Quelle: MEW 42 Marx: Ökonomische Manuskripte 1857/1858


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       #519#
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       [Fixes und zirkulierendes Kapital]
       
       Retournons maintenant à nos moutons. 1*)
       Die Phasen,  die das Kapital durchläuft, die einen Umlauf des Ka-
       pitals bilden, beginnen begrifflich mit Verwandlung des Geldes in
       die Produktionsbedingungen. Jetzt aber, wo wir nicht von dem wer-
       denden Kapital ausgehn, sondern vom gewordnen, durchläuft es fol-
       gende Phasen:  1. Schöpfung des Mehrwerts oder unmittelbarer Pro-
       duktionsprozeß. Sein Resultat das Produkt.
       2. Bringen  des Produkts  auf den Markt. Verwandlung des Produkts
       in Ware.  3. alpha)  Eingehn der Ware in die gewöhnliche Zirkula-
       tion. Zirkulation  der Ware.  Ihr Resultat:  Verwandlung in Geld.
       Dieses erscheint  als erstes Moment der gewöhnlichen Zirkulation,
       beta) Rückverwandlung  des Geldes  in die Produktionsbedingungen:
       Geldzirkulation; in  der gewöhnlichen  Zirkulation erscheint  die
       Warenzirkulation und  Geldzirkulation stets  an zwei  verschiedne
       Subjekte verteilt. Das Kapital zirkuliert erst als Ware, dann als
       Geld und  vice versa.  4. Erneuung  des Produktionsprozesses, was
       hier als  Reproduktion des  ursprünglichen Kapitals und Produkti-
       onsprozeß des Surplus¦¦20¦kapitals erscheint.
       Die Kosten der Zirkulation lösen sich auf in Bewegungskosten; Ko-
       sten, das  Produkt auf den Markt zu bringen; die Arbeitszeit, die
       erforderlich ist,  um die  Wandlung aus  dem einen Zustand in den
       andren zu  bewirken; die sich eigentlich alle auflösen in Rechen-
       operationen und  die Zeit,  die sie  kosten (begründet ein beson-
       dres, technisches  Geldgeschäft). (Ob die letztren Kosten als Ab-
       züge vom Mehrwert zu betrachten sind oder nicht, wird sich später
       ergeben.)
       Wenn wir diese Bewegung betrachten, so finden wir, daß die Zirku-
       lation des  Kapitals vermittelst  der Operation von Exchanges 2*)
       sich einmal auftut, um das Produkt zu entlassen in die allgemeine
       Zirkulation und sich aus dieser als
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       1*) Kehren wir nun zu unserer Sache zurück - 2*) Austauschen
       
       #520# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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       Äquivalent in  Geld herzustellen.  Was aus diesem Produkt, das so
       aus der Zirkulation des Kapitals herausgefallen und der gewöhnli-
       chen Zirkulation heimgefallen ist, wird, geht uns hier nichts an.
       Andrerseits wirft  das Kapital seine Gestalt als Geld (teilweise,
       soweit nicht  Salair) wieder aus seinem Zirkulationsprozeß heraus
       oder bewegt  sich nun in der Geldform, nachdem es sich in ihr als
       Wert realisiert  und zugleich  an sich selbst das Maß seiner Ver-
       wertung gesetzt, im Geld nur als Zirkulationsmittel, und saugt so
       ein in  sich aus  der allgemeinen  Zirkulation die zur Produktion
       nötigen Waren  (Produktionsbedingungen). Als  Ware wirft  es sich
       aus seiner Zirkulation in die allgemeine heraus; als Ware entgeht
       es auch  der allgemeinen  Zirkulation und  nimmt sie  in sich, in
       seinen Lauf  auf 3*),  um in den Produktionsprozeß zu münden. Die
       Zirkulation des  Kapitals erhält so ein Verhalten zur allgemeinen
       Zirkulation, von  der seine  eigne ein  Moment  bildet,  wie  sie
       selbst als von ihm gesetzt erscheint. Dies später zu betrachten.
       Der Gesamtproduktionsprozeß  des Kapitals schließt ein sowohl den
       eigentlichen Zirkulationsprozeß wie den eigentlichen Produktions-
       prozeß. Sie  bilden die  2 großen Abschnitte seiner Bewegung, die
       als Totalität  dieser 2  Prozesse erscheint. Nach der einen Seite
       ist die  Arbeitszeit, nach  der andren  die Zirkulationszeit. Und
       das Ganze  der Bewegung erscheint als Einheit von Arbeitszeit und
       Zirkulationszeit, als  Einheit von  Produktion  und  Zirkulation.
       Diese Einheit  selbst ist Bewegung, Prozeß. Das Kapital erscheint
       als diese  prozessierende Einheit von Produktion und Zirkulation,
       eine Einheit,  die sowohl als das Ganze seines Produktionsprozes-
       ses wie  als bestimmter  Verlauf   e i n e s  Umschlags des Kapi-
       tals,   e i n e r   in sich  selbst zurückkehrenden  Bewegung be-
       trachtet werden kann.
       Die Bedingung  der Zirkulationszeit - neben der Arbeitszeit - für
       das Kapital  ist indes  nur die Bedingung der auf Teilung der Ar-
       beit und  Austausch gegründeten  Produktion in adäquater Form, in
       letzter Form.  Die Kosten der Zirkulation sind Kosten der Teilung
       der Arbeit  und des Austauschs, die in jeder, dem Kapital vorher-
       gehnden, minder entwickelten Form der Produktion auf dieser Basis
       angetroffen werden müssen.
       Als das  Subjekt, über  die verschiednen  Phasen dieser  Bewegung
       übergreifende, sich in ihr erhaltende und vervielfältigende Wert,
       als das  Subjekt dieser Wandlungen, die in einem Zirkellauf - als
       Spirale, sich erweiterndem Zirkel vor sich gehen ", ist das Kapi-
       tal  C a p i t a l  C i r c u l a n t.  Capital circulant ist da-
       her zunächst  keine   b e s o n d r e  Form des Kapitals, sondern
       es ist  d a s  Kapital in einer weiterentwickelten Bestimmung als
       Subjekt der beschriebnen Bewegung,
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       3*) In der Handschrift: ein
       
       #521# Fixes und zirkulierendes Kapital
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       die es  selbst als sein eigner Verwertungsprozeß ist. Nach dieser
       Seite hin  ist daher  auch jedes  Kapital  z i r k u l i e r e n-
       d e s  K a p i t a l.  In der einfachen Zirkulation erscheint die
       Zirkulation selbst  als das  Subjekt. Die  eine Ware wird aus ihr
       herausgeworfen; eine  andre tritt  herein. Aber dieselbe Ware ist
       nur verschwindend  in ihr.  Das Geld  selbst, soweit  es aufhört,
       Zirkulationsmittel zu  sein,  und  sich  als  selbständiger  Wert
       setzt, entzieht  sich der  Zirkulation. Das  Kapital aber ist als
       Subjekt  der   Zirkulation;  die   Zirkulation  als  sein  eigner
       Lebenslauf gesetzt.  Aber wenn  das Kapital  so  als  Ganzes  der
       Zirkulation  z i r k u l i e r e n d e s  K a p i t a l  ist, das
       Übergehn aus  einer Phase  in die  andre, ist  es ebenso in jeder
       Phase in  einer Bestimmtheit gesetzt, als in besondre Gestalt ge-
       bannt, die  die Negation seiner als des Subjekts der ganzen Bewe-
       gung ist.  Das Kapital ist daher in jeder besondren Phase die Ne-
       gation seiner  als  des  Subjekts  der  verschiednen  Wandlungen.
       Nicht-zirkulierendes Kapital.  F i x e s  K a p i t a l,  eigent-
       lich   f i x i e r t e s   Kapital, in einer der verschiednen Be-
       stimmtheiten, Phasen  fixiert, die  es zu durchlaufen hat. Solang
       es in  einer dieser  Phasen verharrt - die Phase selbst nicht als
       flüssiger Übergang  erscheint -  und jede  hat ihre Dauer, ist es
       nicht zirkulierend, fixiert. Solange es im Produktionsprozeß ver-
       harrt, ist  es nicht  zirkulationsfähig; und virtualiter 4*) ent-
       wertet. Solange es in der Zirkulation verharrt, ist es nicht pro-
       duktionsfähig, nicht  Mehrwert setzend, nicht als Kapital prozes-
       sierend. Solange es nicht auf den Markt geworfen werden kann, ist
       es als Produkt fixiert; solange es auf dem Markt bleiben muß, ist
       es als  Ware fixiert.  Solange es  sich nicht  gegen Produktions-
       bedingungen eintauschen  kann, ist  es als Geld fixiert. Endlich,
       wenn die  Produktionsbedingungen in  ihrer Form  als  Bedingungen
       bleiben und nicht in den Produktionsprozeß eingehn, ist es wieder
       fixiert und  entwertet. Das Kapital als das alle Phasen durchlau-
       fende Subjekt,  als die  bewegte Einheit,  prozessierende Einheit
       von Zirkulation  und Produktion, ist  z i r k u l i e r e n d e s
       Kapital; das  Kapital als  selbst in  jeder dieser  Phasen einge-
       bannt, als  in seinen   U n t e r s c h i e d e n   gesetzt,  ist
       f i x i e r t e s   Kapital,  e n g a g i e r t e s  Kapital. Als
       zirkulierendes Kapital  selbst fixiert es sich, und als fixiertes
       Kapital zirkuliert  es. Die  Unterscheidung  von    c a p i t a l
       c i r c u l a n t   und   c a p i t a l  f i x e  erscheint daher
       zunächst als  Formbestimmung des Kapitals, je nachdem es als Ein-
       heit des  Prozesses oder  als  bestimmtes  Moment  desselben  er-
       scheint. Der  Begriff von   c a p i t a l  d o r m a n t,  brach-
       liegendem Kapital,  kann sich  nur auf  sein Brachliegen in einer
       dieser Bestimmungen  beziehn, und  es ist Bedingung des Kapitals,
       daß es zum Teil immer brachliegt. Dies erscheint so, daß ein Teil
       des nationalen  Kapitals immer in einer der Phasen, die das Kapi-
       tal zu durchlaufen hat, sich festgerannt hat.
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       4*) potentiell
       
       #522# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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       Das  G e l d  selbst, soweit es einen besondren Teil des Kapitals
       der Nation  bildet, aber stets in der Form von Zirkulationsmittel
       verharrt, also  nie die  andren Phasen durchläuft, wird daher von
       A. Smith [85] als eine Afterform 5*) des capital fixe betrachtet.
       Ebenso kann  Kapital in der Form von Geld, der Zirkulation entzo-
       gnem Wert,  brachliegen, fixiert  sein. In Krisen -  n a c h  dem
       Moment der  Panik -,  in der  Zeit des Darniederliegens der Indu-
       strie ist das Geld fixiert in den Händen von bankers, billbrokers
       6*) etc., und, wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, [2889
       schreit es nach field of employment 7*), um als Kapital verwertet
       werden zu können.
       Dies, daß  die Bestimmung  von circulant und fixe zunächst weiter
       nichts ist,  als das Kapital selbst unter den beiden Bestimmungen
       gesetzt, einmal  als Einheit  des Prozesses,  dann  als  besondre
       Phase desselben,  es selbst  als  U n t e r s c h i e d  von sich
       als Einheit  - nicht als 2 besondre Arten Kapitalien, das Kapital
       in 2  besondren Arten,  sondern als  verschiedne  f o r m e l l e
       B e s t i m m u n g e n  d e s s e l b e n  K a p i t a l s,  hat
       viel Konfusion  in der politischen Ökonomie angerichtet. Wurde an
       einem materiellen  Produkt eine Seite festgehalten, wonach es Ca-
       pital circulant  sein sollte,  so war  es leicht, die entgegenge-
       setzte Seite  aufzuzeigen, und umgekehrt. Das Kapital als Einheit
       der Zirkulation  und Produktion  ist ebensosehr  ihr Unterschied,
       und zwar  räumlich und zeitlich auseinanderfallender Unterschied.
       In jedem  Moment hat  es eine gleichgültige Form gegen das andre.
       Für das  einzelne Kapital erscheint das Übergehn aus dem einen in
       das andre  als Zufall,  abhängig von  äußeren, unkontrollierbaren
       Zuständen.   D a s s e l b e   Kapital erscheint  daher immer  in
       beiden Bestimmungen 8*), was sich so ausdrückt, daß ein Teil des-
       selben in  der einen,  ¦¦21¦ ein  andrer in der andren erscheint,
       ein Teil  als festliegend, ein andrer als zirkulierend; zirkulie-
       rend  nicht  in  dem  Sinn  hier  genommen,  als  ob  es  in  der
       e i g e n t l i c h e n   Z i r k u l a t i o n s p h a s e    im
       Unterschied von  der   P r o d u k t i o n s p h a s e   sich be-
       fände, sondern  daß in der Phase, worin es sich befindet, es sich
       als   f l ü s s i g e r   Phase befindet, als prozessierender, in
       die andre überführender Phase; in keiner als solchen festgeritten
       und so in seinem Gesamtprozeß aufgehalten ist.
       Z.B.: Der  Industrielle wendet nur einen Teil des ihm disponiblen
       Kapitals (kreditiert  oder selbstbesessen,  tut nichts  zur Sache
       hier und tut, wenn das Gesamtkapital betrachtet wird, auch nichts
       zum ökonomischen  Prozeß) an  in der  Produktion, weil ein andrer
       eine bestimmte  Zeit braucht,  ehe er aus der Zirkulation zurück-
       kehrt. Der  in der  Produktion prozessierende  Teil ist  dann der
       zirkulierende; der  in der  Zirkulation befindliche der fixierte.
       Dadurch ist
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       5*) Nebenform -  6*) Bankiers, Wechselmaklern - 7*) Anwendungsge-
       biet - 8*) in der Handschrift: Bedingungen
       
       #523# Fixes und zirkulierendes Kapital
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       also seine  Gesamtproduktivität beschränkt; beschränkt der repro-
       duzierte Teil,  beschränkt daher auch der auf den Markt geworfne.
       So der  Handelsmann; ein  Teil seines  Kapitals  liegt  fest  als
       s t o c k   i n   t r a d e   9*), der andere rouliert 10*). Zwar
       tritt bald der eine, bald der andre Teil in diese Bestimmung, wie
       beim Industriellen,  aber sein  Gesamtkapital ist  fortwährend in
       beiden Bestimmungen  gesetzt. Andrerseits, da diese aus der Natur
       des Verwertungsprozesses  selbst hervorgehnde  Grenze  nicht  fix
       ist, sondern  nach Umständen  wechselt und  das Kapital mehr oder
       weniger seiner adäquaten Bestimmung als Zirkulierendes sich annä-
       hern kann; da das Zerfallen in diese beiden Bestimmungen, daß der
       Verwertungsprozeß zugleich  als Entwertungsprozeß  erscheint, der
       Tendenz des Kapitals zur möglichsten Verwertung widerspricht, er-
       findet es  sowohl contrivances 11*), um die Phase der Fixiertheit
       abzukürzen; andrerseits,  statt des gleichzeitigen Nebeneinander-
       bestehns beider  Bestimmungen   w e c h s e l n   s i e  a b.  In
       einer Periode erscheint der Prozeß als durchaus flüssig - Periode
       der äußersten  Verwertung des  Kapitals; in  der andren, Reaktion
       der ersten,  stellt sich das andre Moment um so gewaltsamer her -
       Periode der  äußersten Entwertung  des Kapitals  und Stockung des
       Produktionsprozesses. Die  Momente, wo  beide Bestimmungen neben-
       einander erscheinen,  bilden selbst  nur Zwischenperiode zwischen
       diesen gewaltsamen Übergängen und Umschlägen.
       Es ist  durchaus wichtig,  diese Bestimmungen  von zirkulierendem
       und fixiertem  Kapital als   F o r m b e s t i m m u n g e n  des
       Kapitals überhaupt  zu fassen,  da eine  Menge Erscheinungen  der
       bürgerlichen Ökonomie - die Perioden des ökonomischen Zyklus, der
       von der  einmaligen Umlaufszeit  des Kapitals wesentlich sich un-
       terscheidet; die  Wirkung neuer  Nachfrage;  selbst  die  Wirkung
       neuer Gold  und Silber  produzierenden Länder  auf die allgemeine
       Produktion unbegreiflich.  Es nützt  nichts, von stimulus 12*) zu
       sprechen, den  australisches Gold  oder ein  neuentdeckter  Markt
       gibt. Läge  es nicht  in der  Natur des  Kapitals, nie völlig be-
       schäftigt, d.h.  stets partialiter  13*)  f i x i e r t  zu sein,
       entwertet zu  sein, unproduktiv,  so könnten  keine Stimuli es zu
       größrer Produktion treiben. Andrerseits die abgeschmackten Wider-
       sprüche, worin  sich die  Ökonomen verrennen  - selbst Ricardo -,
       die voraussetzen, daß das Kapital immer vollauf beschäftigt; also
       aus Schöpfung von neuem Kapital allein ein increase 14*) von Pro-
       duktion erklären. Jeder increase würde dann frühren increase vor-
       aussetzen oder Vermehrung der Produktivkräfte.
       Diese Schranken  der auf  dem Kapital basierenden Produktion sind
       den frühren  Produktionsweisen, soweit  sie auf Austausch beruhn,
       noch in viel
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       9*)  Betriebskapital  - 10*) zirkuliert  -  11*) Vorrichtungen  -
       12*) Anreiz - 13*) teilweise - 14*) Zuwachs
       
       #524# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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       größrem Maß  eigen. Aber  sie bilden nicht ein Gesetz der Produk-
       tion schlechthin;  sobald der Tauschwert keine Schranke der mate-
       riellen Produktion mehr bildet, sondern ihre Schranke gesetzt ist
       durch ihr  Verhältnis zu  der Gesamtentwicklung  des Individuums,
       fällt die  ganze Geschichte  fort mit  ihren Krämpfen  und Wehen.
       Wenn wir  vorhin sahen, daß das Geld die Schranken des Tauschhan-
       dels nur  aufhebt, indem  es sie  verallgemeinert - d.h. Kauf und
       Verkauf ganz voneinander trennt -, so werden wir später sehn, wie
       der   K r e d i t   diese Schranken  der Verwertung  des Kapitals
       ebenfalls nur aufhebt, indem er sie in ihre allgemeinste Form er-
       hebt, Periode  der Überproduktion und Unterproduktion als 2 Peri-
       oden setzt.
       Der Wert,  den das  Kapital in  einer Umlaufzeit, ohne Revolution
       15*), einem  U m s c h l a g  setzt, ist = dem im Produktionspro-
       zeß gesetzten Wert, i.e. = dem reproduzierten Wert + dem Neuwert.
       Ob wir den Umschlag beendigt betrachten an dem Punkt, wo die Ware
       in Geld  verwandelt ist,  oder an dem Punkt, wo das Geld rückver-
       wandelt ist  in Produktionsbedingungen,  das Resultat  ist immer,
       entweder in  Geld oder in Produktionsbedingungen ausgedrückt, ab-
       solut gleich dem im Produktionsprozeß gesetzten Wert. Wir rechnen
       hier das  physische Bringen  des Produkts auf den Markt = 0; oder
       wir rechnen  es vielmehr ein in den unmittelbaren Produktionspro-
       zeß. Die  ökonomische Zirkulation  des Produkts beginnt erst, so-
       bald es  als Ware auf dem Markt ist - erst dann zirkuliert es. Es
       handelt sich  hier nur  um die ökonomischen Unterschiede, Bestim-
       mungen, Momente  der Zirkulation;  nicht um die physischen Bedin-
       gungen, das  fertige Produkt in die zweite Phase, die Zirkulation
       als Ware  zu bringen,  sowenig uns  der technologische Prozeß an-
       geht, wodurch  der Rohstoff in Produkt verwandelt worden ist. Die
       größre oder  geringre Entfernung  des Markts vom Produzenten etc.
       geht uns  hier noch  nicht an. Was wir zunächst konstatieren wol-
       len, ist,  daß die  aus dem Durchlaufen der verschiednen ökonomi-
       schen Momente  als solcher  hervorgehnden Kosten, die  Z i r k u-
       l a t i o n s k o s t e n   als solche,  dem  Wert  des  Produkts
       nichts zufügen,  keine wertsetzende  Kosten sind,  welche  Arbeit
       immer damit verbunden sein mag. Sie sind bloß  A b z ü g e  v o m
       g e s c h a f f n e n  Wert. Wenn [von] 2 Individuen jedes selbst
       der Produzent  seines Produkts wäre, aber ihre Arbeit auf Teilung
       der Arbeit beruhte, so daß sie untereinander austauschten und die
       Verwertung  ihres   Produkts  für  die  16*)  Befriedigung  ihrer
       Bedürfnisse von  diesem Austausch  abhinge, so würde offenbar die
       Zeit, die  ihnen der  Austausch kostet,  z. B. das wechselseitige
       Markten, Berechnen, ehe sie handelseinig würden, weder ihren Pro-
       dukten, noch dem Tauschwert derselben das geringste hinzufügen.
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       15*) einem Umschlag - 16*) in der Handschrift: von der
       
       #525# Fixes und zirkulierendes Kapital
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       Wenn A gegenüber B geltend machte, daß ihm der Austausch soundso-
       viel Zeit  wegnehme, so würde B dasselbe gegen A) geltend machen.
       Jeder derselben  verliert grade  soviel Zeit im Austausch wie der
       andre. Die Austauschzeit ist ihnen gemeinschaftliche Zeit. Wenn A
       10 Taler  17*) für  das Produkt verlangte - sein Äquivalent - und
       10 Taler  17*) für die Zeit, die es ihm kostet, die 10 Taler 17*)
       von B)  zu erhalten,  würde der  ihn fürs Tollhaus reif erklären.
       Dieser Zeitverlust  geht aus  der Teilung der Arbeit und der Not-
       wendigkeit des  Austauschs hervor.  Wenn A)  alles selbst  produ-
       zierte, würde  er keinen  Teil seiner Zeit damit verlieren, mit B
       auszutauschen oder  sein Produkt  in Geld  und das Geld wieder in
       Produkt zu verwandeln.
       Die eigentlichen   Z i r k u l a t i o n s k o s t e n   (und sie
       erhalten im  Geldgeschäft  bedeutende  selbständige  Entwicklung)
       sind nicht  in produktive  Arbeitszeit auflösbar. Sie beschränken
       sich aber  auch ihrer  Natur nach  auf die Zeit, die es notwendig
       kostet, die  Ware in  Geld und  das Geld  wieder in  Ware zu ver-
       wandeln, d. h. auf die Zeit, die die Übersetzung des Kapitals aus
       der einen Form in die andre kostet. Fänden B) und A) nun, daß sie
       Zeit sparten, wenn sie eine dritte Person C) als Mittler zwischen
       sich schöben,  der seine Zeit in diesem  Z i r k u l a t i o n s-
       p r o z e ß   konsumierte - in Umständen, die z.B. eintreten wür-
       den, wenn  genug  Austauschende  da  wären,  genug  Subjekte  der
       Zirkulationsprozesse, daß  die [von] 2 zu 2 von ihnen abwechselnd
       in einem  Jahr gebrauchte  Zeit =  einem Jahr wäre; jedes Indivi-
       duum, sage,  hätte 1/50  von einem  Jahr im  Akt der  Zirkulation
       abwechselnd zu  spenden, und  es seien  ihrer  50,  so  könnte  1
       Individuum seine  ganze Zeit  mit dieser Beschäftigung zubringen.
       Für dieses  Individuum, wenn ihm nur seine notwendige Arbeitszeit
       gezahlt würde,  d.h., wenn  es seine  ganze Zeit im Austausch für
       die necessaries  of life 18*) hergeben müßte, wäre die Belohnung,
       die es  erhielte, Arbeitslohn.  Berechnete es  aber  seine  ganze
       Zeit, so  wäre der  Lohn, den  es  erhielte,  Äquivalent,  objek-
       tivierte Arbeitszeit.  Dies Individuum  nun hätte nichts hinzuge-
       fügt dem Wert, sondern hätte mit den Kapitalisten A), B) etc. nur
       geteilt in ihrem Surpluswert. Sie hätten gewonnen, indem nach der
       Voraussetzung ein  geringrer Abzug von ihrem Surpluswert stattge-
       funden. (Das  Kapital ist  nicht einfache Quantität noch einfache
       Operation; sondern beides zugleich.)
       Das   G e l d  selbst, ¦¦22¦ soweit es aus edlen Metallen besteht
       oder seine Produktion überhaupt - wie z. B. selbst in der Papier-
       zirkulation -  Unkosten macht,  soweit es  selbst Arbeitszeit ko-
       stet, fügt  den ausgetauschten  Gegenständen - den Tauschwerten -
       nichts an  Wert hinzu; sondern seine Unkosten sind Abzug von die-
       sen Werten, Abzug, der von den Austauschenden zu aliquoten
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       17*) In der Handschrift: 10 sh. - 18*) lebensnotwendige Dinge
       
