Quelle: MEW 42 Marx: Ökonomische Manuskripte 1857/1858


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       #315# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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       [Zweiter Abschnitt: Der Zirkulationsprozeß des Kapitals]
       
       [Reproduktion und Akkumulation des Kapitals]
       
       ¦¦15¦ Wir haben nun gesehn, wie durch den  V e r w e r t u n g s-
       p r o z e ß das  Kapital 1.  seinen Wert  erhalten hat  durch den
       Austausch selbst  (nämlich den  mit der  lebendigen  Arbeit);  2.
       vermehrt, Surpluswert geschaffen. Als Resultat dieser Einheit von
       Produktions- und  Verwertungsprozeß erscheint nun das Produkt des
       Prozesses, d.h. das Kapital selbst, wie es als Produkt aus dem
       
       #316# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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       Prozesse hervorgeht,  dessen Voraussetzung  es war - als Produkt,
       das Wert  ist, oder  der   W e r t   selbst erscheint als Produkt
       dieses Prozesses,  und zwar  ein   h ö h e r e r   W e r t,  weil
       mehr vergegenständlichte  Arbeit enthaltend  als der, von dem ur-
       sprünglich  ausgegangen  worden.  Dieser  Wert  als  solcher  ist
       G e l d.   Indes ist  dies nur   a n   s i c h   der Fall; es ist
       nicht als solches gesetzt; was zunächst  g e s e t z t  ist, vor-
       handen ist, ist eine Ware von einem bestimmten (ideellen) Preise,
       d.h., die  nur ideell  als eine bestimmte Geldsumme existiert und
       die sich  erst im  Austausch als  solche    r e a l i s i e r e n
       soll, also  erst wieder  in den  Prozeß der einfachen Zirkulation
       eingehn muß, um als  G e l d  gesetzt zu werden. Wir kommen daher
       jetzt zur   d r i t t e n   S e i t e   d e s  P r o z e s s e s,
       worin das Kapital als solches gesetzt wird.
       3. Genau betrachtet erscheint nämlich der  V e r w e r t u n g s-
       p r o z e ß   des Kapitals  - und  das Geld  wird nur  zu Kapital
       durch den  Verwertungsprozeß -  zugleich als  sein   E n t w e r-
       t u n g s p r o z e ß,   its demonetisation  1*). Und  zwar  nach
       doppelter Seite  hin. Erstens, soweit das Kapital nicht die abso-
       lute  Arbeitszeit   vermehrt,  sondern  die  relative  notwendige
       Arbeitszeit  vermindert   durch  Vermehrung  der  Produktivkraft,
       reduziert es  die Produktionskosten seiner selbst - soweit es als
       bestimmte Summe  von Waren  vorausgesetzt war, seinen Tauschwert:
       Ein Teil  des bestehenden Kapitals wird beständig entwertet durch
       Verminderung der  Produktionskosten,  zu  denen  es    r e p r o-
       d u z i e r t   werden kann; nicht durch Verminderung der Arbeit,
       die in ihm vergegenständlicht ist, sondern der lebendigen Arbeit,
       die nun  nötig ist,  um sich in diesem bestimmten Produkt zu ver-
       gegenständlichen. Diese  beständige ¦¦16¦  Entwertung des    b e-
       s t e h e n d e n   Kapitals gehört  nicht hierher;  da sie schon
       das Kapital  fertig voraussetzt. Sie ist hier nur zu notieren, um
       anzudeuten, wie  das Spätere  schon im  allgemeinen  Begriff  des
       Kapitals enthalten. Gehört in die Lehre von der Konzentration und
       Konkurrenz der Kapitalien. - Die  E n t w e r t u n g,  um die es
       sich hier handelt, ist die, daß das Kapital aus der Form von Geld
       in die  einer   W a r e   übergegangen ist,  eines Produkts,  das
       einen bestimmten  Preis hat,  der   r e a l i s i e r t    werden
       soll. Als  Geld existierte  es als    W e r t.    Jetzt    e x i-
       s t i e r t   es als Produkt und nur ideell als Preis; aber nicht
       als   W e r t   a l s   solcher. Um  sich zu   v e r w e r t e n,
       i.e., als  Wert zu erhalten und zu vervielfältigen, müßte es erst
       aus der  Form  von  Geld  übergehn  in  die  von  Gebrauchswerten
       (Rohmaterial - Instrument - Arbeitslohn); dadurch aber verlöre es
       die   F o r m   als Wert und muß nun von neuem in die Zirkulation
       treten, um  diese Form  des allgemeinen  Reichtums von  neuem  zu
       setzen. Es  ist jetzt  nicht mehr einfach als Austauschender, daß
       der Kapitalist in den Zirkulationsprozeß tritt, sondern
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       1*) seine Außerkurssetzung
       
       #317# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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       als   P r o d u z e n t   gegenüber den andren Austauschenden als
       K o n s u m e n t e n.   Sie sollen  Geld austauschen,  um  seine
       Ware für  ihre Konsumtion  zu erhalten,  während er  sein Produkt
       austauscht, um  ihr Geld  zu  erhalten.  Gesetzt,  dieser  Prozeß
       scheitre -  und durch die bloße Trennung ist die Möglichkeit die-
       ses Scheiterns  im einzelnen Fall gegeben -, so hat sich das Geld
       des Kapitalisten  in ein  wertloses Produkt  verwandelt und nicht
       nur keinen  neuen Wert  gewonnen, sondern  seinen  ursprünglichen
       verloren. Dies  mag aber  der   F a l l  sein oder nicht - jeden-
       falls bildet  die Entwertung ein Moment des Verwertungsprozesses;
       was schon  einfach darin  liegt, daß das Produkt des Prozesses in
       seiner unmittelbaren  Form nicht   W e r t  ist, sondern erst von
       neuem in die Zirkulation eintreten muß, um als solcher realisiert
       zu werden.  Wenn also durch den Produktionsprozeß das Kapital als
       Wert und  Neuwert reproduziert  ist, so  zugleich als  N i c h t-
       w e r t   gesetzt, als  erst zu   v e r w e r t e n d   d u r c h
       d e n   A u s t a u s c h.   Die 3  Prozesse, deren  Einheit  das
       Kapital bildet, sind äußerliche, Zeit und Raum nach außereinander
       liegend. Als  solcher ist  der Übergang  aus  dem  einen  in  den
       andern, d.h.,  ihre Einheit  in bezug  auf die  einzelnen Kapita-
       listen betrachtet,  zufällig. Sie existieren  u n a b h ä n g i g
       nebeneinander, trotz ihrer  i n n e r n  E i n h e i t  und jeder
       als Voraussetzung des andern. Im großen und ganzen muß diese sich
       bewähren, soweit das Ganze der Produktion auf dem Kapital beruht,
       also es  die notwendigen  Momente  seiner  Selbstgestaltung  alle
       realisieren  muß  und  die  Bedingungen  für  die  Verwirklichung
       derselben enthalten.  Auf dem  Punkt, zu  dem wir  bis jetzt noch
       gekommen, erscheint  das Kapital  noch nicht  als die Zirkulation
       (den Austausch)  selbst bedingend,  sondern bloß  als Moment der-
       selben, und  grade aufhörend  Kapital zu  sein in dem Augenblick,
       worin es  in sie  eingeht. Als  Ware überhaupt  teilt das Kapital
       jetzt  das   Schicksal  der   Ware;  es  wird  zufällig,  ob  sie
       ausgetauscht wird  oder nicht  gegen Geld; ob ihr  P r e i s  re-
       alisiert wird oder nicht realisiert wird.
       Im Produktionsprozeß selbst - wo das Kapital fortwährend als Wert
       vorausgesetzt blieb  - erschien seine  V e r w e r t u n g  gänz-
       lich abhängig  nur vom Verhältnis seiner als vergegenständlichter
       Arbeit zur  lebendigen Arbeit;  d.h. vom  Verhältnis des Kapitals
       zur Lohnarbeit. Aber jetzt als Produkt, als Ware erscheint es ab-
       hängig von der Zirkulation, die außerhalb dieses Prozesses liegt.
       (In der Tat, wie wir gesehn haben, in ihn als ihren Grund zurück-
       geht, aber ebensosehr aus ihm wieder hervorgeht.) Als Ware muß es
       1. Gebrauchswert und als solcher Gegenstand des Bedürfnisses, Ob-
       jekt der  Konsumtion sein;  2. gegen  sein Äquivalent - in Geld -
       umgetauscht werden.  Im Verkauf kann sich erst der Neuwert reali-
       sieren.
       Wenn es  früher vergegenständlichte  Arbeit zum Preis von 100 Ta-
       lern enthielt  und jetzt zum Preis von 110 (der Preis nur in Geld
       das Maß der vergegenständlichten
       
       #318# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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       Arbeit ausdrückend),  so muß sich dies herausstellen dadurch, daß
       sich die  nun in der produzierten Ware enthaltne austauscht gegen
       110 Taler. Zunächst ist das Produkt soweit entwertet, insofern es
       überhaupt ausgetauscht  werden muß  gegen Geld, um seine Form als
       Wert wieder zu erhalten.
       Innerhalb des  Produktionsprozesses erschien die Verwertung gänz-
       lich identisch  mit der  Produktion von Surplusarbeit (der Verge-
       genständlichung von  Surpluszeit) und daher ohne weitre  G r e n-
       z e n   als die,  die innerhalb  dieses  Prozesses  selbst  teils
       vorausgesetzt, teils  gesetzt werden;  die aber  immer so  als zu
       überwältigende   S c h r a n k e n   in ihm  gesetzt sind.  Jetzt
       erscheinen Schranken  desselben, die  außerhalb desselben liegen.
       Zunächst, ganz oberflächlich betrachtet, ist die Ware nur Tausch-
       wert, insofern sie zugleich  G e b r a u c h s w e r t,  d.h. Ob-
       jekt der Konsumtion ist (hier noch ganz gleichgültig, welcher Art
       von Konsumtion);  sie hört auf, Tauschwert zu sein, wenn sie auf-
       hört, Gebrauchswert  zu sein  (da sie  noch nicht wieder als Geld
       existiert, sondern  in bestimmter  mit ihrer natürlichen Qualität
       zusammenfallenden Daseinsweise). Ihre erste Schranke ist also die
       K o n s u m t i o n   selbst -  das    B e d ü r f n i s    f ü r
       s i e . (Von einem  n i c h t  z a h l u n g s f ä h i g e n  Be-
       dürfnis, d.h.  einem Bedürfnis  nach einer Ware, das nicht selbst
       eine Ware  oder Geld im Austausch zu geben ¦¦17¦ hätte, kann nach
       den bisherigen  Voraussetzungen noch  in keiner  Weise  die  Rede
       sein.) Zweitens  aber muß  ein Äquivalent  für sie vorhanden sein
       und, da  ursprünglich die  Zirkulation als  feste Größe vorausge-
       setzt war  - als  von einem bestimmten Umfang ", andrerseits aber
       das Kapital  im Produktionsprozeß  einen Neuwert  geschaffen hat,
       scheint für  diesen in  der Tat kein Äquivalent vorhanden sein zu
       können.
       Indem also das Kapital aus dem Produktionsprozeß heraus- und wie-
       der in  die Zirkulation  hereintritt, scheint  es a)  als  P r o-
       d u k t i o n   eine Schranke an der vorhandnen Größe der  K o n-
       s u m t i o n   zu finden  -  oder  der    K o n s u m t i o n s-
       f ä h i g k e i t.  Als  ein bestimmter  Gebrauchswert ist  seine
       Quantität bis  zu einem  gewissen Punkt  gleichgültig; allein auf
       einem bestimmten  Grade -  da es  nur  ein  bestimmtes  Bedürfnis
       befriedigt -  hört es  auf, für die Konsumtion erheischt zu sein.
       Als  b e s t i m m t e r,  e i n s e i t i g e r,  q u a l i t a-
       t i v e r   Gebrauchswert, z.  B. Getreide,  ist seine  Quantität
       selbst nur  bis zu  einem gewissen Grade gleichgültig; ist es nur
       in bestimmter Quantität erheischt; d.h. in einem gewissen  M a ß.
       Dies Maß  aber ist  gegeben teils  durch die  Qualität seiner als
       Gebrauchswert -  seine  s p e z i f i s c h e  Nützlichkeit, Ver-
       wendbarkeit -,  teils die  Anzahl der Austauschenden, die ein Be-
       dürfnis  haben   nach  dieser  bestimmten  Konsumtion.  Zahl  der
       Konsumenten multipliziert  mit der  Größe ihres  Bedürfnisses für
       dieses  s p e z i f i s c h e  Produkt. Der Gebrauchswert an sich
       hat nicht die Maßlosigkeit des
       
       #319# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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       Werts als solchen. Nur bis zu einem gewissen Grade können gewisse
       Gegenstände konsumiert  werden und  sind sie  Gegenstände des Be-
       dürfnisses. Z.B.: Es wird nur bestimmte Quantum Getreide verzehrt
       etc. Als   G e b r a u c h s w e r t   hat  daher das  Produkt in
       sich selbst  eine Schranke  - eben  die Schranke des Bedürfnisses
       danach ",  die aber  nicht am  Bedürfnis des Produzenten, sondern
       dem Gesamtbedürfnis  der Austauschenden nun gemessen wird. Wo der
       Bedarf von  einem bestimmten  Gebrauchswert aufhört, hört es auf,
       Gebrauchswert zu  sein. Als  Gebrauchswert ist  es gemessen durch
       den Bedarf  für ihn.  Sobald es  aber aufhört,  Gebrauchswert  zu
       sein, hört  es auf, Gegenstand der Zirkulation zu sein (sofern es
       nicht Geld  ist), b) Als  N e u w e r t  und   W e r t  überhaupt
       aber scheint  es Schranke  zu haben  an der Größe  v o r h a n d-
       n e r   Ä q u i v a l e n t e,  zunächst Geld, nicht als Zirkula-
       tionsmittel, sondern als Geld. Der Surpluswert (versteht sich vom
       ursprünglichen von  selbst) erheischt ein Surplusäquivalent. Dies
       erscheint jetzt als zweite Schranke.
       c) Ursprünglich erschien  das Geld  - d.h.  der Reichtum als sol-
       cher, d.h.  der in  und durch  den Austausch  gegen   f r e m d e
       v e r g e g e n s t ä n d l i c h t e   A r b e i t  existierende
       Reichtum - in sich zusammenzufallen, soweit es nicht fortging zum
       Austausch gegen   f r e m d e   l e b e n d i g e    A r b e i t,
       d.h. zum Produktionsprozeß. Die Zirkulation war unfähig, sich aus
       sich selbst  zu erneuern. Andrerseits erscheint jetzt der Produk-
       tionsprozeß in a fix, soweit er nicht fähig, in den Zirkulations-
       prozeß überzugehen.  Das Kapital als auf der Lohnarbeit beruhende
       Produktion setzt die Zirkulation als notwendige Bedingung und Mo-
       ment der ganzen Bewegung voraus. Diese bestimmte Form der Produk-
       tion setzt voraus diese bestimmte Form des Austauschs, der in der
       Geldzirkulation seinen  Ausdruck findet. Um sich zu erneuern, muß
       das ganze  Produkt in Geld verwandelt werden; nicht wie auf früh-
       ren Stufen  der Produktion, wo der Austausch nur die überflüssige
       Produktion und die überflüssigen Produkte ergreift; sie aber kei-
       neswegs in ihrer Totalität.
       Dies sind  nun die Widersprüche, wie sie sich einer einfachen ob-
       jektiven, unparteiischen Auffassung von selbst darbieten. Wie sie
       in der  auf dem  Kapital beruhenden Produktion beständig aufgeho-
       ben, aber  auch beständig wieder erzeugt - und nur gewaltsam auf-
       gehoben werden  (obgleich dies  Aufheben bis  zu  einem  gewissen
       Punkt bloß  als ruhige  Ausgleichung erscheint),  ist eine  andre
       Frage. Das  wichtige ist zunächst, die Existenz dieser Widersprü-
       che zu konstatieren. Alle Widersprüche der Zirkulation leben wie-
       der auf in neuer Form. Das Produkt als Gebrauchswert steht im Wi-
       derspruch mit  sich als  Wert; d. Insoweit es in einer bestimmten
       Qualität, als eine spezifische Sache da ist, Produkt von bestimm-
       ten natürlichen  Eigenschaften, als  Substanz des Bedürfnisses im
       Widerspruch mit seiner Substanz, die es als Wert exklusiv in der
       
       #320# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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        v e r g e g e n s t ä n d l i c h t e n   A r b e i t   besitzt.
       Diesmal aber ist dieser Widerspruch gesetzt nicht mehr wie in der
       Zirkulation nur  so, daß  er   e i n   b l o ß  f o r m e l l e r
       U n t e r s c h i e d   ist, sondern  das Gemessensein  durch den
       Gebrauchswert ist  hier fest  bestimmt als das Gemessensein durch
       das Gesamtbedürfnis  der Austauschenden  für dies  Produkt - d.h.
       durch das  Quantum der Gesamtkonsumtion. Diese erscheint hier als
       M a ß   für es als Gebrauchswert und daher auch als  T a u s c h-
       w e r t.   In der  einfachen Zirkulation  war es einfach zu über-
       setzen aus  der Form  des besondren  Gebrauchswerts  in  die  des
       Tauschwerts. Seine  Schranke  erschien  nur  darin,  daß  es  als
       erstrer, durch  seine n   a t ü r l i c h e  B e s c h a f f e n-
       h e i t   in einer  besondren Form  statt in  der  Wertform  exi-
       stierte, in  der es  gegen alle  andren Waren direkt austauschbar
       war. Jetzt aber ist gesetzt, daß in seiner  n a t ü r l i c h e n
       B e s c h a f f e n h e i t   selbst das   M a ß   seines Vorhan-
       enseins gegeben  ist. Um  in die  allgemeine  Form  übersetzt  zu
       werden, darf  der Gebrauchswert nur in einer bestimmten Quantität
       vorhanden sein;  einer   Q u a n t i t ä t,   deren Maß  nicht in
       d e r   i n  i h m  v e r g e g e n s t ä n d l i c h t e n  A r-
       b e i t   liegt, sondern aus  s e i n e r  N a t u r  a l s  G e-
       b r a u c h s w e r t,   und  zwar    a l s    G e b r a u c h s-
       w e r t   f ü r   a n d r e   hervorgeht. Andrerseits, der Wider-
       spruch früher,  daß das für sich seiende ¦¦18¦ Geld dazu fortgehn
       mußte, sich  gegen die  lebendige Arbeit auszutauschen, erscheint
       nun noch  größer, indem  das Surplusgeld, um als solches zu sein,
       oder der  Surpluswert sich gegen Surpluswert austauschen muß. Hat
       als Wert seine Schranke also ebensosehr an der fremden Produktion
       wie als Gebrauchswert an der fremden Konsumtion; hier sein Maß an
       dem Quantum  des Bedarfs für das spezifische Produkt, dort an dem
       Quantum   v e r g e g e n  s t ä n d l i c h t e r   A r b e i t,
       das in  der Zirkulation existiert. Die Gleichgültigkeit des Werts
       als solchen  gegen den  Gebrauchswert ist damit ebenso in falsche
       Position gebracht  wie andrerseits  die Substanz  und das Maß des
       Werts als vergegenständlichte Arbeit überhaupt.
       {Es kann  noch nicht  auf das  Verhältnis von  Nachfrage, Zufuhr,
       Preisen übergegangen  werden, die  in ihrer eigentlichen Entwick-
       lung das  Kapital voraussetzen.  Soweit Nachfrage  und Zufuhr ab-
       strakte Kategorien  sind, noch keine bestimmten ökonomischen Ver-
       hältnisse ausdrücken, sind sie vielleicht schon bei der einfachen
       Zirkulation oder Produktion zu betrachten?}
       Worauf es  hier ankommt  - wo der allgemeine Begriff des Kapitals
       betrachtet wird,  daß es  d i e s e  E i n h e i t  v o n  P r o-
       d u k t i o n   u n d   V e r w e r t u n g   nicht    u n m i t-
       t e l b a r   ist, sondern  nur als ein  P r o z e ß,  der an Be-
       dingungen geknüpft ist, und wie er erschien,  ä u ß e r l i c h e
       Bedingungen.
       {Wir haben  vorhin bei dem Verwertungsprozeß des Kapitals gesehn,
       wie er  den  e i n f a c h e n  P r o d u k t i o n s p r o z e ß
       als früher entwickelt unterstellt. So
       
       #
       #321# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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       wird es  sich mit   N a c h f r a g e  u n d  Z u f u h r  soweit
       verhalten, als  im einfachen  Austausch Bedürfnis für das Produkt
       vorausgesetzt wird.  Das   e i g n e   Bedürfnis des  Produzenten
       (des unmittelbaren)  als Bedürfnis  andrer Nachfrage. Es muß sich
       bei dieser  Entwicklung selbst  ergeben, was  ihr    v o r a u s-
       g e s e t z t   werden muß,  und das ist dann alles später in die
       ersten Kapitel zu werfen.}
       Die Schöpfung  von  a b s o l u t e m  M e h r w e r t  durch das
       Kapital -  mehr vergegenständlichte  Arbeit -  hat zur Bedingung,
       daß sich der Zirkel der Zirkulation erweitert, und zwar beständig
       erweitert. Der  an einem  Punkt geschaffne   M e h r w e r t  er-
       heischt die Schöpfung des Mehrwerts an einem  a n d r e n  Punkt,
       gegen den  er sich  austausche; wenn auch nur zunächst Produktion
       von mehr  Gold und  Silber, mehr  Geld, so daß, wenn der Mehrwert
       nicht unmittelbar  wieder zu  Kapital werden kann, er in der Form
       des Geldes  als Möglichkeit  von neuem  Kapital  existiert.  Eine
       Bedingung der  auf dem  Kapital basierten  Produktion  ist  daher
       d i e   P r o d u k t i o n   e i n e s   s t e t s    e r w e i-
       t e r t e n   Z i r k e l s   d e r   Z i r k u l a t i o n,  sei
       es, daß  der Kreis direkt erweitert wird  o d e r  d a ß  m e h r
       P u n k t e     i n    d e m s e l b e n    a l s    P r o d u k-
       t i o n s p u n k t e   g e s c h a f f e n   w e r d e n.    Er-
       schien die  Zirkulation zunächst  als gegebne Größe, so erscheint
       sie hier  als  bewegte  und  durch  die  Produktion  selbst  sich
       ausdehnende. Danach erscheint sie schon selbst als ein Moment der
       Produktion. Wie  das Kapital  daher einerseits  die Tendenz  hat,
       stets mehr  Surplusarbeit zu  schaffen, so  die ergänzende,  mehr
       Austauschpunkte  zu   schaffen;  d.h.  hier  vom  Standpunkt  des
       a b s o l u t e n   Mehrwerts oder  Surplusarbeit aus,  mehr Sur-
       plusarbeit als  Ergänzung zu  sich selbst  hervorzurufen; au fond
       2*) die  auf dem  Kapital basierte  Produktion oder  die ihm ent-
       sprechende Produktionsweise  zu  propagieren.  Die  Tendenz,  den
       W e l t m a r k t   zu schaffen,  ist unmittelbar  im Begriff des
       Kapitals selbst  gegeben. Jede  Grenze  erscheint  als  zu  über-
       windende Schranke.  Zunächst, jedes  Moment der Produktion selbst
       dem Austausch  zu unterwerfen  und  das  Produzieren  von  unmit-
       telbaren, nicht  in  den  Austausch  eingehenden  Gebrauchswerten
       aufzuheben, d.h. eben, auf dem Kapital basierte Produktion an die
       Stelle früherer,  von seinem  Standpunkt aus  naturwüchsiger Pro-
       duktionsweisen zu  setzen. Der  H a n d e l  erscheint hier nicht
       mehr als  zwischen den  selbständigen Produktionen  zum Austausch
       ihres Uberflusses  vorgehende Funktion,  sondern  als  wesentlich
       allumfassende Voraussetzung und Moment der Produktion selbst.
       Of course  3*), alle  auf den unmittelbaren Gebrauchswert gerich-
       tete Produktion vermindert ebensosehr die Zahl der Austauschenden
       wie die  Summe der  Tauschwerte überhaupt, die in Zirkulation ge-
       worfen werden,  und vor  allem die  Produktion von Surpluswerten.
       Hence the tendency of capital 1. to continually
       -----
       2*) im Grunde - 3*) Selbstverständlich
       
