Quelle: MEW 42 Marx: Ökonomische Manuskripte 1857/1858


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       [Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen]
       
       Wenn freie  Arbeit und Austausch dieser freien Arbeit gegen Geld,
       um das  Geld zu  reproduzieren und verwerten, um von dem Geld als
       Gebrauchswert nicht  für den Genuß, sondern als Gebrauchswert für
       Geld verzehrt  zu werden,  Voraussetzung der  Lohnarbeit und eine
       der historischen  Bedingungen des  Kapitals ist, so ist die Tren-
       nung der  freien Arbeit von den objektiven Bedingungen ihrer Ver-
       wirklichung -  von dem  Arbeitsmittel und  dem Arbeitsmaterial  -
       eine andre  Voraussetzung. Also vor allem Loslösung des Arbeiters
       von der  Erde als  seinem natürlichen Laboratorium - daher Auflö-
       sung des  kleinen freien  Grundeigentums sowohl  wie des  gemein-
       schaftlichen, auf  der orientalischen Kommune beruhenden Grundei-
       gentums. In beiden Formen verhält sich der Arbeiter zu den objek-
       tiven Bedingungen  seiner Arbeit als seinem Eigentum; es ist dies
       die natürliche Einheit der Arbeit mit ihren sachlichen Vorausset-
       zungen. Der Arbeiter hat daher unabhängig von der Arbeit eine ge-
       genständliche Existenz.  Das  Individuum  verhält  sich  zu  sich
       selbst als  Eigentümer, als  Herr ¦¦5l¦  der  Bedingungen  seiner
       Wirklichkeit. Es verhält sich ebenso zu den andren - und je nach-
       dem diese  V o r a u s s e t z u n g  gesetzt ist als von dem Ge-
       meinwesen ausgehend  oder als von den einzelnen Familien, die die
       Gemeinde konstituieren  ", verhält  es sich  zu  den  andren  als
       Miteigentümern,  ebensoviel  Inkarnationen  des  Gemeineigentums,
       oder als selbständigen
       
       #384# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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       Eigentümern neben  ihm, selbständigen  Privateigentümern -  neben
       denen das  früher alles absorbierende und über alle übergreifende
       Gemeineigentum selbst  als besondrer  ager publicus 1*) neben den
       vielen Privatgrundeigentümern gesetzt ist.
       In  beiden   Formen  verhalten  sich  die  Individuen  nicht  als
       Arbeiter, sondern als Eigentümer - und Mitglieder eines Gemeinwe-
       sens, die  zugleich arbeiten.  Der Zweck  dieser Arbeit ist nicht
       W e r t s c h ö p f u n g   - obgleich  sie Surplusarbeit tun mö-
       gen, um  sich   f r e m d e,  i.e. Surplusprodukte, auszutauschen
       "; sondern  ihr Zweck ist Erhaltung des einzelnen Eigentümers und
       seiner Familie  wie des Gesamtgemeindewesens. Die Setzung des In-
       dividuums als  eines   A r b e i t e r s  in dieser Nacktheit ist
       selbst  h i s t o r i s c h e s  Produkt.
       In der ersten Form dieses Grundeigentums - erscheint zunächst ein
       naturwüchsiges Gemeinwesen  als erste  Voraussetzung. Familie und
       die im  Stamm [222]  erweiterte Familie  oder durch intermarriage
       2*) zwischen  Familien, oder  Kombination von Stämmen. Da wir an-
       nehmen  können,   daß  das    H i r t e n w e s e n,    überhaupt
       W a n d e r u n g   die erste  Form der  Existenzweise, nicht daß
       der Stamm  sich niederläßt auf einem bestimmten Sitz, sondern daß
       er abweidet, was er vorfindet - die Menschen sind nicht von Natur
       seßhaft (es  müßte denn sein in so besonders fruchtbarer Naturum-
       gebung, daß  sie wie  Affen auf  einem Baum sitzen; sonst roaming
       3*), wie  die wilden  Tiere), so  erscheint die    S t a m m g e-
       m e i n s c h a f t,     das  natürliche  Gemeinwesen  nicht  als
       R e s u l t a t,   sondern als   V o r a u s s e t z u n g  d e r
       g e m e i n s c h a f t l i c h e n  A n e i g n u n g  (temporä-
       ren) und  B e n u t z u n g  d e s  B o d e n s.  Lassen sie sich
       endlich nieder,  so wird  es von  verschiednen äußerlichen,  kli-
       matischen, geographischen, physischen etc. Bedingungen sowohl wie
       von ihrer  besondren Naturanlage  etc. abhängen  -  ihrem  Stamm-
       charakter -,  wie mehr  oder minder  diese ursprüngliche  Gemein-
       schaft  modifiziert  wird.  Die  naturwüchsige  Stammgemeinschaft
       oder, wenn  man will, das Heidenwesen ist die erste Voraussetzung
       - die  Gemeinschaftlichkeit in  Blut, Sprache,  Sitten etc. - der
       A n e i g n u n g   d e r   o b j e k t i v e n  B e d i n g u n-
       g e n   ihres Lebens  und  der  sich  reproduzierenden  und  ver-
       gegenständlichenden Tätigkeit  desselben (Tätigkeit  als  Hirten,
       Jäger, Ackerbauer etc.).
       Die Erde  ist das große Laboratorium, das Arsenal, das sowohl das
       Arbeitsmittel wie  das Arbeitsmaterial  liefert wie den Sitz, die
       B a s i s  des Gemeinwesens. Sie verhalten sich naiv zu derselben
       als dem  Eigentum  d e s  G e m e i n w e s e n s  und des in der
       lebendigen Arbeit  sich produzierenden  und reproduzierenden  Ge-
       meinwesens. Jeder einzelne verhält sich nur als Glied, als member
       4*) dieses  Gemeinwesens als   E i g e n t ü m e r   oder    B e-
       s i t z e r.  Die wirkliche
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       1*) besonderes  Gemeindeland   -  2*) Heiraten   untereinander  -
       3*) umherstreifend - 4*) Mitglied
       
       #385# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
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       A n e i g n u n g   durch den  Prozeß der  Arbeit geschieht unter
       diesen V o r a u s s e t z u n g e n,   die  selbst nicht  P r o-
       d u k t   der Arbeit  sind, sondern  als  ihre  natürlichen  oder
       g ö t t l i c h e n   Voraussetzungen erscheinen.  Diese Form, wo
       dasselbe Grundverhältnis  zugrunde liegt,  kann sich  selbst sehr
       verschieden realisieren. Z.B. es widerspricht ihr durchaus nicht,
       daß, wie  in den meisten  a s i a t i s c h e n  Grundformen, die
       z u s a m m e n f a s s e n d e   E i n h e i t,   die über allen
       diesen kleinen  Gemeinwesen steht, als der höhere  E i g e n t ü-
       m e r   oder als  der   e i n z i g e   E i g e n t ü m e r   er-
       scheint, die  wirklichen Gemeinden daher nur als  e r b l i c h e
       Besitzer. Da die  E i n h e i t  der wirkliche Eigentümer ist und
       die wirkliche Voraussetzung des gemeinschaftlichen Eigentums - so
       kann diese  selbst als  ein   B e s o n d r e s   über den vielen
       wirklichen besondren Gemeinwesen erscheinen, wo der einzelne dann
       in fact  eigentumslos ist  oder das Eigentum - i.e. das Verhalten
       des einzelnen  zu den   n a t ü r l i c h e n    Bedingungen  der
       Arbeit und  Reproduktion als  ihm gehörigen,  als den objektiven,
       als unorganische  Natur vorgefundner  Leib seiner Subjektivität -
       für ihn  vermittelt erscheint  durch das  Ablassen der Gesamtein-
       heit, die  im Despoten  realisiert ist  als dem  Vater der vielen
       Gemeinwesen  -   an  den  einzelnen  durch  die  Vermittlung  der
       besondren Gemeinde.  Das  Surplusprodukt  -  das  übrigens  legal
       bestimmt wird  infolge der  wirklichen Aneignung  durch Arbeit  -
       gehört damit  von  selbst  dieser  höchsten  Einheit.  Mitten  im
       orientalischen Despotismus  und der Eigentumslosigkeit, die juri-
       stisch in  ihm zu  existieren scheint, existiert daher in der Tat
       als Grundlage  dieses Stamm- oder Gemeindeeigentum, erzeugt meist
       durch eine  Kombination von  Manufaktur und  Agrikultur innerhalb
       der kleinen  Gemeinde, die  so durchaus  self-sustaining 5*) wird
       und alle  Bedingungen der Reproduktion und Mehrproduktion in sich
       selbst enthält.  Ein Teil  ihrer Surplusarbeit  gehört der höhern
       Gemeinschaft, die  zuletzt als  P e r s o n  existiert, und diese
       Surplusarbeit macht  sich geltend  sowohl im  Tribut etc.  wie in
       gemeinsamen Arbeiten  zur Verherrlichung  der Einheit,  teils des
       wirklichen Despoten, teils des gedachten Stammwesens, des Gottes.
       Diese Art  Gemeindeeigentum kann  nun, soweit  es nun wirklich in
       der Arbeit sich realisiert, entweder so erscheinen, daß die klei-
       nen Gemeinden  unabhängig nebeneinander  vegetieren und  in  sich
       selbst der  einzelne auf dem ihm an- gewiesnen Los unabhängig mit
       seiner Familie  arbeitet (eine bestimmte Arbeit für  g e m e i n-
       s c h a f t l i c h e n   V o r r a t,    I n s u r a n c e   6*)
       sozusagen, einerseits,  und für    B e s t r e i t u n g    d e r
       K o s t e n   d e s    G e m e i n w e s e n s    a l s    s o l-
       c h e n,   also für Krieg, Gottesdienst etc.; das herrschaftliche
       dominium 7*) im ursprünglichsten Sinn findet sich erst hier, z.B.
       in den slawischen Gemeinden, in den rumänischen etc. Hierin
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       5*) selbsterhaltend - 6*) Versicherung - 7*) Verfügungsrecht
       
       #386# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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       liegt der Übergang in Frondienst etc.); oder die Einheit kann auf
       die Gemeinschaftlichkeit  in der  Arbeit selbst  sich erstrecken,
       die ein  förmliches System  sein kann, wie in Mexico, Peru beson-
       ders, bei  den alten  Kelten, einigen  indischen Stämmen. Es kann
       ferner die Gemeinschaftlichkeit innerhalb des Stammwesens mehr so
       erscheinen, daß  die Einheit  in einem Haupt der Stammfamilie re-
       präsentiert ist  oder als die Beziehung der Familienväter aufein-
       ander. Danach  dann entweder  mehr despotische oder demokratische
       Form dieses  Gemeinwesens. Die gemeinschaftlichen Bedingungen der
       wirklichen  Aneignung   durch  die  Arbeit,    W a s s e r l e i-
       t u n g e n,   sehr wichtig bei den asiatischen Völkern, Kommuni-
       kationsmittel etc.  erscheinen dann als Werk der höhren Einheit -
       der über  den  kleinen  Gemeinden  schwebenden  despotischen  Re-
       gierung. Die  eigentlichen Städte  bilden sich  hier neben diesen
       Dörfern bloß  da, wo  besonders günstiger  Punkt für  auswärtigen
       Handel oder wo das Staatsoberhaupt und seine Satrapen ihre Revenu
       (Surplusprodukt) austauschen  gegen Arbeit,  sie als labour-fonds
       8*) verausgaben.
       ¦¦52¦ Die  zweite Form  - und  sie wie  die erste hat wesentliche
       Modifikationen, lokal,  historisch etc. hervorgebracht - das Pro-
       dukt mehr bewegten, historischen Lebens, [der] Schicksale und Mo-
       difikation der  ursprünglichen  Stämme  -  unterstellt  auch  das
       G e m e i n w e s e n  als erste Voraussetzung, aber nicht wie im
       ersten Fall  als Substanz, von der die Individuen bloß Akzidenzen
       9*) sind  oder von  der sie rein naturwüchsig Bestandteile bilden
       -, sie  unterstellt nicht  das Land  als die  Basis, sondern  die
       Stadt als  schon geschaffnen  Sitz  der  Landleute.  (Grundeigen-
       tümer.) Der  Acker erscheint als Territorium der Stadt; nicht das
       Dorf als  bloßer Zubehör zum Land. Die Erde an sich - so sehr sie
       Hindernisse darbieten  mag, um  sie zu  bearbeiten, sich wirklich
       anzueignen -  bietet kein  Hindernis dar,  sich zu  ihr  als  der
       unorganischen Natur  des  lebendigen  Individuums,  seiner  Werk-
       stätte, dem  Arbeitsmittel, Arbeitsobjekt  und  Lebensmittel  des
       Subjekts zu verhalten. Die Schwierigkeiten, die das Gemeindewesen
       trifft, können nur von andren Gemeindewesen herrühren, die entwe-
       der den  Grund und  Boden schon okkupiert haben oder die Gemeinde
       in ihrer  Okkupation beunruhigen.  Der Krieg  ist daher die große
       Gesamtaufgabe, die  große gemeinschaftliche Arbeit, die erheischt
       ist, sei  es um die objektiven Bedingungen des lebendigen Daseins
       zu okkupieren,  sei es  um die Okkupation derselben zu beschützen
       und zu  verewigen. Die  aus Familien  bestehende  Gemeinde  daher
       zunächst kriegerisch organisiert - als Kriegs- und Heerwesen, und
       dies eine  der Bedingungen  ihres Daseins  als Eigentümerin.  Die
       Konzentration der Wohnsitze in der Stadt Grundlage dieser kriege-
       rischen Organisation.
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       8*) Arbeitsfonds - 9*) zufällige Erscheinungen
       
       #387# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
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       Das Stammwesen an sich führt zu höhren und niedren Geschlechtern,
       ein Unterschied,  der noch mehr entwickelt durch Mischung mit un-
       terjochten Stämmen etc.
       Das Gemeindeeigentum  - als  Staatseigentum -  ager publicus hier
       getrennt von  dem Privateigentum. Das Eigentum des einzelnen hier
       nicht wie  im ersten case 10*), selbst unmittelbar Gemeindeeigen-
       tum, wonach  also nicht  Eigentum des  einzelnen als  von der Ge-
       meinde getrennt,  der vielmehr  nur ihr  Besitzer ist. Je weniger
       faktisch das  Eigentum des  einzelnen nur  verwertet werden  kann
       durch gemeinsame  Arbeit -  also z.B.  wie die Wasserleitungen im
       Orient -,  je mehr  der rein  naturwüchsige Charakter des Stammes
       durch historische  Bewegung, Wandrung  gebrochen; je  mehr ferner
       der Stamm  sich  entfernt  von  seinem  ursprünglichen  Sitz  und
       f r e m d e n   Boden okkupiert, also in wesentlich neue Arbeits-
       bedingungen tritt  und die  Energie des einzelnen mehr entwickelt
       ist -  sein gemeinsamer  Charakter mehr als negative Einheit nach
       außen erscheint  - und  so erscheinen muß - um so mehr die Bedin-
       gungen gegeben, daß der einzelne  P r i v a t e i g e n t ü m e r
       von Grund und Boden - besondrer Parzelle wird, deren besondre Be-
       arbeitung ihm  und seiner Familie anheimfällt. Die Gemeinde - als
       Staat -  ist einerseits  die Beziehung dieser freien und gleichen
       Privateigentümer aufeinander,  ihre Verbindung  gegen außen,  und
       ist zugleich ihre Garantie. Das Gemeindewesen beruht hier ebenso-
       sehr darauf,  daß seine  Mitglieder aus arbeitenden Grundeigentü-
       mern, Parzellenbauern  bestehn, wie die Selbständigkeit der letz-
       tren durch ihre Beziehung als Gemeindeglieder aufeinander, Siche-
       rung des ager publicus für die gemeinschaftlichen Bedürfnisse und
       den gemeinschaftlichen  Ruhm etc.  besteht. Voraussetzung  bleibt
       hier für  die Aneignung  des Grund  und Bodens,  Mitglied der Ge-
       meinde zu  sein, aber  als Gemeindemitglied ist der einzelne Pri-
       vateigentümer. Er bezieht sich zu seinem Privateigentum als Grund
       und Boden aber zugleich als seinem Sein als Gemeindemitglied, und
       die Erhaltung seiner als solchen ist ebenso die Erhaltung der Ge-
       meinde, wie  umgekehrt etc.  Da die Gemeinde, obgleich hier schon
       h i s t o r i s c h e s  P r o d u k t,  nicht nur dem fact nach,
       sondern als  solches gewußt,  daher   e n t s t a n d e n,   hier
       Voraussetzung des   E i g e n t u m s   am Grund und Boden - d.h.
       der Beziehung des arbeitenden Subjekts zu den natürlichen Voraus-
       setzungen der  Arbeit als ihm gehörigen -, diese Gehörigkeit aber
       vermittelt durch sein Sein als Staatsmitglied, durch das Sein des
       Staats -  daher durch  eine   V o r a u s s e t z u n g,  die als
       göttlich etc.  betrachtet wird.  Konzentration in  der Stadt  mit
       Land als  Territorium; für  den unmittelbaren  Konsum  arbeitende
       kleine Landwirtschaft; Manufaktur als häusliches Nebengewerb der
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       10*) Fall
       
       #388# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
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       Frauen und  Töchter (Spinnen  und Weben) oder nur verselbständigt
       in einzelnen Branchen (fabri [223] etc.).
       Die Voraussetzung  der Fortdauer  dieses Gemeinwesens ist die Er-
       haltung  der   Gleichheit  unter  seinen  freien  self-sustaining
       peasants 11*)  und die  eigne Arbeit  als die Bedingung der Fort-
       dauer ihres  Eigentums. Sie  verhalten sich als Eigentümer zu den
       natürlichen Bedingungen der Arbeit; aber diese Bedingungen müssen
       noch  fortwährend  durch  persönliche  Arbeit  wirklich  als  Be-
       dingungen und objektive Elemente der Persönlichkeit des Individu-
       ums, seiner  persönlichen  Arbeit,  gesetzt  werden.  Andrerseits
       treibt die  Richtung dieses  kleinen  kriegerischen  Gemeinwesens
       hinaus über diese Schranken etc. (Rom, Griechenland, Juden etc.).
       
