Quelle: MEW 42 Marx: Ökonomische Manuskripte 1857/1858


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       KARL MARX
       
       Ökonomische Manuskripte
       
       1857/1858
       
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       [Bastiat und Carey] [1]
       
       ¦¦III-1¦ Bastiat. Harmonies Économiques.
       2 édit.
       Paris. 1851.
       
       Avantpropos 1*)
       
       Die Geschichte  der modernen  politischen Ökonomie  endet mit Ri-
       cardo und  Sismondi, Gegensätze, von denen der eine englisch, der
       andre französisch spricht - ganz wie sie am Ende des 17. Jahrhun-
       derts beginnt  mit Petty  und Boisguillebert.  Die spätere  poli-
       tisch-ökonomische Literatur  verläuft sich  entweder in  eklekti-
       sche, synkretistische  Kompendien, wie  z.B. das  Werk von J. St.
       Mill, oder  in tiefere  Ausarbeitung einzelner  Zweige, wie  z.B.
       Tookes "History  of Prices" und im allgemeinen die neueren engli-
       schen Schriften über Zirkulation - der einzige Zweig, worin wirk-
       lich neue Entdeckungen gemacht worden sind, da die Schriften über
       Kolonisation, Grundeigentum  (in seinen verschiednen Formen), Po-
       pulation usw.  eigentlich nur durch größere stoffliche Fülle sich
       vor den ältern auszeichnen - oder Reproduktion alter ökonomischer
       Streitfragen für  ein ausgedehnteres  Publikum und die praktische
       Lösung von Tagesfragen, wie die Schriften über free trade 2*) und
       protection 3*)  - oder  endlich in  tendenziöse Zuspitzungen  der
       klassischen Richtungen,  ein Verhältnis,  worin z. B. Chalmers zu
       Malthus und Gülich 4*) zu Sismondi stehn und in gewisser Hinsicht
       MacCulloch und  Senior in  ihren ältren  Schriften zu Ricardo. Es
       ist durchaus  eine Epigonenliteratur,  Reproduktion, größere Aus-
       bildung der Form, breitere Aneignung des Stoffs, Pointierung, Po-
       pularisierung, Zusammenfassung,  Ausarbeitung der Details, Mangel
       an springenden  und entscheidenden  Entwicklungsphasen, Aufnehmen
       des Inventariums  auf der  einen Seite,  Zuwachs im einzelnen auf
       der andren.
       Ausnahme machen  scheinbar nur  die Schriften von Carey, dem Yan-
       kee, und  Bastiat, dem  Franzosen, von denen der letztre gesteht,
       daß er  sich auf den erstren stützt. Beide begreifen, daß der Ge-
       gensatz gegen die politische Ökonomie - Sozialismus und Kommunis-
       mus -  seine theoretische Voraussetzung in den Werken der klassi-
       schen Ökonomie selbst findet, speziell in
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       1*) Vorwort -  2*) Freihandel - 3*) Schutzzoll - 4*) in der Hand-
       schrift: Jülich
       
