Quelle: MEW 40 Marx: Schriften/Briefe Nov. 1837 bis Aug. 1844
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#602#
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[Aus den dichterischen Versuchen [136]]
Widmung
An den Vater
I
Schöpfung
Ferne zog auf leichten Wellen
Unerschaff'ner Schöpfergeist,
Welten wogen, Leben quellen,
Ewigkeit sein Auge kreist.
Seiner Blicke allbeseelend Walten
Brennt sich magischfester in Gestalten.
Räume beben, Zeiten wallen,
Betend um sein Antlitz hin,
Fluten branden, Sphären schallen,
Und die gold'nen Sterne ziehn.
Segnend winkt sein Vaterhaupt Gewährung,
Liebend zieht sich um das All Verklärung.
Leis in selbstempfund'nen Schranken
Drängt sich Ew'ges sinnend fort,
Bis die heil'gen Urgedanken
Form verhüllt und Dichtungswort.
Da ertönt's, wie fern von Donnerleiern,
Wie ein ahndungsvolles Schöpferfeiern:
"Sterne ziehn und strahlen milder,
Welten ruhn in Urbergs Last,
Meines Geistes sel'ge Bilder,
Seid vom Geiste neu erfaßt.
#603# Aus den dichterischen Versuchen
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Wenn die Busen wogend zu euch schlagen,
Sollt ihr liebend-fromm die Deutung sagen.
"Nur der Liebe seid erschlossen,
Ihr des Ew'gen ew'ger Sitz,
Wie ich mild in euch ergossen,
Schlag' aus euch mein Seelenblitz.
« Harmonie kann nur das Gleiche finden,
Seelen können nur die Seele binden.»
"Aus mir brannten eure Geister,
Zu Gebilden deutungshehr,
Rückwärts kehrt ihr zu dem Meister,
Seid nun keine Bilder mehr,
Von des Menschen Liebblick heiß umfangen,
Ihr in ihm und er in mir vergangen!"
II
Dichtung
Schöpferähnlich strömten Flammen
Rieselnd mir aus Deiner Brust,
Hochweit schlugen sie zusammen,
Und ich nährt' sie in der Brust.
Strahlend stand Dein Bild, wie Aeolsklingen,
Deckt die Gluten sanft mit Liebesschwingen.
Rauschen hört' ich's, sah es blinken,
Ferne Himmel zogen hin,
Tauchten auf, hinabzusinken,
Sanken, höher aufzufliehn. Als der innre
Kampf sich nun geschlichtet,
Blickt' ich Schmerz und Lust im Lied verdichtet.
Schmiegend an der Formen Milde,
Steht die Seele festgebannt,
Aus mir schwollen die Gebilde,
Aus Dir waren sie entbrannt.
Geistig lösen sie die Liebesglieder,
Sprühn sie voll im Schöpferbuscn wieder.
#604# Beilagen
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Wilde Lieder [137]
I
Der Spielmann
Spielmann streicht die Geigen,
Die lichtbraunen Haare sich neigen,
Trägt einen Säbel an der Seit',
Trägt ein weites, gefaltet Kleid.
"Spielmann, Spielmann, was streichst du so sehr,
Spielmann, was blickest du so wild umher?
Was springt das Blut, was kreist's in Wogen?
Zerreiß't dir ja deinen Bogen."
""Was geig' ich Mensch! Was brausen Wellen?
Daß donnernd sie am Fels zerschellen,
Daß 's Aug' erblind't, daß der Busen springt,
Daß die Seele hinab zur Hölle klingt!""
"Spielmann, zerreiß't dir das Herz mit Spott,
Die Kunst, die lieh Dir ein lichter Gott,
Sollst ziehn, sollst sprühn auf Klangeswellen,
Zum Sternentanz hinanzuschwellen!"
""Was, was! Ich stech', stech' ohne Fehle
Blutschwarz den Säbel in deine Seele,
Gott kennt sie nicht, Gott acht' nicht der Kunst;
Die stieg in den Kopf aus Höllendunst,
Bis das Hirn vernarrt, bis das Herz verwandelt:
Die hab' ich lebendig vom Schwarzen erhandelt.