       #322# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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       enlarge the  periphery of  circulation; 2. to transform it at all
       points into production carried on by capital. 4*)
       Andrerseits,  die  Produktion  von    r e l a t i v e m    S u r-
       p l u s w e r t,   d.h. die  auf Vermehrung  und Entwicklung  der
       Produktivkräfte gegründete  Produktion von Surpluswert, erheischt
       Produktion neuer  Konsumtion;  daß  sich  der  konsumtive  Zirkel
       innerhalb der  Zirkulation ebenso  erweitert wie  vorhin der pro-
       duktive Zirkel. Erstens: Quantitative Erweiterung der bestehenden
       Konsumtion; zweitens:  Schaffen neuer  Bedürfnisse  dadurch,  daß
       vorhandne in  einem größren  Kreis propagiert  werden;   d r i t-
       t e n s:   Produktion   n e u e r  Bedürfnisse und Entdeckung und
       Schöpfung neuer  Gebrauchswerte. Dies  in andren  Worten, daß die
       gewonnene Surplusarbeit  nicht bloß quantitatives Surplus bleibt,
       sondern zugleich  der Kreis  der  qualitativen  Unterschiede  der
       Arbeit (damit  der  Surplusarbeit)  beständig  vermehrt,  mannig-
       faltiger gemacht,  in sich  selbst mehr  differenziert wird. Z.B.
       braucht durch Verdopplung der Produktivkraft nur mehr ein Kapital
       von 50  angewandt zu  werden, wo  früher eins von 100, so daß ein
       Kapital von  50 und  die ihm entsprechende notwendige Arbeit frei
       wird; so  ¦¦19¦ muß  für die freigewordnen Kapital und Arbeit ein
       neuer, qualitativ  verschiedner Produktionszweig  geschaffen wer-
       den, der  neues Bedürfnis  befriedigt und  hervorbringt. Der Wert
       der alten  Industrie wird  erhalten [dadurch],  daß fund  5*) für
       eine neue geschaffen wird, wo sich das Verhältnis des capital und
       labour 6*)  in einer  n e u e n  Form setzt. Also Explorieren der
       ganzen Natur,  um neue  nützliche Eigenschaften der Dinge zu ent-
       decken; universeller Austausch der Produkte aller fremden Klimate
       und Länder; neue Zubereitungen (künstliche) der Naturgegenstände,
       wodurch ihnen neue Gebrauchswerte gegeben werden. {Die Rolle, die
       der   L u x u s   bei den  Alten im  Unterschied zu  den Modernen
       spielt, später  to allude  to 7*).} Die Exploration der Erde nach
       allen Seiten  sowohl um  neue brauchbare Gegenstände zu entdecken
       wie neue Gebrauchseigenschaften der alten; wie neue Eigenschaften
       derselben als  Rohstoffe etc.;  die Entwicklung  der Naturwissen-
       schaft daher  zu ihrem  höchsten Punkt;  ebenso  die  Entdeckung,
       Schöpfung und Befriedigung neuer aus der Gesellschaft selbst her-
       vorgehenden Bedürfnisse;  die Kultur  aller Eigenschaften des ge-
       sellschaftlichen Menschen  und Produktion desselben als möglichst
       Bedürfnisreichen,  weil  Eigenschafts-  und  Beziehungsreichen  -
       seine Produktion  als möglichst  totales und universelles Gesell-
       schaftsprodukt - (denn um nach vielen Seiten hin zu genießen, muß
       er genußfähig, also zu
       -----
       4*) Folglich die  Tendenz von  Kapital, 1. kontinuierlich den Um-
       fang der Zirkulation zu erweitern; 2. sie [die Produktion] an al-
       len  Punkten  in  eine  vom  Kapital  betriebene  umzuwandeln.  -
       5*) Fonds - 6*) Arbeit - 7*) davon zu sprechen
       
       #323# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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       einem hohen Grad kultiviert sein) - ist ebenso eine Bedingung der
       auf das  Kapital gegründeten  Produktion. Es  ist dies  nicht nur
       Teilung der  Arbeit, dies  Schaffen neuer Produktionszweige, d.h.
       qualitativ neuer Surpluszeit; sondern das Abstoßen der bestimmten
       Produktion von  sich selbst  als Arbeit  von neuem Gebrauchswert;
       Entwicklung von einem stets sich erweiternden und umfassenden Sy-
       stem von  Arbeitsarten, Produktionsarten,  denen ein stets erwei-
       tertes und reichres System von Bedürfnissen entspricht.
       Wie also die auf das Kapital gegründete Produktion einerseits die
       universelle Industrie  schafft -  d. h. Surplusarbeit, wertschaf-
       fende Arbeit  ", so  anderseits ein  System der  allgemeinen  Ex-
       ploitation der  natürlichen und  menschlichen Eigenschaften,  ein
       System der  allgemeinen Nützlichkeit,  als dessen Träger die Wis-
       senschaft selbst so gut erscheint wie alle physischen und geisti-
       gen  Eigenschaften,  während  nichts  als    A n - s i c h - H ö-
       h e r e s,  Für-sich-selbst-Berechtigtes, außer diesem Zirkel der
       gesellschaftlichen  Produktion   und  Austauschs   erscheint.  So
       schafft das  Kapital erst  die bürgerliche  Gesellschaft und  die
       universelle Aneignung der Natur wie des gesellschaftlichen Zusam-
       menhangs selbst  durch die  Glieder der  Gesellschaft. Hence  the
       great civilising influence of capital 8*); seine Produktion einer
       Gesellschaftsstufe, gegen  die alle  frühren nur als  l o k a l e
       E n t w i c k l u n g e n   der Menschheit  und als    N a t u r-
       i d o l a t r i e   9*) erscheinen.  Die  Natur  wird  erst  rein
       Gegenstand für  den Menschen,  rein Sache  der Nützlichkeit; hört
       auf, als Macht für sich anerkannt zu werden; und die theoretische
       Erkenntnis ihrer  selbständigen Gesetze  erscheint selbst nur als
       List, um sie den menschlichen Bedürfnissen, sei es als Gegenstand
       des Konsums,  sei es  als Mittel  der Produktion, zu unterwerfen.
       Das Kapital  treibt dieser  seiner Tendenz nach ebensosehr hinaus
       über nationale  Schranken und  Vorurteile wie über Naturvergötte-
       rung  und  überlieferte,  in  bestimmten  Grenzen  selbstgenügsam
       eingepfählte Befriedigung vorhandner Bedürfnisse und Reproduktion
       alter  Lebensweise.  Es  ist  destruktiv  gegen  alles  dies  und
       beständig revolutionierend, alle Schranken niederreißend, die die
       Entwicklung der Produktivkräfte, die Erweiterung der Bedürfnisse,
       die Mannigfaltigkeit  der Produktion und die Exploitation und den
       Austausch der Natur- und Geisteskräfte hemmen.
       Daraus aber,  daß das  Kapital jede  solche Grenze  als  Schranke
       setzt und  daher  i d e e l l  darüber weg ist, folgt keineswegs,
       daß es  sie  r e a l  überwunden hat, und da jede solche Schranke
       seiner Bestimmung  widerspricht, bewegt  sich seine Produktion in
       Widersprüchen, die  beständig überwunden,  aber ebenso  beständig
       gesetzt werden.  Noch mehr. Die Universalität, nach der es unauf-
       haltsam
       -----
       8*) Dadurch der  große  zivilisierende  Einfluß  des  Kapitals  -
       9*) Vergötterung der Natur
       
       #324# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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       aufhaltsam hintreibt,  findet Schranken  an seiner  eignen Natur,
       die auf einer gewissen Stufe seiner Entwicklung es selbst als die
       größte Schranke  dieser Tendenz  werden erkennen lassen und daher
       zu seiner Aufhebung durch es selbst hintreiben.
       Die Ökonomen,  die wie  Ricardo, die  Produktion als  unmittelbar
       identisch mit  der Selbstverwertung des Kapitals auffassen - also
       unbekümmert, sei  es um  die Schranken  der Konsumtion, sei es um
       die existierenden  Schranken der  Zirkulation selbst,  soweit sie
       auf allen  Punkten Gegenwerte darstellen muß, nur die Entwicklung
       der Produktivkräfte  und das  Wachstum der industriellen Bevölke-
       rung im  Auge halten  - die Zufuhr ohne Rücksicht auf Nachfrage -
       haben daher  das positive Wesen des Kapitals richtiger gefaßt und
       tiefer, als  die, wie  Sismondi die  Schranken der Konsumtion und
       des vorhandnen Kreises der Gegenwerte betonen, obgleich der letz-
       tre tiefer  die Borniertheit der auf das Kapital gegründeten Pro-
       duktion, ihre  negative Einseitigkeit  begriffen hat.  Der erstre
       mehr seine  universelle Tendenz,  der zweite  seine besondre  Be-
       schränktheit. Der  ganze Streit,  ob  Ü b e r p r o d u k t i o n
       möglich und notwendig auf dem Standpunkt des Kapitals, dreht sich
       darum, ob  der Verwertungsprozeß  des Kapitals  in der Produktion
       unmittelbar seine  Verwertung in  der Zirkulation setzt; ob seine
       ¦¦20¦ im   P r o d u k t i o n s p r o z e ß  gesetzte Verwertung
       seine   r e a l e   Verwertung ist.  Ricardo hat natürlich auch a
       suspicion 10*), daß der  T a u s c h w e r t nicht Wert außer dem
       Austausch ist  und sich nur als Wert durch den Austausch bewährt;
       aber er betrachtet die Schranken, die die Produktion so antrifft,
       als zufällig,  Schranken, die überwunden werden. Er faßt also das
       Überwundenwerden solcher  Schranken selbst in dem Wesen des Kapi-
       tals, obgleich er oft in der Ausführung absurd wird; während Sis-
       mondi umgekehrt nicht nur das Antreffen der Schranke betont, son-
       dern das  Schaffen derselben  durch das Kapital selbst, das so in
       Widersprüche gerät,  von denen  er ahnt,  daß sie zu seinem down-
       break 11*) führen müssen. Er möchte daher von außen Schranken der
       Produktion setzen  durch Sitte, Gesetz etc., die eben als nur äu-
       ßere und künstliche Schranken notwendig vom Kapital über den Hau-
       fen geworfen  werden. Andrerseits  hat Ricardo  und  seine  ganze
       Schule die  wirklichen   m o d e r n e n   K r i s e n,  in denen
       dieser Widerspruch des Kapitals [sich] in großen Ungewittern ent-
       ladet, die mehr und mehr es selbst als Grundlage der Gesellschaft
       und Produktion selbst bedrohn, niemals begriffen.
       Die Versuche,  die vom  orthodox ökonomischen  Standpunkt gemacht
       worden sind,  um a l l g e m e i n e  Ü b e r p r o d u k t i o n
       in einem  gegebnen Moment  zu leugnen,  sind in der Tat kindisch.
       Entweder, sieh z.B. MacCulloch, um die auf
       -----
       10*) einen Verdacht - 11*) Niedergang
       
       #325# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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       das   K a p i t a l   g e g r ü n d e t e   Produktion zu retten,
       wird von all ihren spezifischen Eigenschaften abgesehn, ihren Be-
       griffsbestimmungen und  sie umgekehrt als einfache Produktion für
       den  u n m i t t e l b a r e n  G e b r a u c h s w e r t  aufge-
       faßt. Von den wesentlichen Verhältnissen gänzlich abstrahiert. In
       fact, um sie von Widersprüchen zu reinigen, wird sie gradezu fal-
       lengelassen und  negiert. -  Oder wie  z.B. Mill,  scharfsinniger
       (nachgemacht von  dem faden  Say):   Z u f u h r   und   N a c h-
       f r a g e   seien identisch, müßten sich daher entsprechen. [193]
       Die Zufuhr sei nämlich eine Nachfrage, gemessen durch ihr eigenes
       Quantum. Hier  große Konfusion: 1. diese Identität von Zufuhr, so
       daß sie  eine Nachfrage  ist, gemessen durch ihr eigenes Quantum,
       nur wahr,  soweit sie   T a u s c h w e r t   =  einem bestimmten
       Quantum vergegenständlichter  Arbeit. Insofern  ist sie  das  Maß
       ihrer eignen  Nachfrage -  was den   W e r t   betrifft. Aber als
       solcher Wert  wird sie  erst realisiert durch den Austausch gegen
       G e l d   und als  Austauschobjekt gegen  Geld hängt  sie 2.  von
       ihrem   G e b r a u c h s w e r t  ab; als Gebrauchswert aber von
       der Masse  vorhandner Bedürfnisse für sie, Bedarfs derselben. Als
       Gebrauchswert aber  ist sie  absolut nicht  gemessen durch die in
       ihr vergegenständlichte  Arbeitszeit, sondern wird ein Maßstab an
       sie angelegt, der außerhalb ihrer Natur als Tauschwert liegt.
       Oder es  wird weiter gesagt: Die  Z u f u h r  s e l b s t  i s t
       N a c h f r a g e   f ü r   e i n   b e s t i m m t e s    P r o-
       d u k t   von   g e w i s s e m   W e r t  (der in dem verlangten
       Quantum des  Produkts sich  ausdrückt). Wenn  also das zugeführte
       Produkt unverkäuflich,  so dies  der Beweis,  daß zu viel von der
       zugeführten und  zu wenig  von der  Ware produziert  ist, die der
       Zuführer nachfragt.  Also sei nicht allgemein Überproduktion vor-
       handen, sondern  Überproduktion in  einem oder  einigen Artikeln,
       aber Unterproduktion in andren. Dabei wird dann wieder vergessen,
       daß das,  was das  produzierende Kapital  verlangt, nicht ein be-
       stimmter Gebrauchswert ist, sondern  W e r t  für sich, also Geld
       - Geld  nicht in  der Bestimmung  von Zirkulationsmittel, sondern
       als allgemeine  Form des Reichtums oder Form der Realisierung des
       Kapitals nach  der einen Seite, Rückgang in seinen ursprünglichen
       schlafenden Zustand  nach der andren. Die Behauptung aber, daß zu
       w e n i g   G e l d   produziert werde,  heißt in der Tat nichts,
       als was  behauptet wird, daß die Produktion nicht mit der Verwer-
       tung zusammenfalle,  also Ü b e r p r o  d u k t i o n  ist oder,
       was dasselbe  ist, nicht in Geld verwandelbare, nicht in  W e r t
       verwandelbare Produktion;  nicht in  der Zirkulation  sich bewäh-
       rende. Hence  the illusion  12*) der  Geldkünstler (auch Proudhon
       etc.), daß  Mangel an   Z i r k u l a t i o n s m i t t e l n   -
       wegen der  Kostbarkeit des  Geldes -  vorhanden sei und mehr Geld
       künstlich geschaffen  werden muß.  (Sieh  auch  die  Birminghamer
       [194], die Gemini [195] z.B.)
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       12*) Daher die Illusion
       
       #326# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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       Oder es  wird  gesagt,  daß,  vom    g e s e l l s c h a f t l i-
       c h e n   S t a n d p u n k t  b e t r a c h t e t,  P r o d u k-
       t i o n   u n d   K o n s u m t i o n  dasselbe sei, also nie ein
       Überschuß oder  Mißverhältnis zwischen  beiden stattfinden könne.
       Unter gesellschaftlichem  Standpunkt wird  hier  die  Abstraktion
       verstanden,  die   eben  von  der  bestimmten  gesellschaftlichen
       Gliederung und  Verhältnissen   a b s i e h t  und daher auch von
       den Widersprüchen,  die aus ihr hervorgehn. Sehr richtig hat z.B.
       schon Storch   [196] gegen Say [197] bemerkt, daß ein großer Teil
       der Konsumtion  nicht Konsumtion  für den  unmittelbaren Gebrauch
       ist, sondern  Konsumtion im Produktionsprozeß, z.B. Konsumtion in
       Maschinen, Kohlen, Öl, notwendigen Gebäuden etc. Diese Konsumtion
       ¦¦21¦ ist keineswegs identisch mit der Konsumtion, um die es sich
       hier handelt.  Ebenso haben  Malthus  [198]  und  Sismondi  [199]
       richtig bemerkt,  daß z.B. die Konsumtion der Arbeiter keineswegs
       eine an  sich   b e f r i e d i g e n d e    Konsumtion  für  den
       Kapitalisten.
       Es wird  hier das  Moment der  Verwertung gänzlich herausgeworfen
       und Produktion  und Konsumtion sich einfach gegenübergestellt, d.
       h. direkt auf den  G e b r a u c h s w e r t,  also nicht auf das
       Kapital basierte  Produktion vorausgesetzt.  Oder  s o z i a l i-
       s t i s c h   ausgedrückt. Arbeit  und Austausch der Arbeit, i.e.
       Produktion und  Austausch derselben  (Zirkulation) sei  der ganze
       Prozeß; wie  könne da anders als aus Versehn, schiefer Berechnung
       Mißverhältnis  hervorgehn?   Die  Arbeit   wird  hier  nicht  als
       Lohnarbeit noch  das Kapital  als Kapital  betrachtet. Einerseits
       die Resultate  der auf  das Kapital gegründeten Produktion mitge-
       nommen;  anderseits   die  Voraussetzung   und  Bedingung  dieser
       Resultate geleugnet - die notwendige Arbeit als durch und für die
       Surplusarbeit gesetzte Arbeit. Oder - Ricardo [200] z.B. - da die
       Produktion selbst durch die Produktionskosten geregelt, reguliere
       sie sich  selbst, und  wenn ein  Produktionszweig sich nicht ver-
       werte, entziehe  sich ihm das Kapital zu gewissem Grade und werfe
       sich auf  andren Punkt,  wo es  nötig. Aber  abgesehn davon,  daß
       diese Notwendigkeit der Ausgleichung selbst die Ungleichheit, die
       Disharmonie und  daher den  Widerspruch  v o r a u s s e t z t  -
       in allgemeiner Krise der Überproduktion ist der Widerspruch nicht
       zwischen den verschiednen Arten des produktiven Kapitals, sondern
       zwischen dem  industriellen und  loanable 13*) Kapital - zwischen
       dem Kapital,  wie es  als in  den Produktionsprozeß direkt invol-
       viert und  wie es  als Geld selbständig (relativement 14*)) außer
       demselben erscheint.  Endlich:  p r o p o r t i o n a t e  p r o-
       d u c t i o n 15*) [46]  (dies liegt  auch schon in Ricardo etc.)
       bloß, wenn  die Tendenz  des Kapitals,  sich  in  richtigen  Pro-
       portionen zu  verteilen, so ebensosehr seine notwendige Tendenz -
       da es  Surplusarbeit maßlos  anstrebt, Surplusproduktivität, Sur-
       pluskonsum etc. - über die Proportion hinauszutreiben.
       -----
       13*) verleihbaren -  14*) verhältnismäßig  -  15*)  proportionale
       Produktion
       
       #327# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
       -----
       (In der   K o n k u r r e n z   erscheint diese innre Tendenz des
       Kapitals als ein Zwang, der ihm von  f r e m d e m  Kapital ange-
       tan wird  und der es vorantreibt über die richtige Proportion mit
       beständigem Marche,  marche! 16*)  Die freie Konkurrenz, wie Herr
       Wakefield 17*)  in seinem  Kommentar  zu  Smith  richtig  heraus-
       wittert, [201]  ist   n o c h   n i e   entwickelt worden von den
       Ökonomen, soviel  von ihr  geschwatzt wird  und  sosehr  sie  die
       Grundlage der  ganzen bürgerlichen,  auf dem  Kapital  beruhenden
       Produktion. Sie ist nur negativ verstanden worden: d.h. als Nega-
       tion von  Monopolen, Korporation,  gesetzlichen Regulationen etc.
       Als Negation  der feudalen Produktion. Sie muß aber doch auch et-
       was   f ü r  s i c h  sein, da bloß 0 leere Negation ist, Abstra-
       hieren von  einer Schranke, die z.B. in der Form von Monopol, na-
       türlichen Monopolen  etc. sofort  wieder aufersteht.  Begrifflich
       ist die   K o n k u r r e n z   nichts  als die  innre  N a t u r
       d e s   K a p i t a l s,   seine wesentliche Bestimmung, erschei-
       nend und realisiert als Wechselwirkung der vielen Kapitalien auf-
       einander,  die   innre  Tendenz  als  äußerliche  Notwendigkeit.)
       (Kapital existiert  und kann nur existieren als viele Kapitalien,
       und seine  Selbstbestimmung erscheint  daher  als  Wechselwirkung
       derselben aufeinander.) Das Kapital ist ebensosehr das beständige
       Setzen als  Aufheben der  P r o p o r t i o n a t e  P r o d u c-
       t i o n.  Die existierende Proportion muß immer aufgehoben werden
       durch das  Schaffen von  Surpluswerten und  Vermehrung  der  Pro-
       duktivkräfte.  Diese   Forderung   aber,   daß   die   Produktion
       g l e i c h z e i t i g   und   s i m u l t a n e o u s l y  18*)
       erweitert werden soll in  d e r s e l b e n  P r o p o r t i o n,
       legt äußerliche  Forderungen an  das Kapital,  die keineswegs aus
       ihm selbst  hervorgehn; zugleich  treibt das  Herausgehn aus  der
       gegebnen Proportion  in  einem  Produktionszweig  19*)  alle  aus
       derselben heraus und in ungleichen Proportionen. Bisher (denn wir
       sind noch  nicht bei  der Bestimmung  des Kapitals  als  c a p i-
       t a l   c i r c u l a n t  angelangt und haben noch auf der einen
       Seite die  Zirkulation, auf  der andren  das  Kapital,  oder  die
       Produktion als  Voraussetzung derselben  oder Grund,  woraus  sie
       hervorgeht)  hat   die  Zirkulation   schon  vom  Standpunkt  der
       Produktion aus  das Verhältnis zur Konsumtion und Produktion - in
       andren Worten  Surplusarbeit als Gegenwert und Spezifizierung der
       Arbeit in immer reichrer Form.
       In dem einfachen Begriff des Kapitals müssen  a n  s i c h  seine
       zivilisierenden Tendenzen  etc. enthalten sein; nicht, wie in den
       bisherigen Ökonomien,  bloß als  äußerliche Konsequenzen erschei-
       nen. Ebenso die Widersprüche, die später freiwerden, schon latent
       in ihm nachgewiesen werden.
       Bisher haben wir bei dem Verwertungsprozeß bloß die Gleichgültig-
       keit der
       -----
       16*) Marsch, marsch!  - 17*) in der Handschrift: Wakley - 18*) in
       derselben Zeit - 19*) in der Handschrift: einer Produktionsweise
       
       #328# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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       einzelnen Momente  gegeneinander; daß sie sich innerlich bedingen
       und äußerlich  suchen; aber finden können oder nicht, decken kön-
       nen oder  nicht, entsprechen können oder nicht. Die innre Notwen-
       digkeit des  Zusammengehörigen und  seine gleichgültige selbstän-
       dige Existenz  gegeneinander schon  Grund¦¦22¦lage von Widersprü-
       chen.
       Indes sind  wir noch  keineswegs fertig. Der Widerspruch zwischen
       der Produktion  und Verwertung - deren Einheit das Kapital seinem
       Begriff nach ist - muß noch immanenter gefaßt werden als bloß die
       gleichgültige, scheinbar  unabhängige Erscheinung  der  einzelnen
       Momente des  Prozesses oder  vielmehr der Totalität von Prozessen
       gegeneinander.
       Um der  Sache näherzukommen:  D'abord there is a limit, not inhe-
       rent to  production generally, but to production founded on capi-
       tal 20*),  und diese  limit 21*)  ist doppelt  oder vielmehr die-
       selbe, nach  zwei Richtungen hin betrachtet. Es genügt hier nach-
       zuweisen, daß das Kapital eine  b e s o n d r e  Beschränkung der
       Produktion enthält  - die  seiner allgemeinen  Tendenz, über jede
       Schranke derselben  fortzutreiben, widerspricht  ", um die Grund-
       lage der   Ü b e r p r o d u k t i o n,  den Grundwiderspruch des
       entwickelten Kapitals,  aufgedeckt zu  haben; um überhaupt aufge-
       deckt zu  haben, daß  es nicht,  wie  die  Ökonomen  meinen,  die
       a b s o l u t e  Form für die Entwicklung der Produktivkräfte ist
       - absolute Form dafür wie Form des Reichtums, die absolut mit der
       Entwicklung der  Produktivkräfte zusammenfiele.  Die  Stufen  der
       Produktion, die  dem Kapital  vorhergehn, erscheinen,  vom Stand-
       punkt desselben  aus betrachtet,  als ebensoviel Fesseln der Pro-
       duktivkräfte. Es  selbst aber,  richtig verstanden, erscheint als
       Bedingung für  die Entwicklung  der Produktivkräfte,  solange sie
       eines äußern  Sporns bedürfen,  der zugleich  als  ihr  Zaum  er-
       scheint. Disziplin derselben, die überflüssig und lästig wird auf
       einer gewissen  Höhe ihrer  Entwicklung; ganz  ebensogut wie  die
       Korporationen etc.  Diese immanenten Grenzen müssen mit der Natur
       des Kapitals, mit seinen wesentlichen Begriffsbestimmungen selbst
       zusammenfallen. Diese notwendigen limits sind:
       1. Die   n o t w e n d i g e  A r b e i t  als Grenze des Tausch-
       werts des  lebendigen Arbeitsvermögens oder des Salairs der indu-
       striellen Bevölkerung;
       2. Der  S u r p l u s w e r t  als Grenze der Surplusarbeitszeit;
       und, in  bezug auf  die relative Surplusarbeitszeit, als Schranke
       der Entwicklung der Produktivkräfte;
       3. Was dasselbe  ist, die   V e r w a n d l u n g   i n  G e l d,
       der Tauschwert  überhaupt als Grenze der Produktion; oder der auf
       den Wert gegründete Austausch oder
       -----
       20*) Zunächst gibt es eine Beschränkung, die nicht der Produktion
       im allgemeinen, jedoch der auf Kapital gegründeten Produktion in-
       newohnt - 21*) Beschränkung
       
       #329# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
       -----
       der auf  den Austausch gegründete Wert als Grenze der Produktion.
       Es ist dies:
       4. wieder dasselbe  als   B e s c h r ä n k u n g   d e r  P r o-
       d u k t i o n   v o n   G e b r a u c h s w e r t e n   durch den
       Tauschwert; oder  daß der reale Reichtum eine  b e s t i m m t e,
       von ihm  selbst verschiedne  Form, also  nicht  absolut  mit  ihm
       identische Form  annehmen muß, um überhaupt Objekt der Produktion
       zu werden.
       Anderseits geht  aus der   a l l g e m e i n e n    T e n d e n z
       d e s   K a p i t a l s   hervor (dasselbe,  was in der einfachen
       Zirkulation so  erschien, daß das Geld als Zirkulationsmittel als
       bloß verschwindend,  ohne selbständige  Notwendigkeit  und  darum
       nicht als  Grenze und  Schranke erschien), daß es vergißt und ab-
       strahiert von der:
       1. notwendigen  Arbeit als  Grenze des Tauschwerts des lebendigen
       Arbeitsvermögens; 2. dem Surpluswert als Grenze der Surplusarbeit
       und Entwicklung  der Produktivkräfte;  3. dem Geld als Grenze der
       Produktion; 4.  der Beschränkung der Produktion von Gebrauchswer-
       ten durch den Tauschwert.
       Hinc   22*)    die   Überproduktion:    d.h.    die    plötzliche
       E r i n n e r u n g  aller dieser notwendigen Momente der auf das
       Kapital gegründeten  Produktion; daher  allgemeine Entwertung in-
       folge des  Vergessens derselben. Zugleich damit Aufgabe dem Kapi-
       tal gestellt,  von einem höhern Grade der Entwicklung der Produk-
       tivkräfte aus  etc., von neuem seinen Versuch zu beginnen mit im-
       mer größrem collapse 23*)  a l s  K a p i t a l.  Klar daher, daß
       je höher die Entwicklung des Kapitals, es um so mehr als Schranke
       der Produktion  - und  daher auch der Konsumtion erscheint, abge-
       sehn von  den andren  Widersprüchen, die  es als lästige Schranke
       der Produktion und des Verkehrs erscheinen lassen.
       {Das ganze   K r e d i t w e s e n,   und  damit zusammenhängende
       overtrading 24*),  overspeculation 25*) etc.  beruht auf der Not-
       wendigkeit, die  Schranke der Zirkulation und der Austauschsphäre
       zu erweitern  und überspringen. Kolossaler, klassischer erscheint
       dies im  Verhältnis von Völkern als im Verhältnis von Individuen.
       So  z.B.   die   Engländer   gezwungen,   fremden   Nationen   zu
       l e i h e n,   um sie  zu ihren  customers 26*) zu haben. Au fond
       tauscht der  englische Kapitalist  aus mit  dem  p r o d u k t i-
       v e n   englischen Kapital  doppelt, 1.  als er  selbst,  2.  als
       Yankee etc.  oder unter welcher andren Form er sein Geld placiert
       hat.}
       {Kapital als  S c h r a n k e  d e r  P r o d u k t i o n  findet
       sich angedeutet: z.B. Hodgskin:
       
