anm. 1) an Engels geschickt und ihn um schnelle Rück-
       gabe gebeten. Außerdem fragte Turati an, ob "das Programm der In-
       ternationalen Arbeiterassoziation"  wie in der russischen Ausgabe
       des "Manifests" von 1882 als Beilage aufgenommen werden sollte.
       Von den  im Text erwähnten zwei Broschüren konnte nur eine ermit-
       telt  werden:  Pasquale  Di  Fratta,  "La  socializzazione  della
       terra", Milano 1893. 45
       79 Von diesem Brief ist noch ein Entwurf erhalten geblieben sowie
       eine ebenfalls  von Engels  angefertigte Abschrift, die er seinem
       Brief an  Friedrich Adolph  Sorge vom  18.März 1893  (siehe vorl.
       Band, S. 52) beifügte. Abweichungen des Briefes von der Abschrift
       werden in Fußnoten ausgewiesen. Alle drei Dokumente sind mit Lon-
       don datiert, obwohl Engels sich zu dieser Zeit in Eastbourne auf-
       hielt (siehe  Anm. 75).  Das Kuvert  ist mit folgender Adresse in
       Engels' Handschrift  versehen: Mr.  F. Wiesen, Baird, Texas, U.S.
       America. 46
       
       #559# Anmerkungen
       -----
       80 Die  Bloomsbury Socialist Society konstituierte sich im August
       1888 als  selbständige Organisation, nachdem sie sich von der So-
       cialist League (siehe Anm. 35) getrennt hatte, in der anarchisti-
       sche Elemente  die Oberhand  gewonnen hatten.  Unter Führung  von
       Eleanor Marx-Aveling  und Edward Aveling betrieb die Society eine
       rege Agitations-  und Propagandaarbeit  unter den  Arbeitern  des
       Londoner East End. 47
       81 Der  zweite Internationale  Sozialistische Arbeiterkongreß  in
       Brüssel 1891  (siehe Anm. 132) hatte die Schweizer Sozialdemokra-
       ten mit der Einberufung des nächsten Kongresses beauftragt. Diese
       bildeten im Januar 1892 zur Vorbereitung des Kongresses in Zürich
       ein Organisationskomitee, dessen Sekretär Robert Seidel war. 47
       82 August  Bebel weilte  etwa vom  28. März bis zum 4. April 1893
       bei Engels in London. 47 50 52 60
       83 Jean  Jaures, "De primis socialismi germanici lineamentis apud
       Lutherum, Kant, Fichte et Hegel", Tolosae MDCCCXCI. 48
       84 Engels  schrieb diesen  Entwurf seiner Antwort auf den unteren
       Rand des maschinengeschriebenen Briefes, den Henry Demarest Lloyd
       am 9. März 1893 an ihn gerichtet hatte. 51
       85 Der  amerikanische Publizist Henry Demarest Lloyd hatte Engels
       in einem  Brief vom  3. Februar 1893 eingeladen, an den Arbeiter-
       kongressen teilzunehmen,  die während der Weltausstellung in Chi-
       cago im  August/September 1893  stattfinden sollten. Er hatte En-
       gels gebeten,  über die  Arbeiterbewegung in  England zu sprechen
       und stellte  ihm frei, auch andere Fragen der Arbeiterbewegung zu
       behandeln. 51
       86 Hinweis auf die Auseinandersetzungen zwischen den Befürwortern
       des Bimetallismus  und denen  der reinen  Goldwährung in den USA.
       Durch den  sog. Sherman-Act vom 14. Juli 1890 hatte die Regierung
       den monatlichen  Aufkauf von 4,5 Millionen Unzen Silber gegen Pa-
       piergeld verfügt,  um den  Silberkurs im  Verhältnis zum Gold von
       16:1 künstlich aufrechtzuerhalten. Der Marktkurs des Silbers fiel
       trotzdem ständig.  Wegen der  beginnenden Krise berief der Präsi-
       dent der  USA, Stephen  Grover Cleveland, Anfang August 1893 eine
       Sondersitzung des Kongresses ein und schlug die Aufhebung des Ge-
       setzes über  den Silberaufkauf  vor. Ein  entsprechender Beschluß
       wurde vom  Repräsentantenhaus noch Ende August und vom Senat nach
       langwierigen Debatten Ende Oktober 1893 gefaßt. 52 172 175
       87 Engels  beantwortet einen  Brief Karl Kautskys vom 16. Februar
       1893, in  dem dieser u.a. mitteilte, daß ihm Friedrich Leßner ge-
       schrieben habe,  er arbeite  an einem  Artikel über  Marx für die
       "Neue Zeit".  Außerdem habe  Leßner erwähnt, daß er sein Exemplar
       der "Neuen  Rheinischen Zeitung.  Politisch-ökonomische Revue  an
       J.H.W. Dietz übermittelt habe, damit dieser den Band neu auflege.
       Kautsky meinte  dazu: "Die Idee gefällt mir ganz gut. Die 'Revue'
       ist ja  völlig aus  dem Buchhandel verschwunden und es sind wich-
       tige Arbeiten darin." 55
       88 Hinweis  auf einen  Teil des  Manuskripts zum vierten Band des
       "Kapitals", der  die "Theorien über den Mehrwert" enthält. Diesen
       Teil gab  Engels 1889/90 Karl Kautsky zur Entzifferung (vgl. Band
       37 unserer  Ausgabe, S. 143-145 und 522/523). Engels konnte seine
       Absicht, die  "Theorien über  den Mehrwert"  als vierten Band des
       "Kapitals" herauszugeben, nicht mehr verwirklichen. Die "Theorien
       über den  Mehrwert" wurden  zum erstenmal  in den Jahren 1905 bis
       1910 von  Kautsky veröffentlicht.  Diese Ausgabe  enthält  jedoch
       eine ganze  Reihe willkürlicher  Abweichungen vom Marxschen Manu-
       skript,
       
       #560# Anhang und Register
       -----
       eine falsche  Anordnung des  Materials sowie häufige Auslassungen
       wichtiger Abschnitte.  Eine Neuausgabe  der  "Theorien  über  den
       Mehrwert" in  deutscher Sprache wurde vom Institut für Marxismus-
       Leninismus beim  ZK der  SED besorgt  und erschien  von 1956  bis
       1962. Im Rahmen unserer Ausgabe erscheinen die "Theorien über den
       Mehrwert" als Band 26 (1.-3. Teil). 56 347 356 450 462
       89 August  Radimský hatte Engels am 18. März 1893 mitgeteilt, daß
       die Herausgeber  der in  Wien erscheinenden tschechischen Partei-
       zeitung "Delnicke  Listy" das  "Manifest der Kommunistischen Par-
       tei" als  Broschüre in tschechischer Sprache herausgeben wollten.
       Damit die  Broschüre nicht  beschlagnahmt werde, erschien sie als
       Vorabdruck in  Fortsetzungen in  der genannten  Zeitung. Radimský
       sandte Engels  die entsprechenden  Nummern der Zeitung und fragte
       an, ob er auch die folgenden wünsche. 59
       90 Vom  1. August  bis 29.  September 1893  unternahm Engels eine
       Reise nach  Deutschland, in  die Schweiz  und nach Österreich-Un-
       garn. Er  besuchte Köln, fuhr dann zusammen mit August Bebel über
       Mainz und  Straßburg nach Zürich, hielt sich einige Tage bei sei-
       nem Bruder Hermann im Kanton Graubünden auf und kehrte am 12. Au-
       gust nach  Zürich zurück.  In Zürich  nahm Engels  an der letzten
       Sitzung des  dritten Internationalen Sozialistischen Arbeiterkon-
       gresses (siehe  Anm. 120)  teil; er hielt dort eine kurze Rede in
       englischer, französischer  und deutscher  Sprache (siehe  Band 22
       unserer Ausgabe,  S. 408/409).  Dann verbrachte er zwei Wochen in
       der Schweiz und reiste über München und Salzburg nach Wien, wo er
       am 14.  September 1893 auf einer sozialdemokratischen Versammlung
       auftrat (siehe  Anm. 164). Von Wien aus fuhr Engels über Prag und
       Karlsbad nach  Berlin. Dort blieb er vom 16. bis 28.September; am
       22.September hielt  er auf einer ihm zu Ehren veranstalteten Ver-
       sammlung in  den Concordia-Festsälen eine Rede (siehe Band 22 un-
       serer Ausgabe,  S. 412/413).  Über Rotterdam  kehrte Engels  dann
       nach London zurück. 60 78 95 106 110-112 114 118 120 124 126 129-
       131 134 148 153 162 170 175 184 228 266 278 460
       91 Die  Bankfeiertage (bank  holidays) wurden 1871 in England ge-
       setzlich eingeführt.  Am Oster-  und am  Pfingstmontag, am ersten
       Montag im August sowie am 26. Dezember sind alle Banken geschlos-
       sen. 61
       92 Engels  schrieb diesen  Entwurf seiner  Antwort auf eine freie
       Seite des  Briefes, den M.R. Cotar am 21.März 1893 an ihn gerich-
       tet hatte.  Cotar bat  darin um die Zustimmung zu einer französi-
       schen Übersetzung des zweiten Bandes des "Kapitals", damit dieses
       Werk den  französischen Lesern  in seinem  ganzen Umfang  bekannt
       werde. Er betonte, daß Engels' Hilfe für diese schwierige Aufgabe
       unentbehrlich sei. 62
       93 Von  diesem Brief ist auch das Kuvert mit folgender Adresse in
       Engels'  Handschrift  erhalten  geblieben;  G.W.  Lamplugh  Esq.,
       Ballafurt, Port Erin, Isle of Mail. 63
       94 Die  Handschrift dieses  Briefes steht  unserem Institut nicht
       zur Verfügung.  Wir bringen  den Text  nach einer  Abschrift  von
       Franz Mehring.  Auf dem  unteren Rand des Manuskripts findet sich
       folgende, offensichtlich nicht mit dem Brief im Zusammenhang ste-
       hende Notiz  Mehrings: "Lassalles  Leiden, Berlin  1887. Ich habe
       die Inventur  eines Lebens  gemacht. Es  war groß,  brav, wacker,
       tapfer und glänzend genug. Eine künftige Zeit wird mir gerecht zu
       werden wissen." 64
       95 Einen  Teil des  Briefes von  Engels an  Franz Mehring vom 28.
       September 1892 (siehe Band 38 unserer Ausgabe, S. 480) veröffent-
       lichte Mehring  in seinem Aufsatz "Über den historischen Materia-
       lismus" als  Anhang zur  ersten Buchausgabe  seiner  "Lessing-Le-
       gende"
       
       #561# Anmerkungen
       -----
       von 1893 (in die späteren Ausgaben wurde dieser Anhang nicht wie-
       der aufgenommen). 64
       96 Franz  Mehring gab dieses Zitat aus Engels' Brief vom 28. Sep-
       tember 1892  (siehe Band  38 unserer  Ausgabe) wie  folgt wieder:
       "und die  Lavergne-Peguilhensche Generalisation  wieder auf ihren
       wahren Gehalt  reduziert: daß  feudale Gesellschaft  eine feudale
       Staatsordnung erzeugt". 64
       97 Am  14. April  1893 schrieb Paul Lafargue an Engels, daß Jules
       Guesde ihn  bitte, etwas zum 1. Mai zu schreiben. Engels verfaßte
       daraufhin die Grußadresse "Trotz alledem!" (siehe Band 22 unserer
       Ausgabe, S.  404) an die französischen Arbeiter, die "Le Sociali-
       ste" am 23.April 1893 veröffentlichte. In der gleichen Nummer er-
       schienen Grußadressen  von August  Bebel, Filippo  Turati,  Pablo
       Iglesias, G.W. Plechanow u.a. 63
       98 Engels  spielt auf  die für  August/September 1893 angesetzten
       Wahlen zur  französischen Deputiertenkammer  an (siehe  Anm. 52),
       die ihren  Sitz im Palais Bourbon am Quai d'Orsay in Paris hatte.
       65 118
       99 Es  handelt sich  offensichtlich um  einige Stellen in der von
       Henri Ravé  ins Französische  übersetzten Arbeit  von Engels "Der
       Ursprung der  Familie, des Privateigentums und des Staats" (siehe
       Band 21  unserer Ausgabe,  S. 25-173).  Laura Lafargue  hatte die
       Übersetzung redigiert;  sie wurde  von Engels  durchgesehen.  Die
       Ausgabe erschien  1893 in  Paris unter dem Titel "L'origine de la
       famille de la propriété privée et de l'état". 67 85 199
       100 Die Pariser Wochenschrift "L'Illustration" hatte am 30. April
       1892 auf  zwei Seiten  Porträts von Persönlichkeiten der interna-
       tionalen sozialistischen  Bewegung veröffentlicht,  darunter auch
       ein Bild von Engels. 67
       101 Die  Legal Eight  Hours and International Labour League wurde
       im Juli  1890 von  einer Gruppe englischer Sozialisten unter Mit-
       wirkung von  Engels geschaffen.  Den Ausgangspunkt  für die  Liga
       bildete ein  Komitee, das  1890 die erste englische Maidemonstra-
       tion organisiert  hatte (vgl. Band 22 unserer Ausgabe, S. 60-65).
       Die Liga  stellte sich  den Kampf für die Befreiung der Arbeiter-
       klasse, die  Verwirklichung der Beschlüsse des Pariser Kongresses
       der II.  Internationale zum  Ziel. Vertreter der Liga nahmen 1893
       an der Gründung der Independent Labour Party (siehe Anm. 9) teil.
       67 72 283
       102 Council  of all London Trades' Unions (London Trades Council)
       - der  Londoner Gewerkschaftsrat wurde im Mai 1860 auf einer Kon-
       ferenz von  Delegierten der  Londoner Trade-Unions gegründet. Der
       Londoner Rat,  unter dessen  Führung sich mehrere zehntausend Ge-
       werkschafter der  Hauptstadt vereinigten,  übte auf die Arbeiter-
       klasse ganz Englands großen Einfluß aus. Mit der Bildung des Tra-
       des Union  Congress Ende  der sechziger  Jahre hörte der Londoner
       Gewerkschaftsrat, an dessen Spitze reformistische Führer standen,
       auf, die  Rolle eines  Zentrums der englischen Gewerkschaftsbewe-
       gung zu  spielen, obgleich er nach wie vor eine einflußreiche Po-
       sition einnahm. Anfang der neunziger Jahre verhielt sich der Lon-
       doner Gewerkschaftsrat,  der vorwiegend die alten Trade-Unions in
       seinen Reihen  vereinigte, ablehnend  gegenüber der  Bildung  der
       neuen Trade-Unions  (siehe Anm.  324) und  der Bewegung  für  den
       Achtstundentag. Unter  dem Druck der Massenbewegung war er jedoch
       gezwungen, an  den Maidemonstrationen der neunziger Jahre teilzu-
       nehmen. 67 72 290 293
       103 Der Streik der Hafenarbeiter in Hull begann Anfang April 1893
       und dauerte  bis  zum  19.  Mai.  Anlaß  waren  Bestrebungen  der
       Schiffseigner, bei Einstellung von Arbeitern den gewerkschaftlich
       nicht organisierten Arbeitern den Vorzug zu geben. Mit Hilfe von
       
       #562# Anhang und Register
       -----
       Truppen wurden  einige tausend  Streikbrecher aus anderen Städten
       Englands herbeigeholt; in den Hafen liefen Kanonenboote ein. Wäh-
       rend des  ganzen Streiks  glich Hull einem bewaffneten Heerlager.
       Obgleich der  Streik von  den Bergarbeitern, den Eisenbahnern und
       anderen Trade-Unions  unterstützt wurde,  verlief er ergebnislos.
       Die Unternehmer  machten nur  unbedeutende Zugeständnisse und die
       Hafenarbeitergewerkschaft erlitt einen Rückschlag. 67
       104 Es handelt  sich um die Herausgabe des literarischen Nachlas-
       ses von  Carl Schorlemmer.  Ludwig Siebold  und  Philipp  Klepsch
       waren als  Nachlaßverwalter des  am 27.  Juni  1892  verstorbenen
       Gelehrten eingesetzt. 69 111 184 265
       105 Ludwig Schorlemmer hatte Engels am 22. März 1893 geschrieben,
       daß Dr.  Adolph Spiegel,  Direktor einer  Paraffin- und Ölfabrik,
       eine Biographie Carl Schorlemmers schreiben wolle. Diese erschien
       in den "Berichten der Deutschen Chemischen Gesellschaft", Jg. 25,
       Band III, 1892. 69
       106 Pablo  Iglesias hatte Engels Anfang April 1893 brieflich über
       den Stand  der Arbeiterbewegung in Spanien informiert und ihn als
       "bedeutendsten Vertreter des revolutionären Sozialismus" gebeten,
       einen Artikel zum 1. Mai für die Sondernummer der Zeitung "El So-
       cialista" zu  schreiben. Er  ersuchte Engels ferner, auch Eleanor
       Marx-Aveling und  einige andere  namhafte Sozialisten  zur Unter-
       stützung  der  Mai-Nummer  seiner  Zeitung  zu  gewinnen.  Engels
       schrieb die  Grußadresse "Den  spanischen Arbeitern  zum  1.  Mai
       1893" (siehe  Band 22 unserer Ausgabe, S. 405/406), die am 1. Mai
       1893 in "El Socialista" zusammen mit einer Grußadresse August Be-
       bels veröffentlicht wurde. 66
       107 Am 28. April 1893 hatte Friedrich Adolph Sorge bei Engels an-
       gefragt, ob  Abraham Lincoln auf die Glückwunschadresse des Gene-
       ralrats der  Internationalen  Arbeiterassoziation  anläßlich  der
       Wiederwahl  Lincolns  im  November  1864  geantwortet  habe.  Die
       Adresse "An  Abraham Lincoln,  Präsident der  Vereinigten Staaten
       von Amerika"  (siehe Band  16 unserer Ausgabe, S. 18-20) war Ende
       November 1864  von Marx  verfaßt und  Lincoln über den amerikani-
       schen Botschafter  in London,  Charles Francis  Adams, zugestellt
       worden. Am  28. Januar  1865 erfolgte im Namen Lincolns eine Ant-
       wort, die auf der Sitzung des Generalrats vom 31. Januar verlesen
       und in  der "Times"  vom 6.  Februar unter  der Überschrift  "Mr.
       Lincoln and  the International  Working Men's  Association"  ver-
       öffentlicht wurde. Lincoln begrüßte darin die tiefe Sympathie der
       Arbeiter Europas für seine Politik. 71
       108 Die  Konservative Partei  war die Partei der preußischen Jun-
       ker, der Militärkamarilla, der Spitzen der Bürokratie und des lu-
       therischen Klerus.  Ihre Politik  war vom  Geist des Chauvinismus
       und Militarismus  durchdrungen. Bereits 1866 trennte sich von den
       Konservativen die sog. Freikonservative Partei (auch Reichspartei
       genannt) ab,  die die Interessen der Großagrarier und eines Teils
       der Industriemagnaten vertrat. Sie unterstützte vorbehaltlos Bis-
       marcks Politik.  Anfang der  neunziger Jahre  setzte sich  in der
       Partei immer  stärker der extrem-junkerliche Flügel gegenüber den
       gemäßigten konservativen Kräften durch. 72 128
       109 Die  Nationalliberale Partei  wurde im  Herbst 1866  nach der
       Spaltung der  bürgerlichen Fortschrittspartei  gebildet. Sie ver-
       trat die  Interessen der  deutschen, in  erster Linie  jedoch der
       preußischen Bourgeoisie.  Ihre Politik widerspiegelte die Kapitu-
       lation der deutschen liberalen Bourgeoisie vor Bismarck. Nach der
       Vereinigung Deutschlands bildete sich die Nationalliberale Partei
       endgültig als  Partei der  Großbourgeoisie, vor  allem der  Indu-
       striemagnaten, heraus.  In der  Innenpolitik  wurden  die  Natio-
       nalliberalen immer unterwürfiger,
       
       #563# Anmerkungen
       -----
       wobei sie faktisch ihre früheren liberalen Forderungen verrieten.
       Zwar kam  es in  den neunziger Jahren mitunter zu Spannungen zwi-
       schen den  Nationalliberalen und den konservativ-klerikalen Kräf-
       ten sowie  mit der  Regierung, doch hielten die Nationalliberalen
       insgesamt an  dem Klassenkompromiß  zwischen Junkertum  und Bour-
       geoisie und  an ihrer  Unterordnung unter  die  Regierungspolitik
       fest. 72 128
       110 Bei  den Reichstagswahlen im Juni 1893 errang die Sozialdemo-
       kratie einen  großen Erfolg.  Sie erhielt 1 786 738 Stimmen, d.h.
       rund 22  Prozent, und  stellte 44  Abgeordnete, darunter  Wilhelm
       Liebknecht, August  Bebel, Paul Singer. Von 6 Berliner Abgeordne-
       ten waren 5 Sozialdemokraten. Engels schätzte die Ergebnisse die-
       ser Wahlen  in einem  Interview mit dem Korresondenten des "Daily
       Chronicle" ein (siehe Band 22 unserer Ausgabe, S. 544-548). 72 76
       85 88
       111 Für die Maidemonstration, die in London am 7. Mai 1893 statt-
       fand, errichtete  die Legal  Eight Hours and International Labour
       League (siehe Anm. 101) im Hydepark zwölf Tribünen, darunter eine
       internationale, von  der  Sozialisten  der  verschiedenen  Länder
       sprachen, so  Alfred Delcluze,  Louise Kautsky, Friedrich Leßner,
       Eleanor Marx-Aveling,  S.M. Krawtschinski  (Stepniak) und andere.
       73
       112 Liberal-Unionisten  - der von Joseph Chamberlain geführte ex-
       trem imperialistische Flügel der Liberalen. Er spaltete sich 1886
       beim Kampf  um die von Gladstone eingebrachte Home Rule Bill, die
       ein gewisses  Maß von Selbstverwaltung für Irland vorsah, von den
       Liberalen ab.  Diese Gruppe  stimmte gegen  die Vorlage und zwang
       die Regierung  Gladstone zum  Rücktritt.  Die  Liberal-Unionisten
       verschmolzen bald mit den Konservativen. 73 220 308 384
       113 G.A.  Lopatin war  zu dieser  Zeit in der Schlüsselburger Fe-
       stung bei Petersburg eingekerkert. 74
       114 Es  handelt sich um einen Ausschnitt aus einem Brief G.A. Lo-
       patins an  das Mitglied des Exekutivkomitees der Narodnaja Wolja,
       M.N. Oschanina (siehe Band 21 unserer Ausgabe, S. 487-489). Lopa-
       tin schildert  darin sein  Zusammentreffen mit Engels am 19. Sep-
       tember 1883,  einige Monate nach seiner Flucht aus der Verbannung
       in Wologda.  Die Erstveröffentlichung dieses Ausschnitts erfolgte
       auf Initiative  von P.L.  Lawrow und  mit Engels' Einwilligung in
       dem Buch  "Osnowy teoretitscheskowo sozialisma i ich priloshenije
       k Rossii", Genf 1893. 74
       115 I.A. Gurwitsch (Hourwich) hatte, wie aus seinem Brief vom 26.
       März 1893 an Engels hervorgeht, diesem ein Exemplar seiner Arbeit
       "The economics  of the  Russian  village"  zugeschickt.  Außerdem
       übersandte er  Engels einige  Artikel über  Fragen der russischen
       revolutionären Bewegung  und bat  ihn um  seine Meinung  dazu. Er
       hatte die  Absicht, diese  Artikel mit Engels' Zustimmung in "The
       Progress" zu veröffentlichen. 75
       116 Karl Kautsky teilte Engels am 19. Mai 1893 brieflich mit, daß
       Lujo Brentano  in der "Zeitschrift für Social- und Wirtschaftsge-
       schichte" unter  der Überschrift  "Die Volkswirtschaft  und  ihre
       konkreten Grundbedingungen"  einen Artikel  veröffentlicht hatte,
       der gegen Engels' Arbeit "Der Ursprung der Familie, des Privatei-
       gentums und des Staats" (siehe Band 21 unserer Ausgabe) gerichtet
       war. Auf  Engels' Bitte  teilte Kautsky am 8. Juni 1893 ergänzend
       mit, daß  sich Brentanos Artikel im ersten Heft des 1. Bandes der
       erwähnten Zeitschrift  befinde und  dieses auch  separat zu haben
       sei. 76
       117 Lujo  Brentano hatte  1872 mit zwei anonym in der Zeitschrift
       "Concordia" erschienenen  Artikeln versucht, Marx zu diskreditie-
       ren und ihn der wissenschaftlichen Unzuverlässigkeit
       
       #564# Anhang und Register
       -----
       und Zitatenfälschung  zu bezichtigen.  Auf beide Artikel hat Marx
       im "Volksstaat"  geantwortet (siehe  Band 18  unserer Ausgabe, S.
       89-92 und  108-115). Nach dem Tode von Marx setzte Brentano seine
       Verleumdungen fort.  Auf Brentanos  Broschüre "Meine  Polemik mit
       Karl Marx"  antwortete Engels mit seiner Arbeit - In Sachen Bren-
       tano "contra  Marx wegen angeblicher Zitatsfälschung" (siehe Band
       22 unserer Ausgabe, S. 93-185).
       Gegen die  Auffassungen des  Proudhonisten Arthur Mülberger hatte
       Engels in  seiner Arbeit "Zur Wohnungsfrage" (siehe Band 18 unse-
       rer Ausgabe, S. 209-287) polemisiert. 76
       118 Gemeint  ist Edward Westermarcks Arbeit "The history of human
       marriage", London 1891. 76
       119 Es  handelt sich  um Ernest  Belfort Bax' Beiträge "Der Fluch
       der Zivilisation"  und "Menschenthum  und Klasseninstinkt". Beide
       Artikel wurden  von Victor  Adler übersetzt und erschienen in der
       "Neuen Zeit", 11. Jg. 1892/93. 2. Bd., Nr. 45 und 47. 77
       120 Der dritte Internationale Sozialistische Arbeiterkongreß fand
       vom 6.  bis 12.  August 1893  in Zürich statt. An ihm nahmen über
       400 Delegierte aus 20 Ländern teil. Bei der Vorbereitung und wäh-
       rend des  Kongresses führten die Marxisten einen harten Kampf ge-
       gen die  Anarchisten. Die Kongreßmehrheit bestätigte den Beschluß
       der Vorkonferenz  (siehe Anm.  73), nur solche Organisationen zum
       Kongreß zuzulassen,  die "die Notwendigkeit der Arbeiterorganisa-
       tionen und  der politischen  Aktion anerkennen". Damit wurden die
       Versuche der  Anarchisten, auf  dem Kongreß Fuß zu fassen, verei-
       telt.
       Die zur politischen Taktik der Sozialdemokratie angenommene Reso-
       lution empfahl  den Arbeiterorganisationen, die parlamentarischen
       Einrichtungen für  den Kampf um die politische Macht auszunutzen.
       Die Resolution  bezeichnete Kompromisse mit bürgerlichen Parteien
       unter Preisgabe  der Prinzipien oder der politischen Selbständig-
       keit der  Arbeiterorganisationen als unzulässig und stellte fest,
       daß der  Kampf um Reformen den Endzielen der Arbeiterbewegung un-
       tergeordnet werden muß.
       Einen großen  Raum nahm  auf dem Kongreß die Frage des Verhaltens
       der Arbeiterklasse zum Militarismus ein. Die vom Kongreß angenom-
       mene Resolution  stützte sich auf den Beschluß des Brüsseler Kon-
       gresses (siehe  Anm. 132)  zu dieser  Frage und  forderte darüber
       hinaus von  den sozialistischen  Abgeordneten, alle  Militär- und
       Kriegskredite abzulehnen  sowie für die Abrüstung und für die Ab-
       schaffung der stehenden Heere einzutreten. Der Kongreß bestätigte
       die Brüsseler  Resolution zur  Maifeier, forderte  darüber hinaus
       jedoch, den  1. Mai  zu einem Kampftag für den Weltfrieden zu ge-
       stalten.
       In weiteren  Resolutionen verwies  der Kongreß auf die Notwendig-
       keit, für  das allgemeine Wahlrecht, den achtstündigen Arbeitstag
       sowie den Schutz der Arbeiterinnen einzutreten und die Landarbei-
       ter zu  organisieren. Höhepunkt  des Kongresses war die Schlußan-
       sprache von  Engels (siehe  Band 22 unserer Ausgabe, S. 408/409),
       der am letzten Beratungstag in Zürich eintraf.
       Der Züricher  Kongreß und  seine Resolutionen  waren ein weiterer
       Schritt auf  dem Wege  des Zusammenschlusses  der internationalen
       Arbeiterbewegung im  Kampf gegen  kapitalistische Ausbeutung  und
       die drohende Kriegsgefahr. 78 89 112 114 200 289 293 404
       121 Den  vorliegenden Entwurf schrieb Engels auf einen Brief, den
       Hermann Bahr ihm am 31. Mai 1893 geschickt hatte. Bahr hatte mit-
       geteilt, daß  er für  die Wiener "Deutsche Zeitung" eine interna-
       tionale Umfrage über den Antisemitismus und die Judenfrage in Eu-
       ropa  mache  und  bereits  eine  Reihe  von  Persönlichkeiten  in
       Deutschland, Frankreich  und Spanien  interviewt habe. Er bat En-
       gels, ihn  zu empfangen  und ebenfalls  seine Ansicht  über diese
       Frage darzulegen. 79
       
       #565# Anmerkungen
       -----
       122 Engels  meint hier die Vertreter der Christlich-sozialen Par-
       tei, die  1878 von dem Hofprediger Adolf Stoecker unter dem Namen
       Christlich-soziale  Arbeiterpartei   gegründet  worden  war.  Sie
       sollte dem zunehmenden Einfluß der Sozialdemokratie unter den Ar-
       beitern entgegenwirken.  In den  achtziger und  neunziger  Jahren
       entwickelte sich  diese Partei  zur einflußreichsten Organisation
       des Antisemitismus. Unter dieser Losung entfalteten die Vertreter
       dieser Strömung eine demagogische Agitation gegen das Finanzkapi-
       tal, was  ihnen gewisse Erfolge unter den rückständigen Schichten
       der Bauern  und Handwerker  in einigen  Teilen Deutschlands  ein-
       brachte. 79 86 103
       123 Filippo  Turati hatte Engels am 1. Juni 1893 davon unterrich-
       tet, daß  der italienische Anarchist Giovanni Domanico "Das Kapi-
       tal" von  Marx zu  einem sehr  günstigen Preis  in  italienischer
       Sprache herauszugeben  beabsichtige. Am  2. Juni 1893 wandte sich
       Domanico in  der gleichen  Angelegenheit selbst an Engels und gab
       der Überzeugung  Ausdruck, daß  Engels seine  Initiative billigen
       werde; er  bat um  Engels' Korrekturen,  Bemerkungen, Ergänzungen
       sowie um einen erklärenden Brief. 80 82 94
       124 Etwa  Mitte Mai  1841 hatte  Engels zusammen mit seinem Vater
       eine Reise  nach  Süddeutschland,  der  Schweiz  und  Norditalien
       (Lombardei) unternommen. 80 95
       125 Filippo  Turati hatte Engels am 1. Juni 1893 um seine Meinung
       zu Gabriel  Devilles Auszug  "Le Capital  de Karl Marx. Résumé et
       accompagné d'un  aperçu sur  le socialisme  scientifique" gebeten
       und  u.a.  mitgeteilt,  daß  der  italienische  Sozialist  Ettore
       Guindani diesen in italienischer Sprache herausbringen wolle. Die
       Arbeit erschien 1893 in Cremona. 80
       126 Von diesem Brief ist auch das Kuvert mit folgender Adresse in
       Engels' Handschrift  erhalten geblieben:  Monsieur Stojan Nokoff,
       Chemin de la Roseraie 8, Genève, Switzerland. 83
       127 Am  6. Mai  1893 war  es nach der Abstimmung über die von der
       Regierung eingebrachte  Militärvorlage (siehe  Anm. 48) zur Spal-
       tung der Deutsch-Freisinnigen Partei (siehe Anm. 47) in die Frei-
       sinnige Vereinigung  mit Ludwig  Bamberger  und  die  Freisinnige
       Volkspartei mit  Eugen  Richter  gekommen.  Während  erstere  die
       Militärvorlage unterstützte,  stimmten Richter und seine Anhänger
       dagegen. 86 128 280
       128 Im  Frühjahr 1893  hatten in  Frankreich die monarchistischen
       Kreise mit  Unterstützung der Anarchisten eine Verleumdungskampa-
       gne gegen  die Sozialisten  eröffnet". Sie erklärten, die Prinzi-
       pien des  proletarischen Internationalismus,  von denen  sich die
       Sozialisten leiten  ließen, als  antipatriotisch und die Soziali-
       sten als  Vaterlandslose. Jules  Guesde und Paul Lafargue führten
       deshalb zur  Aufklärung der  Arbeitermassen in  mehreren  Städten
       Nordfrankreichs zahlreiche  Versammlungen durch  und wandten sich
       mit dem Aufruf "Le Conseil national du Parti ouvrier aux travail-
       leurs de France" an die Arbeiter. "Le Socialiste" veröffentlichte
       diesen vom  Nationalrat der  französischen Arbeiterpartei  unter-
       zeichneten Aufruf am 17. Juni 1893. 87 88
       129 Das  Interview Jules Guesdes diente der Erläuterung der Prin-
       zipien des  proletarischen Internationalismus der sozialistischen
       und Arbeiterbewegung.  Es wurde  in "Le Figaro" vom 17. Juni 1893
       unter dem Titel "Les socialistes et la patrie" veröffentlicht und
       erschien am gleichen Tag auch in "Le Socialiste". 87
       130 Die  reaktionären französischen  Politiker Paul Déroulède und
       Lucien Millevoye  entfachten im Juni 1893 eine Kampagne gegen Ge-
       orge-Benjamin Clemenceau,  den Führer  der Radikalen  (siehe Anm.
       21). Sie beschuldigten ihn, mit einem der am Panama-Skandal
       