Der schlägt mir den Takt, der kreidet die Zeichen;
Muß voller, toller den Totenmarsch streichen,
Muß spielen dunkel, muß spielen licht,
Bis 's Herz durch Sait' und Bogen bricht."
Spielmann streicht die Geigen,
Die lichtbraunen Haare sich neigen,
#605# Aus den dichterischen Versuchen
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Trägt einen Säbel an der Seit'
Trägt ein weites, gefaltet Kleid.
II
Nachtliebe
Preßt sie krampfhaft ans Herz,
Schaut so dunkel ins Auge:
"Viellieb, brennt dich Schmerz,
Bebst, bebst meinem Hauche."
"Hast getrunken die Seele
Mein,! mein, deine Glut!
Glänz', meine Juwele,
Glänz', glänz' Jugendblut!"
""Holder, schaust so bleich,
Sprichst so wunderselten,
Sieh, wie sangesreich
Zieh'n am Himmel Welten!""
"Ziehen, Liebchen, ziehen,
Glüh'n Sterne, glüh'n!
Hinauf! hinauf dann entfliehen,
Seelen zusammensprühn!"
Spricht dumpf leise flüsternd,
Schaut entsetzt umher,
Blicke flammenknisternd Glüh'n
sein Auge leer.
"Liebchen, hast Gift getrunken,
Mußt fort mit mir gehn,
Nacht ist herabgesunken,
Kann den Tag nicht mehr sehn."
Preßt sie krampfhaft ans Herz,
Tod in Brust und Hauche,
Sticht sie tiefinnerer Schmerz,
Öffnet nie mehr das Auge.
K. Marx
#606# Beilagen
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Der Wassergreis
Ballade
1
Wasser rauscht so seltsam dort,
Kreist sich in Wellen fort,
Glaubt wohl! es fühle nicht,
Wie sich die Woge bricht,
Kalt sei's im Herzen, kalt in dem Sinn,
Rausche nur, rausche nur hin.
2
Doch in den Wellen, im Abgrund heiß,
Sitzt gar ein alternder Greis,
Tanzt auf, tanzt ab, wenn der Mond sich zeigt,
Wenn Sternlein aus Wolken steigt.
Springt gar seltsam und ringt gar sehr,
Will trinken das Bächlein leer.
3
Wellen sind ja die Mörder sein,
Zehren und nagen des Alten Gebein,
Grinst ihm eisig durch Mark und Glied,
Wenn er die Wogen so springen sieht,
Schneid't gar ein bängliches Wehgesicht.
Bis Sonnenglanz Mondtanz verbricht.
4
Wasser rauscht dann so seltsam dort,
Kreist sich in Wellen fort,
Glaubt wohl, es fühle nicht,
Wie sich die Woge bricht.
Kalt sei's im Herzen, kalt in dem Sinn,
Rausche nur, rausche nur hin.
#607# Aus den dichterischen Versuchen
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Epigramme
I
In seinem Sessel, behaglich dumm.
Sitzt schweigend das deutsche Publikum.
Braust der Sturm herüber, hinüber,
Wölkt sich der Himmel düster und trüber,
Zischen die Blitze schlängelnd hin,
Das rührt es nicht in seinem Sinn.
Doch wenn sich die Sonne hervorbeweget,
Die Lüfte säuseln, der Sturm sich leget.
Dann hebt's sich und macht ein Geschrei,
Und schreibt ein Buch: "der Lärm sei vorbei."
Fängt an darüber zu phantasieren,
Will dem Ding auf den Grundstoff spüren,
Glaubt, das sei doch nicht die rechte Art,
Der Himmel spaße auch ganz apart.
Müsse das All systematischer treiben,
Erst an dem Kopf, dann an den Füßen reiben,
Gebärd't sich nun gar, wie ein Kind,
Sucht nach Dingen, die vermodert sind,
Hätt' indessen die Gegenwart sollen erfassen,
Und Erd' und Himmel laufen lassen,
Gingen ja doch ihren gewöhnlichen Gang,
Und die Welle braust ruhig den Fels entlang.