       #526# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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       Teilen getragen  werden muß.  Die Kostbarkeit des Zirkulationsin-
       struments, des  Austauschinstruments, drückt nur die  K o s t e n
       d e s  A u s t a u s c h s  aus 19*). Statt zuzufügen, nehmen sie
       vom Wert.  Gold- und  Silbergeld z.  B. sind  selbst Werte  w i e
       a n d r e   (nicht im  Sinn von  Geld), sofern  Arbeit  in  ihnen
       vergegenständlicht ist. Aber, daß diese Werte als  Z i r k u l a-
       t i o n s m i t t e l   dienen, ist ein Abzug von dem disponiblen
       Reichtum.
       Ebenso verhält  es sich mit den Produktionskosten der Zirkulation
       des Kapitals.  Sie fügt  nicht den  Werten hinzu. Die  Z i r k u-
       l a t i o n s k o s t e n   als solche  sind  n i c h t  w e r t-
       s e t z e n d,   s o n d e r n   K o s t e n   d e r   R e a l i-
       s i e r u n g   d e r   W e r t e   - Abzüge  davon. Die   Z i r-
       k u l a t i o n  [erscheint]  a l s  R e i h e  v o n  T r a n s-
       f o r m a t i o n e n,   worin sich  das Kapital  setzt, aber den
       Wert betrachtet,  fügt sie  nicht ihm zu, sondern setzt es in der
       Form des  Werts. Der  potentielle Wert, der durch die Zirkulation
       in Geld  verwandelt wird,  ist  vorausgesetzt  als  Resultat  des
       Produktionsprozesses. Soweit  diese Reihe  von Prozessen  in  der
       Zeit vorgeht und Kosten macht, Arbeitszeit kostet, oder vergegen-
       ständlichte  Arbeit,  sind  diese    Z i r k u l a t i o n s k o-
       s t e n  Abzüge vom Quantum des Werts. Die Zirkulationskosten = 0
       gesetzt, ist das Resultat  e i n e s  Umschlags des Kapitals, den
       Wert betrachtet = dem im Produktionsprozeß gesetzten Wert. D. h.,
       der  der   Zirkulation  vorausgesetzte   Wert  ist  der  aus  ihr
       hervorgehnde. Höchstens kann - durch die Zirkulationskosten - ein
       kleinrer heraus-  als hereinkommen.  Nach dieser  Seite  hin  be-
       trachtet, fügt  die Zirkulationszeit  dem Wert  nichts hinzu; die
       Zirkulationszeit erscheint  nicht als wertsetzende Zeit neben der
       Arbeitszeit. Wenn  die Produktion  eine Ware = dem Wert von 10 l.
       geschaffen hat,  so ist  die Zirkulation nötig, um diese Ware den
       10 l.  gleichzusetzen, ihrem  Wert, der  als Geld  existiert. Die
       Kosten, die  dieser Prozeß, diese Formveränderung verursacht, ist
       ein Abzug  von dem  Wert der  Ware.  D i e  Z i r k u l a t i o n
       d e s   K a p i t a l s   i s t   d i e    F o r m v e r ä n d e-
       r u n g ,   d i e   d e r  W e r t  d u r c h  v e r s c h i e d-
       n e  P h a s e n  d u r c h l ä u f t.  Die  Z e i t,  die dieser
       Prozeß währt  oder kostet,  um instand  gesetzt zu werden, gehört
       z u   d e n  P r o d u k t i o n s k o s t e n  d e r  Z i r k u-
       l a t i o n,   d e r   T e i l u n g  d e r  A r b e i t ,  d e r
       a u f   d e n   A u s  t a u s c h  g e g r ü n d e t e n  P r o-
       d u k t i o n.
       Dies gilt  von   e i n e m   U m s c h l a g    d e s    K a p i-
       t a l s,   d.h. von  dem einmaligen  Verlaufen des Kapitals durch
       diese seine  verschiednen Momente.  Der Prozeß  des Kapitals  als
       Wert hat seinen Ausgangspunkt vom Geld und endet in Geld, aber in
       größrem Quantum Geldes. Der Unterschied ist nur quantitativ. G-W-
       W-G hat  so einen  Inhalt bekommen. Betrachten wir den Umlauf bis
       zu diesem  Punkt, so  stehn  wir  wieder  am  Ausgangspunkt.  Das
       Kapital ist  wieder zu  Geld geworden. Aber es ist jetzt zugleich
       gesetzt, es ist jetzt Bedingung für
       -----
       19*) In der Handschrift: ab
       
       #527# Fixes und zirkulierendes Kapital
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       dies Geld geworden, wieder Kapital zu werden, sich durch Kauf von
       Arbeit, durch Durchgehn durch den Produktionsprozeß vervielfälti-
       gendes und  erhaltendes Geld.  Seine Form  als Geld ist als bloße
       Form gesetzt;  eine der  vielen Formen, die es in seiner Metamor-
       phose durchläuft.  Betrachten wir diesen Punkt nun nicht als End-
       punkt - sondern, wie wir ihn jetzt betrachten müssen - als Durch-
       gangspunkt oder  neuen Ausgangspunkt,  selbst durch den Produkti-
       onsprozeß als  verschwindender Endpunkt  und nur scheinbarer Aus-
       gangspunkt gesetzt,  so ist klar, daß die Rückverwandlung des als
       Geld gesetzten Werts in prozessierenden, in den Produktionsprozeß
       eingehnden 20*)  Wert nur  vor sich  gehn kann  - daß  die   E r-
       n e u e r u n g   d e s   P r o d u k t i o n s p r o z e s s e s
       nur  stattfinden  kann,  sobald  der  von  dem  Produktionsprozeß
       unterschiedne Teil  des Zirkulationsprozesses  vollendet ist. Der
       z w e i t e   U m s c h l a g  d e s  Kapitals - die Rückverwand-
       lung des  Gelds in  Kapital als  solches oder  die Erneurung  des
       Produktionsprozesses hängt  ab von  der  Zeit,  die  das  Kapital
       braucht, um  seine Zirkulation  zu  vollenden;  d.h.  von  seiner
       Z i r k u l a t i o n s z e i t,   diese hier  im Unterschied von
       der Produktionszeit.  Da wir aber gesehn haben, daß der vom Kapi-
       tal  geschaffne   Gesamtwert  (reproduzierter   Wert  sowohl  wie
       neugeschaffner), der  in der  Zirkulation als  solcher realisiert
       wird, ausschließlich bestimmt ist durch den Produktionsprozeß, so
       hängt die  Summe der Werte, die in einer bestimmten Zeit geschaf-
       fen werden kann, ab von der Anzahl der Wiederholungen des Produk-
       tionsprozesses in  dieser Zeitperiode.  Die Wiederholung des Pro-
       duktionsprozesses ist  aber bestimmt  durch die Zirkulationszeit,
       die gleich  ist der  Geschwindigkeit der  Zirkulation. Je rascher
       die Zirkulation, je kürzer die Zirkulationszeit, desto öfter kann
       dasselbe Kapital  den Produktionsprozeß wiederholen. In einem be-
       stimmten Zyklus  von Umschlägen des Kapitals steht also die Summe
       der von ihm geschaffnen Werte (also auch Mehrwerte, denn es setzt
       notwendige Arbeit  immer nur als für die Surplusarbeit notwendige
       Arbeit)    i n    d i r e k t e m    V e r h ä l t n i s    z u r
       A r b e i t s z e i t   u n d   i n  u m g e k e h r t e m  z u r
       Z i r k u l a t i o n s z e i t.   In einem bestimmten Zyklus ist
       der Gesamtwert (folglich auch die Summe der gesetzten neuen Mehr-
       werte) = der Arbeitszeit x mit der Anzahl der Umschläge des Kapi-
       tals. Oder  der vom  Kapital gesetzte  Mehrwert  erscheint  jetzt
       nicht mehr  einfach bestimmt  durch die  von ihm  im Produktions-
       prozeß angeeignete Surplusarbeit, sondern durch den Koeffizienten
       des Produktionsprozesses; d.h. die Anzahl, die ausdrückt, wie oft
       er in  einem gegebnen Zeitraum wiederholt ist. Dieser Koeffizient
       ist aber  bestimmt durch die Zirkulationszeit, die das Kapital in
       einem Umschlag  braucht. Die Summe der Werte (Mehrwerte) ist also
       bestimmt durch den in einem Umschlag gesetzten
       -----
       20*) In der Handschrift: aufgehnden
       
       #528# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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       Wert, multipliziert  mit der  Anzahl der  Umschläge in  einem be-
       stimmten Zeitraum.  Ein Umschlag des Kapitals ist = der Produkti-
       onszeit +  der Zirkulationszeit. Die Zirkulationszeit als gegeben
       vorausgesetzt, hängt  die Gesamtzeit,  die der  Umschlag braucht,
       von der  Produktionszeit ab.  Die Produktionszeit  vorausgesetzt,
       hängt die  Dauer des  Umschlags ab  von der Zirkulationszeit. Die
       Zirkulationszeit, soweit  sie die Gesamtmasse der Produktionszeit
       bestimmt, in  einem gegebnen Zeitraum, sofern von ihr die Wieder-
       holung des  Produktionsprozesses, seine Erneurung in einer gegeb-
       nen Epoche  abhängt, ist  daher selbst Produktionsmoment oder er-
       scheint vielmehr als Grenze der Produktion.
       Es ist  dies die  Natur des Kapitals, der auf es gegründeten Pro-
       duktion, daß die Zirkulationszeit ein bestimmendes Moment für die
       Arbeitszeit, für  die Wertschöpfung wird. Die Selbständigkeit der
       Arbeitszeit ist  damit negiert  und der  Produktionsprozeß selbst
       als durch  den Austausch  bestimmt, gesetzt,  so daß  die gesell-
       schaftliche Beziehung  und Abhängigkeit  von dieser  Beziehung in
       der unmittelbaren  Produktion - nicht nur als materielles Moment,
       sondern als   ö k o n o m i s c h e s  Moment, Formbestimmung ge-
       setzt ist. Das Maximum der Zirkulation - die Grenze der Erneurung
       durch sie  des Produktionsprozesses - ist offenbar bestimmt durch
       die Dauer der Produktionszeit während eines Umschlags.
       Gesetzt, der  Produktionsprozeß eines  bestimmten Kapitals,  d.h.
       die Zeit,  die es  braucht, um  seinen Wert  zu reproduzieren und
       Mehrwert zu  setzen -  daure 3  Monate. (Oder die Zeit, die nötig
       ist, um  eine Quantität Produkt zu vollenden = dem Gesamtwert des
       produzierenden Kapitals  + dem  Mehrwert.) So  könnte das Kapital
       unter keinen  Umständen öfter  als 4mal  im Jahr den Produktions-
       oder Verwertungsprozeß  erneuern. Das  Maximum des  Umschlags des
       Kapitals wären 4 Umschläge im Jahr; d. h., es fänden keine Unter-
       brechungen statt  zwischen der  Beendigung einer Produktionsphase
       und der  Wiedererneurung. Das  Maximum der  Umschläge wäre  = der
       Kontinuität des  Produktionsprozesses, so daß, sobald das Produkt
       vollendet, neuer  Rohstoff wieder  in Produkt  verarbeitet würde.
       Die Kontinuität  würde sich  nicht erstrecken bloß auf die Konti-
       nuität innerhalb einer ¦¦23¦ Produktionsphase, sondern die Konti-
       nuität dieser Phasen selbst.
       Gesetzt aber  nun, das  Kapital brauche am Ende jeder Phase einen
       Monat Zirkulationszeit  - Zeit, um zu der Form von Produktionsbe-
       dingungen zurückzukehren  -, so  könnte es nur 3 Umschläge bewir-
       ken. Im  ersten Fall  war die  Zahl der  Umschläge = 1 Phase x 4;
       oder 12  Monaten dividiert durch 3. Das Maximum der Wertschöpfung
       des Kapitals in einem gegebnen Zeitraum ist dieser Zeitraum divi-
       diert durch die Dauer des Produktionsprozesses (die
       
       #529# Fixes und zirkulierendes Kapital
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       Produktionszeit). Im  zweiten Fall  würde das  Kapital nur  3 Um-
       schläge im  Jahr bewirken; den Verwertungsprozeß nur 3mal wieder-
       holen. Die Summe seiner Verwertungsprozesse wäre also = 12/4 = 3.
       Der Divisor  ist hier die Gesamtzirkulationszeit, die es braucht:
       4 Monate; oder die Zirkulationszeit, die es auf eine Produktions-
       phase braucht,  x mit  der Anzahl,  worin diese  Zirkulationszeit
       enthalten ist in dem Jahr.
       Im ersten  Fall ist  die Zahl der Umschläge =12 Monate, Jahr, ge-
       gebner Zeit, dividiert durch die Zeit einer Produktionsphase oder
       durch die  Dauer der  Produktionszeit  selbst;  im  zweiten  Fall
       gleich derselben  Zeit, dividiert durch die Zirkulationszeit. Das
       Maximum der  Verwertung des Kapitals wie der Kontinuität des Pro-
       duktionsprozesses oder  die Zirkulationszeit  = 0  gesetzt;  d.h.
       also, die  Bedingungen, unter denen das Kapital produziert, seine
       Beschränktheit durch die Zirkulationszeit, die Notwendigkeit, die
       verschiednen Phasen  seiner Metamorphose zu durchlaufen, aufgeho-
       ben. Es  ist die notwendige Tendenz des Kapitals, danach zu stre-
       ben, die Zirkulationszeit = 0 zu setzen, d.h., sich selbst aufzu-
       heben, da nur durch das Kapital die Zirkulationszeit als die Pro-
       duktionszeit bestimmendes  Moment gesetzt  ist. Es  ist dasselbe,
       als die Notwendigkeit des Austauschs, des Gelds und der auf ihnen
       beruhnden Teilung  der Arbeit,  also das Kapital selbst aufheben.
       Sehn wir  einstweilen von dem Verwandeln des Surpluswerts in Sur-
       pluskapital ab,  so würde also ein Kapital von 100 Talern, das im
       Produktionsprozeß einen  Mehrwert von  4% auf  das  Gesamtkapital
       produzierte, in  der ersten Voraussetzung sich 4mal reproduzieren
       und am  Schlüsse des  Jahres einen Mehrwert von 16 gesetzt haben.
       Das Kapital  wäre am Schlüsse des Jahres = 116. Es wäre dasselbe,
       als hätte ein Kapital von 400 einmal im Jahre umgeschlagen, eben-
       falls mit  einem Mehrwert  von 4%. In bezug auf die Gesamtproduk-
       tion der  Waren und  Werte derselbe  vervierfacht. Im andren Fall
       ein Kapital  von 100  Talern nur  Mehrwert geschaffen von 12; das
       Gesamtkapital am  Ende des Jahres = 112. In bezug auf die Gesamt-
       produktion - sei sie in bezug auf Werte oder Gebrauchswerte - der
       Unterschied noch  bedeutender. Im ersten Fall z. B. für 400 Taler
       Leder mit einem Kapital von 100 in Stiefel verwandelt, im zweiten
       nur von 300 Talern Leder.
       Die Gesamtverwertung  des Kapitals daher bestimmt durch die Dauer
       der Produktionsphase  - die wir hier einstweilen mit der Arbeits-
       zeit identisch  setzen -  x mit der Anzahl der Umschläge oder Er-
       neurung dieser Produktionsphase in einem gegebnen Zeitraum. Wären
       die Umschläge  nur bestimmt  durch die  Dauer einer  Produktions-
       phase, so  wäre die  Gesamtverwertung einfach  bestimmt durch die
       Anzahl der Produktionsphasen, die in einem gegebnen Zeitraum ent-
       halten ist; oder die Umschläge wären absolut bestimmt durch die
       
       #530# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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       Produktionszeit selbst.  Dies   w ä r e    d a s    M a x i m u m
       d e r   V e r w e r t u n g.  Es ist daher klar, daß die Zirkula-
       tionszeit, absolut  betrachtet, ein Abzug vom Maximum der Verwer-
       tung, <  absolute Verwertung  ist. Es  ist  also  unmöglich,  daß
       irgendeine Geschwindigkeit der Zirkulation oder irgendeine Abkür-
       zung der  Zirkulationszeit eine  Verwertung schaffen sollte > als
       die durch  die Produktionsphase  selbst gesetzte  Verwertung. Das
       Maximum, das die Geschwindigkeit der Zirkulation, wenn sie auf 00
       stiege, bewirken könnte, wäre die Zirkulationszeit = 0 zu setzen,
       d. h.  sich selbst  aufzuheben. Sie  kann also  nicht ein positiv
       wertschaffendes Moment sein, da ihre Aufhebung - Zirkulation ohne
       Zirkulationszeit -  das Maximum  der Verwertung,  ihre Negation =
       der  höchsten   Position  der  Produktivität  des  Kapitals  wäre
       {Produktivität des  Kapitals als Kapital ist nicht die Produktiv-
       kraft, die  die Gebrauchswerte vermehrt; sondern seine Fähigkeit,
       Werte zu  schaffen; der  Grad, worin es Wert produziert}. Die Ge-
       samtproduktivität des Kapitals ist = der Dauer einer Produktions-
       phase x mit der Anzahl, worin sie sich wiederholt in einem gewis-
       sen Zeitraum.  Diese Anzahl aber bestimmt durch die Zirkulations-
       zeit.
       Nehmen wir an, ein Kapital von 100 schlüge 4mal im Jahr um; setze
       den Produktionsprozeß 4x; so würde, wenn der Mehrwert = 5% jedes-
       mal, der am Ende des Jahres geschaffene Surpluswert = 20 sein für
       ein Kapital  von 100;  andrerseits für  ein Kapital  von 400, das
       einmal in einem Jahre umschlüge zum selben Prozentsatz, wäre = 20
       ebenfalls. So daß ein Kapital von 100 mit 4maliger Zirkulation im
       Jahr 20%  Gewinn, wo  ein 4mal größres Kapital mit einmaligem Um-
       schlag nur  einen Profit  von 5% gäbe. (Es wird sich gleich näher
       zeigen, daß der Mehrwert ganz derselbe.) Es scheint also, daß die
       Größe des  Kapitals ersetzt werden kann durch die Geschwindigkeit
       des Umlaufs  und die  Geschwindigkeit des Umlaufs durch die Größe
       des Kapitals.  Es kömmt so der Schein hinein, als ob die Zirkula-
       tionszeit an sich produktiv sei. Es ist daher an diesem case 21*)
       die Sache klarzumachen.
       Eine andre  Frage, die  sich auch aufwirft: Wenn der Umschlag von
       100 Talern  4mal im Jahr jedesmal sage zu 5%, so könnte am Beginn
       des zweiten Umschlags mit 105 Talern der Produktionsprozeß begon-
       nen werden,  und das  Produkt wäre  110 1/4; am  Beginn des    3.
       U m s c h l a g s:   110 1/4, wovon  das Produkt  wäre  115 61/80
       22*); am  Beginn des  4. Umschlags:  115 61/80   22*) und am Ende
       desselben: 121 881/1600   23*).  Die Zahl  selbst tut hier nichts
       zur Sache.  Die Sache  ist, daß  im Fall  ein Kapital von 400 nur
       einmal im  Jahr umschlägt  zu 5%,  der Gewinn  nur sein  kann 20;
       dagegen, wenn  ein 4mal kleineres 4x zu demselben Prozentsatz um-
       schlägt, der  Gewinn 1  + 881/1600   24*)  mehr: So  scheint 25*)
       durch das bloße Moment
       -----
       21*) Fall -  22*) in der  Handschrift: 115 41/80  -  23*) in  der
       Handschrift: 121 221/1600  - 24*) in  der Handschrift: 221/1600 -
       25*) in der Handschrift: erscheint
       
       #531# Fixes und zirkulierendes Kapital
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       des Umschlags - die Wiederholung -, also eines durch die Zirkula-
       tionszeit   bestimmten    Moments   oder   vielmehr   durch   die
       Z i r k u l a t i o n  bestimmten Moments, nicht nur der Wert re-
       alisiert zu  werden, sondern absolut zu wachsen. Dies auch zu un-
       tersuchen.
       Die Zirkulationszeit  drückt nur die Geschwindigkeit der Zirkula-
       tion aus;  die Geschwindigkeit  der Zirkulation nur Schranke der-
       selben.  Z i r k u l a t i o n  o h n e  Z i r k u l a t i o n s-
       z e i t   - d.h. das Übergehn des Kapitals aus einer Phase in die
       andre mit  derselben Schnelle, womit der Begriff umschlägt - wäre
       das Maximum,  d.h. das  Zusammenfallen der  Erneurung des Produk-
       tionsprozesses mit seiner Beendigung.
       Der Akt  des Austauschs  - und  die ökonomischen Operationen, wo-
       durch die  Zirkulation vor sich geht, lösen sich auf in eine Suk-
       zession von  échanges 26*)  - bis  auf den  Punkt, wo das Kapital
       nicht als  Ware zu  Geld oder als Geld zu Ware sich verhält, son-
       dern als  Wert zu seinem spezifischen Gebrauchswert, der Arbeit -
       der Akt  des Austauschs  von Wert in einer Form gegen Wert in der
       andren, Geld  gegen Ware  oder Ware gegen Geld (und dies sind die
       Momente der einfachen Zirkulation), setzt den Wert der einen Ware
       in der  andren und  realisiert sie  so als  Tauschwert; oder auch
       setzt die  Waren als  Äquivalente. Der  Akt des Austauschs ist so
       w e r t s e t z e n d,   insofern Werte  vorausgesetzt werden; er
       realisiert die  B e s t i m m u n g  d e r  Austauschsubjekte als
       Werte. Aber  ein Akt, der eine Ware als  W e r t  setzt, oder was
       dasselbe ist,  der eine  andre Ware  als ihr  Ä q u i v a l e n t
       setzt -  oder was  wieder dasselbe,  der den  G l e i c h w e r t
       beider Waren  setzt, fügt  offenbar wieder dem Wert selbst nichts
       hinzu, sowenig  wie das Zeichen ± die Ziffer vergrößert oder ver-
       kleinert, die  hinter ihm  steht. Indem ich 4 als Plus oder Minus
       setze -  durch diese  Operation bleibt 4, unabhängig vom Zeichen,
       sich selbst gleich, 4 wird weder 3 noch 5. Ebenso, wenn ich ¦¦24¦
       ein lb.  Baumwolle von  dem Tauschwert  von 6 d gegen 6 d austau-
       sche, so  ist es als Wert gesetzt; und ebenso kann gesagt werden,
       daß die 6 d als Wert gesetzt sind in dem lb. Baumwolle; d.h., die
       in den 6 d enthaltne Arbeitszeit (hier 6 d als  W e r t  betrach-
       tet) ist nun ausgedrückt in einer andren Materiatur derselben Ar-
       beitszeit. Aber da durch den Akt des Austauschs das lb. Baumwolle
       wie die  6 d  Kupfer jedes  = seinem Wert gesetzt wird, so ist es
       unmöglich, daß  durch diesen  Austausch weder  der Wert der Baum-
       wolle, noch der Wert der 6d, noch die Summe ihrer Werte quantita-
       tiv wächst.  Der Austausch,  als Setzen  von Äquivalenten, ändert
       nur die  Form; realisiert die potentiell existierenden Werte; re-
       alisiert die  Preise, if  you like.  27*) Ein  Setzen von Äquiva-
       lenten, z.B.  von A  und B  als Äquivalenten, kann den Wert von A
       nicht erhöhn,
       -----
       26*) Folge von Austauschen - 27*) wenn sie wollen
       
       #532# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       denn es  ist der  Akt, wodurch A = seinem eignen Wert, also nicht
       ihm ungleich  gesetzt wird;  ungleich nur,  was die  Form angeht,
       insofern es  vorher nicht  als Wert  gesetzt war; es ist zugleich
       der Akt, wodurch der Wert von A = dem Wert von B gesetzt wird und
       der Wert von B = dem Wert von A. Die Summe der im Austausch umge-
       setzten Werte  = Wert  A +  Wert B.  Jedes bleibt = seinem eignen
       Wert; also  bleibt ihre  Summe gleich  der Summe ihres Werts. Der
       Austausch als   S e t z e n  v o n  Ä q u i v a l e n t e n  kann
       daher seiner  Natur nach  die Summe  der Werte nicht erhöhn, noch
       den Wert  der ausgetauschten Waren. (Daß es bei dem Austausch mit
       Arbeit sich  anders verhält,  geht daraus  hervor,  daß  der  Ge-
       brauchswert der  Arbeit selbst  w e r t s e t z e n d  ist, hängt
       aber nicht direkt mit ihrem Tauschwert zusammen.)
       Sowenig aber  eine Operation  des Austauschs  den Wert des Ausge-
       tauschten vermehren  kann, sowenig kann es eine Summe von Austau-
       schen. {Es  ist durchaus nötig, dies klarzumachen; da die Vertei-
       lung des Mehrwerts unter den Kapitalien, die  B e r e c h n u n g
       des Gesamtsurpluswerts  unter den  einzelnen Kapitalien  -  diese
       s e k u n d ä r e   ökonomische Operation  - [als]  Phänomene er-
       scheint, die  in den  gewöhnlichen Ökonomien  mit den  primitiven
       verwechselt werden.}  Ob ich  einen Akt, der keinen Wert schafft,
       einmal wiederhole  oder oo,  durch  die  Wiederholung  it  cannot
       change its  nature 28*).  Die Wiederholung eines nicht-wertschaf-
       fenden Akts  kann nie  ein Akt der Wertschöpfung werden. 1/4 z.B.
       drückt eine  bestimmte Proportion  aus. Verwandle ich dies 1/4 in
       einen Dezimalbruch, setze es also = 0,25, so ist seine Form geän-
       dert. Diese Formänderung läßt den Wert denselben. Ebenso wenn ich
       eine Ware  in die  Form des  Geldes oder das Geld in die Form der
       Ware verwandle,  bleibt der Wert derselbe; aber die Form ist ver-
       ändert. Es  ist also  klar, daß  die Zirkulation - da sie sich in
       eine Reihe  Tauschoperationen von  Äquivalenten auflöst, den Wert
       der zirkulierenden Waren nicht vermehren kann. Ist daher Arbeits-
       zeit erheischt,  um diese  Operation  vorzunehmen,  d.h.,  müssen
       Werte konsumiert  werden, denn  alle Konsumtion  von Werten  löst
       sich auf  in die  Konsumtion von  Arbeitszeit oder vergegenständ-
       lichter Arbeitszeit,  Produkten; verursacht  die Zirkulation also
       Kosten und  kostet die  Zirkulationszeit Arbeitszeit,  so ist das
       ein Abzug, eine relative Aufhebung der zirkulierenden Werte; Ent-
       wertung derselben zu dem Betrag der Zirkulationskosten.
       Denkt man  sich 2  Arbeiter, die  austauschen; einen  Fischer und
       einen Jäger; so würde die Zeit, die beide im Austausch verlieren,
       weder Fische  noch Wild  schaffen, sondern  wäre ein Abzug an der
       Zeit, worin beide Werte schaffen, der eine fischen, der andre ja-
       gen kann, ihre Arbeitszeit vergegenständlichen
       -----
       28*) kann er seine Natur nicht ändern
       