       #566# Anhang und Register
       -----
       (siehe Anm.  6) Beteiligten  Verbindung zu haben und im Solde der
       englischen Regierung zu stehen. Die monarchistische Presse begann
       mit der  Veröffentlichung von  Dokumenten, die aus der englischen
       Botschaft gestohlen  worden waren  und den Verrat Clemenceaus be-
       weisen sollten.  Nach Verlesung dieser Dokumente in der Deputier-
       tenkammer stellte sich heraus, daß sie gefälscht waren. 87
       131 Der  Internationale Sozialistische  Arbeiterkongreß fand  vom
       14. bis  20. Juli 1889 in Paris statt. Er wurde zum Gründungskon-
       greß der II. Internationale. Auf dem Kongreß waren rund 400 Dele-
       gierte aus 22 Ländern Europas und Amerikas anwesend.
       Der Kongreß  nahm die  Berichte der Vertreter der sozialistischen
       Parteien über  die Arbeiterbewegung in ihren Ländern entgegen und
       arbeitete die  Grundlagen einer internationalen Arbeiterschutzge-
       setzgebung aus. Er verlangte die gesetzliche Einführung des Acht-
       stundentages, das  Verbot  der  Kinderarbeit  und  Maßnahmen  zum
       Schutz der  Jugendlichen und Frauen. Die von August Bebel zu die-
       sen Forderungen  eingebrachte Resolution  wurde gegen die Stimmen
       der Anarchisten  von der Mehrheit der Delegierten angenommen. Der
       Kongreß orientierte  die internationale Arbeiterbewegung auf ihre
       politische Organisierung, auf ihren Kampf um demokratische Rechte
       und die  Ausnutzung aller legalen Möglichkeiten des Kampfes sowie
       auf das  Ziel der Arbeiterbewegung, die Eroberung der politischen
       Macht. Weiter  sprach sich  der Kongreß  für die  Abschaffung der
       stehenden Heere aus, schlug an deren Stelle die allgemeine Volks-
       bewaffnung vor  und erklärte "den Frieden als die erste und uner-
       läßliche Bedingung jeder Arbeiter-Emanzipation". Der Beschluß des
       Kongresses, am  1. Mai 1890 in allen Ländern Kundgebungen für den
       achtstündigen Arbeitstag  und die  internationale Solidarität  zu
       organisieren, wurde  zur Geburtsstunde der Maifeier. Auf dem Kon-
       greß kam  es zu heftigen Auseinandersetzungen mit anarchistischen
       und reformistischen  Auffassungen, doch setzten sich in allen we-
       sentlichen Fragen die marxistischen Auffassungen durch. 89 289
       132 Der zweite Internationale Sozialistische Arbeiterkongreß fand
       vom 16. bis 22. August 1891 in Brüssel statt. Der Kongreß, an dem
       etwa 370  Delegierte aus  16 Ländern Europas und den USA teilnah-
       men,  war   seiner  Zusammensetzung   nach  im  wesentlichen  ein
       marxistischer Kongreß.
       Im Mittelpunkt  stand die Frage des Verhaltens der Arbeiterklasse
       zum Militarismus. Der Kongreß lehnte mit überwältigender Mehrheit
       einen Antrag von Ferdinand Domela Nieuwenhuis ab, jeden Krieg mit
       dem Generalstreik zu beantworten. Beschlossen wurde eine von Wil-
       helm Liebknecht  und Edouard  Vaillant begründete Resolution; sie
       enthüllte die  ökonomischen Ursachen  der Kriege und forderte die
       Arbeiter auf,  gegen alle  Kriegsgelüste und  Kriegsbündnisse der
       herrschenden Klassen zu protestieren.
       In einer  Resolution zur  Gewerkschaftsfrage hob  der Kongreß die
       Notwendigkeit hervor,  gewerkschaftliche Massenorganisationen  zu
       schaffen. Er  empfahl den  Arbeitern  Streiks  und  Boykotts  zum
       Schutz gegen Anschläge des Gegners und zur Verbesserung ihrer po-
       litischen und  wirtschaftlichen Lage.  In  weiteren  Resolutionen
       forderte der  Kongreß eine internationale Arbeiterschutzgesetzge-
       bung, die Abschaffung der Akkord- und Stückarbeit, die Unterstüt-
       zung der Forderung nach Gleichstellung der Frauen auf zivilrecht-
       lichem und  politischem Gebiet und erklärte erneut den 1. Mai zum
       internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeiterbewegung. Die Be-
       schlüsse des  Brüsseler Kongresses hatten große Bedeutung für die
       internationale Arbeiterbewegung.  Engels schrieb  in  einer  Ein-
       schätzung des Kongresses, daß "die Marxisten ... nach Prinzip wie
       nach Taktik  auf der  ganzen Linie  gesiegt" haben (siehe Band 38
       unserer Ausgabe, S. 150). 89 289 404
       133 Die belgische Arbeiterpartei, wurde am 5. April 1885 in Brüs-
       sel von den Vertretern der
       
       #567# Anmerkungen
       -----
       verschiedensten Arbeiterorganisationen  Belgiens  gegründet.  Ihr
       Kern war  die belgische sozialistische Partei, die 1879 durch die
       Verschmelzung der  Flämischen sozialistischen  Arbeiterpartei mit
       der Brabanter  sozialistischen Partei  entstanden war. Die Partei
       kämpfte für die Erfüllung der ökonomischen Forderungen der Arbei-
       terklasse sowie  für das  allgemeine Wahlrecht  und  leitete  den
       Streikkampf des Proletariats.
       Die im  März 1894 angenommene Prinzipienerklärung, das programma-
       tische Dokument  der Partei,  enthielt eine  Reihe  marxistischer
       Thesen, spiegelte jedoch noch einen gewissen Einfluß des Proudho-
       nismus und Anarchismus wider. 89
       131 Der  Sozialist Charles Verecque aus Amiens war unter Berufung
       auf den  seit fast einem Jahrhundert nicht mehr angewandten Arti-
       kel 226  des Strafgesetzes  wegen Beamtenbeleidigung zu einer Ge-
       fängnisstrafe und  einer  Ehrenerklärung  verurteilt  worden.  Er
       hatte in  der Presse  über einen  Staatsanwalt  geschrieben,  man
       müsse diesem sein Plädoyer auf den Rücken kleben. In der Ehrener-
       klärung schrieb  Verecque mit  Zustimmung sozialistischer Gruppen
       aus Amiens:  "Ich füge  mich also und erkläre schriftlich, wie es
       Art. 226  verlangt, daß  ich unrecht hatte, auch nur eine einzige
       Minute lang  den Rücken  eines Justizbeamten mit einer der Mauern
       zu verwechseln, auf die wir in einigen Wochen die Ehre haben wer-
       den, das  siegreiche Programm  des Sozialismus zu kleben." 92 135
       Über den  Verbleib dieses  Briefes ist uns nichts bekannt. 93 105
       151 154  157 166  181 197 219 242 247 275 286 296 330 383 416 434
       435 459 467 517
       130 Paul  Lafargue hatte Engels am 28. Juni 1893 davon unterrich-
       tet, daß der Nationalrat der französischen Arbeiterpartei das Or-
       ganisationskomitee (siehe  Anm. 81) zur Vorbereitung des Interna-
       tionalen Sozialistischen Arbeiterkongresses in Zürich (siehe Anm.
       120) gebeten  hatte, den Termin des Kongresses von August auf No-
       vember zu  verschieben, weil für den 20. August in Frankreich die
       Wahlen zur  Deputiertenkammer (siehe  Anm. 52)  angesetzt  waren.
       Lafargue bat  Engels, August Bebel zu veranlassen, diese Bitte zu
       befürworten. Das  Organisationskomitee beschäftigte  sich  am  4.
       Juli mit  dieser  Bitte  und  beschloß,  wegen  organisatorischer
       Schwierigkeiten von einer Verschiebung Abstand zu nehmen. 93 106
       137 Von diesem Brief ist auch das Kuvert mit folgender Adresse in
       Engels' Handschrift  erhalten geblieben:  Sigr.  Filippo  Turati,
       Portici Galleria V.E. 23, Milano, Italy. 94
       138 Als  Engels von  Ende August  bis Mitte  September 1865  eine
       Reise durch  Deutschland,  die  Schweiz  und  Italien  unternahm,
       weilte er auch in Como. 95
       139 Gemeint  ist Paul  Barths Buch "Die Geschichtsphilosophie He-
       gel's und  der Hegelianer  bis auf  Marx und Hartmann. Ein kriti-
       scher Versuch", Leipzig 1890. 96
       140 Engels  hatte die Absicht, den "Deutschen Bauernkrieg" (siehe
       Band 7 unserer Ausgabe) neu zu bearbeiten und durch umfangreiches
       Material zur Geschichte Deutschlands zu erweitern. Die Herausgabe
       des 2.  und 3. Bandes des "Kapitals" sowie andere unaufschiebbare
       Arbeiten hinderten ihn, dieses Vorhaben zu verwirklichen. Skizzen
       und fragmentarische  Aufzeichnungen hierzu  sind jedoch  erhalten
       geblieben (siehe Band 21 unserer Ausgabe, S. 392-403). 99 346 447
       482
       141 Von  diesem Brief  steht uns nur der von Rudolph Meyer veröf-
       fentlichte, unvollständige Text zur Verfügung. 101
       142 In  seinem Brief  vom 22.  Juni 1893  an Engels hatte Rudolph
       Meyer u.a.  von einem  Gespräch mit einem den Konservativen nahe-
       stehenden Advokaten  berichtet. Dieser  habe ihm  erzählt, in den
       Kreisen der Konservativen herrsche die Ansicht, der Reichskanzler
       
       #568# Anhang und Register
       -----
       Caprivi werde  "die ganze Reichsmacht zur Unterdrückung der Sozi-
       aldemokratie verwenden, die 'zu sehr gesiegt'" habe bei den letz-
       ten Wahlen. 101
       143 Das  Sozialistengesetz ("Gesetz  gegen die gemeingefährlichen
       Bestrebungen der  Sozialdemokratie") wurde am 19. Oktober 1878 im
       Reichstag angenommen und trat am 21. Oktober 1878 in Kraft. Durch
       das Ausnahmegesetz wurden alle Organisationen der Partei und alle
       Gewerkschaften, sofern  sie sozialistische Ziele verfolgten, ver-
       boten. Sämtliche  bedeutenden sozialistischen Presseorgane wurden
       unterdrückt, jede  Versammlung sozialistischen  Charakters  wurde
       untersagt. Das  Sozialistengesetz sollte  jegliche  demokratische
       Bewegung in  Deutschland ihrer  Führung berauben  und damit  wir-
       kungslos machen.  Die Sozialistische  Arbeiterpartei organisierte
       den illegalen  Kampf gegen  das Ausnahmegesetz.  Dabei mußte  sie
       sich mit den Rechtsopportunisten und einer anarchistischen Gruppe
       in der  Partei auseinandersetzen. Marx und Engels halfen der Par-
       tei, eine  revolutionäre Strategie  und Politik auszuarbeiten und
       durchzusetzen. Dank  ihrer revolutionären  Taktik, die  alle  nur
       möglichen legalen  und illegalen Kampfformen miteinander verband,
       bestand die  Partei die  Bewährungsprobe und  entwickelte sich im
       Kampf gegen  das Sozialistengesetz  zu einer Massenpartei, in der
       sich der  Marxismus durchsetzte.  Bei den  Wahlen im Februar 1890
       gewann sie  19,7 Prozent  aller Stimmen  und wurde  zur stärksten
       Partei. Am  25. Januar  1890 lehnte der Reichstag unter dem Druck
       der Massen eine Verlängerung des Sozialistengesetzes ab. Die Gül-
       tigkeitsdauer dieses  Gesetzes erlosch am 30. September 1890. Von
       Seiten der  Reaktion wurde  jedoch der  Plan einer Erneuerung des
       Ausnahmegesetzes nicht  aufgegeben (siehe auch Anm. 355). 101 132
       215 279 288 292 369 413 426
       144 Es  handelt sich um das Kapitel 22 in August Bebels Buch "Die
       Frau und  der Sozialismus". Rudolph Meyer war in seinem Brief vom
       22. Juni  1893 an Engels ausführlich auf dieses Kapitel eingegan-
       gen. 101
       145 Ende  Juni 1893  hatte Engels  dem Korrespondenten des "Daily
       Chronicle" ein  Interview über den Wahlerfolg der deutschen Sozi-
       aldemokratie bei  den Reichstagswahlen  im Juni  1893 (siehe Anm.
       110) gegeben,  das die  Zeitung am 1. Juli veröffentlichte (siehe
       Band 22 unserer Ausgabe, S. 544-548). Laura Lafargue hatte dieses
       Interview ins Französische übersetzt. Es erschien in "Le Sociali-
       ste" vom 15.Juli 1893 unter dem Titel "F. Engels et les élections
       allemandes". 105
       146 Das  IX. Kapitel  von Engels' Schrift "Der Ursprung der Fami-
       lie, des  Privateigentums und  des Staats"  wurde am 1. Juli 1893
       unter dem  Titel "Barbarie  et civilisation"  und Kapitel V unter
       dem Titel  "Origine et  développement de  l'état athénien"  am 2.
       August 1893 in "L 'Ere nouvelle" veröffentlicht. 105
       147 Bourses du Travail (Arbeitsbörsen) waren lokale Institutionen
       in Frankreich,  die seit  der zweiten  Hälfte der achtziger Jahre
       vorwiegend bei  den Stadtverwaltungen  der Großstädte  geschaffen
       wurden und  aus Vertretern  der verschiedenen  Gewerkschaften be-
       standen. Anfangs wurden sie von den staatlichen Organen gefördert
       und nicht selten finanziell unterstützt, da man sie dazu benutzen
       wollte, die Arbeiter vom Klassenkampf abzuhalten. Bald jedoch be-
       gann die  Tätigkeit der  Arbeitsbörsen bei der Regierung Befürch-
       tungen hervorzurufen,  und sie  kämpfte gegen  deren Ausbreitung.
       Die Arbeitsbörsen befaßten sich nicht nur mit der Arbeitsbeschaf-
       fung für  die Arbeitslosen  (bei jeder  Börse gab  es hierfür ein
       spezielles Büro),  sondern waren auch Organisatoren neuer Gewerk-
       schaften, der  gewerkschaftlichen Schulung der Arbeiter sowie des
       Streikkampfes.
       Die französische  Regierung ließ  am 7. Juli 1893 die Pariser Ar-
       beitsbörse von  Militär besetzen. Sie wurde unter dem Vorwand ge-
       schlossen, daß  diese Organisation  gesetzlich Vorboten  sei  und
       blieb bis 1896 geschlossen. 106
       
       #569# Anmerkungen
       -----
       148 Am  13. Juli 1893 waren französische Kriegsschiffe nach Bang-
       kok (Siam)  vorgedrungen und  dabei von  den Siamesen  beschossen
       worden. Dies wurde von der französischen Regierung, die koloniale
       Expansionsziele verfolgte,  zum Anlaß  genommen, Siam am 18. Juli
       1893 das Ultimatum zu stellen, das linke Mekong-Ufer bis zur chi-
       nesischen Grenze an Frankreich abzutreten.
       1882 hatte  die Regierung  Jules Ferry  einen Kolonialkrieg gegen
       Tongking entfacht,  der sich  zu einem  Krieg gegen China auswei-
       tete. Im  Juni 1884 wurde das französische Protektorat über Tong-
       king errichtet.  Die Kriegshandlungen  gingen jedoch  weiter;  im
       März 1885 wurde das französische Expeditionskorps geschlagen, was
       den Sturz der Regierung Ferry zur Folge hatte. 106
       149 Laura  Lafargue antwortete  am 26.  Juli 1893 auf Engels' An-
       frage, daß  sie und  ihr Mann wegen der Vorbereitungen der Wahlen
       zur Deputiertenkammer  nicht am Züricher Kongreß teilnehmen könn-
       ten (siehe auch Anm. 156). 106
       150 Von diesem Brief ist auch das Kuvert mit folgender Adresse in
       Engels' Handschrift  erhalten geblieben:  Sigr.  Filippo  Turati,
       Portici Galleria  V.E. 23, Milano, Italy. Auf dem Kuvert befindet
       sich ein  Vermerk von Turati: "Engels, Proprieta, opere Marx"; es
       folgen einige unleserliche Worte. 107
       151 Filippo  Turati hatte Engels am 17. Juli 1893 mitgeteilt, daß
       die Turiner  Unione tipografica-editrice  (Typografische Verlags-
       gessllschaft) gegen  Ettore Guindanis  Absicht, Gabriel  Devilles
       Auszug "Le Capital de Karl Marx" in italienischer Sprache heraus-
       zugeben (siehe  Anm. 125),  gerichtlich vorgehen  wolle. Die Ver-
       lagsgesellschaft habe ihm geschrieben, sie allein habe das Eigen-
       tumsrecht an Marx' Werken von dessen Erben erworben. 107
       152 Natalie  Liebknecht hatte Engels am 24. Juli 1893 eine Photo-
       graphie seines Geburtshauses im Bruch, einem Viertel in Unterbar-
       men, geschickt, um ihm - wie sie schrieb - eine Freude zu machen.
       Die  Photographie   hatte  Wilhelm   Liebknecht   während   einer
       Agitationsreise machen lassen. 110
       153 Vom  21. bis  28. Juli  1893 weilte  Engels zur  Erholung  in
       Eastbourne. 110
       154 In  ihrem Brief  vom 24.  Juli 1893  an Engels  hatte Natalie
       Liebknecht  mitgeteilt,   daß  man  ihrem  Sohn  Karl  in  Berlin
       "Schwierigkeiten mit  seiner Referendar-Anstellung"  mache. Dabei
       benutzten die zuständigen preußischen Stellen den Vorwand, daß er
       noch sächsischer  Untertan sei. In Wirklichkeit wollte man jedoch
       verhindern, daß  der Sohn  des Arbeiterführers Wilhelm Liebknecht
       eine seinen  Fähigkeiten und  Kenntnissen entsprechende  Stellung
       erhielt. 110
       155 Jules  Guesde war  im ersten  Wahlgang mit 6887 Stimmen gegen
       2138 für  den gemäßigten Republikaner Deschamps und 4403 für] den
       katholischen Arbeiter  Vienne gewählt worden. Paul Lafargue hatte
       im zweiten  Wahlkreis von Lille 4745 Stimmen erhalten (siehe auch
       Anm. 158). 116
       156 Da  der Internationale  Sozialistische Arbeiterkongreß in Zü-
       rich (siehe  Anm. 120) am Vorabend der Wahlen zur Deputiertenkam-
       mer (siehe  Anm. 52)  stattfand, konnten die Führer der französi-
       schen Arbeiterpartei nicht am Kongreß teilnehmen. Von den 41 Mit-
       gliedern der  französischen Delegation vertraten nur Charles Bon-
       nier und  Bonnet die  Arbeiterpartei; die  anderen Mitglieder der
       Delegation waren  Vertreter nichtmarxistischer Gruppen und traten
       in einer  Reihe prinzipieller Fragen gegen die marxistische Mehr-
       heit des Kongresses auf. 116 143 182 273
       
       #570# Anhang und Register
       -----
       157 Anspielung auf August Bebels Buch "Die Frau und der Sozialis-
       mus". 117
       158 Die  Hoffnungen auf  die Wahl  Paul Lafargues  erfüllten sich
       nicht. Da  Lafargue sowie  der Kandidat  der Opportunisten (siehe
       Anm. 20)  Gustave Dron  in ihrem  Wahlkreis jeweils  3000 Stimmen
       benötigten, um  ihren reaktionären  Gegner zu schlagen, waren sie
       übereingekommen, daß  die Sozialisten  für Dron  und  die  Oppor-
       tunisten für  Lafargue stimmen  sollten. Die Sozialisten stimmten
       zwar für  Dron und  sicherten dessen Sieg, die Opportunisten aber
       enthielten sich der Stimme oder stimmten für Lafargues Gegner, so
       daß Lafargue nicht durchkam. 117 119 122
       159 Der Brief Jules Guesdes, in dem er seinen Wählern im 7. Wahl-
       bezirk Lille  (Roubaix) für  ihre Unterstützung  bei  den  Wahlen
       dankte, war  bereits am 26. August 1893 in "Le Socialiste" veröf-
       fentlicht worden.  Guesde hatte darin u.a. erklärt: "Die Wahl vom
       Sonntag ist eine wahre Revolution, der Beginn der Revolution, die
       Euch zu  freien Menschen  machen wird... Dank an Roubaix, das da-
       durch, daß es den Sozialismus ins Palais Bourbon gebracht hat...,
       die vorbildliche  Gemeinde..., die heilige Stadt für die Proleta-
       rier aus aller Welt geworden ist." 119
       160 Diesen  Brief schrieb Engels auf einen Briefbogen mit der ge-
       druckten Adresse August Bebels. 120
       161 Engels  weilte Anfang  August 1876  auf dem Kontinent, als er
       mit seiner  Frau Lizzy Burns in Familienangelegenheiten nach Hei-
       delberg fuhr. 120 131
       162 Von  September 1841 bis Oktober 1842 war Engels in Berlin, um
       seiner Militärdienstpflicht  zu genügen  und wohnte  in der Doro-
       theenstraße (heute Clara-Zetkin-Straße) 56, Ecke Friedrichstraße.
       120 170
       163 Mit  der Gründung  der "Freien Volksbühne" 1890 in Berlin, an
       der Franz  Mehring führend  mitwirkte, half  die Sozialdemokratie
       Zehntausenden klassenbewußten  Arbeitern, die  Schätze der  deut-
       schen Nationalkultur  zu erschließen.  Die "Freie Volksbühne" war
       ein Theaterverein zur Propagierung einer realistischen Kunst ohne
       Rücksichten auf  Theaterzensur und  Gelderwerb. Die Plätze zu den
       Aufführungen wurden von den Mitgliedern des Vereins durch das Los
       gezogen. Die  "Freie Volksbühne" zählte 4000 Mitglieder und stand
       von 1892 bis 1896 unter der Leitung von Franz Mehring. Der Spiel-
       plan enthielt  Stücke von Goethe und Schiller, Hauptmann, Hebbel,
       aber auch von Gogol, Ibsen, Tolstoi, Zola u.a.
       Wahrscheinlich besuchte  Engels am 17. September 1893 die Auffüh-
       rung von  Hermann Sudermanns  "Heimat" in der Nachmittagsvorstel-
       lung der Freien Volksbühne im Lessing-Theater. 121
       164 Als Engels und August Bebel nach dem Züricher Kongreß aus der
       Schweiz zurückkehrten  (siehe auch  Anm. 90) und sich einige Tage
       in Wien  aufhielten, veranstalteten  die österreichischen Sozial-
       demokraten Engels zu Ehren am 11. September 1893 einen Festabend,
       auf dem  nach Meldung  der Wiener "Arbeiter-Zeitung" 600 Personen
       anwesend waren.  Da jedoch  viel mehr  Menschen Engels  sehen und
       begrüßen wollten, wurde am 14. September eine sozialdemokratische
       Versammlung durchgeführt,  auf der  über die  Ergebnisse des  Zü-
       richer Kongresses  berichtet wurde. Engels hielt eine Rede (siehe
       Band 22  unserer Ausgabe, S. 410/411), und auch andere Teilnehmer
       des Züricher  Kongresses (u.a.  August Bebel  und  Victor  Adler)
       ergriffen das  Wort. An  dieser Versammlung nahmen etwa 2000 Per-
       sonen teil. 121 124 131
       165 Am 10. September 1893 war in "La Petite République française"
       unter der  Überschrift  "Unité  socialiste"  ein  kurzer  Artikel
       Edouard Vaillants veröffentlicht worden, in dem er
       
       #571# Anmerkungen
       -----
       alle  sozialistischen  Abgeordneten,  unabhängig  davon,  welcher
       Gruppierung sie angehörten, zu vereintem Handeln aufrief. 122
       166 Am  12. September  1893 verhängte  die Regierung  Taaffe über
       Prag und  Umgebung den  Ausnahmezustand, der angeblich "nur gegen
       die nationalen  Exzesse der  Jungtschechen" (siehe  Anm. 185) ge-
       richtet war.  In Wirklichkeit  sollte dadurch  der  revolutionäre
       Kampf der Sozialdemokratie erstickt werden. 122
       167 Es handelt sich offensichtlich um Paul Lafargues Artikel "Die
       politischen Parteien  in Frankreich  und die letzten Wahlen", der
       auch in  der "Neuen  Zeit", 12. Jg. 1893/94, 1. Bd., Nr. 3, 4 und
       5, veröffentlicht wurde, sowie um Lafargues Brief vom 5.September
       1893, in  dem er  Engels über  den Verlauf und die Ergebnisse der
       Wahlen zur Deputiertenkammer berichtete. Der von Victor Adler auf
       der Grundlage  dieser Informationen  verfaßte Artikel "Die Wahlen
       in Frankreich"  erschien am  15. September in der "Arbeiter- Zei-
       tung". 122
       168 Engels beantwortet hier Karl Kautskys Brief vom 20. September
       1893, in  dem Kautsky  um Engels'  Zustimmung zum  Abdruck  eines
       Briefes von  Heinrich Heine an Marx vom 21. September 1844 in der
       "Neuen Zeit"  ersucht. Der  Heine-Brief befand sich im Besitz von
       Eleanor Marx-Aveling. Kautsky bat Engels, eine Einleitung zu die-
       sem Brief  zu schreiben,  was Engels  jedoch nicht getan hat. Der
       Brief wurde  erst nach  Engels' Tod  in der "Neuen Zeit", 14. Jg.
       1895/96, 1. Bd., Nr. 1, mit einem Kommentar von Kautsky und einem
       beigefügten Faksimile von Engels' Brief veröffentlicht. 123 162
       169 Es  handelt sich  um die Honoraranteile, die die Verleger des
       "Kapitals" den Erben von Karl Marx zu zahlen hatten. 124
       170 Auf  der Rückreise  aus der Schweiz hielt sich Engels vom 16.
       bis 28.  September 1893  auch in  Berlin auf.  Hier wurde ihm ein
       ebenso begeisterter  Empfang bereitet  wie in  Wien  (siehe  Anm.
       164). Am  22. September  1893 fand in Berlin in den Concordia-Sä-
       len, Andreasstraße  64, Engels  zu Ehren eine Festversammlung mit
       4000 Teilnehmern  statt, auf  der Wilhelm Liebknecht in einer Be-
       grüßungsansprache Engels' Rolle in der deutschen Arbeiterbewegung
       würdigte und  in kurzen Worten aufzeigte, was Engels zusammen mit
       Marx geleistet habe. Er gab einen Umriß der sozialistischen Bewe-
       gung, die  Marx und  Engels so  viel verdanke, und schloß mit den
       Worten: "Man  hat Friedrich  Engels - und mit Recht - den wissen-
       schaftlichen Testamentsvollstrecker  von Karl Marx genannt. Seine
       politischen Testamentsvollstrecker  sind wir,  die internationale
       Sozialdemokratie."  Engels'  Ansprache  auf  der  Festversammlung
       siehe Band 22 unserer Ausgabe, S. 412/413. 124 131
       171 Noriker  - Bewohner der altrömischen Provinz Noricum, die das
       jetzige Ober-  und Niederösterreich  südlich der  Donau sowie den
       größten Teil der Steiermark und Kärntens umfaßte. 125
       172 Über  den Verbleib  dieser Postkarte  ist uns nichts bekannt.
       126
       173 Es handelt sich um Eduard Bernsteins Artikel "Die preußischen
       Landtagswahlen und  die Sozialdemokratie.  Ein Vorschlag zur Dis-
       kussion", der  in der  "Neuen Zeit", 11. Jg. 1892/93, 2. Bd., Nr.
       52, veröffentlicht wurde. 127
       174 Ultramontane  - Vertreter einer äußerst reaktionären Richtung
       des Katholizismus, die jedes nationalkirchliche Bestreben ablehn-
       ten und das päpstliche Recht der Einmischung in die inneren Ange-
       legenheiten jedes  Staates verfochten. Sie konzentrierten sich in
       Deutschland in  der Zentrumspartei. Näheres siehe Band 21 unserer
       Ausgabe, S. 460/461. 128
       
       #572# Anhang und Register
       -----
       175 1893 brachte der Londoner Verleger William Reeves eine engli-
       sche Ausgabe  von August  Bebels Buch "Die Frau und der Sozialis-
       mus" unter  dem Titel  "Woman in  the past,  present and  future"
       heraus, ohne  dies vorher  mit dem  Verfasser oder mit Frau Adams
       Walther, die  Bebels Werk  für die  erste englische Ausgabe über-
       setzt hatte, vereinbart zu haben. Die erste englische Ausgabe war
       1885 in  London im  Verlag "The  Modern Press" unter dem gleichen
       Titel erschienen. 128 138 154
       176 Der  Schweizer Sozialdemokrat  Hermann Blocher beabsichtigte,
       eine Arbeit  über Bruno  Bauer zu  schreiben. Aus  diesem  Grunde
       hatte er sich an Engels gewandt und ihn gebeten, ihm bei der Aus-
       wahl von  entsprechender Literatur behilflich zu sein. Er wollte,
       wie er  Engels am 11. August 1893 schrieb, in diesem Zusammenhang
       "Bauers Stellung  zu den anderen Anhängern der hegelischen Philo-
       sophie behandeln,  zumal zu Karl Marx". Zu diesem Zweck bat er um
       ein Exemplar  der "Heiligen  Familie" von  Marx und Engels (siehe
       Band 2 unserer Ausgabe), das schwer zu bekommen sei. 129
       177 Engels  meint den begeisterten Empfang, den ihm die Delegier-
       ten des  Züricher Kongresses  (siehe Anm. 120) auf der Schlußsit-
       zung am 12. August 1893 bereiteten. 131
       178 Im  November 1893 sollten die Sitzungen der im August/Septem-
       ber 1893  (siehe Anm.  52) gewählten  Deputiertenkammer beginnen.
       132
       179 Am  2. Oktober  1893 fand in Wien im Kollosseum von Schwender
       eine von über 4000 Personen besuchte Volksversammlung statt. Vic-
       tor Adler hielt eine Rede gegen den von der Regierung Taaffe über
       Prag verhängten  Ausnahmezustand (siehe  Anm.  166).  Seine  Rede
       wurde am  6. Oktober  in der Wiener "Arbeiter-Zeitung" veröffent-
       licht. 134 141
       180 Anfang  der neunziger  Jahre hatte  sich in  Österreich  eine
       breite Kampagne  für eine  Wahlreform entfaltet.  Am 9. Juli 1893
       organisierten die  Sozialdemokraten in Wien und in vielen anderen
       Städten  große  Arbeiterdemonstrationen  und  Versammlungen,  auf
       denen die Forderung nach dem allgemeinen Wahlrecht erhoben wurde.
       Unter dem  Druck der Massen legte Ministerpräsident Eduard Taaffe
       dem Reichsrat am 10. Oktober 1893 den Entwurf einer Wahlreform in
       Österreich vor.  Sie sollte den Kreis der Wahlberechtigten bedeu-
       tend erweitern,  jedoch die Privilegien für die Großgrundbesitzer
       und die  Bourgeoisie beibehalten.  Die  reaktionären  politischen
       Parteien waren  gegen den  Gesetzentwurf, und das Kabinett Taaffe
       mußte im  Oktober 1893  zurücktreten. Die  Reform wurde erst 1896
       durchgeführt. 134 140 146 155 161 164 178 213 269 325
       181 Die  Sozialdemokratische Arbeiterpartei Österreichs wurde auf
       dem Einigungsparteitag  in Hainfeld (Niederösterreich) gegründet,
       der vom  30. Dezember 1888 bis 1. Januar 1889 tagte. Als Programm
       wurde vom  Parteitag eine  "Prinzipienerklärung" angenommen,  die
       sich im  wesentlichen auf  die Thesen des "Manifests der Kommuni-
       stischen Partei"  stützte. Die  "Prinzipienerklärung" stellte der
       Partei die  Aufgabe, das  Proletariat politisch  zu organisieren,
       die Entwicklung  seines Klassenbewußtseins  zu fördern, den Kampf
       für den  Übergang der Produktionsmittel in gesellschaftliches Ei-
       gentum zu  führen, für die Befreiung aller Werktätigen von ökono-
       mischer  Abhängigkeit,  für  die  Beseitigung  ihrer  politischen
       Rechtlosigkeit und  die Erhöhung  ihres Bildungsniveaus u.a.m. zu
       kämpfen. Sie  verkündete das  Prinzip des proletarischen Interna-
       tionalismus als  eine der Grundlagen für die Organisation und Tä-
       tigkeit der Partei. 136 140
       182 Im  November 1847  begann in der Schweiz der Bürgerkrieg, der
       durch den reaktionären Sonderbund, zu dem sich 1845 sieben ökono-
       misch rückständige  katholische Kantone  zusammengeschlossen hat-
       ten, entfesselt  wurde. Der  Sonderbund hatte  sich das  Ziel ge-
       setzt, der Durchsetzung bürgerlich-liberaler Reformen entgegenzu-
       treten und die
       
