Quelle: MEW 42 Marx: Ökonomische Manuskripte 1857/1858
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#315# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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[Zweiter Abschnitt: Der Zirkulationsprozeß des Kapitals]
[Reproduktion und Akkumulation des Kapitals]
¦¦15¦ Wir haben nun gesehn, wie durch den V e r w e r t u n g s-
p r o z e ß das Kapital 1. seinen Wert erhalten hat durch den
Austausch selbst (nämlich den mit der lebendigen Arbeit); 2.
vermehrt, Surpluswert geschaffen. Als Resultat dieser Einheit von
Produktions- und Verwertungsprozeß erscheint nun das Produkt des
Prozesses, d.h. das Kapital selbst, wie es als Produkt aus dem
#316# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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Prozesse hervorgeht, dessen Voraussetzung es war - als Produkt,
das Wert ist, oder der W e r t selbst erscheint als Produkt
dieses Prozesses, und zwar ein h ö h e r e r W e r t, weil
mehr vergegenständlichte Arbeit enthaltend als der, von dem ur-
sprünglich ausgegangen worden. Dieser Wert als solcher ist
G e l d. Indes ist dies nur a n s i c h der Fall; es ist
nicht als solches gesetzt; was zunächst g e s e t z t ist, vor-
handen ist, ist eine Ware von einem bestimmten (ideellen) Preise,
d.h., die nur ideell als eine bestimmte Geldsumme existiert und
die sich erst im Austausch als solche r e a l i s i e r e n
soll, also erst wieder in den Prozeß der einfachen Zirkulation
eingehn muß, um als G e l d gesetzt zu werden. Wir kommen daher
jetzt zur d r i t t e n S e i t e d e s P r o z e s s e s,
worin das Kapital als solches gesetzt wird.
3. Genau betrachtet erscheint nämlich der V e r w e r t u n g s-
p r o z e ß des Kapitals - und das Geld wird nur zu Kapital
durch den Verwertungsprozeß - zugleich als sein E n t w e r-
t u n g s p r o z e ß, its demonetisation 1*). Und zwar nach
doppelter Seite hin. Erstens, soweit das Kapital nicht die abso-
lute Arbeitszeit vermehrt, sondern die relative notwendige
Arbeitszeit vermindert durch Vermehrung der Produktivkraft,
reduziert es die Produktionskosten seiner selbst - soweit es als
bestimmte Summe von Waren vorausgesetzt war, seinen Tauschwert:
Ein Teil des bestehenden Kapitals wird beständig entwertet durch
Verminderung der Produktionskosten, zu denen es r e p r o-
d u z i e r t werden kann; nicht durch Verminderung der Arbeit,
die in ihm vergegenständlicht ist, sondern der lebendigen Arbeit,
die nun nötig ist, um sich in diesem bestimmten Produkt zu ver-
gegenständlichen. Diese beständige ¦¦16¦ Entwertung des b e-
s t e h e n d e n Kapitals gehört nicht hierher; da sie schon
das Kapital fertig voraussetzt. Sie ist hier nur zu notieren, um
anzudeuten, wie das Spätere schon im allgemeinen Begriff des
Kapitals enthalten. Gehört in die Lehre von der Konzentration und
Konkurrenz der Kapitalien. - Die E n t w e r t u n g, um die es
sich hier handelt, ist die, daß das Kapital aus der Form von Geld
in die einer W a r e übergegangen ist, eines Produkts, das
einen bestimmten Preis hat, der r e a l i s i e r t werden
soll. Als Geld existierte es als W e r t. Jetzt e x i-
s t i e r t es als Produkt und nur ideell als Preis; aber nicht
als W e r t a l s solcher. Um sich zu v e r w e r t e n,
i.e., als Wert zu erhalten und zu vervielfältigen, müßte es erst
aus der Form von Geld übergehn in die von Gebrauchswerten
(Rohmaterial - Instrument - Arbeitslohn); dadurch aber verlöre es
die F o r m als Wert und muß nun von neuem in die Zirkulation
treten, um diese Form des allgemeinen Reichtums von neuem zu
setzen. Es ist jetzt nicht mehr einfach als Austauschender, daß
der Kapitalist in den Zirkulationsprozeß tritt, sondern
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1*) seine Außerkurssetzung
#317# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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als P r o d u z e n t gegenüber den andren Austauschenden als
K o n s u m e n t e n. Sie sollen Geld austauschen, um seine
Ware für ihre Konsumtion zu erhalten, während er sein Produkt
austauscht, um ihr Geld zu erhalten. Gesetzt, dieser Prozeß
scheitre - und durch die bloße Trennung ist die Möglichkeit die-
ses Scheiterns im einzelnen Fall gegeben -, so hat sich das Geld
des Kapitalisten in ein wertloses Produkt verwandelt und nicht
nur keinen neuen Wert gewonnen, sondern seinen ursprünglichen
verloren. Dies mag aber der F a l l sein oder nicht - jeden-
falls bildet die Entwertung ein Moment des Verwertungsprozesses;
was schon einfach darin liegt, daß das Produkt des Prozesses in
seiner unmittelbaren Form nicht W e r t ist, sondern erst von
neuem in die Zirkulation eintreten muß, um als solcher realisiert
zu werden. Wenn also durch den Produktionsprozeß das Kapital als
Wert und Neuwert reproduziert ist, so zugleich als N i c h t-
w e r t gesetzt, als erst zu v e r w e r t e n d d u r c h
d e n A u s t a u s c h. Die 3 Prozesse, deren Einheit das
Kapital bildet, sind äußerliche, Zeit und Raum nach außereinander
liegend. Als solcher ist der Übergang aus dem einen in den
andern, d.h., ihre Einheit in bezug auf die einzelnen Kapita-
listen betrachtet, zufällig. Sie existieren u n a b h ä n g i g
nebeneinander, trotz ihrer i n n e r n E i n h e i t und jeder
als Voraussetzung des andern. Im großen und ganzen muß diese sich
bewähren, soweit das Ganze der Produktion auf dem Kapital beruht,
also es die notwendigen Momente seiner Selbstgestaltung alle
realisieren muß und die Bedingungen für die Verwirklichung
derselben enthalten. Auf dem Punkt, zu dem wir bis jetzt noch
gekommen, erscheint das Kapital noch nicht als die Zirkulation
(den Austausch) selbst bedingend, sondern bloß als Moment der-
selben, und grade aufhörend Kapital zu sein in dem Augenblick,
worin es in sie eingeht. Als Ware überhaupt teilt das Kapital
jetzt das Schicksal der Ware; es wird zufällig, ob sie
ausgetauscht wird oder nicht gegen Geld; ob ihr P r e i s re-
alisiert wird oder nicht realisiert wird.
Im Produktionsprozeß selbst - wo das Kapital fortwährend als Wert
vorausgesetzt blieb - erschien seine V e r w e r t u n g gänz-
lich abhängig nur vom Verhältnis seiner als vergegenständlichter
Arbeit zur lebendigen Arbeit; d.h. vom Verhältnis des Kapitals
zur Lohnarbeit. Aber jetzt als Produkt, als Ware erscheint es ab-
hängig von der Zirkulation, die außerhalb dieses Prozesses liegt.
(In der Tat, wie wir gesehn haben, in ihn als ihren Grund zurück-
geht, aber ebensosehr aus ihm wieder hervorgeht.) Als Ware muß es
1. Gebrauchswert und als solcher Gegenstand des Bedürfnisses, Ob-
jekt der Konsumtion sein; 2. gegen sein Äquivalent - in Geld -
umgetauscht werden. Im Verkauf kann sich erst der Neuwert reali-
sieren.
Wenn es früher vergegenständlichte Arbeit zum Preis von 100 Ta-
lern enthielt und jetzt zum Preis von 110 (der Preis nur in Geld
das Maß der vergegenständlichten
#318# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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Arbeit ausdrückend), so muß sich dies herausstellen dadurch, daß
sich die nun in der produzierten Ware enthaltne austauscht gegen
110 Taler. Zunächst ist das Produkt soweit entwertet, insofern es
überhaupt ausgetauscht werden muß gegen Geld, um seine Form als
Wert wieder zu erhalten.
Innerhalb des Produktionsprozesses erschien die Verwertung gänz-
lich identisch mit der Produktion von Surplusarbeit (der Verge-
genständlichung von Surpluszeit) und daher ohne weitre G r e n-
z e n als die, die innerhalb dieses Prozesses selbst teils
vorausgesetzt, teils gesetzt werden; die aber immer so als zu
überwältigende S c h r a n k e n in ihm gesetzt sind. Jetzt
erscheinen Schranken desselben, die außerhalb desselben liegen.
Zunächst, ganz oberflächlich betrachtet, ist die Ware nur Tausch-
wert, insofern sie zugleich G e b r a u c h s w e r t, d.h. Ob-
jekt der Konsumtion ist (hier noch ganz gleichgültig, welcher Art
von Konsumtion); sie hört auf, Tauschwert zu sein, wenn sie auf-
hört, Gebrauchswert zu sein (da sie noch nicht wieder als Geld
existiert, sondern in bestimmter mit ihrer natürlichen Qualität
zusammenfallenden Daseinsweise). Ihre erste Schranke ist also die
K o n s u m t i o n selbst - das B e d ü r f n i s f ü r
s i e . (Von einem n i c h t z a h l u n g s f ä h i g e n Be-
dürfnis, d.h. einem Bedürfnis nach einer Ware, das nicht selbst
eine Ware oder Geld im Austausch zu geben ¦¦17¦ hätte, kann nach
den bisherigen Voraussetzungen noch in keiner Weise die Rede
sein.) Zweitens aber muß ein Äquivalent für sie vorhanden sein
und, da ursprünglich die Zirkulation als feste Größe vorausge-
setzt war - als von einem bestimmten Umfang ", andrerseits aber
das Kapital im Produktionsprozeß einen Neuwert geschaffen hat,
scheint für diesen in der Tat kein Äquivalent vorhanden sein zu
können.
Indem also das Kapital aus dem Produktionsprozeß heraus- und wie-
der in die Zirkulation hereintritt, scheint es a) als P r o-
d u k t i o n eine Schranke an der vorhandnen Größe der K o n-
s u m t i o n zu finden - oder der K o n s u m t i o n s-
f ä h i g k e i t. Als ein bestimmter Gebrauchswert ist seine
Quantität bis zu einem gewissen Punkt gleichgültig; allein auf
einem bestimmten Grade - da es nur ein bestimmtes Bedürfnis
befriedigt - hört es auf, für die Konsumtion erheischt zu sein.
Als b e s t i m m t e r, e i n s e i t i g e r, q u a l i t a-
t i v e r Gebrauchswert, z. B. Getreide, ist seine Quantität
selbst nur bis zu einem gewissen Grade gleichgültig; ist es nur
in bestimmter Quantität erheischt; d.h. in einem gewissen M a ß.
Dies Maß aber ist gegeben teils durch die Qualität seiner als
Gebrauchswert - seine s p e z i f i s c h e Nützlichkeit, Ver-
wendbarkeit -, teils die Anzahl der Austauschenden, die ein Be-
dürfnis haben nach dieser bestimmten Konsumtion. Zahl der
Konsumenten multipliziert mit der Größe ihres Bedürfnisses für
dieses s p e z i f i s c h e Produkt. Der Gebrauchswert an sich
hat nicht die Maßlosigkeit des
#319# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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Werts als solchen. Nur bis zu einem gewissen Grade können gewisse
Gegenstände konsumiert werden und sind sie Gegenstände des Be-
dürfnisses. Z.B.: Es wird nur bestimmte Quantum Getreide verzehrt
etc. Als G e b r a u c h s w e r t hat daher das Produkt in
sich selbst eine Schranke - eben die Schranke des Bedürfnisses
danach ", die aber nicht am Bedürfnis des Produzenten, sondern
dem Gesamtbedürfnis der Austauschenden nun gemessen wird. Wo der
Bedarf von einem bestimmten Gebrauchswert aufhört, hört es auf,
Gebrauchswert zu sein. Als Gebrauchswert ist es gemessen durch
den Bedarf für ihn. Sobald es aber aufhört, Gebrauchswert zu
sein, hört es auf, Gegenstand der Zirkulation zu sein (sofern es
nicht Geld ist), b) Als N e u w e r t und W e r t überhaupt
aber scheint es Schranke zu haben an der Größe v o r h a n d-
n e r Ä q u i v a l e n t e, zunächst Geld, nicht als Zirkula-
tionsmittel, sondern als Geld. Der Surpluswert (versteht sich vom
ursprünglichen von selbst) erheischt ein Surplusäquivalent. Dies
erscheint jetzt als zweite Schranke.
c) Ursprünglich erschien das Geld - d.h. der Reichtum als sol-
cher, d.h. der in und durch den Austausch gegen f r e m d e
v e r g e g e n s t ä n d l i c h t e A r b e i t existierende
Reichtum - in sich zusammenzufallen, soweit es nicht fortging zum
Austausch gegen f r e m d e l e b e n d i g e A r b e i t,
d.h. zum Produktionsprozeß. Die Zirkulation war unfähig, sich aus
sich selbst zu erneuern. Andrerseits erscheint jetzt der Produk-
tionsprozeß in a fix, soweit er nicht fähig, in den Zirkulations-
prozeß überzugehen. Das Kapital als auf der Lohnarbeit beruhende
Produktion setzt die Zirkulation als notwendige Bedingung und Mo-
ment der ganzen Bewegung voraus. Diese bestimmte Form der Produk-
tion setzt voraus diese bestimmte Form des Austauschs, der in der
Geldzirkulation seinen Ausdruck findet. Um sich zu erneuern, muß
das ganze Produkt in Geld verwandelt werden; nicht wie auf früh-
ren Stufen der Produktion, wo der Austausch nur die überflüssige
Produktion und die überflüssigen Produkte ergreift; sie aber kei-
neswegs in ihrer Totalität.
Dies sind nun die Widersprüche, wie sie sich einer einfachen ob-
jektiven, unparteiischen Auffassung von selbst darbieten. Wie sie
in der auf dem Kapital beruhenden Produktion beständig aufgeho-
ben, aber auch beständig wieder erzeugt - und nur gewaltsam auf-
gehoben werden (obgleich dies Aufheben bis zu einem gewissen
Punkt bloß als ruhige Ausgleichung erscheint), ist eine andre
Frage. Das wichtige ist zunächst, die Existenz dieser Widersprü-
che zu konstatieren. Alle Widersprüche der Zirkulation leben wie-
der auf in neuer Form. Das Produkt als Gebrauchswert steht im Wi-
derspruch mit sich als Wert; d. Insoweit es in einer bestimmten
Qualität, als eine spezifische Sache da ist, Produkt von bestimm-
ten natürlichen Eigenschaften, als Substanz des Bedürfnisses im
Widerspruch mit seiner Substanz, die es als Wert exklusiv in der
#320# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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v e r g e g e n s t ä n d l i c h t e n A r b e i t besitzt.
Diesmal aber ist dieser Widerspruch gesetzt nicht mehr wie in der
Zirkulation nur so, daß er e i n b l o ß f o r m e l l e r
U n t e r s c h i e d ist, sondern das Gemessensein durch den
Gebrauchswert ist hier fest bestimmt als das Gemessensein durch
das Gesamtbedürfnis der Austauschenden für dies Produkt - d.h.
durch das Quantum der Gesamtkonsumtion. Diese erscheint hier als
M a ß für es als Gebrauchswert und daher auch als T a u s c h-
w e r t. In der einfachen Zirkulation war es einfach zu über-
setzen aus der Form des besondren Gebrauchswerts in die des
Tauschwerts. Seine Schranke erschien nur darin, daß es als
erstrer, durch seine n a t ü r l i c h e B e s c h a f f e n-
h e i t in einer besondren Form statt in der Wertform exi-
stierte, in der es gegen alle andren Waren direkt austauschbar
war. Jetzt aber ist gesetzt, daß in seiner n a t ü r l i c h e n
B e s c h a f f e n h e i t selbst das M a ß seines Vorhan-
enseins gegeben ist. Um in die allgemeine Form übersetzt zu
werden, darf der Gebrauchswert nur in einer bestimmten Quantität
vorhanden sein; einer Q u a n t i t ä t, deren Maß nicht in
d e r i n i h m v e r g e g e n s t ä n d l i c h t e n A r-
b e i t liegt, sondern aus s e i n e r N a t u r a l s G e-
b r a u c h s w e r t, und zwar a l s G e b r a u c h s-
w e r t f ü r a n d r e hervorgeht. Andrerseits, der Wider-
spruch früher, daß das für sich seiende ¦¦18¦ Geld dazu fortgehn
mußte, sich gegen die lebendige Arbeit auszutauschen, erscheint
nun noch größer, indem das Surplusgeld, um als solches zu sein,
oder der Surpluswert sich gegen Surpluswert austauschen muß. Hat
als Wert seine Schranke also ebensosehr an der fremden Produktion
wie als Gebrauchswert an der fremden Konsumtion; hier sein Maß an
dem Quantum des Bedarfs für das spezifische Produkt, dort an dem
Quantum v e r g e g e n s t ä n d l i c h t e r A r b e i t,
das in der Zirkulation existiert. Die Gleichgültigkeit des Werts
als solchen gegen den Gebrauchswert ist damit ebenso in falsche
Position gebracht wie andrerseits die Substanz und das Maß des
Werts als vergegenständlichte Arbeit überhaupt.
{Es kann noch nicht auf das Verhältnis von Nachfrage, Zufuhr,
Preisen übergegangen werden, die in ihrer eigentlichen Entwick-
lung das Kapital voraussetzen. Soweit Nachfrage und Zufuhr ab-
strakte Kategorien sind, noch keine bestimmten ökonomischen Ver-
hältnisse ausdrücken, sind sie vielleicht schon bei der einfachen
Zirkulation oder Produktion zu betrachten?}
Worauf es hier ankommt - wo der allgemeine Begriff des Kapitals
betrachtet wird, daß es d i e s e E i n h e i t v o n P r o-
d u k t i o n u n d V e r w e r t u n g nicht u n m i t-
t e l b a r ist, sondern nur als ein P r o z e ß, der an Be-
dingungen geknüpft ist, und wie er erschien, ä u ß e r l i c h e
Bedingungen.
{Wir haben vorhin bei dem Verwertungsprozeß des Kapitals gesehn,
wie er den e i n f a c h e n P r o d u k t i o n s p r o z e ß
als früher entwickelt unterstellt. So
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#321# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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wird es sich mit N a c h f r a g e u n d Z u f u h r soweit
verhalten, als im einfachen Austausch Bedürfnis für das Produkt
vorausgesetzt wird. Das e i g n e Bedürfnis des Produzenten
(des unmittelbaren) als Bedürfnis andrer Nachfrage. Es muß sich
bei dieser Entwicklung selbst ergeben, was ihr v o r a u s-
g e s e t z t werden muß, und das ist dann alles später in die
ersten Kapitel zu werfen.}
Die Schöpfung von a b s o l u t e m M e h r w e r t durch das
Kapital - mehr vergegenständlichte Arbeit - hat zur Bedingung,
daß sich der Zirkel der Zirkulation erweitert, und zwar beständig
erweitert. Der an einem Punkt geschaffne M e h r w e r t er-
heischt die Schöpfung des Mehrwerts an einem a n d r e n Punkt,
gegen den er sich austausche; wenn auch nur zunächst Produktion
von mehr Gold und Silber, mehr Geld, so daß, wenn der Mehrwert
nicht unmittelbar wieder zu Kapital werden kann, er in der Form
des Geldes als Möglichkeit von neuem Kapital existiert. Eine
Bedingung der auf dem Kapital basierten Produktion ist daher
d i e P r o d u k t i o n e i n e s s t e t s e r w e i-
t e r t e n Z i r k e l s d e r Z i r k u l a t i o n, sei
es, daß der Kreis direkt erweitert wird o d e r d a ß m e h r
P u n k t e i n d e m s e l b e n a l s P r o d u k-
t i o n s p u n k t e g e s c h a f f e n w e r d e n. Er-
schien die Zirkulation zunächst als gegebne Größe, so erscheint
sie hier als bewegte und durch die Produktion selbst sich
ausdehnende. Danach erscheint sie schon selbst als ein Moment der
Produktion. Wie das Kapital daher einerseits die Tendenz hat,
stets mehr Surplusarbeit zu schaffen, so die ergänzende, mehr
Austauschpunkte zu schaffen; d.h. hier vom Standpunkt des
a b s o l u t e n Mehrwerts oder Surplusarbeit aus, mehr Sur-
plusarbeit als Ergänzung zu sich selbst hervorzurufen; au fond
2*) die auf dem Kapital basierte Produktion oder die ihm ent-
sprechende Produktionsweise zu propagieren. Die Tendenz, den
W e l t m a r k t zu schaffen, ist unmittelbar im Begriff des
Kapitals selbst gegeben. Jede Grenze erscheint als zu über-
windende Schranke. Zunächst, jedes Moment der Produktion selbst
dem Austausch zu unterwerfen und das Produzieren von unmit-
telbaren, nicht in den Austausch eingehenden Gebrauchswerten
aufzuheben, d.h. eben, auf dem Kapital basierte Produktion an die
Stelle früherer, von seinem Standpunkt aus naturwüchsiger Pro-
duktionsweisen zu setzen. Der H a n d e l erscheint hier nicht
mehr als zwischen den selbständigen Produktionen zum Austausch
ihres Uberflusses vorgehende Funktion, sondern als wesentlich
allumfassende Voraussetzung und Moment der Produktion selbst.
Of course 3*), alle auf den unmittelbaren Gebrauchswert gerich-
tete Produktion vermindert ebensosehr die Zahl der Austauschenden
wie die Summe der Tauschwerte überhaupt, die in Zirkulation ge-
worfen werden, und vor allem die Produktion von Surpluswerten.