       #533# Fixes und zirkulierendes Kapital
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       in einem  Gebrauchswert. Wollte  der Fischer sich für diesen Ver-
       lust an  dem Jäger entschädigen: mehr Wild verlangen oder ihm we-
       niger Fische  geben, so  dieser dasselbe  Recht. Der Verlust wäre
       für sie  gemeinsam.  Diese  Zirkulationskosten,  Austauschkosten,
       könnten nur  als Abzug der Gesamtproduktion und Wertschöpfung der
       beiden erscheinen. Wenn sie einen dritten, C), mit diesen exchan-
       ges beauftragten  und so keine Arbeitszeit direkt verlören, müßte
       jeder derselben zu aliquoten 29*) Teilen eine Portion seines Pro-
       duktes an  den C)  ablassen. Was sie dabei gewinnen könnten, wäre
       nur ein  Mehr oder  Weniger von  Verlust. Arbeiteten sie aber als
       gemeinsame Proprietärs 30*), so würde kein Austausch stattfinden,
       sondern gemeinschaftliche  Konsumtion. Die Austauschkosten fielen
       daher fort.  Nicht die  Teilung der  Arbeit; aber die Teilung der
       Arbeit als auf den Austausch gegründet. Es ist daher falsch, wenn
       J. St.  Mill die Zirkulationskosten  a l s  n o t w e n d i g e n
       P r e i s   d e r  T e i l u n g  d e r  A r b e i t  betrachtet.
       Sie sind  nur Kosten  der naturwüchsigen, nicht auf Gemeinsamkeit
       des Eigentums,  sondern dem Privateigentum beruhenden Teilung der
       Arbeit.
       Die Zirkulationskosten  als solche,  d.h. die durch die Operation
       des Austauschs und durch eine Reihe von Austauschoperationen ver-
       ursachte Konsumtion von Arbeitszeit oder vergegenständlichter Ar-
       beitszeit, Werten,  sind also Abzug entweder von der auf die Pro-
       duktion verwandten Zeit oder von den durch die Produktion gesetz-
       ten Werten. Sie können nie den Wert vermehren. Sie gehören zu den
       faux frais de production 31*), und diese faux frais de production
       gehören zu  den immanenten  Kosten der auf dem Kapital beruhenden
       Produktion. Das  Kauf mannsgeschäft  und still  more 32*) das ei-
       gentliche Geldgeschäft - soweit sie nichts tun, als die Operatio-
       nen der  Zirkulation als  solcher, also  z.B. die  Bestimmung der
       Preise (das  Messen der Werte und ihr Berechnen), überhaupt diese
       Tauschoperation als  eine durch  die Teilung  der Arbeit verselb-
       ständigte Funktion  treiben, diese  Funktion des  Gesamtprozesses
       des Kapitals  darstellen - stellen bloß die faux frais de produc-
       tion des  Kapitals dar. Insofern sie diese faux frais vermindern,
       fügen sie  der Produktion  zu, nicht dadurch, daß sie Wert schaf-
       fen, sondern  die Negation der geschaffnen Werte vermindern. Wenn
       sie rein  als solche  Funktion agierten,  so würden sie immer nur
       das Minimum  der faux  frais de  production darstellen. Befähigen
       sie die  Produzenten, mehr  Werte zu schaffen, als sie ohne diese
       Teilung der Arbeit könnten, und zwar soviel mehr, daß ein Surplus
       bleibt nach  Bezahlung dieser Funktion, so haben sie faktisch die
       Produktion vermehrt.  Die Werte  sind dann  aber vermehrt,  nicht
       weil die  Zirkulationsoperationen Wert  geschaffen, sondern  weil
       sie weniger Wert absorbiert haben, als sie im andren Fall
       ------
       29*) ohne Rest  aufgehenden - 30*) Eigentümer - 31*) Produktions-
       nebenkosten - 32*) noch mehr
       
       #534# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
        getan hätten. Sie sind aber notwendige Bedingung für die Produk-
       tion des Kapitals.
       Die Zeit,  die ein Kapitalist im Austausch verliert, ist als sol-
       che kein  Abzug von  der Arbeitszeit. Kapitalist - d.h. Repräsen-
       tant des  Kapitals, personifiziertes Kapital ist er nur, indem er
       sich zur  Arbeit als  fremder Arbeit  verhält und sich fremde Ar-
       beitszeit aneignet und sie setzt. Die Zirkulationskosten existie-
       ren also  nicht, insofern  s i e  d i e  Z e i t  d e s  K a p i-
       t a l i s t e n   w e g n e h m e n   33*). Seine  Zeit  ist  als
       ü b e r f l ü s s i g e   Z e i t    gesetzt:    N i c h t - A r-
       b e i t s z e i t,        n i c h t - w e r t s c h a f f e n d e
       Zeit, obgleich  es das  Kapital ist,  das  den  geschaffnen  Wert
       realisiert. Dies,  daß der Arbeiter Surpluszeit arbeiten muß, ist
       identisch damit, daß der Kapitalist nicht zu arbeiten braucht und
       so eine Zeit als Nicht-Arbeitszeit gesetzt ist; daß er auch nicht
       die   n o t w e n d i g e   Zeit arbeitet.  Der Arbeiter muß Sur-
       pluszeit arbeiten,  um  die  zu  seiner  Reproduktion  notwendige
       Arbeitszeit vergegenständlichen, verwerten, i.e. objektivieren zu
       dürfen. Andrerseits  ist  daher  auch  die    n o t w e n d i g e
       A r b e i t s z e i t   des Kapitalisten   f r e i e  Zeit, nicht
       für  die   unmittelbare  Subsistenz   erheischte  Zeit.  Da  alle
       f r e i e  Z e i t  Zeit für die freie Entwicklung ist, usurpiert
       der Kapitalist  die  von  den  Arbeitern  geschaffne    f r e i e
       Z e i t  für die Gesellschaft, d.h. die Zivilisation, und Wade [,
       p. 164]  hat in diesem Sinn wieder recht, sofern er Kapital = Zi-
       vilisation setzt.
       Die Zirkulationszeit  - soweit  sie die Zeit des Kapitalisten als
       solchen in Anspruch nimmt, geht uns, ökonomisch betrachtet, grade
       soviel an  wie die Zeit, die er mit seiner Lorette zubringt. Wenn
       time money  34*) ist,  so ist  es vom Standpunkt des Kapitals aus
       nur die  fremde Arbeitszeit,  die  allerdings  im  eigentlichsten
       Worte das  money des  Kapitals ist.  In bezug auf das Kapital als
       solches kann  die Zirkulationszeit  nur insofern  mit Arbeitszeit
       zusammenfallen, als sie unterbricht die Zeit, während welcher das
       Kapital die  fremde Arbeitszeit  sich aneignen  kann, und  es ist
       klar, daß  diese relative  Entwertung des Kapitals seiner Verwer-
       tung nicht  zusetzen, sondern  nur von  ihr abnehmen  kann;  oder
       insofern die  Zirkulation dem  Kapital objektivierte  fremde  Ar-
       beitszeit, Werte  kostet. ¦¦25¦ (Z.B. weil es einem andren bezah-
       len muß,  der diese  Funktion übernimmt.)  In beiden Fällen kömmt
       die Zirkulationszeit  nur in  Betracht, soweit sie die Aufhebung,
       die Negation der fremden Arbeitszeit ist; sei es, daß sie das Ka-
       pital im  Prozeß ihrer  Aneignung unterbricht; sei es, daß sie es
       zwingt, einen  Teil des geschaffnen Werts zu konsumieren, zu kon-
       sumieren, um die Zirkulationsoperationen zu vollbringen, d.h., um
       sich als  Kapital zu  setzen. (Sehr zu unterscheiden von der pri-
       vate Consumption  of the  capitalist 35*).)  Die Zirkulationszeit
       kömmt nur in Betracht in ihrem Verhältnis - als Schranke,
       -----
       33*) In der  Handschrift: wegnimmt  - 34*) Zeit  Geld - 35*) pri-
       vaten Konsumtion des Kapitalisten
       
       #535# Fixes und zirkulierendes Kapital
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       Negation -  der Produktionszeit  des Kapitals; diese Produktions-
       zeit ist aber die Zeit, während welcher es sich fremde Arbeit an-
       eignet; die  durch es  gesetzte fremde  Arbeitszeit. Es  ist  die
       größte Konfusion, wenn die Zeit, die der Kapitalist in der Zirku-
       lation spendet  36*), als  wertsetzende Zeit oder gar Surpluswert
       setzende Zeit  betrachtet wird. Das Kapital als solches hat keine
       Arbeitszeit außer seiner Produktionszeit. Der Kapitalist geht uns
       hier absolut nichts an außer als Kapital. Als solches fungiert er
       auch nur  in dem  Gesamtprozeß, den  wir zu  betrachten haben. Es
       könnte sich  sonst noch  eingebildet werden,  der    K a p i t a-
       l i s t   k ö n n e   s i c h  d i e  Z e i t  k o m p e n s i e-
       r e n   l a s s e n,  w ä h r e n d  d e r  e r  n i c h t  a l s
       L o h n a r b e i t e r  e i n e s  a n d r e n  K a p i t a l i-
       s t e n   G e l d   v e r d i e n t   - oder  er  v e r l i e r e
       d i e s e  Z e i t.  Sie gehöre mit zu den Produktionskosten. Die
       Zeit, die er als Kapitalist verliert oder anwendet, ist überhaupt
       v e r l o r n e   Z e i t,   placé à  fonds perdu 37*) von diesem
       Gesichtspunkt  aus.   Die  sog.    A r b e i t s z e i t    d e s
       K a p i t a l i s t e n   im Unterschied  von der Arbeitszeit des
       Arbeiters, die die Grundlage seines  P r o f i t s  als wages sui
       generis 38*) bilden soll, haben wir später zu betrachten.
       Es ist  nichts häufiger,  als Transport  etc., soweit sie mit dem
       Handel zusammenhängen, in die reinen Zirkulationskosten hereinzu-
       bringen. Soweit der Handel ein Produkt auf den Markt bringt, gibt
       er ihm eine neue Form. Er verändert zwar nur das örtliche Dasein.
       Aber die  Weise der  Formveränderung geht  uns nichts an. Er gibt
       dem Produkt  einen neuen  Gebrauchswert (und  dies gilt bis herab
       zum Detailkrämer, der wiegt, mißt, einpackt und so für den Konsum
       dem Produkt  Form gibt), und dieser neue Gebrauchswert kostet Ar-
       beitszeit; ist  also zugleich  Tauschwert. Das  Bringen  auf  den
       Markt gehört  in den  Produktionsprozeß selbst.  Das Produkt  ist
       erst Ware,  erst in Zirkulation, sobald es sich auf dem Markt be-
       findet.
       
       {"In jeder Art der Industrie werden die Unternehmer Verkäufer von
       Produkten, während  der ganze  Rest der  Nation  und  oft  selbst
       fremde Nationen  Käufer dieser  Produkte sind  ... Die beständige
       Bewegung, und ohne Unterlaß wiederholt, die das  z i r k u l i e-
       r e n d e   K a p i t a l   macht, um  vom Unternehmer wegzugehen
       und um  zu ihm  unter der  ersten Form  zurückzukehren, ist  ver-
       gleichbar  einem  Zirkel,  den  es  beschreibt;  daher  der  Name
       zirkulierend, den  das Kapital  trägt, und  Zirkulation für seine
       Bewegung." (p.  404/405.) (Storch.  "Cours d'économie Politique".
       Paris 1823. t. I. p. 405, Heft, S. 34 [289].)
       "Im ausgedehnten  Sinn begreift  Zirkulation die  Bewegung  jeder
       Ware, die  sich austauscht."  (p. 405.)  (l.c.) "Die  Zirkulation
       macht sich  durch die  Austausche ... vom Augenblick des Notenum-
       laufs an  tauschen sie sich nicht mehr aus, sie werden verkauft."
       (p. 405/406  39*), l.c.) "Damit eine Ware in Zirkulation sei, ge-
       nügt das Angebot... Reichtum
       -----
       36*) verbringt (engl.:  to spend) - 37*) auf das Verlustkonto ge-
       setzt -  38*) Arbeitslohn besonderer  Art  -  39*) in  der  Hand-
       schrift: p. 406.
       
       #536# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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       in Zirkulation:   W a r e."   (p.  407, l.c.) "Der Handel nur ein
       Teil der  Zirkulation; ersterer  begreift nur  die Käufe und Ver-
       käufe der  Händler; letztre  aller Unternehmer  und selbst  aller
       Einwohner." (p. 408, l.c.)
       "Nur solange die  K o s t e n  der Zirkulation unumgänglich sind,
       um   d i e   W a r e n   z u   d e n  K o n s u m e n t e n  g e-
       l a n g e n   z u   l a s s e n,   ist die  Zirkulation reell und
       vermehrt   i h r   W e r t  das jährliche Produkt. Vom Augenblick
       an, wo  sie dies Maß überschreitet, ist die Zirkulation überflüs-
       sig und  trägt nichts  mehr zur Bereicherung der Nation bei." (p.
       409.)
       "Wir haben in den letzten Jahren 40*) in Rußland Beispiele gesehn
       zu St.  Petersburg von einer überflüssigen Zirkulation. Die flaue
       Lage des  auswärtigen Handels  hatte die  Handeltreibenden  enga-
       giert, auf eine andere Weise ihre brachliegenden Kapitale nutzbar
       zu machen;  da es ihnen nicht mehr möglich war, sie zu verwenden,
       um fremde  Waren kommen zu lassen und die des Landes zu exportie-
       ren, ließen  sie sich  einfallen, Vorteil  davon zu ziehen, indem
       sie die  Waren kauften  und verkauften,  die sich  auf dem  Platz
       fanden. Ungeheure  Quantitäten von  Zucker, Kaffee,  Hanf,  Eisen
       etc. passierten  rasch von einer Hand in die andre, und oft wech-
       selte eine  Ware 20mal  den Eigentümer,  ohne vom Lager zu gehen.
       Eine derartige  Zirkulation bietet  den Großhändlern alle Chancen
       eines Hasardspieles;  aber während sie die einen bereichert, rui-
       niert sie die andren, und der Nationalreichtum gewinnt nichts da-
       bei. Ebenso  in der  Zirkulation des Geldes... Man nennt Spekula-
       tion eine  derartige überflüssige  Zirkulation, die nur gegründet
       auf einer einfachen Variation der Preise." (p. 410, 411.)
       "Die Zirkulation bringt der Gesellschaft nur insofern Profit, als
       sie unentbehrlich  ist, um  die Ware  zum Konsumenten gelangen zu
       lassen. Jeder  Umweg Verzögerung, zwischengeschalteter Austausch,
       nicht absolut  nötig zu  diesem Effekt  oder die nicht beitragen,
       die    Z i r k u l a t i o n s k o s t e n    z u    v e r m i n-
       d e r n,   wird schädlich  dem Nationalreichtum,  indem sie über-
       flüssigerweise den Preis der Waren erhöhen." (p. 411.)
       "Die Zirkulation  um so produktiver, je rapider sie ist, d.h., je
       weniger Zeit  sie fordert, um den Unternehmer von vollendeter Ar-
       beit zu  befreien, die er zum Verkauf ausstellt, und um das Kapi-
       tal unter  seiner ersten  Form zu  ihm zurückzuführen." (p. 411.)
       "Der Unternehmer  kann die Produktion nur Wiederbeginnen, nachdem
       er das  vollendete Produkt  verkauft hat und den Preis zum Ankauf
       neuer Werkstoffe  und neuer  Löhne verwandt  hat: Je prompter die
       Zirkulation also  ist, diese  beiden Effekte  zu operieren, um so
       eher ist er imstande, seine Produktion von neuem zu beginnen, und
       um so  mehr liefert  sein Kapital Profite in einem gegebnen Zeit-
       raum." (p. 411/412  41*).)
       "Die Nation,  deren Kapital  mit gehöriger  Schnelligkeit  zirku-
       liert, um  mehrmals im  Jahr zurückzukehren zu dem, der es zuerst
       in Bewegung gesetzt, ist in derselben Situation als der Ackermann
       der glücklichen  Klimate, der  demselben Land  sukzessiv 3 oder 4
       Ernten in demselben Jahr abfordern kann." (p. 412, 413.)
       "Eine langsame  Zirkulation verteuert  die Objekte der Konsumtion
       1. indirekt, durch Verminderung der Masse der Waren, die existie-
       ren könnten; 2. direkt, weil, solange ein Produkt in Zirkulation,
       s e i n  W e r t  p r o g r e s s i v  zunimmt durch die Kapital-
       renten, verwandt  zu seiner Produktion; je langsamer die Zirkula-
       tion 42, je mehr akkumulieren sich diese
       -----
       40*) In der  Handschrift: Tagen - 41*) in der Handschrift: p. 412
       - 42*) in der Handschrift: Produktion
       
       #537# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       Renten, was  den Preis der Waren unnütz hebt." "Mittel zur Abkür-
       zung und  Beschleunigung der Zirkulation: 1. Die Separation einer
       Klasse von Arbeitern, die sich einzig mit dem Handel beschäftigt;
       2. die  Leichtigkeit des  Transports; 3.  der Notenumlauf; 4. der
       Kredit." (p. 413.)}
       
       Die einfache  Zirkulation bestand  aus einer Menge gleichzeitiger
       oder sukzessiver  Austausche. Die  Einheit derselben als Zirkula-
       tion betrachtet,  war eigentlich  nur vom Standpunkt des Beobach-
       ters aus vorhanden. (Der Austausch kann zufällig sein, und er hat
       mehr oder minder den Charakter, wo er auf den Austausch des Über-
       flusses beschränkt,  nicht das Ganze des Produktionsprozesses er-
       griffen hat.)  In der  Zirkulation des  Kapitals haben  wir  eine
       Reihe von  Tauschoperationen, von  Tauschakten, deren  jede gegen
       die andre  ein qualitatives  Moment vorstellt,  ein Moment in der
       Reproduktion und  Wachstum des  Kapitals. Ein  System von Austau-
       schen, Stoffwechsel,  soweit der  Gebrauchswert 43*)  betrachtet,
       Formwechsel, soweit  der Wert  als solcher  44*) betrachtet wird.
       Das Produkt  verhält sich  zur Ware wie Gebrauchswert zum Tausch-
       wert; so  die Ware  zum Geld.  Hier erreicht  45*) die eine Reihe
       ihre Höhe.  Das Geld verhält sich zur Ware, in die es rückverwan-
       delt wird,  als Tauschwert  zum Gebrauchswert;  noch mehr  so das
       Geld zur Arbeit.
       ¦¦26¦ Insofern  das Kapital  in jedem Moment des Prozesses selbst
       die Möglichkeit  des Übergehns  in seine andre, nächste Phase und
       so die  Möglichkeit des  ganzen Prozesses  ist, der den Lebensakt
       des Kapitals  ausdrückt, so erscheint jedes der Momente potentia-
       liter als  Kapital -  daher Warenkapital, Geldkapital - neben dem
       im Produktionsprozeß  als Kapital  sich setzenden  Wert. Die Ware
       kann Kapital  darstellen, solange  sie sich  in Geld  verwandeln,
       also  Lohnarbeit  kaufen  kann  (Surplusarbeit);  dies  nach  der
       F o r m s e i t e   hin, die aus der Zirkulation des Kapitals ge-
       schöpft ist.  Nach der Stoffseite hin bleibt sie Kapital, solange
       sie Rohmaterial (eigentliches oder Halbfabrikat), Instrument, Le-
       bensmittel für  die Arbeiter ausmacht. Jede dieser Formen ist po-
       tentielles Kapital. Das Geld ist einerseits das realisierte Kapi-
       tal, das  Kapital als realisierter Wert. Es ist nach dieser Seite
       (als Schlußpunkt  der Zirkulation betrachtet, wo es denn auch als
       Ausgangspunkt betrachtet  werden muß)  das Kapital,  ???'  ??????
       46*). Es ist dann wieder Kapital in bezug auf den Produktionspro-
       zeß speziell, soweit es sich gegen lebendige Arbeit umtauscht. In
       seinem Umtausch gegen Ware (Rückkauf des Rohmaterials etc.) durch
       den Kapitalisten  erscheint es dagegen nicht als Kapital, sondern
       als Zirkulationsmittel;  nur verschwindende  Vermittlung, wodurch
       der Kapitalist  sein Produkt  gegen die Urelemente desselben aus-
       tauscht.
       -----
       43*) In der  Handschrift: Wert  als solcher  - 44*) in  der Hand-
       schrift:  Gebrauchswert  -  45*) in  der  Handschrift:  erhält  -
       46*) in höchstem Maße
       
       #538# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       Die Zirkulation  ist nicht  eine für  das Kapital bloß äußerliche
       Operation. Wie  es durch  den Produktionsprozeß  erst wird, indem
       durch ihn  der Wert sich verewigt und vermehrt, so wird es in die
       reine   F o r m   des Werts - an dem die Spuren des Werdens eben-
       sowohl, wie sein spezifisches Dasein im Gebrauchswert ausgelöscht
       sind -  nur rückverwandelt  durch den ersten Akt der Zirkulation,
       während die  Wiederholung dieses  Akts, i.e.  des Lebensprozesses
       [des Kapitals] nur durch den zweiten Akt der Zirkulation möglich,
       der im  Austausch des Geldes gegen die Produktionsbedingungen be-
       steht und  die Einleitung zum Produktionsakt bildet. Die Zirkula-
       tion gehört also  i n  den Begriff des Kapitals. Wie ursprünglich
       das Geld  oder aufgehäufte  Arbeit als  Voraussetzung vordem Aus-
       tausch mit freier Arbeit erschien; die scheinbare Selbständigkeit
       des objektiven  Moments des Kapitals gegen die Arbeit aber aufge-
       hoben wurde  und die  objektivierte Arbeit, die sich im Wert ver-
       selbständigt, nach allen Seiten als  P r o d u k t  f r e m d e r
       A r b e i t,   das  e n t f r e m d e t e  P r o d u k t  der Ar-
       beit selbst  erschien; so jetzt erscheint das Kapital erst seiner
       Zirkulation vorausgesetzt (das Kapital als Geld war seinem Werden
       zum Kapital  vorausgesetzt; aber  das Kapital  als  Resultat  des
       Werts, der  die lebendige  Arbeit in sich absorbiert und sich as-
       similiert hat,  erschien als  Ausgangspunkt nicht der Zirkulation
       überhaupt, sondern der  Z i r k u l a t i o n  d e s   Kapitals),
       so daß es selbständig und gleichgültig auch  o h n e  diesen Pro-
       zeß existierte.  Aber die  B e w e g u n g  d e r  M e t a m o r-
       p h o s e n ,   d i e   e s   d u r c h z u m a c h e n    h a t,
       e r s c h e i n t   j e t z t   a l s   B e d i n g u n g   d e s
       P r o d u k t i o n s p r o z e s s e s   selbst; ebensosehr  wie
       als sein Resultat.
       Das Kapital  in seiner Realität erscheint daher als Reihe von Um-
       schlägen in  gegebner   P e r i o d e.   Es ist  nicht  mehr  nur
       e i n  U m s c h l a g,  eine Zirkulation; sondern Setzen von Um-
       schlägen; Setzen  des ganzen Verlaufs. Sein Wertsetzen selbst er-
       scheint daher  bedingt (und  nur als sich perennierender 47*) und
       vervielfältigender Wert  ist der  Wert Kapital)  1.    q u a l i-
       t a t i v;   indem es,  ohne die Phasen der Zirkulation zu durch-
       laufen, die  Produktionsphase nicht  erneuern kann;  2.  q u a n-
       t i t a t i v,   indem die Masse der Werte, die es setzt, von der
       Anzahl seiner  Umschläge in  einer gegebnen  Periode abhängt;  3.
       indem  die   Zirkulationszeit  so  nach  beiden  Seiten  hin  als
       limitierendes Prinzip, Schranke der Produktionszeit erscheint und
       vice versa.  Das Kapital  ist  daher  wesentlich    c a p i t a l
       c i r c u l a n t.   Erscheint das  Kapital in der Werkstätte des
       Produktionsprozesses als  Eigentümer und master 48*), so nach der
       Seite der  Zirkulation hin als abhängig und durch gesellschaftli-
       chen Zusammenhang  bestimmt, der auf dem Standpunkt, wo wir jetzt
       noch stehn,  es abwechselnd  als W  gegen G  und G gegen W in die
       einfache Zirkulation hineintreten läßt und figurieren läßt.
       -----
       47*) beständig erhaltender - 48*) Herr
       