       #573# Anmerkungen
       -----
       Privilegien der  Kirche und  der Jesuiten  zu verteidigen. Am 23.
       November 1847 wurden die Truppen des Sonderbundes von den Truppen
       der Schweizer Bundesregierung geschlagen. 136 141 302
       183 Im  Januar 1848  beschossen die neapolitanischen Truppen Fer-
       dinands II.,  der später  wegen seiner rücksichtslosen Bombardie-
       rung von Messina König Bomba genannt wurde, die Stadt Palermo. In
       Palermo war  im Zusammenhang  mit dem Kampf um die Verfassung ein
       Volksaufstand ausgebrochen,  der zum  Signal für  die bürgerliche
       Revolution 1848/49 in den italienischen Staaten wurde. 136 141
       184 In  den Jahren  1890 bis 1893 hatte sich in Belgien eine Mas-
       senbewegung für  das allgemeine Wahlrecht entfaltet. Am 12. April
       1893 proklamierte  der Generalrat  der belgischen  Arbeiterpartei
       (siehe Anm.  133), nachdem  die Kammer  am Vortage die Einführung
       des allgemeinen Wahlrechts abgelehnt hatte, den politischen Gene-
       ralstreik, der  bald das  ganze Land  erfaßte. Am 18. April tagte
       die Konstituante;  sie war schließlich unter dem Druck der Massen
       gezwungen, ein  Gesetz über  die Einführung des allgemeinen Wahl-
       rechts anzunehmen.  Es wurde  am 29.  April vom  Senat bestätigt.
       Alle Männer über 25 Jahre erhielten das Wahlrecht, die Anzahl der
       Wahlberechtigten stieg  von 137 772 auf 1 370 637. Am selben Tage
       beschloß der  Generalrat der belgischen Arbeiterpartei, den Gene-
       ralstreik zu beenden. 136 141 155 161
       185 Jungtschechen  - oppositionelle bürgerliche Bewegung, die be-
       sonders die Interessen der Industriebourgeoisie, anfangs auch die
       der kleinbürgerlichen  Kreise vertrat.  Ursprünglich gehörten sie
       der Nationalpartei (Alttschechen) an und bildeten ihren liberalen
       Flügel.  1874  bildeten  die  Jungtschechen  eine  eigene  Partei
       (Nationalfreismnige), die  in den  neunziger Jahren zur führenden
       bürgerlichen Partei  Böhmens wurde.  Die Jungtschechen  forderten
       eine Umwandlung  Österreich-Ungarns in  eine trialistische öster-
       reichisch-ungarisch-tschechische Monarchie  und strebten nach der
       Festigung  der   ökonomischen  und   politischen  Positionen  der
       tschechischen Bourgeoisie.
       Die Alttschechen  (Nationalpartei) vereinigten  in  ihren  Reihen
       konservative Kreise der tschechischen Bourgeoisie sowie der Groß-
       grundbesitzer und waren eng mit dem Landadel verbunden. 137
       186 Gemeint ist die Februarrevolution 1848 in Frankreich. 141
       187 Der  "Vorwärts" vom  12. Oktober 1893 brachte unter der Über-
       schrift "Der  Kongreß der  französischen Arbeiterpartei" eine vom
       9. Oktober 1893 datierte Korrespondenz aus Paris. 143
       188  Im  "Vorwärts"  vom  21.  September  1893  war  der  Artikel
       "Zarismus und  Republikanismus" von  Edouard Vaillant erschienen.
       "Le Socialiste" brachte ihn erst am 23. September 1893. 143
       189 Am  20. September 1893 druckte der "Vorwärts" einen Brief des
       Journalisten Paul Arndt ab, der die Politik des Possibilistenfüh-
       rers Paul Brousse zu rechtfertigen suchte. 143
       190 Nach  den Wahlerfolgen  der französischen  Sozialisten (siehe
       Anm. 52)  begann die reaktionäre Presse eine Verleumdungskampagne
       und behauptete  u.a., Paul  Lafargue sei von der deutschen Regie-
       rung gekauft.  Dabei nutzten die chauvinistischen Kreise die Tat-
       sache aus,  daß die  deutschen Sozialdemokraten zur Unterstützung
       des Wahlfonds ihrer französischen Klassenbrüder über 2500 fr. ge-
       sammelt hatten.  In diesem Zusammenhang hatte Lafargue am 5. Sep-
       tember 1893  an Engels  geschrieben, daß es besser wäre, wenn die
       deutschen Sozialdemokraten  künftig kein Geld mehr schickten. 144
       192
       
       #574# Anhang und Register
       -----
       191 Der  Parteitag der  Sozialdemokratischen Partei  Deutschlands
       fand vom  22. bis  28. Oktober 1893 in Köln statt. Im Vordergrund
       des Berichts  der Reichstagsfraktion  standen das  System und der
       Klassencharakter des  Militarismus sowie  der antimilitaristische
       Kampf. Mittelpunkt der Beratungen waren das Verhältnis von Partei
       und Gewerkschaften. Führende Gewerkschaftsfunktionäre versuchten,
       die Unterordnung  der Partei  unter die  Gewerkschaften zu errei-
       chen. Die  Auseinandersetzungen gingen um die Kernfrage: soziali-
       stische Klassenpolitik  oder ökonomische  Reformpolitik. Der Par-
       teitag wies  die opportunistischen Angriffe aus dem Lager der Ge-
       werkschaftsführung entschieden  zurück, legte  jedoch  nicht  die
       Führungsfunktion der  Partei gegenüber  der Gewerkschaftsbewegung
       konkret fest.  Der Parteitag sprach sich für die Nichtbeteiligung
       an den  preußischen Landtagswahlen und gegen Kompromisse mit geg-
       nerischen Parteien aus. Unter anderem wurde eine Resolution gegen
       den Antisemitismus angenommen. 144 151
       192 Am  10. Oktober  1893 hatte Paul Lafargue an Engels geschrie-
       ben, daß Verhandlungen über die Gründung einer neuen Tageszeitung
       im Gange  seien. Engels  erinnert hier  Lafargue  daran,  daß  im
       "Socialiste" bereits  am 25. September 1892 mit einer Notiz "Pour
       paraître en  octobre" ("Erscheint im Oktober") angekündigt worden
       war, "Le Socialiste" werde künftig als Tageszeitung herauskommen.
       Dies war  jedoch nicht  geschehen. Auch  die diesmal von Lafargue
       erwähnten Verhandlungen verliefen ergebnislos. 144 260
       193 ené  Goblet und Étienne-Alexandre Millerand gehörten zur Lei-
       tung der  "Petite République  française", deren  Spalten in jener
       Zeit den  Vertretern aller  sozialistischen Strömungen zur Verfü-
       gung standen. 144
       194 Laura  Lafargue antwortete  Engels Mitte  Oktober  1893,  daß
       Henri Ravé  keine Schuld an dem Verschwinden ihres Namens vom Ti-
       telblatt der  französischen Übersetzung  des "Ursprungs der Fami-
       lie, des  Privateigentums und  des Staats"  treffe,  sondern  sie
       selbst ihren  Namen gestrichen  habe. Ihr  genüge es, wenn Engels
       mit ihrer  Korrektur der Ravéschen Übersetzung zufrieden sei. 146
       152
       195 Siehe  Band 20  unserer Ausgabe,  S. 147  -171. Die  geplante
       französische Einzelausgabe  ist unseres Wissens nicht erschienen.
       146
       196 Gemeint ist das von N. F. Danielson unter dem Pseudonym Niko-
       lai-on veröffentlichte  Buch "Otscherki  naschewo  poreformennowo
       obschtschestwennowo chosjaistwa", S.-Peterburg 1893. 148 422
       197 Bei den sächsischen Landtagswahlen im Oktober 1893 erreichten
       die Sozialdemokraten  im Vergleich  zu den  letzten Wahlen  einen
       Stimmenzuwachs von  14 303.  Sie erhielten insgesamt 37 306 Stim-
       men, die Anzahl ihrer Mandate erhöhte sich von zwei auf fünf. 151
       158
       198 Auf  Wunsch von Engels sollte das Honorar für seine im Verlag
       von J.H.W.  Dietz in  Stuttgart erscheinenden  Arbeiten an Victor
       Adler zur Unterstützung der österreichischen Sozialdemokratie ge-
       schickt werden. 153 300
       199 Hinweis  auf den 11. Kongreß der französischen Arbeiterpartei
       (siehe Anm. 68) in Paris vom 7. bis 9. Oktober 1893. Anwesend wa-
       ren 92  Delegierte,  die  499  Partei-  und  Gewerkschaftsorgani-
       sationen vertraten.  Der Kongreß  nahm eine  Erklärung  über  die
       Notwendigkeit internationaler  Aktionen des  Proletariats an,  in
       der angesichts  der ansteigenden  Welle des  Chauvinismus  betont
       wurde, daß  die Arbeiterpartei  sich mit  den  streikenden  Berg-
       arbeitern Frankreichs,  Englands und Belgiens sowie mit den kämp-
       fenden Sozialisten anderer Länder solidarisch fühle.
       
       #575# Anmerkungen
       -----
       Der Kongreß behandelte die Ergebnisse der Wahlen zur Deputierten-
       kammer (siehe Anm. 52), die Aufgaben der sozialistischen Abgeord-
       neten, die sozialistische Propaganda usw. Er unterstrich die Not-
       wendigkeit der  Einheit  der  Sozialisten  aller  Richtungen  und
       sprach sich  für die Konstituierung einer Fraktion aller soziali-
       stischen Abgeordneten aus. 153 187 216
       200 Engels  konnte seine  Absicht, die Briefe Ferdinand Lassalles
       an Marx  und Engels  herauszugeben, nicht mehr verwirklichen. Sie
       wurden 1902  von Franz  Mehring unter  dem Titel  veröffentlicht:
       "Briefe von  Ferdinand Lassalle an Karl Marx und Friedrich Engels
       1849 bis 1862", in: "Aus dem literarischen Nachlaß von Karl Marx,
       Friedrich Engels  und Ferdinand  Lassalle", Vierter Band. Mehring
       benutzte hierfür  neben den  Originalbriefen auch die von Eleanor
       Marx-Aveling mit  Schreibmaschine geschriebenen  und  von  Engels
       durchgesehenen Abschriften. 154 346 403 409 450 468
       201 In  Frankreich begann  in der zweiten Septemberhälfte 1893 in
       den Departements  Nord und  Pas-de-Calais ein Bergarbeiterstreik;
       die Arbeiter forderten höhere Löhne und verlangten, daß Arbeiter,
       die älter  sind als  40 Jahre, nicht entlassen werden dürfen. Der
       Streik dauerte  etwa zwei  Monate und  endete mit einem Mißerfolg
       für die Arbeiter.
       Fast zur  selben Zeit  traten in Belgien die Bergarbeiter mit der
       Forderung nach  einer 10prozentigen  Lohnerhöhung in  den Streik.
       Der Streik  wurde Mitte  Oktober beendet. Es gelang den Arbeitern
       nicht, ihre Forderungen durchzusetzen. 156
       202 Im Sommer 1893 versuchten in England die Unternehmer nach der
       Aussperrung der  Bergarbeiter  (siehe  vorl.  Band,  S.  139/140)
       Streikbrecher einzustellen. Daraufhin kam es im September 1893 in
       Featherstone (Yorkshire)  zu einem  Zusammenstoß zwischen Truppen
       und Bergarbeitern,  wobei einige  Bergarbeiter getötet und andere
       verletzt wurden.  Fast alle  Bergwerksgebiete wurden  von Truppen
       besetzt. Das  rief im ganzen Land Empörung hervor, so daß die Un-
       ternehmer gezwungen  waren, zunächst  von einer  Herabsetzung des
       Arbeitslohns abzusehen. 156
       203 Engels  schrieb diesen  Entwurf auf  die Seite eines Briefes,
       den Ferdinand  Wolff Ende  Oktober 1893  an ihn  gerichtet hatte.
       Wolffs Brief  enthielt unverständliche Andeutungen und Drohungen.
       Als Engels  diese Antwort  entwarf, wußte  er noch nichts von der
       psychischen Erkrankung  Wolffs, von  der er  sich bald darauf bei
       einem Besuch  in Oxford überzeugen mußte. (Siehe auch vorl. Band,
       S. 181/182.)  Ob Engels  den entsprechenden  Brief an Wolff abge-
       sandt hat, ist nicht bekannt. 159
       204 Gemeint ist Lujo Brentanos Arbeit "Die Arbeitergilden der Ge-
       genwart", Bd. 1-2, Leipzig 1871-1872. 160
       205 Victor  Adler hatte  den ersten  Band des Werkes von Stepniak
       (S.M. Krawtschinski)  "The russian peasantry. Their agrarian con-
       dition, social  life and  religion", das 1888 im Verlag Swan Son-
       nenschein & Co. in London erschienen war, ins Deutsche übersetzt.
       Am 22.  September 1892  wandte er  sich an  Engels mit der Bitte,
       Krawtschinski nach  Vorlage der formellen Ubersetzungsgenehmigung
       der Verleger  das ihm  zustehende Honorar  zu zahlen. (Siehe auch
       Band 38  unserer Ausgabe,  S. 471/472.)  Krawtschinski prüfte die
       Ubersetzung Adlers  und schrieb auch ein kurzes Vorwort. Das Buch
       erschien 1893  im Verlag J.H.W. Dietz unter dem Titel "Der russi-
       sche Bauer". 160 177
       200 Karl Kautsky hatte Engels am 1. November 1893 mitgeteilt, daß
       er die Absicht habe, nach Österreich umzusiedeln. In seinem Brief
       vom 25.November  1893 begründete  er diese  Absicht damit, daß er
       sich  während   seines  Aufenthaltes   in   Stuttgart   von   der
       österreichischen Arbeiterbewegung isoliert fühle. 161
       
       #576# Anhang und Register
       -----
       207 Karl  Kautsky hatte  Eduard Bernstein  vorgeschlagen, für die
       "Neue Zeit" einen Artikel über den Generalstreik zu schreiben. In
       einem Brief  an Engels  vom 25.  November 1893 begründete Kautsky
       sein Vorhaben  damit, daß ihn ein aus Österreich "gesandter Arti-
       kel gegen den Generalstrike" dazu angeregt habe.
       Engels' Rat, den Artikel nicht zu schreiben, wurde nicht befolgt,
       denn im Februar 1894 erschien der Artikel "Der Strike als politi-
       sches Kampfmittel" von Bernstein in der "Neuen Zeit". 161 201
       208 Hinweis  auf Eduard Bernsteins Artikel "Die preußischen Land-
       tagswahlen und  die Sozialdemokratie",  der in  der "Neuen Zeit",
       11. Jg. 1892/93, 2. Bd., Nr. 52 veröffentlicht wurde. 161
       209 Gemeint  ist Karl Kautskys Schrift "Der Parlamentarismus, die
       Volksgesetzgebung und  die Sozialdemokratie",  die 1893 in Stutt-
       gart herauskam. 162
       210 Es  handelt sich um das 1893 im Pariser Verlag Guillaumin er-
       schienene Buch "Karl Marx. Le Capital. Extraits faits par M. Paul
       Lafargue". Die Einleitung schrieb Vilfredo Pareto. 162
       211 Der  Abgeordnete  Joseph  Baernreither  hatte  im  Namen  der
       deutsch-liberalen Partei  am 13.Oktober  1893 im österreichischen
       Abgeordnetenhaus einen  Wahlreform-Antrag  eingebracht,  der  nur
       denjenigen Arbeitern,  die verpflichtet waren, einer Krankenkasse
       beizutreten, als  einer besonderen  Wählerklasse das unmittelbare
       Stimmrecht einräumte.  Die Zahl  der von den Arbeitern zu entsen-
       denden Abgeordneten war auf 20 begrenzt. 164
       212 Gegner  der Wahlreform  hatten am 3. November 1893 in Wien im
       Saal Ronacher  eine Versammlung durchgeführt, die eine Protestde-
       monstration der  sozialdemokratischen Arbeiter auslöste. Zwischen
       den Demonstranten  und  der  Polizei  kam  es  zu  blutigen  Aus-
       einandersetzungen. 164
       213 Das Manifest der Fabian Society wurde in der Zeitschrift "The
       Fortnightly Review",  New Series,  vom 1.November  1893 unter dem
       Titel "To your tents, oh Israeli" veröffentlicht. Über den Inhalt
       des Manifestes  und über  den Artikel  von Autolycus  siehe vorl.
       Band, S. 166. 165 166
       214 diamantene  Neuigkeiten - Anspielung darauf, daß Laura Lafar-
       gue Auskunft  über George Diamandi geben solle (siehe vorl. Band,
       S. 105 und 157/158). 169
       215 Von diesem Brief ist auch das Kuvert mit folgender Adresse in
       Engels' Handschrift erhalten geblieben: Frau Liebknecht, Kantstr.
       160, Charlottenburg/Berlin (Germany). 170
       216 Heinrich Heine, "Himmelsbräute" aus "Romanzero". 171
       217 Karl  Liebknecht, der  1893/94 mit  seinem Bruder  Theodor in
       Potsdam bei den Gardepionieren diente, hatte sich um eine Anstel-
       lung als  Gerichtsreferendar in  Hamm beworben. Er wurde schließ-
       lich in Arnsberg und Paderborn zugelassen. 171
       218 In  den USA  war 1890 der MacKinley-Tarif beschlossen worden.
       Dieser im  Interesse der  Monopole eingeführte Tarif sah eine we-
       sentliche Erhöhung  der Importzölle für die in die USA eingeführ-
       ten Industrieerzeugnisse vor. Er führte zu steigenden Preisen für
       Massenbedarfsartikel und  damit zur Verschlechterung der Lage der
       Arbeiterklasse. Siehe  auch Engels'  Artikel  "Die  amerikanische
       Präsidentenwahl" (Band 22 unserer Ausgabe, S. 334-336). Die Demo-
       kraten, die  1892 in den USA an die Macht gekommen waren, führten
       1894 einen  neuen Tarif  ein, der  zwar die  Tarifsätze von  1890
       senkte, aber  auch  ausgesprochen  protektionistischen  Charakter
       trug. 172 175 224
       
       #577# Anmerkungen
       -----
       219 Diese  Zeilen schrieb  Engels auf eine Postkarte. Sie ist mit
       folgender Adresse  in Engels'  Handschrift versehen:  H. Schlüter
       Esq., 936 Washington St., Hoboken N.Y., U.S. America. 175 176
       220 Es  handelt sich  um das  Buch "Departement  of the Interior,
       Census Office, Compendium of the eleventh census: 1890", Parts I-
       II, Washington,  1892-1894. Teil  III erschien  1897. 175 176 339
       361
       221 Berner Konvention (Berner Übereinkunft, Berner Literarkonven-
       tion) -  in Bern am 9. September 1886 abgeschlossene völkerrecht-
       liche Übereinkunft  zur Wahrung  der Urheberrechte  an Werken der
       Literatur und Kunst. Der Konvention gehörten u.a. Großbritannien,
       Deutschland, Frankreich und Italien an. 178 246 247
       222 Dieser Vers entstammt einem in England sehr beliebten Kinder-
       lied über  ein Ei,  das von  einer Mauer fällt, zerbricht und von
       niemandem wieder zusammengefügt werden kann. 178
       223 Engels  schrieb diesen  Entwurf seiner  Antwort auf die Rück-
       seite des  Briefes, den Paul Arndt am 4. Dezember 1893 an ihn ge-
       richtet hatte. 180
       224 Clara Zetkins Artikel "Die Wahlen in Frankreich" erschien mit
       C.Z. gezeichnet in der "Neuen Zeit", 11. Jg. 1892/93, 2. Bd., Nr.
       52. Sie  hob hervor,  daß die  Sozialisten im  Vergleich  zu  den
       Republikanern und  den bürgerlichen Radikalen den relativ größten
       Wahlerfolg erzielten  und daß  dieser Erfolg  noch größer gewesen
       wäre, wenn  die Sozialisten nicht so zersplittert aufgetreten wä-
       ren.
       Über die Wahlen siehe Anm. 52. 182
       225 Das  Kabinett Charles  Dupuy wurde im November 1893 gestürzt,
       als die  vereinte sozialistische  Gruppe in der Deputiertenkammer
       aktiv gegen  die Regierungsmehrheit für die streikenden Grubenar-
       beiter im Departement Pas-de-Calais und für soziale Reformen auf-
       trat. Das  neue Kabinett unter Jean Casimir-Périer geriet bereits
       Anfang Dezember des gleichen Jahres in große Schwierigkeiten, als
       Jean Jaures  in der  Debatte über Steuerreformen im Namen der so-
       zialistischen Gruppe den Antrag stellte, die Grundsteuern für die
       Kleinbauern abzuschaffen.  Der Antrag kam mit großer Stimmenmehr-
       heit durch.  Das Kabinett  wurde jedoch vor dem Sturz bewahrt, da
       Casimir-Périer die Abstimmung rückgängig machen ließ. 182
       226   1893 hatten  die Anarchisten  in Paris, ermuntert durch die
       Polizei, die  sich ihrer  gegen die  Sozialisten  bediente,  eine
       Reihe von  Sprengstoffattentaten und  Überfällen durchgeführt. Am
       9. Dezember  1893 schleuderte der Anarchist Auguste Vaillant eine
       Bombe in  die Deputiertenkammer. Als die Anarchisten auch das Le-
       ben bürgerlicher  Politiker bedrohten, forderte die Regierung den
       Erlaß der sog. Anarchistengesetze (siehe Anm. 303) und eine Erhö-
       hung des Polizeibudgets. 182 192 193 212
       227 Laura  Lafargue hatte  Engels' Werk "Ludwig Feuerbach und der
       Ausgang der klassischen deutschen Philosophie" (siehe Band 21 un-
       serer Ausgabe, S. 259-307) ins Französische übersetzt. Ihre Über-
       setzung erschien  im Mai/April  1894 in  "L'+re nouvelle". Engels
       hatte Laura Lafargues Übersetzung im Manuskript durchgesehen. 183
       189 192 233 312
       228 Gemeint ist das Werk von Henry Enfield Roscoe und Carl Schor-
       lemmer "A treatise on chemistry", von dem in den Jahren 1877-1892
       3 Bände  in London  und New  York herausgegeben wurden. Insgesamt
       umfaßte die Ausgabe 9 Bände.
       Die deutsche  Ausgabe erschien  unter  dem  Titel  "Ausführliches
       Lehrbuch der Chemie", Bände I-IV, 1877 bis 1889 in Braunschweig.
       
       #578# Anhang und Register
       -----
       Nach Schorlemmers  Tod setzte  Julius Wilhelm  Brühl die  Ausgabe
       fort. 1901 erschien der letzte Band. 184 265 365
       229 Carl  Schorlemmer arbeitete  in den letzten Jahren seines Le-
       bens an  einer "Geschichte der Chemie" und hinterließ darüber ein
       umfangreiches, nicht  abgeschlossenes Manuskript.  Ludwig Siebold
       hatte die  Absicht, es  deutsch und englisch herauszugeben. Adolf
       Spiegel berichtete darüber in seinem Nekrolog "Carl Schorlemmer".
       Das deutschsprachige  Manuskript, das  etwa  650  Seiten  umfaßt,
       blieb unveröffentlicht  und befindet sich im Besitz der Universi-
       tätsbibliothek in Manchester. 184 265 544
       230 Hinweis  auf Carl Schorlemmers Buch "The rise and development
       of organic  chemistry", das 1879 in Manchester und London heraus-
       kam. 1889  erschien das  Werk in  deutscher Übersetzung unter dem
       Titel "Der  Ursprung und  die Entwicklung der organischen Chemie"
       in Braunschweig.  Von Arthur  Smithells wurde eine neue englische
       Auflage vorbereitet,  die 1894  in London  und New York unter dem
       gleichen Titel  wie die  englische Ausgabe von 1879 erschien. 185
       365
       231 Das Organ des Comité révolutionnaire central der Blanquisten,
       "Le Parti  Socialiste" hatte  vom 17.  Dezember 1893 bis 7.Januar
       1894 einen Gesetzentwurf Marie-Edouard Vaillants über die Umwand-
       lung des stehenden Heeres in Nationale Milizen veröffentlicht. Er
       war von  Jules Guesde  und anderen  Sozialisten  mitunterzeichnet
       worden. "Le Socialiste", das Organ der französischen Arbeiterpar-
       tei (siehe  Anm. 68) druckte Vaillants Entwurf am 20. Januar 1894
       ab. 188 190
       232 Das  sog. Originalprotokollbuch, das von preußischen Polizei-
       agenten angefertigt worden war, wurde auf dem Kölner Kommunisten-
       prozeß 1852  als Hauptbelastungsmaterial gegen die Mitglieder des
       Bundes der  Kommunisten vom  Hauptbelastungszeugen, dem  Polizei-
       agenten Wilhelm  Stieber, vorgelegt.  (Siehe auch  Band 8 unserer
       Ausgabe, S. 431-454.) 188
       233 Dieses Vorhaben konnte Engels nicht mehr verwirklichen. 189
       234 1890  fand in  Madrid ein  Prozeß gegen spanische Anarchisten
       statt, in  dem der  Anarchist Munoz'  als  Polizeiagent  entlarvt
       wurde. Alle Angeklagten wurden zu sieben Jahren Zwangsarbeit ver-
       urteilt. 192
       235 Engels spielt auf die Ratifikation der französisch-russischen
       Militärkonvention (siehe Anm. 13) an. 193
       236 Engels  schrieb diesen  Entwurf seiner  Antwort auf die Rück-
       seite des  Briefes, den Giuseppe Canepa ihm am 3. Januar 1894 ge-
       schrieben hatte.  Canepa bat Engels, für die ab März 1894 in Genf
       erscheinende Wochenschrift "L'Era nuova" ein Motto vorzuschlagen,
       das in  kurzer Form  die Grundidee  der kommenden sozialistischen
       Epoche ausdrücken  sollte -  im Unterschied zur alten Epoche, die
       von Dante  einst mit den Worten, daß die einen herrschen, und die
       anderen leiden,  charakterisiert wurde. Das von Engels angeführte
       Zitat befindet sich in Band 4 unserer Ausgabe, S. 482. 194
       237 Victor  Adler hatte  in der  "Arbeiter-Zeitung" vom 5. Januar
       1894 den  Artikel "Das  allgemeine Wahlrecht,  eine 'konservative
       Maßregel'" veröffentlicht. Er enthielt Ausschnitte aus dem im De-
       zember 1893  in der  "Neuen Zeit",  12.Jg. 1893/94, 1. Bd. Nr. 12
       und 13  veröffentlichten Artikel  Karl Kautskys, "Ein sozialdemo-
       kratischer Katechismus",  und wies  auf die Nutzlosigkeit und den
       Nachteil eines  Generalstreiks im  Kampf um  eine Wahlreform hin.
       195 200
       
       #579# Anmerkungen
       -----
       238 Vom  24. bis 27. Dezember 1893 tagte in Wien der erste öster-
       reichische Gewerkschaftskongreß.  Auf ihm wurde eine einheitliche
       zentrale Gewerkschaftskommission  gebildet und  eine für alle Ge-
       werkschaften verbindliche  einheitliche Streikregelung bestätigt.
       Der Kongreß  wandte sich  gegen den  Generalstreik als Mittel zur
       Erlangung des allgemeinen Wahlrechts.
       Der Parteitag  der Tschechoslowakischen Sozialdemokratischen Par-
       tei (Ceskoslovanská  sociálne demokratická  strana) fand  vom 24.
       bis 26. Dezember 1893 in Ceske Budejovice (Budweis) statt. Er er-
       klärte das  allgemeine Wahlrecht und den Achtstundentag als näch-
       stes Ziel und übertrug dem vierten Parteitag der Sozialdemokrati-
       schen Partei  Österreichs (siehe  Anm. 239) die Entscheidung über
       die Mittel  zur Erlangung  dieser Ziele.  Auf der  Grundlage  der
       "Prinzipienerklärung" des  Einigungsparteitags  der  österreichi-
       schen Sozialdemokratie  in Hainfeld  (siehe Anm.  181) faßte  der
       Parteitag einen  Beschluß über  die Gründung  einer selbständigen
       Partei. Durch  die Annahme  einer Resolution  über den  Zusammen-
       schluß aller  in den  verschiedenen Gebieten Österreichs lebenden
       Tschechen in den Reihen einer Partei, legte er den Grundstein für
       die Organisierung der Sozialdemokraten nach nationalen Merkmalen.
       Die Berichte über den Gewerkschaftskongreß und den Parteitag wur-
       den in  der "Arbeiter-Zeitung"  vom 2.  und 5. Januar 1894 veröf-
       fentlicht. 195 196 200
       239 Der  vierte Parteitag  der Sozialdemokratischen Partei Öster-
       reichs tagte vom 25. bis 31. März 1894 in Wien. Wichtigster Punkt
       der Tagesordnung  war der  Kampf um das allgemeine Wahlrecht. Die
       Delegierten nahmen  eine Resolution  an, "das allgemeine, gleiche
       und direkte  Wahlrecht mit allen der Arbeiterklasse zur Verfügung
       stehenden Mitteln erlangen zu wollen, dazu gehört neben den ange-
       wandten Mitteln  der Agitation  und Organisation auch der Massen-
       streik". Außerdem  wurde ein  neues Parteistatut angenommen sowie
       beschlossen, den 1. Mai weiterhin als Demonstration für den Acht-
       stundentag, das  allgemeine Wahlrecht und die internationale Völ-
       kerverbrüderung zu begehen. 196 200 220 224 227
       240 Von diesem Brief ist auch das Kuvert mit folgender Adresse in
       Engels'  Handschrift  erhalten  geblieben:  G.W.  Lamplugh  Esq.,
       Geological Survey, 28 Jermyn St., S.W. 198
       241 Robert  Burtons Buch "The anatomy of melancholy" erschien un-
       ter dem  Pseudonym Democritus  Junior, erstmalig  im Jahre  1621.
       George William  Lamplugh übersandte Engels ein Exemplar der neun-
       ten Aufl., London 1800. 198
       242  Der  französische  Journalist  Henri  Ravé,  der  damals  in
       Poitiers lebte,  hatte Engels  am 1.  Januar 1894  zum neuen Jahr
       gratuliert und ihn gefragt, ob er mit der von ihm besorgten Uber-
       setzung des  "Ursprungs der  Familie" zufrieden  sei. Ravé teilte
       mit, das  Werk sei von der Kritik günstig aufgenommen worden, und
       der Dekan  der philosophischen  Fakultät von  Poitiers habe einen
       sehr lobenden  Artikel darüber  geschrieben. Er erwähnte, er habe
       mit der Übersetzung von Karl Kautskys Buch "Thomas More und seine
       Utopie" begonnen;  es sei  "aber schwer zu verdauen". Ravé fragte
       an, ob Engels ihm weitere Bücher zur Übersetzung empfehlen könne.
       Den vorliegenden  Entwurf seiner  Antwort schrieb  Engels auf die
       Rückseite des Briefes von Ravé. 199
       243 In  diesem Sinne  hatte sich  Karl Höger auf dem österreichi-
       schen Gewerkschaftskongreß (siehe Anm. 238) geäußert. 200
       244 Über  den Verbleib  von Engels' Brief an Albert Delon ist uns
       nichts bekannt.  Engels schrieb  diese Notiz  auf den linken Rand
       des Briefes, den ihm Delon am 19. Januar 1894
       
