Quelle: MEW 42 Marx: Ökonomische Manuskripte 1857/1858

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       #454#
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       [Theorien über Mehrwert und Profit]
       
       {[254] Die  absolute Konfusion  der Ökonomen in bezug auf die Ri-
       cardosche Bestimmung  des Werts  durch die Arbeitszeit - in einem
       Grundmangel seiner eignen Entwicklung begründet - tritt sehr klar
       hervor bei  Herrn Ramsay.  Er sagt (nachdem er zuvor aus dem Ein-
       fluß,  den   die  Zirkulationszeit   der  Kapitalien   auf   ihre
       r e l a t i v e   V e r w e r t u n g,   d.h. ihre relative Teil-
       nahme an  dem allgemeinen  Surpluswert, den abgeschmackten Schluß
       gezogen:
       
       "Dies zeigt,  wie Kapital  Wert unabhängig  von Arbeit regulieren
       kann" (IX, 84. R, 43) [255]
       
       oder
       
       "Kapital unabhängig von Arbeit eine Quelle von Wert" (55 l.c.)
       
       wörtlich:
       
       "Ein zirkulierendes  Kapital (Lebensmittelfonds)  wird immer mehr
       Arbeit unterhalten,  als die  man ihm  selbst  früher  angedeihen
       ließ. Denn  w e l c h e r  V o r t e i l  (N u t z e n)
       
       #455# Theorien über Mehrwert und Profit
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       sollte dem  Eigentümer an  seinem Gebrauch   a l s  s o l c h e m
       entstehen, wenn es nicht mehr Arbeit anwenden könnte, als man ihm
       zuvor hatte angedeihen lassen?" (1. c. 49.)
       "Gesetzt, zwei  Kapitale von  gleichem Wert,  jedes erzeugt durch
       die Arbeit von 100 während einer bestimmten Zeit arbeitenden Män-
       nern, wovon  das eine  ganz zirkulierend ist, das andere ganz fi-
       xiert (festangelegt),  und könnte  vielleicht aus  Wein bestehen,
       der zum Reifen zurückgehalten wird. Nun, dies zirkulierende Kapi-
       tal,  a u f g e b r a c h t  d u r c h  d i e  A r b e i t  v o n
       1 0 0   M a n n,  wird 150 Mann in  B e w e g u n g  s e t z e n.
       Das Produkt  am Ende des kommenden Jahres wird folglich in diesem
       Falle sein  das Resultat der Arbeit von 150 Mann. Aber noch immer
       wird es  nicht mehr  Wert besitzen, als der Wein zum Abschluß der
       gleichen Periode,  obgleich nur  100 Mann auf letzteren angewandt
       werden." (50.)
       "Oder will  man versichern,  daß die  Menge Arbeit,  welche jedes
       zirkulierende Kapital   a n w e n d e n  w i r d,  nicht mehr als
       gleich der  ist, die  ihm zuvor  zugeführt wurde?  Das hieße, daß
       d e r   W e r t   d e s  v e r a u s g a b t e n  K a p i t a l s
       = dem des Produkts." (52.)
       
       Große Konfusion zwischen der labour bestowed upon capital 1*) und
       der which it will employ 2*). Das Kapital, das gegen das Arbeits-
       vermögen ausgetauscht  wird, das approvisionnement 3*) - und dies
       nennt er  hier Capital  circulant -  kann nie  mehr Arbeit employ
       than has been bestowed upon it 4*). (Die Rückwirkung der Entwick-
       lung der  Produktivkräfte auf  vorhandnes Kapital  geht uns  hier
       nichts an.) Aber there has been more labour bestowed upon it than
       it has  paid for - surpluslabour, which is converted into surplus
       value and  surplus produce,  enabling the  capital to  renew this
       profitable bargain,  where the mutuality is all on one side, on a
       more enlarged  scale. It is enabled to employ more new living la-
       bour, because during the process of production a portion of fresh
       labour has been bestowed upon it beyond the accumulated labour of
       which it consisted before entering that process. 5*)
       Herr Ramsay  scheint sich  einzubilden, daß, wenn das Kapital das
       Produkt von  20 Arbeitstagen  (notwendige und  Surpluszeit zusam-
       men), dies  Produkt von  20 Arbeitstagen  30 Arbeitstage anwenden
       kann. Dies  ist aber  keineswegs der  Fall. Auf das Produkt seien
       sage 10  notwendige Arbeitstage,  10 Surplustage verwandt. So der
       Surpluswert =  10 Surplustagen. Indem der Kapitalist diese wieder
       gegen Rohstoff, Instrument und Arbeit austauscht, kann er mit dem
       S u r p l u s p r o d u k t   wieder  neue    n o t w e n d i g e
       A r b e i t  in Bewegung setzen. Der Witz
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       1*) Arbeit, die  dem Kapital zugeführt - 2*) die es anwenden will
       - 3*) der  Lebensmittelfonds -  4*) anwenden, als  ihm  zugeführt
       wurde 5*) es ist ihm mehr Arbeit zugeführt worden, als er bezahlt
       hat -  Mehrarbeit, welche  verwandelt wurde in Mehrwert und Mehr-
       produkt, und das Kapital befähigt dieses profitable Geschäft, bei
       dem die Gegenseitigkeit ganz auf einer Seite ist, auf noch erwei-
       terter Skala zu wiederholen. Es ist in der Lage, mehr neue leben-
       dige Arbeit anzuwenden, weil während des Produktionsprozesses ihm
       eine Portion  frischer Arbeit  zugeführt wurde  über die  akkumu-
       lierte Arbeit  hinaus, aus  der es  vor Eintritt in diesen Prozeß
       bestand.
       
       #456# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
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       ist nicht,  daß er mehr Arbeitszeit employed 6*), als in dem Pro-
       dukt vorhanden  ist, sondern  daß er  die Surplusarbeitszeit, die
       ihm nichts  kostet, von  neuem gegen notwendige austauscht - also
       grade, daß  er employs die  g a n z e  A r b e i t s z e i t  be-
       stowed upon  the produce, while he has paid only part of that la-
       bour 7*).  Der Schluß des Herrn Ramsay, that wenn the quantity of
       labour which  every circulating  capital will  employ was no more
       than equal  to that previously bestowed upon it, the value of the
       capital expended  would be  equal to that of the produce, i.e. no
       surplus value would be left 8*), wäre nur richtig, wenn die quan-
       tity  of   labour  bestowed   upon  the   capital  9*)    g a n z
       b e z a h l t  w o r d e n  w ä r e,  d.h., wenn sich das Kapital
       einen Teil  der Arbeit  nicht   o h n e  Ä q u i v a l e n t  an-
       eignete.
       Diese Mißverständnisse  Ricardos gehn offenbar daraus hervor, daß
       er selbst  nicht klar  über den  Prozeß war  noch sein konnte als
       Bourgeois. Einsicht  in diesen  Prozeß ist  = dem statement 10*),
       daß das  Kapital nicht  nur, wie  A. Smith  meint, Kommando  über
       fremde Arbeit ist, in dem Sinne wie jeder Tauschwert es ist, weil
       er seinem  Besitzer   K a u f m a c h t  gibt, sondern daß es die
       Macht ist,  sich  fremde  Arbeit    o h n e    A u s t a u s c h,
       o h n e   Ä q u i v a l e n t,   aber mit  dem  Schein  des  Aus-
       tauschs, anzueignen.  Ricardo weiß A. Smith und andren gegenüber,
       die in  denselben Irrtum verfallen über Wert as determined by la-
       bour 11*)  und über  Wert as  determined by  the price  of labour
       (wages) 12*)  nie anders  zu refütieren 13*) als so: daß er sagt,
       mit dem  Produkt derselben  Quantität Arbeit  kann man bald mehr,
       bald weniger  lebendige Arbeit  in Bewegung  setzen, d.h., er be-
       trachtet das Produkt der Arbeit in bezug auf den Arbeiter nur als
       G e b r a u c h s w e r t   -  den  Teil  des  Produkts,  den  er
       braucht, um  leben zu  können als  Arbeiter. Woher es aber kömmt,
       daß  auf   einmal  der  Arbeiter  in  dem  Austausch  nur    G e-
       b r a u c h s w e r t   repräsentiert oder  nur Gebrauchswert aus
       dem Austausch  zieht, ist  ihm by  no means  14*) klar, wie schon
       seine ¦¦33¦  nie allgemein, sondern stets an einzelnen Beispielen
       demonstrierende Argumentation gegen A. Smith beweist.
       Woher kömmt  es denn,  daß der  Anteil des  Arbeiters am Wert des
       Produkts nicht bestimmt ist durch den Wert, sondern durch den Ge-
       brauchswert des  Produkts, also  nicht durch die darauf verwandte
       Arbeitszeit, sondern durch seine Qualität, das lebendige Arbeits-
       vermögen zu  erhalten? Wenn er dies etwa erklärt durch Konkurrenz
       der Arbeiter  unter sich, so wäre hierauf zu antworten idem 15*),
       was er  dem A. Smith über die Konkurrenz der Kapitalisten antwor-
       tet.
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       6*) anwandte -  7*) die dem  Produkt zugeführt  wurde, während er
       nur einen  Teil dieser Arbeit bezahlt hat - 8*) daß, wenn die Ar-
       beitsmenge, welche  jedes zirkulierende  Kapital  anwenden  will,
       nicht mehr war als gleich der, die ihm zuvor zugeführt wurde, der
       Wert des  verausgabten Kapitals  demjenigen des Produkts gleichen
       würde, d.h.  kein Mehrwert übrig bliebe - 'dem Kapital zugeführte
       Arbeitsmenge -  10*) der Feststellung  - 11*) als  bestimmt durch
       Arbeit -  12*) als bestimmt  durch den Preis der Arbeit (Löhne) -
       "widerlegen - 14*) keinesfalls - 15*) dasselbe
       
       #457# Theorien über Mehrwert und Profit
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       daß diese Konkurrenz zwar das Niveau des Profits ebnen, gleichma-
       chen kann,  aber keineswegs  das Maß  dieses Niveaus  schafft. So
       könnte die  Konkurrenz der Arbeiter den höhren Arbeitslohn herab-
       drücken etc., aber der allgemeine Standard des Arbeitslohns oder,
       wie Ricardo  sagt, der  natürliche Preis des Arbeitslohns, könnte
       nicht erklärt werden aus der Konkurrenz zwischen Arbeiter und Ar-
       beiter, sondern  nur aus  dem ursprünglichen  Verhältnis zwischen
       Kapital und  Arbeit. Die Konkurrenz überhaupt, dieser wesentliche
       Lokomotor der  bürgerlichen Ökonomie,  etabliert nicht  ihre  Ge-
       setze, sondern ist deren Exekutor. Illimited competition 16*) ist
       darum nicht  die Voraussetzung  für die Wahrheit der ökonomischen
       Gesetze, sondern  die Folge  - die  Erscheinungsform, worin  sich
       ihre Notwendigkeit realisiert. Für die Ökonomen, wie Ricardo tut,
       voraussetzen, daß  illimited competition existiert, ist die volle
       Realität und  Realisierung der  bürgerlichen  Produktionsverhält-
       nisse in  ihrer differentia specifica 17*) voraussetzen. Die Kon-
       kurrenz   e r k l ä r t   d a h e r  nicht diese Gesetze; sondern
       sie läßt sie  s e h n,  produziert sie aber nicht.
       Oder Ricardo[,  "On the  principle ...",  p. 86]  sagt auch:  Die
       Produktionskosten der  lebendigen Arbeit hingen von den Produkti-
       onskosten ab,  um die  Werte herzustellen, die nötig sind, sie zu
       reproduzieren. Betrachtete er vorhin das Produkt in bezug auf den
       Arbeiter nur  als Gebrauchswert, so betrachtet er hier den Arbei-
       ter in  bezug auf  das Produkt nur als  T a u s c h w e r t.  Der
       historische Prozeß,  wodurch Produkt und lebendige Arbeit in dies
       Verhältnis zueinander  kommen, geht ihn nichts an. Aber ebensowe-
       nig ist er völlig klar über die Art, wie dies Verhältnis perpetu-
       iert 18*)  wird. Bei  ihm ist das Kapital  R e s u l t a t  d e r
       E r s p a r u n g;   dies zeigt schon, daß er seinen Entstehungs-
       und Reproduktionsprozeß mißversteht. Er denkt sich daher auch die
       Produktion unmöglich  ohne Kapital, während er sich sehr wohl das
       Kapital  möglich  ohne  Grundrente  denkt.  Der  Unterschied  des
       P r o f i t s  vom  M e h r w e r t  existiert für ihn nicht. Be-
       weis, daß  er weder über die Natur des einen noch des andren klar
       ist. Schon  sein Verfahren gleich im Beginn zeigt dies. Ursprüng-
       lich läßt  er Arbeiter  gegen Arbeiter austauschen - und ihr Aus-
       tausch ist  dann bestimmt durch das Äquivalent, durch die 19*) in
       der Produktion  wechselseitig ausgegebne  Arbeitszeit. Dann kommt
       das eigentliche  Problem seiner Ökonomie, nachzuweisen, daß diese
       Wertbestimmung nicht durch die Akkumulation der Kapitalien - i.e.
       durch das Dasein des Kapitals verändert wird.
       Erstens fällt  ihm nicht ein, daß sein erstes naturwüchsiges Ver-
       hältnis selbst  nur ein  von der auf dem Kapital ruhenden Produk-
       tion abstrahiertes Verhältnis
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       16*) Uneingeschränkte Konkurrenz  -  17*) ihrem  Unterscheidungs-
       merkmal - 18*) verewigt - 19*) in der Handschrift: der
       
       #458# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft V
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       ist. Zweitens  ist bei  ihm   b e s t i m m t e s   Q u a n t u m
       o b j e k t i v e r   A r b e i t s z e i t,   das  zwar  wachsen
       kann, vorhanden,  und er fragt sich, wie es  g e t e i l t  wird?
       Die Frage  ist rather  20*), wie es geschaffen wird, und dies ist
       grade die spezifische Natur des Verhältnisses von Kapital und Ar-
       beit oder  die differentia  specifica des  Kapitals, die dies er-
       klärt. Es  handelt sich in der Tat, wie Quincey das ausdrückt (X,
       5) [256],  in der modernen (Ricardoschen) Ökonomie nur um die Di-
       videnden, während  das Gesamtprodukt  als fix, bestimmt durch die
       Quantität darauf  verwandter Arbeit  betrachtet wird  - sein Wert
       danach abgeschätzt  wird. Daher ist Ricardo mit Recht vorgeworfen
       worden, daß  er die  surplus value  21*) nicht versteht, obgleich
       seine Gegner  sie noch  weniger verstehn. Das Kapital wird darge-
       stellt als von vorhandnem Wert der Arbeit (des Produkts) bestimm-
       ten Teil  sich aneignend; die Schöpfung dieses Werts, den es sich
       aneignet über das reproduzierte Kapital hinaus, ist nicht als die
       Q u e l l e   d e s  Mehrwerts dargestellt. Diese Schöpfung fällt
       zusammen mit Aneignung fremder Arbeit  o h n e  A u s t a u s c h
       und darf  daher nie klar von den bürgerlichen Ökonomen verstanden
       werden.
       Ramsay wirft  Ricardo vor,  er vergesse,  daß  das  Capital  fixe
       (woraus das Kapital außer dem approvisionnement besteht, bei Ram-
       say raw  material 22*) zugleich neben instrument 23*)) abgehe von
       der Summe, die Kapitalist und Arbeiter zu verteilen haben.
       
       "Ricardo vergißt, daß das ganze Produkt nicht nur zwischen Löhnen
       und Profiten  sich teilt, sondern auch ein Teil nötig ist, um fi-
       xes Kapital zu ersetzen." (IX, p. 88. R[amsay, p.] 174, Note.)
       
       In der Tat, da das Verhältnis der vergegenständlichten Arbeit zur
       lebendigen -  nicht zu  deduzieren aus  Dividenden eines gegebnen
       Quantums Arbeit,  sondern aus Setzen von Surplusarbeit - nicht in
       seiner lebendigen  Bewegung von  Ricardo gefaßt  ist,  also  auch
       nicht das  Verhältnis der  verschiednen Bestandteile des Kapitals
       zueinander, bekömmt  es bei  ihm den  Schein, als  teile sich das
       ganze Produkt  in wages 24*) und profits, so daß die Reproduktion
       des Kapitals  selbst zum Profit gezählt wird. Quincey (1. c. Heft
       X, 5) setzt so die Ricardosche Theorie auseinander:
       
       "Wenn der Preis 10 sh, dann können Lohn und Profit zusammengenom-
       men nicht  mehr als  zehn Schilling ausmachen. Aber sind es nicht
       im Gegenteil  Lohn und  Profit zusammen, die den Preis bestimmen?
       Nein, das ist die alte überholte Doktrin." (p. 204.)
       "Die neue  Ökonomie hat  gezeigt, daß  jeder Preis  bestimmt  ist
       durch die   v e r h ä l t  n i s m ä ß i g e   M e n g e    d e r
       p r o d u z i e r e n d e n   A r b e i t   und durch sie allein.
       Ist er selbst einmal
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       20*) vielmehr - 21*) den Mehrwert - 22*) Rohmaterial - 23*) Werk-
       zeug - 24*) Löhne
       
       #459# Theorien über Mehrwert und Profit
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       festgesetzt, dann,  von selbst, bestimmt der Preis den Fonds, aus
       dem sowohl der Lohn wie auch der Profit ihre  b e s o n d e r e n
       A n t e i l e  ziehen." (l.c. 204.)
       
       Das Kapital erscheint hier nicht als Setzen von Surpluswert, i.e.
       Surplusarbeit, sondern  nur als Abzüge machend von einem gegebnen
       Quantum Arbeit.  Daß Instrument  und Rohmaterial sich diese  D i-
       v i d e n d e   zueignen, muß  dann aus ihrem  G e b r a u c h s-
       w e r t  in der Produktion erklärt werden, wo dann die Albernheit
       vorausgesetzt ist, als 25*) wenn Rohmaterial und Instrument durch
       ihre   S e p a r a  t i o n   von der Arbeit Gebrauchswert schaf-
       fen. Denn  die   S e p a r a t i o n   macht sie zum Kapital. Für
       sich betrachtet,  sind sie  selbst  Arbeit,  vergangne.  Außerdem
       stößt dies  dann mit  Recht den common-sense vor den Kopf, da der
       Kapitalist sehr  wohl weiß,  daß er Arbeitslohn und Profit zu den
       Produktionskosten rechnet  und danach  den  n o t w e n d i g e n
       P r e i s   reguliert. Dieser  Widerspruch in  der Bestimmung des
       Produkts durch  die relative  Arbeitszeit und  die Begrenzung der
       Summe von Profit und wages durch die Summe dieser Arbeitszeit und
       die  r e a l e  P r e i s s e t z u n g  in der Praxis rührt bloß
       davon her,  daß der  Profit nicht  als  selbst  derivative  26*),
       sekundäre Form des  M e h r w e r t s  begriffen ist; ebenso das,
       was der  Kapitalist  mit  Recht  als    s e i n e    P r o d u k-
       t i o n s k o s t e n   betrachtet.  Sein  Profit  rührt  einfach
       daher, daß ihm ein Teil der Produktionskosten nichts kostet, also
       nicht in  s e i n e  Auslagen, seine Produktionskosten eingeht.
       
       ¦¦VI-1¦ "Jeder  Wechsel, der  das bestehende  Verhältnis zwischen
       Lohn und  Profit stören  kann, muß  vom Lohn  ausgehen." (Quincey
       l.c. (X, 5) p. 205.)
       
       Dies nur  sofern wahr,  daß any variations in the mass of surplus
       labour must  be derived  from a Variation in the relation between
       necessary and surplus labour 27*). Diese kann aber ebensosehr er-
       folgen, wenn  necessary labour 28*) unproduktiver wird, und daher
       größrer Teil der Gesamtarbeit auf sie geht, oder wenn die Gesamt-
       arbeit produktiver  wird, also die notwendige Arbeitszeit verrin-
       gert wird.  Es ist  nonsense 29*)  zu sagen, daß diese Produktiv-
       kraft der  Arbeit von den wages ausgeht. Die Verminderung der re-
       lativen wages ist vielmehr ihr Resultat. Aus aber geht sie 1. von
       der Aneignung  des Wachstums der Produktivkräfte infolge von Tei-
       lung von  Arbeit, Handel, der wohlfeilere Rohstoffe schafft, Wis-
       senschaft etc.  durch das  Kapital; 2.  aber muß diese Vermehrung
       der Produktivkräfte,  sofern sie  realisiert wird durch Anwendung
       größres Kapitals  etc., als vom Kapital ausgehend betrachtet wer-
       den. Ferner:  profit und  wages, obgleich bestimmt durch das Ver-
       hältnis von
       -----
       25*) In der  Handschrift: daß  - 26*) abgeleitete  - 27*) irgend-
       welche Veränderungen  in der  Menge an Mehrarbeit abgeleitet sein
       müssen  von   einer  Veränderung   in  den  Beziehungen  zwischen
       notwendiger und Mehrarbeit - 28*) notwendige Arbeit - 29*) Unsinn
       
       #460# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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       notwendiger und  Surplusarbeit, fallen  nicht mit ihnen zusammen,
       sind nur  sekundäre Formen  derselben. Der Witz ist aber der: Be-
       stimmtes Quantum  Arbeit bei den Ricardians vorausgesetzt; es be-
       stimmt den Preis des Produkts, woraus nun Arbeit in wages und Ka-
       pital in profits seine Dividenden zieht; die Dividende des Arbei-
       ters = dem Preis der nötigen Lebensmittel. In den "existing rela-
       tions between  wages und profits" 30*) daher die Rate des Profits
       auf ihrem Maximum und die der wages auf ihrem Minimum. Konkurrenz
       zwischen den  Kapitalisten kann  nur austauschen  das Verhältnis,
       worin sie  an dem  Total Profit teilnehmen, aber nicht alterieren
       das Verhältnis  zwischen dem Totalprofit und den Totalwages 31*).
       Der general  Standard of  Profit 32*) ist dies Verhältnis des To-
       talprofits zu  den Totalwages,  und dieses  nicht alteriert durch
       die Konkurrenz.  Woher also alteration? Sicher nicht dadurch, daß
       die Profitrate  abnimmt freiwillig,  und sie  müßte es freiwillig
       tun, da  die Konkurrenz dies Resultat nicht hat. Also durch alte-
       ration in den Wages; deren notwendige Kosten steigen (Theorie von
       der progressiven  Verschlechterang des Bodens, der der Agrikultur
       unterworfen wird, Renttheorie) mögen infolge einer aus Naturursa-
       chen herrührenden  Abnahme der  Produktivkraft  der  Arbeit.  Dem
       setzt nun  Carey [257]  etc. mit  Recht entgegen (aber, wie er es
       erklärt, wieder  mit Unrecht),  daß die  Rate des  Profits  fällt
       nicht infolge  der Abnahme,  sondern der  Zunahme der  Produktiv-
       kraft. Das  Ganze löst  sich einfach  dadurch, daß die Profitrate
       nicht den absoluten Surpluswert im Auge hat, sondern den Surplus-
       wert im  Verhältnis zum  angewandten Kapital  und daß das Wachsen
       der Produktivkraft  begleitet ist  von der  Abnahme des Teils des
       Kapitals, der  Approvisionnement repräsentiert  im Verhältnis  zu
       dem Teil, der invariables Kapital repräsentiert; daher notwendig,
       indem das  Verhältnis der  angewandten Gesamtarbeit  zum  Kapital
       fällt, die  33*) es  in Bewegung setzt, auch der Teil der Arbeit,
       der als  Surplusarbeit oder  Surpluswert  erscheint.  Aus  dieser
       Unfähigkeit, eins  der schlagendsten  Phänomene der modernen Pro-
       duktion zu erklären, geht hervor, daß Ricardo sein eignes Prinzip
       nicht verstanden  hat. In  welche Schwierigkeiten  er aber  seine
       Schüler verwickelt, folgt aus dieser Stelle Quinceys u.a.:
       
       "Es ist  der gewöhnliche  Fehlschluß, daß,  wenn auf der gleichen
       Farm immer  5 Mann  beschäftigt wurden und im Jahre 1800 ihr Pro-
       dukt 25  Quarter betrug,  1840   34*) aber  50 Quarter, man wahr-
       scheinlich das   P r o d u k t   a l l e i n   a l s   v e r ä n-
       d e r l i c h   und die   A r b e i t    a l s    k o n s t a n t
       ansieht: wohingegen   i m   G r u n d e   g e n o m m e n   beide
       sich verändert haben. Im Jahre 1800 muß jeder Quarter den fünften
       Teil eines  Mannes gekostet  haben; im  Jahre 1840  kostete jeder
       nicht mehr als den zehnten Teil eines Mannes." (l.c. 214.)
       -----
       30*) "vorhandenen Beziehungen  zwischen Löhnen  und  Profiten"  -
       31*) Gesamtlöhnen -  32*) allgemeine Profitstandard - 33*) in der
       Handschrift: das - 34*) in der Handschrift: 1845
       
       #461# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       In beiden  Fällen war  die absolute Arbeitszeit dieselbe, 5  35*)
       Tage; aber in 1840  34*) hatte sich die Produktivkraft der Arbeit
       verdoppelt gegen 1800, und daher war die cost of producing neces-
       sary labour  36*) geringer.  Die Arbeit  bestowed upon  1 quarter
       37*) war  geringer, aber  die Gesamtarbeit war dieselbe. Daß aber
       nicht die  Produktivkraft der  Arbeit den  Wert des  Produkts be-
       stimmt - obgleich sie den Surpluswert bestimmt, obgleich nicht im
       Verhältnis zur Vermehrung der Produktivkraft ", sollte Herr Quin-
       cey aus  Ricardo wissen.  Die Widersprüche   g e g e n    Ricardo
       sowohl, wie  die verzweifelten Sophistereien seiner Schüler (z.B.
       Herr MacCulloch [258], der durch Mehrarbeit den Mehrwert erklärt,
       den alter  Wein vor  jungem hat).  Der Wert ist auch nicht zu be-
       stimmen durch  die Arbeit,  die das  unit 38*) gekostet hat, i.e.
       den   P r e i s   des single  quarter 39*).  S o n d e r n  d e r
       P r e i s   m u l t i p l i z i e r t   m i t  d e r  A n z a h l
       k o n s t i t u i e r t   d e n  W e r t.  Die 50 Quarter in 1840
       34*) hatten  d e n s e l b e n  W e r t  wie die 25 in 1800, weil
       sie dasselbe  Quantum Arbeit  objektivierten. Der  Preis für  das
       einzelne Quarter, das unit, muß verschieden gewesen sein, und der
       G e s a m t p r e i s  (in Geld ausgedrückt) kann verschieden ge-
       wesen sein  aus sehr  verschiednen Gründen.  (Was Quincey von der
       Maschine sagt, gilt vom Arbeiter:
       
       "Eine Maschine, sobald ihr Geheimnis gekannt, läßt sich nicht für
       die produzierte  Arbeit verkaufen,  sondern für  die zu produzie-
       rende Arbeit  ...  sie  wird  nicht  mehr  angesehen  werden  als
       e i n e  U r s a c h e,  d i e  b e s t i m m t e n  W i r k u n-
       g e n   g l e i c h k o m m t,   sondern   a l s  e i n e  W i r-
       k u n g   z w e i f e l l o s  r e p r o d u z i e r b a r  a u s
       einem bekannten Grunde und  f ü r  b e k a n n t e  Kosten." (84,
       85.) 40*)
       
       De Quincey sagt von Malthus:
       
       "In seiner politischen Ökonomie weigert sich Malthus zu sehen, ja
       er bestreitet  es sogar eigensinnig, daß, wenn zwei Männer unter-
       schiedliche Resultate  von zehn  und fünf erzeugen, dann in einem
       Fall jede  Einheit des  Resultats doppelt  soviel Arbeit gekostet
       hat, wie  im anderen.  Im Gegenteil,  weil es  immer zwei  Männer
       gibt,  besteht   Mr.  Malthus   halsstarrig   darauf,   daß   die
       K o s t e n  a n  A r b e i t  konstant sind." (l.c. 215, Note.)
       In fact: the cost in labour is constant 41*), weil ebensoviel Ar-
       beit in  zehn als  in fünf  nach der Voraussetzung enthalten ist.
       Aber die  cost of  labour 42*) ist nicht konstant, weil im ersten
       Fall, da die Produktivkraft der Arbeit doppelt, die Zeit, die der
       notwendigen Arbeit gehört, in bestimmtem Verhältnis geringer. Wir
       wollen gleich  nachher auf die Ansicht von Malthus eingehn. Hier,
       bevor wir  weitergehn in der Entwicklung der Zirkulationszeit des
       Kapitals und ihrem
       -----
       35*) In der  Handschrift: 2  - 36*) waren die Kosten für die Pro-
       duktion notwendiger  Arbeit - 37*) einem Quarter zugeführt - 38*)
       Einzelding -  39*) einzelnen Quarters  - 40*) in der Handschrift:
       (84) -  41*) in der  Tat: Die  Kosten an  Arbeit sind  konstant -
       42*) der Aufwand an Arbeit
       
       #462# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       Verhältnis zur  Arbeitszeit, ist es am Platz, die ganze Lehre von
       Ricardo über  diesen Gegenstand vorher zu betrachten, um schärfer
       den Unterschied  unsrer eignen Auffassung von der seinigen zu fi-
       xieren. (Die Zitate aus Ricardo in Heft VIII.) [259]
       Erste Voraussetzung  bei ihm  "Konkurrenz ohne Einschränkung" und
       beliebige Vermehrung  der Produkte durch die Industrie. (19. R. 3
       43*).) [260]  Dies heißt nun in andren Worten nichts, als daß die
       Gesetze des  Kapitals sich vollständig bloß realisieren innerhalb
       illimited competition  und industrial production 44*). Auf dieser
       produktiven Basis und jenem Produktionsverhältnis entwickelt sich
       das Kapital  adäquat; treten  also seine immanenten Gesetze voll-
       ständig in  Realität. Da  dem so  ist, so wäre zu zeigen, wie die
       illimited competition  und industrial production Verwirklichungs-
       bedingungen des Kapitals sind, die es selbst mehr und mehr produ-
       zieren muß (statt daß hier die Hypothese als die des bloßen Theo-
       retikers erscheint,  der im  Verhältnis des  Kapitals zu sich als
       Kapital -  die free competition 45*) und die produktive Existenz-
       weise des  Kapitals - äußerlich und willkürlich, nicht als selbst
       Entwicklungen des  Kapitals, sondern als gedachte Voraussetzungen
       des Kapitals,  um rein  zu erscheinen,  setzt). Übrigens dies die
       einzige Stelle  bei  Ricardo,  wo  Ahnung  von  der    h i s t o-
       r i s c h e n  Natur der bürgerlichen ökonomischen Gesetze. Unter
       dieser Voraussetzung  der   r e l a t i v e   W e r t   der Waren
       (dies Wort  unsinnig, da  absoluter Wert nonsense) bestimmt durch
       die verschiedne  Quantität, die  in derselben  Arbeitszeit produ-
       ziert werden  kann, oder  durch die  verhältnismäßig in den Waren
       realisierte Quantität von Arbeit, (p. 4.) (Heft, 19.) (Künftighin
       die erste  Ziffer für die Seite im Heft; die zweite für die Seite
       in Ricardo.)
       Wie man  nun vom  Wert als Äquivalent, bestimmt durch die Arbeit,
       zum Nichtäquivalent,  oder zum Wert, der im Austausch Surpluswert
       setzt, d.  h. wie  vom Wert zum Kapital, von der einen Bestimmung
       zu der  scheinbar entgegengesetzten  gekommen wird,  interessiert
       R[icardo] nicht.  Die Frage  für ihn nur: wie das  W e r t v e r-
       h ä l t n i s   der Waren dasselbe bleiben und durch das relative
       Arbeitsquantum bestimmt  werden kann  und muß,    o b g l e i c h
       die Eigner von akkumulierter Arbeit und die von lebendiger Arbeit
       nicht   Ä q u i v a l e n t e  in Arbeit austauschen, d. h. trotz
       des Verhältnisses  von Kapital  und Arbeit.  Es ist dann ein sehr
       einfaches Rechenexempel,  daß die Ware A) und die Ware B) sich im
       Verhältnis  zu  der  in  ihnen  realisierten  Arbeit  austauschen
       können, obgleich  die Produzenten  von A) oder von B) verschieden
       unter sich Produkt
       -----
       43*) In der  Handschrift: (19.  R. 5.)  -  44*) uneingeschränkter
       Konkurrenz und industrieller Produktion - 45*) freie Konkurrenz
       
       #463# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       A) oder  das dagegen  ausgetauschte Produkt  B)  t e i l e n.  Da
       aber alle   T e i l u n g   hier auf der Grundlage des Austauschs
       vor sich  geht, so erscheint es in der Tat durchaus unerklärlich,
       warum der  eine Tauschwert  - die  lebendige Arbeit - nach der in
       ihr realisierten  ¦¦2¦ Arbeitszeit,  der andre  Tauschwert aber -
       die aufgehäufte  Arbeit, das Kapital - nicht nach dem Maßstab der
       in ihr  realisierten  Arbeitszeit  austauscht.  In  diesem  Falle
       könnte der  Besitzer der   a u f g e h ä u f t e n    A r b e i t
       nicht als Kapitalist austauschen. Bray z.B. glaubt daher mit sei-
       nem equal exchange 46*) zwischen lebendiger und toter Arbeit erst
       die wahre  Konsequenz aus  Ricardo zu  ziehn. [261]  Daß von  dem
       Standpunkt der  bloßen Exchanges  aus   S a l a i r   d e s  A r-
       b e i t e r s   =   d e m   W e r t  d e s  P r o d u k t s  sein
       müßte, d.h.  das Quantum  Arbeit  in  objektiver  Form,  das  der
       Arbeiter im  Salair erhält,  = dem  Quantum Arbeit in subjektiver
       Form, das  er in der Arbeit ausgibt, ist sosehr notwendige Konse-
       quenz, daß  A. Smith  in sie verfällt [262]. Ricardo hält dagegen
       am richtigen fest, aber wie?
       