Hence the tendency of capital 1. to continually
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2*) im Grunde - 3*) Selbstverständlich
#322# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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enlarge the periphery of circulation; 2. to transform it at all
points into production carried on by capital. 4*)
Andrerseits, die Produktion von r e l a t i v e m S u r-
p l u s w e r t, d.h. die auf Vermehrung und Entwicklung der
Produktivkräfte gegründete Produktion von Surpluswert, erheischt
Produktion neuer Konsumtion; daß sich der konsumtive Zirkel
innerhalb der Zirkulation ebenso erweitert wie vorhin der pro-
duktive Zirkel. Erstens: Quantitative Erweiterung der bestehenden
Konsumtion; zweitens: Schaffen neuer Bedürfnisse dadurch, daß
vorhandne in einem größren Kreis propagiert werden; d r i t-
t e n s: Produktion n e u e r Bedürfnisse und Entdeckung und
Schöpfung neuer Gebrauchswerte. Dies in andren Worten, daß die
gewonnene Surplusarbeit nicht bloß quantitatives Surplus bleibt,
sondern zugleich der Kreis der qualitativen Unterschiede der
Arbeit (damit der Surplusarbeit) beständig vermehrt, mannig-
faltiger gemacht, in sich selbst mehr differenziert wird. Z.B.
braucht durch Verdopplung der Produktivkraft nur mehr ein Kapital
von 50 angewandt zu werden, wo früher eins von 100, so daß ein
Kapital von 50 und die ihm entsprechende notwendige Arbeit frei
wird; so ¦¦19¦ muß für die freigewordnen Kapital und Arbeit ein
neuer, qualitativ verschiedner Produktionszweig geschaffen wer-
den, der neues Bedürfnis befriedigt und hervorbringt. Der Wert
der alten Industrie wird erhalten [dadurch], daß fund 5*) für
eine neue geschaffen wird, wo sich das Verhältnis des capital und
labour 6*) in einer n e u e n Form setzt. Also Explorieren der
ganzen Natur, um neue nützliche Eigenschaften der Dinge zu ent-
decken; universeller Austausch der Produkte aller fremden Klimate
und Länder; neue Zubereitungen (künstliche) der Naturgegenstände,
wodurch ihnen neue Gebrauchswerte gegeben werden. {Die Rolle, die
der L u x u s bei den Alten im Unterschied zu den Modernen
spielt, später to allude to 7*).} Die Exploration der Erde nach
allen Seiten sowohl um neue brauchbare Gegenstände zu entdecken
wie neue Gebrauchseigenschaften der alten; wie neue Eigenschaften
derselben als Rohstoffe etc.; die Entwicklung der Naturwissen-
schaft daher zu ihrem höchsten Punkt; ebenso die Entdeckung,
Schöpfung und Befriedigung neuer aus der Gesellschaft selbst her-
vorgehenden Bedürfnisse; die Kultur aller Eigenschaften des ge-
sellschaftlichen Menschen und Produktion desselben als möglichst
Bedürfnisreichen, weil Eigenschafts- und Beziehungsreichen -
seine Produktion als möglichst totales und universelles Gesell-
schaftsprodukt - (denn um nach vielen Seiten hin zu genießen, muß
er genußfähig, also zu
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4*) Folglich die Tendenz von Kapital, 1. kontinuierlich den Um-
fang der Zirkulation zu erweitern; 2. sie [die Produktion] an al-
len Punkten in eine vom Kapital betriebene umzuwandeln. -
5*) Fonds - 6*) Arbeit - 7*) davon zu sprechen
#323# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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einem hohen Grad kultiviert sein) - ist ebenso eine Bedingung der
auf das Kapital gegründeten Produktion. Es ist dies nicht nur
Teilung der Arbeit, dies Schaffen neuer Produktionszweige, d.h.
qualitativ neuer Surpluszeit; sondern das Abstoßen der bestimmten
Produktion von sich selbst als Arbeit von neuem Gebrauchswert;
Entwicklung von einem stets sich erweiternden und umfassenden Sy-
stem von Arbeitsarten, Produktionsarten, denen ein stets erwei-
tertes und reichres System von Bedürfnissen entspricht.
Wie also die auf das Kapital gegründete Produktion einerseits die
universelle Industrie schafft - d. h. Surplusarbeit, wertschaf-
fende Arbeit ", so anderseits ein System der allgemeinen Ex-
ploitation der natürlichen und menschlichen Eigenschaften, ein
System der allgemeinen Nützlichkeit, als dessen Träger die Wis-
senschaft selbst so gut erscheint wie alle physischen und geisti-
gen Eigenschaften, während nichts als A n - s i c h - H ö-
h e r e s, Für-sich-selbst-Berechtigtes, außer diesem Zirkel der
gesellschaftlichen Produktion und Austauschs erscheint. So
schafft das Kapital erst die bürgerliche Gesellschaft und die
universelle Aneignung der Natur wie des gesellschaftlichen Zusam-
menhangs selbst durch die Glieder der Gesellschaft. Hence the
great civilising influence of capital 8*); seine Produktion einer
Gesellschaftsstufe, gegen die alle frühren nur als l o k a l e
E n t w i c k l u n g e n der Menschheit und als N a t u r-
i d o l a t r i e 9*) erscheinen. Die Natur wird erst rein
Gegenstand für den Menschen, rein Sache der Nützlichkeit; hört
auf, als Macht für sich anerkannt zu werden; und die theoretische
Erkenntnis ihrer selbständigen Gesetze erscheint selbst nur als
List, um sie den menschlichen Bedürfnissen, sei es als Gegenstand
des Konsums, sei es als Mittel der Produktion, zu unterwerfen.
Das Kapital treibt dieser seiner Tendenz nach ebensosehr hinaus
über nationale Schranken und Vorurteile wie über Naturvergötte-
rung und überlieferte, in bestimmten Grenzen selbstgenügsam
eingepfählte Befriedigung vorhandner Bedürfnisse und Reproduktion
alter Lebensweise. Es ist destruktiv gegen alles dies und
beständig revolutionierend, alle Schranken niederreißend, die die
Entwicklung der Produktivkräfte, die Erweiterung der Bedürfnisse,
die Mannigfaltigkeit der Produktion und die Exploitation und den
Austausch der Natur- und Geisteskräfte hemmen.
Daraus aber, daß das Kapital jede solche Grenze als Schranke
setzt und daher i d e e l l darüber weg ist, folgt keineswegs,
daß es sie r e a l überwunden hat, und da jede solche Schranke
seiner Bestimmung widerspricht, bewegt sich seine Produktion in
Widersprüchen, die beständig überwunden, aber ebenso beständig
gesetzt werden. Noch mehr. Die Universalität, nach der es unauf-
haltsam
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8*) Dadurch der große zivilisierende Einfluß des Kapitals -
9*) Vergötterung der Natur
#324# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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aufhaltsam hintreibt, findet Schranken an seiner eignen Natur,
die auf einer gewissen Stufe seiner Entwicklung es selbst als die
größte Schranke dieser Tendenz werden erkennen lassen und daher
zu seiner Aufhebung durch es selbst hintreiben.
Die Ökonomen, die wie Ricardo, die Produktion als unmittelbar
identisch mit der Selbstverwertung des Kapitals auffassen - also
unbekümmert, sei es um die Schranken der Konsumtion, sei es um
die existierenden Schranken der Zirkulation selbst, soweit sie
auf allen Punkten Gegenwerte darstellen muß, nur die Entwicklung
der Produktivkräfte und das Wachstum der industriellen Bevölke-
rung im Auge halten - die Zufuhr ohne Rücksicht auf Nachfrage -
haben daher das positive Wesen des Kapitals richtiger gefaßt und
tiefer, als die, wie Sismondi die Schranken der Konsumtion und
des vorhandnen Kreises der Gegenwerte betonen, obgleich der letz-
tre tiefer die Borniertheit der auf das Kapital gegründeten Pro-
duktion, ihre negative Einseitigkeit begriffen hat. Der erstre
mehr seine universelle Tendenz, der zweite seine besondre Be-
schränktheit. Der ganze Streit, ob Ü b e r p r o d u k t i o n
möglich und notwendig auf dem Standpunkt des Kapitals, dreht sich
darum, ob der Verwertungsprozeß des Kapitals in der Produktion
unmittelbar seine Verwertung in der Zirkulation setzt; ob seine
¦¦20¦ im P r o d u k t i o n s p r o z e ß gesetzte Verwertung
seine r e a l e Verwertung ist. Ricardo hat natürlich auch a
suspicion 10*), daß der T a u s c h w e r t nicht Wert außer dem
Austausch ist und sich nur als Wert durch den Austausch bewährt;
aber er betrachtet die Schranken, die die Produktion so antrifft,
als zufällig, Schranken, die überwunden werden. Er faßt also das
Überwundenwerden solcher Schranken selbst in dem Wesen des Kapi-
tals, obgleich er oft in der Ausführung absurd wird; während Sis-
mondi umgekehrt nicht nur das Antreffen der Schranke betont, son-
dern das Schaffen derselben durch das Kapital selbst, das so in
Widersprüche gerät, von denen er ahnt, daß sie zu seinem down-
break 11*) führen müssen. Er möchte daher von außen Schranken der
Produktion setzen durch Sitte, Gesetz etc., die eben als nur äu-
ßere und künstliche Schranken notwendig vom Kapital über den Hau-
fen geworfen werden. Andrerseits hat Ricardo und seine ganze
Schule die wirklichen m o d e r n e n K r i s e n, in denen
dieser Widerspruch des Kapitals [sich] in großen Ungewittern ent-
ladet, die mehr und mehr es selbst als Grundlage der Gesellschaft
und Produktion selbst bedrohn, niemals begriffen.
Die Versuche, die vom orthodox ökonomischen Standpunkt gemacht
worden sind, um a l l g e m e i n e Ü b e r p r o d u k t i o n
in einem gegebnen Moment zu leugnen, sind in der Tat kindisch.
Entweder, sieh z.B. MacCulloch, um die auf
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10*) einen Verdacht - 11*) Niedergang
#325# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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das K a p i t a l g e g r ü n d e t e Produktion zu retten,
wird von all ihren spezifischen Eigenschaften abgesehn, ihren Be-
griffsbestimmungen und sie umgekehrt als einfache Produktion für
den u n m i t t e l b a r e n G e b r a u c h s w e r t aufge-
faßt. Von den wesentlichen Verhältnissen gänzlich abstrahiert. In
fact, um sie von Widersprüchen zu reinigen, wird sie gradezu fal-
lengelassen und negiert. - Oder wie z.B. Mill, scharfsinniger
(nachgemacht von dem faden Say): Z u f u h r und N a c h-
f r a g e seien identisch, müßten sich daher entsprechen. [193]
Die Zufuhr sei nämlich eine Nachfrage, gemessen durch ihr eigenes
Quantum. Hier große Konfusion: 1. diese Identität von Zufuhr, so
daß sie eine Nachfrage ist, gemessen durch ihr eigenes Quantum,
nur wahr, soweit sie T a u s c h w e r t = einem bestimmten
Quantum vergegenständlichter Arbeit. Insofern ist sie das Maß
ihrer eignen Nachfrage - was den W e r t betrifft. Aber als
solcher Wert wird sie erst realisiert durch den Austausch gegen
G e l d und als Austauschobjekt gegen Geld hängt sie 2. von
ihrem G e b r a u c h s w e r t ab; als Gebrauchswert aber von
der Masse vorhandner Bedürfnisse für sie, Bedarfs derselben. Als
Gebrauchswert aber ist sie absolut nicht gemessen durch die in
ihr vergegenständlichte Arbeitszeit, sondern wird ein Maßstab an
sie angelegt, der außerhalb ihrer Natur als Tauschwert liegt.
Oder es wird weiter gesagt: Die Z u f u h r s e l b s t i s t
N a c h f r a g e f ü r e i n b e s t i m m t e s P r o-
d u k t von g e w i s s e m W e r t (der in dem verlangten
Quantum des Produkts sich ausdrückt). Wenn also das zugeführte
Produkt unverkäuflich, so dies der Beweis, daß zu viel von der
zugeführten und zu wenig von der Ware produziert ist, die der
Zuführer nachfragt. Also sei nicht allgemein Überproduktion vor-
handen, sondern Überproduktion in einem oder einigen Artikeln,
aber Unterproduktion in andren. Dabei wird dann wieder vergessen,
daß das, was das produzierende Kapital verlangt, nicht ein be-
stimmter Gebrauchswert ist, sondern W e r t für sich, also Geld
- Geld nicht in der Bestimmung von Zirkulationsmittel, sondern
als allgemeine Form des Reichtums oder Form der Realisierung des
Kapitals nach der einen Seite, Rückgang in seinen ursprünglichen
schlafenden Zustand nach der andren. Die Behauptung aber, daß zu
w e n i g G e l d produziert werde, heißt in der Tat nichts,
als was behauptet wird, daß die Produktion nicht mit der Verwer-
tung zusammenfalle, also Ü b e r p r o d u k t i o n ist oder,
was dasselbe ist, nicht in Geld verwandelbare, nicht in W e r t
verwandelbare Produktion; nicht in der Zirkulation sich bewäh-
rende. Hence the illusion 12*) der Geldkünstler (auch Proudhon
etc.), daß Mangel an Z i r k u l a t i o n s m i t t e l n -
wegen der Kostbarkeit des Geldes - vorhanden sei und mehr Geld
künstlich geschaffen werden muß. (Sieh auch die Birminghamer
[194], die Gemini [195] z.B.)
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12*) Daher die Illusion
#326# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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Oder es wird gesagt, daß, vom g e s e l l s c h a f t l i-
c h e n S t a n d p u n k t b e t r a c h t e t, P r o d u k-
t i o n u n d K o n s u m t i o n dasselbe sei, also nie ein
Überschuß oder Mißverhältnis zwischen beiden stattfinden könne.
Unter gesellschaftlichem Standpunkt wird hier die Abstraktion
verstanden, die eben von der bestimmten gesellschaftlichen
Gliederung und Verhältnissen a b s i e h t und daher auch von
den Widersprüchen, die aus ihr hervorgehn. Sehr richtig hat z.B.
schon Storch [196] gegen Say [197] bemerkt, daß ein großer Teil
der Konsumtion nicht Konsumtion für den unmittelbaren Gebrauch
ist, sondern Konsumtion im Produktionsprozeß, z.B. Konsumtion in
Maschinen, Kohlen, Öl, notwendigen Gebäuden etc. Diese Konsumtion
¦¦21¦ ist keineswegs identisch mit der Konsumtion, um die es sich
hier handelt. Ebenso haben Malthus [198] und Sismondi [199]
richtig bemerkt, daß z.B. die Konsumtion der Arbeiter keineswegs
eine an sich b e f r i e d i g e n d e Konsumtion für den
Kapitalisten.
Es wird hier das Moment der Verwertung gänzlich herausgeworfen
und Produktion und Konsumtion sich einfach gegenübergestellt, d.
h. direkt auf den G e b r a u c h s w e r t, also nicht auf das
Kapital basierte Produktion vorausgesetzt. Oder s o z i a l i-
s t i s c h ausgedrückt. Arbeit und Austausch der Arbeit, i.e.
Produktion und Austausch derselben (Zirkulation) sei der ganze
Prozeß; wie könne da anders als aus Versehn, schiefer Berechnung
Mißverhältnis hervorgehn? Die Arbeit wird hier nicht als
Lohnarbeit noch das Kapital als Kapital betrachtet. Einerseits
die Resultate der auf das Kapital gegründeten Produktion mitge-
nommen; anderseits die Voraussetzung und Bedingung dieser
Resultate geleugnet - die notwendige Arbeit als durch und für die
Surplusarbeit gesetzte Arbeit. Oder - Ricardo [200] z.B. - da die
Produktion selbst durch die Produktionskosten geregelt, reguliere
sie sich selbst, und wenn ein Produktionszweig sich nicht ver-
werte, entziehe sich ihm das Kapital zu gewissem Grade und werfe
sich auf andren Punkt, wo es nötig. Aber abgesehn davon, daß
diese Notwendigkeit der Ausgleichung selbst die Ungleichheit, die
Disharmonie und daher den Widerspruch v o r a u s s e t z t -
in allgemeiner Krise der Überproduktion ist der Widerspruch nicht
zwischen den verschiednen Arten des produktiven Kapitals, sondern
zwischen dem industriellen und loanable 13*) Kapital - zwischen
dem Kapital, wie es als in den Produktionsprozeß direkt invol-
viert und wie es als Geld selbständig (relativement 14*)) außer
demselben erscheint. Endlich: p r o p o r t i o n a t e p r o-
d u c t i o n 15*) [46] (dies liegt auch schon in Ricardo etc.)
bloß, wenn die Tendenz des Kapitals, sich in richtigen Pro-
portionen zu verteilen, so ebensosehr seine notwendige Tendenz -
da es Surplusarbeit maßlos anstrebt, Surplusproduktivität, Sur-
pluskonsum etc. - über die Proportion hinauszutreiben.
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13*) verleihbaren - 14*) verhältnismäßig - 15*) proportionale
Produktion
#327# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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(In der K o n k u r r e n z erscheint diese innre Tendenz des
Kapitals als ein Zwang, der ihm von f r e m d e m Kapital ange-
tan wird und der es vorantreibt über die richtige Proportion mit
beständigem Marche, marche! 16*) Die freie Konkurrenz, wie Herr
Wakefield 17*) in seinem Kommentar zu Smith richtig heraus-
wittert, [201] ist n o c h n i e entwickelt worden von den
Ökonomen, soviel von ihr geschwatzt wird und sosehr sie die
Grundlage der ganzen bürgerlichen, auf dem Kapital beruhenden
Produktion. Sie ist nur negativ verstanden worden: d.h. als Nega-
tion von Monopolen, Korporation, gesetzlichen Regulationen etc.
Als Negation der feudalen Produktion. Sie muß aber doch auch et-
was f ü r s i c h sein, da bloß 0 leere Negation ist, Abstra-
hieren von einer Schranke, die z.B. in der Form von Monopol, na-
türlichen Monopolen etc. sofort wieder aufersteht. Begrifflich
ist die K o n k u r r e n z nichts als die innre N a t u r
d e s K a p i t a l s, seine wesentliche Bestimmung, erschei-
nend und realisiert als Wechselwirkung der vielen Kapitalien auf-
einander, die innre Tendenz als äußerliche Notwendigkeit.)
(Kapital existiert und kann nur existieren als viele Kapitalien,
und seine Selbstbestimmung erscheint daher als Wechselwirkung
derselben aufeinander.) Das Kapital ist ebensosehr das beständige
Setzen als Aufheben der P r o p o r t i o n a t e P r o d u c-
t i o n. Die existierende Proportion muß immer aufgehoben werden
durch das Schaffen von Surpluswerten und Vermehrung der Pro-
duktivkräfte. Diese Forderung aber, daß die Produktion
g l e i c h z e i t i g und s i m u l t a n e o u s l y 18*)
erweitert werden soll in d e r s e l b e n P r o p o r t i o n,
legt äußerliche Forderungen an das Kapital, die keineswegs aus
ihm selbst hervorgehn; zugleich treibt das Herausgehn aus der
gegebnen Proportion in einem Produktionszweig 19*) alle aus
derselben heraus und in ungleichen Proportionen. Bisher (denn wir
sind noch nicht bei der Bestimmung des Kapitals als c a p i-
t a l c i r c u l a n t angelangt und haben noch auf der einen
Seite die Zirkulation, auf der andren das Kapital, oder die
Produktion als Voraussetzung derselben oder Grund, woraus sie
hervorgeht) hat die Zirkulation schon vom Standpunkt der
Produktion aus das Verhältnis zur Konsumtion und Produktion - in
andren Worten Surplusarbeit als Gegenwert und Spezifizierung der
Arbeit in immer reichrer Form.
In dem einfachen Begriff des Kapitals müssen a n s i c h seine
zivilisierenden Tendenzen etc. enthalten sein; nicht, wie in den
bisherigen Ökonomien, bloß als äußerliche Konsequenzen erschei-
nen. Ebenso die Widersprüche, die später freiwerden, schon latent
in ihm nachgewiesen werden.
Bisher haben wir bei dem Verwertungsprozeß bloß die Gleichgültig-
keit der
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16*) Marsch, marsch! - 17*) in der Handschrift: Wakley - 18*) in
derselben Zeit - 19*) in der Handschrift: einer Produktionsweise
#328# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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einzelnen Momente gegeneinander; daß sie sich innerlich bedingen
und äußerlich suchen; aber finden können oder nicht, decken kön-
nen oder nicht, entsprechen können oder nicht. Die innre Notwen-
digkeit des Zusammengehörigen und seine gleichgültige selbstän-
dige Existenz gegeneinander schon Grund¦¦22¦lage von Widersprü-
chen.
Indes sind wir noch keineswegs fertig. Der Widerspruch zwischen
der Produktion und Verwertung - deren Einheit das Kapital seinem
Begriff nach ist - muß noch immanenter gefaßt werden als bloß die
gleichgültige, scheinbar unabhängige Erscheinung der einzelnen
Momente des Prozesses oder vielmehr der Totalität von Prozessen
gegeneinander.
Um der Sache näherzukommen: D'abord there is a limit, not inhe-
rent to production generally, but to production founded on capi-
tal 20*), und diese limit 21*) ist doppelt oder vielmehr die-
selbe, nach zwei Richtungen hin betrachtet. Es genügt hier nach-
zuweisen, daß das Kapital eine b e s o n d r e Beschränkung der
Produktion enthält - die seiner allgemeinen Tendenz, über jede
Schranke derselben fortzutreiben, widerspricht ", um die Grund-
lage der Ü b e r p r o d u k t i o n, den Grundwiderspruch des
entwickelten Kapitals, aufgedeckt zu haben; um überhaupt aufge-
deckt zu haben, daß es nicht, wie die Ökonomen meinen, die
a b s o l u t e Form für die Entwicklung der Produktivkräfte ist
- absolute Form dafür wie Form des Reichtums, die absolut mit der
Entwicklung der Produktivkräfte zusammenfiele. Die Stufen der
Produktion, die dem Kapital vorhergehn, erscheinen, vom Stand-
punkt desselben aus betrachtet, als ebensoviel Fesseln der Pro-
duktivkräfte. Es selbst aber, richtig verstanden, erscheint als
Bedingung für die Entwicklung der Produktivkräfte, solange sie
eines äußern Sporns bedürfen, der zugleich als ihr Zaum er-
scheint. Disziplin derselben, die überflüssig und lästig wird auf
einer gewissen Höhe ihrer Entwicklung; ganz ebensogut wie die
Korporationen etc. Diese immanenten Grenzen müssen mit der Natur
des Kapitals, mit seinen wesentlichen Begriffsbestimmungen selbst
zusammenfallen. Diese notwendigen limits sind:
1. Die n o t w e n d i g e A r b e i t als Grenze des Tausch-
werts des lebendigen Arbeitsvermögens oder des Salairs der indu-
striellen Bevölkerung;
2. Der S u r p l u s w e r t als Grenze der Surplusarbeitszeit;
und, in bezug auf die relative Surplusarbeitszeit, als Schranke
der Entwicklung der Produktivkräfte;
3. Was dasselbe ist, die V e r w a n d l u n g i n G e l d,
der Tauschwert überhaupt als Grenze der Produktion; oder der auf
den Wert gegründete Austausch oder
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20*) Zunächst gibt es eine Beschränkung, die nicht der Produktion
im allgemeinen, jedoch der auf Kapital gegründeten Produktion in-
newohnt - 21*) Beschränkung
#329# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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der auf den Austausch gegründete Wert als Grenze der Produktion.
Es ist dies:
4. wieder dasselbe als B e s c h r ä n k u n g d e r P r o-
d u k t i o n v o n G e b r a u c h s w e r t e n durch den
Tauschwert; oder daß der reale Reichtum eine b e s t i m m t e,
von ihm selbst verschiedne Form, also nicht absolut mit ihm
identische Form annehmen muß, um überhaupt Objekt der Produktion
zu werden.
Anderseits geht aus der a l l g e m e i n e n T e n d e n z
d e s K a p i t a l s hervor (dasselbe, was in der einfachen
Zirkulation so erschien, daß das Geld als Zirkulationsmittel als
bloß verschwindend, ohne selbständige Notwendigkeit und darum
nicht als Grenze und Schranke erschien), daß es vergißt und ab-
strahiert von der:
1. notwendigen Arbeit als Grenze des Tauschwerts des lebendigen
Arbeitsvermögens; 2. dem Surpluswert als Grenze der Surplusarbeit
und Entwicklung der Produktivkräfte; 3. dem Geld als Grenze der
Produktion; 4. der Beschränkung der Produktion von Gebrauchswer-
ten durch den Tauschwert.
Hinc 22*) die Überproduktion: d.h. die plötzliche
E r i n n e r u n g aller dieser notwendigen Momente der auf das
Kapital gegründeten Produktion; daher allgemeine Entwertung in-
folge des Vergessens derselben. Zugleich damit Aufgabe dem Kapi-
tal gestellt, von einem höhern Grade der Entwicklung der Produk-
tivkräfte aus etc., von neuem seinen Versuch zu beginnen mit im-
mer größrem collapse 23*) a l s K a p i t a l. Klar daher, daß
je höher die Entwicklung des Kapitals, es um so mehr als Schranke
der Produktion - und daher auch der Konsumtion erscheint, abge-
sehn von den andren Widersprüchen, die es als lästige Schranke
der Produktion und des Verkehrs erscheinen lassen.