       #580# Anhang und Register
       -----
       geschrieben hatte. Delon hatte Engels darin um Erlaubnis gebeten,
       den zweiten  Band des  "Kapitals" ins  Französische übersetzen zu
       dürfen. 204
       245 Der vorliegende Brief ist die Antwort auf einen Brief, den W.
       Borgius am 19. Januar 1894 an Engels gerichtet hatte. Heinz Star-
       kenburg veröffentlichte  diese Antwort von Engels ohne Angabe des
       Empfängers in  der Zeitschrift  "Der sozialistische  Akademiker",
       Nr. 20,  1895. In  allen späteren Veröffentlichungen war Starken-
       burg als  Empfänger angegeben.  Der uns  zur  Verfügung  stehende
       Brief von W. Borgius ermöglichte eine einwandfreie Bestimmung des
       Empfängers. 205
       246 Der "Vorwärts" hatte am 26. Januar 1894 in einem längeren Ar-
       tikel unter  der Überschrift "Ein edles Brüderpaar" nachgewiesen,
       daß Theodor  Reuß und Heinrich Oberwinder bereits seit 1886 mehr-
       mals und von verschiedenen Zeitungen öffentlich als Polizeispione
       entlarvt und angeprangert worden waren.
       In seinem  Brief vom  27. Januar  1894 hatte  Richard Fischer ge-
       schrieben, daß  Reuß gegen  diesen Artikel  protestiert  und  be-
       hauptet habe,  er sei  vom "Daily  Chronicle" nicht  wegen seiner
       Entlarvung im  "Vorwärts" vom  14. Januar  1891 entlassen worden.
       Weiter wollte  Fischer wissen,  ob Engels sich erinnere, wann der
       "Vorwärts" ein zweites Mal über Reuß berichtet hatte. 208
       247 Der Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in
       Erfurt fand vom 14. bis 21. Oktober 1891 statt. An ihm nahmen 230
       Delegierte teil.  In der  Diskussion über  die Politik und Taktik
       der  Partei  setzten  sich  die  Delegierten  eingehend  mit  der
       opportunistischen Auffassung Georg von Vollmars und den halbanar-
       chistischen Ansichten  der "Jungen"  (siehe Anm. 26) auseinander.
       Sie billigten  einstimmig die von August Bebel vorgeschlagene Re-
       solution zur  Politik und  Taktik der  Partei, die sich gegen die
       rechte und die linke Abweichung richtete. Im wichtigsten Satz der
       Resolution wurde betont, "daß die Eroberung der politischen Macht
       das erste  und Hauptziel ist, nach der jede klassenbewußte Prole-
       tarierbewegung streben  muß". Die  Resolution forderte ferner von
       allen Parteimitgliedern,  die  Parteibeschlüsse  einzuhalten,  im
       Sinne des  Parteiprogramms zu  wirken und  stets "das  ganze  und
       letzte Ziel der Partei" im Auge zu behalten. Damit war den Oppor-
       tunisten eine entschiedene Abfuhr erteilt.
       Zum Höhepunkt des Parteitages wurde die Annahme des neuen Partei-
       programms. Berichterstatter  war Wilhelm  Liebknecht. Die Diskus-
       sion über die Strategie und Taktik hatte im wesentlichen die Dis-
       kussion über  das Programm bereits vorweggenommen. Liebknecht be-
       gründete den  von der  Programmkommission mit geringfügigen Ände-
       rungen vorgeschlagenen  Programmentwurf der  Redaktion der "Neuen
       Zeit". Er  wurde einstimmig  als definitives  Programm der Partei
       bestätigt. Der  Parteitag war  mit der  Annahme des Programms und
       der Resolution zur Taktik eines der wichtigsten Ereignisse in der
       Entwicklung der  Partei und  von großer Bedeutung für die weitere
       Entwicklung der sozialistischen Bewegung. 208
       248 Es handelt sich wahrscheinlich um das Honorar für die 1894 in
       Berlin  im   Verlag  des   "Vorwärts"  herausgegebene   Broschüre
       "Internationales aus dem 'Volksstaat' (1871-75)" von Engels. 208
       249 Etwa  vom 9.  Februar bis 1. März 1894 weilte Engels in East-
       bourne zur Erholung. 209-212 217 222
       250 Es handelt sich um Engels' Artikel "Die künftige italienische
       Revolution und  die Sozialistische Partei" (siehe Band 22 unserer
       Ausgabe, S.  439-442), der  auf Bitte von Filippo Turati und Anna
       Kulischowa geschrieben, von Turati aus dem Französischen ins
       
       #581# Anmerkungen
       -----
       Italienische übersetzt und am 1. Februar 1894 in der "Critica So-
       ciale" veröffentlicht wurde. Victor Adlers für die "Arbeiter-Zei-
       tung" geplante Übersetzung erschien nicht, jedoch wurde der Arti-
       kel am 12. Juli 1894 unter der Überschrift "Friedrich Engels über
       die Lage  in Italien" im "Sozialdemokrat" abgedruckt. 209 219 226
       229 260
       251 Offensichtlich  meint Engels  die grausame  Unterdrückung der
       revoltierenden eingeborenen Schutztruppe in Kamerun, die sich mit
       Waffen versehen  und das  Gouvernementsgebäude besetzt hatte. Zur
       Niederschlagung des  Aufstands wurde von den Kolonialbehörden die
       Besatzung des deutschen Kreuzers "Hyäne" eingesetzt. 209
       252 Es handelt sich um das Honorar für die Notiz über den dritten
       Band des  "Kapitals", die Engels Anfang Januar 1894 für die "Neue
       Zeit" geschrieben  hatte  (siehe  Band  22  unserer  Ausgabe,  S.
       437/438). 209
       253 In Verbindung mit den Vorbereitungen zur Herausgabe einer Se-
       rie von  Arbeiten Eduard  Bernsteins, Karl Kautskys u.a. über die
       Geschichte des  Sozialismus hatte  Kautsky am 7. Februar 1894 En-
       gels gebeten  zu überlegen,  ob es  nicht besser  sei, die Arbeit
       "Geschichte des Kommunismus" zu nennen. Der Band erschien 1895 in
       Stuttgart unter dem Titel "Die Geschichte des Sozialismus in Ein-
       zeldarstellungen". 209
       254 Engels  schrieb diesen  Entwurf seiner  Antwort auf die Rück-
       seite des  Briefes, den  Georg von Gizycki am 14. Februar 1894 an
       ihn gerichtet  hatte. Gizycki hatte Engels gebeten, seine Ansich-
       ten "über  die sittliche Bestimmung der Frau" mitzuteilen und ihm
       zu gestatten,  sie in  der von  ihm herausgegebenen Wochenschrift
       "Ethische Kultur" zu veröffentlichen. 210
       255 Diese  Zeilen schrieb  Engels auf eine Postkarte. Sie ist mit
       folgender Adresse  m Engels'  Handschrift versehen: Ed. Bernstein
       Esq., 50 Highgate Road, London N.W. 211
       256 Eduard  Bernstein hatte Engels geraten, die deutsche Überset-
       zung des  Buches von Giordano Bruno "Vom Unendlichen, dem All und
       den Welten"  zu lesen,  über das  er in  der "Neuen Zeit" 12. Jg.
       1893/94, 1. Bd., Nr. 21 eine Rezension unter dem Titel "Die deut-
       sche Ausgabe  einer Hauptschrift  des Giordano  Bruno" veröffent-
       licht hatte. Weiter wollte Bernstein wissen, ob er Engels das von
       G. Brandes  in der "Frankfurter Zeitung" veröffentlichte Feuille-
       ton "Bebel und Vollmar" zuschicken solle. 211
       257 Engels  meint die  Sozialistische  Partei  der  italienischen
       Werktätigen (Partito socialista de lavoratori italiani), die 1892
       auf dem  Parteikongreß in  Genua gegründet  wurde. Ab 1895 nannte
       sie sich  Italienische Sozialistische  Partei (Partito socialista
       italiano). Die  Sozialistische Partei der italienischen Werktäti-
       gen grenzte sich entschieden von den Anarchisten ab und führte in
       den neunziger Jahren, trotz einiger reformistischer Fehler, aktiv
       die Massenbewegung der italienischen Arbeiterklasse. 213 491
       258 Mitte Februar 1894 fand in der Deputiertenkammer eine Debatte
       über die  Getreidezölle statt.  In diesem Zusammenhang hatte Jean
       Jaures in einer Rede vor der Kammer am 17. Februar den Gesetzent-
       wurf verteidigt,  der die  Schaffung eines  staatlichen Getreide-
       Einfuhrmonopols vorsah. Jules Guesde, der am 19. Februar 1894 das
       Wort ergriff, unterstützte die Interpellation von Jaures. 214
       259 Der erste illegale Parteikongreß der deutschen Sozialdemokra-
       tie fand  vom 20.  bis 23.  August 1880  auf Schloß  Wyden in der
       Schweiz statt.  Er beendete  die Periode  des Schwankens  und der
       Verwirrung und  zog das Fazit aus den Auseinandersetzungen um die
       Strategie und Taktik der Sozialistischen Arbeiterpartei unter dem
       Sozialistengesetz (siehe  Anm. 143).  Die Beschlüsse orientierten
       die Partei - in Auseinandersetzungen mit den rechts- bzw.
       
       #582# Anhang und Register
       -----
       linksopportunistischen Kräften - auf eine eindeutig revolutionäre
       Taktik  im  Kampf  gegen  den  preußisch-deutschen  Militärstaat.
       Übereinstimmend mit  den  neuen  Bedingungen  des  Klassenkampfes
       wurde einstimmig  beschlossen, im Parteiprogramm festzulegen, daß
       die Partei  nunmehr "mit allen Mitteln", nicht nur "mit allen ge-
       setzlichen Mitteln",  wie es  bis dahin im Gothaer Programm hieß,
       ihre Ziele  verfolge. Weiterhin  wurde beschlossen,  den "Sozial-
       demokrat" zum  offiziellen Organ  der Partei  zu machen,  und  es
       wurde außerdem  seine Rolle  und Bedeutung  für die Festigung der
       Partei und  die Verbreitung  marxistischer Ideen in der Arbeiter-
       klasse geklärt.  Der Kongreß  schuf damit die Voraussetzungen für
       den späteren Sieg über das Sozialistengesetz. 215 404 426
       260 August Momberger hatte Engels am 26. Februar 1894 mitgeteilt,
       daß er  zur Verbreitung  der sozialistischen Ideen unter den Aus-
       ländern, mit  denen er  verkehrte, insbesondere unter den Englän-
       dern, beitragen möchte. Da er dies aber ohne das Studium der ein-
       schlägigen englischen  Literatur nicht  könne, bat  er Engels  um
       Hinweise auf die bedeutendsten sozialistischen, sozialpolitischen
       und naturwissenschaftlichen  Arbeiten sowie  um die Nennung einer
       Zeitschrift nach Art der "Neuen Zeit". 217
       261 Vom  12. bis 29. Juli 1895 fanden in England Parlamentswahlen
       statt. Sie  brachten den Konservativen im Unterhaus mit 150 Stim-
       men die  Mehrheit. Die  Kandidaten der  Independent Labour  Party
       (siehe Anm.  9), darunter  auch Keir Hardie, kamen bei den Wahlen
       nicht durch. 219 223 308 500
       262 Randolph  Churchill hatte  am 19.  März 1894 im Unterhaus den
       Antrag gestellt,  einen Erlaß  zu verabschieden, der den Mitglie-
       dern des liberalen Kabinetts untersagte, sich in die Wahlkampagne
       einzumischen und mit Reden in den Wahlkreisen aufzutreten. 220
       263 Engels meint einige in der "Arbeiter-Zeitung" vom 6., 9., 13.
       und 16.  März 1894 ohne Unterschrift veröffentlichte Artikel, die
       wahrscheinlich von Victor Adler verfaßt wurden.
       Der von  Engels erwähnte  Artikel vom 6. März 1894 erschien unter
       dem Titel  "Die Wahlreform  Stadtnicki". Adler  kritisierte darin
       die  von   der  Koalitionsregierung   Windischgrätz  vorbereitete
       Wahlreform, die  nur eine unbedeutende Erweiterung des Reichsrats
       durch die Bildung einer fünften Kurie (Wählerklasse) zuließ. 220
       264 In seinen Briefen an N. F. Danielson benutzte Engels aus kon-
       spirativen Gründen  u.a. den  Namen Louise  Kautskys (siehe  auch
       vorl. Band, S. 252). 221 329 374 423 488
       265 Von  diesem Brief  ist der Entwurf erhalten geblieben. Engels
       schrieb ihn  auf die  Rückseite des Briefes, den Panait Musoiu am
       24. Februar  1894 an ihn gerichtet hatte. Entwurf und Brief stim-
       men überein.
       MuSoiu hatte  Engels mitgeteilt,  daß die "Entwicklung des Sozia-
       lismus von  der Utopie  zur Wissenschaft" sowie das "Manifest der
       Kommunistischen Partei"  von ihm  ins Rumänische übersetzt worden
       seien. Seinem  Brief fügte  er die  deutsche Übersetzung der dazu
       veröffentlichten Vorreden  bei. Er  bat Engels,  eine Vorrede für
       eine zweite Auflage dieser beiden Schriften zu verfassen. 222
       266 Im  Sommer 1894  mußte Victor  Adler eine Gefängnisstrafe von
       zweieinhalb Monaten verbüßen. 226 269
       267  Engels   meint  die   Wiener  "Arbeiter-Zeitung"  sowie  die
       "Arbeiterinnen-Zeitung". 226
       268 Louise  Freyberger: "Zum  13.März", in "Arbeiter-Zeitung" vom
       13. März 1894. Unterzeichnet war der Artikel mit L. K. 227
       269 Der  österreichische Sozialdemokrat  Benno Karpeles hatte En-
       gels sein  Buch "Die Arbeiter des mährisch-schlesischen Steinkoh-
       len-Revicres" zugesandt. Er wollte, wie er in seinem
       
       #583# Anmerkungen
       -----
       Brief vom  19. März  1894 schrieb,  Engels als  dem Autor der vor
       fünfzig Jahren  erschienenen "Lage der arbeitenden Klasse in Eng-
       land" und  als hervorragendem  Sozialisten seine Dankbarkeit aus-
       drücken. 231
       270 Laura  Lafargue hatte  Engels vor  dem 11.  April 1894 mitge-
       teilt, daß in Frankreich die Anarchisten die Absicht hätten, eine
       der Arbeiten von Eugen Dühring herauszugeben.
       Der Redaktionssekretär  der Zeitschrift "L'+re nouvelle", Bonnet,
       hatte vorgeschlagen, unverzüglich mit der Übersetzung von Engels'
       "Anti-Dühring" ins  Französische zu  beginnen, damit  dieses Werk
       bei Veröffentlichung der Bücher Dührings für eine Publikation zur
       Verfügung stände.  Die Übersetzung  wurde damals jedoch nicht ge-
       macht. 233
       271 Der durch Graf von Kanitz am 7.April 1894 im Reichstag einge-
       brachte Antrag  sah vor,  dem Staat  die Ein- und Ausfuhr von Ge-
       treide und die Festlegung der Preise dafür zu übertragen. Die So-
       zialdemokraten traten  gegen den Antrag auf; er wurde am 14. Juli
       1894 mit 159 gegen 46 Stimmen abgelehnt. 233 272
       272 Karl  Marx' "Rede über die Frage des Freihandels" (siehe Band
       4 unserer  Ausgabe, S .444 bis 458) war zuerst 1848 in Brüssel in
       französischer Sprache  erschienen. 1894  wurde sie  in Nr.  6 der
       "+re nouvelle"  und am  23. und 30. Juni sowie am 7. Juli im "So-
       cialiste" nachgedruckt. 234 236 240
       273 Eine englische Übersetzung von Marx' "Rede über die Frage des
       Freihandels" mit  einem von  Engels verfaßten Vorwort (siehe Band
       21 unserer  Ausgabe, S.  360 - 375) wurde 1888 in Boston verlegt;
       ein Teil  dieser Ausgabe  erschien 1889 in Boston und London. Die
       "Neue Zeit" brachte Engels' Vorwort in Nr. 7 vom Juli 1888 in ei-
       ner deutschen Übersetzung von Eduard Bernstein und Karl Kautsky.
       In russischer Sprache erschien die Rede von Marx erstmals 1885 in
       einer Übersetzung  von G. W. Plechanow, der sich auf die Überset-
       zung von Bernstein und Kautsky gestützt hatte.
       In italienischer  Sprache wurde  Marx' Rede  in der  "Critica So-
       ciale" vom  1. und  16. April 1894, das Vorwort von Engels in der
       gleichen Zeitung vom 1. und 16. Mai sowie vom 1. Juni 1894 veröf-
       fentlicht und  auch 1894  in Mailand als Broschüre herausgegeben.
       234 236 240 242
       274 Paul  Lafargues Artikel  "Die Heldenthaten  der französischen
       Polizei" erschien im "Vorwärts" vom 10. April 1894, unterzeichnet
       mit dem Pseudonym Gallus (siehe auch Anm. 299). 235
       275 Von diesem Brief ist auch das Kuvert mit folgender Adresse in
       Engels' Handschrift erhalten geblieben: Sig. avv° Filippo Turati,
       Portici Galleria V.E. 23, Milano, Italy. 236
       276 Engels  meint Achille  Lorias Artikel "Karl Marx", der in der
       "Nuova antologia  di scienze,  lettere ed arti" vom 1. April 1883
       erschienen war.  Siehe dazu  auch den  Brief Engels' an Loria von
       Ende April 1883 (Band 36 unserer Ausgabe, S. 19) und Engels' Vor-
       wort zum  3. Band des "Kapitals" (Band 25 unserer Ausgabe, S. 25-
       28). 236
       277 Henry  William Lee hatte Engels in seinem Brief vom 13. April
       1894 gebeten,  vor den  Mitgliedern der Social Democratic Federa-
       tion (siehe Anm. 10) einen Vortrag zu halten. 237
       278 Offenbar  ist der Brief an "Le Réveil ouvrier" gerichtet, das
       Organ der französischen Arbeiterpartei in Calais. 238
       279 Von diesem Brief ist ein vom 19. April 1894 datierter Entwurf
       erhalten geblieben, der mit dem Brief übereinstimmt. 239
       
       #584# Anhang und Register
       -----
       280 Von diesem Brief ist auch das Kuvert mit folgender Adresse in
       Engels' Handschrift erhalten geblieben: Sig. avv° Filippo Turati,
       Portici Galleria  V.E. 23,  Milano, Italy.  Die  Handschrift  des
       Briefes trägt den Vermerk Turatis: R 17/5. 94. 242
       281 William Morris und Ernest Belfort Bax, "Socialism, its growth
       & outcome", London, New York 1893, und Ferdinand Lassalle, "Reden
       und Schriften", Bd. 1-3, hrsg. von Eduard Bernstein, Berlin 1892-
       1893. 243
       282 Die  Sozialistische Arbeiter-Partei  von Nord-Amerika (Socia-
       list Labor  Party of  North America)  wurde  1876  auf  dem  Ver-
       einigungskongreß in  Philfedelphia durch  den Zusammenschluß  der
       marxistischen Kräfte  der I.  Internationale  unter  Führung  von
       Friedrich Adolph  Sorge und Otto Weydemeyer mit den Lassalleanern
       von der  Labor Party  of Illinois und der Social Democratic Party
       gegründet. Das  vom Kongreß angenommene Programm stand im wesent-
       lichen auf den Positionen der I. Internationale. Die Auseinander-
       setzungen zwischen  Marxisten und  Lassalleanern dauerten  jedoch
       auch in  der neuen  Partei an. Bereits 1877 gelang es den Lassal-
       leanern, die Partei unter ihre Kontrolle zu bringen, ihre gewerk-
       schaftsfeindliche Politik  durchzusetzen und  die  Arbeiter  aus-
       schließlich auf  die Teilnahme  an Wahlen zu orientieren. Darüber
       hinaus wirkte  sich die Tatsache, daß der größte Teil der Partei-
       mitglieder aus deutschen Emigranten bestand, die wenig Verbindung
       zu den  einheimischen Arbeitern  hatten, besonders ungünstig aus.
       Infolge ihrer sektiererischen Politik, ihrer Ablehnung der Arbeit
       in den  Massenorganisationen des  amerikanischen Proletariats ge-
       lang es  der Partei  nicht, zu  einer  wirklichen  revolutionären
       marxistischen Massenpartei zu werden. 245 308
       283 B.N.  Kritschewski hatte  die von ihm besorgten Übersetzungen
       des "Achtzehnten  Brumaire des Louis Bonaparte" (siehe Band 8 un-
       serer Ausgabe,  S. 111-207)  und  von  "Lohnarbeit  und  Kapital"
       (siehe Band  6 unserer Ausgabe, S. 397 - 423) mit Engels' Einlei-
       tung zur  Ausgabe von  1891, die 1894 in Genf in der "Sozialdemo-
       kratitscheskaja biblioteka"  erschienen waren, an Engels gesandt.
       Er schrieb,  daß dort  bereits die Übersetzung von Engels' Arbeit
       "Soziales  aus  Rußland"  aus  der  Serie  "Flüchtlingsliteratur"
       (siehe Band  18 unserer Ausgabe, S. 556-567) in Druck sei und bat
       Engels um  ein Vorwort  für diese  russische Ausgabe. Auf Engels'
       Protest hin  wurde der Druck eingestellt. Engels' Arbeit erschien
       in der  Übersetzung von  V.I. Sassulitsch  1894 in  Genf  in  der
       "Biblioteka sowremennowo  sozialisma" unter  dem Titel "Friedrich
       Engels o  Rossii. 1. Otwet P.K. Tkatschewu (1875). 2. Posleslowie
       k nemu (1894)". 246 250 251 263
       284 Karl  Kautsky, "Das Erfurter Programm", erschien 1894 in Genf
       unter  dem   Titel  "Osnowy  Sozialdemokrat".  (Erfurtskaja  pro-
       gramma)". 247 251 263
       285 Am  7. Juni  1894 informierte  N. F. Danielson Engels, daß er
       die weiteren  Bogen des dritten Bandes des "Kapitals" wahrschein-
       lich auf  Grund  polizeilicher  Willkürmaßnahmen  nicht  erhalten
       habe. Er  empfahl Engels  einen guten Übersetzer für die deutsche
       Ausgabe seiner  "Essays" (siehe Anm. 196) und bemerkte, daß wegen
       der Unterdrückungsmaßnahmen  an  eine  russische  Neuauflage  der
       "Essays" vorläufig nicht zu denken sei. 252 385
       286 Engels' Arbeit "Der Ursprung der Familie, des Privateigentums
       und des  Staats" (siehe  Band 21  unserer Ausgabe, S. 25-173) er-
       schien 1894  in russischer  Übersetzung in Petersburg. Die Zensur
       hatte einige Seiten gestrichen und viele Stellen gekürzt. 252
       287 N.  F. Danielson  sandte Engels  die ersten  beiden Bände des
       fünfbändigen statistischen  Werks "The  Industries of Russia. Ma-
       nufactures and trade; with a general industrial map", das 1893 in
       St. Petersburg anläßlich der Chicagoer Weltausstellung veröffent-
       licht worden war. 253
       
       #585# Anmerkungen
       -----
       288 Boulangismus - mit dem Namen des Generals Georges-Ernest Bou-
       langer verbundene chauvinistische und revanchistische Bewegung in
       Frankreich (1886-1889),  die die  Unzufriedenheit der  Massen für
       ihre Ziele  ausnutzte. Engels  charakterisierte in seinen Briefen
       in den  achtziger und  neunziger Jahren den Boulangismus als eine
       Form des  Bonapartismus, wies  auf seine  Gefährlichkeit hin  und
       forderte von  der  französischen  Arbeiterpartei,  daß  sie  eine
       klare, eindeutige  Haltung zum  Boulangismus einnehme  und konse-
       quent das reaktionäre Wesen des Boulangismus und seine politische
       und soziale Demagogie entlarve. 254
       289 Der Chemiker Eugene Turpin hatte 1885 den Sprengstoff Melinit
       erfunden. Auf  Grund eines in "La Patrie" erschienenen Interviews
       wurde er  angeklagt, seine  Erfindung an  eine ausländische Macht
       verkaufen zu wollen. Er wurde freigesprochen, später jedoch wegen
       einer 1889  veröffentlichten Broschüre zu 5 Jahren Gefängnis ver-
       urteilt. Am  10. April 1894 wurde er begnadigt. "Le Temps" vom 2.
       Juni 1894  enthüllte, daß es sich im wesentlichen um eine Reklame
       für die  Gesellschaft handelte, die damit beauftragt war, die Er-
       findung, Turpins auszunutzen. 255
       290 Engels  spielt auf  die Affäre der Building Society an (siehe
       Band 38  unserer Ausgabe  S. 551),  deren Direktor  Spencer Jabez
       Balfour ins Ausland geflohen war.
       Anthony John  Mundella, Abgeordneter von Sheffield, Präsident des
       Board of  Trade und  bis 1892  Direktor der New Zealand Loan Com-
       pany, mußte am 12. Mai 1894 demissionieren. Er hatte zusammen mit
       James Fergusson  und John  Gorst die  genannte Gesellschaft  1893
       aufgelöst, als sie zum Gegenstand einer öffentlichen Untersuchung
       wurde. 255
       291 Stanislaw  Zablocki hatte  in einem Brief vom 3. Juni 1894 um
       die Erlaubnis zur Veröffentlichung von Engels' Artikel "Eine pol-
       nische Proklamation"  (siehe Band 18 unserer Ausgabe, S. 521-527)
       in polnischer Sprache gebeten. 258
       292 Diese beiden Kapitel aus dem dritten Band des "Kapitals" wur-
       den in  der "Neuen  Zeit", 12. Jg., 1893/94, 2.Bd., Nr.42, veröf-
       fentlicht. (Siehe Band 25 unserer Ausgabe, S. 383 bis 412.) 259
       293 Zwischen  dem 19.  Juni und dem 2. Juli 1894 wurde Engels des
       öfteren von  Wilhelm Liebknecht  besucht, der sich zu dieser Zeit
       in London aufhielt. 259 260
       294 Die  Wiener "Arbeiter-Zeitung",  die 1894 zweimal wöchentlich
       erschien, kam ab Januar 1895 als Tageszeitung heraus. 260 269 343
       358 372 398 448
       295 In den Salzbergwerken von Aiguesmortes (Südfrankreich) war es
       im August  1893 zu blutigen Zusammenstößen zwischen französischen
       und italienischen  Arbeitern gekommen. Sie wurden dadurch hervor-
       gerufen, daß die Unternehmer die französischen Arbeiter höher be-
       zahlten als die italienischen.
       Der französische  Präsident Marie-François-Sadi Carnot war am 24.
       Juni 1894 von dem italienischen Anarchisten Santo Caserio getötet
       worden. 261
       296 Diesen  Brief schrieb Engels offensichtlich, nachdem ihn Ende
       Juni 1894  der deutsche Publizist Hellmut von Gerlach auf Empfeh-
       lung von Major Otto Wachs besuchte. 262
       297 Diese Worte schrieb Engels an den Rand des Briefes. 262
       298 Der "Sozialdemokrat", Zürich, hatte am 24. Dezember 1887 eine
       Liste von Personen veröffentlicht, die vom Berliner Polizeipräsi-
       dium als geheime Agenten beschäftigt wurden. Unter den von Sozia-
       listen in  Genf entlarvten  Agenten war auch Heinrich Oberwinder,
       ehemaliges  Mitglied   der  Internationalen  Arbeiterassoziation.
       (Siehe auch Band 36unserer Ausgabe, S. 735/736.) 262
       
       #586# Anhang und Register
       -----
       299 Gemeint  sind die unter dem Pseudonym "Gallus" veröffentlich-
       ten Korrespondenzen  von Paul  Lafargue im  "Vorwärts". Die erste
       war am 24. November 1893 erschienen. 264 353
       300 Diese  Zeilen schrieb  Engels auf eine Postkarte. Sie ist mit
       folgender Adresse in Engels' Handschrift versehen: Red. der Neuen
       Zeit, Furthbachstr. 12, Stuttgart, Germany. 267
       301 Für  die dritte deutsche Auflage seines "Anti-Dührings" über-
       arbeitete Engels das von Marx verfaßte zehnte Kapitel des zweiten
       Abschnitts "Aus der 'Kritischen Geschichte'" (siehe Band 20 unse-
       rer Ausgabe, S. 210-238 sowie S. 15). Die dritte Auflage erschien
       1894 in Stuttgart. 269
       302 Das Dreiklassenwahlrecht wurde in Preußen nach der Revolution
       1848/49 durch  Gesetz vom 30. Mai 1849 für die Wahlen zum preußi-
       schen Abgeordnetenhaus  eingeführt. Entsprechend dem Aufkommen an
       direkten Steuern  wurden die  Wähler in  drei Klassen eingeteilt.
       Jede dieser  Klassen wählte in öffentlicher Wahl die gleiche Zahl
       von Wahlmännern,  die die  Abgeordneten wählten.  Damit erhielten
       die herrschenden Klassen den entscheidenden Einfluß im Parlament,
       von dem die Volksmassen weitgehend ausgeschaltet wurden. 270
       303 Als  1893/94 wiederholt Sprengstoffanschläge von den Anarchi-
       sten in  Paris verübt wurden, nahm die Regierung das zum Vorwand,
       Maßnahmen gegen  die revolutionäre  Arbeiterbewegung zu ergreifen
       und erließ  die sogenannten  Anarchistengesetze. Das erste dieser
       Gesetze kam  im Dezember  1893, nach  dem Bombenanschlag  Auguste
       Vaillants (siehe  Anm. 226) heraus, das zweite wurde nach der Tö-
       tung des Präsidenten der Republik Marie-François-Sadi Carnot (24.
       Juni 1894) durch einen italienischen Anarchisten gegen den Wider-
       stand der  Sozialisten und  eines Teils  der Radikalen  Ende Juli
       1894 von der Deputiertenkammer angenommen. Die Gesetze beschränk-
       ten die  Pressefreiheit, sahen die Einsetzung von Sondergerichten
       vor, ermächtigten  die Post,  Briefe zu öffnen und ließen die ge-
       richtliche Verfolgung  nicht nur der Briefschreiber, sondern auch
       der Empfänger  zu. Die Regierung bediente sich dieser Gesetze vor
       allem gegen  die Sozialisten.  Die Gesetze  wurden  auch  "Angst-
       gesetze", "Anarchistengesetze" und "Verdächtigengesetze" genannt.
       273 279 288 292 302
       304 Die schottischen Bergarbeiter standen im Juli 1894 im Streik.
       In einem Brief vom 19. Juli 1894 teilten August Siegel und andere
       deutsche Bergarbeiter  Engels mit,  daß an  diesem Streik auch 22
       deutsche Emigranten teilnahmen. Sie ersuchten ihn, dem Parteivor-
       stand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands den beiliegen-
       den Brief mit der Bitte zu übersenden, ihnen ein Darlehen von 300
       Mark zu  gewähren. Ferner  baten sie  Engels, sich auch an Julius
       Motteler und  andere Genossen  in London zu wenden, von denen sie
       materielle Unterstützung erhofften. 275
       305 Hinweis  auf den  Artikel "Introduction à la 'Morale Sociale'
       de Benoît  Malon" von  Jean Jaurès,  der in "La Revue socialiste"
       vom Juni 1894 erschienen war. 279
       300 Paul  Lafargue hatte dem Pariser Verleger Charles-Marie Dela-
       grave das  Manuskript seiner  Arbeit "Origine  et évolution de la
       propriété" zur  Veröffentlichung angeboten. Dieser lehnte anfangs
       ab, da  er die  politischen Ansichten Lafargues nicht teilte. Als
       Lafargue auf  der Veröffentlichung bestand, stimmte Delagrave un-
       ter der  Bedingung zu,  daß er Lafargues Arbeit zusammen mit Yves
       Guyots Antithesen "La Propriété. Origine et évolution. Thèse com-
       muniste par  Paul Lafargue.  Réfutation par  Yves Guyot"  heraus-
       bringen könne.
       