       "Als die  Augurien", sagt Niebuhr, "Numa der göttlichen Billigung
       seiner Wahl  versichert hatten,  war die  erste Sorge des frommen
       Königs nicht Tempeldienst, sondern menschlich. Er teilte die Län-
       dereien, welche  Romulus im  Krieg gewonnen  und  der  Okkupation
       überlassen hatte: Er stiftete den Dienst des Terminus. Alle alten
       Gesetzgeber, und  vor allen Moses, gründeten den Erfolg ihrer An-
       ordnungen für Tugend, Rechtlichkeit und gute Sitte auf Landeigen-
       tum oder  wenigstens gesicherten  erblichen Landbesitz,  für  die
       möglich größte  Zahl der  Bürger." (Bd.  I, 245, 2. Ausgabe. Rom.
       Gesch.) [224]
       
       Das Individuum  ist placed in such conditions of gaining his life
       as to  make not  the acquiring  of wealth  his object,  but self-
       sustainance, its  own reproduction  as a member of the Community;
       the reproduction of himself as proprietor of the parcel of ground
       and, in  that quality, as a member of the commune 12*). Die Fort-
       dauer der  commune 13*)  ist die  Reproduktion aller  der members
       14*) derselben  als self-sustaining peasants 15*), deren Surplus-
       zeit eben der Commune, der Arbeit des Kriegs etc. gehört. Das Ei-
       gentum an  der eignen Arbeit ist vermittelt durch das Eigentum an
       der Bedingung  der Arbeit - der Hufe Land, seinerseits garantiert
       durch das Dasein der Gemeinde und diese wieder durch die Surplus-
       arbeit in  Form von Kriegsdienst etc. der Gemeindeglieder. Es ist
       nicht Kooperation  in der  wealth producing  16*) Arbeit, wodurch
       sich das  Gemeindemitglied reproduziert,  sondern Kooperation  in
       der Arbeit  für die gemeinschaftlichen Interessen (imaginären und
       wirklichen) zur  Aufrechterhaltung des  Verbandes nach  außen und
       innen. Das Eigentum ist quiritarium [225], römisches, der Privat-
       grundeigentümer ist  solcher nur als Römer, aber als Römer ist er
       Privatgrundeigentümer.
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       11*) sich selbst  erhaltenden Bauern - 12*) befindet sich in sol-
       chen Bedingungen des Erwerbs des Lebensunterhaltes, daß sein Ziel
       nicht die  Gewinnung von  Reichtum sein kann, sondern die Selbst-
       erhaltung, seine  eigene Reproduktion  als Mitglied des Gemeinwe-
       sens; die Reproduktion seiner selbst als Eigentümer der Bodenpar-
       zelle  und,   als  solcher,  als  ein  Mitglied  der  Gemeinde  -
       13*) Gemeinde -  14*) Mitglieder -  15*) sich  selbst  erhaltende
       Bauern - 16*) Reichtum erzeugenden
       
       #389# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
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       ¦¦53¦ Eine dritte  Form des Eigentums der arbeitenden Individuen,
       self-sustaining members  of the  Community 17*),  an den Naturbe-
       dingungen ihrer  Arbeit ist das  g e r m a n i s c h e.  Hier ist
       weder wie  in der spezifisch orientalischen Form das Gemeindemit-
       glied als  solches Mitbesitzer  des gemeinschaftlichen  Eigentums
       (wo das  Eigentum  n u r  als Gemeindeeigentum existiert, ist das
       einzelne Glied  als solches nur  B e s i t z e r  eines besondren
       Teils, erblicher  oder nicht, da jede Fraktion des Eigentums kei-
       nem Glied  gehört für  sich, sondern  als unmittelbarem Glied der
       Gemeinde, also als direkt in der Einheit mit ihr, nicht im Unter-
       schied von  ihr. Dieser  einzelne 18*)  ist also nur Besitzer. Es
       existiert nur   g e m e i n s c h a f t l i c h e s  Eigentum und
       nur   P r i v a t b e s i t z.  Die Weise dieses Besitzes im Ver-
       hältnis zum  gemeinschaftlichen Eigentum  kann historisch,  lokal
       etc. ganz  verschieden modifiziert  sein, je  nachdem die  Arbeit
       selbst von dem Privatbesitzer isoliert geschieht oder selbst wie-
       der von der Gemeinde bestimmt ist oder der über der besondren Ge-
       meinde schwebenden Einheit); noch ist wie in der römischen, grie-
       chischen Form  (kurz der  klassisch antiken) - hier ist der Boden
       okkupiert von  der Gemeinde, römischer Boden: ein Teil bleibt der
       Gemeinde als  solcher im  Unterschied von  den  Gemeindegliedern,
       ager publicus  in seinen verschiednen Formen; der andre Teil wird
       verteilt und  jede Parzelle  des Bodens  ist dadurch römisch, daß
       sie das Privateigentum, die Domäne eines Römers, sein ihm gehöri-
       ger Anteil  an dem  Laboratorium ist; er ist aber auch nur Römer,
       insofern er  dies souveräne  Recht über seinen Teil der römischen
       Erde besitzt.
       
       {"Im Altertum  städtisches Gewerb  und Handel  gering-,  Ackerbau
       aber hochgeachtet;  im Mittelalter  die entgegengesetzte Beurtei-
       lung." [Niebuhr, S. 418.]}
       {"Das Recht  der   B e n u t z u n g   des  Gemeindelandes  durch
       B e s i t z   kam ursprünglich den Patriziern [zu], die dann ihre
       Klienten [226]  belehnten;  die    Ü b e r w e i s u n g    v o n
       E i g e n t u m   von dem  ager publicus  kam ausschließlich  den
       Plebejern zu;  alle Assignationen  zugunsten der Plebejer und Ab-
       findung für  einen  Anteil  am  Gemeindeland.    E i g e n t l i-
       c h e s   L a n d e i g e n t u m,   die Gegend  unter den Mauern
       der  Stadt  ausgenommen,  ursprünglich  nur  in  den  Händen  der
       Plebejer" [S. 435/436] (später aufgenommene Landgemeinden).}
       {"Grundwesen der  römischen Plebs  als einer Gesamtheit von Land-
       leuten, wie  es in  ihrem quiritarischen Eigentum bezeichnet ist.
       Den Landbau  achteten die  Alten einstimmig für das  e i g e n t-
       l i c h e   G e s c h ä f t   des freien  Mannes, Schule des Sol-
       daten. In  ihm erhält  sich der alte Stamm der Nation; sie ändert
       sich in den Städten, wo fremde Kaufleute und Gewerbtreibende sich
       niederlassen, wie  die einheimischen dorthin ziehn, wo der Erwerb
       sie lockt.  Allenthalben, wo Sklaverei ist, sucht der Freigelaßne
       seinen Unterhalt  durch solche  Geschäfte, bei  denen er dann oft
       Reichtümer sammelt:  so waren  diese  Gewerbe  auch  im  Altertum
       meistens in ihren Händen und dadurch für den Bürger nicht
       -----
       17*) sich  selbst   erhaltenden  Mitglieder  des  Gemeinwesens  -
       18*) in der Handschrift: Diese Einheit
       
       #390# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft IV
       -----
       geziemend: daher  die Meinung,  daß Zulassung  der Handwerker zum
       vollen Bürgerrecht bedenklich sei (in der Regel waren sie bei den
       altern  Griechen   ausgeschlossen).  ??????  ????  '???????  ????
       ??????? ????  ??????????? ???? ?????. 19*) [227] Die Alten hatten
       keine Ahnung  von einem  würdigen Zunftwesen wie in der mittelal-
       terlichen Städtegeschichte; und selbst hier sank der kriegerische
       Geist, wie  die Zünfte  gegen die Geschlechter obsiegten, und er-
       losch zuletzt  ganz; also auch der Städte äußre Achtung und Frei-
       heit." [S. 614/615.]}
       {"Die Stämme der alten Staaten waren auf zweierlei Art begründet,
       entweder nach    G e s c h l e c h t e r n  oder nach  O r t e n.
       Die  G e s c h l e c h t e r s t ä m m e  gehn dem Alter nach vor
       den Ortsstämmen und werden fast allenthalben von ihnen verdrängt.
       Ihre äußerste  strengste Form  ist die Kasteneinrichtung, wo eine
       von der  andren getrennt  ist, ohne wechselseitiges Eherecht, der
       Würde nach ganz verschieden; jede mit einem ausschließlichen, un-
       abänderlichen Beruf.  Die   O r t s s t ä m m e   entsprechen ur-
       sprünglich einer  Einteilung der  Landschaft in Gauen und Dörfer;
       so daß, wer zu der Zeit, als diese angelegt ward, in Attika unter
       Klisthenes in einem Dorf angesessen war, als dessen Demotes [228]
       in der Phyle [229], zu deren Region jenes gehörte, eingeschrieben
       ward. Nun  blieben der Regel nach seine Nachkommen ohne Rücksicht
       auf ihren  Wohnort, in derselben Phyle und demselben Demos; womit
       auch diese  Einteilung einen  Schein von  Ahnenwesen annahm." [S.
       317, 318.]
       
       Daß römische   G e s c h l e c h t e r  nicht Blutsverwandte: Ci-
       cero fügt  als Merkmal zu gemeinschaftlichem Namen Abstammung von
       Freien hinzu. Den römischen Gentilen 20*) gemeinschaftliche Sacra
       21*), hörte  später auf  (schon zu Ciceros Zeit). Am längsten er-
       hielt sich  die Beerbung  der ohne  Angehörige und Verfügung ver-
       storbenen Mitgeschlechter. Verpflichtung in der ältesten Zeit der
       Geneten [230], dem Hülfsbedürftigen unter den Ihrigen ungewöhnli-
       che Lasten tragen zu helfen. (Bei den Deutschen überall ursprüng-
       lich, am längsten unter den Dithmarsen [231].) [S. 326, 328, 329,
       331.] Die Gentes Innungen.
       
       "Eine allgemeine Anordnung als die Geschlechter gab es in der al-
       ten Welt  nicht. So bei den Galen [2321232' die adligen Campbells
       und ihre Vasallen einen Clan bildend." [S. 333, 335.]}
       
       Da der  Patrizier im  höhern Grad  das Gemeinwesen repräsentiert,
       ist er der possessor 22*) des ager publicus und benutzt ihn durch
       seine Klienten  etc. (eignet ihn sich auch nach und nach an). Die
       germanische Gemeinde  konzentriert sich nicht in der Stadt; durch
       welche bloße  Konzentration -  der Stadt  als Zentrum des Landle-
       bens, dem  Wohnsitz der  Landarbeiter, wie ebenso dem Zentrum der
       Kriegsführung -  die Gemeinde als solche nun eine äußerliche Exi-
       stenz besitzt,  unterschieden von  der des einzelnen. Die klassi-
       sche alte  Geschichte ist  Stadtgeschichte, aber von Städten, ge-
       gründet auf Grundeigentum und
       -----
       19*) Kein Römer  durfte seinen  Lebensunterhalt als  Händler oder
       Handwerker verdienen. - 20*) Geschlechtsverwandten - 21*) Heilig-
       tümer - 22*) Besitzer
       
       #391# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
       -----
       Agrikultur; die  asiatische Geschichte ist eine Art indifferenter
       Einheit von  Stadt und  Land; (die  eigentlich großen Städte sind
       bloß als  fürstliche Lager  hier zu betrachten, als Superfötation
       23*) über die eigentlich ökonomische Konstruktion); das Mittelal-
       ter (germanische Zeit) geht vom Land als Sitz der Geschichte aus,
       deren Fortentwicklung  dann im  Gegensatz von  Stadt und Land vor
       sich geht;  die moderne [Geschichte] ist Verstädtischung des Lan-
       des, nicht wie bei den Antiken Verländlichung der Stadt.
       ¦¦V-1¦ [233]  Bei der  Vereinigung in  der Stadt  besitzt die Ge-
       meinde als  solche eine  ökonomische Existenz;  das bloße    D a-
       s e i n   der  Stadt  als  solcher  ist  verschieden  von  bloßer
       Vielheit von  unabhängigen Häusern.  Das Ganze ist nicht hier aus
       seinen Teilen  bestehend. Es  ist eine Art selbständiger Organis-
       mus. Bei  den Germanen,  wo die einzelnen Familienhäupter sich in
       Wäldern festsetzen,  getrennt durch  lange  Strecken,  existiert,
       schon   ä u ß e r l i c h  betrachtet, die Gemeinde nur durch die
       jedesmalige Vereinigung  der Gemeindeglieder,  obgleich ihre  a n
       s i c h   s e i e n d e  Einheit gesetzt ist in Abstammung, Spra-
       che, gemeinsamer  Vergangenheit und  Geschichte etc.  Die    G e-
       m e i n d e  erscheint also als  V e r e i n i g u n g  nicht als
       V e r e i n,   als  Einigung,  deren  selbständige  Subjekte  die
       Landeigentümer bilden,  nicht als Einheit. Die Gemeinde existiert
       daher in fact nicht als  S t a a t,   S t a a t s w e s e n,  wie
       bei den  Antiken, weil sie nicht als  S t a d t  existiert. Damit
       die Gemeinde  in wirkliche  Existenz  trete,  müssen  die  freien
       Landeigentümer  V e r s a m m l u n g  halten, während sie in Rom
       z.B.   e x i s t i e r t,  außer diesen Versammlungen, in dem Da-
       sein der  S t a d t  s e l b s t  und der Beamten, die ihr vorge-
       setzt sind etc.
       Zwar kommt auch bei den Germanen der ager publicus, das Gemeinde-
       land vor oder Volksland, im Unterschied von dem Eigentum des ein-
       zelnen. Er  ist Jagdgrund,  Weidegrund, Holzungsgrund  etc.,  der
       Teil des Landes, der nicht geteilt werden kann, wenn er in dieser
       bestimmten Form  als Produktionsmittel  dienen  soll.  Indes  er-
       scheint nicht,  wie bei den Römern z.B., dieser ager publicus als
       das besondre  ökonomische Dasein  des Staats  neben  den  Privat-
       eigentümern, so daß diese eigentlich  P r i v a t eigentümer  als
       solche sind, soweit sie  a u s g e s c h l o s s e n  waren, pri-
       viert 24*)  waren, wie die Plebejer, [von] der Benutzung des ager
       publicus. Der  ager publicus erscheint vielmehr nur als Ergänzung
       des individuellen  Eigentums bei  den Germanen  und figuriert als
       Eigentum nur,  soweit er gegen feindliche Stämme als Gemeinbesitz
       des einen Stammes verfochten wird. Das Eigentum des einzelnen er-
       scheint nicht  vermittelt durch  die Gemeinde, sondern das Dasein
       der Gemeinde  und des Gemeindeeigentums als vermittelt, d. h. als
       Beziehung der selbständigen Subjekte
       -----
       23*) Überlagerungen - 24*) beraubt
       
       #392# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
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       aufeinander. Das ökonomische Ganze ist au fond 25*) in jedem ein-
       zelnen Hause  enthalten, das  für sich  ein selbständiges Zentrum
       der Produktion  bildet (Manufaktur rein als häusliche Nebenarbeit
       der Weiber  etc.). In  der antiken  Welt ist  die Stadt mit ihrer
       Landmark das  ökonomische Ganze; in der germanischen der einzelne
       Wohnsitz, der  selbst nur  als Punkt in dem zu ihm gehörigen Land
       erscheint, keine Konzentration vieler Eigentümer ist, sondern Fa-
       milie als  selbständige Einheit.  In der  asiatischen (wenigstens
       vorherrschenden) Form  kein Eigentum, sondern nur Besitz des ein-
       zelnen; die  Gemeinde der eigentliche wirkliche Eigentümer - also
       Eigentum nur als  g e m e i n s c h a f t l i c h e s  E i g e n-
       t u m  an dem Boden.
       Bei den  Antiken (Römer  als das klassischste Beispiel, die Sache
       in der  reinsten, ausgeprägtesten  Form) gegensätzliche  Form von
       Staatsgrundeigentum und  Privatgrundeigentum, so  daß das letztre
       durch das erstre vermittelt oder das erstre selbst in dieser dop-
       pelten Form  existiert. Der  Privatgrundeigentümer daher zugleich
       städtischer Bürger.  Ökonomisch löst  sich das Staatsbürgertum in
       die einfache  Form auf, daß der Landmann Bewohner einer Stadt. In
       der germanischen  Form der  Landmann nicht  Staatsbürger,  d.  h.
       nicht Städtebewohner,  sondern Grundlage die isolierte, selbstän-
       dige Familienwohnung,  garantiert durch  den Verband  mit  andren
       solchen Familienwohnungen  vom selben  Stamm und  ihr gelegentli-
       ches, für  Krieg, Religion, Rechtsschlichtung etc. Zusammenkommen
       für solche  wechselseitige Bürgschaft.  Das individuelle Grundei-
       gentum erscheint  hier nicht als gegensätzliche Form des Grundei-
       gentums der  Gemeinde noch  als durch sie vermittelt, sondern um-
       gekehrt. Die Gemeinde existiert nur in der Beziehung dieser indi-
       viduellen Grundeigentümer  als solcher aufeinander. Das Gemeinde-
       eigentum als solches erscheint nur als gemeinschaftliches Zubehör
       zu den  individuellen Stammsitzen und Bodenaneignungen. Weder ist
       die Gemeinde  die Substanz,  an der der einzelne nur als Akzident
       erscheint; noch das Allgemeine, das als solches, sowohl in seiner
       Vorstellung wie  in der  Existenz der Stadt und ihrer städtischen
       Bedürfnisse im  Unterschied von denen des einzelnen oder in ihrem
       städtischen Grund  und Boden als ihrem besondren Dasein im Unter-
       schied von  dem besondren  ökonomischen Dasein des Gemeindeglieds
       eine   s e i e n d e   E i n h e i t  ist; sondern einerseits ist
       die Gemeinde  an sich  als das Gemeinschaftliche in Sprache, Blut
       etc. dem  individuellen Eigentümer vorausgesetzt; als Dasein exi-
       stiert sie  aber nur  andrerseits in  ihrer   w i r k l i c h e n
       V e r s a m m l u n g   für gemeinschaftliche  Zwecke und, soweit
       sie besondre ökonomische Existenz hat, in dem gemeinsam benutzten
       Jagd-, Weideland etc., wird sie so benutzt von
       -----
       25*) im Grunde
       