       "Der   W e r t  der Arbeit und 47*) die Quantität Waren, die eine
       bestimmte Quantität Arbeit kaufen kann, sind nicht identisch."
       
       Why not? 48*)
       
       "D e n n   das Produkt  des Arbeiters  oder ein Äquivalent dieses
       Produkts ist nicht = der Belohnung des Arbeiters."
       
       D.h., die  Identität existiert  nicht,   w e i l  der Unterschied
       existiert.
       
       "Also" (weil dem nicht so ist) "ist der Wert der Arbeit nicht das
       Maß des  Werts wie  die auf die Quantität der Waren verwandte Ar-
       beit." (19, 5.) 49*)
       
       Wert der  Arbeit ist  nicht identisch  mit Belohnung  der Arbeit.
       D e n n   sie sind  verschieden.   A l s o   sind sie nicht iden-
       tisch. Dies  ist ein  kurioser Schluß.  Au fond  50*)  liegt  dem
       nichts zugrunde, als daß es in der Praxis  n i c h t  so ist. Der
       Theorie aber nach müßte es so sein. Denn der Austausch von Werten
       bestimmt durch  die in ihnen realisierte Arbeitszeit. Äquivalente
       tauschen sich  daher aus.  Also müßte  ein bestimmtes Quantum Ar-
       beitszeit in lebendiger Form sich gegen dasselbe Quantum Arbeits-
       zeit in  vergangner Form  austauschen. Daß  das Gesetz  des  Aus-
       tauschs gerade  in sein  Gegenteil umschlägt,  wäre  grade  nach-
       zuweisen. Es  ist hier nicht einmal die Ahnung ausgesprochen, daß
       es dies  tut. Oder  die Ahnung müßte liegen in der oft wiederkeh-
       renden Abwehr der Verwechslung. Daß es auch nicht der Unterschied
       von vergangner  und lebendiger  Arbeit tun kann, gleich zugestan-
       den:
       -----
       46*) gleichen  Austausch   -  47*) in  der  Handschrift:  oder  -
       48*) Warum nicht?  - 49*) in  der Handschrift: (19, 3.)-  50*) Im
       Grunde
       
       #464# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       "Die komparative  Quantität von  Waren, die  ein gegebnes Quantum
       Arbeit verschaffen  kann, bestimmt ihren vergangnen und gegenwär-
       tigen Wert" (19, 9),
       
       wo also  die lebendige  Arbeit sogar  rückschlagend den  Wert der
       vergangnen bestimmt.  Warum also  nicht auch  das Kapital  ausge-
       tauscht gegen  die lebendige Arbeit im Verhältnis zu der im Kapi-
       tal realisierten  Arbeit? Warum ist nur ein Quantum lebendige Ar-
       beit selbst  nicht =  dem Quantum  Arbeit, worin es sich objekti-
       viert hat?
       
       "Die Arbeit  ist natürlich  von verschiedner  Qualität und schwer
       die Vergleichung  verschiedner Arbeitsstunden in verschiednen Ge-
       schäftszweigen. Aber  diese Stufenleiter  sehr bald in der Praxis
       befestigt." (19, 13.) "Für kurze Perioden, wenigstens von Jahr zu
       Jahr, ist die Variation in dieser Ungleichheit unbedeutend, kommt
       d a h e r  nicht in Berechnung." (19, 15.)
       
       Dies ist nichts. Hätte Ricardo sein eignes Prinzip angewandt, die
       Arbeitsquanta (einfachen),  wozu die verschiednen  A r b e i t s-
       v e r m ö g e n   reduzierbar 51*),  so war  die  Sache  einfach.
       Überhaupt hat er es gleich mit den Arbeitsstunden zu tun. Was der
       Kapitalist eintauscht,  ist das    A r b e i t s v e r m ö g e n:
       Dies ist der Tauschwert, den er bezahlt. Die lebendige Arbeit ist
       der Gebrauchswert,  den für  ihn dieser  Tauschwert hat,  und aus
       diesem Gebrauchswert entspringt der Surpluswert und die Aufhebung
       des Austauschs  überhaupt. Dadurch,  daß Ricardo  mit  lebendiger
       Arbeit austauschen  läßt -  also gleich  in den Produktionsprozeß
       hereinfällt ",  bleibt es  unlösbare Antinomie  in seinem System,
       daß ein  bestimmtes Quantum  lebendiger Arbeit  nicht = der Ware,
       die sie  schafft, worin  sie sich objektiviert, obgleich der Wert
       der Ware  = dem Quantum in ihr enthaltner Arbeit. In den Wert der
       Ware "eingerechnet  auch die  Arbeit, die  Ware auf  den Markt zu
       bringen". (19,  18.) Wir  werden sehn,  daß die Zirkulationszeit,
       soweit sie  als wertbestimmend  bei Ricardo  erscheint,  nur  die
       Arbeit ist, nötig, die Waren auf den Markt zu bringen.
       
       "Das Prinzip  der Wertbestimmung  durch  die  relativen  Arbeits-
       quanta, die Waren enthalten, wird bedeutend modifiziert durch die
       Anwendung von Maschinerie und andrem fixen und dauernden Kapital.
       Steigen oder  Fallen des  Arbeitslohns affiziert verschieden zwei
       Kapitale, von  denen das  eine fast  ganz zirkulierend, das andre
       fast ganz  fix; ebenso  die ungleiche Dauer des angewandten fixen
       Kapitals. Nämlich  der   P r o f i t    a u f    d a s    f i x e
       K a p i t a l   kommt hinzu  (der Zins) als auch die Kompensation
       für die  größre Länge  der Zeit, die verfließen muß, bis die mehr
       wertvolle der  beiden Waren  zu Markt gebracht werden kann." (19,
       25, 27, 29, 30.) 52*)
       
       Letztres Moment betrifft bloß die Dauer des Produktionsprozesses,
       also die  unmittelbar angewandte  Arbeitszeit, wenigstens  in Ri-
       cardos Beispiel vom
       -----
       51*) In der  Handschrift:  reproduzierbar  -  52*) in  der  Hand-
       schrift: (19, 29, 30.)
       
       #465# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       Pächter und  Bäcker. (Wird der Weizen des einen später fähig, zum
       Markt gebracht  zu werden,  als der  des andren,  so  diese  sog.
       K o m p e n s a t i o n     wie  beim  capital  fixe,  schon  den
       Z i n s   unterstellend; also  schon etwas Derivatives, keine ur-
       sprüngliche Bestimmung.)
       
       "Profit und  Arbeitslohn sind  nur  P o r t i o n e n,  worin die
       beiden Klassen  der Kapitalisten  und Arbeiter an der ursprüngli-
       chen Ware,  also auch  an der  gegen sie eingetauschten, teilneh-
       men." (p. 21, 20.) [263]
       
       Wie sehr  die Herstellung    d e r    u r s p r ü n g l i c h e n
       W a r e,     ihr  Ursprung   selbst  bestimmt   ist  von   diesen
       P o r t i o n e n,   wie sie  also als  Bestimmungsgrund den Por-
       tionen   v o r h e r g e h t    53*),  beweist,  daß  die    u r-
       s p r ü n g l i c h e   W a r e    gar  nicht  produziert  werden
       [würde],  wenn  sie  keine  Surplusarbeit  für  den  Kapitalisten
       enthielte 54*).
       
       "Waren, worauf  dieselbe Quantität  von Arbeit verwandt, wechseln
       im relativen  Wert, wenn  sie nicht  zur selben Zeit zu Markt ge-
       bracht werden  können ...  Auch bei    g r ö ß r e m    f i x e n
       K a p i t a l   der höhere Wert einer Ware geschuldet der größren
       Länge der  Zeit, die  verfließen muß,  bis sie  zu Markt gebracht
       werden kann  ... Die  Differenz in beiden Fällen rührt davon, daß
       die Profite  als Kapital  akkumuliert sind und dies nur eine Kom-
       pensation für  die Zeit,   w o r i n  P r o f i t e  z u r ü c k-
       g e h a l t e n  w o r d e n."  (20, 34, 30, 31, 35.)
       
       Dies heißt  absolut nichts,  als daß brachliegendes Kapital  b e-
       u n d   v e r r e c h n e t  w i r d,  als ob es nicht brachläge,
       sondern sich  gegen Surplusarbeitszeit  austauschte. Es  hat dies
       mit der  Wertbestimmung nichts zu tun. Gehört in den Preis. (Beim
       fixen Kapital  nur sofern  in die  Wertbestimmung, als  a n d r e
       M e t h o d e   der Zahlung  der vergegenständlichten Arbeit, ab-
       stracted 55*) vom Profit.)
       {"Es gibt ein anderes Arbeitsprinzip, das dem Erforscher der Öko-
       nomie in  alten Ländern  durch nichts aufgedeckt wird, aber jedem
       Kapitalisten in  den Kolonien an sich selbst bewußt gemacht wird.
       Der bei weitem größere Teil der industriellen Operationen und be-
       sonders jene,   d e r e n   P r o d u k t e   i m  V e r h ä l t-
       n i s   z u m   a u f g e w e n d e t e n   K a p i t a l   u n d
       A r b e i t   g r o ß   s i n d,    erfordern    b e t r ä c h t-
       l i c h e   Z e i t   b i s   z u r  F e r t i g s t e l l u n g.
       Was die  meisten anbetrifft,  lohnt es nicht zu beginnen ohne die
       Sicherheit, sie  mehrere Jahre  durchhalten zu können. Ein großer
       Teil des  in ihnen angewandten Kapitals ist  f e s t g e l e g t,
       n i c h t   k o n v e r t i e r b a r ,   d a u e r h a f t.  Ge-
       schieht irgend  etwas, das  die Operation beendet, ist all dieses
       Kapital  verloren.     W e n n    d i e    E r n t e    n i c h t
       e i n g e b r a c h t   w e r d e n   k a n n,   s i n d  a l l e
       A u s l a g e n   f ü r   s e i n  W a c h s e n  weggeworfen ...
       Dies zeigt,  daß   B e s t ä n d i g k e i t   ein nicht  weniger
       wichtiges  Prinzip   ist  als  Vereinigung  in  der  Arbeit.  Die
       Bedeutung des  Prinzips der Beständigkeit wird hier nicht gesehn,
       weil es  in der  Tat selten  geschieht, daß  die Arbeit,  die ein
       Geschäft
       -----
       53*) Sollte eigentlich heißen: als Bestimmungsgrund der ursprüng-
       lichen Ware  vorhergehen -  54*) in der  Handschrift:  enthält  -
       55*) abgezogen
       
       #466# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       betreibt, gegen den Willen des Kapitalisten beendet wird. Aber in
       den Kolonien  gerade umgekehrt.  Hier fürchten sich die Kapitali-
       sten so  sehr davor,  daß sie  ein solches Vorkommen, so sehr sie
       können, vermeiden,  indem sie  sich so  weit wie  möglich solcher
       Operationen enthalten, die bis zu ihrer Vollendung viel Zeit ver-
       langen." (Wakefield, 169-170, XIV, 71.) [264]
       
       "Es gibt  zahlreiche    V e r r i c h t u n g e n    v o n    s o
       e i n f a c h e r   A r t,  daß sie  k e i n e  Z e r l e g u n g
       i n  T e i l e  zulassen, die jedoch nur durch das Zusammenwirken
       vieler Paare von Händen ausgeführt werden können. Z. B. das Heben
       eines großen Baumes auf einen Wagen, das Niederhalten der Unkräu-
       ter auf großen Feldern mit wachsenden Feldfrüchten, die Schur ei-
       ner großen Schafherde zur gleichen Zeit, das Einbringen einer Ge-
       treideernte zur  Zeit, wenn  es reif genug und nicht zu reif ist,
       beim Bewegen eines großen Gewichtes; kurz, alles, was nicht getan
       werden kann, ohne daß sich eine große Zahl von Händepaaren gegen-
       seitig und  gleichzeitig bei  derselben ungeteilten Beschäftigung
       helfen." (168 l.c.)
       "Für   V e r e i n i g u n g   b e i   u n d   B e s t ä n d i g-
       k e i t   i n   d e r   A r b e i t   ist in  den  alten  Ländern
       gesorgt ohne  Mühe oder Überlegungen von Seiten des Kapitalisten,
       lediglich infolge  des   Ü b e r  f l u s s e s   a n  A r b e i-
       t e r n,   d i e   a n g e h e u e r t  w e r d e n  k ö n n e n.
       Mangel an anzuheuernden Arbeitern ist die allgemeine Klage in den
       Kolonien." (170. l.c.) 56*)
       "Nur das  b i l l i g s t e  L a n d  in einer Kolonie beeinflußt
       durch seinen  Preis den   A r b e i t s m a r k t. Der  P r e i s
       d i e s e s   L a n d e s   w i e  d e r  a l l e r  d ü r f t i-
       g e n   B ö d e n   u n d    v o n    a l l e m    ü b r i g e n,
       d e s s e n    P r o d u k t i o n    n i c h t s    k o s t e t,
       hängt  selbstverständlich   vom     V e r h ä l t n i s    z w i-
       s c h e n   N a c h f r a g e   u n d   A n g e b o t  a b."  [p.
       332. l.c.]
       "Damit der  P r e i s  v o n  B r a c h l a n d  seinen Zweck er-
       füllen kann"  (nämlich den  Arbeiter zum  Nicht-Landeigentümer zu
       machen), "muß  er der  Absicht   g e n ü g e n.   Bisher ist  der
       Preis überall unzureichend gewesen." (338. l.c.)
       
       Dieser "sufficient" price 57*):
       
       "Bei der Gründung einer Kolonie könnte der Preis so niedrig sein,
       daß er  die von  Siedlern in Besitz genommene Landmenge praktisch
       unbegrenzt macht:  Er könnte  hoch genug  sein, um ein Größenver-
       hältnis zwischen  Boden und Bevölkerung ähnlich dem in alten Län-
       dern zu  bewirken, in welchem Falle, falls dieser sehr hohe Preis
       die Emigration  nicht verhinderte, der billigste Boden in der Ko-
       lonie ebenso  teuer und der Überfluß an Arbeitern ebenso bedauer-
       lich wie  in England sein könnte: Oder es könnte ein genaues Mit-
       tel zwischen den beiden geben, weder Überfluß an Bevölkerung noch
       Überfluß an Boden bewirken, die Menge an Boden aber so begrenzen,
       um dem billigsten Boden einen Marktwert zu verleihen, dessen Wir-
       kung darin  bestände, die  Arbeiter dazu zu zwingen, für eine ge-
       wisse, beträchtliche Zeit als Lohnarbeiter zu arbeiten, bevor sie
       Landbesitzer werden könnten." (339. l.c.) (H. XIV, 71.)
       
       (Diese hier zitierte Stelle aus Wakefield's "Art of Colonisation"
       gehört zu  den oben  angeführten über die notwendige Trennung des
       Arbeiters von den Eigentumsbedingungen.)}
       -----
       56*) In der Handschrift: (187. l.c.) - 57*) "ausreichende" Preis
       
       #467# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       ¦¦3¦ (Die  Berechnung des  Profits im Unterschied von der Berech-
       nung des  wirklichen Mehrwerts,  den das Kapital im Austausch mit
       der lebendigen Arbeit setzt, klar z. B. an folgendem Beispiel. Es
       ist a  statement 58*)  in dem first Report of the Factory Commis-
       sioners 59*).  (Malthus' Princip.  of Polit. Economy. 1836. 2 ed.
       (Heft X, p. 42). [265]
       
       Capital sunk in building and machinery 60*)             £ 10 000
       Floating capital 61*)                                   £  7 000
       £   500 interest on 62*) £ 10 000 fixed capital
           350 ........................on floating capital
           150 ........................Rents, taxes, rates 63*)
           650 ........................Sinking fund of 6 1/2 % for
                                       wear and tear of the fixed
                                       capita 64*)
       £ 1 650
       £ 1 100 Contingencies, carriage, coal, oil 65*)
       -------
         2 750
         2 600 Wages and salaries 66*)
       -------
         5 350
        10 000 for about 400 000 lbs Raw cotton at 6 d 67*)
       -------
        15 350
        16 000 for 363 000 lbs twist spun. Value 68*)..........£ 16 000.
       
       Das in  Arbeit ausgelegte  Kapital ist  2600; der  Mehrwert ist =
       1650 (850  interest +  150 rents 69*) etc., macht 1000 + 650 Pro-
       fit).
       Aber 2600:1650  = 100:63 6/13.  Also ist  die Rate  des Mehrwerts
       63 6/13 %.  Nach der Profitrechnung selbst müßte sie sein 850 in-
       terest, 150 rents und 650 Profit, oder 1650:15350; über 10,7%.
       In dem  obigen Beispiel schlägt das Capital flottant 70*) im Jahr
       um 1 67/70  mal; das  Capital fixe  schlägt um  in 15 5/13 Jahren
       einmal; einmal in 200/13 Jahren. [266]
       P r o f i t:   650 or  about 71*)  4,2. Die  wages der operatives
       72*) 1/6. Der Profit ist hier angegeben auf 4,2, sage er wäre nur
       4%. Diese  4% berechnet  auf Auslage  von 15 350.  Dann haben wir
       aber noch  5% interest  auf £ 10 000 und 5% auf 7000; 850 l. = 5%
       auf 17 000. Von den wirklichen jährlichen advances made 73*) müs-
       sen
       -----
       58*) eine Darlegung - 59*) ersten Bericht der Fabrikinspektoren -
       60*) in   Gebäuden    und   Maschinen    angelegtes   Kapital   -
       61*) zirkulierendes Kapital  - 62*) Zins auf - 63*) Renten, Steu-
       ern, Abgaben - 64*) Amortisationsfonds von 6 1/2 % für Verschleiß
       des fixen  Kapitals -  65*) Nebenausgaben, Fracht,  Kohle,  Öl  -
       66*) Arbeitslöhne und  Gehälter - 67*) für ungefähr 400 000 Pfund
       Rohbaumwolle zu  6 Pence - 68*) für 363 000 Pfund gesponnenes Ma-
       schinengarn. Wert  -  69*) Mieten  -  70*) zirkulierende  Kapital
       71*) oder ungefähr  - 72*) Fabrikarbeiter  - 73*) angelegten Vor-
       schüsse
       
       #468# Grundrisse  - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       wir abrechnen  1. den Teil des Capital fixe, der nicht im sinking
       fund 74*)  figuriert; 2. das, was als interest berechnet ist. (Es
       ist möglich,  daß der  Kapitalist A)  nicht die Zinsen einsteckt,
       sondern Kapitalist  B). Jedenfalls  sind sie Revenue, nicht Kapi-
       tal; Mehrwert.)  Von den  15 350 Auslagen  abzuziehen  also  850;
       läßt: 14 500. Unter den 2600 für wages und salaries 75*) befanden
       sich 41 2/3  l. unter  der Form  salary, da  1/6 von 15 350 nicht
       2600, sondern  2558 1/3. Dividiert  durch 14500,  ist  5 205/307,
       sage 6.  Die 14 500  verkauft er  also zu  16 000 oder Profit von
       1500; macht  % 10 10/29   76*);  doch vernachlässigen  wir  diese
       10/29   76*) und sagen 10%; 1/6 von 100 ist 16 2/3. Also gäbe auf
       100:83 1/3 für  advances 77*),  16 2/3 Arbeitslohn und Profit 10.
       Nämlich:
       
               Advances  Arbeitslohn  Summe  Reproduziert  Profit
       
       £St.     83 1/3      16 2/3     100        110         10.
       
       10 auf 16 2/3 oder auf 50/3 ist exactly 78*) 60%. Also damit nach
       der Berechnung des Kapitalisten ein jährlicher Profit von 10% (es
       war etwas  mehr) herauskäme  auf ein Kapital von 17 000 l., wobei
       die Arbeit  nur 1/6 der jährlichen advances von 14 500 macht, muß
       der Arbeiter  einen Mehrwert (oder das Kapital, wie man will) von
       60% schaffen.  Oder von  der ganzen Arbeitszeit sind 62 1/2 % für
       die nötige,  37 1/2 für  die Surplusarbeit;  sie verhalten sich =
       625:375 oder =5:3 oder 1:3/5 - Wären dagegen die advances des Ka-
       pitals 50  gewesen, die  advances auf  Arbeitslohn  auch  50,  so
       brauchten nur  20% Mehrwert geschaffen zu werden, damit der Kapi-
       talist 10%  habe; 50 50 10 = 110.10 aber zu 50 = 20:100 oder 20%.
       Wenn die notwendige Arbeit im zweiten case 79*) soviel Surplusar-
       beit setzte,  wie im  ersten, so betrüge der Profit des Kapitali-
       sten 30  1.; andrerseits, wenn die Rate der wirklichen Wertschöp-
       fung, die  Setzung von  Surplusarbeit im  ersten case nur so groß
       wäre wie  im zweiten,  so betrüge der Profit nur 3'/31., und wenn
       der Kapitalist  5 % Zinsen an einen andren Kapitalisten zu zahlen
       hätte, so hätte er aktiven loss 80*) zu tragen.
       Soviel geht  einfach aus der Formel hervor, 1. daß, um zu bestim-
       men, wieviel  der wirkliche Mehrwert, zu berechnen ist der Profit
       auf die  in Arbeitslohn gemachte advance; der Prozent, in welchem
       sich der  sog. Profit  zum Arbeitslohn  verhält; 2.  der  relativ
       kleinere Prozentsatz,  den die  Auslage in  lebendiger Arbeit auf
       die Gesamtauslage beträgt, setzt voraus größre Auslage in Capital
       fixe, Maschinerie etc.; größre Teilung der Arbeit. Obgleich daher
       der Prozentsatz der Arbeit kleiner als in dem mit mehr Arbeit ar-
       beitenden Kapital, muß die wirklich in Bewegung gesetzte Arbeits-
       masse bedeutend größer sein;
       -----
       74*) Ammortisationsfonds -  75*) Gehälter  -  76*) in  der  Hand-
       schrift: 10 2/3  bis 2/3  - 77*) Vorschüsse  - 78*) genau  - 79*)
       Fall - 80*) Verlust
       
       #469# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       d.h., es muß überhaupt mit größrem Kapital gearbeitet werden. Der
       aliquote 81*) Teil Arbeit, der auf Gesamtadvance kommt, ist klei-
       ner; aber  die absolute  Summe in  Bewegung gesetzter  Arbeit ist
       größer für das einzelne Kapital; d.h., es selbst muß größer sein.
       3. Handelt  es sich  nicht von  größrer Maschinerie etc., sondern
       von einem  Instrument, das  nicht mehr  Arbeit in Bewegung setzt,
       und selbst  kein großes  Capital fixe repräsentiert (z.B. Handli-
       thographie), sondern  bloß Arbeit  ersetzt, so ist der Profit des
       mit der Maschine Arbeitenden absolut kleiner als des mit lebendi-
       ger Arbeit Arbeitenden. (Aber der letztere 82*) kann einen Profit
       machen zu  einem Prozentsatz,  wozu es  der andre nicht kann, ihn
       daher aus dem Markt werfen.) (etc.) Die Betrachtung, wie weit die
       Rate des  Profits abnehmen  kann bei  wachsendem Kapital,  so daß
       aber doch  der gross profit 83*) zunimmt, gehört in die Lehre vom
       Profit  (K o n k u r r e n z).
       Malthus in  seinen "Principles of political economy", 2 ed. 1836,
       hat eine  Ahnung davon,  daß der  Profit, d.h.  nicht der Profit,
       sondern der   w i r k l i c h e  M e h r w e r t,  berechnet wer-
       den muß nicht in bezug auf das vorgestreckte Kapital, sondern die
       advancierte 84*)  lebendige Arbeit, deren Wert im Arbeitslohn ob-
       jektiv ausgedrückt  ist; aber er gerät dabei auf eine reine Spie-
       lerei, die absurd wird, wenn sie als Basis irgend der Wertbestim-
       mung oder  des Räsonnements  über das  Verhältnis der  Arbeit zur
       Wertbestimmung dienen soll.
       Nämlich, nehme  ich den  Totalwert des fertigen Produkts, so kann
       ich jeden  Teil des avancierten 85*) Produkts vergleichen mit dem
       ihm entsprechenden Teil der Auslage; und der Prozentsatz, den der
       Profit einnimmt  zum ganzen  Produkt, ist  natürlich  ebenso  der
       Prozentsatz für  den aliquoten  Teil des  Produkts. Sage z.B. 100
       Taler brächten  110; also 10% das ganze Produkt; 75 Taler sei für
       den invariablen  Teil des  Kapitals, 25 für Arbeit, also 3/4 ¦¦4¦
       für das  erste, 1/4  für lebendige  Arbeit. Nehme ich nun 1/4 von
       dem Totalprodukt,  i.e. von  110,  so  erhalte  ich  27 2/4  oder
       27 1/2. Auf  25 Auslage  in der  Arbeit hat  der Kapitalist 2 1/2
       Gewinn, i.e. 10%. Ebensogut hätte Malthus sagen können, nehme ich
       3/4  vom   Totalprodukt,  nämlich   75,  so  sind  diese  3/4  im
       Totalprodukt repräsentiert  durch 82 1/2;  also 7 1/2 auf 75 sind
       exactly 86*)  10%. Es  heißt dies  offenbar nichts, als daß, wenn
       ich auf  100 gewinne  10%, der  Gewinst auf  jeden Teil  von  100
       soviel beträgt, daß auf die Gesamtsumme 10% herauskommt. Habe ich
       auf 100   10 gewonnen, so habe ich auf 2 x 50 jedesmal 5 gewonnen
       etc. Daß,  wenn ich 10 auf 100 gewinne, ich 2 1/2 auf 1/4 von 100
       gewinne und 7 1/2 auf 3/4, bringt uns keinen Schritt weiter. Wenn
       ich auf  100  10 gewonnen habe, wieviel habe ich dann auf 1/4 vom
       100 gewonnen oder auf 3/4? Auf diese Kinderei reduziert sich
       -----
       81*) ohne Rest  aufgehende -  82*) sollte eigentlich  heißen: er-
       stere 83*) Bruttoprofit  - 84*) vorgeschossene  - 85*) sollte ei-
       gentlich heißen: produzierten - 86*) genau
       
       #470# Grundrisse  - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       der Malthussche  Einfall. Die  Advance 87*) auf die Arbeit betrug
       1/4 vom  100, also betrug der Gewinn auf sie 10%. 10% auf 25 gibt
       2 1/2. Oder der Kapitalist, wenn er auf 100  10 gewonnen hat, hat
       auf jeden Teil seines Kapitals 1/10 gewonnen, i.e. 10%. Dies gibt
       den Teilen  des Kapitals  gegeneinander durchaus  keinen qualita-
       tiven Charakter,  und darum  gilt es von dem Capital fixe etc. so
       gut wie von dem in Arbeit avancierten. Es ist hierin vielmehr nur
       die Illusion  ausgedrückt, daß  an dem  neugeschaffnen Wert jeder
       Teil des Kapitals gleichmäßig beteiligt ist. Auch das auf das 1/4
       Arbeit vorgeschoßne  Salair hat  nicht den  Mehrwert  geschaffen,
       sondern die  nicht bezahlte  lebendige Arbeit. Aus dem Verhältnis
       des Gesamtwerts  88*) -  hier der 10 Taler - zu dem Salair können
       wir aber  sehn, wieviel  Prozent der  Arbeit nicht bezahlt worden
       ist oder  wieviel Surplusarbeit war. Im obigen Verhältnis ist die
       notwendige Arbeit objektiviert in 25 Talern, die Surplusarbeit in
       10; also  verhalten sie  sich wie  25:10 = 100:40; 40% der Arbeit
       waren Surplusarbeit  oder, was  dasselbe ist,  des von  ihr  pro-
       duzierten Werts Surpluswert. Es ist sehr richtig, daß der Kapita-
       list rechnen  kann, wenn  ich auf 100 10 gewinne, so habe ich auf
       das Salair,  = 25,  gewonnen 1 1/2. Welchen Nutzen diese Rechnung
       bringen soll,  ist nicht  einzusehn. Was Malthus aber damit will,
       werden wir  gleich sehn,  indem wir auf seine Wertbestimmung ein-
       gehn. Daß  er aber  glaubt, sein einfaches Rechenexempel enthalte
       eine wirkliche Bestimmung, geht aus folgendem hervor:
       
       "Gesetzt, das Kapital werde nur in Arbeitslohn verausgabt; 100 l.
       angegeben für unmittelbare Arbeit. Die Umsätze am Ende des Jahres
       110, 120  oder 130;  augenscheinlich ist,  daß in  jedem Fall der
       Profit vom Anteil am  W e r t  d e s  G e s a m t p r o d u k t s
       bestimmt' wird, der erforderlich ist, um die angewandte Arbeit zu
       bezahlen. Falls  der Wert  des Produkts  = 110, der erforderliche
       Anteil, um  die Arbeiter  zu bezahlen  = 10/11, der Wert des Pro-
       dukts oder die Profite = 10%."
       
       (Hier tut  Herr Malthus  nichts, als  die ursprüngliche  Advance,
       1001., ausdrücken  als Verhältnis zum Totalprodukt. 100 ist 10/11
       von 110.  Ob ich  sage, ich gewinne 10 auf 100, d.h. 1/10 vom 100
       oder ob ich sage, von den 110 ist 1/11 Gewinn, ist dasselbe.)
       
       "Ist der Wert des Produkts 120, die Proportion für Arbeit = 10/12
       und der  Gewinn 20%; wenn 130, zur Bezahlung der Arbeit erforder-
       licher Anteil = 10/13 und der Gewinn = 30%."
       