       #587# Anmerkungen
       -----
       Lafargues Arbeit  erschien 1895 in Paris in einem Band mit Guyots
       Entgegnung. 279 451 454
       307 Auf  dem Brief  steht der Vermerk Filippo Turatis: "Scritto a
       Treves. R[isposto]  2./8.94. Tornato  a rispondere 6./8.94." ("An
       Treves geschrieben.  Beantwortet] 2./8.94.  Antwort erhalten  und
       erneut geschrieben 6./8. 94.) 281
       308 In Sizilien war es 1893/94 zu spontanen Aufständen der Bauern
       gekommen, die  gegen die  Steuererhöhungen  der  Crispi-Regierung
       protestierten. Die Unruhen wurden blutig niedergeschlagen. 281
       309 Auf der Rückseite des erwähnten Briefes stand: "Sehr geehrter
       Herr! Beiliegendes  Paket und  der dabei befindliche Brief gehört
       Herrn Dr.  Victor Adler  in Wien,  der mich vor längerer Zeit er-
       suchte, dieselben  bei Ihnen abzugeben. Das Paket enthält Zeitun-
       gen, die  nicht nach  Österreich  geschickt  werden  können;  den
       Brief, der  auch zirka  2 Pfund Sterling in Geld enthält, ersuche
       ich Sie,  demselben sicher  zukommen zu  lassen; er  wird dadurch
       über den  Inhalt des Pakets in entsprechender Weise unterrichtet;
       ich weiß  seine jetzige  Adresse nicht und lege eine 2 1/2-Penny-
       Marke bei. Ihr ..." (Unterschrift unleserlich.) 282
       310 Der  vierte Jahreskongreß  der Spanischen Sozialistischen Ar-
       beiterpartei in  Madrid fand vom 29. August bis 1. September 1894
       statt. Er  war eine wichtige Etappe bei der organisatorischen und
       ideologischen Festigung der Partei. Der Kongreß nahm die Berichte
       des Nationalrats der Partei und des Delegierten zum Internationa-
       len Sozialistischen  Arbeiterkongreß in  Zürich (siehe  Anm. 120)
       entgegen, erörterte  Fragen der  Parteipresse und  bestätigte die
       neuen Statuten  der Partei.  Dem Kongreß  gingen zahlreiche Gruß-
       adressen von  den Sozialisten Englands, Österreichs, Deutschlands
       und anderer Länder zu. 282 283
       294
       311 Die  National Union  of Gasworkers  and General  Labourers of
       Great Britain and Ireland (Gewerkschaft der Gasarbeiter und unge-
       lernten Arbeiter) war die in der Geschichte der englischen Arbei-
       terbewegung erste Gewerkschaft für ungelernte Arbeiter. Sie wurde
       im Frühjahr  1889  gegründet.  Zur  Führung  der  Union  gehörten
       Eleanor Marx-Aveling und Edward Aveling. Die Union erhob die For-
       derung nach  Einführung des gesetzlichen Achtstundentags. Im Juli
       1889 waren  die Gasgesellschaften unter Androhung von Streiks ge-
       zwungen, der  Einführung des  Achtstundentages in  allen Londoner
       Gaswerken zuzustimmen.  Die Union  gewann in  kurzer Zeit  großen
       Einfluß auf  breite Schichten  der Arbeiter,  ihre Mitgliederzahl
       wuchs in einem Jahr auf 100 000 an. 283
       312 Parliamentary  Committee of the Trades Union Congress (Parla-
       mentarisches Komitee  des Trade-Union-Kongresses) - Vollzugsorgan
       des Ende der sechziger Jahre entstandenen britischen Trades Union
       Congress, der  Vereinigung der Gewerkschaften Englands; seit 1871
       wurde das  Parlamentarische Komitee  jährlich auf  den Kongressen
       derTrade-Unions gewählt  und in  der Zeit zwischen den Kongressen
       als  ihr   Führungsorgan  betrachtet.  Das  Komitee  stellte  die
       Kandidaten der  Trade-Unions für  das Parlament auf, unterstützte
       die in ihrem Interesse eingebrachten Gesetzentwürfe und bereitete
       die Jahreskongresse vor. In dem Komitee überwogen die reformisti-
       schen Elemente,  die ihre  Politik  im  Sinne  des  alten  Trade-
       Unionismus  betrieben   und  sich  auf  die  Arbeiteraristokratie
       stützten. 283 285 290 294 371
       313 Der  vierte Internationale  Sozialistische Arbeiter-  und Ge-
       werkschaftskongreß fand vom 27. Juli bis 1. August 1896 in London
       statt. An ihm nahmen 700 Delegierte aus 16 Ländern teil, darunter
       48 Vertreter  aus Deutschland.  Auf der Tagesordnung standen: die
       Agrarfrage, die politische Aktion, die Kriegsfrage u.a. Im Zusam-
       menhang: mit der Debatte um
       
       #588#
       -----
       die politische  Aktion beschloß  der Kongreß einige Resolutionen.
       Zur besseren  Organisation der Zusammenarbeit der Arbeiterorgani-
       sationen aller Länder wurden vorbereitende Maßnahmen für die Bil-
       dung eines internationalen Büros festgelegt. Der Londoner Kongreß
       setzte die marxistische Politik der II. Internationale unter maß-
       geblichem Anteil  der führenden  deutschen Sozialdemokraten fort.
       283 285 289 293
       314 Vom 14. August bis 18. September 1894 weilte Engels zur Erho-
       lung in Eastbourne. 285 292 296 297 380
       315 Eduard  Bernstein hatte  in seinem  Brief vom 12. August 1894
       Engels seine  Meinung über den internationalen Textilarbeiterkon-
       greß mitgeteilt,  der im  Juli 1894  in Manchester  stattgefunden
       hatte und  der  seiner  Auffassung  nach  ein  Versuch  war,  die
       Gewerkschaftskongresse von  den  internationalen  Sozialistenkon-
       gressen zu  trennen. In  diesem Zusammenhang  informierte er  ihn
       auch über  den Artikel  Paul Arndts, der im "Vorwärts" vom 2. Au-
       gust 1894  über den Textilarbeiterkongrcß berichtet hatte. Ferner
       hatte er  Engels eine Nummer des "Textil-Arbeiters" geschickt, in
       der eine  Einschätzung dieses  Kongresses gegeben  worden war. Er
       bat Engels,  ihm seine  Ansicht hierzu  sowie zu dem Beschluß der
       Jahreskonferenz der Social Democratic Federation mitzuteilen, der
       vorsah, vor  dem Internationalen Kongreß von 1896 einen "rein so-
       zialistischen" Kongreß  einzuberufen (siehe  vorl. Band, S. 283).
       Der vorliegende  Brief ist Engels' Antwort auf Bernsteins Fragen.
       285
       316 Der  27. Jahreskongreß  der Trade-Unions  fand vom  3. bis 8.
       September 1894  in Norwich statt. Der Kongreß sprach sich für die
       gesetzliche Festlegung des Achtstundentages und die Nationalisie-
       rung aller  Produktions-, Verteilungs-  und Austauschmittel  aus.
       285 290 293 298 393
       317 Thomas Clarke hatte Engels in einem Brief vom 15. August 1894
       gebeten, für  die Zahlungsfähigkeit  Stanislaw Mendelsons zu bür-
       gen, der Räumlichkeiten mieten wollte. 287
       318 Filippo  Turati hatte  am 2. und 6. August 1894 an Engels ge-
       schrieben, daß  er über  Felice Pasquali Erkundigungen eingezogen
       habe. Er  habe jedoch  sehr Widersprüchliches erfahren. Am 6. Au-
       gust schrieb  Turati, daß einige Personen Pasquali als "seccatore
       di prima sfera" bezeichnet haben. 288
       319 1841 hatte Engels drei Monate in Mailand geweilt. 288
       320 Filippo  Turati hatte  Engels mit  seinem Brief  vom 2.August
       1894 auch  die Photographie  einer in Florenz hergestellten Marx-
       Büste gesandt  und ihn  sowie Eleanor  Marx-Aveling gebeten, ihre
       Meinung bezüglich der Ähnlichkeit mit Marx mitzuteilen. 288
       321 Am  14. Juli  1894 nahm das italienische Parlament das Gesetz
       über Ausnahmemaßnahmen zum Schutz der öffentlichen Sicherheit an.
       Es sollte sich angeblich gegen die Anarchisten richten, wurde je-
       doch von  der reaktionären  Crispi-Regierung für  den Kampf gegen
       die Arbeiterbewegung  und den  wachsenden Einfluß der Sozialisten
       ausgenutzt. Auf  Grund dieses  Gesetzes wurden die Sozialistische
       Partei Italiens  und andere  Arbeiterorganisationen sowie die Ar-
       beiterzeitungen verboten,  Massenverhaftungen  vorgenommen  sowie
       Haussuchungen und Gerichtsverfahren durchgeführt. Trotz aller Re-
       pressalien stellten die italienischen Sozialisten den Kampf nicht
       ein und  führten im  Januar 1895 in Parma geheim den dritten Kon-
       greß der Sozialistischen Partei Italiens durch. 288 302 325
       322 Der  26. Jahreskongreß  der Trade-Unions  fand vom  4. bis 9.
       September 1893  in  Belfast  statt.  Die  wichtigsten  Beschlüsse
       (siehe "Report of the twenty-sixth annual Trades Union Congress")
       des Kongresses, die dem wachsenden Druck der revolutionären Stim-
       mung
       
       #589# Anmerkungen
       -----
       unter der  Mitgliedschaft Rechnung  trugen, waren die Anerkennung
       des Prinzips  des "Kollektiveigentums an Produktions- und Vertei-
       lungsmitteln" und  die Forderung  nach dem gesetzlichen Achtstun-
       dentag. 290 293 298
       323 Hinweis auf den Londoner Internationalen Gewerkschaftskongreß
       vom 6. bis 10. November 1888, der von den Trade-Unions einberufen
       worden war. Zur Einschätzung des Kongresses siehe Band 21 unserer
       Ausgabe, S. 515 - 518. 290
       324 New Unionism - neue Richtung in der englischen Gewerkschafts-
       bewegung, die  sich Ende  der achtziger  Jahre herausbildete. Die
       tieferen Ursachen seiner Entstehung lagen in der Verschlechterung
       der Lebenslage der Arbeiter, die durch den Verlust des englischen
       Industriemonopols hervorgerufen  worden war. Die neuen Trade-Uni-
       ons unterschieden  sich wesentlich  von den  alten. Sie  erfaßten
       breite Massen  des Proletariats,  vor allem  ungelernte Arbeiter,
       die bis  dahin der  Arbeiterbewegung ferngestanden hatten. Engli-
       sche Sozialisten,  besonders Eleanor  Marx-Aveling und  Tom Mann,
       spielten bei  der Herausbildung  der neuen  Trade-Unions, die von
       Engels lebhaft  begrüßt und  unterstützt wurde,  eine  bedeutende
       Rolle. Engels  charakterisierte den neuen Unionismus u.a. in sei-
       nem Artikel "Der 4. Mai in London" und im "Vorwort zur englischen
       Ausgabe (1892)  der 'Lage  der arbeitenden  Klasse  in  England'"
       (siehe Band 22 unserer Ausgabe, S. 60 - 65 und 265 - 278). 293
       325 Vom 14. bis 16. September 1894 fand in Nantes der 12. Kongreß
       der französischen  Arbeiterpartei statt.  Er tagte zu einem Zeit-
       punkt, da  die Bauernbewegung im Lande einen Aufschwung nahm, die
       Reaktion zum  Angriff überging  und sich die Meinungsverschieden-
       heiten in  der französischen sozialistischen Bewegung zuspitzten.
       Den Bericht  des Nationalrats  hatte Paul Lafargue verfaßt (siehe
       auch Anm.  340). Der  Kongreß stellte  fest, daß  der  Kampf  der
       Arbeiter gegen die "Anarchistengesetze" (siehe Anm. 303) erstarkt
       war, und  grenzte sich  von den  Anarchisten ab.  Der  wichtigste
       Beschluß  des   Kongresses  war  die  Annahme  der  theoretischen
       Motivierung für  das Agrarprogramm der Partei und die Zusätze zum
       Programm. Eine  kritische  Einschätzung  des  Agrarprogramms  von
       Nantes gab Engels in seiner Arbeit "Die Bauernfrage in Frankreich
       und Deutschland" (siehe Band 22 unserer Ausgabe, S. 483-505). 294
       299 313 324 348 350
       326 In  Frankfurt am  Main fand  vom 21. bis 27. Oktober 1894 der
       Parteitag der  Sozialdemokratischen  Partei  Deutschlands  statt.
       Größten  Raum  nahmen  die  Auseinandersetzungen  mit  Georg  von
       Vollmar und Karl Grillenberger ein, die mit der Budgetbewilligung
       im bayrischen  Landtag (1.  Juni) ihre  Bereitschaft  zur  Zusam-
       menarbeit mit  den herrschenden Klassen verkündet und mit Partei-
       prinzipien gebrochen  hatten. Vor  allem August Bebel verurteilte
       entschieden diese opportunistische Politik. Die Mehrheit billigte
       zwar nicht  ausdrücklich die  Haltung Vollmars,  lehnte sie  aber
       auch nicht,  wie Bebel gefordert hatte, ab; damit erhielt Vollmar
       in dieser  Frage freie  Hand. Das wichtigste neue Problem war die
       Agrarfrage, besonders das Bündnis mit den Bauern. Vollmar verwarf
       die  marxistischen   Ansichten,  verkündete  die  Verewigung  des
       Kleinbetriebs als  sozialistisches Ziel  und schlug entsprechende
       Reformen vor,  die der bestehende Staat in Zusammenarbeit mit der
       Sozialdemokratie   durchführen    sollte.   Damit   griffen   die
       Opportunisten Grundprinzipien  des wissenschaftlichen Kommunismus
       an, vor  allem die  Vergesellschaftung der Produktionsmittel, die
       Lehre vom  Staat, von  der Revolution  und vom  Klassenkampf. Die
       Mehrheit des Parteitags, mit der Bauernfrage wenig vertraut, ließ
       sich überrumpeln und nahm eine Resolution an, die sich wesentlich
       auf dieser  Linie bewegte.  Ferner wurde  eine Entschließung  zur
       Rolle der aufkommenden Monopole angenommen, in der einige
       
       #590# Anhang und Register
       -----
       richtige Einsichten  mit opportunistischen Schlußfolgerungen ver-
       mischt waren. Der Parteitag zeigte deutlich das Anwachsen des Op-
       portunismus, spiegelte jedoch nicht das politische Niveau und den
       revolutionären Kampfgeist  des übergroßen Teils der sozialistisch
       organisierten Arbeiter wider. Das bewies der unmittelbar folgende
       Proteststurm der  Parteimitglieder. Engels'  Arbeit "Die  Bauern-
       frage in  Frankreich und Deutschland" (siehe Band 22 unserer Aus-
       gabe, S. 483 - 505) war der deutschen Sozialdemokratie eine wich-
       tige Waffe im Kampf gegen den Opportunismus. 294 307 325 335
       327 Eduard  Bernstein bereitete  einen Artikel  über den  dritten
       Band des  "Kapitals" für  die "Neue  Zeit" vor  (siehe Anm. 332).
       Darum las er die Korrekturbogen des dritten Bandes und unterrich-
       tete Engels am 5.September 1894 über die von ihm bemerkten Druck-
       fehler. Weiter informierte er Engels, daß Hermann Schlüter ihn um
       einen Artikel  zu dem  selben Thema für die "New Yorker Volkszei-
       tung" ersucht  habe. Bernstein  lehnte Schlüters  Ersuchen ab und
       bat Engels,  dies Schlüter  mitzuteilen, wobei er bemerkte, falls
       Engels aus irgendwelchen Gründen wünsche, daß er den Artikel doch
       schreibe, so werde er es tun. 296
       328 Wie  Eduard Bernstein  in seinen) Brief vom 5. September 1894
       an Engels  erwähnte, hatte  ihn Joseph  Edwards in Liverpool auf-
       gefordert, für  ein von  ihm vorbereitetes  Jahrbuch ("The Labour
       Annual") einen  Artikel über  die  deutsche  Sozialdemokratie  zu
       schreiben. Bernstein  teilte Engels  mit, daß  er bereits  Edward
       Aveling um  seine Meinung  befragt habe. Aveling habe ihm geraten
       abzulehnen. 296
       329 Diese  Zeilen schrieb  Engels auf eine Postkarte. Sie ist mit
       folgender Adresse  in Engels'  Handschrift versehen: E. Bernstein
       Esq., 50, Highgate Road, N.W. 297
       330 Japan, das faktisch seit 1885 gemeinsam mit China das Protek-
       torat über  Korea ausgeübt  hatte, provozierte im Sommer 1894 den
       Japanisch-Chinesischen Krieg, um sich Korea völlig zu unterwerfen
       und in  Nordchina festen  Fuß zu fassen. Die chinesischen Truppen
       erlitten zu  Wasser und  zu Lande  schwere Niederlagen. China war
       schließlich zur  Kapitulation gezwungen. 1895 wurde der Friedens-
       vertrag von  Shimonoseki geschlossen,  der Korea für "unabhängig"
       erklärte, aber  Japan die Vorherrschaft in Korea sicherte und die
       Annexion Taiwans  und einiger  anderer Inseln  durch Japan  fest-
       legte. Außerdem  mußte China  Kontributionen in Höhe von 200 Mil-
       lionen Tael  an Japan  zahlen. Japan  erhielt das Recht, in China
       Betriebe zu  errichten; einige  chinesische Häfen  wurden für den
       Handel geöffnet. 298 301 310
       331 Paul Lafargue, "Der Klassenkampf in Frankreich". In: Die Neue
       Zeit. 12. Jg. 1893/94. 2. Bd., Nr. 46, 47, 48 und 49. 299
       332 Eduard  Bernstein, "Der  dritte Band des 'Kapitals'". In: Die
       Neue Zeit. 13. Jg. 1894/95. 1. Bd., Nr. 11-14, 16, 17 und 20. 300
       361
       333 Karl  Kautsky hatte Engels am 17. September 1894 als Drucksa-
       che eine  armenische Übersetzung der "Entwicklung des Sozialismus
       von der  Utopie zur Wissenschaft" zugesandt, die er von einem ar-
       menischen Studenten  erhalten hatte  (siehe vorl.  Band, S. 327).
       300 327
       334 Das  Honorar für die in der "Neuen Zeit", 12. Jg. 1893/94, 2.
       Bd., Nr.  42/43 nachgedruckten "Zwei Kapitel aus dem dritten Band
       des 'Kapital'"  hatte Karl  Kautsky, wie er am 14. September 1894
       Engels mitteilte,  versehentlich an Victor Adler statt an die Er-
       ben von Marx geschickt (siehe Anm. 198). 300
       335 Ende  Oktober 1894  bedankte sich  Emile Vandervelde  für die
       hier von Engels ausgesprochenen
       
       #591# Anmerkungen
       -----
       Glückwünsche, die,  wie er schrieb, eine große Ermutigung für die
       belgischen Sozialisten waren. 302
       336 Am  14. und 21. Oktober 1894 fanden in Belgien Wahlen auf der
       Grundlage des  neuen Wahlgesetzes  vom 18. April 1893 (siehe Anm.
       184) statt.  Die belgische  Arbeiterpartei kam  zum erstenmal mit
       ungefähr 30  Deputierten in  die Kammer.  Engels nennt  das Wahl-
       ergebnis in  Belgien den  zweiten Sieg, nachdem im April 1893 das
       allgemeine Wahlrecht erkämpft worden war. 302 309 325
       837 Im  Oktober 1894  war Engels von 122, Regent's Park Road nach
       41, Regent's Park Road umgezogen. 304
       338 G.W. Plechanow hatte Engels am 30. Oktober 1894 brieflich ge-
       beten, ihn in die "Neue Rheinische Zeitung" und die "Neue Rheini-
       sche Zeitung. Politisch-ökonomische Revue" einsehen zu lassen. Zu
       diesem Zweck  hatte er  bereits einige Male bei Engels vorgespro-
       chen, ihn jedoch nicht angetroffen. 305
       339 Diese  Zeilen schrieb  Engels auf eine Postkarte. Sie ist mit
       folgender Adresse  in Engels'  Handschrift versehen:  Herrn  Karl
       Hirsch, Red.  der "Rheinischen  Zeitung", Hämmergasse  37,  Köln,
       Germany. 306
       340 Gemeint  ist Paul Lafargues Referat "La Propriété paysanne et
       l'évolution économique", das er auf dem Kongreß von Nantes (siehe
       Anm. 325)  gehalten hatte.  Es wurde  in der Beilage des "Sozial-
       demokrat"  vom  18.  Oktober  1894  unter  der  Überschrift  "Das
       bäuerliche Eigenthum und die wirthschaftliche Entwickelung. Refe-
       rat auf dem Kongreß von Nantes im Namen des Nationalraths der Ar-
       beiterpartei" veröffentlicht. 309 321 324
       341 Laura  Lafargue hatte Engels am 10. November 1894 vorgeschla-
       gen, seine "Geschichte des Urchristentums" (siehe Band 22 unserer
       Ausgabe, S.  447-473) ins Französische zu übersetzen. Engels' Ar-
       beit wurde von Laura übersetzt und unter dem Titel "Contributions
       à la  Histoire du Christianisme primitif" in "Le Devenir social",
       April/Mai 1895, veröffentlicht. 313 468
       342 Am 10. November 1894 hatte August Bebel Engels brieflich eine
       ausführliche Einschätzung des Frankfurter Parteitages (siehe Anm.
       326) gegeben. Er hatte ihn auch darüber informiert, daß Georg von
       Vollmar auf  dem Parteitag versucht hatte, seine opportunistische
       Politik in  der Agrarfrage  mit Engels' Autorität zu decken. "Das
       Maß der  Vollmariade ist  voll bis zum Überlaufen", schrieb Bebel
       und bat Engels, gegen Vollmar Stellung zu nehmen. 313
       343 In einer Nachschrift zu Laura Lafargues Brief vom 24. Oktober
       1894 hatte  Paul Lafargue  darum gebeten,  sein Buch  "Origine et
       évolution de la propriété" (siehe Anm. 306) Engels widmen zu dür-
       fen. Lafargues Arbeit trägt die Widmung "A Friedrich Engels - Son
       disciple et  ami Paul  Lafargue" ("Friedrich  Engels  von  seinem
       Schüler und Freund Paul Lafargue"). 314
       344 Es  ist möglich,  daß es  sich um  Georges  Regnard  handelt.
       Regnard war  Professor an  der Universität  zu Lausanne, Anhänger
       Benoît Malons  und seit 1894 Chefredakteur (directeur) der "Revue
       socialiste". 314
       345 Diese  Zeilen schrieb  Engels auf eine Postkarte. Sie ist mit
       folgender Adresse  in Engels' Handschrift versehen: Ed. Bernstein
       Esq., 50, Highgate Road, N.W. 317
       346 Eleanor  Marx-Aveling, "Wie  Lujo Brentano  zitirt". In: "Die
       Neue Zeit", 13. Jg. 1894/95, 1. Bd., Nr. 9. 320
       
       #592# Anhang und Register
       -----
       347 Der  "Vorwärts" vom  16.November 1894 veröffentlichte Engels'
       "Brief an  die Redaktion  des 'Vorwärts'"  (siehe Band 22 unserer
       Ausgabe, S.  480/481). Darin  nimmt Engels  zu Georg von Vollmars
       Erklärung auf  dem Frankfurter  Parteitag (siehe  Anm. 342) Stel-
       lung. 320
       348 Diese  Zeilen schrieb  Engels auf eine Postkarte. Sie ist mit
       folgender Adresse  in Engels' Handschrift versehen: Ed. Bernstein
       Esq., 29, Red Lion Square, W.C. 321
       349 Engels'  Arbeit "Die  Bauernfrage in  Frankreich und Deutsch-
       land" (siehe  Band 22  unserer Ausgabe, S. 483-505) ist eines der
       bedeutendsten Dokumente  des  Marxismus  zur  Agrarfrage.  Engels
       schrieb sie  für die "Neue Zeit". Der unmittelbare Anlaß dazu wa-
       ren die  opportunistischen  Äußerungen  Georg  von  Vollmars  zur
       Agrarfrage, vor  allem über die Agrarresolution auf dem Frankfur-
       ter Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (siehe
       Anm. 326). Bei der Begründung der von ihm vorgeschlagenen Maßnah-
       men berief  sich Vollmar  auf das Agrarprogramm der französischen
       Sozialisten, das,  wie er behauptete, die ausdrückliche Billigung
       von Engels  gefunden habe. Engels, der schon früher ähnlichen Be-
       hauptungen entgegengetreten  war (siehe  Band 22 unserer Ausgabe,
       S. 480/481)  hielt es  für notwendig, in einem besonderen Aufsatz
       den revolutionären proletarischen Standpunkt zur Bauernfrage dar-
       zulegen. Engels'  Aufsatz wurde zu einer wichtigen Waffe im Kampf
       gegen den  Opportunismus, besonders in der Agrarfrage. Er entwic-
       kelte darin  wesentliche Grundgedanken  der sozialistischen Umge-
       staltung der  Landwirtschaft und  des sozialistischen  Bündnisses
       zwischen Arbeiter und Bauern. 322
       350 Bei  der im  "Vorwärts" nach dem Frankfurter Parteitag (siehe
       Anm. 326)  geführten Diskussion  über die  Agrarfrage war es zwi-
       schen Karl  Kautsky und Georg Ledebour zu einer Polemik gekommen.
       Am 20. November 1894 veröffentlichte der "Vorwärts" einen Protest
       Kautskys gegen  Ledebours Behauptung, er, Kautsky, habe in seiner
       Schrift über  das Erfurter  Programm ebenso wie Georg von Vollmar
       und Bruno  Schoenlank in  der Agrardebatte  auf dem Parteitag die
       Ansicht vertreten,  daß in  der sozialistischen  Gesellschaft der
       kleinbäuerliche  Besitz  erhalten  bleibe.  Ledebours  Erwiderung
       brachte der "Vorwärts" am 21. November 1894. 322
       351 Am  14. November 1894 kritisierte August Bebel auf einer Ver-
       sammlung im  2.Berliner Wahlkreis  in einer längeren Rede die op-
       portunistische Haltung  Georg von Vollmars und anderer bayrischer
       Sozialdemokraten auf  dem Frankfurter Parteitag (siehe Anm. 326).
       Er wandte  sich auch gegen den verschwommenen Charakter der Reso-
       lution über  die Agrarfrage,  die der Parteitag angenommen hatte.
       Bebels Rede  wurde im "Vorwärts" vom 16. November 1894 veröffent-
       licht und  am 1.  Dezember 1894  in der "Critica Sociale" nachge-
       druckt. 322 324 330 337 340 351
       352 Bei  den Diskussionen zur Grund- und Bodenfrage in der Inter-
       nationalen Arbeiterassoziation war es zu heftigen Auseinanderset-
       zungen mit den Proudhonisten und den Bakunisten gekommen; erstere
       verteidigten die  Unantastbarkeit  des  kleinen  privaten  Grund-
       eigentums, während die Bakunisten zu beweisen versuchten, daß mit
       der Abschaffung  des Erbrechts das Privateigentum überhaupt, auch
       das an Grund und Boden, verschwinden würde. Der Brüsseler Kongreß
       der IAA  von 1868 und der Baseler Kongreß von 1869 bekannten sich
       zu dem marxistischen Standpunkt in der Grund- und Bodenfrage. Sie
       beschlossen die Forderung nach Beseitigung des Privateigentums an
       Grund und Boden und seine Umwandlung in gesellschaftliches Eigen-
       tum. 322
       353 Engels'  anonyme Notiz  "Zum  vierten  Band  von  Karl  Marx'
       'Kapital'" (siehe Band 22
       
       
       #593# Anmerkungen
       -----
       unserer Ausgabe,  S. 506)  veröffentlichte Karl  Kautsky  in  der
       "Neuen Zeit", 13. Jg. 1894/95, 1. Bd., Nr. 9. 322
       354 Ein  mit Gallus  unterzeichneter Artikel Paul Lafargues, "Der
       landwirtschaftliche Kredit  in Frankreich",  war am  6.  November
       1894 erschienen. 325
       355 Am  6. Dezember  1894 hatte  die Regierung den "Entwurf eines
       Gesetzes, betreffend  Änderungen und Ergänzungen des Strafgesetz-
       buchs, des  Militärstrafgesetzbuchs und  des  Gesetzes  über  die
       Presse", die  sog. Umsturzvorlage, im Reichstag eingebracht. Nach
       diesem Gesetz sollten Umsturzbestrebungen bereits ohne Tatbestand
       mit Zuchthaus  und vorgebliche  Angriffe auf Religion, Monarchie,
       Ehe, Familie  oder Eigentum  mit Gefängnis bis zu zwei Jahren be-
       straft werden. Die Mehrheit der bürgerlichen Reichstagsabgeordne-
       ten wagte  es angesichts  der Stimmung  der Massen  nicht, dieser
       Vorlage zuzustimmen.  Am 11. Mai 1895 wurde der Gesetzentwurf we-
       gen des  Massenprotestes aus  allen Kreisen  der Bevölkerung, des
       energischen Kampfes  der Sozialdemokratie und der Opposition bür-
       gerlicher Parteien in zweiter Lesung endgültig abgelehnt. 325 357
       365 368 386 389 399 403 412 419 425 439 443 448 450 466 468 470
       356 Am 26. Oktober 1894 wurde Reichskanzler Leo von Caprivi wegen
       Meinungsverschiedenheiten über die Methoden zur Unterdrückung der
       Sozialdemokratie entlassen.  Neuer Reichskanzler  wurde Fürst  zu
       Hohenlohe-Schillingsfürst. 325
       357 Anspielung auf den vom Präsidenten der Republik Jean Casimir-
       Périer  inszenierten  Prozeß  gegen  Alfred-Léon  Gérault-Richard
       (siehe Anm. 381). 325
       358 Von diesem Brief ist ein Entwurf erhalten geblieben, der sich
       im wesentlichen mit dem Brief deckt. 327
       359 Am 12. November 1894 hatte N.F. Danielson an Engels geschrie-
       ben und  ihn über  das Erscheinen  von  Peter  von  Struves  Buch
       "Krititscheskija sametki  k woprossu ob ekonomitscheskom raswitii
       Rossii" informiert. Danielson, der mit einigen der von Struve ge-
       äußerten Ansichten  nicht einverstanden  war, hatte  die Absicht,
       das Buch zu besprechen, und bat Engels, einige Fakten und Ansich-
       ten aus Engels' Briefen zitieren zu dürfen. 328
       360 Der  Brief wird  nach einer  maschinengeschriebenen Abschrift
       gebracht. Das Original steht uns nicht zur Verfügung. 330 441
       361 Es handelt sich um den zweiten Parteitag der bayrischen Sozi-
       aldemokratie, der am 30. September 1894 in München stattfand. Auf
       der Tagesordnung  stand die  Tätigkeit  der  sozialdemokratischen
       bayrischen Landtagsabgeordneten  und die Agitation unter den Bau-
       ern. Zu  beiden Fragen  verstanden es  Georg von Vollmar und Karl
       Grillenberger, die  Unterstützung der Mehrheit des Parteitages zu
       erreichen. Durch  ein Vertrauensvotum  für  die  Landtagsfraktion
       sanktionierte der  Parteitag die  Budgetbewilligung. Es wurde ein
       Beschluß gefaßt  über die  Schaffung einer  festeren Organisation
       der bayrischen  Sozialdemokraten unter  zentraler  Leitung  ihrer
       Vertreter im  Landtag -  Vollmar, Grillenberger u.a. Dadurch ver-
       suchte Vollmar, sich eine Bastion für die Durchsetzung seiner op-
       portunistischen Politik in der Gesamtpartei zu schaffen. 330 335
       363 Georg  von Vollmar  trat auf dem Frankfurter Parteitag (siehe
       Anm. 326)  gegen die  Anträge auf,  in denen  die Zustimmung  der
       sozialdemokratischen bayrischen  Landtagsfraktion zum  Budget der
       bayrischen Landesregierung  mißbilligt wurde.  Er versuchte seine
       Haltung  zu   rechtfertigen,  indem   er  u.a.  die  spezifischen
       "bayrischen Verhältnisse"  und die  "bayrische Art" hervorhob, in
       die sich die "Norddeutschen" nur schwer hineinzufinden,
       