       "In dem  gegenwärtigen Zustand vermehrt jede Akkumulation von Ka-
       pital die  Masse Profit,  die dem  Arbeiter abgefordert wird, und
       beseitigt alle jene Arbeit, die bloß dem
       -----
       22*) Daher   -   23*) Zusammenbruch   -   24*) Überproduktion   -
       25*) Überspekulation - 26*) Käufern
       
       #330# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
       -----
       Arbeiter eine bequeme Existenz verschaffen würde ...  P r o f i t
       als Schranke der Produktion." (IX, p. 46.) [202]
       
       Durch den foreign trade 27*) die Schranke der Austauschsphäre er-
       weitert und  den Kapitalisten möglich gemacht, mehr Surplusarbeit
       zu konsumieren:
       
       "In einer  Reihe von Jahren kann die Welt nicht mehr von uns neh-
       men, als  wir von der Welt nehmen können. Selbst die Profite, die
       unsere Kaufleute  im auswärtigen  Handel machen, werden durch die
       Konsumenten der  Waren bezahlt,  die dafür  eingehen. Auswärtiger
       Handel [ist]  bloßer Tauschhandel  und als  solcher Austausch für
       Bequemlichkeit und Vergnügen des Kapitalisten. ¦¦23¦ Aber er kann
       Gebrauchsgegenstände nur bis zu einem gewissen Grade konsumieren.
       Er tauscht  Baumwollwaren aus gegen Weine und Seiden fremder Län-
       der. Aber  diese   s t e l l e n    e b e n s o    n u r    d i e
       M e h r a r b e i t   u n s e r e r   e i g e n e n    B e v ö l-
       k e r u n g   d a r,   wie die  Tuche und  Baumwollwaren, und auf
       diese Weise   w i r d   d i e   z e r s t ö r e n d e   M a c h t
       d e s   K a p i t a l i s t e n   ü b e r  d i e  M a ß e n  g e-
       s t e i g e r t.   Damit ist  die  Natur    ü b e r l i s t e t."
       ("Source and Remedy" etc. p. 27, 28.) [203]
       
       Inwiefern der  Glut 28*)  zusammenhängt mit  der  S c h r a n k e
       der notwendigen Arbeit:
       
       "Eine vermehrte Nachfrage der Arbeiter bedeutet bloß die Neigung,
       selbst weniger  zu nehmen  und einen größeren Anteil ihren Anwen-
       dern zu überlassen; und wenn man sagt,  d a ß  d i e s  d u r c h
       V e r m i n d e r u n g     d e r    K o n s u m t i o n    d e n
       Ü b e r f l u ß   v e r m e h r t,   kann ich  nur sagen,   d a ß
       Ü b e r f l u ß   d a n n   g l e i c h b e d e u t e n d   i s t
       m i t   h o h e n   P r o f i t e n."   ("Enquiry"  etc.,  London
       1821, p. 12.) [204]
       
       Hierin die eine Seite des Widerspruchs vollständig ausgedrückt.
       
       "Die Praxis,  die Arbeit an dem Punkt zu stoppen, wo sie über die
       Erhaltungskosten des  Arbeiters hinaus einen Profit für den Kapi-
       talisten produzieren  kann, im Gegensatz zum Naturgesetz, das die
       Produktion regelt." (H[odgskin,] 45, IX.) [205]
       "Je mehr  das Kapital  akkumuliert wird,  desto mehr  w ä c h s t
       d i e     G e s a m t s u m m e    d e s    g e f o r d e r t e n
       P r o f i t s;     so   entsteht   ein      k ü n s t l i c h e s
       H e m m n i s  für Produktion und Bevölkerung." (H[odgskin,] 46.)
       
       Die Widersprüche  zwischen dem  Kapital als Produktionsinstrument
       überhaupt und Produktionsinstrument von value 29*), so entwickelt
       von Malthus: (X, 40 sqq.):
       
       "Profite werden  unabänderlich am   W e r t   und  niemals an der
       M e n g e   gemessen... Der   R e i c h t u m  eines Landes hängt
       zum Teil  von der  Q u a n t i t ä t  d e r  P r o d u k t e  ab,
       die durch  seine Arbeit  erlangt wird,  und zum  Teil  von  einem
       s o l c h e n   A n p a s s e n   d i e s e r   Q u a n t i t ä t
       a n   d i e   B e d ü r f n i s s e    u n d    K a u f k r a f t
       d e r  v o r h a n d e n e n  B e v ö l k e r u n g,  das berech-
       net ist,  ihr Wert  zu verleihen. Nichts ist sicherer, als daß er
       [der Reichtum]  nicht durch einen dieser Faktoren allein bestimmt
       ist. Aber  vielleicht am engsten sind Reichtum und Wert verbunden
       in
       -----
       27*) Außenhandel - 28*) Überfluß - 29*) Wert
       
       #331# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
       -----
       d e r  N o t w e n d i g k e i t  d e s  l e t z t e r e n  f ü r
       d i e   P r o d u k t i o n  d e s  e r s t e r e n.  Der für Wa-
       ren festgesetzte  Wert, d.  h., das Opfer an Arbeit, das die Men-
       schen zu  bringen bereit  sind, um  sie [die  Waren] zu erwerben,
       kann nach  Lage der  Dinge  als    n a h e z u    e i n z i g e r
       G r u n d   für die  Existenz des Reichtums bezeichnet werden ...
       Die Nachfrage  nach Konsumgütern,  nur veranlaßt  durch Arbeiter,
       die mit  produktiver  Arbeit  beschäftigt  sind,  kann  für  sich
       a l l e i n  nie ein Motiv für die Akkumulation und Anwendung von
       Kapital bilden  ...    D i e    P r o d u k t i o n s k r ä f t e
       a l l e i n   s i c h e r n   d i e  S c h a f f u n g  e i n e s
       e n t s p r e c h e n d e n  G r a d e s  v o n  R e i c h  t u m
       e b e n s o w e n i g   w i e   d a s    W a c h s t u m    d e r
       B e v ö l k e r u n g.   Was dazu  gehört, ist   e i n e   s o l-
       c h e   V e r t e i l u n g   d e r   P r o d u k t e   und  eine
       solche Anpassung  dieser Produkte  an die Bedürfnisse derjenigen,
       die sie  konsumieren sollen,  daß    d e r    T a u s c h w e r t
       d e r   g a n z e n  M a s s e  beständig vergrößert wird, d. h.,
       die Produktionskräfte werden nur voll in Bewegung gesetzt von der
       ungehemmten Nachfrage  nach allem,  was produziert  wird ... Dies
       wird zwar  einerseits hervorgebracht  durch beständig  neue Indu-
       striezweige (und   w e c h s e l s e i t i g e   Erweiterung  der
       alten), wodurch  die alten  neue   M ä r k t e  erhalten etc. Die
       Produktion schafft  in der  Tat selbst  Nachfrage, indem sie mehr
       Arbeiter employiert  in demselben  Geschäftszweig  und  neue  Ge-
       schäftszweige schafft,  wo neue Kapitalisten wieder neue Arbeiter
       employieren und  zugleich Markt  wechselseitig für die alten wer-
       den; aber  die durch  den produktiven Arbeiter selbst geschaffene
       Nachfrage kann  niemals eine   a u s r e i c h e n d e  Nachfrage
       sein, da  sie nicht  das volle  Ausmaß dessen erfaßt, was er pro-
       duzierte. Wenn  sie das  täte, gäbe es keinen Profit und folglich
       kein Motiv,  ihn [den Arbeiter] anzuwenden. Gerade das Vorhanden-
       sein  eines   Profits  von   irgendeiner  Ware   setzt    e i n e
       N a c h f r a g e   v o r a u s   a u ß e r h a l b    d e r j e-
       n i g e n   d e s   A r b e i t e r s,   d e r    s i e    p r o-
       d u z i e r t   h a t."   "Beide, Arbeiter und Kapital, können im
       Übermaß vorhanden  sein im  Vergleich zu der Möglichkeit, sie mit
       Vorteil anzuwenden." [206]}
       
       {Zu bemerken  für 3., wozu wir bald fortgehn werden, daß die vor-
       läufige Akkumulation,  als die  das Kapital  der Arbeit gegenüber
       erscheint und  wodurch es  command 30*)  über sie  ist,  zunächst
       nichts ist als surplus labour 31*) selbst in der Form von surplus
       produce 32*), andrerseits Anweisung auf fremde co-existing labour
       [207].}
       Es handelt sich hier, of course 33*), noch nicht darum, die Über-
       produktion in  ihrer Bestimmtheit  zu entwickeln, sondern nur die
       Anlage dazu,  wie sie  primitiv im Verhältnis des Kapitals selbst
       gesetzt ist. Wir haben daher auch noch hier wegzulassen die Rück-
       sicht auf die andren besitzenden und konsumierenden etc. Klassen,
       die nicht  produzieren, sondern von ihrer Revenue leben, also mit
       dem Kapital  austauschen; Tauschzentren für es bilden. Wir können
       nur soweit teilweis Rücksicht auf sie nehmen (aber besser bei der
       A k k u m u l a t i o n), als sie für die historische Bildung des
       Kapitals most important 34*).
       Bei der  auf Sklaverei  basierten Produktion,  so gut wie bei der
       patriarchalisch
       -----
       30*) Gewalt -  31*) Mehrarbeit -  32*) Mehrprodukt - 33*) selbst-
       verständlich - 34*) äußerst wichtig
       
       #332# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
       -----
       ländlich-industriellen, wo  der größte Teil der Bevölkerung durch
       seine Arbeit unmittelbar den größten Teil seines Bedürfnisses be-
       friedigt, ist  der Kreis  der Zirkulation und des Austauschs sehr
       verengert, und  bei der  ersten namentlich  kommt der  Sklave als
       A u s t a u s c h e n d e r   gar nicht in Betracht. Aber bei der
       auf das  Kapital gegründeten Produktion ist auf allen Punkten die
       Konsumtion durch  den Austausch vermittelt und hat die Arbeit nie
       unmittelbaren Gebrauchswert für den Arbeitenden. Ihre ¦¦24¦ ganze
       Basis ist die Arbeit als Tauschwert und Tauschwert schaffend.
       Well. D'abord 35*)
       der Lohnarbeiter  im Unterschied vom Sklaven ist selbst ein selb-
       ständiges Zentrum  der Zirkulation,  ein Austauschender,  Tausch-
       wertsetzender  und   durch  den   Austausch  Erhaltender.    E r-
       s t e n s:   Durch den  Austausch zwischen dem Teil des Kapitals,
       der als  Salair bestimmt  ist, und dem lebendigen Arbeitsvermögen
       ist der   T a u s c h w e r t   dieses  Teils  des  Kapitals  un-
       mittelbar gesetzt,  bevor das Kapital wieder aus dem Produktions-
       prozeß heraus  in die Zirkulation eintritt, oder dies kann selbst
       als Akt der Zirkulation noch begriffen werden.  Z w e i  t e n s:
       Mit Ausnahme  seiner eignen Arbeiter erscheint jedem Kapitalisten
       gegenüber die  Gesamtmasse aller andren Arbeiter nicht als Arbei-
       ter, sondern als Konsumenten; Besitzer von Tauschwerten (Salair),
       Geld, das  sie gegen  seine Ware austauschen. Sie sind ebensoviel
       Zentren der Zirkulation, von denen der Akt des Austauschs ausgeht
       und der  Tauschwert des  Kapitals erhalten wird. Sie bilden einen
       proportionell sehr  großen Teil  - obgleich not quite so great as
       is generally imagined 36*), wenn man die eigentlich industriellen
       Arbeiter im  Auge hält - der Konsumenten. Je größer ihre Anzahl -
       die Anzahl  der industriellen  Bevölkerung -  und die Masse Geld,
       worüber sie  zu verfügen  haben, desto größer die Austauschsphäre
       für das  Kapital. Wir  haben gesehn, daß es die Tendenz des Kapi-
       tals, die  Masse der industriellen Bevölkerung möglichst zu stei-
       gern.
       
       January. (1858)
       Eigentlich geht uns hier das Verhältnis des einen Kapitalisten zu
       den Arbeitern  der   a n d r e n   Kapitalisten noch  gar  nichts
       [an]. Es  zeigt nur  die Illusion jedes Kapitalisten, ändert aber
       nichts am Verhältnis von Kapital überhaupt zu Arbeit. Jeder Kapi-
       talist weiß  von seinem  Arbeiter, daß er ihm gegenüber nicht als
       Produzent dem  Konsumenten [gegenüber]  steht und wünscht, seinen
       Konsum, i. e. seine Tauschfähigkeit, sein Salair möglichst zu be-
       schränken. Er  wünscht sich  natürlich die  Arbeiter der   a n d-
       r e n  Kapitalisten als möglichst große
       -----
       35*) Gut. Zunächst - 36*) nicht ganz so groß, wie allgemein ange-
       nommen wird
       
       #333#
       -----
       Seite 24 des Heftes IV
       
       #334#
       -----
       
       #335# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
       -----
       Konsumenten   s e i n e r   Ware. Aber  das Verhältnis  j e d e s
       Kapitalisten zu   s e i n e n   Arbeitern ist das  V e r h ä l t-
       n i s   ü b e r h a u p t v o n    K a p i t a l    u n d    A r-
       b e i t,   das wesentliche  Verhältnis. Die  Illusion aber - wahr
       für den einzelnen Kapitalisten im Unterschied von allen andren -,
       daß   a u ß e r   s e i n e n   Arbeitern die  ganze  übrige  Ar-
       beiterklasse ihm  gegenübersteht  als    K o n s u m e n t    und
       A u s t a u s c h e r,   nicht als Arbeiter - Geldspendender 37*)
       -, entsteht  eben dadurch.  Es wird  vergessen, daß,  wie Malthus
       sagt,
       
       "allein die  Existenz eines  Profits auf irgendeinen Gebrauchsge-
       genstand   e i n e   N a c h f r a g e   a u ß e r   d e r  d e s
       A r b e i t e r s   v o r a u s s e t z t,   der  ihn  produziert
       hat, und  daher    k a n n    d i e    N a c h f r a g e    d e s
       A r b e i t e r s   s e l b s t   n i e m a l s   e i n e  a u s-
       r e i c h e n d e  N a c h f r a g e  s e i n".  [208]
       
       Da eine  Produktion die  andre in  Bewegung setzt  und sich daher
       Konsumenten  in  den  Arbeitern  des    f r e m d e n    Kapitals
       schafft, so   e r s c h e i n t   für  jedes einzelne Kapital die
       Nachfrage der Arbeiterklasse, die durch die Produktion selbst ge-
       setzt ist, als "adequate demand" 38*). Diese durch die Produktion
       selbst gesetzte Nachfrage treibt sie voran über die  P r o p o r-
       t i o n,  worin sie in bezug auf die  Arbeiter produzieren müßte,
       einerseits;  muß  sie  darüber  hinaustreiben;  andrerseits  ver-
       schwindet oder  schrumpft zusammen die Nachfrage  e x t e r i o r
       t o   t h e   d e m a n d   o f   t h e   l a b o u r e r  h i m-
       s e l f  39*), so tritt der collapse 40*) ein. Das Kapital selbst
       betrachtet  dann  die    N a c h f r a g e    d u r c h    d i e
        A r b e i t e r   -  i. e.  das Zahlen des Salairs, worauf diese
       Nachfrage beruht  - nicht  als Gewinn, sondern als Verlust. D.h.,
       das   i m m a n e n t e    V e r h ä l t n i s    z w i s c h e n
       K a p i t a l   u n d   A r b e i t   macht sich  geltend.    E s
       i s t   h i e r   w i e d e r   d i e  K o n k u r r e n z  d e r
       K a p i t a l i e n,   ihre  Gleichgültigkeit  gegeneinander  und
       Selbständigkeit voneinander, die dazu führt, daß das einzelne Ka-
       pital  sich   zu  den  Arbeitern  des  totalen  übrigen  Kapitals
       n i c h t  a l s  A r b e i t e r n  verhält: Hinc über die rich-
       tige Proportion  hinausgetrieben wird.  Es unterscheidet eben das
       Kapital von  dem Herrschaftsverhältnis,  daß der  A r b e i t e r
       ihm als  Konsument und Tauschwertsetzender gegenübertritt, in der
       Form des   G e l d b e s i t z e n d e n,   des Geldes, einfaches
       Zentrum der  Zirkulation - eins der unendlich vielen Zentren der-
       selben wird,  worin seine  Bestimmtheit als  Arbeiter ausgelöscht
       ist.
       {Es ist ganz dasselbe mit der durch die Produktion selbst erzeug-
       ten Nachfrage  für Rohmaterial, Halbfabrikat, Maschinerie, Kommu-
       nikationsmittel und die in der Produktion verbrauchten Hülfsmate-
       rialien von  Farbstoffen, Kohle, Talg, Seife etc. Diese Nachfrage
       als zahlende,  Tauschwert setzende  ist adäquat und genügend, so-
       lange die  Produzenten unter  sich selbst austauschen. Ihre Inad-
       äquatheit zeigt  sich, sobald das schließliche Produkt an dem un-
       mittelbaren
       -----
       37*) Geldverausgabender (engl.:  to spend)  -  38*) "ausreichende
       Nachfrage" -  39*) außer der  Nachfrage des  Arbeiters  selbst  -
       40*) Zusammenbruch
       
       #336# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
       -----
       und  schließlichen   Konsum  seine  Grenze  findet.  Auch  dieser
       S c h e i n,   der über  die richtige Proportion hinaustreibt, im
       Wesen des  Kapitals begründet,  das, wie bei der Konkurrenz näher
       zu entwickeln,  sich von sich repeliierendes 41*), viele gänzlich
       gegeneinander gleichgültige Kapitalien  i s t.  Insofern der eine
       Kapitalist vom  andren   k a u f t,   Ware kauft  oder  verkauft,
       stehn sie im einfachen Tauschverhältnis; verhalten sich nicht als
       Kapital zueinander.  Die  r i c h t i g e  (eingebildete) Propor-
       tion, worin  sie gegeneinander austauschen müssen, um schließlich
       als Kapital  sich verwerten  zu können,  liegt  a u ß e r h a l b
       ihrer Beziehung aufeinander.}
       Zunächst: Das Kapital zwingt die Arbeiter hinaus über die notwen-
       dige Arbeit  zur Surplusarbeit.  Nur so  verwertet  es  sich  und
       schafft Surpluswert. Aber andrerseits setzt es die notwendige Ar-
       beit nur,   s o w e i t   und  i n s o f e r n  sie Surplusarbeit
       ist  und   diese    r e a l i s i e r b a r    ist  als    S u r-
       p l u s w e r t.   Es setzt  also die Surplusarbeit als Bedingung
       für  die   notwendige  und   den  Surpluswert   als  Grenze   für
       vergegenständlichte Arbeit,  Wert überhaupt. Sobald es die erstre
       42*) nicht  setzen kann, setzt es die letztre 43*) nicht, und auf
       seiner Grundlage kann nur es sie setzen. Es beschränkt also - wie
       die Engländer  sich ausdrücken  durch artificial check 44*) - Ar-
       beit und  Wertschöpfung, und zwar aus demselben Grunde, warum und
       insofern es  Surplusarbeit und  Surpluswert setzt.  Es setzt also
       seiner Natur  nach ¦¦25¦  eine   S c h r a n k e   für Arbeit und
       Wertschöpfung, die  im Widerspruch  mit seiner Tendenz steht, sie
       ins maßlose  zu erweitern.  Und  indem  es  ebensowohl  eine  ihm
       s p e z i f i s c h e   Schranke setzt  wie anderseits über  j e-
       d e  Schranke hinaustreibt, ist es der lebendige Widerspruch.
       {Da der Wert die Grundlage des Kapitals bildet, es also notwendig
       nur durch Austausch gegen  G e g e n w e r t  existiert, stößt es
       sich notwendig  von  sich  selbst  ab.  Ein    U n i v e r s a l-
       k a p i t a l   ohne fremde  Kapitalien sich gegenüber, mit denen
       es austauscht - und von dem jetzigen Standpunkt aus hat es nichts
       sich gegenüber  als Lohnarbeit  oder sich selbst ", ist daher ein
       Unding. Die  Repulsion der  Kapitalien voneinander liegt schon in
       ihm als realisiertem Tauschwert.}
       Wenn das  Kapital  so  einerseits  die  Surplusarbeit  und  ihren
       A u s t a u s c h   gegen   S u r p l u s a r b e i t  zur Bedin-
       gung der  notwendigen Arbeit  und daher  des Setzens  des    A r-
       b e i t s v e r m ö g e n s   als  Tauschzentrums  macht  -  nach
       dieser Seite  also schon  die Sphäre des Austauschs verengert und
       bedingt -, so anderseits ebenso wesentlich für es, den Konsum des
       Arbeiters auf  das zur  Reproduktion seines Arbeitsvermögens Not-
       wendige einzuschränken 45*) - den die  n o t w e n d i g e
       -----
       41*) Abstoßende -  42*) in der Handschrift: die letztre - 43*) in
       der Handschrift:  die erstre  - 44*) ein  künstliches  Hemmnis  -
       45*) in der Handschrift: auszutauschen
       
       #337# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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        A r b e i t  ausdrückenden  W e r t  zur Schranke der Verwertung
       des Arbeitsvermögens und daher der  T a u s c h f ä h i g k e i t
       des Arbeiters zu machen und das Verhältnis dieser notwendigen zur
       surplus Arbeit  auf ein  Minimum zu  reduzieren zu  suchen.  Neue
       Schranke der  Tauschsphäre, die  aber ganz  ebenso wie  die erste
       identisch mit  der Tendenz des Kapitals ist, zu jeder Grenze sei-
       ner Selbstverwertung  sich als Schranke zu verhalten. Die maßlose
       Vergrößrung seines  Werts - das maßlose Wertsetzen - also absolut
       hier identisch mit dem Schrankensetzen der Austauschsphäre, d. h.
       der Möglichkeit  der Verwertung - der Realisierung des im Produk-
       tionsprozeß gesetzten Wertes.
       Mit der  P r o d u k t i v k r a f t  ebenso. Einerseits die Ten-
       denz des  Kapitals, notwendig  sie zum  äußersten zu steigern, um
       die relative  S u r p l u s z e i t  zu vermehren. Anderseits da-
       mit die   n o t w e n d i g e   A r b e i t s z e i t,   also die
       Tauschfähigkeit der  Arbeiter vermindert. Ferner, wie wir gesehn,
       wächst der  relative   S u r p l u s w e r t   in viel geringerem
       Verhältnis wie die Produktivkraft, und zwar nimmt dies Verhältnis
       immer um  so mehr  ab, je  höher die Produktivkraft schon gestei-
       gert.   A b e r    d i e    M a s s e    d e r    P r o d u k t e
       w ä c h s t   i n  ä h n l i c h e m  V e r h ä l t n i s  - wenn
       nicht, so  würde neues  Kapital freigesetzt - ebenso wie Arbeit -
       die nicht  in die  Zirkulation eingingen.  In demselben Maße aber
       wie die  Masse der Produkte wächst, wächst die Schwierigkeit, die
       in ihnen enthaltne Arbeitszeit zu verwerten - weil die Anfordrung
       an den  Konsum steigt.  (Wir haben es hier nur noch damit zu tun,
       wie der  V e r w e r t u n g s p r o z e ß  des Kapitals zugleich
       sein   E n t w e r t u n g s p r o z e ß.   Wieweit es auch, wäh-
       rend es  die Tendenz  hat,  die    P r o  d u k t i v k r ä f t e
       i n s   m a ß l o s e   z u  s t e i g e r n,  e b e n s o  d i e
       H a u p t p r o d u k t i v k r a f t,   d e n    M e n s c h e n
       selbst, vereinseitigt,  limitiert, etc.,  gehört nicht  an diesen
       Platz; überhaupt  die Tendenz  hat, die  Produktivkräfte  zu  be-
       schränken.)
       Das Kapital  setzt also  die  n o t w e n d i g e  A r b e i t s-
       z e i t   als Schranke  für den  Tauschwert  des  lebendigen  Ar-
       beitsvermögens; die    S u r p l u s a r b e i t s z e i t    als
       Schranke für  die notwendige  Arbeitszeit und den  S u r p l u s-
       w e r t   als Schranke  für die  Surplusarbeitszeit;  während  es
       zugleich über  alle diese Schranken wegtreibt, soweit es sich das
       A r b e i t s v e r m ö g e n   als einfach Austauschendes gegen-
       übersetzt, als  Geld, und  die Surplusarbeitszeit als die einzige
       Schranke, weil  Schöpferin  des  Surpluswerts.  (Oder,  nach  der
       ersten Seite  hin, es  setzt den  Austausch der  Surpluswerte als
       Schranke für den der notwendigen.)
       Es setzt  im selben  Moment  v o r h a n d n e  W e r t e  in der
       Zirkulation -  oder, was dasselbe ist, Proportion des von ihm ge-
       setzten Wertes  zu dem  in ihm  selbst  und  in  der  Zirkulation
       v o r a u s g e s e t z t e n   Werte -  als Schranke, notwendige
       Schranke seiner Wertschöpfung; anderseits seine Produktivität als
       die einzige  Schranke und  Schöpferin der  Werte. Es  treibt also
       fortwährend einerseits zu
       