II
Hegel. Epigramme
I
Weil ich das Höchste entdeckt und die Tiefe sinnend gefunden,
Bin ich grob, wie ein Gott, hüll' mich in Dunkel, wie er.
Lange forscht' ich und trieb auf dem wogenden Meer der
Gedanken,
Und da fand ich das Wort, halt' am Gefundenen fest.
2
Worte lehr' ich, gemischt in dämonisch verwirrtem Getriebe,
Jeder denke sich dann, was ihm zu denken beliebt.
#608# Beilagen
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Wenigstens ist er nimmer geengt durch fesselnde Schranken,
Denn wie aus brausender Flut, stürzend vom ragenden Fels,
Sich der Dichter ersinnt der Geliebten Wort und Gedanken,
Und was er sinnet, erkennt, und was er fühlet, ersinnt.
Kann ein jeder sich saugen der Weisheit labenden Nektar, Alles
sag' ich euch ja, weil ich ein Nichts euch gesagt!"
3
Kant und Fichte gern zum Äther schweifen,
Suchten dort ein fernes Land,
Doch ich such' nur tüchtig zu begreifen,
Was ich - auf der Straße fand!
4
Verzeiht uns Epigrammendingen,
Wenn wir fatale Weisen singen,
Wir haben uns nach Hegel einstudiert,
Auf sein' Ästhetik noch nicht ----------
abgeführt.
III
Hatten die Deutschen sich einmal aufgemacht,
Es gar bis zum Völkersiege gebracht,
Und als das nun vorüber gewesen,
Da konnt' man an allen Ecken lesen:
"Es seien gar wunderbar Dinge geschehn,
Man werde bald auf drei Beinen gehn."
Das tät nun alle gewaltig grämen,
Begannen sich vor sich selber zu schämen,
"Sei doch zu vieles auf einmal geschehn, Man müsse nun wieder
hübsch stille gehn, Das andre könnt' man in Bücher binden, Und
Käufer würden wohl leicht sich finden."
IV
Zieht ihnen die Sterne selbst herunter,
Bald glühn sie zu bleich, bald zu munter;
#609# Aus den dichterischen Versuchen
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Die Sonne brennt bald das Aug' zu sehr,
Bald kömmt sie zu weit aus der Ferne her.
V
So war an dem Schiller auszusetzen,
Er könne nicht menschlich genug ergetzen,
Er treibe die Dinge auch gar zu hoch.
Und zieh' nicht gehörig am Werkeltagsjoch.
Er spiele wohl sehr mit Donner und Blitz,
Doch fehle ihm gänzlich der Straßenwitz.
VI
Der Goethe aber, der sei zu schön,
Tut lieber die Venus, als Lumpen sehn,
Er tät' es zwar brav von unten greifen,
Doch müßt' man gezwungen zur Höhe schweifen,
Gäb' den Dingen gar eine zu hehre Gestalt,
Fehle drum gänzlich der Seelenhalt,
Der Schiller sei doch rechter gewesen.
Da könnt' man Ideen in Lettern lesen,
Man könnt' doch sagen, sie seien gedruckt,
Hat man auch die Tiefe nicht recht durchguckt.
VII
Auf einen gewissen Kahlkopf
Wie gleich dem glanzgebornen Blitze,
Entsprüht aus fernem Wolkensitze,
Pallas Athene, hehr im Siegesdrang,
Aus Zeus gedankenvollem Haupte sprang,
So ist sie ihm, von Lust durchdrungen,
An seinen Kopf hinangesprungen,
Und hat er's in der Tiefe nicht ersiegt.
So weiß er sicher, daß es auf ihm liegt.
#610# Beilagen
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VIII
Pustkuchen
(falschen Wanderjahren)
1
Schiller, meint er, sei leidlich gewesen,
Hätt' er nur mehr in der Bibel gelesen,
Seine Glocke sei gar ein trefflich Gedicht
Enthielt es nur noch die Auferstehungsgeschicht',
Und wie auf einem Eselein,
Christus zog in die Stadt hinein,
Auch sollt' er dem Wallnstein hinzu noch fügen,
Von Davids Sieg und Philisterzügen.