       #594# Anhang und Register
       -----
       er sprach  vom "altpreußischen  Korporalsgeist" und mokierte sich
       über die "Berliner". 330
       303 Anspielung  auf den  im "Vorwärts" vom 23.November 1894 unter
       der Überschrift  "In eigener Sache" veröffentlichten Artikel, der
       vermutlich von Wilhelm Liebknecht verfaßt wurde. Darin wurde her-
       vorgehoben, daß  die Stellung  der Redaktion zum Frankfurter Par-
       teitag (siehe  Anm. 326),  die bereits  in zwei  Leitartikeln zum
       Ausdruck gebracht  worden war,  in "diametralem Gegensatz" zu dem
       stehe, was  August Bebel  auf der Versammlung im 2.Berliner Wahl-
       kreis (siehe  auch Anm. 351) gesagt habe. Am 24. November brachte
       der "Vorwärts" eine weitere Notiz "Zur Diskussion über den Frank-
       furter Parteitag",  die faktisch einer Berichtigung des am Vortag
       Geäußerten gleichkam.  Es hieß  darin, in dem Artikel vom 23. No-
       vember sei  es nur  um das "pessimistische Urteil Bebels über den
       ganzen Verlauf der Verhandlungen und das geistige Niveau des Par-
       teitags..." gegangen,  das die Redaktion des "Vorwärts" in keiner
       Weise billige.  Die Äußerung  hätte sich nicht gegen Bebels Stel-
       lungnahme gerichtet;  Liebknecht habe  die  Bebelsche  Resolution
       über die  Taktik in  den Landtagen  mitunterzeichnet und mitredi-
       giert, und in der Agrarfrage stehe er "seit einem Vierteljahrhun-
       dert auf demselben Standpunkt wie Bebel". 331
       364 Offensichtlich  ist der  am 1.  Dezember 1894 in der Londoner
       "Justice" als  Berliner Korrespondenz veröffentlichte anonyme Ar-
       tikel "The  Movement in Germany" gemeint, der sich mit der Agrar-
       frage in  Deutschland und  den Auseinandersetzungen  in der deut-
       schen Sozialdemokratie  befaßte. Der  "Vorwärts" wurde  darin be-
       schuldigt, in  diesen Fragen  eine "bemerkenswerte  Verschwiegen-
       heit" zu  zeigen. Als Beispiel wurde ein Artikel über die sozial-
       demokratische Presse Englands angeführt, der im "Vorwärts" vom 1.
       November 1894  veröffentlicht und  in dem die "Justice" nicht er-
       wähnt worden  war. Außerdem  wurde gegen  die Angriffe  auf Henry
       Mayers Hyndman  protestiert. Eduard Bernstein wies diese Ausfälle
       in seiner Erwiderung "The 'Vorwärts' and 'Justice'. To the Editor
       of Justice'",  die von  der "Justice"  am 8.  Dezember 1894 abge-
       druckt wurde, energisch zurück. 334
       365 August  Bebels Rede  vom 14.November  1894 (siehe  Anm.  351)
       hatte eine  heftige Polemik in der Hauptsache mit Georg von Voll-
       mar hervorgerufen.  Bereits am  17. und  21. November  1894 hatte
       Karl Grillenberger  in der "Fränkischen Tagespost" eine Erklärung
       veröffentlichen lassen,  die der "Vorwärts" am 20. und 24. Novem-
       ber abdruckte. Vollmar veröffentlichte in der "Münchener Post" am
       23., 24.  und 27.  November eine Artikelserie "Bebels Fahnenerhe-
       bung". Auch  diese Artikel brachte der "Vorwärts". Die vier Arti-
       kel von Bebel, in denen er sich mit Vollmars Anschuldigungen aus-
       einandersetzte, erschienen  unter der Überschrift "Zur Diskussion
       über den  Frankfurter Parteitag.  Zur Entgegnung" am 28., 29. und
       30. November sowie am 1. Dezember 1894 im "Vorwärts". 334 338 340
       366 Am 28. November 1894 hatte Filippo Turati an Engels geschrie-
       ben: "Wir  haben hier einige ... junge Sozialisten, die sich sehr
       bemühen, für uns einen sozialistischen Almanach zu Neujahr vorzu-
       bereiten. Darin soll unserer Verurteilten und Deportierten, unse-
       rer Märtyrer des vergangenen Jahres gedacht werden... Sie möchten
       auch gern  einige Worte,  Gedanken, irgend  etwas Kurzes  von den
       führenden Leuten des internationalen Sozialismus bringen und wür-
       den sich  glücklich schätzen, ein paar Zeilen vom Kommandierenden
       General zu  erhalten. Ich  konnte es  ihnen nicht  abschlagen und
       habe versprochen, an Sie zu schreiben. Sollte es Ihre Zeit jedoch
       nicht erlauben  oder sollten Sie keine Lust haben, so sind Sie im
       voraus entschuldigt..."
       Der von den jungen Sozialisten vorbereitete "Almanacco socialista
       per l'anno  1895" kam  in Mailand mit einer Einführung von Turati
       heraus. 337
       
       #595# Anmerkungen
       -----
       367 Auf der Reichstagssitzung vom 6. Dezember 1894 waren die Mit-
       glieder der  sozialdemokratischen Fraktion  sitzengeblieben,  als
       der Präsident  von Levetzow  ein Hoch auf Wilhelm II. ausbrachte.
       Am 11.  Dezember beantragte  der Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe
       gegen Wilhelm  Liebknecht strafrechtliche  Verfolgung wegen Maje-
       stätsbeleidigung. Am 15. Dezember wurde dieser Antrag mit 168 ge-
       gen 58 Stimmen abgelehnt. 338 350 365 368
       368 Georg  von Vollmar  hatte am 1. Juni 1891 in München in einer
       öffentlichen Parteiversammlung  über die  Aufgaben und die Taktik
       der Sozialdemokratie  unter dem  sog. Neuen  Kurs  der  Regierung
       Caprivi gesprochen.  In dieser  berüchtigten "Eldorado-Rede",  so
       genannt nach  dem Münchener  Lokal Eldorado,  wo die  Versammlung
       stattfand,  faßte  Vollmar  die  Auffassungen  der  Opportunisten
       zusammen   und   versuchte,   der   Partei   die   Taktik   einer
       Zusammenarbeit mit  den herrschenden Klassen in Fragen der Innen-
       und Außenpolitik,  insbesondere  im  l  alle  eines  Krieges  mit
       Rußland, aufzuzwingen. Er forderte eine Taktik, die eine langsame
       reformerische Umgestaltung  der Gesellschaft  herbeiführen solle.
       Vollmars opportunistische  Forderungen liefen auf die Aufgabe der
       revolutionären Grundpositionen  der  Sozialdemokratie,  auf  eine
       Aussöhnung  der   Arbeiterklasse  mit   dem   preußisch-deutschen
       Militärstaat und  der kapitalistischen  Gesellschaftsordnung  hi-
       naus. Seine  Rede, die  die Zustimmung  der  bürgerlichen  Presse
       erhielt, rief  in der  Partei heftige Kritik hervor und wurde auf
       dem Erfurter  Parteitag (siehe  Anm. 247) entschieden verurteilt.
       338
       369 Gemeint ist die Polemik des "Vorwärts" mit Georg von Vollmar,
       die durch  dessen Artikel  "Le socialisme de M. de Bismarck et le
       socialisme de  l'empereur Guillaume",  in der Pariser Zeitschrift
       "Revue bleue. Revue politique et littéraire" von Juni 1892 ausge-
       löst worden  war. Vollmar  hatte in seinem Artikel behauptet, daß
       sich das Erfurter Programm in einer Reihe von Forderungen dem von
       Bismarck und  Wilhelm II.  proklamierten Staatssozialismus  annä-
       here. Vollmars Artikel rief eine breite Diskussion in der sozial-
       demokratischen Presse  hervor. Der "Vorwärts" wandte sich in sei-
       nen redaktionellen  Artikeln "Staatssozialismus"  am 6., 12., 21.
       und 22. Juli 1892 gegen Vollmars Behauptungen. 338
       370 Anspielung  darauf, daß  Georg von  Vollmar  das  katholische
       Benediktinergymnasium Sankt  Stephan in  Augsburg besucht  hatte.
       340
       371 Es  handelt sich  um den  Brief vom  24. November 1894 (siehe
       vorl. Band,  S. 330) ; über den Verbleib des von Engels erwähnten
       anderen Briefes ist uns nichts bekannt. 340
       372 Wilhelm  Liebknecht hatte am 12. Dezember 1894 in der Debatte
       über den  Reichshaushaltsetat eine  Rede gehalten, in der er u.a.
       auch auf  die mit der "Umsturzvorlage" (siehe Anm. 355) zusammen-
       hängenden Fragen  und die  sog. Majestätsbeleidigung  (siehe Anm.
       367) einging.  Seine Rede  wurde im  "Vorwärts" vom  13. Dezember
       1894 gekürzt abgedruckt. 340
       373 Am  13. Dezember 1894 hatte Witold Jodko-Narkiewicz an Engels
       geschrieben, daß  auf dem III. Parteitag der Sozialdemokratie Ga-
       liziens "ein  Vorschlag ähnlich  dem französischen  Agrarprogramm
       gemacht" wurde,  der abgewiesen worden sei. Seitdem habe man sich
       in allen polnischen Zeitungen mit der Landfrage beschäftigt. Des-
       halb beabsichtige  er, den in der "Neuen Zeit" erschienenen Arti-
       kel von  Engels, "Die Bauernfrage in Frankreich und Deutschland",
       übersetzen zu  lassen  und  im  "Przedswit"  zu  veröffentlichen.
       Jodko-Narkiewicz bat Engels um die Erlaubnis dazu. Im "Przedswit"
       vom Dezember  1894 erschien  Engels' Arbeit unter der Überschrift
       "Kwestya wloscianska". 345
       
       #596# Anhang und Register
       -----
       374 Auf  der vom 19. bis 21. August 1882 in Zürich durchgeführten
       Konferenz der  deutschen Sozialdemokratie  war einstimmig die Er-
       richtung eines Parteiarchivs beschlossen worden. Die ersten Mate-
       rialien des  Archivs sammelte  Eduard Bernstein  in Zürich.  Seit
       April 1883  stand das Archiv unter der Leitung Hermann Schlüters.
       Als im  Mai 1886  die Redakteure des "Sozialdemokrat" die Schweiz
       verlassen mußten  und der Verlag des Blattes mit Hilfe von Engels
       nach London  übersiedelte, wurde  auch das Parteiarchiv nach Eng-
       land gebracht  und im  Juni 1888  in London mit Unterstützung von
       Julius Motteler  aufgebaut. In  den nachfolgenden  Jahren entwic-
       kelte sich dieses Archiv dank der Fürsorge und Unterstützung sol-
       cher Persönlichkeiten wie August Bebel, Wilhelm Liebknecht, Franz
       Mehring und  Julius Motteler  zu einer wertvollen Dokumentensamm-
       lung der  Arbeiterbewegung. Nach dem Fall des Sozialistengesetzes
       (siehe Anm.  143) kam  es nach  Berlin. Im Parteiarchiv wurde der
       literarische Nachlaß  der Führer  der deutschen Arbeiterbewegung,
       in erster Linie von Marx und Engels, die Literatur zur Geschichte
       der deutschen  und internationalen Arbeiterbewegung sowie die Ar-
       beiterpresse gesammelt. 347
       375 Diese  Zeilen schrieb Engels auf einen Kartenbrief. Er ist in
       Engels' Handschrift  mit  folgender  Adresse  versehen:  Monsieur
       Pierre Lavroff, 328, rue Saint Jacques, Paris - France. 349
       376 Nach  seinem Rücktritt als Ministerpräsident im November 1893
       hatte Giovanni Giolitti am 11. Dezember 1894 die Banca Romana be-
       lastende Dokumente  (siehe auch  Band 22 unserer Ausgabe, S. 358-
       364), die  er aus  Staatsgründen noch  nicht der Justiz übergeben
       hatte, der  Deputiertenkammer überreicht.  Daraufhin wurde sofort
       eine Untersuchungskommission ernannt. 351
       377 Diese  Zeilen schrieb  Engels auf eine Postkarte. Sie ist mit
       folgender Adresse  in Engels' Handschrift versehen: G.W. Lamplugh
       Esq. 28 Jermyn St., S.W. 352
       378 Der  Text dieses  Briefes wurde, bis auf den ersten Satz, als
       "Grußadresse an  die österreichischen  Arbeiter zum täglichen Er-
       scheinen der  'Arbeiter-Zeitung'" (siehe Band 22 unserer Ausgabe,
       S. 508)  veröffentlicht. Die  Grußadresse erschien  am 1.  Januar
       1895 in der "Arbeiter-Zeitung". 355
       379 Laura  Lafargue hatte  Engels am 23.Dezember 1894 mitgeteilt,
       daß die Zeitungen "Le Peuple" (Lyon) und "Réveil du Nord" (Lille)
       nunmehr täglich erscheinen werden. 356
       380 Eine  französische Ausgabe des "Manifests der Kommunistischen
       Partei" war  von September  bis November 1894 in "L'+re nouvelle"
       veröffentlicht worden.  Da jedoch das "Manifest "auch als Einzel-
       broschüre in  demselben Verlag  herauskommen sollte,  hatte Laura
       Lafargue in ihrem Brief vom 23. Dezember 1894 Engels um Rat gebe-
       ten, welches Vorwort man voranstellen sollte; die Übersetzung der
       vier Vorworte,  die in  die deutsche Ausgabe von 1890 aufgenommen
       wurden, hielt Laura Lafargue nicht für angebracht.
       Die 1895  in  Paris  veröffentlichte  Broschüre  des  "Manifests"
       enthielt ein kurzes Vorwort des Verlages.
       Bei den  vier Vorworten  handelt es  sich um das Vorwort von Marx
       und Engels  für die  deutsche Ausgabe  von 1872 sowie um die Vor-
       worte von  Engels zu den deutschen Ausgaben von 1883 und 1890 (im
       letztgenannten ist das von Marx und Engels für die russische Aus-
       gabe 1882  verfaßte mit  enthalten). (Siehe  Band 18 unserer Aus-
       gabe, S. 95-96, Band 21, S. 3/4 und Band 22, S. 52-59.) 356
       381 Der  erste, dem  auf Grund des in Frankreich im Juli 1894 er-
       lassenen Anarchistengesetzes  (siehe Anm. 303) der Prozeß gemacht
       wurde, war Alfred-Léon Gérault-Richard; er wurde zur Höchststrafe
       - zu einem Jahr Gefängnis und 3000 frs. Geldbuße - verurteilt
       
       #597# Anmerkungen
       -----
       wegen eines  gegen den  Präsidenten der Republik Jean Casimir-Pé-
       rier gerichteten  Artikels in  "Le Chambard".  Im  Dezember  1894
       wurde Gérault-Richard von den Blanquisten als Kandidat in die De-
       putiertenkammer für  das XIII.  Arrondissement von  Paris  aufge-
       stellt und  am 6. Januar 1895 gewählt. Am 10. Januar 1895 forder-
       ten die  sozialistischen Deputierten in der Kammer seine Freilas-
       sung. Dieser  von Alexandre  Millerand eingebrachte  Antrag wurde
       mit 294  gegen 205  Stimmen abgelehnt; erst später wurde Gérault-
       Richard freigelassen. 357 382
       382 Das  an Victor Adler abgeschickte Exemplar des dritten Bandes
       des "Kapitals" enthält eine Widmung von Engels, die vom 1. Januar
       1895 datiert ist. 358
       383 Nach  dem Erscheinen  des dritten Bandes des "Kapitals" hatte
       Engels mit  der Vorbereitung einer Ausgabe der Werke von Marx und
       seiner eigenen  Arbeiten begonnen.  Er bemühte  sich, die  frühen
       Schriften von Marx und verschiedene eigene Arbeiten wieder aufzu-
       finden, die  in den  fünfziger Jahren in der "New-York Daily Tri-
       büne" erschienen  waren. Engels korrespondierte hierüber mit Lud-
       wig Kugelmann, von dem er wußte, daß er viele dieser Arbeiten für
       seine Bibliothek gesammelt hatte. Kugelmann war Engels bei weite-
       ren Ermittlungen behilflich. 359
       384 Im  September 1893  war Engels mit Ludwig Kugelmann in Berlin
       zusammengetroffen. Sie  führten damals  auch Gespräche  über  die
       Herausgabe der  gesammelten Werke von Marx und Engels, die Engels
       vorbereitete. 359
       385 Ludwig Kugelmann teilte Engels um den 5. Januar 1895 mit, daß
       der Sammler  der Marxschen  Schriften in  den USA  Hermann  Meyer
       gewesen sei,  der 1848  nach Amerika  ausgewandert war. Als Meyer
       bei einem Schiffsunglück 1875 ums Leben kam, gelangten viele sei-
       ner Bücher  und Dokumente  in die  Hände seines  Neffen  Max  Li-
       vingston in Pittsburgh. Davon hatte Kugelmann bereits 1876 gehört
       und Livingston  damals gebeten, ihm diese Marxschen Schriften für
       eine Gesamtausgabe  der Werke  von Marx und Engels zu überlassen.
       Livingston hatte  Kugelmann am  21. März  1876  geantwortet,  daß
       viele Bücher Hermann Meyers bei dem Schiffsunglück verlorengegan-
       gen seien,  er jedoch eine große Anzahl Korrespondenzen und Leit-
       artikel der  "New-York Daily  Tribüne" aus  den Jahren  1851-1858
       sorgfältig geordnet  und aufgeklebt  gefunden habe,  die für eine
       Gesamtausgabe zur  Verfügung ständen,  (siehe auch Anm. 469). 359
       375 397
       386 Hermann  Schlüter hatte  Engels am  11. August 1894 brieflich
       gebeten, Eduard  Bernstein vorzuschlagen,  eine Artikelserie  zum
       dritten Band  des "Kapitals"  für die  Sonntagsbeilage  der  "New
       Yorker Volkszeitung" zu schreiben. 361
       387 Am  3. Mai  1894 hatten  die Arbeiter der Berliner Brauereien
       den sog.  Bierboykott erklärt  - Den Anstoß hatte die Aussperrung
       von etwa  300 Böttchern der Rixdorfer Vereinsbrauerei wegen Teil-
       nahme an  den Feierlichkeiten zum 1. Mai 1894 gegeben. Die Arbei-
       ter forderten  u.a. die Anerkennung des 1. Mai als Feiertag, eine
       Verkürzung der Arbeitszeit auf 9 Stunden, die Anerkennung der be-
       stehenden Brauerciarbeiter-Organisationen,  Lohnentschädigung für
       die ausgesperrten  Arbeiter sowie Anerkennung des Arbeitsnachwei-
       ses. Die  Brauereibesitzer beantworteten  diese  Forderungen  mit
       Massenentlassungen. Der  Bierboykott nahm  immer größere  Ausmaße
       an. Schließlich  waren die  Unternehmer gezwungen,  im  September
       1894 auf  Verhandlungen einzugehen.  Die Forderungen der Arbeiter
       wurden im wesentlichen angenommen. Der Bierboykott wurde Ende De-
       zember 1894 aufgehoben. 362 366
       388 Karl  Kautsky hatte  Engels am  29. Dezember 1894 mitgeteilt,
       daß Wilhelm  Liebknecht einen  Brief von  Marx über Pierre-Joseph
       Proudhon entdeckt zu haben glaubte und
       
       #598# Anhang und Register
       -----
       denselben J.W.H.  Dietz zum  Abdruck angeboten  habe. Es handelte
       sich hierbei jedoch um den bereits 1865 im "Social-Demokrat" ver-
       öffentlichten Artikel  von Marx "Über P.-J. Proudhon" (siehe Band
       16 unserer  Ausgabe, S. 25-32), dessen Original Liebknecht gefun-
       den hatte. 363
       389 Am  15. Dezember  1894 hatte  August Bebel  im Reichstag eine
       Rede gehalten, in der er den Versuch der Regierung, Wilhelm Lieb-
       knecht unter  Bruch der  Verfassung strafrechtlich  verfolgen  zu
       lassen (siehe  Anm. 367), scharf verurteilte. Die Regierung hatte
       alles unternommen,  um den  Artikel 31  der Verfassung, der unter
       bestimmten Voraussetzungen  die  strafrechtliche  Verfolgung  von
       Reichstagsabgeordneten gestattete,  gegen Liebknecht  anzuwenden.
       Dabei war  sie bemüht,  den Artikel 30 der Verfassung zu umgehen,
       der besagte,  daß kein Mitglied des Reichstags wegen im Reichstag
       gemachter Äußerungen  gerichtlich verfolgt werden darf. Somit kam
       die Regierung  mit ihrer  eigenen Verfassung in Konflikt, während
       die Sozialdemokraten  die Einhaltung  der verfassungsmäßig garan-
       tierten demokratischen Rechte verteidigten. 366
       390 Engels vergleicht hier die Auseinandersetzungen innerhalb der
       deutschen Sozialdemokratie  zur Agrarfrage  (siehe Anm.  326) mit
       den Versuchen der Vertreter der süddeutschen Volkspartei 1869/70,
       die Zustimmung  der Eisenacher  Partei zum  Beschluß  des  Basler
       Kongresses  der   Internationalen  Arbeiterassoziation  über  die
       Nationalisierung  des   Grund  und   Bodens  zu  verhindern.  Der
       Stuttgarter Kongreß  (1870) der  Eisenacher Partei  hatte  diesen
       Bestrebungen eine eindeutige Abfuhr erteilt. 367
       391 Engels erinnert sich der Zeit, als er im April 1848 gemeinsam
       mit Marx  Paris verließ, um in Deutschland unmittelbar an der Re-
       volution teilzunehmen.  Vom 7.  bis 9.April 1848 weilten Marx und
       Engels in  Mainz, um  mit den dortigen Mitgliedern des Bundes der
       Kommunisten, zu denen auch Paul Stumpf gehörte, die weiteren Auf-
       gaben der Arbeitervereine zu besprechen. 368 ·
       392 Pasquale Martignetti hatte am 6. September 1894 an Engels ge-
       schrieben und  ihn gebeten, Edward Aveling zu übermitteln, daß es
       ihm nicht gelungen sei, seine - Avelings - Schrift "The Student's
       Marx" in italienischer Sprache herauszubringen. 369
       393 Die  italienische Übersetzung von Engels' Vorwort zum dritten
       Band des  "Kapitals" wurde  von Pasquale Martignetti besorgt. Sie
       erschien in  der Zeitschrift  "La Rassegna"  vom Januar 1895. 369
       414 435
       394 Es handelt sich um Louise Kautskys Notiz "Aus den Trades-Uni-
       ons", die  am 15. Januar 1895 in der "Arbeiter-Zeitung" erschien.
       Bereits am  5. Januar  1895 war  in demselben Blatt in der Rubrik
       "Aus den  Organisationen" eine  anonyme Notiz  "England" über die
       gleichen Probleme veröffentlicht worden. 371
       395 Die  "Arbeiter-Zeitung" vom  10. Januar  1895  brachte  unter
       "Frankreich" eine mit l.k. (Louise Kautsky) gezeichnete Notiz, in
       der auch ein Auszug aus einem Brief von Mrs. Crawford im Londoner
       "Weekly Dispatch" vom 6. Januar 1895 enthalten war. 371
       396 Es  handelt sich  um den  Artikel "Wnutrenneje obosrenije" in
       dem Petersburger  "Westnik Jewropy", Band VI, Buch 12, vom Dezem-
       ber 1894. 371
       397 Victor  Adler hatte  Engels in  seinem Brief vom 27. Dezember
       1894 gebeten,  Emile Vandervelde  den Vorschlag zu machen, an der
       Wiener "Arbeiter-Zeitung" als Korrespondent mitzuarbeiten. 372
       398 Victor  Adler informierte  Engels in seinem Schreiben vom 27.
       Dezember 1894  darüber, daß  er  in  der  "Arbeiter-Zeitung"  ein
       Feuilleton "Karl Marx in Wien" bringen werde.
       
       #599# Anmerkungen
       -----
       Er habe  einige Anhaltspunkte in dem Becherschen Organ "Der Radi-
       kale" gefunden. Ferner wollte Adler wissen, ob Engels sich an Al-
       fred Julius Becher erinnern könne.
       Am 24.  Januar 1895 erschien daraufhin in der "Arbeiter-Zeitung",
       gestützt auf  Mitteilungen  von  Engels  (siehe  vorl.  Band,  S.
       376/377) der Artikel "Karl Marx in Wien" von Max Bach. 372 399
       399 Diese  Behauptung stellte  Peter von  Struve in  seinem  Buch
       "Krititscheskija sametki  k woprosu  ob ekonomitscheskom raswitii
       Rossii" (siehe  auch Anm. 359) auf. N.F. Danielson schrieb Engels
       darüber am 1. Dezember 1894. 374
       400 Diese  Zeilen schrieb  Engels auf eine Postkarte. Sie ist mit
       folgender Adresse  in Engels'  Handschrift versehen: Herrn Dr. L.
       Kugelmann, 20 BI Warmbüchenstr., Hannover, Germany. 375 397
       401 Am  9. August  1848 nahm  die preußische  Nationalversammlung
       einen Antrag des Abgeordneten Julius Stein an, in dem der Kriegs-
       minister von  Schreckenstein aufgefordert wurde, wegen des bruta-
       len Vorgehens des Militärs gegen das Volk den Befehl zu erteilen,
       Offiziere, die  nicht mit  den konstitutionellen Bestrebungen des
       Volkes übereinstimmen,  aus der Armee zu entfernen. Trotz des Be-
       schlusses der  Nationalversammlung wurde  jedoch kein  derartiger
       Befehl erteilt.  Stein wiederholte  seinen Antrag am 7. September
       und forderte  die sofortige Durchführung des Beschlusses. Der An-
       trag wurde  mit 219  gegen 143  Stimmen angenommen, was zur Folge
       hatte,  daß   das  Ministerium  Auerswald-Hansemann  zurücktreten
       mußte. Vom  neuen Ministerium  Pfuel wurde der Befehl schließlich
       gegeben, jedoch nicht ausgeführt. 376
       402 Engels  hatte sich  in seinem  Vorwort zum  dritten Band  des
       "Kapitals" zu  einigen Stellen  in George Stiebelings Arbeit "Das
       Werthgesetz  und  die  Profit-Rate.  Leichtfaßliche  Auseinander-
       setzung  einiger  wissenschaftlicher  Fragen",  New  York']  890,
       kritisch geäußert.  Stiebeling versuchte in seinem "Offenen Brief
       an Herrn  Friedrich Engels  in London",  den die "Neue Zeit", 13.
       Jg. 1894/95,  1. Bd.,  Nr. 18, veröffentlichte, Engels' Kritik zu
       widerlegen. Die  "Neue Zeit"  schloß sich in einer redaktionellen
       Notiz dazu Engels' Meinung
       an. 378 385
       403 Hinweis  auf Ignaz  Auers Auftreten im Reichstag am 8. Januar
       1895 während  der Debatte  über die  Umsturzvorlage  (siehe  Anm.
       355). 378
       404 Ab  Januar 1895  war Paul  Lafargue für die Wiener "Arbeiter-
       Zeitung"  als  Korrespondent  tätig.  Sein  erster  Artikel  "Der
       'Panama-Bazillus'" wurde am 8. Januar 1895 veröffentlicht. 382
       405 Anspielung  auf das provokatorische Auftreten des Kriegsmini-
       sters General  Bronsart von  Schellendorf am  10. Januar  1895 im
       Reichstag während der Debatte über die Umsturzvorlage (siehe Anm.
       355). 382
       406 Die  blanquistischen Emigranten Edouard Vaillant, Antoine Ar-
       naud und  Frédéric-Etienne Cournet  hatten im Juni 1874 unter dem
       Titel "Aux Communeux" in London eine Broschüre herausgegeben. 384
       407 "La  Petite République"  veröffentlichte am  12. Januar  1895
       einen Artikel von Gustave-Armand Rouanet, der wie der Artikel von
       Alfred-Léon Gérault-Richard  in "Le  Chambard" (siehe  Anm.  381)
       gegen den  Präsidenten der Republik Jean Casimir-Périer gerichtet
       war.
       Am 12. Januar brachte Rouanet in der Deputiertenkammer den Antrag
       ein, den  mit dem  Orden der Ehrenlegion verbundenen Ehrensold um
       1000 fr. zu kürzen, um willkürliche
       
       #600# Anhang und Register
       -----
       Verleihungen des  Ordens zu  unterbinden.  Gleichzeitig  erklärte
       Rouanet, da der Antrag für die Freilassung Gérault-Richards abge-
       lehnt worden  sei, erwarte  er keine  sachliche Abstimmung seines
       Antrags. Daraufhin forderte der Präsident der Kammer, daß Rouanet
       den Sitzungssaal  verlasse. Trotz des Protestes einiger Deputier-
       ter mußte Rouanet der Aufforderung nachkommen. 384
       408 Die  letzten drei Absätze hat Engels auf den Rand des vorlie-
       genden Briefes geschrieben. 384
       409 Hinweis auf den von Wilhelm II. verfaßten "Sang an Agir". 386
       410 Seit  November 1893  waren in Frankreich drei Regierungen ge-
       stürzt worden:  das Kabinett  Dupuy (November 1893), das Kabinett
       Casimir-Périer (Mai  1894) und  das zweite Kabinett Dupuy (Januar
       1895). Unmittelbar  danach trat  am 15. Januar 1895 Jean Casimir-
       Périer vom  Posten des  Präsidenten zurück (siehe auch Anm. 411).
       Am  17.  Januar  wurde  als  neuer  Präsident  der  Französischen
       Republik François-Félix Faure gewählt. 387 389 391
       411 Jean Casimir-Périer war als Interessenvertreter der Großindu-
       striellen Frankreichs in die jahrelang geheimgehaltenen Manipula-
       tionen zwischen  der französischen Regierung und den Eisenbahnge-
       sellschaften verwickelt gewesen (siehe Anm. 413). Als dieser Kor-
       ruptionsskandal bekannt  wurde und die Deputiertenkammer sich auf
       Grund  des  Antrags  des  sozialistischen  Deputierten  Alexandre
       Millerand gezwungen  sah, gegen  den für  die Unterzeichnung  der
       Verträge verantwortlichen  ehemaligen Minister  David Raynal  An-
       klage zu erheben, reichte Casimir-Périer seinen Rücktritt ein.
       Wie aus  Paul Lafargues  Brief an Engels vom 16. Januar 1895 her-
       vorgeht, hatte  die Reaktion einige Tage vor dem Sturz der Regie-
       rung offensichtlich  einen Staatsstreich  geplant, um  wirksamere
       Maßnahmen gegen die Sozialisten ergreifen zu können. 389
       412 Anspielung auf das Gedicht "Le vieux Célibataire" von Pierre-
       Jean de Béranger. 389
       413 Ende  1894 kam  es in  der Deputiertenkammer zu Debatten über
       die Abänderung  der Kontrakte,  die seit 1883 zwischen der Regie-
       rung und  den Eisenbahngesellschaften  bestanden. Diese  Verträge
       hatten es den Eisenbahngesellschaften zehn Jahre lang ermöglicht,
       auf Kosten  der Steuerzahler  umfangreiche  Spekulationen  durch-
       zuführen. Die Regierung verweigerte die Abänderung der Kontrakte.
       Am 14.  Januar 1895 beantragte der sozialistische Deputierte Eti-
       enne-Alexandre Millerand  die Untersuchung  der Angelegenheit und
       der Rolle,  die der  ehemalige Minister  für öffentliche Arbeiten
       David Raynal  beim Abschluß  dieser Verträge  gespielt hatte. Die
       Kammer stimmte  diesem Antrag  mit 263  gegen 241  Stimmen zu und
       versetzte damit Raynal in den Anklagezustand. 389
       414 Der  Führer der  Radikalen (siehe  Anm. 21)  Georges-Benjamin
       Clemenceau hatte  durch ständige  Interpellationen in  der Kammer
       erreicht, daß  mehrere Kabinette,  darunter das Kabinett Gambetta
       (1882), Freycinet (1882), Ferry (1885) und Brisson (1886) gezwun-
       gen waren zurückzutreten. 391
       415 Jean  Jaurès hatte am 20. Januar 1895 in der "Petite Républi-
       que" einen  Leitartikel über  seine Reformpläne  unter der  Über-
       schrift "La Situation" veröffentlicht. 392
       416 Gemeint  ist die Arbeit von Ferdinand Tönnies, "Neuere Philo-
       sophie der  Geschichte: Hegel,  Marx, Comte",  in der er sich mit
       Paul Barths  Buch "Die Geschichtsphilosophie Hegels und der Hege-
       lianer bis  auf Marx  und Hartmann"  auseinandersetzt, sowie Tön-
       nies' Artikel  "Pestalozzi als Sozialpädagog", der am 3. Dezember
       1894 in der Wochenschrift "Sozialpolitisches Centralblatt" veröf-
       fentlicht worden war. 394
       
       #601# Anmerkungen
       -----
       417 Auguste Comtes "Positive Philosophie" ist in seinem Hauptwerk
       "Cours de philosophie positive" begründet, das erstmalig in einer
       sechsbändigen Ausgabe 1830 bis 1842 in Paris erschien. 395
       418 Calholicis  m without  christianily (Katholizismus ohne Chri-
       stentum) -  diese Formulierung  gebrauchte Thomas Henry Huxley in
       einem am  8. November  1868 in  Edinburgh gehaltenen Vortrag, der
       unter dem  Titel "On  the physical  basis of  life" in "The Fort-
       nightly Review" vom 1. Februar 1869 abgedruckt wurde. 395
       419 Engels  bezieht sich  auf eine  Fußnote in Ferdinand Tönnies'
       Arbeit "Neuere  Philosophie der  Geschichte: Hegel, Marx, Comte",
       wo auf  S. 513  vermerkt wird: "Hervorragende englische Comtisten
       gehörten zu  den Mitbegründern  der 'Internationale', deren Gene-
       ral- Sekretär K. Marx war..." 395
       420 Gemeint sind die Aufsätze Edward Spencer Beeslys über die Pa-
       riser Kommune,  die unter  der Überschrift  "On the Paris Revolu-
       tion" in  "The Bee-Hive" von März bis Juni 1871 erschienen waren,
       sowie verschiedene  Reden von  Frederic Harrison und ein Brief an
       die Redaktion der "Times", der am 26. Februar 1872 veröffentlicht
       worden war. 395
       421 Am deutlichsten drückte Saint-Simon diesen Gedanken in seinem
       Werk "Catechisme  des industriels"  aus. Zu  den Produzenten, den
       sog. Industriellen,  zählte Saint-Simon  außer den Arbeitern auch
       die Fabrikanten  und Kaufleute,  d. h. alle, die materielle Güter
       produzieren oder produzieren lassen sowie diejenigen, die mit der
       Zirkulation dieser Güter beschäftigt sind. Die erste Ausgabe die-
       ser Schrift erschien in Paris 1823/24 in 3 Heften. 396
       422 Ludwig  Kugelmann hatte  in seinem  Brief vom 12. Januar 1895
       Engels gebeten, ihm die deutschen Sammelwerke anzugeben, in denen
       mit oder  ohne Namensangabe  Aufsätze von  Marx und Engels publi-
       ziert wurden (siehe auch vorl. Band, S. 359). 397
       423 Whigaristokraten  - eine  kleine, aber  für die Herausbildung
       des Liberalismus in England bedeutsame Gruppierung, die im Ergeb-
       nis der  Spaltung der Whig-Partei nach dem Sieg der Französischen
       Revolution entstanden  war. Die  Whigaristokraten  vertraten  die
       Interessen der  Großbourgeoisie und  setzten sich für eine Reform
       des Parlaments  ein. Sie bildeten den Kern der im 19. Jahrhundert
       entstandenen Richtung der Liberalen, die später als Liberale Par-
       tei die  Interessenvertretung des  sich entwickelnden  Industrie-
       kapitalismus wurde. 399
       424 Hinweis  auf die zweite Wahlrechtsreform von 1867 in England,
       die infolge  einer Massenbewegung des Proletariats als Gesetz an-
       genommen wurde,  aber nur  dem Kleinbürgertum  und den  besserge-
       stellten Schichten der Arbeiterklasse das Wahlrecht gewährte. Sie
       war der  Abschluß des seit der ersten Wahlreform (1832) geführten
       Kampfes der  industriellen Bourgeoisie  nach  politischer  Macht.
       1884 wurde  vom englischen Parlament eine weitere Reformbill ver-
       abschiedet. Sie  dehnte das  Wahlrecht auf  die kleinen Landwirte
       und einen Teil der Landarbeiter aus. Große Teile der Bevölkerung,
       wie das Dorfproletariat, die armen Städter sowie die Frauen waren
       jedoch auch nach der dritten Wahlrechtsreform ohne Wahlrecht. 399
       425 Die Home-Rule Bill, die William Ewart Gladstone im April 1886
       im britischen  Parlament einbrachte, sah eine beschränkte Selbst-
       verwaltung für  Irland vor.  Es sollte ein irisches Parlament und
       eine unter  der Kontrolle  des britischen Kabinetts stehende iri-
       sche Regierung  gebildet werden. Gladstone hoffte sich mit dieser
       Bill die  Unterstützung der irischen Abgeordneten im Parlament zu
       sichern. Die Bill wurde jedoch durch die Gegenstimmen der Konser-
       vativen und Liberal-Unionisten vom Parlament abgelehnt. 399
       