       #393# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
       -----
       jedem individuellen Eigentümer als solchem nicht als Repräsentan-
       ten (wie  in Rom)  des Staats;  wirklich gemeinsames Eigentum der
       individuellen Eigentümer,  nicht des  Vereins dieser  Eigentümer,
       als in  der Stadt  selbst von  sich als einzelnen eine gesonderte
       Existenz besitzend.
       Worauf es hier eigentlich ankommt, ist dies: In allen diesen For-
       men, worin  Grundeigentum und  Agrikultur die  Basis der ökonomi-
       schen Ordnung bilden und daher die Produktion von Gebrauchswerten
       ökonomischer Zweck  ist,  die    R e p r o d u k t i o n    d e s
       I n d i v i d u u m s   in den bestimmten Verhältnissen zu seiner
       Gemeinde, in  denen es deren Basis bildet - ist vorhanden: 1. An-
       eignung nicht durch Arbeit, sondern als der Arbeit vorausgesetzt,
       der natürlichen  Bedingung der  Arbeit, der  E r d e  als des ur-
       sprünglichen Arbeitsinstruments,  sowohl Laboratoriums wie Behäl-
       ters der  Rohstoffe. Das  Individuum verhält  sich einfach zu den
       objektiven Bedingungen  der Arbeit  als den seinen; zu ihnen, als
       der unorganischen  Natur seiner  Subjektivität, worin  diese sich
       selbst realisiert;  die hauptobjektive  Bedingung der  Arbeit er-
       scheint nicht  selbst als Produkt der Arbeit, sondern findet sich
       vor als  N a t u r;  ¦¦2¦ auf der einen Seite das lebendige Indi-
       viduum, auf der andren die Erde, als die objektive Bedingung sei-
       ner Reproduktion; 2. aber dieses  V e r h a l t e n  zu dem Grund
       und Boden, zur Erde, als dem Eigentum des arbeitenden Individuums
       - welches daher von vornherein nicht als bloß arbeitendes Indivi-
       duum erscheint  in dieser Abstraktion, sondern im Eigentum an der
       Erde eine  o b j e k t i v e  E x i s t e n z w e i s e  hat, die
       seiner Tätigkeit   v o r a u s g e s e t z t   ist  und nicht als
       deren bloßes  Resultat erscheint  und ebenso  eine  Voraussetzung
       seiner Tätigkeit ist, wie seine Haut oder seine Sinnesorgane, die
       er zwar  auch im  Lebensprozeß reproduziert  und entwickelt etc.,
       die aber  diesem  Reproduktionsprozeß  seinerseits  vorausgesetzt
       sind -  ist sofort  vermittelt durch das naturwüchsige, mehr oder
       minder historisch entwickelte und modifizierte Dasein des Indivi-
       duums als   M i t g l i e d   e i n e r   G e m e i n d e  - sein
       naturwüchsiges Dasein als Glied eines Stammes etc.
       Ein isoliertes  Individuum könnte sowenig Eigentum haben am Grund
       und Boden  wie sprechen. Es könnte allerdings an ihm als der Sub-
       stanz zehren,  wie die  Tiere tun. Das Verhalten zur Erde als Ei-
       gentum ist immer vermittelt durch die Okkupation, friedliche oder
       gewaltsame, von  Grund und Boden durch den Stamm, die Gemeinde in
       irgendeiner mehr oder minder naturwüchsigen oder schon historisch
       entwickeltern Form.  Das Individuum kann hier nie in der Punktua-
       lität auftreten,  in der es als bloßer freier Arbeiter erscheint.
       Wenn die  objektiven Bedingungen seiner Arbeit vorausgesetzt sind
       als ihm  gehörig, so  ist es  selbst subjektiv  vorausgesetzt als
       Glied einer Gemeinde, durch 26*) welche
       -----
       26*) In der Handschrift: als
       
       #394# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
       -----
       sein Verhältnis  zum Grund und Boden vermittelt ist. Seine Bezie-
       hung zu  den objektiven  Bedingungen der  Arbeit  ist  vermittelt
       durch sein  Dasein als Gemeindeglied; andrerseits ist das wirkli-
       che Dasein  der Gemeinde bestimmt durch die bestimmte Form seines
       Eigentums an den objektiven Bedingungen der Arbeit. Ob dies durch
       das Dasein in der Gemeinde vermittelte Eigentum als  g e m e i n-
       s c h a f t l i c h e s    E i g e n t u m    erscheint,  wo  der
       einzelne nur Besitzer ist und es kein Privateigentum an Grund und
       Boden gibt  - oder  ob das  Eigentum in  der doppelten  Form  von
       Staats- und  Privateigentum nebeneinander  erscheint, so  daß das
       letztre aber  als durch  das erstre  gesetzt erscheint, daher nur
       der Staatsbürger  Privateigentümer ist  und sein muß, andrerseits
       aber  sein  Eigentum  als  Staatsbürger  zugleich  eine  besondre
       Existenz hat  - oder  ob endlich das Gemeindeeigentum nur als Er-
       gänzung des  individuellen Eigentums,  dieses aber  als die Basis
       und die  Gemeinde überhaupt  nicht Existenz für sich hat außer in
       der   V e r s a m m l u n g  der Gemeindeglieder und ihrer Verei-
       nigung zu  gemeinsamen Zwecken  - diese  verschiednen Formen  des
       Verhaltens der  Gemeinde- oder  Stammglieder zum  Grund und Boden
       des Stammes  - der  Erde, worauf  er sich  niedergelassen  hat  -
       hängen ab  teils von  den Naturanlagen des Stammes, teils von den
       ökonomischen Bedingungen,  unter denen  er nun  wirklich sich als
       Eigentümer zum  Grund und  Boden verhält, d.h. sich seine Früchte
       durch Arbeit  aneignet, und  dies wird selbst abhängen von Klima,
       physischer Beschaffenheit  des Grund  und  Bodens,  der  physisch
       bedingten Weise seiner Exploitation, dem Verhalten zu-feindlichen
       Stämmen  oder   Nachbarstämmen   und   den   Veränderungen,   die
       Wanderungen, historische Erlebnisse etc. hineinbringen. Damit die
       Gemeinde fortexistiere  in der  alten Weise,  als solche, ist die
       Reproduktion ihrer  Glieder unter  den vorausgesetzten objektiven
       Bedingungen  nötig.   Die  Produktion   selbst,  Fortschritt  der
       Bevölkerung (auch  dieser gehört  zur Produktion)  hebt notwendig
       nach und  nach diese  Bedingungen auf; zerstört sie, statt sie zu
       reproduzieren etc.,  und damit geht das Gemeinwesen unter mit den
       Eigentumsverhältnissen, auf  denen es  gegründet war.  Am zähsten
       und längsten  hält sich  notwendig die  asiatische Form. Es liegt
       dies in  ihrer Voraussetzung; daß der einzelne nicht der Gemeinde
       gegenüber selbständig  wird; daß  self-sustaining 27*)  Kreis der
       Produktion,  Einheit   von  Agrikultur  und  Handmanufaktur  etc.
       Verändert der einzelne sein Verhältnis zur Gemeinde, so verändert
       er damit  und wirkt  zerstörend auf  die Gemeinde  wie  auf  ihre
       ökonomische  Voraussetzung;   andrerseits  die   Änderung  dieser
       ökonomischen  Voraussetzung   -  durch   ihre   eigne   Dialektik
       hervorgebracht,  Verarmung   etc.  Namentlich   der  Einfluß  des
       Kriegswesens und der Eroberung,
       -----
       27*) der sich selbst erhaltende
       
       #395# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
       -----
       der in  Rom z.B.  wesentlich zu  den ökonomischen Bedingungen der
       Gemeinde selbst  gehört - hebt auf das reale Band, worauf sie be-
       ruht.
       In allen  diesen Formen  ist die   R e p r o d u k t i o n   v o-
       r a u s g e s e t z t e r  - mehr oder minder naturwüchsiger oder
       auch historisch  gewordner, aber  traditionell gewordner  -  Ver-
       hältnisse  des  einzelnen  zu  seiner  Gemeinde  und  ein    b e-
       s t i m m t e s,   ihm    v o r h e r b e s t i m m t e s    o b-
       j e k t i v e s   Dasein, sowohl  im Verhalten zu den Bedingungen
       der Arbeit  wie zu  seinen Mitarbeitern,  Stammesgenossen etc.  -
       Grundlage  der   Entwicklung,  die   von  vornherein  daher  eine
       b e s c h r ä n k t e   ist, aber mit Aufhebung der Schranke Ver-
       fall und  Untergang darstellt. Die Entwicklung der Sklaverei, die
       Konzentration des  Grundbesitzes, Austausch, Geldwesen, Eroberung
       etc. so bei den Römern, obgleich alle diese Elemente bis zu einem
       gewissen Punkt  verträglich scheinen  mit der  Grundlage und  sie
       teils nur  unschuldig zu erweitern scheinen, teils als bloße Miß-
       bräuche aus ihr hervorzuwachsen. Es können hier große Entwicklun-
       gen stattfinden  innerhalb eines  bestimmten Kreises. Die Indivi-
       duen können groß erscheinen. Aber an freie und volle Entwicklung,
       weder des  Individuums, noch  der Gesellschaft nicht hier zu den-
       ken, da  solche Entwicklung  mit dem ursprünglichen Verhältnis im
       Widerspruch steht.
       ¦¦3¦ Wir  finden bei den Alten nie eine Untersuchung, welche Form
       des Grundeigentums  etc. die  produktivste, den  größten Reichtum
       schafft? Der  Reichtum erscheint  nicht als Zweck der Produktion,
       obgleich sehr  wohl Cato  untersuchen kann, welche Bestellung des
       Feldes die  einträglichste, oder  gar Brutus sein Geld zu den be-
       sten Zinsen  ausborgen kann.  Die Untersuchung  ist immer, welche
       Weise des  Eigentums die besten Staatsbürger schafft. Als Selbst-
       zweck erscheint der Reichtum nur bei den wenigen Handelsvölkern -
       Monopolisten des  carrying trade 28*) -, die in den Poren der al-
       ten Welt leben, wie die Juden in der mittelaltrigen Gesellschaft.
       Nun ist  der Reichtum  einerseits Sache,  verwirklicht in Sachen,
       materiellen Produkten,  denen der  Mensch als  Subjekt gegenüber-
       steht; andrerseits  als Wert  ist er  bloßes Kommando über fremde
       Arbeit nicht zum Zweck der Herrschaft, sondern des Privatgenusses
       etc. In  allen Formen  erscheint er in dinglicher Gestalt, sei es
       Sache, sei es Verhältnis vermittelst der Sache, die außer und zu-
       fällig neben dem Individuum liegt. So erscheint die alte Anschau-
       ung, wo der Mensch, in welcher bornierten nationalen, religiösen,
       politischen Bestimmung  auch immer  als Zweck  der Produktion er-
       scheint, sehr erhaben zu sein gegen die moderne Welt, wo die Pro-
       duktion als  Zweck des  Menschen und  der Reichtum  als Zweck der
       Produktion erscheint.  In fact 29*) aber, wenn die bornierte bür-
       gerliche Form abgestreift
       -----
       28*) Frachtgeschäfts - 29*) In Wirklichkeit
       
       #396# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
       -----
       wird, was  ist der  Reichtum anders, als die im universellen Aus-
       tausch  erzeugte   Universalität  der  Bedürfnisse,  Fähigkeiten,
       Genüsse, Produktivkräfte  etc. der Individuen? Die volle Entwick-
       lung der  menschlichen Herrschaft  über die  Naturkräfte, die der
       sog. Natur sowohl wie seiner eignen Natur? Das absolute Herausar-
       beiten seiner  schöpferischen Anlagen,  ohne andre  Voraussetzung
       als die vorhergegangne historische Entwicklung, die diese Totali-
       tät der  Entwicklung, d.h.  der  Entwicklung  aller  menschlichen
       Kräfte  als  solcher,  nicht  gemessen  an  einem    v o r h e r-
       g e g e b n e n  Maßstab, zum Selbstzweck macht? Wo er sich nicht
       reproduziert  in  einer  Bestimmtheit,  sondern  seine  Totalität
       produziert?  Nicht  irgend  etwas  Gewordnes  zu  bleiben  sucht,
       sondern in  der  absoluten  Bewegung  des  Werdens  ist?  In  der
       bürgerlichen Ökonomie  - und  der Produktionsepoche, der sie ent-
       spricht -  erscheint diese  völlige Herausarbeitung des menschli-
       chen Innern  als völlige  Entleerung; diese universelle Vergegen-
       ständlichung als  totale Entfremdung  und die Niederreißung aller
       bestimmten einseitigen  Zwecke als  Aufopferung des  Selbstzwecks
       unter einen  ganz äußeren  Zweck. Daher  erscheint einerseits die
       kindische alte Welt als das Höhere. Andrerseits ist sie es in al-
       ledem, wo geschloßne Gestalt, Form und gegebne Begrenzung gesucht
       wird. Sie  ist Befriedigung auf einem bornierten Standpunkt; wäh-
       rend das Moderne unbefriedigt läßt oder, wo es in sich befriedigt
       erscheint,  g e m e i n  ist.
       Was Herr  Proudhon die   a u ß e r ö k o n o m i s c h e  Entste-
       hung des  Eigentums nennt, [234] worunter er eben das Grundeigen-
       tum versteht,  ist das   v o r b ü r g e r l i c h e   Verhältnis
       des Individuums  zu den  objektiven Bedingungen  der  Arbeit  und
       zunächst den   n a t ü r l i c h e n   objektiven Bedingungen der
       Arbeit - denn, wie das arbeitende Subjekt natürliches Individuum,
       natürliches Dasein  [war, so] erschien die erste objektive Bedin-
       gung seiner Arbeit als Natur, Erde, sein unorganischer 30*) Leib;
       es selbst  ist nicht nur der organische Leib, sondern diese unor-
       ganische Natur  als Subjekt.  Diese Bedingung ist nicht sein Pro-
       dukt, sondern  vorgefunden; als natürliches Dasein außer ihm vor-
       ausgesetzt. Eh  wir dies weiter analysieren, noch dies: Der brave
       Proudhon könnte  nicht nur, sondern müßte ebensogut das  K a p i-
       t a l   und die   L o h n a r b e i t   -  als Eigentumsformen  -
       a u ß e r ö k o n o m i s c h e r  E n t s t e h u n g  bezichti-
       gen. Denn das Vorfinden der objektiven Bedingungen der Arbeit als
       von ihm getrennter, als   K a p i t a l  von seiten des Arbeiters
       und das Vorfinden des  A r b e i t e r s  als Eigentumslosen, als
       abstrakten Arbeiters von Seiten des Kapitalisten - der Austausch,
       wie er  zwischen Wert  und lebendiger Arbeit vorgeht, unterstellt
       einen   h i s t o r i s c h e n  P r o z e ß - sosehr Kapital und
       Lohnarbeit selbst dies Verhältnis reproduzieren
       -----
       30*) In der Handschrift: seinem unorganischem
       
       #397# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
       -----
       und in  seinem objektiven  Umfang ausarbeiten,  wie ebenso in die
       Tiefe hinein  - einen  historischen Prozeß, wie wir gesehn haben,
       der die  Entstehungsgeschichte des  Kapitals und  der  Lohnarbeit
       bildet. In  andren Worten:  Die   a u ß e r ö k o n o m i s c h e
       E n t s t e h u n g   des Eigentums  heißt nichts  als die   h i-
       s t o r i s c h e   E n t s t e h u n g   der  bürgerlichen  Öko-
       nomie, der  Produktionsformen, die durch die Kategorien der poli-
       tischen Ökonomie  theoretisch oder  ideal ausgedrückt werden. Daß
       die vorbürgerliche  Geschichte, und  jede Phase  derselben,  aber
       auch ihre   Ö k o n o m i e   hat und eine  ö k o n o m i s c h e
       G r u n d l a g e   der Bewegung,  ist au fond die bloße Tautolo-
       gie, daß  das Leben  der Menschen von jeher auf Produktion, d'une
       manière ou  d'une autre  31*)   g e s e l l s c h a f t l i c h e
       Produktion beruhte,  deren Verhältnisse wir eben ökonomische Ver-
       hältnisse nennen.
       D i e   u r s p r ü n g l i c h e n  B e d i n g u n g e n  d e r
       P r o d u k t i o n   - (oder, was dasselbe ist, die Reproduktion
       einer durch  den natürlichen Prozeß der beiden Geschlechter fort-
       schreitenden Menschenzahl;  denn diese Reproduktion, wenn sie auf
       der einen  Seite als  Aneignen der Objekte durch die Subjekte er-
       scheint, erscheint  auf der  andren ebenso als Formung, Unterwer-
       fung der  Objekte unter einen subjektiven Zweck; Verwandlung der-
       selben in  Resultate und  Behälter der  subjektiven Tätigkeit  -)
       können ursprünglich   n i c h t  s e l b s t  p r o d u z i e r t
       sein -  Resultate der  Produktion sein.  Nicht die  E i n h e i t
       der lebenden  und tätigen Menschen mit den natürlichen, unorgani-
       schen Bedingungen  ihres Stoffwechsels  mit der  Natur und  daher
       ihre Aneignung der Natur - bedarf der Erklärung oder ist Resultat
       eines ¦¦4¦  historischen Prozesses,  sondern die  T r e n n u n g
       zwischen diesen  unorganischen Bedingungen  des menschlichen Das-
       eins und  diesem tätigen Dasein, eine Trennung, wie sie vollstän-
       dig erst gesetzt ist im Verhältnis von Lohnarbeit und Kapital. In
       dem Sklaven- und Leibeigenschaftsverhältnis findet diese Trennung
       nicht statt;  sondern ein Teil der Gesellschaft wird von dem and-
       ren selbst  als bloß   u n o r g a n i s c h e  u n d  n a t ü r-
       l i c h e   Bedingung seiner  eignen Reproduktion  behandelt. Der
       Sklave  steht   in  gar   keinem  Verhältnis  zu  den  objektiven
       Bedingungen seiner  Arbeit; sondern  die    A r b e i t    selbst
       sowohl in der Form des Sklaven wie der des Leibeignen wird  a l s
       u n o r g a n i s c h e  B e d i n g u n g  der Produktion in die
       Reihe der andren Naturwesen gestellt, neben das Vieh oder als An-
       hängsel der Erde.
       In andren  Worten: Die  ursprünglichen Bedingungen der Produktion
       erscheinen als Naturvoraussetzungen,  n a t ü r l i c h e  E x i-
       s t e n z b e d i n g u n g e n   d e s    P r o d u z e n t e n,
       ganz so  wie sein lebendiger Leib, sosehr er ihn reproduziert und
       entwickelt, ursprünglich  nicht gesetzt  ist von  ihm selbst, als
       die   V o r a u s s e t z u n g   seiner selbst  erscheint;  sein
       eignes Dasein (leibliches) ist eine natürliche
       -----
       31*) auf die eine oder andere Weise
       