       #539# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       Aber diese  Zirkulation ist  ein Nebel,  unter dem sich noch eine
       ganze Welt  versteckt, die  Welt der  Zusammenhänge des Kapitals,
       die dieses  aus der  Zirkulation herstammende  - aus  dem gesell-
       schaftlichen Verkehr  herstammende Eigentum an ihn bannen und ihm
       die Unabhängigkeit  der self-sustaining  property 49*) rauben wie
       seinen Charakter.  Zwei Aussichten  in diese  jetzt noch  in  der
       Ferne liegende  Welt haben  sich bereits auf getan, an den beiden
       Punkten, wo  die Zirkulation des Kapitals den von ihm in der Form
       des Produkts  gesetzten und  zirkulierten Wert  aus seinem  Kreis
       herausstößt, und  zweitens der  Punkt, wo  es aus der Zirkulation
       ein andres  Produkt in seinen Kreislauf hereinzieht; dies Produkt
       selbst in  eins seiner  Daseinsmomente verwandelt. An dem zweiten
       Punkt setzt  es Produktion voraus; nicht seine eigne unmittelbare
       Produktion; an  dem ersten Punkt kann es Produktion voraussetzen,
       wenn sein Produkt selbst Rohstoff für andre Produktion; oder Kon-
       sumtion, wenn es die letzte Form für die Konsumtion erhalten hat.
       So viel  ist klar, daß die Konsumtion nicht  d i r e k t  in sei-
       nen Kreis  zu treten braucht. Die eigentliche Zirkulation des Ka-
       pitals ist  noch, wie wir später sehn werden, Circulation between
       dealers and  dealers 50*)  [18]. Die  circulation between dealers
       und con  sumers 51*), identisch mit dem Retailtrade 52*), ist ein
       zweiter Kreis,  der nicht  in die unmittelbare Zirkulationssphäre
       des Kapitals fällt. Eine Bahn, die es beschreibt, nachdem die er-
       ste beschrieben ist und gleichzeitig neben ihr. Die  G l e i c h-
       z e i t i g k e i t   d e r  v e r s c h i e d n e n  B a h n e n
       d e s   K a p i t a l s,  wie die seiner verschieden Bestimmungen
       wird erst  klar, sobald  viele Kapitalien  vorausgesetzt sind. So
       besteht  der  Lebensprozeß  des  Menschen  in  einem  Durchlaufen
       verschiedner Alter.  Zugleich  aber  existieren  alle  Alter  des
       Menschen nebeneinander, an verschiedne Individuen verteilt.
       Insofern der  Produktionsprozeß des Kapitals zugleich ein techno-
       logischer Prozeß  ist  "Produktionsprozeß  schlechthin";  nämlich
       Produktion  bestimmter  Gebrauchswerte  durch  bestimmte  Arbeit,
       kurz, in  einer durch diesen Zweck selbst bestimmten Weise; inso-
       fern von  allen  diesen  Produktionsprozessen  der,  wodurch  der
       Körper sich  den nötigen Stoffwechsel reproduziert, d. h. Lebens-
       mittel in  physiologischem Sinn  schafft, als  der fundamentalste
       erscheint; insofern  dieser Produktionsprozeß  mit der Agrikultur
       zusammenfällt; diese  auch gleichzeitig direkt (wie in Baumwolle,
       Flachs etc.)  oder indirekt, vermittelst der Tiere, die sie nährt
       (Seide, Wolle etc.), einen großen Teil der Rohmaterialien für die
       Industrie liefert  (eigentlich alle,  die nicht  den  extraktiven
       Industrien  angehören);   insofern  die   Reproduktion   in   der
       Agrikultur
       -----
       49*) selbsterhaltenden  Besitzung   -  50*) Zirkulation  zwischen
       Händlern und  Händlern -  51*) Zirkulation zwischen  Händlern und
       Verbrauchern - 52*) Kleinhandel
       
       #540# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital ? Heft VI
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       in der  gemäßigten Zone  (der Heimatstätte  des Kapitals)  an die
       allgemeine tellurische  53*) Zirkulation gebunden ist; d. h. Ern-
       ten meist   j ä h r l i c h e r   N a t u r   sind;  so  ist  das
       J a h r   (nur daß es verschieden für die verschiednen Produktio-
       nen gerechnet  wird) als  der allgemeine  Zeitraum angenommen, an
       dem die  Summe der  Umschläge des Kapitals berechnet und gemessen
       werden; wie der  n a t ü r l i c h e  A r b e i t s t a g  solche
       natürliche Einheit  als Maß  der Arbeitszeit gab. In der Profit-,
       noch mehr  Zinsberechnung sehn wir denn auch die Einheit der Zir-
       kulations- und Produktionszeit - das Kapital - als solche gesetzt
       und sich  selbst messend.  Das Kapital  selbst als   p r o z e s-
       s i e r e n d   - also  einen Umschlag  zurücklegend - ¦¦27¦ wird
       als das   a r b e i t e n d e   K a p i t a l  betrachtet und die
       Früchte, which  it is  supposed to  yield 54*),  werden 55*) nach
       seiner  Arbeitszeit   -  der  Gesamtumlaufszeit  eines  Umschlags
       berechnet. Die  Mystifikation, die  dabei vorgeht,  liegt in  der
       Natur des Kapitals.
       Ehe wir  nun näher auf die oben angegebnen Bedenken eingehn, wol-
       len wir  zunächst sehn,  welche Unterschiede die Ökonomisten zwi-
       schen Capital  fixe und Capital circulant angeben. Wir haben oben
       schon ein  neues Moment gefunden, das bei der Berechnung des Pro-
       fits im  Unterschied zum  Mehrwert hereinkommt.  Ebenso muß  sich
       jetzt auch  schon ein neues Moment zwischen Profit und Zins erge-
       ben. Der  Mehrwert in  bezug auf  das Capital circulant erscheint
       offenbar als  Profit im  Unterschied vom  Z i n s,  als dem Mehr-
       wert in  bezug auf  das  C a p i t a l  f i x e.  Profit und Zins
       sind beides Formen des Mehrwerts. Profit im  P r e i s e  enthal-
       ten. Endet  daher und  ist realisiert,  sobald das Kapital in den
       Punkt seiner  Zirkulation getreten,  wo es in Geld rückverwandelt
       oder aus  seiner Form als Ware in die Form von Geld übergeht. Die
       frappante Unwissenheit, worauf die Proudhonsche Polemik gegen den
       Zins beruht, später. (Hier noch einmal, um es nicht zu vergessen,
       ad vocem  56*) Proudhon:  Die Surplusvalue 57*), die allen Ricar-
       diens und Antiricardiens viel Sorge macht, wird von diesem kühnen
       Denker einfach  gelöst, indem  er sie mystifiziert, "tout travail
       laisse un  surplus" 58*),  "je le pose en axiome" 59*)... Die ei-
       gentliche Formel  im Heft  nachzusehn. [290] Daß über die notwen-
       dige Arbeit   h i n a u s   g e a r b e i t e t  wird, verwandelt
       Proudhon in eine mystische Eigenschaft der Arbeit. Aus dem bloßen
       Wachstum der  Produktivkraft der  Arbeit dies  nicht zu erklären;
       sie mag  die Produkte einer bestimmten Arbeitszeit vermehren; sie
       kann ihnen  keine plus-value  60*) geben. Sie kommt hier nur her-
       ein, insofern  sie surplus  time, time  61*) zur  Arbeit über die
       notwendige hinaus, freisetzt. Das
       -----
       53*) irdische -  54*) welche es  angeblich hervorbringt - 55*) in
       der Handschrift:  während -  56*) anläßlich; in  der Handschrift:
       voce -  57*) Der Mehrwert  - 58*) jede  Arbeit  hinterläßt  einen
       Überschuß"  -   59*) "ich  setze  das  als  Grundsatz  voraus"  -
       60*) keinen Mehrwert - 61*) überschüssige Zeit, Zeit
       
       #541# Fixes und zirkulierendes Kapital
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       einzige  a u ß e r ö k o n o m i s c h e  fact dabei ist, daß der
       Mensch seine ganze Zeit nicht braucht zur Produktion der necessa-
       ries 62*),  daß er über die zur Subsistenz notwendige Arbeitszeit
       hinaus freie  Zeit zur  Disposition hat, also auch zur Surplusar-
       beit anwenden  kann. Dies ist aber durchaus nichts Mystisches, da
       seine necessaries  im selben  Maß klein  sind, wie seine Arbeits-
       kraft im rohen Zustand. Lohnarbeit tritt überhaupt aber erst ein,
       wo die  Entwicklung der  Produktivkraft schon so fortgeschritten,
       daß bedeutendes  Quantum Zeit  freigeworden; dies  Freisetzen ist
       hier  schon  historisches  Produkt.  Proudhons  Unwissenheit  nur
       equalled by  Bastiats décroissante rate du profit qui est supposé
       d'être l'équivalent d'une rate du salair croissante 63*). Bastiat
       drückt diesen  von Carey  gepumpten nonsense  64*)  doppelt  aus:
       Erstens, die  R a t e  des Profits fällt (d.h. das Verhältnis des
       Mehrwerts im  Verhältnis zum  angewandten Kapital); zweitens: Die
       Preise vermindern  sich, aber  der Wert, i.e. die Gesamtsumme der
       Preise, wird  größer, was  auch nur  heißt, daß  der gross profit
       65*), nicht die Rate des Profits wächst.)
       Erstens in  dem oben  von uns  gebrauchten Sinn von  f i x i e r-
       t e m  Kapital John St. Mill ("Essays on some unsettled Questions
       of Political  Econ." Lond.  1844.) (p.  55),  als  festliegendes,
       nicht disposable  66*), nicht available capital 67*). Festgerannt
       in einer Phase seines Gesamtzirkulationsprozesses. In diesem Sinn
       sagt er richtig, wie auch Bailey in den obigen Zitaten, daß immer
       großer Teil des Kapitals eines Landes müßigliegt.
       
       "Der Unterschied  zwischen fixem  und zirkulierendem  Kapital ist
       mehr scheinbar  als reell;  z.B. Gold fixes Kapital; zirkulierend
       nur, soweit  es konsumiert  wird für Vergoldung etc. Schiffe sind
       fixes Kapital,  obwohl buchstäblich  schwimmend. Ausländische Ei-
       senbahnaktien sind  Handelsartikel auf unseren Märkten; das dürf-
       ten auch  unsere Eisenbahnen  auf den  Märkten der Welt sein; und
       insofern sind  sie zirkulierendes  Kapital, vom gleichen Wert wie
       Gold." (Anderson.  "The recent  commercial distress"  etc. London
       1847. p. 4.) (Heft I, 27  68*).) [291]
       
       Nach Say: Kapital
       
       "derartig gebunden  in  einem    P r o d u k t i o n s z w e i g,
       daß es  nicht mehr  umgeleitet werden  kann, um  sich   e i n e m
       a n d e r e n  P r o d u k t i o n s z w e i g  zu widmen". [292]
       
       Die Identifikation  des Kapitals  mit einem bestimmten Gebrauchs-
       wert, Gebrauchswert  für den  Produktionsprozeß. Dies  G e b u n-
       d e n s e i n   des Kapitals  als Wert  an  einen  besondren  Ge-
       brauchswert -  Gebrauchswert innerhalb  der Produktion  - ist je-
       denfalls wichtige Seite. Es ist drin mehr ausgesprochen als
       -----
       63*) Notwendigkeiten des  Lebens - 63*) hat ihr Gegenstück nur in
       Bastiats abnehmender Profitrate, die angeblich das Äquivalent ei-
       ner wachsenden  Lohnrate sein  soll -  64*) Unsinn - 65*) Brutto-
       profit 66*) nicht verfügbares 67*) nicht flüssiges Kapital - 68*)
       in der Handschrift: 26
       
       #542# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital ? Heft VI
       -----
       in der  Zirkulationsunfähigkeit, womit eigentlich nur gesagt ist,
       daß das Capital fixe das Gegenteil von Capital circulant ist.
       In seiner  "Logic of  Political Economy" (p. 113/114  69*)) (Heft
       X. 4) [293] sagt de Quincey:
       
       "Z i r k u l i e r e n d e s  K a p i t a l  bedeutet, normal ge-
       sehen, ein produktiv genutztes,  i r g e n d  w i e  g e a r t e-
       t e s   I n s t r u m e n t"   (schöner Logiker),  "das  zugrunde
       geht eben während des Verwendungsprozesses."
       
       (Danach wären Kohlen circulating capital und Öl, aber nicht Baum-
       wolle etc.  Es kann  nicht gesagt werden, that cotton perishes by
       being transformed  into twist  or calico, and such transformation
       means certainly using it productively 70*)!)
       
       "Fixiert ist  das Kapital, wenn die Sache dient, wiederholt immer
       wieder zu  derselben Operation,  und um  wieviel größer die Kette
       der  Wiederholungen  gewesen  ist,  um  soviel  stärker  ist  das
       G e r ä t,  d a s  W e r k z e u g  oder  d i e  M a s c h i n e-
       r i e   b e r e c h t i g t,   als fixiert bezeichnet zu werden."
       (p. 113/114.) (Heft X, 4.)
       
       Danach ginge  das circulating  capital unter, würde konsumiert im
       Akt der  Produktion; das  fixe -  was zu größrer Deutlichkeit als
       tool, engine,  or machinery 71*) bestimmt wird (also z.B. die dem
       Boden einverleibten  improvements 72*)  ausgeschlossen) -  diente
       wiederholt immer  zur selben  Operation. Die  Unterscheidung  hat
       hier nur  Beziehung auf  technologischen Unterschied im Produkti-
       onsakt, durchaus keine Formbeziehung; circulating und fixed capi-
       tal in  den Unterschieden,  die hier  von ihnen angegeben werden,
       haben wohl  Merkmale, wodurch  das eine agent whatever fixed 73*)
       und das andre circulating 74*) ist, aber neither of them any qua-
       lification which  would entitle it to the "denomination" of capi-
       tal 75*).
       
       Nach Ramsay [, p. 21, 23, 59] (IX, 83/84  76*)) [267] ist
       
       "bloß der   L e b e n s m i t t e l f o n d s    z i r k u l i e-
       r e n d e s  K a p i t a l,  weil der Kapitalist es sofort aufge-
       ben muß  und es   g a r   n i c h t  i n  d e n  R e p r o d u k-
       t i o n s p r o z e ß  eingeht, sondern unmittelbar, gegen leben-
       dige Arbeit für Konsumtion, sich austauscht. Alles andere Kapital
       (auch  Rohmaterial)   bleibt  im   Besitz  des  Eigentümers  oder
       Auftraggebers bis das  P r o d u k t  f e r t i g g e s t e l l t
       i s t".   (l.c.)    "Z i r k u l i e r e n d e s    K a p i t a l
       besteht nur  aus Subsistenzmitteln  und anderen  Bedarfsartikeln,
       die den  Arbeitern vorgestreckt werden, ehe sie das Produkt ihrer
       Arbeit fertiggestellt haben." (l.c.)
       -----
       69*) In der  Handschrift: p.  114 -  70*) daß Baumwolle  zugrunde
       geht, wenn  sie in  Twist oder  Kattun umgewandelt wird, und eine
       solche Umwandlung  bedeutet zweifellos, daß sie produktiv genutzt
       wird -  71*) Gerät, Werkzeug oder Maschinerie - 72*) Verbesserun-
       gen 73*) ein, wie auch immer fixes Instrument - 74*) zirkulierend
       - keins  von  beiden  irgendeine  Vorbedingung,  die  es  zu  der
       "Bezeichnung" Kapital berechtigte - 76*) in der Handschrift: 84
       
       #543# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       In bezug  auf approvisionnement 77*) hat er insofern recht, inso-
       fern es  der einzige Teil des Kapitals, der während der Produkti-
       onsphase selbst zirkuliert und nach dieser Seite hin capital cir-
       culant par  excellence 78*). Andrerseits ist es falsch, daß fixed
       capital remains  in the  possession of its owner or employer 79*)
       nicht länger  oder solange "until the produce is completed" 80*).
       Er erklärt daher auch später fixed capital als
       
       "irgendeinen Teil  jener Arbeit (die in irgendeine Ware eingegan-
       gen ist)   i n   e i n e r   F o r m,  in welcher sie keine  A r-
       b e i t   u n t e r h ä l t,  obwohl sie dazu beiträgt, die künf-
       tige Ware zu erzeugen".
       
       (Aber wie  viel commodities do not maintain labour 81*)! D.h. ge-
       hören nicht  zu den Konsumtionsartikeln des Arbeiters. Diese nach
       Ramsay alle capital fixe.)
       (Wenn der  Zins für 100 l. am Ende des ersten Jahres oder der er-
       sten 3  Monate 5 l., so das Kapital am Ende des ersten Jahres 105
       oder 100  (1 +  0,05); am  Ende des 4. Jahres = 100 (1+ 0,05)^4 =
       121 l.  55/100 l.  und 1/1600 l. = 121 l. 11 sh 3/5 farthing oder
       121 l.  11 sh  0,6 farthing.  Also über 20 hinaus 1 l. 11 sh 6/10
       farthing.)
       ¦¦28¦ (In  der oben  aufgestellten Frage  angenommen, daß auf der
       einen Seite ein Kapital von 400 nur einmal im Jahr umschlägt, auf
       der andren [ein Kapital von 100] 4mal, beidemal zu 5%. In dem er-
       sten Fall  würde das  Kapital einmal  im Jahr  5% machen = 20 auf
       400, im  zweiten 4x5  %, ebenfalls  = 20 im Jahr auf 100. Die Ge-
       schwindigkeit des  Umschlags würde  die Größe des Kapitals erset-
       zen; ganz wie in der einfachen Geldzirkulation 100 000 Taler, die
       3mal im  Jahr zirkulieren, = 300 000, aber 3 000, die 100mal zir-
       kulieren, =  300 000 ebenfalls.  Zirkuliert das Kapital aber 4mal
       im Jahr,  so ist  es   m ö g l i c h,   daß auch  der  Mehrgewinn
       selbst wieder  im zweiten Umschlag zum Kapital geschlagen und mit
       ihm umgeschlagen wird, und dadurch käme die Differenz von 1 l. 11
       sh 0,6  farthing. Diese  Differenz folgt  aber keineswegs aus der
       Voraussetzung. Nur  die   a b s t r a k t e  Möglichkeit ist vor-
       handen. Aus der Voraussetzung würde vielmehr folgen, daß 3 Monate
       nötig sind  für den Umschlag eines Kapitals von 100 l. Z.B. also,
       wenn  der   Monat  30   Tagen,  für   105  l.  -  im  selben  Um-
       schlagsverhältnis, im  selben Verhältnis  der  Umschlagszeit  zur
       Größe des Kapitals nicht 3 Monate nötig sind,
                                       90 x 105
       sondern 105 : x = 100 : 90; x = --------
                                         100
       ------
       77*) Lebensmittelfonds -  78*) zirkulierendes Kapital im wahrsten
       Sinne des  Wortes ist - 79*) fixes Kapital im Besitz des Eigentü-
       mers oder  Auftraggebers bleibt - 80*) "bis das Produkt fertigge-
       stellt ist" - 81*) Waren enthalten keine Arbeit
       
       #544# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital ? Heft VI
       -----
         9450
       = ---- = 94 5/10 Tage = 3 Monate 4 1/2 Tage.  Damit ist die erste
          100
       Schwierigkeit völlig gelöst.)
       (Daraus, daß  ein größres  Kapital mit  langsamrem Umschlag nicht
       mehr Mehrwert  schafft als  ein kleinres  mit verhältnismäßig ra-
       scherem Umlauf, folgt keineswegs von selbst, daß ein kleinres Ka-
       pital rascher  umläuft als  ein größres.  Insofern das größre aus
       mehr Capital  fixe besteht  und entferntere Märkte aufsuchen muß,
       ist das  allerdings der  Fall. Die  Größe des  Markts und die Ge-
       schwindigkeit des  Umlaufs stehn  nicht notwendig  in umgekehrtem
       Verhältnis. Dies tritt nur ein, sobald der gegenwärtige physische
       Markt nicht  der ökonomische  Markt; d.h.  der ökonomische  Markt
       sich mehr und mehr vom Ort der Produktion entfernt. Soweit es üb-
       rigens nicht aus dem reinen Unterschied von Capital fixe und cir-
       culant hervorgeht,  können die die Zirkulation verschiedner Kapi-
       talien bestimmenden  Momente noch  gar nicht hier entwickelt wer-
       den. Nebenbei  bemerkt: Soweit der Handel neue Zirkulationspunkte
       setzt, i.  e. verschiedne  Länder in  Verkehr bringt, neue Märkte
       entdeckt etc.,  ist das etwas ganz andres als die bloßen Zirkula-
       tionskosten, die  gebraucht werden,  um eine bestimmte Masse Aus-
       tauschoperationen auszuführen;  es ist Setzen nicht der Operatio-
       nen des Austauschs, sondern des Austauschs selbst. Marktschaffen.
       Dieser Punkt  wird noch besonders zu betrachten sein, eh wir have
       done with circulation 82*).)
       Fahren wir  nun fort  in der  Revision der Ansichten über "fixed"
       und "circulating capital".
       
       "Je nachdem  das  K a p i t a l  mehr oder minder  v e r g ä n g-
       l i c h   ist, also    m e h r    o d e r    m i n d e r    o f t
       r e p r o d u z i e r t  w e r d e n  m u ß  i n  g e g e b n e r
       Z e i t,   heißt    e s    z i r k u l i e r e n d e s    o d e r
       f i x e s   K a p i t a l.   Ferner zirkuliert  oder  retourniert
       83*) das  Kapital zu  seinem Anwender   i n   s e h r  ungleichen
       Zeiten; z.  B. Weizen,  den der  Pächter zur  Aussaat kauft,  ist
       r e l a t i v   f i x e s   Kapital gegen  den  Weizen,  den  ein
       Bäcker kauft, um Brot zu machen." (Ricardo VIII, 19.) [294]
       
       Dann auch bemerkt er:
       
       "Verschiedene   P r o p o r t i o n e n    v o n    C a p i t a l
       f i x e   u n d   c i r c u l a n t   in verschiedenen  Gewerben;
       verschiedene   D a u e r h a f t i g k e i t   d e s    f i x e n
       K a p i t a l s  selbst." (Ricardo l.c.)
       "Zwei Arten  von Handel  können ein Kapital von gleichem Wert an-
       wenden, aber  welches in  bezug auf  die fixe  Partie und auf die
       zirkulierende Partie auf eine sehr verschiedne Weise geteilt sein
       kann. Sie  können selbst einen gleichen Wert von fixem und zirku-
       lierendem Kapital  anwenden, aber  die Dauer  des fixen  Kapitals
       kann sehr ungleich sein. Z. B. der eine Dampfmaschinen von 10 000
       l., der  andere Schiffe."  (Dies aus der Sayschen Übersetzung Ri-
       cardos, t. I. p. 29, 30.
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       82*) mit der Zirkulation fertig sind - 83*) kehrt zurück
       
       #545# Fixes und zirkulierendes Kapital
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       Das Unrichtige  ist von  vornherein, daß nach Ricardo das Kapital
       "mehr oder  weniger vergänglich" sein soll. Das Kapital als Kapi-
       tal ist  nicht vergänglich  - der   W e r t.  Aber der Gebrauchs-
       wert, worin  der Wert  fixiert ist, worin er existiert, ist "mehr
       oder minder  vergänglich" und muß daher "mehr oder minder oft re-
       produziert werden in gegebner Zeit". Der Unterschied zwischen ca-
       pital fixe und capital circulant also hier reduziert auf das Mehr
       oder Weniger  der    R e p r o d u k t i o n s n o t w e n d i g-
       k e i t   f ü r   e i n   g e g e b n e s   K a p i t a l,    i n
       g e g e b n e r   Z e i t. Dies  ist der  eine  Unterschied,  den
       Ricardo macht.  Die verschiednen   G r a d e   d e r   D a u e r-
       h a f t i g k e i t   oder   v e r s c h i e d n e n    G r a d e
       d e s   f i x e n   K a p i t a l s,   d.h.  verschiednen  Grade,
       relative Dauer  des relativ  Fixen ist der zweite Unterschied. So
       daß  das   fixe  Kapital   selbst  mehr   oder  minder  fix  ist.
       D a s s e l b e  Kapital erscheint in demselben Geschäft in den 2
       verschiednen Formen,   b e s o n d r e n   E x i s t e n z w e i-
       s e n   von   f i x   u n d   c i r c u l a n t, existiert  daher
       doppelt.  Fix   oder  circulant   zu  sein   erscheint  als  eine
       b e s o n d r e   Bestimmtheit des Kapitals außer der, Kapital zu
       sein. Es  muß aber zu dieser Besondrung fortgehn. Was endlich den
       dritten Unterschied  [angeht], "daß  das Kapital  zirkuliert oder
       retourniert in  sehr   u n g l e i c h e n    Z e i t e n",    so
       versteht Ricardo  hierunter, wie  sein Beispiel  vom  Bäcker  und
       Pächter zeigt,  nichts weiter als den Unterschied der Zeit, worin
       das Kapital  in verschiednen  Geschäftszweigen, ihrer Spezialität
       gemäß,   f i x i e r t,   e n g a g i e r t   ist in  der  P r o-
       d u k t i o n s p h a s e     im   Unterschied   von   der   Zir-
       kulationsphase. Hier kommt also  c a p i t a l  f i x e  vor, wie
       wir es  vorher als Fixiertsein in jeder Phase hatten; nur daß das
       spezifisch  längere   oder  kürzere   Fixiertsein  in   der  Pro-
       duktionsphase, in  dieser bestimmten Phase, als Eigentümlichkeit,
       Besonderheit des  Kapitals  setzend  betrachtet  wird.  Das  Geld
       suchte sich  als   u n v e r g ä n g l i c h e n   W e r t,   als
       ewigen Wert  zu setzen,  indem es sich negativ gegen die Zirkula-
       tion verhielt, d.h. gegen den Austausch mit realem Reichtum, ver-
       gänglichen Waren,  die sich,  wie Petty  [100]  sehr  hübsch  be-
       schreibt und  sehr naiv, in vergängliche Genüsse auflösen. Im Ka-
       pital wird  die Unvergänglichkeit  des Werts (to a certain degree
       84*)) gesetzt, indem es zwar sich inkarniert in den vergänglichen
       Waren, ihre  Gestalt annimmt, aber sie ebenso beständig wechselt;
       abwechselt zwischen seiner ewigen Gestalt im Geld und seiner ver-
       gänglichen Gestalt  in den  Waren; die Unvergänglichkeit wird ge-
       setzt als  dies einzige,  was sie sein kann, Vergänglichkeit, die
       vergeht - Prozeß - Leben. Diese Fähigkeit erhält das Kapital aber
       nur, indem  es als  ein Vampyr die lebendige Arbeit beständig als
       Seele einsaugt. Die Unvergänglichkeit - Dauer des Werts in seiner
       Gestalt als Kapital - ist nur gesetzt durch die Reproduktion, die
       selbst doppelt  ist, Reproduktion als Ware, Reproduktion als Geld
       und
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       84*) bis zu einem gewissen Grade
       
