Quelle: MEW 40 Marx: Schriften/Briefe Nov. 1837 bis Aug. 1844
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[ZWEITES MANUSKRIPT]
[Das Verhältnis des Privateigentums]
... ¦¦XL¦ Zinsen seines Kapitals bildet 1*). An dem Arbeiter exi-
stiert es also subjektiv, daß das Kapital der sich ganz abhanden
gekommene Mensch ist, wie es am Kapital objektiv existiert, daß
die Arbeit der sich abhanden gekommene Mensch ist. Der A r-
b e i t e r hat aber das Unglück, ein l e b e n d i g e s und
daher b e d ü r f t i g e s K a p i t a l zu sein, das jeden
Augenblick, wo es nicht arbeitet, seine Zinsen und damit seine
Existenz verliert. Als Kapital steigt [der] W e r t des Ar-
beiters nach Nachfrage und Zufuhr, und auch p h y s i s c h
ward und wird gewußt sein D a s e i n, sein L e b e n [als]
eine Zufuhr von W a r e wie jeder andren Ware. Der Arbeiter
produziert das Kapital, das Kapital produziert ihn, er also sich
selbst, und der Mensch als A r b e i t e r, als W a r e, ist
das Produkt der ganzen Bewegung. Dem Menschen, der nichts mehr
ist als A r b e i t e r, und als Arbeiter sind seine menschli-
chen Eigenschaften nur da, insofern sie für das ihm f r e m d e
Kapital da sind. Weil sich aber beide fremd sind, daher in einem
gleichgültigen, äußerlichen und zufälligen Verhältnisse stehn, so
mußte diese Fremdheit auch als w i r k l i c h erscheinen. So-
bald es also dem Kapital einfällt - notwendiger oder willkürli-
cher Einfall nicht mehr für den Arbeiter zu sein, ist er selbst
nicht mehr für sich, er bat keine Arbeit, darum k e i n e n
Lohn, und da er nicht a l s M e n s c h, sondern a l s
A r b e i t e r Dasein hat, so kann er sich begraben lassen,
verhungern etc. Der Arbeiter ist nur als Arbeiter da, sobald er
f ü r s i c h als Kapital da ist, und er ist nur als Kapital
da, sobald ein K a p i t a l f ü r i h n da ist. Das Dasein
des Kapitals ist s e i n Dasein, sein L e b e n, wie es den
Inhalt seines Lebens auf eine ihm gleichgültige Weise bestimmt.
Die Nationalökonomie kennt daher nicht den unbeschäftigten Arbei-
ter, den Arbeitsmenschen, soweit er sich außer diesem Arbeitsver-
hältnis befindet. Der Spitzbube, Gauner, Bettler, der unbeschäf-
tigte, der verhungernde, der elende und verbrecherische Arbeits-
mensch sind G e s t a l t e n, die nicht f ü r s i e, son-
dern nur für andre Augen, für die des Arztes, des
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1*) Mit diesen Worten beginnt die Seite XL des zweiten Manu-
skripts; die vorhergehenden Seiten sind nicht erhalten geblieben
#524# Ökonomisch-philosophische Manuskripte (1844)
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Richters, des Totengräbers und Bettelvogts etc. existieren, Ge-
spenster außerhalb ihres Reichs. Die Bedürfnisse des Arbeiters
sind daher für sie nur das B e d ü r f n i s, i h n w ä h-
r e n d d e r A r b e i t zu unterhalten, und so weit, daß das
A r b e i t e r g e s c h l e c h t nicht aus[sterbe]. Der Ar-
beitslohn hat daher ganz denselben Sinn wie die U n t e r-
h a l t u n g, I n s t a n d e r h a l t u n g jedes andren
produktiven Instruments, wie die K o n s u m t i o n des K a-
p i t a l s überhaupt, deren es bedarf, um sich mit Zinsen zu
reproduzieren, wie das öl, welches an die Räder verwandt wird, um
sie in Bewegung zu halten. Der Arbeitslohn gehört daher zu den
nötigen K o s t e n des Kapitals und des Kapitalisten und darf
das Bedürfnis dieser Not nicht überschreiten. Es war daher ganz
konsequent, wenn englische Fabrikherrn vor der Amendment bill von
1834 [114] die öffentlichen Almosen, die der Arbeiter vermittelst
der Armentaxe empfing, von seinem Arbeitslohn abzogen und als
einen integrierenden Teil desselben betrachteten.