       #398# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
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       Voraussetzung, die  er  nicht  gesetzt  hat.  Diese    n a t ü r-
       l i c h e n   E x i s t e n z b e d i n g u n g e n,  zu denen er
       sich als  zu ihm  selbst gehörigem,  unorganischem Leib  verhält,
       sind selbst  doppelt: 1.  subjektiver und 2. objektiver Natur. Er
       findet sich  vor als  Glied einer Familie, Stammes, Tribus etc. -
       die dann  durch Mischung  und  Gegensatz  mit  andren  historisch
       verschiedne Gestalt  annehmen; und  als solches  Glied bezieht er
       sich auf  eine bestimmte  Natur (sag  hier noch  Erde, Grund  und
       Boden) als  unorganisches Dasein  seiner  selbst,  als  Bedingung
       seiner Produktion und Reproduktion. Als natürliches Glied des Ge-
       meinwesens hat er Teil am gemeinschaftlichen Eigentum und besond-
       ren Teil  desselben zum  Besitz; ebenso wie er als geborner römi-
       scher Bürger idealen Anspruch (at least 32*)) auf den ager publi-
       cus und  realen auf  soundso viel juggera 33*) Land hat etc. Sein
       E i g e n t u m,   d.h. die Beziehung auf die natürlichen Voraus-
       setzungen seiner  Produktion  als  ihm  zugehörige,  als    d i e
       s e i n i g e n,   ist dadurch vermittelt, daß er selbst natürli-
       ches Mitglied  eines Gemeinwesens. (Die Abstraktion eines Gemein-
       wesens, worin die Mitglieder nichts gemein haben als etwa Sprache
       etc. und  kaum diese,  ist offenbar das Produkt viel späterer hi-
       storischer Zustände.)  In bezug auf den einzelnen ist z. B. klar,
       daß er selbst zur Sprache als  s e i n e r  e i g n e n  sich nur
       verhält als natürliches Mitglied eines menschlichen Gemeinwesens.
       Sprache als  das Produkt  eines einzelnen  ist ein  Unding.  Aber
       ebensosehr ist es Eigentum.
       Die Sprache selbst ist ebenso das Produkt eines Gemeinwesens, wie
       sie in andrer Hinsicht selbst das Dasein des Gemeinwesens und das
       selbstredende Dasein desselben. {Die gemeinschaftliche Produktion
       und das Gemeineigentum, wie es z. B. in Peru vorkommt, ist offen-
       bar eine   s e k u n d ä r e  Form; eingeführt und übertragen von
       erobernden Stämmen,  die bei  sich selbst  das Gemeineigentum und
       gemeinschaftliche Produktion in der alten einfachem Form kannten,
       wie sie in Indien und bei den Slawen vorkommt. Ebenso scheint die
       Form, die wir bei den Kelten in Wales z. B. finden, eine übertra-
       gne in  dieselben,   s e k u n d ä r e,   von Eroberern  bei  den
       niedriger stehenden  eroberten Stämmen eingeführt. Die Vollendung
       und  systematische   Ausarbeitung  dieser   Systeme   von   einem
       o b e r s t e n   Z e n t r u m   aus zeigt  ihre spätere Entste-
       hung. Ganz wie der in England eingeführte Feudalismus vollendeter
       war in  der Form, wie der in Frankreich naturwüchsig entstandne.}
       {Bei wandernden  Hirtenstämmen -  und alle  Hirtenvölker sind ur-
       sprünglich wandernd  -  erscheint  die  Erde  gleich  den  andren
       Naturbedingungen in  elementarischer Unbegrenztheit, z. B. in den
       asiatischen  Steppen  und  der  asiatischen  Hochebne.  Sie  wird
       abgeweidet etc., konsumiert durch die Herden, an denen wieder die
       Herdenvölker existieren.
       -----
       32*) wenigstens - 33*) Joche
       
       #399# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
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       Sie verhalten  sich zu  ihr als ihrem Eigentum, obgleich sie dies
       Eigentum nie  fixieren. Der Jagdgrund so bei den wilden Indianer-
       stämmen in  Amerika; der Stamm betrachtet eine gewisse Region als
       sein Jagdgebiet  und behauptet  es gewaltsam  gegen andre  Stämme
       oder sucht andre Stämme aus dem von ihnen behaupteten zu vertrei-
       ben. Bei den wandernden Hirtenstämmen ist die Gemeinde in der Tat
       stets vereinigt, Reisegesellschaft, Karawane, Horde, und die For-
       men der  Über- und Unterordnung entwickeln sich aus den Bedingun-
       gen dieser  Lebensweise.   A n g e e i g n e t   und   r e p r o-
       d u z i e r t   wird in  der Tat  hier nur  die Herde,  nicht die
       Erde; die  aber stets  temporär   g e m e i n s c h a f t l i c h
       benutzt wird  an dem  jedesmaligen Aufenthaltsplatz.} Die einzige
       Schranke, die  das Gemeinwesen finden kann in seinem Verhalten zu
       den natürlichen  Produktionsbedingungen -  der Erde  - (wenn  wir
       gleich zu  den ansässigen  Völkern überspringen)  als den  s e i-
       n e n,   ist ein   a n d r e s   G e m e i n w e s e n,   das sie
       schon als  seinen  anorganischen  Leib  in  Anspruch  nimmt.  Der
       K r i e g   ist daher  eine der  ursprünglichsten Arbeiten  jedes
       dieser naturwüchsigen  Gemeinwesen,  sowohl  zur  Behauptung  des
       Eigentums als  zum Neuerwerb  desselben. (Wir  können uns hier in
       der Tat  damit begnügen, vom ursprünglichen Eigentum am Grund und
       Boden zu  sprechen, denn  bei Hirtenvölkern  ist das  Eigentum an
       natürlich vorgefundnen  Erdprodukten -  den Schafen  f.i. 34*)  -
       zugleich das an den Weiden, die sie durchziehn. Überhaupt ist bei
       dem Eigentum  an dem  Grund und  Boden das  an seinen organischen
       Produkten mit  einbegriffen.) {Wird  der ¦¦5¦  Mensch selbst  als
       organisches Zubehör des Grund und Bodens mit ihm erobert, so wird
       er miterobert  als eine  der Produktionsbedingungen,  und so ent-
       steht  Sklaverei  und  Leibeigenschaft,  die  die  ursprünglichen
       Formen aller  Gemeinwesen bald  verfälscht  und  modifiziert  und
       selbst zu  ihrer  Basis  wird.  Die  einfache  Konstruktion  wird
       dadurch negativ bestimmt.}
       E i g e n t u m  meint also ursprünglich nichts als Verhalten des
       Menschen zu seinen natürlichen Produktionsbedingungen als ihm ge-
       hörigen, als den seinen, als mit seinem  e i g n e n  D a s e i n
       v o r a u s g e s e t z t e n;   Verhalten zu denselben als  n a-
       t ü r l i c h e n   V o r a u s s e t z u n g e n  seiner selbst,
       die sozusagen  nur seinen  verlängerten Leib  bilden. Er  verhält
       sich eigentlich  nicht zu  seinen Produktionsbedingungen; sondern
       ist doppelt  da, sowohl  subjektiv als  er selbst wie objektiv in
       diesen natürlichen anorganischen Bedingungen seiner Existenz. Die
       Formen dieser   n a t ü r l i c h e n  P r o d u k t i o n s b e-
       d i n g u n g e n   sind doppelt:  1. sein Dasein als Glied eines
       Gemeinwesens; also  das Dasein dieses Gemeinwesens, das in seiner
       ursprünglichen Form  S t a m m w e s e n,  mehr oder minder modi-
       fiziertes    S t a m m w e s e n    ist;  2.  das  Verhalten  zum
       G r u n d  u n d  B o d e n  vermittelst des
       -----
       34*) z.B.
       
       #400# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
       -----
       Gemeinwesens als  d e m  s e i n i g e n,  gemeinschaftliches Bo-
       deneigentum, zugleich   E i n z e l b e s i t z   für den einzel-
       nen, oder  so, daß  nur die  Früchte geteilt  werden;  der  Boden
       selbst  und   die  Bearbeitung   aber  gemeinsam  bleibt.  (Indes
       W o h n s i t z e  etc., seien es auch die Wagen der Skythen, er-
       scheinen dann doch immer im Besitze des einzelnen.) Eine natürli-
       che Produktionsbedingung  für das  lebendige Individuum  ist sein
       Zubehören zu  einer   n a t u r w ü c h s i g e n    G e s e l l-
       s c h a f t, Stamm etc. Dieses ist z.B. schon Bedingung für seine
       Sprache etc.  Sein eignes produktives Dasein ist nur unter dieser
       Bedingung.  Sein  subjektives  Dasein  ist  dadurch  als  solches
       bedingt, ebensosehr  wie es  bedingt ist  durch das Verhalten zur
       Erde als  seinem Laboratorium.  (Eigentum ist  zwar  ursprünglich
       m o b i l,   denn der  Mensch bemächtigt  sich d'abord  35*)  der
       fertigen Früchte  der Erde,  wozu unter  andrem  auch  die  Tiere
       gehören und  für ihn  speziell die zähmbaren. Indes selbst dieser
       Zustand -  Jagd, Fischerei,  Hirtenwesen, Leben  von Baumfrüchten
       etc. unterstellt  immer Aneignung  der Erde,  sei  es  zu  festem
       Wohnplatz, sei  es zum  roaming 36*),  sei es  zum Weiden für die
       Tiere etc.)
       Das   E i g e n t u m   meint also  G e h ö r e n  z u  e i n e m
       S t a m m  (Gemeinwesen) (in ihm subjektiv-objektive Existenz ha-
       ben) und vermittelst des Verhaltens dieses Gemeinwesens zum Grund
       und Boden,  zur Erde als seinem unorganischen Leib, Verhalten des
       Individuums zum  Grund und  Boden, zur  äußeren  Urbedingung  der
       Produktion - da die Erde in einem Rohmaterial, Instrument, Frucht
       ist -  als zu  seiner Individualität  gehörigen  Voraussetzungen,
       Daseinsweisen  derselben.   Wir    r e d u z i e r e n    d i e s
       E i g e n t u m   a u f   d a s   V e r h a l t e n   z u   d e n
       B e d i n g u n g e n   d e r   P r o d u k t i o n.  Warum nicht
       der Konsumtion,  da ursprünglich  das Produzieren des Individuums
       sich auf  das Reproduzieren  seines eignen  Leibs durch  Aneignen
       fertiger, von der Natur selbst für den Konsum zubereiteter Gegen-
       stände beschränkt? Selbst wo nur noch zu  f i n d e n  ist und zu
       e n t d e c k e n,  erfordert dies bald Anstrengung, Arbeit - wie
       in Jagd,  Fischfang, Hirtenwesen  - und Produktion (i.e. Entwick-
       lung) gewisser  Fähigkeiten auf  Seiten des  Subjekts. Dann  aber
       sind Zustände, wo zu dem Vorhandnen zugegriffen werden kann, ohne
       alle Instrumente (also selbst schon zur Produktion bestimmte Pro-
       dukte der  Arbeit), ohne Änderung der Form (die selbst schon beim
       Hirtenwesen stattfindet)  etc. sehr  bald vorübergehende und nir-
       gendswo als  Normalzustände zu  betrachten; auch nicht als Norma-
       lurzustände. Übrigens  schließen die  ursprünglichen  Bedingungen
       der Produktion  direkt, ohne  Arbeit  konsumierbare  Stoffe,  wie
       Früchte, Tiere etc. von selbst ein; also der Konsumtionsfonds er-
       scheint  selbst   als  ein   Bestandteil  des    u r s p r ü n g-
       l i c h e n  P r o d u k t i o n s f o n d s.
       -----
       35*) zunächst - 36*) Umherstreifen
       
       #401# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
       -----
       Die Grundbedingung des auf dem Stammwesen (worin sich das Gemein-
       wesen ursprünglich  auflöst) ruhenden  Eigentums -  Mitglied  des
       Stammes sein  - macht  den vom Stamm eroberten fremden Stamm, den
       unterworfnen,   e i g e n t u m s l o s  und wirft ihn selbst un-
       ter die  u n o r g a n i s c h e n  B e d i n g u n g e n  seiner
       Reproduktion, wozu  sich das  Gemeinwesen als den seinen verhält.
       Sklaverei und Leibeigenschaft sind daher nur weitre Entwicklungen
       des auf dem Stammwesen beruhnden Eigentums. Sie modifizieren not-
       wendig alle Formen desselben. Am wenigsten können sie dies in der
       asiatischen Form.  In der  self-sustaining 37*) Einheit von Manu-
       faktur und  Agrikultur, worauf  diese Form  beruht, die Eroberung
       nicht  so  notwendige  Bedingung  als  da,  wo  das    G r u n d-
       e i g e n t u m,   A g r i k u l t u r   ausschließlich  vorherr-
       schend. Andrerseits,  da der einzelne nie zum Eigentümer, sondern
       nur zum  Besitzer in  dieser Form wird, ist er au fond selbst das
       Eigentum, der  Sklave dessen,  [in] dem  die Einheit der Gemeinde
       existiert, und  Sklaverei hebt  hier weder  die  Bedingungen  der
       Arbeit auf, noch modifiziert sie das wesentliche Verhältnis.
       ¦¦6¦ Es ist nun ferner klar:
       Das Eigentum,  soweit es nur das bewußte Verhalten - und in bezug
       auf den einzelnen vom Gemeinwesen gesetzte und als Gesetz prokla-
       mierte und  garantierte -  zu den  Produktionsbedingungen als den
       s e i n e n   ist, das Dasein des Produzenten also als ein Dasein
       in den i h m  g e h ö r i g e n  objektiven Bedingungen erscheint
       - wird erst verwirklicht durch die Produktion selbst. Die wirkli-
       che Aneignung  geschieht erst  nicht in der gedachten, sondern in
       der tätigen, realen Beziehung auf diese Bedingungen - das wirkli-
       che Setzen  derselben als  der Bedingungen seiner subjektiven Tä-
       tigkeit.
       Damit ist  aber zugleich  klar, daß   d i e s e  B e d i n g u n-
       g e n   s i c h   ä n d e r n.   Durch das  Jagen der Stämme wird
       eine Erdregion  erst zum Jagdrevier; durch den Ackerbau die Erde,
       der Grund und Boden erst als der verlängerte Leib des Individuums
       gesetzt. Nachdem  die   S t a d t   R o m   erbaut  war  und  die
       umliegende Feldmark  bestellt  von  ihren  Bürgern  -  waren  die
       Bedingungen des Gemeinwesens andre geworden als vorher. Der Zweck
       aller dieser  Gemeinwesen ist  Erhaltung; d.h.  Reproduktion  der
       Individuen, die  es bilden,  als Eigentümer,  d. h.  in derselben
       objektiven Existenzweise,  die zugleich das Verhalten der Glieder
       zueinander  und   daher  die   Gemeinde  selbst   bildet.   Diese
       Reproduktion ist  aber zugleich  notwendig Neuproduktion  und De-
       struktion der alten Form. Z.B. wo der Individuen jedes soviel Ac-
       ker Land  besitzen soll, schon der Fortschritt der Bevölkerung im
       Wege. Soll dem gesteuert werden, so Kolonisation, und diese macht
       Eroberungskrieg nötig. Damit Sklaven etc. Vergrößerung des ager
       
       #402# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
       -----
       publicus z.B.  auch, und damit der Patrizier, die das Gemeinwesen
       repräsentieren etc.  So  die  Erhaltung  des  alten  Gemeinwesens
       schließt ein  die Destruktion  der Bedingungen,  auf denen es be-
       ruht, schlägt  ins Gegenteil  um. Sollte z.B. gedacht werden, die
       Produktivität auf demselben Raum könne vermehrt werden durch Ent-
       wicklung der  Produktivkräfte etc.  (diese beim  altherkömmlichen
       Ackerbau gerade  das allerlangsamste),  so würde das neue Weisen,
       Kombinationen der  Arbeit, großen  Teil des  Tags auf  Agrikultur
       verwandt etc.  einschließen und  damit wieder  die alten ökonomi-
       schen Bedingungen  des Gemeinwesens  aufheben. In dem Akt der Re-
       produktion selbst  ändern sich nicht nur die objektiven Bedingun-
       gen, z.B.  aus dem  Dorf wird  Stadt, aus der Wildnis gelichteter
       Acker etc.,  sondern die  Produzenten ändern sich, indem sie neue
       Qualitäten aus  sich heraus setzen, sich selbst durch die Produk-
       tion entwickeln,  umgestalten, neue Kräfte und neue Vorstellungen
       bilden, neue  Verkehrsweisen, neue  Bedürfnisse und neue Sprache.
       Je altherkömmlicher  die Produktionsweise selbst - und diese dau-
       ert lang in der Agrikultur; noch länger in der orientalischen Er-
       gänzung von  Agrikultur und  Manufaktur  -,  d.h.  je  mehr  sich
       gleichbleibend der   w i r k l i c h e   P r o z e ß   der Aneig-
       nung, um  so konstanter  die alten  Eigentumsformen und damit das
       Gemeinwesen überhaupt.  Wo Trennung schon der Gemeindeglieder als
       Privateigentümer von  sich als  Stadtgemeinde und Stadtterritori-
       umeignern, da treten auch schon Bedingungen ein, wodurch der ein-
       zelne   v e r l i e r e n  kann sein Eigentum, d. h. das doppelte
       Verhältnis, das ihn zum ebenbürtigen Bürger, Mitglied des Gemein-
       wesens, und  das ihn zum  E i g e n t ü m e r  macht. In der ori-
       entalischen Form ist dies  V e r l i e r e n  kaum möglich, außer
       durch ganz  äußere Einflüsse,  da das  einzelne Mitglied  der Ge-
       meinde nie  in die  freie Beziehung zu ihr tritt, wodurch es sein
       Band (objektives,  ökonomisches zu  ihr) verlieren könnte. Es ist
       festgewachsen. Es liegt dies auch an der Vereinigung von Manufak-
       tur und  Agrikultur, von Stadt (dem Dorf) und Land. Bei den Alten
       erscheint die  Manufaktur schon  als Verderb (Geschäft der Liber-
       tini 38*),  Klienten, Fremden) etc. Diese Entwicklung der produk-
       tiven Arbeit  (losgelöst von  der reinen  Unterordnung unter  die
       Agrikultur als  häusliche, Freienarbeit,  die nur  für Agrikultur
       und Krieg  bestimmte oder  auf Gottesdienst und Gemeinwesen - wie
       Häuserbau, Straßenbau, Tempelbau - gewandte Manufaktur), die sich
       notwendig entwickelt durch Verkehr mit Fremden, Sklaven, Lust das
       Surplusprodukt auszutauschen etc., löst die Produktionsweise auf,
       auf der  das Gemeinwesen  beruht und  daher der   o b j e k t i v
       e i n z e l n e,   i.e. als  Römer, Grieche  etc. bestimmte  ein-
       zelne. Der Austausch wirkt ebenso; die Verschuldung etc.
       -----
       38*) Freigelassene
       