{Das ganze K r e d i t w e s e n, und damit zusammenhängende
overtrading 24*), overspeculation 25*) etc. beruht auf der Not-
wendigkeit, die Schranke der Zirkulation und der Austauschsphäre
zu erweitern und überspringen. Kolossaler, klassischer erscheint
dies im Verhältnis von Völkern als im Verhältnis von Individuen.
So z.B. die Engländer gezwungen, fremden Nationen zu
l e i h e n, um sie zu ihren customers 26*) zu haben. Au fond
tauscht der englische Kapitalist aus mit dem p r o d u k t i-
v e n englischen Kapital doppelt, 1. als er selbst, 2. als
Yankee etc. oder unter welcher andren Form er sein Geld placiert
hat.}
{Kapital als S c h r a n k e d e r P r o d u k t i o n findet
sich angedeutet: z.B. Hodgskin:
"In dem gegenwärtigen Zustand vermehrt jede Akkumulation von Ka-
pital die Masse Profit, die dem Arbeiter abgefordert wird, und
beseitigt alle jene Arbeit, die bloß dem
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22*) Daher - 23*) Zusammenbruch - 24*) Überproduktion -
25*) Überspekulation - 26*) Käufern
#330# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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Arbeiter eine bequeme Existenz verschaffen würde ... P r o f i t
als Schranke der Produktion." (IX, p. 46.) [202]
Durch den foreign trade 27*) die Schranke der Austauschsphäre er-
weitert und den Kapitalisten möglich gemacht, mehr Surplusarbeit
zu konsumieren:
"In einer Reihe von Jahren kann die Welt nicht mehr von uns neh-
men, als wir von der Welt nehmen können. Selbst die Profite, die
unsere Kaufleute im auswärtigen Handel machen, werden durch die
Konsumenten der Waren bezahlt, die dafür eingehen. Auswärtiger
Handel [ist] bloßer Tauschhandel und als solcher Austausch für
Bequemlichkeit und Vergnügen des Kapitalisten. ¦¦23¦ Aber er kann
Gebrauchsgegenstände nur bis zu einem gewissen Grade konsumieren.
Er tauscht Baumwollwaren aus gegen Weine und Seiden fremder Län-
der. Aber diese s t e l l e n e b e n s o n u r d i e
M e h r a r b e i t u n s e r e r e i g e n e n B e v ö l-
k e r u n g d a r, wie die Tuche und Baumwollwaren, und auf
diese Weise w i r d d i e z e r s t ö r e n d e M a c h t
d e s K a p i t a l i s t e n ü b e r d i e M a ß e n g e-
s t e i g e r t. Damit ist die Natur ü b e r l i s t e t."
("Source and Remedy" etc. p. 27, 28.) [203]
Inwiefern der Glut 28*) zusammenhängt mit der S c h r a n k e
der notwendigen Arbeit:
"Eine vermehrte Nachfrage der Arbeiter bedeutet bloß die Neigung,
selbst weniger zu nehmen und einen größeren Anteil ihren Anwen-
dern zu überlassen; und wenn man sagt, d a ß d i e s d u r c h
V e r m i n d e r u n g d e r K o n s u m t i o n d e n
Ü b e r f l u ß v e r m e h r t, kann ich nur sagen, d a ß
Ü b e r f l u ß d a n n g l e i c h b e d e u t e n d i s t
m i t h o h e n P r o f i t e n." ("Enquiry" etc., London
1821, p. 12.) [204]
Hierin die eine Seite des Widerspruchs vollständig ausgedrückt.
"Die Praxis, die Arbeit an dem Punkt zu stoppen, wo sie über die
Erhaltungskosten des Arbeiters hinaus einen Profit für den Kapi-
talisten produzieren kann, im Gegensatz zum Naturgesetz, das die
Produktion regelt." (H[odgskin,] 45, IX.) [205]
"Je mehr das Kapital akkumuliert wird, desto mehr w ä c h s t
d i e G e s a m t s u m m e d e s g e f o r d e r t e n
P r o f i t s; so entsteht ein k ü n s t l i c h e s
H e m m n i s für Produktion und Bevölkerung." (H[odgskin,] 46.)
Die Widersprüche zwischen dem Kapital als Produktionsinstrument
überhaupt und Produktionsinstrument von value 29*), so entwickelt
von Malthus: (X, 40 sqq.):
"Profite werden unabänderlich am W e r t und niemals an der
M e n g e gemessen... Der R e i c h t u m eines Landes hängt
zum Teil von der Q u a n t i t ä t d e r P r o d u k t e ab,
die durch seine Arbeit erlangt wird, und zum Teil von einem
s o l c h e n A n p a s s e n d i e s e r Q u a n t i t ä t
a n d i e B e d ü r f n i s s e u n d K a u f k r a f t
d e r v o r h a n d e n e n B e v ö l k e r u n g, das berech-
net ist, ihr Wert zu verleihen. Nichts ist sicherer, als daß er
[der Reichtum] nicht durch einen dieser Faktoren allein bestimmt
ist. Aber vielleicht am engsten sind Reichtum und Wert verbunden
in
-----
27*) Außenhandel - 28*) Überfluß - 29*) Wert
#331# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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d e r N o t w e n d i g k e i t d e s l e t z t e r e n f ü r
d i e P r o d u k t i o n d e s e r s t e r e n. Der für Wa-
ren festgesetzte Wert, d. h., das Opfer an Arbeit, das die Men-
schen zu bringen bereit sind, um sie [die Waren] zu erwerben,
kann nach Lage der Dinge als n a h e z u e i n z i g e r
G r u n d für die Existenz des Reichtums bezeichnet werden ...
Die Nachfrage nach Konsumgütern, nur veranlaßt durch Arbeiter,
die mit produktiver Arbeit beschäftigt sind, kann für sich
a l l e i n nie ein Motiv für die Akkumulation und Anwendung von
Kapital bilden ... D i e P r o d u k t i o n s k r ä f t e
a l l e i n s i c h e r n d i e S c h a f f u n g e i n e s
e n t s p r e c h e n d e n G r a d e s v o n R e i c h t u m
e b e n s o w e n i g w i e d a s W a c h s t u m d e r
B e v ö l k e r u n g. Was dazu gehört, ist e i n e s o l-
c h e V e r t e i l u n g d e r P r o d u k t e und eine
solche Anpassung dieser Produkte an die Bedürfnisse derjenigen,
die sie konsumieren sollen, daß d e r T a u s c h w e r t
d e r g a n z e n M a s s e beständig vergrößert wird, d. h.,
die Produktionskräfte werden nur voll in Bewegung gesetzt von der
ungehemmten Nachfrage nach allem, was produziert wird ... Dies
wird zwar einerseits hervorgebracht durch beständig neue Indu-
striezweige (und w e c h s e l s e i t i g e Erweiterung der
alten), wodurch die alten neue M ä r k t e erhalten etc. Die
Produktion schafft in der Tat selbst Nachfrage, indem sie mehr
Arbeiter employiert in demselben Geschäftszweig und neue Ge-
schäftszweige schafft, wo neue Kapitalisten wieder neue Arbeiter
employieren und zugleich Markt wechselseitig für die alten wer-
den; aber die durch den produktiven Arbeiter selbst geschaffene
Nachfrage kann niemals eine a u s r e i c h e n d e Nachfrage
sein, da sie nicht das volle Ausmaß dessen erfaßt, was er pro-
duzierte. Wenn sie das täte, gäbe es keinen Profit und folglich
kein Motiv, ihn [den Arbeiter] anzuwenden. Gerade das Vorhanden-
sein eines Profits von irgendeiner Ware setzt e i n e
N a c h f r a g e v o r a u s a u ß e r h a l b d e r j e-
n i g e n d e s A r b e i t e r s, d e r s i e p r o-
d u z i e r t h a t." "Beide, Arbeiter und Kapital, können im
Übermaß vorhanden sein im Vergleich zu der Möglichkeit, sie mit
Vorteil anzuwenden." [206]}
{Zu bemerken für 3., wozu wir bald fortgehn werden, daß die vor-
läufige Akkumulation, als die das Kapital der Arbeit gegenüber
erscheint und wodurch es command 30*) über sie ist, zunächst
nichts ist als surplus labour 31*) selbst in der Form von surplus
produce 32*), andrerseits Anweisung auf fremde co-existing labour
[207].}
Es handelt sich hier, of course 33*), noch nicht darum, die Über-
produktion in ihrer Bestimmtheit zu entwickeln, sondern nur die
Anlage dazu, wie sie primitiv im Verhältnis des Kapitals selbst
gesetzt ist. Wir haben daher auch noch hier wegzulassen die Rück-
sicht auf die andren besitzenden und konsumierenden etc. Klassen,
die nicht produzieren, sondern von ihrer Revenue leben, also mit
dem Kapital austauschen; Tauschzentren für es bilden. Wir können
nur soweit teilweis Rücksicht auf sie nehmen (aber besser bei der
A k k u m u l a t i o n), als sie für die historische Bildung des
Kapitals most important 34*).
Bei der auf Sklaverei basierten Produktion, so gut wie bei der
patriarchalisch
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30*) Gewalt - 31*) Mehrarbeit - 32*) Mehrprodukt - 33*) selbst-
verständlich - 34*) äußerst wichtig
#332# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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ländlich-industriellen, wo der größte Teil der Bevölkerung durch
seine Arbeit unmittelbar den größten Teil seines Bedürfnisses be-
friedigt, ist der Kreis der Zirkulation und des Austauschs sehr
verengert, und bei der ersten namentlich kommt der Sklave als
A u s t a u s c h e n d e r gar nicht in Betracht. Aber bei der
auf das Kapital gegründeten Produktion ist auf allen Punkten die
Konsumtion durch den Austausch vermittelt und hat die Arbeit nie
unmittelbaren Gebrauchswert für den Arbeitenden. Ihre ¦¦24¦ ganze
Basis ist die Arbeit als Tauschwert und Tauschwert schaffend.
Well. D'abord 35*)
der Lohnarbeiter im Unterschied vom Sklaven ist selbst ein selb-
ständiges Zentrum der Zirkulation, ein Austauschender, Tausch-
wertsetzender und durch den Austausch Erhaltender. E r-
s t e n s: Durch den Austausch zwischen dem Teil des Kapitals,
der als Salair bestimmt ist, und dem lebendigen Arbeitsvermögen
ist der T a u s c h w e r t dieses Teils des Kapitals un-
mittelbar gesetzt, bevor das Kapital wieder aus dem Produktions-
prozeß heraus in die Zirkulation eintritt, oder dies kann selbst
als Akt der Zirkulation noch begriffen werden. Z w e i t e n s:
Mit Ausnahme seiner eignen Arbeiter erscheint jedem Kapitalisten
gegenüber die Gesamtmasse aller andren Arbeiter nicht als Arbei-
ter, sondern als Konsumenten; Besitzer von Tauschwerten (Salair),
Geld, das sie gegen seine Ware austauschen. Sie sind ebensoviel
Zentren der Zirkulation, von denen der Akt des Austauschs ausgeht
und der Tauschwert des Kapitals erhalten wird. Sie bilden einen
proportionell sehr großen Teil - obgleich not quite so great as
is generally imagined 36*), wenn man die eigentlich industriellen
Arbeiter im Auge hält - der Konsumenten. Je größer ihre Anzahl -
die Anzahl der industriellen Bevölkerung - und die Masse Geld,
worüber sie zu verfügen haben, desto größer die Austauschsphäre
für das Kapital. Wir haben gesehn, daß es die Tendenz des Kapi-
tals, die Masse der industriellen Bevölkerung möglichst zu stei-
gern.
January. (1858)
Eigentlich geht uns hier das Verhältnis des einen Kapitalisten zu
den Arbeitern der a n d r e n Kapitalisten noch gar nichts
[an]. Es zeigt nur die Illusion jedes Kapitalisten, ändert aber
nichts am Verhältnis von Kapital überhaupt zu Arbeit. Jeder Kapi-
talist weiß von seinem Arbeiter, daß er ihm gegenüber nicht als
Produzent dem Konsumenten [gegenüber] steht und wünscht, seinen
Konsum, i. e. seine Tauschfähigkeit, sein Salair möglichst zu be-
schränken. Er wünscht sich natürlich die Arbeiter der a n d-
r e n Kapitalisten als möglichst große
-----
35*) Gut. Zunächst - 36*) nicht ganz so groß, wie allgemein ange-
nommen wird
#333#
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Seite 24 des Heftes IV
#334#
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#335# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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Konsumenten s e i n e r Ware. Aber das Verhältnis j e d e s
Kapitalisten zu s e i n e n Arbeitern ist das V e r h ä l t-
n i s ü b e r h a u p t v o n K a p i t a l u n d A r-
b e i t, das wesentliche Verhältnis. Die Illusion aber - wahr
für den einzelnen Kapitalisten im Unterschied von allen andren -,
daß a u ß e r s e i n e n Arbeitern die ganze übrige Ar-
beiterklasse ihm gegenübersteht als K o n s u m e n t und
A u s t a u s c h e r, nicht als Arbeiter - Geldspendender 37*)
-, entsteht eben dadurch. Es wird vergessen, daß, wie Malthus
sagt,
"allein die Existenz eines Profits auf irgendeinen Gebrauchsge-
genstand e i n e N a c h f r a g e a u ß e r d e r d e s
A r b e i t e r s v o r a u s s e t z t, der ihn produziert
hat, und daher k a n n d i e N a c h f r a g e d e s
A r b e i t e r s s e l b s t n i e m a l s e i n e a u s-
r e i c h e n d e N a c h f r a g e s e i n". [208]
Da eine Produktion die andre in Bewegung setzt und sich daher
Konsumenten in den Arbeitern des f r e m d e n Kapitals
schafft, so e r s c h e i n t für jedes einzelne Kapital die
Nachfrage der Arbeiterklasse, die durch die Produktion selbst ge-
setzt ist, als "adequate demand" 38*). Diese durch die Produktion
selbst gesetzte Nachfrage treibt sie voran über die P r o p o r-
t i o n, worin sie in bezug auf die Arbeiter produzieren müßte,
einerseits; muß sie darüber hinaustreiben; andrerseits ver-
schwindet oder schrumpft zusammen die Nachfrage e x t e r i o r
t o t h e d e m a n d o f t h e l a b o u r e r h i m-
s e l f 39*), so tritt der collapse 40*) ein. Das Kapital selbst
betrachtet dann die N a c h f r a g e d u r c h d i e
A r b e i t e r - i. e. das Zahlen des Salairs, worauf diese
Nachfrage beruht - nicht als Gewinn, sondern als Verlust. D.h.,
das i m m a n e n t e V e r h ä l t n i s z w i s c h e n
K a p i t a l u n d A r b e i t macht sich geltend. E s
i s t h i e r w i e d e r d i e K o n k u r r e n z d e r
K a p i t a l i e n, ihre Gleichgültigkeit gegeneinander und
Selbständigkeit voneinander, die dazu führt, daß das einzelne Ka-
pital sich zu den Arbeitern des totalen übrigen Kapitals
n i c h t a l s A r b e i t e r n verhält: Hinc über die rich-
tige Proportion hinausgetrieben wird. Es unterscheidet eben das
Kapital von dem Herrschaftsverhältnis, daß der A r b e i t e r
ihm als Konsument und Tauschwertsetzender gegenübertritt, in der
Form des G e l d b e s i t z e n d e n, des Geldes, einfaches
Zentrum der Zirkulation - eins der unendlich vielen Zentren der-
selben wird, worin seine Bestimmtheit als Arbeiter ausgelöscht
ist.
{Es ist ganz dasselbe mit der durch die Produktion selbst erzeug-
ten Nachfrage für Rohmaterial, Halbfabrikat, Maschinerie, Kommu-
nikationsmittel und die in der Produktion verbrauchten Hülfsmate-
rialien von Farbstoffen, Kohle, Talg, Seife etc. Diese Nachfrage
als zahlende, Tauschwert setzende ist adäquat und genügend, so-
lange die Produzenten unter sich selbst austauschen. Ihre Inad-
äquatheit zeigt sich, sobald das schließliche Produkt an dem un-
mittelbaren
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37*) Geldverausgabender (engl.: to spend) - 38*) "ausreichende
Nachfrage" - 39*) außer der Nachfrage des Arbeiters selbst -
40*) Zusammenbruch
#336# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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und schließlichen Konsum seine Grenze findet. Auch dieser
S c h e i n, der über die richtige Proportion hinaustreibt, im
Wesen des Kapitals begründet, das, wie bei der Konkurrenz näher
zu entwickeln, sich von sich repeliierendes 41*), viele gänzlich
gegeneinander gleichgültige Kapitalien i s t. Insofern der eine
Kapitalist vom andren k a u f t, Ware kauft oder verkauft,
stehn sie im einfachen Tauschverhältnis; verhalten sich nicht als
Kapital zueinander. Die r i c h t i g e (eingebildete) Propor-
tion, worin sie gegeneinander austauschen müssen, um schließlich
als Kapital sich verwerten zu können, liegt a u ß e r h a l b
ihrer Beziehung aufeinander.}
Zunächst: Das Kapital zwingt die Arbeiter hinaus über die notwen-
dige Arbeit zur Surplusarbeit. Nur so verwertet es sich und
schafft Surpluswert. Aber andrerseits setzt es die notwendige Ar-
beit nur, s o w e i t und i n s o f e r n sie Surplusarbeit
ist und diese r e a l i s i e r b a r ist als S u r-
p l u s w e r t. Es setzt also die Surplusarbeit als Bedingung
für die notwendige und den Surpluswert als Grenze für
vergegenständlichte Arbeit, Wert überhaupt. Sobald es die erstre
42*) nicht setzen kann, setzt es die letztre 43*) nicht, und auf
seiner Grundlage kann nur es sie setzen. Es beschränkt also - wie
die Engländer sich ausdrücken durch artificial check 44*) - Ar-
beit und Wertschöpfung, und zwar aus demselben Grunde, warum und
insofern es Surplusarbeit und Surpluswert setzt. Es setzt also
seiner Natur nach ¦¦25¦ eine S c h r a n k e für Arbeit und
Wertschöpfung, die im Widerspruch mit seiner Tendenz steht, sie
ins maßlose zu erweitern. Und indem es ebensowohl eine ihm
s p e z i f i s c h e Schranke setzt wie anderseits über j e-
d e Schranke hinaustreibt, ist es der lebendige Widerspruch.
{Da der Wert die Grundlage des Kapitals bildet, es also notwendig
nur durch Austausch gegen G e g e n w e r t existiert, stößt es
sich notwendig von sich selbst ab. Ein U n i v e r s a l-
k a p i t a l ohne fremde Kapitalien sich gegenüber, mit denen
es austauscht - und von dem jetzigen Standpunkt aus hat es nichts
sich gegenüber als Lohnarbeit oder sich selbst ", ist daher ein
Unding. Die Repulsion der Kapitalien voneinander liegt schon in
ihm als realisiertem Tauschwert.}
Wenn das Kapital so einerseits die Surplusarbeit und ihren
A u s t a u s c h gegen S u r p l u s a r b e i t zur Bedin-
gung der notwendigen Arbeit und daher des Setzens des A r-
b e i t s v e r m ö g e n s als Tauschzentrums macht - nach
dieser Seite also schon die Sphäre des Austauschs verengert und
bedingt -, so anderseits ebenso wesentlich für es, den Konsum des
Arbeiters auf das zur Reproduktion seines Arbeitsvermögens Not-
wendige einzuschränken 45*) - den die n o t w e n d i g e
-----
41*) Abstoßende - 42*) in der Handschrift: die letztre - 43*) in
der Handschrift: die erstre - 44*) ein künstliches Hemmnis -
45*) in der Handschrift: auszutauschen
#337# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
-----
A r b e i t ausdrückenden W e r t zur Schranke der Verwertung
des Arbeitsvermögens und daher der T a u s c h f ä h i g k e i t
des Arbeiters zu machen und das Verhältnis dieser notwendigen zur
surplus Arbeit auf ein Minimum zu reduzieren zu suchen. Neue
Schranke der Tauschsphäre, die aber ganz ebenso wie die erste
identisch mit der Tendenz des Kapitals ist, zu jeder Grenze sei-
ner Selbstverwertung sich als Schranke zu verhalten. Die maßlose
Vergrößrung seines Werts - das maßlose Wertsetzen - also absolut
hier identisch mit dem Schrankensetzen der Austauschsphäre, d. h.
der Möglichkeit der Verwertung - der Realisierung des im Produk-
tionsprozeß gesetzten Wertes.
Mit der P r o d u k t i v k r a f t ebenso. Einerseits die Ten-
denz des Kapitals, notwendig sie zum äußersten zu steigern, um
die relative S u r p l u s z e i t zu vermehren. Anderseits da-
mit die n o t w e n d i g e A r b e i t s z e i t, also die
Tauschfähigkeit der Arbeiter vermindert. Ferner, wie wir gesehn,
wächst der relative S u r p l u s w e r t in viel geringerem
Verhältnis wie die Produktivkraft, und zwar nimmt dies Verhältnis
immer um so mehr ab, je höher die Produktivkraft schon gestei-
gert. A b e r d i e M a s s e d e r P r o d u k t e
w ä c h s t i n ä h n l i c h e m V e r h ä l t n i s - wenn
nicht, so würde neues Kapital freigesetzt - ebenso wie Arbeit -
die nicht in die Zirkulation eingingen. In demselben Maße aber
wie die Masse der Produkte wächst, wächst die Schwierigkeit, die
in ihnen enthaltne Arbeitszeit zu verwerten - weil die Anfordrung
an den Konsum steigt. (Wir haben es hier nur noch damit zu tun,
wie der V e r w e r t u n g s p r o z e ß des Kapitals zugleich
sein E n t w e r t u n g s p r o z e ß. Wieweit es auch, wäh-
rend es die Tendenz hat, die P r o d u k t i v k r ä f t e
i n s m a ß l o s e z u s t e i g e r n, e b e n s o d i e
H a u p t p r o d u k t i v k r a f t, d e n M e n s c h e n
selbst, vereinseitigt, limitiert, etc., gehört nicht an diesen
Platz; überhaupt die Tendenz hat, die Produktivkräfte zu be-
schränken.)
Das Kapital setzt also die n o t w e n d i g e A r b e i t s-
z e i t als Schranke für den Tauschwert des lebendigen Ar-
beitsvermögens; die S u r p l u s a r b e i t s z e i t als
Schranke für die notwendige Arbeitszeit und den S u r p l u s-
w e r t als Schranke für die Surplusarbeitszeit; während es
zugleich über alle diese Schranken wegtreibt, soweit es sich das
A r b e i t s v e r m ö g e n als einfach Austauschendes gegen-
übersetzt, als Geld, und die Surplusarbeitszeit als die einzige
Schranke, weil Schöpferin des Surpluswerts. (Oder, nach der
ersten Seite hin, es setzt den Austausch der Surpluswerte als
Schranke für den der notwendigen.)
Es setzt im selben Moment v o r h a n d n e W e r t e in der
Zirkulation - oder, was dasselbe ist, Proportion des von ihm ge-
setzten Wertes zu dem in ihm selbst und in der Zirkulation
v o r a u s g e s e t z t e n Werte - als Schranke, notwendige
Schranke seiner Wertschöpfung; anderseits seine Produktivität als
die einzige Schranke und Schöpferin der Werte. Es treibt also
fortwährend einerseits zu
#338# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
-----
seiner eignen Entwertung, anderseits zur Hemmung der Produktiv-
kräfte und der sich in Werten vergegenständlichenden Arbeit.
