Quelle: MEW 42 Marx: Ökonomische Manuskripte 1857/1858
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[Theorien über Mehrwert und Profit]
{[254] Die absolute Konfusion der Ökonomen in bezug auf die Ri-
cardosche Bestimmung des Werts durch die Arbeitszeit - in einem
Grundmangel seiner eignen Entwicklung begründet - tritt sehr klar
hervor bei Herrn Ramsay. Er sagt (nachdem er zuvor aus dem Ein-
fluß, den die Zirkulationszeit der Kapitalien auf ihre
r e l a t i v e V e r w e r t u n g, d.h. ihre relative Teil-
nahme an dem allgemeinen Surpluswert, den abgeschmackten Schluß
gezogen:
"Dies zeigt, wie Kapital Wert unabhängig von Arbeit regulieren
kann" (IX, 84. R, 43) [255]
oder
"Kapital unabhängig von Arbeit eine Quelle von Wert" (55 l.c.)
wörtlich:
"Ein zirkulierendes Kapital (Lebensmittelfonds) wird immer mehr
Arbeit unterhalten, als die man ihm selbst früher angedeihen
ließ. Denn w e l c h e r V o r t e i l (N u t z e n)
#455# Theorien über Mehrwert und Profit
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sollte dem Eigentümer an seinem Gebrauch a l s s o l c h e m
entstehen, wenn es nicht mehr Arbeit anwenden könnte, als man ihm
zuvor hatte angedeihen lassen?" (1. c. 49.)
"Gesetzt, zwei Kapitale von gleichem Wert, jedes erzeugt durch
die Arbeit von 100 während einer bestimmten Zeit arbeitenden Män-
nern, wovon das eine ganz zirkulierend ist, das andere ganz fi-
xiert (festangelegt), und könnte vielleicht aus Wein bestehen,
der zum Reifen zurückgehalten wird. Nun, dies zirkulierende Kapi-
tal, a u f g e b r a c h t d u r c h d i e A r b e i t v o n
1 0 0 M a n n, wird 150 Mann in B e w e g u n g s e t z e n.
Das Produkt am Ende des kommenden Jahres wird folglich in diesem
Falle sein das Resultat der Arbeit von 150 Mann. Aber noch immer
wird es nicht mehr Wert besitzen, als der Wein zum Abschluß der
gleichen Periode, obgleich nur 100 Mann auf letzteren angewandt
werden." (50.)
"Oder will man versichern, daß die Menge Arbeit, welche jedes
zirkulierende Kapital a n w e n d e n w i r d, nicht mehr als
gleich der ist, die ihm zuvor zugeführt wurde? Das hieße, daß
d e r W e r t d e s v e r a u s g a b t e n K a p i t a l s
= dem des Produkts." (52.)
Große Konfusion zwischen der labour bestowed upon capital 1*) und
der which it will employ 2*). Das Kapital, das gegen das Arbeits-
vermögen ausgetauscht wird, das approvisionnement 3*) - und dies
nennt er hier Capital circulant - kann nie mehr Arbeit employ
than has been bestowed upon it 4*). (Die Rückwirkung der Entwick-
lung der Produktivkräfte auf vorhandnes Kapital geht uns hier
nichts an.) Aber there has been more labour bestowed upon it than
it has paid for - surpluslabour, which is converted into surplus
value and surplus produce, enabling the capital to renew this
profitable bargain, where the mutuality is all on one side, on a
more enlarged scale. It is enabled to employ more new living la-
bour, because during the process of production a portion of fresh
labour has been bestowed upon it beyond the accumulated labour of
which it consisted before entering that process. 5*)
Herr Ramsay scheint sich einzubilden, daß, wenn das Kapital das
Produkt von 20 Arbeitstagen (notwendige und Surpluszeit zusam-
men), dies Produkt von 20 Arbeitstagen 30 Arbeitstage anwenden
kann. Dies ist aber keineswegs der Fall. Auf das Produkt seien
sage 10 notwendige Arbeitstage, 10 Surplustage verwandt. So der
Surpluswert = 10 Surplustagen. Indem der Kapitalist diese wieder
gegen Rohstoff, Instrument und Arbeit austauscht, kann er mit dem
S u r p l u s p r o d u k t wieder neue n o t w e n d i g e
A r b e i t in Bewegung setzen. Der Witz
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1*) Arbeit, die dem Kapital zugeführt - 2*) die es anwenden will
- 3*) der Lebensmittelfonds - 4*) anwenden, als ihm zugeführt
wurde 5*) es ist ihm mehr Arbeit zugeführt worden, als er bezahlt
hat - Mehrarbeit, welche verwandelt wurde in Mehrwert und Mehr-
produkt, und das Kapital befähigt dieses profitable Geschäft, bei
dem die Gegenseitigkeit ganz auf einer Seite ist, auf noch erwei-
terter Skala zu wiederholen. Es ist in der Lage, mehr neue leben-
dige Arbeit anzuwenden, weil während des Produktionsprozesses ihm
eine Portion frischer Arbeit zugeführt wurde über die akkumu-
lierte Arbeit hinaus, aus der es vor Eintritt in diesen Prozeß
bestand.
#456# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
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ist nicht, daß er mehr Arbeitszeit employed 6*), als in dem Pro-
dukt vorhanden ist, sondern daß er die Surplusarbeitszeit, die
ihm nichts kostet, von neuem gegen notwendige austauscht - also
grade, daß er employs die g a n z e A r b e i t s z e i t be-
stowed upon the produce, while he has paid only part of that la-
bour 7*). Der Schluß des Herrn Ramsay, that wenn the quantity of
labour which every circulating capital will employ was no more
than equal to that previously bestowed upon it, the value of the
capital expended would be equal to that of the produce, i.e. no
surplus value would be left 8*), wäre nur richtig, wenn die quan-
tity of labour bestowed upon the capital 9*) g a n z
b e z a h l t w o r d e n w ä r e, d.h., wenn sich das Kapital
einen Teil der Arbeit nicht o h n e Ä q u i v a l e n t an-
eignete.
Diese Mißverständnisse Ricardos gehn offenbar daraus hervor, daß
er selbst nicht klar über den Prozeß war noch sein konnte als
Bourgeois. Einsicht in diesen Prozeß ist = dem statement 10*),
daß das Kapital nicht nur, wie A. Smith meint, Kommando über
fremde Arbeit ist, in dem Sinne wie jeder Tauschwert es ist, weil
er seinem Besitzer K a u f m a c h t gibt, sondern daß es die
Macht ist, sich fremde Arbeit o h n e A u s t a u s c h,
o h n e Ä q u i v a l e n t, aber mit dem Schein des Aus-
tauschs, anzueignen. Ricardo weiß A. Smith und andren gegenüber,
die in denselben Irrtum verfallen über Wert as determined by la-
bour 11*) und über Wert as determined by the price of labour
(wages) 12*) nie anders zu refütieren 13*) als so: daß er sagt,
mit dem Produkt derselben Quantität Arbeit kann man bald mehr,
bald weniger lebendige Arbeit in Bewegung setzen, d.h., er be-
trachtet das Produkt der Arbeit in bezug auf den Arbeiter nur als
G e b r a u c h s w e r t - den Teil des Produkts, den er
braucht, um leben zu können als Arbeiter. Woher es aber kömmt,
daß auf einmal der Arbeiter in dem Austausch nur G e-
b r a u c h s w e r t repräsentiert oder nur Gebrauchswert aus
dem Austausch zieht, ist ihm by no means 14*) klar, wie schon
seine ¦¦33¦ nie allgemein, sondern stets an einzelnen Beispielen
demonstrierende Argumentation gegen A. Smith beweist.
Woher kömmt es denn, daß der Anteil des Arbeiters am Wert des
Produkts nicht bestimmt ist durch den Wert, sondern durch den Ge-
brauchswert des Produkts, also nicht durch die darauf verwandte
Arbeitszeit, sondern durch seine Qualität, das lebendige Arbeits-
vermögen zu erhalten? Wenn er dies etwa erklärt durch Konkurrenz
der Arbeiter unter sich, so wäre hierauf zu antworten idem 15*),
was er dem A. Smith über die Konkurrenz der Kapitalisten antwor-
tet.
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6*) anwandte - 7*) die dem Produkt zugeführt wurde, während er
nur einen Teil dieser Arbeit bezahlt hat - 8*) daß, wenn die Ar-
beitsmenge, welche jedes zirkulierende Kapital anwenden will,
nicht mehr war als gleich der, die ihm zuvor zugeführt wurde, der
Wert des verausgabten Kapitals demjenigen des Produkts gleichen
würde, d.h. kein Mehrwert übrig bliebe - 'dem Kapital zugeführte
Arbeitsmenge - 10*) der Feststellung - 11*) als bestimmt durch
Arbeit - 12*) als bestimmt durch den Preis der Arbeit (Löhne) -
"widerlegen - 14*) keinesfalls - 15*) dasselbe
#457# Theorien über Mehrwert und Profit
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daß diese Konkurrenz zwar das Niveau des Profits ebnen, gleichma-
chen kann, aber keineswegs das Maß dieses Niveaus schafft. So
könnte die Konkurrenz der Arbeiter den höhren Arbeitslohn herab-
drücken etc., aber der allgemeine Standard des Arbeitslohns oder,
wie Ricardo sagt, der natürliche Preis des Arbeitslohns, könnte
nicht erklärt werden aus der Konkurrenz zwischen Arbeiter und Ar-
beiter, sondern nur aus dem ursprünglichen Verhältnis zwischen
Kapital und Arbeit. Die Konkurrenz überhaupt, dieser wesentliche
Lokomotor der bürgerlichen Ökonomie, etabliert nicht ihre Ge-
setze, sondern ist deren Exekutor. Illimited competition 16*) ist
darum nicht die Voraussetzung für die Wahrheit der ökonomischen
Gesetze, sondern die Folge - die Erscheinungsform, worin sich
ihre Notwendigkeit realisiert. Für die Ökonomen, wie Ricardo tut,
voraussetzen, daß illimited competition existiert, ist die volle
Realität und Realisierung der bürgerlichen Produktionsverhält-
nisse in ihrer differentia specifica 17*) voraussetzen. Die Kon-
kurrenz e r k l ä r t d a h e r nicht diese Gesetze; sondern
sie läßt sie s e h n, produziert sie aber nicht.
Oder Ricardo[, "On the principle ...", p. 86] sagt auch: Die
Produktionskosten der lebendigen Arbeit hingen von den Produkti-
onskosten ab, um die Werte herzustellen, die nötig sind, sie zu
reproduzieren. Betrachtete er vorhin das Produkt in bezug auf den
Arbeiter nur als Gebrauchswert, so betrachtet er hier den Arbei-
ter in bezug auf das Produkt nur als T a u s c h w e r t. Der
historische Prozeß, wodurch Produkt und lebendige Arbeit in dies
Verhältnis zueinander kommen, geht ihn nichts an. Aber ebensowe-
nig ist er völlig klar über die Art, wie dies Verhältnis perpetu-
iert 18*) wird. Bei ihm ist das Kapital R e s u l t a t d e r
E r s p a r u n g; dies zeigt schon, daß er seinen Entstehungs-
und Reproduktionsprozeß mißversteht. Er denkt sich daher auch die
Produktion unmöglich ohne Kapital, während er sich sehr wohl das
Kapital möglich ohne Grundrente denkt. Der Unterschied des
P r o f i t s vom M e h r w e r t existiert für ihn nicht. Be-
weis, daß er weder über die Natur des einen noch des andren klar
ist. Schon sein Verfahren gleich im Beginn zeigt dies. Ursprüng-
lich läßt er Arbeiter gegen Arbeiter austauschen - und ihr Aus-
tausch ist dann bestimmt durch das Äquivalent, durch die 19*) in
der Produktion wechselseitig ausgegebne Arbeitszeit. Dann kommt
das eigentliche Problem seiner Ökonomie, nachzuweisen, daß diese
Wertbestimmung nicht durch die Akkumulation der Kapitalien - i.e.
durch das Dasein des Kapitals verändert wird.
Erstens fällt ihm nicht ein, daß sein erstes naturwüchsiges Ver-
hältnis selbst nur ein von der auf dem Kapital ruhenden Produk-
tion abstrahiertes Verhältnis
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16*) Uneingeschränkte Konkurrenz - 17*) ihrem Unterscheidungs-
merkmal - 18*) verewigt - 19*) in der Handschrift: der
#458# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
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ist. Zweitens ist bei ihm b e s t i m m t e s Q u a n t u m
o b j e k t i v e r A r b e i t s z e i t, das zwar wachsen
kann, vorhanden, und er fragt sich, wie es g e t e i l t wird?
Die Frage ist rather 20*), wie es geschaffen wird, und dies ist
grade die spezifische Natur des Verhältnisses von Kapital und Ar-
beit oder die differentia specifica des Kapitals, die dies er-
klärt. Es handelt sich in der Tat, wie Quincey das ausdrückt (X,
5) [256], in der modernen (Ricardoschen) Ökonomie nur um die Di-
videnden, während das Gesamtprodukt als fix, bestimmt durch die
Quantität darauf verwandter Arbeit betrachtet wird - sein Wert
danach abgeschätzt wird. Daher ist Ricardo mit Recht vorgeworfen
worden, daß er die surplus value 21*) nicht versteht, obgleich
seine Gegner sie noch weniger verstehn. Das Kapital wird darge-
stellt als von vorhandnem Wert der Arbeit (des Produkts) bestimm-
ten Teil sich aneignend; die Schöpfung dieses Werts, den es sich
aneignet über das reproduzierte Kapital hinaus, ist nicht als die
Q u e l l e d e s Mehrwerts dargestellt. Diese Schöpfung fällt
zusammen mit Aneignung fremder Arbeit o h n e A u s t a u s c h
und darf daher nie klar von den bürgerlichen Ökonomen verstanden
werden.
Ramsay wirft Ricardo vor, er vergesse, daß das Capital fixe
(woraus das Kapital außer dem approvisionnement besteht, bei Ram-
say raw material 22*) zugleich neben instrument 23*)) abgehe von
der Summe, die Kapitalist und Arbeiter zu verteilen haben.
"Ricardo vergißt, daß das ganze Produkt nicht nur zwischen Löhnen
und Profiten sich teilt, sondern auch ein Teil nötig ist, um fi-
xes Kapital zu ersetzen." (IX, p. 88. R[amsay, p.] 174, Note.)
In der Tat, da das Verhältnis der vergegenständlichten Arbeit zur
lebendigen - nicht zu deduzieren aus Dividenden eines gegebnen
Quantums Arbeit, sondern aus Setzen von Surplusarbeit - nicht in
seiner lebendigen Bewegung von Ricardo gefaßt ist, also auch
nicht das Verhältnis der verschiednen Bestandteile des Kapitals
zueinander, bekömmt es bei ihm den Schein, als teile sich das
ganze Produkt in wages 24*) und profits, so daß die Reproduktion
des Kapitals selbst zum Profit gezählt wird. Quincey (1. c. Heft
X, 5) setzt so die Ricardosche Theorie auseinander:
"Wenn der Preis 10 sh, dann können Lohn und Profit zusammengenom-
men nicht mehr als zehn Schilling ausmachen. Aber sind es nicht
im Gegenteil Lohn und Profit zusammen, die den Preis bestimmen?
Nein, das ist die alte überholte Doktrin." (p. 204.)
"Die neue Ökonomie hat gezeigt, daß jeder Preis bestimmt ist
durch die v e r h ä l t n i s m ä ß i g e M e n g e d e r
p r o d u z i e r e n d e n A r b e i t und durch sie allein.
Ist er selbst einmal
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20*) vielmehr - 21*) den Mehrwert - 22*) Rohmaterial - 23*) Werk-
zeug - 24*) Löhne
#459# Theorien über Mehrwert und Profit
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festgesetzt, dann, von selbst, bestimmt der Preis den Fonds, aus
dem sowohl der Lohn wie auch der Profit ihre b e s o n d e r e n
A n t e i l e ziehen." (l.c. 204.)
Das Kapital erscheint hier nicht als Setzen von Surpluswert, i.e.
Surplusarbeit, sondern nur als Abzüge machend von einem gegebnen
Quantum Arbeit. Daß Instrument und Rohmaterial sich diese D i-
v i d e n d e zueignen, muß dann aus ihrem G e b r a u c h s-
w e r t in der Produktion erklärt werden, wo dann die Albernheit
vorausgesetzt ist, als 25*) wenn Rohmaterial und Instrument durch
ihre S e p a r a t i o n von der Arbeit Gebrauchswert schaf-
fen. Denn die S e p a r a t i o n macht sie zum Kapital. Für
sich betrachtet, sind sie selbst Arbeit, vergangne. Außerdem
stößt dies dann mit Recht den common-sense vor den Kopf, da der
Kapitalist sehr wohl weiß, daß er Arbeitslohn und Profit zu den
Produktionskosten rechnet und danach den n o t w e n d i g e n
P r e i s reguliert. Dieser Widerspruch in der Bestimmung des
Produkts durch die relative Arbeitszeit und die Begrenzung der
Summe von Profit und wages durch die Summe dieser Arbeitszeit und
die r e a l e P r e i s s e t z u n g in der Praxis rührt bloß
davon her, daß der Profit nicht als selbst derivative 26*),
sekundäre Form des M e h r w e r t s begriffen ist; ebenso das,
was der Kapitalist mit Recht als s e i n e P r o d u k-
t i o n s k o s t e n betrachtet. Sein Profit rührt einfach
daher, daß ihm ein Teil der Produktionskosten nichts kostet, also
nicht in s e i n e Auslagen, seine Produktionskosten eingeht.
¦¦VI-1¦ "Jeder Wechsel, der das bestehende Verhältnis zwischen
Lohn und Profit stören kann, muß vom Lohn ausgehen." (Quincey
l.c. (X, 5) p. 205.)
Dies nur sofern wahr, daß any variations in the mass of surplus
labour must be derived from a Variation in the relation between
necessary and surplus labour 27*). Diese kann aber ebensosehr er-
folgen, wenn necessary labour 28*) unproduktiver wird, und daher
größrer Teil der Gesamtarbeit auf sie geht, oder wenn die Gesamt-
arbeit produktiver wird, also die notwendige Arbeitszeit verrin-
gert wird. Es ist nonsense 29*) zu sagen, daß diese Produktiv-
kraft der Arbeit von den wages ausgeht. Die Verminderung der re-
lativen wages ist vielmehr ihr Resultat. Aus aber geht sie 1. von
der Aneignung des Wachstums der Produktivkräfte infolge von Tei-
lung von Arbeit, Handel, der wohlfeilere Rohstoffe schafft, Wis-
senschaft etc. durch das Kapital; 2. aber muß diese Vermehrung
der Produktivkräfte, sofern sie realisiert wird durch Anwendung
größres Kapitals etc., als vom Kapital ausgehend betrachtet wer-
den. Ferner: profit und wages, obgleich bestimmt durch das Ver-
hältnis von
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25*) In der Handschrift: daß - 26*) abgeleitete - 27*) irgend-
welche Veränderungen in der Menge an Mehrarbeit abgeleitet sein
müssen von einer Veränderung in den Beziehungen zwischen
notwendiger und Mehrarbeit - 28*) notwendige Arbeit - 29*) Unsinn
#460# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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notwendiger und Surplusarbeit, fallen nicht mit ihnen zusammen,
sind nur sekundäre Formen derselben. Der Witz ist aber der: Be-
stimmtes Quantum Arbeit bei den Ricardians vorausgesetzt; es be-
stimmt den Preis des Produkts, woraus nun Arbeit in wages und Ka-
pital in profits seine Dividenden zieht; die Dividende des Arbei-
ters = dem Preis der nötigen Lebensmittel. In den "existing rela-
tions between wages und profits" 30*) daher die Rate des Profits
auf ihrem Maximum und die der wages auf ihrem Minimum. Konkurrenz
zwischen den Kapitalisten kann nur austauschen das Verhältnis,
worin sie an dem Total Profit teilnehmen, aber nicht alterieren
das Verhältnis zwischen dem Totalprofit und den Totalwages 31*).
Der general Standard of Profit 32*) ist dies Verhältnis des To-
talprofits zu den Totalwages, und dieses nicht alteriert durch
die Konkurrenz. Woher also alteration? Sicher nicht dadurch, daß
die Profitrate abnimmt freiwillig, und sie müßte es freiwillig
tun, da die Konkurrenz dies Resultat nicht hat. Also durch alte-
ration in den Wages; deren notwendige Kosten steigen (Theorie von
der progressiven Verschlechterang des Bodens, der der Agrikultur
unterworfen wird, Renttheorie) mögen infolge einer aus Naturursa-
chen herrührenden Abnahme der Produktivkraft der Arbeit. Dem
setzt nun Carey [257] etc. mit Recht entgegen (aber, wie er es
erklärt, wieder mit Unrecht), daß die Rate des Profits fällt
nicht infolge der Abnahme, sondern der Zunahme der Produktiv-
kraft. Das Ganze löst sich einfach dadurch, daß die Profitrate
nicht den absoluten Surpluswert im Auge hat, sondern den Surplus-
wert im Verhältnis zum angewandten Kapital und daß das Wachsen
der Produktivkraft begleitet ist von der Abnahme des Teils des
Kapitals, der Approvisionnement repräsentiert im Verhältnis zu
dem Teil, der invariables Kapital repräsentiert; daher notwendig,
indem das Verhältnis der angewandten Gesamtarbeit zum Kapital
fällt, die 33*) es in Bewegung setzt, auch der Teil der Arbeit,
der als Surplusarbeit oder Surpluswert erscheint. Aus dieser
Unfähigkeit, eins der schlagendsten Phänomene der modernen Pro-
duktion zu erklären, geht hervor, daß Ricardo sein eignes Prinzip
nicht verstanden hat. In welche Schwierigkeiten er aber seine
Schüler verwickelt, folgt aus dieser Stelle Quinceys u.a.:
"Es ist der gewöhnliche Fehlschluß, daß, wenn auf der gleichen
Farm immer 5 Mann beschäftigt wurden und im Jahre 1800 ihr Pro-
dukt 25 Quarter betrug, 1840 34*) aber 50 Quarter, man wahr-
scheinlich das P r o d u k t a l l e i n a l s v e r ä n-
d e r l i c h und die A r b e i t a l s k o n s t a n t
ansieht: wohingegen i m G r u n d e g e n o m m e n beide
sich verändert haben. Im Jahre 1800 muß jeder Quarter den fünften
Teil eines Mannes gekostet haben; im Jahre 1840 kostete jeder
nicht mehr als den zehnten Teil eines Mannes." (l.c. 214.)
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30*) "vorhandenen Beziehungen zwischen Löhnen und Profiten" -
31*) Gesamtlöhnen - 32*) allgemeine Profitstandard - 33*) in der
Handschrift: das - 34*) in der Handschrift: 1845
#461# Theorien über Mehrwert und Profit
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In beiden Fällen war die absolute Arbeitszeit dieselbe, 5 35*)
Tage; aber in 1840 34*) hatte sich die Produktivkraft der Arbeit
verdoppelt gegen 1800, und daher war die cost of producing neces-
sary labour 36*) geringer. Die Arbeit bestowed upon 1 quarter
37*) war geringer, aber die Gesamtarbeit war dieselbe. Daß aber
nicht die Produktivkraft der Arbeit den Wert des Produkts be-
stimmt - obgleich sie den Surpluswert bestimmt, obgleich nicht im
Verhältnis zur Vermehrung der Produktivkraft ", sollte Herr Quin-
cey aus Ricardo wissen. Die Widersprüche g e g e n Ricardo
sowohl, wie die verzweifelten Sophistereien seiner Schüler (z.B.
Herr MacCulloch [258], der durch Mehrarbeit den Mehrwert erklärt,
den alter Wein vor jungem hat). Der Wert ist auch nicht zu be-
stimmen durch die Arbeit, die das unit 38*) gekostet hat, i.e.
den P r e i s des single quarter 39*). S o n d e r n d e r
P r e i s m u l t i p l i z i e r t m i t d e r A n z a h l
k o n s t i t u i e r t d e n W e r t. Die 50 Quarter in 1840
34*) hatten d e n s e l b e n W e r t wie die 25 in 1800, weil
sie dasselbe Quantum Arbeit objektivierten. Der Preis für das
einzelne Quarter, das unit, muß verschieden gewesen sein, und der
G e s a m t p r e i s (in Geld ausgedrückt) kann verschieden ge-
wesen sein aus sehr verschiednen Gründen. (Was Quincey von der
Maschine sagt, gilt vom Arbeiter:
"Eine Maschine, sobald ihr Geheimnis gekannt, läßt sich nicht für
die produzierte Arbeit verkaufen, sondern für die zu produzie-
rende Arbeit ... sie wird nicht mehr angesehen werden als
e i n e U r s a c h e, d i e b e s t i m m t e n W i r k u n-
g e n g l e i c h k o m m t, sondern a l s e i n e W i r-
k u n g z w e i f e l l o s r e p r o d u z i e r b a r a u s
einem bekannten Grunde und f ü r b e k a n n t e Kosten." (84,
85.) 40*)
De Quincey sagt von Malthus:
"In seiner politischen Ökonomie weigert sich Malthus zu sehen, ja
er bestreitet es sogar eigensinnig, daß, wenn zwei Männer unter-
schiedliche Resultate von zehn und fünf erzeugen, dann in einem
Fall jede Einheit des Resultats doppelt soviel Arbeit gekostet
hat, wie im anderen. Im Gegenteil, weil es immer zwei Männer
gibt, besteht Mr. Malthus halsstarrig darauf, daß die
K o s t e n a n A r b e i t konstant sind." (l.c. 215, Note.)
In fact: the cost in labour is constant 41*), weil ebensoviel Ar-
beit in zehn als in fünf nach der Voraussetzung enthalten ist.
Aber die cost of labour 42*) ist nicht konstant, weil im ersten
Fall, da die Produktivkraft der Arbeit doppelt, die Zeit, die der
notwendigen Arbeit gehört, in bestimmtem Verhältnis geringer. Wir
wollen gleich nachher auf die Ansicht von Malthus eingehn. Hier,
bevor wir weitergehn in der Entwicklung der Zirkulationszeit des
Kapitals und ihrem
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35*) In der Handschrift: 2 - 36*) waren die Kosten für die Pro-
duktion notwendiger Arbeit - 37*) einem Quarter zugeführt - 38*)
Einzelding - 39*) einzelnen Quarters - 40*) in der Handschrift:
(84) - 41*) in der Tat: Die Kosten an Arbeit sind konstant -
42*) der Aufwand an Arbeit
#462# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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Verhältnis zur Arbeitszeit, ist es am Platz, die ganze Lehre von
Ricardo über diesen Gegenstand vorher zu betrachten, um schärfer
den Unterschied unsrer eignen Auffassung von der seinigen zu fi-
xieren. (Die Zitate aus Ricardo in Heft VIII.) [259]
Erste Voraussetzung bei ihm "Konkurrenz ohne Einschränkung" und
beliebige Vermehrung der Produkte durch die Industrie. (19. R. 3
43*).) [260] Dies heißt nun in andren Worten nichts, als daß die
Gesetze des Kapitals sich vollständig bloß realisieren innerhalb
illimited competition und industrial production 44*). Auf dieser
produktiven Basis und jenem Produktionsverhältnis entwickelt sich
das Kapital adäquat; treten also seine immanenten Gesetze voll-
ständig in Realität. Da dem so ist, so wäre zu zeigen, wie die
illimited competition und industrial production Verwirklichungs-
bedingungen des Kapitals sind, die es selbst mehr und mehr produ-
zieren muß (statt daß hier die Hypothese als die des bloßen Theo-
retikers erscheint, der im Verhältnis des Kapitals zu sich als
Kapital - die free competition 45*) und die produktive Existenz-
weise des Kapitals - äußerlich und willkürlich, nicht als selbst
Entwicklungen des Kapitals, sondern als gedachte Voraussetzungen
des Kapitals, um rein zu erscheinen, setzt). Übrigens dies die
einzige Stelle bei Ricardo, wo Ahnung von der h i s t o-
r i s c h e n Natur der bürgerlichen ökonomischen Gesetze. Unter
dieser Voraussetzung der r e l a t i v e W e r t der Waren
(dies Wort unsinnig, da absoluter Wert nonsense) bestimmt durch
die verschiedne Quantität, die in derselben Arbeitszeit produ-
ziert werden kann, oder durch die verhältnismäßig in den Waren
realisierte Quantität von Arbeit, (p. 4.) (Heft, 19.) (Künftighin
die erste Ziffer für die Seite im Heft; die zweite für die Seite
in Ricardo.)