       #403# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
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       Die ursprüngliche  Einheit zwischen  einer besondren Form des Ge-
       mein- (Stammwesens)  und damit zusammenhängenden Eigentums an der
       Natur oder Verhalten zu den objektiven Bedingungen der Produktion
       als Naturdasein,  als durch  die Gemeinde vermitteltem objektivem
       Dasein des  einzelnen - diese Einheit, die einerseits als die be-
       sondre Eigentumsform  erscheint - hat ihre lebendige Wirklichkeit
       in einer  bestimmten    W e i s e    d e r    P r o d u k t i o n
       selbst, einer  Weise, die ebensosehr als Verhalten der Individuen
       zueinander erscheint,  wie ihr  bestimmtes tätiges Verhalten ¦¦7¦
       zur unorganischen  Natur, bestimmte Arbeitsweise (die immer Fami-
       lienarbeit, oft  Gemeindearbeit). Als  die erste große Produktiv-
       kraft erscheint  das Gemeinwesen selbst; für die besondre Art der
       Produktionsbedingungen (z.B.  Viehzucht, Landbau) entwickeln sich
       besondre Produktionsweise  und besondre  Produktivkräfte,  sowohl
       subjektive, als Eigenschaften der Individuen erscheinend, wie ob-
       jektive.
       Eine bestimmte  Stufe der Entwicklung der Produktivkräfte der ar-
       beitenden Subjekte, der bestimmte Verhältnisse derselben zueinan-
       der und  zur Natur  entsprechen -  darin löst sich in letzter In-
       stanz sowohl ihr Gemeinwesen auf wie das auf demselben begründete
       Eigentum. Bis  zu einem gewissen Punkt Reproduktion. Schlägt dann
       in Auflösung um.
       E i g e n t u m  meint also ursprünglich - und so in seiner asia-
       tischen, slawischen,  antiken, germanischen  Form - Verhalten des
       arbeitenden (produzierenden)  Subjekts (oder  sich reproduzieren-
       den) zu  den Bedingungen  seiner Produktion oder Reproduktion als
       den seinen.  Es wird daher auch verschiedne Formen haben nach den
       Bedingungen dieser Produktion. Die Produktion selbst bezweckt die
       Reproduktion des  Produzenten in und mit diesen seinen objektiven
       Daseinsbedingungen. Dieses  Verhalten als  Eigentümer - nicht als
       Resultat, sondern Voraussetzung der Arbeit, i.e. der Produktion -
       setzt voraus  ein bestimmtes Dasein des Individuums als Glied ei-
       nes Stamm-  oder Gemeinwesens  (dessen Eigentum es selbst ist bis
       zu einem gewissen Punkt). Sklaverei, Leibeigenschaft etc., wo der
       Arbeiter selbst unter den Naturbedingungen der Produktion für ein
       drittes Individuum  oder Gemeinwesen erscheint (dies ist z.B. bei
       der allgemeinen  Sklaverei des  Orients   n i c h t    der  Fall,
       n u r   vom europäischen  point of view 39*) aus) - also Eigentum
       nicht mehr das Verhalten des selbstarbeitenden Individuums zu den
       objektiven Bedingungen  der Arbeit -, ist immer sekundär, nie ur-
       sprünglich, obgleich  notwendiges und  konsequentes Resultat  des
       auf dem  Gemeinwesen und Arbeit im Gemeinwesen gegründeten Eigen-
       tums. Es ist zwar sehr einfach, sich vorzustellen, daß ein Gewal-
       tiger, physisch Überlegner, nachdem er erst das Tier
       -----
       39*) Gesichtspunkt
       
       #404# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
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       gefangen, dann  Menschen fängt, um durch ihn Tiere fangen zu las-
       sen; mit einem Worte sich ebenso des Menschen als einer natürlich
       vorgefundnen Bedingung  für  seine  Reproduktion  bedient  (wobei
       seine eigne  Arbeit in Herrschen sich auflöst etc.) wie irgendei-
       nes andren  Naturwesens. Aber  solche Ansicht  ist abgeschmackt -
       sosehr richtig vom Standpunkt gegebner Stamm- oder Gemeinwesen -,
       da sie  von der  Entwicklung   v e r e i n z e l t e r   Menschen
       ausgeht. Der  Mensch vereinzelt  sich erst durch den historischen
       Prozeß. Er  erscheint  ursprünglich  als  ein    G a t t u n g s-
       w e s e n,   S t a m m w e s e n,   H e r d e n t i e r   -  wenn
       auch keineswegs  als ein  ???? ?????????  40*) [9] im politischen
       Sinn.  Der   Austausch  selbst   ist   ein   Hauptmittel   dieser
       Vereinzelung. Er  macht das  Herdenwesen überflüssig  und löst es
       auf. Sobald  die Sache  sich so  gedreht, daß er als Vereinzelter
       nur mehr  sich auf  sich bezieht,  die Mittel  aber, um  sich als
       Vereinzelter zu  setzen, sein  sich Allgemein-  und  Gemeinmachen
       geworden sind. In diesem Gemeinwesen ist das objektive Dasein des
       einzelnen als  Eigentümer,  sage  z.B.  Grundeigentümer,  voraus-
       gesetzt, und  zwar unter  gewissen Bedingungen,  die ihn  an  das
       Gemeinwesen ketten  oder vielmehr  einen  Ring  in  seiner  Kette
       machen. In der bürgerlichen Gesellschaft steht der Arbeiter z. B.
       rein  objektivlos,   subjektiv  da;   aber  die  Sache,  die  ihm
       g e g e n ü b e r s t e h t,   ist das   w a h r e   G e m e i n-
        w e s e n   nun geworden, das er zu verspeisen sucht und von dem
       er verspeist wird.
       Alle Formen  (mehr oder  minder naturwüchsig,  alle zugleich aber
       auch Resultate historischen Prozesses), worin das Gemeinwesen die
       Subjekte in  bestimmter objektiver Einheit mit ihren Produktions-
       bedingungen oder  ein bestimmtes subjektives Dasein die Gemeinwe-
       sen selbst  als Produktionsbedingungen  unterstellt,  entsprechen
       notwendig nur limitierter und prinzipiell limitierter Entwicklung
       der Produktivkräfte. Die Entwicklung der Produktivkräfte löst sie
       auf, und ihre Auflösung selbst ist eine Entwicklung der menschli-
       chen Produktivkräfte. Es wird erst gearbeitet von gewisser Grund-
       lage aus  - erst  naturwüchsig -  dann historische Voraussetzung.
       Dann aber wird diese Grundlage oder Voraussetzung selbst aufgeho-
       ben oder  gesetzt als  eine verschwindende  Voraussetzung, die zu
       eng geworden für die Entfaltung des progressiven Menschenpacks.
       Soweit  antikes   Grundeigentum  im   modernen  Parzelleneigentum
       wiedererscheint, gehört  es selbst in die politische Ökonomie und
       kommen wir darauf im Abschnitt vom Grundeigentum.
       ¦¦8¦ (Auf alles dies tiefer und ausführlicher zurückzukommen.)
       Das, um  das es sich uns hier zunächst handelt: Das Verhalten der
       Arbeit
       -----
       40*) zoon politicon - gesellschaftliches Wesen
       
       #405# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
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       zum Kapital oder zu den objektiven Bedingungen der Arbeit als Ka-
       pital setzt voraus historischen Prozeß, der die verschiednen For-
       men auflöst, in denen der Arbeiter Eigentümer ist oder der Eigen-
       tümer arbeitet.  Also vor  allem 1.  A u f l ö s e n  des Verhal-
       tens  zur   Erde  -  Grund  und  Boden  -  als  natürlicher  Pro-
       duktionsbedingung ",  zu der  er sich als seinem eignen unorgani-
       schen Dasein  verhält; dem Laboratorium seiner Kräfte und der Do-
       mäne seines  Willens. Alle  Formen, worin dies Eigentum vorkommt,
       unterstellen ein   G e m e i n w e s e n,  dessen Mitglieder, ob-
       gleich formelle  Unterschiede zwischen ihnen sein mögen, als Mit-
       glieder desselben   E i g e n t ü m e r   sind. Die ursprüngliche
       Form dieses Eigentums ist daher selbst  u n m i t t e l b a r e s
       G e m e i n e i g e n t u m  (o r i e n t a l i s c h e  F o r m,
       modifiziert im  slawischen; bis  zum Gegensatz  entwickelt,  aber
       doch noch  als die geheime, wenn auch gegensätzliche Grundlage im
       antiken und  germanischen Eigentum).  2.   A u f l ö s e n  d e r
       V e r h ä l t n i s s e,    worin  er  als    E i g e n t ü m e r
       d e s   I n s t r u m e n t s   erscheint. Wie die obige Form des
       Grundeigentums  r e a l e s  G e  m e i n w e s e n  unterstellt,
       so dieses Eigentum des Arbeiters an Instrument eine besondre Form
       der Entwicklung  der  Manufakturarbeit  als    H a n d w e r k s-
       a r b e i t;   damit verknüpft  das Zunft-Korporationswesen  etc.
       (Das  altorientalische   Manufakturwesen  kann   schon  unter  1.
       betrachtet werden.)  Hier die  Arbeit selbst  noch halb  künstle-
       risch, halb  Selbstzweck etc.  Meisterschaft.  Kapitalist  selbst
       noch Meister.  Mit dem  besondren Arbeitsgeschick auch der Besitz
       am Instrument  gesichert etc. etc. Erblichkeit dann gewissermaßen
       der Arbeitsweise  mit der  Arbeitsorganisation und  dem  Arbeits-
       instrument. Mittelaltriges Städtewesen. Die Arbeit noch als seine
       eigne; bestimmte  selbstgenügende Entwicklung  einseitiger Fähig-
       keiten  etc.   3.  Einbegriffen   in  beidem,  daß  er  die  Kon-
       sumtionsmittel vor  der Produktion  im Besitz  hat, nötig, um als
       Produzent -  also während  seiner Produktion,  v o r  der Vollen-
       dung derselben  - zu  leben. Als Grundeigentümer erscheint er di-
       rekt mit  dem nötigen Konsumtionsfonds versehn. Als Handwerksmei-
       ster hat er denselben ererbt, verdient, aufgespart, und als Hand-
       werksbursch ist  er erst   L e h r l i n g,  wo er noch gar nicht
       als eigentlicher,  selbständiger Arbeiter  erscheint, sondern pa-
       triarchalisch  teilt   die  Kost  mit  dem  Meister.  Als  Gesell
       (wirklicher) ist  eine gewisse  Gemeinschaftlichkeit des vom Mei-
       ster beseßnen Konsumtionsfonds. Ist er auch nicht das  E i g e n-
       t u m   des Gesellen,  so doch  durch die  Gesetze der Zunft, ihr
       Herkommen etc.  sein Mitbesitz  wenigstens etc.  (Weiter  hierauf
       einzugehn.) 4.   A u f l ö s u n g   a n d r e r s e i t s  eben-
       sosehr der Verhältnisse, worin die  A r b e i t e r  s e l b s t,
       die   l e b e n d i g e n   A r b e i t s v e r m ö g e n  selbst
       noch   u n m i t t e l b a r   u n t e r   d i e   o b j e k t i-
       v e n   P r o d u k t i o n s b e d i n g u n g e n   gehören und
       als solche  angeeignet werden - also Sklaven oder Leibeigne sind.
       Für das  Kapital ist  der  Arbeiter  keine  Produktionsbedingung,
       sondern nur  die Arbeit.  Kann es  sie durch Maschinen verrichten
       lassen oder
       
       #406# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
       -----
       gar durch Wasser, Luft, tant mieux 41*). Und es eignet sich nicht
       den Arbeiter  an, sondern  seine Arbeit - nicht unmittelbar, son-
       dern vermittelt durch Austausch.
       Dies sind  nun auf  der einen  Seite historische Voraussetzungen,
       damit der  Arbeiter als  freier Arbeiter, als objektivloses, rein
       subjektives Arbeitsvermögen  den objektiven  Bedingungen der Pro-
       duktion als  seinem   N i c h t e i g e n t u m,   als   f r e m-
       d e m   E i g e n t u m,   als für  sich seiendem   W e r t,  als
       Kapital gegenüber  gefunden wird. Andrerseits fragt es sich aber,
       welche Bedingungen  sind nötig, damit er ein  K a p i t a l  sich
       gegenüber findet?
       {In der  Formel des Kapitals, wo die lebendige Arbeit sich sowohl
       zum Rohmaterial wie zum Instrument, wie zu den während der Arbeit
       erforderlichen Lebensmitteln als negativ, Nicht-Eigentum verhält,
       ist d'abord   N i c h t - G r u n d e i g e n t u m    e i n g e-
       s c h l o s s e n   oder der  Zustand negiert,  wo das arbeitende
       Individuum sich  zum Grund und Boden, der Erde, als seinem eignen
       verhält, i.  e. als  Eigentümer des  Grund und  Bodens  arbeitet,
       produziert. Es verhält sich im besten Fall nicht nur als-Arbeiter
       zum Grund  und Boden, sondern als Eigentümer des Grund und Bodens
       zu sich  selbst als  arbeitendem Subjekt.  Das Grund-  und Boden-
       eigentum schließt  der Potenz  nach ein  sowohl das  Eigentum  am
       Rohmaterial wie  am Urinstrument,  der Erde  selbst, wie  an  den
       spontanen Früchten  derselben. In  der ursprünglichsten  Form ge-
       setzt heißt es, sich zur Erde als Eigner verhalten, in ihr Rohma-
       terial vorfinden, Instrument, und nicht durch die Arbeit, sondern
       durch die  Erde selbst  geschaffne Lebensmittel.  Dies Verhältnis
       schon reproduziert,  erscheinen sekundäre  Instrumente und  durch
       die Arbeit selbst geschaffne Erdfrüchte als eingeschlossen in das
       Grundeigentum in seinen primitiven Formen. Dieser historische Zu-
       stand also  d'abord negiert als das vollere Eigentumsverhalten in
       dem Verhältnis  des Arbeiters zu den Arbeitsbedingungen als Kapi-
       tal. Dies  ist historischer Zustand No. I, der in diesem Verhält-
       nis negiert  oder als  historisch  aufgelöst  vorausgesetzt  ist.
       Zweitens ¦¦9¦  aber, wo  das   E i g e n t u m   a n  d e m  I n-
       s t r u m e n t   oder das Verhalten des Arbeiters zum Instrument
       als eignem,  wo er  als Eigentümer  des Instruments arbeitet (was
       zugleich die  Subsumtion des Instruments unter seine individuelle
       Arbeit voraussetzt, d.h. besondre bornierte Entwicklungsstufe der
       Produktivkraft  der   Arbeit  voraussetzt),  wo  diese  Form  des
       A r b e i t e r s   a l s   E i g e n t ü m e r   oder des   a r-
       b e i t e n d e n   E i g e n t ü m e r s  schon als selbständige
       Form gesetzt  ist, neben und außer dem  G r u n d e i g e n t u m
       - die  handwerksmäßige und  städtische Entwicklung  der Arbeit  -
       nicht wie  im ersten  Fall als  Akzident des  Grundeigentums  und
       subsumiert unter dasselbe - also auch das Rohmaterial
       -----
       41*) um so besser
       