2
Goethe sei für Frauen ein Grauen,
Denn er passe nicht grad' für alte Frauen,
Er habe ja nur die Natur ergriffen,
Sie nicht mit Moral zurechtgeschliffen,
Hätt' Luthers Katechete sollen studieren,
Daraus dann Verse fabrizieren.
Zwar das Schöne hat er manchmal gedacht,
Doch vergaß er zu sagen: "Gott hab' es gemacht."
3
Gar absonderlich Trachten,
Den Goethe so hoch zu achten,
Wie nieder war doch sein ganzes Streben,
Hat er zu Predigten Text je gegeben?
Zeigt nur in ihm was von festen Kernen,
Woraus für Bauer und Schulmann zu lernen,!
So fehlt ihm des Genius Götterstempel,
Er löste nicht einmal - ein Rechenexempel.
4
Hört nun, wie das Ganze vom Faust entsprungen,
Der Dichter hat falsch es vorgesungen,
#611# Aus den dichterischen Versuchen
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Der Faust, der hatte der Schulden zu viel,
War liederlich, trieb das Hazardspiel,
Und wie er keine Hülfe von oben gesehn,
Da wollt' er schmählich zu Grunde gehn,
Darum ihn nun ängstlich Gefühl überkam,
Von Hölle und Verzweiflungsgram.
Da dacht' er über Leben und Sterben,
An Wissen und Tun und Verderben,
Und sprach gar vieles darüber hin
In dunkelmystischem Sinn.
Könnt' das nun nicht der Dichter zieren,
Erzählen, wie Schulden zum Teufel führen,
Wie, wer sich um den Kredit gebracht,
Gar leicht sein Seelenheil vermacht!
5
Der Faust, der wagt am Ostertag zu denken,
So braucht er sich nicht erst dem Teufel zu schenken,!
Wer an solchen Tagen zu denken wagt,
Der ist von selbst der Hölle versagt.
6
Auch ist die Wahrscheinlichkeit ganz verletzt,
Dürft' ihn die Polizei sonst dulden? Hätt' sie ihn nicht ins Ge-
fängnis gesetzt?
Er flog ja fort und bezahlt nicht die Schulden!
7
Den Faust, den kann nur das Laster erheben,
Er will ja nur für sich selber leben,
Er wagte zu zweiflen an Gott und Welt,
Vergaß, daß Moses gelungen sie hält.
Die dumme Grete, die mußt' ihn lieben,
Statt ihm ins Gewissen recht zu schieben,
Wie er dem Teufel verfallen sei,
Und der jüngste Tag käme bald herbei.
8
Die "schöne Seele", die könnt' man noch nutzen,
Doch müßt' man sie erst mit Brill' und Nonnenkapp' stutzen.
#612# Beilagen
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"Was Gott tut, das ist wohlgetan!"
So fängt der wahre Dichter an.
Schlußepigramm an den pustenden Meister
So knete deine Kuchen nur zurecht,
Dann bleibst du immer noch ein Bäckerknecht.
Wer wollte auch von dir verlangen.
Du solltest dich an Goethen hangen.
Er hat ja selbst dein Handwerk nicht gekannt,
Wie kam' er zu Genie dann und Verstand?
Lied eines Schiffers auf der See
"Ihr möget spielen, ihr möget schlagen,
Und hüpfen um meinen Kahn,
Ihr müßt ihn zum Ziele tragen,
Ihr seid mir untertan!
"Da unten ihr blauen Wogen,
Da ruht mein Bruder klein,
Ihr habt ihn hinabgezogen,
Und zehrt nun sein Gebein.
"Ich selber war noch ein Knabe,
Verwegen löst er das Schiff,
Greift nach dem Ruderstabe,
Und sank vom sandigen Riff.