Wie man nun vom Wert als Äquivalent, bestimmt durch die Arbeit,
zum Nichtäquivalent, oder zum Wert, der im Austausch Surpluswert
setzt, d. h. wie vom Wert zum Kapital, von der einen Bestimmung
zu der scheinbar entgegengesetzten gekommen wird, interessiert
R[icardo] nicht. Die Frage für ihn nur: wie das W e r t v e r-
h ä l t n i s der Waren dasselbe bleiben und durch das relative
Arbeitsquantum bestimmt werden kann und muß, o b g l e i c h
die Eigner von akkumulierter Arbeit und die von lebendiger Arbeit
nicht Ä q u i v a l e n t e in Arbeit austauschen, d. h. trotz
des Verhältnisses von Kapital und Arbeit. Es ist dann ein sehr
einfaches Rechenexempel, daß die Ware A) und die Ware B) sich im
Verhältnis zu der in ihnen realisierten Arbeit austauschen
können, obgleich die Produzenten von A) oder von B) verschieden
unter sich Produkt
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43*) In der Handschrift: (19. R. 5.) - 44*) uneingeschränkter
Konkurrenz und industrieller Produktion - 45*) freie Konkurrenz
#463# Theorien über Mehrwert und Profit
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A) oder das dagegen ausgetauschte Produkt B) t e i l e n. Da
aber alle T e i l u n g hier auf der Grundlage des Austauschs
vor sich geht, so erscheint es in der Tat durchaus unerklärlich,
warum der eine Tauschwert - die lebendige Arbeit - nach der in
ihr realisierten ¦¦2¦ Arbeitszeit, der andre Tauschwert aber -
die aufgehäufte Arbeit, das Kapital - nicht nach dem Maßstab der
in ihr realisierten Arbeitszeit austauscht. In diesem Falle
könnte der Besitzer der a u f g e h ä u f t e n A r b e i t
nicht als Kapitalist austauschen. Bray z.B. glaubt daher mit sei-
nem equal exchange 46*) zwischen lebendiger und toter Arbeit erst
die wahre Konsequenz aus Ricardo zu ziehn. [261] Daß von dem
Standpunkt der bloßen Exchanges aus S a l a i r d e s A r-
b e i t e r s = d e m W e r t d e s P r o d u k t s sein
müßte, d.h. das Quantum Arbeit in objektiver Form, das der
Arbeiter im Salair erhält, = dem Quantum Arbeit in subjektiver
Form, das er in der Arbeit ausgibt, ist sosehr notwendige Konse-
quenz, daß A. Smith in sie verfällt [262]. Ricardo hält dagegen
am richtigen fest, aber wie?
"Der W e r t der Arbeit und 47*) die Quantität Waren, die eine
bestimmte Quantität Arbeit kaufen kann, sind nicht identisch."
Why not? 48*)
"D e n n das Produkt des Arbeiters oder ein Äquivalent dieses
Produkts ist nicht = der Belohnung des Arbeiters."
D.h., die Identität existiert nicht, w e i l der Unterschied
existiert.
"Also" (weil dem nicht so ist) "ist der Wert der Arbeit nicht das
Maß des Werts wie die auf die Quantität der Waren verwandte Ar-
beit." (19, 5.) 49*)
Wert der Arbeit ist nicht identisch mit Belohnung der Arbeit.
D e n n sie sind verschieden. A l s o sind sie nicht iden-
tisch. Dies ist ein kurioser Schluß. Au fond 50*) liegt dem
nichts zugrunde, als daß es in der Praxis n i c h t so ist. Der
Theorie aber nach müßte es so sein. Denn der Austausch von Werten
bestimmt durch die in ihnen realisierte Arbeitszeit. Äquivalente
tauschen sich daher aus. Also müßte ein bestimmtes Quantum Ar-
beitszeit in lebendiger Form sich gegen dasselbe Quantum Arbeits-
zeit in vergangner Form austauschen. Daß das Gesetz des Aus-
tauschs gerade in sein Gegenteil umschlägt, wäre grade nach-
zuweisen. Es ist hier nicht einmal die Ahnung ausgesprochen, daß
es dies tut. Oder die Ahnung müßte liegen in der oft wiederkeh-
renden Abwehr der Verwechslung. Daß es auch nicht der Unterschied
von vergangner und lebendiger Arbeit tun kann, gleich zugestan-
den:
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46*) gleichen Austausch - 47*) in der Handschrift: oder -
48*) Warum nicht? - 49*) in der Handschrift: (19, 3.)- 50*) Im
Grunde
#464# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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"Die komparative Quantität von Waren, die ein gegebnes Quantum
Arbeit verschaffen kann, bestimmt ihren vergangnen und gegenwär-
tigen Wert" (19, 9),
wo also die lebendige Arbeit sogar rückschlagend den Wert der
vergangnen bestimmt. Warum also nicht auch das Kapital ausge-
tauscht gegen die lebendige Arbeit im Verhältnis zu der im Kapi-
tal realisierten Arbeit? Warum ist nur ein Quantum lebendige Ar-
beit selbst nicht = dem Quantum Arbeit, worin es sich objekti-
viert hat?
"Die Arbeit ist natürlich von verschiedner Qualität und schwer
die Vergleichung verschiedner Arbeitsstunden in verschiednen Ge-
schäftszweigen. Aber diese Stufenleiter sehr bald in der Praxis
befestigt." (19, 13.) "Für kurze Perioden, wenigstens von Jahr zu
Jahr, ist die Variation in dieser Ungleichheit unbedeutend, kommt
d a h e r nicht in Berechnung." (19, 15.)
Dies ist nichts. Hätte Ricardo sein eignes Prinzip angewandt, die
Arbeitsquanta (einfachen), wozu die verschiednen A r b e i t s-
v e r m ö g e n reduzierbar 51*), so war die Sache einfach.
Überhaupt hat er es gleich mit den Arbeitsstunden zu tun. Was der
Kapitalist eintauscht, ist das A r b e i t s v e r m ö g e n:
Dies ist der Tauschwert, den er bezahlt. Die lebendige Arbeit ist
der Gebrauchswert, den für ihn dieser Tauschwert hat, und aus
diesem Gebrauchswert entspringt der Surpluswert und die Aufhebung
des Austauschs überhaupt. Dadurch, daß Ricardo mit lebendiger
Arbeit austauschen läßt - also gleich in den Produktionsprozeß
hereinfällt ", bleibt es unlösbare Antinomie in seinem System,
daß ein bestimmtes Quantum lebendiger Arbeit nicht = der Ware,
die sie schafft, worin sie sich objektiviert, obgleich der Wert
der Ware = dem Quantum in ihr enthaltner Arbeit. In den Wert der
Ware "eingerechnet auch die Arbeit, die Ware auf den Markt zu
bringen". (19, 18.) Wir werden sehn, daß die Zirkulationszeit,
soweit sie als wertbestimmend bei Ricardo erscheint, nur die
Arbeit ist, nötig, die Waren auf den Markt zu bringen.
"Das Prinzip der Wertbestimmung durch die relativen Arbeits-
quanta, die Waren enthalten, wird bedeutend modifiziert durch die
Anwendung von Maschinerie und andrem fixen und dauernden Kapital.
Steigen oder Fallen des Arbeitslohns affiziert verschieden zwei
Kapitale, von denen das eine fast ganz zirkulierend, das andre
fast ganz fix; ebenso die ungleiche Dauer des angewandten fixen
Kapitals. Nämlich der P r o f i t a u f d a s f i x e
K a p i t a l kommt hinzu (der Zins) als auch die Kompensation
für die größre Länge der Zeit, die verfließen muß, bis die mehr
wertvolle der beiden Waren zu Markt gebracht werden kann." (19,
25, 27, 29, 30.) 52*)
Letztres Moment betrifft bloß die Dauer des Produktionsprozesses,
also die unmittelbar angewandte Arbeitszeit, wenigstens in Ri-
cardos Beispiel vom
-----
51*) In der Handschrift: reproduzierbar - 52*) in der Hand-
schrift: (19, 29, 30.)
#465# Theorien über Mehrwert und Profit
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Pächter und Bäcker. (Wird der Weizen des einen später fähig, zum
Markt gebracht zu werden, als der des andren, so diese sog.
K o m p e n s a t i o n wie beim capital fixe, schon den
Z i n s unterstellend; also schon etwas Derivatives, keine ur-
sprüngliche Bestimmung.)
"Profit und Arbeitslohn sind nur P o r t i o n e n, worin die
beiden Klassen der Kapitalisten und Arbeiter an der ursprüngli-
chen Ware, also auch an der gegen sie eingetauschten, teilneh-
men." (p. 21, 20.) [263]
Wie sehr die Herstellung d e r u r s p r ü n g l i c h e n
W a r e, ihr Ursprung selbst bestimmt ist von diesen
P o r t i o n e n, wie sie also als Bestimmungsgrund den Por-
tionen v o r h e r g e h t 53*), beweist, daß die u r-
s p r ü n g l i c h e W a r e gar nicht produziert werden
[würde], wenn sie keine Surplusarbeit für den Kapitalisten
enthielte 54*).
"Waren, worauf dieselbe Quantität von Arbeit verwandt, wechseln
im relativen Wert, wenn sie nicht zur selben Zeit zu Markt ge-
bracht werden können ... Auch bei g r ö ß r e m f i x e n
K a p i t a l der höhere Wert einer Ware geschuldet der größren
Länge der Zeit, die verfließen muß, bis sie zu Markt gebracht
werden kann ... Die Differenz in beiden Fällen rührt davon, daß
die Profite als Kapital akkumuliert sind und dies nur eine Kom-
pensation für die Zeit, w o r i n P r o f i t e z u r ü c k-
g e h a l t e n w o r d e n." (20, 34, 30, 31, 35.)
Dies heißt absolut nichts, als daß brachliegendes Kapital b e-
u n d v e r r e c h n e t w i r d, als ob es nicht brachläge,
sondern sich gegen Surplusarbeitszeit austauschte. Es hat dies
mit der Wertbestimmung nichts zu tun. Gehört in den Preis. (Beim
fixen Kapital nur sofern in die Wertbestimmung, als a n d r e
M e t h o d e der Zahlung der vergegenständlichten Arbeit, ab-
stracted 55*) vom Profit.)
{"Es gibt ein anderes Arbeitsprinzip, das dem Erforscher der Öko-
nomie in alten Ländern durch nichts aufgedeckt wird, aber jedem
Kapitalisten in den Kolonien an sich selbst bewußt gemacht wird.
Der bei weitem größere Teil der industriellen Operationen und be-
sonders jene, d e r e n P r o d u k t e i m V e r h ä l t-
n i s z u m a u f g e w e n d e t e n K a p i t a l u n d
A r b e i t g r o ß s i n d, erfordern b e t r ä c h t-
l i c h e Z e i t b i s z u r F e r t i g s t e l l u n g.
Was die meisten anbetrifft, lohnt es nicht zu beginnen ohne die
Sicherheit, sie mehrere Jahre durchhalten zu können. Ein großer
Teil des in ihnen angewandten Kapitals ist f e s t g e l e g t,
n i c h t k o n v e r t i e r b a r , d a u e r h a f t. Ge-
schieht irgend etwas, das die Operation beendet, ist all dieses
Kapital verloren. W e n n d i e E r n t e n i c h t
e i n g e b r a c h t w e r d e n k a n n, s i n d a l l e
A u s l a g e n f ü r s e i n W a c h s e n weggeworfen ...
Dies zeigt, daß B e s t ä n d i g k e i t ein nicht weniger
wichtiges Prinzip ist als Vereinigung in der Arbeit. Die
Bedeutung des Prinzips der Beständigkeit wird hier nicht gesehn,
weil es in der Tat selten geschieht, daß die Arbeit, die ein
Geschäft
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53*) Sollte eigentlich heißen: als Bestimmungsgrund der ursprüng-
lichen Ware vorhergehen - 54*) in der Handschrift: enthält -
55*) abgezogen
#466# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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betreibt, gegen den Willen des Kapitalisten beendet wird. Aber in
den Kolonien gerade umgekehrt. Hier fürchten sich die Kapitali-
sten so sehr davor, daß sie ein solches Vorkommen, so sehr sie
können, vermeiden, indem sie sich so weit wie möglich solcher
Operationen enthalten, die bis zu ihrer Vollendung viel Zeit ver-
langen." (Wakefield, 169-170, XIV, 71.) [264]
"Es gibt zahlreiche V e r r i c h t u n g e n v o n s o
e i n f a c h e r A r t, daß sie k e i n e Z e r l e g u n g
i n T e i l e zulassen, die jedoch nur durch das Zusammenwirken
vieler Paare von Händen ausgeführt werden können. Z. B. das Heben
eines großen Baumes auf einen Wagen, das Niederhalten der Unkräu-
ter auf großen Feldern mit wachsenden Feldfrüchten, die Schur ei-
ner großen Schafherde zur gleichen Zeit, das Einbringen einer Ge-
treideernte zur Zeit, wenn es reif genug und nicht zu reif ist,
beim Bewegen eines großen Gewichtes; kurz, alles, was nicht getan
werden kann, ohne daß sich eine große Zahl von Händepaaren gegen-
seitig und gleichzeitig bei derselben ungeteilten Beschäftigung
helfen." (168 l.c.)
"Für V e r e i n i g u n g b e i u n d B e s t ä n d i g-
k e i t i n d e r A r b e i t ist in den alten Ländern
gesorgt ohne Mühe oder Überlegungen von Seiten des Kapitalisten,
lediglich infolge des Ü b e r f l u s s e s a n A r b e i-
t e r n, d i e a n g e h e u e r t w e r d e n k ö n n e n.
Mangel an anzuheuernden Arbeitern ist die allgemeine Klage in den
Kolonien." (170. l.c.) 56*)
"Nur das b i l l i g s t e L a n d in einer Kolonie beeinflußt
durch seinen Preis den A r b e i t s m a r k t. Der P r e i s
d i e s e s L a n d e s w i e d e r a l l e r d ü r f t i-
g e n B ö d e n u n d v o n a l l e m ü b r i g e n,
d e s s e n P r o d u k t i o n n i c h t s k o s t e t,
hängt selbstverständlich vom V e r h ä l t n i s z w i-
s c h e n N a c h f r a g e u n d A n g e b o t a b." [p.
332. l.c.]
"Damit der P r e i s v o n B r a c h l a n d seinen Zweck er-
füllen kann" (nämlich den Arbeiter zum Nicht-Landeigentümer zu
machen), "muß er der Absicht g e n ü g e n. Bisher ist der
Preis überall unzureichend gewesen." (338. l.c.)
Dieser "sufficient" price 57*):
"Bei der Gründung einer Kolonie könnte der Preis so niedrig sein,
daß er die von Siedlern in Besitz genommene Landmenge praktisch
unbegrenzt macht: Er könnte hoch genug sein, um ein Größenver-
hältnis zwischen Boden und Bevölkerung ähnlich dem in alten Län-
dern zu bewirken, in welchem Falle, falls dieser sehr hohe Preis
die Emigration nicht verhinderte, der billigste Boden in der Ko-
lonie ebenso teuer und der Überfluß an Arbeitern ebenso bedauer-
lich wie in England sein könnte: Oder es könnte ein genaues Mit-
tel zwischen den beiden geben, weder Überfluß an Bevölkerung noch
Überfluß an Boden bewirken, die Menge an Boden aber so begrenzen,
um dem billigsten Boden einen Marktwert zu verleihen, dessen Wir-
kung darin bestände, die Arbeiter dazu zu zwingen, für eine ge-
wisse, beträchtliche Zeit als Lohnarbeiter zu arbeiten, bevor sie
Landbesitzer werden könnten." (339. l.c.) (H. XIV, 71.)
(Diese hier zitierte Stelle aus Wakefield's "Art of Colonisation"
gehört zu den oben angeführten über die notwendige Trennung des
Arbeiters von den Eigentumsbedingungen.)}
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56*) In der Handschrift: (187. l.c.) - 57*) "ausreichende" Preis
#467# Theorien über Mehrwert und Profit
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¦¦3¦ (Die Berechnung des Profits im Unterschied von der Berech-
nung des wirklichen Mehrwerts, den das Kapital im Austausch mit
der lebendigen Arbeit setzt, klar z. B. an folgendem Beispiel. Es
ist a statement 58*) in dem first Report of the Factory Commis-
sioners 59*). (Malthus' Princip. of Polit. Economy. 1836. 2 ed.
(Heft X, p. 42). [265]
Capital sunk in building and machinery 60*) £ 10 000
Floating capital 61*) £ 7 000
£ 500 interest on 62*) £ 10 000 fixed capital
350 ........................on floating capital
150 ........................Rents, taxes, rates 63*)
650 ........................Sinking fund of 6 1/2 % for
wear and tear of the fixed
capita 64*)
£ 1 650
£ 1 100 Contingencies, carriage, coal, oil 65*)
-------
2 750
2 600 Wages and salaries 66*)
-------
5 350
10 000 for about 400 000 lbs Raw cotton at 6 d 67*)
-------
15 350
16 000 for 363 000 lbs twist spun. Value 68*)..........£ 16 000.
Das in Arbeit ausgelegte Kapital ist 2600; der Mehrwert ist =
1650 (850 interest + 150 rents 69*) etc., macht 1000 + 650 Pro-
fit).
Aber 2600:1650 = 100:63 6/13. Also ist die Rate des Mehrwerts
63 6/13 %. Nach der Profitrechnung selbst müßte sie sein 850 in-
terest, 150 rents und 650 Profit, oder 1650:15350; über 10,7%.
In dem obigen Beispiel schlägt das Capital flottant 70*) im Jahr
um 1 67/70 mal; das Capital fixe schlägt um in 15 5/13 Jahren
einmal; einmal in 200/13 Jahren. [266]
P r o f i t: 650 or about 71*) 4,2. Die wages der operatives
72*) 1/6. Der Profit ist hier angegeben auf 4,2, sage er wäre nur
4%. Diese 4% berechnet auf Auslage von 15 350. Dann haben wir
aber noch 5% interest auf £ 10 000 und 5% auf 7000; 850 l. = 5%
auf 17 000. Von den wirklichen jährlichen advances made 73*) müs-
sen
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58*) eine Darlegung - 59*) ersten Bericht der Fabrikinspektoren -
60*) in Gebäuden und Maschinen angelegtes Kapital -
61*) zirkulierendes Kapital - 62*) Zins auf - 63*) Renten, Steu-
ern, Abgaben - 64*) Amortisationsfonds von 6 1/2 % für Verschleiß
des fixen Kapitals - 65*) Nebenausgaben, Fracht, Kohle, Öl -
66*) Arbeitslöhne und Gehälter - 67*) für ungefähr 400 000 Pfund
Rohbaumwolle zu 6 Pence - 68*) für 363 000 Pfund gesponnenes Ma-
schinengarn. Wert - 69*) Mieten - 70*) zirkulierende Kapital
71*) oder ungefähr - 72*) Fabrikarbeiter - 73*) angelegten Vor-
schüsse
#468# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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wir abrechnen 1. den Teil des Capital fixe, der nicht im sinking
fund 74*) figuriert; 2. das, was als interest berechnet ist. (Es
ist möglich, daß der Kapitalist A) nicht die Zinsen einsteckt,
sondern Kapitalist B). Jedenfalls sind sie Revenue, nicht Kapi-
tal; Mehrwert.) Von den 15 350 Auslagen abzuziehen also 850;
läßt: 14 500. Unter den 2600 für wages und salaries 75*) befanden
sich 41 2/3 l. unter der Form salary, da 1/6 von 15 350 nicht
2600, sondern 2558 1/3. Dividiert durch 14500, ist 5 205/307,
sage 6. Die 14 500 verkauft er also zu 16 000 oder Profit von
1500; macht % 10 10/29 76*); doch vernachlässigen wir diese
10/29 76*) und sagen 10%; 1/6 von 100 ist 16 2/3. Also gäbe auf
100:83 1/3 für advances 77*), 16 2/3 Arbeitslohn und Profit 10.
Nämlich:
Advances Arbeitslohn Summe Reproduziert Profit
£St. 83 1/3 16 2/3 100 110 10.
10 auf 16 2/3 oder auf 50/3 ist exactly 78*) 60%. Also damit nach
der Berechnung des Kapitalisten ein jährlicher Profit von 10% (es
war etwas mehr) herauskäme auf ein Kapital von 17 000 l., wobei
die Arbeit nur 1/6 der jährlichen advances von 14 500 macht, muß
der Arbeiter einen Mehrwert (oder das Kapital, wie man will) von
60% schaffen. Oder von der ganzen Arbeitszeit sind 62 1/2 % für
die nötige, 37 1/2 für die Surplusarbeit; sie verhalten sich =
625:375 oder =5:3 oder 1:3/5 - Wären dagegen die advances des Ka-
pitals 50 gewesen, die advances auf Arbeitslohn auch 50, so
brauchten nur 20% Mehrwert geschaffen zu werden, damit der Kapi-
talist 10% habe; 50 50 10 = 110.10 aber zu 50 = 20:100 oder 20%.
Wenn die notwendige Arbeit im zweiten case 79*) soviel Surplusar-
beit setzte, wie im ersten, so betrüge der Profit des Kapitali-
sten 30 1.; andrerseits, wenn die Rate der wirklichen Wertschöp-
fung, die Setzung von Surplusarbeit im ersten case nur so groß
wäre wie im zweiten, so betrüge der Profit nur 3'/31., und wenn
der Kapitalist 5 % Zinsen an einen andren Kapitalisten zu zahlen
hätte, so hätte er aktiven loss 80*) zu tragen.
Soviel geht einfach aus der Formel hervor, 1. daß, um zu bestim-
men, wieviel der wirkliche Mehrwert, zu berechnen ist der Profit
auf die in Arbeitslohn gemachte advance; der Prozent, in welchem
sich der sog. Profit zum Arbeitslohn verhält; 2. der relativ
kleinere Prozentsatz, den die Auslage in lebendiger Arbeit auf
die Gesamtauslage beträgt, setzt voraus größre Auslage in Capital
fixe, Maschinerie etc.; größre Teilung der Arbeit. Obgleich daher
der Prozentsatz der Arbeit kleiner als in dem mit mehr Arbeit ar-
beitenden Kapital, muß die wirklich in Bewegung gesetzte Arbeits-
masse bedeutend größer sein;
-----
74*) Ammortisationsfonds - 75*) Gehälter - 76*) in der Hand-
schrift: 10 2/3 bis 2/3 - 77*) Vorschüsse - 78*) genau - 79*)
Fall - 80*) Verlust
#469# Theorien über Mehrwert und Profit
-----
d.h., es muß überhaupt mit größrem Kapital gearbeitet werden. Der
aliquote 81*) Teil Arbeit, der auf Gesamtadvance kommt, ist klei-
ner; aber die absolute Summe in Bewegung gesetzter Arbeit ist
größer für das einzelne Kapital; d.h., es selbst muß größer sein.
3. Handelt es sich nicht von größrer Maschinerie etc., sondern
von einem Instrument, das nicht mehr Arbeit in Bewegung setzt,
und selbst kein großes Capital fixe repräsentiert (z.B. Handli-
thographie), sondern bloß Arbeit ersetzt, so ist der Profit des
mit der Maschine Arbeitenden absolut kleiner als des mit lebendi-
ger Arbeit Arbeitenden. (Aber der letztere 82*) kann einen Profit
machen zu einem Prozentsatz, wozu es der andre nicht kann, ihn
daher aus dem Markt werfen.) (etc.) Die Betrachtung, wie weit die
Rate des Profits abnehmen kann bei wachsendem Kapital, so daß
aber doch der gross profit 83*) zunimmt, gehört in die Lehre vom
Profit (K o n k u r r e n z).
Malthus in seinen "Principles of political economy", 2 ed. 1836,
hat eine Ahnung davon, daß der Profit, d.h. nicht der Profit,
sondern der w i r k l i c h e M e h r w e r t, berechnet wer-
den muß nicht in bezug auf das vorgestreckte Kapital, sondern die
advancierte 84*) lebendige Arbeit, deren Wert im Arbeitslohn ob-
jektiv ausgedrückt ist; aber er gerät dabei auf eine reine Spie-
lerei, die absurd wird, wenn sie als Basis irgend der Wertbestim-
mung oder des Räsonnements über das Verhältnis der Arbeit zur
Wertbestimmung dienen soll.
Nämlich, nehme ich den Totalwert des fertigen Produkts, so kann
ich jeden Teil des avancierten 85*) Produkts vergleichen mit dem
ihm entsprechenden Teil der Auslage; und der Prozentsatz, den der
Profit einnimmt zum ganzen Produkt, ist natürlich ebenso der
Prozentsatz für den aliquoten Teil des Produkts. Sage z.B. 100
Taler brächten 110; also 10% das ganze Produkt; 75 Taler sei für
den invariablen Teil des Kapitals, 25 für Arbeit, also 3/4 ¦¦4¦
für das erste, 1/4 für lebendige Arbeit. Nehme ich nun 1/4 von
dem Totalprodukt, i.e. von 110, so erhalte ich 27 2/4 oder
27 1/2. Auf 25 Auslage in der Arbeit hat der Kapitalist 2 1/2
Gewinn, i.e. 10%. Ebensogut hätte Malthus sagen können, nehme ich
3/4 vom Totalprodukt, nämlich 75, so sind diese 3/4 im
Totalprodukt repräsentiert durch 82 1/2; also 7 1/2 auf 75 sind
exactly 86*) 10%. Es heißt dies offenbar nichts, als daß, wenn
ich auf 100 gewinne 10%, der Gewinst auf jeden Teil von 100
soviel beträgt, daß auf die Gesamtsumme 10% herauskommt. Habe ich
auf 100 10 gewonnen, so habe ich auf 2 x 50 jedesmal 5 gewonnen
etc. Daß, wenn ich 10 auf 100 gewinne, ich 2 1/2 auf 1/4 von 100
gewinne und 7 1/2 auf 3/4, bringt uns keinen Schritt weiter. Wenn
ich auf 100 10 gewonnen habe, wieviel habe ich dann auf 1/4 vom
100 gewonnen oder auf 3/4? Auf diese Kinderei reduziert sich
-----
81*) ohne Rest aufgehende - 82*) sollte eigentlich heißen: er-
stere 83*) Bruttoprofit - 84*) vorgeschossene - 85*) sollte ei-
gentlich heißen: produzierten - 86*) genau
#470# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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der Malthussche Einfall. Die Advance 87*) auf die Arbeit betrug
1/4 vom 100, also betrug der Gewinn auf sie 10%. 10% auf 25 gibt
2 1/2. Oder der Kapitalist, wenn er auf 100 10 gewonnen hat, hat
auf jeden Teil seines Kapitals 1/10 gewonnen, i.e. 10%. Dies gibt
den Teilen des Kapitals gegeneinander durchaus keinen qualita-
tiven Charakter, und darum gilt es von dem Capital fixe etc. so
gut wie von dem in Arbeit avancierten. Es ist hierin vielmehr nur
die Illusion ausgedrückt, daß an dem neugeschaffnen Wert jeder
Teil des Kapitals gleichmäßig beteiligt ist. Auch das auf das 1/4
Arbeit vorgeschoßne Salair hat nicht den Mehrwert geschaffen,
sondern die nicht bezahlte lebendige Arbeit. Aus dem Verhältnis
des Gesamtwerts 88*) - hier der 10 Taler - zu dem Salair können
wir aber sehn, wieviel Prozent der Arbeit nicht bezahlt worden
ist oder wieviel Surplusarbeit war. Im obigen Verhältnis ist die
notwendige Arbeit objektiviert in 25 Talern, die Surplusarbeit in
10; also verhalten sie sich wie 25:10 = 100:40; 40% der Arbeit
waren Surplusarbeit oder, was dasselbe ist, des von ihr pro-
duzierten Werts Surpluswert. Es ist sehr richtig, daß der Kapita-
list rechnen kann, wenn ich auf 100 10 gewinne, so habe ich auf
das Salair, = 25, gewonnen 1 1/2. Welchen Nutzen diese Rechnung
bringen soll, ist nicht einzusehn. Was Malthus aber damit will,
werden wir gleich sehn, indem wir auf seine Wertbestimmung ein-
gehn. Daß er aber glaubt, sein einfaches Rechenexempel enthalte
eine wirkliche Bestimmung, geht aus folgendem hervor:
"Gesetzt, das Kapital werde nur in Arbeitslohn verausgabt; 100 l.
angegeben für unmittelbare Arbeit. Die Umsätze am Ende des Jahres
110, 120 oder 130; augenscheinlich ist, daß in jedem Fall der
Profit vom Anteil am W e r t d e s G e s a m t p r o d u k t s
bestimmt' wird, der erforderlich ist, um die angewandte Arbeit zu
bezahlen. Falls der Wert des Produkts = 110, der erforderliche
Anteil, um die Arbeiter zu bezahlen = 10/11, der Wert des Pro-
dukts oder die Profite = 10%."
(Hier tut Herr Malthus nichts, als die ursprüngliche Advance,
1001., ausdrücken als Verhältnis zum Totalprodukt. 100 ist 10/11
von 110. Ob ich sage, ich gewinne 10 auf 100, d.h. 1/10 vom 100
oder ob ich sage, von den 110 ist 1/11 Gewinn, ist dasselbe.)
"Ist der Wert des Produkts 120, die Proportion für Arbeit = 10/12
und der Gewinn 20%; wenn 130, zur Bezahlung der Arbeit erforder-
licher Anteil = 10/13 und der Gewinn = 30%."