Die Produktion produziert den Menschen nicht nur als eine
W a r e, die M e n s c h e n w a r e, den Menschen in der Be-
stimmung der W a r e, sie produziert ihn, dieser Bestimmung
entsprechend, als ein ebenso g e i s t i g wie körperlich
e n t m e n s c h t e s Wesen. - Immoralität, Mißgeburt, Hebe-
tismus der Arbeiter und der Kapitalisten. - Ihr Produkt ist die
s e l b s t b e w u ß t e und s e l b s t t ä t i g e W a r e,
... die M e n s c h e n w a r e ... Großer Fortschritt von Ri-
cardo, Mill etc. gegen Smith und Say, das D a s e i n des Men-
schen - die größre oder kleinre Menschenproduktivität der Ware -
als g l e i c h g ü l t i g und sogar s c h ä d l i c h zu
erklären. Nicht, wieviel Arbeiter ein Kapital unterhalte, sondern
wieviel Zinsen es bringe, die Summe der jährlichen E r s p a-
r u n g e n sei der wahre Zweck der Produktion. Es war ebenfalls
ein großer und konsequenter Fortschritt der neueren ¦¦XLI¦
englischen Nationalökonomie, daß sie - welche die A r b e i t
zum e i n z i g e n Prinzip der Nationalökonomie erhebt -
zugleich mit völliger Klarheit das u m g e k e h r t e Verhält-
nis zwischen dem Arbeitslohn und den Zinsen des Kapitals
auseinandersetzte und daß der Kapitalist in der Regel n u r
durch die Herabdrückung des Arbeitslohns, wie umgekehrt, gewinnen
könne. Nicht die Übervorteilung des Konsumenten, sondern die
wechselseitige Übervorteilung von Kapitalist und Arbeiter sei das
n o r m a l e Verhältnis. - Das Verhältnis des Privateigentums
enthält in sich latent das Verhältnis des Privateigentums als
A r b e i t, wie das Verhältnis desselben als K a p i t a l
und die B e z i e h u n g dieser beiden Ausdrücke aufeinander.
Die Produktion der menschlichen Tätigkeit als A r b e i t, also
als einer sich ganz fremden, dem Menschen und der Natur, daher
dem Bewußtsein und der Lebensäußerung ganz fremden Tätigkeit, die
a b s t r a k t e Existenz des Menschen als eines bloßen
A r b e i t s m e n s c h e n, der daher täglich
#525# Das Verhältnis des Privateigentums
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aus seinem erfüllten Nichts in das absolute Nichts, sein gesell-
schaftliches und darum sein wirkliches Nichtdasein hinabstürzen
kann - wie andrerseits die Produktion des Gegenstandes der men-
schlichen Tätigkeit als K a p i t a l, worin alle natürliche
und gesellschaftliche Bestimmtheit des Gegenstandes a u s g e-
l ö s c h t ist, das Privateigentum seine natürliche und gesell-
schaftliche Qualität (also alle politischen und geselligen
Illusionen verloren hat und mit keinen s c h e i n b a r
menschlichen Verhältnissen vermischt ist) verloren hat - worin
auch d a s s e l b e Kapital in dem verschiedenartigsten natür-
lichen und gesellschaftlichen Dasein d a s s e l b e bleibt,
vollkommen gleichgültig gegen seinen w i r k l i c h e n Inhalt
ist - dieser Gegensatz auf die Spitze getrieben ist notwendig die
Spitze, die Höhe und der Untergang des ganzen Verhältnisses.