       #4# Bastiat und Carey
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       Ricardo, der  als ihr vollendetster und letzter Ausdruck betrach-
       tet werden  muß. Beide  finden es  daher nötig, den theoretischen
       Ausdruck, den die bürgerliche Gesellschaft in der modernen Ökono-
       mie geschichtlich  gewonnen hat,  als Mißverständnis  anzugreifen
       und die  Harmonie der  Produktionsverhältnisse da zu beweisen, wo
       die klassischen  Ökonomen naiv ihren Antagonismus zeichneten. Die
       durchaus verschiedne,  selbst widersprechende nationale Umgebung,
       aus der  heraus beide schreiben, treibt sie nichtsdestoweniger zu
       denselben Bestrebungen.
       Carey ist der einzige originelle Ökonom der Nordamerikaner. Einem
       Land gehörig,  wo die  bürgerliche  Gesellschaft  nicht  auf  der
       Grundlage des  Feudalwesens sich  entwickelt,  sondern  von  sich
       selbst begonnen  hat; wo  sie nicht  als das überlebende Resultat
       einer jahrhundertalten  Bewegung erscheint,  sondern als der Aus-
       gangspunkt einer neuen Bewegung; wo der Staat, im Unterschied von
       allen frühren nationalen Gestaltungen, von vornherein der bürger-
       lichen Gesellschaft,  deren Produktion  untergeordnet war und nie
       die Prätention  eines Selbstzwecks  machen konnte; wo endlich die
       bürgerliche Gesellschaft  selbst, die Produktivkräfte einer alten
       Welt mit dem ungeheuren Naturterrain einer neuen verbindend, sich
       in bisher  unbekannten Dimensionen  und unbekannter  Freiheit der
       Bewegung entwickelt,  alle bisherige Arbeit in ¦¦2¦ Überwältigung
       der Naturkräfte  weit überflügelt  hat und  wo endlich die Gegen-
       sätze der bürgerlichen Gesellschaft selbst nur als verschwindende
       Momente erscheinen.  Daß die  Produktionsverhältnisse,  in  denen
       diese ungeheure neue Welt so rasch, so überraschend und glücklich
       sich entwickelt  hat, von Carey als die ewigen Normalverhältnisse
       gesellschaftlicher Produktion  und Verkehrs betrachtet werden, in
       Europa, speziell  England, was für ihn eigentlich Europa ist, nur
       gehemmt und  beeinträchtigt durch  die übermachten  Schranken der
       Feudalperiode, daß ihm diese Verhältnisse von den englischen Öko-
       nomen nur verzerrt und verfälscht angeschaut, wiedergegeben, oder
       verallgemeinert erscheinen, indem sie zufällige Verkehrungen der-
       selben mit  ihrem immanenten Charakter verwechselten - was natür-
       licher? Amerikanische  Verhältnisse gegen englische: Darauf redu-
       ziert sich seine Kritik der englischen Theorie vom Grundeigentum,
       Salair, Population,  Klassengegensätzen usw.  Die bürgerliche Ge-
       sellschaft existiert  nicht rein,  nicht ihrem  Begriff  entspre-
       chend, nicht  sich selbst adäquat in England. Wie sollten die Be-
       griffe der  englischen Ökonomen von der bürgerlichen Gesellschaft
       der wahre, ungetrübte Ausdruck einer Realität sein, die sie nicht
       kannten? Die  störende Einwirkung  traditioneller, nicht  aus dem
       Schoß der  bürgerlichen Gesellschaft selbst hervorgewachsner Ein-
       flüsse auf  ihre   n a t ü r l i c h e n   Verhältnisse reduziert
       sich in letzter Instanz für Carey im Einfluß des Staats auf die
       
       #5# Bastiat und Carey
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       bürgerliche Gesellschaft,  in seinen  Übergriffen und Eingriffen.
       Das Salair  z.B. wächst  naturgemäß mit der Produktivität der Ar-
       beit. Finden  wir die  Realität diesem Gesetz nicht entsprechend,
       so haben wir nur, sei es in Hindostan oder England, die Einflüsse
       der Regierung zu abstrahieren, Steuern, Monopole etc. Die bürger-
       lichen Verhältnisse  an sich  selbst betrachtet,  d.h. nach Abzug
       der Staatseinflüsse, werden in der Tat immer die harmonischen Ge-
       setze  der  bürgerlichen  Ökonomie  bestätigen.  Inwiefern  diese
       Staatseinflüsse, public  debt, 5*)  taxes 6*) etc. selbst aus den
       bürgerlichen Verhältnissen  hervorwachsen -  und daher in England
       z. B.  keineswegs als Resultate des Feudalismus, sondern vielmehr
       seiner Auflösung  und Überwältigung erscheinen und in Nordamerika
       selbst die  Macht der Zentralregierung mit der Zentralisation des
       Kapitals wächst  -, untersucht  Carey natürlich nicht. Während so
       Carey den  englischen Ökonomen  gegenüber die  höhere Potenz  der
       bürgerlichen Gesellschaft in Nordamerika geltend macht, macht Ba-
       stiat 7*)  den französischen Sozialisten gegenüber die niedre Po-
       tenz der  bürgerlichen Gesellschaft  in Frankreich  geltend.  Ihr
       glaubt gegen  die Gesetze der bürgerlichen Gesellschaft zu revol-
       tieren in  einem Lande,  wo diesen Gesetzen nie erlaubt war, sich
       zu realisieren!  Ihr kennt  sie nur in der verkümmerten französi-
       schen Form  und betrachtet  als immanente Form derselben, was nur
       ihre nationale  französische Verzerrung  ist. Seht  nach  England
       herüber. Hierzuland gilt es, die bürgerliche Gesellschaft von den
       Fesseln, die  ihr der  Staat anlegt, zu befreien. Ihr wollt diese
       Fesseln vermehren.  Arbeitet erst  die bürgerlichen  Verhältnisse
       rein heraus,  und dann  wollen wir  uns wieder sprechen. (Bastiat
       hat insofern  recht, als in Frankreich infolge seiner eigentümli-
       chen sozialen  Gestaltung manches  für Sozialismus  gilt, was  in
       England politische Ökonomie ist.)
       Carey indes,  dessen Ausgangspunkt die amerikanische Emanzipation
       der bürgerlichen  Gesellschaft vom  Staat, endet mit dem Postulat
       der Staatseinmischung,  damit die reine Entwicklung der bürgerli-
       chen Verhältnisse  nicht, wie  es in  Amerika faktisch  geschehn,
       durch Einfluß von außen gestört werde. Er ist Protektionist, wäh-
       rend Bastiat  Freetrader ist.  Die Harmonie  der ökonomischen Ge-
       setze erscheint  in der  ganzen Welt als Disharmonie, und die An-
       fänge dieser Disharmonie frappieren Carey selbst in den Vereinig-
       ten Staaten.  Woher dieses  sonderbare Phänomen? Carey erklärt es
       aus der vernichtenden Einwirkung Englands mit seinem Streben nach
       industriellem Monopol  auf den  Weltmarkt. Ursprünglich  sind die
       englischen Verhältnisse durch die falschen Theorien seiner Ökono-
       men verrückt  worden, im  Innern. Jetzt, nach außen hin, ¦¦3¦ als
       die gebietende Macht des Weltmarkts, verrückt
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       5*) Staatsschuld -  6*) Steuern  - 7*) in  der Handschrift: macht
       ihnen. Bastiat
       