(Statt zu sagen: Ich gewinne 10 vom 100, kann ich auch sagen, von
den 110 betragen die Advancen 10/11; oder 20 vom 100 der Advancen
betragen nur 10/12 von 120 etc. Der Charakter dieser advancen, ob
in labour 89*) oder otherwise 90*),
-----
87*) vorgeschossene Summe - 88*) sollte eigentlich heißen: des
Gesamtmehrwerts 89*) Arbeit - 90*) anderer Art
#471# Theorien über Mehrwert und Profit
-----
hat mit dieser andren arithmetischen Form, die Sache auszudrüc-
ken, absolut nichts zu tun. Wenn ein Kapital von 100 nur 110 ein-
getragen hat, so kann ich entweder von dem Kapital ausgehn und
sagen, ich habe 10 darauf gewonnen, oder ich kann von dem Produkt
ausgehn, von 110, und sagen, ich habe nur 10/11 davon vorher
avanciert. Das Verhältnis ist natürlich dasselbe.)
"Nun gesetzt, die Vorschüsse des Kapitalisten bestehen nicht al-
lein aus Arbeit. Der Kapitalist e r w a r t e t g l e i c h e n
V o r t e i l a u f a l l e T e i l e d e s K a p i-
t a l s , d i e e r v o r s t r e c k t"
(d.h. nichts, als er verteilt den Vorteil, den er gemacht hat und
über dessen Ursprung er sehr im dunkeln sein mag, auf alle Teile
seiner Auslagen gleichmäßig, von ihrem qualitativen Unterschied
ganz abstrahierend).
"Gesetzt, 1/4 der Vorschüsse für Arbeit" (unmittelbare), "3/4 be-
stehend aus aufgehäufter Arbeit und Profiten, mit irgendwelchen
Zugaben, die von Miete, Steuern und anderen Ausgaben herrühren
können. D a n n v ö l l i g r i c h t i g , d a ß d e r
P r o f i t d e s K a p i t a l i s t e n s i c h ä n d e r n
w i r d m i t d e m s i c h ä n d e r n d e n W e r t
d i e s e s 1 / 4 d e s P r o d u k t s i m V e r-
g l e i c h z u r a n g e w a n d t e n A r b e i t s m e n-
g e."
(Nicht quantity 91*) [wie] bei Herrn Malthus, sondern compared
with the salary paid 92*)) (also strictly true that his profits
will vary with the varying value of the 3/4 of his produce 93*)
compared with the advances in accumulated labour 94*), d.h., der
Gewinn verhält sich zum Gesamtkapital, das avanciert ist
(10:100), wie jeder Teil des Gesamtprodukts (110) zu dem ihm ent-
sprechenden Teil der advance.)
"Z.B.", fährt Malthus fort, "der Landwirt wende für die Bodenbe-
arbeitung an £ 2000, 1500 davon für Samen, Pferdehaltung, Ver-
schleiß seines fixen Kapitals usw. und £ 500 auf unmittelbare Ar-
beit, und die Umsätze seien am Ende 2400. Seine Profite 400 auf
2000 = 20%. Und gleich unverkennbar, daß, wenn wir 1/4 der
Wertsumme des Produkts nahmen, nämlich 600 l., und verglichen es
mit dem in den Löhnen für die unmittelbare Arbeit gezahlten Be-
trag, würde das Ergebnis genau die gleiche Profitrate zeigen."
(l.c. 267, 268. Heft X, 41, 42.)
(Es ist ebenso obvious 95*), daß if we took 3/4 der value des
produce 96*), nämlich 1800, und compared it with the amount paid
in the advances of accumulated labour 97*), nämlich mit 1500, the
result would show exactly the same rate of profits 98*).
1800:1500 = 18:15 = 6:5. 6 auf 5 ist aber 1/5, also 20%.)
(Malthus hat hier zweierlei verschiedne arithmetische Formen im
Kopf, die er durcheinanderwirft:
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91*) Menge - 92*) verglichen mit dem gezahlten Gehalt - 93*) in
der Handschrift: profits - 94*) völlig richtig, daß sein Profit
sich ändern wird mit dem sich ändernden Wert der 3/4 seiner Pro-
duktion im Vergleich zu den vorgeschossenen Summen an aufgehäuf-
ter Arbeit - 95*) unverkennbar - 96*) wenn wir 3/4 des Wertes des
Produkts nahmen - 97*) es mit dem Betrag verglichen, der als vor-
geschossene Summen in aufgehäufter Arbeit gezahlt wurde -
98*) würde das Ergebnis genau die gleiche Profitrate zeigen
#472# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
-----
E r s t e n s, wenn ich auf 100 10 mache, habe ich auf jeden
Teil der 100 nicht 10 gewonnen, sondern 10%: also auf 50 5, auf
25 2 1/2 etc.; auf 100 10 gewinnen, heißt auf jeden Teil von 100
1/10 gewinnen, und so muß der Profit sich als 1/10 Profit auf das
Salair herausbeißen, und wenn der Profit auf alle Teile des Kapi-
tals gleichmäßig verteilt ist, kann ich sagen, daß die Rate des
Profits auf das Gesamtkapital wechselt mit der Rate des Profits
auf jeden Teil desselben, also z. B. auch den in wages vorge-
streckten; 2. Habe ich 10% auf 100 gewonnen, so das Gesamtprodukt
110. Bildete der Arbeitslohn nun 1/4 der advancen = 25, so bildet
er nur noch 4 2/5 Teil auf 110; d.h., er bildet einen um 2/5
kleinern aliquoten Teil, und in demselben Verhältnis wird er
kleineren Teil des Gesamtprodukts zu bilden [haben,] als dies ge-
wachsen ist gegen das ursprüngliche. Dies ist wieder bloß andre
Rechnungsart. 10 bildet 1/10 von 100, aber nur 1/11 von 110. Ich
kann also sagen, daß im selben Verhältnis, wie das Gesamtprodukt
größer wird, jeder der aliquoten Teile des ursprünglichen Kapi-
tals einen kleinren Teil von ihm bildet. Tautologie.)
In seiner Schrift: "The Measure of Value stated and illustrated.
London 1823" (Heft IX) behauptet Malthus, die "value of labour"
99*) sei "constant" 100*) und daher die true Measure of Value ge-
nerally 101*).
"Jede gegebene Menge Arbeit muß den g l e i c h e n W e r t
besitzen wie der Lohn, der über sie verfügt oder gegen den sie
sich tatsächlich austauscht." (p. 5 l.c.) (IX, 29.) [267]
Es ist hier natürlich von Lohnarbeit die Rede. Das Wahre ist
vielmehr: any given quantity of labour is = derselben quantity of
labour 102*) in einem Produkt ausgedrückt; oder jedes Produkt ist
nur ein bestimmtes Quantum Arbeit, vergegenständlicht in dem Wert
des Produkts, der mit Bezug auf andre Produkte gemessen durch
dies Quantum. Der Arbeitslohn drückt allerdings den Wert des le-
bendigen Arbeitsvermögens aus, keineswegs den W e r t der ¦¦5¦
lebendigen Arbeit, der sich vielmehr ausdrückt im Salair + dem
Profit. Der Arbeitslohn ist der Preis der n o t w e n d i g e n
A r b e i t. Wenn der Arbeiter 6 Stunden arbeiten müßte, um zu
leben, und er produzierte für sich, als bloßer Arbeiter, so würde
er Ware von 6 Stunden Arbeit, sage 6 d, täglich erhalten. Nun
läßt ihn der Kapitalist 12 Stunden arbeiten und zahlt ihm 6d. Er
zahlt ihm für die Stunde 1/2 d. D.h., a given quantity of 12
hours of labour has the value of 12 d, and 12 d is indeed the va-
lue for which the produce exchanges, when it gets sold. On the
other hand, the capitalist commands with this value, if he could
reinvest it in mere labour, 24 hours. The wages command, there-
fore, a much greater quantity of labour than they consist of, and
a given quantity of
-----
99*) der "Wert der Arbeit" - 100*) "beständig" - 101*) wahre Maß-
einheit des Wertes im allgemeinen - 102*) jede gegebene Menge Ar-
beit = derselben Menge Arbeit
#473# Theorien über Mehrwert und Profit
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living labour actually exchanges for a much smaller one of accu-
mulated labour. The only thing that is sure is that the price of
labour, wages, must always express the quantity of labour which
the labourers want in order to keep soul and body together. The
wages of any quantity of labour must be equal to the quantity of
labour which the labourer must expend upon his own reproduction.
In the above instance a man would set to work two men for 12
hours each - together 24 hours - with the quantity of labour af-
forded by one man 103*). Im obigen Fall würde das Produkt sich
austauschen gegen ein andres Produkt zu dem Wert von 12 d oder
gegen 12 Arbeitsstunden, und daher käme sein Profit von 6d (its
surplus value 104*) für den Kapitalisten).
Der Wert der Produkte ist bestimmt durch die in ihnen enthaltne
Arbeit, nicht durch den Teil der Arbeit in ihnen, der vom Ar-
beitsgeber bezahlt ist. G e t a n e, n i c h t b e z a h l t e
A r b e i t k o n s t i t u i e r t d e n W e r t d e s
P r o d u k t s; wages drücken aber n u r b e z a h l t e Ar-
beit, nie d i e g e t a n e [aus]. Das Maß dieser Bezahlung
selbst hängt von der Produktivität der Arbeit ab, denn diese be-
stimmt das Quantum notwendiger Arbeitszeit. Und da diese wages
die value of labour konstituieren (labour selbst als Ware ge-
setzt), ist diese value beständig variable 105*) und nichts weni-
ger als constant 106*). Das Quantum Arbeit, das der Arbeiter ar-
beitet, ist sehr verschieden von dem Quantum Arbeit, das in sei-
nem Arbeitsvermögen aufgearbeitet ist oder das nötig ist, um sein
Arbeitsvermögen zu reproduzieren. Als Ware aber verkauft er nicht
den Gebrauch, der von ihm gemacht wird, verkauft er sich nicht
als cause 107*), sondern als effect 108*). Hören wir, wie Herr
Malthus sich abmüht, um die Sache klein zu bekommen:
"Die Bedingungen der Zufuhr von Waren erfordern nicht, daß diese
immer die gleichen relativen Werte beibehalten müssen, jedoch daß
jede ihren eigenen n a t ü r l i c h e n Wert behalten sollte
oder die Mittel, mit denen sie die Gegenstände erlangen, die dem
Produzenten d a s g l e i c h e V e r m ö g e n für Produk-
tion und Akkumulation erhalten wird ... Profite werden nach Vor-
schüssen berechnet, die nötig sind für die Produktion ... d i e
s p e z i f i s c h e n V o r s c h ü s s e d e r K a p i t a-
l i s t e n b e s t e h e n n i c h t i n T u c h, s o n-
d e r n i n A r b e i t;
-----
103*) eine gegebene Menge von 12 Stunden Arbeit hat den Wert von
12 d, und 12 d ist tatsächlich der Wert, gegen den sich das Pro-
dukt austauscht, wenn es verkauft wird. Andererseits beherrscht
der Kapitalist mit diesem Wert 24 Stunden, wenn er ihn für nichts
als Arbeit wieder investieren könnte. Die Löhne beherrschen folg-
lich eine Arbeitsmenge, die viel größer ist als die, aus der sie
bestehen, und eine gegebene Menge lebendiger Arbeit tauscht sich
tatsächlich gegen eine viel geringere Menge aufgehäufter Arbeit
aus. Gewiß ist nur eines, daß der Preis der Arbeit, der Lohn, im-
mer die Menge Arbeit ausdrückt, welche die Arbeiter brauchen, um
Seele und Leib zusammenzuhalten. Der Lohn für jede beliebige
Menge Arbeit muß der Menge Arbeit gleichen, die der Arbeiter für
seine eigene Reproduktion aufwenden muß. Im obigen Beispiel würde
ein Mann zwei Personen je 12 Stunden arbeiten lassen, zusammen 24
Stunden, mit der von einem Mann hervorgebrachten Arbeitsmenge. -
104*) sein Mehrwert - 105*) veränderlich - 106*) konstant -
107*) Ursache - 108*) Wirkung
#474# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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und d a k e i n e s f a l l s e i n a n d e r e r G e g e n-
s t a n d e i n g e g e b e n e s Q u a n t u m A r b e i t
v e r k ö r p e r n k a n n, klar, daß es die M e n g e
A r b e i t i s t, w e l c h e e i n e W a r e b e h e r r-
s c h e n w i r d und nicht das Quantum irgendeiner anderen
Ware, das die Bedingung ihrer Zufuhr oder ihres n a t ü r l i-
c h e n W e r t e s repräsentieren kann." (17, 18.) (IX, 29.)
Schon daraus, daß die advances des capitalist of labour 109*) be-
stehn, konnte Malthus sehn, daß die Sache nicht sauber ist. Ge-
setzt, 6 Stunden sei die notwendige Arbeitszeit: A) B) zwei
Kerls, die jeder für sich arbeiten, aber austauschen gegeneinan-
der. A) arbeite 6 Stunden, B) arbeite 12 Stunden. Wenn nun der A)
die 6 Stunden, die B) mehr gearbeitet hat, ihm abessen will, das
Produkt der 6 Surplusstunden des B) verzehren, so kann er ihm
nichts geben als 6 Stunden lebendiger Arbeit, sage den nächsten
Tag. B) besitzt nun über den A) ein Produkt von 6 Arbeitsstunden.
Gesetzt nun, er bilde sich unter diesen Umständen ein, Kapitalist
zu sein, und hörte ganz auf zu arbeiten. So hätte er den dritten
Tag für A)'s 6 Stunden nur seine accumulated produce of 110*) 6
Stunden zu geben, und sobald er den Austausch vollzogen, müßte er
wieder anfangen, selbst zu arbeiten, oder verhungern. Wenn er
aber fortfährt, 12 Stunden für A) zu arbeiten, und A) fortfährt,
6 Stunden für sich zu arbeiten, und 6 für B), so tauschen sie ex-
akt jeder 12 Stunden gegeneinander aus. Die natural value der
commodity 111*), sagt Malthus, besteht darin, daß sie ihrem Be-
sitzer durch den Austausch wiedergibt the same power of produc-
tion and accumulation" 112*). Seine Ware besteht aus 2 Quantis
Arbeit, einem Quantum akkumulierter Arbeit + einem Quantum imme-
diater 113*) Arbeit. Wenn er also seine Ware austauscht gegen
eine andre, die exakt dasselbe Gesamtquantum von Arbeit enthält,
so ist seine Power of Production und Accumulation 114*) minde-
stens dieselbe, gleich geblieben. Sie ist aber gewachsen, weil
ein Teil der immediaten Arbeit ihm n i c h t s gekostet hat, er
sie aber doch verkauft. Malthus aber kommt zu dem Schluß, daß das
Quantum Arbeit, woraus die Ware besteht, n u r bezahlte Arbeit
ist, also = der Summe der wages, oder daß die wages den Wertmes-
ser der Ware abgeben. Wenn jedes in der Ware enthaltne Quantum
Arbeit bezahlt wäre, so wäre die Doktrin des Herrn Malthus rich-
tig, aber ebenso richtig, daß sein Kapitalist keine "advances of
labour" 115*) zu machen hätte und seiner "powers of accumulation"
116*) vollständig verlustig ginge. Wo soll der Profit herkommen,
wenn keine Gratisarbeit getan wird? Ja, denkt Herr Malthus, die
wages für die accumulated 117*) Arbeit. Da aber die g e t a n e
A r b e i t
-----
109*) vorgeschossenen Summen des Kapitalisten in Arbeit -
110*) aufgehäuftes Produkt von - 111*) Der natürliche Wert der
Ware - 112*) das gleiche Vermögen für Produktion und Akkumulation
- 113*) unmittelbarer - 114*) Vermögen für Produktion und Akkumu-
lation - 115*) "vorgeschossenen Summen in Arbeit" - 116*) "Ver-
mögen für Akkumulation" - 117*) aufgehäufte
#475# Theorien über Mehrwert und Profit
-----
aufgehört hat zu arbeiten, so hört sie auch auf, wages zu be-
ziehn. Das Produkt, worin sie existiert, könnte nun allerdings
wieder gegen lebendige Arbeit ausgetauscht werden, aber gesetzt,
dies Produkt sei = 6 Arbeitsstunden; so gäbe der Arbeiter 6 le-
bendige Arbeitsstunden und erhielte nun im Ersatz die advances ;
die getanen 6 Arbeitsstunden des Kapitalisten, der damit keinen
Schritt vom Fleck käme. Die lebendige Arbeit würde sehr bald im
Besitz seiner toten Arbeit sein. Der Grund aber, den Malthus an-
gibt: daß, weil "no other object whatever can represent a given
quantity of labour" 118*), die natural value einer Ware besteht
aus der "quantity of labour which a commodity will command, and
not the quantity of any other commodity" 119*). D.h., a given
quantity of labour 120*) kann nur repräsentiert werden durch a
quantity of living (immediate) labour 121*). Nicht nur no other,
sondern every object whatever can represent a given quantity of
labour 122*), nämlich jedes Objekt, worin dieselbe quantity la-
bour 123*) enthalten. Malthus aber will, daß die in der Ware ent-
haltne quantity of labour gemessen sein soll; gleich sein soll
nicht dem Q u a n t u m l e b e n d i g e r A r b e i t, die
sie in Bewegung setzen kann, sondern dem Q u a n t u m
b e z a h l t e r A r b e i t, das sie in Bewegung setzt. Ge-
setzt, die Ware enthalte 24 Arbeitsstunden; so denkt er, der Ka-
pitalist kann 2 Arbeitstage damit kaufen; und wenn der Kapitalist
die Arbeit ganz zahlte, oder wenn das Quantum getaner Arbeit =
dem Quantum bezahlter lebendiger Arbeit; so könnte er n u r 24
Arbeitsstunden von lebendiger Arbeit mit 24 Arbeitsstunden in ge-
taner Arbeit kaufen, und seine "powers of accumulation" would
have gone to the wall 124*). Aber der Kapitalist zahlt dem Arbei-
ter nicht die Arbeitszeit, das Arbeitsquantum, sondern zahlt ihm
nur die notwendige Arbeitszeit, während er ihn für den Rest
zwingt, umsonst zu arbeiten. Mit den 24 Stunden getaner Arbeits-
zeit wird er daher vielleicht 48 lebendiger in Bewegung setzen.
Er zahlt daher in fact mit 1 Stunde getaner Arbeit 2 Stunden le-
bendiger Arbeit, und gewinnt daher bei dem Austausch 100%. Der
Wert seiner Ware nun = 48 Stunden, aber keineswegs gleich den wa-
ges, wogegen sie ausgetauscht worden ist, noch gleich den wages,
wogegen sie sich wieder austauscht. Fährt er in demselben Ver-
hältnis fort, so wird er mit 48 Stunden getaner Arbeit 96 le-
bendiger kaufen.
Gesetzt, es existiere gar kein Kapitalist, aber die unmittelbaren
und miteinander austauschenden Arbeiter arbeiteten mehr als nö-
tig, um zu leben, weil
-----
118*) "keinesfalls ein anderer Gegenstand ein gegebenes Quantum
Arbeit verkörpern kann" - 119*) "Menge Arbeit, die eine Ware be-
herrschen wird und nicht dem Quantum irgendeiner anderen Ware" -
120*) ein gegebenes Quantum Arbeit - 121*) ein Quantum lebendiger
(unmittelbarer) Arbeit - 122*) kein anderer, sondern jeder belie-
bige Gegenstand kann ein gegebenes Quantum Arbeit verkörpern -
123*) Menge Arbeit - 124*) "Vermögen für Akkumulation" wären an
die Wand gedrückt worden
#476# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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sie auch akkumulieren wollten etc. Nenne w a g e s den Teil der
Arbeit, den der Arbeiter verrichtet, um zu leben, P r o f i t
die Surpluszeit, die er arbeitet, um zu akkumulieren. Dann wäre
der Wert seiner Ware = dem Gesamtquantum in ihr enthaltner Ar-
beit, = der Totalsumme lebendiger Arbeitszeit; aber keineswegs =
den wages, die er sich selbst gezahlt, oder gleich dem Teil Ware,
den er reproduzieren müßte, um zu leben. Weil der Wert einer Ware
= einem bestimmten Quantum Arbeit, sagt Malthus, ist sie = dem
Quantum in ihr enthaltner notwendiger Arbeit (i.e. den wages) und
nicht = der Totalsumme der Arbeit, die in ihr enthalten ist; ist
ihr Ganzes = einer Fraktion derselben. ¦¦6¦ Die "powers of accu-
mulation" auf seiten des Arbeiters kämen aber offenbar nur daher,
daß er mehr gearbeitet hat als nötig, um sich seine wages zu zah-
len. Wenn ein bestimmtes Quantum lebendiger Arbeitszeit = der
Zeit wäre, die erheischt ist für den Arbeiter, um zu leben, so
wäre ein bestimmtes Quantum lebendiger Arbeit = den wages, die er
produziert, oder die wages wären exakt gleich der lebendigen Ar-
beit, die sie in Bewegung setzen. Wenn solches der Fall, wäre na-
türlich Kapital unmöglich. Wenn ein Arbeiter in seiner ganzen Ar-
beitszeit nicht mehr produzieren kann als seine wages, kann er
beim besten Willen keinen farthing 125*) für den Kapitalisten
herausschlagen. Property ist the offspring of the productivity of
labour 126*).
"Wenn einer nur für einen produzieren kann, jeder Arbeiter; da
kann kein Eigentum bestehen. Wenn die Arbeit eines Mannes vier
erhalten kann, wird es auf einen in der Produktion beschäftigten
vier müßige Menschen geben." (Ravenstone [, p. 11].)
Oben sahn wir, wie der spintisierende Tiefsinn des Malthus sich
in rein kindischer Rechenart ausdrückte. Es lag übrigens die Dok-
trin dahinter, daß the value of labour constant 127*) und daß wa-
ges Preis konstituieren. Weil die Rate des Profits auf ein ganzes
Kapital ausgedrückt werden kann als dieselbe Rate auf den aliquo-
ten Teil des Kapitals, der wages darstellt, so behauptet er, daß
dieser aliquote Teil den Preis konstituiert und bestimmt. Grade
wie hier ähnlicher T i e f s i n n. Wenn Ware A) = Quantum von
x Ware, meint er, so kann das doch nichts heißen, als daß sie = x
lebendiger Arbeit, denn nur Arbeit kann Arbeit repräsentieren.
Daraus schließt er, daß Ware A) = dem Quantum L o h n a r-
b e i t, die sie kommandieren kann, und daß daher der Wert der
Arbeit konstant sei, weil immer = der Ware, von der sie in Bewe-
gung gesetzt wird. Der Witz ist einfach, daß Quantum lebendiger
Arbeit und Quantum Lohnarbeit ihm zusammenfallen und daß er
glaubt, jeder aliquote Teil der Lohnarbeit sei
-----
125*) kleinste englische Münze - 126*) Eigentum ist das Ergebnis
der Produktivität der Arbeit - 127*) der Wert der Arbeit konstant
#477# Theorien über Mehrwert und Profit
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wirklich belohnt. Aber x lebendige Arbeit kann sein (und als
Lohnarbeit ist nur) = x - y notwendige Arbeit (wages) + y Sur-
plusarbeit, x tote Arbeit kann daher in Bewegung setzen x - y
notwendige Arbeit (wages) + y Surplusarbeitszeit; d. h., es setzt
immer soviel mehr lebendige Arbeitszeit in Bewegung, als in x Ar-
beitsstunden Surplusarbeitsstunden enthalten sind über notwen-
dige.
Lohnarbeit besteht immer aus bezahlter und unbezahlter Arbeit.
Die v a l u e d e r A r b e i t ist also konstant, heißt wei-
ter nichts, als alle Arbeitszeit ist notwendige, d.h. wages pro-
duzierende Arbeitszeit. Es gibt keine Surplusarbeitszeit und -
dennoch "powers of accumulation" und Kapital. Da wages immer
gleich einer gegebnen Quantität Arbeit, nämlich dem Quantum le-
bendiger Arbeit, die sie in Bewegung setzen, und dies dieselbe
Quantität Arbeit ist, die in den wages enthalten ist, so ist der
W e r t d e r A r b e i t konstant, denn er ist immer = dem
Quantum der Arbeit vergegenständlicht. Das Fallen und Steigen der
Löhne rührt daher vom Fallen und Steigen im Preis 128*) der Wa-
ren, nicht des W e r t s d e r A r b e i t her. Bekommt ein
Arbeiter 8 sh in Silber für die Woche oder 16, so rührt das nur
davon her, daß der Preis der Schillinge gestiegen ist oder gefal-
len, aber der Wert der Arbeit ist derselbe geblieben. In beiden
Fällen erhält er eine Woche getaner Arbeit für eine Woche leben-
diger. Herr M. beweist dies wie folgt:
"Wenn Arbeit allein, ohne Kapital, angewandt würde, um die
Früchte der Erde zu erlangen, würde die größere Leichtigkeit, die
eine Sorte im Vergleich zu einer anderen zu erhalten, anerkann-
terweise den Wert der Arbeit oder den Tauschwert des mit einem
gegebenen Quantum Anstrengung gewonnenen Gesamtprodukts nicht
verändern."
Dies heißt nichts, als jede der Waren, abgesehn von ihrer Quanti-
tät, wäre bestimmt durch die in ihr enthaltne Arbeit, obgleich
diese, nach dem Grad ihrer Produktivität, im einen case in mehr,
in andren in weniger Gebrauchswerten sich ausdrücken würde.
"Wir sollten ohne Zögern zugestehen, daß der Unterschied in der
Billigkeit oder Kostspieligkeit des Produkts nicht der Arbeit
liegt."
Wir würden sagen, die Arbeit ist produktiver in dem einen als in
dem andern Zweig, oder auch, das Produkt kostet mehr oder weniger
Arbeit. Von cheapness or dearness of labour 129*) könnten wir
nicht sprechen, insofern keine L o h n a r b e i t existierte,
daher eine Stunde unmittelbare Arbeit immer kommandieren würde
eine Stunde vergegenständlichte Arbeit, was natürlich nicht hin-
dern würde, daß die eine Stunde produktiver wäre wie die andre.
Aber dennoch, soweit wir unterschieden den Teil der Arbeit, der
notwendig zur Subsistenz, von der Surplusarbeit - und wenn über-
haupt bestimmte Stunden
-----
128*) In der Handschrift: Produkt - 129*) Billigkeit oder Kost-
spieligkeit der Arbeit
#478# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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des Tags Surpluszeit gearbeitet wird, ist es dasselbe, als ob je-
der aliquote Teil der Arbeitszeit aus einem Teil notwendiger und
Surplusarbeit bestünde - der immediate labourers 130*), so könnte
nicht gesagt werden, daß der W e r t d e r A r b e i t, i.e.
w a g e s, der Teil des Produkts, der sich gegen notwendige Ar-
beit austauscht, oder der Teil der Gesamtarbeit, der auf das not-
wendige Produkt verwandt wird, k o n s t a n t seien. Mit der
Produktivität der Arbeit würde wechseln der aliquote Teil der Ar-
beitszeit, der die wages reproduziert; also würde beständig der
W e r t d e r A r b e i t, i.e. wages wechseln mit der Produk-
tivität der Arbeit. Die wages wären nach wie vor gemessen durch
einen bestimmten G e b r a u c h s w e r t, und da dieser be-
ständig in seinem Tauschwert wechselt mit der verschiednen Pro-
duktivität der Arbeit, würden wages wechseln oder der W e r t
d e r A r b e i t . W e r t d e r A r b e i t unterstellt
überhaupt, daß die lebendige Arbeit n i c h t gleich ihrem Pro-
dukt, oder was dasselbe ist, daß sie verkauft wird nicht als wir-
kende Ursache, sondern selbst produzierter Effekt. Der Wert der
Arbeit ist konstant, heißt weiter nichts, als er ist beständig
gemessen durch das Arbeitsquantum, das in ihm steckt. In einem
Produkt mag mehr oder weniger Arbeit stecken. Es kann sich daher
bald eine größre, bald eine mindre Portion des Produkts A) gegen
das Produkt B) austauschen. Aber das Quantum lebendige Arbeit,
das das Produkt kauft, kann nie größer oder kleiner sein als die
getane Arbeit, die es repräsentiert, denn eine bestimmte Quanti-
tät Arbeit ist immer eine bestimmte Quantität Arbeit, ob sie in
der Form vergegenständlichter oder lebendiger Arbeit existiere.
Wenn daher mehr oder weniger Produkt für ein bestimmtes Quantum
lebendiger Arbeit gegeben wird, d.h., wenn die Salaire steigen
oder fallen, so rührt das nicht daher, daß der Wert der Arbeit
gestiegen oder gefallen, denn der Wert einer bestimmten Quantität
Arbeit ist immer gleich derselben bestimmten Quantität Arbeit,
sondern daher, daß die Produkte mehr oder weniger Arbeit geko-
stet, ein größres oder geringres Quantum derselben daher dieselbe
Quantität Arbeit darstellen. Der W e r t d e r A r b e i t
b l e i b t a l s o k o n s t a n t. Nur der W e r t d e r
P r o d u k t e w e c h s e l t, d.h., die Produktivkraft der
Arbeit wechselt, nicht ihr Wert. Dies ist the pith of the theory
of Malthus, if you can call such a shallow fallacy a theory
131*). D'abord 132*) mag ein Produkt, das nur einen halben Tag
Arbeitszeit kostet, hinreichen, damit ich einen ganzen lebe und
also auch arbeite. Ob oder ob nicht das Produkt diese Eigenschaft
besitzt, hängt nicht ab von seinem W e r t, d.h. von der Ar-
beitszeit, die auf es verwandt ist, sondern von seinem
G e b r a u c h s w e r t, und der Austausch, der nach dieser
Seite hin
-----
130*) unmittelbaren Arbeiter - 131*) der Kern der Theorie von
Malthus, wenn man eine so seichte Sophisterie als Theorie be-
zeichnen kann - 133*) Zunächst
#479# Theorien über Mehrwert und Profit
-----
zwischen lebendiger Arbeit und Produkt der Arbeit stattfindet,
ist nicht ein Austausch beider als Tauschwerte, sondern ihre Be-
ziehung liegt einerseits in dem Gebrauchswert des Produkts, an-
derseits in den Existenzbedingungen des lebendigen Arbeitsvermö-
gens.