       #338# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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       seiner eignen  Entwertung, anderseits  zur Hemmung der Produktiv-
       kräfte und der sich in Werten vergegenständlichenden Arbeit.
       (Die Dummheit von der Unmöglichkeit der Überproduktion (in andren
       Worten, die  Behauptung der unmittelbaren Identität des Produkti-
       onsprozesses und  Verwertungsprozesses des  Kapitals) ist  sophi-
       stisch wenigstens,  d.h. geistreich, wie oben erwähnt, so von Ja-
       mes Mill  ausgedrückt worden, daß die Zufuhr = ihrer eignen Nach-
       frage, also  Nachfrage und Zufuhr sich decken, was in andren Wor-
       ten nur  dasselbe heißt,  als daß  der Wert durch die Arbeitszeit
       bestimmt ist,  also der   A u s t a u s c h    n i c h t s    z u
       i h m   h i n z u f ü g t,  wobei nur vergessen ist, daß der Aus-
       tausch stattfinden  muß und dieses vom  G e b r a u c h s w e r t
       abhängt (in letzter Instanz). Also, wie Mill sagt, wenn Nachfrage
       und Zufuhr sich nicht decken, dies daher rührt, daß von einem be-
       stimmten Produkt  (dem zugeführten)  zu viel, und vom andren (dem
       nachgefragten) zu  wenig produziert  ist. Dies Zuviel und Zuwenig
       betrifft nicht  den Tauschwert, sondern den Gebrauchswert. Es ist
       mehr von dem zugeführten Produkt als davon "gebraucht" wird; dar-
       auf kömmt  der Witz  heraus. Also,  daß  die  Überproduktion  vom
       Gebrauchswert und  daher vom  Austausch selbst  herrührt. Bei Say
       [209] dies  stultifiziert 46*), Produkte tauschen sich nur um ge-
       gen Produkte; es ist also höchstens von einen zu viel, von andren
       zu wenig  produziert. Dabei  vergessen, 1.  daß Werte  sich gegen
       Werte austauschen  und ein  Produkt sich nur gegen das andre aus-
       tauscht, soweit  es Wert ist; d.h., soweit es Geld ist oder wird;
       2. sich  gegen Arbeit  austauscht. Der  brave Mann  tritt auf den
       Standpunkt des   e i n f a c h e n  A u s t a u s c h s,  auf dem
       in der  Tat keine Überproduktion möglich ist, weil es sich in der
       Tat nicht  um den  Tauschwert, sondern  um den Gebrauchswert han-
       delt. Die  Überproduktion findet  statt in  bezug auf die Verwer-
       tung, not else  47*).)
       ¦¦26¦ Proudhon,  der wohl die Glocken läuten hört, aber nie weiß,
       wo, leitet  die Überproduktion  daher ab,  "daß der Arbeiter sein
       Produkt nicht  rückkaufen kann"  [210]. Er versteht darunter, daß
       Zins und  Profit darauf  chargiert 48*)  wird; oder daß der Preis
       des Produkts  überchargiert ist  über seinen  wirklichen Wert. Es
       beweist dies  d'abord, daß  er nichts von der Wertbestimmung ver-
       steht, die, generally spoken 49*), durchaus nichts von Overcharge
       50*) einschließen kann.  Im praktischen  Handel kann Kapitalist a
       den Kapitalist b bescheißen. Was der eine zu viel, steckt der an-
       dere zu  wenig in die Tasche. Addieren wir beide zusammen, so die
       Summe ihres  Austauschs =  der Summe  der in  ihr  vergegenständ-
       lichten Arbeitszeit, wovon nur Kapitalist a mehr als ihm zukam im
       Verhältnis zu  B in  die Tasche gesteckt. Von allen Profiten, die
       das Kapital, i.e. die Gesamtmasse der Kapitalisten macht, geht ab
       1. der konstante Teil des Kapitals;
       -----
       46*) albern ausgedrückt  - 47*) sonst  nicht  -  48*) belastet  -
       49*) allgemein gesagt - 50*) Überteuerung
       
       #339# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
       -----
       2. der Arbeitslohn oder die vergegenständlichte Arbeitszeit, not-
       wendig, um  das lebendige  Arbeitsvermögen zu  reproduzieren. Sie
       können also  nichts unter  sich teilen  als den  Surpluswert. Die
       Proportionen -  gerechte oder ungerechte -, worin sie diesen Sur-
       pluswert unter  sich verteilen, ändern absolut nichts an dem Aus-
       tausch und dem Verhältnis des Austauschs zwischen Kapital und Ar-
       beit.
       Es könnte gesagt werden, die  n o t w e n d i g e  A r b e i t s-
       z e i t   (d.h. der  Arbeitslohn), die  also  nicht  Profit  ein-
       schließt, sondern  rather 51*)  von ihm abzuziehn ist, sei selbst
       wieder bestimmt  durch die  P r e i s e  von Produkten, die schon
       den Profit  einschließen. Woher  anders könnte der Profit kommen,
       den der  nicht direkt  diesen Arbeiter  anwendende Kapitalist  im
       Austausch mit ihm macht? Z.B.: Der Arbeiter des spinner's tauscht
       sein Salair  aus gegen soviel Bushels 52*) Getreide. In dem Preis
       jedes Bushels  ist aber  schon der  Profit des Pächters, i.e. des
       Kapitals eingeschlossen. So daß der  P r e i s  der Lebensmittel,
       die die  notwendige  Arbeitszeit  selbst  kauft,  schon  Surplus-
       arbeitszeit einschließt.  D'abord ist  es klar,  daß das  Salair,
       gezahlt durch den Spinner seinen workingmen 53*), groß genug sein
       muß, um  den nötigen  Bushel Weizen zu kaufen, welcher Profit für
       den Pächter immer eingehe in den  P r e i s  des Bushels Weizens;
       daß aber  ebensosehr anderseits  der Arbeitslohn, den der Pächter
       seinen Arbeitern  zahlt, groß genug sein muß, um ihnen die nötige
       Quantität Kleidungsstücke  zu  verschaffen,  welcher  Profit  des
       Spinners und  weavers 54*)  auch immer  in den  P r e i s  dieser
       Kleidungsstücke eingehe.  ¦¦27¦ Der  Witz kömmt einfach daher, 1.
       daß  P r e i s  und  W e r t  verwechselt werden; 2. daß Verhält-
       nisse hineinkommen,  die  die  Wertbestimmung  als  solche  nicht
       angehn. Unterstelle  zunächst -  was das  begriffliche Verhältnis
       ist  -,  daß  der  Kapitalist  A  selbst  alle  die  Lebensmittel
       produziert, deren  der Arbeiter bedarf oder die die Summe der Ge-
       brauchswerte darstellen,  in denen  seine notwendige  Arbeit sich
       vergegenständlicht. Der  Arbeiter hätte also mit dem Geld, das er
       von dem  Kapitalisten erhält  - das Geld erscheint hier in dieser
       Transaktion nur  als Zirkulationsmittel -, einen aliquoten 55*) -
       den seine notwendige Arbeit repräsentierenden - Teil des Produkts
       dem Kapitalisten  mit dem  von ihm erhaltnen Geld zurückzukaufen.
       Der     P r e i s     eines  aliquoten  Teils  des  Produkts  des
       Kapitalisten A  ist of  course 56*) derselbe für den Arbeiter wie
       für jeden  andren Austauschenden.  Von dem  Moment, wo er von dem
       Kapitalisten kauft,  ist seine  spezifische Qualität als Arbeiter
       erloschen; in seinem Geld ist jede Spur des Verhältnisses und der
       Operation verschwunden, wodurch es erhalten worden ist; er steht
       -----
       51*) vielmehr -  52*) Scheffel -  53*) Arbeitern -  54*) Webers -
       55*) ohne Rest aufgehenden - 56*) selbstverständlich
       
       #340# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
       -----
       dem Kapitalisten  in der Zirkulation einfach als G gegenüber, der
       ihm als W gegenübersteht; als Realisierer des  P r e i s e s  von
       W, der für ihn daher ebenso vorausgesetzt ist, wie für jeden and-
       ren Repräsentanten  von G,  d. h. Käufer. Well. In dem Preise der
       aliquoten Teile  der Ware,  die er kauft, ist aber eingeschlossen
       der Profit,  worin der  dem Kapital  zufallende  Surpluswert  er-
       scheint. Repräsentiert  seine notwendige Arbeitszeit daher 20 Ta-
       ler =  einem bestimmten  aliquoten Teil des Produkts, so verkauft
       ihm der Kapitalist, wenn der Profit 10%, die Ware zu 22 Talern.
       So meint  Proudhon und schließt daher, daß der Arbeiter sein Pro-
       dukt, d.h. den seine  n o t w e n d i g e  A r b e i t  vergegen-
       ständlichenden aliquoten  Teil des  Gesamtprodukts, nicht zurück-
       kaufen kann. (Auf seine andre Konklusion, daß  d a h e r  das Ka-
       pital nicht  adäquat austauschen kann und  d a h e r  Überproduk-
       tion, werden  wir gleich  zurückkommen.) Sage, um die Sache hand-
       greiflich zu  machen, die 20 Taler des Arbeiters = 4 Scheffel Ge-
       treide. Der  Arbeiter könnte  danach -  wenn 20 Taler der in Geld
       ausgedrückte Wert  der 4 Scheffel - und der Kapitalist sie für 22
       verkauft, seine 4 Scheffel nicht zurückkaufen, oder er könnte nur
       kaufen 3 7/11  Scheffel. In andren Worten, es wird sich eingebil-
       det, daß  die Geldtransaktion das Verhältnis verfälscht. 20 Taler
       ist der  Preis der  notwendigen Arbeit  = 4  Scheffel; und diesen
       gibt der  Kapitalist dem  Arbeiter; sobald  dieser aber  nun  für
       seine 20  Taler die  4 Scheffel haben will, erhält er nur 3 7/11.
       Da er  hiermit nicht  den   n o t w e n d i g e n  Lohn erhielte,
       könnte er  überhaupt nicht leben, und so beweist Herr Proudhon zu
       viel.
       {Daß in der Praxis sowohl als allgemeine Tendenz, wie direkt über
       den   P r e i s,   wie z.B. im Trucksystem [211], das Kapital die
       n o t w e n d i g e  A r b e i t  zu betrügen sucht und sie unter
       ihren Maßstab  sowohl natürlichen als in einem bestimmten Gesell-
       schaftszustand gegebnen  herabzusetzen, gehört nicht hierher. Wir
       haben hier  überall zu unterstellen, daß der  ö k o n o m i s c h
       gerechte, d.h.  durch die  allgemeinen Gesetze  der Ökonomie  be-
       stimmte Arbeitslohn  bezahlt wird.  Die Widersprüche  müssen hier
       aus den  allgemeinen Verhältnissen selbst folgen; nicht aus Prel-
       lereien der  einzelnen Kapitalisten. Wie in der Realität sich das
       weiter gestaltet, gehört in die Lehre vom Salair.}
       Aber die  Voraussetzung ist  gefälligst falsch.  Wenn 5 Taler den
       W e r t  eines Scheffels ausdrücken, d. h. die in ihm 57*) verge-
       genständlichte Arbeitszeit,  und 4  Scheffel den  notwendigen Ar-
       beitslohn, so  verkauft der  Kapitalist A diese 4 Scheffel nicht,
       wie Proudhon  meint, zu  22, sondern zu 20 Talern. Aber die Sache
       ist die:  Das Gesamtprodukt  (notwendige und  surplus Arbeitszeit
       eingeschlossen) sei  110 Taler = 22 Scheffeln; davon repräsentie-
       ren 16  Scheffel =  80 Taler  das ausgelegte Kapital in Saat, Ma-
       schinerie etc.; 4 Scheffel
       -----
       57*) In der Handschrift: ihnen
       
       #341# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
       -----
       = 20  Taler die notwendige Arbeitszeit; 2 Scheffel = 10 Taler die
       Surplusarbeitszeit. Der  Kapitalist verkauft  jeden Scheffel zu 5
       Talern, dem  notwendigen Wert  des Scheffels, und dennoch gewinnt
       er an  jedem Scheffel 10% oder 5/10 Taler, 1/2 Taler = 15 Silber-
       groschen. Woher  dies? Weil  er verkauft 22 x 5 statt 20 x 5. Wir
       können hier  = 0 setzen das Kapital, das er mehr auslegen muß, um
       2 Scheffel  mehr zu  produzieren,  da  sie  sich  in  reine  Sur-
       plusarbeit,  gründlicheres   Pflügen,  Ausreuten   des  Unkrauts,
       Hinschleppenlassen von  animalischem Dünger,  der ihm etwa nichts
       kostet, etc. auflösen können. ¦¦28¦ Der in den 2 Surplusscheffeln
       enthaltne Wert  hat   i h m   n i c h t s  gekostet, bildet daher
       ein Surplus  über seine  Auslagen. Daß er von den 22 Scheffeln 20
       verkauft zu  dem, was  sie ihm gekostet haben, zu 100 Talern, und
       2., die  ihm nichts gekostet haben - deren Wert aber = der in ih-
       nen enthaltnen  Arbeit -  zu 10 Talern, ist für ihn dasselbe, als
       daß er jeden Scheffel zu 15 Silbergroschen mehr verkauft, als sie
       ihm gekostet  haben. (Zu  1/2 Taler oder 10% auf 5 Taler = 5/10.)
       Obgleich er also an den dem Arbeiter verkauften 4 Scheffeln 2 Ta-
       ler verdient,  erhält der Arbeiter den Scheffel zu seinem notwen-
       digen Wert.  Er verdient nur 2 Taler an ihnen, weil er neben die-
       sen 4 Scheffeln noch 18 zu demselben Preis verkauft. Verkaufte er
       nur 16, so verdiente er nichts; denn er verkaufte dann im ganzen:
       5 x 20 = 100, sein Auslagekapital.
       Bei der Manufaktur ist es in der Tat auch möglich, daß die Ausla-
       gen des Kapitals nicht wachsen, damit der [Kapitalist] einen Sur-
       pluswert verkauft;  d.h., es  ist nicht nötig, daß die Auslage in
       Rohmaterial und Maschinerie wächst. Nimm an, daß dasselbe Produkt
       durch bloße  Handarbeit -  die Masse  von nötigem Rohmaterial und
       Instrument als  konstant gesetzt  - höhern  finish erhält, höhern
       Gebrauchswert und  also der  Gebrauchswert des  Produkts  wächst,
       nicht indem seine Quantität, sondern seine Qualität vermehrt wird
       durch mehr  darauf verwandte Handarbeit. Sein Tauschwert - die in
       ihm vergegenständlichte  Arbeit - einfach wächst im Verhältnis zu
       dieser Arbeit.  Verkauft dann  der Kapitalist  zu 10%  teurer, so
       wird der aliquote Teil des Produkts, in Geld ausgedrückt, der die
       notwendige Arbeit  repräsentiert, dem Arbeiter gezahlt, und ließe
       sich das  Produkt teilen, so könnte der Arbeiter diesen aliquoten
       Teil kaufen. Der Profit des Kapitalisten käme nicht daher, daß er
       ihm diesen  aliquoten Teil überchargierte, sondern, daß er in dem
       Ganzen einen  aliquoten Teil  verkauft, den  er nicht bezahlt hat
       und der eben  S u r p l u s a r b e i t s z e i t  repräsentiert.
       Das Produkt  als Wert  ist immer  teilbar; in  seiner natürlichen
       Form braucht es nicht so zu sein. Der Profit kommt hier immer da-
       her, daß  der ganze  Wert einen aliquoten Teil enthält, der nicht
       bezahlt ist und daher in jedem aliquoten Teil des Ganzen ein ali-
       quoter Teil Surplusarbeit
       
       #342# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
       -----
       gezahlt wird.  So im  obigen Beispiel.  Indem der  Kapitalist  22
       Scheffel verkauft,  d.h. 2, die Surplusarbeit repräsentieren, ist
       es dasselbe,  als wenn er auf jeden Scheffel 1/10 Scheffel zuviel
       verkaufte, d.h.  1/10 Surpluswert.  Ist nur 1 Uhr z.B. produziert
       worden, wo  dasselbe Verhältnis  von Arbeit, Kapital und Surplus-
       wert, so  ist die  Qualität der Uhr durch 1/10 Arbeitszeit erhöht
       worden um 1/10 Wert, das dem Kapitalisten nichts kostet.
       Dritter Fall,  daß der  Kapitalist, wie  meist in  der Manufaktur
       (doch nicht  in der extraktiven Industrie), mehr Rohmaterial (das
       Instrument bleibe konstant; indes ändert nichts, wenn es auch va-
       riabel gesetzt  wird) braucht,  worin sich die Surplusarbeitszeit
       vergegenständlicht. (Dies  gehört eigentlich  noch nicht  her, da
       das Kapital  hier ebensogut  unterstellt werden  kann  oder  muß,
       ebenso das  Rohmaterial, z.B.  die Baumwolle  zu produzieren, und
       die Mehrproduktion an irgendeinem Punkte sich in  b l o ß e  Sur-
       plusarbeit  auflösen   muß  oder,  was  vielmehr  das    W i r k-
       l i c h e,   die  g l e i c h z e i t i g e  Surplusarbeit an al-
       len Punkten  der Zirkulation  voraussetzt.) Er verspinne 25 Pfund
       Baumwolle, die  ihm kosten  50  Taler  und  wozu  er  Maschinerie
       braucht (die  wir ganz konsumiert annehmen wollen im Produktions-
       prozeß) 30 Taler und Arbeitslohn 20 Taler, zu 25 Pfund Twist, die
       er verkauft 110. Das Pfund Twist verkauft er dann zu 4 2/5 Talern
       oder 4  Talern 12 Silbergroschen. Der Arbeiter erhält also 4 6/11
       Pfund Twist,  wenn er  wieder kaufen  will. Wenn der Arbeiter für
       sich arbeitete,  würde er  ebenfalls das Pfund verkaufen zu 4 Ta-
       lern 12  Silbergroschen und keinen Profit machen - vorausgesetzt,
       daß er bloß die notwendige Arbeit verrichte; aber er wird weniger
       Baumwolle verspinnen.
       ¦¦29¦ Wie  wir wissen,  besteht der Wert eines Pfundes Twist aus-
       schließlich in  dem Quantum  der in  ihm vergegenständlichten Ar-
       beitszeit. Unterstelle nun, der Wert des Pfundes Twist = 5 Taler.
       Gesetzt, 4/5,  i.e. 4 Taler, repräsentieren Baumwolle, Instrument
       etc.; so  repräsentiert 1  Taler die vermittelst des Instrumentes
       in der  Baumwolle realisierte Arbeit. Bedarf der Arbeiter, um vom
       Spinnen zu  leben, sag  einen Monat 20 Taler, so müßte er - da er
       für das Spinnen [von] einem Pfund Twist 1 Taler verdient, aber 20
       verdienen muß - 20 Pfund Twist spinnen. Wenn er selbst Baumwolle,
       Instrument 58*)  etc. besäße  und für sich selbst arbeitete, also
       sein eigner  Meister wäre,  müßte er 20 Pfund Twist verkaufen; da
       er von  jedem nur  1/5 verdiente,  einen Taler,  und 1 x 20 = 20.
       Läßt ihn  der Kapitalist  arbeiten, so  repräsentiert die Arbeit,
       die 20  Pfund Baumwolle  spinnt, nur  die notwendige Arbeit; denn
       nach der Voraussetzung repräsentieren von den 20 Pfund Twist oder
       20 x  5 =  100 Talern. 80 Taler nur die eingekaufte Baumwolle und
       Instrument und der neureproduzierte Wert
       -----
       58*) In der Handschrift: Material
       
       #343# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
       -----
        nichts  als die   n o t w e n d i g e   A r b e i t.  Von den 20
       Pfund Twist  würden 4  Pfund = 20 Taler die notwendige Arbeit re-
       präsentieren und  16 nichts als den konstanten Teil des Kapitals.
       16 x  5 =  80 Taler.  In jedem  weitren Pfund, was der Kapitalist
       über die  20 hinaus arbeiten läßt, ist 1/5 Surplusarbeit, für ihn
       Surpluswert. (Vergegenständlichte  Arbeit, die  er verkauft, ohne
       für sie  bezahlt zu  haben.) Läßt er 1 Pfund mehr spinnen, so ge-
       winnt er  1 Taler,  10 Pfund  mehr 10. Auf 10 Pfund oder 50 Taler
       würde der  Kapitalist haben im Ersatz für seine Auslagen 40 Taler
       und Surplusarbeit  10 Taler;  oder 8 Pfund Twist, um das Material
       für 10  zu kaufen  (Maschinerie und Baumwolle), und 2 Pfund Twist
       oder ihren  Wert, die  ihm nichts  kosteten. Nehmen  wir nun  die
       Rechnung des  Kapitalisten zusammen, so finden wir, er hat ausge-
       legt
       Taler                                     Taler    Taler    Taler
                                                 Arbeits- Mehr
                                                 lohn:    wert:
       
       80 + 40 = 120 (Rohmaterial, Instrument etc.) 20      10
                 120                                20      10 =    150.
       
       Er hat  im ganzen  produziert 30  Pfund Twist (30 x 5 = 150); das
       Pfund zu  5 Talern, dem exakten  W e r t  des Pfundes, d. h. rein
       bestimmt durch  die in ihm vergegenständlichte Arbeit und nur von
       ihr den  Wert herleitend.  Von diesen  30 Pfund repräsentieren 24
       konstantes Kapital,  4 Pfund  gehn auf  Arbeitslohn, und 2 bilden
       d e n  M e h r w e r t.  Dieser Mehrwert, wie es vom Kapitalisten
       geschieht, auf  seine Gesamtauslage  gerechnet, die 140 Taler be-
       trägt (oder  28 Pfund), bildet 1/14 = 7 1/7 % (obgleich im gegeb-
       nen Beispiel der Mehrwert 50% in bezug auf die Arbeit beträgt).
       ¦¦30¦ Gesetzt, die Produktivität der Arbeit wachse so, daß er fä-
       hig sei,  mit derselben  Auslage an  Arbeit 40  Pfund zu spinnen.
       Nach unsrer  Voraussetzung würde  er verkaufen  diese 40 Pfund zu
       ihrem wirklichen Wert, nämlich das Pfund zu 5 Talern, wovon 4 Ta-
       ler in  Baumwolle etc.  vergegenständlichte Arbeit,  1 Taler  neu
       hinzugefügte Arbeit repräsentiert. Er würde also verkaufen:
       
                              Taler Taler
       40 Pfund - das Pfund zu 5 = 40 x 5 = 200; von diesen 40 Pfund
                                                           gingen ab
       20 Pfund für notwendige Arbeit etc.= 100
                                            ----
                                            100.  An den ersten 20 Pfund
                                                  hätte er nicht 1 Far-
                                                  thing 59*) verdient;
                                                  von den restierenden
                                                  Hundert gingen ab 75 =
                                                  4 x 20 = 80.
                                             80   für Material etc.
                                            ---   Blieben:
                                             20   Taler
       -----
       59*) Im Sinne von : Heller
       
       #344# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
       -----
       An einer Auslage von 200 Talern hätte der Kapitalist verdient 20,
       oder 10%.  10% auf  die Gesamtauslage; in der Tat aber 20 auf die
       zweiten hundert Taler oder zweiten 20 Pfund, in denen er die ver-
       gegenständlichte Arbeit  nicht bezahlt  hat. Nimm  nun an, er sei
       fähig, das Doppelte zu machen, sage
       
       Pfund                          Taler
       80............................. 400. Von diesen gehn ab 20 Pfund
                                                                    für
       20 für notwendige Arbeit etc. = 100. Bleiben
                                       ---
                                       300. Von diesen gehn ab für Mate-
                                                          rial etc. 4/5.
                                       240. Bleiben
                                       ---
                                        60; Ein Profit von 60 auf
                                       400 ist = 6 auf 40 = 15%  60*).
       