       #6# Bastiat und Carey
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       England die  Harmonie der ökonomischen Verhältnisse in allen Län-
       dern der  Welt. Diese  Disharmonie ist eine wirkliche, keine bloß
       in der  subjektiven Auffassung  der Ökonomen gegründete. Was Ruß-
       land politisch  für Urquhart,  ist England  ökonomisch für Carey.
       Die Harmonie der ökonomischen Verhältnisse basiert nach Carey auf
       der harmonischen  Kooperation von  Stadt und  Land, Industrie und
       Agrikultur. Diese Grundharmonie, die England in seinem eignen In-
       nern aufgelöst  hat, zerstört  es durch  seine Konkurrenz überall
       auf dem  Weltmarkt und  ist so das destruktive Element der allge-
       meinen Harmonie.  Schutz dagegen können nur die Schutzzölle - die
       gewaltsame, nationale  Absperrung gegen  die Destruktivkraft  der
       englischen großen  Industrie  bilden.  Die  letzte  Zuflucht  der
       "harmonies économiques" ist daher der Staat, der ursprünglich als
       der einzige  Störenfried dieser Harmonien gebrandmarkt wurde. Ei-
       nerseits spricht  Carey hier  wieder die bestimmte nationale Ent-
       wicklung der Vereinigten Staaten aus, ihren Gegensatz zu und ihre
       Konkurrenz mit England. Es geschieht dies in der naiven Form, daß
       er den Vereinigten Staaten vorschlägt, den von England propagier-
       ten Industrialismus  dadurch zu  zerstören, daß  sie ihn bei sich
       selbst durch  Schutzzölle rascher entwickeln. Von dieser Naivetät
       abgesehn, endet bei Carey die Harmonie der bürgerlichen Produkti-
       onsverhältnisse mit der vollendetsten Disharmonie dieser Verhält-
       nisse, wo  sie auf  dem großartigsten  Terrain, dem Weltmarkt, in
       der großartigsten Entwicklung als die Verhältnisse produzierender
       Nationen auftreten. Alle jene Verhältnisse, die ihm innerhalb be-
       stimmter Landesgrenzen  oder auch in der abstrakten Form von all-
       gemeinen Verhältnissen  der bürgerlichen  Gesellschaft harmonisch
       erscheinen -  Konzentration des Kapitals, Teilung der Arbeit, Sa-
       lariat etc.  -, erscheinen ihm als disharmonisch, wo sie in ihrer
       entwickeltsten Form - in ihrer Weltmarktsform auftreten - als die
       innern Verhältnisse,  die die  englische Herrschaft auf dem Welt-
       markt produzieren  und die  als destruktive  Wirkungen die  Folge
       dieser Herrschaft  sind. Es  ist harmonisch, wenn innerhalb eines
       Landes die  patriarchalische Produktion  der industriellen  Platz
       macht, und der Auflösungsprozeß, der diese Entwicklung begleitet,
       wird nur nach seiner positiven Seite aufgefaßt. Aber es wird dis-
       harmonisch, wenn  die englische große Industrie die patriarchali-
       schen oder  kleinbürgerlichen oder andre auf niederen Stufen sich
       befindenden Formen  fremder nationaler  Produktion  auflöst.  Die
       Konzentration des  Kapitals innerhalb eines Landes und die auflö-
       sende Wirkung  dieser Konzentration bietet ihm nur positive Seite
       dar. Aber  das Monopol des konzentrierten englischen Kapitals und
       seine auflösenden  Wirkungen auf  die kleinren nationalen Kapita-
       lien andrer  Völker ist  disharmonisch. Was Carey nicht begriffen
       hat, daß  diese weltmarktlichen  Disharmonien nur die letzten ad-
       äquaten Ausdrücke der Disharmonien sind,
       