       #407# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
       -----
       und die Lebensmittel erst  v e r m i t t e l t  sind als Eigentum
       des Handwerkers,  durch sein  Handwerk vermittelt, durch sein Ei-
       gentum am  Instrument -  ist schon  eine zweite historische Stufe
       vorausgesetzt neben  und  außer  der  ersten,  die  selbst  schon
       bedeutend modifiziert  erscheinen muß  durch die   V e r s e l b-
       s t ä n d i g u n g  d i e s e r  z w e i t e n  S o r t e  v o n
       E i g e n t u m   oder von    a r b e i t e n d e m    E i g e n-
       t ü m e r.   Da das  Instrument selbst  schon Produkt der Arbeit,
       also das  Element, welches  das Eigentum  konstituiert, schon als
       durch die  Arbeit gesetzt  ist, kann  das Gemeinwesen  hier nicht
       mehr in  der naturwüchsigen  Form erscheinen wie im ersten Fall -
       das Gemeinwesen,  worauf diese  Art des  Eigentums  begründet  -,
       sondern als  selbst schon  produziertes, entstandnes,  sekundäres
       durch den  Arbeiter selbst produziertes Gemeinwesen. Es ist klar,
       daß, wo  das Eigentum  am Instrument  das Verhalten  zu den  Pro-
       duktionsbedingungen  der   Arbeit  als   Eigentum  ist,   in  der
       wirklichen Arbeit  das Instrument   n u r   als  M i t t e l  der
       individuellen Arbeit  erscheint; die  Kunst, sich  das Instrument
       wirklich anzueignen,  es als Arbeitsmittel zu handhaben, als eine
       besondre  Fertigkeit   des  Arbeiters   erscheint,  die  ihn  als
       Eigentümer des Instruments setzt. Kurz, der wesentliche Charakter
       des Zunft-Korporationswesens, der handwerksmäßigen Arbeit als ihr
       Subjekt, als  Eigentümer konstituierend  - ist  aufzulösen in das
       Verhalten  zum   Produktionsinstrument  -  Arbeitsinstrument  als
       Eigentum -  im Unterschied  zum Verhalten zur Erde, zum Grund und
       Boden (zum Rohstoff als solchen) als eignem. Daß das Verhalten zu
       diesem einen  Moment der  Produktionsbedingungen  das  arbeitende
       Subjekt  als   Eigentümer  konstituiert,   ihn  zum   arbeitenden
       Eigentümer macht,  dieser historische  Zustand No. II, der seiner
       Natur nach  nur als  Gegensatz oder,  wenn man will, zugleich als
       Ergänzung des  modifizierten ersten  existieren kann  - ebenfalls
       negiert in der ersten Formel des Kapitals.
       Die dritte   m ö g l i c h e   F o r m,   sich  als Eigentümer zu
       verhalten nur  zu den Lebensmitteln, sie vorfinden als natürliche
       Bedingung des  arbeitenden Subjekts, ohne weder zum Grund und Bo-
       den noch  zum Instrument,  also auch nicht der Arbeit selbst sich
       als eignen zu verhalten, ist au fond die Formel der Sklaverei und
       Leibeigenschaft, die  ebenfalls negiert  ist, als historisch auf-
       gelöster Zustand  gesetzt ist  im Verhältnis des Arbeiters zu den
       Produktionsbedingungen als  Kapital. Die  Urformen des  Eigentums
       lösen sich  notwendig auf  in das  Verhältnis zu den verschiednen
       objektiven Momenten, die die Produktion bedingen, als eignen; sie
       bilden ebensowohl  die ökonomische  Grundlage verschiedner Formen
       des Gemeinwesens, wie sie ihrerseits bestimmte Formen des Gemein-
       wesens zur  Voraussetzung haben.  Diese Formen wesentlich modifi-
       ziert  durch   das  Versetzen   der  Arbeit   selbst  unter   die
       o b j e k  t i v e n  P r o d u k t i o n s b e d i n g u n g e n
       (Leibeigenschaft und Sklaverei), wodurch der
       
       #408# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
       -----
       einfach affirmative  Charakter aller unter No. I rangierenden Ei-
       gentumsformen verlorengeht  und modifiziert  wird. Sie  enthalten
       alle die  Sklaverei als Möglichkeit und daher als ihre eigne Auf-
       hebung in sich. Was No. II angeht, wo die besondre Art der Arbeit
       - die Meisterschaft in derselben und dementsprechend das Eigentum
       am Arbeitsinstrument  = Eigentum  an den Produktionsbedingungen -
       so schließt  es zwar Sklaverei und Leibeigenschaft aus; kann aber
       in der  Form des  Kastenwesens eine  analoge negative Entwicklung
       erhalten.} {Die  dritte Form des Eigentums an den Lebensmitteln -
       wenn sie  nicht sich  in Sklaverei  und Leibeigenschaft auflöst -
       kann  nicht   enthalten  Verhältnis  des    a r b e i t e n d e n
       Individuums zu den Produktions- und daher Daseinsbedingungen; sie
       kann daher nur das Verhältnis des seines Grundeigentums verlustig
       gegangnen  und   noch  nicht   zu  No.  II  Sorte  des  Eigentums
       fortgegangenen Mitglieds  der ursprünglichen,  auf  Grundeigentum
       gegründeten Gemeinwesen sein, wie die römische Plebs zur Zeit der
       panes et  circenses [235].}  {Das Verhältnis der retainer 42*) zu
       ihrem  Grundherrn   oder  der   persönlichen  Dienstleistung  ist
       wesentlich verschieden. Denn sie bildet au fond nur Existenzweise
       des Grundeigentümers  selbst, der  nicht mehr  arbeitet,  sondern
       dessen Eigentum  einschließt unter den Produktionsbedingungen die
       Arbeiter selbst  als Leibeigne  etc. Hier  H e r r s c h a f t s-
       v e r h ä l t n i s   als wesentliches  Verhältnis der Aneignung.
       Zum Tier,  Boden etc.  kann au  fond  kein  Herrschaftsverhältnis
       stattfinden durch  die Aneignung,  obgleich das  Tier dient.  Die
       Aneignung fremden   W i l l e n s   ist  Voraussetzung des  Herr-
       schaftsverhältnisses. Das  Willenlose also,  wie Tier  z.B., kann
       zwar dienen,  aber es  macht den  Eigner nicht  zum  H e r r e n.
       Soviel sehn  wir aber  hier, wie    H e r r s c h a f t s-    und
       K n e c h t s c h a f t s v e r h ä l t n i s  ebenfalls in diese
       Formel der  Aneignung der Produktionsinstrumente gehören; und sie
       bilden notwendiges Ferment der Entwicklung und des Untergangs al-
       ler ursprünglichen  Eigentumsverhältnisse und Produktionsverhält-
       nisse, wie sie auch ihre Borniertheit ausdrücken. Allerdings wer-
       den sie im Kapital - in vermittelter Form - reproduziert und bil-
       den so  ebenfalls Ferment seiner Auflösung und sind Wappen seiner
       Borniertheit.}
       
       ¦¦10¦ {"Die Befugnis, sich und die seinigen in der Not zu verkau-
       fen, war  ein leidiges  allgemeines Recht;  es galt im Norden wie
       bei den  Griechen und in Asien: Die des Gläubigers den Schuldner,
       welcher mit der Zahlung ausblieb, zu seinem Knecht zu nehmen, und
       sich durch  seine Arbeit oder durch Verkauf seiner Person, soweit
       es reichte,  bezahlt zu  machen, war  fast ebenso  ausgebreitet."
       (Niebuhr. I, p. 600.)}
       {Niebuhr sagt  an einer Stelle, daß für die griechischen Schrift-
       steller, die  in der augustäischen Zeit schrieben, die Schwierig-
       keit und das falsche Verständnis
       -----
       42*) Dienstleute
       
       #409# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
       -----
       des Verhältnisses zwischen Patriziern und Plebejern und ihre Ver-
       wechslung dieses Verhältnisses mit dem zwischen Patronen und Kli-
       enten daher, daß sie
       
       "schrieben in  einer Zeit, wo  R e i c h e  u n d  A r m e  d i e
       e i n z i g   w a h r e n   K l a s s e n    d e r    B ü r g e r
       w a r e n;  wo der Dürftige, wie edel seine Herkunft sein mochte,
       einen Gönner bedurfte, und der Millionär, war er auch ein Freige-
       laßner, als  Gönner gesucht ward. Von erblichen Verhältnissen der
       Anhänglichkeit kannten sie kaum noch eine Spur". (I, 620.)}
       {"In beiden  Klassen" -   M e t ö k e n   [236]   u n d  F r e i-
       g e l a ß n e n  u n d  i h r e n  N a c h k o m m e n  - "fanden
       sich  die  Handwerker,  und  zu  dem  Bürgerrecht,  worauf  diese
       beschränkt waren,  ging der  Plebejer über,  welcher den Ackerbau
       aufgab. Auch  sie entbehrten  die Ehre    g e s e t z l i c h e r
       I n n u n g e n   nicht; und  ihre Zünfte  waren so hochgeachtet,
       daß man  Numa als  ihren Stifter  nannte: Sie  waren 9:  Pfeifer,
       Goldschmiede, Zimmerleute,  Färber, Riemer, Gerber, Kupferschmie-
       de, Töpfer, und die neunte Zunft der übrigen [Ge]werke insgemein.
       Welche von ihnen selbständige Pfahlbürger [237] waren; Isopoliten
       [238], die  sich keinem  Patron aufgetragen - wenn es ein solches
       Recht gab;  und Nachkommen  von Hörigen,  deren Band  durch  Aus-
       sterben des  Geschlechts ihrer  Patrone gelöst war; die sind ohne
       Zweifel dem  Hader der  Altbürger und  der Gemeinde  ebenso fremd
       gewesen  wie  die  florentinischen  Zünfte  den  Fehden  der  Ge-
       schlechter als Guelfen und Ghibellinen [239]: Die Hörigen standen
       den Patriziern vielleicht noch sämtlich zu Gebot." (I, 623).}
       
       Auf der  einen Seite  werden historische  Prozesse vorausgesetzt,
       die eine  Masse Individuen  einer Nation  etc. in  die Lage, wenn
       zunächst nicht  von wirklichen  freien Arbeitern  versetzt haben,
       doch von solchen, die es ??????? 43*) sind, deren einziges Eigen-
       tum ihr Arbeitsvermögen und die Möglichkeit, es auszutauschen ge-
       gen vorhandne  Werte; Individuen, denen alle objektiven Bedingun-
       gen der  Produktion als  f r e m d e s  E i g e n t u m,  als ihr
       N i c h t - E i g e n t u m   gegenüberstehn, aber  zugleich  als
       W e r t e  austauschbar, daher aneigenbar zu einem certain degree
       44*) durch  lebendige Arbeit.  Solche historische  Auflösungspro-
       zesse sind  sowohl Auflösung  der Hörigkeitsverhältnisse, die den
       Arbeiter an  Grund und  Boden und  den Herrn des Grund und Bodens
       fesseln, aber  sein Eigentum an Lebensmitteln faktisch vorausset-
       zen -  dieses ist  in Wahrheit sein Ablösungsprozeß von der Erde;
       Auflösung der  Grundeigentumsverhältnisse,  die  ihn  als  yeoman
       [240] konstituierten,  freien arbeitenden kleinen Grundeigentümer
       oder Pächter  (colonus [241]),  freien Bauern. {Die Auflösung der
       noch ältern  Formen von  gemeinschaftlichem Eigentum  und  realem
       Gemeinwesen versteht  sich  von  selbst};  Auflösung  der  Zunft-
       verhältnisse, die  sein Eigentum an dem Arbeitsinstrument voraus-
       setzen und  die  Arbeit  selbst,  als  handwerksmäßige  bestimmte
       Geschicklichkeit, als  Eigentum  (nicht  nur  Quelle  desselben);
       ebenso Auflösung  der Klientelverhältnisse  in  den  verschiednen
       Formen, worin   N i c h t - E i g e n t ü m e r  als Mitkonsumen-
       ten des Surplusproduce 45*) im Gefolge ihrer
       -----
       43*) der Möglichkeit  nach -  33*) gewissen Grade - 45*) Mehrpro-
       dukt
       
       #410# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
       -----
       Herren erscheinen  und als  Äquivalente die  Livree ihres  Herren
       tragen, an seinen Fehden teilnehmen, persönliche Dienstleistungen
       tun, eingebildete  oder reale etc. In allen diesen Auflösungspro-
       zessen wird  sich bei  genauerer Prüfung zeigen, daß Verhältnisse
       der Produktion  aufgelöst werden,  worin vorherrscht:  Gebrauchs-
       wert, Produktion für den unmittelbaren Gebrauch 46*); der Tausch-
       wert und  die Produktion  desselben das  Vorherrschen der  andren
       Form zur  Voraussetzung hat;  daher auch in allen diesen Verhält-
       nissen Naturallieferungen und Naturaldienste über Geldzahlung und
       Geldleistung vorherrscht.  Doch dies  nur nebenbei.  Es wird sich
       bei näherer  Betrachtung ebenso  finden, daß alle die aufgelösten
       Verhältnisse nur  mit einem  bestimmten Grad  der Entwicklung der
       materiellen (und  daher auch  der geistigen) Produktivkräfte mög-
       lich waren.
       Was uns zunächst hier angeht, ist dies: Der Auflösungsprozeß, der
       eine Masse  Individuen einer  Nation etc.  in ???????  47*) freie
       Lohnarbeiter -  nur durch  ihre Eigentumslosigkeit zur Arbeit und
       zum Verkauf  ihrer Arbeit  gezwungne Individuen - verwandelt, un-
       terstellt auf  der andren  Seite,  n i c h t,  daß die bisherigen
       Einkommenquellen und zum Teil Eigentumsbedingungen dieser Indivi-
       duen   v e r s c h w u n d e n    sind,  sondern  umgekehrt,  daß
       n u r  ihre Verwendung eine andre geworden, die Art ihres Daseins
       sich verwandelt  hat, als  f r e i e r  f o n d s  in andre Hände
       übergegangen oder  auch zum Teil in  d e n s e l b e n  geblieben
       ist. Aber  soviel ist klar: Derselbe Prozeß, der eine Menge Indi-
       viduen von ihren bisherigen - d'une manière or d'une autre 48*) -
       affirmativen Beziehungen  zu den  o b j e k t i v e n  B e d i n-
       g u n g e n   d e r   A r b e i t   geschieden, diese Beziehungen
       negiert und  diese Individuen  dadurch in   f r e i e  A r b e i-
       t e r   verwandelt hat, derselbe Prozeß hat diese  o b j e k t i-
       v e n   B e d i n g u n g e n   d e r   A r b e i t   - Grund und
       Boden, Rohmaterial,  Lebensmittel, Arbeitsinstrumente,  Geld oder
       alles dies  - ???????  freigemacht von ihrem  b i s h e r i g e n
       G e b u n d e n s e i n     an  die  nun  von  ihnen  losgelösten
       Individuen. Sie  sind noch   v o r h a n d e n,   aber  in andrer
       Form vorhanden: als  f r e i e r  f o n d s,  a n  dem alle alten
       politischen etc.  relations 49*)  ausgelöscht und die nur noch in
       der Form  von   W e r t e n,  an sich festhaltenden Werten, jenen
       losgelösten eigentumslosen  Individuen  gegenüberstehn.  Derselbe
       Prozeß, der die Masse als freie Arbeiter den  o b j e k t i v e n
       A r b e i t s b e d i n  g u n g e n  gegenübergestellt, hat auch
       diese Bedingungen  als ¦¦11¦  K a p i t a l  den freien Arbeitern
       gegenübergestellt.  Der  historische  Prozeß  war  die  Scheidung
       bisher verbundner  Elemente -  sein Resultat ist daher nicht, daß
       eins der  Elemente verschwindet,  sondern, daß jedes derselben in
       negativer Beziehung
       -----
       46*) In  der   Handschrift:  Gebrauchswert  -  47*) potentille  -
       48*) auf die eine oder andere Weise - 49*) Beziehungen
       
       #411# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
       -----
       auf das  andre erscheint  - der  freie Arbeiter  (der Möglichkeit
       nach) auf der einen Seite, das Kapital (der Möglichkeit nach) auf
       der andren.  Die Scheidung  der objektiven Bedingungen von Seiten
       der Klassen, die in freie Arbeiter verwandelt worden, muß ebenso-
       sehr als eine Verselbständigung dieser selben Bedingungen am ent-
       gegengesetzten Pol erscheinen.
       Wenn das  Verhältnis von  Kapital und Lohnarbeit nicht als selbst
       schon maßgebend  und übergreifend  über das  Ganze der Produktion
       betrachtet wird,  {denn in  diesem Fall ist das als Bedingung der
       Lohnarbeit vorausgesetzte  Kapital ihr eignes Produkt und als Be-
       dingung von  ihr sich selbst vorausgesetzt, als Voraussetzung für
       sie selbst von ihr selbst geschaffen} sondern als historisch ent-
       stehend -  d.h., wenn  die ursprüngliche  Verwandlung von Geld in
       Kapital betrachtet  wird, der  Austauschprozeß zwischen  dem  nur
       nach der  ??????? 50*)  existierenden Kapital auf der einen Seite
       mit den der ??????? [nach] existierenden freien Arbeitern auf der
       andren - so drängt sich natürlich die einfache Bemerkung auf, aus
       der die  Ökonomen großes  Wesen machen,  daß die  Seite, die  als
       Kapital  auftritt:   im   Besitz   sein   muß   von   Rohstoffen,
       Arbeitsinstrumenten und Lebensmitteln, damit der Arbeiter während
       der Produktion leben kann, bevor die Produktion vollendet ist. Es
       erscheint dies ferner so, daß eine Akkumulation - eine der Arbeit
       vorhergegangne und  nicht aus  ihr entsproßne  Akkumulation - auf
       Seiten des  Kapitalisten vorgegangen  sein muß, die ihn befähigt,
       den Arbeiter  ans Werk  zu setzen  und wirksam  zu erhalten,  als
       lebendiges Arbeitsvermögen  zu erhalten. (Sobald einmal das Kapi-
       tal und Lohnarbeit als ihre eigne Voraussetzung gesetzt sind, als
       der Produktion  selbst vorausgesetzte  Basis, erscheint die Sache
       zunächst so,  daß der  Kapitalist außer dem Fonds von Rohmaterial
       und Arbeitsmitteln,  nötig, damit der Arbeiter sich selbst repro-
       duziert, die nötigen Lebensmittel schafft, i.e. die  n o t w e n-
       d i g e  A r b e i t  realisiert, einen Fonds von Rohmaterial und
       Arbeitsmitteln besitzt,  in dem der Arbeiter seine Surplusarbeit,
       d.h. den  Profit  des  Kapitalisten  verwirklicht.  Bei  fernerer
       Analyse gestaltet  es sich  so, daß  der Arbeiter beständig einen
       doppelten Fonds für den Kapitalisten schafft oder in der Form des
       Kapitals schafft,  wovon ein  Teil die  Bedingungen seiner eignen
       Existenz und  der andre die Bedingungen der Existenz des Kapitals
       fortwährend erfüllt.  Wie wir gesehn haben, ist im Surpluskapital
       - und  Surpluskapital im  Verhältnis zu seinem antediluvianischen
       51*)  Verhältnis   zur   Arbeit   -   ist   alles      r e a l e,
       g e g e n w ä r t i g e   K a p i t a l,  jedes Element desselben
       gleichmäßig als  vergegenständlichte und  vom Kapital angeeignete
       f r e m d e   A r b e i t   ohne Austausch, ohne dafür gereichtes
       Äquivalent   a n g e e i g n e t.}  Diese von der Arbeit unabhän-
       gige, nicht gesetzte Tat
       -----
       50*) Möglichkeit - 51*) vorsintflutlich
       