       #602# Anhang und Register
       -----
       426 Anspielung  auf eine von der Redaktion der "Arbeiter-Zeitung"
       am 26.  Januar 1895  veröffentlichte Notiz,  in der  über die Be-
       schlagnahme der  Nummer vom  24. Januar informiert wurde. Gleich-
       zeitig wurde darauf hingewiesen, daß trotzdem der größte Teil der
       konfiszierten Auflage  in die  Hände der Abnehmer gelangt sei und
       die Redaktion  deshalb von  einer zweiten Auflage abgesehen habe.
       399
       427 Dieser  Auszug aus  "The Weekly Dispatch" vom 27. Januar 1895
       wurde in  der "Arbeiter-  Zeitung" vom  1. Februar 1895 unter der
       Überschrift "Zur Charakteristik des neuen Präsidenten" veröffent-
       licht. 400
       428 Der  "Vorwärts" vom 9. Januar 1895 veröffentlichte eine Peti-
       tion "deutscher Frauen aller Klassen und aller Parteien", die der
       Redaktion zugesandt worden war. Die Unterzeichnerinnen dieser Pe-
       tition richteten an "alle deutschen Frauen" die Bitte, die Forde-
       rung nach  Vereins- und  Versammlungsrecht für  das weibliche Ge-
       schlecht mit  ihrer Unterschrift  zu unterstützen.  Am 24. Januar
       1895 brachte  der "Vorwärts"  einen Artikel Clara Zetkins, in dem
       diese Petition  heftig kritisiert wurde. Clara Zetkin wandte sich
       entschieden dagegen,  daß proletarische  Frauen eine solche Peti-
       tion unterzeichnen,  und verwies  auf den  Standpunkt der Partei,
       "daß die  Frauenfrage nur im Zusammenhang mit der allgemeinen so-
       zialen Frage zu erfassen und zu fördern ist". Die Partei, schrieb
       Clara Zetkin  u.a., vertrete  die Interessen beider Geschlechter,
       habe im  Reichstag zur Frage des Versammlungsrechts bereits einen
       Initiativantrag gestellt, und es bestehe kein Grund, daß proleta-
       rische Frauen  in solch einem Moment eine Petition unterzeichnen,
       die "durchweg bürgerlichen Geist atmet". 400
       429 Diese Zeilen schrieb Engels auf einen Kartenbrief. Er ist mit
       folgender  Adresse   in  Engels'   Handschrift  versehen:  Madame
       Beldinsky, 2, Regent's Square, W. C. 401
       430 Es  handelt sich  um  G.W.  Plechanows  Buch  "K  woprossu  o
       raswitii monistitscheskowo wsgljada na istoriju", das dieser 1895
       in Petersburg  unter dem Pseudonym N. Beltow veröffentlichte. 401
       405
       431 Zar  Nikolaus II.  hatte beim  Empfang  der  Abordnungen  des
       Adels, der  Städte und  der Semstwos am 29. (17.) Januar 1895 als
       Antwort auf den von einigen Semstwos in gemäßigter Form vorgetra-
       genen Wunsch  nach Erweiterung  ihrer Rechte  und Einberufung der
       Ständeversammlung erklärt,  daß es "absurde Träumereien" wären zu
       glauben, die  Semstwos könnten an den Staatsangelegenheiten teil-
       nehmen. 401
       432 Das  provisorische Komitee  zur Vorbereitung  des für 1896 in
       London geplanten internationalen sozialistischen Arbeiterkongres-
       ses, dem  Witold Jodko-Narkiewicz angehörte, hatte den polnischen
       Sozialisten in  London vorgeschlagen, diesen Kongreß "Internatio-
       nalen Sozialistischen Arbeiter- und Trades-Union-Kongreß" zu nen-
       nen. Im Zusammenhang damit schrieb Jodko-Narkiewicz am 31. Januar
       1895 an Engels, daß die polnischen Genossen "in dieser Angelegen-
       heit im  Einverständnis mit  den deutschen Genossen handeln möch-
       ten"; er  bat Engels,  ihm seine  Meinung darüber und, falls mög-
       lich, auch die der deutschen Genossen mitzuteilen. 402
       433 Richard Fischer hatte in seinem Brief vom 30. Januar 1895 En-
       gels mitgeteilt,  daß der  Verlag des  "Vorwärts" die Artikel von
       Marx aus  der "Neuen  Rheinischen Zeitung.  Politisch-ökonomische
       Revue" 1850,  die der  Revolution von 1848 in Frankreich gewidmet
       und unter  der Überschrift  "1848-1849"  (siehe  Band  7  unserer
       Ausgabe) in  drei Folgen erschienen waren, bis spätestens März in
       einem Separalabdruck  herauszugeben beabsichtige.  Er bat Engels,
       hierzu eine  Einleitung (siehe  Band 22  unserer Ausgabe, S. 509-
       527) zu schreiben.
       
       #603# Anmerkungen
       -----
       Fischer motivierte die Eile des Vorhabens damit, daß nach Annahme
       der Umsturzvorlage  (siehe Anm. 355) das Erscheinen einer solchen
       Schrift fraglich  wäre. Die Broschüre erschien 1895 in Berlin un-
       ter  dem  von  Engels  gegebenen  Titel:  "Die  Klassenkämpfe  in
       Frankreich 1848 bis 1850". 403 409 410 412
       434 Gemeint  sind die  fünfte und  sechste deutsche  Ausgabe  des
       "Kommunistischen Manifests", die in Berlin 1891 bzw. 1894 heraus-
       kamen. 403
       435 "Umsturz  und Sozialdemokratie.  Verhandlungen des  Deutschen
       Reichstags am  17. Dezember  1894 und 8.-12. Januar 1895 nach dem
       offiziellen stenographischen Bericht", Berlin 1895. 403
       436 Engels  bezieht sich auf das "Schriften-Verzeichniß der Buch-
       handlung des Vorwärts in Berlin" vom Jahre 1893. 404
       437 G.W. Plechanow hatte Engels am 2.Februar 1895 mitgeteilt, daß
       V.I. Sassulitsch  krank sei.  Er hatte  darum gebeten, daß Ludwig
       Freyberger sie untersuche und wollte von Engels über das Ergebnis
       informiert werden. 405
       438 Hermann Engels hatte in seinem Brief vom 23. Januar 1895 u.a.
       von verschiedenen Festlichkeiten im Familienkreis berichtet. 407
       439 Hinweis  auf die Rede Richard Fischers vom 6. Februar 1895 im
       Reichstag in  der Debatte  über die  sog. Arbeitervertretung. Die
       dreitägige Debatte  ergab sich  aus der  Interpellation des  Zen-
       trums, "die  Errichtung von  Arbeiterkammern und  Anerkennung der
       Berufsvereine betreffend". Ziel dieser Politik war, durch geringe
       soziale Zugeständnisse  der Arbeiterbewegung  Herr zu werden. Fi-
       scher betonte  in seiner  Rede die Unzulänglichkeit der Arbeiter-
       schutzgesetzgebung und  stellte die Frage, warum die Zentrumspar-
       tei sich  nicht im  Interesse ihrer katholischen Arbeiter auf die
       entscheidenden Fragen  konzentriere, wie  z. B.  die Durchsetzung
       des Normalarbeitstages,  die Arbeiterversicherung,  die  Garantie
       der Koalitionsfreiheit.  Abschließend unterstrich  er noch einmal
       den Klassencharakter der sogenannten Sozialreform. 409
       440 Am  2. Dezember  1851 führte  Louis Bonaparte  einen  Staats-
       streich durch,  der zur Errichtung der bonapartistischen Diktatur
       in Frankreich führte. 410
       441 Die Zentrumspartei (siehe Anm. 17) hatte in der ersten Lesung
       zur Umsturzvorlage  (siehe Anm. 355) am 9. Januar 1895 im Reichs-
       tag gegenüber  dieser Vorlage  scheinbare Bedenken  geäußert, sie
       jedoch in  der Kommission zur Beratung einzelner Paragraphen ein-
       deutig unterstützt. Richard Fischer verwies in seiner Reichstags-
       rede am 6. Februar 1895 (siehe auch Anm. 439), auf die Taktik des
       Zentrums, das  "mit Rücksicht auf die katholische Arbeiterschaft,
       mit Rücksicht  auf seine  Wählerschaft  aus  den  Arbeiterkreisen
       gezwungen" sei,  "den 'Umfaß'  in der Umsturzkommission damit aus
       den Augen  zu rücken,  daß man jetzt plötzlich wieder das soziale
       Programm der  Zentrumspartei in  den Vordergrund schiebt". In der
       Reichstagsdebatte am  7. Februar  1895 ging  der Redner  der Zen-
       trumsfraktion darauf  ein und versuchte, die gegen die Interessen
       der Arbeiter  gerichtete Haltung  seiner Partei zu rechtfertigen.
       410
       442 Von diesem Brief ist auch das Kuvert mit folgender Adresse in
       Engels' Handschrift erhalten geblieben: Julius Motteler Esq., 30,
       Hugo Street, Tufnell Park, N. 411 418
       443 Wie  aus Julius  Mottelers Notizen  auf der Vorder- und Rück-
       seite dieses  Briefes hervorgeht,  hatte Motteler  am 24. Februar
       1895 an  Johann Meyer  nach Bochum geschrieben und um die von En-
       gels gewünschte  Auskunft gebeten.  Am 28.  Februar übersandte er
       Engels den  Antwortbrief Meyers  (siehe auch vorl. Band, S. 418).
       411
       
       #604# Anhang und Register
       -----
       444 Gemeint  ist die  französische Übersetzung von Engels' Arbeit
       "Zur Geschichte  des Urchristentums",  die von Laura Lafargue be-
       sorgt wurde (siehe auch Anm. 341). 412
       445 Es  handelt sich  um die von Jean Jaurès Anfang 1895 in Paris
       im Quartier-Latin  auf einer Konferenz gehaltene Lektion "L'Idéa-
       lisme de l'histoire". 414
       446 Engels'  Vorschläge wurden von Laura Lafargue für die franzö-
       sische Übersetzung  übernommen. Engels  weicht dabei  von  seiner
       deutschen Fassung  geringfügig ab  (vgl. Band 22 unserer Ausgabe,
       S.456 und 462). 414
       447 Die  Monatsschrift "Russkoje Bogatstwo" hatte in ihrer Nummer
       vom Januar  1895 den  Artikel "Istoritscheski materialism" von L.
       Sak veröffentlicht.  1894 war  in Nr.  1 dieser  Zeitschrift  die
       Übersicht "Literatura i Shisn" von N. K. Michailowski erschienen.
       In seinem Brief vom 20. Februar 1895 an Engels hatte G.W. Plecha-
       now bemerkt:  - Ich  habe Vera die Januarnummer der 'Russkoje Bo-
       gatstwo' geschickt.  Darin ist  eine Kritik  Ihres 'Ursprungs der
       Familie, des Privateigentums usw.' von einem gewissen Sak. Dieser
       Herr ist  in unserer  Literatur völlig  unbekannt und verspricht,
       nach seinem  Debüt zu urteilen, nichts Gutes. Die Kritik ist stu-
       pid, wie alle von dieser Zeitschrift gegen Sie und Marx gerichte-
       ten Angriffe." 416
       448 In  der Broschüre  "Internationales  aus  dem  ,  Volksstaat'
       (1871-75)" waren  die Artikel I, II und V der "Flüchtlingslitera-
       tur" von Engels abgedruckt. Hier ist der Artikel "V. Soziales aus
       Rußland" (siehe Band 18 unserer Ausgabe, S. 556-567) gemeint. Für
       diesen Artikel  hatte Engels  ein besonderes Nachwort geschrieben
       (siehe Band  22 unserer  Ausgabe, S.  421 bis  435), das  in  der
       Broschüre 1894 mit veröffentlicht wurde. 416
       449 G.W.  Plechanow hatte in seinem Brief vom 20. Februar 1895 an
       Engels Zar Nikolaus II. als "den jungen Idioten aus dem Winterpa-
       lais" bezeichnet,  der mit  seiner Rede vom 29. (17.) Januar 1895
       (siehe Anm.  431) "der  revolutionären  Partei  einen  gewaltigen
       Dienst erwiesen" habe. 417
       450 Mit  "Coheniade" bezeichnet  Engels einen Überfall auf Julius
       Motteler und  dessen Frau,  über den  ihn Motteler am 28. Februar
       1895 informiert  hatte. Am  18. Februar 1895 abends war der Anar-
       chist Alexander  Cohen mit einem weiteren Spießgesellen gewaltsam
       in Mottelers  Haus eingedrungen.  Motteler schrieb: "Mein Ochsen-
       ziemer entschied die Situation mit den ersten 2 Priemhieben." Des
       weiteren teilte  er mit, daß Cohen Anfang Februar krank bei P. A.
       Kropotkin aufgetaucht  wäre und  "sofort ins  Bett gelegt wurde".
       Hierauf spielt Engels am Schluß des vorliegenden Briefes an. 418
       451 Édouard  Vaillant hatte  Engels am  24. Dezember  1894 einige
       seiner Gesetzentwürfe übersandt. Er lenkte Engels' Aufmerksamkeit
       im besonderen  auf zwei  Vorschläge, die die Agrarfrage betrafen.
       419
       452 Die  Nationalwerkstätten oder  Nationalateliers wurden sofort
       nach der  Februarrevolution 1848  durch ein  Dekret der französi-
       schen provisorischen  Regierung geschaffen.  Damit verfolgte  sie
       das Ziel, einerseits die Ideen Louis Blancs über die Organisation
       der Arbeit unter den Arbeitern zu diskreditieren und andererseits
       die militärisch  organisierten Arbeiter  der Nationalateliers  im
       Kampf gegen  das revolutionäre  Proletariat  auszunutzen.  Dieser
       provokatorische Plan, die Arbeiterklasse zu spalten, mißlang. Die
       Nationalwerkstätten fanden  gewaltigen Zustrom  und wurden zu re-
       volutionären Zentren,  so daß  sich die Regierung Cavaignac am 3.
       Juli 1848 gezwungen sah, sie wieder aufzulösen. 419
       453 Zur  Wahl des  London Counly Council, des Grafschaftsrats von
       London, waren  nach der Reform der örtlichen Selbstverwaltung von
       1888 alle Personen zugelassen, die das Wahlrecht
       
       #605# Anmerkungen
       -----
       für das  Parlament besaßen,  sowie Frauen, die älter als 30 Jahre
       waren. Der  County Council wurde alle drei Jahre gewählt. Bei den
       Wahlen des  London County Council 1889 und 1892 errang die Gruppe
       der Progressisten,  zu denen  die bürgerlichen Liberalen, die Fa-
       bier und Sozialisten gehörten, den Sieg über die Gruppe der Gemä-
       ßigten, die  die Liberal-Unionisten (siehe Anm. 112) und die Kon-
       servativen vereinte. Bei den Wahlen am 2. März 1895 eroberten die
       Gemäßigten eine Anzahl neuer Sitze im Council, da die Sozialisten
       es abgelehnt  hatten, in  einem Block mit den Progressisten abzu-
       stimmen. 420 449
       454 N.F.  Danielson hatte  Engels in  seinem Brief vom 29. Januar
       1895 mitgeteilt,  daß er  den dritten Band des "Kapitals" zu Ende
       gelesen habe.  Er erwähnte in diesem Zusammenhang eine Stelle aus
       Engels' Vorwort,  wo Engels  von Marx' umfangreichen Studien über
       das russische  Grundeigentum und  seinem Plan,  diese Studien für
       den Abschnitt  über die  Grundrente zu verwerten, schreibt (siehe
       Band 25  unserer Ausgabe,  S. 14).  Danielson fragte,  ob  Engels
       wisse, in welcher Weise Marx seinen Plan verwirklichen wollte und
       ob Engels  für die  russische  Ausgabe  des  dritten  Bandes  des
       "Kapitals" das Vorwort diesbezüglich ergänzen könnte. 422
       455 Die  "Einleitung" für die Einzelausgabe der "Klassenkämpfe in
       Frankreich 1848 bis 1850" (siehe Band 22 unserer Ausgabe, S. 509-
       527), die  1895 in  Berlin erschien,  schrieb Engels zwischen dem
       14. Februar  und dem  6. März  1895. Aus  einem Brief Richard Fi-
       schers an  Engels vom  6. März 1895 ist ersichtlich, daß der Vor-
       stand der  Sozialdemokratischen Partei  Deutschlands  von  Engels
       verlangte, den  - nach  Meinung des Vorstands - zu revolutionären
       Ton der  "Einleitung" abzuschwächen.  Dabei wurde  auf die Gefahr
       eines neuen  Sozialistengesetzes in  Deutschland (siehe Anm. 355)
       hingewiesen.
       In dem  erst vor kurzem aufgefundenen Antwortschreiben von Engels
       an Fischer  vom 8.  März 1895 setzt sich Engels eingehend mit den
       Bedenken des  Parteivorstandes auseinander  und  legte  unmißver-
       ständlich seinen  revolutionären Standpunkt  dar. Engels'  Kritik
       richtete sich gegen die unentschlossene Haltung der Parteiführung
       und ihr Bestreben, ausschließlich im Rahmen der Gesetzlichkeit zu
       handeln. Er  war jedoch  gezwungen, in einigen Fragen der Meinung
       des Parteivorstands  Rechnung zu tragen, bestimmte Formulierungen
       zu ändern  sowie die  Stellen zu  streichen, in  denen vom bevor-
       stehenden bewaffneten  Kampf des  Proletariats  gegen  die  Bour-
       geoisie die Rede war. Zur gleichen Zeit unternahmen einzelne Füh-
       rer der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands den Versuch, En-
       gels auf  Grund dieser  "Einleitung" als  Anhänger eines um jeden
       Preis friedlichen  Weges des Übergangs der Macht an die Arbeiter-
       klasse hinzu  stellen. So erschien am 30. März 1895 im "Vorwärts"
       ein Leitartikel  mit der  Überschrift "Wie man heute Revolutionen
       macht". Darin  wurden ohne  Wissen von Engels mehrere willkürlich
       herausgegriffene Auszüge aus seiner "Einleitung" zitiert, die den
       Eindruck erwecken  sollten, Engels sei "ein friedfertiger Anbeter
       der Gesetzlichkeit quand même" (siehe vorl. Band, S. 452).
       Kurz bevor  die Einzelausgabe  der  Marxschen  Schrift  erschien,
       wurde Engels'  "Einleitung" auf sein nachdrückliches Verlangen in
       der "Neuen  Zeit", 13.  Jg. 1894/95, 2.Bd., Nr. 27 und 28, veröf-
       fentlicht, allerdings  mit den  oben erwähnten  Streichungen  und
       sonstigen Änderungen,  die Engels  auf Grund der Haltung des Par-
       teivorstandes schon im Text zur Einzelausgabe vorzunehmen gezwun-
       gen war.  Aber trotz  der durch die Streichungen veränderten Fas-
       sung bewahrte die Einleitung ihren revolutionären Charakter. Eine
       vollständige Veröffentlichung  der "Einleitung"  erfolgte  jedoch
       auch dann  nicht, als  die Gefahr eines neuen Sozialistengesetzes
       in Deutschland nicht mehr drohte.
       
       #606# Anhang und Register
       -----
       Nach dem  Tode von  Engels haben Eduard Bernstein und andere Ver-
       treter des  Revisionismus und  Opportunismus die  "Einleitung" im
       reformistischen Sinne ausgelegt. Sie haben dem Leser den Text der
       Einleitung in  seiner vollständigen Fassung vorenthalten - obwohl
       ihnen das  Manuskript zur Verfügung stand - und die Umstände ver-
       schwiegen, die  Engels zu  den genannten  Streichungen  gezwungen
       hatten. Darüber  hinaus behaupteten  sie, Engels  habe in  seiner
       Einleitung, die  sie als  sein politisches  Vermächtnis ausgaben,
       seine früheren  Ansichten überprüft  und am  Ende  seines  Lebens
       einen reformistischen Standpunkt vertreten. 424 446 450 452 458
       456 In Österreich erstarkte 1895 die von den Sozialdemokraten or-
       ganisierte breite  Bewegung für  die Einführung  des  allgemeinen
       Wahlrechts. Allein  in Wien  wurden z.B.  am  19.  Februar  zwölf
       Volksversammlungen zur  Unterstützung dieser  Forderung  durchge-
       führt. Victor  Adler veröffentlichte  in  der  "Arbeiter-Zeitung"
       ständig kleinere  Notizen zu  diesem Thema  in  der  Rubrik  "Vom
       Tage". 426 437
       457 Eine  solche Ergänzung schrieb Engels im Mai 1895. Es handelt
       sich um  den Artikel  "Wertgesetz und  Profitrate", der kurz nach
       Engels' Tod  in der  "Neuen Zeit", 14. Jg. 1895/96, 1. Bd., Nr. 1
       und 2  unter dem  Titel "Fr. Engels' letzte Arbeit: Ergänzung und
       Nachtrag zum  dritten Buch  des  Kapitals"  veröffentlicht  wurde
       (siehe Band 25 unserer Ausgabe, S. 895-917).
       Das Vorhaben,  in einem weiteren Artikel die veränderte Rolle der
       Börse seit  1865 darzulegen,  konnte Engels nicht mehr verwirkli-
       chen. Es  existiert lediglich eine Disposition (siehe Band 25 un-
       serer Ausgabe, S. 917-919). 429 461 482
       458 Hinweis  auf Wilhelm  Lexis' Artikel  "Die Marx'sche Kapital-
       theorie", der in der Zeitschrift "Jahrbücher für Nationalökonomie
       und Statistik",  Neue Folge,  Bd. 11,  1885 veröffentlicht wurde.
       430
       459 Conrad  Schmidt, "Die  Durchschnittsprofitrate auf  Grundlage
       des Marx'schen Werthgesetzes", Stuttgart 1889. 430
       460 Assisen von Jerusalem - im 12. Jahrhundert entstandene Geset-
       zessammlung des Königreichs Jerusalem, das im Ergebnis des ersten
       Kreuzzuges 1099 in Palästina und Syrien gegründet worden war. 433
       461 Hinweis auf Paul Lafargues Artikel "Breve-risposta domanda ai
       critici di  Marx circa  la teoria  del valore"  und  "Replica  di
       Lafargue", die  in der  "Critica Sociale" vom 16. Oktober und 16.
       November 1894  veröffentlicht wurden. Lafargue polemisierte darin
       gegen einige  italienische Ökonomen, die die von Achille Loria in
       seinem Artikel "L'opera postuma di Carlo Marx" geäußerten Ansich-
       ten zum dritten Band des "Kapitals" von Marx unterstützten. 434
       462  Engels   meint  die   Besprechung  des  dritten  Bandes  des
       "Kapitals" von Julius Platter, die unter dem Titel "Die 'Lösung'"
       in der  Zeitschrift "Schweizerische  Blätter für Wirtschafts- und
       Socialpolitik", 1. Märzheft, 1895 veröffentlicht worden war. 435
       463 Gemeint sind die Artikel Eduard Bernsteins, die unter dem Ti-
       tel "Der  dritte Band des 'Kapital'" in der "Neuen Zeit", 13. Jg.
       1894/95, 1. Bd., Nr. 11-14, 16, 17und 20 erschienen. 436
       464 Victor  Adler mußte eine siebenwöchige Gefängnishaft abbüßen,
       zu der  er verurteilt  worden war,  weil er in einigen von ihm in
       der "Arbeiter-Zeitung" veröffentlichten Artikeln die österreichi-
       sche Regierung kritisiert hatte. 436
       465 Pablo  Iglesias war wegen der Leitung des Streiks der Textil-
       arbeiter von Malaga verhaftet und im Oktober 1894 zu 40 Tagen Ge-
       fängnis verurteilt worden.
       
       #607# Anhang und Register
       -----
       In der ersten Oktoberhälfte 1894 war in Malaga in der Baumwollwa-
       renfabrik der  Firma Larios ein Streik ausgebrochen, weil die Un-
       ternehmer beschlossen  hatten, den  bereits vor  vier Jahren  zur
       Schlichtung von  Streitigkeiten gebildeten Fachverein der Textil-
       arbeiter aufzulösen  und 19  Arbeiter zu bestrafen, die in dieser
       Gewerkschaft  aktiv   mitgearbeitet  hatten.  Der  Streikbewegung
       schlossen sich die Arbeiter anderer Städte an, vor allem auch die
       Madrider Arbeiter. Die Sozialistische Arbeiterpartei Spaniens un-
       ter der  Führung von Iglesias leitete die Bewegung. Wegen solida-
       rischer Unterstützung  der Streikenden hatte sich die Sozialisti-
       sche Arbeiterpartei  Spaniens auch  an die  Arbeiter in  England,
       Österreich und  Deutschland gewandt. Trotz Einmischung der Regie-
       rung, die  den Fabrikanten  jegliche Unterstützung  zuteil werden
       ließ, endete  der achtzig Tage andauernde Streik mit dem Sieg der
       Arbeiter. 439
       466 Carl  Hirsch hatte  Engels in  seinem Brief vom 16. März 1895
       gebeten, vier  von ihm verfaßte Artikel zu begutachten, die unter
       den Titeln  - Intensifikation  der Arbeit  und Verkürzung der Ar-
       beitszeit", "Die  Intensifikation der Arbeit und ihr Widerstand",
       "Die ökonomische  und die sozialpolitische Schätzung der Arbeits-
       kraft" und  "Die Verdichtung  der Arbeit  unter sozialpolitischem
       Gesichtspunkt" im  "Sozialpolitischen Centralblatt" vom 8. Januar
       und 19.  Februar 1894  sowie vom  14. Januar und 18. Februar 1895
       veröffentlicht worden  waren. Hirsch  wollte die Artikel als Bro-
       schüre herausbringen. 441
       467 Es  handelt sich  um die  Nachwahl zum deutschen Reichstag in
       Köln am  13. Mai  1895. Es  standen sich der Sozialdemokrat Franz
       Lütgenau und  der Vertreter  der Zentrumspartei  Adolf Greiß  ge-
       genüber. Greiß gewann die Nachwahl. 442
       468 In  der Monatsschrift  "Das Westphälische Dampfboot" erschien
       im Juli  1846 anonym  das von  Marx und Engels verfaßte "Zirkular
       gegen Kriege"  (siehe Band 4 unserer Ausgabe, S. 3-17). Im August
       und September  1847 erschien  das Kapitel  IV des  II. Bandes der
       "Deutschen Ideologie":  "Karl  Grün:  'Die  soziale  Bewegung  in
       Frankreich und  Belgien' (Darmstadt  1845)  oder  Die  Geschicht-
       schreibung des wahren Sozialismus" (siehe Band 3 unserer Ausgabe,
       S. 473-520). 443 470
       469 Engels hatte am 9. Januar 1895 Ludwig Kugelmann gebeten, sich
       erneut an  Max Livingston  wegen der Sammlung Marxscher Schriften
       in Amerika  zu wenden. Livingston antwortete Kugelmann am 9. März
       1895 auf dessen Anfrage vom 12. Februar 1895 und informierte ihn,
       daß diese  Sammlung seit  18 Jahren  nicht mehr  in seinem Besitz
       wäre und  er seinerzeit  durch Friedrich  Adolph Sorge  veranlaßt
       worden sei, den Nachlaß Hermann Meyers (siehe Anm. 385) nach Lon-
       don zu  schicken. In seinem Brief vom 21. März 1895 teilte Kugel-
       mann Engels den Inhalt der Antwort Livingstons mit. 443 470
       470 Kleinere  Auszüge aus dem vorliegenden Brief wurden erstmalig
       in der  "Neuen Zeit",  13. Jg.  1894/95, 2.  Bd., Nr. 47, in Karl
       Kautskys Artikel  "Aus den  letzten Briefen von Friedrich Engels"
       veröffentlicht. 446
       471 Es  handelt sich um die Rede Wilhelm Liebknechts im Reichstag
       vom 2.  März 1895  zur Beratung  des Etats für die Verwaltung des
       Reichsheeres. Liebknecht trat gegen die Erhöhung des Militäretats
       auf; er  forderte die  Abschaffung des stehenden Heeres und statt
       dessen die  Bewaffnung des  Volkes im  Rahmen eines  Milizsystems
       nach dem Vorbild der Schweiz. 446
       472 1895  begannen Karl Kautsky, Eduard Bernstein, Paul Lafargue,
       Franz Mehring  u.a. in  Stuttgart mit  der Herausgabe  einer "Ge-
       schichte des Sozialismus in Einzeldarstellungen". Als erster Band
       erschien in  zwei Teilen  das Buch  "Die  Vorläufer  des  Neueren
       Sozialismus". Der erste Teil des ersten Bandes, "Von Plato bis zu
       den Wiedertäufern", wurde von Kautsky
       
       #608# Anhang und Register
       -----
       geschrieben; im  zweiten Teil erschien neben den Arbeiten anderer
       Autoren auch  Bernsteins Arbeit "Kommunistische und Demokratisch-
       sozialistische Strömungen  während der  englischen Revolution des
       17. Jahrhunderts". 446 447 454 481
       473 Verweis  auf eine  Notiz in der "Justice", vom 23. März 1895,
       veröffentlicht in der Rubrik "Topical Tattle". 449
       474 Es handelt sich um die in der "Justice" vom 9. März 1895 ver-
       öffentlichten Artikel "A Pill for Palmer" und "A much-needed les-
       son -  for Progressives  and Social  Democrats" -  letzterer  von
       Henry William  Lee verfaßt.  Ferner um die Artikel in "The Labour
       Leader" vom  9.März 1895  "The L.C.C.  Elections" und "The L.C.C.
       and the I.L.P." 450
       475 Am  23. März  1895 wurde  im Reichstag  der Vorschlag  einge-
       bracht, Bismarck  zu seinem  80. Geburtstag Glückwünsche zu über-
       mitteln. Dieser  Vorschlag wurde  mit 163 gegen 146 Stimmen abge-
       lehnt. Dagegen  stimmten die  Sozialdemokraten, die Vertreter der
       Freisinnigen Volkspartei, des Zentrums, die Abgeordneten der pol-
       nischen Fraktion u.a. Als Wilhelm II. von diesem Beschluß erfuhr,
       sandte er Bismarck ein Telegramm, in dem er seine "tiefste Entrü-
       stung" darüber  zum Ausdruck brachte und erklärte, daß dieser Be-
       schluß "im  vollsten Gegensatz  zu den  Gefühlen aller  deutschen
       Fürsten und ihrer Völker" stehe. 451 458
       476 Im  Dezember 1878  hatte Bismarck  einer speziell  gebildeten
       Reichstagskommission den  ersten  Entwurf  einer  Zolltarifreform
       vorgelegt. Von  Mai bis  Juli 1879  wurde der  von der Kommission
       eingebrachte endgültige  Entwurf im Reichstag erörtert und am 12.
       Juli 1879  angenommen. Der neue Zolltarif sah eine bedeutende Er-
       höhung der  Einfuhrzölle für  Eisen,  Maschinen,  Textilien,  Ge-
       treide, Vieh,  Fette, Flachs,  Holz usw.  vor und  diente anfangs
       sowohl den  Interessen der  Großindustriellen als  auch denen der
       Großagrarier. Vgl. Friedrich Engels, "Schutzzoll und Freihandel",
       Band 21 unserer Ausgabe, S. 370/371. 451
       477 Julius Wolf hatte in einer Einleitung zu dem 1895 in Jena er-
       schienenen Buch  "Fünf Briefe über Marx an Herrn Dr. Julius Wolf"
       von Friedrich  Bertheau gegen  die kritischen Bemerkungen von En-
       gels polemisiert,  die dieser  im Vorwort  zum dritten  Band  des
       "Kapitals" (siehe  Band 25  unserer Ausgabe, S. 21, 22 und 25) an
       seine Adresse gerichtet hatte. 452
       478 Den  vorliegenden Entwurf schrieb Engels auf den unteren Rand
       des Briefes,  den Harry  Quelch am 1. April 1895 an ihn gerichtet
       hatte. Quelch hatte Engels um ein Interview über die Lage der Ar-
       beiterbewegung für  die Mai-Nummer der Zeitung "Justice" gebeten.
       453
       479 Anspielung auf Paul Lafargues Schrift "Le droit à la paresse.
       Réfutation du droit au travail de 1848", Paris 1883. 454
       480 Das Kapitel, auf das Engels sich hier bezieht, heißt bei Paul
       Lafargue "Collectivisme consanguin". 454
       481 Lex  Alamannorum -  Teil der  aus dem  6. bis  8. Jahrhundert
       stammenden Aufzeichnung  des Gewohnheitsrechts  des  germanischen
       Stammes der Alemannen (Alamannen). 457
       482 Engels  verweist hier  auf die  Arbeit "La terre salique" von
       B.E. Guérard,  die erstmalig  in der  Zeitschrift "Biblioteque de
       l'École  des  chartes",  November-Dezember  1841,  veröffentlicht
       wurde. 457
       483 Salisches Gesetz (Lex Salica) - Aufzeichnung des Gewohnheits-
       rechts bei  den germanischen  Stämmen der  salischen Franken, die
       aus dem Beginn des 6. Jahrhunderts stammt. Es
       