Tauschte sich nun vergegenständlichte Arbeit gegen lebendige Ar-
beit aus, so könnte nach den Gesetzen des Tauschwerts das Pro-
dukt, welches = einem halben Arbeitstag, auch nur einen halben
Tag lebendiger Arbeit kaufen, obgleich der Arbeiter einen ganzen
Arbeitstag von ihm leben könnte; und sollte sein ganzer Arbeits-
tag gekauft werden, so müßte er einen ganzen Arbeitstag in Pro-
dukt erhalten, womit er nach der Voraussetzung zwei Arbeitstage
leben könnte. Aber auf der Grundlage des Kapitals tauschen sich
nicht lebendige Arbeit und getane Arbeit als Tauschwerte gegen-
einander aus, so daß beide identisch wären, und dasselbe Quantum
Arbeit in vergegenständlichter Form der W e r t, das Äquivalent
für dasselbe Quantum ¦¦7¦ Arbeit in lebendiger Form. Sondern, was
sich austauscht, ist Produkt und Arbeitsvermögen, das selbst ein
Produkt ist. Das Arbeitsvermögen ist nicht = der lebendigen Ar-
beit, die es tun kann, = dem Quantum Arbeit, die es verrichten
kann - dies ist sein G e b r a u c h s w e r t. Es ist gleich
dem Quantum Arbeit, wodurch es selbst p r o d u z i e r t
w e r d e n m u ß und reproduziert werden kann. Das Produkt
wird also in f act nicht gegen lebendige Arbeit, sondern gegen
vergegenständlichte Arbeit, im Arbeitsvermögen vergegenständ-
lichte, ausgetauscht. Die lebendige Arbeit selbst ist ein Ge-
brauchswert, den der vom Besitzer des Produkts eingehandelte
Tauschwert besitzt, und wie wenig oder viel er von dieser leben-
digen Arbeit mehr eingehandelt hat, als er in der Form des Pro-
dukts für das Arbeitsvermögen ausgegeben hat, hängt vom Quantum
der lebendigen Arbeit ab - dem in dem Produkt dem Arbeiter ge-
zahlten. Wenn sich Arbeitsquantum gegen Arbeitsquantum aus-
tauschte, sei es in der Form vergegenständlichter oder lebendiger
[Arbeit], so wäre natürlich jedes Arbeitsquantum sich selbst
gleich und sein Wert gleich seinem Quantum. Ein Produkt von einem
halben Arbeitstag könnte daher nur einen halben Arbeitstag kau-
fen. Dann existierten aber in fact keine w a g e s, und kein
W e r t d e r A r b e i t. Die Arbeit hätte keinen von ihrem
Produkt oder dem Äquivalent ihres Produkts u n t e r-
s c h i e d n e n W e r t, keinen s p e z i f i s c h e n
Wert, und dieser konstituiert gerade den W e r t d e r
A r b e i t, wages.
Daraus also, daß ein bestimmtes Arbeitsquantum = einem bestimmten
Arbeitsquantum, oder auch, daß ein bestimmtes Quantum = sich
selbst, aus der großen Entdeckung, daß ein bestimmtes Quantum ein
bestimmtes Quantum ist, schließt Herr Malthus, daß der Arbeits-
lohn konstant, der Wert der Arbeit konstant ist, nämlich = dem-
selben Quantum Arbeit vergegenständlicht. Dies w ä r e richtig,
wenn lebendige Arbeit und aufgehäufte sich als T a u s c h-
w e r t e
#480# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
-----
gegeneinander austauschten. Aber dann existierte weder W e r t
d e r A r b e i t noch w a g e s, noch K a p i t a l, noch
L o h n a r b e i t, noch Malthus' Untersuchungen. Diese alle
beruhn darauf, daß lebendige Arbeit als G e b r a u c h s-
w e r t und lebendiges Arbeitsvermögen als T a u s c h w e r t
gegenüber der im Kapital aufgehäuften Arbeit erscheinen. Malthus
fährt ruhig fort:
"Dasselbe gilt, wenn Kapital und Profite in die Wertberechnung
eintreten und die Nachfrage nach Arbeit sich verändert."
Hier liegt der ganze Tiefsinn. Sobald Capital und Profits herein-
kommen, kommt herein, daß das lebendige Arbeitsvermögen gekauft
wird und sich daher eine kleinre Portion aufgehäufter Arbeit ge-
gen eine größre Portion lebendiger austauscht. Es ist überhaupt
charakteristisch für den Tief sinn, daß das Kapital, welches
Lohnarbeit setzt, Arbeit erst in Lohnarbeit und das Arbeitsvermö-
gen in eine Ware verwandelt, durchaus durch sein Hereinkommen
keinen change in die Verwertung der Arbeit hereinbringt, ebenso-
wenig wie in die Verwertung der aufgehäuften Arbeit. Das Kapital,
das eine spezifische Form der Arbeit, sich zu ihrem Produkt zu
verhalten und zum Wert desselben, ist nach Malthus "entering"
without changing anything 133*). Ganz, als wenn er an der Verfas-
sung der römischen Republik nichts ändern läßt durch das Herein-
kommen, "entering of Emperors" 134*). Er fährt fort:
"Findet eine erhöhte Entlohnung der Arbeiter statt ohne eine Er-
höhung in dem Produkt, dies nur möglich bei einem Fall von Profi-
ten ... Um irgendeinen gegebenen Teil des Produkts zu erlangen,
ist das gleiche Quantum Arbeit nötig wie zuvor, aber da der Pro-
fit verringert wurde, hat der Wert des Produkts abgenommen; wäh-
rend diese Profitminderung in bezug auf den Wert der Löhne genau
ausgeglichen wird durch das vermehrte Quantum Arbeit, nötig, das
vermehrte Produkt zu erlangen, das dem Arbeiter zuerkannt wird,
wodurch der Wert der Arbeit der gleiche bleibt wie zuvor." (p.
33, 34 l.c. Heft IX, 29.)
Das Produkt enthält nach der Voraussetzung dieselbe quantity of
labour. Sein Wert soll aber vermindert sein, weil die Profite ge-
fallen sind. Wenn aber die im Produkt enthaltne Arbeitszeit die-
selbe geblieben ist, wie sollen die Profite fallen? Steigt der
Arbeitslohn, während die Gesamtarbeitszeit dieselbe bleibt -
nicht aus temporären Ursachen, wie z. B., daß die Konkurrenz gün-
stig für die Arbeiter steht ", so heißt das nichts, als daß die
Produktivität der Arbeit gefallen, daß größres Quantum Zeit nö-
tig, um das Arbeitsvermögen zu reproduzieren; daß also von der
vom Kapital in Bewegung gesetzten lebendigen Arbeit ein größrer
Teil auf die notwendige und ein kleinrer auf die Surpluszeit
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133*) "Hereinkommen" ohne irgend etwas zu verändern -
134*) "Hereinkommen der Kaiser"
#481# Theorien über Mehrwert und Profit
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fällt. Lassen wir die Tüftelei bis später. Nur noch der Vollstän-
digkeit wegen folgende Schlußstelle:
"Umgekehrt im umgekehrten Falle. Ein kleineres Quantum des Pro-
dukts würde dem Arbeiter zuerkannt, und Profite würden steigen.
Ein gegebenes Quantum des Produkts, das mit der gleichen Menge
Arbeit erlangt wurde wie zuvor, würde im Wert ansteigen wegen des
Ansteigens des Profits; während dieses Ansteigens des Profits in
bezug auf den Lohn des Arbeiters ausgeglichen würde durch das ge-
ringere Quantum Arbeit, das nötig war, um das verringerte Produkt
zu erlangen, das dem Arbeiter zuerkannt wird." (Malthus p. 35)
(l.c.) (IX, 29.)
Was er bei dieser G e l e g e n h e i t ü b e r G e l d-
p r e i s e i n v e r s c h i e d n e n L ä n d e r n sagt,
als aus seinem principle 135*) resultierend, später zu be-
trachten. {Ware A) kann z. B. einen Arbeitstag kaufen; sie be-
zahlt nur einen halben (den notwendigen), aber sie tauscht aus
den ganzen. Das Quantum der ganzen von der Ware gekauften Arbeit
ist dann gleich der notwendigen + der Surpluszeit. Kenne ich also
den Preis der notwendigen Arbeit = x, so wäre der Preis der gan-
zen Arbeit = 2x, und ich könnte so die neugeschaffne Ware schät-
zen in den wages und so die Preise aller Ware in Arbeitslohn an-
schlagen. Dies wäre aber nichts weniger als ein k o n s t a n-
t e r W e r t. Durch die Verwechslung, daß in der Tat, welches
auch immer der Lohn sei, in zivilisierten Ländern an average time
136*) für ihn gearbeitet werden muß, sage 12 Stunden, wieviel von
diesen 12 Stunden notwendige oder Surplusarbeit sei, wird auch
Herr Carey, der das Quantum Arbeit in Arbeitstage auflöst (und
allerdings lösen sie sich in lebendige Arbeitstage auf), darauf
gebracht, daß, weil dasselbe Kapital immer weniger Arbeitszeit
kostet zu seiner Reproduktion, z.B.: Maschine von 100 l. wird
durch den Fortschritt der Produktivkräfte in einer gegebnen Zeit
nur mehr 50 £ St. kosten, also das Resultat von halb so vieler
Arbeitszeit, Arbeitstage oder Arbeitsstunden, as you like 137*)
sein. Daraus schließt Herr Carey, daß d e r A r b e i t e r
mit halb soviel Arbeitstagen als früher d i e s e M a-
s c h i n e kaufen, sich erwerben kann. Er begeht die kleine
Verwechslung, das Wachstum der Surplusarbeitszeit zu betrachten,
als sei es f ü r d e n Arbeiter gewonnen, während die ganze
Sache umgekehrt darauf hinausläuft, daß der Arbeiter von dem
ganzen Arbeitstag weniger für sich selbst arbeitet, mehr für das
Kapital, also die objektive Macht des Kapitals ihm gegenüber
rasch anwächst, in bestimmtem Verhältnis zur Vermehrung der
Produktivkräfte.
Herr Carey läßt den Arbeiter die Maschine kaufen oder sich leihn;
kurz, er verwandelt ihn in einen Kapitalisten. Und zwar soll er
zu dieser größren Macht über das Kapital kommen, weil die Repro-
duktion eines bestimmten
-----
135*) Prinzip - 136*) eine durchschnittliche Zeit - 137*) wie man
will
#482# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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Quantums Kapital weniger notwendige Arbeit fordert, d. h. weniger
bezahlte Arbeit, also der Arbeitslohn fällt im Verhältnis zum
Profit. In Amerika, solange dort der Arbeiter noch selbst einen
Teil seiner Surplusarbeit sich aneignet, mag er sich soviel akku-
mulieren, um z.B. Pächter etc. zu werden (obgleich das auch auf-
hört schon jetzt). Wo die Lohnarbeit in Amerika es noch rasch zu
was bringen kann, geschieht es durch Reproduktion frührer Produk-
tions- und Eigentumsweisen auf Grundlage des Kapitals (z.B. der
independent peasantry 138)). Kurz, er betrachtet die Arbeitstage
als dem Arbeiter gehörige Arbeitstage und, s t a t t z u
s c h l i e ß e n, d a ß e r m e h r K a p i t a l p r o-
d u z i e r e n m u ß , u m d i e s e l b e A r b e i t s-
z e i t b e s c h ä f t i g t z u s e i n, s c h l i e ß t
e r , d a ß e r w e n i g e r a r b e i t e n m u ß, u m
d a s K a p i t a l z u e r w e r b e n (die Produktionsbe-
dingungen sich anzueignen). Produzierte er 20 Maschinen und kann
er infolge der wachsenden Produktivkraft nun 40 produzieren, so
wird in der Tat die einzelne Maschine wohlfeiler, aber weil ein
kleinrer Teil des Arbeitstags nötig ist, um ein bestimmtes
Quantum von ihr zu produzieren, folgt nicht, daß das Produkt des
Arbeitstags für den Arbeiter gestiegen ist, sondern umgekehrt,
daß weniger lebendige Arbeit verwandt wird zur Produktion eines
bestimmten Quantums Maschine. Übrigens Herr Carey, dem es um die
H a r m o n i e zu tun, findet selbst, daß, wenn die Rate des
Profits sinkt, der gross profit steigt, weil ein immer größres
Kapital im Verhältnis zu der angewandten lebendigen Arbeit
erheischt wird, a l s o es immer unmöglicher für den Arbeiter
wird, sich die nötige Summe Kapital anzueignen, das Minimum des
Kapitals, das zur produktiven Anwendung der Arbeit auf der neuen
Produktionsstufe erheischt ist. Ein aliquoter Teil des Kapitals
braucht weniger Arbeitszeit zur Reproduktion, aber eine größre
Masse Kapital ist nötig, um die geringre Arbeitszeit zu
verwerten. Das Wachsen der Produktivkraft drückt sich aus darin,
daß der aus lebendiger Arbeit bestehnde Teil des Kapitals ¦¦8¦
beständig fällt gegen den in advances, Maschinerie etc.
ausgelegten.
Der ganze schlechte Witz von Carey, der natürlich ein gefundnes
Essen für Bastiat, beruht darauf, daß er die zur Produktion nö-
tige Arbeitszeit oder Arbeitstage in dem Arbeiter a n g e h ö-
r i g e Arbeitstage verwandelt, während diese Zeit vielmehr dem
Kapital gehört und im Verhältnis zur wachsenden Produktivkraft
der Arbeit eine immer schmalere Portion seiner Arbeitszeit dem
Arbeiter bleibt. J e w e n i g e r l e b e n d i g e A r-
b e i t s z e i t e i n g e g e b n e s K a p i t a l z u
k a u f e n h a t - oder je mehr die Totalsumme des Kapitals
wächst und die von ihm angewandte lebendige Arbeit abnimmt im
Verhältnis zu seiner Größe -, um so größer nach Herrn Carey die
Chance für den Arbeiter, Besitzer des Kapitals
-----
138*) freier Bauernstand
#483# Theorien über Mehrwert und Profit
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zu werden, w e i l das Kapital durch w e n i g e r l e-
b e n d i g e A r b e i t r e p r o d u z i e r t wird. Je
größer das Kapital und je kleiner die Zahl Arbeiter, die es ver-
hältnismäßig anwendet, desto größer für diese Arbeiter die
Chance, Kapitalisten zu werden, denn ist das Kapital nicht nun
mit weniger Arbeitstagen reproduziert? Kann es d a h e r nicht
auch mit weniger Arbeitstagen gekauft, gewonnen werden? Nimm ein
Kapital von 1001., das 50 in Advancen verwendet, 50 in Arbeit und
50% Profit nimmt, denn die Abnahme der Profitrate Hauptstecken-
pferd Careys und gehört mit zur Theorie. Laß jedes £ Arbeitslohn
gleich einem Arbeitstag sein = 1 Arbeiter. Nimm nun ein andres
Kapital von 16 000 l., das 14 500 in Advancen verwendet, 1500 in
Arbeitslohn (sei auch = 1500 139*) Arbeitern) und nur 20% Profit
nimmt. Im ersten Fall das Produkt = 150; im zweiten (laß der Be-
quemlichkeit der Rechnung wegen das Capital fixe in einem Jahr
umschlagen) = 19200. (3200 Profit.)
Hier haben wir den günstigsten case für Herrn Carey. Die Pro-
fitrate hat abgenommen von 50% auf 20, also um 3/5 oder um 60%.
Dort ist ein Produkt 140*) von 50 das Resultat von 50 lebendigen
Arbeitstagen; in dem andren case ein Produkt 140*) von 3200 von
1500 Arbeitern. Im ersten Fall ein Produkt 140*) von 1 das Resul-
tat von 1 Arbeitstag; im zweiten ein Produkt 140*) von 2 1/15 das
Produkt 140*) von 1 Arbeitstag. Im zweiten Fall ist weniger als
die Hälfte Arbeitszeit nötig, um einen Wert 141*) von 1 zu produ-
zieren, wie im ersten. Heißt das nun, daß im zweiten Fall der Ar-
beiter mit einem halben Arbeitstag 1 1/15 produziert für sich, wo
der andre in der doppelten Zeit nur 1 produziert, also auf dem
besten Weg ist, Kapitalist zu werden? Er müßte erst 16 000 l. Ka-
pital erwerben und statt selbst zu arbeiten, fremde Arbeit kau-
fen, damit diese Verringerung der notwendigen Arbeitszeit ihm das
geringste hülfe. So hat sie nur eine unendliche Kluft zwischen
seiner Arbeit und d e n B e d i n g u n g e n ihrer Anwendung
geschaffen, und die Rate der n o t w e n d i g e n A r b e i t
vermindert, also im Verhältnis zum ersten Verhältnis mehr als 6 x
soviel Arbeiter an die Luft gesetzt [268]. Diese an die Luft ge-
setzten Arbeiter sollen sich nun damit beruhigen, daß, wenn sie
die Bedingungen hätten, selbständig zu arbeiten, oder vielmehr
als Kapitalisten zu arbeiten, sie selbst weniger Arbeiter brau-
chen würden.
In dem ersten case ist das ganze notwendige Kapital 100 l., und
es ist mehr chance für den einzelnen Arbeiter, da ausnahmsweise
soviel zusammenzusparen und durch besonders glückliche Kombina-
tion nun selbst K a p i t a l i s t in der Weise des Kapitali-
sten A) zu werden. Die Arbeitszeit, die der Arbeiter
-----
139*) In der Handschrift: 2000 - 140*) sollte eigentlich heißen:
ein Mehrprodukt - 141*) sollte eigentlich heißen: einen Mehrwert
#484# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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arbeitet, ist dieselbe bei A) und B), obgleich die Totalsumme der
von den Kapitalisten gebrauchten Arbeitstage wesentlich verschie-
den. Auf 6 Arbeiter, die der erste Kapitalist braucht, braucht
der zweite noch nicht einen [269]. Die übrigbleibenden müssen
deshalb ebensoviel und mehr Surpluszeit arbeiten. Daß das Kapital
auf der einen Produktionsstufe, wo es selbst ebenso gewachsen
ist, wie die Produktivkräfte, weniger lebendige Arbeitstage
braucht, ist nach Carey damit gleichbedeutend, daß der Arbeiter
weniger Arbeitstage braucht, um sich Kapital anzueignen; wahr-
scheinlich mit den Arbeitstagen der nicht "beschäftigten" Arbei-
ter. Weil der Kapitalist weniger Arbeiter braucht, um sein immen-
ses Kapital zu verwerten, kann der von ihm beschäftigte Arbeiter
mit weniger Arbeit das größere Kapital sich aneignen. Such is the
logic of Mr. Carey, the harmoniser. 142*)} [270]
In bezug auf Ricardos Theorie sagt Wakefield (Heft VII, p. 74)
l.c. S. 231 Note:
"Wenn man Arbeit als eine Ware und Kapital, das Produkt von Ar-
beit, als eine andere behandelt, dann würde sich, wenn die Werte
jener beiden Waren durch gleiche Arbeitsmengen bestimmt würden,
eine gegebene Menge Arbeit unter allen Umständen gegen eine sol-
che Menge Kapital austauschen, die durch die gleiche Arbeitsmenge
erzeugt worden wäre; v e r g a n g e n e Arbeit würde immer ge-
gen die gleiche Menge eingetauscht wie g e g e n w ä r t i g e
... Aber der Wert der Arbeit im Verhältnis zu anderen Waren wird,
wenigstens soweit die Löhne einen Anteil am Produkt ausmachen,
nicht durch gleiche Arbeitsmengen bestimmt, sondern durch das
Verhältnis zwischen Zufuhr und Nachfrage." [271]
{Bailey 143*): "Money and its Vicissitudes in Value etc., London
1837" (Heft V, p. 26 sqq.) [272], hat Bemerkungen über dormant
capital 144*), das durch beschleunigte Zirkulation in Umlauf ge-
setzt werden kann (nach ihm durch größre Masse currency 145*); er
hätte sagen sollen G e l d), und sucht auseinanderzusetzen,
daß, wenn überhaupt in einem Lande das Kapital stets voll be-
schäftigt wäre, kein increase of demand an increase of production
146*) hervorbringen könnte. Der Begriff des d o r m a n t
c a p i t a l gehört in die Zirkulation, da das nicht in Zirku-
lation befindliche Kapital schläft. Die betreffenden Stellen lau-
ten:
"Viel Kapital und Produktionserfahrung mag im Zustand der Untä-
tigkeit vorhanden sein. Falsch, wenn die Ökonomen glauben, daß
die Zahl der Arbeiter und die Kapitalmenge gewisse bestimmte
Kräfte sind, die in jedem Land, wo sie vorhanden sind, unvermeid-
lich ein bestimmtes Ergebnis erzeugen müssen." (p. 54.)
-----
142*) So sieht die Logik des Herrn Carey, dieses Harmonisierers,
aus. - 143*) in der Handschrift: Beyle - 144*) schlafendes Kapi-
tal - 145*) Umlaufmittel - 146*) Ansteigen der Nachfrage für eine
Produktionserhöhung
#485# Theorien über Mehrwert und Profit
-----
"Weit entfernt davon, daß der Wert der Waren, die die vorhandenen
Produzenten und das vorhandene Kapital auf den Markt bringen, be-
stimmt und entschieden ist, er ist einem weiten Spielraum von
Veränderungen ausgesetzt." (p. 55.)
Also
"nicht wesentlich für eine Produktionserhöhung, daß neues Kapital
oder neue Arbeiter auftreten müßten ... (z. B. in einem Lande, wo
Mangel an Edelmetallen) mögen einige Waren oder, was dasselbe
ist, d i e K r a f t, s i e z u p r o d u z i e r e n, an
einem Platz im Überfluß vorhanden sein, andere Waren an einem an-
deren Platz desgleichen und die Besitzer einer jeden den Wunsch
haben, ihre Waren gegen jene im Besitz des anderen auszutauschen,
aber aus Mangel an einem gemeinsamen Austauschmittel und weil sie
kein Motiv für die Produktion haben, werden sie in einem Zustand
gehalten, der keinerlei Verkehr zuläßt." (55, 56.)}
{In der Zirkulation des Kapitals erscheint das Geld doppelt, als
Verwandlung des Kapitals in Geld sowohl als Realisation des Prei-
ses der Ware; aber hier ist dies Preissetzen nicht formell. Die
Umwandlung des Produkts in Geld ist hier die Rückverwandlung des
Kapitals in W e r t als solchen, selbständig existierenden Wert;
Kapital als Geld oder Geld als realisiertes Kapital. Zweitens in
der Bestimmung als bloßes Zirkulationsmittel; dies ist, wo es nur
dient, das Kapital rückzuverwandeln in Produktionsbedingungen. In
diesem zweiten Moment, in der Form des Salairs, muß eine be-
stimmte Masse Geld gleichzeitig vorhanden sein als Zirkulations-
mittel, Zahlungsmittel. Daß das Geld nun in der Zirkulation des
Kapitals diese doppelte Rolle spielt, bringt in allen Krisen den
Schein hervor, das Geld fehle als Zirkulationsmittel, während der
W e r t dem Kapital fehlt und es sich daher nicht m o n é-
t i s e r 147*) kann. Die Masse des zirkulierenden Geldes mag
dabei selbst zunehmen. Auf die neuen Bestimmungen des Geldes, wie
es gesetzt ist als Moment der Zirkulation des Kapitals, teils als
sein Zirkulationsmittel, teils als r e a l i s i e r t e r
W e r t d e s K a p i t a l s, als selbst K a p i t a l,
eigner Abschnitt zu machen, wenn wir vom Zins etc. sprechen.}
Bailey fährt fort:
"Es hängt keineswegs vom flüssigen Kapital eines Landes allein
die in Tätigkeit gesetzte Arbeit ab. Es kommt darauf an, ob Nah-
rung, Werkzeug und Rohmaterial langsam oder rasch ¦¦9¦ verteilt
ist nach jenen Gegenden, wo es verlangt wird; ob es mit Schwie-
rigkeit zirkuliert oder nicht, ob es während langer Pausen als
untätige Masse existiert und so im Resultat der Bevölkerung nicht
genügend Beschäftigung verschafft." (56, 57.)
(Beispiel von Gallatin, [273] l.c. 68, von den western counties
of Pennsylvania 148*):)
-----
147>*) in Geld verwandeln - 148*) westlichen Kreisen von Pennsyl-
vanien
#486# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
-----
"Politische Ökonomen sind zu geneigt, eine bestimmte Quantität
Kapital und eine bestimmte Zahl Arbeiter als Produktionsinstru-
mente von gleichförmiger Kraft oder, mit einer gewissen gleich-
förmigen Intensität wirkend, zu betrachten ... Der Produzent, der
ein bestimmtes Kapital anwendet, kann seine Produkte lange oder
kurze Zeit auf Lager haben, und während er auf Gelegenheit war-
tet, sie auszutauschen, ist seine Produktionskraft angehalten
oder gehemmt, so daß in einer gegebenen Periode, wie in einem
Jahr z.B., er nur halb von dem produzieren dürfte, wie wenn
prompte Nachfrage dagewesen wäre. Diese Bemerkung paßt ebenso auf
den Arbeiter, der sein Instrument ist. Das Anpassen der verschie-
denartigen Beschäftigungen der Menschen in der Gesellschaft auf-
einander muß wenigstens unvollkommen bewirkt werden. Aber ein
weiter Zwischenraum zwischen den Stufen, worin verwirklicht - je-
der Weg, der den Verkehr erleichtert, ist ein Schritt zu diesem
Anpassen. Je mehr der Warenaustausch ungehindert und leicht vor
sich geht, desto kürzer werden jene unproduktiven Pausen, worin
Menschen, die auf Arbeit erpicht sind, durch eine unübersteigbare
Barriere von dem Kapital getrennt zu sein scheinen ... das, ob-
gleich unmittelbar zur Hand, in sterile Tätigkeit gebannt." (p.
58-60.)
"Allgemeines Prinzip, daß einer neuen Nachfrage frische Anstren-
gungen entsprechen werden; durch die aktive Anwendung von zuvor
schlafendem Kapital und Arbeit und nicht durch die Ableitung der
Produktivkraft von anderen Objekten. Letzteres nur möglich, wenn
die Beschäftigung von Kapital und Arbeit in einem Land keines
Wachstums mehr fähig wäre. Die Ausfuhr der Waren setzt vielleicht
nicht direkt neue Arbeit in Bewegung, aber dann absorbiert sie,
wenn vorhandene Waren totes Inventar, und setzt Kapital in Frei-
heit, das in einem unproduktiven Zustand gebunden war." (p. 65.)
"Die behaupten, daß ein Einströmen von Geld nicht promovieren
kann die Produktion andrer Waren, da diese Waren die einzigen
Agenten der Produktion sind, beweisen, daß die Produktion über-
haupt nicht erweitert werden kann, denn ein solches Erweitern er-
fordert, daß Lebensmittel, Rohmaterialien und Werkzeuge vorher
vermehrt werden müßten, was in der Tat die Behauptung aufrecht
erhält, d a ß k e i n W a c h s t u m d e r P r o d u k-
t i o n s t a t t f i n d e n k a n n o h n e i h r v o r-
h e r i g e s W a c h s t u m" (ist das aber nicht die öko-
nomische Lehre von der Akkumulation?) "oder in anderen Worten,
daß ein Wachstum unmöglich ist." (p. 70.)
"Es wird nun zwar gesagt: Geht der Käufer mit vermehrter Geld-
menge auf den Markt und hebt nicht die Preise der Ware, die er
hier findet, so gibt er keinen zusätzlichen Ansporn für die Pro-
duktion; hebt er die Preise, nun wenn Preise entsprechend erhöht
sind, haben die Käufer keine höhere Nachfragefähigkeit als vor-
her." (73.)
"Zu leugnen als allgemeines Prinzip, daß ein Käufer der Produk-
tion keinen zusätzlichen Antrieb geben kann, es sei denn seine
Nachfrage erhöhe Preise ... Außer dem Umstand, daß die Vorberei-
tung einer größeren Quantität eine effektivere Arbeitsteilung und
die Anwendung besserer Maschinerie zuläßt, gibt es in dieser Sa-
che einen derartigen Spielraum, der aus den brachliegenden Quan-
ten Arbeit und Kapital erwächst, d i e b e r e i t s i n d ,
z u s ä t z l i c h e W a r e n z u m g l e i c h e n
P r e i s z u l i e f e r n. So ereignet es sich, daß ein be-
trächtliches
#487# Theorien über Mehrwert und Profit
-----
Anwachsen der Nachfrage oft stattfindet ohne steigende Preise."