       #7# Bastiat und Carey
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       die in den ökonomischen Kategorien als abstrakte Verhältnisse fi-
       xiert [werden]  oder in dem kleinsten Umfang eine lokale Existenz
       besitzen. Kein  Wunder, daß  er andrerseits  den positiven Gehalt
       dieser Auflösungsprozesse  - die einzige Seite, die er den ökono-
       mischen Kategorien  in ihrer abstrakten Form oder den realen Ver-
       hältnissen innerhalb  bestimmter Länder,  wovon  sie  abstrahiert
       sind, ansieht - in ihrer weltmarktlichen, vollen Erscheinung ver-
       gißt. Wo  ihm die ökonomischen Verhältnisse in ihrer Wahrheit, d.
       h. in ihrer universellen Realität gegenübertreten, schlägt er da-
       her von  seinem prinzipiellen Optimismus um in einen denunzieren-
       den und gereizten Pessimismus. Dieser Widerspruch bildet die Ori-
       ginalität seiner  Schriften und gibt ihnen ihre Bedeutung. Er ist
       ebensowohl Amerikaner in seiner Behauptung der Harmonie innerhalb
       der bürgerlichen  Gesellschaft als  in Behauptung der Disharmonie
       derselben Verhältnisse  in ihrer weltmarktlichen Gestalt. Bei Ba-
       stiat nichts  von alledem.  Die Harmonie  dieser Verhältnisse ist
       ein Jenseits,  das grade da anfängt, wo die französischen Grenzen
       aufhören, das  in England  und Amerika existiert. Es ist bloß die
       eingebildete, ideale  Form der  unfranzösischen englisch-amerika-
       nischen Verhältnisse, nicht die wirkliche, wie sie ihm auf seinem
       eignen Grund  und Boden gegenübertritt. Während daher bei ihm die
       Harmonie keineswegs  aus der  Fülle lebendiger Anschauung hervor-
       geht, sondern  vielmehr das  gespreizte Produkt  einer dünnen und
       gespannten, gegensätzlichen Reflexion ist, ist das einzige Moment
       der Realität  bei ihm  die Forderung  an den französischen Staat,
       seine ökonomischen Grenzen aufzugeben. Carey sieht die Widersprü-
       che der  ökonomischen Verhältnisse, sobald sie als englische Ver-
       hältnisse erscheinen,  auf dem  Weltmarkt. Bastiat,  der sich die
       Harmonie bloß  einbildet, fängt  nur da  an, ihre  Realisation zu
       sehn, wo Frankreich aufhört und alle national getrennten Bestand-
       teile der  bürgerlichen Gesellschaft,  von der  Oberaufsicht  des
       Staats befreit,  untereinander konkurrieren.  Diese seine  letzte
       Harmonie selbst  - und  die Voraussetzung  aller seiner  frühern,
       eingebildeten -  ist indes selbst wieder ein bloßes Postulat, das
       durch die Freihandelsgesetzgebung realisiert werden soll.
       ¦¦4¦ Wenn  Carey daher,  ganz abgesehn von dem wissenschaftlichen
       Wert seiner Forschungen, wenigstens das Verdienst besitzt, in ab-
       strakter Form  die großen  amerikanischen Verhältnisse auszuspre-
       chen, und  zwar im  Gegensatz zur  alten Welt, so wäre der einzig
       reale Hintergrund  bei Bastiat  die Kleinheit  der  französischen
       Verhältnisse, die  überall aus seinen Harmonien ihre langen Ohren
       herausstrecken. Indes  ist das  Verdienst überflüssig,  weil  die
       Verhältnisse eines  so alten  Landes hinlänglich bekannt sind und
       am wenigsten  nötig haben,  auf solch  negativem Umweg bekannt zu
       werden. Carey  ist daher  reich an sozusagen Bonafide-Forschungen
       in der ökonomischen Wissenschaft, wie
       