       #609# Anmerkungen
       -----
       sanktionierte und  schützte vor  allem das Privateigentum und die
       aus dem  Zerfall der  Gentilordnung entstandenen Klassenbeziehun-
       gen. 457
       484 Engels, der die Herausgabe einer Sammlung der frühen Aufsätze
       von Marx  aus der  "Rheinischen Zeitung"  vorbereitete, hatte von
       Richard Fischer  erfahren, daß  der sozialistische  Verleger Hans
       Baake mit  der  Vorbereitung  einer  ähnlichen  Ausgabe  begonnen
       hatte. 459
       485 Es  handelt sich  um folgende Artikel von Marx: "Die Verhand-
       lungen des 6. rheinischen Landtags. Erster Artikel. Debatten über
       Preßfreiheit und  Publikation der Landständischen Verhandlungen",
       "Verhandlungen des  6. rheinischen Landtags. Dritter Artikel. De-
       batten über das Holzdiebstahisgesetz" und "Rechtfertigung des ff-
       Korrespondenten von  der Mosel" (siehe Band 1 unserer Ausgabe, S.
       28-77, 109-147  und 172-199).  Engels konnte seine Absicht, diese
       Artikel neu  herauszugeben, nicht mehr verwirklichen. 459 466 468
       471
       486 Anspielung  auf B.N.  Kritschewski, der  1894  Marx'  Schrift
       "Lohnarbeit und  Kapital" (siehe  Band 6 unserer Ausgabe, S. 397-
       423) und  andere Schriften  ohne Wissen  von Engels herausgegeben
       hatte (siehe vorl. Band, S. 246 und 251 ). 459
       487 Siehe Band 25 unserer Ausgabe, S. 185-189. 461
       488 Gemeint  ist der Schaaffhausensche Bankverein, eine Aktienge-
       sellschaft in  Köln mit Zweigstellen in Berlin, Essen und Düssel-
       dorf. 463
       489 Es handelt sich um das Honorar für Marx' Broschüre "Die Klas-
       senkämpfe in Frankreich 1848 bis 1850". 466
       490 Mit Moselartikel meint Engels die "Rechtfertigung des ++-Kor-
       respondenten von der Mosel", die von Marx geschrieben und in fünf
       Nummern der  "Rheinischen Zeitung"  im Januar 1843 veröffentlicht
       wurde. Nach  Marx' Vorhaben  sollte dieser  Artikel aus  fünf Ru-
       briken bestehen, von denen jedoch nur zwei geschrieben und veröf-
       fentlicht werden  konnten (siehe  Band 1 unserer Ausgabe, S. 172-
       199). 466 471 474-476 487 494
       491 Richard Fischer hatte Engels am 27. Januar 1894 den Vorschlag
       unterbreitet, die  Werke von  Marx und Engels in kleineren Liefe-
       rungen herauszugeben.  Seiner Meinung  nach schloß dies nicht die
       Möglichkeit einer Gesamtausgabe der Werke von Marx und Engels aus
       (siehe auch Anm. 383), wie sie Engels beabsichtigte. 466
       492 Für  die "New-York  Daily Tribune" schrieb Marx auf Vorschlag
       von Charles  Dana, einem  Redakteur dieser fortschrittlichen bür-
       gerlichen Tageszeitung,  seit August 1851. Seine Mitarbeit währte
       bis 1862.  Eine große  Anzahl der Artikel für die "New-York Daily
       Tribune" wurde  auf Marx'  Bitte von Engels geschrieben. Sie sind
       in den Bänden 8 bis 13 sowie 15 und 16 unserer Ausgabe enthalten.
       467
       493 Am 14. April 1895 brachte der "Vorwärts" eine Notiz unter der
       Überschrift "Parteipresse",  in der mitgeteilt wurde, daß "Le So-
       cialiste" seit Anfang April in vergrößertem Format erscheint, die
       Geschäftsräume der Zeitung verlegt, die Leitung der Redaktion von
       A. Zévaés  und die  Administration von René-Auguste Chauvin über-
       nommen worden ist. 469
       494 Gemeint  ist der  "wahre" Sozialismus - eine kleinbürgerliche
       Ideologie, die  1844/45 entstand und deren bedeutendste Vertreter
       Karl Grün  und Moses  Heß waren.  Die "wahren"  Sozialisten waren
       philosophische Idealisten, die die Ursache für alle Übel nicht in
       den kapitalistischen  Produktionsverhältnissen, sondern im Egois-
       mus der  Menschen sahen.  Sie lehnten den revolutionären Klassen-
       kampf ab und versuchten, mit ihren Phrasen vom
       
       #610# Anhang und Register
       -----
       "allgemeinen Menschentum"  und von der "Liebe", die Ausbeuter und
       Ausgebeutete verbinden  sollte, die  Klassenkonflikte  zu  vertu-
       schen. Sie hemmten die Herausbildung einer selbständigen proleta-
       rischen Bewegung,  die Gründung  der ersten revolutionären Partei
       der  Arbeiterklasse  und  die  Vereinigung  aller  demokratischen
       Kräfte im  Kampf gegen die feudale Reaktion. Marx und Engels kri-
       tisierten in  mehreren Arbeiten die Anschauungen der "wahren" So-
       zialisten, vor  allem im  zweiten Teil  der "Deutschen Ideologie"
       (siehe Band  3 unserer Ausgabe, S. 439-530) sowie in den Arbeiten
       "Deutscher Sozialismus  in Versen  und Prosa" und "Die wahren So-
       zialisten" (siehe Band 4 unserer Ausgabe, S. 207 bis 290). 470
       495 Ludwig  Kugelmann hatte am 21. März 1895 Engels unter anderem
       vorgeschlagen: "Meiner  Meinung nach  gibst Du  als Gesamtausgabe
       von Euch  beiden  heraus,  was  Du  hast,  nötigenfalls  von  den
       'Deutsch-französischen Jahrbüchern'  und  dem  'Manifest'  begin-
       nend." 470
       496 Gemeint  ist vermutlich Marx' Broschüre "Die Klassenkämpfe in
       Frankreich 1848  bis 1850".  (Siehe Band 7 unserer Ausgabe, S. 9-
       107.) 470
       497 Einige  der biographischen  Angaben, die Engels in diesem Ab-
       satz macht, sind nicht ganz exakt: Marx verließ die Redaktion der
       "Rheinischen Zeitung"  am 17.März  1843. Seine  Erklärung darüber
       wurde in der Zeitung vom 18.März 1843 veröffentlicht.
       Das preußische  Staatsministerium erließ  am 19. Januar 1843 eine
       Verordnung über  die Unterdrückung der "Rheinischen Zeitung", der
       am 21.  Januar der  entsprechende Erlaß folgte, durch den das Er-
       scheinen der  Zeitung ab  1.April 1843  verboten wurde.  Die Ver-
       ordnung wurde  in der  "Kölnischen Zeitung" vom 26. Januar und in
       der "Düsseldorfer  Zeitung" vom  27. Januar  1843 veröffentlicht.
       474
       498 Am  18. Februar 1895 hatte das Berliner Polizeipräsidium eine
       Verordnung über  die Einführung  einer Zensur für alle Stücke er-
       lassen, die der Theaterverein "Freie Volksbühne" (siehe Anm. 163)
       aufzuführen beabsichtigte.  Die Leitung  des Vereins  legte gegen
       diese Willkür  Berufung ein,  setzte bis zur Gerichtsentscheidung
       alle Vorstellungen  aus und löste die "Freie Volksbühne" freiwil-
       lig auf,  als diese Entscheidung im März 1896 negativ ausfiel. Im
       Herbst 1897 konstituierte sich der Verein mit einem neuen Statut.
       474
       499 Engels meint die Abschriften von Marx' Artikeln aus der alten
       "Rheinischen  Zeitung"-:   "Debatten   über   Preßfreiheit"   und
       "Debatten über  das Holzdiebstahlsgesetz"  (siehe auch Anm. 485),
       die Richard Fischer ihm am 6. Mai 1895 zugesandt hatte. 475
       500 Carl Hirsch hatte in seinem Brief vom 15.Mai 1895 Engels mit-
       geteilt, daß  gegen die  "Rheinische Zeitung"  bzw. ihren verant-
       wortlichen Redakteur  A. Hofrichter  ein Prozeß wegen Beleidigung
       des Direktors  der Arbeitsanstalt  in Brauweiler, Schellmann, an-
       gestrengt und für den 27. Mai 1895 anberaumt worden war, weil die
       "Rheinische Zeitung" die Zustände in der Arbeitsanstalt sowie die
       schlechte Behandlung  der Häftlinge in einem Artikel angeprangert
       hatte. Die  "Rheinische Zeitung"  beabsichtigte,  den  englischen
       Journalisten James  Pollitt ausfindig zu machen und als Zeugen zu
       gewinnen. Pollitt  hatte im  Auftrage englischer Fabrikanten u.a.
       auch die  Anstalt in  Brauweiler besucht  und seine  Eindrücke im
       "Hardwareman" vom 11. und 18. Mai 1895 veröffentlicht. 479 485
       501 Von  diesem Brief  ist ein Entwurf, datiert vom 12. Mai 1895,
       erhalten geblieben. Brief und Entwurf stimmen inhaltlich überein,
       wobei der Brief an manchen Stellen ausführlicher ist. 481
       502 Karl  Kautsky hatte  in seinem  Brief vom  6. Mai 1895 Engels
       vorgeschlagen, für den vierten Band der "Geschichte des Sozialis-
       mus in  Einzeldarstellungen" einen Abschnitt über die I. Interna-
       tionale zu schreiben, der 1897 veröffentlicht werden sollte. 482
       
       #611# Anmerkungen
       -----
       503 In  seiner Arbeit  "Von Plato  bis zu  den Wiedertäufern" be-
       zeichnete Karl  Kautsky die "Briefe der Dunkelmänner" ("Epistolae
       obscurorum virorum")  des Ulrich von Hutten als "Briefe unberühm-
       ter  Männer";   er  war  wie  Johannes  Janssen,  der  Autor  der
       "Geschichte des  deutschen Volkes  seit dem Ausgang des Mittelal-
       ters", der  Ansicht, daß  die herkömmliche Übersetzung dieses Ti-
       tels mißverständlich sei. 483
       504 Friedrich  Adolph Sorge  schrieb 1890  bis 1895 für die "Neue
       Zeit" eine  Reihe von Artikeln über die Entwicklung der Arbeiter-
       bewegung in  den Vereinigten Staaten seit dem Jahre 1830. Bereits
       am 21. November 1891 hatte Engels seinem Freund Sorge vorgeschla-
       gen, die  Artikel als  Buch herauszugeben  (siehe Band 38 unserer
       Ausgabe, S. 217). Die Serie ist jedoch nicht als Buch erschienen.
       484
       505 Diese  Zeilen schrieb  Engels auf eine Postkarte. Sie ist mit
       folgender Adresse  in Engels' Handschrift versehen: Herrn Richard
       Fischer, Buchhandlung  des "Vorwärts",  Beuthstr. 2, Berlin, Ger-
       many. 487
       506 Es handelt sich um Nachträge und Änderungen, die N.F. Daniel-
       son mit seinem Brief vom 20. Mai (1. Juni) 1895 an Engels gesandt
       hatte und  die in  die von A. Konow besorgte deutsche Übersetzung
       seines Buches  "Otscherki naschewo  poreformennowo  obschtschest-
       wennowo chosjaistwa" (siehe auch Anm. 196) eingefügt werden soll-
       ten. Die Übersetzung des Buches wurde von G. Polonsky angefertigt
       und erschien erst nach dem Tode von Engels. 488
       507 Von etwa Juni bis 24. Juli 1895 weilte Engels zur Erholung in
       Eastbourne. 489
       508 Es handelt sich um Engels' Arbeit "Was hat die Arbeiterklasse
       mit Polen  zu tun?"  (siehe Band 16 unserer Ausgabe, S. 153-163),
       die in  polnischer Übersetzung im "Przedswit" vom Juli 1895 unter
       dem Titel  "Klasa robotnicza  a  kwestya  polska"  veröffentlicht
       wurde.
       490
       509 Von diesem Brief ist auch das Kuvert mit folgender Adresse in
       Engels' Handschrift  erhalten geblieben: Sig avv° Filippo Turati,
       23, Portici  Galleria V.E.  Milano, Italy.  Auf der  ersten Seite
       dieses Briefes  befindet sich  der folgende  Vermerk  in  Turatis
       Handschrift: "Riferito  al Arturo  Labriola 1./7.95" ("Arturo La-
       briola am 1./7.95 benachrichtigt"). 491
       510 Filippo Turati hatte in seinem Brief vom 19. Juni 1895 Engels
       vorgeschlagen, den  sozialistischen Studenten Arturo Labriola mit
       der Anfertigung  eines Resümees  der drei  "Kapital"-Bände zu be-
       trauen. 491
       511 Gemeint  sind Arturo  Labriolas Beiträge  "La teoria marxista
       del valore  e il  saggio medio  del profitto" in der "Critica So-
       ciale" vom  1. Februar  1895 und  "La conclusioni postume di Marx
       sulla teoria  del valore"  in der  "Critica Sociale"  vom 1. März
       1895. 491
       512 Filippo  Turati hatte  in seinem  Artikel "Crispí re", den er
       unter dem Pseudonym Noi in der "Critica Sociale" vom 16. Mai 1895
       veröffentlicht hatte,  einen Auszug aus Engels' Brief an Pasquale
       Martignetti vom 8. Januar 1895 (siehe vorl. Band, S. 369) verwer-
       tet. In  seinem Schreiben vom 1. Juli 1895 entschuldigte sich Tu-
       rati bei  Engels, daß  er nicht  um dessen  Autorisierung gebeten
       hatte. 491
       513 Bei den italienischen Parlamentswahlen am 26. Mai und 3. Juni
       1895 konnten  die italienischen  Sozialisten, die in einer Koali-
       tion mit  den Radikalen  und den Republikanern gegen die Anhänger
       der Regierung  Crispi auftraten,  etwa 20 Vertreter ins Parlament
       bringen. 492
       514 Diese  Zeilen schrieb Engels auf eine Ansichtskarte mit einem
       Bild des  Strandes von  Eastbourne. Sie  ist in  Laura  Lafargues
       Handschrift mit  folgender Adresse versehen: Monsieur Paul Lafar-
       gue, Le Perreux, Seine, France. 493
       
       #612# Anhang und Register
       -----
       515 Diese  Zeilen schrieb  Engels auf eine Postkarte. Sie ist mit
       folgender Adresse  in Engels' Handschrift versehen: Herrn Richard
       Fischer, Buchhdlg.  des "Vorwärts",  Beuthstr. 2, Berlin S.W. 19,
       Germany. 494
       516 Im  April 1895  war in  der Pariser Monatsschrift "Le Devenir
       social" Edward  Avelings Artikel "Les sans-travail en Angleterre"
       erschienen, in  dem behauptet  wurde, daß Keir Hardie, der Führer
       der Independent  Labour Party (siehe Anm. 9) die Existenz der Ar-
       beitslosigkeit in England verneinte. Ausschnitte aus diesem Arti-
       kel wurden  in der  Zeitschrift "La  Jeunesse socialiste" im Juni
       1895 nachgedruckt.  Hardie übernahm den entsprechenden Ausschnitt
       in seinen "Labour Leader" vom 6. Juli 1895 und versah ihn mit ei-
       nem Kommentar, in dem er die Behauptung Avelings zurückwies.
       Zur gleichen  Zeit hatte  die Glasgow Central Division branch der
       Independent Labour Party Aveling vorgeschlagen, bei den bevorste-
       henden  Parlamentswahlen  für  Glasgow  zu  kandidieren.  Aveling
       lehnte den Vorschlag wegen seines schlechten Gesundheitszustandes
       ab. Eine  Mitteilung darüber veröffentlichten der "Labour Leader"
       und die "Justice" am 13. Juli 1895. 495 499
       517 Diese  Zeilen schrieb  Engels auf eine Postkarte. Sie ist mit
       folgender Adresse in Engels' Handschrift versehen: Ed. Bernstein,
       Esq., 29, Red Lion Square, W.C. London. 496
       518 Diese  Zeilen schrieb Engels auf eine Postkarte mit einer An-
       sicht von  Eastbourne. Die Karte ist mit folgender Adresse in En-
       gels' Handschrift versehen: Sig. Filippo Turati, Portici Galleria
       V.E. 23, Milano, Italy. 497
       519 Es  handelt sich  um den ersten Teil des Artikels "En mémoire
       du Manifeste du parti communiste" von Antonio Labriola; er war in
       der Pariser Monatsschrift "Le Devenir social" Nr. 3 vom Juni 1895
       erschienen. Der  zweite Teil wurde in Nr. 4 derselben Zeitschrift
       im Juli 1895 veröffentlicht. 498
       520 Engels  hatte noch zu Lebzeiten von Marx diesen in seinem Te-
       stament zum  Universalerben eingesetzt.  Nach dem  Tode von  Marx
       setzte Engels  ein neues  Testament auf.  Er bestimmte, daß Marx'
       Töchter Laura  und Eleanor  und die  Kinder von  Jenny, der  ver-
       storbenen ältesten  Tochter von  Marx, sowie  Helene Demuth seine
       Hinterlassenschaft zu gleichen Teilen erben sollten. 505
       521 Lincoln's  Inn - eine der Advokaten-Innungen Londons; gleich-
       zeitig Sitz dieser Körperschaft und Wohnung ihrer Mitglieder. 505
       522 Das  vorliegende Dokument  wird nach  einer handgeschriebenen
       Abschrift von  Eduard Bernstein  und Louise  Freyberger gebracht.
       Ihm  lag  folgende  von  August  Bebel  geschriebene  Notiz  bei:
       "Ergänzungsbrief, datiert vom 14. November 1894, zu Friedrich En-
       gels' Testament.  Lag im  Schubkasten von  Engels' Schreibtisch."
       507
       523 Joseph Weydemeyer hatte Ende April 1846 den Hauptteil der Ma-
       nuskripte des  I. Bandes  der "Deutschen Ideologie" (siehe Band 3
       unserer Ausgabe) nach Westfalen mitgenommen. Er sollte die Veröf-
       fentlichung mit  finanzieller Unterstützung dortiger Unternehmer,
       der "wahren"  Sozialisten Julius Meyer und Rudolph Rempel, vorbe-
       reiten. Meyer  und  Rempel  verzögerten  jedoch  den  Beginn  des
       Drucks. Nachdem  bis Mitte  Juli 1846  Kapitel II  und III des I.
       Bandes und  der größte  Teil des  II.Bandes in  Westfalen  einge-
       troffen waren,  lehnten sie endgültig ab. Alle weiteren Versuche,
       einen Verleger  für die Arbeit zu finden, scheiterten entweder an
       den Zensurverhältnissen  oder an  der Sympathie  der Verleger mit
       den von  Marx und  Engels kritisierten philosophischen Richtungen
       und deren Vertretern. 515
       524 In  seinem Brief an Marx vom 30. April 1846 halte Joseph Wey-
       demeyer mitgeteilt, daß er
       
       #613# Anmerkungen
       -----
       Julius Meyer  den Vorschlag  machen wolle, "im Limburgschen einen
       Verlag zu  errichten", weil Schriften von weniger als 20 Druckbo-
       gen in  Deutschland der Zensur unterlagen. Für Werke von mehr als
       20 Druckbogen  traf das  formell nicht  zu, was  jedoch nicht be-
       deutete, daß  sie nicht  unterdrückt werden  konnten.  Weydemeyer
       hoffte, daß sich einige Kapitalisten für das Unternehmen gewinnen
       ließen und  daß ihm  selbst nach Erwerb des holländischen Bürger-
       rechts die  Konzession erteilt  würde. Er  bat  Marx,  in  dieser
       Beziehung Erkundigungen  einzuziehen. Dieser  Plan, die "Deutsche
       Ideologie" zu  veröffentlichen, führte ebensowenig zum Erfolg wie
       die Vereinbarungen  mit  dem  Verleger  C.G.  Vogler  und  andere
       Bemühungen. 515
       525 Aus  dem Brief  von Joseph Weydemeyer vom 14. Mai 1846 erfuhr
       Marx, daß  sich Rudolph Rempel und Julius Meyer in Geldschwierig-
       keiten befanden. 516
       520 Marx meint die geplante Arbeit "Kritik der Politik und Natio-
       nalökonomie", von  der eine  im August  1844 abgebrochene Nieder-
       schrift erhalten  geblieben ist, die unter dem Titel "Ökonomisch-
       philosophische Manuskripte 1844" bekannt wurde (siehe Ergänzungs-
       band unserer  Ausgabe, Schriften  bis 1844, Erster Teil, S. 465 -
       588). 516
       527 Bei  dem vorliegenden  Brief handelt  es sich um ein erst vor
       kurzem aufgefundenes  Dokument. Es  wurde zuerst  in  der  "Zeit-
       schrift für  Geschichtswissenschaft", Heft  3, Berlin  1968, ver-
       öffentlicht. Der Brief ist von unbekannter Handgeschrieben, trägt
       aber die eigenhändige Unterschrift von Marx. 518 519
       528 Anfang  November 1848  bereiteten sich in Düsseldorf sowie in
       anderen rheimschen  Städten die demokratischen Kreise auf den Wi-
       derstand gegen  die preußische  Regierung vor, die am 8. November
       1848 mit  der Verlegung  der preußischen  Nationalversammlung aus
       Berlin nach  Brandenburg und ihrer Vertagung den konterrevolutio-
       nären Staatsstreich begann. Die Protestkampagne verlief unter dem
       Zeichen der Vereinigung aller Kräfte, die gegen die Reaktion auf-
       traten. Mit  dem demokratisch-monarchischen Klub meint Marx wahr-
       scheinlich die im November tagende permanente Düsseldorfer Volks-
       versammlung, in der die Mitglieder des Demokratischen Volksklubs,
       des Vereins für demokratische Monarchie und der Bürgerwehr mitar-
       beiteten. Am  14.November 1848  behandelte Ferdinand  Lassalle in
       der Düsseldorfer  Volksversammlung die  von Marx  vorgeschlagenen
       Aufgaben. 520
       529 Der  Zentralausschuß der  Demokraten Deutschlands wurde Mitte
       Juni 1848 auf dem ersten Demokratenkongreß in Frankfurt a. M. ge-
       gründet. Er  stellte sich  die Aufgabe,  die gemeinsame Tätigkeit
       der Vereine  zu lenken,  die Verbindung zwischen ihnen zu gewähr-
       leisten, die  Bildung von  Kreisausschüssen zu  veranlassen u. a.
       520
       530 Gemeint  ist der Kreisausschuß der rheinischen demokratischen
       Vereine, der  sich Mitte  Juli 1848  konstituierte und  an dessen
       Spitze Marx  stand. Mit  seiner Bildung  gewannen die Kommunisten
       eine weitere  wichtige Position  zur Leitung  des  revolutionären
       Kampfes aller  demokratischen Kräfte  gegen die Konterrevolution.
       Eine der  ersten Maßnahmen  des Kreisausschusses war die Einberu-
       fung eines  rheinischen Demokratenkongresses,  der am 13. und 14.
       August 1848  in Köln stattfand und zum engeren Zusammenschluß der
       demokratischen und Arbeitervereine der Rheinprovinz führte. 520
       531 Am 14. November 1848 wurde Marx vom Instruktionsrichter wegen
       seines Artikels  "Der Staatsprokurator  'Hecker'  und  die  'Neue
       Rheinische Zeitung'"  (siehe Band  5 unserer Ausgabe, S. 440-444)
       vernommen. Vor  dem Gerichtsgebäude  fand während  der Vernehmung
       eine große  Sympathiekundgebung für  Marx statt,  durch die seine
       Verhaftung verhindert wurde. 520
       
       #614# Anhang und Register
       -----
       532 Von diesem Brief in Engels' Handschrift, der die Unterschrif-
       ten von Marx, August Willich und Engels trägt, ist das Kuvert mit
       folgender Adresse  in Engels'  Handschrift erhalten geblieben: To
       His Excellency Chevalier Bunsen, Carlton Terrace. 521
       533 Es  handelt sich um das Sozial-demokratische Flüchtlingskomi-
       tee beim  Deutschen Bildungsverein  für Arbeiter in London (siehe
       Anm. 27),  das im  September 1849  unter der Bezeichnung Ausschuß
       zur Unterstützung deutscher politischer Flüchtlinge in London ge-
       schaffen worden war. Um die Versuche der kleinbürgerlich-demokra-
       tischen Emigranten, die proletarischen Elemente der Londoner Emi-
       gration unter ihren Einfluß zu bringen, zunichte zu machen, wurde
       am 3. Dezember 1849 auf Vorschlag von Marx und anderer Führer des
       Bundes der  Kommunisten der  Ausschuß in das Sozial-demokratische
       Flüchtlingskomitee umgewandelt, in dessen Leitung nun auch Engels
       eintrat. Das  Komitee spielte  eine bedeutende Rolle bei der Wie-
       derherstellung der Verbindungen zwischen den Mitgliedern des Bun-
       des der  Kommunisten, bei  der Festigung  der Geschlossenheit der
       Anhänger von Marx und Engels in London und bei der Reorganisation
       des Bundes der Kommunisten in den Jahren 1849/50. Mitte September
       1850 erklärten  Marx und  Engels und ihre Anhänger ihren Austritt
       aus dem  Deutschen Bildungsverein  für Arbeiter  und zugleich aus
       dem Flüchtlingskomitee,  weil nach  der Spaltung  des Bundes  der
       Kommunisten die  Mehrheit der  Mitglieder des Flüchtlingskomitees
       unter den Einfluß der Fraktion Willich-Schapper geraten war. 521
       534 Dieser  sowie die  folgenden fünf Briefe von Marx sind an den
       Berliner Verleger  Franz Duncker gerichtet, der Marx' Arbeit "Zur
       Kritik der Politischen Ökonomie" herausbrachte. 525
       535 Am  24. April  1859 hatte  Albrecht Komp aus New York an Marx
       geschrieben und  ihm über  die guten  Absatzmöglichkeiten des  1.
       Heftes "Zur  Kritik der  Politischen Ökonomie" in den USA berich-
       tet. Seinem  Schreiben war  ein Brief  Joseph Weydemeyers vom 27.
       März 1859  aus Milwaukee,  der  dasselbe  beinhaltete,  beigelegt
       (siehe auch Band 29 unserer Ausgabe, S. 437). 527 528
       536 Der Schluß dieses Briefes ist abgeschnitten und steht dem In-
       stitut für Marxismus- Leninismus nicht zur Verfügung. 527
       637 Etwa  vom 12. Juni bis etwa 12. Juli 1859 weilte Marx bei En-
       gels in  Manchester, wo  sie u.a. über die Herausgabe der Zeitung
       "Das Volk" berieten. 530
       538 Gemeint ist der Krieg, den Frankreich und das Königreich Sar-
       dinien (Piemont)  von April  bis Juli 1859 gegen Österreich führ-
       ten. Nach  einigen Siegen der französisch-piemontesischen Truppen
       schloß Napoleon  III. im  Juli 1859  hinter dem Rücken Sardiniens
       mit Österreich den Separatfrieden von Villafranca. Frankreich er-
       hielt Savoyen  und Nizza  zugesprochen, die  Lombardei wurde  mit
       Sardinien vereinigt, Venetien blieb weiter unter österreichischer
       Herrschaft. 530
       539 Die  Erklärung wurde  nicht geschrieben, da Marx' Arbeit "Zur
       Kritik der  Politischen Ökonomie" (siehe Band 13 unserer Ausgabe,
       S. 3-160) bereits am 11. Juni 1859 erschienen war. 530
       540 Die  Photokopie der  Handschrift dieses Briefes wurde uns vom
       Institut für Parteigeschichte beim ZK der Ungarischen Sozialisti-
       schen Arbeiterpartei zur Verfügung gestellt. Der Text des Briefes
       wurde erstmalig  in Heft  4 der Zeitschrift "Párttörténeti Közle-
       mények", Budapest 1966, veröffentlicht.
       Wie aus  einer Bemerkung von Marx in seinem Buch "Herr Vogt" her-
       vorgeht (siehe
       
       #615# Anmerkungen
       -----
       Band 14  unserer Ausgabe,  S. 506),  beantwortete Mór Perczel den
       vorliegenden Brief am 19. April 1860. Marx erwähnte Perczels Ant-
       wortschreiben auch in einem an Bertalan Szemere gerichteten Brief
       vom 2. Juni 1860 (siehe Band 30 unserer Ausgabe, S, 550/551). 531
       541 Diese Zeilen schrieb Marx auf eine Postkarte. Sie ist in sei-
       ner Handschrift  mit folgender Adresse versehen: Th. Allsop Esq.,
       Exmouth (Devon). 533
       542 Diese Zeilen schrieb Marx auf eine Postkarte. Sie ist in sei-
       ner Handschrift mit folgender Adresse versehen: Carl Hirsch Esq.,
       12, Fitzroy Street, Fitzroy Square, W. 534
       543 Etwa vom 8. August bis 17. September 1879 weilte Marx zur Er-
       holung auf der Insel Jersey und in Ramsgate. 534
       544 Diese  Zeilen standen  auf einer Postkarte, die mit folgender
       Adresse versehen  war: Mrs.  Natalie Liebknecht, 160, Kantstraße,
       Charlottenburg Berlin. 539
       545 I.A.  Gurwitsch (Hourwich) hatte Engels am 18.Mai 1895 mitge-
       teilt, daß  sein Buch  "The Economics  of the Russian Village" in
       Kürze in  Russisch erscheinen  werde. Er  bat Engels,  als Anhang
       dazu Marx' Auszüge aus russischen statistischen Werken veröffent-
       lichen zu dürfen. 542
       546 Die  vorliegenden Zeilen schrieb Engels mit Bleistift auf die
       Rückseite eines  Briefes, den  Ludwig Siebold am 22. Juli 1895 an
       ihn gerichtet  hatte. Wegen  seiner schweren  Krankheit -  Engels
       litt an Kehlkopfkrebs - war er nicht mehr in der Lage, persönlich
       an Siebold zu schreiben, konnte den Brief aber auch nicht diktie-
       ren. Wahrscheinlich wurde der vorliegende Entwurf in Engels' Auf-
       trag von seiner Sekretärin Louise Freyberger abgeschrieben und an
       Siebold geschickt. Wir verfügen nur über den von Engels verfaßten
       Entwurf des Briefes. 544
       547 Ludwig  Siebold hatte Engels am 22. Juli 1895 mitgeteilt, daß
       er am  20. Juli  einen Brief  Julius Springers an Philipp Klepsch
       geschickt habe.  Siebold hatte  Klepsch gebeten,  den Brief  nach
       Durchsicht Engels  zu übermitteln.  Aus Siebolds  Brief an Engels
       geht hervor, daß Springer der Meinung war, das von Carl Schorlem-
       mer hinterlassene  Manuskript sei für eine Veröffentlichung nicht
       geeignet. Siebold  äußerte die Absicht, das Manuskript selbst ei-
       nem Verleger  anzubieten und  ersuchte Engels  um  seine  Meinung
       dazu. 544

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