"Da schwur ich tief im Herzen,
Bei den Wellen blau und naß,
An euch zu rächen die Schmerzen,
Euch zu peitschen ohn' Unterlaß.
"Und treulich hab' ich gehalten
Der Seele Schwur und Wort,
Ich geißle euch stets, ihr Kalten,
Bin selten am trockenen Ort.
#613# Aus den dichterischen Versuchen
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"So oft die Tiefe erbrauset,
Die Glocke zittert vom Turm,
Und dumpf Orkan ersauset,
Und es rast in Wut der Sturm.
"Dann treibt's mich weg vom Bette,
Von meinem sichern Sitz,
Von der still und warmen Stätte,
Zu segeln in Sturm und Blitz.
"Und ich kämpfe mit Wind und Wellen,
Und bete zu Gott, dem Herrn,
Und laß die Segel schwellen,
Und halt' mich an sichern Stern.
"Dann sammeln sich die Kräfte,
Voll Feuer und kühner Lust,
Und in dem Todgeschäfte,
Ertönt der Sang aus der Brust.
"Ihr möget spielen, ihr möget schlagen,
Und hüpfen um meinen Kahn,
Ihr müßt ihn zum Ziele tragen,
Ihr seid mir Untertan."
Schlußsonette
An Jenny
I
So nimm sie hin, die Lieder alle,
Die Liebe Dir zu Füßen legt,
Wo frei in vollem Lyraschalle
Der Seele Glut sich hinbewegt.
O! wenn von ihrem Widerhalle
Dein Busen sehnend aufgeregt,
Dein Puls in rasch'rem Lauf und Falle
Aus hehrem Herz gewaltig schlägt,
Dann tönt's zu mir aus jenen Weiten,
Wo leicht Dich trägt Dein Siegesgang,
#614# Beilagen
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Dann darf ich kühner ringen, streiten,
Dann klingt mein Lied verklärt und freier,
Dann wagt sich höher mein Gesang,
Dann weint vor Wehmut meine Leier.
II
Mir kann kein Erdenruhm gewähren,
Der weit durch Land und Menschen dringt,
Den frohbesieget alle nähren,
Wenn's bebend weiter durch sie klingt,
Was Deine Blicke, wenn sie sich verklären,
Dein Herz, wenn's warm die Glut umschlingt,
Was nur zwei tiefbewegte Zähren,
Die mein Gesang dem Aug' entringt.
Und gern verhaucht' ich alle Geister
Dahin im tiefen Lyraton,
Und fühlte sterbend mich als Meister,
Könnt' ich dies höchste Ziel erreichen,
Erringen diesen schönsten Lohn, Von Lust und Schmerz Dich zu er-
weichen.
III
Ach! diese Blätter dürfen fliegen,
Sie dürfen Dir sich bebend nahn,
Und meine Geister unterliegen,
Vor Trennungsschmerz und Wahn.
Und meine Phantasien wiegen
Vergebens sich auf kühner Bahn,
Ich darf das Höchste nicht ersiegen,
Bald ist das Schmerzlichste getan.
Und wenn ich aus der Ferne kehre,
Verlangend zu dem teuren Sitz,
Umfaßt ein Gatte Dich, die hehre,
Darf stolz an seine Brust Dich pressen,
Und über mich rollt seinen Blitz
Verzweiflung und Vergessen.
IV
Verzeih, wenn kühn Dir zu bekennen.
Die Seelenglut Dir zu gestehn,
#615# Aus den dichterischen Versuchen
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Des Sängers Lippen heiß entbrennen,
Die Flammenleiden weiterwehn.
Kann ich mich von mir selber trennen,
Und trostlos stumm in mir vergehn?
Soll ich mich höhnend Sänger nennen,
Nicht lieben Dich, die ich gesehn!
So hoch ist zwar der Seele Wähnen,
Du stehst so herrlich über mir,
Doch ach! ich will ja nichts als Tränen,
Will nur. Du sollst dem Sange lauschen,
Verklärung ihm verleihn und Zier,
Dann mag er dumpf im Nichts verrauschen.
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