       #412# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
       -----
       des Kapitals  wird dann  ferner aus dieser Geschichte seiner Ent-
       stehung verlegt  in die Gegenwart, in ein Moment seiner Wirklich-
       keit und  seines Wirksamseins, seiner Selbstformation verwandelt.
       Es wird  daraus dann endlich abgeleitet das ewige Recht des Kapi-
       tals auf die Früchte fremder Arbeit, oder vielmehr seine Erwerbs-
       weise wird  aus den  einfachen und  "gerechten" Gesetzen des Aus-
       tauschs von Äquivalenten entwickelt.
       Der in  der Form von Geld vorhandne Reichtum kann sich nur umset-
       zen gegen  die objektiven  Bedingungen der  Arbeit, weil und wenn
       diese losgelöst  sind von  der Arbeit  selbst. Daß  zum Teil Geld
       aufgehäuft werden  kann auf  dem reinen  Weg des  Austauschs  von
       Äquivalenten, haben  wir gesehn;  indes dies bildet eine so unbe-
       deutende Quelle,  daß es  historisch nicht  erwähnenswert -  wenn
       vorausgesetzt wird,  daß das  Geld durch  Austausch eigner Arbeit
       gewonnen. Es ist vielmehr durch Wucher - besonders auch gegen das
       Grundeigentum ausgeübten  - und durch Kaufmannsgewinne aufgehäuf-
       tes mobiles  Vermögen - Geldvermögen, das in Kapital im eigentli-
       chen Sinn, industrielles Kapital verwandelt wird. Von beiden For-
       men werden wir weiter unten Gelegenheit haben, weiter zu sprechen
       - soweit  sie - nicht als selbst Formen des Kapitals, sondern als
       frühere Vermögensformen  erscheinen, als  Voraussetzungen für das
       Kapital.
       Es liegt  in dem  Begriff des Kapitals, wie wir gesehn haben - in
       seiner Entstehung,  daß es  vom   G e l d   ausgeht und daher vom
       Vermögen, das  in der Form des Geldes existiert. Es liegt ebenso-
       sehr darin,  daß es  als  aus  der  Zirkulation  herkommend,  als
       P r o d u k t  der Zirkulation erscheint. Die Kapitalbildung geht
       daher nicht  aus vom  Grundeigentum (hier höchstens vom  P ä c h-
       t e r,  soweit er Handelsmann mit Agrikulturprodukten ist) ; auch
       nicht von  der Zunft;  (obgleich  an  letztrem  Punkt  eine  Mög-
       lichkeit), sondern vom Kaufmanns- und Wuchervermögen. Dies findet
       aber erst  die Bedingungen  vor, freie  Arbeit zu  kaufen, sobald
       diese durch  historischen Prozeß  losgelöst von  ihren objektiven
       Existenzbedingungen. Es  findet dann  auch erst  die Möglichkeit,
       diese    B e d i n g u n g e n    selbst  zu  kaufen.  Unter  den
       Zunftbedingungen z.B.  kann bloßes Geld, das nicht selbst zünftig
       ist, meisterschaftlich  ist, nicht  die Webstühle  kaufen, um auf
       ihnen arbeiten  zu lassen;  vorgeschrieben, wie viele einer bear-
       beiten darf etc. Kurz, das Instrument selbst ist noch so verwach-
       sen mit  der lebendigen  Arbeit selbst,  als deren  Domäne es er-
       scheint, daß  es nicht  wahrhaft zirkuliert. Was das Geldvermögen
       befähigt, Kapital  zu werden,  ist das  Vorfinden einerseits  der
       freien Arbeiter;  zweitens das Vorfinden der Lebensmittel und Ma-
       terialien  etc.,   die  sonst   d'une  manière   ou  d'une  autre
       E i g e n t u m   der nun objektivlos gewordnen Massen waren, als
       ebenfalls   f r e i  und verkäuflich. Die andre Bedingung der Ar-
       beit aber - gewisse Kunstfertigkeit,
       
       #413# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
       -----
       Instrument als  Mittel der Arbeit etc. - ist in dieser Vorperiode
       oder ersten  Periode des Kapitals von ihm  v o r g e f u n d e n,
       teils als Resultat des städtischen Zunftwesens, teils der häusli-
       chen oder als Akzessorium 52*)  am Landbau  haftenden  Industrie.
       Der historische Prozeß ist nicht  das Resultat des Kapitals, son-
       dern Voraussetzung für dasselbe. Durch ihn schiebt sich dann auch
       der Kapitalist als Zwischenperson  (historisch) zwischen Grundei-
       gentum oder zwischen  Eigentum überhaupt und Arbeit.  Von den ge-
       mütlichen  Einbildungen, wonach  der Kapitalist  und der Arbeiter
       Assoziation schließen etc., ¦¦12¦ weiß weder die Geschichte etwas
       noch findet sich davon  eine Spur in der  Begriffsentwicklung des
       Kapitals. Sporadisch kann  sich die   M a n u f a k t u r  entwi-
       ckeln lokal inmitten eines  Rahmens, der noch ganz andrer Periode
       angehört, wie z.B. in den  italienischen Städten   n e b e n  den
       Zünften.  Aber als allgemein beherrschende Form einer Epoche müs-
       sen die Bedingungen für das Kapital nicht nur lokal, sondern  auf
       einer großen Stufenleiter entwickelt sein. (Es steht dem nicht im
       Weg, daß bei der Auflösung der Zünfte  einzelne Zunftmeister sich
       in industrielle  Kapitalisten verwandeln; indes ist der Kasus rar
       und so der  Natur der Sache nach.  Im ganzen  geht das Zunftwesen
       unter, der Meister und der Gesell, wo  der Kapitalist und der Ar-
       beiter aufkommt.)
       Es ist selbstverständlich - und zeigt sich bei näherem Eingehn in
       die geschichtliche  Epoche, von  der hier  die Rede ", daß aller-
       dings  d i e  Z e i t  d e r  A u f l ö s u n g  der frühren Pro-
       duktionsweisen und Weisen des Verhaltens des Arbeiters zu den ob-
       jektiven Bedingungen  der Arbeit  -    z u g l e i c h    e i n e
       Z e i t   ist, wo  einerseits das  G e l d v e r m ö g e n  schon
       zu einer  gewissen Breite  sich entwickelt   h a t,    anderseits
       rasch wächst und sich ausdehnt durch dieselben Umstände, die jene
       Auflösung beschleunigen. Es selbst ist zugleich einer der Agenten
       jener Auflösung, wie jene Auflösung die Bedingung seiner Verwand-
       lung in  Kapital ist.  Aber das   b l o ß e   D a s e i n   d e s
       G e l d v e r m ö g e n s   und selbst Gewinnung einer Art supre-
       macy 53*)  seinerseits  reicht  keineswegs  dazu  hin,  daß  jene
       A u f l ö s u n g   i n  K a p i t a l  geschehe. Sonst hätte das
       alte Rom,  Byzanz etc.  mit freier  Arbeit und  Kapital seine Ge-
       schichte geendet  oder vielmehr  eine neue  Geschichte  begonnen.
       Auch dort  war die Auflösung der alten Eigentumsverhältnisse ver-
       knüpft mit  Entwicklung des Geldvermögens - des Handels etc. Aber
       statt zur Industrie führte diese Auflösung in fact zur Herrschaft
       des Landes  über die  Stadt. -  Die    U r b i l d u n g    d e s
       K a p i t a l s    geht  nicht  so  vor  sich,  daß  das  Kapital
       a u f h ä u f t e,   wie sich  das vorgestellt wird, Lebensmittel
       und Arbeitsinstrumente  und Rohstoffe, kurz, die vom Boden losge-
       lösten und  selbst  schon  mit  menschlicher  Arbeit  verquickten
       o b j e k t i v e n  Bedingungen der Arbeit.
       -----
       53*) Beiwerk - 53*) Vorherrschaft
       
       
       #414# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
       -----
       {Es ist auf den ersten Blick klar, welch abgeschmackter Zirkel es
       wäre, wenn  einerseits die  A r b e i t e r,  die das Kapital ins
       Werk setzen  muß, um  als Kapital  sich zu  setzen,  erst    g e-
       s c h a f f e n   werden müßten,  ins Leben gerufen werden müßten
       durch   s e i n e   Aufhäufung, auf  sein   W e r d e!  warteten,
       während andrerseits  es selbst  unfähig wäre,    a u f z u h ä u-
       f e n   ohne fremde  Arbeit,  höchstens    s e i n e    e i g n e
       A r b e i t  aufhäufen könnte, d.h. also selbst existieren in der
       Form von N i c h t - K a p i t a l  und  N i c h t - G e l d,  da
       die  Arbeit  vor  der  Existenz  des  Kapitals  sich  nur  selbst
       verwerten kann  in Formen,  wie die  der handwerksmäßigen Arbeit,
       der kleinen  Agrikultur etc., kurz, lauter Formen, die  n i c h t
       oder nur  spärlich  a u f h ä u f e n  können; in Formen, die nur
       ein kleines  surplus produce  zulassen und  dies zum  großen Teil
       a u f z e h r e n.   Überhaupt werden  wir diese  Vorstellung des
       A u f h ä u f e n s noch näher zu untersuchen haben.}
       Nicht so,  daß das  Kapital die objektiven Bedingungen der Arbeit
       schafft. Sondern  seine  U r b i l d u n g  geschieht einfach da-
       durch, daß  der als   G e l d v e r m ö g e n   existierende Wert
       durch den  historischen Prozeß  der Auflösung der alten Produkti-
       onsweise befähigt  wird, einerseits zu  k a u f e n  die objekti-
       ven Bedingungen  der Arbeit,  anderseits die    l e b e n d i g e
       Arbeit selbst  gegen Geld  von den freigewordnen Arbeitern einzu-
       tauschen. Alle  diese  Momente  sind  vorhanden;  ihre  Scheidung
       selbst ist  ein historischer Prozeß, ein Auflösungsprozeß, und es
       ist   d i e s e r,  der das Geld befähigt, sich in  K a p i t a l
       zu verwandeln.  Das Geld selbst, soweit es mit bei der Geschichte
       tätig ist,  ist es nur, insofern es selbst als ein höchst energi-
       sches Scheidungsmittel  in diesen  Prozeß eingreift  und insofern
       zur Herstellung  der  g e r u p f t e n,  objektivlosen  f r e i-
       e n  A r b e i t e r  mitwirkt; sicher aber nicht dadurch, daß es
       für sie die objektiven Bedingungen ihrer Existenz  s c h a f f t;
       sondern indem  es ihre  Trennung von  denselben - ihre Eigentums-
       losigkeit -  beschleunigen hilft. Wenn z.B. die großen englischen
       Grundeigentümer ihre  retainers 54*) entließen, die mit ihnen das
       surplus produce  des Landes  aufzehrten; ferner  ihre Pächter die
       kleinen Häusler  verjagten etc.,  so war damit erstens eine Masse
       lebendiger  Arbeitskräfte   auf  den      A r b e i t s m a r k t
       geworfen, eine  Masse, die  in doppeltem  Sinn frei war, frei von
       den alten  Klientel- oder  Hörigkeitsverhältnissen und Dienstver-
       hältnissen und  zweitens frei  von allem  Hab und  Gut und  jeder
       objektiven, sachlichen  Daseinsform,   f r e i   v o n  a l l e m
       E i g e n t u m;  auf den Verkauf ihres Arbeitsvermögens oder auf
       Bettel,  Vagabundage  und  Raub  als  die  einzige  Erwerbsquelle
       angewiesen. Daß  sie das  letztere zuerst  versuchten, von diesem
       Wege aber  durch Galgen,  Pranger, Peitsche  auf den schmalen Weg
       zum Arbeitsmarkt  getrieben wurden  - wo  also  die    R e g i e-
       r u n g e n,   f.i. 55*) Henry VII, VIII etc. als Bedingungen des
       historischen
       -----
       54*) Dienstmannen - 55*) z.B.
       
       #415# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
       -----
       Auflösungsprozesses und  als Hersteller  der Bedingungen  für die
       Existenz des Kapitals erscheinen - ist geschichtlich konstatiert.
       Andrerseits die Lebensmittel etc., die die Grundeigentümer früher
       mit den  retainers  aufaßen,  standen  nun  zur  Disposition  des
       Geldes, das  sie kaufen  wollte, um through their instrumentality
       56*) Arbeit  zu kaufen.  Das Geld  hatte diese Lebensmittel weder
       g e s c h a f f e n   noch   a u f g e h ä u f t;   sie waren da,
       wurden konsumiert  und reproduziert,  eh sie durch seine Vermitt-
       lung konsumiert und reproduziert wurden. Was sich geändert hatte,
       war  nichts,   als  [daß]   diese  Lebensmittel   jetzt  auf  den
       A u s t a u s c h m a r k t   geworfen waren - getrennt waren von
       ihrem unmittelbaren  Zusammenhang mit  den Mäulern  der retainers
       etc. und  aus Gebrauchswerten in Tauschwerte verwandelt waren, so
       in die  Domäne und  die ¦¦13¦  Oberherrlichkeit des Geldvermögens
       fielen.
       Ebenso mit den Arbeitsinstrumenten. Weder erfand noch fabrizierte
       das Geldvermögen  Spinnrad und Webstuhl. Aber losgelöst von ihrem
       57*) Grund  und Boden, gerieten Spinner und Weber mit ihren Stüh-
       len  und  Rädern  in  die  Botmäßigkeit  des  Geldvermögens  etc.
       E i g e n  i s t  d e m  K a p i t a l  n i c h t s  a l s  d i e
       V e r e i n i g u n g   d e r   M a s s e n   v o n   H ä n d e n
       u n d   I n s t r u m e n t e n,  d i e  e s  v o r f i n d e t .
       E s   a g g l o m e r i e r t   s i e    u n t e r    s e i n e r
       B o t m ä ß i g k e i t.    Das  ist  sein    w i r k l i c h e s
       A n h ä u f e n;   das Anhäufen  von Arbeitern  auf Punkten nebst
       ihren Instrumenten. Hiervon wird bei der sog. Anhäufung des Kapi-
       tals näher  zu handeln sein. Das Geldvermögen - als Kaufmannsver-
       mögen -  hatte allerdings  beschleunigen und  auflösen helfen die
       alten Produktionsverhältnisse  und es  dem Grundeigentümer  z.B.,
       wie A. Smith schon hübsch entwickelt, [242] möglich gemacht, sein
       Getreide, Vieh  etc. auszutauschen gegen aus der Fremde gebrachte
       Gebrauchswerte, statt  die von ihm selbst produzierten mit seinen
       retainers zu  verprassen und  seinen Reichtum  zum großen Teil in
       der Masse  seiner mitkonsumierenden retainers zu finden. Es hatte
       für ihn  dem   T a u s c h w e r t  seiner Revenu eine höhere Be-
       deutung gegeben.  Ebenso fand  dies in  bezug auf  seine  Pächter
       statt, die  schon halb  Kapitalisten waren,  aber doch  noch sehr
       verbrämte.
       Die Entwicklung  des Tauschwerts  - begünstigt  durch das  in der
       Form des  Kaufmannsstandes existierende  G e l d  - löst die mehr
       auf den unmittelbaren Gebrauchswert gerichtete Produktion und die
       ihr entsprechenden  Eigentumsformen -  Verhältnisse der Arbeit zu
       ihren objektiven  Bedingungen - auf und drängt so zur Herstellung
       des   A r b e i t s m a r k t s  (wohl zu unterscheiden vom Skla-
       venmarkt). Indes  auch diese Wirkung des Geldes nur möglich unter
       der  Voraussetzung   des    s t ä d t i s c h e n    G e w e r b-
       f l e i ß e s,  der  n i c h t  auf Kapital und Lohnarbeit,
       -----
       56*) durch ihre Vermittlung - 57*) in der Handschrift: seinem
       
       #416# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
       -----
       sondern auf  Organisation der  Arbeit in  Zünfte etc. beruht. Die
       städtische Arbeit  selbst hatte Produktionsmittel geschaffen, für
       die die  Zünfte ebenso  gênant 58*) wurden wie die alten Grundei-
       gentumsverhältnisse einer  verbesserten Agrikultur,  die zum Teil
       selbst wieder  Folge des  größren Absatzes der Agrikulturprodukte
       an die  Städte etc.  Die andren  Umstände, die  z.B. im 16. Jahr-
       hundert die  Masse der  umlaufenden Waren  ebensosehr wie die des
       Geldes vermehrten, neue Bedürfnisse schufen und daher den Tausch-
       wert der  einheimischen Produkte erhöhten etc., Preise steigerten
       etc., alles  dies beförderte  einerseits die  Auflösung der alten
       Produktionsverhältnisse, beschleunigte  die Loslösung  des Arbei-
       ters oder  Nichtarbeiters, aber Arbeitsfähigen von den objektiven
       Bedingungen seiner Reproduktion und beförderte so die Verwandlung
       des Geldes  in Kapital.  Es kann  daher nichts alberner sein, als
       diese   U r b i l d u n g   des Kapitals so aufzufassen, als habe
       es aufgehäuft und geschaffen die  o b j e k t i v e n  B e d i n-
       g u n g e n  d e r  P r o d u k t i o n  - Lebensmittel, Rohmate-
       rial, Instrumente  - und  sie dem davon  e n t b l ö ß t e n  Ar-
       beiter angeboten.  Vielmehr half  das Geldvermögen  zum Teil  die
       Arbeitskräfte der  arbeitsfähigen Individuen    e n t b l ö ß e n
       von diesen  Bedingungen; zum  Teil ging  dieser  Scheidungsprozeß
       ohne es  voran. Als  sie eine gewisse Höhe erreicht hatte, konnte
       das Geldvermögen  sich als  Mittler zwischen die so freigewordnen
       objektiven Bedingungen  des Lebens  und die  freigewordnen,  aber
       auch  l o s  u n d  l e d i g  gewordnen lebendigen Arbeitskräfte
       stellen und  mit den  einen die  andren kaufen.  Was aber nun die
       B i l d u n g   d e s   G e l d v e r m ö g e n s  selbst angeht,
       vor  seiner   Verwandlung  in  Kapital,  so  gehört  sie  in  die
       Vorgeschichte der  bürgerlichen Ökonomie. Wucher, Handel, Städte-
       wesen und mit ihnen aufkommender Fiskus spielen dabei Hauptrolle.
       Auch das   H o a r d e n  59*) der Pächter, Bauern etc.; obgleich
       in minderem Grad. -
       Es zeigt  sich hier  zugleich, wie die Entwicklung des Austauschs
       und des Tauschwerts, der überall durch Handel vermittelt ist oder
       dessen Vermittlung  Handel genannt  werden kann - das Geld erhält
       im Kaufmannsstand  ebenso wie die Zirkulation im Handel selbstän-
       dige  Existenz  ",  mit  sich  führt  sowohl  die  Auflösung  der
       E i g e n t u m s v e r h ä l t n i s s e    d e r    A r b e i t
       a n   i h r e n   Existenzbedingungen auf der einen Seite als die
       selbst unter  die    o b j e k t i v e n    B e d i n g u n g e n
       d e r   P r o d u k t i o n   r a n g i e r t e [n]  A r b e i t;
       lauter Verhältnisse,  die ebensosehr  ein  Vorherrschen  des  Ge-
       brauchswerts und  der auf  den unmittelbaren Gebrauch gerichteten
       Produktion wie  eines unmittelbar  selbst noch  als Voraussetzung
       der Produktion vorhandnen realen Gemeinwesens ausdrücken. Die auf
       dem Tauschwert basierte Produktion und das auf dem Austausch die-
       ser
       -----
       58*) lästig - 59*) Horten
       