       #546# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital ? Heft VI
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       Einheit dieser  beiden Reproduktionsprozesse. In der Reproduktion
       als Ware  ist das Kapital in einer bestimmten Form des Gebrauchs-
       werts fixiert  und so  nicht  a l l g e m e i n e r  T a u s c h-
       w e r t   noch weniger  realisierter  W e r t,  wie es sein soll.
       Daß  es   sich  als  solchen  in  dem  Reproduktionsakt,  in  der
       Produktionsphase gesetzt  hat, bewährt  es erst  durch  die  Zir-
       kulation. Die  größre oder mindre Vergänglichkeit der Ware, worin
       der ¦¦29¦  Wert existiert, erfordert langsamere oder raschere Re-
       produktion desselben; d. h. Wiederholung des Arbeitsprozesses.
       Die   b e s o n d r e    N a t u r    d e s    G e b r a u c h s-
       w e r t s,   worin der  Wert existiert  oder die jetzt als Körper
       des Kapitals  erscheint, erscheint  hier  als  selbst    f o r m-
       b e s t i m m e n d   und die  Aktion  das  Kapitals  bestimmend;
       einem Kapital  eine besondre  Eigenschaft gebend gegen das andre;
       es besondernd.  Wie wir  schon an  mehren Fällen sahen, ist daher
       nichts falscher  als zu übersehn, daß die Unterscheidung zwischen
       Gebrauchswert und  Tauschwert, die  in der einfachen Zirkulation,
       soweit sie  r e a l i s i e r t  wird, außerhalb der ökonomischen
       Formbestimmung fällt,  überhaupt außerhalb  derselben fällt.  Wir
       fanden vielmehr  auf den  verschiednen Stufen der Entwicklung der
       ökonomischen Verhältnisse  den Tauschwert  und  Gebrauchswert  in
       verschiednen  Verhältnissen   bestimmt,  und  diese  Bestimmtheit
       selbst  als   verschiedne  Bestimmung   des  Werts   als  solchen
       erscheinend. Der  Gebrauchswert  spielt  selbst  als  ökonomische
       Kategorie eine Rolle. Wo er dies spielt, geht aus der Entwicklung
       selbst hervor. Ricardo z.B., der glaubt, die bürgerliche Ökonomie
       handle nur vom Tauschwert und nehme bloß exoterisch Bezug auf den
       Gebrauchswert,  nimmt  grade  die  wichtigsten  Bestimmungen  des
       Tauschwerts aus dem Gebrauchswert, seinem Verhältnis zu ihm: f.i.
       85*)  G r u n d r e n t e ,  M i n i m u m  d e s  S a l a i r s,
       U n t e r s c h i e d   v o n   C a p i t a l    f i x e    u n d
       c i r c u l a n t, dem grade er bedeutendsten Einfluß auf die Be-
       stimmung der Preise (through the different reaction produced upon
       them by  a rise  or fall  in the  rate of wages) 86*) zuschreibt;
       ebenso im  Verhältnis von  Nachfrage und Zufuhr etc. Dieselbe Be-
       stimmung erscheint  einmal in  der Bestimmung  des Gebrauchswerts
       und in  der des Tauschwerts, aber auf verschiednen Stufen und mit
       verschiedner Bedeutung.  Brauchen ist konsumieren, sei es für die
       Produktion oder  Konsumtion. Tauschen  ist dieser Akt, vermittelt
       durch einen  gesellschaftlichen Prozeß.  Das Brauchen selbst kann
       gesetzt sein und bloße Konsequenz sein des Tauschens: andrerseits
       das Tauschen  als Moment  bloß des  Brauchens erscheinen etc. Vom
       Standpunkt des  Kapitals (in  der Zirkulation) erscheint das Tau-
       schen als Setzen seines
       -----
       85*) z.B. -  86*) (durch die  unterschiedliche Reaktion,  die auf
       sie ausgeübt wird bei Anstieg oder Fall der Lohnrate)
       
       #547# Fixes und zirkulierendes Kapital
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       Gebrauchswerts, während  andrerseits sein  Brauchen (im Produkti-
       onsakt) als  Setzen für den Tausch, als Setzen seines Tauschwerts
       erscheint. Es  ist ebenso  mit der  Produktion und Konsumtion. In
       der bürgerlichen Ökonomie (wie in jeder) sind sie in spezifischen
       Unterschieden und  in spezifischen  Einheiten gesetzt.  Es  gilt,
       eben diese  differentia specifica  87*) zu  verstehn.  Mit  Herrn
       Proudhons oder  der Sozialsentimentalisten [14] [Behauptung], daß
       sie  d a s s e l b e  sind, ist nichts getan.
       Das Gute  an Ricardos Erklärung ist, daß zunächst das Moment her-
       vorgehoben wird  der Notwendigkeit  der  r a s c h r e n  o d e r
       l a n g s a m r e n   R e p r o d u k t i o n;  daß also die grö-
       ßre oder  geringre Vergänglichkeit  -  Konsumtion  (im  Sinn  des
       Selbstaufzehrens),  langsamre  oder  raschre  in  bezug  auf  das
       K a p i t a l   selbst betrachtet  wird. Also  Verhältnis des Ge-
       brauchswerts für  das   K a p i t a l   selbst.   S i s m o n d i
       dagegen bringt  gleich eine dem Kapital zunächst exoterische, Be-
       stimmung herein;   d i e   d i r e k t e  o d e r  i n d i r e k-
       t e   K o n s u m t i o n  d u r c h  d e n  M e n s c h e n:  ob
       der Gegenstand direktes oder indirektes Lebensmittel für ihn ist;
       damit bringt  er zusammen  die   r a s c h r e  o d e r  l a n g-
       s a m r e   K o n s u m t i o n   d e s   G e g e n s t a n d e s
       selbst. Die Gegenstände, die direkt als Lebensmittel dienen, sind
       vergänglicher, weil  für  das  Vergehn  bestimmt,  als  die,  die
       helfen, Lebensmittel  machen. Bei den letztren ist die Dauer ihre
       Bestimmung; ihre Vergänglichkeit fatum. Er sagt:
       
       "Das  fixe  Kapital,  indirekt,    k o n s u m i e r t    s i c h
       l a n g s a m,   um das,  was der  Mensch für seinen Gebrauch be-
       stimmt, konsumieren  zu helfen;  das zirkulierende  Kapital  hört
       nicht auf,  direkt für  den Gebrauch  des Menschen  appliziert zu
       werden. Sooft  eine Sache  konsumiert ist,  ist sie  es für einen
       sans retour 88*) zu gleicher Zeit kann einer da sein, für welchen
       sie mit Reproduktion konsumiert ist." (Sismondi. VI.) [295]
       
       Er stellt das Verhältnis auch so dar, daß:
       
       "die  e r s t e  V e r w a n d l u n g  d e r  jährlichen Konsum-
       tion in  dauerhaften  Anlagen  geeignet,    d i e    P r o d u k-
       t i o n s k r ä f t e  f ü r  d i e  k o m m e n d e  A r b e i t
       z u  v e r m e h r e n  -  f i x e s  K a p i t a l;  diese erste
       Arbeit immer  vollbracht durch eine Arbeit, dargestellt durch ein
       Salair, ausgetauscht gegen Lebensmittel, die der Arbeiter während
       der Arbeit  verzehrt.   D a s   f i x e   K a p i t a l    v e r-
       z e h r t   s i c h   a l l m ä h l i c h"  (i.e. wird allmählich
       abgenutzt). Zweite  Verwandlung:    "Z i r  k u l i e r e n d e s
       K a p i t a l   besteht aus   A r b e i t s s a m e n  (Rohstoff)
       und der   K o n s u m t i o n   d e s  A r b e i t e r s."  (l.c.
       [, p. 97/98, 94.])
       Dies bezieht  sich mehr  auf die  Entstehung. Erstens die  V e r-
       w a n d l u n g,   daß das  Capital  fixe  selbst  nur  stationär
       gewordne Form  des Capital circulant,  f i x i e r t e s  Capital
       circulant; zweitens  die  B e s t i m m u n g:  das eine bestimmt
       als Produktionsmittel,  das andre  als Produkt konsumiert zu wer-
       den; oder die
       -----
       87*) dieses Unterscheidungsmerkmal - 88*) für immer
       
       #548# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital ? Heft VI
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       verschiedne Art  der   K o n s u m t i o n   desselben,  bestimmt
       durch seine  Rolle unter  den Produktionsbedingungen im Produkti-
       onsprozeß. Cherbuliez  vereinfacht die Sache dahin, daß das capi-
       tal circulant  der consommable  89*), capital fixe der nicht con-
       sommable Teil des Kapitals. [296] (Das eine ist aufeßbar, das an-
       dre nicht.  A very  easy method of taking the thing. 90*)) Storch
       in einer  schon oben  angeführten Stelle (34  91*) im Heft) [297]
       vindiziert 92*)  für das  Capital circulant überhaupt die Bestim-
       mung des Kapitals zu zirkulieren. Er widerlegt sich selbst, indem
       er sagt:
       
       "jedes fixe  Kapital entsteht ursprünglich aus einem zirkulieren-
       den Kapital und muß notwendigerweise beständig unterhalten werden
       auf Kosten dieses letzteren"
       
       (kommt also aus der Zirkulation her oder ist selbst in seinem er-
       sten Moment  zirkulierend und  erneuert sich beständig  d u r c h
       die  Zirkulation;   obgleich  es   also  nicht     i n      d i e
       Z i r k u l a t i o n,  geht die Zirkulation  i n  e s  ein). Was
       Storch ferner hinzusetzt:
       
       "irgendein fixes  Kapital kann  nur Kapitalrente  geben,   v e r-
       m i t t e l s  eines zirkulierenden Kapitals" (26, b 93*). Heft),
       
       so werden wir später darauf zurückkommen.
       
       {"Die reproduzierenden Konsumtionen sind eigentlich nicht Kosten,
       sondern nur   V o r s c h ü s s e,   da sie denen zurückerstattet
       werden, die  sie geben." p. 54 in Storchs Schrift gegen Say (p. 5
       b. Zweites Heft über Storch) [298].
       
       (Der Kapitalist  gibt dem  Arbeiter einen Teil seiner eignen Sur-
       plusarbeit in  der Form  des  a v a n c e  zurück, als etwas, für
       dessen avance  er nicht nur in einem Äquivalent, sondern mit Sur-
       plusarbeit remboursieren 94*) muß.)}
       (Die   Formel    für   die        z u s a m m e n g e s e t z t e
       Z i n s e n b e r e c h n u n g  ist:
       S = c (1 + i)^n. (S die Gesamthöhe des Kapitals c nach Ablauf von
       n Jahren zur 95*) Zinsrate von i.)
       Die Formel der  A n n u i t y b e r e c h n u n g  96*) ist:
                                      c (1+i)^n
       x (die annuity) = --------------------------------------.) 97*)
                         1 + (1+i) + (1+i)^2 + .... + (1+i)^n-1
       Wir haben  oben das Kapital in  k o n s t a n t e n  W e r t  und
       v a r i a b l e n   geteilt; es  ist dies  immer richtig, wenn es
       innerhalb der  Produktionsphase, i.  e. in  seinem  unmittelbaren
       Verwertungsprozeß betrachtet wird. Wie das Kapital selbst, als
       -----
       89*) konsumierbar -  "90*) Eine sehr  bequeme Methode,  die Sache
       hinzunehmen. -  91*) in  der Handschrift:  29 -  92*) zuerkennt -
       93*) in der  Handschrift: a  - 94*) zurückerstatten - 95*) in der
       Handschrift: zum  - 96*) Berechnung der Jahresrente - 97*) in der
       Handschrift:
                   c (1+i)^n
       --------------------------------------
       1 + (1+i) + (1+i)^2 + (1+i)^n-1
       
       #549# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       vorausgesetzter Wert  seinen Wert  ändern kann,  je nachdem seine
       Reproduktionskosten steigen  oder fallen  oder auch  infolge  des
       Fallens der  Profite etc., gehört offenbar erst in den Abschnitt,
       wo das Kapital als reelles Kapital, als Wechselwirkung vieler Ka-
       pitalien aufeinander betrachtet wird, nicht hier in seinem allge-
       meinen Begriff.
       {Die Konkurrenz,  weil sie  historisch als  Auflösung von  Zunft-
       zwang, Regierungsmaßregelung,  innren Zöllen  und dergleichen in-
       nerhalb eines  Landes erscheint,  auf dem Weltmarkt als Aufhebung
       von Absperrung,  Prohibition oder  Protektion -  kurz, historisch
       erscheint als  Negation der  dem Kapital vorhergehenden Produkti-
       onsstufen eigentümlichen  Grenzen und  Schranken; weil sie histo-
       risch ganz  richtig von den Physiokraten als laissez faire, lais-
       sez passer  98*) bezeichnet  und ¦¦30¦ befürwortet wurde; ist nun
       auch nach dieser bloß negativen Seite, nach dieser ihrer bloß hi-
       storischen Seite  betrachtet worden  und hat  andrerseits zu  der
       noch größeren  Albernheit geführt,  sie als  den Zusammenstoß der
       entfesselten, nur durch ihre eignen Interessen bestimmten Indivi-
       duen -  als Repulsion und Attraktion der freien Individuen in Be-
       ziehung aufeinander  zu betrachten  und so  als die  absolute Da-
       seinsform der  freien Individualität in der Sphäre der Produktion
       und des  Austauschs. Nichts kann falscher sein. 1. Wenn die freie
       Konkurrenz aufgelöst  hat die  Schranken frührer  Produktionsver-
       hältnisse und -weisen, so muß d'abord 99*) betrachtet werden, daß
       was für  sie Schranke,  für frühere  Produktionsweisen  immanente
       Grenze war,  worin sie sich naturgemäß entwickelten und bewegten.
       Schranken werden  diese Grenzen erst, nachdem die Produktivkräfte
       und Verkehrsverhältnisse  sich hinreichend  entwickelt, damit das
       Kapital als solches beginnen konnte, als das regelnde Prinzip der
       Produktion aufzutreten.  Die Grenzen,  die  es  niederriß,  waren
       Schranken für seine Bewegung, Entwicklung, Verwirklichung. Es hob
       damit keineswegs  alle Grenzen  auf, noch alle Schranken; sondern
       nur die  ihm nicht  entsprechenden Grenzen,  die für es Schranken
       waren. Innerhalb seiner eignen Grenzen - sosehr sie von einem hö-
       hern Gesichtspunkt  aus als  Schranken der  Produktion erscheinen
       und als  solche durch seine eigne historische Entwicklung gesetzt
       werden -  fühlt es  sich frei,  schrankenlos, d.h. nur durch sich
       selbst, nur  durch seine  eignen Lebensbedingungen begrenzt. Ganz
       wie die  zünftige Industrie  zu ihrer  Blütezeit in der zünftigen
       Organisation vollständig  die Freiheit  fand, deren sie bedurfte,
       d. h.  die ihr entsprechenden Produktionsverhältnisse. Sie selbst
       setzte sie  ja aus  sich heraus  und entwickelte sie als  i h r e
       immanenten Bedingungen  und daher  keineswegs als  äußerliche und
       beengende Schranken. Die historische
       -----
       98*) gewähren lassen, gehen lassen - 99*) zunächst
       
       #550# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital ? Heft VI
       -----
       Seite der Negation des Zunft- etc. -wesens von Seite des Kapitals
       durch die freie Konkurrenz, heißt weiter nichts, als daß das hin-
       reichend erstarkte  Kapital durch  die ihm adäquate Verkehrsweise
       die historischen  Schranken niederriß, die die ihm adäquate Bewe-
       gung genierten und hemmten.
       Aber die Konkurrenz ist weit entfernt, bloß diese historische Be-
       deutung zu  haben oder  bloß   d i e s  N e g a t i v e  zu sein.
       Die   f r e i e  K o n k u r r e n z  ist die Beziehung des Kapi-
       tals auf  sich selbst  als ein  andres Kapital,  d. h. das reelle
       Verhalten des Kapitals als Kapitals. Die innern Gesetze des Kapi-
       tals - die nur als Tendenzen in den historischen Vorstufen seiner
       Entwicklung erscheinen - werden erst als Gesetze gesetzt; die auf
       das Kapital gegründete Produktion setzt sich nur in ihren adäqua-
       ten Formen,  sofern und  soweit sich die freie Konkurrenz entwic-
       kelt, denn  sie ist die freie Entwicklung der auf das Kapital ge-
       gründeten Produktionsweise;  die freie  Entwicklung seiner Bedin-
       gungen und  seines als diese Bedingungen 100*) beständig reprodu-
       zierenden Prozesses.  Nicht die  Individuen sind  frei gesetzt in
       der freien  Konkurrenz; sondern das Kapital ist frei gesetzt. So-
       lange die auf dem Kapital ruhnde Produktion die notwendige, daher
       die angemessenste Form für die Entwicklung der gesellschaftlichen
       Produktivkraft, erscheint  das Bewegen  der Individuen  innerhalb
       der reinen  Bedingungen des  Kapitals als ihre Freiheit; die aber
       dann auch  dogmatisch als solche versichert wird durch beständige
       Reflexion  auf  die  von  der  freien  Konkurrenz  niedergerißnen
       Schranken. Die  freie Konkurrenz  ist die  reelle Entwicklung des
       Kapitals. Durch  sie wird  als äußerliche  Notwendigkeit für  das
       einzelne Kapital  gesetzt, was der Natur des Kapitals entspricht,
       [der] auf  das Kapital  gegründeten Produktionsweise, was dem Be-
       griff des  Kapitals entspricht.  Der wechselseitige Zwang, den in
       ihr die  Kapitalien aufeinander, auf die Arbeit etc. ausüben (die
       Konkurrenz der  Arbeiter unter  sich ist  nur eine andre Form der
       Konkurrenz  der  Kapitalien),  ist  die    f r e i e,    zugleich
       r e a l e   Entwicklung des  Reichtums als  Kapital. So  sehr ist
       dies der  Fall, daß die tiefsten ökonomischen Denker, wie Ricardo
       z.B.,   die    absolute   Herrschaft    der   freien   Konkurrenz
       v o r a u s s e t z e n,  um die adäquaten Gesetze des Kapitals -
       die zugleich als die es beherrschenden vitalen Tendenzen erschei-
       nen - studieren und formulieren zu können.
       Die freie  Konkurrenz ist  aber die adäquate Form des produktiven
       Prozesses des  Kapitals. Je weiter sie entwickelt ist, um so rei-
       ner treten  die Formen  seiner Bewegung  hervor. Was Ricardo z.B.
       damit, malgré  lui 101*),  gestanden hat, ist die  h i s t o r i-
       s c h e   N a t u r  des Kapitals und der bornierte Charakter der
       freien Konkurrenz,  die eben  nur die  freie Bewegung  der  Kapi-
       talien, d.h. ihre Bewegung
       -----
       100*) In der  Handschrift: diese Bedingenden - 101*) gegen seinen
       Willen
       
       #551# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       innerhalb Bedingungen,  die keinen  aufgelösten Vorstufen angehö-
       ren, sondern  seine eignen  Bedingungen sind.  Die Herrschaft des
       Kapitals ist  die Voraussetzung  der freien  Konkurrenz, ganz wie
       die römische  Kaiserdespotie die  Voraussetzung des  freien römi-
       schen "Privatrechts"  war. Solange das Kapital schwach ist, sucht
       es selbst  noch nach  den Krücken  vergangner oder mit seinem Er-
       scheinen  vergehnder  Produktionsweisen.  Sobald  es  sich  stark
       fühlt, wirft es die Krücken weg und bewegt sich seinen eignen Ge-
       setzen gemäß.  Sobald es  anfängt, sich  selbst als  Schranke der
       Entwicklung zu  fühlen und  gewußt zu  werden, nimmt es zu Formen
       Zuflucht, die, indem sie die Herrschaft des Kapitals zu vollenden
       scheinen, durch Züglung der freien Konkurrenz zugleich die Ankün-
       diger seiner  Auflösung und  der Auflösung der auf ihm beruhenden
       Produktionsweise sind.  Was in  der  Natur  des  Kapitals  liegt,
       w i r d   nur reell  herausgesetzt als äußere Notwendigkeit durch
       die Konkurrenz, die weiter nichts ist, als daß die vielen Kapita-
       lien die immanenten Bestimmungen des Kapitals einander aufzwingen
       und sich selbst aufzwingen. Keine Kategorie der bürgerlichen Öko-
       nomie, [auch]  nicht die  erste, z.  B. die Bestimmung des Werts,
       wird daher erst wirklich [anders als] durch die freie Konkurrenz;
       d. h.  durch den wirklichen Prozeß des Kapitals, der als Wechsel-
       wirkung der Kapitalien aufeinander erscheint und aller andren vom
       Kapital bestimmten  Produktions- und  Verkehrsverhältnisse. Daher
       andrerseits die  Abgeschmacktheit, die  freie Konkurrenz  als die
       letzte Entwicklung  der menschlichen  Freiheit zu betrachten; und
       Negation der  freien Konkurrenz = Negation individueller Freiheit
       und auf  individueller  Freiheit  gegründeter  gesellschaftlicher
       Produktion. Es  ist eben nur die freie Entwicklung auf einer bor-
       nierten Grundlage  - der  Grundlage der  Herrschaft des Kapitals.
       Diese Art individueller Freiheit ist daher zugleich die völligste
       Aufhebung aller  individuellen Freiheit  und die  völlige  Unter-
       jochung der  Individualität unter  gesellschaftliche Bedingungen,
       die die  Form von sachlichen Mächten, ja von übermächtigen Sachen
       - von  den sich beziehenden Individuen selbst unabhängigen Sachen
       annehmen.
       Die Entwicklung  dessen, was  die freie  Konkurrenz ist,  ist die
       einzig rationelle Antwort auf die Verhimmlung derselben durch die
       Middleclasspropheten 102*)  oder ihre  Verteufelung durch die So-
       zialisten. Wenn es heißt, daß innerhalb der freien Konkurrenz die
       Individuen, rein ihrem Privatinteresse folgend, das gemeinschaft-
       liche  oder   rather  103*)     a l l g e m e i n e     Interesse
       verwirklichen, so  heißt das nichts, als daß sie unter den Bedin-
       gungen der  kapitalistischen Produktion  aufeinander pressen  und
       daher ihr  Gegenstoß selbst nur die Wiedererzeugung der Bedingun-
       gen ist, unter denen diese Wechselwirkung
       -----
       102*) Mittelstandspropheten - 103*) vielmehr
       