       In fact  in obigem Beispiel die Auslage des Kapitalisten nur 180,
       auf diese gewinnt er 20, oder 11 1/9 %.
       Je kleiner  der Teil  der Auslage wird, der die notwendige Arbeit
       repräsentiert, desto größer der Gewinn, obgleich er in keinem au-
       genfälligen Verhältnis  zum wirklichen  Mehrwert, i.e. Surplusar-
       beit steht.  Z.B., damit  der Kapitalist  gewinne 10%  muß er  40
       Pfund Twist  spinnen; der  Arbeiter braucht  nur 20  zu spinnen =
       notwendige Arbeit.  Die Surplusarbeit  =  der  notwendigen,  100%
       Mehrwert. Dies ist unser altes Gesetz. Das ist aber nicht die Sa-
       che, um die es sich hier handelt.
       In dem  obigen Beispiel  von den  40  Pfund  ist  der    w i r k-
       l i c h e   W e r t   des Pfundes 5 Taler, und der Arbeiter würde
       wie der  Kapitalist, wenn  er sein  eignes Geschäft führte  a l s
       A r b e i t e r,  der sich selbst die Avancen vorschießen könnte,
       um das  Rohmaterial etc.  so weit verwerten zu können, daß er als
       Arbeiter leben  könnte, das Pfund zu 5 Talern verkaufen. Er würde
       aber nur  20 Pfund  produzieren und von dem Verkauf derselben 4/5
       zur Erhaltung  von neuem  Rohmaterial anwenden und 1/5 zum Leben.
       Von den  100 Talern  würde  er  nur  seinen  Arbeitslohn  heraus-
       schlagen. Der  Gewinn des  Kapitalisten kömmt nicht daher, daß er
       das Pfund  zu teuer verkauft - er verkauft es zu seinem  e x a k-
       t e n   W e r t -,  sondern, daß  er es  über den    P r o d u k-
       t i o n s k o s t e n   verkauft, die  es   i h m  kostet (nicht,
       die es  kostet; denn  das 1/5  kostet dem  Arbeiter die  Surplus-
       arbeit). Wenn  er unter  5 Talern  verkaufte, würde er  u n t e r
       dem Wert  verkaufen, und  der Käufer hätte das 1/5 Arbeit, das in
       jedem Pfund  Twist steckt  über die  Auslagen etc.,  umsonst. Der
       Kapitalist rechnet aber so:
       
       Wert von 1 Pfund =   5 Taler
       von 40 Pfund       = 200 Taler; davon gehen ab Kosten:
                            180
                            ---
                             20. Bleiben 20. Er rechnet nicht,
       ----
       69*) In der Handschrift: 16% + x/x
       
       #345# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
       -----
       daß er  auf die  ¦¦31¦ zweiten 100 Taler 20 gewinnt, sondern, daß
       er auf  seine ganze  Auslage von  180 ... 20 gewinnt. Dieses gibt
       ihm Profit  von 11 1/9 % statt von 20. Ferner rechnet er, daß, um
       diesen Profit  zu machen, er verkaufen muß: 40 Pfund. 40 Pfund zu
       5 Talern  gibt ihm  nicht 1/5 oder 20%, sondern 20 Taler verteilt
       auf 40 Pfund oder 1/2 Taler per Pfund. Auf den Preis, wozu er das
       Pfund verkauft,  gewinnt er an 5 Talern 1/2 Taler oder auf 10 Ta-
       ler 1;  10% auf  den Verkaufspreis.  Der Preis ist bestimmt durch
       den Preis  der aliquoten  Einheit (1 Pfund) multipliziert mit der
       Anzahl, zu  der es  verkauft wird; hier 1 Pfund zu 5 Talern x 40.
       So richtig  diese Preisbestimmung für den Beutel des Kapitalisten
       ist, so sehr ist sie geeignet, theoretisch irrezuführen, indem es
       nun   aussieht,    als   ob   eine   Überchargierung   über   den
       w i r k l i c h e n  Wert in jedem einzelnen Pfund stattfände und
       die Entstehung des Mehrwerts des einzelnen Pfundes unsichtbar ge-
       worden  ist.  Diese    P r e i s b e s t i m m u n g    d u r c h
       d i e   M u l t i p l i k a t i o n   d e s   W e r t e s   d e r
       E i n h e i t   (M a ß e s)   d e s   G e b r a u c h s w e r t s
       (P f u n d,   E l l e,   Z e n t n e r   e t c.)   m i t    d e r
       A n z a h l   d i e s e r   E i n h e i t,    d i e    p r o d u-
       z i e r t   i s t,   ist wichtig  später in  der Theorie  von den
       Preisen. Es  folgt daraus  u.a., daß  das Sinken  des Preises der
       Einheit und  Wachsen der  Anzahl derselben  - das mit dem Wachsen
       der Produktivkräfte  eintritt -  zeigt, daß  der Profit  im  Ver-
       hältnis zur Arbeit steigt oder das Verhältnis der notwendigen Ar-
       beit im  Verhältnis zur  Surplusarbeit sinkt  - nicht  das  Umge-
       kehrte, wie  Herr Bastiat etc. meint. [183] Wüchse z.B. durch die
       Produktivität die  Arbeit so,  daß der  Arbeiter  doppelt  soviel
       Pfunde in derselben Zeit produzierte wie früher - wobei vorausge-
       setzt wird, daß 1 Pfund Twist z.B. ihm ganz denselben Dienst tut,
       was es auch kosten mag, und daß er bloß Twist, Kleidung zum Leben
       brauchte -  so würde  in 20 Pfund Twist der durch die Arbeit hin-
       zugefügte Wert nicht mehr 1/5, sondern nur noch 1/10 [212] betra-
       gen, weil er mit 1/2 Zeit die 20 Pfund Baumwolle in Twist verwan-
       deln würde.  Zu den  80 Talern, die das Rohmaterial kostet, kämen
       also nur noch hinzu nicht mehr 20 Taler, sondern nur noch 10. Die
       20 Pfund  würden kosten  90 Taler und das Pfund 90/20 oder 4 9/20
       [213] Taler. Würde die Totalarbeitszeit aber dieselbe bleiben, so
       würde die  Arbeit jetzt statt 40 80 Pfund Baumwolle in Twist ver-
       wandeln. 80  Pfund Twist,  das Pfund zu 49/20 Talern = 356 Taler.
       Die Rechnung für den Kapitalisten wäre -
       Gesamteinnahme
                      356 Taler; ab für Arbeit etc.:
                       90
                      ---
                      266. Davon ginge ab für Auslagen etc.
                      239 17/89
                      ---------
                      267 72/89. Der Gewinn des Kapitalisten also
                                 26 72/89 statt 20. Sage 27, was
                                 etwas zuviel (17/89 zuviel).
                                 Seine Ge-
       
       #346# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
       -----
                                 samtauslage 330; über 12%, obgleich
                                 er am einzelnen Pfund weniger Gewinn
                                 hätte.
       Der Gewinn  des Kapitalisten  an dem Wert des Maßes (Einheit) des
       Gebrauchswerts - Pfund, Elle, Quarter etc. - nimmt ab im Verhält-
       nis, wie das Verhältnis der lebendigen Arbeit zum Rohstoff etc. -
       der neu  hinzukommenden Arbeit  - abnimmt;  d.h., je  weniger Ar-
       beitszeit nötig  ist, um  dem Rohstoff die Form zu geben, die die
       Einheit ausdrückt. Elle Tuch etc. Aber anderseits - da dies iden-
       tisch mit der größren Produktivität der Arbeit - oder dem Wachsen
       der Surplusarbeitszeit  - wächst  die Anzahl dieser Einheiten, in
       denen Surplusarbeitszeit enthalten ist, d.h. Arbeitszeit, für die
       er nicht zahlt.
       Es geht  ferner aus  dem obigen  hervor, daß der Preis  u n t e r
       den Wert  fallen kann  und das  Kapital immer  noch Gewinn  haben
       kann; nur  muß er  eine Anzahl multipliziert mit der Einheit ver-
       kaufen, die  ein Surplus  bildet über  die  Anzahl  multipliziert
       [mit] der  Einheit, die  den notwendigen Preis der Arbeit bildet.
       Wenn das  Verhältnis der Arbeit zum Rohstoff etc. 1/5, so kann er
       z.B. bloß  zu 1/10  ¦¦32¦ über  dem konstanten Wert verkaufen, da
       ihm die Surplusarbeit  n i c h t s  k o s t e t.  Er schenkt dann
       dem Konsumenten 1/10 der Surplusarbeit und verwertet nur 1/10 für
       sich. Dies  sehr wichtig  bei der  Konkurrenz; namentlich von Ri-
       cardo übersehn.  Der Preisbestimmung liegt die Wertbestimmung zu-
       grunde; aber  es kommen  neue Elemente  hinzu. Der Preis, der ur-
       sprünglich nur  als der  Wert in Geld ausgedrückt erscheint, wird
       weiter fortbestimmt  als selbst  spezifische Größe.  Wenn 5 Taler
       der  W e r t  eines Pfundes Twist, d.h. dieselbe Arbeitszeit, die
       in 5  Talern, in  einem Pfund Twist enthalten ist, so wird nichts
       an dieser  Wertbestimmung geändert,  ob 4mal  oder  4miIlionenmal
       Pfunde Twist  abgeschätzt  werden.  Das  Moment  der  Anzahl  der
       Pfunde, weil  es in  andrer Form das Verhältnis der Surplusarbeit
       zur notwendigen  ausdrückt, wird  bei der  P r e i s b e s t i m-
       m u n g   dezisiv wichtig.  In der  Z e h n s t u n d e n b i l l
       [130] - etc. -frage diese Sache populär anschaulich gemacht.
       Aus dem obigen ergibt sich ferner:
       Der Arbeiter  würde nur  20 Pfund Twist spinnen, nur Rohmaterial,
       Maschinerie etc. zum Wert von 80 Talern monatlich verwerten - als
       auf die   n o t w e n d i g e   Arbeit  sich einschränkender. Der
       Kapitalist muß außer dem Rohmaterial, Maschinerie etc., die nötig
       sind zur   R e p r o d u k t i o n,   Selbsterhaltung  des Arbei-
       ters,   n o t w e n d i g   Kapital auslegen  in Rohmaterial (und
       Maschinerie, wenn  auch nicht in demselben Verhältnis) zur Verge-
       genständlichung der Surplusarbeit. (In der Agrikultur, Fischfang,
       kurz, den  extraktiven Industrien  ist das  nicht absolut  nötig;
       doch immer,  sobald sie  ins große,  also   i n d u s t r i e l l
       betrieben werden;  erscheint dann  als Mehrauslage nicht des Roh-
       stoffs selbst,
       
       #347# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
       -----
       sondern der Instrumente, um ihn zu gewinnen.) Diese Surplusausla-
       gen -  d.h. die  Darbietung des Materials für die Surplusarbeit -
       der gegenständlichen  Elemente ihrer Verwirklichung - sind es ei-
       gentlich, die  die spezifische  sog.   v o r l ä u f i g e   A k-
       k u m u l a t i o n   des Kapitals  bilden; das  Akkumulieren des
       Vorrats (sagen  wir einstweilen  noch)   s p e z i f i s c h  dem
       Kapital. Denn  es ist  abgeschmackt, wie wir noch näher sehn wer-
       den, es  als dem  Kapital spezifisch  anzusehen -  daß die gegen-
       ständlichen Bedingungen der lebendigen Arbeit überhaupt vorhanden
       sein müssen  - sei  es von der Natur geliefert oder geschichtlich
       erzeugt. Diese   s p e z i f i s c h e n   A d v a n c e s  61*),
       die das  Kapital macht,  heißt nichts,  als daß  es die vergegen-
       ständlichte Surplusarbeit  - Surplusprodukt - in neuer lebendiger
       Surplusarbeit  v e r w e r t e t,  statt sie, wie etwa ägyptische
       Könige oder etruskische Adelspfaffen, in Pyramiden etc. anzulegen
       (zu verausgaben).
       Bei der   P r e i s b e s t i m m u n g   (wie  wir das  auch vom
       Profit sehn  werden) kömmt  dann noch  hinzu -  der  B e t r u g,
       die   w e c h s e l s e i t i g e   P r e l l e r e i.   Der eine
       kann im  Austausch gewinnen,  was der  andre verliert; sie können
       nur den  Surpluswert unter  sich  verteilen  -  das  Kapital  als
       Klasse. Die Proportionen aber eröffnen ein Feld der individuellen
       Überlistung etc. (abgesehn von Nachfrage und Zufuhr), die mit der
       Wertbestimmung als solcher nichts zu tun hat.
       Also nichts mit Herrn Proudhons Entdeckung, daß der Arbeiter sein
       Produkt nicht  zurückkaufen kann.  Es beruht  dies darauf, daß er
       (P[roudhon]) nichts  versteht, weder  von der  Wert- noch von der
       Preisbestimmung. Aber wieder davon abgesehn, so seine Konklusion,
       daß   d a h e r  Überproduktion, in dieser Abstraktion falsch. Im
       Sklavenverhältnis tritt  dadurch keine  gêne 62*)  für die Herren
       ein, daß  die Arbeiter nicht als Konsumenten mit ihnen konkurrie-
       ren. (Die   L u x u s p r o d u k t i o n,  wie sie bei den Alten
       auftritt, indes  notwendiges Resultat  des  Sklavenverhältnisses.
       Nicht Überproduktion,  aber    Ü b e r k o n s u m t i o n    und
       v e r r ü c k t e   K o n s u m t i o n,  die, ins Ungeheuerliche
       und Bizarre  ausschlagend, den  Untergang des alten Staatenwesens
       bezeichnet.)
                                  ---
       Das Kapital, nachdem es aus dem Produktionsprozeß heraustritt als
       P r o d u k t,   muß wieder  in Geld verwandelt werden. Das Geld,
       das vorhin  nur als  realisierte Ware  etc.  erschien,  erscheint
       jetzt als   r e a l i s i e r t e s   K a p i t a l  oder das re-
       alisierte Kapital als Geld. Dies eine Bestimmung des  G e l d e s
       (wie des Kapitals). Daß die Masse des Geldes als Zirkulationsmit-
       tel mit  der  Schwierigkeit,  Kapital  zu  realisieren,  d.h.  zu
       v e r w e r t e n,  nichts zu tun hat, geht schon aus der vorigen
       Entwicklung hervor.
       -----
       61*) Vorschüsse - 62*) Verlegenheit
       
       #348# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
       -----
       ¦¦33¦ Nimm  in dem obigen Beispiel an, wo der Kapitalist, wenn er
       das Pfund Twist zu 5 Talern verkauft - nämlich 40 Pfund zu [je] 5
       Talern -,  also das  Pfund Twist  zu seinem   w i r k l i c h e n
       W e r t   verkauft und  dadurch gewinnt 1/2 Taler auf 5 (den Ver-
       kaufspreis), 10%  auf den  Verkaufspreis oder 1/2 auf 4 1/2, d.h.
       11 1/9 %  auf seine  Auslage, er  verkaufe nur zu 10% - nehme auf
       4 1/2 Taler  nur 9/20 Taler Profit (dies ist 1/20 Unterschied von
       1/2 auf 4 1/2 Taler; gerade Unterschied von 1 1/9 %)- Er verkaufe
       also das  Pfund zu 4 1/2 Talern + 9/20 Taler; d.h. zu 4 19/20 Ta-
       lern oder  die 40  Pfund zu  198 Talern.  Es sind nun verschiedne
       Fälle möglich.  Der Kapitalist, mit dem er austauscht - an den er
       seine 40  Pfund verkauft  - nimm an, dieser sei Silberminenbesit-
       zer, also  Silberproduzent -  zahlt ihm  nur 198 Taler - gibt ihm
       also 2  Taler zu  wenig vergegenständlichte  Arbeit in Silber für
       die in  40 Pfund  Twist 63*) vergegenständlichte Arbeit. Gesetzt,
       bei diesem  Kapitalisten B  seien die  Verhältnisse der  Auslagen
       ganz dieselben  etc. Wenn  Kapitalist B  auch nur 10 statt 11 1/9
       64*) nimmt,  so dürfte  er für  200 Taler  nur verlangen nicht 40
       Pfund Twist, sondern nur 39 3/5. Es ist also unmöglich, daß beide
       Kapitalisten zu  gleicher Zeit sich zu 1 1/9 % zu wenig verkaufen
       oder der  eine böte 40 Pfund zu 198 Talern und der andre böte 200
       Taler für  39 3/5 Pfund, ein Kasus, der nicht vorkommen kann. Ka-
       pitalist B  hätte im  vorausgesetzten Fall bei dem Einkauf von 40
       Pfund Twist  1 1/9 %  zu wenig  gezahlt; d.h., er hätte außer dem
       Profit, den  er nicht  im Austausch  erhält, sondern  der im Aus-
       tausch nur  bestätigt wird, einem Profit von 11 1/9 %, noch durch
       den Verlust  des andren  Kapitalisten 1 1/9  % mehr gewonnen oder
       12 2/9 %.  An seinen eignen Arbeitern - der mit seinem eignen Ka-
       pital in  Bewegung gesetzten Arbeit - hätte er 11 1/9 % gewonnen;
       die 1 1/9 % mehr sind Surplusarbeit der Arbeiter des Kapitalisten
       A, die er sich aneignet. Die  a l l g e m e i n e  R a t e  d e s
       P r o f i t s kann  also in  dem einen oder andren Geschäftszweig
       fallen dadurch,  daß Konkurrenz etc. den Kapitalisten zwingt, un-
       ter dem   W e r t   zu verkaufen, d.h., einen Teil der Surplusar-
       beit nicht  für sich, sondern seine Käufer zu verwerten. Aber die
       allgemeine Rate  kann nicht  so fallen; sie kann nur dadurch fal-
       len,  daß   das  Verhältnis  der  Surplusarbeit  zur  notwendigen
       r e l a t i v  fällt, und dies, wie wir früher gesehn, tritt ein,
       wenn das Verhältnis schon sehr groß oder, anders ausgedrückt, das
       Verhältnis der  von dem  Kapital in Bewegung gesetzten lebendigen
       Arbeit sehr klein ist - der Teil des Kapitals, der sich gegen le-
       bendige Arbeit  austauscht -  sehr klein  ist gegen den, der sich
       gegen Maschinerie und Rohmaterial austauscht. Die allgemeine Rate
       des Profits kann dann fallen, obgleich die absolute Surplusarbeit
       steigt.
       Wir kommen  damit auch  auf einen  andren Punkt. Eine  a l l g e-
       m e i n e  R a t e  d e s
       -----
       63*) In der  Handschrift: Baumwolle  - 64*) in  der  Handschrift:
       11 1/2
       
       #349# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
       -----
       P r o f i t s   ist überhaupt  nur dadurch  möglich, daß die Rate
       des Profits in dem einen Geschäftszweig zu groß und in dem andren
       zu klein  ist; d.h., daß ein Teil des Surpluswerts - der der Sur-
       plusarbeit entspricht  - übertragen  wird von dem einen Kapitali-
       sten auf  den andren. Wenn in 5 Geschäftszweigen zum Beispiel die
       Rate des Profits respektive
       
                       a   b   c   d   e
                      15, 12, 10,  8,  5 %,
       
       so ist  die Durchschnittsrate 10%; damit diese aber in der Reali-
       tät existiere,  müssen Kapitalist  A und B 7% abgeben an D und E,
       nämlich 2  an D  und 5  an E,  während bei C die Sache beim alten
       bleibt. Die  Gleichheit der Rate des Profits auf dasselbe Kapital
       von 100  ist unmöglich,  da die  Verhältnisse  der  Surplusarbeit
       durchaus verschieden  sind, je  nach der Produktivität der Arbeit
       und dem Verhältnis zwischen Rohstoff, Maschinerie und Arbeitslohn
       und dem  Umfang, worin  überhaupt produziert  werden muß. Gesetzt
       aber, Geschäftszweig  e sei  notwendig, z.B. der der bakers 65*),
       so müssen ihm die durchschnittlichen 10% gezahlt werden. Das kann
       aber nur  geschehn, indem  a und b einen Teil ihrer Surplusarbeit
       dem e  zugut kommen lassen. Die Kapitalistenklasse verteilt so zu
       einem gewissen Grade den Gesamtsurpluswert, daß, to a certain de-
       gree 66*),  sie gleichmäßig  nach dem  Verhältnis der   G r ö ß e
       ihres Kapitals  anstatt nach  den wirklich  von den Kapitalien in
       den einzelnen  Geschäftszweigen geschaffnen Surpluswerten [an ihm
       teilnimmt]. Der größre Profit - der aus der wirklichen Surplusar-
       beit innerhalb eines Produktionszweiges, dem wirklich geschaffnen
       Surpluswert hervorgeht  - wird herabgedrückt auf das Niveau durch
       die Konkurrenz  und das  Minus von  Surpluswert in dem andren Ge-
       schäftszweig durch  Entziehung von Kapitalien aus demselben, also
       sich günstig stellendes Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr, her-
       aufgehoben auf das Niveau. Die Konkurrenz kann dies Niveau selbst
       nicht herabsetzen,  sondern hat  nur die Tendenz, ein solches Ni-
       veau zu schaffen. Das Weitre gehört in den Abschnitt von der Kon-
       kurrenz. Es  realisiert sich dies durch das Verhältnis der Preise
       in den verschiednen Geschäftszweigen, die in den einen  u n t e r
       ihren   W e r t   fallen, in  den andren über ihn  s t e i g e n.
       Dadurch kömmt der Schein hervor, als wenn die gleiche Summe Kapi-
       tal in ungleichen Geschäftszweigen  g l e i c h e  S u r p l u s-
       a r b e i t  o d e r  S u r p l u s w e r t  schaffe. -
       ¦¦34¦ Gesetzt,  im obigen  Beispiel, wo  Kapitalist A, sage durch
       die Konkurrenz  gezwungen, zu 10% Profit verkauft statt zu 11 1/9
       und daher das Pfund Twist für 1/20 Taler zu wohlfeil verkauft, so
       würde unter  der Voraussetzung der Arbeiter nach wie vor 20 Taler
       erhalten, in  Geld, seinen notwendigen Arbeitslohn; in Twist aber
       erhielte er statt 4 Pfund 4 4/99 Pfund. Er würde, mit
       -----
       65*) Bäcker - 66*) bis zu einem gewissen Grade
       
       #350# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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       dem Twist  verglichen, über seinen notwendigen Arbeitslohn hinaus
       erhalten 4/20 [214] Taler = 1/5 Taler oder 6 Silbergroschen, i.e.
       1% auf  seinen Arbeitslohn.  Arbeitet der  Arbeiter in  einem Ge-
       schäftszweig, dessen  Produkt ganz  außerhalb der  Sphäre  seines
       Konsums liegt,  so gewinnt  er keinen  farthing 67*)  durch diese
       Operation, sondern  die Sache  ist für ihn die, daß er einen Teil
       seiner Surplusarbeit  statt für den Kapitalisten A direkt für den
       Kapitalisten B  indirekt, d.h. durch Vermittlung des Kapitalisten
       A verrichtet.  Er kann  nur gewinnen  davon, daß der Kapitalist A
       einen Teil  der in seinem Produkt vergegenständlichten Arbeit um-
       sonst abläßt dadurch, daß er selbst Konsument dieses Produkts und
       nur in  dem Grade  wie er  solcher Konsument ist. Also, wenn sein
       Twistkonsum 1/10  seiner Ausgabe  beträgt, so  gewinnt er exactly
       68*) 1/50  Taler durch  die Operation  (2/100 Taler  auf 2 Taler,
       1/100 auf 1 exakt 1% auf die 2 Taler), d.h. 1/10 % auf seinen Ge-
       samtarbeitslohn von  20 Talern oder 7 1/5 Pfennige. Dies wäre die
       Proportion -  7 1/5 Pfennige  -, in  der er an seiner eignen Sur-
       plusarbeit von  20 Talern  teilnähme. Und auf solche Proportionen
       reduziert sich  der Surpluslohn,  den der Arbeiter im besten Fall
       macht durch  das Sinken  des   P r e i s e s   in dem  Geschäfts-
       zweige, worin  er selbst  beschäftigt ist,  unter den notwendigen
       Wert. Im  b e s t e n  Fall - und der ist unmöglich - ist die li-
       mit (im angegebnen Kasus) 6 Silbergroschen oder 1%, d.h., wenn er
       von Twist  exklusiv leben  könnte; d.h.,  im besten Fall ist sein
       Surpluslohn bestimmt  durch das  Verhältnis der  notwendigen  Ar-
       beitszeit zur  Surplusarbeitszeit 69*).  In  eigentlichen  Luxus-
       industrien, von deren Konsum er selbst ausgeschlössen ist, ist er
       immer = 0.
       Nehmen wir nun an, die Kapitalisten A, B, C tauschten untereinan-
       der aus;  bei allen  das Gesamtprodukt  = 200 Taler. A produziere
       Twist, B  Getreide und  C Silber; die Verhältnisse von Surplusar-
       beit und  notwendiger und von Auslagen und Profit seien ganz die-
       selben. A  verkauft 40 Pfund Twist statt zu 200 Talern zu 198 und
       verliert 1 1/9  % Gewinn; ditto B seine sage 40 Scheffel Getreide
       zu 198, statt zu 200; C aber tauscht seine in den 200 Talern ver-
       gegenständlichte Arbeit  ganz aus.  Zwischen A und B ist das Ver-
       hältnis so, daß, wenn jeder ganz austauschte mit dem andren, kei-
       ner verliert.  A erhielte 40 Scheffel Getreide, B 40 Pfund Twist;
       aber jeder  nur einen  Wert von  198. C  erhält für  198 Taler 40
       Pfund Twist  oder 40 Bushel Getreide und zahlt in beiden Fällen 2
       Taler zu  wenig oder  erhält zu  viel 2/5  Pfund Twist  oder  2/5
       Bushel Getreide.  Nimm aber  an, das Verhältnis gestalte sich so,
       daß A  verkauft zu 200 Talern seine 40 Pfund an den Silbermann C,
       dieser aber  zahlen muß  202 an den Getreidemann B oder B 2 Taler
       über seinen  Wert erhält.  Zwischen dem  Twist A und dem Silber C
       ist alles all right 70*); beide tauschen den Wert gegeneinander
       -----
       67*) Im Sinne  von: Heller  - 68*) genau - 69*) siehe vorl. Band,
       S. 346 - 70*) in Ordnung
       