       (Statt zu sagen: Ich gewinne 10 vom 100, kann ich auch sagen, von
       den 110 betragen die Advancen 10/11; oder 20 vom 100 der Advancen
       betragen nur 10/12 von 120 etc. Der Charakter dieser advancen, ob
       in labour 89*) oder otherwise 90*),
       -----
       87*) vorgeschossene Summe  - 88*) sollte  eigentlich heißen:  des
       Gesamtmehrwerts 89*) Arbeit - 90*) anderer Art
       
       #471# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       hat mit  dieser andren  arithmetischen Form, die Sache auszudrüc-
       ken, absolut nichts zu tun. Wenn ein Kapital von 100 nur 110 ein-
       getragen hat,  so kann  ich entweder  von dem Kapital ausgehn und
       sagen, ich habe 10 darauf gewonnen, oder ich kann von dem Produkt
       ausgehn, von  110, und  sagen, ich  habe nur  10/11 davon  vorher
       avanciert. Das Verhältnis ist natürlich dasselbe.)
       
       "Nun gesetzt,  die Vorschüsse des Kapitalisten bestehen nicht al-
       lein aus Arbeit. Der Kapitalist  e r w a r t e t  g l e i c h e n
       V o r t e i l   a u f   a l l e    T e i l e    d e s    K a p i-
       t a l s ,  d i e  e r  v o r s t r e c k t"
       
       (d.h. nichts, als er verteilt den Vorteil, den er gemacht hat und
       über dessen  Ursprung er sehr im dunkeln sein mag, auf alle Teile
       seiner Auslagen  gleichmäßig, von  ihrem qualitativen Unterschied
       ganz abstrahierend).
       
       "Gesetzt, 1/4 der Vorschüsse für Arbeit" (unmittelbare), "3/4 be-
       stehend aus  aufgehäufter Arbeit  und Profiten, mit irgendwelchen
       Zugaben, die  von Miete,  Steuern und  anderen Ausgaben herrühren
       können.   D a n n   v ö l l i g   r i c h t i g ,   d a ß   d e r
       P r o f i t  d e s  K a p i t a l i s t e n  s i c h  ä n d e r n
       w i r d   m i t   d e m   s i c h    ä n d e r n d e n    W e r t
       d i e s e s    1 / 4    d e s    P r o d u k t s    i m    V e r-
       g l e i c h   z u r   a n g e w a n d t e n  A r b e i t s m e n-
       g e."
       
       (Nicht quantity  91*) [wie]  bei Herrn  Malthus, sondern compared
       with the  salary paid  92*)) (also strictly true that his profits
       will vary  with the  varying value of the 3/4 of his produce 93*)
       compared with  the advances in accumulated labour 94*), d.h., der
       Gewinn  verhält   sich  zum   Gesamtkapital,  das  avanciert  ist
       (10:100), wie jeder Teil des Gesamtprodukts (110) zu dem ihm ent-
       sprechenden Teil der advance.)
       
       "Z.B.", fährt  Malthus fort, "der Landwirt wende für die Bodenbe-
       arbeitung an  £ 2000,  1500 davon  für Samen, Pferdehaltung, Ver-
       schleiß seines fixen Kapitals usw. und £ 500 auf unmittelbare Ar-
       beit, und  die Umsätze  seien am Ende 2400. Seine Profite 400 auf
       2000 =  20%. Und  gleich unverkennbar,  daß,  wenn  wir  1/4  der
       Wertsumme des  Produkts nahmen, nämlich 600 l., und verglichen es
       mit dem  in den  Löhnen für die unmittelbare Arbeit gezahlten Be-
       trag, würde  das Ergebnis  genau die  gleiche Profitrate zeigen."
       (l.c. 267, 268. Heft X, 41, 42.)
       
       (Es ist  ebenso obvious  95*), daß  if we  took 3/4 der value des
       produce 96*),  nämlich 1800, und compared it with the amount paid
       in the advances of accumulated labour 97*), nämlich mit 1500, the
       result  would  show  exactly  the  same  rate  of  profits  98*).
       1800:1500 =  18:15 =  6:5. 6  auf 5  ist  aber  1/5,  also  20%.)
       (Malthus hat  hier zweierlei  verschiedne arithmetische Formen im
       Kopf, die er durcheinanderwirft:
       -----
       91*) Menge -  92*) verglichen mit  dem gezahlten Gehalt - 93*) in
       der Handschrift:  profits -  94*) völlig richtig, daß sein Profit
       sich ändern  wird mit dem sich ändernden Wert der 3/4 seiner Pro-
       duktion im  Vergleich zu den vorgeschossenen Summen an aufgehäuf-
       ter Arbeit - 95*) unverkennbar - 96*) wenn wir 3/4 des Wertes des
       Produkts nahmen - 97*) es mit dem Betrag verglichen, der als vor-
       geschossene  Summen   in  aufgehäufter  Arbeit  gezahlt  wurde  -
       98*) würde das Ergebnis genau die gleiche Profitrate zeigen
       
       #472# Grundrisse  - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       E r s t e n s,   wenn ich  auf 100   10 mache, habe ich auf jeden
       Teil der  100 nicht 10 gewonnen, sondern 10%: also auf 50  5, auf
       25  2 1/2 etc.; auf 100 10 gewinnen, heißt auf jeden Teil von 100
       1/10 gewinnen, und so muß der Profit sich als 1/10 Profit auf das
       Salair herausbeißen, und wenn der Profit auf alle Teile des Kapi-
       tals gleichmäßig  verteilt ist,  kann ich sagen, daß die Rate des
       Profits auf  das Gesamtkapital  wechselt mit der Rate des Profits
       auf jeden  Teil desselben,  also z.  B. auch  den in wages vorge-
       streckten; 2. Habe ich 10% auf 100 gewonnen, so das Gesamtprodukt
       110. Bildete der Arbeitslohn nun 1/4 der advancen = 25, so bildet
       er nur  noch 4 2/5  Teil auf  110; d.h.,  er bildet  einen um 2/5
       kleinern aliquoten  Teil, und  in demselben  Verhältnis  wird  er
       kleineren Teil des Gesamtprodukts zu bilden [haben,] als dies ge-
       wachsen ist  gegen das  ursprüngliche. Dies ist wieder bloß andre
       Rechnungsart. 10  bildet 1/10 von 100, aber nur 1/11 von 110. Ich
       kann also  sagen, daß im selben Verhältnis, wie das Gesamtprodukt
       größer wird,  jeder der  aliquoten Teile des ursprünglichen Kapi-
       tals einen kleinren Teil von ihm bildet. Tautologie.)
       In seiner  Schrift: "The Measure of Value stated and illustrated.
       London 1823"  (Heft IX)  behauptet Malthus, die "value of labour"
       99*) sei "constant" 100*) und daher die true Measure of Value ge-
       nerally 101*).
       
       "Jede gegebene  Menge Arbeit  muß den   g l e i c h e n   W e r t
       besitzen wie  der Lohn,  der über  sie verfügt oder gegen den sie
       sich tatsächlich austauscht." (p. 5 l.c.) (IX, 29.) [267]
       
       Es ist  hier natürlich  von Lohnarbeit  die Rede.  Das Wahre  ist
       vielmehr: any given quantity of labour is = derselben quantity of
       labour 102*) in einem Produkt ausgedrückt; oder jedes Produkt ist
       nur ein bestimmtes Quantum Arbeit, vergegenständlicht in dem Wert
       des Produkts,  der mit  Bezug auf  andre Produkte  gemessen durch
       dies Quantum.  Der Arbeitslohn drückt allerdings den Wert des le-
       bendigen Arbeitsvermögens  aus, keineswegs den  W e r t  der ¦¦5¦
       lebendigen Arbeit,  der sich  vielmehr ausdrückt  im Salair + dem
       Profit. Der  Arbeitslohn ist der Preis der  n o t w e n d i g e n
       A r b e i t.   Wenn der  Arbeiter 6 Stunden arbeiten müßte, um zu
       leben, und er produzierte für sich, als bloßer Arbeiter, so würde
       er Ware  von 6  Stunden Arbeit,  sage 6  d, täglich erhalten. Nun
       läßt ihn  der Kapitalist 12 Stunden arbeiten und zahlt ihm 6d. Er
       zahlt ihm  für die  Stunde 1/2  d. D.h.,  a given  quantity of 12
       hours of labour has the value of 12 d, and 12 d is indeed the va-
       lue for  which the  produce exchanges,  when it gets sold. On the
       other hand,  the capitalist commands with this value, if he could
       reinvest it  in mere  labour, 24 hours. The wages command, there-
       fore, a much greater quantity of labour than they consist of, and
       a given quantity of
       -----
       99*) der "Wert der Arbeit" - 100*) "beständig" - 101*) wahre Maß-
       einheit des Wertes im allgemeinen - 102*) jede gegebene Menge Ar-
       beit = derselben Menge Arbeit
       
       #473# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       living labour  actually exchanges for a much smaller one of accu-
       mulated labour.  The only thing that is sure is that the price of
       labour, wages,  must always  express the quantity of labour which
       the labourers  want in  order to keep soul and body together. The
       wages of  any quantity of labour must be equal to the quantity of
       labour which  the labourer must expend upon his own reproduction.
       In the  above instance  a man  would set  to work  two men for 12
       hours each  - together 24 hours - with the quantity of labour af-
       forded by  one man  103*). Im  obigen Fall würde das Produkt sich
       austauschen gegen  ein andres  Produkt zu  dem Wert von 12 d oder
       gegen 12  Arbeitsstunden, und  daher käme sein Profit von 6d (its
       surplus value 104*) für den Kapitalisten).
       Der Wert  der Produkte  ist bestimmt durch die in ihnen enthaltne
       Arbeit, nicht  durch den  Teil der  Arbeit in  ihnen, der vom Ar-
       beitsgeber bezahlt  ist.  G e t a n e,  n i c h t b e z a h l t e
       A r b e i t   k o n s t i t u i e r t   d e n    W e r t    d e s
       P r o d u k t s;  wages drücken aber  n u r  b e z a h l t e  Ar-
       beit, nie   d i e   g e t a n e   [aus]. Das Maß dieser Bezahlung
       selbst hängt  von der Produktivität der Arbeit ab, denn diese be-
       stimmt das  Quantum notwendiger  Arbeitszeit. Und  da diese wages
       die value  of labour  konstituieren (labour  selbst als  Ware ge-
       setzt), ist diese value beständig variable 105*) und nichts weni-
       ger als  constant 106*). Das Quantum Arbeit, das der Arbeiter ar-
       beitet, ist  sehr verschieden von dem Quantum Arbeit, das in sei-
       nem Arbeitsvermögen aufgearbeitet ist oder das nötig ist, um sein
       Arbeitsvermögen zu reproduzieren. Als Ware aber verkauft er nicht
       den Gebrauch,  der von  ihm gemacht  wird, verkauft er sich nicht
       als cause  107*), sondern  als effect  108*). Hören wir, wie Herr
       Malthus sich abmüht, um die Sache klein zu bekommen:
       
       "Die Bedingungen  der Zufuhr von Waren erfordern nicht, daß diese
       immer die gleichen relativen Werte beibehalten müssen, jedoch daß
       jede ihren  eigenen   n a t ü r l i c h e n  Wert behalten sollte
       oder die  Mittel, mit denen sie die Gegenstände erlangen, die dem
       Produzenten   d a s   g l e i c h e  V e r m ö g e n  für Produk-
       tion und  Akkumulation erhalten wird ... Profite werden nach Vor-
       schüssen berechnet,  die nötig sind für die Produktion ...  d i e
       s p e z i f i s c h e n  V o r s c h ü s s e  d e r  K a p i t a-
       l i s t e n   b e s t e h e n   n i c h t   i n  T u c h,  s o n-
       d e r n  i n  A r b e i t;
       -----
       103*) eine gegebene  Menge von 12 Stunden Arbeit hat den Wert von
       12 d,  und 12 d ist tatsächlich der Wert, gegen den sich das Pro-
       dukt austauscht,  wenn es  verkauft wird. Andererseits beherrscht
       der Kapitalist mit diesem Wert 24 Stunden, wenn er ihn für nichts
       als Arbeit wieder investieren könnte. Die Löhne beherrschen folg-
       lich eine  Arbeitsmenge, die viel größer ist als die, aus der sie
       bestehen, und  eine gegebene Menge lebendiger Arbeit tauscht sich
       tatsächlich gegen  eine viel  geringere Menge aufgehäufter Arbeit
       aus. Gewiß ist nur eines, daß der Preis der Arbeit, der Lohn, im-
       mer die  Menge Arbeit ausdrückt, welche die Arbeiter brauchen, um
       Seele und  Leib zusammenzuhalten.  Der Lohn  für  jede  beliebige
       Menge Arbeit  muß der Menge Arbeit gleichen, die der Arbeiter für
       seine eigene Reproduktion aufwenden muß. Im obigen Beispiel würde
       ein Mann zwei Personen je 12 Stunden arbeiten lassen, zusammen 24
       Stunden, mit  der von einem Mann hervorgebrachten Arbeitsmenge. -
       104*) sein  Mehrwert  -  105*) veränderlich  -  106*) konstant  -
       107*) Ursache - 108*) Wirkung
       
       #474# Grundrisse  - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       und  d a  k e i n e s f a l l s  e i n  a n d e r e r  G e g e n-
       s t a n d   e i n   g e g e b e n e s  Q u a n t u m  A r b e i t
       v e r k ö r p e r n   k a n n,   klar,  daß  es  die    M e n g e
       A r b e i t   i s t,  w e l c h e  e i n e  W a r e  b e h e r r-
       s c h e n   w i r d   und nicht  das Quantum  irgendeiner anderen
       Ware, das  die Bedingung ihrer Zufuhr oder ihres   n a t ü r l i-
       c h e n  W e r t e s  repräsentieren kann." (17, 18.) (IX, 29.)
       
       Schon daraus, daß die advances des capitalist of labour 109*) be-
       stehn, konnte  Malthus sehn,  daß die Sache nicht sauber ist. Ge-
       setzt, 6  Stunden sei  die notwendige  Arbeitszeit:  A)  B)  zwei
       Kerls, die  jeder für sich arbeiten, aber austauschen gegeneinan-
       der. A) arbeite 6 Stunden, B) arbeite 12 Stunden. Wenn nun der A)
       die 6  Stunden, die B) mehr gearbeitet hat, ihm abessen will, das
       Produkt der  6 Surplusstunden  des B)  verzehren, so  kann er ihm
       nichts geben  als 6  Stunden lebendiger Arbeit, sage den nächsten
       Tag. B) besitzt nun über den A) ein Produkt von 6 Arbeitsstunden.
       Gesetzt nun, er bilde sich unter diesen Umständen ein, Kapitalist
       zu sein,  und hörte ganz auf zu arbeiten. So hätte er den dritten
       Tag für  A)'s 6  Stunden nur seine accumulated produce of 110*) 6
       Stunden zu geben, und sobald er den Austausch vollzogen, müßte er
       wieder anfangen,  selbst zu  arbeiten, oder  verhungern. Wenn  er
       aber fortfährt,  12 Stunden für A) zu arbeiten, und A) fortfährt,
       6 Stunden für sich zu arbeiten, und 6 für B), so tauschen sie ex-
       akt jeder  12 Stunden  gegeneinander aus.  Die natural  value der
       commodity 111*),  sagt Malthus,  besteht darin, daß sie ihrem Be-
       sitzer durch  den Austausch  wiedergibt the same power of produc-
       tion and  accumulation" 112*).  Seine Ware  besteht aus 2 Quantis
       Arbeit, einem  Quantum akkumulierter Arbeit + einem Quantum imme-
       diater 113*)  Arbeit. Wenn  er also  seine Ware  austauscht gegen
       eine andre,  die exakt dasselbe Gesamtquantum von Arbeit enthält,
       so ist  seine Power  of Production  und Accumulation 114*) minde-
       stens dieselbe,  gleich geblieben.  Sie ist  aber gewachsen, weil
       ein Teil der immediaten Arbeit ihm  n i c h t s  gekostet hat, er
       sie aber doch verkauft. Malthus aber kommt zu dem Schluß, daß das
       Quantum Arbeit,  woraus die Ware besteht,  n u r  bezahlte Arbeit
       ist, also  = der Summe der wages, oder daß die wages den Wertmes-
       ser der  Ware abgeben.  Wenn jedes  in der Ware enthaltne Quantum
       Arbeit bezahlt  wäre, so wäre die Doktrin des Herrn Malthus rich-
       tig, aber  ebenso richtig, daß sein Kapitalist keine "advances of
       labour" 115*) zu machen hätte und seiner "powers of accumulation"
       116*) vollständig  verlustig ginge. Wo soll der Profit herkommen,
       wenn keine  Gratisarbeit getan  wird? Ja, denkt Herr Malthus, die
       wages für  die accumulated 117*) Arbeit. Da aber die  g e t a n e
       A r b e i t
       -----
       109*) vorgeschossenen  Summen   des  Kapitalisten   in  Arbeit  -
       110*) aufgehäuftes Produkt  von -  111*) Der natürliche  Wert der
       Ware - 112*) das gleiche Vermögen für Produktion und Akkumulation
       - 113*) unmittelbarer - 114*) Vermögen für Produktion und Akkumu-
       lation -  115*) "vorgeschossenen Summen in Arbeit" -  116*) "Ver-
       mögen für Akkumulation" - 117*) aufgehäufte
       
       #475# Theorien über Mehrwert und Profit
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       aufgehört hat  zu arbeiten,  so hört  sie auch  auf, wages zu be-
       ziehn. Das  Produkt, worin  sie existiert,  könnte nun allerdings
       wieder gegen  lebendige Arbeit ausgetauscht werden, aber gesetzt,
       dies Produkt  sei =  6 Arbeitsstunden; so gäbe der Arbeiter 6 le-
       bendige Arbeitsstunden  und erhielte nun im Ersatz die advances ;
       die getanen  6 Arbeitsstunden  des Kapitalisten, der damit keinen
       Schritt vom  Fleck käme.  Die lebendige Arbeit würde sehr bald im
       Besitz seiner  toten Arbeit sein. Der Grund aber, den Malthus an-
       gibt: daß,  weil "no  other object whatever can represent a given
       quantity of  labour" 118*),  die natural value einer Ware besteht
       aus der  "quantity of  labour which a commodity will command, and
       not the  quantity of  any other  commodity" 119*).  D.h., a given
       quantity of  labour 120*)  kann nur  repräsentiert werden durch a
       quantity of  living (immediate) labour 121*). Nicht nur no other,
       sondern every  object whatever  can represent a given quantity of
       labour 122*),  nämlich jedes  Objekt, worin dieselbe quantity la-
       bour 123*) enthalten. Malthus aber will, daß die in der Ware ent-
       haltne quantity  of labour  gemessen sein  soll; gleich sein soll
       nicht dem   Q u a n t u m  l e b e n d i g e r  A r b e i t,  die
       sie  in   Bewegung  setzen   kann,  sondern  dem    Q u a n t u m
       b e z a h l t e r   A r b e i t,   das sie in Bewegung setzt. Ge-
       setzt, die  Ware enthalte 24 Arbeitsstunden; so denkt er, der Ka-
       pitalist kann 2 Arbeitstage damit kaufen; und wenn der Kapitalist
       die Arbeit  ganz zahlte,  oder wenn  das Quantum getaner Arbeit =
       dem Quantum bezahlter lebendiger Arbeit; so könnte er  n u r   24
       Arbeitsstunden von lebendiger Arbeit mit 24 Arbeitsstunden in ge-
       taner Arbeit  kaufen, und  seine "powers  of accumulation"  would
       have gone to the wall 124*). Aber der Kapitalist zahlt dem Arbei-
       ter nicht  die Arbeitszeit, das Arbeitsquantum, sondern zahlt ihm
       nur die  notwendige Arbeitszeit,  während er  ihn  für  den  Rest
       zwingt, umsonst  zu arbeiten. Mit den 24 Stunden getaner Arbeits-
       zeit wird  er daher  vielleicht 48 lebendiger in Bewegung setzen.
       Er zahlt  daher in fact mit 1 Stunde getaner Arbeit 2 Stunden le-
       bendiger Arbeit,  und gewinnt  daher bei  dem Austausch 100%. Der
       Wert seiner Ware nun = 48 Stunden, aber keineswegs gleich den wa-
       ges, wogegen  sie ausgetauscht worden ist, noch gleich den wages,
       wogegen sie  sich wieder  austauscht. Fährt  er in demselben Ver-
       hältnis fort,  so wird  er mit  48 Stunden  getaner Arbeit 96 le-
       bendiger kaufen.
       Gesetzt, es existiere gar kein Kapitalist, aber die unmittelbaren
       und miteinander  austauschenden Arbeiter  arbeiteten mehr als nö-
       tig, um zu leben, weil
       -----
       118*) "keinesfalls ein  anderer Gegenstand  ein gegebenes Quantum
       Arbeit verkörpern  kann" - 119*) "Menge Arbeit, die eine Ware be-
       herrschen wird  und nicht dem Quantum irgendeiner anderen Ware" -
       120*) ein gegebenes Quantum Arbeit - 121*) ein Quantum lebendiger
       (unmittelbarer) Arbeit - 122*) kein anderer, sondern jeder belie-
       bige Gegenstand  kann ein  gegebenes Quantum  Arbeit verkörpern -
       123*) Menge Arbeit  - 124*) "Vermögen  für Akkumulation" wären an
       die Wand gedrückt worden
       
       #476# Grundrisse  - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       sie auch akkumulieren wollten etc. Nenne  w a g e s  den Teil der
       Arbeit, den  der Arbeiter  verrichtet, um  zu leben,  P r o f i t
       die Surpluszeit,  die er  arbeitet, um zu akkumulieren. Dann wäre
       der Wert  seiner Ware  = dem  Gesamtquantum in ihr enthaltner Ar-
       beit, =  der Totalsumme lebendiger Arbeitszeit; aber keineswegs =
       den wages, die er sich selbst gezahlt, oder gleich dem Teil Ware,
       den er reproduzieren müßte, um zu leben. Weil der Wert einer Ware
       = einem  bestimmten Quantum  Arbeit, sagt  Malthus, ist sie = dem
       Quantum in ihr enthaltner notwendiger Arbeit (i.e. den wages) und
       nicht =  der Totalsumme der Arbeit, die in ihr enthalten ist; ist
       ihr Ganzes  = einer Fraktion derselben. ¦¦6¦ Die "powers of accu-
       mulation" auf seiten des Arbeiters kämen aber offenbar nur daher,
       daß er mehr gearbeitet hat als nötig, um sich seine wages zu zah-
       len. Wenn  ein bestimmtes  Quantum lebendiger  Arbeitszeit =  der
       Zeit wäre,  die erheischt  ist für  den Arbeiter, um zu leben, so
       wäre ein bestimmtes Quantum lebendiger Arbeit = den wages, die er
       produziert, oder  die wages wären exakt gleich der lebendigen Ar-
       beit, die sie in Bewegung setzen. Wenn solches der Fall, wäre na-
       türlich Kapital unmöglich. Wenn ein Arbeiter in seiner ganzen Ar-
       beitszeit nicht  mehr produzieren  kann als  seine wages, kann er
       beim besten  Willen keinen  farthing 125*)  für den  Kapitalisten
       herausschlagen. Property ist the offspring of the productivity of
       labour 126*).
       
       "Wenn einer  nur für  einen produzieren  kann, jeder Arbeiter; da
       kann kein  Eigentum bestehen.  Wenn die  Arbeit eines Mannes vier
       erhalten kann,  wird es auf einen in der Produktion beschäftigten
       vier müßige Menschen geben." (Ravenstone [, p. 11].)
       
       Oben sahn  wir, wie  der spintisierende Tiefsinn des Malthus sich
       in rein kindischer Rechenart ausdrückte. Es lag übrigens die Dok-
       trin dahinter, daß the value of labour constant 127*) und daß wa-
       ges Preis konstituieren. Weil die Rate des Profits auf ein ganzes
       Kapital ausgedrückt werden kann als dieselbe Rate auf den aliquo-
       ten Teil  des Kapitals, der wages darstellt, so behauptet er, daß
       dieser aliquote  Teil den  Preis konstituiert und bestimmt. Grade
       wie hier  ähnlicher  T i e f s i n n.  Wenn Ware A) = Quantum von
       x Ware, meint er, so kann das doch nichts heißen, als daß sie = x
       lebendiger Arbeit,  denn nur  Arbeit kann  Arbeit repräsentieren.
       Daraus schließt  er, daß  Ware A)  = dem  Quantum    L o h n a r-
       b e i t,   die sie  kommandieren kann, und daß daher der Wert der
       Arbeit konstant  sei, weil immer = der Ware, von der sie in Bewe-
       gung gesetzt  wird. Der  Witz ist einfach, daß Quantum lebendiger
       Arbeit und  Quantum Lohnarbeit  ihm  zusammenfallen  und  daß  er
       glaubt, jeder aliquote Teil der Lohnarbeit sei
       -----
       125*) kleinste englische  Münze - 126*) Eigentum ist das Ergebnis
       der Produktivität der Arbeit - 127*) der Wert der Arbeit konstant
       
       #477# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       wirklich belohnt.  Aber x  lebendige Arbeit  kann sein  (und  als
       Lohnarbeit ist  nur) =  x -  y notwendige Arbeit (wages) + y Sur-
       plusarbeit, x  tote Arbeit  kann daher  in Bewegung  setzen x - y
       notwendige Arbeit (wages) + y Surplusarbeitszeit; d. h., es setzt
       immer soviel mehr lebendige Arbeitszeit in Bewegung, als in x Ar-
       beitsstunden Surplusarbeitsstunden  enthalten sind  über  notwen-
       dige.
       Lohnarbeit besteht immer aus bezahlter und unbezahlter Arbeit.
       Die  v a l u e  d e r  A r b e i t  ist also konstant, heißt wei-
       ter nichts,  als alle Arbeitszeit ist notwendige, d.h. wages pro-
       duzierende Arbeitszeit.  Es gibt  keine Surplusarbeitszeit  und -
       dennoch "powers  of accumulation"  und Kapital.  Da  wages  immer
       gleich einer  gegebnen Quantität  Arbeit, nämlich dem Quantum le-
       bendiger Arbeit,  die sie  in Bewegung  setzen, und dies dieselbe
       Quantität Arbeit  ist, die in den wages enthalten ist, so ist der
       W e r t   d e r   A r b e i t   konstant, denn er ist immer = dem
       Quantum der Arbeit vergegenständlicht. Das Fallen und Steigen der
       Löhne rührt  daher vom  Fallen und Steigen im Preis 128*) der Wa-
       ren, nicht  des   W e r t s  d e r  A r b e i t  her. Bekommt ein
       Arbeiter 8  sh in  Silber für die Woche oder 16, so rührt das nur
       davon her, daß der Preis der Schillinge gestiegen ist oder gefal-
       len, aber  der Wert  der Arbeit ist derselbe geblieben. In beiden
       Fällen erhält  er eine Woche getaner Arbeit für eine Woche leben-
       diger. Herr M. beweist dies wie folgt:
       
       "Wenn Arbeit  allein,  ohne  Kapital,  angewandt  würde,  um  die
       Früchte der Erde zu erlangen, würde die größere Leichtigkeit, die
       eine Sorte  im Vergleich  zu einer anderen zu erhalten, anerkann-
       terweise den  Wert der  Arbeit oder  den Tauschwert des mit einem
       gegebenen Quantum  Anstrengung  gewonnenen  Gesamtprodukts  nicht
       verändern."
       
       Dies heißt nichts, als jede der Waren, abgesehn von ihrer Quanti-
       tät, wäre  bestimmt durch  die in  ihr enthaltne Arbeit, obgleich
       diese, nach  dem Grad ihrer Produktivität, im einen case in mehr,
       in andren in weniger Gebrauchswerten sich ausdrücken würde.
       
       "Wir sollten  ohne Zögern  zugestehen, daß der Unterschied in der
       Billigkeit oder  Kostspieligkeit des  Produkts nicht  der  Arbeit
       liegt."
       