       #552# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital ? Heft VI
       -----
       stattfindet. Sobald übrigens die Illusion über die Konkurrenz als
       die angebliche absolute Form der freien Individualität verschwin-
       det, ist  dies ein  Beweis, daß  die Bedingungen  der Konkurrenz,
       d.h. der  auf  das  Kapital  gegründeten  Produktion,  schon  als
       S c h r a n k e n   gefühlt und gedacht werden und es daher schon
       s i n d   und mehr und mehr werden. Die Behauptung, daß die freie
       Konkurrenz = letzter Form der Entwicklung der Produktivkräfte und
       daher der  menschlichen  Freiheit,  heißt  nichts,  als  daß  die
       Middleclassherrschaft 104*) das Ende der Weltgeschichte ist - al-
       lerdings ein angenehmer Gedanke für die Parvenüs von vorgestern.}
       ¦¦31¦ Ehe wir weitergehn in der Revision der Ansichten über capi-
       tal fixe  und capital  circulant, kehren  wir für einen Moment zu
       früher Entwickeltem zurück.
       Wir nehmen  einstweilen an,  daß Produktionszeit  und Arbeitszeit
       zusammenfallen.  Den  case,  wo  innerhalb  der  Produktionsphase
       selbst durch  den technologischen Prozeß bedingte Unterbrechungen
       stattfinden, werden wir später betrachten.
       Gesetzt, die  Produktionsphase eines  Kapitals sei  gleich 60 Ar-
       beitstagen; davon  seien 40  notwendige Arbeitszeit.  So nach dem
       früher entwickelten  Gesetz der Surpluswert, oder der vom Kapital
       neugesetzte Wert,  d.h. angeeignete fremde Arbeitszeit, = 60 - 40
       = 20.  Nennen wir  diesen Surpluswert  (= 20) S; die Produktions-
       phase - oder die während der Produktionsphase gebrauchte Arbeits-
       zeit p.  In einem Zeitraum, den wir Z nennen wollen - von 360 Ta-
       gen z.B.  kann der  Gesamtwert nie  größer sein  als die Zahl der
       Produktionsphasen, die in 360 enthalten ist. Der größte Koeffizi-
       ent von  S -  d.h. das  Maximum des Surpluswerts, den das Kapital
       schaffen kann unter den gegebnen Voraussetzungen - ist gleich der
       Anzahl der Wiederholung der Schöpfung von S in 360 Tagen. Die äu-
       ßerste Grenze  dieser Wiederholung, der Reproduktion des Kapitals
       oder vielmehr jetzt, der Reproduktion seines Produktionsprozesses
       "ist bestimmt  durch das Verhältnis der Produktionsperiode zu der
       Gesamtzeitperiode, worin  die erstre  sich wiederholen  soll. Ist
       die gegebne Zeit = 360 Tagen und die Produktionsdauer = 60 Tagen,
       so ist  oder 360/60  oder Z/p -, d.h. 6, der Koeffizient, der an-
       zeigt, wie  oft p  in Z enthalten ist oder wie oft, seinen eignen
       immanenten Grenzen gemäß, der Reproduktionsprozeß des Kapitals in
       360 Tagen wiederholt werden kann. Es ist selbstsprechend, daß das
       Maximum des  Schaffens von  S, d.h.  des Setzens von Surpluswert,
       gegeben ist  durch die  Anzahl der  Prozesse, in denen S in einer
       gegebnen Zeitdauer
       -----
       104*) Mittelstandsherrschaft
       
       #553#
       -----
       Seite 31 des Heftes VI
       
       #554#
       -----
       
       #555# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       produziert werden  kann. Z/p  drückt dieses  Verhältnis aus.  Der
       Quotient von  Z/p oder  q ist der größte Koeffizient von S in der
       Zeit von  360 Tagen, überhaupt in Z. SZ/p oder Sq ist das Maximum
       des Werts. Wenn Z/p = q, so ist Z = pq; d.h., die ganze Zeitdauer
       von Z wäre Produktionszeit; die Produktionsphase p so oft wieder-
       holt, als  sie in  Z enthalten  ist. Die  Gesamtwertschöpfung des
       Kapitals in  einer bestimmten  Zeit wäre = der Surplusarbeit, die
       es in einer Produktionsphase sich aneignet, multipliziert mit der
       Anzahl, worin  diese Produktionsphase  in der  gegebnen Zeit ent-
       halten ist.  Also im obigen Beispiel = 20 x 360/60 = 20 x 6 = 120
       Tagen. q,  d.h. Z/p  würde die Anzahl der  U m s c h l ä g e  des
       Kapitals ausdrücken;  da aber  Z =  pq, so wäre p = Z/q; d.h. die
       Dauer einer  Produktionsphase wäre  gleich der  Gesamtzeit, divi-
       diert durch  die Anzahl  der Umschläge. Eine Produktionsphase des
       Kapitals wäre also gleich einem Umschlag desselben. Umschlagszeit
       und Produktionszeit  wären völlig  identisch; die  Anzahl der Um-
       schläge daher  ausschließlich bestimmt durch das Verhältnis einer
       Produktionsphase zur Gesamtzeit.
       Allein in  dieser Voraussetzung  ist die Zirkulationszeit = 0 ge-
       setzt. Sie  hat aber eine bestimmte Größe, die nie 0 werden kann.
       Unterstelle nun auf 60 Tage Produktionszeit oder auf 60 Produkti-
       onstage kommen  30 Zirkulations-  tage; nenne diese Zirkulations-
       zeit, die  auf p  kommt, c. In diesem Falle wäre ein Umschlag des
       Kapitals, d.  h. die  Gesamtzeit, die es braucht, ehe es den Ver-
       wertungsprozeß -  das Setzen von Mehrwert wiederholen kann - = 30
       + 60  = 90 Tagen (= p + c) (1 U (Umschlag) = p + c). Ein Umschlag
       von 90  Tagen kann nur wiederholt werden in 360 Tagen 360/90 mal,
       i.e. 4mal.  Der Surpluswert von 20 könnte also nur gesetzt werden
       4mal; 20 x 4 = 80. In 60 Tagen produziert das Kapital 20 Surplus-
       tage; aber  es muß  30 Tage zirkulieren; d.h. kann während dieser
       30 Tage  keine Surplusarbeit  setzen, keinen  Surpluswert. Es ist
       für es  dasselbe (das Resultat betrachtet), als wenn es in 90 Ta-
       gen bloß einen Surpluswert von 20 Tagen gesetzt hätte. War vorhin
       die Anzahl  der Umläufe  bestimmt durch Z/p, so ist sie jetzt be-
       stimmt durch Z/(p + c) oder Z/U; das Maximum des Werts war  SZ/p;
       der wirklich jetzt gesetzte
       
       #556# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital ? Heft VI
       -----
                     SZ          360        360
       Mehrwert ist -----; (20 ------- = 20 --- = 20 x 4 = 80). Die Zahl
                    p + c p    60 + 30      90
       der Umschläge  also =  der Gesamtzeit,  dividiert durch die Summe
       der Produktionszeit  und der Zirkulationszeit, und der Gesamtwert
       = S,  multipliziert mit der Anzahl der Umschläge. Dieser Ausdruck
       genügt uns  aber noch nicht, um die Verhältnisse von Surpluswert,
       Produktionszeit und Zirkulationszeit auszudrücken.
       Das Maximum  der Wertschöpfung  enthalten in der Formel SZ/p; das
       durch die Zirkulationszeit eingeschränkte SZ/(p + c) (oder SZ/U);
       ziehn wir das 105*) zweite Quantum von dem ersten ab, so
       
       SZ    SZ     SZ(p + c) - SZ(p)   SZp + SZc - SZp    SZc
       -- - ----- = ----------------- = --------------- = --------.
       p    p + c       p(p+c)             p(p + c)       p(p + c)
       
                                             SZc         SZ
       Wir erhalten dann also die Differenz ------- oder --  x
                                            p(p + c)     p
         c     SZ
       -----. ----- oder S',  wie wir den Wert in der zweiten Bestimmung
       p + c  p + c
                           SZ   SZ     c
       nennen können, S' = -- - -- x -----.  Ehe wir diese Formel weiter
                           p    p    p + c
       auslegen, noch andere hereinzubringen.
                                  Z
       Wenn wir den Quotient von ----- q' nennen,  so drückt q'  die An-
                                 p + c
       zahl aus,  wie oft U = (p + c) in Z enthalten, die Anzahl der Um-
       schläge. Z/(p + c) = q'; also Z = ppq' + cq'. pq' drückt dann die
       gesamte Produktionszeit aus und cq' die gesamte Zirkulationszeit.
       Nennen wir die Gesamtzirkulationszeit C (also cq' = C).
       (Z(360) =  4 x 60 (240) + 4 x 30 (120).) q' = 4 in der Vorausset-
       zung. C = cq' = 4c; 4 being 106*) = der Anzahl der Umschläge. Wir
       sahen vorhin,  daß das  Maximum der Wertschöpfung = SZ/p; aber in
       diesem Fall  war Z  = Produktionszeit gesetzt. Die wirkliche Pro-
       duktionszeit ist aber jetzt Z - cq' 107*); wie auch aus der Glei-
       chung   folgt.    Z   =   pq'   (Gesamtproduktionszeit)   +   cq'
       (Gesamtzirkulationszeit
       -----
       105*) In der  Handschrift: die  - 106*)  sind hier - 107*) in der
       handschrift: Z - q
       
       #557# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
                                                  Z - C
       oder C). Also  Z - C = pq'  108*).  Also  S----- das  Maximum der
                                                    p
       Wertschöpfung. Indem nicht 360 Tage, sondern 360 Tage - cq', i.e.
                                                     360-120   20 x 240
        - 4 x 30 - 120 die Produktionszeit; also 10 (-------); --------
                                                       60         60
       = 80.
       ¦¦32¦ Was nun schließlich die Formel angeht:
       
            SZ   SZ     c     360x20   20x240          30
       S' = -- - -- x ----- = ------ - ------ 109*) x -----
            p    p    c + p     60       60           30+60
       
       = 120 - 120 x = 30/90 = 6 x 20 - 6 x 20 x 3/9
       = 20 x 6 - 20 x 6 x 1/3 oder
       = 120 - 120 x 1/3 = 120 - 40 = 80,
       so besagt  sie, daß  der Wert  gleich ist  dem Maximum des Werts,
       d.h. dem  bloß durch  das Verhältnis  der Produktionszeit zur Ge-
       samtzeit bestimmten  Wert minus  der Zahl, die ausdrückt, wie oft
       die Zirkulationszeit  enthalten ist  in diesem Maximum, und diese
       Zahl ist  das Maximum  selbst, multipliziert  mit der Zahl, worin
       ein Umschlag  in c  enthalten, in  der Zirkulationszeit,  die auf
       einen Umschlag  kommt, oder  dividiert durch  die Zahl,  die aus-
       drückt, wie  oft c in c + p oder C in Z enthalten. Wäre c = 0, so
       wäre S'  = SZ/p und stünde auf seinem Maximum. S' wird kleiner in
       demselben Maße,  wie c wächst, steht in umgekehrtem Verhältnis zu
       ihm, denn  in demselben Maß wächst der Faktor c/(c + p) oder C in
       Z enthalten.  Wäre c = 0, so wäre S' = SZ/p und stünde auf seinem
       Maximum. S'  wird kleiner  in demselben Maße, wie c wächst, steht
       in umgekehrtem  Verhältnis zu  ihm, denn  in demselben Maß wächst
       der Faktor  c/(c + p) und die von SZ/p, dem Maximumwert abzzuzie-
       hende Zahl  SZ/p x c/(c + p) oder SZ/p x c/U. c/(c + p) = c/U c/U
       sagt aus,  das Verhältnis  der Zirkulationszeit zu einem Umschlag
       des Kapitals. Multiplizieren wir den Zähler und Nenner mit
                 cq'           C    c      30     1
       q', so -------- 110*) = - (----- = ----- = -.)
              (c + p)q'        Z  c + p   30+60   3
       c
       c/(c + p) oder 1/3 drückt das Verhältnis der Zirkulationszeit zur
       Gesamtzeit aus,  denn 360/3  = 120.  Der Umlauf  (c + p) ist in c
       enthalten c/(c + p) oder 1/3 (C/Z oder) [mal].
       -----
       108*) In der  Handschrift: Z-C  = cq' - 109*) in der Handschrift:
       (20 x 360)/6 - 110*) in der Handschrift: cq/((c + p)q)
       
       #558# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital ? Heft VI
       -----
       Wir haben also die 3 Formeln:
                SZ     SZ           S(Z - C)
       1. S' = ----- = --;  2. S' = -------;
               p + c   U               p
       
               SZ    SZ     c        Z   Z     c
       3. S' = -- - (-- x -----) = S - - - x -----.
               p     p    c + p      P   p   c + p
       
                     SZ   S(Z - C)
       Also: Sq:S' = -- : --------; oder Sq:S' 111*) = Z:(Z - C). Das
                     p       p
       
       Maximum des  Werts zum  wirklichen Wert wie ein gegebner Zeitraum
       zu diesem Zeitraum minus die Gesamtzirkulationszeit. Oder auch
       Sq: S' = (pq' + cq'): (pq' + cq' - cq'), i.e. = (p + c): p 112*).
       
                 SZ   SZ     c       Z   Z     c
       ad 3. S = -- - -- x ----- = S(- - - x -----) oder
                 p    p    c + p     p   p   c + p
        Z
       da - = q,
          p
                      c             c
       S' = S(q - q -----) = S(q - q-). Der Gesamtsurpluswert also = dem
                    c + p           U
       
       Surpluswert gesetzt in einer Produktionsphase, dessen Koeffizient
       ist die  Anzahl, worin  die Produktionszeit  enthalten in der Ge-
       samtzeit minus  die Anzahl,  worin die Zirkulationszeit eines Um-
       schlags enthalten ist in dieser letztern Zahl.
              c           lc       U - c    Sqp    SZ
       S(q - q-) = Sq(1 - --) = Sq(-----) = --- = -----, welches die
              U           U          U       U    p + c
       
       erste Formel.  So heißt  Formel 3... Formel 1: Der Gesamtsurplus-
       wert gleich dem Surpluswert einer Produktionsphase, multipliziert
       mit der Gesamtzeit, dividiert durch die Umschlagszeit oder multi-
       pliziert mit  der Anzahl, worin die Summe der Produktionszeit und
       Zirkulationszeit in der Gesamtzeit enthalten ist.
       Formel 2:  Der Gesamtwert  gleich dem  Surpluswert, multipliziert
       mit der  Gesamtzeit minus  die Gesamtzirkulationszeit,  dividiert
       durch die Dauer einer Produktionsphase.
       (In der  Konkurrenz ist  das Grundgesetz,  das entwickelt wird im
       Unterschied zu  dem über  den Wert und Surpluswert aufgestellten,
       daß er  bestimmt ist nicht durch die in ihm enthaltne Arbeit oder
       die Arbeitszeit, worin er produziert
       -----
       111*) In der  Handschrift: Also  S:S' ...  - 112*) in  der  Hand-
       schrift: S:S' = pq:pq' - q'c; i.e. = p:p - c
       
       #559# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       ist, sondern  die Arbeitszeit,  worin er  produziert werden  kann
       oder die  zur Reproduktion  notwendige Arbeitszeit.  Dadurch wird
       das einzelne  Kapital realiter  erst in die Bedingungen des Kapi-
       tals überhaupt  gestellt, obgleich  es den Schein hat, als ob das
       ursprüngliche Gesetz  umgeworfen. Die   n o t w e n d i g e   Ar-
       beitszeit als  durch die  Bewegung des  Kapitals selbst bestimmt,
       ist aber  so erst  gesetzt. Dies  ist das Grundgesetz der Konkur-
       renz. Nachfrage,  Zufuhr, Preis  (Produktionskosten) sind  weitre
       Formbestimmungen; der  Preis als  Marktpreis; oder der allgemeine
       Preis. Dann  das Setzen einer allgemeinen Profitrate. Infolge des
       Marktpreises verteilen  sich dann  die Kapitalien  an verschiedne
       Zweige. Herabsetzen  der Produktionskosten  etc. Kurz,  hier  er-
       scheinen alle Bestimmungen  u m g e k e h r t  wie in dem Kapital
       im allgemeinen.  Dort Preis,  bestimmt durch die Arbeit, hier Ar-
       beit, bestimmt  durch den  Preis etc.  etc. Wirkung der einzelnen
       Kapitalien aufeinander  bewirkt eben,  daß sie als  K a p i t a l
       sich verhalten  müssen; das scheinbar unabhängige Wirken der ein-
       zelnen und  ihr regelloses  Zusammenstoßen ist  grade das  Setzen
       ihres allgemeinen  Gesetzes. Markt  erhält hier noch andre Bedeu-
       tung. Das Wirken der Kapitalien als einzelner aufeinander wird so
       grade ihr Setzen als allgemeiner und Aufheben der scheinbaren Un-
       abhängigkeit und  selbständigen Bestehns der einzelnen. Noch mehr
       findet diese  Aufhebung statt  im Kredit.  Und die äußerste Form,
       wozu die  Aufhebung geht,  die aber zugleich das  u l t i m a t e
       113*)  S e t z e n  des Kapitals in seiner ihm adäquaten Form das
       Aktienkapital.) (Nachfrage, Zufuhr, Preis, Produktionskosten, Ge-
       gensatz von Profit und Zins, verschiedne Relations von Tauschwert
       und Gebrauchswert, Konsumtion und Produktion.)
       Wir haben  also gesehn,  daß der  Surpluswert, den das Kapital in
       einem bestimmten  Zeitraum setzen kann, bestimmt ist dadurch, wie
       oft der  Verwertungsprozeß wiederholt  oder das  Kapital reprodu-
       ziert werden  kann in  einem bestimmten  Zeitraum; daß die Anzahl
       dieser Reproduktionen  aber bestimmt ist durch das Verhältnis der
       Dauer der  Produktionsphase nicht  zum Gesamtzeitraum, sondern zu
       dieser Gesamtzeit  minus der  Zirkulationszeit. Die Zirkulations-
       zeit erscheint also als Zeit, worin die ¦¦33¦ Fähigkeit des Kapi-
       tals, sich  und darum  den Mehrwert  zu reproduzieren, aufgehoben
       ist. Seine  Produktivität -  d.h. sein  Schaffen von Mehrwerten -
       steht also  in umgekehrtem Verhältnis zu der Zirkulationszeit und
       würde das Maximum erreichen, wenn letztre auf 0 fiele. Die Zirku-
       lation, da  sie der  Verlauf des Kapitals durch die verschiednen,
       begrifflich bestimmten  Momente seiner notwendigen Metamorphose -
       seines Lebensprozesses, ist unerläßliche Bedingung für das
       -----
       113*) endgültige
       
       #560# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital ? Heft VI
       -----
       
       Kapital, durch  seine eigne Natur gesetzte Bedingung. Soweit die-
       ser Verlauf  Zeit kostet, ist diese Zeit 114*), worin das Kapital
       seinen Wert  nicht   v e r m e h r e n  kann, weil er  N i c h t-
       produktionszeit    ist,  Zeit,  worin  es  die  lebendige  Arbeit
       n i c h t  aneignet. Diese Zirkulationszeit kann also nie den vom
       Kapital  geschaffnen  Wert  vermehren,  sondern  nur    n i c h t
       w e r t s e t z e n d e     Zeit  setzen,   also   als   Schranke
       erscheinen der  Wertvermehrung, im selben Verhältnisse, worin sie
       zur  Arbeitszeit   steht.  Diese   Zirkulationszeit  kann   nicht
       gerechnet werden  zu der wertschaffenden Zeit, denn diese ist nur
       Arbeitszeit, die  sich im  Wert  vergegenständlicht.  Sie  gehört
       nicht zu  den Produktionskosten des Werts, und ebensowenig zu den
       Produktionskosten des  Kapitals; aber  sie ist  erschwerende  Be-
       dingung seiner Selbstreproduktion.
       Die Hemmnisse,  die das  Kapital findet, sich zu verwerten - d.h.
       lebendige Arbeit  anzueignen ", bilden natürlich kein Moment sei-
       ner Verwertung,  seines Wertsetzens.  Daher  ist  es  lächerlich,
       P r o d u k t i o n s k o s t e n  hier in dem primitiven Sinn zu
       nehmen. Oder  wir müssen  Produktionskosten trennen  als besondre
       Form von  der in dem Wert sich vergegenständlichenden Arbeitszeit
       (wie wir  Profit vom  Mehrwert trennen  müssen). Aber selbst dann
       gehört die  Zirkulationszeit nicht  zu den  Produktionskosten des
       Kapitals, im  selben Sinn  wie Salair etc.; sondern sie 115*) ist
       ein item  116*), was  bei der Abrechnung der einzelnen Kapitalien
       gegeneinander in Anschlag kommt, weil sie den Surpluswert sich zu
       gewissen allgemeinen Proportionen verteilen. Die Zirkulationszeit
       ist nicht  Zeit, worin  das Kapital  Wert schafft, sondern den im
       Produktionsprozeß geschaffnen Wert realisiert. Sie 117*) vermehrt
       nicht seine  Quantität; sondern  setzt ihn in entsprechende andre
       Formbestimmung, aus  der Bestimmung des Produkts in die der Ware,
       aus der  der Ware  in die des Geldes etc. Dadurch, daß der Preis,
       der früher ideell an der Ware existierte, nun reell gesetzt wird;
       dadurch, daß  sie sich  nun wirklich  gegen ihren  Preis - Geld -
       austauscht, wird dieser Preis natürlich nicht größer.
       Die Zirkulationszeit  erscheint also  nicht als  ihn  bestimmende
       Zeit, und die Anzahl der Umschläge, soweit sie durch die Zirkula-
       tionszeit bestimmt  ist, erscheint  nicht so, daß das Kapital ein
       neues wertbestimmendes  und ihm im Unterschied von der Arbeit ge-
       höriges, sui generis 118*) Element hinzubringt, sondern als limi-
       tierendes, negatives Prinzip. Die notwendige Tendenz des Kapitals
       daher   Z i r k u l a t i o n   o h n e  Z i r k u l a t i o n s-
       z e i t,   und diese  Tendenz ist die Grundbestimmung des Kredits
       und der  Credit contrivances  119*) des Kapitals. Andrerseits ist
       der Kredit dann auch Form, worin das Kapital sich im Unterschied
       -----
       114*) In der  Handschrift: in  dieser Zeit  - 115*) in  der Hand-
       schrift: es  - 116*) Posten  - 117*)  in der  Handschrift:  Es  -
       118*) von eigener Art - 119*) Krediteinrichtungen
       
       #561# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       von den  einzelnen Kapitalien oder das einzelne Kapital als Kapi-
       tal [sich]  im Unterschied  von seiner  quantitativen Schranke zu
       setzen sucht. Die höchsten Resultate, wozu es aber in dieser line
       120*) bringt,  ist einerseits  fictitious Capital  121*); andrer-
       seits erscheint  der Kredit  nur als  neues Element  der   K o n-
       z e n t r a t i o n,  der Vernichtung der Kapitalien in einzelnen
       zentralisierenden Kapitalien.  Die  Zirkulationszeit  nach  einer
       Seite vergegenständlicht  im   G e l d.  Versuch des Kredits, das
       Geld bloß als Formmoment zu setzen; so daß es die Formverwandlung
       vermittelt, ohne  selbst  K a p i t a l  zu sein, i.e. Wert. Dies
       ist eine  Form der   Z i r k u l a t i o n   o h n e   Z i r k u-
       l a t i o n s z e i t.   Das Geld  ist  selbst  ein  Produkt  der
       Zirkulation. Es  wird sich zeigen, wie das Kapital im Kredit neue
       Produkte der Zirkulation schafft.
       Wenn das  Streben aber  des Kapitals  einerseits ist   Z i r k u-
       l a t i o n     o h n e    Z i r k u l a t i o n s z e i t,    so
       andrerseits Versuch,  der   Z i r k u l a t i o n s z e i t   als
       solcher den  Wert der  P r o d u k t i o n s z e i t  in den ver-
       schiednen Organen, worin sich der Prozeß der Zirkulationszeit und
       Zirkulation vermittelt,   W e r t  zu geben; sie alle als Geld zu
       setzen und  in weitrer  Bestimmung als  Kapital. Dies  eine andre
       Seite' des  Kredits. Alles  das entspringt  aus derselben Quelle.
       Alle Erfordernisse der Zirkulation, Geld, Verwandlung von Ware in
       Geld, Verwandlung  von Geld  in Ware  etc. -  obgleich  sie  ver-
       schiedne, scheinbar  ganz heterogene Formen annehmen, lassen sich
       alle rückführen  auf   Z i r k u l a t i o n s z e i t.   Die Ma-
       schinerie, diese  abzukürzen, gehört  122*) selbst  zu  ihr.  Die
       Z i r k u l a t i o n s z e i t   ist die  Zeit des Kapitals, die
       als die  Zeit seiner spezifischen Bewegung als Kapital betrachtet
       werden kann im Unterschied von der Produktionszeit, worin es sich
       reproduziert; dauert,  nicht als  fertiges Kapital,  das nur for-
       melle Umwandlungen  zu durchlaufen hat, sondern als prozessieren-
       des, schöpferisches,  seine Lebensseele  aus der Arbeit saugendes
       Kapital.
       Der Gegensatz  von Arbeitszeit  und Zirkulationszeit  enthält die
       ganze Lehre  vom Kredit,  soweit hier  namentlich die Currencyge-
       schichte etc.  hereinkömmt. Nun  zeigen sich natürlich später, wo
       nicht nur  die Zirkulationszeit  als Abzug von der möglichen Pro-
       duktionszeit ist,  außerdem  wirkliche  Kosten  der  Zirkulation,
       d.h., daß  wirklich schon gesetzte Werte in ihr verausgabt werden
       müssen. Diese  alle aber sind in fact nur Kosten, die das Kapital
       sich macht  - Abzüge  von dem schon geschaffnen Surpluswert -, um
       die z.B. in einem Jahr mögliche Summe von Surpluswerten, d.h. dem
       aliquoten Teil  der auf eine bestimmte Zeit kommenden Produktion-
       zeit, zu vermehren - i.e. um die Zirkulationszeit abzukürzen. Al-
       lerdings erscheint ferner in der Praxis die Produktionszeit nicht
       wirklich unterbrochen durch die Zirkulationszeit (außer
       -----
       120*) Linie - 121*) Scheinkapital - 122*) in der Handschrift: ge-
       hören
       