       #417# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
       -----
       Tauschwerte basierte Gemeinwesen - sosehr sie, wie wir im vorigen
       Kapitel vom  Geld sahen - das Ansehn haben, das Eigentum als Aus-
       fluß bloß der  A r b e i t  zu setzen, das Privateigentum am Pro-
       dukt der  eignen Arbeit  als Bedingung zu setzen - und die Arbeit
       als allgemeine  Bedingung des  Reichtums - unterstellt und produ-
       ziert die  Trennung der  Arbeit von ihren objektiven Bedingungen.
       Dieser Austausch  von Äquivalenten  geht vor,  ist nur  die ober-
       flächliche Schichte  einer Produktion,  die beruht auf der Aneig-
       nung fremder  Arbeit  o h n e  A u s t a u s c h,  aber unter dem
       S c h e i n   d e s  A u s t a u s c h s.  Dieses System des Aus-
       tausche beruht auf dem  K a p i t a l  als seiner Grundlage, und,
       wenn es  getrennt von  ihm betrachtet  wird, wie  es sich  an der
       Oberfläche selbst zeigt, als  s e l b s t ä n d i g e s   System,
       so ist dies bloßer  S c h e i n,  aber ein  n o t w e n d i g e r
       S c h e i n.   Es ist daher jetzt nicht länger zu verwundern, daß
       das System  der Tauschwerte  - Austausch von durch die Arbeit ge-
       meßnen Äquivalenten  - umschlägt  oder vielmehr  als seinen  ver-
       steckten Hintergrund  zeigt    A n e i g n u n g    f r e m d e r
       A r b e i t   o h n e   A u s t a u s c h,   völlige Trennung von
       Arbeit und Eigentum. Das Herrschen nämlich des Tauschwerts selbst
       und  der   Tauschwerte  produzierenden   Produktion    u n t e r-
       s t e l l t   ¦¦14¦ fremdes Arbeitsvermögen selbst als Tauschwert
       - d.  h. Trennung  des  lebendigen  Arbeitsvermögens  von  seinen
       objektiven Bedingungen;  Verhalten zu  denselben - oder zu seiner
       eignen  Objektivität   -  als   fremdem  Eigentum;  Verhalten  zu
       denselben in  einem Wort  als   K a p i t a l.  Nur in den Zeiten
       des Untergangs  des Feudalwesens,  wo es  aber noch  kämpft unter
       sich -  so in  England im  14. und ersten Hälfte des 15. Jahrhun-
       derts, ist  das goldne  Zeitalter für die sich emanzipierende Ar-
       beit. Damit  die Arbeit sich wieder zu ihren objektiven Bedingun-
       gen als  ihrem Eigentum  verhalte, muß  ein andres  System an die
       Stelle des  Systems des Privataustauschs treten, der, wie wir ge-
       sehn, Austausch  von vergegenständlichter  Arbeit gegen  Arbeits-
       vermögen und darum Aneignung der lebendigen Arbeit ohne Austausch
       setzt.
       Die Art,  wie sich das Geld in Kapital verwandelt, zeigt sich oft
       historisch ganz  einfach handgreiflich  so, daß z.B. der Kaufmann
       mehre Weber und Spinner, die bisher Weben und Spinnen als ländli-
       ches Nebengewerb trieben, für sich arbeiten läßt und ihr Nebenge-
       werb zum  Haupterwerb für  sie macht;  dann aber ihrer sicher ist
       und sie  in seine Botmäßigkeit als Lohnarbeiter gebracht hat. Sie
       dann von  ihren Heimatstätten  fortzuziehn und zu vereinen in ein
       Arbeitshaus, ist ein weitrer Schritt. Bei diesem einfachen Prozeß
       ist klar,  daß er weder Rohmaterial noch Instrument, noch Lebens-
       mittel für  den Weber  und Spinner vorbereitet hat. Alles, was er
       getan hat,  ist, sie  nach und  nach auf  eine Art  Arbeit zu be-
       schränken, wo sie abhängig vom Verkauf, vom  K ä u f e r  werden,
       dem   K a u f m a n n   und schließlich  nur noch    f ü r    und
       d u r c h  ihn produzieren.
       
       #418# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
       -----
       Er hat ursprünglich nur durch den Kauf ihres Produkts ihre Arbeit
       gekauft; sobald  sie sich  auf die  Produktion dieses Tauschwerts
       beschränken und  also unmittelbar   T a u s c h w e r t e  produ-
       zieren müssen, ihre Arbeit ganz gegen Geld austauschen müssen, um
       fortexistieren zu  können, geraten sie in seine Botmäßigkeit, und
       zuletzt verschwindet  auch der  Schein, als  ob sie  ihm Produkte
       v e r k a u f t e n.   Er kauft  ihre Arbeit  und nimmt ihnen das
       Eigentum erst  am Produkt,  bald auch  am Instrument oder läßt es
       ihnen als   S c h e i n e i g e n t u m,  um seine eignen Produk-
       tionskosten zu vermindern.
       Die ursprünglichen  historischen Formen, in denen das Kapital zu-
       erst sporadisch oder  l o k a l  erscheint,  n e b e n  den alten
       Produktionsweisen, aber  sie nach und nach überall sprengend, ist
       die eigentliche   M a n u f a k t u r  (noch nicht Fabrik) einer-
       seits; diese  entspringt da,  wo in Massen für die Ausfuhr produ-
       ziert wird,  für den  auswärtigen Markt - also auf der  B a s i s
       v o n  g r o ß e m  S e e-  u n d  L a n d h a n d e l,  in ihren
       Emporien 60*),  wie in den italienischen Städten, Konstantinopel,
       den flandrischen,  holländischen Städten, einigen spanischen, wie
       Barcelona etc.  Die Manufaktur  ergreift zunächst  nicht das sog.
       s t ä d t i s c h e   G e w e r b   - sondern  das   l ä n d l i-
       c h e  N e b e n g e w e r b,  Spinnen und Weben, die Arbeit, die
       am  wenigsten   zünftiges  Geschick,   künstlerische   Ausbildung
       verlangt. Außer  jenen großen  Emporien, wo  sie die  Basis eines
       a u s w ä r t i g e n   Markts  vorfindet,  die  Produktion  also
       sozusagen   n a t u r w ü c h s i g  auf den Tauschwert gerichtet
       ist -  also Manufakturen, die direkt mit der Schiffahrt zusammen-
       hängen, Schiffsbau  selbst etc.  -, schlägt sie ihre ersten Wohn-
       sitze nicht  in  den  Städten  auf,  sondern  auf  dem  Land,  in
       nichtzünftigen Dörfern etc. Das ländliche Nebengewerb enthält die
       breite Basis  der Manufaktur, während das städtische Gewerb hohen
       Fortschritt der  Produktion verlangt,  um  fabrikmäßig  betrieben
       werden zu  können. Ebenso  solche Produktionszweige  - wie  Glas-
       fabriken, Metallfabriken,  Holzsägereien etc., die von vornherein
       mehr Konzentration  von Arbeitskräften  verlangen; von vornherein
       mehr Naturkräfte  verwerten,  massenweise  Produktion  verlangen,
       ebenso Konzentration der Arbeitsmittel etc. Ebenso Papierfabriken
       etc. Anderseits  das Aufkommen  des Pächters  und die Verwandlung
       der ackerbauenden  Bevölkerung in freie Taglöhner. Obgleich diese
       Umwandlung auf dem Lande zuletzt sich in ihren letzten Konsequen-
       zen und  der reinsten Form durchsetzt, so beginnt sie auf ihm mit
       am frühsten.  Die Alten,  die  nie  über  eigentlich  städtischen
       Kunstfleiß hinauskamen,  konnten daher  nie zur  großen Industrie
       kommen. Ihre erste Voraussetzung ist die Hereinziehung des Landes
       in seiner ganzen Breite in die Produktion nicht von Gebrauchswer-
       ten, sondern von Tauschwerten. Glasfabriken,
       -----
       60*) Stapelplätzen
       
       #419# Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen
       -----
       Papiermühlen, Eisenwerke etc. können nicht zünftig betrieben wer-
       den. Sie verlangen Produktion in Masse; Absatz an einem allgemei-
       nen Markt;   G e l d v e r m ö g e n  auf Seiten des Unternehmers
       - nicht  als ob er die Bedingungen schaffe, weder die subjektiven
       noch die  objektiven; aber unter den alten Eigentumsverhältnissen
       und Produktionsverhältnissen  können diese  Bedingungen nicht zu-
       sammengebracht werden.  - Die Auflösung der Leibeigentumsverhält-
       nisse, wie das Aufkommen der Manufaktur, verwandeln dann nach und
       nach alle  Arbeitszweige in  vom Kapital  betriebne. - Die Städte
       selbst enthalten allerdings auch in dem unzünftigen Taglöhnertum,
       Handlangern etc.  ein Element  für die  Bildung der  eigentlichen
       Lohnarbeit. "
       ¦¦15¦ Wenn wir so gesehn haben, daß die Verwandlung des Geldes in
       Kapital einen historischen Prozeß voraussetzt, der die objektiven
       Bedingungen der Arbeit losgeschieden hat, verselbständigt hat ge-
       gen den  Arbeiter ",  so ist  es anderseits der Effekt des einmal
       entstandnen Kapitals  und seines  Prozesses, sich alle Produktion
       zu unterwerfen  und überall die Scheidung zwischen Arbeit und Ei-
       gentum, zwischen  der Arbeit  und den  objektiven Bedingungen der
       Arbeit zu entwickeln und durchzuführen. Es wird sich bei der wei-
       tern Entwicklung  zeigen, wie das Kapital handwerksmäßige Arbeit,
       arbeitendes kleines Grundeigentum etc. und sich selbst vernichtet
       in den  Formen, wo  es   n i c h t   im Gegensatz  zur Arbeit er-
       scheint - im  k l e i n e n  K a p i t a l  und den Mittelgattun-
       gen, Zwittergattungen  zwischen den alten Produktionsweisen (oder
       wie sie  sich auf  Grundlage des Kapitals erneuert haben) und der
       klassischen, adäquaten Produktionsweise des Kapitals selbst.
       Die einzige  Aufhäufung, die bei der Entstehung des Kapitals vor-
       ausgesetzt ist,  ist die  von   G e l d v e r m ö g e n,  das, an
       und für sich betrachtet, durchaus unproduktiv ist, wie es nur aus
       der Zirkulation  entspringt und  nur ihr  angehört. Einen  innern
       Markt bildet  sich das Kapital rasch dadurch, daß es alle ländli-
       chen Nebengewerbe  vernichtet, also  für alle  spinnt, webt, alle
       kleidet etc.,  kurz, die  früher als  unmittelbare Gebrauchswerte
       geschaffnen Waren  in die  Form von Tauschwerten bringt, ein Pro-
       zeß, der durch die Loslösung der Arbeiter vom Grund und Boden und
       dem Eigentum  (sei es auch in höriger Form) an den Produktionsbe-
       dingungen sich von selbst ergibt. -
       Bei dem  städtischen Handwerk,  obgleich es  wesentlich auf  Aus-
       tausch beruht  und Schöpfung  von Tauschwerten, ist der unmittel-
       bare,  der  Hauptzweck  dieser  Produktion    S u b s i s t e n z
       a l s     H a n d w e r k e r,    als    H a n d w e r k s m e i-
       s t e r,   also Gebrauchswert;  nicht    B e r e i c h e r u n g,
       nicht   T a u s c h w e r t   a l s   T a u s c h w e r t.    Die
       Produktion ist  daher überall  einer vorausgesetzten  Konsumtion,
       die Zufuhr  der Nachfrage  untergeordnet und  erweitert sich  nur
       langsam.
       Die   P r o d u k t i o n   v o n  K a p i t a l i s t e n  u n d
       L o h n a r b e i t e r n   i s t ;   a l s o   e i n  H a u p t-
       p r o d u k t
       
       #420# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
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       d e s   V e r w e r t u n g s p r o z e s s e s   d e s  K a p i-
       t a l s.   Die gewöhnliche  Ökonomie, die  nur  die  produzierten
       Sachen im  Auge hält,  vergißt dies  vollständig. Indem in diesem
       Prozeß die  vergegenständlichte Arbeit  zugleich als   N i c h t-
       g e g e n s t ä n d l i c h k e i t   des Arbeiters,  als  Gegen-
       ständlichkeit einer  dem Arbeiter entgegengesetzten Subjektivität
       gesetzt ist, als  E i g e n t u m  eines ihm fremden Willens, ist
       das Kapital  notwendig zugleich   K a p i t a l i s t,   und  der
       Gedanke von  einigen Sozialisten, wir brauchten das Kapital, aber
       nicht die  Kapitalisten, ist  durchaus  falsch.  Im  Begriff  des
       Kapitals ist gesetzt, daß die objektiven Bedingungen der Arbeit -
       und diese  sind ihr  eignes Produkt - ihr gegenüber  P e r s ö n-
       l i c h k e i t   annehmen, oder  was dasselbe  ist, daß  sie als
       Eigentum einer  dem Arbeiter fremden Persönlichkeit gesetzt sind.
       Im Begriff  des Kapitals  ist der Kapitalist enthalten. Indes ist
       dieser Irrtum  keineswegs größer  als der z. B. aller Philologen,
       die von  K a p i t a l  im Altertum sprechen, römischen, griechi-
       schen Kapitalisten.  Es ist  dies nur  ein andrer Ausdruck dafür,
       daß die  Arbeit in  Rom und  Griechenland   f r e i  war, was die
       Herrn schwerlich  behaupten möchten. Daß wir jetzt die Plantagen-
       besitzer in  Amerika nicht  nur Kapitalisten  nennen, sondern daß
       sie es   s i n d,  beruht darauf, daß sie als Anomalien innerhalb
       eines auf  der freien  Arbeit beruhenden  Weltmarkts  existieren.
       Wenn es  sich vom  Wort Kapital  handelt, das bei den Alten nicht
       vorkommt {obgleich  entsprechend für  die principalis  summa  rei
       creditae ??????  [243]  bei  den  Griechen},  so  sind  die  noch
       wandernden Horden  mit ihren Herden in den Steppen Hochasiens die
       größten  Kapitalisten,   da  Kapital   ursprünglich  Vieh  meint,
       weswegen noch  der aus  Mangel an Kapital in Südfrankreich häufig
       geschloßne Metairievertrag 61*) grad ausnahmsweis: Bail de bestes
       à cheptel 62*). Will man sich auf schlechtes Latein einlassen, so
       wären unsere  Kapitalisten oder  Capitales  Homines  solche  "qui
       debent censum de capite" [244].
       Bei der Begriffsbestimmung des Kapitals finden sich Schwierigkei-
       ten, die  beim Geld  nicht vorkommen;  das Kapital ist wesentlich
       K a p i t a l i s t;  gleichzeitig aber auch wieder als vom Kapi-
       talist unterschiednes  Element seines Bestehns oder d[ie] Produk-
       tion überhaupt   K a p i t a l.  So werden wir weiter finden, daß
       sich unter   K a p i t a l  vieles subsumiert, was seinem Begriff
       nach nicht  hineinzugehören scheint. Kapital wird ausgeliehn z.B.
       Es wird  aufgehäuft etc. In allen diesen Bezeichnungen scheint es
       bloße Sache  zu sein und ganz mit der Materie, in der es besteht,
       zusammenzufallen. Doch  dies und  andres wird  sich aufklären  im
       Verlauf der  Entwicklung. (Nebenbei  noch als  Spaß bemerkt:  Der
       brave Adam Müller [, S. 226, 228], der alle figürlichen Redensar-
       ten sehr  mystisch  nimmt,  hat  auch  von    l e b e n d i g e m
       K a p i t a l  im gemeinen Leben gehört im Gegensatz
       -----
       61*) Meiereivertrag - 62*) Viehpachtvertrag
       
       #421# Kreislauf des Kapitals
       -----
       zu   t o t e m  und macht sich dies nun theosophisch zurecht. Kö-
       nig Aethelstan konnte ihn darüber belehren:
       
       "Reddam de  meo proprio  decimas  Deo  tam  in  Vivente  Capitali
       (lebendem Vieh),  quam in  mortuis fructibus  63*) terrae  (toten
       Erdfrüchten)." [245])
       
       Geld bleibt immer dieselbe Form in demselben Substrat und kann so
       leichter als  bloße Sache  aufgefaßt werden. Aber dasselbe, Ware,
       Geld etc.  können Kapital  vorstellen oder  Revenu etc. Es ist so
       selbst den  Ökonomen klar,  daß Geld  nichts Handgreifliches ist;
       sondern daß  dieselbe Sache  bald unter  der Bestimmung  Kapital,
       bald unter  einer andren  und entgegengesetzten Bestimmung subsu-
       miert sein  kann und  danach Kapital   i s t    oder    n i c h t
       i s t.   Es ist  offenbar so  ein    V e r h ä l t n i s    u n d
       k a n n   n u r  e i n  P r o d u k t i o n s v e r h ä l t n i s
       s e i n.
       -----
       63*) In der Handschrift: mortis fructuis

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