       #8# Bastiat und Carey
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       über den  Kredit, Rente, etc. Bastiat ist nur beschäftigt mit zu-
       friedenstellenden Paraphrasen  im Kontrast  endender Forschungen;
       l'hypocrisie du  contentement 8*).  Careys Allgemeinheit ist Yan-
       keesche Universalität.  Frankreich und China sind ihm gleich nah.
       Allemal der Mann, der am Stillen Ozean und am Atlantik wohnt. Ba-
       stiats Allgemeinheit  ist Wegsehn  von allen  Ländern. Als echter
       Yankee nimmt  Carey den  massenhaften Stoff von allen Seiten auf,
       den ihm die alte Welt bietet, nicht um die immanente Seele dieses
       Stoffs zu  erkennen und  ihm so sein Recht des eigentümlichen Le-
       bens zuzugestehn, sondern um ihn für seine Zwecke, seine von sei-
       nem Yankeestandpunkt  abstrahierten Sätze  als tote  Belege,  als
       gleichgültiges Material zu verarbeiten. Daher sein Herumstreichen
       in allen Ländern, massenhafte und unkritische Statistik, katalog-
       artige  Belesenheit.   Bastiat  gibt  dagegen  phantastische  Ge-
       schichte, seine  Abstraktionen einmal in der Form von Räsonnement
       und das  andremal in  der Form  von supponierten Ereignissen, die
       indes niemals  und nirgends passiert sind, so wie der Theolog die
       Sünde einmal als Gesetz des menschlichen Wesens, das andremal als
       die Geschichte  vom Sündenfall behandelt. Beide sind daher gleich
       unhistorisch und antihistorisch. Aber das ungeschichtliche Moment
       in Carey ist das gegenwärtige geschichtliche Prinzip von Nordame-
       rika, während  das ungeschichtliche Element in Bastiat bloß Remi-
       niszenz der  französischen Verallgemeinerungsmanier des 18. Jahr-
       hunderts ist.  Carey ist daher formlos und diffus, Bastiat affek-
       tiert und  formell logisch.  Das Höchste, wozu er es bringt, sind
       Gemeinplätze, paradox  ausgedrückt, en  facettes geschleift  9*).
       Bei Carey  ein paar  allgemeine Thesen,  in lehrsatzartiger  Form
       vorausgeschickt. Ihnen  nachfolgend ein  ungestaltiges  Material,
       Sammelwerk als  Beleg - der Stoff seiner Thesen keineswegs verar-
       beitet. Bei  Bastiat besteht  das einzige  Material - abstrahiert
       von einigen  Lokalexempeln oder  phantastisch zugestutzten engli-
       schen Normalerscheinungen  - nur  in den  allgemeinen Thesen  der
       Ökonomisten. Careys  Hauptgegensatz Ricardo,  kurz  die  modernen
       englischen Ökonomisten;  Bastiats die  französischen Sozialisten.
       [2]
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       8*) Heuchelei der Befriedigung - 9*) wie die Seiten von Edelstei-
       nen geschliffen
       
       #9# Bastiat und Carey
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       ¦¦5¦ XIV. Des Salaire [3]
       
       Folgendes sind  Bastiats Hauptsätze:  Die Menschen  streben  alle
       nach Fixität  in der Einnahme, fixed revenue 1*). {Echt französi-
       sches Beispiel:  1. Jeder  Mensch will  Beamter sein  oder seinen
       Sohn zum  Beamten machen (Sieh p. 371).} Das Salair ist eine fixe
       Form der  Remuneration (p.  376) und daher eine sehr vervollkomm-
       nete Form  der Assoziation,  in deren  ursprünglicher  Form  "das
       Aleatorische" vorherrscht, sofern "tous les associés à toutes les
       chances de  l'entreprise" 2*) unterworfen sind. {Wenn das Kapital
       das Risiko  auf seine  Rechnung nimmt, fixiert sich die Remunera-
       tion der Arbeit unter dem Namen Salair. Will die Arbeit die guten
       und schlechten Folgen auf sich nehmen, so löst sich die Remunera-
       tion des  Kapitals los  und fixiert  sich unter  dem  Namen  Zins
       (382).} (Sieh  über diese  Zusammenstellung weiter  p. 382, 383.)
       Indes wenn  ursprünglich in  der condition  de l'ouvrier  3*) das
       Aleatorische vorherrscht,  so ist die Stabilität im Salariat noch
       nicht hinreichend  gesichert. Es ist ein "degré intermédiaire qui
       sépare l'aléatoire  de la stabilité" 4*). Diese letzte Stufe wird
       erreicht durch  "épargner, aux  jours de  travail, de quoi satis-
       faire aux  besoins des jours de vieillesse et de maladie" 5*) (p.
       388). Die letzte Stufe entwickelt sich durch die "sociétés de se-
       cours mutuels" 6*) (l.c.) und in letzter Instanz durch "la caisse
       de retraite  des travailleurs"  7*) (p.  393).[4] (Wie der Mensch
       vom Bedürfnis ausging, Beamter zu werden, so endet er mit der Ge-
       nugtuung, eine Pension zu beziehn.)
       ad 1.  Gesetzt, alles  was Bastiat  über die  Fixität des Salairs
       sagt, sei  richtig. So  würden wir  den   e i g e n t l i c h e n
       C h a r a k t e r  des Salairs, seine charakteristische Bestimmt-
       heit noch  nicht damit kennen, daß das Salair unter die fixed re-
       venues subsumiert  wird. Eine  Beziehung desselben  - die ihm mit
       andren Einnahmequellen  gemein ist  - wäre betont. Weiter nichts.
       Dies wäre  allerdings schon etwas für den Advokaten, der die Vor-
       züge des  Salariats plädieren  will. Es  wäre noch nichts für den
       Ökonomisten, der  die Eigentümlichkeit  dieses  Verhältnisses  in
       seinem ganzen  Umfang verstehn  will. Eine  einseitige Bestimmung
       eines  Verhältnisses,   einer  ökonomischen  Form  fixieren,  sie
       panegyrisieren gegenüber  der umgekehrten  Bestimmung: diese  or-
       dinäre Advokaten-  und Apologistenpraxis  zeichnet den Raisonneur
       Bastiat aus. Also setze statt Salair:
       -----
       1*) festem Einkommen  - 2*) "alle  Partner allen Zufällen des Un-
       ternehmens" -  3*) Stellung des Arbeiters - 4*) "Zwischenstadium,
       welches das  vom Zufall  regierte von der Beständigkeit trennt" -
       5*) "in Tagen der Arbeit sparen, wovon im Alter und bei Krankheit
       die Bedürfnisse  zu befriedigen  sind" -  6*) "Gesellschaften der
       gegenseitigen Hilfe" - 7*) "die Pensionskasse der Arbeiter"
       