(73/74.) 149*)}
{John Wade. "History of the Middle and working Classes" etc. 3
ed. London 1835 (Heft p. 20) [274] sagt:
"Arbeit ist das Mittel, durch welches das Kapital befähigt wird,
L ö h n e, P r o f i t u n d R e v e n u e z u
e r z e u g e n." (p. 161.)
"Kapital ist aufgespeicherter Gewerbefleiß, dazu vorgesehen, sich
selbst in neuen und gleichwertigen Formen zu entfalten; e s
i s t k o l l e k t i v e K r a f t." (162.)
"Kapital ist nur ein andrer Name für Zivilisation." (164.)
Die Assoziation der Arbeiter - Kooperation und Division of Labour
150*) als Grundbedingungen der Produktivität der Arbeit - er-
scheinen wie alle Produktivkräfte der Arbeit, d. h., die den Grad
ihrer Intensivität und daher ihrer extensiven Realisation bestim-
men, als P r o d u k t i v k r a f t d e s K a p i t a l s.
Die Kollektivkraft der Arbeit, ihr Charakter als gesellschaftli-
che Arbeit, ist daher die K o l l e k t i v k r a f t des Kapi-
tals. Ebenso die W i s s e n s c h a f t. Ebenso die Teilung
der Arbeit, wie sie erscheint als Teilung der employments 151*)
und ihnen entsprechender Austausch. Alle gesellschaftlichen Po-
tenzen der Produktion sind Produktivkräfte des Kapitals, und es
selbst erscheint daher als das Subjekt derselben. Die Assoziation
der Arbeiter, wie sie in der Fabrik erscheint, ist daher auch
nicht von ihnen, sondern vom Kapital gesetzt. Ihre Vereinigung
ist nicht i h r Dasein, sondern das D a s e i n des Kapitals.
Dem einzelnen Arbeiter gegenüber erscheint sie zufällig. Er be-
zieht sich auf seine eigne Vereinigung mit andren Arbeitern und
Kooperation mit ihnen als f r e m d e, als Wirkungsweisen des
Kapitals. Das Kapital, wo es nicht in inadäquater Form erscheint
- also etwa der des kleinen, selbstarbeitenden Kapitals ", unter-
stellt schon auf gewisser, größrer oder kleinrer Stufenleiter
Konzentration sowohl in objektiver Form, d.h. als Konzentration
in einer Hand, was hier mit der Akkumulation noch zusammenfällt,
von Lebensmitteln, Rohmaterial und Instrumenten oder in einem
Wort, von Geld als der allgemeinen Form des Reichtums; und auf
der andren Seite in subjektiver Form, Akkumulation von Arbeits-
kräften und Konzentration derselben auf einem Punkt, unter dem
Kommando des Kapitals. Es kann nicht auf je einen Arbeiter ein
Kapitalist kommen, sondern eine gewisse Quantität Arbeiter muß
auf einen Kapitalisten kommen, nicht wie 1 oder 2 Gesellen auf 1
Meister.
Das produktive Kapital oder die dem Kapital entsprechende
Produktionsweise kann nur eine doppelte sein: Manufaktur oder
große Industrie. In der ersten herrscht die Teilung der Arbeit
vor; in der zweiten Kombination von
-----
149*) In der Handschrift: (73.) - 150*) Arbeitsteilung -
151*) Beschäftigungen
#488# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
-----
Arbeitskräften (mit gleichmäßiger Arbeitsweise) und Anwendung von
wissenschaftlicher Power 152*), wo die Kombination und sozusagen
der gemeinschaftliche Geist der Arbeit in die Maschine etc. ver-
legt ist. In dem ersten Zustand muß die Masse der Arbeiter
(akkumulierten) groß sein im Verhältnis zum amount of capital
153*); im zweiten das Capital fixe groß zur Zahl der vielen zu-
sammenwirkenden Arbeiter. Die Konzentration vieler und ihre Ver-
teilung unter die Maschinerie als so viele Räder (warum es im Ac-
kerbau anders, gehört nicht hierher) ist aber hier schon voraus-
gesetzt. Case II braucht also nicht besonders betrachtet zu wer-
den, sondern nur case I. Die eigentümliche Entwicklung der Manu-
faktur ist die T e i l u n g d e r A r b e i t. Diese aber
setzt voraus Versammlung (vorläufige) vieler Arbeiter unter ein
Kommando, ganz wie das W e r d e n d e s G e l d e s z u
K a p i t a l d a s F r e i g e w o r d e n s e i n e i n e s
g e w i s s e n a m o u n t s 154*) v o n L e b e n s m i t-
t e l n , R o h m a t e r i a l i e n, A r b e i t s i n-
s t r u m e n t e n v o r a u s s e t z t. Von der Teilung der
Arbeit ist hier auch zu abstrahieren daher als späterm Moment.
Gewisse Industriezweige, z. B. Minenarbeit, setzt von vornherein
Kooperation voraus. Solange das Kapital daher nicht existiert,
findet sie als Zwangsarbeit (Fron- oder Sklavenarbeit 155*))
unter einem Aufseher statt. Ebenso Wegebau etc. Um diese Arbeiten
zu übernehmen, schafft das Kapital nicht die Akkumulation und
Konzentration der Arbeiter, sondern übernimmt sie. Dies also auch
nicht in question 156*).
Die einfachste und von der Teilung der Arbeit unabhängigste Form
ist, daß das Kapital verschiedne selbständig und zerstreut woh-
nende Handweber, Spinner etc. beschäftigt. (Diese Form existiert
noch immer neben der Industrie.) H i e r i s t a l s o d i e
P r o d u k t i o n s w e i s e s e l b s t n o c h n i c h t
v o n i h m b e s t i m m t, s o n d e r n v o n i h m
v o r g e f u n d e n. Der Einheitspunkt dieser zerstreuten Ar-
beiter liegt nur in ihrer wechselseitigen Beziehung zum Kapital,
daß das Produkt ihrer Produktion in seiner Hand akkumuliert wird
und so die Surpluswerte, die sie über ihre eigne Revenu hinaus
geschaffen. Als zusammenwirkende Arbeit existieren sie nur a n
s i c h, insofern jeder derselben für das Kapital arbeitet - da-
her in ihm ein Zentrum besitzt ", ohne daß sie zusammenarbeiten.
Ihre Vereinigung durch das Kapital ist daher nur f o r m e l l
¦¦10¦ und betrifft nur das Produkt der Arbeit, nicht die Arbeit
selbst. Statt mit vielen auszutauschen, tauschen sie mit dem
einen Kapitalisten aus. Es ist daher eine K o n z e n-
t r a t i o n d e r E x c h a n g e s 157*) durch das Kapital.
Das Kapital t a u s c h t aus nicht als einzelnes, sondern als
den Konsum und Bedarf vieler repräsentierend. Es t a u s c h t
n i c h t m e h r a u s als einzeln Austauschendes, sondern
repräsentiert im Austauschakt
-----
152*) Fähigkeit - 153*) zur Menge an Kapital - 154*) Quantums -
155*) in der Handschrift: Sklavenarbeiter - 156*) die Frage -
157*) Austausche
#489# Theorien über Mehrwert und Profit
-----
die Gesellschaft. K o l l e k t i v e r A u s t a u s c h und
k o n z e n t r i e r e n d e r A u s t a u s c h auf Seite des
Kapitals mit den zerstreut arbeitenden Webern etc., deren Ar-
beitsprodukte durch diesen Austausch kollektiert, vereinigt wer-
den und so ihre Arbeiten selbst, obgleich sie unabhängig vonein-
ander vorgehn. Das Vereinigen ihrer Arbeiten erscheint als ein
besondrer Akt, neben dem die selbständige Zersplitterung ihrer
Arbeiten fortdauert. Dies ist die e r s t e B e d i n g u n g,
damit sich das G e l d als Kapital gegen die freie Arbeit aus-
tauscht.
Die zweite ist die Aufhebung der selbständigen Zersplitterung
dieser vielen Arbeiter, wo das e i n e K a p i t a l ihnen ge-
genüber nicht mehr nur als g e s e l l s c h a f t l i c h e
K o l l e k t i v k r a f t im A k t d e s A u s-
t a u s c h s erscheint, so daß in ihm viele Austausche
vereinigt sind, sondern sie an einem Ort unter sein Kommando, in
eine Manufaktur versammelt, nicht mehr sie in d e r v o r-
g e f u n d n e n P r o d u k t i o n s w e i s e läßt und auf
dieser Basis seine Macht etabliert, sondern eine ihm ent-
sprechende Produktionsweise als Basis sich schafft. Es setzt die
V e r e i n i g u n g der Arbeiter in der Produktion, eine Ver-
einigung, die zunächst nur im gemeinschaftlichen Ort, unter Auf-
sehern, E i n r e g i m e n t i e r u n g, g r ö ß r e D i s-
z i p l i n, S t e t i g k e i t und gesetzte A b h ä n g i g-
k e i t i n d e r P r o d u k t i o n s e l b s t v o m
K a p i t a l s e i n w i r d. Gewisse faux frais de produc-
tion 158*) werden dabei von vorn gespart. (Über diesen ganzen
Prozeß vergl. Gaskell [, p. 11-114, 293-362], wo spezielle
Beziehung auf Entwicklung der großen Industrie in England.) Jetzt
erscheint das Kapital sowohl als die Kollektivkraft der Arbeiter,
ihre gesellschaftliche Kraft, wie als die sie zusammenbindende
und diese Kraft daher schaffende Einheit. Dies alles bleibt nach
wie vor und auf jeder Entwicklungsstufe des Kapitals vermittelt
dadurch, daß die vielen mit ihm als dem einen austauschen, so daß
der Austausch selbst in ihm konzentriert ist; der gesell-
schaftliche Charakter des Austauschs; es tauscht gesellschaftlich
mit den Arbeitern aus, diese aber einzeln mit ihm.
Bei dem Handwerksbetrieb handelt es sich um die Qualität des Pro-
dukts; um das besondre Geschick des einzelnen Arbeiters, und der
Meister ist als Meister supposed 159*), es zur Meisterschaft in
diesem Geschick gebracht zu haben. Seine Stellung als Meister be-
ruht nicht nur auf seinem Besitz der Produktionsbedingungen, son-
dern auf seinem eignen Geschick in der besondren Arbeit. Bei der
Produktion des Kapitals handelt es sich von vornherein nicht um
dies halbkünstlerische Verhältnis - das überhaupt der Entwicklung
des Gebrauchswerts der Arbeit, der Entwicklung der besondren Fä-
higkeit der unmittelbaren Handarbeit entspricht; der Ausbildung
der menschlichen Hand etc. zur Arbeit. Es handelt sich von vorn-
herein um Masse, weil um Tauschwert
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158*) Produktionsunkosten - 159*) verpflichtet
#490# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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und Surpluswert. Das entwickelte Prinzip des Kapitals ist grade,
das besondre Geschick überflüssig zu machen und die Handarbeit,
die unmittelbar körperliche Arbeit überhaupt als geschickte Ar-
beit sowohl wie als Muskelanstrengung überflüssig zu machen; das
Geschick vielmehr in die toten Naturkräfte zu legen.
Bei der Voraussetzung der Entstehung der Manufaktur nun als Ent-
stehung der Produktionsweise des Kapitals (Sklaven sind an sich
kombiniert, weil unter einem Meister) ist vorausgesetzt, daß die
vom Kapital selbst erst hervorzurufende Produktivkraft der Arbeit
noch nicht existiert. Es ist also Voraussetzung, daß die notwen-
dige Arbeit in der Manufaktur noch große Portion der ganzen dis-
poniblen Arbeitszeit wegnimmt, also die Surplusarbeit noch rela-
tiv klein auf den einzelnen Arbeiter ist. Dies wird nun einer-
seits dadurch ersetzt und der Fortschritt der Manufaktur so be-
schleunigt, daß die Profitrate größer ist, also das Kapital sich
schneller akkumuliert im Verhältnis zu seinem schon bestehnden
amount 160*) als in der großen Industrie. Wenn von 100 Talern 50
auf Arbeit kommen und die Surpluszeit = 1/5, so der geschaffne
Wert = 110 oder 10%. Wenn von 100 nur 20 auf Arbeit käme und die
Surpluszeit = 1/4, so der geschaffne Wert = 105 oder 5%. Andrer-
seits kömmt diese größre Profitrate bei der Manufaktur nur heraus
durch die Anwendung vieler Arbeiter auf einmal. Die größre Sur-
pluszeit kann nur gewonnen werden, indem die Surpluszeit von
vielen Arbeitern im Verhältnis zum Kapital kollektiert wird. Die
absolute Surpluszeit, nicht die relative, herrscht in der Manu-
faktur vor. Noch mehr ist dies ursprünglich der Fall, wo die zer-
splitterten, unabhängigen Arbeiter selbst noch einen Teil ihrer
Surpluszeit für sich verwerten. Damit das Kapital als Kapital
existiere, sowohl vom Profit leben wie akkumulieren kann, muß
sein Gewinn = der Summe der Surpluszeit vieler gleichzeitiger le-
bendiger Arbeitstage sein. In der Agrikultur ist die Erde in ih-
rem chemischen etc. Wirken selbst schon eine Maschine, die die
unmittelbare Arbeit produktiver macht und daher eher ein Surplus
gibt, weil hier e h e r mit Maschine, nämlich einer
n a t ü r l i c h e n gearbeitet wird. Dies die einzig richtige
Basis der Lehre der Physiokraten, die nach dieser Seite nur die
Agrikultur gegenüber der noch ganz unentwickelten Manufaktur be-
trachtet. Wenn der Kapitalist einen Arbeiter anwendete, um von
dessen Surpluszeit zu leben, so würde er offenbar doppelt gewin-
nen, wenn er selbst arbeitete, mit eignem Fonds arbeitete, denn
er würde außer der Surpluszeit das dem Arbeiter gezahlte Salair
gewinnen. Er würde verlieren bei dem Prozeß. D. h., er wäre noch
nicht in den conditions 161*), als Kapitalist zu arbeiten, oder
der Arbeiter wäre nur sein Gehilfe, und so stünde er noch nicht
zu ihm im Verhältnis als Kapital.
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160*) Beitrag - 161*) Bedingungen
#491# Theorien über Mehrwert und Profit
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Damit das Geld sich in Kapital verwandle, daher nicht nur nötig,
daß es Surplusarbeit in Bewegung setzen kann, sondern ein
g e w i s s e s Q u a n t u m S u r p l u s a r b e i t, die
Surplusarbeit einer gewissen Masse notwendiger Arbeit, d. h.
v i e l e r A r b e i t e r auf einmal, so daß ihre vereinigte
Summe hinreicht, daß es sowohl als K a p i t a l leben kann,
d.h. den Reichtum gegenüber dem Arbeiterleben in der Konsumtion
repräsentiert, wie Surplusarbeit für die Akkumulation zurückle-
gen. Das Kapital von vornherein produziert nicht für den
Gebrauchswert, für die unmittelbare Subsistenz. Die Surplusarbeit
muß also von vornherein groß genug sein, um einen Teil von ihr
wieder als Kapital anzuwenden. Also immer auf der Stufe, wo eine
gewisse Masse gesellschaftlichen Reichtums in einer Hand schon
konzentriert ist, objektiv, die also als Kapital sofort als Aus-
tausch mit vielen Arbeitern, später als Produktion durch viele
Arbeiter erscheint, Kombination von Arbeitern, fähig ist, ein ge-
wisses Quantum lebendiger Arbeitsvermögen simultaneously at work
162*) zu setzen, beginnt die Produktion durch das Kapital, das so
von vornherein als K o l l e k t i v k r a f t, ge-
sellschaftliche Kraft und Aufhebung der Vereinzelung, zuerst des
Austauschs mit den Arbeitern, dann der Arbeiter selbst erscheint.
Die Vereinzelung der Arbeiter unterstellt noch relative Unabhän-
gigkeit derselben. Volle Abhängigkeit vom Kapital, volle Loslö-
sung der Arbeiter von den Produktionsbedingungen unterstellt da-
her ihre Gruppierung um das einzelne Kapital als den ausschließ-
lichen Boden ihrer Subsistenz herum. Es wird sich dasselbe erge-
ben - oder es ist dasselbe in andrer Form ", wenn ausgegangen
wird von der besondren Form des Austauschs, die unterstellt ist,
damit das Kapital als Kapital austauscht, wo das Geld schon als
v i e l e A u s t a u s c h e n d e r e p r ä s e n t i e-
r e n d oder eine über den einzelnen und seinen einzelnen
Überfluß hinausgehende T a u s c h k r a f t besitzen muß,
schon eine nicht mehr einzelne, sondern dem einzelnen gehörige,
aber ihm als gesellschaftliche Funktion, Repräsentant des gesell-
schaftlichen Reichtums Austauschendem ", andrerseits geht es aus
den Bedingungen der f r e i e n A r b e i t hervor. Die
Loslösung des einzelnen von den Produktionsbedingungen der Arbeit
= Gruppierung vieler um ein Kapital.}
{Das Kaufmannskapital auch von vornherein die Konzentration
vieler Austausche in einer Hand. Es vertritt schon Masse Austau-
schender sowohl als G wie W.}
¦¦11¦ "Diese kontinuierliche Fortschrittsbewegung des Wissens und
der Erfahrung", sagt Babbage [, p. 485], "ist unsere große Stär-
ke."
Diese Progression, dieser soziale Fortschritt gehört [zum] und
wird exploitiert vom Kapital. Alle früheren Eigentumsformen
verdammen den größren
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162*) gleichzeitig an die Arbeit
#492# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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Teil Menschheit, die Sklaven, reine Arbeitsinstrumente zu sein.
Die geschichtliche Entwicklung, politische Entwicklung, Kunst,
Wissenschaft etc. spielen in den höheren Kreisen über ihnen. Das
Kapital aber erst hat den geschichtlichen Progreß gefangengenom-
men in den Dienst des Reichtums.
{Vor der Akkumulation durch das Kapital ist eine Akkumulation
vorausgesetzt, die das Kapital konstituiert, die zu seiner Be-
griffsbestimmung gehört; K o n z e n t r a t i o n können wir
sie kaum noch nennen, weil diese im Unterschied gegen viele Kapi-
talien stattfindet; wenn man nur noch von d e m Kapital
spricht, so fällt die Konzentration noch mit der Akkumulation
oder dem Begriff des Kapitals zusammen. D.h., sie bildet noch
keine besondre Bestimmung. Wohl aber steht das Kapital von vorn-
herein als eins oder Einheit den Arbeitern als vielen gegenüber.
Und so erscheint es als die Konzentration der Arbeiter gegenüber
die Arbeit als außer ihnen fallende Einheit. Nach dieser Seite
ist die Konzentration im Begriff des Kapitals enthalten - die
Konzentration vieler lebendigen Arbeitsvermögen zu einem Zweck;
eine Konzentration, die sich ursprünglich keineswegs schon in der
Produktionsweise selbst durchgeführt, sie durchdrungen zu haben
braucht. Zentralisierende Wirkung des Kapitals auf die Arbeits-
vermögen oder Setzen seiner als der selbständig außer diesen
vielen existierenden Einheit derselben.}
{Rossi in seinen "Leçons d'économie politique" sagt (Heft, p. 26)
[275]:
"Der gesellschaftliche Fortschritt kann nicht darin bestehen, daß
er jede Vereinigung auflöst, sondern im Ersetzen der erzwungenen,
bedrückenden Vereinigungen vergangener Zeiten durch freiwillige
und gerechte Vereinigungen. Die Absonderung in ihrem höchsten
Stadium bedeutet den Zustand der Unkultur; die erzwungene und
drückende Vereinigung in ihrem höchsten Stadium ist die Barbarei.
Diesseits dieser Extreme läßt uns die Geschichte sehr unter-
schiedliche Abweichungen und Abstufungen erkennen. Die Vollendung
liegt in den freiwilligen Vereinigungen, die durch Zusammenschluß
die Kräfte vervielfachen, ohne der individuellen Macht ihre Ener-
gie, ihre Moral und ihre Verantwortung wegzunehmen." (p. 354.)
Im Kapital ist die association der ouvriers 163*) nicht erzwungen
durch direkte physische Gewalt, Zwangs-, Fron-, Sklavenarbeit;
sie ist erzwungen dadurch, daß die Bedingungen der Produktion
fremdes Eigentum sind und selbst vorhanden sind als o b j e k-
t i v e A s s o z i a t i o n, die dasselbe wie Akkumulation
und Konzentration der Produktionsbedingungen.}
{Die Auffassung des Kapitals bloß nach seiner stofflichen Seite,
als Produktionsinstrument, ganz abgesehn von der ökonomischen
Form, die das Produktionsinstrument zu Kapital macht, verwickelt
die Ökonomen in allerlei difficulties 164*). So fragt Rossi l.c.
(Heft, 27):
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163*) Vereinigung der Arbeiter - 164*) Schwierigkeiten
#493# Theorien über Mehrwert und Profit
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"Ist das Rohmaterial wirklich ein Produktionsinstrument? Ist es
nicht vielmehr der Gegenstand, den die Werkzeuge der Produzenten
bearbeiten müssen?" (p. 367.)
Hier fällt ihm also Kapital ganz zusammen mit Produktionsinstru-
ment im technologischen Sinn, wonach jeder Wilde ein Kapitalist
ist. (Was Herr Torrens [, p. 70/71] in der Tat von einem Wilden
behauptet, der mit einem S t e i n nach einem Vogel wirft.) Üb-
rigens selbst auf dem Standpunkt der rein stofflichen Abstraktion
- d.h. der Abstraktion von der ökonomischen Kategorie selbst -
ist die Bemerkung Rossis flach und zeigt nur, daß er seinen eng-
lischen Lehrer nicht verstanden hat. Accumulated labour used as
instrument for new production 165*); oder produce 166*)
schlechthin applied to production 167*); der Rohstoff wird so gut
zur Produktion verwandt, d.h. einer Form Veränderung unterworfen,
als das Instrument, das auch produit 168*) ist. Das f e r t i-
g e R e s u l t a t d e r P r o d u k t i o n w i r d w i e-
d e r z u e i n e m M o m e n t d e s P r o d u k t i o n s-
p r o z e s s e s. Weiter heißt der Satz nichts. Innerhalb des
Produktionsprozesses kann es als Rohstoff oder als Instrument
figurieren. Aber Produktionsinstrument ist es, nicht insofern es
in dem unmittelbaren Produktionsprozeß als Instrument dient,
sondern sofern es ein Mittel der Erneuerung des Produktions-
prozesses selbst - eine seiner Voraussetzungen ist. Wichtiger und
mehr to the point 169*) ist das Bedenken, ob das Approvisionne-
ment Teil des Kapitals bildet, i.e. das Salair, und hier zeigt
sich die ganze Konfusion der Ökonomisten.
"Man sagt, daß die Retribution des Arbeiters Kapital ist, weil
der Kapitalist sie ihm vorstreckt. Gäbe es nur Arbeiterfamilien,
die genug hätten, ein Jahr zu leben, es gäbe kein Salair. Der Ar-
beiter könnte zum Kapitalisten sagen: Du streckst zum
gemeinschaftlichen Werk das Kapital vor, ich bringe die Arbeit
hinzu: Das Produkt wird unter uns nach diesen und diesen Verhält-
nissen verteilt werden. Sobald es realisiert sein wird, wird je-
der sein Teil nehmen". ([Rossi,] p. 369.)
"Es gäbe dann keine Vorschüsse für die Arbeiter. Sie würden un-
terdes konsumieren, selbst wenn die Arbeit stillstünde. Was sie
verzehren würden, gehört dem Konsumtionsfonds an, durchaus nicht
dem Kapital. Also: Die Vorschüsse für die Arbeiter sind nicht
notwendig. A l s o i s t d a s S a l a i r k e i n k o n-
s t i t u t i v e s E l e m e n t d e r P r o d u k t i o n.
E s i s t e i n H i n z u k o m m e n d e s, e i n e F o r m
u n s e r e s s o z i a l e n Z u s t a n d e s. Des Kapitals,
der Arbeit, der Erde bedarf es dagegen notwendig, um zu
produzieren. Z w e i t e n s: Man wendet Salair doppelt an: Man
sagt, das Salair sei ein Kapital, aber was repräsentiert es? Die
Arbeit. Wer Arbeitslohn sagt, sagt Arbeit und umgekehrt. Macht
also das vorgestreckte Salair Teil des Kapitals aus, so hätte man
bloß von zwei Produktionsinstrumenten zu reden: von Kapital und
Erde." (p. 370.)
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165*) Aufgehäufte Arbeit genügt als Werkzeug für neue Produktion
- 166*) Produkt - 167*) verwandt zur Produktion - 168*) Produkt -
169*) zur Hauptsache kommend
#494# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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Und ferner:
"Im Grund verzehrt der Arbeiter nicht das Gut des Kapitalisten,
sondern sein eignes; was man ihm als Retribution der Arbeit gibt,
ist sein aliquoter Teil des Produkts." (p. 370.)
"Der Kontrakt des Kapitalisten m i t d e m A r b e i t e r
i s t k e i n s d e r P h ä n o m e n e d e r P r o d u k-
t i o n ... Der Unternehmer gibt sich her zu diesem Überein-
kommen, das die Produktion erleichtern kann. Aber dieses Über-
einkommen ist nichts anderes als e i n e z w e i t e O p e-
r a t i o n, eine Operation von einer ganz andren Natur,
gepfropft auf eine produktive Operation. E s k a n n i n
e i n e r a n d r e n A r b e i t s o r g a n i s a t i o n
v e r s c h w i n d e n. Es gibt selbst heute Produktionen, wo
es nicht statthat. Das Salair ist also eine Form der Distribution
des Reichtums, kein Element der Produktion. Der Teil des Fonds,
welchen der Unternehmer der Zahlung der Salaire widmet, macht
keinen Teil des Kapitals aus ... Es ist eine Operation für sich,
die zweifelsohne den Gang der Produktion fördern kann, aber die
man kein d i r e k t e s Produktionsinstrument nennen kann."
(370.)
"Die Macht der Arbeit begreifen, indem man von den Subsistenzmit-
teln der Arbeiter während der Produktionsarbeit abstrahiert,
heißt, ein Hirngespinst begreifen. Wer Arbeit sagt, wer Arbeits-
vermögen, sagt zugleich Arbeiter und Subsistenzmittel, Arbeiter
und Arbeitslohn ... das gleiche Element erscheint wieder unter
dem Namen Kapital; als ob die gleiche Sache zur gleichen Zeit
einen Teil von zwei unterschiedlichen Produktionsinstrumenten ab-
geben könnten." (370, 371.)
Hier ist nun viele Konfusion, berechtigt dadurch, daß Rossi die
Ökonomen beim Wort nimmt und P r o d u k t i o n s i n s t r u-
m e n t als solches mit Kapital gleichsetzt. D'abord hat er ganz
recht, daß Lohnarbeit keine absolute Form der Arbeit, vergißt
aber nur dabei, daß Kapital ebensowenig eine absolute Form der
Arbeitsmittel und -materien ist und daß diese zwei Formen
dieselbe Form in verschiednen Momenten sind, daher miteinander
stehn und fallen; es daher abgeschmackt von ihm ist, von
Kapitalisten ohne Lohnarbeit zu sprechen. Sein Beispiel von den
Arbeiterfamilien, die ein Jahr leben können ohne den Ka-
pitalisten, also Eigentümer ihrer Produktionsbedingungen sind,
die ihre notwendige Arbeit ohne Erlaubnis des Herrn Kapitalisten
verrichten. Der Kapitalist, den er zu ihnen kommen läßt mit
seinem Proposal 170*), meint daher nichts als einen Produzent von
Produktionsinstrumenten - das Zu-ihnen-Kommen meint nichts als
eine durch Austausch mit außen vermittelte Teilung der Arbeit.
Auch ohne alles Arrangement - durch die einfachen exchanges -
teilen sich die beiden dann in das gemeinschaftliche Produkt. Der
Exchange ist die Teilung. Arrangement ist weiter nicht dazu
nötig. Was diese Arbeiterfamilien dann austauschten, wäre
Surplusarbeit, absolute oder relative, wozu sie das Instrument
befähigt hätte - entweder neue Nebenarbeit über ihre alte Arbeit
-----
170*) Vorschlag
#495# Theorien über Mehrwert und Profit
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hinaus, von der sie Jahr um Jahr leben konnten vor dem Erscheinen
des Kapitalisten], oder durch Anwendung des Instruments in ihrem
alten Arbeitszweig. Hier macht Herr Rossi den Arbeiter zum Besit-
zer und Austauscher seiner ¦¦12¦ Surplusarbeit und hat so glück-
lich die letzte Spur an ihm ausgelöscht, die ihn zum Lohnarbeiter
stempeln würde, damit aber auch an dem Produktionsinstrument die
letzte Spur, die es zum Kapital macht.