(Die Dummheit von der Unmöglichkeit der Überproduktion (in andren
Worten, die Behauptung der unmittelbaren Identität des Produkti-
onsprozesses und Verwertungsprozesses des Kapitals) ist sophi-
stisch wenigstens, d.h. geistreich, wie oben erwähnt, so von Ja-
mes Mill ausgedrückt worden, daß die Zufuhr = ihrer eignen Nach-
frage, also Nachfrage und Zufuhr sich decken, was in andren Wor-
ten nur dasselbe heißt, als daß der Wert durch die Arbeitszeit
bestimmt ist, also der A u s t a u s c h n i c h t s z u
i h m h i n z u f ü g t, wobei nur vergessen ist, daß der Aus-
tausch stattfinden muß und dieses vom G e b r a u c h s w e r t
abhängt (in letzter Instanz). Also, wie Mill sagt, wenn Nachfrage
und Zufuhr sich nicht decken, dies daher rührt, daß von einem be-
stimmten Produkt (dem zugeführten) zu viel, und vom andren (dem
nachgefragten) zu wenig produziert ist. Dies Zuviel und Zuwenig
betrifft nicht den Tauschwert, sondern den Gebrauchswert. Es ist
mehr von dem zugeführten Produkt als davon "gebraucht" wird; dar-
auf kömmt der Witz heraus. Also, daß die Überproduktion vom
Gebrauchswert und daher vom Austausch selbst herrührt. Bei Say
[209] dies stultifiziert 46*), Produkte tauschen sich nur um ge-
gen Produkte; es ist also höchstens von einen zu viel, von andren
zu wenig produziert. Dabei vergessen, 1. daß Werte sich gegen
Werte austauschen und ein Produkt sich nur gegen das andre aus-
tauscht, soweit es Wert ist; d.h., soweit es Geld ist oder wird;
2. sich gegen Arbeit austauscht. Der brave Mann tritt auf den
Standpunkt des e i n f a c h e n A u s t a u s c h s, auf dem
in der Tat keine Überproduktion möglich ist, weil es sich in der
Tat nicht um den Tauschwert, sondern um den Gebrauchswert han-
delt. Die Überproduktion findet statt in bezug auf die Verwer-
tung, not else 47*).)
¦¦26¦ Proudhon, der wohl die Glocken läuten hört, aber nie weiß,
wo, leitet die Überproduktion daher ab, "daß der Arbeiter sein
Produkt nicht rückkaufen kann" [210]. Er versteht darunter, daß
Zins und Profit darauf chargiert 48*) wird; oder daß der Preis
des Produkts überchargiert ist über seinen wirklichen Wert. Es
beweist dies d'abord, daß er nichts von der Wertbestimmung ver-
steht, die, generally spoken 49*), durchaus nichts von Overcharge
50*) einschließen kann. Im praktischen Handel kann Kapitalist a
den Kapitalist b bescheißen. Was der eine zu viel, steckt der an-
dere zu wenig in die Tasche. Addieren wir beide zusammen, so die
Summe ihres Austauschs = der Summe der in ihr vergegenständ-
lichten Arbeitszeit, wovon nur Kapitalist a mehr als ihm zukam im
Verhältnis zu B in die Tasche gesteckt. Von allen Profiten, die
das Kapital, i.e. die Gesamtmasse der Kapitalisten macht, geht ab
1. der konstante Teil des Kapitals;
-----
46*) albern ausgedrückt - 47*) sonst nicht - 48*) belastet -
49*) allgemein gesagt - 50*) Überteuerung
#339# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
-----
2. der Arbeitslohn oder die vergegenständlichte Arbeitszeit, not-
wendig, um das lebendige Arbeitsvermögen zu reproduzieren. Sie
können also nichts unter sich teilen als den Surpluswert. Die
Proportionen - gerechte oder ungerechte -, worin sie diesen Sur-
pluswert unter sich verteilen, ändern absolut nichts an dem Aus-
tausch und dem Verhältnis des Austauschs zwischen Kapital und Ar-
beit.
Es könnte gesagt werden, die n o t w e n d i g e A r b e i t s-
z e i t (d.h. der Arbeitslohn), die also nicht Profit ein-
schließt, sondern rather 51*) von ihm abzuziehn ist, sei selbst
wieder bestimmt durch die P r e i s e von Produkten, die schon
den Profit einschließen. Woher anders könnte der Profit kommen,
den der nicht direkt diesen Arbeiter anwendende Kapitalist im
Austausch mit ihm macht? Z.B.: Der Arbeiter des spinner's tauscht
sein Salair aus gegen soviel Bushels 52*) Getreide. In dem Preis
jedes Bushels ist aber schon der Profit des Pächters, i.e. des
Kapitals eingeschlossen. So daß der P r e i s der Lebensmittel,
die die notwendige Arbeitszeit selbst kauft, schon Surplus-
arbeitszeit einschließt. D'abord ist es klar, daß das Salair,
gezahlt durch den Spinner seinen workingmen 53*), groß genug sein
muß, um den nötigen Bushel Weizen zu kaufen, welcher Profit für
den Pächter immer eingehe in den P r e i s des Bushels Weizens;
daß aber ebensosehr anderseits der Arbeitslohn, den der Pächter
seinen Arbeitern zahlt, groß genug sein muß, um ihnen die nötige
Quantität Kleidungsstücke zu verschaffen, welcher Profit des
Spinners und weavers 54*) auch immer in den P r e i s dieser
Kleidungsstücke eingehe. ¦¦27¦ Der Witz kömmt einfach daher, 1.
daß P r e i s und W e r t verwechselt werden; 2. daß Verhält-
nisse hineinkommen, die die Wertbestimmung als solche nicht
angehn. Unterstelle zunächst - was das begriffliche Verhältnis
ist -, daß der Kapitalist A selbst alle die Lebensmittel
produziert, deren der Arbeiter bedarf oder die die Summe der Ge-
brauchswerte darstellen, in denen seine notwendige Arbeit sich
vergegenständlicht. Der Arbeiter hätte also mit dem Geld, das er
von dem Kapitalisten erhält - das Geld erscheint hier in dieser
Transaktion nur als Zirkulationsmittel -, einen aliquoten 55*) -
den seine notwendige Arbeit repräsentierenden - Teil des Produkts
dem Kapitalisten mit dem von ihm erhaltnen Geld zurückzukaufen.
Der P r e i s eines aliquoten Teils des Produkts des
Kapitalisten A ist of course 56*) derselbe für den Arbeiter wie
für jeden andren Austauschenden. Von dem Moment, wo er von dem
Kapitalisten kauft, ist seine spezifische Qualität als Arbeiter
erloschen; in seinem Geld ist jede Spur des Verhältnisses und der
Operation verschwunden, wodurch es erhalten worden ist; er steht
-----
51*) vielmehr - 52*) Scheffel - 53*) Arbeitern - 54*) Webers -
55*) ohne Rest aufgehenden - 56*) selbstverständlich
#340# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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dem Kapitalisten in der Zirkulation einfach als G gegenüber, der
ihm als W gegenübersteht; als Realisierer des P r e i s e s von
W, der für ihn daher ebenso vorausgesetzt ist, wie für jeden and-
ren Repräsentanten von G, d. h. Käufer. Well. In dem Preise der
aliquoten Teile der Ware, die er kauft, ist aber eingeschlossen
der Profit, worin der dem Kapital zufallende Surpluswert er-
scheint. Repräsentiert seine notwendige Arbeitszeit daher 20 Ta-
ler = einem bestimmten aliquoten Teil des Produkts, so verkauft
ihm der Kapitalist, wenn der Profit 10%, die Ware zu 22 Talern.
So meint Proudhon und schließt daher, daß der Arbeiter sein Pro-
dukt, d.h. den seine n o t w e n d i g e A r b e i t vergegen-
ständlichenden aliquoten Teil des Gesamtprodukts, nicht zurück-
kaufen kann. (Auf seine andre Konklusion, daß d a h e r das Ka-
pital nicht adäquat austauschen kann und d a h e r Überproduk-
tion, werden wir gleich zurückkommen.) Sage, um die Sache hand-
greiflich zu machen, die 20 Taler des Arbeiters = 4 Scheffel Ge-
treide. Der Arbeiter könnte danach - wenn 20 Taler der in Geld
ausgedrückte Wert der 4 Scheffel - und der Kapitalist sie für 22
verkauft, seine 4 Scheffel nicht zurückkaufen, oder er könnte nur
kaufen 3 7/11 Scheffel. In andren Worten, es wird sich eingebil-
det, daß die Geldtransaktion das Verhältnis verfälscht. 20 Taler
ist der Preis der notwendigen Arbeit = 4 Scheffel; und diesen
gibt der Kapitalist dem Arbeiter; sobald dieser aber nun für
seine 20 Taler die 4 Scheffel haben will, erhält er nur 3 7/11.
Da er hiermit nicht den n o t w e n d i g e n Lohn erhielte,
könnte er überhaupt nicht leben, und so beweist Herr Proudhon zu
viel.
{Daß in der Praxis sowohl als allgemeine Tendenz, wie direkt über
den P r e i s, wie z.B. im Trucksystem [211], das Kapital die
n o t w e n d i g e A r b e i t zu betrügen sucht und sie unter
ihren Maßstab sowohl natürlichen als in einem bestimmten Gesell-
schaftszustand gegebnen herabzusetzen, gehört nicht hierher. Wir
haben hier überall zu unterstellen, daß der ö k o n o m i s c h
gerechte, d.h. durch die allgemeinen Gesetze der Ökonomie be-
stimmte Arbeitslohn bezahlt wird. Die Widersprüche müssen hier
aus den allgemeinen Verhältnissen selbst folgen; nicht aus Prel-
lereien der einzelnen Kapitalisten. Wie in der Realität sich das
weiter gestaltet, gehört in die Lehre vom Salair.}
Aber die Voraussetzung ist gefälligst falsch. Wenn 5 Taler den
W e r t eines Scheffels ausdrücken, d. h. die in ihm 57*) verge-
genständlichte Arbeitszeit, und 4 Scheffel den notwendigen Ar-
beitslohn, so verkauft der Kapitalist A diese 4 Scheffel nicht,
wie Proudhon meint, zu 22, sondern zu 20 Talern. Aber die Sache
ist die: Das Gesamtprodukt (notwendige und surplus Arbeitszeit
eingeschlossen) sei 110 Taler = 22 Scheffeln; davon repräsentie-
ren 16 Scheffel = 80 Taler das ausgelegte Kapital in Saat, Ma-
schinerie etc.; 4 Scheffel
-----
57*) In der Handschrift: ihnen
#341# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
-----
= 20 Taler die notwendige Arbeitszeit; 2 Scheffel = 10 Taler die
Surplusarbeitszeit. Der Kapitalist verkauft jeden Scheffel zu 5
Talern, dem notwendigen Wert des Scheffels, und dennoch gewinnt
er an jedem Scheffel 10% oder 5/10 Taler, 1/2 Taler = 15 Silber-
groschen. Woher dies? Weil er verkauft 22 x 5 statt 20 x 5. Wir
können hier = 0 setzen das Kapital, das er mehr auslegen muß, um
2 Scheffel mehr zu produzieren, da sie sich in reine Sur-
plusarbeit, gründlicheres Pflügen, Ausreuten des Unkrauts,
Hinschleppenlassen von animalischem Dünger, der ihm etwa nichts
kostet, etc. auflösen können. ¦¦28¦ Der in den 2 Surplusscheffeln
enthaltne Wert hat i h m n i c h t s gekostet, bildet daher
ein Surplus über seine Auslagen. Daß er von den 22 Scheffeln 20
verkauft zu dem, was sie ihm gekostet haben, zu 100 Talern, und
2., die ihm nichts gekostet haben - deren Wert aber = der in ih-
nen enthaltnen Arbeit - zu 10 Talern, ist für ihn dasselbe, als
daß er jeden Scheffel zu 15 Silbergroschen mehr verkauft, als sie
ihm gekostet haben. (Zu 1/2 Taler oder 10% auf 5 Taler = 5/10.)
Obgleich er also an den dem Arbeiter verkauften 4 Scheffeln 2 Ta-
ler verdient, erhält der Arbeiter den Scheffel zu seinem notwen-
digen Wert. Er verdient nur 2 Taler an ihnen, weil er neben die-
sen 4 Scheffeln noch 18 zu demselben Preis verkauft. Verkaufte er
nur 16, so verdiente er nichts; denn er verkaufte dann im ganzen:
5 x 20 = 100, sein Auslagekapital.
Bei der Manufaktur ist es in der Tat auch möglich, daß die Ausla-
gen des Kapitals nicht wachsen, damit der [Kapitalist] einen Sur-
pluswert verkauft; d.h., es ist nicht nötig, daß die Auslage in
Rohmaterial und Maschinerie wächst. Nimm an, daß dasselbe Produkt
durch bloße Handarbeit - die Masse von nötigem Rohmaterial und
Instrument als konstant gesetzt - höhern finish erhält, höhern
Gebrauchswert und also der Gebrauchswert des Produkts wächst,
nicht indem seine Quantität, sondern seine Qualität vermehrt wird
durch mehr darauf verwandte Handarbeit. Sein Tauschwert - die in
ihm vergegenständlichte Arbeit - einfach wächst im Verhältnis zu
dieser Arbeit. Verkauft dann der Kapitalist zu 10% teurer, so
wird der aliquote Teil des Produkts, in Geld ausgedrückt, der die
notwendige Arbeit repräsentiert, dem Arbeiter gezahlt, und ließe
sich das Produkt teilen, so könnte der Arbeiter diesen aliquoten
Teil kaufen. Der Profit des Kapitalisten käme nicht daher, daß er
ihm diesen aliquoten Teil überchargierte, sondern, daß er in dem
Ganzen einen aliquoten Teil verkauft, den er nicht bezahlt hat
und der eben S u r p l u s a r b e i t s z e i t repräsentiert.
Das Produkt als Wert ist immer teilbar; in seiner natürlichen
Form braucht es nicht so zu sein. Der Profit kommt hier immer da-
her, daß der ganze Wert einen aliquoten Teil enthält, der nicht
bezahlt ist und daher in jedem aliquoten Teil des Ganzen ein ali-
quoter Teil Surplusarbeit
#342# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
-----
gezahlt wird. So im obigen Beispiel. Indem der Kapitalist 22
Scheffel verkauft, d.h. 2, die Surplusarbeit repräsentieren, ist
es dasselbe, als wenn er auf jeden Scheffel 1/10 Scheffel zuviel
verkaufte, d.h. 1/10 Surpluswert. Ist nur 1 Uhr z.B. produziert
worden, wo dasselbe Verhältnis von Arbeit, Kapital und Surplus-
wert, so ist die Qualität der Uhr durch 1/10 Arbeitszeit erhöht
worden um 1/10 Wert, das dem Kapitalisten nichts kostet.
Dritter Fall, daß der Kapitalist, wie meist in der Manufaktur
(doch nicht in der extraktiven Industrie), mehr Rohmaterial (das
Instrument bleibe konstant; indes ändert nichts, wenn es auch va-
riabel gesetzt wird) braucht, worin sich die Surplusarbeitszeit
vergegenständlicht. (Dies gehört eigentlich noch nicht her, da
das Kapital hier ebensogut unterstellt werden kann oder muß,
ebenso das Rohmaterial, z.B. die Baumwolle zu produzieren, und
die Mehrproduktion an irgendeinem Punkte sich in b l o ß e Sur-
plusarbeit auflösen muß oder, was vielmehr das W i r k-
l i c h e, die g l e i c h z e i t i g e Surplusarbeit an al-
len Punkten der Zirkulation voraussetzt.) Er verspinne 25 Pfund
Baumwolle, die ihm kosten 50 Taler und wozu er Maschinerie
braucht (die wir ganz konsumiert annehmen wollen im Produktions-
prozeß) 30 Taler und Arbeitslohn 20 Taler, zu 25 Pfund Twist, die
er verkauft 110. Das Pfund Twist verkauft er dann zu 4 2/5 Talern
oder 4 Talern 12 Silbergroschen. Der Arbeiter erhält also 4 6/11
Pfund Twist, wenn er wieder kaufen will. Wenn der Arbeiter für
sich arbeitete, würde er ebenfalls das Pfund verkaufen zu 4 Ta-
lern 12 Silbergroschen und keinen Profit machen - vorausgesetzt,
daß er bloß die notwendige Arbeit verrichte; aber er wird weniger
Baumwolle verspinnen.
¦¦29¦ Wie wir wissen, besteht der Wert eines Pfundes Twist aus-
schließlich in dem Quantum der in ihm vergegenständlichten Ar-
beitszeit. Unterstelle nun, der Wert des Pfundes Twist = 5 Taler.
Gesetzt, 4/5, i.e. 4 Taler, repräsentieren Baumwolle, Instrument
etc.; so repräsentiert 1 Taler die vermittelst des Instrumentes
in der Baumwolle realisierte Arbeit. Bedarf der Arbeiter, um vom
Spinnen zu leben, sag einen Monat 20 Taler, so müßte er - da er
für das Spinnen [von] einem Pfund Twist 1 Taler verdient, aber 20
verdienen muß - 20 Pfund Twist spinnen. Wenn er selbst Baumwolle,
Instrument 58*) etc. besäße und für sich selbst arbeitete, also
sein eigner Meister wäre, müßte er 20 Pfund Twist verkaufen; da
er von jedem nur 1/5 verdiente, einen Taler, und 1 x 20 = 20.
Läßt ihn der Kapitalist arbeiten, so repräsentiert die Arbeit,
die 20 Pfund Baumwolle spinnt, nur die notwendige Arbeit; denn
nach der Voraussetzung repräsentieren von den 20 Pfund Twist oder
20 x 5 = 100 Talern. 80 Taler nur die eingekaufte Baumwolle und
Instrument und der neureproduzierte Wert
-----
58*) In der Handschrift: Material
#343# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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nichts als die n o t w e n d i g e A r b e i t. Von den 20
Pfund Twist würden 4 Pfund = 20 Taler die notwendige Arbeit re-
präsentieren und 16 nichts als den konstanten Teil des Kapitals.
16 x 5 = 80 Taler. In jedem weitren Pfund, was der Kapitalist
über die 20 hinaus arbeiten läßt, ist 1/5 Surplusarbeit, für ihn
Surpluswert. (Vergegenständlichte Arbeit, die er verkauft, ohne
für sie bezahlt zu haben.) Läßt er 1 Pfund mehr spinnen, so ge-
winnt er 1 Taler, 10 Pfund mehr 10. Auf 10 Pfund oder 50 Taler
würde der Kapitalist haben im Ersatz für seine Auslagen 40 Taler
und Surplusarbeit 10 Taler; oder 8 Pfund Twist, um das Material
für 10 zu kaufen (Maschinerie und Baumwolle), und 2 Pfund Twist
oder ihren Wert, die ihm nichts kosteten. Nehmen wir nun die
Rechnung des Kapitalisten zusammen, so finden wir, er hat ausge-
legt
Taler Taler Taler Taler
Arbeits- Mehr
lohn: wert:
80 + 40 = 120 (Rohmaterial, Instrument etc.) 20 10
120 20 10 = 150.
Er hat im ganzen produziert 30 Pfund Twist (30 x 5 = 150); das
Pfund zu 5 Talern, dem exakten W e r t des Pfundes, d. h. rein
bestimmt durch die in ihm vergegenständlichte Arbeit und nur von
ihr den Wert herleitend. Von diesen 30 Pfund repräsentieren 24
konstantes Kapital, 4 Pfund gehn auf Arbeitslohn, und 2 bilden
d e n M e h r w e r t. Dieser Mehrwert, wie es vom Kapitalisten
geschieht, auf seine Gesamtauslage gerechnet, die 140 Taler be-
trägt (oder 28 Pfund), bildet 1/14 = 7 1/7 % (obgleich im gegeb-
nen Beispiel der Mehrwert 50% in bezug auf die Arbeit beträgt).
¦¦30¦ Gesetzt, die Produktivität der Arbeit wachse so, daß er fä-
hig sei, mit derselben Auslage an Arbeit 40 Pfund zu spinnen.
Nach unsrer Voraussetzung würde er verkaufen diese 40 Pfund zu
ihrem wirklichen Wert, nämlich das Pfund zu 5 Talern, wovon 4 Ta-
ler in Baumwolle etc. vergegenständlichte Arbeit, 1 Taler neu
hinzugefügte Arbeit repräsentiert. Er würde also verkaufen:
Taler Taler
40 Pfund - das Pfund zu 5 = 40 x 5 = 200; von diesen 40 Pfund
gingen ab
20 Pfund für notwendige Arbeit etc.= 100
----
100. An den ersten 20 Pfund
hätte er nicht 1 Far-
thing 59*) verdient;
von den restierenden
Hundert gingen ab 75 =
4 x 20 = 80.
80 für Material etc.
--- Blieben:
20 Taler
-----
59*) Im Sinne von : Heller
#344# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
-----
An einer Auslage von 200 Talern hätte der Kapitalist verdient 20,
oder 10%. 10% auf die Gesamtauslage; in der Tat aber 20 auf die
zweiten hundert Taler oder zweiten 20 Pfund, in denen er die ver-
gegenständlichte Arbeit nicht bezahlt hat. Nimm nun an, er sei
fähig, das Doppelte zu machen, sage
Pfund Taler
80............................. 400. Von diesen gehn ab 20 Pfund
für
20 für notwendige Arbeit etc. = 100. Bleiben
---
300. Von diesen gehn ab für Mate-
rial etc. 4/5.
240. Bleiben
---
60; Ein Profit von 60 auf
400 ist = 6 auf 40 = 15% 60*).
In fact in obigem Beispiel die Auslage des Kapitalisten nur 180,
auf diese gewinnt er 20, oder 11 1/9 %.
Je kleiner der Teil der Auslage wird, der die notwendige Arbeit
repräsentiert, desto größer der Gewinn, obgleich er in keinem au-
genfälligen Verhältnis zum wirklichen Mehrwert, i.e. Surplusar-
beit steht. Z.B., damit der Kapitalist gewinne 10% muß er 40
Pfund Twist spinnen; der Arbeiter braucht nur 20 zu spinnen =
notwendige Arbeit. Die Surplusarbeit = der notwendigen, 100%
Mehrwert. Dies ist unser altes Gesetz. Das ist aber nicht die Sa-
che, um die es sich hier handelt.
In dem obigen Beispiel von den 40 Pfund ist der w i r k-
l i c h e W e r t des Pfundes 5 Taler, und der Arbeiter würde
wie der Kapitalist, wenn er sein eignes Geschäft führte a l s
A r b e i t e r, der sich selbst die Avancen vorschießen könnte,
um das Rohmaterial etc. so weit verwerten zu können, daß er als
Arbeiter leben könnte, das Pfund zu 5 Talern verkaufen. Er würde
aber nur 20 Pfund produzieren und von dem Verkauf derselben 4/5
zur Erhaltung von neuem Rohmaterial anwenden und 1/5 zum Leben.