Es ist daher wieder eine große Tat der neuern englischen
Nationalökonomie, die Grundrente als den Unterschied der Zinsen
des schlechtesten der Kultur angehörigen Landes und der des be-
sten Kulturlandes angegeben, die romantischen Einbildungen des
Grundeigentümers - seine angeblich soziale Wichtigkeit und die
Identität seines Interesses mit dem Interesse der Gesellschaft,
die noch nach den Physiokraten Adam Smith behauptet -
[nachgewiesen] 1*) und die Bewegung der Wirklichkeit antizipiert
und vorbereitet zu [haben] 1*), die den Grundeigentümer in einen
ganz gewöhnlichen, prosaischen Kapitalisten verwandeln, dadurch
den Gegensatz vereinfachen, zuspitzen und damit seine Auflösung
beschleunigen wird. Die E r d e als E r d e, die
G r u n d r e n t e als G r u n d r e n t e haben damit ihren
S t a n d e s u n t e r s c h i e d verloren und sind zum
nichtssagenden oder vielmehr nur geldsagenden K a p i t a l und
I n t e r e s s e geworden. - Der U n t e r s c h i e d von
Kapital und Erde, von Gewinn und Grundrente, wie beider vom Ar-
beitslohn, von der I n d u s t r i e, von der A g r i k u l-
t u r, [von] dem u n b e w e g l i c h e n und b e w e g-
l i c h e n Privateigentum ist ein noch h i s t o r i-
s c h e r, nicht im Wesen der Sache begründeter Unterschied, ein
f i x i e r t e s geschichtliches Bildungs- und Entstehungs-
moment des Gegensatzes von Kapital und Arbeit. In der Industrie
etc. im Gegensatz zum unbeweglichen Grundeigentum ist nur die
Entstehungsweise und der Gegensatz, in dem sich die Industrie zur
Agrikultur ausgebildet hat, ausgedrückt. Als eine b e s o n-
d r e Art der Arbeit, als ein w e s e n t l i c h e r, g e-
w i c h t i g e r, das L e b e n u m f a s s e n d e r Unter-
schied besteht dieser Unterschied nur, solange die Industrie (das
Stadtleben) g e g e n ü b e r dem Landbesitz (dem adligen
Feudal 2*)-Leben) sich bildet und noch den feudalen Charakter
ihres Gegensatzes an sich selbst in der Form des Monopols, Zunft,
Gilde, Korporation etc. trägt, innerhalb welcher Bestimmungen
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1*) Manuskript beschädigt - 2*) "Feudal" steht in der Handschrift
über "adligen"
#526# Ökonomisch-philosophische Manuskripte (1844)
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die Arbeit noch eine s c h e i n b a r g e s e l l s c h a f t-
l i c h e Bedeutung, noch die Bedeutung des w i r k l i c h e n
Gemeinwesens hat, noch nicht zur G l e i c h g ü l t i g k e i t
gegen ihren Inhalt und zum völligen Sein für sich selbst, d. h.
zur Abstraktion von allem andren Sein, und darum auch noch nicht
zum f r e i g e l a ß n e n Kapital fortgegangen ist.
¦¦XLII¦ Aber die notwendige E n t w i c k l u n g der Arbeit
ist die freigelaßne, als solche für sich konstituierte I n d u-
s t r i e und das f r e i g e l a ß n e K a p i t a l. Die
Macht der Industrie über ihren Gegensatz zeigt sich sogleich in
der Entstehung der A g r i k u l t u r als einer wirklichen
Industrie, während sie früher die Hauptarbeit dem Boden überließ
und dem S k l a v e n dieses Bodens, durch welchen dieser sich
selbst baute. Mit der Verwandlung des Sklaven in einen
f r e i e n Arbeiter, d.h. in einen S ö l d l i n g, ist der
Grundherr an sich in einen Industrieherrn, einen Kapitalisten
verwandelt, eine Verwandlung, die zunächst durch das Mittelglied
des P ä c h t e r s geschieht. Aber der P ä c h t e r ist der
Repräsentant, das offenbarte G e h e i m n i s des Grundeigen-
tümers; nur durch ihn ist s e i n n a t i o n a l ö k o-
n o m i s c h e s Dasein, sein Dasein als Privateigentümer -
denn die Grundrente seiner Erde ist nur durch die Konkurrenz der
Pächter. - Also i s t der Grundherr wesentlich schon im
P ä c h t e r ein g e m e i n e r Kapitalist, geworden. Und
dies muß sich auch in der Wirklichkeit vollziehn, der Agrikultur
treibende Kapitalist - der Pächter - muß Grundherr werden oder
umgekehrt. Der I n d u s t r i e s c h a c h e r des Pächters
ist der des G r u n d e i g e n t ü m e r s, denn das Sein des
ersten setzt das Sein des zweiten. -
Aber ihrer gegensätzlichen Entstehung sich erinnernd, ihrer Her-