Es ist wahr, daß der Arbeiter "im Grund nicht das Gut des Kapita-
listen verzehrt, sondern sein eignes", aber nicht exakt, wie Herr
Rossi meint, weil es nur ein a l i q u o t e r Teil d e s
Produkts, sondern weil es ein aliquoter Teil s e i n e s Pro-
dukts ist und die Zahlung darin besteht, wenn der Schein des
Tauschs abgestreift wird, daß er einen Teil des Tages für sich
arbeitet und einen andren für den Kapitalisten, aber n u r
s o l a n g e ü b e r h a u p t d i e E r l a u b n i s e r-
h ä l t z u a r b e i t e n, als seine Arbeit diese Teilung
zuläßt. Der A u s t a u s c h a k t selbst ist, wie wir gesehn
haben, kein Moment des unmittelbaren Produktionsprozesses,
sondern eine Bedingung desselben. Innerhalb des Gesamtproduk-
tionsprozesses des Kapitals, der die verschiednen Momente seiner
exchanges, die Zirkulation, in sich einschließt 171*), ist dieser
Austausch aber gesetzt als ein Moment des gesamten Prozesses.
Aber, sagt Rossi: Das Salair erscheint zweimal in der Rechnung:
das eine Mal als Kapital, das andre Mal als Arbeit; es repräsen-
tiert so zwei unterschiedne Produktionsinstrumente. Wenn das
Salair das Produktionsinstrument Arbeit repräsentiert, kann es
nicht das Produktionsinstrument Kapital repräsentieren. Hier eine
Verwirrung, die auch daher kommt, daß Rossi die orthodoxen ökono-
mischen Distinktionen ernsthaft nimmt. In der Produktion figu-
riert das Salair nur einmal, als fonds, bestimmt, in Salaire ver-
wandelt zu werden, als v i r t u e l l e s Salair. Sobald es
wirkliches Salair ist, ist es weggezahlt und figuriert nur noch
in der Konsumtion als Revenu des Arbeiters. Was aber gegen das
Salair eingetauscht ist, ist das Arbeitsvermögen, und dies figu-
riert gar nicht in der Produktion, sondern nur der Gebrauch, der
davon gemacht wird - d i e A r b e i t. Die Arbeit erscheint
als Produktionsinstrument von Wert, weil sie nicht gezahlt, also
nicht durch das Salair repräsentiert ist. Als Gebrauchswert
schaffende Tätigkeit hat sie ebenfalls nichts mit sich als sala-
rierter Arbeit zu tun. Das Salair in der Hand des Arbeiters ist
nicht mehr Salair, sondern Konsumtionsfonds. Nur in der Hand des
Kapitalisten ist es Salair, d.h. der Teil des Kapitals, bestimmt,
gegen Arbeitsvermögen ausgetauscht zu werden. Für den Kapitali-
sten hat es reproduziert ein verkäufliches Arbeitsvermögen, so
daß nach dieser Seite hin selbst die Konsumtion des Arbeiters als
im Dienst
-----
171*) In der Handschrift: erscheint
#496# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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des Kapitalisten geschieht. Die Arbeit selbst zahlt er gar nicht,
sondern nur das Arbeitsvermögen. Dies allerdings kann er nur
durch die Wirksamkeit dieses Vermögens selbst tun. Wenn das Sa-
lair doppelt erscheint, so nicht, weil es 2 mal 2 verschiedne
Produktionsinstrumente repräsentiert, sondern weil es das eine
Mal unter dem Gesichtspunkt der Produktion, das andre Mal unter
dem Gesichtspunkt der Distribution erscheint. Diese bestimmte
Form der Distribution ist aber kein beliebiges Arrangement, so
daß es anders sein könnte; sondern es ist durch die Form der Pro-
duktion selbst gesetzt; nur eines ihrer eignen Momente in einer
andren Bestimmung betrachtet.
Der Wert der Maschine bildet sicher einen Teil des Kapitals, das
in ihr angelegt ist; aber als Wert produziert die Maschine nicht,
obgleich sie dem Fabrikanten einbringt. Das Salair repräsentiert
nicht die Arbeit 'als Produktionsinstrument, sowenig wie der Wert
die Maschine als Produktionsinstrument repräsentiert. Es reprä-
sentiert nur das Arbeitsvermögen, und da dessen Wert getrennt von
ihm als Kapital existiert, Teil des Kapitals. Sofern der Kapita-
list sich f r e m d e Arbeit aneignet und mit dieser angeeigne-
ten A r b e i t sie wieder kauft, erscheint das Salair - d.h.
der Repräsentant der Arbeit - wenn Herr Rossi will, doppelt, 1.
als Eigentum des Kapitals, 2. als Repräsentant der Arbeit. Was
Rossi eigentlich beunruhigt, ist, daß das Salair als Repräsentant
z w e i e r P r o d u k t i o n s i n s t r u m e n t e er-
scheint, des K a p i t a l s und der A r b e i t -, vergißt,
daß die Arbeit als Produktivkraft dem Kapital einverleibt ist und
als A r b e i t i n e s s e 172*), nicht i n p o s s e
173*) keineswegs ein vom Kapital unterschiednes P r o -
d u k t i o n s i n s t r u m e n t ist, sondern das Kapital
erst zum Produktiönsinstrument macht. Was den Unterschied zwi-
schen dem Salair als Teil des Kapitals bildend und zugleich Re-
venu des Arbeiters, so kommen wir darauf unter dem Abschnitt Pro-
fit, Zins, womit wir dies erste Kapitel vom Kapital schließen.}
{Malthus mit Bezug auf seine oben erwähnten: "The Measure of Va-
lue" etc. kommt zurück noch in seinen "Definitions in Political
Economy etc. London 1827". Er bemerkt daselbst:
"Kein Autor, auf den ich vor Herrn Ricardo stieß, hat jemals den
Terminus A r b e i t s l ö h n e oder reale Arbeitslöhne in
einem Sinne gebraucht, in dem er V e r h ä l t n i s s e ein-
schloß. Der Profit schließt allerdings Verhältnisse in sich ein,
und die P r o f i t r a t e wurde stets mit Recht als ein
P r o z e n t s a t z d e s W e r t e s d e s v o r g e-
s c h o s s e n e n K a p i t a l s betrachtet. Aber man hatte
allgemein das Steigen oder Fallen der Arbeitslöhne nicht gemessen
i n b e z u g a u f i r g e n d e i n V e r h ä l t-
n i s, in dem sie zu dem Gesamtprodukt stehen können, das durch
ein gewisses Quantum Arbeit erlangt wurde, sondern nach der
größeren oder kleineren Menge eines bestimmten Produkts, die der
Arbeiter erhält, oder nach dem
-----
172*) in tatsächlicher Existenz - 174*) in der Möglichkeit
#497# Theorien über Mehrwert und Profit
-----
größeren oder kleineren Vermögen eines solchen Produkts, die Be-
dürfnisse und Annehmlichkeiten des Lebens zu bestimmen." (M. 29,
30.) (Heft X 174*), p. 49.) [267]
Der einzige Wert, der in einer gegebnen Produktion vom Kapital
produziert wird, ist der durch das neue Quantum Arbeit hinzuge-
fügte Wert. Dieser Wert aber besteht aus der notwendigen Arbeit,
die das Salair reproduziert - dem in der Form des Salairs gemach-
ten Vorschuß des Kapitals -, und aus der Surplusarbeit, daher
Surpluswert über diese notwendige hinaus. Die in Material und Ma-
schine gemachten Advancen werden nur aus einer Form in die andre
übersetzt. Das Instrument geht ebensogut über in das Produkt wie
das Rohmaterial, und sein Abnutzen ist zugleich Formsetzen an dem
Produkt. Wenn Rohmaterial und Instrument nichts kosten, wie bei
manchen extraktiven Industrien sie noch beinahe = 0 anzuschlagen
sind (das R o h m a t e r i a l immer bei jeder extraktiven In-
dustrie, Metallgewinnung, Kohlengewinnung, Fischfang, Jagd, Holz-
fällen in Urwäldern etc.), fügen sie auch absolut nichts zum Wert
der Produktion hinzu. Ihr Wert ist das Resultat früherer Produk-
tion, nicht der unmittelbaren, worin sie als Instrument und Mate-
rial dienen. Der M e h r w e r t kann also nur geschätzt werden
im Verhältnis zur notwendigen Arbeit. Der P r o f i t ist nur
eine s e k u n d ä r e, abgeleitete und transformierte Form des
Mehrwerts, die bürgerliche Form, worin die Spuren seiner Entste-
hung ausgelöscht sind.
Ricardo selbst hat dies nie begriffen, weil er 1. immer nur von
Teilung eines f e r t i g e n Quantums spricht, nicht vom ur-
sprünglichen Setzen dieses Unterschiedes; 2. weil das Verständnis
ihn gezwungen haben würde zu sehen, daß zwischen Kapital und Ar-
beit ein ganz andres Verhältnis als das des Tauschs eintritt; und
er nicht einsehn durfte, daß das bürgerliche System der Äquiva-
lente in Aneignung ohne Äquivalent umschlägt und auf ihr basiert;
3. sein Satz von proportionate profits und wages 175*) nur darauf
sich bezieht, daß [wenn] ein bestimmter Gesamtwert in 2 Portionen
geteilt wird, ein Quantum überhaupt in 2 geteilt wird, die Größe
der beiden Teile notwendig in umgekehrtem Verhältnis steht. Auf
diese Fadaise 176*) hat seine Schule dann auch richtig die Sache
reduziert. Bei ihm war das Interesse, das ihn zur Aufstellung der
Proportionate Wages und Profits trieb, nicht das, der Schöpfung
des Surpluswerts auf den Grund zu kommen - denn er geht aus von
der Voraussetzung, daß ein gegebner Wert zu teilen zwischen Sa-
lair und Profit, zwischen Arbeit und Kapital, er unterstellt also
diese Teilung als sich von selbst verstehend -, sondern
e r s t e n s der gewöhnlichen Preisbestimmung gegenüber die
richtige, die er vom Wert aufgestellt hat, geltend zu machen, in-
dem er zeigte, daß die Grenze des Werts
-----
174*) Sollte eigentlich heißen: IX - 175*) angemessenen Profiten
und Löhnen - 176*) Albernheit
#498# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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selbst nicht durch seine Verteilung, verschiedne Verteilung in
Profits und wages affiziert wird; z w e i t e n s: das nicht
nur transitorische, sondern fortwährende Fallen der Profitrate zu
erklären, das ihm bei der Voraussetzung des Fallens einer festen
Portion des Werts auf die Arbeit unerklärlich war; d r i t-
t e n s: indem er dies Fallen des Profits durch das Steigen des
Arbeitslohns erklärte, dies Steigen selbst aber durch Steigen des
W e r t s der Agrikulturprodukte, d. h. die steigende Schwie-
rigkeit ihrer Produktion, zugleich die G r u n d r e n t e zu
erklären als nicht mit seinem Wertprinzip streitend. Zugleich gab
dies eine polemische Waffe ab für das industrielle Kapital gegen
das die Fortschritte der Industrie exploitierende Grundeigentum.
Zugleich aber, durch die einfache Logik getrieben, hatte er so
die gegensätzliche Natur des Profits, der Arbeit und des
Kapitals, proklamiert, ¦¦13¦ sosehr er sich auch bemüht, dem
Arbeiter nachher nachzuweisen, daß dieser gegensätzliche
Charakter von Profit und Salair sein reelles Einkommen nicht
interessiert, vielmehr ein p r o p o r t i o n e l l e s (nicht
absolutes) Steigen des Arbeitslohns s c h ä d l i c h ist, weil
es die Akkumulation hindert und die Entwicklung der Industrie nur
dem faulen Grundeigentümer nütze. Still war die gegensätzliche
Form proklamiert, und Carey, der Ricardo nicht versteht, konnte
ihn daher als Vater der Kommunisten etc. schelten, wo er wieder
in einem Sinn recht hat, den er selbst nicht versteht. [276]
Die andren Ökonomen aber, die wie Malthus absolut nichts mit
177*) der proportionellen Natur (und darum gegensätzlichen) des
Arbeitslohns zu tun haben wollen, w ü n s c h e n einerseits,
den Gegensatz zu vertuschen; andrerseits halten sie fest daran,
daß der Arbeiter einfach einen bestimmten Gebrauchswert, sein Ar-
beitsvermögen, gegen Kapital austauscht, daher verzichtet auf die
Produktivkraft, die Neuwert schaffende Kraft der Arbeit, nichts
mit d e m P r o d u k t z u t u n h a t, und es sich daher
bei dem Austausch zwischen Kapitalisten und Arbeitern, dem Sa-
lair, wie bei jedem einfachen exchange, wo Ä q u i v a l e n t e
ökonomisch vorausgesetzt sind, es sich nur um Q u a n t i t ä t
handelt, um das Quantum des Gebrauchswerts. So richtig dies ei-
nerseits ist, so bringt es die scheinbare Form des barter 178*),
der exchange, mit sich, daß der Arbeiter, wenn die Konkurrenz ihm
grade erlaubt, zu markten und streiten mit dem Kapitalisten,
seine Ansprüche mißt am Profit des Kapitalisten und einen be-
stimmten Anteil verlangt an dem von ihm geschaffnen Mehrwert; so
daß die P r o p o r t i o n ein reales Moment des ökonomischen
Lebens selbst wird. Ferner, im Kampf der beiden Klassen - der
sich bei Entwicklung der Arbeiterklasse notwendig einstellt -
wird das Messen der wechselseitigen Distance, die eben durch den
-----
177*) In der Handschrift: von - 178*) Tauschhandel
#499# Theorien über Mehrwert und Profit
-----
Arbeitslohn selbst als Proportion ausgedrückt ist, entscheidend
wichtig. Der S c h e i n d e s A u s t a u s c h s verschwin-
det im Prozeß der auf das Kapital gegründeten Produktionsweise.
Durch den Prozeß selbst und seine Wiederholung wird gesetzt, was
an sich ist, daß der Arbeiter als Salair vom Kapitalisten nur
einen Teil seiner eignen Arbeit erhält. Dies tritt dann auch in
das Bewußtsein sowohl der Arbeiter wie der Kapitalisten.
Bei R i c a r d o i s t e i g e n t l i c h n u r d i e
F r a g e, w e l c h e P r o p o r t i o n d a s n o t w e n-
d i g e S a l a i r i m L a u f d e r E n t w i c k l u n g
b i l d e t z u m G e s a m t w e r t? Es bleibt immer nur das
n o t w e n d i g e S a l a i r; seine proportioneile Natur
interessiert also nicht den Arbeiter, der nach wie vor dasselbe
Minimum erhält, sondern nur den Kapitalisten, dessen Abzüge von
der Reineinnahme wechseln, ohne daß die Arbeiter, in Gebrauchs-
wert ausgedrückt, mehr erhielten. Daß aber Ricardo, wenn auch zum
Zweck ganz andrer Probleme, die gegensätzliche Natur von Profit
und Salair formulierte, zeigt selbst schon, daß zu seiner Zeit
die auf das Kapital gegründete Produktionsweise eine mehr und
mehr ihrer Natur adäquate Form angenommen hatte. Malthus bemerkt
in bezug auf Ricardos Werttheorie in den angeführten "Defi-
nitions" (Heft IX, S. 49, 50) [267]:
"Ricardos Behauptung, daß, wie der Wert der Arbeitslöhne steigt,
im gleichen Verhältnis die Profite fallen und umgekehrt, nur wahr
unter der Voraussetzung, daß Waren, worin dasselbe Arbeitsquantum
aufgearbeitet, stets von demselben Wert sind, und dies ist wahr
in 1 Fall von 500, und zwar notwendig so, weil im Fortschritt der
Zivilisation und Verbesserung stets wächst die Menge des ange-
wandten fixen Kapitals und macht mehr verschieden und ungleicher
die Umschlagszeiten des zirkulierenden Kapitals." (l.c. 31, 32.)
(Dies bezieht sich auf P r e i s e, nicht W e r t.) Malthus
bemerkt in bezug auf seine, his own, discovery of the true stan-
dard of value 179*):
"E r s t e n s: Ich hatte es nirgends festgestellt gefunden, daß
die gewöhnliche Q u a n t i t ä t A r b e i t , d i e v o n
e i n e r W a r e k o m m a n d i e r t w i r d, d i e b e i
i h r e r P r o d u k t i o n a n g e w a n d t e Q u a n t i-
t ä t A r b e i t d a m i t d e n P r o f i t repräsentieren
und messen muß ... Indem sie die in einer Ware verbrauchte Arbeit
samt dem Profit darstellt, repräsentiert die Arbeit die
natürlichen und notwendigen Bedingungen ihrer Zufuhr oder die
elementaren Kosten ihrer Produktion ... Z w e i t e n s: Ich
hatte es nirgends festgestellt gefunden, daß die elementaren
Produktionskosten des Arbeitslohnes für ein gegebenes Quantum
Arbeit notwendigerweise stets gleich sein müssen, wie die
Fruchtbarkeit auch immer wechseln möge." (196, 197.)
Heißt nur die wages stets gleich der zu ihrer Produktion nötigen
Arbeitszeit, die wechselt mit der Produktivität der Arbeit. Die
quantity of commodities 180*) bleibt dieselbe.
-----
179*) seine eigene Entdeckung des wahren Wertmaßstabes -
180*) Warenmenge
#500# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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"Betrachtet man den Wert als die allgemeine Kaufkraft einer Ware,
so bezieht sich dies auf den Kauf aller Waren, die allgemeine
Masse an Waren. Diese aber ist ganz unhandlich ... Sollte nun ir-
gend jemand widersprechen, so kann doch nicht einen Augenblick
bestritten werden, daß Arbeit am besten einen Mittelwert der all-
gemeinen Masse an Produkten repräsentiert." (205.)
"Eine große Gruppe von Waren, wie Rohprodukte, steigen im Fort-
schritt der Gesellschaft, verglichen mit der Arbeit, während die
verarbeiteten Artikel fallen. So ist man nicht weit von der Wahr-
heit, wenn man sagt, daß die durchschnittliche Masse der Waren,
die eine gegebene Quantität Arbeit in demselben Land kommandiert,
im Laufe mehrerer Jahrhunderte sich nicht sehr wesentlich verän-
dern kann." (206.)
"Wert muß immer Wert sein im Austausch für Arbeit." (224, Notes,
l.c.)
In andren Worten, die Doktrin ist: Der Wert einer Ware, die in
ihr aufgearbeitete Arbeit, ist repräsentiert durch die lebendigen
Arbeitstage, die sie kommandieren, wogegen sie sich austauschen
kann und daher durch wages. Die lebendigen Arbeitstage enthalten
sowohl Zeit wie Surpluszeit. Tun wir Malthus den besten Gefallen,
den wir ihm tun können. Nehmen wir nämlich an, das Verhältnis von
Surplusarbeit zu notwendiger, also das Verhältnis von wages zu
profit, bliebe immer konstant. Zunächst, daß Herr Malthus von der
in der Ware aufgearbeiteten Arbeit with the addition of profits
181*) spricht 182*), beweist schon seine Konfusion, da die Pro-
fits eben nur einen Teil der aufgearbeiteten Arbeit bilden kön-
nen. Er hat dabei im Kopf d i e P r o f i t s ü b e r d i e
a u f g e a r b e i t e t e A r b e i t h i n a u s, d i e
a u s d e m C a p i t a l f i x e etc. resultieren soll. Dies
kann nur die Verteilung des Gesamtprofits unter den verschiednen
shareholders 183*) an demselben angehn, nicht sein Gesamtquantum,
denn, wenn alle erhielten für ihre Ware die in ihr aufgearbeitete
Arbeit + profits, wo sollen diese herkommen, Herr Malthus? Was
der eine in seiner Ware aufgearbeitete Arbeit + Profit, muß der
andre aufgearbeitete Arbeit - Profit erhalten, Profit hier als
Mehr des reellen Mehrwerts betrachtet. Dies fällt also fort.
Setze nun, die aufgearbeitete Arbeit sei = 3 Arbeitstagen, so,
wenn das Verhältnis der Surplusarbeitszeit wie 1:2, sind diese
erhalten worden in Zahlung für 1 1/2 Arbeitstage. Die Arbeiter
arbeiteten, indeed, 3 Tage, bekamen aber jeder nur bezahlt einen
halben Tag Arbeit. Oder die Ware, die sie erhalten für ihre 3
Tage Arbeit, hatte in sich aufgearbeitet nur 1 1/2 Tage. Für die
3 Arbeitstage], die in seiner Ware aufgearbeitet, würde also,
alle Verhältnisse gleichgesetzt, der Kapitalist 6 Arbeitstage er-
halten. (Die Sache ist nur richtig, weil die Surplusarbeitszeit =
der notwendigen gesetzt, also im zweiten case n u r der erste
wiederholt wird.)
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181*) mit dem Profit als Zusatz - 182*) in der Handschrift: sagt
- 183*) Aktionären
#501# Theorien über Mehrwert und Profit
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(D e r S u r p l u s w e r t , d e r r e l a t i v e ,
o f f e n b a r b e s c h r ä n k t n i c h t n u r d u r c h
d a s f r ü h e r a n g e g e b n e V e r h ä l t n i s ,
s o n d e r n d u r c h d a s V e r h ä l t n i s , w o r i n
d a s P r o d u k t i n d i e K o n s u m t i o n d e s
A r b e i t e r s e i n g e h t. Könnte der Kapitalist durch
Wachstum der Produktivkräfte die doppelte Anzahl Cashemirshawls
184*) erhalten und würden sie zu ihrem W e r t verkauft, so
hätte er keinen relativen Surpluswert geschaffen, weil die Arbei-
ter solche Shawls nicht konsumieren, also stets die zur Reproduk-
tion ihres Arbeitsvermögens notwendige Zeit dieselbe bliebe. Dies
in der Praxis nicht, weil der Preis in solchen Fällen über den
Wert steigt. Hier in der Theorie geht es uns noch nicht an, weil
das Kapital an sich betrachtet wird, nicht in einer besondren
Branche.) D. h., er wird den Arbeitslohn für 3 Tage zahlen und 6
arbeiten lassen; er kauft mit je 1/2 Tag einen Tag; also mit 6/2
Tagen = 3 Tagen 6 Tage. Zu behaupten also, daß die Arbeitstage,
die eine Ware kommandiert, oder die wages, die sie zahlt, ihren
Wert ausdrücken, ist absolut nichts von der Natur des Kapitals
und der Lohnarbeit verstehn. Daß die vergegenständlichten Ar-
beitstage mehr lebendige kommandieren, ist the pith 185*) aller
Wertschöpfung und der Kapital Schöpfung. Richtig aber wäre es,
wenn Herr Malthus gesagt hätte, daß die lebendige Arbeitszeit,
die eine Ware kommandiert, das Maß ihrer V e r w e r t u n g
ausdrückt, das Maß der M e h r a r b e i t, das sie setzt. Dies
wäre aber nur Tautologie, daß in dem Maß, wie sie mehr Arbeit
setzt, sie mehr setzt, oder es wäre Ausdruck für das Gegenteil
dessen, was Malthus will, daß Mehrwert daraus entspringt, daß die
lebendige Arbeitszeit, die eine Ware kommandiert; nie repräsen-
tiert die in ihr aufgearbeitete.} (Now we have finally done with
Malthus. 186*))
¦¦14¦ {Wir haben oben bei der Entwicklung des Begriffs des Kapi-
tals auseinandergesetzt, wie es Wert als solcher, G e l d, ist,
das sich sowohl in der Zirkulation erhält als durch den Austausch
mit lebendiger Arbeit vermehrt. Daß daher der Zweck des produzie-
renden Kapitals n i e d e r G e b r a u c h s w e r t, son-
dern die allgemeine Form des Reichtums als Reichtums. Der Pfaff
Th. Chalmers, in seiner sonst nach vielen Seiten albernen und wi-
derlichen Schrift: "On Political Economy in Connection with the
Moral State and Moral Prospects of Society. 2 ed. London. 1832",
hat diesen Punkt richtig getroffen, ohne andrerseits in die Ese-
lei solcher Kerls wie Ferner etc. zu fallen, die Geld als Wert
des Kapitals verwechseln mit dem reell vorhandnen Metallgeld. In
den Krisen ist das Kapital (als Ware) unaustauschbar, nicht weil
z u w e n i g Zirkulationsmittel vorhanden; sondern es zirku-
liert nicht, weil es n i c h t a u s t a u s c h b a r. Die
Bedeutung, die in Krisen das bare Geld bekommt, rührt nur daher,
daß, während Kapital nicht austauchbar gegen seinen Wert - und
nur
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184*) Kaschmirschals - 185*) der Kern - 186*) Jetzt sind wir end-
gültig mit Malthus fertig.
#502# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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darum erscheint ihm dieser gegenüber in der Form des Geldes fi-
xiert -, Verpflichtungen zu zahlen sind; neben der unterbrochnen
Zirkulation eine Z w a n g s z i r k u l a t i o n stattfindet.
Chalmers sagt (Heft IX, p. 57) [267]:
"Wenn ein Konsument bestimmte Waren zurückweist, ist es nicht im-
mer, wie vorausgesetzt ist von den neuen Ökonomen, weil er vor-
zieht, andere zu kaufen, sondern weil er die allgemeine Kaufkraft
ganz reservieren will. Und wenn ein Großkaufmann Waren auf den
Markt bringt, ist es meistens nicht auf der Suche nach anderen
Waren, die ihm als Ersatz gegeben werden könnten ... er will
seine a l l g e m e i n e K a u f k r a f t f ü r a l l e
W a r e n erweitern. Es nützt nichts zu sagen, daß Geld auch
eine Ware. Das reale Metallgeld, wofür ein Großkaufmann Verwen-
dung findet, beläuft sich nicht auf mehr als einen kleinen
B r u c h t e i l s e i n e s K a p i t a l s, selbst
s e i n e s G e l d k a p i t a l s; in seiner Gesamtheit kann
es, obwohl in Geld veranschlagt, auf Grund schriftlich festgehal-
tener Verträge in Umlauf gesetzt und für alle seine Zwecke nutz-
bar gemacht werden, mit Hilfe v o n M ü n z e n, d i e
s i c h n u r a u f e i n e n u n w e s e n t l i c h e n
A n t e i l a m G a n z e n b e l a u f e n. D a s g r o ß e
Z i e l d e s G e l d k a p i t a l i s t e n ist es in der
Tat, d e n N o m i n a l b e t r a g s e i n e s V e r m ö-
g e n s z u e r h ö h e n. D.h., wenn es in diesem Jahr in
Geld ausgedrückt z.B. 20 000 l. beträgt, sollte es im kommenden
Jahr in Geld ausgedrückt 24 000 l. sein. Sein einziger Weg, seine
Interessen als Großkaufmann zu fördern, besteht darin, s e i n
K a p i t a l i m v e r a n s c h l a g t e n G e l d w e r t
v o r z u s c h i e ß e n. Die Bedeutung dieser Ziele für ihn
nicht beeinträchtigt durch Währungsschwankungen oder durch eine
Veränderung des realen Werts des Geldes. Z.B., in einem Jahr
komme er von 20[000] auf 24 000 l.; durch einen Fall im Wert des
Geldes mag er sein Kommando über die Bequemlichkeiten etc. nicht
vergrößert haben. Dennoch ebensosehr sein Interesse, als wenn das
Geld nicht gefallen wäre; denn sonst wäre sein Vermögen in
Geldform stationär geblieben, und sein realer Reichtum hätte im
Verhältnis von 24 zu 20 abgenommen ... W a r e n" (d.h.
Gebrauchswert, realer Reichtum) "also nicht das endgültige Ziel
des handelnden Kapitalisten."
(Die Illusion des Monetarsystems [81] nur, daß es im real metal-
lic money 187*) (oder auch Papier, würde nichts ändern), kurz, in
der Form des Werts als r e a l e s G e l d die a l l g e-
m e i n e F o r m d e s R e i c h t u m s und Sich-Berei-
cherns erblickte, während grade wie das G e l d als Akku-
mulation von general power of purchase 188*) sich vermehrt, es in
seiner bestimmten Form als Zirkulationsmittel oder auch als
r e a l i s i e r t e r S c h a t z verhältnismäßig abnimmt.
Als A s s i g n a t i o n in real wealth 189*) oder productive
power 190*) gewinnt es tausend Formen),
"a u ß e r i m V e r a u s g a b e n s e i n e r R e v e-
n u e i n A n k ä u f e n f ü r d i e K o n s u m t i o n.
Inden A u s l a g e n s e i n e s K a p i t a l s, und
w e n n e r u m d e r P r o d u k t i o n w i l l e n
e i n k a u f t, ist Geld sein endgültiges Ziel" (nicht
M ü n z e n wohlgemerkt). (164-166.)