       #562# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital ? Heft VI
       -----
       in Krisen und depression of trade 123). Dies aber nur, weil jedes
       Kapital sich  in Portionen  teilt, ein  Teil in  der Produktions-
       phase, der  andre in  der Zirkulationsphase. Es ist also z.B. (je
       nach dem  Verhältnis der  Zirkulationszeit  zur  Produktionszeit)
       nicht das  ganze Kapital  tätig, sondern  1/3, 1/x desselben, ein
       andres in  der Zirkulation begriffen. Oder die Sache kann noch so
       sich gestalten,  daß ein  bestimmtes Kapital  (durch Kredit z.B.)
       sich verdoppelt.  Für dies Kapital dann dasselbe - [für] das ori-
       ginelle Kapital  -, als ob gar keine Zirkulationszeit existierte.
       Dann aber  das von  ihm geliehne  Kapital in diesem plight 124*).
       Und wenn von ownership 125*) abgesehn wird, wieder ganz dasselbe,
       als ob  ein Kapital  in 2  geteilt. Statt daß sich a in 2 geteilt
       und b in 2, zieht a b an sich und teilt sich in a und b. Illusio-
       nen über diesen Prozeß häufig bei den Kreditgläubigen (die selten
       Gläubiger, sondern rather 126*) Schuldner sind).
       Wir haben  oben schon  darauf hingedeutet,  wie die  doppelte und
       widersprechende Bedingung  des Kapitals, die Kontinuität der Pro-
       duktion und  die Notwendigkeit der Zirkulationszeit oder auch die
       Kontinuität der Zirkulation (nicht Zirkulationszeit) und die Not-
       wendigkeit der  Produktionszeit  nur  dadurch  vermittelt  werden
       kann, daß das Kapital sich in Portionen teilt, wovon die eine als
       f e r t i g e s   P r o d u k t   z i r k u l i e r t,  die andre
       in  dem     P r o d u k t i o n s p r o z e ß     s i c h    r e-
       p r o d u z i e r t,   und diese  Portionen abwechseln;  wenn die
       eine retourniert  in Phase  P  (Produktionsprozeß),  verläßt  die
       andre denselben.  Dieser Prozeß  findet tagtäglich statt wie auch
       in größren  Zwischenräumen (Zeitdimensionen).  Das ganze  Kapital
       ist reproduziert und der Gesamtwert, sobald beide Portionen durch
       den Produktionsprozeß  und Zirkulationsprozeß  durchgegangen sind
       oder auch  sobald die zweite Portion von neuem in die Zirkulation
       tritt. Damit  ist der  Ausgangspunkt Endpunkt. Der Umschlag hängt
       daher ab von der Größe des Kapitals oder rather hier noch von der
       G e s a m t s u m m e   dieser beiden  Portionen. Erst sobald sie
       reproduziert ist,  ist der  ganze   U m s c h l a g    vollendet;
       sonst nur  1/2, 1/3,  1/x, je  nach dem  Verhältnis des beständig
       zirkulierenden Teils.
       ¦¦34¦ Es ist ferner hervorgehoben worden, wie jeder Teil dem and-
       ren gegenüber  als fix  oder als  zirkulierend betrachtet  werden
       kann und wie sie abwechselnd wirklich zueinander in dieser Bezie-
       hung stehn.  Die Gleichzeitigkeit  des Prozesses  des Kapitals in
       verschiednen Phasen  des Prozesses  ist nur möglich durch Teilung
       desselben und Abstoßen in Portionen, wovon jede Kapital ist, aber
       Kapital in einer verschiednen Bestimmung. Dieser Form- und Stoff-
       wechsel wie im organischen Leib. Sagt man z.B., der Körper repro-
       duziert sich  in 24 Stunden, so tut er das nicht auf einmal, son-
       dern das Abstoßen in
       ----
       123*) Handelsdepressionen -  124*) schlimmen Zustand  - 125*) Ei-
       gentum - 126*) eher
       
       #563# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       der einen  Form und  Erneuern [in]  der andren ist verteilt, geht
       gleichzeitig vor  sich. Übrigens im Körper der Knochenbau das Ca-
       pital fixe  erneuert sich  nicht in  derselben Zeit, wie Fleisch,
       Blut. Es finden verschiedne Grade in der Geschwindigkeit der Kon-
       sumtion (der  Selbstkonsumtion) und daher der Reproduktion statt.
       (Hier also  schon   Ü b e r g a n g  z u  vielen Kapitalien.) Das
       wichtige ist hier vor allem zunächst nur, das Kapital als solches
       im Auge  zu haben;  da die Bestimmungen, die hier entwickelt wer-
       den, Bestimmungen  sind, die  den Wert  überhaupt zum Kapital ma-
       chen; die  differentia specifica  127*) des  Kapitals als solchen
       konstituieren.
       Eh wir  weitergehn, machen  wir noch  einmal auf  merksam auf den
       wichtigen Punkt,  daß die  Zirkulationszeit -  d.h. die Zeit, die
       das Kapital getrennt von dem Prozeß [verbringt], worin es die Ar-
       beit in  sich absorbiert - d. h. die Arbeitszeit des Kapitals als
       Kapitals - nur Umsetzen des  v o r a u s g e s e t z t e n  Werts
       aus einer  Formbestimmung in  die andre,  aber  nicht    w e r t-
       s c h a f f e n d e s,   - vermehrendes  Element ist.  Durch Ver-
       wandlung eines  Werts von  4 Arbeitstagen,  der in  der Form  von
       Twist existierte,  in die  Form von  4 Arbeitstagen, die als Geld
       existieren, oder  eines als Repräsentant von 4 Arbeitstagen über-
       haupt, 4  allgemeinen Arbeitstagen  anerkannten Symbols, wird der
       v o r a u s g e s e t z t e   und   g e m e ß n e  Wert aus einer
       Form in  die andre  übersetzt, aber  er wird  nicht vermehrt. Der
       Austausch von  Äquivalenten läßt  sie qua  Quanta 128*)  von Wert
       n a c h   dem Austausch, was sie vordem Austausch waren. Wenn man
       sich ein  Kapital denkt  oder die  verschiednen Kapitalien  eines
       Landes als  ein Kapital  (Nationalkapital) betrachtet  im  Unter-
       schied zu  dem von  129*) andren Ländern, so ist es klar, daß die
       Zeit, worin  dies Kapital nicht als produktives Kapital wirkt, i.
       e. keinen  Mehrwert setzt, abgeht von der zur Disposition des Ka-
       pitals stehenden  Verwertungszeit. Sie  erscheint - in dieser ab-
       strakten Fassung,  noch ganz ohne Rücksicht auf Kosten der Zirku-
       lation selbst - als Negation nicht der wirklich gesetzten Verwer-
       tungszeit, sondern  der  m ö g l i c h e n  Verwertungszeit, d.h.
       möglich, wenn  die Zirkulationszeit = 0. Es ist nun klar, daß das
       nationale Kapital  die Zeit,  worin es sich nicht vervielfältigt,
       nicht als Zeit betrachten kann, worin es sich vervielfältigt, so-
       wenig wie  ein isolierter  Bauer z. B. die Zeit, wo er nicht ern-
       ten, nicht  säen kann,  überhaupt seine Arbeit unterbrochen wird,
       als ihn bereichernde Zeit betrachten kann. Daß das Kapital, nach-
       dem es, und notwendig so, sich unabhängig von der Arbeit, von der
       Absorption der  Arbeit durch es, als produktiv, als Früchte brin-
       gend betrachtet,  sich unterstellt,  zu allen Zeiten fruchtbar zu
       sein, und  seine Zirkulationszeit  als werte  schaffende Zeit be-
       rechnet - als Produktionskost -,
       -----
       127*) das Unterscheidungsmerkmal - 128*) als Summe - 129*) in der
       Handschrift: von dem zu
       
       #564# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital ? Heft VI
       -----
       ist quite  another thing 130*). Daher sieht man das Falsche, wenn
       Ramsay z. B. sagt:
       
       "daß die  Anwendung fixen  Kapitals das Prinzip, daß der Wert von
       der Arbeitsmenge  abhängt, erheblich modifiziert. Denn manche Wa-
       ren, auf  die die  gleiche Arbeitsmenge  verausgabt wurde, erhei-
       schen sehr  verschiedene Zeiträume, ehe sie für den Konsum fertig
       werden. Aber  da während  dieser Zeit das Kapital keine Einnahmen
       bringt, muß,  d a m i t  d i e  b e t r e f f e n d e  A n w e n-
       d u n g   n i c h t   w e n i g e r   g e w i n n b r i n g e n d
       s e i   a l s  a n d e r e,  i n  d e n e n  d a s  P r o d u k t
       f r ü h e r   z u m   G e b r a u c h   f e r t i g   i s t,  die
       Ware, wenn  sie schließlich  auf den  Markt kommt,  an Wert   u m
       s o v i e l  gesteigert werden,  a l s  d e r  v o r e n t h a l-
       t e n e  P r o f i t  ausmacht".
       
       (Da ist  schon unterstellt,  daß das  Kapital als  solches  stets
       gleichmäßig Profit bringt, wie ein gesunder Baum Früchte.)
       
       "Dies zeigt,  wie das  Kapital den Wert unabhängig von der Arbeit
       zu bestimmen vermag." Z.B. Wein im Keller. (Ramsay [, p. 43]. IX,
       84.) [267]
       
       Hier, als  ob Zirkulationszeit  neben der  Arbeitszeit - oder auf
       gleicher Stufe mit ihr  W e r t  produzierte. Das Kapital enthält
       allerdings beide  Momente in  sich. 1. Die  A r b e i t s z e i t
       als wertschaffendes  Moment.  2.  Die    Z i r k u l a t i o n s-
       z e i t   als die  Arbeitszeit beschränkendes  und so die Gesamt-
       wertschöpfung  durch   das  Kapital  beschränkendes  Moment;  als
       notwendig, weil  der Wert, oder das Kapital, wie es unmittelbares
       Resultat des  Produktionsprozesses, zwar  W e r t,  aber nicht in
       seiner adäquaten  Form gesetzter.  Die Zeit,  die diese  Formver-
       wandlungen erheischt  - die  zwischen Produktion und Reproduktion
       also  verläuft   -,  ist   das  Kapital  entwertende  Zeit.  Wenn
       einerseits die   K o n t i n u i t ä t,    so  liegt  ebenso  die
       U n t e r b r e c h u n g   der Kontinuität in der Bestimmung des
       Kapitals als zirkulierend, prozessierend.
       Die Ökonomen,  indem sie richtig die Zirkulation, die Revolution,
       die das  Kapital durchmachen  muß, um  sich zur  Neuproduktion zu
       entzünden, als  une série  d'échanges 131*)  bestimmen, geben von
       selbst zu,  daß diese  Zirkulationszeit nicht  die Quantität  des
       Werts vermehrende - also nicht Neuwert setzende Zeit sein kann -,
       da eine  série d'échanges,  wieviel échanges sie einschließen mag
       und wieviel  Zeit die  Vollendung dieser  Operationen kosten mag,
       nur der  Austausch von  Äquivalenten ist.  Das Setzen der Werte -
       der Extreme  der Vermittlung  - als  gleicher, kann sie natürlich
       nicht ungleich  setzen. Quantitativ  betrachtet, können  sie sich
       weder vermehrt noch vermindert haben durch den Austausch.
       Der Surpluswert  einer Produktionsphase  ist bestimmt  durch  die
       während derselben  vom Kapital in Bewegung gesetzte Surplusarbeit
       (angeeignete Surplusarbeit);  die Summe der Surpluswerte, die das
       Kapital in einem bestimmten
       
       -----
       130*) etwas ganz anderes - 131*) eine Serie von Austauschen
       
       #565# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       Zeitraum schaffen  kann, ist  bestimmt durch die Wiederholung der
       Produktionsphase   in    diesem   Zeitraum    oder   durch    den
       U m s c h l a g   des Kapitals.  Der Umschlag aber ist gleich der
       Zeitdauer der Produktionsphase plus der Zeitdauer der Zirkulation
       gleich der  Summe der  Zirkulationszeit und  der Produktionszeit.
       Der Umschlag  nähert sich  um so mehr der Produktionszeit selbst,
       je kleiner  die Zirkulationszeit,  d. h.  die Zeit, die verfließt
       zwischen dem  Capital sortant  de la  production et rentrant dans
       elle 132*).
       Der Surpluswert ist in fact bestimmt durch die während einer Pro-
       duktiortsphase vergegenständlichte  Arbeitszeit. Je öfter die Re-
       produktion des  Kapitals, desto  öfter findet  die Produktion des
       Surpluswerts statt.  Die Anzahl  der Reproduktionen  = der Anzahl
       der   U m s c h l ä g e.   Also der  Gesamtsurpluswert =  S x  nU
       (wenn n  die Anzahl  der Umschläge).  S' =  S x  nU; also  S = S'
       133*)/nU.
       Wenn die  Produktionszeit, die ein Kapital von 100/. in einem ge-
       wissen Industriezweig  braucht, gleich 3 Monaten, so könnte es im
       Jahr 4mal umschlagen, und wenn der jedesmal geschaffne S-Wert= 5,
       so wäre  der Gesamtsurpluswert = 5 (dem in einer Produktionsphase
       geschaffnen S)  x 4 (die Anzahl der Umschläge, bestimmt durch das
       Verhältnis der Produktionszeit zum Jahr) = 20. Da aber die Zirku-
       lationszeit z.B.  = 1/4 der Produktionszeit, so wäre 1 Umschlag =
       3+1 Monate,  gleich 4  Monate, und das Kapital von 100 könnte nur
       3mal 134*)  im Jahr umschlagen[; S'] = 15. Obgleich daher das Ka-
       pital in  3 Monaten  einen S-Wert von 5 l. setzt, so ist [es] für
       es dasselbe,  als wenn  es in  4 Monaten  nur einen  Wert  von  5
       setzte, weil  es im  Jahr nur  einen von  5x3 setzen kann. Es ist
       dasselbe für es, als ob es je 4 Monate einen S von 5 produzierte;
       also in  3 Monaten  produzierte nur 15/4 oder 3 3/4, in dem einen
       Zirkulationsmonat aber  1 1/4. Soweit  der Umschlag unterschieden
       ist von der durch die Bedingungen der Produktion selbst gesetzten
       Dauer, ist  er =  der Zirkulationszeit.  Diese aber ist nicht be-
       stimmt durch die Arbeitszeit. So erscheint die Summe der Surplus-
       werte, die  das Kapital  in einem  gegebnen Zeitraum setzt, nicht
       einfach bestimmt durch die Arbeitszeit, sondern durch Arbeitszeit
       und Zirkulationszeit  ¦¦35¦ in den oben angegebnen Verhältnissen.
       Die Bestimmung,  die das  Kapital hier  aber in  die  Wertsetzung
       hereinbringt, ist,  wie oben  gezeigt,   n e g a t i v,  l i m i-
       t i e r e n d.
       Wenn z.B. ein Kapital von 100 /. braucht 3 Monate für die Produk-
       tion, sage 90 Tage, so könnte, wäre die Zirkulationszeit = 0, das
       Kapital 4mal im Jahr
       -----
       132*) Verlassen der Produktion durch das Kapital und seiner Rück-
       kehr in dieselbe - 133*) in der Handschrift: S = S/n U - 134*) in
       der Handschrift: 3x mal
       
       #566# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       umschlagen; und  das Kapital wäre fortwährend  g a n z  als Kapi-
       tal wirksam, d.h. als Surplusarbeit setzend, als sich vervielfäl-
       tigender Wert. Repräsentierten von den 90 Tagen 80 die notwendige
       Arbeit, so  10 Surplusarbeit.  Gesetzt nun,  die Zirkulationszeit
       betrage 33 1/3 % von der Produktionszeit oder 1/3 derselben. Also
       auf 3 Monate 1. Die Zirkulationszeit dann = 90/3; der dritte Teil
       der Produktionszeit  = 30 Tagen, c= 1/3 p. (c = p/3). Well. 135*)
       Die Frage  ist, der  wievielte Teil des Kapitals kann jetzt fort-
       während in  der Produktion  beschäftigt sein?  Während des ganzen
       Jahres? Wenn  das Kapital von 100 - 90 Tage gearbeitet hätte, und
       als Produkt  von 105  nun zirkulierte  während eines  Monats,  so
       könnte es  während dieses  Monats gar  keine Arbeit beschäftigen.
       (Die 90  Arbeitstage können  natürlich gleich sein 3, 4, 5, x mal
       90, je  nach der Zahl beschäftigter Arbeiter während der 90 Tage.
       Sie wären  nur =  90 Tagen, wenn nur 1 Arbeiter beschäftigt. Dies
       geht uns  hier einstweilen  nichts an.) (Bei allen diesen Berech-
       nungen vorausgesetzt,  daß der Surpluswert nicht wieder kapitali-
       siert wird, sondern das Kapital fortfährt, mit derselben Zahl von
       Arbeitern zu arbeiten; aber zur selben Zeit wie das Surplus 136*)
       realisiert, wird  auch das ganze Kapital erst wieder als Geld re-
       alisiert.) D.h.,  während eines  Monats könnte  das  Kapital  gar
       nicht beschäftigt  werden. (Das Kapital von 100 beschäftigt z. B.
       fortwährend 5  Arbeiter; darin  ihre Surplusarbeit enthalten, und
       das Produkt, das zirkuliert wird, ist nie das ursprüngliche Kapi-
       tal, sondern  das, welches  die Surplusarbeit  absorbiert hat und
       daher einen Surpluswert hat. Unter dem Zirkulieren eines Kapitals
       von 100  also eigentlich  zu verstehn z. B. Zirkulieren des Kapi-
       tals von 105; d. h. des Kapitals mit dem Profit, der in 1 Produk-
       tionsakt gesetzt. Doch dieser erreur 137*) hier gleichgültig; na-
       mentlich bei der obigen Frage.)
       Gesetzt, für  100 l.  Twist am  Ende von 3 Monaten produziert. Es
       dauert nun  1 Monat,  bis ich das Geld einbekomme und die Produk-
       tion von  neuem beginnen  kann. Um  nun dieselbe Zahl Arbeiter in
       Bewegung zu  setzen während  1 Monat,  wo das Kapital zirkuliert,
       müßte ich  haben Surpluskapital  von 33 1/3  l.; denn wenn 100 l.
       bestimmtes Quantum  Arbeit während 3 Monaten in Bewegung setzten,
       würde 1/3  100 l. sie während eines Monats in Bewegung setzen. Am
       Ende des  vierten Monats würde das Kapital von 100 returnen 138*)
       in die  Produktionsphase und das von 33 1/3 eingehn in die Zirku-
       lationsphase. Das letztre würde brauchen zu seiner Zirkulation im
       selben Verhältnis 1/3 Monat; würde also rückkehren in die Produk-
       tion nach  10 Tagen.  Das erste Kapital könnte erst wieder in die
       Zirkulation treten  am Ende des 7. Monats. Das zweite, das am An-
       fang des 5. Monats in Zirkulation getreten, wäre retourniert sage
       am 10.
       -----
       135*) Gut - 136*) der Überschuß - 137*) Irrtum - 138*) zurückkeh-
       ren
       
       #567# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       des 5.  Monats, träte  wieder in Zirkulation am 10. des 6. Monats
       und retournierte  am 20.  des 6. Monats, um wieder in Zirkulation
       zu treten am 20. des 7. Monats; am Ende des 7. Monats wäre es re-
       tourniert, wenn  das erste  Kapital wieder seinen Lauf begänne im
       selben Momente,  wo das zweite retournierte. Anfang des 8. Monats
       und retournieren  am etc. Anfang des 9. etc. Mit einem Wort: Wäre
       das Kapital um 1/3 größer - grade soviel wie die Zirkulationszeit
       beträgt, so könnte es fortwährend dieselbe Zahl Arbeiter beschäf-
       tigen. Es  kann aber  ebenso fortwährend  in der Produktionsphase
       sein, wenn  es beständig  1/3 weniger Arbeit beschäftigt. Begänne
       er nur  mit Kapital  von 75, so am Ende des 3. Monats die Produk-
       tion fertig;  zirkulierte nun  einen Monat; während dieses Monats
       könnte er aber die Produktion fortsetzen, da er Kapital von 25 in
       der Hand  behalten, und  wenn er  75 braucht,  um eine  bestimmte
       Masse Arbeit  während 3 Monaten in Bewegung zu setzen, braucht er
       25, um  eine entsprechende  Masse während  1 Monat in Bewegung zu
       setzen. Er  würde fortwährend  dieselbe Zahl Arbeiter in Bewegung
       haben. Jede  seiner Waren  braucht 1/12  Jahr, bevor sie verkauft
       wird.
       Wenn er stets auf seine Waren 1/3 der Produktionszeit braucht, um
       sie zu  verkaufen, so etc. Diese Sache muß durch eine sehr einfa-
       che Gleichung  aufzulösen sein,  auf die  wir später zurückkommen
       werden. Sie  gehört hier  eigentlich nicht  her. Aber  die  Frage
       wichtig wegen  der Kreditfragen  später. Soviel indes klar. Nenne
       pt die Produktionszeit, ct die Zirkulationszeit. Das Kapital C. C
       kann  nicht   zugleich  in  seiner  Produktionsphase  und  seiner
       Zirkulationsphase sein.  Soll es  fortfahren zu produzieren, wäh-
       rend es  zirkuliert, so  muß es  in 2  Teile zerfallen, wovon der
       eine in der Produktionsphase, während der andre in der Zirkulati-
       onsphase, und  die Kontinuität  des Prozesses  wird dadurch  auf-
       rechterhalten, daß,  wenn der  Teil a  in jener Bestimmtheit, der
       Teil b in dieser gesetzt ist. Die immer in der Produktion befind-
       liche Portion  sei x; so ist x = C - b (b sei der in der Zirkula-
       tion befindliche Teil des Kapitals). C = b + x. Wäre et, die Zir-
       kulationszeit, =  0, so wäre b ebenfalls = 0 und x = C. b (der in
       Zirkulation befindliche Teil des Kapitals): C (dem Gesamtkapital)
       = et  (die Zirkulationszeit):  pt (der  Produktionszeit).  b:C  =
       ct:pt; d.h., in dem Verhältnis der Zirkulationszeit zur Produkti-
       onszeit verhält  sich der in Zirkulation befindliche Teil des Ka-
       pitals zum Gesamtkapital.
       Wenn ein Kapital von 100 zu 5% Gewinn umschlägt alle 4 Monate, so
       daß 1  Monat Zirkulationszeit kommt auf 3 Monate Produktionszeit,
       so wird der Gesamtsurpluswert, wie wir gesehn haben, sein
       5 . 12
       ------ M  (Monat) =  5 x  3 =  15; statt 20, wenn das c = 0; denn
       dann
         4
            5 x 12
       S' = ------ = 20. Nun aber 15 ist der
              3
       
       #568# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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       Gewinn eines  Kapitals von 75 zu 5%, bei dem die Zirkulationszeit
       = 0 wäre; das 4mal umschlüge im Jahr; beständig beschäftigt wäre.
       Am Ende  des ersten Vierteljahrs 33/4; am Ende des Jahres 15. (Es
       würde aber  nur ein Gesamtkapital von 300 umschlagen, während von
       400, wenn  im obigen Fall et = 0.) Also kann ein Kapital von 100,
       bei dem  die Zirkulationszeit 1 Monat auf 3 M Produktionszeit be-
       trägt, beständig produktiv employen 139*) ein Kapital von 75; ein
       Kapital von  25 ist beständig zirkulierend und unproduktiv. 75:25
       = 3  M :  1 M  oder, wenn wir den in der Produktion beschäftigten
       Teil des Kapitals p nennen, den in der Zirkulation c und die ent-
       sprechenden Zeiten  c' und  p', so  p : c = p' : c'. (p : c = 1 :
       1/3.) Der  in der  Produktion befindliche Teil des C verhält sich
       beständig zu  dem in der Zirkulation befindlichen = 1 : 1/3; dies
       1/3 beständig durch wechselnde Bestandteile repräsentiert. Aber p
       : C = 75 : 100 = 3/4; c = 1/4; p : C = 1 : 4/3 und c: C= 1:4. Der
       Gesamtumlauf =4 M, p:U = 3M:4M  = 1 : 4/3.
       ¦¦36¦ Bei  der Zirkulation des Kapitals findet gleichzeitig statt
       Form Wechsel und Stoffwechsel. Wir müssen beginnen hier nicht von
       G[eld], sondern  vom Produktionsprozeß  als der Voraussetzung. In
       der Produktion,  nach der  stofflichen Seite hin betrachtet, wird
       das Instrument  aufgenutzt und  das Rohmaterial  verarbeitet; das
       Resultat ist das Produkt - ein neugeschaffner Gebrauchswert, ver-
       schieden von seinen elementarischen Voraussetzungen. Im Produkti-
       onsprozeß, nach  der stofflichen  Seite betrachtet,  erst Produkt
       geschaffen. Dies  ist die erste und wesentliche stoffliche Verän-
       derung. Auf  dem Markt, im Austausch gegen Geld, wird das Produkt
       aus dem  Kreislauf des Kapitals ausgestoßen und fällt der Konsum-
       tion anheim,  wird Gegenstand  der Konsumtion, sei es zur finalen
       Befriedigung eines  individuellen Bedürfnisses  oder als Rohmate-
       rial eines  andren Kapitals.  Im Austausch  der Ware  gegen  Geld
       fällt die  stoffliche und  Formveränderung zusammen;  da im  Geld
       eben der  Inhalt selbst  zur ökonomischen  Formbestimmung gehört.
       Die Rückverwandlung von Geld in Ware ist aber hier zugleich da in
       der Rückverwandlung  des Kapitals in die stofflichen Produktions-
       bedingungen. Es  findet Reproduktion  eines bestimmten Gebrauchs-
       werts statt  ebensogut wie die von Wert als solchem. Wie aber das
       stoffliche Element  von vornherein hier beim Eintritt in die Zir-
       kulation als  Produkt gesetzt  war, so am Ende derselben die Ware
       wieder als  Produktionsbedingung. Soweit  das Geld als Zirkulati-
       onsmittel hier  figuriert, ist  es in der Tat nur als Vermittlung
       der Produktion  einerseits mit  der Konsumtion,  in  dem  échange
       140*), wo  das Kapital den Wert in der Form des Produkts von sich
       abstößt, und Vermittlung zwischen der Produktion und Produktion
       -----
       139*) anwenden - 140*) Austausch
       