       Wir würden  sagen, die Arbeit ist produktiver in dem einen als in
       dem andern Zweig, oder auch, das Produkt kostet mehr oder weniger
       Arbeit. Von  cheapness or  dearness of  labour 129*)  könnten wir
       nicht sprechen,  insofern keine  L o h n a r b e i t  existierte,
       daher eine  Stunde unmittelbare  Arbeit immer  kommandieren würde
       eine Stunde  vergegenständlichte Arbeit, was natürlich nicht hin-
       dern würde,  daß die  eine Stunde produktiver wäre wie die andre.
       Aber dennoch,  soweit wir  unterschieden den Teil der Arbeit, der
       notwendig zur  Subsistenz, von der Surplusarbeit - und wenn über-
       haupt bestimmte Stunden
       -----
       128*) In der  Handschrift: Produkt  - 129*) Billigkeit oder Kost-
       spieligkeit der Arbeit
       
       #478# Grundrisse  - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       des Tags Surpluszeit gearbeitet wird, ist es dasselbe, als ob je-
       der aliquote  Teil der Arbeitszeit aus einem Teil notwendiger und
       Surplusarbeit bestünde - der immediate labourers 130*), so könnte
       nicht gesagt  werden, daß der  W e r t  d e r  A r b e i t,  i.e.
       w a g e s,   der Teil des Produkts, der sich gegen notwendige Ar-
       beit austauscht, oder der Teil der Gesamtarbeit, der auf das not-
       wendige Produkt  verwandt wird,   k o n s t a n t  seien. Mit der
       Produktivität der Arbeit würde wechseln der aliquote Teil der Ar-
       beitszeit, der  die wages  reproduziert; also würde beständig der
       W e r t  d e r  A r b e i t,  i.e. wages wechseln mit der Produk-
       tivität der  Arbeit. Die  wages wären nach wie vor gemessen durch
       einen bestimmten   G e b r a u c h s w e r t,   und da dieser be-
       ständig in  seinem Tauschwert  wechselt mit der verschiednen Pro-
       duktivität der  Arbeit, würden  wages wechseln  oder der  W e r t
       d e r   A r b e i t .   W e r t   d e r  A r b e i t  unterstellt
       überhaupt, daß die lebendige Arbeit  n i c h t  gleich ihrem Pro-
       dukt, oder was dasselbe ist, daß sie verkauft wird nicht als wir-
       kende Ursache,  sondern selbst  produzierter Effekt. Der Wert der
       Arbeit ist  konstant, heißt  weiter nichts,  als er ist beständig
       gemessen durch  das Arbeitsquantum,  das in  ihm steckt. In einem
       Produkt mag  mehr oder weniger Arbeit stecken. Es kann sich daher
       bald eine  größre, bald eine mindre Portion des Produkts A) gegen
       das Produkt  B) austauschen.  Aber das  Quantum lebendige Arbeit,
       das das  Produkt kauft, kann nie größer oder kleiner sein als die
       getane Arbeit,  die es repräsentiert, denn eine bestimmte Quanti-
       tät Arbeit  ist immer  eine bestimmte Quantität Arbeit, ob sie in
       der Form  vergegenständlichter oder  lebendiger Arbeit existiere.
       Wenn daher  mehr oder  weniger Produkt für ein bestimmtes Quantum
       lebendiger Arbeit  gegeben wird,  d.h., wenn  die Salaire steigen
       oder fallen,  so rührt  das nicht  daher, daß der Wert der Arbeit
       gestiegen oder gefallen, denn der Wert einer bestimmten Quantität
       Arbeit ist  immer gleich  derselben bestimmten  Quantität Arbeit,
       sondern daher,  daß die  Produkte mehr  oder weniger Arbeit geko-
       stet, ein größres oder geringres Quantum derselben daher dieselbe
       Quantität Arbeit  darstellen. Der   W e r t   d e r   A r b e i t
       b l e i b t   a l s o   k o n s t a n t.  Nur der  W e r t  d e r
       P r o d u k t e   w e c h s e l t,   d.h., die Produktivkraft der
       Arbeit wechselt,  nicht ihr Wert. Dies ist the pith of the theory
       of Malthus,  if you  can call  such a  shallow fallacy  a  theory
       131*). D'abord  132*) mag  ein Produkt,  das nur einen halben Tag
       Arbeitszeit kostet,  hinreichen, damit  ich einen ganzen lebe und
       also auch arbeite. Ob oder ob nicht das Produkt diese Eigenschaft
       besitzt, hängt  nicht ab  von seinem   W e r t,  d.h. von der Ar-
       beitszeit,  die   auf  es   verwandt  ist,   sondern  von  seinem
       G e b r a u c h s w e r t,   und der  Austausch, der  nach dieser
       Seite hin
       -----
       130*) unmittelbaren  Arbeiter -  131*) der Kern  der Theorie  von
       Malthus, wenn  man eine  so seichte  Sophisterie als  Theorie be-
       zeichnen kann - 133*) Zunächst
       
       #479# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       zwischen lebendiger  Arbeit und  Produkt der  Arbeit stattfindet,
       ist nicht  ein Austausch beider als Tauschwerte, sondern ihre Be-
       ziehung liegt  einerseits in  dem Gebrauchswert des Produkts, an-
       derseits in  den Existenzbedingungen des lebendigen Arbeitsvermö-
       gens.
       Tauschte sich  nun vergegenständlichte Arbeit gegen lebendige Ar-
       beit aus,  so könnte  nach den  Gesetzen des Tauschwerts das Pro-
       dukt, welches  = einem  halben Arbeitstag,  auch nur einen halben
       Tag lebendiger  Arbeit kaufen, obgleich der Arbeiter einen ganzen
       Arbeitstag von  ihm leben könnte; und sollte sein ganzer Arbeits-
       tag gekauft  werden, so  müßte er einen ganzen Arbeitstag in Pro-
       dukt erhalten,  womit er  nach der Voraussetzung zwei Arbeitstage
       leben könnte.  Aber auf  der Grundlage des Kapitals tauschen sich
       nicht lebendige  Arbeit und  getane Arbeit als Tauschwerte gegen-
       einander aus,  so daß beide identisch wären, und dasselbe Quantum
       Arbeit in vergegenständlichter Form der  W e r t,  das Äquivalent
       für dasselbe Quantum ¦¦7¦ Arbeit in lebendiger Form. Sondern, was
       sich austauscht,  ist Produkt und Arbeitsvermögen, das selbst ein
       Produkt ist.  Das Arbeitsvermögen  ist nicht = der lebendigen Ar-
       beit, die  es tun  kann, =  dem Quantum Arbeit, die es verrichten
       kann -  dies ist  sein  G e b r a u c h s w e r t.  Es ist gleich
       dem  Quantum  Arbeit,  wodurch  es  selbst    p r o d u z i e r t
       w e r d e n   m u ß   und reproduziert  werden kann.  Das Produkt
       wird also  in f  act nicht  gegen lebendige Arbeit, sondern gegen
       vergegenständlichte  Arbeit,  im  Arbeitsvermögen  vergegenständ-
       lichte, ausgetauscht.  Die lebendige  Arbeit selbst  ist ein  Ge-
       brauchswert, den  der vom  Besitzer  des  Produkts  eingehandelte
       Tauschwert besitzt,  und wie wenig oder viel er von dieser leben-
       digen Arbeit  mehr eingehandelt  hat, als er in der Form des Pro-
       dukts für  das Arbeitsvermögen  ausgegeben hat, hängt vom Quantum
       der lebendigen  Arbeit ab  - dem  in dem Produkt dem Arbeiter ge-
       zahlten.  Wenn  sich  Arbeitsquantum  gegen  Arbeitsquantum  aus-
       tauschte, sei es in der Form vergegenständlichter oder lebendiger
       [Arbeit], so  wäre natürlich  jedes  Arbeitsquantum  sich  selbst
       gleich und sein Wert gleich seinem Quantum. Ein Produkt von einem
       halben Arbeitstag  könnte daher  nur einen halben Arbeitstag kau-
       fen. Dann  existierten aber  in fact  keine  w a g e s,  und kein
       W e r t   d e r   A r b e i t.  Die Arbeit hätte keinen von ihrem
       Produkt  oder   dem  Äquivalent   ihres  Produkts      u n t e r-
       s c h i e d n e n   W e r t,    keinen    s p e z i f i s c h e n
       Wert,  und  dieser  konstituiert  gerade  den    W e r t    d e r
       A r b e i t,  wages.
       Daraus also, daß ein bestimmtes Arbeitsquantum = einem bestimmten
       Arbeitsquantum, oder  auch, daß  ein bestimmtes  Quantum  =  sich
       selbst, aus der großen Entdeckung, daß ein bestimmtes Quantum ein
       bestimmtes Quantum  ist, schließt  Herr Malthus, daß der Arbeits-
       lohn konstant,  der Wert  der Arbeit konstant ist, nämlich = dem-
       selben Quantum Arbeit vergegenständlicht. Dies  w ä r e  richtig,
       wenn lebendige  Arbeit und  aufgehäufte sich  als    T a u s c h-
       w e r t e
       
       #480# Grundrisse  - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       gegeneinander austauschten.  Aber dann  existierte weder  W e r t
       d e r   A r b e i t  noch  w a g e s,  noch  K a p i t a l,  noch
       L o h n a r b e i t,   noch Malthus'  Untersuchungen. Diese  alle
       beruhn darauf,  daß  lebendige  Arbeit  als    G e b r a u c h s-
       w e r t   und lebendiges Arbeitsvermögen als  T a u s c h w e r t
       gegenüber der  im Kapital aufgehäuften Arbeit erscheinen. Malthus
       fährt ruhig fort:
       
       "Dasselbe gilt,  wenn Kapital  und Profite  in die Wertberechnung
       eintreten und die Nachfrage nach Arbeit sich verändert."
       
       Hier liegt der ganze Tiefsinn. Sobald Capital und Profits herein-
       kommen, kommt  herein, daß  das lebendige Arbeitsvermögen gekauft
       wird und  sich daher eine kleinre Portion aufgehäufter Arbeit ge-
       gen eine  größre Portion  lebendiger austauscht. Es ist überhaupt
       charakteristisch für  den Tief  sinn, daß  das  Kapital,  welches
       Lohnarbeit setzt, Arbeit erst in Lohnarbeit und das Arbeitsvermö-
       gen in  eine Ware  verwandelt, durchaus  durch sein  Hereinkommen
       keinen change  in die Verwertung der Arbeit hereinbringt, ebenso-
       wenig wie in die Verwertung der aufgehäuften Arbeit. Das Kapital,
       das eine  spezifische Form  der Arbeit,  sich zu ihrem Produkt zu
       verhalten und  zum Wert  desselben, ist  nach Malthus  "entering"
       without changing anything 133*). Ganz, als wenn er an der Verfas-
       sung der  römischen Republik nichts ändern läßt durch das Herein-
       kommen, "entering of Emperors" 134*). Er fährt fort:
       
       "Findet eine  erhöhte Entlohnung der Arbeiter statt ohne eine Er-
       höhung in dem Produkt, dies nur möglich bei einem Fall von Profi-
       ten ...  Um irgendeinen  gegebenen Teil des Produkts zu erlangen,
       ist das  gleiche Quantum Arbeit nötig wie zuvor, aber da der Pro-
       fit verringert  wurde, hat der Wert des Produkts abgenommen; wäh-
       rend diese  Profitminderung in bezug auf den Wert der Löhne genau
       ausgeglichen wird  durch das vermehrte Quantum Arbeit, nötig, das
       vermehrte Produkt  zu erlangen,  das dem Arbeiter zuerkannt wird,
       wodurch der  Wert der  Arbeit der  gleiche bleibt wie zuvor." (p.
       33, 34 l.c. Heft IX, 29.)
       
       Das Produkt  enthält nach  der Voraussetzung dieselbe quantity of
       labour. Sein Wert soll aber vermindert sein, weil die Profite ge-
       fallen sind.  Wenn aber die im Produkt enthaltne Arbeitszeit die-
       selbe geblieben  ist, wie  sollen die  Profite fallen? Steigt der
       Arbeitslohn, während  die  Gesamtarbeitszeit  dieselbe  bleibt  -
       nicht aus temporären Ursachen, wie z. B., daß die Konkurrenz gün-
       stig für  die Arbeiter  steht ", so heißt das nichts, als daß die
       Produktivität der  Arbeit gefallen,  daß größres Quantum Zeit nö-
       tig, um  das Arbeitsvermögen  zu reproduzieren;  daß also von der
       vom Kapital  in Bewegung  gesetzten lebendigen Arbeit ein größrer
       Teil auf die notwendige und ein kleinrer auf die Surpluszeit
       -----
       133*) "Hereinkommen"   ohne   irgend   etwas   zu   verändern   -
       134*) "Hereinkommen der Kaiser"
       
       #481# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       fällt. Lassen wir die Tüftelei bis später. Nur noch der Vollstän-
       digkeit wegen folgende Schlußstelle:
       
       "Umgekehrt im  umgekehrten Falle.  Ein kleineres Quantum des Pro-
       dukts würde  dem Arbeiter  zuerkannt, und Profite würden steigen.
       Ein gegebenes  Quantum des  Produkts, das  mit der gleichen Menge
       Arbeit erlangt wurde wie zuvor, würde im Wert ansteigen wegen des
       Ansteigens des  Profits; während dieses Ansteigens des Profits in
       bezug auf den Lohn des Arbeiters ausgeglichen würde durch das ge-
       ringere Quantum Arbeit, das nötig war, um das verringerte Produkt
       zu erlangen,  das dem  Arbeiter zuerkannt  wird." (Malthus p. 35)
       (l.c.) (IX, 29.)
       
       Was er  bei dieser   G e l e g e n h e i t    ü b e r    G e l d-
       p r e i s e   i n   v e r s c h i e d n e n  L ä n d e r n  sagt,
       als aus  seinem  principle  135*)  resultierend,  später  zu  be-
       trachten. {Ware  A) kann  z. B.  einen Arbeitstag kaufen; sie be-
       zahlt nur  einen halben  (den notwendigen),  aber sie tauscht aus
       den ganzen.  Das Quantum der ganzen von der Ware gekauften Arbeit
       ist dann gleich der notwendigen + der Surpluszeit. Kenne ich also
       den Preis  der notwendigen Arbeit = x, so wäre der Preis der gan-
       zen Arbeit  = 2x, und ich könnte so die neugeschaffne Ware schät-
       zen in  den wages und so die Preise aller Ware in Arbeitslohn an-
       schlagen. Dies  wäre aber  nichts weniger als ein  k o n s t a n-
       t e r   W e r t.  Durch die Verwechslung, daß in der Tat, welches
       auch immer der Lohn sei, in zivilisierten Ländern an average time
       136*) für ihn gearbeitet werden muß, sage 12 Stunden, wieviel von
       diesen 12  Stunden notwendige  oder Surplusarbeit  sei, wird auch
       Herr Carey,  der das  Quantum Arbeit  in Arbeitstage auflöst (und
       allerdings lösen  sie sich  in lebendige Arbeitstage auf), darauf
       gebracht, daß,  weil dasselbe  Kapital immer  weniger Arbeitszeit
       kostet zu  seiner Reproduktion,  z.B.: Maschine  von 100  l. wird
       durch den  Fortschritt der Produktivkräfte in einer gegebnen Zeit
       nur mehr  50 £  St. kosten,  also das Resultat von halb so vieler
       Arbeitszeit, Arbeitstage  oder Arbeitsstunden,  as you like 137*)
       sein. Daraus  schließt Herr  Carey, daß   d e r   A r b e i t e r
       mit  halb  soviel  Arbeitstagen  als  früher    d i e s e    M a-
       s c h i n e   kaufen, sich  erwerben kann.  Er begeht  die kleine
       Verwechslung, das  Wachstum der Surplusarbeitszeit zu betrachten,
       als sei  es   f ü r   d e n  Arbeiter gewonnen, während die ganze
       Sache umgekehrt  darauf hinausläuft,  daß der  Arbeiter  von  dem
       ganzen Arbeitstag  weniger für sich selbst arbeitet, mehr für das
       Kapital, also  die objektive  Macht des  Kapitals  ihm  gegenüber
       rasch anwächst,  in  bestimmtem  Verhältnis  zur  Vermehrung  der
       Produktivkräfte.
       Herr Carey läßt den Arbeiter die Maschine kaufen oder sich leihn;
       kurz, er  verwandelt ihn  in einen Kapitalisten. Und zwar soll er
       zu dieser  größren Macht über das Kapital kommen, weil die Repro-
       duktion eines bestimmten
       -----
       135*) Prinzip - 136*) eine durchschnittliche Zeit - 137*) wie man
       will
       
       #482# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       Quantums Kapital weniger notwendige Arbeit fordert, d. h. weniger
       bezahlte Arbeit,  also der  Arbeitslohn fällt  im Verhältnis  zum
       Profit. In  Amerika, solange  dort der Arbeiter noch selbst einen
       Teil seiner Surplusarbeit sich aneignet, mag er sich soviel akku-
       mulieren, um  z.B. Pächter etc. zu werden (obgleich das auch auf-
       hört schon  jetzt). Wo die Lohnarbeit in Amerika es noch rasch zu
       was bringen kann, geschieht es durch Reproduktion frührer Produk-
       tions- und  Eigentumsweisen auf  Grundlage des Kapitals (z.B. der
       independent peasantry  138)). Kurz, er betrachtet die Arbeitstage
       als dem  Arbeiter gehörige  Arbeitstage  und,    s t a t t    z u
       s c h l i e ß e n,   d a ß   e r   m e h r  K a p i t a l  p r o-
       d u z i e r e n   m u ß ,   u m   d i e s e l b e  A r b e i t s-
       z e i t   b e s c h ä f t i g t   z u   s e i n,  s c h l i e ß t
       e r ,   d a ß   e r   w e n i g e r  a r b e i t e n  m u ß,  u m
       d a s   K a p i t a l   z u  e r w e r b e n  (die Produktionsbe-
       dingungen sich  anzueignen). Produzierte er 20 Maschinen und kann
       er infolge  der wachsenden  Produktivkraft nun 40 produzieren, so
       wird in  der Tat  die einzelne Maschine wohlfeiler, aber weil ein
       kleinrer Teil  des  Arbeitstags  nötig  ist,  um  ein  bestimmtes
       Quantum von  ihr zu produzieren, folgt nicht, daß das Produkt des
       Arbeitstags für  den Arbeiter  gestiegen ist,  sondern umgekehrt,
       daß weniger  lebendige Arbeit  verwandt wird zur Produktion eines
       bestimmten Quantums  Maschine. Übrigens Herr Carey, dem es um die
       H a r m o n i e   zu tun,  findet selbst,  daß, wenn die Rate des
       Profits sinkt,  der gross  profit steigt,  weil ein immer größres
       Kapital  im  Verhältnis  zu  der  angewandten  lebendigen  Arbeit
       erheischt wird,   a l s o   es immer unmöglicher für den Arbeiter
       wird, sich  die nötige  Summe Kapital anzueignen, das Minimum des
       Kapitals, das  zur produktiven Anwendung der Arbeit auf der neuen
       Produktionsstufe erheischt  ist. Ein  aliquoter Teil des Kapitals
       braucht weniger  Arbeitszeit zur  Reproduktion, aber  eine größre
       Masse  Kapital   ist  nötig,   um  die  geringre  Arbeitszeit  zu
       verwerten. Das  Wachsen der Produktivkraft drückt sich aus darin,
       daß der  aus lebendiger  Arbeit bestehnde  Teil des Kapitals ¦¦8¦
       beständig  fällt   gegen  den   in  advances,   Maschinerie  etc.
       ausgelegten.
       Der ganze  schlechte Witz  von Carey, der natürlich ein gefundnes
       Essen für  Bastiat, beruht  darauf, daß er die zur Produktion nö-
       tige Arbeitszeit  oder Arbeitstage  in dem Arbeiter  a n g e h ö-
       r i g e   Arbeitstage verwandelt, während diese Zeit vielmehr dem
       Kapital gehört  und im  Verhältnis zur  wachsenden Produktivkraft
       der Arbeit  eine immer  schmalere Portion  seiner Arbeitszeit dem
       Arbeiter bleibt.   J e   w e n i g e r   l e b e n d i g e   A r-
       b e i t s z e i t   e i n   g e g e b n e s   K a p i t a l   z u
       k a u f e n   h a t   - oder  je mehr die Totalsumme des Kapitals
       wächst und  die von  ihm angewandte  lebendige Arbeit  abnimmt im
       Verhältnis zu  seiner Größe  -, um so größer nach Herrn Carey die
       Chance für den Arbeiter, Besitzer des Kapitals
       -----
       138*) freier Bauernstand
       
       #483# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       zu werden,   w e i l   das  Kapital durch   w e n i g e r    l e-
       b e n d i g e   A r b e i t   r e p r o d u z i e r t   wird.  Je
       größer das  Kapital und je kleiner die Zahl Arbeiter, die es ver-
       hältnismäßig  anwendet,  desto  größer  für  diese  Arbeiter  die
       Chance, Kapitalisten  zu werden,  denn ist  das Kapital nicht nun
       mit weniger  Arbeitstagen reproduziert? Kann es  d a h e r  nicht
       auch mit  weniger Arbeitstagen gekauft, gewonnen werden? Nimm ein
       Kapital von 1001., das 50 in Advancen verwendet, 50 in Arbeit und
       50% Profit  nimmt, denn  die Abnahme der Profitrate Hauptstecken-
       pferd Careys  und gehört mit zur Theorie. Laß jedes £ Arbeitslohn
       gleich einem  Arbeitstag sein  = 1  Arbeiter. Nimm nun ein andres
       Kapital von  16 000 l., das 14 500 in Advancen verwendet, 1500 in
       Arbeitslohn (sei auch = 1500  139*) Arbeitern) und nur 20% Profit
       nimmt. Im  ersten Fall das Produkt = 150; im zweiten (laß der Be-
       quemlichkeit der  Rechnung wegen  das Capital  fixe in einem Jahr
       umschlagen) = 19200. (3200 Profit.)
       Hier haben  wir den  günstigsten case  für Herrn  Carey. Die Pro-
       fitrate hat  abgenommen von  50% auf 20, also um 3/5 oder um 60%.
       Dort ist  ein Produkt 140*) von 50 das Resultat von 50 lebendigen
       Arbeitstagen; in  dem andren  case ein Produkt 140*) von 3200 von
       1500 Arbeitern. Im ersten Fall ein Produkt 140*) von 1 das Resul-
       tat von 1 Arbeitstag; im zweiten ein Produkt 140*) von 2 1/15 das
       Produkt 140*)  von 1  Arbeitstag. Im zweiten Fall ist weniger als
       die Hälfte Arbeitszeit nötig, um einen Wert 141*) von 1 zu produ-
       zieren, wie im ersten. Heißt das nun, daß im zweiten Fall der Ar-
       beiter mit einem halben Arbeitstag 1 1/15 produziert für sich, wo
       der andre  in der  doppelten Zeit  nur 1 produziert, also auf dem
       besten Weg ist, Kapitalist zu werden? Er müßte erst 16 000 l. Ka-
       pital erwerben  und statt  selbst zu arbeiten, fremde Arbeit kau-
       fen, damit diese Verringerung der notwendigen Arbeitszeit ihm das
       geringste hülfe.  So hat  sie nur  eine unendliche Kluft zwischen
       seiner Arbeit  und  d e n  B e d i n g u n g e n  ihrer Anwendung
       geschaffen, und  die Rate der  n o t w e n d i g e n  A r b e i t
       vermindert, also im Verhältnis zum ersten Verhältnis mehr als 6 x
       soviel Arbeiter  an die Luft gesetzt [268]. Diese an die Luft ge-
       setzten Arbeiter  sollen sich  nun damit beruhigen, daß, wenn sie
       die Bedingungen  hätten, selbständig  zu arbeiten,  oder vielmehr
       als Kapitalisten  zu arbeiten,  sie selbst weniger Arbeiter brau-
       chen würden.
       In dem  ersten case  ist das ganze notwendige Kapital 100 l., und
       es ist  mehr chance  für den einzelnen Arbeiter, da ausnahmsweise
       soviel zusammenzusparen  und durch  besonders glückliche Kombina-
       tion nun  selbst  K a p i t a l i s t  in der Weise des Kapitali-
       sten A) zu werden. Die Arbeitszeit, die der Arbeiter
       -----
       139*) In der  Handschrift: 2000 - 140*) sollte eigentlich heißen:
       ein Mehrprodukt - 141*) sollte eigentlich heißen: einen Mehrwert
       
       #484# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       arbeitet, ist dieselbe bei A) und B), obgleich die Totalsumme der
       von den Kapitalisten gebrauchten Arbeitstage wesentlich verschie-
       den. Auf  6 Arbeiter,  die der  erste Kapitalist braucht, braucht
       der zweite  noch nicht  einen [269].  Die übrigbleibenden  müssen
       deshalb ebensoviel und mehr Surpluszeit arbeiten. Daß das Kapital
       auf der  einen Produktionsstufe,  wo es  selbst ebenso  gewachsen
       ist,  wie  die  Produktivkräfte,  weniger  lebendige  Arbeitstage
       braucht, ist  nach Carey  damit gleichbedeutend, daß der Arbeiter
       weniger Arbeitstage  braucht, um  sich Kapital  anzueignen; wahr-
       scheinlich mit  den Arbeitstagen der nicht "beschäftigten" Arbei-
       ter. Weil der Kapitalist weniger Arbeiter braucht, um sein immen-
       ses Kapital  zu verwerten, kann der von ihm beschäftigte Arbeiter
       mit weniger Arbeit das größere Kapital sich aneignen. Such is the
       logic of Mr. Carey, the harmoniser. 142*)} [270]
       In bezug  auf Ricardos  Theorie sagt  Wakefield (Heft VII, p. 74)
       l.c. S. 231 Note:
       
       "Wenn man  Arbeit als  eine Ware und Kapital, das Produkt von Ar-
       beit, als  eine andere behandelt, dann würde sich, wenn die Werte
       jener beiden  Waren durch  gleiche Arbeitsmengen bestimmt würden,
       eine gegebene  Menge Arbeit unter allen Umständen gegen eine sol-
       che Menge Kapital austauschen, die durch die gleiche Arbeitsmenge
       erzeugt worden wäre;  v e r g a n g e n e  Arbeit würde immer ge-
       gen die  gleiche Menge  eingetauscht wie  g e g e n w ä r t i g e
       ... Aber der Wert der Arbeit im Verhältnis zu anderen Waren wird,
       wenigstens soweit  die Löhne  einen Anteil  am Produkt ausmachen,
       nicht durch  gleiche Arbeitsmengen  bestimmt, sondern  durch  das
       Verhältnis zwischen Zufuhr und Nachfrage." [271]
       
       {Bailey 143*):  "Money and its Vicissitudes in Value etc., London
       1837" (Heft  V, p.  26 sqq.)  [272], hat Bemerkungen über dormant
       capital 144*),  das durch beschleunigte Zirkulation in Umlauf ge-
       setzt werden kann (nach ihm durch größre Masse currency 145*); er
       hätte sagen  sollen   G e l d),   und sucht  auseinanderzusetzen,
       daß, wenn  überhaupt in  einem Lande  das Kapital  stets voll be-
       schäftigt wäre, kein increase of demand an increase of production
       146*)  hervorbringen  könnte.  Der  Begriff  des    d o r m a n t
       c a p i t a l   gehört in die Zirkulation, da das nicht in Zirku-
       lation befindliche Kapital schläft. Die betreffenden Stellen lau-
       ten:
       
       "Viel Kapital  und Produktionserfahrung  mag im Zustand der Untä-
       tigkeit vorhanden  sein. Falsch,  wenn die  Ökonomen glauben, daß
       die Zahl  der Arbeiter  und die  Kapitalmenge  gewisse  bestimmte
       Kräfte sind, die in jedem Land, wo sie vorhanden sind, unvermeid-
       lich ein bestimmtes Ergebnis erzeugen müssen." (p. 54.)
       -----
       142*) So sieht  die Logik des Herrn Carey, dieses Harmonisierers,
       aus. -  143*) in der Handschrift: Beyle - 144*) schlafendes Kapi-
       tal - 145*) Umlaufmittel - 146*) Ansteigen der Nachfrage für eine
       Produktionserhöhung
       
       #485# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       "Weit entfernt davon, daß der Wert der Waren, die die vorhandenen
       Produzenten und das vorhandene Kapital auf den Markt bringen, be-
       stimmt und  entschieden ist,  er ist  einem weiten  Spielraum von
       Veränderungen ausgesetzt." (p. 55.)
       
       Also
       
       "nicht wesentlich für eine Produktionserhöhung, daß neues Kapital
       oder neue Arbeiter auftreten müßten ... (z. B. in einem Lande, wo
       Mangel an  Edelmetallen) mögen  einige Waren  oder, was  dasselbe
       ist,   d i e   K r a f t,  s i e  z u  p r o d u z i e r e n,  an
       einem Platz im Überfluß vorhanden sein, andere Waren an einem an-
       deren Platz  desgleichen und  die Besitzer einer jeden den Wunsch
       haben, ihre Waren gegen jene im Besitz des anderen auszutauschen,
       aber aus Mangel an einem gemeinsamen Austauschmittel und weil sie
       kein Motiv  für die Produktion haben, werden sie in einem Zustand
       gehalten, der keinerlei Verkehr zuläßt." (55, 56.)}
       
       {In der  Zirkulation des Kapitals erscheint das Geld doppelt, als
       Verwandlung des Kapitals in Geld sowohl als Realisation des Prei-
       ses der  Ware; aber  hier ist dies Preissetzen nicht formell. Die
       Umwandlung des  Produkts in Geld ist hier die Rückverwandlung des
       Kapitals in W e r t  als solchen, selbständig existierenden Wert;
       Kapital als  Geld oder Geld als realisiertes Kapital. Zweitens in
       der Bestimmung als bloßes Zirkulationsmittel; dies ist, wo es nur
       dient, das Kapital rückzuverwandeln in Produktionsbedingungen. In
       diesem zweiten  Moment, in  der Form  des Salairs,  muß eine  be-
       stimmte Masse  Geld gleichzeitig vorhanden sein als Zirkulations-
       mittel, Zahlungsmittel.  Daß das  Geld nun in der Zirkulation des
       Kapitals diese  doppelte Rolle spielt, bringt in allen Krisen den
       Schein hervor, das Geld fehle als Zirkulationsmittel, während der
       W e r t   dem Kapital  fehlt und  es sich  daher nicht   m o n é-
       t i s e r   147*) kann.  Die Masse  des zirkulierenden Geldes mag
       dabei selbst zunehmen. Auf die neuen Bestimmungen des Geldes, wie
       es gesetzt ist als Moment der Zirkulation des Kapitals, teils als
       sein  Zirkulationsmittel,   teils  als    r e a l i s i e r t e r
       W e r t   d e s   K a p i t a l s,   als selbst    K a p i t a l,
       eigner Abschnitt  zu machen,  wenn wir  vom Zins  etc. sprechen.}
       Bailey fährt fort:
       
       "Es hängt  keineswegs vom  flüssigen Kapital  eines Landes allein
       die in  Tätigkeit gesetzte Arbeit ab. Es kommt darauf an, ob Nah-
       rung, Werkzeug  und Rohmaterial  langsam oder rasch ¦¦9¦ verteilt
       ist nach  jenen Gegenden,  wo es verlangt wird; ob es mit Schwie-
       rigkeit zirkuliert  oder nicht,  ob es  während langer Pausen als
       untätige Masse existiert und so im Resultat der Bevölkerung nicht
       genügend Beschäftigung verschafft." (56, 57.)
       
       (Beispiel von  Gallatin, [273]  l.c. 68, von den western counties
       of Pennsylvania 148*):)
       -----
       147>*) in Geld verwandeln - 148*) westlichen Kreisen von Pennsyl-
       vanien
       
       #486# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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       "Politische Ökonomen  sind zu  geneigt, eine  bestimmte Quantität
       Kapital und  eine bestimmte  Zahl Arbeiter als Produktionsinstru-
       mente von  gleichförmiger Kraft  oder, mit einer gewissen gleich-
       förmigen Intensität wirkend, zu betrachten ... Der Produzent, der
       ein bestimmtes  Kapital anwendet,  kann seine Produkte lange oder
       kurze Zeit  auf Lager  haben, und während er auf Gelegenheit war-
       tet, sie  auszutauschen, ist  seine  Produktionskraft  angehalten
       oder gehemmt,  so daß  in einer  gegebenen Periode,  wie in einem
       Jahr z.B.,  er nur  halb von  dem produzieren  dürfte,  wie  wenn
       prompte Nachfrage dagewesen wäre. Diese Bemerkung paßt ebenso auf
       den Arbeiter, der sein Instrument ist. Das Anpassen der verschie-
       denartigen Beschäftigungen  der Menschen in der Gesellschaft auf-
       einander muß  wenigstens unvollkommen  bewirkt werden.  Aber  ein
       weiter Zwischenraum zwischen den Stufen, worin verwirklicht - je-
       der Weg,  der den  Verkehr erleichtert, ist ein Schritt zu diesem
       Anpassen. Je  mehr der  Warenaustausch ungehindert und leicht vor
       sich geht,  desto kürzer  werden jene unproduktiven Pausen, worin
       Menschen, die auf Arbeit erpicht sind, durch eine unübersteigbare
       Barriere von  dem Kapital  getrennt zu sein scheinen ... das, ob-
       gleich unmittelbar  zur Hand,  in sterile Tätigkeit gebannt." (p.
       58-60.)
       "Allgemeines Prinzip,  daß einer neuen Nachfrage frische Anstren-
       gungen entsprechen  werden; durch  die aktive Anwendung von zuvor
       schlafendem Kapital  und Arbeit und nicht durch die Ableitung der
       Produktivkraft von  anderen Objekten. Letzteres nur möglich, wenn
       die Beschäftigung  von Kapital  und Arbeit  in einem  Land keines
       Wachstums mehr fähig wäre. Die Ausfuhr der Waren setzt vielleicht
       nicht direkt  neue Arbeit  in Bewegung, aber dann absorbiert sie,
       wenn vorhandene  Waren totes Inventar, und setzt Kapital in Frei-
       heit, das in einem unproduktiven Zustand gebunden war." (p. 65.)
       "Die behaupten,  daß ein  Einströmen von  Geld nicht  promovieren
       kann die  Produktion andrer  Waren, da  diese Waren  die einzigen
       Agenten der  Produktion sind,  beweisen, daß die Produktion über-
       haupt nicht erweitert werden kann, denn ein solches Erweitern er-
       fordert, daß  Lebensmittel, Rohmaterialien  und Werkzeuge  vorher
       vermehrt werden  müßten, was  in der  Tat die Behauptung aufrecht
       erhält,   d a ß   k e i n   W a c h s t u m   d e r  P r o d u k-
       t i o n   s t a t t f i n d e n   k a n n  o h n e  i h r  v o r-
       h e r i g e s   W a c h s t u m"   (ist das  aber nicht  die öko-
       nomische Lehre  von der  Akkumulation?) "oder  in anderen Worten,
       daß ein Wachstum unmöglich ist." (p. 70.)
       "Es wird  nun zwar  gesagt: Geht  der Käufer mit vermehrter Geld-
       menge auf  den Markt  und hebt  nicht die Preise der Ware, die er
       hier findet,  so gibt er keinen zusätzlichen Ansporn für die Pro-
       duktion; hebt  er die Preise, nun wenn Preise entsprechend erhöht
       sind, haben  die Käufer  keine höhere Nachfragefähigkeit als vor-
       her." (73.)
       "Zu leugnen  als allgemeines  Prinzip, daß ein Käufer der Produk-
       tion keinen  zusätzlichen Antrieb  geben kann,  es sei denn seine
       Nachfrage erhöhe  Preise ... Außer dem Umstand, daß die Vorberei-
       tung einer größeren Quantität eine effektivere Arbeitsteilung und
       die Anwendung  besserer Maschinerie zuläßt, gibt es in dieser Sa-
       che einen  derartigen Spielraum, der aus den brachliegenden Quan-
       ten Arbeit  und Kapital  erwächst,  d i e  b e r e i t  s i n d ,
       z u s ä t z l i c h e     W a r e n     z u m     g l e i c h e n
       P r e i s   z u  l i e f e r n.  So ereignet es sich, daß ein be-
       trächtliches
       
       
       #487# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       Anwachsen der  Nachfrage oft  stattfindet ohne steigende Preise."
       (73/74.) 149*)}
       
       {John Wade.  "History of  the Middle  and working Classes" etc. 3
       ed. London 1835 (Heft p. 20) [274] sagt:
       
       "Arbeit ist  das Mittel, durch welches das Kapital befähigt wird,
       L ö h n e,     P r o f i t      u n d      R e v e n u e      z u
       e r z e u g e n."  (p. 161.)
       "Kapital ist aufgespeicherter Gewerbefleiß, dazu vorgesehen, sich
       selbst in  neuen und  gleichwertigen Formen  zu entfalten;    e s
       i s t  k o l l e k t i v e  K r a f t."  (162.)
       "Kapital ist nur ein andrer Name für Zivilisation." (164.)
       