Von den 100 Talern würde er nur seinen Arbeitslohn heraus-
schlagen. Der Gewinn des Kapitalisten kömmt nicht daher, daß er
das Pfund zu teuer verkauft - er verkauft es zu seinem e x a k-
t e n W e r t -, sondern, daß er es über den P r o d u k-
t i o n s k o s t e n verkauft, die es i h m kostet (nicht,
die es kostet; denn das 1/5 kostet dem Arbeiter die Surplus-
arbeit). Wenn er unter 5 Talern verkaufte, würde er u n t e r
dem Wert verkaufen, und der Käufer hätte das 1/5 Arbeit, das in
jedem Pfund Twist steckt über die Auslagen etc., umsonst. Der
Kapitalist rechnet aber so:
Wert von 1 Pfund = 5 Taler
von 40 Pfund = 200 Taler; davon gehen ab Kosten:
180
---
20. Bleiben 20. Er rechnet nicht,
----
69*) In der Handschrift: 16% + x/x
#345# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
-----
daß er auf die ¦¦31¦ zweiten 100 Taler 20 gewinnt, sondern, daß
er auf seine ganze Auslage von 180 ... 20 gewinnt. Dieses gibt
ihm Profit von 11 1/9 % statt von 20. Ferner rechnet er, daß, um
diesen Profit zu machen, er verkaufen muß: 40 Pfund. 40 Pfund zu
5 Talern gibt ihm nicht 1/5 oder 20%, sondern 20 Taler verteilt
auf 40 Pfund oder 1/2 Taler per Pfund. Auf den Preis, wozu er das
Pfund verkauft, gewinnt er an 5 Talern 1/2 Taler oder auf 10 Ta-
ler 1; 10% auf den Verkaufspreis. Der Preis ist bestimmt durch
den Preis der aliquoten Einheit (1 Pfund) multipliziert mit der
Anzahl, zu der es verkauft wird; hier 1 Pfund zu 5 Talern x 40.
So richtig diese Preisbestimmung für den Beutel des Kapitalisten
ist, so sehr ist sie geeignet, theoretisch irrezuführen, indem es
nun aussieht, als ob eine Überchargierung über den
w i r k l i c h e n Wert in jedem einzelnen Pfund stattfände und
die Entstehung des Mehrwerts des einzelnen Pfundes unsichtbar ge-
worden ist. Diese P r e i s b e s t i m m u n g d u r c h
d i e M u l t i p l i k a t i o n d e s W e r t e s d e r
E i n h e i t (M a ß e s) d e s G e b r a u c h s w e r t s
(P f u n d, E l l e, Z e n t n e r e t c.) m i t d e r
A n z a h l d i e s e r E i n h e i t, d i e p r o d u-
z i e r t i s t, ist wichtig später in der Theorie von den
Preisen. Es folgt daraus u.a., daß das Sinken des Preises der
Einheit und Wachsen der Anzahl derselben - das mit dem Wachsen
der Produktivkräfte eintritt - zeigt, daß der Profit im Ver-
hältnis zur Arbeit steigt oder das Verhältnis der notwendigen Ar-
beit im Verhältnis zur Surplusarbeit sinkt - nicht das Umge-
kehrte, wie Herr Bastiat etc. meint. [183] Wüchse z.B. durch die
Produktivität die Arbeit so, daß der Arbeiter doppelt soviel
Pfunde in derselben Zeit produzierte wie früher - wobei vorausge-
setzt wird, daß 1 Pfund Twist z.B. ihm ganz denselben Dienst tut,
was es auch kosten mag, und daß er bloß Twist, Kleidung zum Leben
brauchte - so würde in 20 Pfund Twist der durch die Arbeit hin-
zugefügte Wert nicht mehr 1/5, sondern nur noch 1/10 [212] betra-
gen, weil er mit 1/2 Zeit die 20 Pfund Baumwolle in Twist verwan-
deln würde. Zu den 80 Talern, die das Rohmaterial kostet, kämen
also nur noch hinzu nicht mehr 20 Taler, sondern nur noch 10. Die
20 Pfund würden kosten 90 Taler und das Pfund 90/20 oder 4 9/20
[213] Taler. Würde die Totalarbeitszeit aber dieselbe bleiben, so
würde die Arbeit jetzt statt 40 80 Pfund Baumwolle in Twist ver-
wandeln. 80 Pfund Twist, das Pfund zu 49/20 Talern = 356 Taler.
Die Rechnung für den Kapitalisten wäre -
Gesamteinnahme
356 Taler; ab für Arbeit etc.:
90
---
266. Davon ginge ab für Auslagen etc.
239 17/89
---------
267 72/89. Der Gewinn des Kapitalisten also
26 72/89 statt 20. Sage 27, was
etwas zuviel (17/89 zuviel).
Seine Ge-
#346# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
-----
samtauslage 330; über 12%, obgleich
er am einzelnen Pfund weniger Gewinn
hätte.
Der Gewinn des Kapitalisten an dem Wert des Maßes (Einheit) des
Gebrauchswerts - Pfund, Elle, Quarter etc. - nimmt ab im Verhält-
nis, wie das Verhältnis der lebendigen Arbeit zum Rohstoff etc. -
der neu hinzukommenden Arbeit - abnimmt; d.h., je weniger Ar-
beitszeit nötig ist, um dem Rohstoff die Form zu geben, die die
Einheit ausdrückt. Elle Tuch etc. Aber anderseits - da dies iden-
tisch mit der größren Produktivität der Arbeit - oder dem Wachsen
der Surplusarbeitszeit - wächst die Anzahl dieser Einheiten, in
denen Surplusarbeitszeit enthalten ist, d.h. Arbeitszeit, für die
er nicht zahlt.
Es geht ferner aus dem obigen hervor, daß der Preis u n t e r
den Wert fallen kann und das Kapital immer noch Gewinn haben
kann; nur muß er eine Anzahl multipliziert mit der Einheit ver-
kaufen, die ein Surplus bildet über die Anzahl multipliziert
[mit] der Einheit, die den notwendigen Preis der Arbeit bildet.
Wenn das Verhältnis der Arbeit zum Rohstoff etc. 1/5, so kann er
z.B. bloß zu 1/10 ¦¦32¦ über dem konstanten Wert verkaufen, da
ihm die Surplusarbeit n i c h t s k o s t e t. Er schenkt dann
dem Konsumenten 1/10 der Surplusarbeit und verwertet nur 1/10 für
sich. Dies sehr wichtig bei der Konkurrenz; namentlich von Ri-
cardo übersehn. Der Preisbestimmung liegt die Wertbestimmung zu-
grunde; aber es kommen neue Elemente hinzu. Der Preis, der ur-
sprünglich nur als der Wert in Geld ausgedrückt erscheint, wird
weiter fortbestimmt als selbst spezifische Größe. Wenn 5 Taler
der W e r t eines Pfundes Twist, d.h. dieselbe Arbeitszeit, die
in 5 Talern, in einem Pfund Twist enthalten ist, so wird nichts
an dieser Wertbestimmung geändert, ob 4mal oder 4miIlionenmal
Pfunde Twist abgeschätzt werden. Das Moment der Anzahl der
Pfunde, weil es in andrer Form das Verhältnis der Surplusarbeit
zur notwendigen ausdrückt, wird bei der P r e i s b e s t i m-
m u n g dezisiv wichtig. In der Z e h n s t u n d e n b i l l
[130] - etc. -frage diese Sache populär anschaulich gemacht.
Aus dem obigen ergibt sich ferner:
Der Arbeiter würde nur 20 Pfund Twist spinnen, nur Rohmaterial,
Maschinerie etc. zum Wert von 80 Talern monatlich verwerten - als
auf die n o t w e n d i g e Arbeit sich einschränkender. Der
Kapitalist muß außer dem Rohmaterial, Maschinerie etc., die nötig
sind zur R e p r o d u k t i o n, Selbsterhaltung des Arbei-
ters, n o t w e n d i g Kapital auslegen in Rohmaterial (und
Maschinerie, wenn auch nicht in demselben Verhältnis) zur Verge-
genständlichung der Surplusarbeit. (In der Agrikultur, Fischfang,
kurz, den extraktiven Industrien ist das nicht absolut nötig;
doch immer, sobald sie ins große, also i n d u s t r i e l l
betrieben werden; erscheint dann als Mehrauslage nicht des Roh-
stoffs selbst,
#347# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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sondern der Instrumente, um ihn zu gewinnen.) Diese Surplusausla-
gen - d.h. die Darbietung des Materials für die Surplusarbeit -
der gegenständlichen Elemente ihrer Verwirklichung - sind es ei-
gentlich, die die spezifische sog. v o r l ä u f i g e A k-
k u m u l a t i o n des Kapitals bilden; das Akkumulieren des
Vorrats (sagen wir einstweilen noch) s p e z i f i s c h dem
Kapital. Denn es ist abgeschmackt, wie wir noch näher sehn wer-
den, es als dem Kapital spezifisch anzusehen - daß die gegen-
ständlichen Bedingungen der lebendigen Arbeit überhaupt vorhanden
sein müssen - sei es von der Natur geliefert oder geschichtlich
erzeugt. Diese s p e z i f i s c h e n A d v a n c e s 61*),
die das Kapital macht, heißt nichts, als daß es die vergegen-
ständlichte Surplusarbeit - Surplusprodukt - in neuer lebendiger
Surplusarbeit v e r w e r t e t, statt sie, wie etwa ägyptische
Könige oder etruskische Adelspfaffen, in Pyramiden etc. anzulegen
(zu verausgaben).
Bei der P r e i s b e s t i m m u n g (wie wir das auch vom
Profit sehn werden) kömmt dann noch hinzu - der B e t r u g,
die w e c h s e l s e i t i g e P r e l l e r e i. Der eine
kann im Austausch gewinnen, was der andre verliert; sie können
nur den Surpluswert unter sich verteilen - das Kapital als
Klasse. Die Proportionen aber eröffnen ein Feld der individuellen
Überlistung etc. (abgesehn von Nachfrage und Zufuhr), die mit der
Wertbestimmung als solcher nichts zu tun hat.
Also nichts mit Herrn Proudhons Entdeckung, daß der Arbeiter sein
Produkt nicht zurückkaufen kann. Es beruht dies darauf, daß er
(P[roudhon]) nichts versteht, weder von der Wert- noch von der
Preisbestimmung. Aber wieder davon abgesehn, so seine Konklusion,
daß d a h e r Überproduktion, in dieser Abstraktion falsch. Im
Sklavenverhältnis tritt dadurch keine gêne 62*) für die Herren
ein, daß die Arbeiter nicht als Konsumenten mit ihnen konkurrie-
ren. (Die L u x u s p r o d u k t i o n, wie sie bei den Alten
auftritt, indes notwendiges Resultat des Sklavenverhältnisses.
Nicht Überproduktion, aber Ü b e r k o n s u m t i o n und
v e r r ü c k t e K o n s u m t i o n, die, ins Ungeheuerliche
und Bizarre ausschlagend, den Untergang des alten Staatenwesens
bezeichnet.)
---
Das Kapital, nachdem es aus dem Produktionsprozeß heraustritt als
P r o d u k t, muß wieder in Geld verwandelt werden. Das Geld,
das vorhin nur als realisierte Ware etc. erschien, erscheint
jetzt als r e a l i s i e r t e s K a p i t a l oder das re-
alisierte Kapital als Geld. Dies eine Bestimmung des G e l d e s
(wie des Kapitals). Daß die Masse des Geldes als Zirkulationsmit-
tel mit der Schwierigkeit, Kapital zu realisieren, d.h. zu
v e r w e r t e n, nichts zu tun hat, geht schon aus der vorigen
Entwicklung hervor.
-----
61*) Vorschüsse - 62*) Verlegenheit
#348# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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¦¦33¦ Nimm in dem obigen Beispiel an, wo der Kapitalist, wenn er
das Pfund Twist zu 5 Talern verkauft - nämlich 40 Pfund zu [je] 5
Talern -, also das Pfund Twist zu seinem w i r k l i c h e n
W e r t verkauft und dadurch gewinnt 1/2 Taler auf 5 (den Ver-
kaufspreis), 10% auf den Verkaufspreis oder 1/2 auf 4 1/2, d.h.
11 1/9 % auf seine Auslage, er verkaufe nur zu 10% - nehme auf
4 1/2 Taler nur 9/20 Taler Profit (dies ist 1/20 Unterschied von
1/2 auf 4 1/2 Taler; gerade Unterschied von 1 1/9 %)- Er verkaufe
also das Pfund zu 4 1/2 Talern + 9/20 Taler; d.h. zu 4 19/20 Ta-
lern oder die 40 Pfund zu 198 Talern. Es sind nun verschiedne
Fälle möglich. Der Kapitalist, mit dem er austauscht - an den er
seine 40 Pfund verkauft - nimm an, dieser sei Silberminenbesit-
zer, also Silberproduzent - zahlt ihm nur 198 Taler - gibt ihm
also 2 Taler zu wenig vergegenständlichte Arbeit in Silber für
die in 40 Pfund Twist 63*) vergegenständlichte Arbeit. Gesetzt,
bei diesem Kapitalisten B seien die Verhältnisse der Auslagen
ganz dieselben etc. Wenn Kapitalist B auch nur 10 statt 11 1/9
64*) nimmt, so dürfte er für 200 Taler nur verlangen nicht 40
Pfund Twist, sondern nur 39 3/5. Es ist also unmöglich, daß beide
Kapitalisten zu gleicher Zeit sich zu 1 1/9 % zu wenig verkaufen
oder der eine böte 40 Pfund zu 198 Talern und der andre böte 200
Taler für 39 3/5 Pfund, ein Kasus, der nicht vorkommen kann. Ka-
pitalist B hätte im vorausgesetzten Fall bei dem Einkauf von 40
Pfund Twist 1 1/9 % zu wenig gezahlt; d.h., er hätte außer dem
Profit, den er nicht im Austausch erhält, sondern der im Aus-
tausch nur bestätigt wird, einem Profit von 11 1/9 %, noch durch
den Verlust des andren Kapitalisten 1 1/9 % mehr gewonnen oder
12 2/9 %. An seinen eignen Arbeitern - der mit seinem eignen Ka-
pital in Bewegung gesetzten Arbeit - hätte er 11 1/9 % gewonnen;
die 1 1/9 % mehr sind Surplusarbeit der Arbeiter des Kapitalisten
A, die er sich aneignet. Die a l l g e m e i n e R a t e d e s
P r o f i t s kann also in dem einen oder andren Geschäftszweig
fallen dadurch, daß Konkurrenz etc. den Kapitalisten zwingt, un-
ter dem W e r t zu verkaufen, d.h., einen Teil der Surplusar-
beit nicht für sich, sondern seine Käufer zu verwerten. Aber die
allgemeine Rate kann nicht so fallen; sie kann nur dadurch fal-
len, daß das Verhältnis der Surplusarbeit zur notwendigen
r e l a t i v fällt, und dies, wie wir früher gesehn, tritt ein,
wenn das Verhältnis schon sehr groß oder, anders ausgedrückt, das
Verhältnis der von dem Kapital in Bewegung gesetzten lebendigen
Arbeit sehr klein ist - der Teil des Kapitals, der sich gegen le-
bendige Arbeit austauscht - sehr klein ist gegen den, der sich
gegen Maschinerie und Rohmaterial austauscht. Die allgemeine Rate
des Profits kann dann fallen, obgleich die absolute Surplusarbeit
steigt.
Wir kommen damit auch auf einen andren Punkt. Eine a l l g e-
m e i n e R a t e d e s
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63*) In der Handschrift: Baumwolle - 64*) in der Handschrift:
11 1/2
#349# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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P r o f i t s ist überhaupt nur dadurch möglich, daß die Rate
des Profits in dem einen Geschäftszweig zu groß und in dem andren
zu klein ist; d.h., daß ein Teil des Surpluswerts - der der Sur-
plusarbeit entspricht - übertragen wird von dem einen Kapitali-
sten auf den andren. Wenn in 5 Geschäftszweigen zum Beispiel die
Rate des Profits respektive
a b c d e
15, 12, 10, 8, 5 %,
so ist die Durchschnittsrate 10%; damit diese aber in der Reali-
tät existiere, müssen Kapitalist A und B 7% abgeben an D und E,
nämlich 2 an D und 5 an E, während bei C die Sache beim alten
bleibt. Die Gleichheit der Rate des Profits auf dasselbe Kapital
von 100 ist unmöglich, da die Verhältnisse der Surplusarbeit
durchaus verschieden sind, je nach der Produktivität der Arbeit
und dem Verhältnis zwischen Rohstoff, Maschinerie und Arbeitslohn
und dem Umfang, worin überhaupt produziert werden muß. Gesetzt
aber, Geschäftszweig e sei notwendig, z.B. der der bakers 65*),
so müssen ihm die durchschnittlichen 10% gezahlt werden. Das kann
aber nur geschehn, indem a und b einen Teil ihrer Surplusarbeit
dem e zugut kommen lassen. Die Kapitalistenklasse verteilt so zu
einem gewissen Grade den Gesamtsurpluswert, daß, to a certain de-
gree 66*), sie gleichmäßig nach dem Verhältnis der G r ö ß e
ihres Kapitals anstatt nach den wirklich von den Kapitalien in
den einzelnen Geschäftszweigen geschaffnen Surpluswerten [an ihm
teilnimmt]. Der größre Profit - der aus der wirklichen Surplusar-
beit innerhalb eines Produktionszweiges, dem wirklich geschaffnen
Surpluswert hervorgeht - wird herabgedrückt auf das Niveau durch
die Konkurrenz und das Minus von Surpluswert in dem andren Ge-
schäftszweig durch Entziehung von Kapitalien aus demselben, also
sich günstig stellendes Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr, her-
aufgehoben auf das Niveau. Die Konkurrenz kann dies Niveau selbst
nicht herabsetzen, sondern hat nur die Tendenz, ein solches Ni-
veau zu schaffen. Das Weitre gehört in den Abschnitt von der Kon-
kurrenz. Es realisiert sich dies durch das Verhältnis der Preise
in den verschiednen Geschäftszweigen, die in den einen u n t e r
ihren W e r t fallen, in den andren über ihn s t e i g e n.
Dadurch kömmt der Schein hervor, als wenn die gleiche Summe Kapi-
tal in ungleichen Geschäftszweigen g l e i c h e S u r p l u s-
a r b e i t o d e r S u r p l u s w e r t schaffe. -
¦¦34¦ Gesetzt, im obigen Beispiel, wo Kapitalist A, sage durch
die Konkurrenz gezwungen, zu 10% Profit verkauft statt zu 11 1/9
und daher das Pfund Twist für 1/20 Taler zu wohlfeil verkauft, so
würde unter der Voraussetzung der Arbeiter nach wie vor 20 Taler
erhalten, in Geld, seinen notwendigen Arbeitslohn; in Twist aber
erhielte er statt 4 Pfund 4 4/99 Pfund. Er würde, mit
-----
65*) Bäcker - 66*) bis zu einem gewissen Grade
#350# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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dem Twist verglichen, über seinen notwendigen Arbeitslohn hinaus
erhalten 4/20 [214] Taler = 1/5 Taler oder 6 Silbergroschen, i.e.
1% auf seinen Arbeitslohn. Arbeitet der Arbeiter in einem Ge-
schäftszweig, dessen Produkt ganz außerhalb der Sphäre seines
Konsums liegt, so gewinnt er keinen farthing 67*) durch diese
Operation, sondern die Sache ist für ihn die, daß er einen Teil
seiner Surplusarbeit statt für den Kapitalisten A direkt für den
Kapitalisten B indirekt, d.h. durch Vermittlung des Kapitalisten
A verrichtet. Er kann nur gewinnen davon, daß der Kapitalist A
einen Teil der in seinem Produkt vergegenständlichten Arbeit um-
sonst abläßt dadurch, daß er selbst Konsument dieses Produkts und
nur in dem Grade wie er solcher Konsument ist. Also, wenn sein
Twistkonsum 1/10 seiner Ausgabe beträgt, so gewinnt er exactly
68*) 1/50 Taler durch die Operation (2/100 Taler auf 2 Taler,
1/100 auf 1 exakt 1% auf die 2 Taler), d.h. 1/10 % auf seinen Ge-
samtarbeitslohn von 20 Talern oder 7 1/5 Pfennige. Dies wäre die
Proportion - 7 1/5 Pfennige -, in der er an seiner eignen Sur-
plusarbeit von 20 Talern teilnähme. Und auf solche Proportionen
reduziert sich der Surpluslohn, den der Arbeiter im besten Fall
macht durch das Sinken des P r e i s e s in dem Geschäfts-
zweige, worin er selbst beschäftigt ist, unter den notwendigen
Wert. Im b e s t e n Fall - und der ist unmöglich - ist die li-
mit (im angegebnen Kasus) 6 Silbergroschen oder 1%, d.h., wenn er
von Twist exklusiv leben könnte; d.h., im besten Fall ist sein
Surpluslohn bestimmt durch das Verhältnis der notwendigen Ar-
beitszeit zur Surplusarbeitszeit 69*). In eigentlichen Luxus-
industrien, von deren Konsum er selbst ausgeschlössen ist, ist er
immer = 0.
Nehmen wir nun an, die Kapitalisten A, B, C tauschten untereinan-
der aus; bei allen das Gesamtprodukt = 200 Taler. A produziere
Twist, B Getreide und C Silber; die Verhältnisse von Surplusar-
beit und notwendiger und von Auslagen und Profit seien ganz die-
selben. A verkauft 40 Pfund Twist statt zu 200 Talern zu 198 und
verliert 1 1/9 % Gewinn; ditto B seine sage 40 Scheffel Getreide
zu 198, statt zu 200; C aber tauscht seine in den 200 Talern ver-
gegenständlichte Arbeit ganz aus. Zwischen A und B ist das Ver-
hältnis so, daß, wenn jeder ganz austauschte mit dem andren, kei-
ner verliert. A erhielte 40 Scheffel Getreide, B 40 Pfund Twist;
aber jeder nur einen Wert von 198. C erhält für 198 Taler 40
Pfund Twist oder 40 Bushel Getreide und zahlt in beiden Fällen 2
Taler zu wenig oder erhält zu viel 2/5 Pfund Twist oder 2/5
Bushel Getreide. Nimm aber an, das Verhältnis gestalte sich so,
daß A verkauft zu 200 Talern seine 40 Pfund an den Silbermann C,
dieser aber zahlen muß 202 an den Getreidemann B oder B 2 Taler
über seinen Wert erhält. Zwischen dem Twist A und dem Silber C
ist alles all right 70*); beide tauschen den Wert gegeneinander
-----
67*) Im Sinne von: Heller - 68*) genau - 69*) siehe vorl. Band,
S. 346 - 70*) in Ordnung
#351# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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aus; aber dadurch, daß bei B gestiegen ist der Preis über seinen
Wert, sind, in Getreide ausgedrückt, die 40 Pfund Twist und die
200 Taler Silber gefallen um 1 1/9 %, oder beide könnten in der
Tat mit den 200 Talern nicht mehr 40 Bushel Getreide kaufen, son-
dern nur noch 39 61/101. 39 61/101 Bushel 71*) Weizen kosteten
200 Taler, oder der Bushel Weizen statt 5 Taler 5 1/20 Taler; 5
Taler 1 1/2 72*) Silbergroschen. Nimm nun im letztren Verhältnis
an, daß der Konsum des Arbeiters zu 1/2 aus Weizen besteht; sein
Twistkonsum war 1/10 seiner Einnahme; sein Weizenkonsum 5/10. An
dem 1/10 gewann er 1/10 % auf seinen Gesamtarbeitslohn; am Weizen
verliert er 5/10; er verliert also im ganzen 4/10 %, statt zu ge-
winnen. Obgleich der Kapitalist ihm seine notwendige Arbeit ge-
zahlt hätte, fiele sein Lohn unter das notwendige Salair infolge
der Überchargierung 73*) des Getreidemannes B. Dauerte dies fort,
so würde sein notwendiger A r b e i t s l o h n s t e i g e n
müssen. Rührt also das Verkaufen des Twistes durch den Kapitali-
sten A her von einem Steigen der Preise des G e t r e i d e s
oder andrer Gebrauchswerte, die den wesentlichsten Teil der Kon-
sumtion des Arbeiters bilden, über ihren Wert - so verliert der
Arbeiter des Kapitalisten A in demselben Verhältnis, wie sein
Konsum des teurer gewordnen Produkts größer ist, als des von ihm
selbst produzierten wohlfeilem. Hätte aber Twist A 1 1/9 % über
seinem Wert verkauft und Getreide B 1 1/9 % darunter, so könnte
im besten Fall der Arbeiter, wenn er nur Getreide konsumierte,
nicht mehr als 6 Silbergroschen gewinnen oder, da wir vorausge-
setzt, daß er die Hälfte in Getreide [konsumiert], nur 3 Silber-
groschen oder 1/2 % ¦¦35¦ auf seinen Arbeitslohn von 20 Talern.