kunft - der Grundeigentümer weiß den Kapitalisten als seinen
übermütigen, freigelaßnen, bereicherten Sklaven von gestern und
sieht sich selbst als K a p i t a l i s t durch jenen bedroht -
der Kapitalist weiß den Grundeigentümer als den nichtstuenden und
grausamen egoistischen 1*) Herrn von gestern, er weiß, daß er ihn
als Kapitalist beeinträchtigt, doch der Industrie seine ganze
jetzige gesellschaftliche Bedeutung, seine Habe und seinen Genuß
verdankt, er sieht in ihm einen Gegensatz der f r e i e n Indu-
strie und des f r e i e n, von jeder Naturbestimmung unabhängi-
gen Kapitals - dieser Gegensatz ist höchst bitter und sagt sich
wechselseitig die Wahrheit. Man braucht nur die Angriffe des un-
beweglichen Eigentums auf das bewegliche und umgekehrt zu lesen,
um sich von ihrer wechselseitigen Nichtswürdigkeit ein anschauli-
ches Bild zu verschaffen. Der Grundeigentümer macht den Ge-
burtsadel seines Eigentums, die feudalen Souvenirs, Reminiszenzen
2*), die
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1*) "egoistischen" steht in der Handschrift über "grausamen" -
2*) "Reminiszenzen" steht in der Handschrift über "Souvenirs"
#527# Das Verhältnis des Privateigentums
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Poesie der Erinnerung, sein schwärmerisches Wesen, seine politi-
sche Wichtigkeit etc. geltend, und wenn sie nationalökonomisch
sprechen: der Landbau sei a l l e i n produktiv. Er schildert
zugleich seinen Gegner als einen schlauen, feilbietenden, mäkeln-
den, betrügerischen, habsüchtigen, verkäuflichen, empörungssüch-
tigen, Herz- und Geistlosen, dem Gemeinwesen entfremdeten und
frei es verschachernden, wuchernden, kuppelnden, sklavischen, ge-
schmeidigen, schöntuenden, prellenden, trocknen, die Konkurrenz
und daher den Pauperismus und den verbrechenden, die Auflösung
aller sozialen Bande erzeugenden, nährenden, hätschelnden
G e l d s c h u r k e n ohne Ehre, ohne Grundsätze, ohne Poesie,
ohne Substanz, ohne alles. (Siehe unter andern den Physiokraten
Bergasse, den Camille Desmoulins schon in seinem Journal:
"Révolutions de France et de Brabant" geißelt, siehe v. Vincke,
Lancizolle, Haller, Leo, Kosegarten *) und siehe Sismondi.) Das
bewegliche Eigentum seinerseits zeigt auf die Wunder der Indu-
strie und der Bewegung, es ist das Kind der modernen Zeit und ihr
berechtigter eingeborener Sohn; es bedauert seinen Gegner als
einen über sein Wesen u n a u f g e k l ä r t e n (und das ist
vollkommen richtig) Schwachkopf, der an die Stelle des morali-
schen Kapitals und der freien Arbeit die rohe unmoralische Gewalt
und die Leibeigenschaft setzen wolle; es schildert ihn als einen
Don Quixote, der unter dem Schein der G r a d h e i t, B i e-
d e r h e i t, des a l l g e m e i n e n I n t e r e s s e s,
des B e s t a n d e s die Bewegungsunfähigkeit, die habsüchtige
Genußsucht, die Selbstsucht, das Sonderinteresse, die schlechte
Absicht verstecke; es erklärt ihn für einen durchtriebnen M o-
n o p o l i s t e n; seine Reminiszenzen, seine Poesie, seine
Schwärmerei dämpft es durch eine historische und sarkastische
Aufzählung der Niederträchtigkeit, Grausamkeit, Wegwerfung,
Prostitution, Infamie, Anarchie, Empörung, deren Werkstätten die
romantischen Schlösser waren.
¦¦XLIII¦ Es habe der Welt die politische Freiheit verschafft, die
Fesseln der bürgerlichen Gesellschaft gelöst, die Welten mitein-
ander verbunden, den menschenfreundlichen Handel, die reine Mo-
ral, die gefällige Bildung
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*) Sieh (auf der andern Seite) den gespreizten althegelschen
Theologen Funke, der mit Tränen in den Augen nach Herrn Leo er-
zählt, wie ein Sklave, bei der Aufhebung der Leibeigenschaft,
sich geweigert habe, aufzuhören ein adliges Eigentum zu sein.
Siehe auch Justus Mösers patriotische Phantasien, die sich da-
durch auszeichnen, daß sie nicht einen Augenblick [...] 1*) den
biedern, kleinbürgerlichen "hausbackenen", gewöhnlichen,
bornierten Horizont des Philisters verlassen und dennoch reine
Phantastereien sind. Dieser Widerspruch hat sie so ansprechend
für das deutsche Gemüt gemacht.