       Die Assoziation der Arbeiter - Kooperation und Division of Labour
       150*) als  Grundbedingungen der  Produktivität der  Arbeit -  er-
       scheinen wie alle Produktivkräfte der Arbeit, d. h., die den Grad
       ihrer Intensivität und daher ihrer extensiven Realisation bestim-
       men, als   P r o d u k t i v k r a f t   d e s   K a p i t a l s.
       Die Kollektivkraft  der Arbeit, ihr Charakter als gesellschaftli-
       che Arbeit, ist daher die  K o l l e k t i v k r a f t  des Kapi-
       tals. Ebenso  die   W i s s e n s c h a f t.   Ebenso die Teilung
       der Arbeit,  wie sie  erscheint als Teilung der employments 151*)
       und ihnen  entsprechender Austausch.  Alle gesellschaftlichen Po-
       tenzen der  Produktion sind  Produktivkräfte des Kapitals, und es
       selbst erscheint daher als das Subjekt derselben. Die Assoziation
       der Arbeiter,  wie sie  in der  Fabrik erscheint,  ist daher auch
       nicht von  ihnen, sondern  vom Kapital  gesetzt. Ihre Vereinigung
       ist nicht  i h r  Dasein, sondern das  D a s e i n  des Kapitals.
       Dem einzelnen  Arbeiter gegenüber  erscheint sie zufällig. Er be-
       zieht sich  auf seine  eigne Vereinigung mit andren Arbeitern und
       Kooperation mit  ihnen als   f r e m d e,  als Wirkungsweisen des
       Kapitals. Das  Kapital, wo es nicht in inadäquater Form erscheint
       - also etwa der des kleinen, selbstarbeitenden Kapitals ", unter-
       stellt schon  auf gewisser,  größrer oder  kleinrer  Stufenleiter
       Konzentration sowohl  in objektiver  Form, d.h. als Konzentration
       in einer  Hand, was hier mit der Akkumulation noch zusammenfällt,
       von Lebensmitteln,  Rohmaterial und  Instrumenten oder  in  einem
       Wort, von  Geld als  der allgemeinen  Form des Reichtums; und auf
       der andren  Seite in  subjektiver Form, Akkumulation von Arbeits-
       kräften und  Konzentration derselben  auf einem  Punkt, unter dem
       Kommando des  Kapitals. Es  kann nicht  auf je einen Arbeiter ein
       Kapitalist kommen,  sondern eine  gewisse Quantität  Arbeiter muß
       auf einen  Kapitalisten kommen, nicht wie 1 oder 2 Gesellen auf 1
       Meister.
       Das  produktive   Kapital  oder  die  dem  Kapital  entsprechende
       Produktionsweise kann  nur eine  doppelte sein:  Manufaktur  oder
       große Industrie.  In der  ersten herrscht  die Teilung der Arbeit
       vor; in der zweiten Kombination von
       -----
       149*) In  der   Handschrift:  (73.)   -  150*) Arbeitsteilung   -
       151*) Beschäftigungen
       
       #488# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       Arbeitskräften (mit gleichmäßiger Arbeitsweise) und Anwendung von
       wissenschaftlicher Power  152*), wo die Kombination und sozusagen
       der gemeinschaftliche  Geist der Arbeit in die Maschine etc. ver-
       legt ist.  In dem  ersten Zustand  muß  die  Masse  der  Arbeiter
       (akkumulierten) groß  sein im  Verhältnis zum  amount of  capital
       153*); im  zweiten das  Capital fixe groß zur Zahl der vielen zu-
       sammenwirkenden Arbeiter.  Die Konzentration vieler und ihre Ver-
       teilung unter die Maschinerie als so viele Räder (warum es im Ac-
       kerbau anders,  gehört nicht hierher) ist aber hier schon voraus-
       gesetzt. Case  II braucht also nicht besonders betrachtet zu wer-
       den, sondern  nur case I. Die eigentümliche Entwicklung der Manu-
       faktur ist  die   T e i l u n g   d e r  A r b e i t.  Diese aber
       setzt voraus  Versammlung (vorläufige)  vieler Arbeiter unter ein
       Kommando, ganz  wie das   W e r d e n   d e s   G e l d e s   z u
       K a p i t a l   d a s  F r e i g e w o r d e n s e i n  e i n e s
       g e w i s s e n   a m o u n t s  154*)  v o n  L e b e n s m i t-
       t e l n ,     R o h m a t e r i a l i e n,     A r b e i t s i n-
       s t r u m e n t e n   v o r a u s s e t z t. Von  der Teilung der
       Arbeit ist  hier auch  zu abstrahieren  daher als späterm Moment.
       Gewisse Industriezweige,  z. B. Minenarbeit, setzt von vornherein
       Kooperation voraus.  Solange das  Kapital daher  nicht existiert,
       findet sie  als Zwangsarbeit  (Fron-  oder  Sklavenarbeit  155*))
       unter einem Aufseher statt. Ebenso Wegebau etc. Um diese Arbeiten
       zu übernehmen,  schafft das  Kapital nicht  die Akkumulation  und
       Konzentration der Arbeiter, sondern übernimmt sie. Dies also auch
       nicht in question 156*).
       Die einfachste  und von der Teilung der Arbeit unabhängigste Form
       ist, daß  das Kapital  verschiedne selbständig und zerstreut woh-
       nende Handweber,  Spinner etc. beschäftigt. (Diese Form existiert
       noch immer  neben der Industrie.)  H i e r  i s t  a l s o  d i e
       P r o d u k t i o n s w e i s e   s e l b s t  n o c h  n i c h t
       v o n   i h m   b e s t i m m t,   s o n d e r n   v o n    i h m
       v o r g e f u n d e n.   Der Einheitspunkt dieser zerstreuten Ar-
       beiter liegt  nur in ihrer wechselseitigen Beziehung zum Kapital,
       daß das  Produkt ihrer Produktion in seiner Hand akkumuliert wird
       und so  die Surpluswerte,  die sie  über ihre eigne Revenu hinaus
       geschaffen. Als  zusammenwirkende Arbeit  existieren sie nur  a n
       s i c h,  insofern jeder derselben für das Kapital arbeitet - da-
       her in  ihm ein Zentrum besitzt ", ohne daß sie zusammenarbeiten.
       Ihre Vereinigung  durch das  Kapital ist daher nur  f o r m e l l
       ¦¦10¦ und  betrifft nur  das Produkt der Arbeit, nicht die Arbeit
       selbst. Statt  mit vielen  auszutauschen, tauschen  sie  mit  dem
       einen  Kapitalisten   aus.  Es   ist  daher  eine    K o n z e n-
       t r a t i o n  d e r  E x c h a n g e s  157*) durch das Kapital.
       Das Kapital   t a u s c h t  aus nicht als einzelnes, sondern als
       den Konsum  und Bedarf  vieler repräsentierend. Es  t a u s c h t
       n i c h t   m e h r   a u s   als einzeln Austauschendes, sondern
       repräsentiert im Austauschakt
       -----
       152*) Fähigkeit -  153*) zur Menge  an Kapital - 154*) Quantums -
       155*) in der  Handschrift: Sklavenarbeiter  - 156*) die  Frage  -
       157*) Austausche
       
       #489# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       die Gesellschaft.   K o l l e k t i v e r  A u s t a u s c h  und
       k o n z e n t r i e r e n d e r  A u s t a u s c h  auf Seite des
       Kapitals mit  den zerstreut  arbeitenden Webern  etc., deren  Ar-
       beitsprodukte durch  diesen Austausch kollektiert, vereinigt wer-
       den und  so ihre Arbeiten selbst, obgleich sie unabhängig vonein-
       ander vorgehn.  Das Vereinigen  ihrer Arbeiten  erscheint als ein
       besondrer Akt,  neben dem  die selbständige  Zersplitterung ihrer
       Arbeiten fortdauert.  Dies ist die  e r s t e  B e d i n g u n g,
       damit sich  das  G e l d  als Kapital gegen die freie Arbeit aus-
       tauscht.
       Die zweite  ist die  Aufhebung der  selbständigen  Zersplitterung
       dieser vielen Arbeiter, wo das  e i n e  K a p i t a l  ihnen ge-
       genüber nicht  mehr nur  als    g e s e l l s c h a f t l i c h e
       K o l l e k t i v k r a f t     im     A k t     d e s     A u s-
       t a u s c h s     erscheint,  so  daß  in  ihm  viele  Austausche
       vereinigt sind,  sondern sie an einem Ort unter sein Kommando, in
       eine Manufaktur  versammelt, nicht  mehr sie  in   d e r   v o r-
       g e f u n d n e n   P r o d u k t i o n s w e i s e  läßt und auf
       dieser  Basis  seine  Macht  etabliert,  sondern  eine  ihm  ent-
       sprechende Produktionsweise  als Basis sich schafft. Es setzt die
       V e r  e i n i g u n g  der Arbeiter in der Produktion, eine Ver-
       einigung, die  zunächst nur im gemeinschaftlichen Ort, unter Auf-
       sehern,   E i n r e g i m e n t i e r u n g,  g r ö ß r e  D i s-
       z i p l i n,  S t e t i g k e i t  und gesetzte  A b h ä n g i g-
       k e i t   i n   d e r   P r o d u k t i o n   s e l b s t   v o m
       K a p i t a l   s e i n   w i r d.  Gewisse faux frais de produc-
       tion 158*)  werden dabei  von vorn  gespart. (Über  diesen ganzen
       Prozeß vergl.  Gaskell  [,  p.  11-114,  293-362],  wo  spezielle
       Beziehung auf Entwicklung der großen Industrie in England.) Jetzt
       erscheint das Kapital sowohl als die Kollektivkraft der Arbeiter,
       ihre gesellschaftliche  Kraft, wie  als die  sie zusammenbindende
       und diese  Kraft daher schaffende Einheit. Dies alles bleibt nach
       wie vor  und auf  jeder Entwicklungsstufe des Kapitals vermittelt
       dadurch, daß die vielen mit ihm als dem einen austauschen, so daß
       der  Austausch  selbst  in  ihm  konzentriert  ist;  der  gesell-
       schaftliche Charakter des Austauschs; es tauscht gesellschaftlich
       mit den Arbeitern aus, diese aber einzeln mit ihm.
       Bei dem Handwerksbetrieb handelt es sich um die Qualität des Pro-
       dukts; um  das besondre Geschick des einzelnen Arbeiters, und der
       Meister ist  als Meister  supposed 159*), es zur Meisterschaft in
       diesem Geschick gebracht zu haben. Seine Stellung als Meister be-
       ruht nicht nur auf seinem Besitz der Produktionsbedingungen, son-
       dern auf  seinem eignen Geschick in der besondren Arbeit. Bei der
       Produktion des  Kapitals handelt  es sich von vornherein nicht um
       dies halbkünstlerische Verhältnis - das überhaupt der Entwicklung
       des Gebrauchswerts  der Arbeit, der Entwicklung der besondren Fä-
       higkeit der  unmittelbaren Handarbeit  entspricht; der Ausbildung
       der menschlichen  Hand etc. zur Arbeit. Es handelt sich von vorn-
       herein um Masse, weil um Tauschwert
       -----
       158*) Produktionsunkosten - 159*) verpflichtet
       
       #490# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       und Surpluswert.  Das entwickelte Prinzip des Kapitals ist grade,
       das besondre  Geschick überflüssig  zu machen und die Handarbeit,
       die unmittelbar  körperliche Arbeit  überhaupt als geschickte Ar-
       beit sowohl  wie als Muskelanstrengung überflüssig zu machen; das
       Geschick vielmehr in die toten Naturkräfte zu legen.
       Bei der  Voraussetzung der Entstehung der Manufaktur nun als Ent-
       stehung der  Produktionsweise des  Kapitals (Sklaven sind an sich
       kombiniert, weil  unter einem Meister) ist vorausgesetzt, daß die
       vom Kapital selbst erst hervorzurufende Produktivkraft der Arbeit
       noch nicht  existiert. Es ist also Voraussetzung, daß die notwen-
       dige Arbeit  in der Manufaktur noch große Portion der ganzen dis-
       poniblen Arbeitszeit  wegnimmt, also die Surplusarbeit noch rela-
       tiv klein  auf den  einzelnen Arbeiter  ist. Dies wird nun einer-
       seits dadurch  ersetzt und  der Fortschritt der Manufaktur so be-
       schleunigt, daß  die Profitrate größer ist, also das Kapital sich
       schneller akkumuliert  im Verhältnis  zu seinem  schon bestehnden
       amount 160*)  als in der großen Industrie. Wenn von 100 Talern 50
       auf Arbeit  kommen und  die Surpluszeit  = 1/5, so der geschaffne
       Wert =  110 oder 10%. Wenn von 100 nur 20 auf Arbeit käme und die
       Surpluszeit =  1/4, so der geschaffne Wert = 105 oder 5%. Andrer-
       seits kömmt diese größre Profitrate bei der Manufaktur nur heraus
       durch die  Anwendung vieler  Arbeiter auf einmal. Die größre Sur-
       pluszeit kann  nur gewonnen  werden, indem  die  Surpluszeit  von
       vielen Arbeitern  im Verhältnis zum Kapital kollektiert wird. Die
       absolute Surpluszeit,  nicht die  relative, herrscht in der Manu-
       faktur vor. Noch mehr ist dies ursprünglich der Fall, wo die zer-
       splitterten, unabhängigen  Arbeiter selbst  noch einen Teil ihrer
       Surpluszeit für  sich verwerten.  Damit das  Kapital als  Kapital
       existiere, sowohl  vom Profit  leben wie  akkumulieren kann,  muß
       sein Gewinn = der Summe der Surpluszeit vieler gleichzeitiger le-
       bendiger Arbeitstage  sein. In der Agrikultur ist die Erde in ih-
       rem chemischen  etc. Wirken  selbst schon  eine Maschine, die die
       unmittelbare Arbeit  produktiver macht und daher eher ein Surplus
       gibt,  weil   hier     e h e r     mit  Maschine,  nämlich  einer
       n a t ü r l i c h e n   gearbeitet wird. Dies die einzig richtige
       Basis der  Lehre der  Physiokraten, die nach dieser Seite nur die
       Agrikultur gegenüber  der noch ganz unentwickelten Manufaktur be-
       trachtet. Wenn  der Kapitalist  einen Arbeiter  anwendete, um von
       dessen Surpluszeit  zu leben, so würde er offenbar doppelt gewin-
       nen, wenn  er selbst  arbeitete, mit eignem Fonds arbeitete, denn
       er würde  außer der  Surpluszeit das dem Arbeiter gezahlte Salair
       gewinnen. Er  würde verlieren bei dem Prozeß. D. h., er wäre noch
       nicht in  den conditions  161*), als Kapitalist zu arbeiten, oder
       der Arbeiter  wäre nur  sein Gehilfe, und so stünde er noch nicht
       zu ihm im Verhältnis als Kapital.
       -----
       160*) Beitrag - 161*) Bedingungen
       
       #491# Theorien über Mehrwert und Profit
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       Damit das  Geld sich in Kapital verwandle, daher nicht nur nötig,
       daß  es  Surplusarbeit  in  Bewegung  setzen  kann,  sondern  ein
       g e w i s s e s   Q u a n t u m   S u r p l u s a r b e i t,  die
       Surplusarbeit einer  gewissen Masse  notwendiger  Arbeit,  d.  h.
       v i e l e r   A r b e i t e r  auf einmal, so daß ihre vereinigte
       Summe hinreicht,  daß es  sowohl als   K a p i t a l  leben kann,
       d.h. den  Reichtum gegenüber  dem Arbeiterleben in der Konsumtion
       repräsentiert, wie  Surplusarbeit für  die Akkumulation zurückle-
       gen.  Das   Kapital  von  vornherein  produziert  nicht  für  den
       Gebrauchswert, für die unmittelbare Subsistenz. Die Surplusarbeit
       muß also  von vornherein  groß genug  sein, um einen Teil von ihr
       wieder als  Kapital anzuwenden. Also immer auf der Stufe, wo eine
       gewisse Masse  gesellschaftlichen Reichtums  in einer  Hand schon
       konzentriert ist,  objektiv, die also als Kapital sofort als Aus-
       tausch mit  vielen Arbeitern,  später als  Produktion durch viele
       Arbeiter erscheint, Kombination von Arbeitern, fähig ist, ein ge-
       wisses Quantum  lebendiger Arbeitsvermögen simultaneously at work
       162*) zu setzen, beginnt die Produktion durch das Kapital, das so
       von   vornherein   als      K o l l e k t i v k r a f t,      ge-
       sellschaftliche Kraft  und Aufhebung der Vereinzelung, zuerst des
       Austauschs mit den Arbeitern, dann der Arbeiter selbst erscheint.
       Die Vereinzelung  der Arbeiter unterstellt noch relative Unabhän-
       gigkeit derselben.  Volle Abhängigkeit  vom Kapital, volle Loslö-
       sung der  Arbeiter von den Produktionsbedingungen unterstellt da-
       her ihre  Gruppierung um das einzelne Kapital als den ausschließ-
       lichen Boden  ihrer Subsistenz herum. Es wird sich dasselbe erge-
       ben -  oder es  ist dasselbe  in andrer  Form ", wenn ausgegangen
       wird von  der besondren Form des Austauschs, die unterstellt ist,
       damit das  Kapital als  Kapital austauscht, wo das Geld schon als
       v i e l e     A u s t a u s c h e n d e    r e p r ä s e n t i e-
       r e n d   oder eine  über  den  einzelnen  und  seinen  einzelnen
       Überfluß hinausgehende    T a u s c h k r a f t    besitzen  muß,
       schon eine  nicht mehr  einzelne, sondern dem einzelnen gehörige,
       aber ihm als gesellschaftliche Funktion, Repräsentant des gesell-
       schaftlichen Reichtums  Austauschendem ", andrerseits geht es aus
       den Bedingungen  der   f r e i e n    A r b e i t    hervor.  Die
       Loslösung des einzelnen von den Produktionsbedingungen der Arbeit
       = Gruppierung vieler um ein Kapital.}
       {Das  Kaufmannskapital  auch  von  vornherein  die  Konzentration
       vieler Austausche  in einer Hand. Es vertritt schon Masse Austau-
       schender sowohl als G wie W.}
       
       ¦¦11¦ "Diese kontinuierliche Fortschrittsbewegung des Wissens und
       der Erfahrung",  sagt Babbage [, p. 485], "ist unsere große Stär-
       ke."
       
       Diese Progression,  dieser soziale  Fortschritt gehört  [zum] und
       wird  exploitiert  vom  Kapital.  Alle  früheren  Eigentumsformen
       verdammen den größren
       -----
       162*) gleichzeitig an die Arbeit
       
       #492# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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       Teil Menschheit,  die Sklaven,  reine Arbeitsinstrumente zu sein.
       Die geschichtliche  Entwicklung, politische  Entwicklung,  Kunst,
       Wissenschaft etc.  spielen in den höheren Kreisen über ihnen. Das
       Kapital aber  erst hat den geschichtlichen Progreß gefangengenom-
       men in den Dienst des Reichtums.
       {Vor der  Akkumulation durch  das Kapital  ist eine  Akkumulation
       vorausgesetzt, die  das Kapital  konstituiert, die  zu seiner Be-
       griffsbestimmung gehört;   K o n z e n t r a t i o n   können wir
       sie kaum noch nennen, weil diese im Unterschied gegen viele Kapi-
       talien stattfindet;  wenn man  nur  noch  von    d e m    Kapital
       spricht, so  fällt die  Konzentration noch  mit der  Akkumulation
       oder dem  Begriff des  Kapitals zusammen.  D.h., sie  bildet noch
       keine besondre  Bestimmung. Wohl aber steht das Kapital von vorn-
       herein als  eins oder Einheit den Arbeitern als vielen gegenüber.
       Und so  erscheint es als die Konzentration der Arbeiter gegenüber
       die Arbeit  als außer  ihnen fallende  Einheit. Nach dieser Seite
       ist die  Konzentration im  Begriff des  Kapitals enthalten  - die
       Konzentration vieler  lebendigen Arbeitsvermögen  zu einem Zweck;
       eine Konzentration, die sich ursprünglich keineswegs schon in der
       Produktionsweise selbst  durchgeführt, sie  durchdrungen zu haben
       braucht. Zentralisierende  Wirkung des  Kapitals auf die Arbeits-
       vermögen oder  Setzen seiner  als der  selbständig  außer  diesen
       vielen existierenden Einheit derselben.}
       {Rossi in seinen "Leçons d'économie politique" sagt (Heft, p. 26)
       [275]:
       
       "Der gesellschaftliche Fortschritt kann nicht darin bestehen, daß
       er jede Vereinigung auflöst, sondern im Ersetzen der erzwungenen,
       bedrückenden Vereinigungen  vergangener Zeiten  durch freiwillige
       und gerechte  Vereinigungen. Die  Absonderung in  ihrem  höchsten
       Stadium bedeutet  den Zustand  der Unkultur;  die erzwungene  und
       drückende Vereinigung in ihrem höchsten Stadium ist die Barbarei.
       Diesseits dieser  Extreme läßt  uns die  Geschichte  sehr  unter-
       schiedliche Abweichungen und Abstufungen erkennen. Die Vollendung
       liegt in den freiwilligen Vereinigungen, die durch Zusammenschluß
       die Kräfte vervielfachen, ohne der individuellen Macht ihre Ener-
       gie, ihre Moral und ihre Verantwortung wegzunehmen." (p. 354.)
       
       Im Kapital ist die association der ouvriers 163*) nicht erzwungen
       durch direkte  physische Gewalt,  Zwangs-, Fron-,  Sklavenarbeit;
       sie ist  erzwungen dadurch,  daß die  Bedingungen der  Produktion
       fremdes Eigentum  sind und  selbst vorhanden sind als  o b j e k-
       t i v e   A s s o z i a t i o n,   die dasselbe  wie Akkumulation
       und Konzentration der Produktionsbedingungen.}
       {Die Auffassung  des Kapitals bloß nach seiner stofflichen Seite,
       als Produktionsinstrument,  ganz abgesehn  von  der  ökonomischen
       Form, die  das Produktionsinstrument zu Kapital macht, verwickelt
       die Ökonomen  in allerlei difficulties 164*). So fragt Rossi l.c.
       (Heft, 27):
       -----
       163*) Vereinigung der Arbeiter - 164*) Schwierigkeiten
       
       #493# Theorien über Mehrwert und Profit
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       "Ist das  Rohmaterial wirklich  ein Produktionsinstrument? Ist es
       nicht vielmehr  der Gegenstand, den die Werkzeuge der Produzenten
       bearbeiten müssen?" (p. 367.)
       
       Hier fällt  ihm also Kapital ganz zusammen mit Produktionsinstru-
       ment im  technologischen Sinn,  wonach jeder Wilde ein Kapitalist
       ist. (Was  Herr Torrens  [, p. 70/71] in der Tat von einem Wilden
       behauptet, der mit einem  S t e i n  nach einem Vogel wirft.) Üb-
       rigens selbst auf dem Standpunkt der rein stofflichen Abstraktion
       - d.h.  der Abstraktion  von der  ökonomischen Kategorie selbst -
       ist die  Bemerkung Rossis flach und zeigt nur, daß er seinen eng-
       lischen Lehrer  nicht verstanden  hat. Accumulated labour used as
       instrument  for   new  production   165*);  oder   produce  166*)
       schlechthin applied to production 167*); der Rohstoff wird so gut
       zur Produktion verwandt, d.h. einer Form Veränderung unterworfen,
       als das  Instrument, das  auch produit 168*) ist. Das  f e r t i-
       g e  R e s u l t a t  d e r  P r o d u k t i o n  w i r d  w i e-
       d e r  z u  e i n e m  M o m e n t  d e s  P r o d u k t i o n s-
       p r o z e s s e s.   Weiter heißt  der Satz nichts. Innerhalb des
       Produktionsprozesses kann  es als  Rohstoff oder  als  Instrument
       figurieren. Aber  Produktionsinstrument ist es, nicht insofern es
       in dem  unmittelbaren  Produktionsprozeß  als  Instrument  dient,
       sondern sofern  es ein  Mittel der  Erneuerung  des  Produktions-
       prozesses selbst - eine seiner Voraussetzungen ist. Wichtiger und
       mehr to  the point  169*) ist das Bedenken, ob das Approvisionne-
       ment Teil  des Kapitals  bildet, i.e.  das Salair, und hier zeigt
       sich die ganze Konfusion der Ökonomisten.
       
       "Man sagt,  daß die  Retribution des  Arbeiters Kapital ist, weil
       der Kapitalist  sie ihm vorstreckt. Gäbe es nur Arbeiterfamilien,
       die genug hätten, ein Jahr zu leben, es gäbe kein Salair. Der Ar-
       beiter  könnte   zum  Kapitalisten   sagen:   Du   streckst   zum
       gemeinschaftlichen Werk  das Kapital  vor, ich  bringe die Arbeit
       hinzu: Das Produkt wird unter uns nach diesen und diesen Verhält-
       nissen verteilt  werden. Sobald es realisiert sein wird, wird je-
       der sein Teil nehmen". ([Rossi,] p. 369.)
       "Es gäbe  dann keine  Vorschüsse für die Arbeiter. Sie würden un-
       terdes konsumieren,  selbst wenn  die Arbeit stillstünde. Was sie
       verzehren würden,  gehört dem Konsumtionsfonds an, durchaus nicht
       dem Kapital.  Also: Die  Vorschüsse für  die Arbeiter  sind nicht
       notwendig.   A l s o   i s t  d a s  S a l a i r  k e i n  k o n-
       s t i t u t i v e s   E l e m e n t   d e r  P r o d u k t i o n.
       E s  i s t  e i n  H i n z u k o m m e n d e s,  e i n e  F o r m
       u n s e r e s   s o z i a l e n  Z u s t a n d e s. Des Kapitals,
       der  Arbeit,   der  Erde  bedarf  es  dagegen  notwendig,  um  zu
       produzieren. Z w e i t e n s:   Man wendet Salair doppelt an: Man
       sagt, das  Salair sei ein Kapital, aber was repräsentiert es? Die
       Arbeit. Wer  Arbeitslohn sagt,  sagt Arbeit  und umgekehrt. Macht
       also das vorgestreckte Salair Teil des Kapitals aus, so hätte man
       bloß von  zwei Produktionsinstrumenten  zu reden: von Kapital und
       Erde." (p. 370.)
       -----
       165*) Aufgehäufte Arbeit  genügt als Werkzeug für neue Produktion
       - 166*) Produkt - 167*) verwandt zur Produktion - 168*) Produkt -
       169*) zur Hauptsache kommend
       
       #494# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       Und ferner:
       
       "Im Grund  verzehrt der  Arbeiter nicht das Gut des Kapitalisten,
       sondern sein eignes; was man ihm als Retribution der Arbeit gibt,
       ist sein aliquoter Teil des Produkts." (p. 370.)
       "Der Kontrakt  des Kapitalisten   m i t   d e m   A r b e i t e r
       i s t   k e i n s   d e r  P h ä n o m e n e  d e r  P r o d u k-
       t i o n   ... Der  Unternehmer gibt  sich her  zu diesem Überein-
       kommen, das  die Produktion  erleichtern kann.  Aber dieses Über-
       einkommen ist  nichts anderes  als   e i n e  z w e i t e  O p e-
       r a t i o n,    eine  Operation  von  einer  ganz  andren  Natur,
       gepfropft auf  eine produktive  Operation.   E s   k a n n    i n
       e i n e r    a n d r e n    A r b e i t s o r g a n i s a t i o n
       v e r s c h w i n d e n.   Es gibt  selbst heute Produktionen, wo
       es nicht statthat. Das Salair ist also eine Form der Distribution
       des Reichtums,  kein Element  der Produktion. Der Teil des Fonds,
       welchen der  Unternehmer der  Zahlung der  Salaire widmet,  macht
       keinen Teil  des Kapitals aus ... Es ist eine Operation für sich,
       die zweifelsohne  den Gang  der Produktion fördern kann, aber die
       man kein   d i r e k t e s   Produktionsinstrument  nennen kann."
       (370.)
       "Die Macht der Arbeit begreifen, indem man von den Subsistenzmit-
       teln der  Arbeiter  während  der  Produktionsarbeit  abstrahiert,
       heißt, ein  Hirngespinst begreifen. Wer Arbeit sagt, wer Arbeits-
       vermögen, sagt  zugleich Arbeiter  und Subsistenzmittel, Arbeiter
       und Arbeitslohn  ... das  gleiche Element  erscheint wieder unter
       dem Namen  Kapital; als  ob die  gleiche Sache  zur gleichen Zeit
       einen Teil von zwei unterschiedlichen Produktionsinstrumenten ab-
       geben könnten." (370, 371.)
       