Es können also alle drei Fälle für den Arbeiter eintreten: sein
Gewinn oder Verlust bei der Operation = 0; sie kann seinen not-
wendigen Arbeitslohn depreziieren, so daß er nicht mehr
hinreicht, also ihn herabfallen machen unter das notwendige
Minimum; sie kann drittens ihm einen Surplusarbeitslohn verschaf-
fen, der sich in einen extremely small 74*) Anteil an seiner
eignen Surplusarbeit auflöst.
Wir haben oben gesehn, daß, wenn das Verhältnis der notwendigen
Arbeit zu den andren Produktionsbedingungen = 1/4 75*) (20 von
100 Gesamtauslage) oder = 20 76*) % des Gesamtwerts (in 20 Pfund
Twist = 4 Pfund Twist) (oder von 100 Talern 80 Rohstoff und In-
strument, 20 Arbeit) und das Verhältnis der Surplusarbeit zur
notwendigen wie 100% (nämlich dieselbe Quantität), der Kapitalist
11 1/9 % auf seine Auslage macht. [215]
Wenn er nur 10% nähme und den Konsumenten die 1 1/9 oder 2 Taler
schenkte (Surpluswert übermachte), würde der Arbeiter, soweit er
Konsument
-----
71*) In der Handschrift: 39 2/5. 39 2/5 Pfund -72*) in der Hand-
schrift: 1 1/4 - 73*) Überteuerung - 74*) äußerst geringen -
75*) in der Handschrift: 2/5 - 76*) in der Handschrift: 40
#352# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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ist, ebenfalls gewinnen und im besten (unmöglichen) Fall, daß er
nur von den Produkten seines masters 77*) lebte, würde, wie wir
gesehn haben, [folgendes stattfinden:]
1 1/9 % 1% = 6 Sil-
(= 2 Taler) bergroschen
Verlust auf auf 20 Taler
Seite der (1/5 Taler
Kapitali- auf 20) Ge-
sten: winn auf den
Arbeitslohn
für den Ar-
beiter:
Gesetzt, der Kapitalist verkaufte das
Pfund Twist statt zu 5 Taler zu 4 15/20
(43/4), so würde der Arbeiter am Pfund
gewinnen 5/20 und an den 4 Pfund [216] = 1 Taler
20/20 = 1; 1 auf 20 aber = 1/20 = 5%;
(1 Taler auf 20); der Kapitalist würde
die 40 Pfund verkaufen zu 4 15/20 Taler
= 95/20 Taler x 40 = 190 Taler; seine
Auslagen 180, sein Gewinn = 10 = 5 5/9 5 5/9; 88 = 5%
78*) [%], sein Verlust [oder] Minus-Ge- (= 10 Taler) (1 Taler
winn = 5 5/9; wenn er verkaufte, der auf 20)
Kapitalist, zu 4 12/20, so würde der Ar-
beiter gewinnen 8/20 Taler am Pfund,
32/20 an den 4 Pfund, 1 Taler 22/20 oder
1 3/5 Taler an seinem Gesamtsalair, i.e.
8 79*) %, der Kapitalist aber würde ver- = 8 8/9 % = 8%
lieren 16 Taler am Surplusgewinn oder nur (= 16) (1 Taler
noch halten im ganzen 184 Taler oder 4 18 Silber-
Taler Gewinn auf 180 = 1/45 von 180 = groschen)
2 2/9 %; verlöre 8 8/9; endlich nimm an,
der Kapitalist verkaufe das Pfund Twist
to 4 1/2 Taler; die 40 Pfund zu 180; sein
Profit = 0; er mache dem Konsumenten ein Gewinn = 0 = 10%
Präsent aus dem Surpluswert oder Arbeits- (Verlust (2 Taler)
zeit, so der Gewinn des Arbeiters = 1/2 = 11 1/9 %) (noch
Taler per lb., = 4/2 Taler = 2 Taler oder nicht
2 Taler auf 20 = 10%. 1/2
Pfund)
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77*) Fabrikherren - 78*) in der Handschrift: 5 6/9 - 79*) in der
Handschrift 8 48/119
#353# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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¦¦36¦ Hätte dagegen der Kapitalist den Arbeitslohn um 10% erhöht,
von 20 auf 22 Taler, etwa weil in seinem Geschäftszweig die Nach-
frage nach Arbeit über die Zufuhr gestiegen - während er nach wie
vor das Pfund Twist zu seinem Werte, i.e. zu 5 Talern verkauft,
so wäre sein Pofit nur gefallen um 2 Taler; von 20 auf 18 80*);
i.e. um 1 1/9 % und wäre immer noch 10% geblieben.
Es folgt hieraus, daß, wenn der Kapitalist, etwa aus Rücksicht
auf Herrn Proudhon, seine Waren zu den Produktionskosten ver-
kaufte, die sie i h m machten, und sein Gesamtprofit = 0, dies
nur ein Transfer des Surpluswerts oder Surplusarbeitszeit vom Ka-
pitalisten A auf B, C, D etc. wäre und in bezug auf seinen Arbei-
ter im besten Fall der Gewinn - d. h. sein Anteil an seiner eig-
nen Surplusarbeit - sich beschränken würde auf den Teil des Sa-
lairs, den er konsumiert in der depreziierten Ware; und wenn er
seinen ganzen Arbeitslohn in ihr spendete 81*), nicht größer sein
könnte als im Verhältnis, worin die notwendige Arbeit zum Gesamt-
produkt steht (im obigen Beispiel 20:200 = 1/10, 1/10 auf 20 = 2
Taler). In bezug auf die fremden Arbeiter ist der Fall ganz der-
selbe; sie gewinnen an der depreziierten Ware nur in dem Verhält-
nis, 1. worin sie dieselbe konsumieren; 2. im Verhältnis zur
Größe ihres Salairs, das bestimmt ist durch die notwendige Ar-
beit. Wäre die depreziierte Ware z.B. Getreide - one of the
staffs of life 82*) -, so würde zuerst der Produzent desselben,
der Pächter, und dann alle andren Kapitalisten die Entdeckung ma-
chen, daß der notwendige Lohn des Arbeiters nicht mehr der not-
wendige Lohn ist; sondern über seinem Niveau steht; also herabge-
setzt; also schließlich nur der Surpluswert der Kapitalien a, b,
c etc. und die Surplusarbeit der in ihnen Beschäftigten vermehrt.
Gesetzt, 5 83*) Kapitalisten A, B, C, D und E. E produziere eine
Ware, die nur von Arbeitern konsumiert wird. E würde dann seinen
Profit rein realisieren durch Austausch seiner Ware mit Arbeits-
lohn; er rührte aber, wie sonst, nicht her vom Austausch seiner
Ware gegen das Geld der Arbeiter, sondern vom Austausch seines
Kapitals mit lebendiger Arbeit. Gesetzt, die notwendige Arbeit
verhalte sich in allen 5 Geschäftszweigen wie 1/5; 1/5 sei in al-
len die Surplusarbeit; das konstante Kapital in allen = 3/5. Ka-
pitalist E tauscht aus sein Produkt gegen 1/5 des Kapitals a, 1/5
des Kapitals b, 1/5 des Kapitals c, 1/5 des Kapitals d, und 1/5
konstituiert seinen eignen Arbeitslohn. An diesem letzten 1/5
würde er nichts profitieren, wie wir gesehn, oder rather 84*)
sein Profit würde nicht herrühren daher, daß er den Arbeitern 1/5
seines Kapitals in Geld gibt und sie dasselbe 1/5 als Produkt von
ihm wiederkaufen - würde nicht vom
-----
80*) In der Handschrift: 200 auf 198 - 81*) verausgabte (engl.:
to spend) - 82*) eines der lebensnotwendigen Vorräte - 83*) in
der Handschrift: 4 - 84*) vielmehr
#354# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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Austausch mit ihnen als K o n s u m e n t e n oder Zentren der
Zirkulation herrühren. Als [mit] Konsumenten seines Produkts be-
ruht seine ganze Transaktion mit ihnen darauf, daß er ihnen sein
Produkt in der Form des Geldes gibt und sie ihm dasselbe Geld
wiedergeben für exakt denselben aliquoten Teil des Produkts. Mit
den Arbeitern von A, B, C, D steht er nicht im Verhältnis von Ka-
pitalist zu Arbeiter, sondern von W zu G, von Verkäufer zu Käu-
fer. Nach der Voraussetzung verzehren die Arbeiter von A, B, C, D
nichts von deren eignen Produkten; E allerdings tauscht ein 1/5
von dem Produkt von A, B, C und D 85*), also 4/5 ihres Produkts;
aber dieser Austausch ist auf einem Umweg nur der Arbeitslohn,
den A, B, C und D ihren eignen Arbeitern zahlen. Sie geben den
Arbeitern Geld jeder zum Wert von 1/5 ihres Produkts oder 1/5
ihres Produkts als Zahlung für die notwendige Arbeit, und diese
kaufen damit, mit 4/5 des Werts ihres Produkts oder Kapitals, die
Ware von E. Dieser Austausch mit E ist also nur eine indirekte
Form, worin sie den Teil des Kapitals, der notwendige Arbeit re-
präsentiert - also A b z u g von ihrem Kapital, vorschießen.
Sie können also nicht gewinnen dadurch. Der Gewinn rührt her von
der Verwertung der übrigen 4/5 des Kapitals a, b, c, d, und diese
Verwertung besteht eben darin, daß jeder die in seinem Produkt
vergegenständlichte Arbeit in andrer Form zurückerhält durch den
Austausch. 3/5 ersetzt jedem, da Teilung der Arbeit unter ihnen
existiert, sein konstantes Kapital, Rohstoff und Arbeits-
instrument 86*). In der wechselseitigen Verwertung des letzten
1/5 besteht ihr Gewinn - die Verwertung der Surplusarbeitszeit;
ihr Setzen als Surpluswert. Es ist nicht nötig, daß Kapital a, b,
c, d die 4/5 ganz gegeneinander austauschen. Da sie als Kapitali-
sten zugleich starke Konsumenten sind und keineswegs von der Luft
leben können, da sie aber ebenfalls als Kapitalisten nicht von
ihrer Arbeit leben, haben sie nichts auszutauschen oder zu konsu-
mieren als das Produkt der fremden. D.h., für ihren Konsum tau-
schen sie eben das 1/5, das die Surplusarbeitszeit, die durch das
Kapital geschaffne Arbeit, repräsentiert. Gesetzt, jeder konsu-
miere 1/5 dieses 1/5, d.h. 1/25, in der Form seines ¦¦37¦ eignen
Produkts. Bleiben dann noch 4/25 durch den Austausch, sei es zu
verwerten, sei es in Gebrauchswert für eigne Konsumtion zu ver-
wandeln. A tausche 2/25 gegen B, 1/25 gegen C, 1/25 gegen E aus
und ähnlich auf Seite von B, C, E.
Der Fall, wie wir ihn gesetzt haben, wo Kapital E seinen Profit
ganz realisiert im Austausch gegen Salair, ist der günstigste -
oder drückt vielmehr das einzig richtige Verhältnis aus, worin es
möglich ist, daß das Kapital seinen in der P r o d u k t i o n
geschaffnen Mehrwert im A u s t a u s c h realisiert durch den
-----
85*) In der Handschrift: A, B, C und E - 86*) in der Handschrift:
Arbeitsmaterial
#355# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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Konsum der Arbeiter. Aber in diesem Fall können Kapitalien a, b,
c, d ihren Wert nur realisieren durch Austausch untereinander,
also durch den Austausch der Kapitalisten unter sich selbst. Ka-
pitalist E konsumiert nicht von seiner eignen Ware, da er 1/5 da-
von an seine eignen Arbeiter gezahlt hat, 1/5 ausgetauscht gegen
1/5 des Kapitals a, 1/5 gegen 1/5 des Kapitals b, 1/5 gegen 1/5
des Kapitals c, 1/5 gegen 1/5 des Kapitals d. Von diesem Aus-
tausch machen A, B, C, D keinen Profit, da es das respektive 1/5,
womit sie ihre eignen Arbeiter gezahlt haben.
Nach dem Verhältnis, das wir angenommen haben von 2/5 Rohstoff,
1/5 Maschinerie, 1/55 Arbeiternecessaries 87*), 1/5 Surpluspro-
duce 88*), wovon zugleich die Herren Kapitalisten leben und ihren
Surpluswert realisieren, brauchen wir, wenn das Gesamtprodukt je-
des A, B, C, D, E = 100, einen Produzenten E für necessaries von
Arbeitern, 2 Kapitalisten A und B, die Rohstoffe produzieren für
alle andren, 1 C, der die Maschinerie produziert, einen D, der
das Surplusproduce bereitet. Die Rechnung wäre so (der Maschinist
etc. muß jeden Teil seiner Ware für sich selbst produzieren):
für Arbeit Rohstoff Maschi- Surplus-
nerie produce
A) Rohstoffabrikant 20 - 40 - 20 - 20 = 100
2 1/2
B) ditto 20 - 40 - 20 - 20 = 100
2 1/2
C) Maschinist 20 - 40 - 20 - 20 = 100
2 1/2
E) Arbeiternecessaries 20 - 40 - 20 - 20 = 100
2 1/2
D) Surplusproduzent 20 - 40 - 20 - 20 = 100
10 - 20 - 10 - 10 = 50.
E also tauscht sein ganzes Produkt von 100 aus gegen den Arbeits-
lohn 20 für seine eignen Arbeiter, 20 für die Arbeiter von Roh-
stoff A, 20 für die Arbeiter von Rohstoff B, 20 für die Arbeiter
von Maschinist C, 20 für die Arbeiter von Surplusproduzent D; da-
für tauscht er ein 40 für Rohstoff, 20 für Maschinerie, 20 erhält
er wieder für Arbeiternecessaries, und 20 bleiben ihm für Ankauf
von Surplusproduce, wovon er selbst lebt. Ebenso die andren im
Verhältnis. Was ihren Mehrwert konstituiert, ist das 1/5 oder 20,
das sie alle gegen Surplusproduce austauschen können. Wenn sie
das ganze Surplus konsumierten 89*), wären sie am Ende so weit
wie am Anfang, und der Mehrwert ihres Kapitals würde nicht wach-
sen. Gesetzt, sie verzehren nur 10; oder 1/10, die Hälfte des
Surpluswerts; so würde Surplusproduzent D selbst weniger verzeh-
ren 10; und jeder der andren 10 weniger: Im ganzen würde er also
nur
-----
87*) lebensnotwendige Dinge für Arbeiter - 88*) Mehrprodukt -
89*) in der Handschrift: produzierten
#356# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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seine halbe Ware = 50 verkaufen und könnte sein Geschäft nicht
von vorn anfangen. Setze also, an Konsumtibilien 90*) produziere
er nur 50. Auf die 400 Taler, die in Rohstoffen, Maschinen, Ar-
beiternecessaries existieren, kommen also nur 50 für Konsumtibi-
lien für die Kapitalisten. Aber jeder der Kapitalisten besitzt
jetzt ein Surplus von 10, wovon 4 in Rohstoff, 2 in Maschinen, 2
in Arbeiternecessaries, woran er gewinnen soll 2 (wie vorhin mit
80... 100); D hat an seinen 40 gewonnen 10 und kann also im sel-
ben Verhältnis seine Produktion vermehren, nämlich um 5. Er pro-
duziert das nächste Jahr 7 1/2 mehr = 57 1/2.
¦¦38¦ Dies Beispiel kann oder kann nicht später ausgeführt wer-
den. Gehört eigentlich nicht hierher. Soviel ist klar, daß die
Verwertung stattfindet hier in dem Austausch der Kapitalisten un-
tereinander, denn, obgleich E nur produziert für den Arbeiterkon-
sum, so tauscht er in der Form des Arbeitslohns ein 1/5 von A,
1/5 von B, 1/5 von C, 1/5 von D etc. Ebenso tauschen A, B, C, D
mit E aus: nicht direkt; aber indirekt, indem jeder 1/5 als ne-
cessaries für seine Arbeiter von ihm braucht. Die Verwertung be-
steht darin, daß jeder sein eignes Produkt gegen aliquote Teile
der Produkte der vier andren austauscht, und zwar so, daß von dem
Surplusprodukt ein Teil für den Konsum des Kapitalisten bestimmt
ist, ein Teil sich in Surpluskapital verwandelt, womit neue Ar-
beit in Bewegung zu setzen. Die Verwertung besteht in der
r e a l e n M ö g l i c h k e i t größrer Verwertung - Produk-
tion neuer und größrer Werte. Es ist hier klar, daß, wenn D und
E, wovon E alle von dem Arbeiter konsumierten und D alle von dem
Kapitalisten konsumierten Waren darstellt, zu viel produziert
hätten - nämlich zu viel im Verhältnis zu der Proportion des für
die Arbeiter bestimmten Teils des Kapitals oder zu viel im Ver-
hältnis des von den Kapitalisten konsumierbaren Teils des Kapi-
tals {zu viel im Verhältnis, worin sie das Kapital vermehren müs-
sen; und dieses Verhältnis erhält später eine Minimumgrenze im
Zins}, a l l g e m e i n e Ü b e r p r o d u k t i o n statt-
fände, nicht weil relativ z u w e n i g von den von den Arbei-
tern oder zu wenig von den von den Kapitalisten zu konsumierenden
Waren [konsumiert], sondern weil von b e i d e n zu viel produ-
ziert wäre - zu viel n i c h t f ü r d e n K o n s u m, son-
dern um das r i c h t i g e V e r h ä l t n i s z w i-
s c h e n K o n s u m u n d V e r w e r t u n g festzuhalten;
z u v i e l f ü r d i e V e r w e r t u n g.
In andren Worten: Auf einem gegebnen Standpunkt der Entwicklung
der Produktivkräfte - (denn diese wird bestimmen das Verhältnis
der notwendigen Arbeit zur Surplusarbeit) - findet ein fixes Ver-
hältnis statt, worin sich teilt das Produkt in einen Teil ent-
sprechend - Rohmaterial, Maschinerie, notwendiger Arbeit, Sur-
plusarbeit und schließlich die Surplusarbeit selbst in einen
-----
90*) Lebensmittteln
#357# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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Teil, der der Konsumtion anheimfällt, und einen andren, der wie-
der zu Kapital wird. Diese innre begriffliche Teilung des Kapi-
tals erscheint beim Austausch so, daß bestimmte und beschränkte -
wenn auch im Verlauf der Produktion stets wechselnde - Proportio-
nen stattfinden für den Austausch der Kapitalien untereinander.
Ob die Verhältnisse z.B. von 2/5 Rohstoff, 1/5 Maschinerie, 1/5
Arbeitslohn, 1/5 Surplusprodukt, wovon 1/10 wieder für Konsum,
1/10 für neue Produktion bestimmt ist - diese Teilung innerhalb
des Kapitals -, erscheint im Austausch als Verteilung say 91*)
zwischen 5 Kapitalien. Jedenfalls ist damit gegeben sowohl die
Summe des Austauschs, der stattfinden kann, als auch 92*) die
Proportionen, worin jedes dieser Kapitalien sowohl austauschen
wie produzieren muß. Ist das Verhältnis von der notwendigen Ar-
beit zum konstanten Teil des Kapitals z.B. wie im obigen Beispiel
= 1/5 : 3/5, so haben wir gesehn, daß das Kapital, das für den
Konsum der Kapitalisten und Arbeiter zusammen arbeitet, nicht
größer sein darf wie 1/5 + 1/10 der 5 Kapitalien, von denen jedes
1 vorstellt, = 1 1/2 Kapitalien. Ebenso ist das Verhältnis gege-
ben, worin jedes Kapital mit dem andern, das ein bestimmtes Mo-
ment seiner selbst darstellt, austauschen muß. Endlich, worin je-
des überhaupt austauschen muß. Ist das Verhältnis z.B. des Roh-
stoffs = 2/5, so können die Kapitalien, die den Rohstoff produ-
zieren, an irgendeinem letzten Punkt immer nur 3/5 austauschen,
während 2/5 als fix zu betrachten sind. (Z.B. als Samen etc. in
der Agrikultur.) Der A u s t a u s c h an und für sich gibt
diesen begrifflich gegeneinander bestimmten Momenten ein gleich-
gültiges Dasein; sie existieren unabhängig voneinander; ihre in-
nere Notwendigkeit e r s c h e i n t in der Krise, die ihrem
gleichgültigen Schein gegeneinander gewaltsam ein Ende macht.
Eine Revolution in den Produktivkräften ferner ändert diese Ver-
hältnisse, v e r ä n d e r t diese Verhältnisse selbst, deren
Grundlage - auf dem Standpunkt des Kapitals und daher auch der
Verwertung durch den Austausch - immer b l e i b t d a s
V e r h ä l t n i s d e r n o t w e n d i g e n z u r S u r-
p l u s a r b e i t oder, if you please 93*), der verschiednen
Momente der vergegenständlichten zur lebendigen Arbeit. Es ist
möglich, wie wir schon früher angedeutet, daß das durch die
Vermehrung der Produktivkräfte frei gewordne Kapital sowohl wie
frei gewordne lebendige Arbeitsvermögen beide brachliegen bleiben
müssen, weil sie nicht in den Proportionen vorhanden sind, unter
denen die Produktion auf der Grundlage der neu entwickelten
Produktivkräfte stattfinden muß. Geht sie gleichgültig dagegen
voran, so muß sich schließlich beim Austausch auf einer oder der
andren Seite ein Minus herausstellen, eine negative Größe.
Die Schranke bleibt immer, daß der Austausch so stattfindet -
also auch
-----
91*) sagen wir - 92*) in der Handschrift: und - 93*) wenn man
will
#358# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
-----
die Produktion - daß das Verhältnis der Surplusarbeit gegen die
notwendige dasselbe bleibt - denn dies ist = dem Gleichbleiben
der Verwertung des Kapitals. Das zweite Verhältnis - die Propor-
tion zwischen dem von dem Kapital konsumierten Teil des Sur-
plusprodukts zu dem von neuem in Kapital verwandelten - ist be-
stimmt durch das erste Verhältnis. Erstens h ä n g t d i e
G r ö ß e d e r i n d i e s e z w e i T e i l e z u t e i-
l e n d e n S u m m e v o n d i e s e m u r s p r ü n g-
l i c h e n V e r h ä l t n i s ab; zweitens, wenn die Schöp-
fung des Mehrwerts des Kapitals beruht auf der Schöpfung von
Surplusarbeit, so die Vermehrung des Kapitals als Kapitals, (die
Akkumulation, und ohne diese kann das Kapital nicht die Grundlage
der Produktion bilden, da es ¦¦39¦ stagnant bliebe und kein
Element des Fortschritts, nötig schon durch das bloße Wachsen der
Bevölkerung etc.) abhängig von der Verwandlung eines Teils dieses
Surplusprodukts in neues Kapital. Würde der Mehrwert einfach
konsumiert, so hätte sich das Kapital n i c h t verwertet und
nicht produziert als K a p i t a l; d.h. als Wert, der den Wert
produziert.