"P r o f i t," sagt derselbe Chalmers, "hat die Kraft, die
Dienste der verfügbaren Bevölkerung an andere Besitzer, außer an
die bloßen Landeigentümer, heranzuziehen...,
-----
187*) realen Metallgeld - 188*) allgemeiner Kaufkraft - 189*) re-
alem Reichtum - 190*) Produktivkraft
#503# Theorien über Mehrwert und Profit
-----
während ihre Ausgaben über die elementaren Lebensbedürfnisse hin-
ausreichen." (78.) (Heft IX, p. 53.)}
Den ganzen Z i r k u l a t i o n s p r o z e ß nennt Chalmers
in dem eben angeführten Buch the economic cycle 191*):
"Die Welt des Handels kann aufgefaßt werden als sich umwälzend in
etwas, das wir als ökonomischen Zyklus bezeichnen wollen, der
eine Umdrehung vollendet, in dem das Geschäft durch seine aufein-
anderfolgenden Transaktionen wieder an den Punkt zurückkehrt von
dem es ausging. Sein Beginn kann von dem Punkt aus datiert wer-
den, an dem der Kapitalist die Erlöseingänge erhalten hat, durch
die ihm sein Kapital ersetzt ist: Worauf er von neuem dazu über-
geht, seine Arbeiter in Dienst zu nehmen; um in Arbeitslöhnen un-
ter ihnen ihren Unterhalt zu verteilen oder vielmehr das Vermö-
gen, ihn zu erlangen; um von ihnen als fertiges Erzeugnis die Wa-
ren zu erhalten, mit denen er besonders handelt, um diese Waren
auf den Markt zu bringen und dort die Kreisbahn einer Bewegungs-
reihe zu beenden, indem er einen Verkauf herbeiführt und in sei-
nem Verlauf einen Erlösrücklauf für die gesamten Auslagen des Ka-
pitals erhält. Die Intervention des Geldes ändert nichts am re-
alen Charakter dieser Operation ..." (48, 49 l.c.) (Heft p. 54,
55.) 192*)
D e r U n t e r s c h i e d i m r e t u r n 193*), soweit
er abhängt von der Phase des Zirkulationsprozesses, die zusammen-
fällt mit dem unmittelbaren Produktionsprozeß, hängt nicht nur ab
von der längern oder kürzren Arbeitszeit, die nötig, um den Ge-
genstand zu vollenden (so z. B. Kanalbau etc.), sondern in gewis-
sen Zweigen der Industrie - Ackerbau - von den Unterbrechungen
der Arbeit, die durch die Natur der Arbeit selbst gegeben sind,
indem einerseits das Kapital brachliegt, andrerseits die Arbeit
stillsteht. So das Beispiel von A. Smith, daß Weizen ein Crop
194*) ist, das ein Jahr dauert, Ochs eins, das 5 Jahre dauert.
[277] Es werden deswegen auf das eine 5 Jahre Arbeit verwandt,
auf das andre nur 1.
Die Arbeit ist gering, die z. B. auf Vieh verwandt, das auf der
Weide aufwächst. Andrerseits in der Agrikultur selbst ist die Ar-
beit, die z. B. während des Winters verwandt wird, gering. Es
finden bei der Agrikultur statt (und in größrem oder geringrem
Grad bei manchen andren Produktionszweigen) durch die Bedingungen
des Produktionsprozesses selbst gegebne Unterbrechungen, Pausen
in der Arbeitszeit, die an einem gegebnen Punkt wieder neu-
begonnen werden muß, um den Prozeß weiterzuführen oder zu vollen-
den; die Stetigkeit des Produktionsprozesses fällt hier nicht zu-
sammen mit der Kontinuität des Arbeitsprozesses. Dies ist ein Mo-
ment des Unterschieds.
-----
191*) den ökonomischen Zyklus - 192*) sollte eigentlich heißen:
(l.c.) Heft (IX, p. 54.) - 193*) Kapitalumschlag - 194*) Getreide
#504# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
-----
Z w e i t e n s: Das Produkt braucht überhaupt längre Zeit, um
v o l l e n d e t zu werden, in seinen finished State 195*) ge-
setzt zu sein; dies ist die Gesamtdauer des Produktionsprozesses,
abgesehn davon, ob oder ob nicht Unterbrechungen in den Operatio-
nen der Arbeit stattfinden; die verschiedne Dauer der Produk-
tionsphase überhaupt; D r i t t e n s: Nachdem das Produkt ist
finished 196*), mag es nötig sein, daß es längre Zeit brachliegen
muß, wo es verhältnismäßig wenig Arbeit braucht, um Naturprozes-
sen überlassen zu werden, z.B. Wein. (Dies wird begrifflich unge-
fähr derselbe case sein wie I.) V i e r t e n s: längre Zeit, um
auf den Markt gebracht zu werden, weil es für entferntren Markt
bestimmt ist. (Dies fällt begrifflich mit case II zusammen.)
F ü n f t e n s: Die kürzere oder längre Zeit, in dem Gesamtre-
turn 197*) des Kapitals (seiner Gesamtreproduktion), soweit sie
bestimmt ist durch Verhältnis von capital fixe und capital circu-
lant, bezieht sich offenbar nicht auf den u n m i t-
t e l b a r e n P r o d u k t i o n s p r o z e ß, auf seine
Dauer, sondern nimmt seine Bestimmung aus der Zirkulation. Die
Zeit der Reproduktion des Gesamtkapitals ist bestimmt durch den
Gesamtprozeß, Zirkulation eingeschlossen.
"Ungleichheit der notwendigen Produktionsperioden."
"Der U n t e r s c h i e d i n d e r Z e i t, die erforder-
lich ist, um die Produkte der Landwirtschaft und anderer Arbeits-
zweige fertigzustellen, ist die Hauptursache der großen Abhängig-
keit der Landwirte. Sie können ihre Waren nicht in kürzerer Zeit
zu Markte bringen als in einem Jahr. Während dieses ganzen Jahres
sind sie verpflichtet, zu borgen vom Schuhmacher, Schneider,
Schmied, Stellmacher und den verschiedenen anderen Produzenten,
deren Produkte sie brauchen und die fertiggestellt [sind] in we-
nigen Tagen oder Wochen. Infolge dieses natürlichen Umstandes und
infolge der rascheren Vermehrung des Reichtums durch andersgear-
tete Arbeit als die landwirtschaftliche, sind die Alleinbesitzer
des gesamten Bodens, ¦¦15¦ obgleich sie auch die Gesetzgebung mo-
nopolisiert haben, unfähig, sich selbst und ihre Diener, die
Pächter, davor zu bewahren, die abhängigste Klasse des Staates zu
sein." (Thomas Hodgskin, "Populär Polit. Econ." Four lectures
etc. London 1827, p. 147 Note.) (Heft IX, p. 44) [267]
"Der natürliche Umstand, daß alle Waren in ungleichen Zeiträumen
produziert werden, während die Bedürfnisse der Arbeiter täglich
befriedigt werden müssen ... Diese Ungleichheit in der Zeit, die
erforderlich ist, um die unterschiedlichen Waren fertigzustellen,
würde im wilden Zustand dazu führen, daß der Jäger usw. einen
Überschuß an Wild usw. hat, bevor der Hersteller von Bogen und
Pfeilen usw. irgendeine Ware fertiggestellt hätte, um sie für den
Wildüberschuß zu geben. Kein Austausch könnte vorgenommen werden;
der Bogenmacher muß auch ein Jäger sein und Arbeitsteilung unmög-
lich. Diese Schwierigkeit trug bei zur Erfindung des Geldes."
(179, 180.) (l.c.)
------
195*) Endzustand - 196*) fertiggestellt - 197*) Gesamtumschlag
#505# Theorien über Mehrwert und Profit
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{In dem Begriff des f r e i e n A r b e i t e r s liegt schon,
daß er P a u p e r 199*) ist: virtueller Pauper 199*). Er ist
seinen ökonomischen Bedingungen nach bloßes l e b e n d i g e s
A r b e i t s v e r m ö g e n, also auch mit den Bedürfnissen
des Lebens ausgestattet. Bedürftigkeit nach allen Seiten hin,
ohne objektives Dasein als Arbeitsvermögen zur Realisierung des-
selben. Kann der Kapitalist seine Surplusarbeit nicht brauchen,
so kann er seine notwendige nicht verrichten; seine Lebensmittel
nicht produzieren. Kann sie dann nicht durch den Austausch erhal-
ten, sondern, wenn er sie erhält, nur dadurch, daß Almosen von
der Revenu für ihn abfallen. Als Arbeiter kann er nur leben, so-
weit er sein Arbeitsvermögen gegen den Teil des Kapitals aus-
tauscht, der den Arbeitsfonds bildet. Dieser Austausch selbst ist
an f ü r i h n zufällige, gegen sein o r g a n i s c h e s
Sein gleichgültige Bedingungen geknüpft 200*). Er ist also vir-
tualiter P a u p e r 201*). Da ferner die Bedingung der auf das
Kapital gegründeten Produktion ist, daß er immer mehr Surplusar-
beit produziert, so wird immer mehr n o t w e n d i g e
A r b e i t frei. Die Chancen seines Pauperismus 202*) vermehren
sich also. Der Entwicklung der Surplusarbeit entspricht die der
Surpluspopulation.
In verschiednen gesellschaftlichen Produktionsweisen existieren
verschiedne Gesetze der Vermehrung der Population und der Überpo-
pulation; letztre identisch mit Pauperismus. Diese verschiednen
Gesetze einfach zu reduzieren auf die verschiednen Weisen des
Verhaltens zu den Produktionsoder, in bezug auf das lebendige In-
dividuum betrachtet, Reproduktionsbedingungen seiner als Glied
der Gesellschaft, da er nur in der Gesellschaft arbeitet und an-
eignet. Die Auflösung dieser Verhältnisse in bezug auf das ein-
zelne Individuum oder Teil der Bevölkerung, setzt sie außer den
reproduktiven Bedingungen dieser bestimmten Basis, daher als
Überbevölkerung und nicht nur mittellos, sondern unfähig, durch
Arbeit sich die Lebensmittel anzueignen, daher als Pauper. Es ist
nur in der auf das Kapital gegründeten Produktionsweise, daß der
Pauperismus erscheint als Resultat der Arbeit selbst, der Ent-
wicklung der Produktivkraft der Arbeit. Auf der einen Stufe der
gesellschaftlichen Produktion kann daher Überpopulation sein, was
es auf der andren nicht ist, und ihre Effekte können verschieden
sein. Die ausgesandten Kolonien der Alten z. B. waren Überpopula-
tion; d.h., sie konnten auf der materiellen Eigentumsbase, i.e.
Produktionsbedingungen, nicht fortfahren, in demselben Raum zu
leben. Die Zahl mag sehr klein erscheinen, mit den modernen Pro-
duktionsbedingungen verglichen. Sie waren indes weit entfernt da-
von, Paupers zu sein. Wohl aber der Plebs in Rom mit seinem panis
et circenses
-----
198*) Armer - 199*) dem Wesen nach Armer - 200*) in der hand-
schrift: gesetzt - 201*) potentieller Armer - 202*) seiner Ver-
elendung
#506# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
-----
[235]. Die Überpopulation, die zu den großen Völkerwanderungen
führt, unterstellt wieder andre Bedingungen. [278]
Da bei allen frühren Produktionsformen die Entwicklung der
Produktivkräfte nicht die Basis der Aneignung, sondern bestimmtes
Verhalten zu den Produktionsbedingungen (Eigentumsformen) als
v o r a u s g e s e t z t e Schranke der Produktivkräfte er-
scheint und nur reproduziert werden soll, so muß noch mehr die
Populationsentwicklung, worin sich die Entwicklung aller Produk-
tivkräfte resümiert, eine ä u ß r e S c h r a n k e vorfinden
und so als zu Beschränkendes erscheinen. Die Bedingungen des Ge-
meinwesens nur vereinbar mit bestimmtem Populationsquantum.
Andrerseits, wenn die Schranken der Bevölkerung, die durch die
Dehnbarkeit der bestimmten Form der Produktionsbedingungen ge-
setzt, nach d e r l e t z t r e n s i c h ä n d e r n,
z u s a m m e n z i e h n o d e r a u s d e h n e n - also war
Überpopulation bei Jägervölkern anders als bei den Atheniensern,
bei diesen anders als bei den Germanen -, so aber auch die abso-
lute Rate, worin sich die Population vermehrt, und daher die Rate
der Überpopulation und Population. Die Überpopulation, die auf
einer bestimmten Produktionsbasis gesetzt, ist daher ebenso be-
stimmt wie die adäquate Population. Überpopulation und Population
zusammengenommen, sind d i e Population, die eine bestimmte
Produktionsbasis erzeugen kann. Wie weit sie über ihre Schranke
hinaussetzt, ist durch die Schranke selbst gegeben - oder viel-
mehr durch denselben Grund, der die Schranke setzt. So wie not-
wendige Arbeit und Surplusarbeit zusammengenommen, das Ganze der
Arbeit auf gegebner Basis.
Malthus' Theorie, die übrigens nicht seine Erfindung, sondern von
der er sich den Ruhm angeeignet durch den pfäffischen Eifer, mit
dem er sie verkündete, eigentlich nur durch den Akzent, den er
auf sie legte, ist nach 2 Seiten hin bedeutend: 1. weil er der
brutalen Ansicht des Kapitals brutalen Ausdruck verliehn; 2. weil
er das fact der Überpopulation unter allen Gesellschaftsformen
b e h a u p t e t hat. Bewiesen hat er sie nicht, denn es gibt
nichts Unkritischeres als seine bunt zusammengewürfelten Kompila-
tionen aus Geschichtsschreibern und Reisebeschreibungen. Durchaus
falsch und kindisch ist seine Auffassung, 1. weil er die
Ü b e r p o p u l a t i o n in den verschiednen historischen
Phasen der ökonomischen Entwicklung als g l e i c h a r t i g
betrachtet; ihren spezifischen Unterschied nicht versteht und
diese sehr komplizierten und wechselnden Verhältnisse daher stu-
pid auf ein Verhältnis reduziert, wo einerseits die natürliche
Fortpflanzung des Menschen, andrerseits die natürliche Fort-
pflanzung der Vegetabilien 203*) (oder means of subsistence
204*)) sich als zwei
-----
203*) pflanzlichen Nahrungsmitteln - 204*) Mittel für den Lebens-
unterhalt
#507# Theorien über Mehrwert und Profit
-----
natürliche Reihen, von denen die eine geometrisch, die andre
arithmetisch fortschreitet, gegenüberstehn. So verwandelt er die
historisch verschiednen Verhältnisse in ein abstraktes Zahlenver-
hältnis, das rein aus der Luft gefischt ist und weder auf Natur-
gesetzen noch auf historischen beruht. Es soll ein natürlicher
Unterschied in der Fortpflanzung des Menschen z.B. und des Ge-
treides stattfinden. Der Affe unterstellt dabei, daß die
V e r m e h r u n g d e s M e n s c h e n reiner Naturprozeß
ist, der ä u ß e r e r r e s t r a i n t s 205*), c h e c k s
206*) bedarf, um nicht nach einer geometrischen Proportion vorzu-
gehn. Diese g e o m e t r i s c h e F o r t p f l a n z u n g
ist der natürliche Fortpflanzungsprozeß des Menschen. In der Ge-
schichte findet er vor, daß die Population in sehr verschiednen
Verhältnissen vor sich geht und die Überpopulation ebensosehr ein
geschichtlich bestimmtes Verhältnis ist, keineswegs durch Zahlen
bestimmt oder durch die absolute Grenze der Produktivität von Le-
bensmitteln, sondern durch von b e s t i m m t e n P r o d u k-
t i o n s b e d i n g u n g e n gesetzte Grenzen. Sowohl der
Zahl nach beschränkt. Wie klein erscheinen uns die Zahlen, die
den Atheniensern Überpopulation bedeuten! Zweitens dem Charakter
nach. Eine Überpopulation von freien Atheniensern, die in
Kolonisten verwandelt werden, ist von einer Überpopulation von
Arbeitern, die in workhouse inmates 207*) verwandelt werden,
bedeutend verschieden. Ebenso die bettelnde Überpopulation, die
in einem Kloster sein Surplusproduce 208*) verzehrt, von der, die
sich in einer factory 209*) bildet. Er ist es, der abstrahiert
von diesen bestimmten historischen Gesetzen der Populationsbewe-
gungen, die, da die Historia der Natur des Menschen die
n a t ü r l i c h e n Gesetze sind, aber nur natürliche Gesetze
des Menschen auf bestimmter historischer Entwicklung, mit be-
stimmter durch seinen eignen Geschichtsprozeß [bedingter] Ent-
wicklung der Produktivkräfte. Der Malthussche Mensch, abstrahiert
von dem historisch bestimmten Menschen, existiert nur in seinem
Hirn; daher auch die diesem natürlichen Malthusschen Menschen
entsprechende geometrische Fortpflanzungsmethode. Die wirkliche
Geschichte erscheint ihm daher so, nicht daß die Fortpflanzung
seines Naturmenschen eine Abstraktion von dem Geschichtsprozeß,
von der wirklichen Fortpflanzung, sondern umgekehrt, daß die
wirkliche Fortpflanzung eine Anwendung der Malthusschen Theorie.
Was daher in der Geschichte die Bedingungen, immanenten Bedingun-
gen sowohl der Population als Überpopulation auf jeder Stufe, er-
scheint bei ihm als eine Reihe ä u ß e r e r c h e c k s
210*), die die Population v e r h i n d e r t haben, sich in
der Malthusschen Form zu entwickeln. Die Bedingungen, in denen
die Menschen sich historisch produzieren
-----
205*) Einschränkungen - 206*) Kontrollen - 207*) Armenhäusler -
208*) Mehrprodukt - 209*) Fabrik - 210*) Schranken
#508# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
-----
und reproduzieren, erscheinen als S c h r a n k e n der Repro-
duktion des Malthusschen Naturmenschen, der eine Malthussche
Kreatur ist. ¦¦16¦ Andrerseits, die Produktion von Lebensmitteln
- wie sie gecheckt, bestimmt ist durch die menschliche Aktion -
erscheint als C h e c k, den sie sich selbst setzt. Die Farren-
kräuter überdeckten die ganze Erde. Ihre Reproduktion hörte nur
auf, wo der Raum für sie aufhörte. Sie hielt sich an keine arith-
metische Proportion. Wo Malthus entdeckt hat, daß aus innrem An-
trieb, ohne ä u ß r e C h e c k s die Reproduktion freiwilli-
ger Naturerzeugnisse stoppt, ist schwer zu sagen. Die immanenten,
historisch wandelnden Grenzen des menschlichen Fortpflanzungspro-
zesses verwandelt er in ä u ß r e S c h r a n k e n; d i e
ä u ß r e n C h e c k der Naturreproduktion in i m m a n e n-
t e G r e n z e n oder n a t ü r l i c h e G e s e t z e der
Fortpflanzung.
2. Er bezieht albern ein bestimmtes Quantum Menschen auf ein be-
stimmtes Quantum Lebensmittel. Ricardo [279] hat ihm gleich rich-
tig entgegengehalten, daß das Quantum vorhandnen Getreides ganz
gleichgültig für den Arbeiter, wenn er keine B e s c h ä f-
t i g u n g hat; daß es also die means of employment 211*) und
nicht of subsistence 212*) sind, die ihn in die Kategorie der
Surpluspopulation stellen oder nicht. Dies ist aber allgemeiner
zu fassen und bezieht sich überhaupt auf die s o z i a l e
V e r m i t t l u n g, durch welche das Individuum sich auf die
Mittel zu seiner Reproduktion bezieht und sie schafft; also auf
die P r o d u k t i o n s b e d i n g u n g e n und sein
Verhältnis zu ihnen. Für den Sklaven in Athen war keine Schranke
da seiner Vermehrung außer den produzierbaren necessaries 213*).
Und wir hören nie, daß im Altertum S u r p l u s s k l a v e n
existiert hätten. Vielmehr steigt das Bedürfnis nach ihnen. Wohl
aber Surpluspopulation 214*) von Nichtarbeitern (im unmittelbaren
Sinn), die nicht zu viele waren in bezug auf vorhandne Lebensmit-
tel, sondern die der Bedingungen verlustig gegangen waren, unter
denen sie sich aneignen konnten. Die Erfindung von Surplusarbei-
tern, d. h. von eigentumslosen Menschen, die arbeiten, gehört der
Zeit des Kapitals an. Die Bettler, die sich an die Klöster anhin-
gen, und ihnen ihr Surplusprodukt aufessen halfen, sind in der-
selben Klasse, wie die retainer 215*) der Feudalen, und [dies]
zeigt, daß das Surplusproduce nicht von seinen wenigen Eigentü-
mern aufgegessen werden konnte. Es ist nur eine andre Form der
retainers of old 216*) oder der menial servants of today 217*).
Die Überpopulation z. B. bei hunting peoples 218*), die sich im
Kampf der einzelnen Stämme untereinander zeigt, beweist nicht,
daß die Erde die kleine Zahl nicht tragen könnte, sondern daß
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211*) Beschäftigungsmittel - 212*) der Existenz - 213*) Mittel
seines Lebensunterhaltes - 214*) Überbevölkerung - 215*) Dienst-
leute - 216*) Dienstleute von früher - 217*) gemeinen Dienstleute
von heute - 218*) Jägervölker
#509# Theorien über Mehrwert und Profit
-----
die Bedingungen ihrer Reproduktion ein großes Quantum, Territo-
rium für wenige Köpfe erfordern 219*). Nirgends Verhältnis auf
n i c h t e x i s t i e r e n d e absolute Masse von means of
subsistence 220*), sondern Verhältnis auf die Bedingungen der Re-
produktion, der Produktion dieser means 221*), [in] das aber
ebensosehr B e d i n g u n g e n d e r R e p r o d u k t i o n
d e s M e n s c h e n, der Gesamtpopulation, relativer Sur-
pluspopulation eingeschlossen sind 222*). Dies Surplus rein rela-
tiv: in gar keinem Verhältnis zu S u b s i s t e n z m i t-
t e l n überhaupt, sondern der Weise, sie zu produzieren. Daher
auch nur S u r p l u s auf diesem state of development 223*).
3. Was Malthus eigentlich gar nicht angehört, das Hereinbringen
der Renttheorie - au fond nur Formel dafür, daß in der von Ri-
cardo etc. gekannten Stufe der Industrie, die Agrikultur hinter
der Manufaktur zurückblieb - was übrigens, obgleich in wechseln-
den Verhältnissen, der bürgerlichen Produktion immanent -, gehört
nicht hierher.}
{Wenn wir die auf das Kapital gegründete Produktion betrachten,
so erscheint, absolut betrachtet, [als] Bedingung derselben
größte absolute Masse notwendiger Arbeit mit größter relativer
Masse Surplusarbeit. Also als Grundbedingung möglichstes Wachsen
der Population - der lebendigen Arbeitsvermögen. Betrachten wir
ferner die Bedingungen der Entwicklung der Produktivkraft sowohl
wie des Austauschs, so wieder Teilung der Arbeit, Kooperation,
allseitige Beobachtung, die nur aus vielen Köpfen hervorgehn
kann, Wissenschaft, möglichst viele Zentren des Austauschs - al-
les identisch mit Wachstum der Population. Andrerseits liegt es
in der Bedingung der Aneignung fremder Surplusarbeit, daß auf die
notwendige Population - d.h. die die notwendige Arbeit, die zur
Produktion nötige Arbeit repräsentierende Population - eine Sur-
plus Population kommt, die nicht arbeitet. Das Kapital in seiner
weitren Entwicklung zeigt, daß neben dem industriellen Teil - den
industriellen Kapitalisten - dieser Surpluspopulation ein rein
konsumierender sich abzweigt. Müßiggänger, deren Geschäft, fremde
Produkte zu verzehren, und [die], da der grobe Konsum seine Gren-
zen hat, die Produkte zum Teil in verfeinerter Form, als Lu-
xusprodukte forwarded 224*) bekommen müssen. Von dieser müßigen
Surpluspopulation ist nicht die Rede, wenn die Ökonomen von Sur-
pluspopulation sprechen. Sie wird umgekehrt - ihr Geschäft des
Verzehrens - von den Populationsfanatikern grade als notwendige
Population behandelt und mit Recht (mit Konsequenz). Der Ausdruck
Surpluspopulation bezieht sich ausschließlich auf die Arbeitsver-
mögen, d.h. auf die n o t w e n d i g e P o p u l a t i o n;
Surplus von A r b e i t s v e r m ö g e n. Dies geht aber ein-
fach aus der
-----
219*) In der Handschrift: braucht - 220*) Existenzmitteln -
221*) Mittel - 222*) in der Handschrift: ist - 223*) Entwick-
lungsniveau - 224*) nachgereicht
#510# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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Natur des Kapitals hervor. Das Arbeitsvermögen kann nur seine
notwendige Arbeit verrichten, wenn seine Surplusarbeit Wert für
das Kapital hat, verwertbar für es ist. Ist diese Verwertbarkeit
daher durch eine oder die andre Schranke gehemmt, so erscheint
das A r b e i t s v e r m ö g e n s e l b s t 1. a u ß e r
d e n B e d i n g u n g e n d e r R e p r o d u k t i o n
s e i n e r E x i s t e n z; es existiert ohne seine
E x i s t e n z b e d i n g u n g e n und ist daher a mere en-
cumbrance 225*); Bedürfnisse ohne die Mittel, sie zu befriedigen;
2. die notwendige Arbeit erscheint als überflüssig, weil die
überflüssige nicht notwendig ist. Notwendig ist sie nur, soweit
sie Bedingung für die Verwertung des Kapitals.
Das Verhältnis von notwendiger und Surplusarbeit, wie es durch
das Kapital gesetzt ist, schlägt also darin um, daß ein Teil der
notwendigen - d.h. der das Arbeitsvermögen reproduzierenden Ar-
beit - überflüssig ist und dieses Arbeitsvermögen selbst daher
als ein Surplus der notwendigen Arbeiterbevölkerung gebraucht,
d.h. der Portion der Arbeiterbevölkerung, deren notwendige Arbeit
nicht überflüssig, sondern notwendig für das Kapital ist. Da die
durch das Kapital notwendig gesetzte Entwicklung der Produktiv-
kraft darin besteht, das Verhältnis der Surplusarbeit gegen die
notwendige zu vergrößern oder die zu einem Quantum Surplusarbeit
erheischte Portion notwendiger Arbeit zu vermindern, so muß not-
wendig 226*) fortwährend, wenn ein bestimmtes Quantum Arbeitsver-
mögen gegeben ist, das Verhältnis der von ihm gebrauchten
n o t w e n d i g e n Arbeit sich vermindern, d. h. ein Teil
dieser Arbeitsvermögen überflüssig werden, indem eine Portion von
ihnen hinreicht, das Quantum Surplusarbeit zu verrichten, wozu
früher das ganze Quantum nötig war.
Das Setzen einer bestimmten Portion von Arbeitsvermögen als über-
flüssig, d.h. der zu ihrer Reproduktion erheischten Arbeit als
überflüssig, ist daher notwendige Konsequenz des Wachstums der
Surplusarbeit im Verhältnis zur notwendigen. Die Abnahme der re-
lativ notwendigen Arbeit erscheint als Zunahme der relativ über-
flüssigen Arbeitsvermögen - d.h. als Setzen von Surpluspopula-
tion. Wenn diese erhalten wird, geschieht es dann nicht aus dem
Arbeitsfonds, sondern aus der Revenu aller Klassen. Es geschieht
nicht durch die Arbeit des Arbeitsvermögens selbst - nicht mehr
durch die normale Reproduktion als Arbeiter, sondern als Lebendi-
ger wird er aus Gnade von andren erhalten; wird daher Lump und
Pauper; dadurch, daß er nicht mehr durch seine notwendige Arbeit,
also nicht mehr durch den Austausch mit einem Teil des Kapitals
sich erhält, ist er aus den Bedingungen des scheinbaren Tausch-
und Unabhängigkeitsverhältnisses herausgefallen; zweitens: Die
-----
225*) eine bloße Belastung - 226*) in der Handschrift: muß es
notwendig
#511# Theorien über Mehrwert und Profit
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Gesellschaft übernimmt in aliquoten Teilen für den Herrn Kapita-
listen das Geschäft, ihm sein virtuelles Arbeitsinstrument - des-
sen wear und tear 227*) - instand zu halten auf Reserve für
spätren Gebrauch. Er schiebt die Reproduktionskosten der Arbei-
terklasse zum ¦¦17¦ Teil von sich ab und pauperisiert so zu sei-
nem Profit einen Teil der andren Bevölkerung. Andrerseits hat das
Kapital, da es sich beständig als Surpluskapital reproduziert,
ebensosehr die Tendenz, diesen Pauperismus zu setzen als aufzuhe-
ben. Es wirkt in entgegengesetzter Richtung, wo in der Zeit bald
das eine, bald das andre das Übergewicht hat. Endlich liegt in
dem Setzen des Surpluskapitals das Doppelte 228*): 1. Es bedarf
einer wachsenden Bevölkerung, um in Bewegung gesetzt zu werden;
ist die relative Bevölkerung, die es braucht, kleiner geworden,
so ist es selbst um so größer geworden; 2. es bedarf eines unbe-
schäftigten (relativ wenigstens) Teils der Bevölkerung; d. h. ei-
ner relativen Surplusbevölkerung, um die für das Wachsen des Sur-
pluskapitals gleich vorrätige Bevölkerung zu finden; 3. der Sur-
pluswert kann, auf gegebner Stufe der Produktivkräfte, vorhanden
sein, aber noch nicht in dem Maße, in den Proportionen, um als
Kapital verwandt zu werden. Nicht nur ein Minimum der Produkti-
onsstufe, sondern ihrer Erweiterung gesetzt. In diesem Fall Sur-
pluskapital und Surpluspopulation. Ebenso kann Surpluspopulation
vorhanden sein, aber nicht genug, nicht in den zur Mehrproduktion
erheischten Proportionen. In allen diesen Betrachtungen ist
absichtlich noch ganz abstrahiert worden von den Wechselfällen
von Absatz, Kontraktion des Markts etc., kurz, von allem, was den
P r o z e ß v i e l e r K a p i t a l i e n voraussetzt.}
{A. Smiths Ansicht, daß nie d i e A r b e i t i h r e n
W e r t w e c h s e l t in dem Sinn, daß b e s t i m m t e s
Q u a n t u m A r b e i t f ü r d e n A r b e i t e r immer
bestimmtes Q u a n t u m A r b e i t i s t, d.h. bei A. Smith
q u a n t i t a t i v g l e i c h g r o ß e s O p f e r ist.