       #351# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
       -----
       aus; aber  dadurch, daß bei B gestiegen ist der Preis über seinen
       Wert, sind,  in Getreide  ausgedrückt, die 40 Pfund Twist und die
       200 Taler  Silber gefallen  um 1 1/9 %, oder beide könnten in der
       Tat mit den 200 Talern nicht mehr 40 Bushel Getreide kaufen, son-
       dern nur  noch 39 61/101.  39 61/101 Bushel  71*) Weizen kosteten
       200 Taler,  oder der  Bushel Weizen statt 5 Taler 5 1/20 Taler; 5
       Taler 1 1/2  72*) Silbergroschen. Nimm nun im letztren Verhältnis
       an, daß  der Konsum des Arbeiters zu 1/2 aus Weizen besteht; sein
       Twistkonsum war  1/10 seiner Einnahme; sein Weizenkonsum 5/10. An
       dem 1/10 gewann er 1/10 % auf seinen Gesamtarbeitslohn; am Weizen
       verliert er 5/10; er verliert also im ganzen 4/10 %, statt zu ge-
       winnen. Obgleich  der Kapitalist  ihm seine notwendige Arbeit ge-
       zahlt hätte,  fiele sein Lohn unter das notwendige Salair infolge
       der Überchargierung 73*) des Getreidemannes B. Dauerte dies fort,
       so würde  sein notwendiger   A r b e i t s l o h n  s t e i g e n
       müssen. Rührt  also das Verkaufen des Twistes durch den Kapitali-
       sten A  her von  einem Steigen  der Preise des  G e t r e i d e s
       oder andrer  Gebrauchswerte, die den wesentlichsten Teil der Kon-
       sumtion des  Arbeiters bilden,  über ihren Wert - so verliert der
       Arbeiter des  Kapitalisten A  in demselben  Verhältnis, wie  sein
       Konsum des  teurer gewordnen Produkts größer ist, als des von ihm
       selbst produzierten  wohlfeilem. Hätte  aber Twist A 1 1/9 % über
       seinem Wert  verkauft und  Getreide B 1 1/9 % darunter, so könnte
       im besten  Fall der  Arbeiter, wenn  er nur Getreide konsumierte,
       nicht mehr  als 6  Silbergroschen gewinnen oder, da wir vorausge-
       setzt, daß  er die Hälfte in Getreide [konsumiert], nur 3 Silber-
       groschen oder  1/2 % ¦¦35¦  auf seinen Arbeitslohn von 20 Talern.
       Es können  also alle  drei Fälle für den Arbeiter eintreten: sein
       Gewinn oder  Verlust bei  der Operation = 0; sie kann seinen not-
       wendigen  Arbeitslohn   depreziieren,  so   daß  er   nicht  mehr
       hinreicht, also  ihn  herabfallen  machen  unter  das  notwendige
       Minimum; sie kann drittens ihm einen Surplusarbeitslohn verschaf-
       fen, der  sich in  einen extremely  small 74*)  Anteil an  seiner
       eignen Surplusarbeit auflöst.
       Wir haben  oben gesehn,  daß, wenn das Verhältnis der notwendigen
       Arbeit zu  den andren  Produktionsbedingungen = 1/4  75*) (20 von
       100 Gesamtauslage) oder = 20  76*) % des Gesamtwerts (in 20 Pfund
       Twist =  4 Pfund  Twist) (oder von 100 Talern 80 Rohstoff und In-
       strument, 20  Arbeit) und  das Verhältnis  der Surplusarbeit  zur
       notwendigen wie 100% (nämlich dieselbe Quantität), der Kapitalist
       11 1/9 % auf seine Auslage macht. [215]
       Wenn er  nur 10% nähme und den Konsumenten die 1 1/9 oder 2 Taler
       schenkte (Surpluswert  übermachte), würde der Arbeiter, soweit er
       Konsument
       -----
       71*) In der  Handschrift: 39 2/5. 39 2/5 Pfund -72*) in der Hand-
       schrift: 1 1/4  - 73*) Überteuerung  -  74*) äußerst  geringen  -
       75*) in der Handschrift: 2/5 - 76*) in der Handschrift: 40
       
       #352# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
       -----
       ist, ebenfalls  gewinnen und im besten (unmöglichen) Fall, daß er
       nur von  den Produkten  seines masters 77*) lebte, würde, wie wir
       gesehn haben, [folgendes stattfinden:]
       
                                              1 1/9 %     1% = 6 Sil-
                                              (= 2 Taler) bergroschen
                                              Verlust auf auf 20 Taler
                                              Seite der   (1/5 Taler
                                              Kapitali-   auf 20) Ge-
                                              sten:       winn auf den
                                                          Arbeitslohn
                                                          für den Ar-
                                                          beiter:
       Gesetzt, der Kapitalist verkaufte das
       Pfund Twist statt zu 5 Taler zu 4 15/20
       (43/4), so würde der Arbeiter am Pfund
       gewinnen 5/20 und an den 4 Pfund [216]              = 1 Taler
       20/20 = 1; 1 auf 20 aber = 1/20 = 5%;
       (1 Taler auf 20); der Kapitalist würde
       die 40 Pfund verkaufen zu 4 15/20 Taler
       = 95/20 Taler x 40 = 190 Taler; seine
       Auslagen 180, sein Gewinn = 10 = 5 5/9   5 5/9; 88    = 5%
       78*) [%], sein Verlust [oder] Minus-Ge-  (= 10 Taler) (1 Taler
       winn = 5 5/9; wenn er verkaufte, der                   auf 20)
       Kapitalist, zu 4 12/20, so würde der Ar-
       beiter gewinnen 8/20 Taler am Pfund,
       32/20 an den 4 Pfund, 1 Taler 22/20 oder
       1 3/5 Taler an seinem Gesamtsalair, i.e.
       8  79*) %, der Kapitalist aber würde ver-   = 8 8/9 %  = 8%
       lieren 16 Taler am Surplusgewinn oder nur  (= 16)      (1 Taler
       noch halten im ganzen 184 Taler oder 4                 18 Silber-
       Taler Gewinn auf 180 = 1/45 von 180 =                  groschen)
       2 2/9 %; verlöre 8 8/9; endlich nimm an,
       der Kapitalist verkaufe das Pfund Twist
       to 4 1/2 Taler; die 40 Pfund zu 180; sein
       Profit = 0; er mache dem Konsumenten ein   Gewinn = 0   = 10%
       Präsent aus dem Surpluswert oder Arbeits-  (Verlust     (2 Taler)
       zeit, so der Gewinn des Arbeiters = 1/2     = 11 1/9 %) (noch
       Taler per lb., = 4/2 Taler = 2 Taler oder                nicht
       2 Taler auf 20 = 10%.                                    1/2
                                                                Pfund)
       -----
       77*) Fabrikherren -  78*) in der Handschrift: 5 6/9 - 79*) in der
       Handschrift 8 48/119
       
       #353# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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       ¦¦36¦ Hätte dagegen der Kapitalist den Arbeitslohn um 10% erhöht,
       von 20 auf 22 Taler, etwa weil in seinem Geschäftszweig die Nach-
       frage nach Arbeit über die Zufuhr gestiegen - während er nach wie
       vor das  Pfund Twist  zu seinem Werte, i.e. zu 5 Talern verkauft,
       so wäre  sein Pofit nur gefallen um 2 Taler; von 20 auf 18  80*);
       i.e. um 1 1/9 % und wäre immer noch 10% geblieben.
       Es folgt  hieraus, daß,  wenn der  Kapitalist, etwa aus Rücksicht
       auf Herrn  Proudhon, seine  Waren zu  den Produktionskosten  ver-
       kaufte, die  sie  i h m  machten, und sein Gesamtprofit = 0, dies
       nur ein Transfer des Surpluswerts oder Surplusarbeitszeit vom Ka-
       pitalisten A auf B, C, D etc. wäre und in bezug auf seinen Arbei-
       ter im  besten Fall der Gewinn - d. h. sein Anteil an seiner eig-
       nen Surplusarbeit  - sich  beschränken würde auf den Teil des Sa-
       lairs, den  er konsumiert  in der depreziierten Ware; und wenn er
       seinen ganzen Arbeitslohn in ihr spendete 81*), nicht größer sein
       könnte als im Verhältnis, worin die notwendige Arbeit zum Gesamt-
       produkt steht  (im obigen Beispiel 20:200 = 1/10, 1/10 auf 20 = 2
       Taler). In  bezug auf die fremden Arbeiter ist der Fall ganz der-
       selbe; sie gewinnen an der depreziierten Ware nur in dem Verhält-
       nis, 1.  worin sie  dieselbe konsumieren;  2. im  Verhältnis  zur
       Größe ihres  Salairs, das  bestimmt ist  durch die notwendige Ar-
       beit. Wäre  die depreziierte  Ware z.B.  Getreide -  one  of  the
       staffs of  life 82*)  -, so würde zuerst der Produzent desselben,
       der Pächter, und dann alle andren Kapitalisten die Entdeckung ma-
       chen, daß  der notwendige  Lohn des Arbeiters nicht mehr der not-
       wendige Lohn ist; sondern über seinem Niveau steht; also herabge-
       setzt; also  schließlich nur der Surpluswert der Kapitalien a, b,
       c etc. und die Surplusarbeit der in ihnen Beschäftigten vermehrt.
       Gesetzt, 5  83*) Kapitalisten A, B, C, D und E. E produziere eine
       Ware, die  nur von Arbeitern konsumiert wird. E würde dann seinen
       Profit rein  realisieren durch Austausch seiner Ware mit Arbeits-
       lohn; er  rührte aber,  wie sonst, nicht her vom Austausch seiner
       Ware gegen  das Geld  der Arbeiter,  sondern vom Austausch seines
       Kapitals mit  lebendiger Arbeit.  Gesetzt, die  notwendige Arbeit
       verhalte sich in allen 5 Geschäftszweigen wie 1/5; 1/5 sei in al-
       len die  Surplusarbeit; das konstante Kapital in allen = 3/5. Ka-
       pitalist E tauscht aus sein Produkt gegen 1/5 des Kapitals a, 1/5
       des Kapitals  b, 1/5  des Kapitals c, 1/5 des Kapitals d, und 1/5
       konstituiert seinen  eignen Arbeitslohn.  An diesem  letzten  1/5
       würde er  nichts profitieren,  wie wir  gesehn, oder  rather 84*)
       sein Profit würde nicht herrühren daher, daß er den Arbeitern 1/5
       seines Kapitals in Geld gibt und sie dasselbe 1/5 als Produkt von
       ihm wiederkaufen - würde nicht vom
       -----
       80*) In der  Handschrift: 200  auf 198 - 81*) verausgabte (engl.:
       to spend)  - 82*) eines  der lebensnotwendigen  Vorräte - 83*) in
       der Handschrift: 4 - 84*) vielmehr
       
       #354# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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       Austausch mit  ihnen als  K o n s u m e n t e n  oder Zentren der
       Zirkulation herrühren.  Als [mit] Konsumenten seines Produkts be-
       ruht seine  ganze Transaktion mit ihnen darauf, daß er ihnen sein
       Produkt in  der Form  des Geldes  gibt und  sie ihm dasselbe Geld
       wiedergeben für  exakt denselben aliquoten Teil des Produkts. Mit
       den Arbeitern von A, B, C, D steht er nicht im Verhältnis von Ka-
       pitalist zu  Arbeiter, sondern  von W zu G, von Verkäufer zu Käu-
       fer. Nach der Voraussetzung verzehren die Arbeiter von A, B, C, D
       nichts von  deren eignen  Produkten; E allerdings tauscht ein 1/5
       von dem  Produkt von A, B, C und D 85*), also 4/5 ihres Produkts;
       aber dieser  Austausch ist  auf einem  Umweg nur der Arbeitslohn,
       den A,  B, C  und D  ihren eignen Arbeitern zahlen. Sie geben den
       Arbeitern Geld  jeder zum  Wert von  1/5 ihres  Produkts oder 1/5
       ihres Produkts  als Zahlung  für die notwendige Arbeit, und diese
       kaufen damit, mit 4/5 des Werts ihres Produkts oder Kapitals, die
       Ware von  E. Dieser  Austausch mit  E ist also nur eine indirekte
       Form, worin  sie den Teil des Kapitals, der notwendige Arbeit re-
       präsentiert -  also   A b z u g   von ihrem Kapital, vorschießen.
       Sie können  also nicht gewinnen dadurch. Der Gewinn rührt her von
       der Verwertung der übrigen 4/5 des Kapitals a, b, c, d, und diese
       Verwertung besteht  eben darin,  daß jeder  die in seinem Produkt
       vergegenständlichte Arbeit  in andrer Form zurückerhält durch den
       Austausch. 3/5  ersetzt jedem,  da Teilung der Arbeit unter ihnen
       existiert,  sein   konstantes  Kapital,   Rohstoff  und  Arbeits-
       instrument 86*).  In der  wechselseitigen Verwertung  des letzten
       1/5 besteht  ihr Gewinn  - die Verwertung der Surplusarbeitszeit;
       ihr Setzen als Surpluswert. Es ist nicht nötig, daß Kapital a, b,
       c, d die 4/5 ganz gegeneinander austauschen. Da sie als Kapitali-
       sten zugleich starke Konsumenten sind und keineswegs von der Luft
       leben können,  da sie  aber ebenfalls  als Kapitalisten nicht von
       ihrer Arbeit leben, haben sie nichts auszutauschen oder zu konsu-
       mieren als  das Produkt  der fremden. D.h., für ihren Konsum tau-
       schen sie eben das 1/5, das die Surplusarbeitszeit, die durch das
       Kapital geschaffne  Arbeit, repräsentiert.  Gesetzt, jeder konsu-
       miere 1/5  dieses 1/5, d.h. 1/25, in der Form seines ¦¦37¦ eignen
       Produkts. Bleiben  dann noch  4/25 durch den Austausch, sei es zu
       verwerten, sei  es in  Gebrauchswert für eigne Konsumtion zu ver-
       wandeln. A  tausche 2/25  gegen B, 1/25 gegen C, 1/25 gegen E aus
       und ähnlich auf Seite von B, C, E.
       Der Fall,  wie wir  ihn gesetzt haben, wo Kapital E seinen Profit
       ganz realisiert  im Austausch  gegen Salair, ist der günstigste -
       oder drückt vielmehr das einzig richtige Verhältnis aus, worin es
       möglich ist,  daß das  Kapital seinen in der  P r o d u k t i o n
       geschaffnen Mehrwert im  A u s t a u s c h  realisiert durch den
       -----
       85*) In der Handschrift: A, B, C und E - 86*) in der Handschrift:
       Arbeitsmaterial
       
       #355# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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       Konsum der  Arbeiter. Aber in diesem Fall können Kapitalien a, b,
       c, d  ihren Wert  nur realisieren  durch Austausch untereinander,
       also durch  den Austausch der Kapitalisten unter sich selbst. Ka-
       pitalist E konsumiert nicht von seiner eignen Ware, da er 1/5 da-
       von an  seine eignen Arbeiter gezahlt hat, 1/5 ausgetauscht gegen
       1/5 des  Kapitals a,  1/5 gegen 1/5 des Kapitals b, 1/5 gegen 1/5
       des Kapitals  c, 1/5  gegen 1/5  des Kapitals  d. Von diesem Aus-
       tausch machen A, B, C, D keinen Profit, da es das respektive 1/5,
       womit sie ihre eignen Arbeiter gezahlt haben.
       Nach dem  Verhältnis, das  wir angenommen haben von 2/5 Rohstoff,
       1/5 Maschinerie,  1/55 Arbeiternecessaries  87*), 1/5 Surpluspro-
       duce 88*), wovon zugleich die Herren Kapitalisten leben und ihren
       Surpluswert realisieren, brauchen wir, wenn das Gesamtprodukt je-
       des A,  B, C, D, E = 100, einen Produzenten E für necessaries von
       Arbeitern, 2  Kapitalisten A und B, die Rohstoffe produzieren für
       alle andren,  1 C,  der die  Maschinerie produziert, einen D, der
       das Surplusproduce bereitet. Die Rechnung wäre so (der Maschinist
       etc. muß jeden Teil seiner Ware für sich selbst produzieren):
       
                           für Arbeit  Rohstoff  Maschi-  Surplus-
                                                 nerie    produce
       A) Rohstoffabrikant      20  -        40 -     20 -      20 = 100
       2 1/2
       B) ditto                    20 -      40 -     20 -      20 = 100
       2 1/2
       C) Maschinist               20 -      40 -     20 -      20 = 100
       2 1/2
       E) Arbeiternecessaries  20 -         40  -     20 -      20 = 100
       2 1/2
       D) Surplusproduzent    20 -      40 -     20 -      20 = 100
                              10 -      20 -     10 -      10 =  50.
       
       E also tauscht sein ganzes Produkt von 100 aus gegen den Arbeits-
       lohn 20  für seine  eignen Arbeiter, 20 für die Arbeiter von Roh-
       stoff A,  20 für die Arbeiter von Rohstoff B, 20 für die Arbeiter
       von Maschinist C, 20 für die Arbeiter von Surplusproduzent D; da-
       für tauscht er ein 40 für Rohstoff, 20 für Maschinerie, 20 erhält
       er wieder  für Arbeiternecessaries, und 20 bleiben ihm für Ankauf
       von Surplusproduce,  wovon er  selbst lebt.  Ebenso die andren im
       Verhältnis. Was ihren Mehrwert konstituiert, ist das 1/5 oder 20,
       das sie  alle gegen  Surplusproduce austauschen  können. Wenn sie
       das ganze  Surplus konsumierten  89*), wären  sie am Ende so weit
       wie am  Anfang, und der Mehrwert ihres Kapitals würde nicht wach-
       sen. Gesetzt,  sie verzehren  nur 10;  oder 1/10,  die Hälfte des
       Surpluswerts; so  würde Surplusproduzent D selbst weniger verzeh-
       ren 10;  und jeder der andren 10 weniger: Im ganzen würde er also
       nur
       -----
       87*) lebensnotwendige Dinge  für Arbeiter  -  88*) Mehrprodukt  -
       89*) in der Handschrift: produzierten
       
       #356# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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       seine halbe  Ware =  50 verkaufen  und könnte sein Geschäft nicht
       von vorn  anfangen. Setze also, an Konsumtibilien 90*) produziere
       er nur  50. Auf  die 400 Taler, die in Rohstoffen, Maschinen, Ar-
       beiternecessaries existieren,  kommen also nur 50 für Konsumtibi-
       lien für  die Kapitalisten.  Aber jeder  der Kapitalisten besitzt
       jetzt ein  Surplus von 10, wovon 4 in Rohstoff, 2 in Maschinen, 2
       in Arbeiternecessaries,  woran er gewinnen soll 2 (wie vorhin mit
       80... 100);  D hat an seinen 40 gewonnen 10 und kann also im sel-
       ben Verhältnis  seine Produktion vermehren, nämlich um 5. Er pro-
       duziert das nächste Jahr 7 1/2 mehr = 57 1/2.
       ¦¦38¦ Dies  Beispiel kann  oder kann nicht später ausgeführt wer-
       den. Gehört  eigentlich nicht  hierher. Soviel  ist klar, daß die
       Verwertung stattfindet hier in dem Austausch der Kapitalisten un-
       tereinander, denn, obgleich E nur produziert für den Arbeiterkon-
       sum, so  tauscht er  in der  Form des Arbeitslohns ein 1/5 von A,
       1/5 von  B, 1/5  von C, 1/5 von D etc. Ebenso tauschen A, B, C, D
       mit E  aus: nicht  direkt; aber indirekt, indem jeder 1/5 als ne-
       cessaries für  seine Arbeiter von ihm braucht. Die Verwertung be-
       steht darin,  daß jeder  sein eignes Produkt gegen aliquote Teile
       der Produkte der vier andren austauscht, und zwar so, daß von dem
       Surplusprodukt ein  Teil für den Konsum des Kapitalisten bestimmt
       ist, ein  Teil sich  in Surpluskapital verwandelt, womit neue Ar-
       beit in  Bewegung  zu  setzen.  Die  Verwertung  besteht  in  der
       r e a l e n   M ö g l i c h k e i t  größrer Verwertung - Produk-
       tion neuer  und größrer  Werte. Es ist hier klar, daß, wenn D und
       E, wovon  E alle von dem Arbeiter konsumierten und D alle von dem
       Kapitalisten konsumierten  Waren darstellt,  zu  viel  produziert
       hätten -  nämlich zu viel im Verhältnis zu der Proportion des für
       die Arbeiter  bestimmten Teils  des Kapitals oder zu viel im Ver-
       hältnis des  von den  Kapitalisten konsumierbaren Teils des Kapi-
       tals {zu viel im Verhältnis, worin sie das Kapital vermehren müs-
       sen; und  dieses Verhältnis  erhält später  eine Minimumgrenze im
       Zins},   a l l g e m e i n e  Ü b e r p r o d u k t i o n  statt-
       fände, nicht weil relativ  z u  w e n i g  von den von den Arbei-
       tern oder zu wenig von den von den Kapitalisten zu konsumierenden
       Waren [konsumiert], sondern weil von  b e i d e n  zu viel produ-
       ziert wäre  - zu viel  n i c h t  f ü r  d e n  K o n s u m, son-
       dern  um  das    r i c h t i g e    V e r h ä l t n i s    z w i-
       s c h e n  K o n s u m  u n d  V e r w e r t u n g  festzuhalten;
       z u  v i e l  f ü r  d i e  V e r w e r t u n g.
       In andren  Worten: Auf  einem gegebnen Standpunkt der Entwicklung
       der Produktivkräfte  - (denn  diese wird bestimmen das Verhältnis
       der notwendigen Arbeit zur Surplusarbeit) - findet ein fixes Ver-
       hältnis statt,  worin sich  teilt das  Produkt in einen Teil ent-
       sprechend -  Rohmaterial, Maschinerie,  notwendiger Arbeit,  Sur-
       plusarbeit und schließlich die Surplusarbeit selbst in einen
       -----
       90*) Lebensmittteln
       
       #357# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
       -----
       Teil, der  der Konsumtion anheimfällt, und einen andren, der wie-
       der zu  Kapital wird.  Diese innre begriffliche Teilung des Kapi-
       tals erscheint beim Austausch so, daß bestimmte und beschränkte -
       wenn auch im Verlauf der Produktion stets wechselnde - Proportio-
       nen stattfinden  für den  Austausch der Kapitalien untereinander.
       Ob die  Verhältnisse z.B.  von 2/5 Rohstoff, 1/5 Maschinerie, 1/5
       Arbeitslohn, 1/5  Surplusprodukt, wovon  1/10 wieder  für Konsum,
       1/10 für  neue Produktion  bestimmt ist - diese Teilung innerhalb
       des Kapitals  -, erscheint  im Austausch  als Verteilung say 91*)
       zwischen 5  Kapitalien. Jedenfalls  ist damit  gegeben sowohl die
       Summe des  Austauschs, der  stattfinden kann,  als auch  92*) die
       Proportionen, worin  jedes dieser  Kapitalien sowohl  austauschen
       wie produzieren  muß. Ist  das Verhältnis von der notwendigen Ar-
       beit zum konstanten Teil des Kapitals z.B. wie im obigen Beispiel
       = 1/5  : 3/5,  so haben  wir gesehn, daß das Kapital, das für den
       Konsum der  Kapitalisten und  Arbeiter zusammen  arbeitet,  nicht
       größer sein darf wie 1/5 + 1/10 der 5 Kapitalien, von denen jedes
       1 vorstellt,  = 1 1/2 Kapitalien. Ebenso ist das Verhältnis gege-
       ben, worin  jedes Kapital  mit dem andern, das ein bestimmtes Mo-
       ment seiner selbst darstellt, austauschen muß. Endlich, worin je-
       des überhaupt  austauschen muß.  Ist das Verhältnis z.B. des Roh-
       stoffs =  2/5, so  können die Kapitalien, die den Rohstoff produ-
       zieren, an  irgendeinem letzten  Punkt immer nur 3/5 austauschen,
       während 2/5  als fix  zu betrachten sind. (Z.B. als Samen etc. in
       der Agrikultur.)  Der   A u s t a u s c h   an und  für sich gibt
       diesen begrifflich  gegeneinander bestimmten Momenten ein gleich-
       gültiges Dasein;  sie existieren unabhängig voneinander; ihre in-
       nere Notwendigkeit   e r s c h e i n t   in  der Krise, die ihrem
       gleichgültigen Schein gegeneinander gewaltsam ein Ende macht.
       Eine Revolution  in den Produktivkräften ferner ändert diese Ver-
       hältnisse,   v e r ä n d e r t   diese Verhältnisse selbst, deren
       Grundlage -  auf dem  Standpunkt des  Kapitals und daher auch der
       Verwertung durch  den Austausch  -  immer    b l e i b t    d a s
       V e r h ä l t n i s   d e r  n o t w e n d i g e n  z u r  S u r-
       p l u s a r b e i t   oder, if  you please 93*), der verschiednen
       Momente der  vergegenständlichten zur  lebendigen Arbeit.  Es ist
       möglich, wie  wir schon  früher angedeutet,  daß  das  durch  die
       Vermehrung der  Produktivkräfte frei  gewordne Kapital sowohl wie
       frei gewordne lebendige Arbeitsvermögen beide brachliegen bleiben
       müssen, weil  sie nicht in den Proportionen vorhanden sind, unter
       denen die  Produktion auf  der  Grundlage  der  neu  entwickelten
       Produktivkräfte stattfinden  muß. Geht  sie gleichgültig  dagegen
       voran, so  muß sich schließlich beim Austausch auf einer oder der
       andren Seite ein Minus herausstellen, eine negative Größe.
       Die Schranke  bleibt immer,  daß der  Austausch so  stattfindet -
       also auch
       -----
       91*) sagen wir  - 92*) in  der Handschrift:  und -  93*) wenn man
       will
       