       #10# Bastiat und Carey
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       Fixität der  Einnahme. Ist  Fixität der Einnahme nicht gut? Liebt
       nicht jeder,  auf Gewisses  rechnen  zu  können?  Speziell  jeder
       spießbürgerliche, kleinfühlende  Franzos?  l'homme  toujours  be-
       sogneux? 8*)  Die Leibeigenschaft  ist in  derselben  Weise,  und
       vielleicht mit  größrem Recht,  verteidigt worden. Das Umgekehrte
       könnte auch  behauptet werden und ist behauptet worden. Setze Sa-
       lair gleich Nichtfixität, i.e. Weiterkommen über einen bestimmten
       Punkt. Wer  liebt nicht  voranzukommen statt  stehnzubleiben? Ist
       also ein  Verhältnis schlecht, das die Chancen eines bürgerlichen
       progressus in  infinitum 9*)  möglich macht? Bastiat selbst macht
       natürlich an  einer andren  Stelle das  Salariat als Nichtfixität
       geltend. Wie anders als durch die Nichtfixität, durch die Schwan-
       kungen, könnte  es dem Arbeiter möglich werden, aufzuhören zu ar-
       beiten, Kapitalist  zu werden, wie B. will? Also das Salariat ist
       gut, weil  es Fixität  ist; es ist gut, weil es Nichtfixität ist;
       es ist  gut, weil  es weder  das eine noch das andre, aber sowohl
       eines wie  das andre  ist. Welches Verhältnis ist nicht gut, wenn
       es auf  eine einseitige  Bestimmung reduziert  wird und diese als
       Position, nicht  als Negation  betrachtet wird?  Alles reflektie-
       rende Hin-  und Herschwatzen,  alle Apologetik, alle biedermänni-
       sche Sophisterei beruht auf solcher Abstraktion.
       Nach dieser allgemeinen Vorbemerkung kommen wir zu Bastiats wirk-
       licher Konstruktion.  Nebenbei sei nur noch bemerkt, daß sein mé-
       tayer" 10*) der Landes [5], der Kerl, der nur Unglück des Lohnar-
       beiters mit  dem Pech des kleinen Kapitalisten in sich vereinigt,
       in der  Tat sich  glücklich fühlen möchte, wenn er auf fixen Lohn
       gesetzt würde. - Proudhons histoire descriptive und philosophique
       [6] erreicht  kaum die seines Gegners Bastiat. Der ursprünglichen
       Form der  Assoziation gegenüber, worin alle associés alle Chancen
       des Zufalls  teilen, folgt  als höhere  und freiwillig von beiden
       Seiten ¦¦6¦  eingegangne Stufe der Assoziation die, worin die Re-
       muneration des  Arbeiters fixiert  ist. Wir wollen hier nicht auf
       die Genialität  aufmerksam machen,  die erst  auf der einen Seite
       einen Kapitalisten und auf der andren einen Arbeiter voraussetzt,
       um dann  hinterher durch Verabredung zwischen beiden das Verhält-
       nis zwischen Kapital und Lohnarbeit entstehn zu lassen.
       Die Form  der Assoziation,  worin der  Arbeiter allen  zufälligen
       Chancen des  Erwerbs ausgesetzt  ist  -  worin  alle  Produzenten
       gleichmäßig diesen  Chancen ausgesetzt  sind-und die  dem Salair,
       worin die  Remuneration der  Arbeit Fixität gewinnt, stabil wird,
       unmittelbar vorausgeht,  als These  der Antithese  - ist, wie wir
       von B. hören, der Zustand, worin Fischerei, Jagd, Hirtenwesen die
       herrschenden Produktions-  und Gesellschaftsformen  bilden.  Erst
       der vagabondierende
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       8*) der stets  bedürftige Mensch? - 9*) unbegrenzten Fortschritts
       - 10*) in der Handschrift: metaire
       