Wir haben gesehn, wenn 40 Pfund Twist zum Wert von 200 Talern -
weil sie in 200 Talern vergegenständlichte Arbeitszeit enthalten
- ausgetauscht würden zu 198, verliert nicht nur der Twistfabri-
kant 1 1/9 94*) % Gewinn, sondern sein Produkt ist entwertet,
ist u n t e r seinem realen Wert verkauft, obgleich es zu einem
P r e i s verkauft ist, der ihm still leaves a profit of 10%
95*). Anderseits gewinnt der Silberproduzent 2 Taler. Behält 2
Taler als freigewordnes Kapital. Dennoch hat eine Entwertung
stattgefunden, wenn die Gesamtsumme betrachtet wird. Denn die
Summe ist 398 Taler statt 400. Denn in der Hand des Silberprodu-
zenten sind die 200 Taler Twist nun auch nur wert 198; es ist für
ihn dasselbe, als hätte sich die Produktivkraft seiner Arbeit so
vermehrt, daß nach wie vor dieselbe vergegenständlichte Arbeit in
200 Talern enthalten, aber 2 Taler davon von dem Konto der not-
wendigen Auslagen auf das des Surpluswerts übergetreten wären, er
2 Taler weniger gezahlt hätte für notwendige Arbeit. Das Umge-
kehrte könnte nur der Fall sein, wenn der Silberproduzent fähig
wäre, die 40 Pfund Twist, die er für 198 Taler gekauft hat, wie-
der zu verkaufen zu 200 Talern. Dann würde er 202 Taler haben und
sagen, er habe sie verkauft gegen einen Seidenfabrikanten, der
ihm in Seide den Wert von 200 Talern für die 40 Pfund Twist gege-
ben. Die 40 Pfund Twist wären dann zu ihrem wahren Wert verkauft,
wenn nicht in erster Hand von ihrem Produzenten, so doch in zwei-
ter von ihrem Käufer, und die Gesamtrechnung würde sich so stel-
len: Ausgetauscht 3 Produkte, jedes enthaltend vergegenständ-
lichte Arbeit zum Wert von 200; also S u m m e der Werte der
Kapitalien:
-----
94*) In der Handschrift: 1 1/2 - 95*) noch einen Profit von 10%
läßt
#359# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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600. A der Twistfabrikant, B der Silberfabrikant, C Seidefabri-
kant: A 198, B 202 (nämlich 2 Überschuß vom ersten Austausch und
200 in Seide), C 200. S u m m a 600. In diesem Fall der Gesamt-
wert der Kapitalien derselbe geblieben, und es hat nur ein Depla-
cement 96*) stattgefunden, indem B einen Teil des Werts zu viel
einkassiert hätte, der auf A zu wenig gefallen ist.
Wenn A, der Twistfabrikant, nur 180 verkaufen könnte, (was i h m
die Sache kostet) und 20 [in] Twist 97*) absolut nicht absetzen
könnte, so wäre vergegenständlichte Arbeit von 20 Talern wertlos
geworden. Dasselbe wäre der Fall, wenn er Wert von 200 für 180
Taler gebe; für B - den Silberfabrikanten -: insofern diese Not-
wendigkeit für A durch Überproduktion in Twist entstanden wäre, B
also auch den in den 40 Kund Twist enthaltnen Wert für nicht mehr
als 180 loswerden könnte - hätte [B] 20 Taler von seinem Kapital
frei gemacht. Er hätte einen relativen Surpluswert von 20 Talern
in der Hand, aber an Summe von absolutem Wert - vergegenständ-
lichter Arbeitszeit, soweit sie austauschbar ist - nach wie vor
nur 200 - nämlich 40 Pfund Twist für 180 und 20 Taler freigeword-
nes Kapital. Für ihn wäre es dasselbe, als ob sich die Pro-
duktionskosten des Twists vermindert hätten, d.h., daß durch
Steigerung der Produktivkraft der Arbeit in 40 Pfund Twist für 20
Taler weniger Arbeitszeit enthalten wäre oder wenn der Arbeitstag
= 4 Taler, 5 Arbeitstage weniger nötig wären, um x Pfund Baum-
wolle in 40 Pfund Twist zu verwandeln; er also weniger in Silber
vergegenständlichte Arbeitszeit gegen die in Twist vergegen-
ständlichte Arbeitszeit auszutauschen hätte. Die Gesamtsumme der
vorhandnen Werte wäre aber 380 statt 400. Es hätte also eine
a l l g e m e i n e E n t w e r t u n g von 20 Talern stattge-
funden oder eine Vernichtung von Kapital zu dem Belauf von 20 Ta-
lern. Eine a l l g e m e i n e E n t w e r t u n g findet also
statt, obgleich die D e p r e z i a t i o n, daß der Twistfa-
brikant 40 Pfund zu 180 statt zu 200 verkauft, notwendig als eine
Appreziation auf der Seite des Silbers, eine Depreziation des
Twistes gegen Silber erscheint und allgemeine Depreziation der
Preise überhaupt immer einschließt Appreziation 98*) des Geldes,
nämlich der Ware, worin alle übrigen geschätzt werden. In einer
Krise - einer allgemeinen Depreziation der Preise - findet also
zugleich statt bis zu einem gewissen Moment eine a l l g e-
m e i n e E n t w e r t u n g oder V e r n i c h t u n g
v o n K a p i t a l. Die Entwertung kann a l l g e m e i n
sein, absolut, nicht nur relativ wie die D e p r e z i a-
t i o n, weil der Wert nicht bloß wie der Preis ein Verhältnis
einer Ware zu einer andren ausdrückt, sondern das Verhältnis des
Preises der Ware zu der in ihr vergegenständlichten Arbeit oder
von einem Quantum vergegenständlichter Arbeit von derselben
Qualität zum andren. Sind diese Quanta nicht gleich, so
-----
96*) eine Verlagerung - 97*) in der Handschrift: 20 Pfund Twist -
98*) Aufwertung
#360# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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findet E n t w e r t u n g statt, die nicht aufgewogen wird
durch Appreziation auf der andren Seite, da die andre Seite ein
fixes, durch den Austausch nicht veränderliches Quantum vergegen-
ständlichter Arbeit ausdrückt. Diese Entwertung erstreckt sich in
allgemeinen Krisen bis auf das lebendige Arbeitsvermögen selbst.
Nach dem oben Ange¦¦40¦deuteten ist die Vernichtung von Wert und
Kapital, die in einer Krise stattfindet, zusammenfallend - oder
gleichbedeutend - mit einem a l l g e m e i n e n W a c h s-
t u m d e r P r o d u k t i v k r ä f t e, das indes statt-
findet nicht durch wirkliche Vermehrung der Produktivkraft der
Arbeit (soweit diese infolge von Krisen stattfindet, gehört nicht
hierher), sondern durch Verminderung des vorhandnen Werts der
Rohstoffe, Maschinen, Arbeitsvermögens. Z.B.: Der Baumwollfa-
brikant verliert Kapital an seinen Produkten (Twist f.i. 99*)),
aber er kauft zu niedrigrem Preis denselben Wert in Baumwolle,
Arbeit, etc. Es ist für ihn dasselbe, als wenn der w i r k-
l i c h e W e r t der Arbeit, der Baumwolle etc. sich ver-
mindert hätte, d. h., als ob sie durch gesteigerte Produktivkraft
der Arbeit wohlfeiler produziert worden wären. Ebenso würde
andrerseits plötzliches allgemeines Wachstum der Produktivkräfte
alle v o r h a n d n e n W e r t e, die Arbeit auf einer nie-
drigren Stufe der Produktivkräfte vergegenständlichen, relativ
entwerten und vorhandnes Kapital daher vernichten ebenso wie
vorhandnes Arbeitsvermögen. Die andre Seite der Krise löst sich
auf in wirkliche Verminderung der Produktion, der lebendigen
Arbeit - um das richtige Verhältnis zwischen notwendiger und Sur-
plusarbeit, worauf alles in letzter Instanz beruht, wieder herzu-
stellen. (Also keineswegs, wie Lord Overstone meint - als echter
Geldwuchrer ", daß Krisen sich einfach auflösen in enormous pro-
fits for the one, and tremendous losses for the other 100*).)
Der Austausch ändert nicht die innren Bedingungen der Verwertung;
aber er wirft sie nach außen; gibt ihnen selbständige Form gegen-
einander und läßt so die innere Einheit nur als innre Notwendig-
keit existieren, die sich daher äußerlich gewaltsam in den Krisen
äußert. Beides ist daher im Wesen des Kapitals gesetzt: sowohl
die Entwertung des Kapitals durch den Produktionsprozeß als die
Aufhebung derselben und das Herstellen der Bedingungen für die
Verwertung des Kapitals. Die Bewegung, worin dies wirklich vor
sich geht - kann erst betrachtet werden, sobald das r e a l e
Kapital, d.h. die Konkurrenz etc. - die wirklichen realen Bedin-
gungen betrachtet sind. Gehört noch nicht hierher. Andrerseits,
o h n e den Austausch existierte die Produktion des Kapitals als
solchen nicht; da die V e r w e r t u n g als solche nicht exi-
stiert ohne Austausch.
-----
99*) z.B. - 100*) in enorme Profite für die einen und ungeheure
Verluste für die anderen
#361# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
-----
Ohne Austausch würde es sich nur handeln um das Messen etc. des
produzierten G e b r a u c h s w e r t s, überhaupt nur um den
Gebrauchswert.
Nachdem das Kapital sich durch den Produktionsprozeß 1. verwertet
hat, d.h. einen Neuwert geschaffen; 2. entwertet, d. h. aus der
Form von Geld in die einer bestimmten Ware übergegangen, 3. ver-
wertet es sich samt seinem Neuwert, indem das Produkt wieder in
die Zirkulation geworfen und als W gegen G ausgetauscht wird. Die
wirklichen Schwierigkeiten dieses dritten Prozesses sind auf dem
Punkt, wo wir jetzt stehn, wo das Kapital nur im allgemeinen be-
trachtet wird - nur als M ö g l i c h k e i t n vorhanden und
daher ebenso als M ö g l i c h k e i t e n aufgehoben. Produkt
also jetzt gesetzt als wieder in Geld verwandelt.
Das Kapital ist jetzt also wieder als Geld gesetzt und das Geld
daher in der n e u e n Bestimmung von r e a l i s i e r t e m
K a p i t a l, nicht bloß als realisierter Preis der Ware. Oder
die im Preis realisierte Ware ist jetzt realisiertes Kapital.
Diese neue Bestimmung des Geldes oder vielmehr des Kapitals als
Geld werden wir später betrachten. Zunächst, der Natur des Geldes
nach erscheint am Kapital - indem es in Geld verwandelt ist - nur
gemessen der Neuwert, den es geschaffen; d. h., es wiederholt
sich die erste Bestimmung des Geldes als des allgemeinen Maßes
der Waren; jetzt als Maß des Mehrwerts - der Verwertung des Kapi-
tals. In der Form von Geld erscheint diese Verwertung als an sich
selbst gemessen; ihr Maß an sich selbst habend. Das Kapital war
ursprünglich 100 Taler; indem es jetzt 110 ist, ist das Maß sei-
ner Verwertung in seiner eignen Form gesetzt - als Proportion des
aus dem Produktionsprozeß und dem Austausch retournierten Kapi-
tals (zu seiner Geldform retournierten) zum ursprünglichen Kapi-
tal; nicht mehr als Beziehung zweier qualitativ ungleicher - ver-
gegenständlichter und lebendiger Arbeit - oder der notwendigen
Arbeit und der geschaffnen Surplusarbeit. Indem das Kapital als
Geld gesetzt ist, ist es so in der ersten Bestimmung des Geldes
gesetzt, als Maß des Werts. Dieser Wert ist aber hier sein eigner
Wert oder das Maß seiner Selbstverw[ertung]. Wir werden hierauf
zurückkommen (im Profit).
Die zweite Form des Geldes war die des Zirkulationsmittels, und
nach dieser Seite erscheint die Geldform des Kapitals als nur
verschwindendes Moment, um es wieder auszutauschen, aber nicht
wie bei dem Geld als Zirkulationsmittel überhaupt, gegen Waren -
Gebrauchswerte - zum Konsum auszutauschen, sondern um es auszu-
tauschen gegen die besondren Gebrauchswerte, einerseits Rohmate-
rial und Instrument, andrerseits lebendiges Arbeitsvermögen, in
denen es von neuem seinen Umlauf als Kapital beginnen kann. ¦¦4l¦
In dieser Bestimmung ist es capital circulant 101*), worüber spä-
ter. Das Resultat
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101*) zirkulierendes Kapital
#362# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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seiner als Geldes in der Bestimmung des Zirkulationsmittels ist
aber der Beginn des Produktionsakts vom g e s e t z t e n Kapi-
tal aus, und das ist der Punkt, den wir hier zunächst betrachten
werden, ehe wir weitergehn. (In der ersten Bestimmung, dem
M a ß, erscheint der N e u w e r t z w a r gemessen; aber der
Unterschied nur formell; statt Surplusarbeit Geld - in einer be-
stimmten Ware vergegenständlichte Surplusarbeit. Die q u a l i-
t a t i v e Natur dieses Neuwerts untergeht 102*) aber auch eine
Änderung - d.h. die Maßgröße selbst, die erst später zu be-
trachten. Zweitens, als Zirkulationsmittel ist das Verschwinden
der Geldform auch nur noch f o r m e l l. Sie bekommt 103*)
erst w e s e n t l i c h, nachdem nicht nur der erste Kreislauf
vollendet, sondern auch der zweite. Resultiert also zunächst nur
darin, daß wir wieder beim Anfang des V e r w e r t u n g s-
p r o z e s s e s stehn. An d i e s e m P u n k t nehmen wir
daher zunächst den Fortgang auf.)
Die dritte Form des Geldes als selbständiger, negativ gegen die
Zirkulation sich verhaltender Wert ist das Kapital, das nicht als
Ware aus dem Produktionsprozeß heraus wieder in den Austausch
tritt, um Geld zu werden. Sondern das Kapital, das in der Form
des sich auf sich selbst beziehenden Wertes Ware wird, in die
Zirkulation tritt. (K a p i t a l u n d Z i n s.) Diese
dritte Form unterstellt das Kapital in den frühern und bildet
zugleich den Übergang aus dem K a p i t a l in die b e-
s o n d r e n K a p i t a l i e n, die realen Kapitalien; da
jetzt, in dieser letzten Form, das Kapital seinem Begriff nach
sich schon in zwei Kapitalien von selbständigem Bestehn scheidet.
Mit der Zweiheit ist dann die Mehrheit überhaupt gegeben. Such is
the march of this development. 104*)
{Ehe wir nun weitergehn, noch diese Bemerkung. Das K a p i t a l
i m a l l g e m e i n e n, im Unterschied von den besondren Ka-
pitalien, erscheint zwar 1. n u r a l s e i n e A b-
s t r a k t i o n; nicht eine willkürliche Abstraktion, sondern
eine Abstraktion, die die differentia specifica 105*) des
Kapitals im Unterschied zu allen andren Formen des Reichtums auf-
faßt - oder Weisen, worin die Produktion (gesellschaftliche) sich
entwickelt. Es sind dies Bestimmungen, die jedem Kapital als sol-
chem gemein oder jede bestimmte Summe von Werten zum Kapital ma-
chen. Und die Unterschiede innerhalb dieser Abstraktion sind
ebenso abstrakte Besonderheiten, die jede Art Kapital charakteri-
sieren, indem es ihre Position oder Negation ist (z.B. capital
fixe oder capital circulant); 2. aber ist das Kapital im allge-
meinen i m U n t e r s c h i e d von den besondren reellen Ka-
pitalien selbst eine r e e l l e Existenz. Es ist dies von der
gewöhnlichen Ökonomie anerkannt, wenn auch nicht v e r-
s t a n d e n; und bildet ein sehr wichtiges Moment für ihre
Lehre von den Ausgleichungen etc. Z.B., das Kapital
-----
102*) erfährt (engl.: undergoes) - 103*) wird (engl.: becomes) -
104*) Das ist der Gang dieser Entwicklung - 105*) das Unterschei-
dungesmerkmal
#363# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
-----
in dieser a l l g e m e i n e n F o r m, obgleich einzelnen
Kapitalisten gehörig, in seiner e l e m e n t a r i s c h e n
F o r m a l s Kapital, bildet das Kapital, das sich in den
banks 106*) akkumuliert oder durch sie distribuiert wird und, wie
Ricardo [217] sagt, sich so bewundernswürdig verteilt im Verhält-
nis zu den Bedürfnissen der Produktion. Es bildet ebenso durch
loans 107*) etc. einen level 108*) zwischen den verschiednen Län-
dern. Ist es daher z. B. ein Gesetz des Kapitals im allgemeinen,
daß, um sich zu verwerten, es sich doppelt setzen muß und sich in
dieser doppelten Form doppelt verwerten muß, so wird z.B. das Ka-
pital einer besondren Nation, die im Gegensatz zu einer andren
par excellence Kapital repräsentiert, sich ausleihn müssen an
eine dritte Nation, um sich verwerten zu können. Das Doppeltset-
zen, sich auf sich selbst als fremdes beziehn, wird in diesem
case 109*) verdammt real. Während das Allgemeine daher einerseits
nur g e d a c h t e differentia specifica, ist sie zugleich
eine b e s o n d r e reelle Form neben der Form des Besondern
und Einzelnen. (Nous reviendrons plus tard sur ce point qui,
quoique d'un caractère plus logique qu'économiste, prouvera néan-
moins d'une grande importance dans le progrès de notre recherche.
110*) So auch in der Algebra. Zum Beispiel a, b, c sind Zahlen
überhaupt; im allgemeinen; dann aber
a b c c b
sind sie ganze Zahlen gegen -, -, -, -, - etc., die sie
b c b a a
indes als die allgemeinen Elemente voraussetzen.)}
¦¦42¦ Der Neuwert also selbst wieder als Kapital gesetzt, als
vergegenständlichte Arbeit eingehend in den Austauschprozeß mit
der lebendigen und daher sich teilend in einen konstanten Teil -
die objektiven Bedingungen der Arbeit, Material und Instrument -
und die Bedingungen für die subjektive Bedingung der Arbeit, die
Existenz des lebendigen Arbeitsvermögens, die necessaries 111*),
Lebensmittel für den Arbeiter. Bei diesem zweiten Auftreten des
Kapitals in dieser Form erscheinen Punkte aufgeklärt, die in sei-
nem ersten Vorkommen - dem Gelde, das aus seiner Bestimmung als
Wert in die des Kapitals übergeht - durchaus unklar waren. Jetzt
sind sie durch den Prozeß der Verwertung und Produktion selbst
ausgelegt. Beim ersten Vorkommen erschienen die V o r a u s-
s e t z u n g e n selbst äußerlich, aus der Zirkulation her-
kommend; als äußere Voraussetzungen für die Entstehung des
Kapitals; daher nicht aus seinem inneren Wesen hervorgehend und
nicht aus demselben erklärt. Diese ä u ß e r l i c h e n
Voraussetzungen werden jetzt als Momente der Bewegung des Kapi-
tals
-----
106*) Banken - 107*) Anleihen - 108*) Ausgleich - 109*) Fall -
110*) Wir werden später auf diesen Punkt zu rückkommen, der, ob-
gleich er mehr logisch als ökonomisch ist, dort dennoch für den
Fortschritt unserer Untersuchungen von großer Bedeutung sein
würde. - 111*) der Lebensbedürfnisse
#364# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
-----
selbst erscheinen, so daß es selbst sie - wie sie immer histo-
risch entstehen mögen - als seine eignen Momente vorausgesetzt
hat.
Innerhalb des Produktionsprozesses selbst erschien der Surplus-
wert, der durch den Zwang des Kapitals sollizitierte 112*) Sur-
pluswert, als S u r p l u s a r b e i t; selbst in der Form der
lebendigen Arbeit, die aber, da sie nicht aus nichts schaffen
kann, ihre objektiven Bedingungen vorfindet. Jetzt erscheint
diese S u r p l u s a r b e i t vergegenständlicht als S u r-
p l u s p r o d u k t, und dieses Surplusprodukt, um sich als
Kapital zu verwerten, teilt sich in doppelter Form: als
o b j e k t i v e A r b e i t s b e d i n g u n g - Material
und Instrument -; als subjektive - Lebensmittel für die nun ins
Werk zu setzende lebendige Arbeit. Die allgemeine Form als Wert -
vergegenständlichte Arbeit - und aus der Zirkulation herkommende
vergegenständlichte Arbeit - ist natürlich die allgemeine sich
von selbst verstehende Voraussetzung. Ferner: Das Surplusprodukt
in seiner Totalität - objektivierend die Surplusarbeit in ihrer
Totalität - erscheint jetzt als S u r p l u s k a p i t a l
(verglichen mit dem ursprünglichen Kapital, bevor es diesen Um-
lauf vorgenommen hatte), d.h. als verselbständigter Tauschwert,
der dem lebendigen Arbeitsvermögen als seinem s p e z i f i-
s c h e n G e b r a u c h s w e r t gegenübertritt. Alle
Momente, die dem lebendigen Arbeitsvermögen als f r e m d e,
ä u ß e r l i c h e und es unter g e w i s s e n, von i h m
s e l b s t u n a b h ä n g i g e n B e d i n g u n g e n kon-
sumierende, verwendende Mächte gegenübertraten, sind jetzt
gesetzt als s e i n e i g n e s P r o d u k t u n d R e-
s u l t a t.
E r s t e n s: Der S u r p l u s w e r t oder S u r p l u s-
p r o d u k t ist nichts als eine bestimmte Summe vergegen-
ständlichter lebendiger Arbeit - die Summe der Surplusarbeit.
Dieser neue W e r t, der der lebendigen Arbeit als selb-
ständiger, mit ihr sich austauschender, als Kapital gegen-
übertritt, ist das P r o d u k t d e r A r b e i t. Er ist
selbst nichts als der Ü b e r s c h u ß d e r A r b e i t
ü b e r h a u p t ü b e r d i e n o t w e n d i g e A r-
b e i t - in objektiver Form und darum als W e r t.