Ob ich viel oder wenig für eine Arbeitsstunde erhalte - was von
ihrer Produktivität abhängt und andren Umständen ", ich habe eine
Stunde g e a r b e i t e t. Was ich habe zahlen müssen für das
Resultat meiner Arbeit, meinen Arbeitslohn, ist immer dieselbe
A r b e i t s s t u n d e, das Resultat mag wechseln, wie es
will.
"Gleiche Quantitäten der Arbeit müssen zu allen Zeiten und an al-
len Orten für den, welcher arbeitet, einen gleichen Wert haben.
In seinem normalen Zustand von Gesundheit, Kraft und Tätigkeit
und nach dem gewöhnlichen Grad von Geschicklichkeit und Gewandt-
heit, die er besitzen kann, muß er immer die n ä m l i c h e
P o r t i o n seiner R u h e, F r e i h e i t, und seines
G l ü c k s geben. Wie die Quantität von Waren, die er als
Belohnung seiner Arbeit erhält, auch beschaffen sei, der
P r e i s, d e n e r z a h l t, ist immer derselbe. Dieser
Preis kann zwar bald eine kleinere, bald eine größere Quantität
dieser
-----
227*) Verschleiß - 228*) sollte eigentlich heißen; Dreifache
#512# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
-----
Waren kaufen, aber bloß weil ihr Wert wechselt, nicht der Wert
der Arbeit, der sie kauft. Die Arbeit allein wechselt also nie
ihren eignen Wert. Sie ist also der R e a l p r e i s der
Waren, das Geld ist nur ihr Nominalwert." (ed. von Garnier, t. I,
p. 64-66.) (Heft, S. 7.) [280]
Du sollst arbeiten im Schweiß deines Angesichts! war Jehovas
Fluch, den er Adam mitgab. [281] Und so als Fluch nimmt A. Smith
die Arbeit. Die "Ruhe" erscheint als der adäquate Zustand, als
identisch mit "Freiheit" und "Glück". Daß das Individuum "in sei-
nem normalen Zustand von Gesundheit, Kraft, Tätigkeit, Geschick-
lichkeit, Gewandtheit" auch das Bedürfnis einer normalen Portion
von Arbeit hat und von Aufhebung der Ruhe, scheint A. Smith ganz
fernzuliegen. Allerdings erscheint das Maß der Arbeit selbst äu-
ßerlich gegeben, durch den zu erreichenden Zweck und die Hinder-
nisse, die zu seiner Erreichung durch die Arbeit zu überwinden.
Daß aber diese Überwindung von Hindernissen an sich Betätigung
der Freiheit - und daß ferner die äußren Zwecke den Schein bloß
äußrer Naturnotwendigkeit abgestreift erhalten und als Zwecke,
die das Individuum selbst erst setzt, gesetzt werden - also als
Selbstverwirklichung, Vergegenständlichung des Subjekts, daher
reale Freiheit, deren Aktion eben die Arbeit, ahnt A. Smith eben-
sowenig. Allerdings hat er recht, daß in den historischen Formen
der Arbeit als Sklaven-, Fronde-, Lohnarbeit die Arbeit stets re-
pulsiv, stets als ä u ß r e Z w a n g s a r b e i t e r-
s c h e i n t und ihr gegenüber die Nichtarbeit als "Freiheit
und Glück". Es gilt doppelt: von dieser gegensätzlichen Arbeit
und, was damit zusammenhängt, der Arbeit, die sich noch nicht die
Bedingungen, subjektive und objektive, geschaffen hat (oder auch
gegen den Hirten- etc. Zustand, der sie verloren hat), damit die
Arbeit travail attractif 229*), Selbstverwirklichung des Indivi-
duums sei, was keineswegs meint, daß sie bloßer Spaß sei, bloßes
amusement 230*), wie Fourier [, p. 245-252] es sehr griset-
tenmäßig naiv auffaßt. Wirklich freie Arbeiten, z. B. Kom-
ponieren, ist grade zugleich verdammtester Ernst, intensivste An-
strengung.
Die Arbeit der materiellen Produktion kann diesen Charakter nur
erhalten, dadurch, daß 1. ihr gesellschaftlicher Charakter ge-
setzt ist, 2. daß sie wissenschaftlichen Charakters, zugleich
allgemeine Arbeit ist, nicht Anstrengung des Menschen als be-
stimmt dressierter Naturkraft, sondern als Subjekt, das in dem
Produktionsprozeß nicht in bloß natürlicher, naturwüchsiger Form,
sondern als alle Naturkräfte regelnde Tätigkeit erscheint. Übri-
gens denkt A. Smith nur an die Sklaven des Kapitals. Z.B. selbst
der halbkünstlerische Arbeiter des Mittelalters ist nicht zu ran-
gieren unter seine Definition. Was w i r
-----
229*) anziehende Arbeit - 230*) Vergnügen
#513# Theorien über Mehrwert und Profit
-----
a b e r h i e r z u n ä c h s t wollen, ist nicht auf seine
Ansicht von der Arbeit eingehn, seine philosophische, sondern das
ökonomische Moment. Die Arbeit, bloß als O p f e r betrachtet
und darum wertsetzend, als P r e i s, der für die Dinge bezahlt
wird und ihnen daher Preis gibt, je nachdem sie mehr oder weni-
ger Arbeit kosten, ist rein n e g a t i v e Bestimmung. Daher
konnte denn Herr Senior z.B. das Kapital zu einer Produkti-
onsquelle im selben Sinn wie die Arbeit, sui generis 231*)
machen, eine Produktionsquelle von W e r t, weil auch der
Kapitalist ein O p f e r bringe, das Opfer der a b s t i-
n e n c e 232*), indem er sich bereichert, statt sein Produkt
direkt aufzuessen. [282] Ein bloß Negatives schafft nichts. Wenn
die Arbeit dem Arbeiter z.B. Vergnügen macht - wie sicher dem
geizigen Seniors a b s t i n e n c e -, so verliert das Produkt
nichts an seinem Wert. Die Arbeit a l l e i n produziert; sie
ist die einzige S u b s t a n z der Produkte als W e r t e.
{Wie wenig Proudhon die Sache verstanden hat, geht aus seinem
Axiom hervor, daß jede Arbeit ein Surplus läßt. [283] Was er bei
dem Kapital verneint, verwandelt er in natürliche Eigenschaft der
Arbeit. Der Witz ist vielmehr, daß die zur Fristung der absoluten
Bedürfnisse notwendige Arbeitszeit f r e i e Zeit läßt
(verschieden auf den verschiednen Stufen der Entwicklung der
Produktivkräfte) und daher Surplusproduce geschaffen werden kann,
wenn S u r p l u s a r b e i t gearbeitet wird. Das Verhältnis
selbst aufzuheben ist der Zweck; so daß das Surplusproduce selbst
als notwendiges erscheint. Schließlich die materielle Produktion
jedem Menschen Surpluszeit zu andrer Tätigkeit läßt. Darin nun
nichts Mystisches mehr. Ursprünglich die freiwilligen Gaben der
Natur reich, oder wenigstens nur anzueignen. Von vornherein na-
turwüchsig Assoziation (Familie) und ihr entsprechende Teilung
der Arbeit und Kooperation. Denn ebenso ursprünglich die Bedürf-
nisse arm. Sie entwickeln sich selbst erst mit den Produktivkräf-
ten.}
Ihr Maß, die Arbeitszeit - gleiche Intensivität vorausgesetzt -,
ist daher das Maß der Werte. Der qualitative Unterschied der Ar-
beiter, soweit er nicht naturwüchsig ist, durch Geschlecht, Al-
ter, Körperkraft etc. gesetzt, also au fond nicht den qualita-
tiven Wert der Arbeit, sondern die Teilung der Arbeit, ihre Dif-
ferenzierung ausdrückt - ist selbst erst historisches Resultat
und wird für die große Masse der Arbeit wieder aufgehoben, indem
diese einfache ist; die qualitativ höhre aber ihr Maß an der ein-
fachen ökonomisch erhält. Die A r b e i t s z e i t, oder das
Quantum Arbeit, ist das Maß der Werte, heißt nichts, als das Maß
der Arbeit ist das Maß der Werte. Zwei Dinge sind nur mit demsel-
ben Maß kommensurabel 233*), wenn sie g l e i c h e r N a t u r
sind. Die Produkte können nur mit dem Maß der Arbeit - der Ar-
beitszeit - gemessen werden, weil sie ihrer
-----
231*) von eigener Art - 232*) Enthaltsamkeit - 233 meßbar
#514# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
-----
Natur nach A r b e i t sind. Sie sind objektivierte Arbeit. Als
Objekte nehmen sie Formen an, in denen ihr Dasein als Arbeit zwar
an der Form erscheinen kann (als äußerlich an sie gesetzte Zweck-
mäßigkeit; dies sieht man aber dem Ochsen z.B. nicht an, über-
haupt nicht den reproduzierten Naturprodukten), aber unter sich
nichts Gemeinschaftliches mehr hat. Als Gleiches ¦¦18¦ existieren
sie, solange sie als Tätigkeit existieren. Diese ist durch die
Zeit gemessen, die daher auch zum Maß der objektivierten Arbeit
wird. Wir werden an andrem Ort untersuchen, wieweit dies
M e s s e n mit Austausch nicht organisierter gesellschaftlicher
Arbeit zusammenhängt - bestimmter Stufe des gesellschaftlichen
Produktionsprozesses. Gebrauchswert bezieht sich nicht auf die
menschliche Tätigkeit als Quelle des Produkts, auf sein Gesetzt-
sein durch menschliche Tätigkeit - sondern auf sein Sein für den
Menschen. Soweit das Produkt Maß für sich hat, ist das natürli-
ches Maß, seiner als natürlichen Gegenstandes, Schwere, Gewicht,
Länge, Raummaß etc. Maß der Nützlichkeit etc. Aber als Effekt
oder als ruhndes Dasein der Kraft, die es geschaffen, ist es nur
gemessen durch das Maß dieser Kraft selbst. Das Maß der Arbeit
ist die Zeit. Bloß weil die Produkte A r b e i t sind, können
sie gemessen werden durch das Maß der Arbeit, durch die Arbeits-
zeit, oder das Quantum der in ihnen konsumierten Arbeit. Die Ne-
gation der Ruhe als bloße Negation, als asketisches Opfer schafft
nichts. Es kann einer den ganzen Tag, wie die Mönche etc., sich
abkasteien, martern etc., und dies Quantum Opfer, was er bringt,
lockt keinen Hund vom Ofen 234*). Der natürliche Preis der Dinge
ist nicht das Opfer, das ihnen gebracht wird. Dies erinnert viel-
mehr an die nicht-industrielle Ansicht, die durch Opfer an die
Götter Reichtum erwerben will. Außer dem Opfer muß noch etwas da
sein. Was als Opfer der Ruhe, kann auch Opfer der Faulheit, der
Unfreiheit, des Unglücks genannt werden, d.h. Negation eines ne-
gativen Zustandes.
A. Smith betrachtet die Arbeit psychologisch, in bezug auf den
Spaß oder Unfreude, die sie dem Individuum macht. Aber außer die-
ser g e m ü t l i c h e n Beziehung zu seiner Tätigkeit ist sie
doch noch etwas andres - erstens für andre, da das bloße Opfer
von A) B) nichts nützen würde; zweitens ein bestimmtes Verhalten
seiner selbst zur Sache, die es bearbeitet, und zu seinen eignen
Arbeitsanlagen. Sie ist p o s i t i v e, s c h a f f e n d e
T ä t i g k e i t. Das Maß der Arbeit - die Zeit - hängt natür-
lich nicht von der Produktion derselben ab; ihr Maß ist eben
nichts als eine Einheit, wovon ihre aliquoten Teile eine be-
stimmte Anzahl ausdrücken. Daraus folgt sicher nicht, daß der
W e r t der Arbeit konstant ist; oder nur insofern, als gleiche
Quanta Arbeit dieselbe Maßgröße sind. Es
-----
234*) In der Handschrift: Opfer
#515# Theorien über Mehrwert und Profit
-----
findet sich dann noch bei weitrer Bestimmung, daß die Werte der
Produkte gemessen sind durch die Arbeit, nicht die in ihnen ver-
wandt ist, sondern die zu ihrer Produktion nötig ist. Also nicht
das Opfer, sondern die Arbeit als Produktionsbedingung. Das Äqui-
valent drückt aus die Bedingung ihrer Reproduktion, als aus dem
Austausch ihnen gegeben, d.h. die Möglichkeit der Erneuerung der
produktiven Tätigkeit, als durch ihr eignes Produkt gesetzt.}
{Übrigens bei der A. Smithschen O p f e r a n s i c h t, die
übrigens richtig das s u b j e k t i v e V e r h ä l t n i s
d e s L o h n a r b e i t e r s z u s e i n e r e i g n e n
T ä t i g k e i t ausdrückt, kommt doch nicht heraus, was er
will - nämlich die Bestimmung des Werts durch die Arbeitszeit.
Für den Arbeiter mag eine Stunde Arbeit immer ein gleich großes
Opfer sein. Der Wert der Waren hängt aber keineswegs von seinen
feelings 235*) ab; auch nicht der Wert seiner Arbeitsstunde. Da
A. Smith zugibt, daß man dies Opfer bald wohlfeiler, bald teurer
verkaufen kann, so bleibt es dann auffallend, daß es immer zum
selben Preis v e r k a u f t werden soll. Er ist indes auch in-
konsequent. Macht nachher das S a l a i r zum Maß des Werts,
nicht das Quantum Arbeit. F ü r e i n e n O c h s e n i s t
e s i m m e r d a s s e l b e O p f e r, w e n n e r
g e s c h l a c h t e t w i r d. D e s w e g e n i s t d a s
O c h s e n f l e i s c h n i c h t v o n k o n s t a n t e m
W e r t.}
{"Obgleich nun aber gleiche Quantitäten von Arbeit immer einen
gleichen Wert in bezug auf den Arbeiter haben, so erscheinen sie
bald von einem kleinern, bald von einem größren Wert für den,
welcher den Arbeiter anwendet. Er erkauft sie bald mit einer
kleinern, bald mit einer größren Quantität von Waren. Für ihn
wechselt also der Preis der Arbeit wie der jeder andren Sache,
obgleich in der Wirklichkeit nur die Waren bald teuer, bald wohl-
feil sind." (p. 66, A. Smith, l.c. t. I.) (Heft p. 8.) [280]}
{Die Art, wie A. Smith den P r o f i t entstehn läßt, ist sehr
naiv.
"In dem Urzustand gehört das Produkt der Arbeit ganz dem Arbei-
ter. Die Quantität" (auch die größre Schwierigkeit etc.) "der Ar-
beit, angewandt, um einen austauschbaren Gegenstand zu erwerben
oder zu produzieren, ist der e i n z i g e U m s t a n d, wel-
cher die Quantität der Arbeit regelt, die dieser Gegenstand im
Durchschnitt kaufen, kommandieren oder im Austausch erhalten
kann... S o b a l d aber V o r r a t sich in den Händen von
P r i v a t l e u t e n aufhäuft, l ö s t s i c h d e r
W e r t, d e n d i e A r b e i t e r d e m G e g e n-
s t a n d h i n z u f ü g e n, i n 2 T e i l e a u f, wovon
der eine ihre Salaire, der andre den Profit bezahlt, welchen der
Unternehmer auf die Summe des stocks 236*) macht, der ihm gedient
hat, diese Salaire und die Arbeitsmaterie zu avancieren. Er hätte
k e i n I n t e r e s s e, diese Arbeiter anzuwenden, wenn er
nicht vom Verkauf ihres Werkes etwas mehr erwartete, als ihm
nötig ist, um den Fonds zu ersetzen, und er hätte kein Interesse,
eher eine große als eine kleine Summe von Fonds anzuwenden, wenn
seine Profite nicht in irgendeiner Proportion mit dem Umfang der
angewandten Fonds stünden." (l.c. p. 96, 97.) (H., S. 9.)}
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235*) Gefühlen - 236*) Vorrats
#516# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
-----
(Sieh die sonderbare Ansicht A. Smiths, d a ß v o r d e r
T e i l u n g d e r A r b e i t, "wo jeder sich bloß alles Nö-
tige verschaffte, es keines Fonds bedarf". Als ob in diesem Zu-
stand, wenn er keinen Fonds in der Natur vorfindet, er nicht ob-
jektive Bedingungen des Lebens vorfinden müßte, um zu arbeiten.
Selbst der Wilde, selbst Tiere schaffen Vorrat. Smith kann
höchstens von dem Zustand sprechen, wo nur noch der unmittelbare,
momentane Instinkt zu einer unmittelbaren Arbeit treibt, und dann
muß der V o r r a t doch d'une manière oder autre 237*)
o h n e A r b e i t sich in der Natur vorfinden. (Heft, S. 19.)
(Smith verwechselt. K o n z e n t r a t i o n d e s V o r-
r a t s in einer Hand nicht nötig dann.)}
{Vol. III seiner Ausgabe von A. Smith bemerkt Wakefield:
"Die in Gemeinsamkeit geleistete Arbeit von Sklaven ist produkti-
ver als die Arbeit voneinander getrennter freier Männer. Die Ar-
beit freier Männer ist nur dann produktiver als Sklavenarbeit,
wenn sie v e r b u n d e n i s t m i t h ö h e r e n
B o d e n p r e i s e n u n d d e m S y s t e m d e r
E i n s t e l l u n g f ü r A r b e i t s l o h n." (Note zu
p. 18.) (Heft VIII, S. I.) [284] "In Ländern, wo der Boden sehr
billig bleibt, leben entweder alle Menschen im Zustand der Bar-
barei oder einige von ihnen im Zustand der Sklaverei." (l.c.)}
{"P r o f i t ist ein Begriff, der das Wachsen von Kapital oder
Reichtum anzeigt; so bedeutet der Mißerfolg beim Auffinden der
Gesetze, welche die Profitrate beherrschen, auch Mißerfolg beim
Auffinden der Gesetze der Kapitalbildung." (p. 55. Atkinson (W.)
"Principles of Political Economy". London 1840.) (Heft, S. 2.)
[285]}
{"Der Mensch ist ebenso P r o d u k t d e r A r b e i t wie
irgendeine durch menschliche Tätigkeit entstandene Maschine; und
es scheint uns, daß er in allen ökonomischen Untersuchungen genau
aus dieser Sicht betrachtet werden sollte. Jedes Individuum, das
den Zustand der Reife erreicht hat... darf, das ist vollkommen
angemessen, als Maschine angesehen werden, deren Bau 20 Jahre be-
harrliche Aufmerksamkeit und die Verausgabung eines bedeutenden
Kapitals gekostet hat. Und wenn eine weitere Summe ausgelegt ist
in Erziehung oder Befähigung seiner für die Ausnutzung eines Ge-
werbes usw., wird sein Wert proportional erhöht, gerade wie eine
Maschine wertvoller gemacht wird durch die Verausgabung von zu-
sätzlichem Kapital oder Arbeit in ihrer Konstruktion, um ihr neue
Kräfte zu geben." (McCulloch. "The Principles of Pol. Econ.",
Edinburgh 1825 238*), p. 115.) (Heft, S. 9.)
"In Wirklichkeit wird eine Ware immer gegen mehr Arbeit ausge-
tauscht werden" (als wodurch sie produziert worden ist): "und es
i s t d i e s e r Ü b e r s c h u ß , d e r d e n
P r o f i t b i l d e t." (p. 221, McCulloch l.c.) (Heft, S.
13.)
Derselbe brave McCulloch, von dem Malthus [286] mit Recht sagt,
daß er das Eigne der Wissenschaft ¦¦19¦ darin sieht, alles mit
allem gleichzusetzen, sagt:
"d i e P r o f i t e d e s K a p i t a l s sind nur ein ande-
rer Name für die Löhne für a u f g e h ä u f t e A r b e i t"
(p. 291) (l.c. Heft, 14) [285] und daher wohl auch die Arbeits-
löhne nur ein anderer Name für die Profite vom lebendigen Kapi-
tal. "Löhne ... bestehen wirklich a u s e i n e m
-----
237*) auf die eine oder andere Weise - 238*) in der Handschrift:
London 1830
#517# Theorien über Mehrwert und Profit
-----
T e i l d e s P r o d u k t s d e s F l e i ß e s d e s
A r b e i t e r s; sie haben folglich hohen Wert, wenn der Ar-
beiter einen vergleichsweise hohen Teil von dem Produkt seines
Fleißes bekommt und umgekehrt." (295) (l.c.) (Heft, p. 15.)}
{Das Setzen durch das Kapital von S u r p l u s a r b e i t ist
im ganzen so wenig von den Ökonomen verstanden, daß sie einzelne
auffallende Phänomene, worin es hervortritt, als etwas
B e s o n d r e s, Kuriosität aufführen. So Ramsay [, p. 102]
das Nachtarbeiten. So sagt John Wade z.B., "History of the Middle
and Working Classes, 3 ed. London 1835" (p. 240) (Heft, Seite
21):
"Der Lohnstandard hat a u c h Bezug auf die Arbeitsstunden und
Perioden der Erholung. Es war die Politik der Meister in den
letzten Jahren" (vor 1835) "zu usurpieren von den Fabrikarbeitern
in diesem Sinne, durch Beschneiden oder Verkürzung der freien
Tage und Mahlzeiten und graduelle Ausdehnung der Arbeitsstunden;
wissend, daß eine Steigerung von 'h in der Arbeitszeit äquivalent
ist einer Reduktion zum selben Betrag in der Höhe des Arbeitsloh-
nes."}
John St. Mill: "Essays on some unsettled questions of political
economy, London 1844." (Die wenigen originellen Ideen von Mill
Junior sind enthalten in diesem schmalen Büchlein, nicht in sei-
nem dickleibig-pedantischen magnum opus 239*).) [287]
"Was immer bestimmt ist, reproduktiv verwandt zu werden, sei es
in seiner existierenden Gestalt oder indirekt durch einen frühe-
ren (oder auch späteren) Austausch, ist K a p i t a l. Unter-
stelle, ich habe alles Geld, das ich besitze, in Salairen und Ma-
schinen ausgelegt, und der Artikel, den ich produziere, ist eben
fertiggestellt: Im Intervall, eh ich diesen Artikel verkaufen
kann, realisieren den Ertrag und ihn wieder anlegen in Löhnen und
Werkzeugen, wird gesagt werden, daß ich k e i n K a p i t a l
habe? Sicher nicht: Ich habe dasselbe Kapital wie früher, viel-
leicht ein größeres, aber es liegt fest und ist nicht verfügbar."
(p. 55.) (Heft, S. 36.)12851
"Zu allen Zeiten liegt ein sehr großer Teil des Kapitals eines
Landes müßig. Das jährliche Produkt eines Landes erreicht nie an
Größe, was es könnte, wenn alle Reserven der Reproduktion geweiht
wären, wenn, in Kürze, alles Kapital des Landes in voller Anwen-
dung wäre. Wenn jede Ware im Durchschnitt unverkauft bliebe für
eine Länge der Zeit gleich der, die erfordert ist für ihre Pro-
duktion, ist klar, daß zu irgendeiner Zeit nicht mehr als die
Hälfte des produktiven Kapitals des Landes tatsächlich die Funk-
tion des Kapitals verrichten würde. Die beschäftigte Hälfte ist
eine fluktuierende Portion, zusammengesetzt aus wechselnden Be-
standteilen; aber das Resultat würde sein, daß jeder Produzent
fähig sein würde, jedes Jahr nur halb die Zufuhr von Waren zu
produzieren, die er produzieren könnte, wenn er sicher wäre, sie
den Augenblick ihrer [Vollendung] zu verkaufen." (l.c. p. 55,
56.) "Dies oder etwas der Art ist jedoch der gewöhnliche Zustand
eines sehr großen Teils aller Kapitalisten in der Welt." (p. 56.)
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239*) Hauptwerk
#518# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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"Die Zahl der Produzenten oder Verkäufer, die ihr Kapital in der
kürzesten Zeit umschlagen, ist sehr klein. Es sind wenige, die
einen so raschen Verkauf für ihre Waren haben, daß alle Güter,
die ihr eignes Kapital oder von ihnen zu erborgendes Kapital, sie
zuzuführen befähigt, so rasch g e r ä u m t werden können als
zugeführt. Die Majorität hat keinen
G e s c h ä f t s u m f a n g, überhaupt adäquat der Kapital-
menge, über die sie verfügen. Es ist wahr, daß in Gemeinwesen, wo
Industrie und Handel mit dem größten Erfolg praktiziert werden,
die Einrichtungen des Bankwesens den Besitzer eines größren Kapi-
tals, als er in seinem eignen Geschäft anwenden kann, befähigen,
es produktiv zu verwenden und eine Kapitalrente davon herzulei-
ten. Dennoch, selbst dann ist da eine große Quantität Kapital,
das f i x i e r t bleibt in der Gestalt von Werkzeugen, Maschi-
nerie, Gebäuden etc., sei es nur zur Hälfte tätig oder in voll-
ständiger Anwendung: Und jeder Geschäftsmann hält ein
B e t r i e b s k a p i t a l, um für eine mögliche plötzliche
Anforderung bereit zu sein, obgleich er nicht fähig sein mag,
darüber für einen unbestimmten Zeitraum zu verfügen." (p. 56.)
"Diese beständige Nichtanwendung eines großen Teils des Kapitals
ist der Preis, den wir für die Teilung der Arbeit zahlen. Der
Kauf ist wert, was er kostet; aber der Preis ist beträchtlich."
(56.)
"Wenn ich 1500 Taler im Geschäft habe und 10% einbekomme, während
500 unproduktiv liegen, um das Geschäft zu schmücken etc., ist es
dasselbe, als wenn ich 2000 240*) Taler zu 7 1/2 % anlege ... In
vielen Geschäftszweigen sind einige Geschäftsleute, die Artikel
verkaufen von gleicher Qualität zu einem geringren Preis als an-
dre Geschäftsleute. Dies kein freiwilliges Opfern von Profiten;
sie erwarten von dem erfolgenden erhöhten Zustrom von Kunden, ihr
Kapital rascher umzuschlagen und Gewinner zu sein, indem sie ihr
gesamtes Kapital in beständigerer Anwendung halten, obgleich auf
eine gegebne Operation ihre Gewinne kleiner sind." (p. 56, 57.)
"Es ist strittig, ob es irgendwelche Geschäftsleute gibt, für
welche ein zusätzlicher Käufer von keinem Nutzen; und für die
große Majorität diese Hypothese durchaus nicht anwendbar. Ein zu-
sätzlicher Kunde ist für die meisten Geschäftsleute gleichbedeu-
tend einem Zuwachs ihres produktiven Kapitals. Er befähigt sie,
einen Teil ihres Kapitals, der müßig lag (und vielleicht nie in
ihren Händen produktiv geworden wäre, bis ein Kunde gefunden
war), in Arbeitslöhne und Produktionsinstrumente zu verwandeln
... Das Aggregatprodukt des Landes für das folgende Jahr ist da-
her vermehrt; nicht durch den reinen Austausch, sondern indem
eine Portion des nationalen Kapitals a k t i v i e r t w i r d,
die, hätte es den Austausch nicht gegeben, für einige Zeit länger
untätig geblieben wäre." (57, 58.)
"Die Vorteile, die von n e u e m K u n d e n gewonnen werden,
sind für den Produzent oder Geschäftsmann: 1. Sagen wir ein Teil
seines Kapitals liegt in der Form von unverkauften Gütern, produ-
zierend (für eine längre oder kürzre Zeit) überhaupt nichts; so
ein Teil hievon i n g r ö ß r e A k t i v i t ä t g e r u-
f e n u n d w i r d b e s t ä n d i g e r p r o d u k t i v.
2. Überschreitet die zusätzliche Nachfrage, was zugeführt werden
kann durch Befreiung des Kapitals, das im Zustand von unver-
kauften Gütern existiert, und wenn der Geschäftsmann zusätzliche
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240*) In der Handschrift: 1000
#519# Theorien über Mehrwert und Profit
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Reserven hat, die produktiv investiert waren (z. B. in den öf-
fentlichen Staatspapieren), aber nicht in seinem eigenen Ge-
schäft, ist er befähigt, zu erhalten für einen Teil von diesen
nicht mehr Zins, sondern Profit und so zu gewinnen die Differenz
zwischen dem Zinsfuß und der Profitrate; 3. Ist all sein Kapital
in seinem eignen Geschäft verwandt und kein Teil als unverkaufte
Güter aufgespeichert, so kann er ein Surplus-Geschäft mit geborg-
tem Kapital führen und die Differenz zwischen Zins und Profit ge-
winnen." (59.)}
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