       #11# Bastiat und Carey
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       Fischer, Jäger, Hirt - und dann der Lohnarbeiter. Wo und wann hat
       sich dieser   h i s t o r i s c h e   Übergang aus dem halbwilden
       Zustand in  den modernen zugetragen? Höchstens im "Charivari". In
       der wirklichen Geschichte geht die Lohnarbeit hervor aus der Auf-
       lösung von  Sklaverei und  Leibeigenschaft - oder dem Verfall des
       Gemeineigentums, wie  bei orientalischen und slawischen Völkern -
       und in ihrer adäquaten epochemachenden, das ganze gesellschaftli-
       che Dasein  der Arbeit ergreifenden Form, aus [dem] Untergang der
       Zunftwirtschaft, des  Ständewesens, der Naturalarbeit und des Na-
       turaleinkommens, der  als ländlichem  Nebenzweig betriebnen Indu-
       strie, der  noch feudalen  kleinen Landwirtschaft  etc. In  allen
       diesen wirklich  historischen Übergängen erscheint die Lohnarbeit
       als Auflösung,  als Vernichtung  von Verhältnissen, worin die Ar-
       beit nach  allen Seiten  hin fixiert  war, ihrem Einkommen, ihrem
       Inhalt, ihrer  Lokalität, ihrem Umfang etc. nach.  A l s o  a l s
       V e r n e i n u n g   d e r   F i x i t ä t   d e r   A r b e i t
       u n d   i h r e r  R e m u n e r a t i o n.  Der direkte Übergang
       von dem  Fetisch des  Afrikaners zum  être suprême 11*) Voltaires
       oder des  Jagdgeräts eines  nordamerikanischen Wilden zum Kapital
       der Bank  von England  ist nicht so abgeschmackt geschichtswidrig
       wie der Übergang von Bastiats Fischer zum Lohnarbeiter. (In allen
       diesen Entwicklungen zeigt sich außerdem nichts von freiwilligen,
       aus wechselseitiger  Übereinkunft hervorgegangnen  Verändrungen.)
       Dieser historischen Konstruktion - worin B. seine flache Abstrak-
       tion in der Form einer Begebenheit sich vorlügt - ganz würdig ist
       die Synthese,  worin die  englischen friendly  societies 12*) und
       die Sparkassen  als das  letzte Wort  des Salariats und Aufhebung
       aller sozialen Antinomien erscheinen.
       Also geschichtlich  die Nichtfixität Charakter des Salariats: Ge-
       genteil von  B's Konstruktion.  Aber wie kam er überhaupt auf die
       Konstruktion der Fixität als der alles kompensierenden Bestimmung
       des Salariats?  Und wie  kam er  dazu, das Salariat in dieser Be-
       stimmtheit als  höhre Form der Remuneration, der Remuneration der
       Arbeit in  andren Gesellschafts-  oder Assoziationsformen, histo-
       risch darstellen zu wollen?
       Alle Ökonomen,  sobald sie das gegebne Verhältnis von Kapital und
       Lohnarbeit, von Profit und Salair besprechen und dem Arbeiter be-
       weisen, daß  er keinen  Anspruch habe, an den Chancen des Gewinns
       teilzunehmen, ihn  überhaupt über  seine untergeordnete Rolle ge-
       genüber dem  Kapitalisten beruhigen wollen, heben ihm hervor, daß
       er im Gegensatz zum Kapitalisten eine gewisse Fixität des Einkom-
       mens, mehr oder weniger unabhängig von den großen adventures 13*)
       des Kapitals, besitzt. Ganz wie Don Quixote den Sancho Pansa
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       11*) höchsten Wesen - 12*) Hilfsvereine - 13*) Spekulationen
       