       Hier ist  nun viele  Konfusion, berechtigt dadurch, daß Rossi die
       Ökonomen beim  Wort nimmt und  P r o d u k t i o n s i n s t r u-
       m e n t  als solches mit Kapital gleichsetzt. D'abord hat er ganz
       recht, daß  Lohnarbeit keine  absolute Form  der Arbeit,  vergißt
       aber nur  dabei, daß  Kapital ebensowenig  eine absolute Form der
       Arbeitsmittel  und  -materien  ist  und  daß  diese  zwei  Formen
       dieselbe Form  in verschiednen  Momenten sind,  daher miteinander
       stehn  und  fallen;  es  daher  abgeschmackt  von  ihm  ist,  von
       Kapitalisten ohne  Lohnarbeit zu  sprechen. Sein Beispiel von den
       Arbeiterfamilien,  die   ein  Jahr  leben  können  ohne  den  Ka-
       pitalisten, also  Eigentümer ihrer  Produktionsbedingungen  sind,
       die ihre  notwendige Arbeit ohne Erlaubnis des Herrn Kapitalisten
       verrichten. Der  Kapitalist, den  er zu  ihnen  kommen  läßt  mit
       seinem Proposal 170*), meint daher nichts als einen Produzent von
       Produktionsinstrumenten -  das Zu-ihnen-Kommen  meint nichts  als
       eine durch  Austausch mit  außen vermittelte  Teilung der Arbeit.
       Auch ohne  alles Arrangement  - durch  die einfachen  exchanges -
       teilen sich die beiden dann in das gemeinschaftliche Produkt. Der
       Exchange ist  die Teilung.  Arrangement  ist  weiter  nicht  dazu
       nötig.  Was   diese  Arbeiterfamilien   dann  austauschten,  wäre
       Surplusarbeit, absolute  oder relative,  wozu sie  das Instrument
       befähigt hätte - entweder neue Nebenarbeit über ihre alte Arbeit
       -----
       170*) Vorschlag
       
       #495# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       hinaus, von der sie Jahr um Jahr leben konnten vor dem Erscheinen
       des Kapitalisten],  oder durch Anwendung des Instruments in ihrem
       alten Arbeitszweig. Hier macht Herr Rossi den Arbeiter zum Besit-
       zer und  Austauscher seiner ¦¦12¦ Surplusarbeit und hat so glück-
       lich die letzte Spur an ihm ausgelöscht, die ihn zum Lohnarbeiter
       stempeln würde,  damit aber auch an dem Produktionsinstrument die
       letzte Spur, die es zum Kapital macht.
       Es ist wahr, daß der Arbeiter "im Grund nicht das Gut des Kapita-
       listen verzehrt, sondern sein eignes", aber nicht exakt, wie Herr
       Rossi meint,  weil es  nur ein   a l i q u o t e r   Teil   d e s
       Produkts, sondern  weil es  ein aliquoter Teil  s e i n e s  Pro-
       dukts ist  und die  Zahlung darin  besteht, wenn  der Schein  des
       Tauschs abgestreift  wird, daß  er einen  Teil des Tages für sich
       arbeitet und  einen andren  für den  Kapitalisten,  aber    n u r
       s o l a n g e   ü b e r h a u p t  d i e  E r l a u b n i s  e r-
       h ä l t   z u   a r b e i t e n,   als seine Arbeit diese Teilung
       zuläßt. Der   A u s t a u s c h a k t  selbst ist, wie wir gesehn
       haben,  kein   Moment  des   unmittelbaren  Produktionsprozesses,
       sondern eine  Bedingung desselben.  Innerhalb  des  Gesamtproduk-
       tionsprozesses des  Kapitals, der die verschiednen Momente seiner
       exchanges, die Zirkulation, in sich einschließt 171*), ist dieser
       Austausch aber gesetzt als ein Moment des gesamten Prozesses.
       Aber, sagt  Rossi: Das  Salair erscheint zweimal in der Rechnung:
       das eine  Mal als Kapital, das andre Mal als Arbeit; es repräsen-
       tiert so  zwei  unterschiedne  Produktionsinstrumente.  Wenn  das
       Salair das  Produktionsinstrument Arbeit  repräsentiert, kann  es
       nicht das Produktionsinstrument Kapital repräsentieren. Hier eine
       Verwirrung, die auch daher kommt, daß Rossi die orthodoxen ökono-
       mischen Distinktionen  ernsthaft nimmt.  In der  Produktion figu-
       riert das Salair nur einmal, als fonds, bestimmt, in Salaire ver-
       wandelt zu  werden, als   v i r t u e l l e s   Salair. Sobald es
       wirkliches Salair  ist, ist  es weggezahlt und figuriert nur noch
       in der  Konsumtion als  Revenu des  Arbeiters. Was aber gegen das
       Salair eingetauscht  ist, ist das Arbeitsvermögen, und dies figu-
       riert gar  nicht in der Produktion, sondern nur der Gebrauch, der
       davon gemacht  wird -   d i e  A r b e i t.  Die Arbeit erscheint
       als Produktionsinstrument  von Wert, weil sie nicht gezahlt, also
       nicht durch  das  Salair  repräsentiert  ist.  Als  Gebrauchswert
       schaffende Tätigkeit  hat sie ebenfalls nichts mit sich als sala-
       rierter Arbeit  zu tun.  Das Salair in der Hand des Arbeiters ist
       nicht mehr  Salair, sondern Konsumtionsfonds. Nur in der Hand des
       Kapitalisten ist es Salair, d.h. der Teil des Kapitals, bestimmt,
       gegen Arbeitsvermögen  ausgetauscht zu  werden. Für den Kapitali-
       sten hat  es reproduziert  ein verkäufliches  Arbeitsvermögen, so
       daß nach dieser Seite hin selbst die Konsumtion des Arbeiters als
       im Dienst
       -----
       171*) In der Handschrift: erscheint
       
       #496# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       des Kapitalisten geschieht. Die Arbeit selbst zahlt er gar nicht,
       sondern nur  das Arbeitsvermögen.  Dies allerdings  kann  er  nur
       durch die  Wirksamkeit dieses  Vermögens selbst tun. Wenn das Sa-
       lair doppelt  erscheint, so  nicht, weil  es 2  mal 2 verschiedne
       Produktionsinstrumente repräsentiert,  sondern weil  es das  eine
       Mal unter  dem Gesichtspunkt  der Produktion, das andre Mal unter
       dem Gesichtspunkt  der Distribution  erscheint.  Diese  bestimmte
       Form der  Distribution ist  aber kein  beliebiges Arrangement, so
       daß es anders sein könnte; sondern es ist durch die Form der Pro-
       duktion selbst  gesetzt; nur  eines ihrer eignen Momente in einer
       andren Bestimmung betrachtet.
       Der Wert  der Maschine bildet sicher einen Teil des Kapitals, das
       in ihr angelegt ist; aber als Wert produziert die Maschine nicht,
       obgleich sie  dem Fabrikanten einbringt. Das Salair repräsentiert
       nicht die Arbeit 'als Produktionsinstrument, sowenig wie der Wert
       die Maschine  als Produktionsinstrument  repräsentiert. Es reprä-
       sentiert nur das Arbeitsvermögen, und da dessen Wert getrennt von
       ihm als  Kapital existiert, Teil des Kapitals. Sofern der Kapita-
       list sich  f r e m d e  Arbeit aneignet und mit dieser angeeigne-
       ten   A r b e i t   sie wieder kauft, erscheint das Salair - d.h.
       der Repräsentant  der Arbeit  - wenn Herr Rossi will, doppelt, 1.
       als Eigentum  des Kapitals,  2. als  Repräsentant der Arbeit. Was
       Rossi eigentlich beunruhigt, ist, daß das Salair als Repräsentant
       z w e i e r    P r o d u k t i o n s i n s t r u m e n t e    er-
       scheint, des   K a p i t a l s  und der  A r b e i t  -, vergißt,
       daß die Arbeit als Produktivkraft dem Kapital einverleibt ist und
       als   A r b e i t   i n   e s s e   172*), nicht   i n  p o s s e
       173*)    keineswegs  ein  vom  Kapital  unterschiednes    P r o -
        d u k t i o n s i n s t r u m e n t   ist, sondern  das  Kapital
       erst zum  Produktiönsinstrument macht.  Was den  Unterschied zwi-
       schen dem  Salair als  Teil des Kapitals bildend und zugleich Re-
       venu des Arbeiters, so kommen wir darauf unter dem Abschnitt Pro-
       fit, Zins, womit wir dies erste Kapitel vom Kapital schließen.}
       {Malthus mit  Bezug auf seine oben erwähnten: "The Measure of Va-
       lue" etc.  kommt zurück  noch in seinen "Definitions in Political
       Economy etc. London 1827". Er bemerkt daselbst:
       
       "Kein Autor,  auf den ich vor Herrn Ricardo stieß, hat jemals den
       Terminus   A r b e i t s  l ö h n e   oder reale  Arbeitslöhne in
       einem Sinne  gebraucht, in  dem er  V e r h ä l t n i s s e  ein-
       schloß. Der  Profit schließt allerdings Verhältnisse in sich ein,
       und die   P r o f i t r a t e   wurde  stets mit  Recht  als  ein
       P r o z e n t s a t z   d e s   W e r t e s   d e s    v o r g e-
       s c h o s s e n e n   K a p i t a l s  betrachtet. Aber man hatte
       allgemein das Steigen oder Fallen der Arbeitslöhne nicht gemessen
       i n    b e z u g     a u f    i r g e n d e i n    V e r h ä l t-
       n i s,   in dem sie zu dem Gesamtprodukt stehen können, das durch
       ein gewisses  Quantum Arbeit  erlangt  wurde,  sondern  nach  der
       größeren oder  kleineren Menge eines bestimmten Produkts, die der
       Arbeiter erhält, oder nach dem
       -----
       172*) in tatsächlicher Existenz - 174*) in der Möglichkeit
       
       #497# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       größeren oder  kleineren Vermögen eines solchen Produkts, die Be-
       dürfnisse und  Annehmlichkeiten des Lebens zu bestimmen." (M. 29,
       30.) (Heft X 174*), p. 49.) [267]
       
       Der einzige  Wert, der  in einer  gegebnen Produktion vom Kapital
       produziert wird,  ist der  durch das neue Quantum Arbeit hinzuge-
       fügte Wert.  Dieser Wert aber besteht aus der notwendigen Arbeit,
       die das Salair reproduziert - dem in der Form des Salairs gemach-
       ten Vorschuß  des Kapitals  -, und  aus der  Surplusarbeit, daher
       Surpluswert über diese notwendige hinaus. Die in Material und Ma-
       schine gemachten  Advancen werden nur aus einer Form in die andre
       übersetzt. Das  Instrument geht ebensogut über in das Produkt wie
       das Rohmaterial, und sein Abnutzen ist zugleich Formsetzen an dem
       Produkt. Wenn  Rohmaterial und  Instrument nichts kosten, wie bei
       manchen extraktiven  Industrien sie noch beinahe = 0 anzuschlagen
       sind (das  R o h m a t e r i a l  immer bei jeder extraktiven In-
       dustrie, Metallgewinnung, Kohlengewinnung, Fischfang, Jagd, Holz-
       fällen in Urwäldern etc.), fügen sie auch absolut nichts zum Wert
       der Produktion  hinzu. Ihr Wert ist das Resultat früherer Produk-
       tion, nicht der unmittelbaren, worin sie als Instrument und Mate-
       rial dienen. Der  M e h r w e r t  kann also nur geschätzt werden
       im Verhältnis  zur notwendigen  Arbeit. Der  P r o f i t  ist nur
       eine  s e k u n d ä r e,  abgeleitete und transformierte Form des
       Mehrwerts, die  bürgerliche Form, worin die Spuren seiner Entste-
       hung ausgelöscht sind.
       Ricardo selbst  hat dies  nie begriffen, weil er 1. immer nur von
       Teilung eines   f e r t i g e n   Quantums spricht, nicht vom ur-
       sprünglichen Setzen dieses Unterschiedes; 2. weil das Verständnis
       ihn gezwungen  haben würde zu sehen, daß zwischen Kapital und Ar-
       beit ein ganz andres Verhältnis als das des Tauschs eintritt; und
       er nicht  einsehn durfte,  daß das bürgerliche System der Äquiva-
       lente in Aneignung ohne Äquivalent umschlägt und auf ihr basiert;
       3. sein Satz von proportionate profits und wages 175*) nur darauf
       sich bezieht, daß [wenn] ein bestimmter Gesamtwert in 2 Portionen
       geteilt wird,  ein Quantum überhaupt in 2 geteilt wird, die Größe
       der beiden  Teile notwendig  in umgekehrtem Verhältnis steht. Auf
       diese Fadaise  176*) hat seine Schule dann auch richtig die Sache
       reduziert. Bei ihm war das Interesse, das ihn zur Aufstellung der
       Proportionate Wages  und Profits  trieb, nicht das, der Schöpfung
       des Surpluswerts  auf den  Grund zu kommen - denn er geht aus von
       der Voraussetzung,  daß ein  gegebner Wert zu teilen zwischen Sa-
       lair und Profit, zwischen Arbeit und Kapital, er unterstellt also
       diese  Teilung   als  sich   von  selbst  verstehend  -,  sondern
       e r s t e n s   der gewöhnlichen  Preisbestimmung  gegenüber  die
       richtige, die er vom Wert aufgestellt hat, geltend zu machen, in-
       dem er zeigte, daß die Grenze des Werts
       -----
       174*) Sollte eigentlich  heißen: IX - 175*) angemessenen Profiten
       und Löhnen - 176*) Albernheit
       
       #498# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       selbst nicht  durch seine  Verteilung, verschiedne  Verteilung in
       Profits und  wages affiziert  wird;   z w e i t e n s:  das nicht
       nur transitorische, sondern fortwährende Fallen der Profitrate zu
       erklären, das  ihm bei der Voraussetzung des Fallens einer festen
       Portion des  Werts auf  die Arbeit  unerklärlich war;    d r i t-
       t e n s:   indem er dies Fallen des Profits durch das Steigen des
       Arbeitslohns erklärte, dies Steigen selbst aber durch Steigen des
       W e r t s   der Agrikulturprodukte,  d. h.  die steigende Schwie-
       rigkeit ihrer  Produktion, zugleich  die  G r u n d r e n t e  zu
       erklären als nicht mit seinem Wertprinzip streitend. Zugleich gab
       dies eine  polemische Waffe ab für das industrielle Kapital gegen
       das die  Fortschritte der Industrie exploitierende Grundeigentum.
       Zugleich aber,  durch die  einfache Logik  getrieben, hatte er so
       die  gegensätzliche   Natur  des  Profits,  der  Arbeit  und  des
       Kapitals, proklamiert,  ¦¦13¦ sosehr  er sich  auch  bemüht,  dem
       Arbeiter  nachher   nachzuweisen,   daß   dieser   gegensätzliche
       Charakter von  Profit und  Salair sein  reelles  Einkommen  nicht
       interessiert, vielmehr ein  p r o p o r t i o n e l l e s  (nicht
       absolutes) Steigen des Arbeitslohns  s c h ä d l i c h  ist, weil
       es die Akkumulation hindert und die Entwicklung der Industrie nur
       dem faulen  Grundeigentümer nütze.  Still war  die gegensätzliche
       Form proklamiert,  und Carey,  der Ricardo nicht versteht, konnte
       ihn daher  als Vater  der Kommunisten etc. schelten, wo er wieder
       in einem Sinn recht hat, den er selbst nicht versteht. [276]
       Die andren  Ökonomen aber,  die wie  Malthus absolut  nichts  mit
       177*) der  proportionellen Natur  (und darum gegensätzlichen) des
       Arbeitslohns zu  tun haben  wollen,  w ü n s c h e n  einerseits,
       den Gegensatz  zu vertuschen;  andrerseits halten sie fest daran,
       daß der Arbeiter einfach einen bestimmten Gebrauchswert, sein Ar-
       beitsvermögen, gegen Kapital austauscht, daher verzichtet auf die
       Produktivkraft, die  Neuwert schaffende  Kraft der Arbeit, nichts
       mit   d e m  P r o d u k t  z u  t u n  h a t,  und es sich daher
       bei dem  Austausch zwischen  Kapitalisten und  Arbeitern, dem Sa-
       lair, wie bei jedem einfachen exchange, wo  Ä q u i v a l e n t e
       ökonomisch vorausgesetzt  sind, es sich nur um  Q u a n t i t ä t
       handelt, um  das Quantum  des Gebrauchswerts. So richtig dies ei-
       nerseits ist,  so bringt es die scheinbare Form des barter 178*),
       der exchange, mit sich, daß der Arbeiter, wenn die Konkurrenz ihm
       grade erlaubt,  zu markten  und streiten  mit  dem  Kapitalisten,
       seine Ansprüche  mißt am  Profit des  Kapitalisten und  einen be-
       stimmten Anteil  verlangt an dem von ihm geschaffnen Mehrwert; so
       daß die   P r o p o r t i o n  ein reales Moment des ökonomischen
       Lebens selbst  wird. Ferner,  im Kampf  der beiden  Klassen - der
       sich bei  Entwicklung der  Arbeiterklasse notwendig  einstellt  -
       wird das Messen der wechselseitigen Distance, die eben durch den
       -----
       177*) In der Handschrift: von - 178*) Tauschhandel
       
       #499# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       Arbeitslohn selbst  als Proportion  ausgedrückt ist, entscheidend
       wichtig. Der  S c h e i n  d e s  A u s t a u s c h s  verschwin-
       det im  Prozeß der  auf das Kapital gegründeten Produktionsweise.
       Durch den  Prozeß selbst und seine Wiederholung wird gesetzt, was
       an sich  ist, daß  der Arbeiter  als Salair  vom Kapitalisten nur
       einen Teil  seiner eignen  Arbeit erhält. Dies tritt dann auch in
       das Bewußtsein sowohl der Arbeiter wie der Kapitalisten.
       Bei   R i c a r d o   i s t   e i g e n t l i c h   n u r   d i e
       F r a g e,  w e l c h e  P r o p o r t i o n  d a s  n o t w e n-
       d i g e   S a l a i r  i m  L a u f  d e r  E n t w i c k l u n g
       b i l d e t  z u m  G e s a m t w e r t?  Es bleibt immer nur das
       n o t w e n d i g e   S a l a i r;   seine  proportioneile  Natur
       interessiert also  nicht den  Arbeiter, der nach wie vor dasselbe
       Minimum erhält,  sondern nur  den Kapitalisten, dessen Abzüge von
       der Reineinnahme  wechseln, ohne  daß die Arbeiter, in Gebrauchs-
       wert ausgedrückt, mehr erhielten. Daß aber Ricardo, wenn auch zum
       Zweck ganz  andrer Probleme,  die gegensätzliche Natur von Profit
       und Salair  formulierte, zeigt  selbst schon,  daß zu seiner Zeit
       die auf  das Kapital  gegründete Produktionsweise  eine mehr  und
       mehr ihrer  Natur adäquate Form angenommen hatte. Malthus bemerkt
       in bezug  auf Ricardos  Werttheorie  in  den  angeführten  "Defi-
       nitions" (Heft IX, S. 49, 50) [267]:
       
       "Ricardos Behauptung,  daß, wie der Wert der Arbeitslöhne steigt,
       im gleichen Verhältnis die Profite fallen und umgekehrt, nur wahr
       unter der Voraussetzung, daß Waren, worin dasselbe Arbeitsquantum
       aufgearbeitet, stets  von demselben  Wert sind, und dies ist wahr
       in 1 Fall von 500, und zwar notwendig so, weil im Fortschritt der
       Zivilisation und  Verbesserung stets  wächst die  Menge des ange-
       wandten fixen  Kapitals und macht mehr verschieden und ungleicher
       die Umschlagszeiten des zirkulierenden Kapitals." (l.c. 31, 32.)
       
       (Dies bezieht  sich auf   P r e i s e,  nicht  W e r t.)  Malthus
       bemerkt in  bezug auf seine, his own, discovery of the true stan-
       dard of value 179*):
       
       "E r s t e n s:  Ich hatte es nirgends festgestellt gefunden, daß
       die gewöhnliche   Q u a n t i t ä t   A r b e i t ,  d i e  v o n
       e i n e r  W a r e  k o m m a n d i e r t  w i r d,  d i e  b e i
       i h r e r  P r o d u k t i o n  a n g e w a n d t e  Q u a n t i-
       t ä t  A r b e i t  d a m i t  d e n  P r o f i t  repräsentieren
       und messen muß ... Indem sie die in einer Ware verbrauchte Arbeit
       samt  dem   Profit  darstellt,   repräsentiert  die   Arbeit  die
       natürlichen und  notwendigen Bedingungen  ihrer Zufuhr  oder  die
       elementaren Kosten  ihrer Produktion  ...   Z w e i t e n s:  Ich
       hatte es  nirgends festgestellt  gefunden,  daß  die  elementaren
       Produktionskosten des  Arbeitslohnes für  ein  gegebenes  Quantum
       Arbeit  notwendigerweise   stets  gleich  sein  müssen,  wie  die
       Fruchtbarkeit auch immer wechseln möge." (196, 197.)
       
       Heißt nur  die wages stets gleich der zu ihrer Produktion nötigen
       Arbeitszeit, die  wechselt mit  der Produktivität der Arbeit. Die
       quantity of commodities 180*) bleibt dieselbe.
       -----
       179*) seine  eigene   Entdeckung  des   wahren  Wertmaßstabes   -
       180*) Warenmenge
       
       #500# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       "Betrachtet man den Wert als die allgemeine Kaufkraft einer Ware,
       so bezieht  sich dies  auf den  Kauf aller  Waren, die allgemeine
       Masse an Waren. Diese aber ist ganz unhandlich ... Sollte nun ir-
       gend jemand  widersprechen, so  kann doch  nicht einen Augenblick
       bestritten werden, daß Arbeit am besten einen Mittelwert der all-
       gemeinen Masse an Produkten repräsentiert." (205.)
       "Eine große  Gruppe von  Waren, wie Rohprodukte, steigen im Fort-
       schritt der  Gesellschaft, verglichen mit der Arbeit, während die
       verarbeiteten Artikel fallen. So ist man nicht weit von der Wahr-
       heit, wenn  man sagt,  daß die durchschnittliche Masse der Waren,
       die eine gegebene Quantität Arbeit in demselben Land kommandiert,
       im Laufe  mehrerer Jahrhunderte sich nicht sehr wesentlich verän-
       dern kann." (206.)
       "Wert muß  immer Wert sein im Austausch für Arbeit." (224, Notes,
       l.c.)
       
       In andren  Worten, die  Doktrin ist:  Der Wert einer Ware, die in
       ihr aufgearbeitete Arbeit, ist repräsentiert durch die lebendigen
       Arbeitstage, die  sie kommandieren,  wogegen sie sich austauschen
       kann und  daher durch wages. Die lebendigen Arbeitstage enthalten
       sowohl Zeit wie Surpluszeit. Tun wir Malthus den besten Gefallen,
       den wir ihm tun können. Nehmen wir nämlich an, das Verhältnis von
       Surplusarbeit zu  notwendiger, also  das Verhältnis  von wages zu
       profit, bliebe immer konstant. Zunächst, daß Herr Malthus von der
       in der  Ware aufgearbeiteten  Arbeit with the addition of profits
       181*) spricht  182*), beweist  schon seine Konfusion, da die Pro-
       fits eben  nur einen  Teil der aufgearbeiteten Arbeit bilden kön-
       nen. Er  hat dabei  im Kopf  d i e  P r o f i t s  ü b e r  d i e
       a u f g e a r b e i t e t e   A r b e i t   h i n a u s,    d i e
       a u s  d e m  C a p i t a l  f i x e  etc. resultieren soll. Dies
       kann nur  die Verteilung des Gesamtprofits unter den verschiednen
       shareholders 183*) an demselben angehn, nicht sein Gesamtquantum,
       denn, wenn alle erhielten für ihre Ware die in ihr aufgearbeitete
       Arbeit +  profits, wo  sollen diese  herkommen, Herr Malthus? Was
       der eine  in seiner  Ware aufgearbeitete Arbeit + Profit, muß der
       andre aufgearbeitete  Arbeit -  Profit erhalten,  Profit hier als
       Mehr des  reellen Mehrwerts  betrachtet. Dies  fällt  also  fort.
       Setze nun,  die aufgearbeitete  Arbeit sei  = 3 Arbeitstagen, so,
       wenn das  Verhältnis der  Surplusarbeitszeit wie  1:2, sind diese
       erhalten worden  in Zahlung  für 1 1/2  Arbeitstage. Die Arbeiter
       arbeiteten, indeed,  3 Tage, bekamen aber jeder nur bezahlt einen
       halben Tag  Arbeit. Oder  die Ware,  die sie  erhalten für ihre 3
       Tage Arbeit,  hatte in sich aufgearbeitet nur 1 1/2 Tage. Für die
       3 Arbeitstage],  die in  seiner Ware  aufgearbeitet, würde  also,
       alle Verhältnisse gleichgesetzt, der Kapitalist 6 Arbeitstage er-
       halten. (Die Sache ist nur richtig, weil die Surplusarbeitszeit =
       der notwendigen  gesetzt, also  im zweiten case  n u r  der erste
       wiederholt wird.)
       -----
       181*) mit  dem Profit als Zusatz - 182*) in der Handschrift: sagt
       - 183*) Aktionären
       
       #501# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       (D e r     S u r p l u s w e r t ,     d e r    r e l a t i v e ,
       o f f e n b a r  b e s c h r ä n k t  n i c h t  n u r  d u r c h
       d a s   f r ü h e r    a n g e g e b n e    V e r h ä l t n i s ,
       s o n d e r n  d u r c h  d a s  V e r h ä l t n i s ,  w o r i n
       d a s   P r o d u k t   i n   d i e   K o n s u m t i o n   d e s
       A r b e i t e r s   e i n g e h t.   Könnte der  Kapitalist durch
       Wachstum der  Produktivkräfte die  doppelte Anzahl Cashemirshawls
       184*) erhalten  und würden  sie zu  ihrem   W e r t  verkauft, so
       hätte er keinen relativen Surpluswert geschaffen, weil die Arbei-
       ter solche Shawls nicht konsumieren, also stets die zur Reproduk-
       tion ihres Arbeitsvermögens notwendige Zeit dieselbe bliebe. Dies
       in der  Praxis nicht,  weil der  Preis in solchen Fällen über den
       Wert steigt.  Hier in der Theorie geht es uns noch nicht an, weil
       das Kapital  an sich  betrachtet wird,  nicht in  einer besondren
       Branche.) D.  h., er wird den Arbeitslohn für 3 Tage zahlen und 6
       arbeiten lassen;  er kauft mit je 1/2 Tag einen Tag; also mit 6/2
       Tagen =  3 Tagen  6 Tage. Zu behaupten also, daß die Arbeitstage,
       die eine  Ware kommandiert,  oder die wages, die sie zahlt, ihren
       Wert ausdrücken,  ist absolut  nichts von  der Natur des Kapitals
       und der  Lohnarbeit verstehn.  Daß die  vergegenständlichten  Ar-
       beitstage mehr  lebendige kommandieren,  ist the pith 185*) aller
       Wertschöpfung und  der Kapital  Schöpfung. Richtig  aber wäre es,
       wenn Herr  Malthus gesagt  hätte, daß  die lebendige Arbeitszeit,
       die eine  Ware kommandiert,  das Maß  ihrer   V e r w e r t u n g
       ausdrückt, das Maß der  M e h r a r b e i t,  das sie setzt. Dies
       wäre aber  nur Tautologie,  daß in  dem Maß,  wie sie mehr Arbeit
       setzt, sie  mehr setzt,  oder es  wäre Ausdruck für das Gegenteil
       dessen, was Malthus will, daß Mehrwert daraus entspringt, daß die
       lebendige Arbeitszeit,  die eine  Ware kommandiert; nie repräsen-
       tiert die  in ihr aufgearbeitete.} (Now we have finally done with
       Malthus. 186*))
       ¦¦14¦ {Wir  haben oben bei der Entwicklung des Begriffs des Kapi-
       tals auseinandergesetzt, wie es Wert als solcher,  G e l d,  ist,
       das sich sowohl in der Zirkulation erhält als durch den Austausch
       mit lebendiger Arbeit vermehrt. Daß daher der Zweck des produzie-
       renden Kapitals   n i e   d e r  G e b r a u c h s w e r t,  son-
       dern die  allgemeine Form  des Reichtums als Reichtums. Der Pfaff
       Th. Chalmers, in seiner sonst nach vielen Seiten albernen und wi-
       derlichen Schrift:  "On Political  Economy in Connection with the
       Moral State  and Moral Prospects of Society. 2 ed. London. 1832",
       hat diesen  Punkt richtig getroffen, ohne andrerseits in die Ese-
       lei solcher  Kerls wie  Ferner etc.  zu fallen, die Geld als Wert
       des Kapitals  verwechseln mit dem reell vorhandnen Metallgeld. In
       den Krisen  ist das Kapital (als Ware) unaustauschbar, nicht weil
       z u   w e n i g   Zirkulationsmittel vorhanden; sondern es zirku-
       liert nicht,  weil es   n i c h t   a u s t a u s c h b a r.  Die
       Bedeutung, die  in Krisen das bare Geld bekommt, rührt nur daher,
       daß, während  Kapital nicht  austauchbar gegen  seinen Wert - und
       nur
       -----
       184*) Kaschmirschals - 185*) der Kern - 186*) Jetzt sind wir end-
       gültig mit Malthus fertig.
       
       #502# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       darum erscheint  ihm dieser  gegenüber in der Form des Geldes fi-
       xiert -,  Verpflichtungen zu zahlen sind; neben der unterbrochnen
       Zirkulation eine  Z w a n g s z i r k u l a t i o n  stattfindet.
       Chalmers sagt (Heft IX, p. 57) [267]:
       
       "Wenn ein Konsument bestimmte Waren zurückweist, ist es nicht im-
       mer, wie  vorausgesetzt ist  von den neuen Ökonomen, weil er vor-
       zieht, andere zu kaufen, sondern weil er die allgemeine Kaufkraft
       ganz reservieren  will. Und  wenn ein  Großkaufmann Waren auf den
       Markt bringt,  ist es  meistens nicht  auf der Suche nach anderen
       Waren, die  ihm als  Ersatz gegeben  werden könnten  ... er  will
       seine   a l l g e m e i n e   K a u f k r a f t   f ü r   a l l e
       W a r e n   erweitern. Es  nützt nichts  zu sagen,  daß Geld auch
       eine Ware.  Das reale  Metallgeld, wofür ein Großkaufmann Verwen-
       dung findet,  beläuft sich  nicht  auf  mehr  als  einen  kleinen
       B r u c h t e i l     s e i n e s     K a p i t a l s,     selbst
       s e i n e s   G e l d k a p i t a l s;  in seiner Gesamtheit kann
       es, obwohl in Geld veranschlagt, auf Grund schriftlich festgehal-
       tener Verträge  in Umlauf gesetzt und für alle seine Zwecke nutz-
       bar gemacht  werden, mit  Hilfe    v o n    M ü n z e n,    d i e
       s i c h   n u r   a u f   e i n e n   u n w e s e n t l i c h e n
       A n t e i l a m   G a n z e n  b e l a u f e n.  D a s  g r o ß e
       Z i e l   d e s   G e l d k a p i t a l i s t e n   ist es in der
       Tat,   d e n   N o m i n a l b e t r a g  s e i n e s  V e r m ö-
       g e n s   z u   e r h ö h e n.   D.h., wenn  es in diesem Jahr in
       Geld ausgedrückt  z.B. 20 000  l. beträgt, sollte es im kommenden
       Jahr in Geld ausgedrückt 24 000 l. sein. Sein einziger Weg, seine
       Interessen als  Großkaufmann zu  fördern, besteht darin,  s e i n
       K a p i t a l   i m  v e r a n s c h l a g t e n  G e l d w e r t
       v o r z u s c h i e ß e n.   Die Bedeutung  dieser Ziele  für ihn
       nicht beeinträchtigt  durch Währungsschwankungen  oder durch eine
       Veränderung des  realen Werts  des Geldes.  Z.B., in  einem  Jahr
       komme er  von 20[000] auf 24 000 l.; durch einen Fall im Wert des
       Geldes mag  er sein Kommando über die Bequemlichkeiten etc. nicht
       vergrößert haben. Dennoch ebensosehr sein Interesse, als wenn das
       Geld nicht  gefallen wäre;  denn  sonst  wäre  sein  Vermögen  in
       Geldform stationär  geblieben, und  sein realer Reichtum hätte im
       Verhältnis von  24 zu  20  abgenommen  ...    W a r e n"    (d.h.
       Gebrauchswert, realer  Reichtum) "also  nicht das endgültige Ziel
       des handelnden Kapitalisten."
       