Z w e i t e n s: Die besondren Gestalten, die dieser Wert anneh-
men muß, um sich von neuem zu verwerten, d.h. als Kapital zu set-
zen - einerseits als Rohmaterial und Instrument - andrerseits als
Lebensmittel für die Arbeit während des Produktionsaktes, sind
ebenso daher nur b e s o n d r e Formen der Surplusarbeit
selbst. Rohmaterial und Instrument sind von ihr selbst in solchen
Verhältnissen produziert - oder sie selbst ist objektiv in der
Proportion als Rohmaterial und Instrument gesetzt, die erlaubt,
daß sich nicht nur eine bestimmte Summe notwendiger - d.h. die
Lebensmittel (ihren Wert) reproduzierender lebendiger Arbeit sich
in ihr vergegenständlichen kann, und zwar fortwährend vergegen-
ständlichen, also stets von neuem die Diremtion 113*) in die ob-
jektiven und subjektiven
-----
112*) angeregte - 113*) Trennung
#365# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
-----
Bedingungen ihrer Selbsterhaltung und Selbstreproduktion von
neuem wieder anfangen kann, sondern daß, indem die lebendige Ar-
beit diesen Reproduktionsprozeß ihrer gegenständlichen Bedingun-
gen vollzieht, sie zugleich Rohmaterial und Instrument in solchen
Proportionen gesetzt hat, daß sie als S u r p l u s a r b e i t,
als A r b e i t ü b e r d i e n o t w e n d i g e hinaus,
sich in ihnen verwirklichen und sie daher zum Material n e u e r
Wertschöpfung machen kann. Die objektiven Bedingungen der
S u r p l u s a r b e i t - die sich auf die Proportion von
Rohmaterial und Instrument über die Erheischnisse der notwendigen
Arbeit hinaus beschränken, während die objektiven Bedingungen der
notwendigen Arbeit zerfallen innerhalb ihrer Objektivität in ob-
jektive und subjektive, in sachliche Momente der Arbeit und sub-
jektive (Lebensmittel der lebendigen Arbeit), erscheinen daher
jetzt, sind daher jetzt gesetzt als Produkt, Resultat, objektive
Form, äußerliche Existenz der Surplusarbeit selbst. Ursprünglich
dagegen erschien es der lebendigen Arbeit selbst fremd - als Tat
auf Seiten des Kapitals -, daß Instrument und Lebensmittel vor-
handen waren zu einem Umfang, der der lebendigen Arbeit möglich
machte, sich nicht nur als n o t w e n d i g e, sondern als
S u r p l u s a r b e i t zu verwirklichen.
D r i t t e n s: Das selbständige Fürsichsein des Werts gegen-
über dem lebendigen Arbeitsvermögen - daher sein Dasein als Kapi-
tal - die objektive, an sich haltende Gleichgültigkeit, die
F r e m d h e i t der objektiven Arbeitsbedingungen gegen das
lebendige ¦¦43¦ Arbeitsvermögen, die bis zu dem Punkt fortgeht,
daß diese Bedingungen der Person des Arbeiters in der Person des
Kapitalisten - als Personifikationen mit eignem Willen und Inter-
esse gegenübertreten - diese absolute S c h e i d u n g,
T r e n n u n g des Eigentums, d.h. der sachlichen Arbeits-
bedingungen vom lebendigen Arbeitsvermögen - daß sie ihm als
f r e m d e s E i g e n t u m, als die Realität einer andren
juristischen Person, das absolute Gebiet i h r e s Willens ge-
genübertreten - und daß daher andrerseits die Arbeit als
f r e m d e A r b e i t gegenüber dem im Kapitalisten personi-
fizierten Wert oder den Arbeitsbedingungen erscheint - diese ab-
solute Trennung zwischen Eigentum und Arbeit, zwischen dem leben-
digen Arbeitsvermögen und den Bedingungen seiner Realisierung,
zwischen vergegenständlichter und lebendiger Arbeit, zwischen dem
Wert und der wertschaffenden Tätigkeit - daher auch die Fremdheit
des Inhalts der Arbeit gegen den Arbeiter selbst "diese Scheidung
erscheint jetzt ebenfalls als Produkt der Arbeit selbst, als
Vergegenständlichung, Objektivierung ihrer eignen Momente. Denn
durch den neuen Produktionsakt selbst - der nur bestätigte den
ihm vorhergehenden Austausch zwischen Kapital und lebendiger Ar-
beit - ist die Surplusarbeit und daher der Surpluswert, das Sur-
plusprodukt, überhaupt das Gesamtresultat der Arbeit (das der
Surplusarbeit sowohl wie der notwendigen) gesetzt worden als Ka-
pital,
#366# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
-----
als dem lebendigen Arbeitsvermögen selbständig und gleichgültig
oder als seinem bloßen Gebrauchswert gegenübertretender Tausch-
wert. Das Arbeitsvermögen hat sich nur angeeignet die subjektiven
Bedingungen der notwendigen Arbeit - die Lebensmittel für das
produzierende Arbeitsvermögen, d. h. seine Reproduktion als blo-
ßes von den Bedingungen seiner Verwirklichung getrenntes Arbeits-
vermögen, und es hat diese Bedingungen selbst gesetzt als
S a c h e n, W e r t e, die in fremder gebietender Personifika-
tion ihm gegenübertreten. Es tritt nicht nur nicht reicher, son-
dern es tritt ärmer aus dem Prozeß heraus, als es hereintrat.
Denn nicht nur hat es hergestellt die Bedingungen der notwendigen
Arbeit als dem Kapital gehörig; sondern die in ihm als Möglich-
keit liegende Verwertung, wertschaffende Möglichkeit, existiert
nun ebenfalls als Surpluswert, Surplusprodukt, mit einem Wort als
Kapital, als Herrschaft über das lebendige Arbeitsvermögen, als
mit eigner Macht und Willen begabter Wert ihm in seiner abstrak-
ten, objektivlosen, rein subjektiven Armut gegenüber. Es hat
nicht nur den fremden Reichtum und die eigne Armut produziert,
sondern auch das Verhältnis dieses Reichtums als sich auf sich
selbst beziehenden Reichtums zu ihm als der Armut, durch deren
Konsum er neue Lebensgeister in sich zieht und sich von neuem
verwertet. Alles dies ging aus dem Austausch hervor, worin es ge-
gen ein Quantum vergegenständlichter Arbeit sein lebendiges Ar-
beitsvermögen austauschte, bloß daß jetzt diese vergegenständ-
lichte Arbeit - diese außer ihm existierenden Bedingungen seines
Daseins und das selbständige Außerihmsein dieser sachlichen Be-
dingungen - als s e i n e i g n e s P r o d u k t, als von
ihm selbst gesetzt erscheinen, sowohl als seine eigne Objektivie-
rung wie die Objektivierung seiner als einer von ihm selbst un-
abhängigen und es vielmehr beherrschenden, durch seine eigne Tat
beherrschenden Macht.
In dem S u r p l u s k a p i t a l sind alle Momente Produkt
der f r e m d e n Arbeit - in Kapital verwandelte f r e m d e
S u r p l u s a r b e i t; Lebensmittel für die notwendige Ar-
beit; die objektiven Bedingungen - Material und Instrument - da-
mit die notwendige Arbeit den gegen sie in Lebensmitteln ausge-
tauschten Wert reproduzieren kann; endlich das nötige Quantum von
Material und Instrument, damit sich neue Surplusarbeit in ihm
verwirklichen oder neuer Mehrwert geschaffen werden kann.
Es ist hier der Schein fortgefallen, der noch bei der ersten Be-
trachtung des Produktionsprozesses existierte, als ob das Kapital
irgendeinen Wert von seiner Seite, aus der Zirkulation, herbei-
brächte. Die objektiven Bedingungen der Arbeit erscheinen jetzt
vielmehr als ihr Produkt - sowohl soweit sie Wert überhaupt als
Gebrauchswerte für die Produktion sind. Wenn aber so das Kapital
als Produkt der Arbeit erscheint, so erscheint ebenso das Produkt
der
#367# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
-----
Arbeit als Kapital - nicht mehr als einfaches Produkt noch als
austauschbare Ware, sondern als K a p i t a l, vergegenständ-
lichte Arbeit als Herrschaft, Kommando über lebendige. Es er-
scheint ebenso als Produkt der Arbeit, daß ihr Produkt als
f r e m d e s E i g e n t u m, selbständig der lebendigen Ar-
beit gegenübertretende Existenzweise, ebenso als für sich seien-
der W e r t erscheint; daß das Produkt der Arbeit, die verge-
genständlichte Arbeit mit einer eignen Seele von der lebendigen
Arbeit selbst begabt ist und sich ihr gegenüber als f r e m d e
M a c h t festsetzt. Vom Standpunkt der Arbeit aus betrachtet,
erscheint sie also so in dem Produktionsprozeß tätig, daß sie
ihre Verwirklichung in objektiven Bedingungen zugleich als fremde
Realität von sich abstößt und daher sich selbst als substanzlo-
ses, bloß bedürftiges Arbeitsvermögen gegenüber dieser ihr ent-
fremdeten, nicht ihr, sondern andern gehörigen Realität setzt;
daß sie ihre eigne Wirklichkeit nicht als Sein für sich, sondern
als bloßes Sein für andres und daher auch als bloßes Anderssein
oder Sein des andren gegen sie selbst setzt. Dieser Verwirkli-
chungsprozeß ist ebenso der Entwirklichungsprozeß der Arbeit. Sie
setzt sich objektiv, aber sie setzt diese ihre Objektivität als
ihr eignes Nichtsein oder als das Sein ihres Nichtseins - des Ka-
pitals. Sie kehrt in sich zurück als bloße Möglichkeit der Wert-
setzung oder Verwertung; weil der ganze wirkliche Reichtum, die
Welt des wirklichen Werts und ebenso die realen Bedingungen ihrer
eignen ¦¦44¦ Verwirklichung als selbständige Existenzen ihr ge-
genüber gesetzt sind. Es sind die in dem eignen Schoß der leben-
digen Arbeit ruhenden Möglichkeiten, die infolge des
Produktionsprozesses als Wirklichkeiten außer ihr existieren -
aber als ihr f r e m d e W i r k l i c h k e i t e n, die den
Reichtum im Gegensatz zu ihr bilden.
Insofern das Surplusprodukt als Surpluskapital von neuem verwer-
tet wird, von neuem in den Produktionsprozeß und Selbstverwer-
tungsprozeß tritt, teilt es sich 1. in Lebensmittel für die Ar-
beiter zum Austausch gegen das lebendige Arbeitsvermögen; dieser
Teil des K a p i t a l s sei als A r b e i t s f o n d s be-
zeichnet; dieser Arbeitsfonds, der zur Erhaltung des Arbeitsver-
mögens bestimmte Teil - und zur progressiven Erhaltung desselben,
da das Surpluskapital beständig wächst - erscheint jetzt ebenso-
sehr als das Produkt der f r e m d e n Arbeit, dem
K a p i t a l fremden Arbeit, wie 2. die andren Bestandteile
desselben - die sachlichen Bedingungen zur Reproduktion eines
Wertes = diesen Lebensmitteln + einem Surpluswert.
Ferner, wenn dies Surpluskapital betrachtet wird, erscheint die
Teilung des Kapitals in einen konstanten - vor der Arbeit antedi-
luvianisch 114*) existierenden Teil, Rohstoff und Arbeitsinstru-
mente - und einen variablen Teil, nämlich die
-----
114*) vorsintflutlich
#368# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
-----
gegen lebendiges Arbeitsvermögen austauschbaren Lebensmittel,
rein formell, insofern beide gleichmäßig von der Arbeit
g e s e t z t und gleichmäßig von ihr als ihre eignen
V o r a u s s e t z u n g e n gesetzt sind. Diese Teilung des
Kapitals in sich selbst erscheint jetzt vielmehr so, daß das
eigne Produkt der Arbeit - die objektivierte Surplusarbeit - sich
scheidet in zwei Bestandteile - die objektiven Bedingungen für
neue Verwertung der Arbeit (1) und einen Arbeitsfonds zur Erhal-
tung der Möglichkeit dieser lebendigen Arbeit, d. h. des lebendi-
gen Arbeitsvermögens als eines lebendigen (2), aber so, daß das
Arbeitsvermögen sich den als Arbeitsfonds bestimmten Teil seines
eignen Resultats - seines eignen Daseins in objektiver Form - nur
wieder aneignen kann, nur herausbringen kann aus der Form des ihm
gegenüberstehnden fremden Reichtums, indem es nicht nur seinen
Wert reproduziert, sondern auch den Teil des neuen Kapitals ver-
wertet, der die objektiven Bedingungen für die Verwirklichung
neuer Surplusarbeit und Surplusproduktion oder Produktion von
Surpluswerten darstellt. Die Arbeit selbst hat einen neuen fonds
für Anwendung neuer notwendiger Arbeit geschaffen oder, was das-
selbe ist, einen fonds für die Erhaltung neuer lebendiger Ar-
beitsvermögen, Arbeiter, aber zugleich die Bedingung, daß dieser
fonds nur angewendet werden kann, indem neue Surplusarbeit auf
den überschüssigen Teil des Surpluskapitals verwandt wird. In dem
von der Arbeit produzierten Surpluskapital - Surpluswert - ist
also zugleich die reale Notwendigkeit neuer Surplusarbeit ge-
schaffen, und so ist das Surpluskapital selbst die reale Möglich-
keit zugleich neuer Surplusarbeit und neuen Surpluskapitals. Es
zeigt sich hier, wie progressiv die objektive Welt des Reichtums
durch die Arbeit selbst als ihr fremde Macht sich ihr gegenüber
ausweitet und immer breitere und vollere Existenz gewinnt, so daß
relativ, im Verhältnis zu den geschaffnen Werten oder den realen
Bedingungen der Wertschöpfung die bedürftige Subjektivität des
lebendigen Arbeitsvermögens einen immer grelleren Kontrast bil-
det. Je mehr sie sich - die Arbeit sich objektiviert - desto grö-
ßer wird die objektive Welt der Werte, die ihr als fremde - als
fremdes Eigentum - gegenübersteht. Durch die Schöpfung des Sur-
pluskapitals nötigt sich die Arbeit selbst den Zwang der Schöp-
fung abermals neuen Surpluskapitals auf etc. etc.
In bezug auf das ursprüngliche - Nicht-Surpluskapital - hat sich
das Verhältnis insofern für das Arbeitsvermögen verändert, daß 1.
der Teil desselben, der gegen notwendige Arbeit ausgetauscht
wird, von dieser Arbeit selbst reproduziert ist, also nicht mehr
aus der Zirkulation an sie herankömmt, sondern ihr eignes Produkt
ist; und 2. der Teil des Werts, der in Rohmaterial und Instrument
die realen Bedingungen für die Verwertung der lebendigen Arbeit
darstellt, von ihr selbst im Produktionsprozeß erhalten worden
ist; und
#369# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
-----
da jeder Gebrauchswert seiner Natur nach in vergänglichem Mate-
rial besteht, der Tauschwert aber nur im Gebrauchswert da ist,
existiert, ist dies Erhalten = Beschützen vor dem Untergang oder
Negation der vergänglichen Natur der von den Kapitalisten beseß-
nen Werte; daher ihr Setzen als für sich seiender Wert, als
u n v e r g ä n g l i c h e r R e i c h t u m. Als Kapital ist
diese ursprüngliche Summe von Werten daher auch erst im Produkti-
onsprozeß durch die lebendige Arbeit gesetzt worden.
Nun vom Standpunkt des Kapitals aus: Soweit das S u r p l u s-
k a p i t a l betrachtet wird, repräsentiert der Kapitalist für
sich seienden Wert, Geld im dritten Moment, Reichtum, durch
einfache A n e i g n u n g f r e m d e r A r b e i t, indem
jedes Moment des Surpluskapitals, Material, Instrument, Lebens-
mittel sich auflöst in f r e m d e A r b e i t, die der
Kapitalist nicht durch A u s t a u s c h gegen vorhandne Werte
sich angeeignet, sondern die er sich o h n e A u s t a u s c h
angeeignet hat. Allerdings erscheint als u r s p r ü n g l i-
c h e B e d i n g u n g für dieses S u r p l u s k a p i t a l
der Austausch eines T e i l s i h m a n g e h ö r i g e r
W e r t e oder von ihm beseßner v e r g e g e n s t ä n d-
l i c h t e r A r b e i t gegen fremdes lebendiges Arbeitsver-
mögen. Für Bildung von S u r p l u s k a p i t a l I, wenn wir
so das Surpluskapital nennen, wie es aus dem ursprünglichen
Produktionsprozeß herauskommt, d. h. für die A n e i g n u n g
f r e m d e r A r b e i t, v e r g e g e n s t ä n d l i c h-
t e r f r e m d e r A r b e i t, erscheint als Bedingung der
Besitz von W e r t e n auf Seiten des Kapitalisten, von denen
er f o r m e l l austauscht einen Teil gegen das lebendige
Arbeitsvermögen. Wir sagen formell, weil die lebendige Arbeit ihm
auch die a u s g e t a u s c h t e n Werte wiederzugeben 115*),
wieder zu ersetzen hat. Aber sei dem, wie ihm wolle. Jedenfalls
erscheint als Bedingung für Formierung von S u r p l u s k a-
p i t a l I, d.h. für Aneignung fremder Arbeit oder der Werte,
worin sie sich vergegenständlicht hat, der Austausch dem
Kapitalisten gehöriger, von ihm in die Zirkulation geworfner und
von ihm dem lebendigen Arbeitsvermögen zugeführter Werte - von
Werten, die n i c h t aus seinem ¦¦45¦ A u s t a u s c h mit
der lebendigen Arbeit oder nicht von seinem Verhalten als
K a p i t a l zur A r b e i t herrühren.
Denken wir uns nun aber Surpluskapital wieder in den Produktions-
prozeß geworfen, wieder im Austausch seinen Surpluswert realisie-
rend und als neues Surpluskapital von neuem am Beginn eines drit-
ten Produktionsprozesses erscheinend. Dieses S u r p l u s-
k a p i t a l I I hat andre Voraussetzungen wie Surpluskapital
I. Die Voraussetzung des Surpluskapital I waren dem Kapitalisten
angehörige und von ihm in die Zirkulation, exakter in den
Austausch mit lebendigem Arbeitsvermögen geworfne Werte. Die
Voraussetzung von Surpluskapital II ist nichts andres als die
Existenz des Surpluskapital I; d.h. in
-----
115*) IN der Handschrift: wiedergeben
#370# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
-----
andren Worten die Voraussetzung, daß der Kapitalist bereits
fremde Arbeit sich ohne Austausch angeeignet hat. Dies setzt ihn
in den Stand, den Prozeß immer wieder von neuem zu beginnen. Al-
lerdings, um das Surpluskapital II zu schaffen, mußte er einen
Teil des Wertes des Surpluskapitals I in der Form 116*) von Le-
bensmitteln gegen lebendiges Arbeitsvermögen austauschen, aber,
was er so austauschte, waren ursprünglich Werte, die er nicht aus
eignem fonds in die Zirkulation gebracht; sondern fremde verge-
genständlichte Arbeit, die er sich ohne jedes Äquivalent ange-
eignet und die er nun wieder austauscht gegen fremde lebendige
Arbeit, wie auch das Material etc., worin diese neue Arbeit sich
verwirklicht und Surpluswert schafft, ohne Austausch, durch bloße
Aneignung, in seine Hand gekommen sind. V e r g a n g n e
A n e i g n u n g f r e m d e r A r b e i t e r s c h e i n t
j e t z t a l s d i e e i n f a c h e B e d i n g u n g
f ü r n e u e A n e i g n u n g f r e m d e r A r b e i t;
oder, daß fremde Arbeit in objektiver Form, in der Form von exi-
stierenden Werten in seinem Eigentum sich befindet, erscheint als
Bedingung dafür, daß er fremde l e b e n d i g e Arbeitsvermö-
gen - daher Surplusarbeit - Arbeit ohne Äquivalent, sich von
neuem aneignen kann. Daß er bereits als Kapital der lebendigen
Arbeit gegenüberstand, erscheint als einzige Bedingung dafür, daß
er sich nicht nur als Kapital erhält, sondern als wachsendes Ka-
pital wachsend fremde Arbeit ohne Äquivalent a n e i g n e t
oder seine Macht, seine Existenz als Kapital gegenüber dem leben-
digen Arbeitsvermögen ausweitet und anderseits das lebendige Ar-
beitsvermögen in seiner subjektiven, substanzlosen Dürftigkeit
als lebendiges Arbeitsvermögen stets von neuem setzt. Eigentum an
vergangner oder objektivierter fremder Arbeit erscheint als ein-
zige Bedingung für fernere Aneignung gegenwärtiger oder lebendi-
ger fremder Arbeit. Insofern ein Surpluskapital I geschaffen
wurde durch einfachen Austausch zwischen vergegenständlichter Ar-
beit und dem lebendigen Arbeitsvermögen - ein Austausch ganz ge-
gründet auf die Gesetze des Austauschs von Äquivalenten als ge-
schätzt durch die in ihnen enthaltne Quantität Arbeit oder Ar-
beitszeit - und s o f e r n dieser Austausch, juristisch ausge-
drückt, nichts voraussetzte als das Eigentumsrecht eines jeden an
seinen eignen Produkten und die freie Disposition über sie -
insofern aber Verhältnis von Surpluskapital II zu I Konsequenz
daher dieses ersten Verhältnisses ", sehn wir, daß dialektisch
umschlägt, durch eine sonderbare Konsequenz, das Eigentumsrecht
auf Seiten des Kapitals in das Recht auf fremdes Produkt oder in
das Eigentumsrecht auf fremde Arbeit, das Recht, sich fremde Ar-
beit ohne Äquivalent anzueignen, und auf Seiten des Arbeitsvermö-
gens in die Pflicht, sich zu seiner eignen Arbeit oder seinem
eignen Produkt als f r e m d e m E i g e n t u m
-----
116*) In der Handschrift: d. Formen
#371# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
-----
zu verhalten. Das Eigentumsrecht schlägt um in das Recht auf der
einen Seite, sich fremde Arbeit anzueignen, und die Pflicht auf
der andren, das Produkt der eignen Arbeit und die eigne Arbeit
selbst als andern gehörige Werte zu respektieren. Der Austausch
von Äquivalenten aber, der als die ursprüngliche Operation er-
schien, die das Eigentumsrecht juristisch ausdrückte, hat sich so
gedreht, daß auf der einen Seite nur zum Schein ausgetauscht
wird, indem der gegen lebendiges Arbeitsvermögen ausgetauschte
Teil des Kapitals erstens selbst f r e m d e A r b e i t ist,
angeeignet ohne Äquivalent, und zweitens m i t e i n e m
S u r p l u s v o m A r b e i t s v e r m ö g e n e r-
s e t z t w e r d e n m u ß, also in fact nicht fortgegeben
wird, sondern nur aus einer Form in die andre verwandelt wird.
Das Verhältnis des Austauschs ist also gänzlich weggefallen oder
ist b l o ß e r S c h e i n. Ferner erschien ursprünglich das
Eigentumsrecht gegründet auf die eigne Arbeit. Eigentum erscheint
jetzt als Recht auf fremde Arbeit und als Unmöglichkeit der
Arbeit, sich ihr eignes Produkt anzueignen. Die völlige Trennung
zwischen Eigentum und noch mehr Reichtum und Arbeit erscheint
jetzt als Konsequenz des Gesetzes, das von ihrer Identität
ausging.
Endlich als Resultat des Produktions- und Verwertungsprozesses
erscheint vor allem die Reproduktion und Neuproduktion des
V e r h ä l t n i s s e s v o n K a p i t a l u n d A r-
b e i t s e l b s t, von K a p i t a l i s t u n d A r-
b e i t e r. Dies soziale Verhältnis, Produktionsverhältnis,
erscheint in fact als ein noch wichtigeres Resultat des Prozesses
als seine materiellen Resultate. Und zwar produziert innerhalb
dieses Prozesses der Arbeiter sich selbst als Arbeitsvermögen und
das ihm gegenüberstehende Kapital, wie andrerseits der Kapitalist
sich produziert als Kapital und das ihm gegenüberstehende leben-
dige Arbeitsvermögen. Jedes reproduziert sich selbst, indem es
sein andres, seine Negation reproduziert. Der Kapitalist produ-
ziert die Arbeit als fremde; die Arbeit produziert das Produkt
als fremdes. Der Kapitalist produziert den Arbeiter und der Ar-
beiter den Kapitalisten etc.
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