       #12# Bastiat und Carey
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       tröstet, daß,  wenn er zwar alle Prügel bezieht, er es auch nicht
       nötig hat, tapfer zu sein. Eine Bestimmung also, die die Ökonomen
       dem Salariat im Gegensatz zum Profit beilegen, verwandelt Bastiat
       in eine  Bestimmung des  Salariats im Gegensatz zu frühren Formen
       der Arbeit  und als einen Fortschritt zur Remuneration der Arbeit
       in diesen  früheren Verhältnissen.  Ein Gemeinplatz,  der sich in
       das gegebne Verhältnis stellt, der die eine Seite desselben gegen
       die andre vertröstet, wird von dem Herrn B. aus diesem Verhältnis
       herausgenommen und  zur historischen  Grundlage seiner Entstehung
       gemacht. In  dem Verhältnis  von Salair  zu Profit, Lohnarbeit zu
       Kapital, sagen  die Ökonomisten,  kömmt dem Salair der Vorzug der
       Fixität zu. Die Fixität, sagt Herr Bastiat, d. h. eine der Seiten
       im Verhältnis  von Salair  zu Profit, ist der historische Entste-
       hungsgrund des  Salariats (oder  kömmt dem Salair zu nicht im Ge-
       gensatz zum  Profit, sondern  zu den  frühern Remunerationsformen
       der Arbeit),  also auch  des Profits, also des ganzen Verhältnis-
       ses. So  verwandelt sich  ihm unter der Hand ein Gemeinplatz über
       eine Seite  des Verhältnisses von Salair und Profit in den histo-
       rischen Grund  dieses ganzen  Verhältnisses. Dies geschieht, weil
       er beständig  mit der Reflexion auf den Sozialismus behaftet ist,
       der überall  dann als  die erste  Form der  Assoziation  geträumt
       wird. Dies ein Beispiel, welche wichtige Form die in den ökonomi-
       schen Entwicklungen nebenbeilaufenden apologetischen Gemeinplätze
       in B's Hand annehmen.
       ¦¦7¦ Zu  den Ökonomen zurückzukehren. Worin besteht diese Fixität
       des Salairs?  Ist der Lohn unveränderlich fix? Dies würde dem Ge-
       setz von  Nachfrage und Zufuhr durchaus widersprechen, der Grund-
       lage der Lohnbestimmung. Die Schwankungen, Steigen und Fallen des
       Lohnes, leugnet  kein Ökonom.  Oder ist  der Lohn  unabhängig von
       Krisen? Oder  von Maschinen,  die die  Lohnarbeit überflüssig ma-
       chen? Oder  von Teilungen  der Arbeit, die sie deplacieren? Alles
       dies wäre  heterodox zu  behaupten und  wird nicht behauptet. Was
       gemeint wird,  ist, daß  in einem  gewissen Durchschnitt  der Ar-
       beitslohn eine  ziemliche Durchschnittshöhe realisiert, d. h. das
       Bastiat so  sehr verhaßte  Minimum  des  Salairs  für  die  ganze
       Klasse, und  daß eine gewisse Durchschnittskontinuität der Arbeit
       stattfindet, z.  B. der Lohn fortdauern kann selbst in Fällen, wo
       der Profit  fällt oder momentan ganz verschwindet. Nun, was heißt
       das anders,  als daß,  vorausgesetzt die Lohnarbeit als die herr-
       schende Form  der Arbeit,  als die  Grundlage der Produktion, die
       Arbeiterklasse vom  Lohn existiert und der einzelne Arbeiter 14*)
       im Durchschnitt die Fixität besitzt, für Lohn zu arbeiten? In an-
       dren Worten Tautologie. Wo Kapital und Lohnarbeit das herrschende
       Produktionsverhältnis ist,  existiert durchschnittliche Kontinui-
       tät
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       14*) in der Handschrift: d. einzelne Arbeit
       
       #13# Bastiat und Carey
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       der Lohnarbeit,  insofern Fixität  des Lohns für den Arbeiter. Wo
       die Lohnarbeit  existiert, existiert  sie. Und  dies wird von Ba-
       stiat als  ihre alles  kompensierende Eigenschaft  angesehn.  Daß
       ferner [in] d[em] Gesellschaftszustand, worin das Kapital entwic-
       kelt ist,  die gesellschaftliche  Produktion im ganzen regelmäßi-
       ger, kontinuierlicher,  allseitiger -  also auch die Einnahme für
       die in  derselben beschäftigten  Elemente "fixer"  -, als wo sich
       das Kapital,  d. h.  die Produktion,  noch nicht  auf diese Stufe
       entwickelt, ist  eine andre  Tautologie, die  mit dem Begriff des
       Kapitals und  einer auf  ihm ruhenden  Produktion selbst  gegeben
       ist. In  andren Worten:  daß das allgemeine Dasein der Lohnarbeit
       eine höhere  Entwicklung der  Produktivkräfte voraussetzt, als in
       den der Lohnarbeit vorhergehenden Stufen, wer leugnet es? Und wie
       fiele es  den Sozialisten ein, höhere Forderungen zu machen, wenn
       sie nicht  diese höhere Entwicklung der durch die Lohnarbeit her-
       vorgebrachten gesellschaftlichen  Produktivkräfte  voraussetzten?
       Das letztere ist vielmehr die Voraussetzung ihrer Forderungen.
       N o t e.   Die erste  Form, worin  der Arbeitslohn allgemein auf-
       tritt -  der militärische  Sold, der beim Untergehn der National-
       heere und  Bürgermilizen erscheint. Erst werden die Bürger selbst
       besoldet. Dem  folgt bald,  daß an  ihre Stelle Söldlinge treten,
       die aufgehört haben, Bürger zu sein.
       2.  (E s  i s t  u n m ö g l i c h,  d i e s e n  N o n s e n s e
       w e i t e r   z u  v e r f o l g e n.  W e ,  t h e r e f o r e ,
       d r o p  M r .  B a s t i a t.  15*))
       -----
       15*) Wir trennen uns deshalb von Herrn Bastiat

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