       (Die Illusion  des Monetarsystems [81] nur, daß es im real metal-
       lic money 187*) (oder auch Papier, würde nichts ändern), kurz, in
       der Form  des Werts  als   r e a l e s   G e l d  die  a l l g e-
       m e i n e   F o r m   d e s   R e i c h t u m s   und Sich-Berei-
       cherns erblickte,  während grade  wie das   G e l d    als  Akku-
       mulation von general power of purchase 188*) sich vermehrt, es in
       seiner bestimmten  Form  als  Zirkulationsmittel  oder  auch  als
       r e a l i s i e r t e r   S c h a t z   verhältnismäßig  abnimmt.
       Als   A s s i g n a t i o n  in real wealth 189*) oder productive
       power 190*) gewinnt es tausend Formen),
       
       "a u ß e r   i m   V e r a u s g a b e n   s e i n e r   R e v e-
       n u e   i n   A n k ä u f e n  f ü r  d i e  K o n s u m t i o n.
       Inden   A u s l a g e n    s e i n e s    K a p i t a l s,    und
       w e n n   e r   u m   d e r    P r o d u k t i o n    w i l l e n
       e i n k a u f t,     ist  Geld   sein  endgültiges  Ziel"  (nicht
       M ü n z e n  wohlgemerkt). (164-166.)
       "P r o f i t,"   sagt derselbe  Chalmers,  "hat  die  Kraft,  die
       Dienste der  verfügbaren Bevölkerung an andere Besitzer, außer an
       die bloßen Landeigentümer, heranzuziehen...,
       -----
       187*) realen Metallgeld - 188*) allgemeiner Kaufkraft - 189*) re-
       alem Reichtum - 190*) Produktivkraft
       
       #503# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       während ihre Ausgaben über die elementaren Lebensbedürfnisse hin-
       ausreichen." (78.) (Heft IX, p. 53.)}
       
       Den ganzen   Z i r k u l a t i o n s p r o z e ß   nennt Chalmers
       in dem eben angeführten Buch the economic cycle 191*):
       
       "Die Welt des Handels kann aufgefaßt werden als sich umwälzend in
       etwas, das  wir als  ökonomischen Zyklus  bezeichnen wollen,  der
       eine Umdrehung vollendet, in dem das Geschäft durch seine aufein-
       anderfolgenden Transaktionen  wieder an den Punkt zurückkehrt von
       dem es  ausging. Sein  Beginn kann von dem Punkt aus datiert wer-
       den, an  dem der Kapitalist die Erlöseingänge erhalten hat, durch
       die ihm  sein Kapital ersetzt ist: Worauf er von neuem dazu über-
       geht, seine Arbeiter in Dienst zu nehmen; um in Arbeitslöhnen un-
       ter ihnen  ihren Unterhalt  zu verteilen oder vielmehr das Vermö-
       gen, ihn zu erlangen; um von ihnen als fertiges Erzeugnis die Wa-
       ren zu  erhalten, mit  denen er besonders handelt, um diese Waren
       auf den  Markt zu bringen und dort die Kreisbahn einer Bewegungs-
       reihe zu  beenden, indem er einen Verkauf herbeiführt und in sei-
       nem Verlauf einen Erlösrücklauf für die gesamten Auslagen des Ka-
       pitals erhält.  Die Intervention  des Geldes ändert nichts am re-
       alen Charakter  dieser Operation  ..." (48, 49 l.c.) (Heft p. 54,
       55.) 192*)
       
       D e r   U n t e r s c h i e d    i m   r e t u r n  193*), soweit
       er abhängt von der Phase des Zirkulationsprozesses, die zusammen-
       fällt mit dem unmittelbaren Produktionsprozeß, hängt nicht nur ab
       von der  längern oder  kürzren Arbeitszeit, die nötig, um den Ge-
       genstand zu vollenden (so z. B. Kanalbau etc.), sondern in gewis-
       sen Zweigen  der Industrie  - Ackerbau  - von den Unterbrechungen
       der Arbeit,  die durch  die Natur der Arbeit selbst gegeben sind,
       indem einerseits  das Kapital  brachliegt, andrerseits die Arbeit
       stillsteht. So  das Beispiel  von A.  Smith, daß  Weizen ein Crop
       194*) ist,  das ein  Jahr dauert,  Ochs eins, das 5 Jahre dauert.
       [277] Es  werden deswegen  auf das  eine 5 Jahre Arbeit verwandt,
       auf das andre nur 1.
       Die Arbeit  ist gering,  die z. B. auf Vieh verwandt, das auf der
       Weide aufwächst. Andrerseits in der Agrikultur selbst ist die Ar-
       beit, die  z. B.  während des  Winters verwandt  wird, gering. Es
       finden bei  der Agrikultur  statt (und  in größrem oder geringrem
       Grad bei manchen andren Produktionszweigen) durch die Bedingungen
       des Produktionsprozesses  selbst gegebne  Unterbrechungen, Pausen
       in der  Arbeitszeit, die  an einem  gegebnen  Punkt  wieder  neu-
       begonnen werden muß, um den Prozeß weiterzuführen oder zu vollen-
       den; die Stetigkeit des Produktionsprozesses fällt hier nicht zu-
       sammen mit der Kontinuität des Arbeitsprozesses. Dies ist ein Mo-
       ment des Unterschieds.
       -----
       191*) den ökonomischen  Zyklus -  192*) sollte eigentlich heißen:
       (l.c.) Heft (IX, p. 54.) - 193*) Kapitalumschlag - 194*) Getreide
       
       #504# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       Z w e i t e n s:   Das Produkt  braucht überhaupt längre Zeit, um
       v o l l e n d e t   zu werden, in seinen finished State 195*) ge-
       setzt zu sein; dies ist die Gesamtdauer des Produktionsprozesses,
       abgesehn davon, ob oder ob nicht Unterbrechungen in den Operatio-
       nen der  Arbeit stattfinden;  die verschiedne  Dauer der  Produk-
       tionsphase überhaupt;  D r i t t e n s:   Nachdem das Produkt ist
       finished 196*), mag es nötig sein, daß es längre Zeit brachliegen
       muß, wo  es verhältnismäßig wenig Arbeit braucht, um Naturprozes-
       sen überlassen zu werden, z.B. Wein. (Dies wird begrifflich unge-
       fähr derselbe case sein wie I.) V i e r t e n s:  längre Zeit, um
       auf den  Markt gebracht  zu werden, weil es für entferntren Markt
       bestimmt ist.  (Dies fällt  begrifflich mit  case  II  zusammen.)
       F ü n f t e n s:   Die kürzere oder längre Zeit, in dem Gesamtre-
       turn 197*)  des Kapitals  (seiner Gesamtreproduktion), soweit sie
       bestimmt ist durch Verhältnis von capital fixe und capital circu-
       lant,  bezieht   sich  offenbar   nicht  auf   den     u n m i t-
       t e l b a r e n   P r o d u k t i o n s p r o z e ß,   auf  seine
       Dauer, sondern  nimmt seine  Bestimmung aus  der Zirkulation. Die
       Zeit der  Reproduktion des  Gesamtkapitals ist bestimmt durch den
       Gesamtprozeß, Zirkulation eingeschlossen.
       
       "Ungleichheit der notwendigen Produktionsperioden."
       "Der   U n t e r s c h i e d  i n  d e r  Z e i t,  die erforder-
       lich ist, um die Produkte der Landwirtschaft und anderer Arbeits-
       zweige fertigzustellen, ist die Hauptursache der großen Abhängig-
       keit der  Landwirte. Sie können ihre Waren nicht in kürzerer Zeit
       zu Markte bringen als in einem Jahr. Während dieses ganzen Jahres
       sind sie  verpflichtet, zu  borgen  vom  Schuhmacher,  Schneider,
       Schmied, Stellmacher  und den  verschiedenen anderen Produzenten,
       deren Produkte  sie brauchen und die fertiggestellt [sind] in we-
       nigen Tagen oder Wochen. Infolge dieses natürlichen Umstandes und
       infolge der  rascheren Vermehrung des Reichtums durch andersgear-
       tete Arbeit  als die landwirtschaftliche, sind die Alleinbesitzer
       des gesamten Bodens, ¦¦15¦ obgleich sie auch die Gesetzgebung mo-
       nopolisiert haben,  unfähig, sich  selbst und  ihre  Diener,  die
       Pächter, davor zu bewahren, die abhängigste Klasse des Staates zu
       sein." (Thomas  Hodgskin, "Populär  Polit. Econ."  Four  lectures
       etc. London 1827, p. 147 Note.) (Heft IX, p. 44) [267]
       "Der natürliche  Umstand, daß alle Waren in ungleichen Zeiträumen
       produziert werden,  während die  Bedürfnisse der Arbeiter täglich
       befriedigt werden  müssen ... Diese Ungleichheit in der Zeit, die
       erforderlich ist, um die unterschiedlichen Waren fertigzustellen,
       würde im  wilden Zustand  dazu führen,  daß der  Jäger usw. einen
       Überschuß an  Wild usw.  hat, bevor  der Hersteller von Bogen und
       Pfeilen usw. irgendeine Ware fertiggestellt hätte, um sie für den
       Wildüberschuß zu geben. Kein Austausch könnte vorgenommen werden;
       der Bogenmacher muß auch ein Jäger sein und Arbeitsteilung unmög-
       lich. Diese  Schwierigkeit trug  bei zur  Erfindung des  Geldes."
       (179, 180.) (l.c.)
       ------
       195*) Endzustand - 196*) fertiggestellt - 197*) Gesamtumschlag
       
       #505# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       {In dem Begriff des  f r e i e n  A r b e i t e r s  liegt schon,
       daß er   P a u p e r   199*) ist: virtueller Pauper 199*). Er ist
       seinen ökonomischen  Bedingungen nach bloßes  l e b e n d i g e s
       A r b e i t s v e r m ö g e n,   also auch  mit den  Bedürfnissen
       des Lebens  ausgestattet. Bedürftigkeit  nach allen  Seiten  hin,
       ohne objektives  Dasein als Arbeitsvermögen zur Realisierung des-
       selben. Kann  der Kapitalist  seine Surplusarbeit nicht brauchen,
       so kann  er seine notwendige nicht verrichten; seine Lebensmittel
       nicht produzieren. Kann sie dann nicht durch den Austausch erhal-
       ten, sondern,  wenn er  sie erhält,  nur dadurch, daß Almosen von
       der Revenu  für ihn abfallen. Als Arbeiter kann er nur leben, so-
       weit er  sein Arbeitsvermögen  gegen den  Teil des  Kapitals aus-
       tauscht, der den Arbeitsfonds bildet. Dieser Austausch selbst ist
       an   f ü r   i h n   zufällige, gegen sein  o r g a n i s c h e s
       Sein gleichgültige  Bedingungen geknüpft  200*). Er ist also vir-
       tualiter  P a u p e r  201*). Da ferner die Bedingung der auf das
       Kapital gegründeten  Produktion ist, daß er immer mehr Surplusar-
       beit  produziert,   so  wird   immer  mehr    n o t w e n d i g e
       A r b e i t  frei. Die Chancen seines Pauperismus 202*) vermehren
       sich also.  Der Entwicklung  der Surplusarbeit entspricht die der
       Surpluspopulation.
       In verschiednen  gesellschaftlichen Produktionsweisen  existieren
       verschiedne Gesetze der Vermehrung der Population und der Überpo-
       pulation; letztre  identisch mit  Pauperismus. Diese verschiednen
       Gesetze einfach  zu reduzieren  auf die  verschiednen Weisen  des
       Verhaltens zu den Produktionsoder, in bezug auf das lebendige In-
       dividuum betrachtet,  Reproduktionsbedingungen seiner  als  Glied
       der Gesellschaft,  da er nur in der Gesellschaft arbeitet und an-
       eignet. Die  Auflösung dieser  Verhältnisse in bezug auf das ein-
       zelne Individuum  oder Teil  der Bevölkerung, setzt sie außer den
       reproduktiven Bedingungen  dieser  bestimmten  Basis,  daher  als
       Überbevölkerung und  nicht nur  mittellos, sondern unfähig, durch
       Arbeit sich die Lebensmittel anzueignen, daher als Pauper. Es ist
       nur in  der auf das Kapital gegründeten Produktionsweise, daß der
       Pauperismus erscheint  als Resultat  der Arbeit  selbst, der Ent-
       wicklung der  Produktivkraft der  Arbeit. Auf der einen Stufe der
       gesellschaftlichen Produktion kann daher Überpopulation sein, was
       es auf  der andren nicht ist, und ihre Effekte können verschieden
       sein. Die ausgesandten Kolonien der Alten z. B. waren Überpopula-
       tion; d.h.,  sie konnten  auf der materiellen Eigentumsbase, i.e.
       Produktionsbedingungen, nicht  fortfahren, in  demselben Raum  zu
       leben. Die  Zahl mag sehr klein erscheinen, mit den modernen Pro-
       duktionsbedingungen verglichen. Sie waren indes weit entfernt da-
       von, Paupers zu sein. Wohl aber der Plebs in Rom mit seinem panis
       et circenses
       -----
       198*) Armer -  199*) dem Wesen  nach Armer  - 200*) in  der hand-
       schrift: gesetzt  - 201*) potentieller  Armer - 202*) seiner Ver-
       elendung
       
       #506# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       [235]. Die  Überpopulation, die  zu den  großen Völkerwanderungen
       führt, unterstellt wieder andre Bedingungen. [278]
       Da  bei  allen  frühren  Produktionsformen  die  Entwicklung  der
       Produktivkräfte nicht die Basis der Aneignung, sondern bestimmtes
       Verhalten zu  den  Produktionsbedingungen  (Eigentumsformen)  als
       v o r a u s g e s e t z t e  Schranke   der  Produktivkräfte  er-
       scheint und  nur reproduziert  werden soll,  so muß noch mehr die
       Populationsentwicklung, worin  sich die Entwicklung aller Produk-
       tivkräfte resümiert,  eine  ä u ß r e  S c h r a n k e  vorfinden
       und so  als zu Beschränkendes erscheinen. Die Bedingungen des Ge-
       meinwesens  nur   vereinbar  mit  bestimmtem  Populationsquantum.
       Andrerseits, wenn  die Schranken  der Bevölkerung,  die durch die
       Dehnbarkeit der  bestimmten Form  der Produktionsbedingungen  ge-
       setzt, nach   d e r    l e t z t r e n    s i c h    ä n d e r n,
       z u s a m m e n z i e h n  o d e r  a u s d e h n e n  - also war
       Überpopulation bei  Jägervölkern anders als bei den Atheniensern,
       bei diesen  anders als bei den Germanen -, so aber auch die abso-
       lute Rate, worin sich die Population vermehrt, und daher die Rate
       der Überpopulation  und Population.  Die Überpopulation,  die auf
       einer bestimmten  Produktionsbasis gesetzt,  ist daher ebenso be-
       stimmt wie die adäquate Population. Überpopulation und Population
       zusammengenommen, sind   d i e   Population,  die eine  bestimmte
       Produktionsbasis erzeugen  kann. Wie  weit sie über ihre Schranke
       hinaussetzt, ist  durch die  Schranke selbst gegeben - oder viel-
       mehr durch  denselben Grund,  der die Schranke setzt. So wie not-
       wendige Arbeit  und Surplusarbeit zusammengenommen, das Ganze der
       Arbeit auf gegebner Basis.
       Malthus' Theorie, die übrigens nicht seine Erfindung, sondern von
       der er  sich den Ruhm angeeignet durch den pfäffischen Eifer, mit
       dem er  sie verkündete,  eigentlich nur  durch den Akzent, den er
       auf sie  legte, ist  nach 2  Seiten hin bedeutend: 1. weil er der
       brutalen Ansicht des Kapitals brutalen Ausdruck verliehn; 2. weil
       er das  fact der  Überpopulation unter  allen Gesellschaftsformen
       b e h a u p t e t   hat. Bewiesen  hat er sie nicht, denn es gibt
       nichts Unkritischeres als seine bunt zusammengewürfelten Kompila-
       tionen aus Geschichtsschreibern und Reisebeschreibungen. Durchaus
       falsch  und  kindisch  ist  seine  Auffassung,  1.  weil  er  die
       Ü b e r p o p u l a t i o n   in  den  verschiednen  historischen
       Phasen der  ökonomischen Entwicklung  als   g l e i c h a r t i g
       betrachtet; ihren  spezifischen Unterschied  nicht  versteht  und
       diese sehr  komplizierten und wechselnden Verhältnisse daher stu-
       pid auf  ein Verhältnis  reduziert, wo  einerseits die natürliche
       Fortpflanzung des  Menschen,  andrerseits  die  natürliche  Fort-
       pflanzung der  Vegetabilien  203*)  (oder  means  of  subsistence
       204*)) sich als zwei
       -----
       203*) pflanzlichen Nahrungsmitteln - 204*) Mittel für den Lebens-
       unterhalt
       
       #507# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       natürliche Reihen,  von denen  die eine  geometrisch,  die  andre
       arithmetisch fortschreitet,  gegenüberstehn. So verwandelt er die
       historisch verschiednen Verhältnisse in ein abstraktes Zahlenver-
       hältnis, das  rein aus der Luft gefischt ist und weder auf Natur-
       gesetzen noch  auf historischen  beruht. Es  soll ein natürlicher
       Unterschied in  der Fortpflanzung  des Menschen  z.B. und des Ge-
       treides  stattfinden.   Der  Affe   unterstellt  dabei,  daß  die
       V e r m e h r u n g   d e s   M e n s c h e n  reiner Naturprozeß
       ist, der  ä u ß e r e r  r e s t r a i n t s  205*),  c h e c k s
       206*) bedarf, um nicht nach einer geometrischen Proportion vorzu-
       gehn. Diese   g e o m e t r i s c h e   F o r t p f l a n z u n g
       ist der  natürliche Fortpflanzungsprozeß des Menschen. In der Ge-
       schichte findet  er vor,  daß die Population in sehr verschiednen
       Verhältnissen vor sich geht und die Überpopulation ebensosehr ein
       geschichtlich bestimmtes  Verhältnis ist, keineswegs durch Zahlen
       bestimmt oder durch die absolute Grenze der Produktivität von Le-
       bensmitteln, sondern durch von  b e s t i m m t e n  P r o d u k-
       t i o n s b e d i n g u n g e n   gesetzte  Grenzen.  Sowohl  der
       Zahl nach  beschränkt. Wie  klein erscheinen  uns die Zahlen, die
       den Atheniensern  Überpopulation bedeuten! Zweitens dem Charakter
       nach.  Eine   Überpopulation  von  freien  Atheniensern,  die  in
       Kolonisten verwandelt  werden, ist  von einer  Überpopulation von
       Arbeitern, die  in workhouse  inmates  207*)  verwandelt  werden,
       bedeutend verschieden.  Ebenso die  bettelnde Überpopulation, die
       in einem Kloster sein Surplusproduce 208*) verzehrt, von der, die
       sich in  einer factory  209*) bildet.  Er ist es, der abstrahiert
       von diesen  bestimmten historischen Gesetzen der Populationsbewe-
       gungen,  die,   da  die  Historia  der  Natur  des  Menschen  die
       n a t ü r l i c h e n   Gesetze sind, aber nur natürliche Gesetze
       des Menschen  auf bestimmter  historischer Entwicklung,  mit  be-
       stimmter durch  seinen eignen  Geschichtsprozeß [bedingter]  Ent-
       wicklung der Produktivkräfte. Der Malthussche Mensch, abstrahiert
       von dem  historisch bestimmten  Menschen, existiert nur in seinem
       Hirn; daher  auch die  diesem natürlichen  Malthusschen  Menschen
       entsprechende geometrische  Fortpflanzungsmethode. Die  wirkliche
       Geschichte erscheint  ihm daher  so, nicht  daß die Fortpflanzung
       seines Naturmenschen  eine Abstraktion  von dem Geschichtsprozeß,
       von der  wirklichen Fortpflanzung,  sondern  umgekehrt,  daß  die
       wirkliche Fortpflanzung  eine Anwendung der Malthusschen Theorie.
       Was daher in der Geschichte die Bedingungen, immanenten Bedingun-
       gen sowohl der Population als Überpopulation auf jeder Stufe, er-
       scheint bei  ihm als  eine  Reihe    ä u ß e r e r    c h e c k s
       210*), die  die Population   v e r h i n d e r t   haben, sich in
       der Malthusschen  Form zu  entwickeln. Die  Bedingungen, in denen
       die Menschen sich historisch produzieren
       -----
       205*) Einschränkungen -  206*) Kontrollen -  207*) Armenhäusler -
       208*) Mehrprodukt - 209*) Fabrik - 210*) Schranken
       
       #508# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       und reproduzieren,  erscheinen als  S c h r a n k e n  der Repro-
       duktion des  Malthusschen  Naturmenschen,  der  eine  Malthussche
       Kreatur ist.  ¦¦16¦ Andrerseits, die Produktion von Lebensmitteln
       - wie  sie gecheckt,  bestimmt ist durch die menschliche Aktion -
       erscheint als  C h e c k,  den sie sich selbst setzt. Die Farren-
       kräuter überdeckten  die ganze  Erde. Ihre Reproduktion hörte nur
       auf, wo der Raum für sie aufhörte. Sie hielt sich an keine arith-
       metische Proportion.  Wo Malthus entdeckt hat, daß aus innrem An-
       trieb, ohne   ä u ß r e  C h e c k s  die Reproduktion freiwilli-
       ger Naturerzeugnisse stoppt, ist schwer zu sagen. Die immanenten,
       historisch wandelnden Grenzen des menschlichen Fortpflanzungspro-
       zesses verwandelt  er in   ä u ß r e   S c h r a n k e n;   d i e
       ä u ß r e n   C h e c k  der Naturreproduktion in  i m m a n e n-
       t e  G r e n z e n  oder  n a t ü r l i c h e  G e s e t z e  der
       Fortpflanzung.
       2. Er  bezieht albern ein bestimmtes Quantum Menschen auf ein be-
       stimmtes Quantum Lebensmittel. Ricardo [279] hat ihm gleich rich-
       tig entgegengehalten,  daß das  Quantum vorhandnen Getreides ganz
       gleichgültig für  den Arbeiter,  wenn er  keine    B e s c h ä f-
       t i g u n g   hat; daß  es also die means of employment 211*) und
       nicht of  subsistence 212*)  sind, die  ihn in  die Kategorie der
       Surpluspopulation stellen  oder nicht.  Dies ist aber allgemeiner
       zu fassen  und bezieht  sich überhaupt  auf  die    s o z i a l e
       V e r m i t t l u n g,   durch welche das Individuum sich auf die
       Mittel zu  seiner Reproduktion  bezieht und sie schafft; also auf
       die     P r o d u k t i o n s b e d i n g u n g e n     und  sein
       Verhältnis zu  ihnen. Für den Sklaven in Athen war keine Schranke
       da seiner  Vermehrung außer den produzierbaren necessaries 213*).
       Und wir  hören nie,  daß im Altertum  S u r p l u s s k l a v e n
       existiert hätten.  Vielmehr steigt das Bedürfnis nach ihnen. Wohl
       aber Surpluspopulation 214*) von Nichtarbeitern (im unmittelbaren
       Sinn), die nicht zu viele waren in bezug auf vorhandne Lebensmit-
       tel, sondern  die der Bedingungen verlustig gegangen waren, unter
       denen sie  sich aneignen konnten. Die Erfindung von Surplusarbei-
       tern, d. h. von eigentumslosen Menschen, die arbeiten, gehört der
       Zeit des Kapitals an. Die Bettler, die sich an die Klöster anhin-
       gen, und  ihnen ihr  Surplusprodukt aufessen halfen, sind in der-
       selben Klasse,  wie die  retainer 215*)  der Feudalen, und [dies]
       zeigt, daß  das Surplusproduce  nicht von seinen wenigen Eigentü-
       mern aufgegessen  werden konnte.  Es ist  nur eine andre Form der
       retainers of  old 216*)  oder der menial servants of today 217*).
       Die Überpopulation  z. B.  bei hunting peoples 218*), die sich im
       Kampf der  einzelnen Stämme  untereinander zeigt,  beweist nicht,
       daß die Erde die kleine Zahl nicht tragen könnte, sondern daß
       -----
       211*) Beschäftigungsmittel -  212*) der Existenz  -  213*) Mittel
       seines Lebensunterhaltes  - 214*) Überbevölkerung - 215*) Dienst-
       leute - 216*) Dienstleute von früher - 217*) gemeinen Dienstleute
       von heute - 218*) Jägervölker
       
       #509# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       die Bedingungen  ihrer Reproduktion  ein großes Quantum, Territo-
       rium für  wenige Köpfe  erfordern 219*).  Nirgends Verhältnis auf
       n i c h t   e x i s t i e r e n d e   absolute Masse von means of
       subsistence 220*), sondern Verhältnis auf die Bedingungen der Re-
       produktion, der  Produktion dieser  means 221*),  [in]  das  aber
       ebensosehr  B e d i n g u n g e n  d e r  R e p r o d u k t i o n
       d e s   M e n s c h e n,   der Gesamtpopulation,  relativer  Sur-
       pluspopulation eingeschlossen sind 222*). Dies Surplus rein rela-
       tiv: in  gar keinem  Verhältnis  zu    S u b s i s t e n z m i t-
       t e l n   überhaupt, sondern der Weise, sie zu produzieren. Daher
       auch nur  S u r p l u s  auf diesem state of development 223*).
       3. Was Malthus  eigentlich gar  nicht angehört, das Hereinbringen
       der Renttheorie  - au  fond nur  Formel dafür, daß in der von Ri-
       cardo etc.  gekannten Stufe  der Industrie, die Agrikultur hinter
       der Manufaktur  zurückblieb - was übrigens, obgleich in wechseln-
       den Verhältnissen, der bürgerlichen Produktion immanent -, gehört
       nicht hierher.}
       {Wenn wir  die auf  das Kapital gegründete Produktion betrachten,
       so  erscheint,  absolut  betrachtet,  [als]  Bedingung  derselben
       größte absolute  Masse notwendiger  Arbeit mit  größter relativer
       Masse Surplusarbeit.  Also als Grundbedingung möglichstes Wachsen
       der Population  - der  lebendigen Arbeitsvermögen. Betrachten wir
       ferner die  Bedingungen der Entwicklung der Produktivkraft sowohl
       wie des  Austauschs, so  wieder Teilung  der Arbeit, Kooperation,
       allseitige Beobachtung,  die nur  aus  vielen  Köpfen  hervorgehn
       kann, Wissenschaft,  möglichst viele Zentren des Austauschs - al-
       les identisch  mit Wachstum  der Population. Andrerseits liegt es
       in der Bedingung der Aneignung fremder Surplusarbeit, daß auf die
       notwendige Population  - d.h.  die die notwendige Arbeit, die zur
       Produktion nötige  Arbeit repräsentierende Population - eine Sur-
       plus Population  kommt, die nicht arbeitet. Das Kapital in seiner
       weitren Entwicklung zeigt, daß neben dem industriellen Teil - den
       industriellen Kapitalisten  - dieser  Surpluspopulation ein  rein
       konsumierender sich abzweigt. Müßiggänger, deren Geschäft, fremde
       Produkte zu verzehren, und [die], da der grobe Konsum seine Gren-
       zen hat,  die Produkte  zum Teil  in verfeinerter  Form, als  Lu-
       xusprodukte forwarded  224*) bekommen  müssen. Von dieser müßigen
       Surpluspopulation ist  nicht die Rede, wenn die Ökonomen von Sur-
       pluspopulation sprechen.  Sie wird  umgekehrt -  ihr Geschäft des
       Verzehrens -  von den  Populationsfanatikern grade als notwendige
       Population behandelt und mit Recht (mit Konsequenz). Der Ausdruck
       Surpluspopulation bezieht sich ausschließlich auf die Arbeitsver-
       mögen, d.h.  auf die   n o t w e n d i g e   P o p u l a t i o n;
       Surplus von   A r b e i t s v e r m ö g e n.  Dies geht aber ein-
       fach aus der
       -----
       219*) In  der  Handschrift:  braucht  -  220*) Existenzmitteln  -
       221*) Mittel -  222*) in der  Handschrift: ist  -  223*) Entwick-
       lungsniveau - 224*) nachgereicht
       
       #510# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       Natur des  Kapitals hervor.  Das Arbeitsvermögen  kann nur  seine
       notwendige Arbeit  verrichten, wenn  seine Surplusarbeit Wert für
       das Kapital  hat, verwertbar für es ist. Ist diese Verwertbarkeit
       daher durch  eine oder  die andre  Schranke gehemmt, so erscheint
       das   A r b e i t s v e r m ö g e n   s e l b s t   1.  a u ß e r
       d e n   B e d i n g u n g e n    d e r    R e p r o d u k t i o n
       s e i n e r     E x i s t e n z;     es  existiert   ohne   seine
       E x i s t e n z b e d i n g u n g e n   und ist  daher a mere en-
       cumbrance 225*); Bedürfnisse ohne die Mittel, sie zu befriedigen;
       2. die  notwendige Arbeit  erscheint als  überflüssig,  weil  die
       überflüssige nicht  notwendig ist.  Notwendig ist sie nur, soweit
       sie Bedingung für die Verwertung des Kapitals.
       Das Verhältnis  von notwendiger  und Surplusarbeit,  wie es durch
       das Kapital  gesetzt ist, schlägt also darin um, daß ein Teil der
       notwendigen -  d.h. der  das Arbeitsvermögen reproduzierenden Ar-
       beit -  überflüssig ist  und dieses  Arbeitsvermögen selbst daher
       als ein  Surplus der  notwendigen Arbeiterbevölkerung  gebraucht,
       d.h. der Portion der Arbeiterbevölkerung, deren notwendige Arbeit
       nicht überflüssig,  sondern notwendig für das Kapital ist. Da die
       durch das  Kapital notwendig  gesetzte Entwicklung der Produktiv-
       kraft darin  besteht, das  Verhältnis der Surplusarbeit gegen die
       notwendige zu  vergrößern oder die zu einem Quantum Surplusarbeit
       erheischte Portion  notwendiger Arbeit zu vermindern, so muß not-
       wendig 226*) fortwährend, wenn ein bestimmtes Quantum Arbeitsver-
       mögen  gegeben  ist,  das  Verhältnis  der  von  ihm  gebrauchten
       n o t w e n d i g e n   Arbeit sich  vermindern, d.  h. ein  Teil
       dieser Arbeitsvermögen überflüssig werden, indem eine Portion von
       ihnen hinreicht,  das Quantum  Surplusarbeit zu  verrichten, wozu
       früher das ganze Quantum nötig war.
       Das Setzen einer bestimmten Portion von Arbeitsvermögen als über-
       flüssig, d.h.  der zu  ihrer Reproduktion  erheischten Arbeit als
       überflüssig, ist  daher notwendige  Konsequenz des  Wachstums der
       Surplusarbeit im  Verhältnis zur notwendigen. Die Abnahme der re-
       lativ notwendigen  Arbeit erscheint als Zunahme der relativ über-
       flüssigen Arbeitsvermögen  - d.h.  als Setzen  von Surpluspopula-
       tion. Wenn  diese erhalten  wird, geschieht es dann nicht aus dem
       Arbeitsfonds, sondern  aus der Revenu aller Klassen. Es geschieht
       nicht durch  die Arbeit  des Arbeitsvermögens selbst - nicht mehr
       durch die normale Reproduktion als Arbeiter, sondern als Lebendi-
       ger wird  er aus  Gnade von  andren erhalten; wird daher Lump und
       Pauper; dadurch, daß er nicht mehr durch seine notwendige Arbeit,
       also nicht  mehr durch  den Austausch mit einem Teil des Kapitals
       sich erhält,  ist er  aus den Bedingungen des scheinbaren Tausch-
       und Unabhängigkeitsverhältnisses herausgefallen; zweitens: Die
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       225*) eine bloße  Belastung -  226*) in der  Handschrift: muß  es
       notwendig
       
       #511# Theorien über Mehrwert und Profit
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       Gesellschaft übernimmt  in aliquoten Teilen für den Herrn Kapita-
       listen das Geschäft, ihm sein virtuelles Arbeitsinstrument - des-
       sen wear  und tear  227*) -  instand zu  halten auf  Reserve  für
       spätren Gebrauch.  Er schiebt  die Reproduktionskosten der Arbei-
       terklasse zum  ¦¦17¦ Teil von sich ab und pauperisiert so zu sei-
       nem Profit einen Teil der andren Bevölkerung. Andrerseits hat das
       Kapital, da  es sich  beständig als  Surpluskapital reproduziert,
       ebensosehr die Tendenz, diesen Pauperismus zu setzen als aufzuhe-
       ben. Es  wirkt in entgegengesetzter Richtung, wo in der Zeit bald
       das eine,  bald das  andre das  Übergewicht hat. Endlich liegt in
       dem Setzen  des Surpluskapitals  das Doppelte 228*): 1. Es bedarf
       einer wachsenden  Bevölkerung, um  in Bewegung gesetzt zu werden;
       ist die  relative Bevölkerung,  die es braucht, kleiner geworden,
       so ist  es selbst um so größer geworden; 2. es bedarf eines unbe-
       schäftigten (relativ wenigstens) Teils der Bevölkerung; d. h. ei-
       ner relativen Surplusbevölkerung, um die für das Wachsen des Sur-
       pluskapitals gleich  vorrätige Bevölkerung zu finden; 3. der Sur-
       pluswert kann,  auf gegebner Stufe der Produktivkräfte, vorhanden
       sein, aber  noch nicht  in dem  Maße, in den Proportionen, um als
       Kapital verwandt  zu werden.  Nicht nur ein Minimum der Produkti-
       onsstufe, sondern  ihrer Erweiterung gesetzt. In diesem Fall Sur-
       pluskapital und  Surpluspopulation. Ebenso kann Surpluspopulation
       vorhanden sein, aber nicht genug, nicht in den zur Mehrproduktion
       erheischten  Proportionen.  In  allen  diesen  Betrachtungen  ist
       absichtlich noch  ganz abstrahiert  worden von  den Wechselfällen
       von Absatz, Kontraktion des Markts etc., kurz, von allem, was den
       P r o z e ß  v i e l e r  K a p i t a l i e n  voraussetzt.}
       {A. Smiths  Ansicht, daß  nie   d i e    A r b e i t    i h r e n
       W e r t   w e c h s e l t   in dem Sinn, daß  b e s t i m m t e s
       Q u a n t u m   A r b e i t  f ü r  d e n  A r b e i t e r  immer
       bestimmtes  Q u a n t u m  A r b e i t  i s t,  d.h. bei A. Smith
       q u a n t i t a t i v   g l e i c h  g r o ß e s  O p f e r  ist.
       Ob ich  viel oder  wenig für eine Arbeitsstunde erhalte - was von
       ihrer Produktivität abhängt und andren Umständen ", ich habe eine
       Stunde   g e a r b e i t e t.  Was ich habe zahlen müssen für das
       Resultat meiner  Arbeit, meinen  Arbeitslohn, ist  immer dieselbe
       A r b e i t s s t u n d e,   das Resultat  mag wechseln,  wie  es
       will.
       