       #358# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
       -----
       die Produktion  - daß  das Verhältnis der Surplusarbeit gegen die
       notwendige dasselbe  bleibt -  denn dies  ist = dem Gleichbleiben
       der Verwertung  des Kapitals. Das zweite Verhältnis - die Propor-
       tion zwischen  dem von  dem Kapital  konsumierten Teil  des  Sur-
       plusprodukts zu  dem von  neuem in Kapital verwandelten - ist be-
       stimmt durch  das erste  Verhältnis. Erstens   h ä n g t    d i e
       G r ö ß e  d e r  i n  d i e s e  z w e i  T e i l e  z u  t e i-
       l e n d e n   S u m m e   v o n   d i e s e m    u r s p r ü n g-
       l i c h e n   V e r h ä l t n i s   ab; zweitens, wenn die Schöp-
       fung des  Mehrwerts des  Kapitals beruht  auf der  Schöpfung  von
       Surplusarbeit, so  die Vermehrung des Kapitals als Kapitals, (die
       Akkumulation, und ohne diese kann das Kapital nicht die Grundlage
       der Produktion  bilden, da  es ¦¦39¦  stagnant  bliebe  und  kein
       Element des Fortschritts, nötig schon durch das bloße Wachsen der
       Bevölkerung etc.) abhängig von der Verwandlung eines Teils dieses
       Surplusprodukts in  neues Kapital.  Würde  der  Mehrwert  einfach
       konsumiert, so  hätte sich  das Kapital  n i c h t  verwertet und
       nicht produziert als  K a p i t a l;  d.h. als Wert, der den Wert
       produziert.
       Wir haben  gesehn, wenn  40 Pfund Twist zum Wert von 200 Talern -
       weil sie  in 200 Talern vergegenständlichte Arbeitszeit enthalten
       - ausgetauscht  würden zu 198, verliert nicht nur der Twistfabri-
       kant 1 1/9   94*)  % Gewinn,  sondern sein Produkt ist entwertet,
       ist  u n t e r  seinem realen Wert verkauft, obgleich es zu einem
       P r e i s   verkauft ist,  der ihm  still leaves  a profit of 10%
       95*). Anderseits  gewinnt der  Silberproduzent 2  Taler. Behält 2
       Taler als  freigewordnes Kapital.  Dennoch  hat  eine  Entwertung
       stattgefunden, wenn  die Gesamtsumme  betrachtet wird.  Denn  die
       Summe ist  398 Taler statt 400. Denn in der Hand des Silberprodu-
       zenten sind die 200 Taler Twist nun auch nur wert 198; es ist für
       ihn dasselbe,  als hätte sich die Produktivkraft seiner Arbeit so
       vermehrt, daß nach wie vor dieselbe vergegenständlichte Arbeit in
       200 Talern  enthalten, aber  2 Taler davon von dem Konto der not-
       wendigen Auslagen auf das des Surpluswerts übergetreten wären, er
       2 Taler  weniger gezahlt  hätte für  notwendige Arbeit. Das Umge-
       kehrte könnte  nur der  Fall sein, wenn der Silberproduzent fähig
       wäre, die  40 Pfund Twist, die er für 198 Taler gekauft hat, wie-
       der zu verkaufen zu 200 Talern. Dann würde er 202 Taler haben und
       sagen, er  habe sie  verkauft gegen  einen Seidenfabrikanten, der
       ihm in Seide den Wert von 200 Talern für die 40 Pfund Twist gege-
       ben. Die 40 Pfund Twist wären dann zu ihrem wahren Wert verkauft,
       wenn nicht in erster Hand von ihrem Produzenten, so doch in zwei-
       ter von  ihrem Käufer, und die Gesamtrechnung würde sich so stel-
       len: Ausgetauscht  3 Produkte,  jedes  enthaltend  vergegenständ-
       lichte Arbeit  zum Wert  von 200;  also  S u m m e  der Werte der
       Kapitalien:
       -----
       94*) In der  Handschrift: 1 1/2  - 95*) noch einen Profit von 10%
       läßt
       
       #359# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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       600. A  der Twistfabrikant,  B der Silberfabrikant, C Seidefabri-
       kant: A  198, B 202 (nämlich 2 Überschuß vom ersten Austausch und
       200 in Seide), C 200.  S u m m a  600. In diesem Fall der Gesamt-
       wert der Kapitalien derselbe geblieben, und es hat nur ein Depla-
       cement 96*)  stattgefunden, indem  B einen Teil des Werts zu viel
       einkassiert hätte, der auf A zu wenig gefallen ist.
       Wenn A, der Twistfabrikant, nur 180 verkaufen könnte, (was  i h m
       die Sache  kostet) und  20 [in] Twist 97*) absolut nicht absetzen
       könnte, so  wäre vergegenständlichte Arbeit von 20 Talern wertlos
       geworden. Dasselbe  wäre der  Fall, wenn  er Wert von 200 für 180
       Taler gebe;  für B - den Silberfabrikanten -: insofern diese Not-
       wendigkeit für A durch Überproduktion in Twist entstanden wäre, B
       also auch den in den 40 Kund Twist enthaltnen Wert für nicht mehr
       als 180  loswerden könnte - hätte [B] 20 Taler von seinem Kapital
       frei gemacht.  Er hätte einen relativen Surpluswert von 20 Talern
       in der  Hand, aber  an Summe  von absolutem Wert - vergegenständ-
       lichter Arbeitszeit,  soweit sie  austauschbar ist - nach wie vor
       nur 200 - nämlich 40 Pfund Twist für 180 und 20 Taler freigeword-
       nes Kapital.  Für ihn  wäre es  dasselbe, als  ob sich  die  Pro-
       duktionskosten des  Twists vermindert  hätten,  d.h.,  daß  durch
       Steigerung der Produktivkraft der Arbeit in 40 Pfund Twist für 20
       Taler weniger Arbeitszeit enthalten wäre oder wenn der Arbeitstag
       = 4  Taler, 5  Arbeitstage weniger  nötig wären, um x Pfund Baum-
       wolle in  40 Pfund Twist zu verwandeln; er also weniger in Silber
       vergegenständlichte Arbeitszeit  gegen  die  in  Twist  vergegen-
       ständlichte Arbeitszeit  auszutauschen hätte. Die Gesamtsumme der
       vorhandnen Werte  wäre aber  380 statt  400. Es  hätte also  eine
       a l l g e m e i n e   E n t w e r t u n g  von 20 Talern stattge-
       funden oder eine Vernichtung von Kapital zu dem Belauf von 20 Ta-
       lern. Eine  a l l g e m e i n e  E n t w e r t u n g  findet also
       statt, obgleich  die   D e p r e z i a t i o n,  daß der Twistfa-
       brikant 40 Pfund zu 180 statt zu 200 verkauft, notwendig als eine
       Appreziation auf  der Seite  des Silbers,  eine Depreziation  des
       Twistes gegen  Silber erscheint  und allgemeine  Depreziation der
       Preise überhaupt  immer einschließt Appreziation 98*) des Geldes,
       nämlich der  Ware, worin  alle übrigen geschätzt werden. In einer
       Krise -  einer allgemeinen  Depreziation der Preise - findet also
       zugleich statt  bis zu  einem gewissen  Moment eine    a l l g e-
       m e i n e    E n t w e r t u n g    oder    V e r n i c h t u n g
       v o n   K a p i t a l.   Die Entwertung  kann   a l l g e m e i n
       sein, absolut,  nicht  nur  relativ  wie  die    D e p r e z i a-
       t i o n,   weil der  Wert nicht bloß wie der Preis ein Verhältnis
       einer Ware  zu einer andren ausdrückt, sondern das Verhältnis des
       Preises der  Ware zu  der in ihr vergegenständlichten Arbeit oder
       von  einem  Quantum  vergegenständlichter  Arbeit  von  derselben
       Qualität zum andren. Sind diese Quanta nicht gleich, so
       -----
       96*) eine Verlagerung - 97*) in der Handschrift: 20 Pfund Twist -
       98*) Aufwertung
       
       #360# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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       findet   E n t w e r t u n g   statt, die  nicht aufgewogen  wird
       durch Appreziation  auf der  andren Seite, da die andre Seite ein
       fixes, durch den Austausch nicht veränderliches Quantum vergegen-
       ständlichter Arbeit ausdrückt. Diese Entwertung erstreckt sich in
       allgemeinen Krisen bis auf das lebendige Arbeitsvermögen selbst.
       Nach dem  oben Ange¦¦40¦deuteten ist die Vernichtung von Wert und
       Kapital, die  in einer  Krise stattfindet, zusammenfallend - oder
       gleichbedeutend -  mit einem   a l l g e m e i n e n   W a c h s-
       t u m   d e r   P r o d u k t i v k r ä f t e,   das indes statt-
       findet nicht  durch wirkliche  Vermehrung der  Produktivkraft der
       Arbeit (soweit diese infolge von Krisen stattfindet, gehört nicht
       hierher), sondern  durch Verminderung  des vorhandnen  Werts  der
       Rohstoffe, Maschinen,  Arbeitsvermögens.  Z.B.:  Der  Baumwollfa-
       brikant verliert  Kapital an  seinen Produkten (Twist f.i. 99*)),
       aber er  kauft zu  niedrigrem Preis  denselben Wert in Baumwolle,
       Arbeit, etc.  Es ist  für ihn  dasselbe, als  wenn der   w i r k-
       l i c h e   W e r t   der Arbeit,  der Baumwolle  etc. sich  ver-
       mindert hätte, d. h., als ob sie durch gesteigerte Produktivkraft
       der Arbeit  wohlfeiler  produziert  worden  wären.  Ebenso  würde
       andrerseits plötzliches  allgemeines Wachstum der Produktivkräfte
       alle   v o r h a n d n e n  W e r t e,  die Arbeit auf einer nie-
       drigren Stufe  der Produktivkräfte  vergegenständlichen,  relativ
       entwerten und  vorhandnes Kapital  daher  vernichten  ebenso  wie
       vorhandnes Arbeitsvermögen.  Die andre  Seite der Krise löst sich
       auf in  wirkliche Verminderung  der  Produktion,  der  lebendigen
       Arbeit - um das richtige Verhältnis zwischen notwendiger und Sur-
       plusarbeit, worauf alles in letzter Instanz beruht, wieder herzu-
       stellen. (Also  keineswegs, wie Lord Overstone meint - als echter
       Geldwuchrer ",  daß Krisen sich einfach auflösen in enormous pro-
       fits for the one, and tremendous losses for the other 100*).)
       Der Austausch ändert nicht die innren Bedingungen der Verwertung;
       aber er wirft sie nach außen; gibt ihnen selbständige Form gegen-
       einander und  läßt so die innere Einheit nur als innre Notwendig-
       keit existieren, die sich daher äußerlich gewaltsam in den Krisen
       äußert. Beides  ist daher  im Wesen  des Kapitals gesetzt: sowohl
       die Entwertung  des Kapitals  durch den Produktionsprozeß als die
       Aufhebung derselben  und das  Herstellen der  Bedingungen für die
       Verwertung des  Kapitals. Die  Bewegung, worin  dies wirklich vor
       sich geht  - kann  erst betrachtet  werden, sobald das  r e a l e
       Kapital, d.h.  die Konkurrenz etc. - die wirklichen realen Bedin-
       gungen betrachtet  sind. Gehört  noch nicht hierher. Andrerseits,
       o h n e  den Austausch existierte die Produktion des Kapitals als
       solchen nicht; da die  V e r w e r t u n g  als solche nicht exi-
       stiert ohne Austausch.
       -----
       99*) z.B. -  100*) in enorme  Profite für die einen und ungeheure
       Verluste für die anderen
       
       #361# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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       Ohne Austausch  würde es  sich nur handeln um das Messen etc. des
       produzierten   G e b r a u c h s w e r t s,  überhaupt nur um den
       Gebrauchswert.
       Nachdem das Kapital sich durch den Produktionsprozeß 1. verwertet
       hat, d.h.  einen Neuwert  geschaffen; 2. entwertet, d. h. aus der
       Form von  Geld in die einer bestimmten Ware übergegangen, 3. ver-
       wertet es  sich samt  seinem Neuwert, indem das Produkt wieder in
       die Zirkulation geworfen und als W gegen G ausgetauscht wird. Die
       wirklichen Schwierigkeiten  dieses dritten Prozesses sind auf dem
       Punkt, wo  wir jetzt stehn, wo das Kapital nur im allgemeinen be-
       trachtet wird  - nur  als  M ö g l i c h k e i t n  vorhanden und
       daher ebenso  als  M ö g l i c h k e i t e n  aufgehoben. Produkt
       also jetzt gesetzt als wieder in Geld verwandelt.
       Das Kapital  ist jetzt  also wieder als Geld gesetzt und das Geld
       daher in  der  n e u e n  Bestimmung von  r e a l i s i e r t e m
       K a p i t a l,   nicht bloß als realisierter Preis der Ware. Oder
       die im  Preis realisierte  Ware ist  jetzt realisiertes  Kapital.
       Diese neue  Bestimmung des  Geldes oder vielmehr des Kapitals als
       Geld werden wir später betrachten. Zunächst, der Natur des Geldes
       nach erscheint am Kapital - indem es in Geld verwandelt ist - nur
       gemessen der  Neuwert, den  es geschaffen;  d. h.,  es wiederholt
       sich die  erste Bestimmung  des Geldes  als des allgemeinen Maßes
       der Waren; jetzt als Maß des Mehrwerts - der Verwertung des Kapi-
       tals. In der Form von Geld erscheint diese Verwertung als an sich
       selbst gemessen;  ihr Maß  an sich selbst habend. Das Kapital war
       ursprünglich 100  Taler; indem es jetzt 110 ist, ist das Maß sei-
       ner Verwertung in seiner eignen Form gesetzt - als Proportion des
       aus dem  Produktionsprozeß und  dem Austausch retournierten Kapi-
       tals (zu  seiner Geldform retournierten) zum ursprünglichen Kapi-
       tal; nicht mehr als Beziehung zweier qualitativ ungleicher - ver-
       gegenständlichter und  lebendiger Arbeit  - oder  der notwendigen
       Arbeit und  der geschaffnen  Surplusarbeit. Indem das Kapital als
       Geld gesetzt  ist, ist  es so in der ersten Bestimmung des Geldes
       gesetzt, als Maß des Werts. Dieser Wert ist aber hier sein eigner
       Wert oder  das Maß  seiner Selbstverw[ertung]. Wir werden hierauf
       zurückkommen (im Profit).
       Die zweite  Form des  Geldes war die des Zirkulationsmittels, und
       nach dieser  Seite erscheint  die Geldform  des Kapitals  als nur
       verschwindendes Moment,  um es  wieder auszutauschen,  aber nicht
       wie bei  dem Geld als Zirkulationsmittel überhaupt, gegen Waren -
       Gebrauchswerte -  zum Konsum  auszutauschen, sondern um es auszu-
       tauschen gegen  die besondren Gebrauchswerte, einerseits Rohmate-
       rial und  Instrument, andrerseits  lebendiges Arbeitsvermögen, in
       denen es von neuem seinen Umlauf als Kapital beginnen kann. ¦¦4l¦
       In dieser Bestimmung ist es capital circulant 101*), worüber spä-
       ter. Das Resultat
       -----
       101*) zirkulierendes Kapital
       
       #362# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
       -----
       seiner als  Geldes in  der Bestimmung des Zirkulationsmittels ist
       aber der Beginn des Produktionsakts vom  g e s e t z t e n  Kapi-
       tal aus,  und das ist der Punkt, den wir hier zunächst betrachten
       werden, ehe  wir  weitergehn.  (In  der  ersten  Bestimmung,  dem
       M a ß,  erscheint der  N e u w e r t  z w a r  gemessen; aber der
       Unterschied nur  formell; statt Surplusarbeit Geld - in einer be-
       stimmten Ware  vergegenständlichte Surplusarbeit. Die  q u a l i-
       t a t i v e  Natur dieses Neuwerts untergeht 102*) aber auch eine
       Änderung -  d.h. die  Maßgröße selbst,  die erst  später  zu  be-
       trachten. Zweitens,  als Zirkulationsmittel  ist das Verschwinden
       der Geldform  auch nur  noch   f o r m e l l.   Sie bekommt 103*)
       erst  w e s e n t l i c h,  nachdem nicht nur der erste Kreislauf
       vollendet, sondern  auch der zweite. Resultiert also zunächst nur
       darin, daß  wir wieder  beim Anfang  des   V e r w e r t u n g s-
       p r o z e s s e s   stehn. An  d i e s e m  P u n k t  nehmen wir
       daher zunächst den Fortgang auf.)
       Die dritte  Form des  Geldes als selbständiger, negativ gegen die
       Zirkulation sich verhaltender Wert ist das Kapital, das nicht als
       Ware aus  dem Produktionsprozeß  heraus wieder  in den  Austausch
       tritt, um  Geld zu  werden. Sondern  das Kapital, das in der Form
       des sich  auf sich  selbst beziehenden  Wertes Ware  wird, in die
       Zirkulation tritt.   (K a p i t a l   u n d    Z i n s.)    Diese
       dritte Form  unterstellt das  Kapital in  den frühern  und bildet
       zugleich den  Übergang aus  dem   K a p i t a l   in  die    b e-
       s o n d r e n   K a p i t a l i e n,   die realen  Kapitalien; da
       jetzt, in  dieser letzten  Form, das  Kapital seinem Begriff nach
       sich schon in zwei Kapitalien von selbständigem Bestehn scheidet.
       Mit der Zweiheit ist dann die Mehrheit überhaupt gegeben. Such is
       the march of this development. 104*)
       {Ehe wir nun weitergehn, noch diese Bemerkung. Das  K a p i t a l
       i m  a l l g e m e i n e n,  im Unterschied von den besondren Ka-
       pitalien, erscheint  zwar 1.    n u r    a l s    e i n e    A b-
       s t r a k t i o n;   nicht eine willkürliche Abstraktion, sondern
       eine  Abstraktion,   die  die  differentia  specifica  105*)  des
       Kapitals im Unterschied zu allen andren Formen des Reichtums auf-
       faßt - oder Weisen, worin die Produktion (gesellschaftliche) sich
       entwickelt. Es sind dies Bestimmungen, die jedem Kapital als sol-
       chem gemein  oder jede bestimmte Summe von Werten zum Kapital ma-
       chen. Und  die Unterschiede  innerhalb  dieser  Abstraktion  sind
       ebenso abstrakte Besonderheiten, die jede Art Kapital charakteri-
       sieren, indem  es ihre  Position oder  Negation ist (z.B. capital
       fixe oder  capital circulant);  2. aber ist das Kapital im allge-
       meinen  i m  U n t e r s c h i e d  von den besondren reellen Ka-
       pitalien selbst  eine  r e e l l e  Existenz. Es ist dies von der
       gewöhnlichen  Ökonomie   anerkannt,  wenn   auch  nicht    v e r-
       s t a n d e n;   und bildet  ein sehr  wichtiges Moment  für ihre
       Lehre von den Ausgleichungen etc. Z.B., das Kapital
       -----
       102*) erfährt (engl.:  undergoes) - 103*) wird (engl.: becomes) -
       104*) Das ist der Gang dieser Entwicklung - 105*) das Unterschei-
       dungesmerkmal
       
       #363# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
       -----
       in dieser   a l l g e m e i n e n   F o r m,   obgleich einzelnen
       Kapitalisten gehörig,  in seiner    e l e m e n t a r i s c h e n
       F o r m    a l s   Kapital,  bildet das  Kapital, das sich in den
       banks 106*) akkumuliert oder durch sie distribuiert wird und, wie
       Ricardo [217] sagt, sich so bewundernswürdig verteilt im Verhält-
       nis zu  den Bedürfnissen  der Produktion.  Es bildet ebenso durch
       loans 107*) etc. einen level 108*) zwischen den verschiednen Län-
       dern. Ist  es daher z. B. ein Gesetz des Kapitals im allgemeinen,
       daß, um sich zu verwerten, es sich doppelt setzen muß und sich in
       dieser doppelten Form doppelt verwerten muß, so wird z.B. das Ka-
       pital einer  besondren Nation,  die im  Gegensatz zu einer andren
       par excellence  Kapital repräsentiert,  sich ausleihn  müssen  an
       eine dritte  Nation, um sich verwerten zu können. Das Doppeltset-
       zen, sich  auf sich  selbst als  fremdes beziehn,  wird in diesem
       case 109*) verdammt real. Während das Allgemeine daher einerseits
       nur   g e d a c h t e   differentia specifica,  ist sie  zugleich
       eine   b e s o n d r e   reelle Form neben der Form des Besondern
       und Einzelnen.  (Nous reviendrons  plus tard  sur ce  point  qui,
       quoique d'un caractère plus logique qu'économiste, prouvera néan-
       moins d'une grande importance dans le progrès de notre recherche.
       110*)   So auch  in der Algebra. Zum Beispiel a, b, c sind Zahlen
       überhaupt; im allgemeinen; dann aber
                                   a    b    c    c   b
       sind sie ganze Zahlen gegen -,   -,   -,   -,  - etc., die sie
                                   b    c    b    a   a
       indes als die allgemeinen Elemente voraussetzen.)}
       ¦¦42¦ Der  Neuwert also  selbst wieder  als Kapital  gesetzt, als
       vergegenständlichte Arbeit  eingehend in  den Austauschprozeß mit
       der lebendigen  und daher sich teilend in einen konstanten Teil -
       die objektiven  Bedingungen der Arbeit, Material und Instrument -
       und die  Bedingungen für die subjektive Bedingung der Arbeit, die
       Existenz des  lebendigen Arbeitsvermögens, die necessaries 111*),
       Lebensmittel für  den Arbeiter.  Bei diesem zweiten Auftreten des
       Kapitals in dieser Form erscheinen Punkte aufgeklärt, die in sei-
       nem ersten  Vorkommen -  dem Gelde, das aus seiner Bestimmung als
       Wert in  die des Kapitals übergeht - durchaus unklar waren. Jetzt
       sind sie  durch den  Prozeß der  Verwertung und Produktion selbst
       ausgelegt. Beim  ersten Vorkommen  erschienen die    V o r a u s-
       s e t z u n g e n   selbst äußerlich,  aus der  Zirkulation  her-
       kommend;  als  äußere  Voraussetzungen  für  die  Entstehung  des
       Kapitals; daher  nicht aus  seinem inneren Wesen hervorgehend und
       nicht  aus   demselben  erklärt.   Diese    ä u ß e r l i c h e n
       Voraussetzungen werden  jetzt als  Momente der Bewegung des Kapi-
       tals
       -----
       106*) Banken -  107*) Anleihen -  108*) Ausgleich -  109*) Fall -
       110*) Wir werden  später auf diesen Punkt zu rückkommen, der, ob-
       gleich er  mehr logisch  als ökonomisch ist, dort dennoch für den
       Fortschritt unserer  Untersuchungen  von  großer  Bedeutung  sein
       würde. - 111*) der Lebensbedürfnisse
       
       #364# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
       -----
       selbst erscheinen,  so daß  es selbst  sie - wie sie immer histo-
       risch entstehen  mögen -  als seine  eignen Momente vorausgesetzt
       hat.
       Innerhalb des  Produktionsprozesses selbst  erschien der Surplus-
       wert, der  durch den  Zwang des Kapitals sollizitierte 112*) Sur-
       pluswert, als  S u r p l u s a r b e i t;  selbst in der Form der
       lebendigen Arbeit,  die aber,  da sie  nicht aus  nichts schaffen
       kann, ihre  objektiven  Bedingungen  vorfindet.  Jetzt  erscheint
       diese   S u r p l u s a r b e i t  vergegenständlicht als  S u r-
       p l u s p r o d u k t,   und dieses  Surplusprodukt, um  sich als
       Kapital  zu   verwerten,  teilt   sich  in  doppelter  Form:  als
       o b j e k t i v e   A r b e i t s b e d i n g u n g   -  Material
       und Instrument  -; als  subjektive - Lebensmittel für die nun ins
       Werk zu setzende lebendige Arbeit. Die allgemeine Form als Wert -
       vergegenständlichte Arbeit  - und aus der Zirkulation herkommende
       vergegenständlichte Arbeit  - ist  natürlich die  allgemeine sich
       von selbst  verstehende Voraussetzung. Ferner: Das Surplusprodukt
       in seiner  Totalität -  objektivierend die Surplusarbeit in ihrer
       Totalität -  erscheint  jetzt  als    S u r p l u s k a p i t a l
       (verglichen mit  dem ursprünglichen  Kapital, bevor es diesen Um-
       lauf vorgenommen  hatte), d.h.  als verselbständigter Tauschwert,
       der dem  lebendigen Arbeitsvermögen  als seinem    s p e z i f i-
       s c h e n     G e b r a u c h s w e r t     gegenübertritt.  Alle
       Momente, die  dem lebendigen  Arbeitsvermögen als    f r e m d e,
       ä u ß e r l i c h e   und es  unter  g e w i s s e n,  von  i h m
       s e l b s t  u n a b h ä n g i g e n  B e d i n g u n g e n  kon-
       sumierende,  verwendende   Mächte  gegenübertraten,   sind  jetzt
       gesetzt als   s e i n   e i g n e s   P r o d u k t   u n d  R e-
       s u l t a t.
       E r s t e n s:   Der  S u r p l u s w e r t  oder  S u r p l u s-
       p r o d u k t   ist nichts  als eine  bestimmte  Summe  vergegen-
       ständlichter lebendiger  Arbeit -  die Summe  der  Surplusarbeit.
       Dieser neue   W e r t,   der  der  lebendigen  Arbeit  als  selb-
       ständiger,  mit  ihr  sich  austauschender,  als  Kapital  gegen-
       übertritt, ist  das   P r o d u k t   d e r  A r b e i t.  Er ist
       selbst nichts  als der   Ü b e r s c h u ß   d e r    A r b e i t
       ü b e r h a u p t   ü b e r   d i e   n o t w e n d i g e    A r-
       b e i t  - in objektiver Form und darum als  W e r t.
       Z w e i t e n s:  Die besondren Gestalten, die dieser Wert anneh-
       men muß, um sich von neuem zu verwerten, d.h. als Kapital zu set-
       zen - einerseits als Rohmaterial und Instrument - andrerseits als
       Lebensmittel für  die Arbeit  während des  Produktionsaktes, sind
       ebenso daher  nur   b e s o n d r e    Formen  der  Surplusarbeit
       selbst. Rohmaterial und Instrument sind von ihr selbst in solchen
       Verhältnissen produziert  - oder  sie selbst  ist objektiv in der
       Proportion als  Rohmaterial und  Instrument gesetzt, die erlaubt,
       daß sich  nicht nur  eine bestimmte  Summe notwendiger - d.h. die
       Lebensmittel (ihren Wert) reproduzierender lebendiger Arbeit sich
       in ihr  vergegenständlichen kann,  und zwar fortwährend vergegen-
       ständlichen, also  stets von neuem die Diremtion 113*) in die ob-
       jektiven und subjektiven
       -----
       112*) angeregte - 113*) Trennung
       