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1*) In der Handschrift einige Wörter nicht zu entziffern
#528# Ökonomisch-philosophische Manuskripte (1844)
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geschaffen; es habe den Volk statt seiner rohen zivilisierte Be-
dürfnisse und die Mittel ihrer Befriedigung gegeben, während der
Grundeigentümer - dieser untätige und nur genante Kornwucherer -
dem Volk die ersten Lebensmittel verteure, dadurch den Kapitali-
sten zwinge, den Arbeitslohn zu erhöhen, ohne die Produktions-
kraft erhöhen zu können, so das jährliche Einkommen der Nation,
die Akkumulation der Kapitalien, also die Möglichkeit, dem Volk
Arbeit und dem Land Reichtum zu verschaffen, verhindre, endlich
ganz aufhebe, einen allgemeinen Untergang herbeiführe und
a l l e Vorteile der modernen Zivilisation wucherisch ausbeute,
ohne das Geringste für sie zu tun und gar ohne von seinen Feudal-
vorurteilen abzulassen. Endlich solle er nur auf seinen
P ä c h t e r sehn - er, für den der Landbau und der Boden
selbst nur als eine ihm geschenkte Geldquelle existiert - und er
solle sagen, ob er nicht ein b i e d r e r, p h a n t a s t i-
s c h e r, s c h l a u e r Schurke sei, der im Herzen und der
Wirklichkeit nach der f r e i e n Industrie und dem l i e b-
l i c h e n Handel schon längst angehöre, sosehr er sich auch
dagegen sträube und soviel er von historischen Erinnerungen und
sittlichen oder politischen Zwecken plaudere. Alles, was er
wirklich zu seinen Gunsten vorbringe, sei nur wahr für den
L a n d b a u e r (den Kapitalisten und die Arbeitsknechte),
deren Feind vielmehr der G r u n d e i g e n t ü m e r sei; er
beweise also gegen sich selbst. O h n e Kapital sei das
Grundeigentum tote, wertlose Materie. Sein zivilisierter Sieg sei
es eben, an die Stelle des toten Dings die menschliche Arbeit als
Quelle des Reichtums entdeckt und geschaffen zu haben. (Siehe
Paul-Louis Courier, St. Simon, Ganilh, Ricardo, Mill, MacCulloch
und Destutt de Tracy und Michel Chevalier.)
Aus dem w i r k l i c h e n Lauf der Entwicklung (hier einzufü-
gen) folgt der notwendige Sieg des K a p i t a l i s t e n,
d.h. des ausgebildeten Privateigentums über das unausgebildete,
halbe, den G r u n d e i g e n t ü m e r, wie überhaupt schon
die Bewegung über die Unbeweglichkeit, die offene, selbstbewußte
Gemeinheit über die versteckte und bewußtlose, die H a b-
s u c h t über die G e n u ß s u c h t, der eingestanden
rastlose, vielgewandte Eigennutz der A u f k l ä r u n g über
den lokalen, weltklugen, biederen, trägen und phantastischen
E i g e n n u t z d e s A b e r g l a u b e n s, wie das
G e l d über die andre Form des Privateigentums siegen muß. -
Die Staaten, welche etwas von der Gefahr der vollendeten freien
Industrie, der vollendeten reinen Moral und dem vollendeten men-
schenfreundlichen Handel ahnen, suchen die Kapitalisierung des
Grundeigentums - aber ganz vergeblich - aufzuhalten. -
Das G r u n d e i g e n t u m, in seinem Unterschied von dein
Kapital, ist das Privateigentum, das Kapital noch von l o k a-
l e n und politischen Vorurteilen
#529# Das Verhältnis des Privateigentums
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behaftet, das noch nicht ganz aus seiner Verstrickung mit der
Welt zu sich selbst gekommene, das noch u n v o l l e n d e t e
Kapital. Es muß im Laufe seiner W e l t b i l d u n g zu seinem
abstrakten, d. h. r e i n e n Ausdruck gelangen. -
Das Verhältnis des P r i v a t e i g e n t u m s ist Arbeit,
Kapital und die Beziehung beider. Die Bewegung, die diese Glieder
zu durchlaufen haben, sind:
Erstens - unmittelbare oder vermittelte Einheit beider.
Kapital und Arbeit erst noch vereint; dann zwar getrennt und ent-
fremdet, aber sich wechselseitig als p o s i t i v e Bedingun-
gen hebend und fördernd.
[Zweitens -] Gegensatz beider. Schließen sich wechselseitig aus;
der Arbeiter weiß den Kapitalisten und umgekehrt als sein Nicht-
dasein; jeder sucht dem andren sein Dasein zu entreißen.
[Drittens -] Gegensatz jedes g e g e n sich selbst. Kapital =
aufgehäufter Arbeit = Arbeit. Als solche zerfallend in s i c h
und seine Z i n s e n, wie diese wieder in Z i n s e n u n d
G e w i n n. Restlose Aufopferung des Kapitalisten. Er fällt in
die Arbeiterklasse, wie der Arbeiter - aber nur ausnahmsweise -
Kapitalist wird. Arbeit als Moment des Kapitals, seine
K o s t e n. Also der Arbeitslohn ein Opfer des Kapitals.
Arbeit zerfallen in s i c h und den A r b e i t s l o h n.
Arbeiter selbst ein Kapital, eine Ware.
Feindlicher wechselseitiger Gegensatz. ¦XLIII¦¦
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