       "Gleiche Quantitäten der Arbeit müssen zu allen Zeiten und an al-
       len Orten  für den,  welcher arbeitet, einen gleichen Wert haben.
       In seinem  normalen Zustand  von Gesundheit,  Kraft und Tätigkeit
       und nach  dem gewöhnlichen Grad von Geschicklichkeit und Gewandt-
       heit, die  er besitzen  kann, muß  er immer  die  n ä m l i c h e
       P o r t i o n   seiner   R u h e,   F r e i h e i t,   und seines
       G l ü c k s   geben. Wie  die Quantität  von Waren,  die  er  als
       Belohnung  seiner   Arbeit  erhält,   auch  beschaffen  sei,  der
       P r e i s,   d e n   e r   z a h l t,  ist immer derselbe. Dieser
       Preis kann  zwar bald  eine kleinere, bald eine größere Quantität
       dieser
       -----
       227*) Verschleiß - 228*) sollte eigentlich heißen; Dreifache
       
       #512# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       Waren kaufen,  aber bloß  weil ihr  Wert wechselt, nicht der Wert
       der Arbeit,  der sie  kauft. Die  Arbeit allein wechselt also nie
       ihren eignen  Wert. Sie  ist also  der   R e a l p r e i s    der
       Waren, das Geld ist nur ihr Nominalwert." (ed. von Garnier, t. I,
       p. 64-66.) (Heft, S. 7.) [280]
       
       Du sollst  arbeiten im  Schweiß deines  Angesichts!  war  Jehovas
       Fluch, den  er Adam mitgab. [281] Und so als Fluch nimmt A. Smith
       die Arbeit.  Die "Ruhe"  erscheint als  der adäquate Zustand, als
       identisch mit "Freiheit" und "Glück". Daß das Individuum "in sei-
       nem normalen  Zustand von Gesundheit, Kraft, Tätigkeit, Geschick-
       lichkeit, Gewandtheit"  auch das Bedürfnis einer normalen Portion
       von Arbeit  hat und von Aufhebung der Ruhe, scheint A. Smith ganz
       fernzuliegen. Allerdings  erscheint das Maß der Arbeit selbst äu-
       ßerlich gegeben,  durch den zu erreichenden Zweck und die Hinder-
       nisse, die  zu seiner  Erreichung durch die Arbeit zu überwinden.
       Daß aber  diese Überwindung  von Hindernissen  an sich Betätigung
       der Freiheit  - und  daß ferner die äußren Zwecke den Schein bloß
       äußrer Naturnotwendigkeit  abgestreift erhalten  und als  Zwecke,
       die das  Individuum selbst  erst setzt, gesetzt werden - also als
       Selbstverwirklichung, Vergegenständlichung  des  Subjekts,  daher
       reale Freiheit, deren Aktion eben die Arbeit, ahnt A. Smith eben-
       sowenig. Allerdings  hat er recht, daß in den historischen Formen
       der Arbeit als Sklaven-, Fronde-, Lohnarbeit die Arbeit stets re-
       pulsiv, stets  als    ä u ß r e   Z w a n g s a r b e i t    e r-
       s c h e i n t   und ihr  gegenüber die  Nichtarbeit als "Freiheit
       und Glück".  Es gilt  doppelt: von  dieser gegensätzlichen Arbeit
       und, was damit zusammenhängt, der Arbeit, die sich noch nicht die
       Bedingungen, subjektive  und objektive, geschaffen hat (oder auch
       gegen den  Hirten- etc. Zustand, der sie verloren hat), damit die
       Arbeit travail  attractif 229*), Selbstverwirklichung des Indivi-
       duums sei,  was keineswegs meint, daß sie bloßer Spaß sei, bloßes
       amusement 230*),  wie Fourier  [, p.  245-252]  es  sehr  griset-
       tenmäßig naiv  auffaßt.  Wirklich  freie  Arbeiten,  z.  B.  Kom-
       ponieren, ist grade zugleich verdammtester Ernst, intensivste An-
       strengung.
       Die Arbeit  der materiellen  Produktion kann diesen Charakter nur
       erhalten, dadurch,  daß 1.  ihr gesellschaftlicher  Charakter ge-
       setzt ist,  2. daß  sie wissenschaftlichen  Charakters,  zugleich
       allgemeine Arbeit  ist, nicht  Anstrengung des  Menschen als  be-
       stimmt dressierter  Naturkraft, sondern  als Subjekt,  das in dem
       Produktionsprozeß nicht in bloß natürlicher, naturwüchsiger Form,
       sondern als  alle Naturkräfte regelnde Tätigkeit erscheint. Übri-
       gens denkt  A. Smith nur an die Sklaven des Kapitals. Z.B. selbst
       der halbkünstlerische Arbeiter des Mittelalters ist nicht zu ran-
       gieren unter seine Definition. Was  w i r
       -----
       229*) anziehende Arbeit - 230*) Vergnügen
       
       #513# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       a b e r   h i e r   z u n ä c h s t   wollen, ist nicht auf seine
       Ansicht von der Arbeit eingehn, seine philosophische, sondern das
       ökonomische Moment.  Die Arbeit,  bloß als  O p f e r  betrachtet
       und darum wertsetzend, als  P r e i s,  der für die Dinge bezahlt
       wird und   ihnen daher Preis gibt, je nachdem sie mehr oder weni-
       ger Arbeit  kosten, ist  rein  n e g a t i v e  Bestimmung. Daher
       konnte denn  Herr Senior  z.B. das  Kapital  zu  einer  Produkti-
       onsquelle im  selben Sinn  wie  die  Arbeit,  sui  generis  231*)
       machen, eine  Produktionsquelle von   W e r t,    weil  auch  der
       Kapitalist ein   O p f e r   bringe,  das Opfer  der   a b s t i-
       n e n c e   232*), indem  er sich  bereichert, statt sein Produkt
       direkt aufzuessen.  [282] Ein bloß Negatives schafft nichts. Wenn
       die Arbeit  dem Arbeiter  z.B. Vergnügen  macht -  wie sicher dem
       geizigen Seniors  a b s t i n e n c e  -, so verliert das Produkt
       nichts an  seinem Wert.  Die Arbeit  a l l e i n  produziert; sie
       ist die  einzige   S u b s t a n z   der Produkte als  W e r t e.
       {Wie wenig  Proudhon die  Sache verstanden  hat, geht  aus seinem
       Axiom hervor,  daß jede Arbeit ein Surplus läßt. [283] Was er bei
       dem Kapital verneint, verwandelt er in natürliche Eigenschaft der
       Arbeit. Der Witz ist vielmehr, daß die zur Fristung der absoluten
       Bedürfnisse  notwendige   Arbeitszeit     f r e i e    Zeit  läßt
       (verschieden auf  den verschiednen  Stufen  der  Entwicklung  der
       Produktivkräfte) und daher Surplusproduce geschaffen werden kann,
       wenn   S u r p l u s a r b e i t  gearbeitet wird. Das Verhältnis
       selbst aufzuheben ist der Zweck; so daß das Surplusproduce selbst
       als notwendiges  erscheint. Schließlich die materielle Produktion
       jedem Menschen  Surpluszeit zu  andrer Tätigkeit  läßt. Darin nun
       nichts Mystisches  mehr. Ursprünglich  die freiwilligen Gaben der
       Natur reich,  oder wenigstens  nur anzueignen. Von vornherein na-
       turwüchsig Assoziation  (Familie) und  ihr entsprechende  Teilung
       der Arbeit  und Kooperation. Denn ebenso ursprünglich die Bedürf-
       nisse arm. Sie entwickeln sich selbst erst mit den Produktivkräf-
       ten.}
       Ihr Maß,  die Arbeitszeit - gleiche Intensivität vorausgesetzt -,
       ist daher  das Maß der Werte. Der qualitative Unterschied der Ar-
       beiter, soweit  er nicht  naturwüchsig ist, durch Geschlecht, Al-
       ter, Körperkraft  etc. gesetzt,  also au  fond nicht den qualita-
       tiven Wert  der Arbeit, sondern die Teilung der Arbeit, ihre Dif-
       ferenzierung ausdrückt  - ist  selbst erst  historisches Resultat
       und wird  für die große Masse der Arbeit wieder aufgehoben, indem
       diese einfache ist; die qualitativ höhre aber ihr Maß an der ein-
       fachen ökonomisch  erhält. Die   A r b e i t s z e i t,  oder das
       Quantum Arbeit,  ist das Maß der Werte, heißt nichts, als das Maß
       der Arbeit ist das Maß der Werte. Zwei Dinge sind nur mit demsel-
       ben Maß kommensurabel 233*), wenn sie  g l e i c h e r  N a t u r
       sind. Die  Produkte können  nur mit  dem Maß der Arbeit - der Ar-
       beitszeit - gemessen werden, weil sie ihrer
       -----
       231*) von eigener Art - 232*) Enthaltsamkeit - 233 meßbar
       
       #514# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       Natur nach  A r b e i t  sind. Sie sind objektivierte Arbeit. Als
       Objekte nehmen sie Formen an, in denen ihr Dasein als Arbeit zwar
       an der Form erscheinen kann (als äußerlich an sie gesetzte Zweck-
       mäßigkeit; dies  sieht man  aber dem  Ochsen z.B. nicht an, über-
       haupt nicht  den reproduzierten  Naturprodukten), aber unter sich
       nichts Gemeinschaftliches mehr hat. Als Gleiches ¦¦18¦ existieren
       sie, solange  sie als  Tätigkeit existieren.  Diese ist durch die
       Zeit gemessen,  die daher  auch zum Maß der objektivierten Arbeit
       wird.  Wir   werden  an  andrem  Ort  untersuchen,  wieweit  dies
       M e s s e n  mit Austausch nicht organisierter gesellschaftlicher
       Arbeit zusammenhängt  - bestimmter  Stufe des  gesellschaftlichen
       Produktionsprozesses. Gebrauchswert  bezieht sich  nicht auf  die
       menschliche Tätigkeit  als Quelle des Produkts, auf sein Gesetzt-
       sein durch  menschliche Tätigkeit - sondern auf sein Sein für den
       Menschen. Soweit  das Produkt  Maß für sich hat, ist das natürli-
       ches Maß,  seiner als natürlichen Gegenstandes, Schwere, Gewicht,
       Länge, Raummaß  etc. Maß  der Nützlichkeit  etc. Aber  als Effekt
       oder als  ruhndes Dasein der Kraft, die es geschaffen, ist es nur
       gemessen durch  das Maß  dieser Kraft  selbst. Das Maß der Arbeit
       ist die  Zeit. Bloß  weil die Produkte  A r b e i t  sind, können
       sie gemessen  werden durch das Maß der Arbeit, durch die Arbeits-
       zeit, oder  das Quantum der in ihnen konsumierten Arbeit. Die Ne-
       gation der Ruhe als bloße Negation, als asketisches Opfer schafft
       nichts. Es  kann einer  den ganzen Tag, wie die Mönche etc., sich
       abkasteien, martern  etc., und dies Quantum Opfer, was er bringt,
       lockt keinen  Hund vom Ofen 234*). Der natürliche Preis der Dinge
       ist nicht das Opfer, das ihnen gebracht wird. Dies erinnert viel-
       mehr an  die nicht-industrielle  Ansicht, die  durch Opfer an die
       Götter Reichtum  erwerben will. Außer dem Opfer muß noch etwas da
       sein. Was  als Opfer  der Ruhe, kann auch Opfer der Faulheit, der
       Unfreiheit, des  Unglücks genannt werden, d.h. Negation eines ne-
       gativen Zustandes.
       A. Smith  betrachtet die  Arbeit psychologisch,  in bezug auf den
       Spaß oder Unfreude, die sie dem Individuum macht. Aber außer die-
       ser  g e m ü t l i c h e n  Beziehung zu seiner Tätigkeit ist sie
       doch noch  etwas andres  - erstens  für andre, da das bloße Opfer
       von A)  B) nichts nützen würde; zweitens ein bestimmtes Verhalten
       seiner selbst  zur Sache, die es bearbeitet, und zu seinen eignen
       Arbeitsanlagen. Sie  ist   p o s i t i v e,   s c h a f f e n d e
       T ä t i g k e i t.   Das Maß der Arbeit - die Zeit - hängt natür-
       lich nicht  von der  Produktion derselben  ab; ihr  Maß ist  eben
       nichts als  eine Einheit,  wovon ihre  aliquoten Teile  eine  be-
       stimmte Anzahl  ausdrücken. Daraus  folgt sicher  nicht, daß  der
       W e r t   der Arbeit konstant ist; oder nur insofern, als gleiche
       Quanta Arbeit dieselbe Maßgröße sind. Es
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       234*) In der Handschrift: Opfer
       
       #515# Theorien über Mehrwert und Profit
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       findet sich  dann noch  bei weitrer Bestimmung, daß die Werte der
       Produkte gemessen  sind durch die Arbeit, nicht die in ihnen ver-
       wandt ist,  sondern die zu ihrer Produktion nötig ist. Also nicht
       das Opfer, sondern die Arbeit als Produktionsbedingung. Das Äqui-
       valent drückt  aus die  Bedingung ihrer Reproduktion, als aus dem
       Austausch ihnen  gegeben, d.h. die Möglichkeit der Erneuerung der
       produktiven Tätigkeit,  als durch  ihr eignes  Produkt  gesetzt.}
       {Übrigens bei  der A.  Smithschen   O p f e r a n s i c h t,  die
       übrigens richtig  das   s u b j e k t i v e   V e r h ä l t n i s
       d e s   L o h n a r b e i t e r s   z u  s e i n e r  e i g n e n
       T ä t i g k e i t   ausdrückt, kommt  doch nicht  heraus, was  er
       will -  nämlich die  Bestimmung des  Werts durch die Arbeitszeit.
       Für den  Arbeiter mag  eine Stunde Arbeit immer ein gleich großes
       Opfer sein.  Der Wert  der Waren hängt aber keineswegs von seinen
       feelings 235*)  ab; auch  nicht der Wert seiner Arbeitsstunde. Da
       A. Smith  zugibt, daß man dies Opfer bald wohlfeiler, bald teurer
       verkaufen kann,  so bleibt  es dann  auffallend, daß es immer zum
       selben Preis  v e r k a u f t  werden soll. Er ist indes auch in-
       konsequent. Macht  nachher das   S a l a i r   zum Maß des Werts,
       nicht das  Quantum Arbeit.   F ü r  e i n e n  O c h s e n  i s t
       e s   i m m e r   d a s s e l b e    O p f e r,    w e n n    e r
       g e s c h l a c h t e t   w i r d.  D e s w e g e n  i s t  d a s
       O c h s e n f l e i s c h   n i c h t  v o n  k o n s t a n t e m
       W e r t.}
       
       {"Obgleich nun  aber gleiche  Quantitäten von  Arbeit immer einen
       gleichen Wert  in bezug auf den Arbeiter haben, so erscheinen sie
       bald von  einem kleinern,  bald von  einem größren  Wert für den,
       welcher den  Arbeiter anwendet.  Er erkauft  sie bald  mit  einer
       kleinern, bald  mit einer  größren Quantität  von Waren.  Für ihn
       wechselt also  der Preis  der Arbeit  wie der jeder andren Sache,
       obgleich in der Wirklichkeit nur die Waren bald teuer, bald wohl-
       feil sind." (p. 66, A. Smith, l.c. t. I.) (Heft p. 8.) [280]}
       
       {Die Art,  wie A. Smith den  P r o f i t  entstehn läßt, ist sehr
       naiv.
       
       "In dem  Urzustand gehört  das Produkt der Arbeit ganz dem Arbei-
       ter. Die Quantität" (auch die größre Schwierigkeit etc.) "der Ar-
       beit, angewandt,  um einen  austauschbaren Gegenstand zu erwerben
       oder zu produzieren, ist der  e i n z i g e  U m s t a n d,  wel-
       cher die  Quantität der  Arbeit regelt,  die dieser Gegenstand im
       Durchschnitt kaufen,  kommandieren  oder  im  Austausch  erhalten
       kann...   S o b a l d   aber  V o r r a t  sich in den Händen von
       P r i v a t l e u t e n   aufhäuft,   l ö s t    s i c h    d e r
       W e r t,   d e n   d i e   A r b e i t e r    d e m    G e g e n-
       s t a n d  h i n z u f ü g e n,  i n  2  T e i l e  a u f,  wovon
       der eine  ihre Salaire, der andre den Profit bezahlt, welchen der
       Unternehmer auf die Summe des stocks 236*) macht, der ihm gedient
       hat, diese Salaire und die Arbeitsmaterie zu avancieren. Er hätte
       k e i n   I n t e r e s s e,   diese Arbeiter anzuwenden, wenn er
       nicht vom  Verkauf ihres  Werkes etwas  mehr erwartete,  als  ihm
       nötig ist, um den Fonds zu ersetzen, und er hätte kein Interesse,
       eher eine  große als eine kleine Summe von Fonds anzuwenden, wenn
       seine Profite  nicht in irgendeiner Proportion mit dem Umfang der
       angewandten Fonds stünden." (l.c. p. 96, 97.) (H., S. 9.)}
       -----
       235*) Gefühlen - 236*) Vorrats
       
       #516# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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       (Sieh die  sonderbare Ansicht  A. Smiths,   d a ß   v o r   d e r
       T e i l u n g  d e r  A r b e i t,  "wo jeder sich bloß alles Nö-
       tige verschaffte,  es keines  Fonds bedarf". Als ob in diesem Zu-
       stand, wenn  er keinen Fonds in der Natur vorfindet, er nicht ob-
       jektive Bedingungen  des Lebens  vorfinden müßte, um zu arbeiten.
       Selbst der  Wilde,  selbst  Tiere  schaffen  Vorrat.  Smith  kann
       höchstens von dem Zustand sprechen, wo nur noch der unmittelbare,
       momentane Instinkt zu einer unmittelbaren Arbeit treibt, und dann
       muß der   V o r r a t    doch  d'une  manière  oder  autre  237*)
       o h n e  A r b e i t  sich in der Natur vorfinden. (Heft, S. 19.)
       (Smith verwechselt.   K o n z e n t r a t i o n   d e s    V o r-
       r a t s  in einer Hand nicht nötig dann.)}
       {Vol. III seiner Ausgabe von A. Smith bemerkt Wakefield:
       
       "Die in Gemeinsamkeit geleistete Arbeit von Sklaven ist produkti-
       ver als  die Arbeit voneinander getrennter freier Männer. Die Ar-
       beit freier  Männer ist  nur dann  produktiver als Sklavenarbeit,
       wenn  sie    v e r b u n d e n    i s t    m i t    h ö h e r e n
       B o d e n p r e i s e n    u n d    d e m    S y s t e m    d e r
       E i n s t e l l u n g   f ü r   A r b e i t s l o h n."  (Note zu
       p. 18.)  (Heft VIII,  S. I.) [284] "In Ländern, wo der Boden sehr
       billig bleibt,  leben entweder  alle Menschen im Zustand der Bar-
       barei oder einige von ihnen im Zustand der Sklaverei." (l.c.)}
       {"P r o f i t   ist ein Begriff, der das Wachsen von Kapital oder
       Reichtum anzeigt;  so bedeutet  der Mißerfolg  beim Auffinden der
       Gesetze, welche  die Profitrate  beherrschen, auch Mißerfolg beim
       Auffinden der  Gesetze der Kapitalbildung." (p. 55. Atkinson (W.)
       "Principles of  Political Economy".  London 1840.)  (Heft, S. 2.)
       [285]}
       {"Der Mensch  ist ebenso   P r o d u k t  d e r  A r b e i t  wie
       irgendeine durch  menschliche Tätigkeit entstandene Maschine; und
       es scheint uns, daß er in allen ökonomischen Untersuchungen genau
       aus dieser  Sicht betrachtet werden sollte. Jedes Individuum, das
       den Zustand  der Reife  erreicht hat...  darf, das ist vollkommen
       angemessen, als Maschine angesehen werden, deren Bau 20 Jahre be-
       harrliche Aufmerksamkeit  und die  Verausgabung eines bedeutenden
       Kapitals gekostet  hat. Und wenn eine weitere Summe ausgelegt ist
       in Erziehung  oder Befähigung seiner für die Ausnutzung eines Ge-
       werbes usw.,  wird sein Wert proportional erhöht, gerade wie eine
       Maschine wertvoller  gemacht wird  durch die Verausgabung von zu-
       sätzlichem Kapital oder Arbeit in ihrer Konstruktion, um ihr neue
       Kräfte zu  geben." (McCulloch.  "The Principles  of Pol.  Econ.",
       Edinburgh 1825  238*), p. 115.) (Heft, S. 9.)
       "In Wirklichkeit  wird eine  Ware immer  gegen mehr Arbeit ausge-
       tauscht werden"  (als wodurch sie produziert worden ist): "und es
       i s t     d i e s e r     Ü b e r s c h u ß ,     d e r     d e n
       P r o f i t   b i l d e t."   (p. 221,  McCulloch l.c.) (Heft, S.
       13.)
       
       Derselbe brave  McCulloch, von  dem Malthus [286] mit Recht sagt,
       daß er  das Eigne  der Wissenschaft  ¦¦19¦ darin sieht, alles mit
       allem gleichzusetzen, sagt:
       
       "d i e  P r o f i t e  d e s  K a p i t a l s  sind nur ein ande-
       rer Name  für die  Löhne für  a u f g e h ä u f t e  A r b e i t"
       (p. 291)  (l.c. Heft,  14) [285] und daher wohl auch die Arbeits-
       löhne nur  ein anderer  Name für die Profite vom lebendigen Kapi-
       tal. "Löhne ... bestehen wirklich  a u s  e i n e m
       -----
       237*) auf die  eine oder andere Weise - 238*) in der Handschrift:
       London 1830
       
       #517# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       T e i l   d e s   P r o d u k t s   d e s   F l e i ß e s   d e s
       A r b e i t e r s;   sie haben  folglich hohen Wert, wenn der Ar-
       beiter einen  vergleichsweise hohen  Teil von  dem Produkt seines
       Fleißes bekommt und umgekehrt." (295) (l.c.) (Heft, p. 15.)}
       
       {Das Setzen durch das Kapital von  S u r p l u s a r b e i t  ist
       im ganzen  so wenig von den Ökonomen verstanden, daß sie einzelne
       auffallende  Phänomene,   worin   es   hervortritt,   als   etwas
       B e s o n d r e s,   Kuriosität aufführen.  So Ramsay  [, p. 102]
       das Nachtarbeiten. So sagt John Wade z.B., "History of the Middle
       and Working  Classes, 3  ed. London  1835" (p.  240) (Heft, Seite
       21):
       
       "Der Lohnstandard  hat  a u c h  Bezug auf die Arbeitsstunden und
       Perioden der  Erholung. Es  war die  Politik der  Meister in  den
       letzten Jahren" (vor 1835) "zu usurpieren von den Fabrikarbeitern
       in diesem  Sinne, durch  Beschneiden oder  Verkürzung der  freien
       Tage und  Mahlzeiten und graduelle Ausdehnung der Arbeitsstunden;
       wissend, daß eine Steigerung von 'h in der Arbeitszeit äquivalent
       ist einer Reduktion zum selben Betrag in der Höhe des Arbeitsloh-
       nes."}
       
       John St.  Mill: "Essays  on some unsettled questions of political
       economy, London  1844." (Die  wenigen originellen  Ideen von Mill
       Junior sind  enthalten in diesem schmalen Büchlein, nicht in sei-
       nem dickleibig-pedantischen magnum opus 239*).) [287]
       
       "Was immer  bestimmt ist,  reproduktiv verwandt zu werden, sei es
       in seiner  existierenden Gestalt oder indirekt durch einen frühe-
       ren (oder  auch späteren)  Austausch, ist  K a p i t a l.  Unter-
       stelle, ich habe alles Geld, das ich besitze, in Salairen und Ma-
       schinen ausgelegt,  und der Artikel, den ich produziere, ist eben
       fertiggestellt: Im  Intervall, eh  ich diesen  Artikel  verkaufen
       kann, realisieren den Ertrag und ihn wieder anlegen in Löhnen und
       Werkzeugen, wird  gesagt werden,  daß ich  k e i n  K a p i t a l
       habe? Sicher  nicht: Ich  habe dasselbe Kapital wie früher, viel-
       leicht ein größeres, aber es liegt fest und ist nicht verfügbar."
       (p. 55.) (Heft, S. 36.)12851
       "Zu allen  Zeiten liegt  ein sehr  großer Teil des Kapitals eines
       Landes müßig.  Das jährliche Produkt eines Landes erreicht nie an
       Größe, was es könnte, wenn alle Reserven der Reproduktion geweiht
       wären, wenn,  in Kürze, alles Kapital des Landes in voller Anwen-
       dung wäre.  Wenn jede  Ware im Durchschnitt unverkauft bliebe für
       eine Länge  der Zeit  gleich der, die erfordert ist für ihre Pro-
       duktion, ist  klar, daß  zu irgendeiner  Zeit nicht  mehr als die
       Hälfte des  produktiven Kapitals des Landes tatsächlich die Funk-
       tion des  Kapitals verrichten  würde. Die beschäftigte Hälfte ist
       eine fluktuierende  Portion, zusammengesetzt  aus wechselnden Be-
       standteilen; aber  das Resultat  würde sein,  daß jeder Produzent
       fähig sein  würde, jedes  Jahr nur  halb die  Zufuhr von Waren zu
       produzieren, die  er produzieren könnte, wenn er sicher wäre, sie
       den Augenblick  ihrer [Vollendung]  zu verkaufen."  (l.c. p.  55,
       56.) "Dies  oder etwas der Art ist jedoch der gewöhnliche Zustand
       eines sehr großen Teils aller Kapitalisten in der Welt." (p. 56.)
       -----
       239*) Hauptwerk
       
       #518# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       "Die Zahl  der Produzenten oder Verkäufer, die ihr Kapital in der
       kürzesten Zeit  umschlagen, ist  sehr klein.  Es sind wenige, die
       einen so  raschen Verkauf  für ihre  Waren haben, daß alle Güter,
       die ihr eignes Kapital oder von ihnen zu erborgendes Kapital, sie
       zuzuführen befähigt,  so rasch   g e r ä u m t  werden können als
       zugeführt.        Die         Majorität        hat         keinen
       G e s c h ä f t s u m f a n g,   überhaupt adäquat  der  Kapital-
       menge, über die sie verfügen. Es ist wahr, daß in Gemeinwesen, wo
       Industrie und  Handel mit  dem größten Erfolg praktiziert werden,
       die Einrichtungen des Bankwesens den Besitzer eines größren Kapi-
       tals, als  er in seinem eignen Geschäft anwenden kann, befähigen,
       es produktiv  zu verwenden  und eine Kapitalrente davon herzulei-
       ten. Dennoch,  selbst dann  ist da  eine große Quantität Kapital,
       das  f i x i e r t  bleibt in der Gestalt von Werkzeugen, Maschi-
       nerie, Gebäuden  etc., sei  es nur zur Hälfte tätig oder in voll-
       ständiger   Anwendung:   Und   jeder   Geschäftsmann   hält   ein
       B e t r i e b s k a p i t a l,   um für  eine mögliche plötzliche
       Anforderung bereit  zu sein,  obgleich er  nicht fähig  sein mag,
       darüber für einen unbestimmten Zeitraum zu verfügen." (p. 56.)
       "Diese beständige  Nichtanwendung eines großen Teils des Kapitals
       ist der  Preis, den  wir für  die Teilung  der Arbeit zahlen. Der
       Kauf ist  wert, was  er kostet; aber der Preis ist beträchtlich."
       (56.)
       "Wenn ich 1500 Taler im Geschäft habe und 10% einbekomme, während
       500 unproduktiv liegen, um das Geschäft zu schmücken etc., ist es
       dasselbe, als wenn ich 2000  240*) Taler zu 7 1/2 % anlege ... In
       vielen Geschäftszweigen  sind einige  Geschäftsleute, die Artikel
       verkaufen von  gleicher Qualität zu einem geringren Preis als an-
       dre Geschäftsleute.  Dies kein  freiwilliges Opfern von Profiten;
       sie erwarten von dem erfolgenden erhöhten Zustrom von Kunden, ihr
       Kapital rascher  umzuschlagen und Gewinner zu sein, indem sie ihr
       gesamtes Kapital  in beständigerer Anwendung halten, obgleich auf
       eine gegebne Operation ihre Gewinne kleiner sind." (p. 56, 57.)
       "Es ist  strittig, ob  es irgendwelche  Geschäftsleute gibt,  für
       welche ein  zusätzlicher Käufer  von keinem  Nutzen; und  für die
       große Majorität diese Hypothese durchaus nicht anwendbar. Ein zu-
       sätzlicher Kunde  ist für die meisten Geschäftsleute gleichbedeu-
       tend einem  Zuwachs ihres  produktiven Kapitals. Er befähigt sie,
       einen Teil  ihres Kapitals,  der müßig lag (und vielleicht nie in
       ihren Händen  produktiv geworden  wäre, bis  ein  Kunde  gefunden
       war), in  Arbeitslöhne und  Produktionsinstrumente zu  verwandeln
       ... Das  Aggregatprodukt des Landes für das folgende Jahr ist da-
       her vermehrt;  nicht durch  den reinen  Austausch, sondern  indem
       eine Portion des nationalen Kapitals  a k t i v i e r t  w i r d,
       die, hätte es den Austausch nicht gegeben, für einige Zeit länger
       untätig geblieben wäre." (57, 58.)
       "Die Vorteile,  die von  n e u e m  K u n d e n  gewonnen werden,
       sind für  den Produzent oder Geschäftsmann: 1. Sagen wir ein Teil
       seines Kapitals liegt in der Form von unverkauften Gütern, produ-
       zierend (für  eine längre  oder kürzre Zeit) überhaupt nichts; so
       ein Teil  hievon   i n   g r ö ß r e  A k t i v i t ä t  g e r u-
       f e n   u n d  w i r d  b e s t ä n d i g e r  p r o d u k t i v.
       2. Überschreitet  die zusätzliche Nachfrage, was zugeführt werden
       kann durch  Befreiung des  Kapitals, das  im Zustand  von  unver-
       kauften Gütern existiert, und wenn der Geschäftsmann zusätzliche
       -----
       240*) In der Handschrift: 1000
       
       #519# Theorien über Mehrwert und Profit
       -----
       Reserven hat,  die produktiv  investiert waren  (z. B. in den öf-
       fentlichen Staatspapieren),  aber nicht  in  seinem  eigenen  Ge-
       schäft, ist  er befähigt,  zu erhalten  für einen Teil von diesen
       nicht mehr  Zins, sondern Profit und so zu gewinnen die Differenz
       zwischen dem  Zinsfuß und der Profitrate; 3. Ist all sein Kapital
       in seinem  eignen Geschäft verwandt und kein Teil als unverkaufte
       Güter aufgespeichert, so kann er ein Surplus-Geschäft mit geborg-
       tem Kapital führen und die Differenz zwischen Zins und Profit ge-
       winnen." (59.)}
       

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