       #365# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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       Bedingungen  ihrer  Selbsterhaltung  und  Selbstreproduktion  von
       neuem wieder  anfangen kann, sondern daß, indem die lebendige Ar-
       beit diesen  Reproduktionsprozeß ihrer gegenständlichen Bedingun-
       gen vollzieht, sie zugleich Rohmaterial und Instrument in solchen
       Proportionen gesetzt hat, daß sie als  S u r p l u s a r b e i t,
       als   A r b e i t   ü b e r   d i e  n o t w e n d i g e  hinaus,
       sich in ihnen verwirklichen und sie daher zum Material  n e u e r
       Wertschöpfung  machen   kann.  Die   objektiven  Bedingungen  der
       S u r p l u s a r b e i t   - die  sich auf  die  Proportion  von
       Rohmaterial und Instrument über die Erheischnisse der notwendigen
       Arbeit hinaus beschränken, während die objektiven Bedingungen der
       notwendigen Arbeit  zerfallen innerhalb ihrer Objektivität in ob-
       jektive und  subjektive, in sachliche Momente der Arbeit und sub-
       jektive (Lebensmittel  der lebendigen  Arbeit), erscheinen  daher
       jetzt, sind  daher jetzt gesetzt als Produkt, Resultat, objektive
       Form, äußerliche  Existenz der Surplusarbeit selbst. Ursprünglich
       dagegen erschien  es der lebendigen Arbeit selbst fremd - als Tat
       auf Seiten  des Kapitals  -, daß Instrument und Lebensmittel vor-
       handen waren  zu einem  Umfang, der der lebendigen Arbeit möglich
       machte, sich  nicht nur  als   n o t w e n d i g e,   sondern als
       S u r p l u s a r b e i t  zu verwirklichen.
       D r i t t e n s:   Das selbständige  Fürsichsein des Werts gegen-
       über dem lebendigen Arbeitsvermögen - daher sein Dasein als Kapi-
       tal -  die objektive,  an  sich  haltende  Gleichgültigkeit,  die
       F r e m d h e i t   der objektiven  Arbeitsbedingungen gegen  das
       lebendige ¦¦43¦  Arbeitsvermögen, die  bis zu dem Punkt fortgeht,
       daß diese  Bedingungen der Person des Arbeiters in der Person des
       Kapitalisten - als Personifikationen mit eignem Willen und Inter-
       esse  gegenübertreten   -  diese   absolute    S c h e i d u n g,
       T r e n n u n g   des Eigentums,  d.h.  der  sachlichen  Arbeits-
       bedingungen vom  lebendigen Arbeitsvermögen  - daß  sie  ihm  als
       f r e m d e s   E i g e n t u m,   als die  Realität einer andren
       juristischen Person,  das absolute Gebiet  i h r e s  Willens ge-
       genübertreten  -   und  daß  daher  andrerseits  die  Arbeit  als
       f r e m d e   A r b e i t  gegenüber dem im Kapitalisten personi-
       fizierten Wert  oder den Arbeitsbedingungen erscheint - diese ab-
       solute Trennung zwischen Eigentum und Arbeit, zwischen dem leben-
       digen Arbeitsvermögen  und den  Bedingungen seiner  Realisierung,
       zwischen vergegenständlichter und lebendiger Arbeit, zwischen dem
       Wert und der wertschaffenden Tätigkeit - daher auch die Fremdheit
       des Inhalts der Arbeit gegen den Arbeiter selbst "diese Scheidung
       erscheint jetzt  ebenfalls als  Produkt der  Arbeit  selbst,  als
       Vergegenständlichung, Objektivierung  ihrer eignen  Momente. Denn
       durch den  neuen Produktionsakt  selbst -  der nur bestätigte den
       ihm vorhergehenden  Austausch zwischen Kapital und lebendiger Ar-
       beit -  ist die Surplusarbeit und daher der Surpluswert, das Sur-
       plusprodukt, überhaupt  das Gesamtresultat  der Arbeit  (das  der
       Surplusarbeit sowohl  wie der notwendigen) gesetzt worden als Ka-
       pital,
       
       #366# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
       -----
       als dem  lebendigen Arbeitsvermögen  selbständig und gleichgültig
       oder als  seinem bloßen  Gebrauchswert gegenübertretender Tausch-
       wert. Das Arbeitsvermögen hat sich nur angeeignet die subjektiven
       Bedingungen der  notwendigen Arbeit  - die  Lebensmittel für  das
       produzierende Arbeitsvermögen,  d. h. seine Reproduktion als blo-
       ßes von den Bedingungen seiner Verwirklichung getrenntes Arbeits-
       vermögen,  und  es  hat  diese  Bedingungen  selbst  gesetzt  als
       S a c h e n,  W e r t e,  die in fremder gebietender Personifika-
       tion ihm  gegenübertreten. Es tritt nicht nur nicht reicher, son-
       dern es  tritt ärmer  aus dem  Prozeß heraus,  als es hereintrat.
       Denn nicht nur hat es hergestellt die Bedingungen der notwendigen
       Arbeit als  dem Kapital  gehörig; sondern die in ihm als Möglich-
       keit liegende  Verwertung, wertschaffende  Möglichkeit, existiert
       nun ebenfalls als Surpluswert, Surplusprodukt, mit einem Wort als
       Kapital, als  Herrschaft über  das lebendige Arbeitsvermögen, als
       mit eigner  Macht und Willen begabter Wert ihm in seiner abstrak-
       ten, objektivlosen,  rein subjektiven  Armut  gegenüber.  Es  hat
       nicht nur  den fremden  Reichtum und  die eigne Armut produziert,
       sondern auch  das Verhältnis  dieses Reichtums  als sich auf sich
       selbst beziehenden  Reichtums zu  ihm als  der Armut, durch deren
       Konsum er  neue Lebensgeister  in sich  zieht und  sich von neuem
       verwertet. Alles dies ging aus dem Austausch hervor, worin es ge-
       gen ein  Quantum vergegenständlichter  Arbeit sein lebendiges Ar-
       beitsvermögen austauschte,  bloß daß  jetzt diese  vergegenständ-
       lichte Arbeit  - diese außer ihm existierenden Bedingungen seines
       Daseins und  das selbständige  Außerihmsein dieser sachlichen Be-
       dingungen -  als   s e i n   e i g n e s  P r o d u k t,  als von
       ihm selbst gesetzt erscheinen, sowohl als seine eigne Objektivie-
       rung wie  die Objektivierung  seiner als einer von ihm selbst un-
       abhängigen und  es vielmehr beherrschenden, durch seine eigne Tat
       beherrschenden Macht.
       In dem   S u r p l u s k a p i t a l   sind  alle Momente Produkt
       der   f r e m d e n  Arbeit - in Kapital verwandelte  f r e m d e
       S u r p l u s a r b e i t;   Lebensmittel für  die notwendige Ar-
       beit; die  objektiven Bedingungen - Material und Instrument - da-
       mit die  notwendige Arbeit  den gegen sie in Lebensmitteln ausge-
       tauschten Wert reproduzieren kann; endlich das nötige Quantum von
       Material und  Instrument, damit  sich neue  Surplusarbeit in  ihm
       verwirklichen oder neuer Mehrwert geschaffen werden kann.
       Es ist  hier der Schein fortgefallen, der noch bei der ersten Be-
       trachtung des Produktionsprozesses existierte, als ob das Kapital
       irgendeinen Wert  von seiner  Seite, aus der Zirkulation, herbei-
       brächte. Die  objektiven Bedingungen  der Arbeit erscheinen jetzt
       vielmehr als  ihr Produkt  - sowohl soweit sie Wert überhaupt als
       Gebrauchswerte für  die Produktion sind. Wenn aber so das Kapital
       als Produkt der Arbeit erscheint, so erscheint ebenso das Produkt
       der
       
       #367# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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       Arbeit als  Kapital -  nicht mehr  als einfaches Produkt noch als
       austauschbare Ware,  sondern als   K a p i t a l,  vergegenständ-
       lichte Arbeit  als Herrschaft,  Kommando über  lebendige. Es  er-
       scheint ebenso  als Produkt  der  Arbeit,  daß  ihr  Produkt  als
       f r e m d e s   E i g e n t u m,   selbständig der lebendigen Ar-
       beit gegenübertretende  Existenzweise, ebenso als für sich seien-
       der   W e r t   erscheint; daß das Produkt der Arbeit, die verge-
       genständlichte Arbeit  mit einer  eignen Seele von der lebendigen
       Arbeit selbst  begabt ist und sich ihr gegenüber als  f r e m d e
       M a c h t   festsetzt. Vom  Standpunkt der Arbeit aus betrachtet,
       erscheint sie  also so  in dem  Produktionsprozeß tätig,  daß sie
       ihre Verwirklichung in objektiven Bedingungen zugleich als fremde
       Realität von  sich abstößt  und daher sich selbst als substanzlo-
       ses, bloß  bedürftiges Arbeitsvermögen  gegenüber dieser ihr ent-
       fremdeten, nicht  ihr, sondern  andern gehörigen  Realität setzt;
       daß sie  ihre eigne Wirklichkeit nicht als Sein für sich, sondern
       als bloßes  Sein für  andres und daher auch als bloßes Anderssein
       oder Sein  des andren  gegen sie  selbst setzt. Dieser Verwirkli-
       chungsprozeß ist ebenso der Entwirklichungsprozeß der Arbeit. Sie
       setzt sich  objektiv, aber  sie setzt diese ihre Objektivität als
       ihr eignes Nichtsein oder als das Sein ihres Nichtseins - des Ka-
       pitals. Sie  kehrt in sich zurück als bloße Möglichkeit der Wert-
       setzung oder  Verwertung; weil  der ganze wirkliche Reichtum, die
       Welt des wirklichen Werts und ebenso die realen Bedingungen ihrer
       eignen ¦¦44¦  Verwirklichung als  selbständige Existenzen ihr ge-
       genüber gesetzt  sind. Es sind die in dem eignen Schoß der leben-
       digen   Arbeit    ruhenden   Möglichkeiten,   die   infolge   des
       Produktionsprozesses als  Wirklichkeiten außer  ihr existieren  -
       aber als  ihr  f r e m d e  W i r k l i c h k e i t e n,  die den
       Reichtum im Gegensatz zu ihr bilden.
       Insofern das  Surplusprodukt als Surpluskapital von neuem verwer-
       tet wird,  von neuem  in den  Produktionsprozeß und Selbstverwer-
       tungsprozeß tritt,  teilt es  sich 1. in Lebensmittel für die Ar-
       beiter zum  Austausch gegen das lebendige Arbeitsvermögen; dieser
       Teil des   K a p i t a l s  sei als  A r b e i t s f o n d s  be-
       zeichnet; dieser  Arbeitsfonds, der zur Erhaltung des Arbeitsver-
       mögens bestimmte Teil - und zur progressiven Erhaltung desselben,
       da das  Surpluskapital beständig wächst - erscheint jetzt ebenso-
       sehr  als   das  Produkt   der     f r e m d e n     Arbeit,  dem
       K a p i t a l   fremden Arbeit,  wie 2.  die andren  Bestandteile
       desselben -  die sachlichen  Bedingungen zur  Reproduktion  eines
       Wertes = diesen Lebensmitteln + einem Surpluswert.
       Ferner, wenn  dies Surpluskapital  betrachtet wird, erscheint die
       Teilung des Kapitals in einen konstanten - vor der Arbeit antedi-
       luvianisch 114*)  existierenden Teil, Rohstoff und Arbeitsinstru-
       mente - und einen variablen Teil, nämlich die
       -----
       114*) vorsintflutlich
       
       #368# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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       gegen  lebendiges  Arbeitsvermögen  austauschbaren  Lebensmittel,
       rein  formell,   insofern  beide   gleichmäßig  von   der  Arbeit
       g e s e t z t     und  gleichmäßig   von  ihr   als  ihre  eignen
       V o r a u s s e t z u n g e n   gesetzt sind.  Diese Teilung  des
       Kapitals in  sich selbst  erscheint jetzt  vielmehr so,  daß  das
       eigne Produkt der Arbeit - die objektivierte Surplusarbeit - sich
       scheidet in  zwei Bestandteile  - die  objektiven Bedingungen für
       neue Verwertung  der Arbeit (1) und einen Arbeitsfonds zur Erhal-
       tung der Möglichkeit dieser lebendigen Arbeit, d. h. des lebendi-
       gen Arbeitsvermögens  als eines  lebendigen (2), aber so, daß das
       Arbeitsvermögen sich  den als Arbeitsfonds bestimmten Teil seines
       eignen Resultats - seines eignen Daseins in objektiver Form - nur
       wieder aneignen kann, nur herausbringen kann aus der Form des ihm
       gegenüberstehnden fremden  Reichtums, indem  es nicht  nur seinen
       Wert reproduziert,  sondern auch den Teil des neuen Kapitals ver-
       wertet, der  die objektiven  Bedingungen für  die  Verwirklichung
       neuer Surplusarbeit  und Surplusproduktion  oder  Produktion  von
       Surpluswerten darstellt.  Die Arbeit selbst hat einen neuen fonds
       für Anwendung  neuer notwendiger Arbeit geschaffen oder, was das-
       selbe ist,  einen fonds  für die  Erhaltung neuer  lebendiger Ar-
       beitsvermögen, Arbeiter,  aber zugleich die Bedingung, daß dieser
       fonds nur  angewendet werden  kann, indem  neue Surplusarbeit auf
       den überschüssigen Teil des Surpluskapitals verwandt wird. In dem
       von der  Arbeit produzierten  Surpluskapital -  Surpluswert - ist
       also zugleich  die reale  Notwendigkeit neuer  Surplusarbeit  ge-
       schaffen, und so ist das Surpluskapital selbst die reale Möglich-
       keit zugleich  neuer Surplusarbeit  und neuen Surpluskapitals. Es
       zeigt sich  hier, wie progressiv die objektive Welt des Reichtums
       durch die  Arbeit selbst  als ihr fremde Macht sich ihr gegenüber
       ausweitet und immer breitere und vollere Existenz gewinnt, so daß
       relativ, im  Verhältnis zu den geschaffnen Werten oder den realen
       Bedingungen der  Wertschöpfung die  bedürftige Subjektivität  des
       lebendigen Arbeitsvermögens  einen immer  grelleren Kontrast bil-
       det. Je mehr sie sich - die Arbeit sich objektiviert - desto grö-
       ßer wird  die objektive  Welt der Werte, die ihr als fremde - als
       fremdes Eigentum  - gegenübersteht.  Durch die Schöpfung des Sur-
       pluskapitals nötigt  sich die  Arbeit selbst den Zwang der Schöp-
       fung abermals neuen Surpluskapitals auf etc. etc.
       In bezug  auf das ursprüngliche - Nicht-Surpluskapital - hat sich
       das Verhältnis insofern für das Arbeitsvermögen verändert, daß 1.
       der Teil  desselben, der  gegen  notwendige  Arbeit  ausgetauscht
       wird, von  dieser Arbeit selbst reproduziert ist, also nicht mehr
       aus der Zirkulation an sie herankömmt, sondern ihr eignes Produkt
       ist; und 2. der Teil des Werts, der in Rohmaterial und Instrument
       die realen  Bedingungen für  die Verwertung der lebendigen Arbeit
       darstellt, von  ihr selbst  im Produktionsprozeß  erhalten worden
       ist; und
       
       #369# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
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       da jeder  Gebrauchswert seiner  Natur nach in vergänglichem Mate-
       rial besteht,  der Tauschwert  aber nur  im Gebrauchswert da ist,
       existiert, ist  dies Erhalten = Beschützen vor dem Untergang oder
       Negation der  vergänglichen Natur der von den Kapitalisten beseß-
       nen Werte;  daher ihr  Setzen als  für sich  seiender  Wert,  als
       u n v e r g ä n g l i c h e r   R e i c h t u m.  Als Kapital ist
       diese ursprüngliche Summe von Werten daher auch erst im Produkti-
       onsprozeß durch die lebendige Arbeit gesetzt worden.
       Nun vom  Standpunkt des  Kapitals aus: Soweit das  S u r p l u s-
       k a p i t a l   betrachtet wird, repräsentiert der Kapitalist für
       sich seienden  Wert, Geld  im  dritten  Moment,  Reichtum,  durch
       einfache   A n e i g n u n g   f r e m d e r  A r b e i t,  indem
       jedes Moment  des Surpluskapitals,  Material, Instrument, Lebens-
       mittel sich  auflöst in   f r e m d e    A r b e i t,    die  der
       Kapitalist nicht  durch  A u s t a u s c h  gegen vorhandne Werte
       sich angeeignet,  sondern die er sich  o h n e  A u s t a u s c h
       angeeignet hat.  Allerdings erscheint  als   u r s p r ü n g l i-
       c h e  B e d i n g u n g  für dieses  S u r p l u s k a p i t a l
       der Austausch  eines   T e i l s   i h m    a n g e h ö r i g e r
       W e r t e   oder von  ihm  beseßner    v e r g e g e n s t ä n d-
       l i c h t e r   A r b e i t  gegen fremdes lebendiges Arbeitsver-
       mögen. Für Bildung von  S u r p l u s k a p i t a l  I,  wenn wir
       so das  Surpluskapital nennen,  wie  es  aus  dem  ursprünglichen
       Produktionsprozeß herauskommt,  d. h.  für die  A n e i g n u n g
       f r e m d e r   A r b e i t,   v e r g e g e n s t ä n d l i c h-
       t e r   f r e m d e r   A r b e i t,  erscheint als Bedingung der
       Besitz von   W e r t e n   auf Seiten des Kapitalisten, von denen
       er   f o r m e l l   austauscht einen  Teil gegen  das  lebendige
       Arbeitsvermögen. Wir sagen formell, weil die lebendige Arbeit ihm
       auch die  a u s g e t a u s c h t e n  Werte wiederzugeben 115*),
       wieder zu  ersetzen hat.  Aber sei dem, wie ihm wolle. Jedenfalls
       erscheint als  Bedingung für  Formierung von   S u r p l u s k a-
       p i t a l   I,  d.h. für Aneignung fremder Arbeit oder der Werte,
       worin  sie   sich  vergegenständlicht   hat,  der  Austausch  dem
       Kapitalisten gehöriger,  von ihm in die Zirkulation geworfner und
       von ihm  dem lebendigen  Arbeitsvermögen zugeführter  Werte - von
       Werten, die   n i c h t  aus seinem ¦¦45¦  A u s t a u s c h  mit
       der  lebendigen  Arbeit  oder  nicht  von  seinem  Verhalten  als
       K a p i t a l  zur  A r b e i t  herrühren.
       Denken wir uns nun aber Surpluskapital wieder in den Produktions-
       prozeß geworfen, wieder im Austausch seinen Surpluswert realisie-
       rend und als neues Surpluskapital von neuem am Beginn eines drit-
       ten  Produktionsprozesses  erscheinend.  Dieses    S u r p l u s-
       k a p i t a l   I I  hat andre Voraussetzungen wie Surpluskapital
       I. Die  Voraussetzung des Surpluskapital I waren dem Kapitalisten
       angehörige und  von  ihm  in  die  Zirkulation,  exakter  in  den
       Austausch mit  lebendigem  Arbeitsvermögen  geworfne  Werte.  Die
       Voraussetzung von  Surpluskapital II  ist nichts  andres als  die
       Existenz des Surpluskapital I; d.h. in
       -----
       115*) IN der Handschrift: wiedergeben
       
       #370# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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       andren Worten  die  Voraussetzung,  daß  der  Kapitalist  bereits
       fremde Arbeit  sich ohne Austausch angeeignet hat. Dies setzt ihn
       in den  Stand, den Prozeß immer wieder von neuem zu beginnen. Al-
       lerdings, um  das Surpluskapital  II zu  schaffen, mußte er einen
       Teil des  Wertes des  Surpluskapitals I in der Form 116*) von Le-
       bensmitteln gegen  lebendiges Arbeitsvermögen  austauschen, aber,
       was er so austauschte, waren ursprünglich Werte, die er nicht aus
       eignem fonds  in die  Zirkulation gebracht; sondern fremde verge-
       genständlichte Arbeit,  die er  sich ohne  jedes Äquivalent ange-
       eignet und  die er  nun wieder  austauscht gegen fremde lebendige
       Arbeit, wie  auch das Material etc., worin diese neue Arbeit sich
       verwirklicht und Surpluswert schafft, ohne Austausch, durch bloße
       Aneignung,  in  seine  Hand  gekommen  sind.    V e r g a n g n e
       A n e i g n u n g   f r e m d e r  A r b e i t  e r s c h e i n t
       j e t z t   a l s   d i e    e i n f a c h e    B e d i n g u n g
       f ü r   n e u e   A n e i g n u n g   f r e m d e r  A r b e i t;
       oder, daß  fremde Arbeit in objektiver Form, in der Form von exi-
       stierenden Werten in seinem Eigentum sich befindet, erscheint als
       Bedingung dafür,  daß er fremde  l e b e n d i g e  Arbeitsvermö-
       gen -  daher Surplusarbeit  - Arbeit  ohne Äquivalent,  sich  von
       neuem aneignen  kann. Daß  er bereits  als Kapital der lebendigen
       Arbeit gegenüberstand, erscheint als einzige Bedingung dafür, daß
       er sich  nicht nur als Kapital erhält, sondern als wachsendes Ka-
       pital wachsend  fremde Arbeit  ohne Äquivalent    a n e i g n e t
       oder seine Macht, seine Existenz als Kapital gegenüber dem leben-
       digen Arbeitsvermögen  ausweitet und anderseits das lebendige Ar-
       beitsvermögen in  seiner subjektiven,  substanzlosen  Dürftigkeit
       als lebendiges Arbeitsvermögen stets von neuem setzt. Eigentum an
       vergangner oder  objektivierter fremder Arbeit erscheint als ein-
       zige Bedingung  für fernere Aneignung gegenwärtiger oder lebendi-
       ger fremder  Arbeit. Insofern  ein  Surpluskapital  I  geschaffen
       wurde durch einfachen Austausch zwischen vergegenständlichter Ar-
       beit und  dem lebendigen Arbeitsvermögen - ein Austausch ganz ge-
       gründet auf  die Gesetze  des Austauschs von Äquivalenten als ge-
       schätzt durch  die in  ihnen enthaltne  Quantität Arbeit oder Ar-
       beitszeit - und  s o f e r n  dieser Austausch, juristisch ausge-
       drückt, nichts voraussetzte als das Eigentumsrecht eines jeden an
       seinen eignen  Produkten und  die freie  Disposition über  sie  -
       insofern aber  Verhältnis von  Surpluskapital II  zu I Konsequenz
       daher dieses  ersten Verhältnisses  ", sehn  wir, daß dialektisch
       umschlägt, durch  eine sonderbare  Konsequenz, das Eigentumsrecht
       auf Seiten  des Kapitals in das Recht auf fremdes Produkt oder in
       das Eigentumsrecht  auf fremde Arbeit, das Recht, sich fremde Ar-
       beit ohne Äquivalent anzueignen, und auf Seiten des Arbeitsvermö-
       gens in  die Pflicht,  sich zu  seiner eignen  Arbeit oder seinem
       eignen Produkt als  f r e m d e m  E i g e n t u m
       -----
       116*) In der Handschrift: d. Formen
       
       #371# Reproduktion und Akkumulation des Kapitals
       -----
       zu verhalten.  Das Eigentumsrecht schlägt um in das Recht auf der
       einen Seite,  sich fremde  Arbeit anzueignen, und die Pflicht auf
       der andren,  das Produkt  der eignen  Arbeit und die eigne Arbeit
       selbst als  andern gehörige  Werte zu respektieren. Der Austausch
       von Äquivalenten  aber, der  als die  ursprüngliche Operation er-
       schien, die das Eigentumsrecht juristisch ausdrückte, hat sich so
       gedreht, daß  auf der  einen Seite  nur zum  Schein  ausgetauscht
       wird, indem  der gegen  lebendiges Arbeitsvermögen  ausgetauschte
       Teil des  Kapitals erstens selbst  f r e m d e  A r b e i t  ist,
       angeeignet ohne  Äquivalent,  und  zweitens    m i t    e i n e m
       S u r p l u s     v o m     A r b e i t s v e r m ö g e n    e r-
       s e t z t   w e r d e n   m u ß,   also in fact nicht fortgegeben
       wird, sondern  nur aus  einer Form  in die andre verwandelt wird.
       Das Verhältnis  des Austauschs ist also gänzlich weggefallen oder
       ist   b l o ß e r  S c h e i n.  Ferner erschien ursprünglich das
       Eigentumsrecht gegründet auf die eigne Arbeit. Eigentum erscheint
       jetzt als  Recht auf  fremde Arbeit  und  als  Unmöglichkeit  der
       Arbeit, sich  ihr eignes Produkt anzueignen. Die völlige Trennung
       zwischen Eigentum  und noch  mehr Reichtum  und Arbeit  erscheint
       jetzt als  Konsequenz  des  Gesetzes,  das  von  ihrer  Identität
       ausging.
       Endlich als  Resultat des  Produktions- und  Verwertungsprozesses
       erscheint  vor  allem  die  Reproduktion  und  Neuproduktion  des
       V e r h ä l t n i s s e s   v o n   K a p i t a l   u n d    A r-
       b e i t   s e l b s t,   von   K a p i t a l i s t   u n d   A r-
       b e i t e r.   Dies  soziale  Verhältnis,  Produktionsverhältnis,
       erscheint in fact als ein noch wichtigeres Resultat des Prozesses
       als seine  materiellen Resultate.  Und zwar  produziert innerhalb
       dieses Prozesses der Arbeiter sich selbst als Arbeitsvermögen und
       das ihm gegenüberstehende Kapital, wie andrerseits der Kapitalist
       sich produziert  als Kapital und das ihm gegenüberstehende leben-
       dige Arbeitsvermögen.  Jedes reproduziert  sich selbst,  indem es
       sein andres,  seine Negation  reproduziert. Der Kapitalist produ-
       ziert die  Arbeit als  fremde; die  Arbeit produziert das Produkt
       als fremdes.  Der Kapitalist  produziert den Arbeiter und der Ar-
       beiter den Kapitalisten etc.
       

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