       #569# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       andrerseits, wo  das Kapital  sich in der Form des Geldes abstößt
       und die  Ware in  der Form  der  Produktionsbedingung  in  seinen
       Kreislauf zieht. Nach der stofflichen Seite des Kapitals betrach-
       tet, erscheint  das Geld  bloß als  Zirkulationsmittel; nach  der
       Formseite, als  das nominelle  Maß seiner Verwertung und für eine
       bestimmte Phase als für sich seiender Wert; das Kapital ist daher
       ebenso W-G-G-W,  wie G-W-W-G,  und zwar  so, daß beide Formen der
       einfachen Zirkulation  hier zugleich  weiter bestimmt sind 141*),
       indem G-G  Geld ist,  das Geld  schafft, und  W-W Ware, deren Ge-
       brauchswert ebenso  reproduziert wie  vermehrt wird. In bezug auf
       die Geldzirkulation,  die hier als in die Kapitalzirkulation ein-
       gehend und  von ihr  bestimmt erscheint wollen wir nur en passant
       bemerken -  denn die Sache au fond 142*) kann erst behandelt wer-
       den, nachdem  die vielen  Kapitalien betrachtet sind in ihrer Ak-
       tion und Reaktion aufeinander, daß offenbar das Geld hier in ver-
       schiednen Bestimmungen gesetzt ist. -
       Es ist  bisher angenommen  worden, daß die Produktionszeit zusam-
       menfällt mit  der Arbeitszeit.  Aber nun finden z.B. in der Agri-
       kultur Interruptionen  der Arbeit  statt innerhalb der Produktion
       selbst, bevor das Produkt beendigt ist. Es kann dieselbe Arbeits-
       zeit angewandt  sein und die Dauer der Produktionsphase verschie-
       den sein,  weil die  Arbeit unterbrochen wird. Besteht der Unter-
       schied nur  darin, daß  in einem  Fall das  Produkt längre Arbeit
       erheischt, um  gefinished 143*) zu werden, als im andren Fall, so
       ist no  case at  all constituted 144*), weil dann nach dem allge-
       meinen Gesetz klar, daß das Produkt, worin größres Arbeitsquantum
       enthalten, soviel größrer Wert, und ist die Reproduktion in einem
       gegebnen Zeitraum  dann weniger  häufig, so ist der reproduzierte
       Wert um so größer. Und 2 x 100 gerade soviel, wie 4 x 50. Wie mit
       dem Gesamtwert, verhält es sich dann mit dem Surpluswert. Die un-
       gleiche Dauer,  die verschiedne Produkte erheischen, obgleich nur
       dieselbe  Arbeitszeit   (nämlich  zusammen  in  aufgehäufter  und
       lebendiger Arbeit)  auf sie  verwandt wird, konstituiert die que-
       stion 145*).  Das Capital fixe agiert hier angeblich ganz allein,
       ohne menschliche  Arbeit, wie  z.B. der dem Schoß der Erde anver-
       traute Samen.  Soweit noch  Arbeit erheischt wird, diese abzuzie-
       hen. Die  Frage rein  zu stellen.  Wenn hier die Zirkulationszeit
       dieselbe, so  ist der Umschlag seltner, weil die Produktionsphase
       größer. Also die Produktionszeit + Umlaufszeit = 1U größer als in
       dem Fall,  wo die  Produktionszeit mit  der Arbeitszeit zusammen-
       fällt. Die  Zeit, die  hier gebraucht wird, damit das Produkt zur
       Reife kommt,  die Unterbrechungen  der Arbeit  konstituieren hier
       Produktionsbedingungen.
       -----
       141*) In der  Handschrift: sich - 142*) im Grunde - 143*) fertig-
       gestellt - 144*) überhaupt kein Fall dargestellt - 145*) Frage
       
       #570# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       Die Nicht-Arbeitszeit konstituiert Bedingung für die Arbeitszeit,
       um letztre  wirklich zur Produktionszeit zu machen. Die Frage ge-
       hört offenbar eigentlich erst in die Ausgleichung der Profitrate.
       Indes muß hier der Grund gecleart 146*) werden. Der langsamre Re-
       turn 147*)  - dies ist das Wesentliche - rührt hier nicht her von
       der Zirkulationszeit,  sondern von  den Bedingungen selbst, unter
       denen die Arbeit produktiv wird; er 148*) gehört zu den technolo-
       gischen Bedingungen  des Produktionsprozesses. Es muß absolut ge-
       leugnet werden, es ist geradezu abgeschmackt, daß ein natürlicher
       Umstand, der  das Kapital  in einem  bestimmten  Produktionszweig
       hindert, sich in derselben Zeit mit demselben Quantum Arbeitszeit
       auszutauschen, wie ein andres Kapital in andrem Produktionszweig,
       irgendwie dazu beitragen kann, seinen Wert zu  v e r m e h r e n.
       Der Wert, also auch der Surpluswert, nicht = der Zeit, welche die
       Produktionsphase dauert,  sondern der während dieser Produktions-
       phase angewandten  Arbeitszeit, vergegenständlichten wie lebendi-
       gen. Letztre  allein - und zwar im Verhältnis, wie sie zur verge-
       genständlichten angewandt  ist -  kann Surpluswert schaffen, weil
       Surplusarbeitszeit. {Daß  bei der Ausgleichung der Profitrate an-
       dre Bestimmungen  hereinkommen, klar.  Hier aber  handelt es sich
       nicht um  das Verteilen des Surpluswerts, sondern um seine Schöp-
       fung.} Es  ist daher  mit Recht behauptet worden, daß nach dieser
       Seite hin  die Agrikultur  f.i. weniger  produktiv (Produktivität
       bezieht sich  hier auf  Produktion von  Werten) als  andre  Indu-
       strien. Ebenso  wie von  der  andren  Seite  -    i n s o f e r n
       W a c h s e n   d e r  P r o d u k t i v i t ä t  i n  i h r  di-
       rekt   d i e   n o t w e n d i g e  A r b e i t s z e i t  v e r-
       m i n d e r t   -   s i e   p r o  d u k t i v e r   i s t  a l s
       a l l e   a n d r e n.   Dieser Umstand  selbst kann ihr aber nur
       zugut kommen,  wo das   K a p i t a l  schon herrscht und die ihm
       entsprechende general form of production 149*). Es liegt schon in
       dieser Unterbrechung  innerhalb  der  Produktionsphase,  daß  die
       Agrikultur nie die Sphäre sein kann, mit der das Kapital beginnt;
       wo es seinen ursprünglichen Sitz aufschlägt. Es widerspricht dies
       den ersten Grundbedingungen der industriellen Arbeit. Es ist also
       erst durch Rückwirkung, daß die Agrikultur dem Kapital vindiziert
       150 wird  und der Ackerbau industriell wird. Erheischt einerseits
       hohe Entwicklung  der Konkurrenz;  andrerseits große  Entwicklung
       von Chemie,  Mechanik etc., i.e. der Manufakturindustrie. Es fin-
       det sich  daher auch  historisch, daß die Agrikultur nie  r e i n
       e r s c h e i n t   in den  Produktionsweisen,  die  dem  Kapital
       vorhergehn oder  seinen eignen unentwickelten Stufen entsprechen.
       Ländliche Nebenindustrie,  wie Spinnen,  Weben etc.  muß make  up
       151*) für  die Grenze  der Anwendung  der Arbeitszeit,  die  hier
       gesetzt ist - und die in diesen Unterbrechungen liegt. Das
       -----
       146*) bereinigt -   147*) Gewinnrücklauf  -  148*) in  der  Hand-
       schrift: sie  - 149*) allgemeine  Produktionsweise -  150*) zuer-
       kannt - 151*) Ersatz bieten
       
       #571# Fixes und zirkulierendes Kapital
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       Nichtzusammenfallen der  Produktionszeit mit der Arbeitszeit kann
       überhaupt nur  an Naturbedingungen  liegen, die  hier direkt  der
       Verwertung der  Arbeit im Weg stehn, d. h. der Aneignung von Sur-
       plusarbeit durch  das Kapital.  Diese Hindernisse  in seinem Wege
       konstituieren natürlich  keine advantages  152*), sondern, de son
       point de  vue 153*), Verluste. Der ganze case ist hier eigentlich
       nur zu  erwähnen, als  Beispiel des fixierten, in einer Phase fi-
       xierten Kapitals. Was festzuhalten, ist hier nur, daß das Kapital
       keinen Mehrwert schafft, solange es keine lebendige Arbeit anwen-
       det. Die Reproduktion des angewandten capital fixe selbst ist na-
       türlich nicht Setzen von Surpluswert.
       (Beim menschlichen  Körper, wie  beim Kapital,  tauschen sich bei
       der Reproduktion  die verschiednen  Portionen nicht  in  gleichen
       Zeiträumen aus, Blut erneuert sich rascher als Muskel, Muskel als
       Knochen, die nach dieser Seite als das Capital fixe des menschli-
       chen Körpers betrachtet werden können.)
       ¦¦37¦ Als  die Mittel,  die Zirkulation  zu beschleunigen,  zählt
       Storch auf: 1. Bildung einer Klasse von "Arbeitern", die sich nur
       mit dem  Handel beschäftigt;  2. facilité der moyens de transport
       154*); 3. Geld; 4. Crédit. (Sieh oben.) 155*)
       Aus dieser kunterbunten Zusammenstellung geht die ganze Konfusion
       der politischen  Ökonomen hervor.  Geld und Geldzirkulation - was
       wir einfache  Zirkulation nannten,  ist Voraussetzung,  Bedingung
       sowohl des Kapitals selbst, wie der Zirkulation des Kapitals. Das
       Geld, wie  es daher existiert, als einer dem Kapital vorhergehen-
       den Stufe der Produktion angehöriges Verhältnis des Verkehrs, das
       Geld als Geld, in seiner unmittelbaren Form, kann daher nicht ge-
       sagt werden,  die Zirkulation des Kapitals zu beschleunigen, son-
       dern ist Voraussetzung derselben. Wenn wir vom Kapital und seiner
       Zirkulation sprechen, stehn wir auf einer Stufe der gesellschaft-
       lichen Entwicklung,  wo die  Einführung des Geldes nicht als Ent-
       deckung  etc.  hereinkommt,  sondern    V o r a u s s e t z u n g
       ist. Soweit  das Geld  in seiner  unmittelbaren Form  selbst Wert
       hat, nicht  nur der  Wert andrer  Waren ist, Symbol ihres Werts -
       denn wenn  ein selbst Unmittelbares ein andres Unmittelbares sein
       soll, so  kann es  dasselbe nur   v o r s t e l l e n,  d'une ma-
       nière ou  d'une autre  symbol 156*)  -, sondern  selbst Wert hat,
       selbst vergegenständlichte  Arbeit in einem bestimmten Gebrauchs-
       wert ist,  ist das Geld so weit entfernt, die Zirkulation des Ka-
       pitals zu  beschleunigen, daß  es sie  vielmehr aufhält. Das Geld
       nach beiden  Seiten hin betrachtet, wie es in der Zirkulation des
       Kapitals vorkommt, sowohl als Zirkulationsmittel wie
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       152*) Vorteile - 153*) von seinem Standpunkt aus - 154*) zur Ver-
       fügung stehende  Transportmittel - 155*) siehe vorl. Band, S. 537
       - 156*) auf die eine oder andere Weise symbolisch
       
       #572# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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       als realisierter  Wert des Kapitals gehört zu den Zirkulationsko-
       sten, sofern  es selbst  Arbeitszeit ist,  die angewandt wird, um
       einerseits die  Zirkulationszeit abzukürzen, andrerseits ein qua-
       litatives Moment  - Rückverwandlung  des Kapitals in sich als für
       sich seienden  Wert -  der Zirkulation  darzustellen. Nach beiden
       Seiten hin  vermehrt es  den Wert nicht. Nach der einen Seite hin
       ist es  eine kostbare, Arbeitszeit kostende, also vom Surpluswert
       abgehnde Form,  den Wert  darzustellen. Nach der andren Seite hin
       kann es als eine Maschine betrachtet werden, die Zirkulationszeit
       spart und  so Zeit für die Produktion freisetzt. Insofern es aber
       selbst als  solche Maschine Arbeit kostet und ein Produkt der Ar-
       beit ist, repräsentiert es dem Kapital gegenüber faux frais de la
       production 157*) . Es figuriert unter den Zirkulationskosten.
       Die  ursprüngliche   Zirkulationskost  ist  die  Zirkulationszeit
       selbst im  Gegensatz zur Arbeitszeit. Die reellen Zirkulationsko-
       sten sind  selbst vergegenständlichte  Arbeitszeit - Maschinerie,
       um die ursprünglichen Kosten der Zirkulationszeit abzukürzen. Das
       Geld in  seiner unmittelbaren Form, wie es einer dem Kapital vor-
       hergehnden historischen  Stufe der Produktion angehört, erscheint
       ihm daher  als Zirkulationskost,  und das  Bestreben des Kapitals
       geht daher  dahin, es sich adäquat umzugestalten; es daher zu ma-
       chen zu  einem keine  Arbeitszeit kostenden,  nicht selbst  Wert-
       vollen, Repräsentanten  eines Momentes der Zirkulation. Das Kapi-
       tal ist  daher darauf  gerichtet, es in seiner überlieferten, un-
       mittelbaren Realität  aufzuheben und  es in  ein nur  vom Kapital
       G e s e t z t e s   und ebenso Aufgehobnes, rein  I d e e l l e s
       zu verwandeln. Es kann also nicht, wie Storch tut, gesagt werden,
       daß das  Geld überhaupt ein Beschleunigungsmittel der Zirkulation
       des Kapitals; sondern es muß umgekehrt gesagt werden, daß das Ka-
       pital es  in ein bloß  i d e e l l e s  Moment seiner Zirkulation
       zu verwandeln  und erst in die ihm entsprechende adäquate Form zu
       erheben sucht.  Aufheben des  Geldes in seiner unmittelbaren Form
       erscheint als Forderung der zum Moment der Kapitalzirkulation ge-
       wordnen Geldzirkulation; weil in seiner unmittelbar vorausgesetz-
       ten Form  es   S c h r a n k e  der Zirkulation des Kapitals ist.
       Z i r k u l a t i o n   o h n e   Z i r k u l a t i o n s z e i t
       ist die  Tendenz des Kapitals; daher auch Setzen der Instrumente,
       die nur  zur Abkürzung  der Zirkulationszeit  dienen, in bloß vom
       Kapital gesetzte   F o r m b e s t i m m u n g e n,   wie die un-
       terschieden Momente,  die das  Kapital in  der Zirkulation durch-
       läuft, qualitative Bestimmungen seiner eignen Metamorphose sind.
       Was die  Bildung eines  besondren Handelsstandes  betrifft - d.h.
       eine Entwicklung  der Teilung  der Arbeit,  die das  Geschäft des
       Austauschens selbst in eine besondre Arbeit verwandelt hat - wozu
       natürlich die Summe der
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       157*) Produktionsnebenkosten
       
       #573# Fixes und zirkulierendes Kapital
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       Tauschoperationen schon  gewisse Höhe erreicht haben muß - (nähme
       der Austausch  bei 100  Leuten den 100. Teil ihrer Arbeitszeit in
       Anspruch, so ist jeder Mann 1/100 Austauschender; 100/100 Austau-
       schender repräsentierte  one single man 158*). Auf die 100 könnte
       dann ein Kaufmann kommen. Die Separation des Handels von der Pro-
       duktion selbst  oder daß  der Austausch  selbst gegen die Austau-
       schenden repräsentiert  wird, erfordert  überhaupt, daß  der Aus-
       tausch und Verkehr entwickelt sind to a certain degree 159*). Der
       Kaufmann stellt  dem Verkäufer  gegenüber alle Käufer, dem Käufer
       gegenüber alle Verkäufer vor, also 160*) ist er nicht ein Extrem,
       sondern die  Mitte des  Austauschs selbst;  erscheint  daher  als
       Mittler) -  die Bildung des Kaufmannsstandes, die die des Geldes,
       wenn auch nicht in allen seinen Momenten entwickelt, voraussetzt,
       ist ebenfalls  eine Voraussetzung  für das Kapital und kann daher
       nicht angeführt werden, als seine spezifische Zirkulation vermit-
       telnd. Da der Handel eine  V o r a u s s e t z u n g,  historisch
       sowohl wie begrifflich für die Entstehung des Kapitals, so werden
       wir, ehe wir dieses Kapitel abschließen, darauf zurückkommen müs-
       sen, da es vor oder in den Abschnitt von der Entstehung des Kapi-
       tals gehört.
       Erleichterung der Transportmittel, soweit sie meint Erleichterung
       der physischen  Warenzirkulation, gehört  nicht hierhin,  wo bloß
       die Formbestimmungen der Zirkulation des Kapitals betrachtet wer-
       den. Das  Produkt wird erst Ware, tritt erst aus der Produktions-
       phase heraus,  sobald es auf dem  M a r k t  ist. Andrerseits ge-
       hören die Transportmittel insofern herein, als die  R e t u r n s
       161*) des  Kapitals -  d. h. die Zirkulationszeit mit der Entfer-
       nung des  Markts von  dem Ort  der Produktion  162  wachsen  muß.
       Abkürzung derselben  durch Transportmittel erscheint also direkt,
       nach dieser  Seite hin direkt, in die Betrachtung der Zirkulation
       des Kapitals  gehörig. Doch  gehört dies  eigentlich in die Lehre
       vom Markt, die selbst in den Abschnitt vom Kapital gehört.
       Endlich  K r e d i t.  Diese direkt vom Kapital gesetzte Form der
       Zirkulation etc. - die also spezifisch aus der Natur des Kapitals
       hervorgeht, diese  differentia specifica  163 des  Kapitals wirft
       Storch etc.  hier zusammen mit Geld, Handelsstand etc., die über-
       haupt der  Entwicklung des  Austauschs und der more or less 164*)
       auf  ihr   gegründeten  Produktion   angehören.  Die  differentia
       specifica anzugeben,  ist hier  sowohl    l o g i s c h e    Ent-
       wicklung  als  Schlüssel  zum  Verständnis  der    h i s t o r i-
       s c h e n.  Wir finden auch historisch in England z.B. (ebenso in
       Frankreich) die  Versuche, Geld durch Papier zu ersetzen, andrer-
       seits dem
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       158*) einen einzelnen  Mann - 159*) bis zu einem gewissen Grade -
       160*) in der  Handschrift: alle  Verkäufer vor  und vice,  also -
       161*) Gewinnrückläufe -  , 162*) in der Handschrift: Produktions-
       zeit -  163*) dieses Unterscheidungsmerkmal - 164*) mehr oder we-
       niger
       
       #574# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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       Kapital, soweit  es in  der Form  des  W e r t s  existiert, eine
       rein von  ihm selbst gesetzte Form zu geben, endlich Versuche zur
       Gründung des  Kredits gleich  mit Aufkommen  des Kapitals.  (Z.B.
       Petty, Boisguillebert.)
       Wir können  innerhalb der Zirkulation als des Gesamtprozesses un-
       terscheiden zwischen  der großen und der kleinen Zirkulation. Die
       erstre umfaßt  die ganze  Periode von  dem Moment, wo das Kapital
       aus dem Produktionsprozeß heraustritt, bis es in ihn zurückkehrt.
       Die zweite  ist kontinuierlich und geht gleichzeitig mit dem Pro-
       duktionsprozeß selbst beständig vor sich. Es ist der Teil des Ka-
       pitals, der  als Salair  ausgezahlt wird, ausgetauscht wird gegen
       das Arbeitsvermögen.  Dieser Zirkulationsprozeß des Kapitals, der
       der Form  nach gesetzte,  aber in der Tat sich aufhebende und als
       nur formell setzende Austausch von Äquivalenten (der Übergang von
       Wert in Kapital, wo der Austausch von Äquivalenten in sein Gegen-
       teil umschlägt  und auf  der Basis  des Austauschs  der Austausch
       rein formell wird, and the mutuality is all on one side 165), ist
       so zu  entwickeln: Werte,  die ausgetauscht  werden,  sind  immer
       vergegenständlichte Arbeitszeit,  ein gegenständlich  vorhandnes,
       w e c h s e l s e i t i g  vorausgesetztes Quantum daseiender (in
       einem Gebrauchswert)  Arbeit. Der  Wert als solcher ist immer Ef-
       fekt, nie  Ursache. Er drückt aus das Quantum Arbeit, wodurch ein
       Gegenstand produziert  ist, also  - dieselbe Stufe der Produktiv-
       kräfte vorausgesetzt  - reproduziert  werden kann. Der Kapitalist
       tauscht nicht  Kapital direkt  gegen Arbeit aus oder Arbeitszeit;
       sondern in Waren enthaltne, aufgearbeitete Zeit gegen im lebendi-
       gen Arbeitsvermögen enthaltne, ausgearbeitete Zeit. Die lebendige
       Arbeitszeit, die er eintauscht, ist nicht der Tauschwert, sondern
       der Gebrauchswert  des Arbeitsvermögens.  Wie eine Maschine nicht
       ausgetauscht, bezahlt  wird als Ursache von Effekten, sondern als
       selbst Effekt;  nicht nach  ihrem Gebrauchswert  im  Produktions-
       prozeß, sondern  als Produkt  - bestimmtes Quantum vergegenständ-
       lichter Arbeit. Die Arbeitszeit, die im Arbeitsvermögen enthalten
       ist, d.h.  die Zeit,  notwendig, um das lebendige Arbeitsvermögen
       herzustellen, ist  dieselbe, die nötig ist - unter der Vorausset-
       zung derselben  Stufe der Produktivkräfte ", es zu reproduzieren,
       d. h. zu erhalten.
       Der Austausch  also, der  zwischen Kapitalist  und ¦¦38¦ Arbeiter
       vorgeht, ist  also vollständig  den Gesetzen  des Austauschs ent-
       sprechend; aber nicht nur entsprechend, sondern seine letzte Aus-
       bildung. Denn  solang das  Arbeitsvermögen nicht selbst sich aus-
       tauscht, beruht  die Grundlage  der Produktion noch nicht auf dem
       Austausch, sondern  der Austausch  ist bloß  ein enger Kreis, der
       auf Nichtaustausch  als seiner  Basis ruht, wie in allen der bür-
       gerlichen
       -----
       165*) und die Gegenseitigkeit ist ganz auf einer Seite
       
       #575# Fixes und zirkulierendes Kapital
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       Produktion vorhergehenden  Stufen. Der  Gebrauchswert  des  Werts
       aber, den der Kapitalist eingetauscht hat, ist selbst das Element
       der Verwertung und ihr Maß, die lebendige Arbeit und Arbeitszeit,
       und zwar  mehr Arbeitszeit als vergegenständlicht ist im Arbeits-
       vermögen, d.h.  mehr Arbeitszeit, als die Reproduktion des leben-
       digen Arbeiters  kostet. Dadurch,  daß also  das Kapital  das Ar-
       beitsvermögen als Äquivalent eingetauscht, hat es die Arbeitszeit
       - soweit  sie über  die im Arbeitsvermögen enthaltne hinausgeht -
       ohne Äquivalent  eingetauscht; sich  fremde Arbeitszeit   o h n e
       A u s t a u s c h  vermittelst der  F o r m  des Austauschs ange-
       eignet. Der  Austausch wird  daher bloß  formell und, wie wir ge-
       sehn, bei  der weitren  Entwicklung des  Kapitals auch der Schein
       aufgehoben, als  ob das  Kapital gegen  das Arbeitsvermögen etwas
       andres eintauschte  als seine  eigne vergegenständlichte  Arbeit;
       also überhaupt  etwas gegen  es eintauschte.  Der Umschlag  kommt
       also dadurch  hervor - daß die letzte Stufe des freien Austauschs
       der Austausch  des Arbeitsvermögens als Ware, als Wert gegen eine
       Ware, gegen Wert ist; daß es eingehandelt wird als vergegenständ-
       lichte Arbeit, sein Gebrauchswert aber in lebendiger Arbeit, d.h.
       im Setzen  von Tauschwert besteht. Der Umschlag kommt daraus her-
       vor, daß  der Gebrauchswert  des Arbeitsvermögens als Wert selbst
       das wertschaffende  Element, die Substanz des Werts ist und wert-
       vermehrende Substanz.  In diesem Austausch gibt also der Arbeiter
       für das  Äquivalent der  in ihm  vergegenständlichten Arbeitszeit
       seine wertschaffende  und - vermehrende lebendige Arbeitszeit. Er
       verkauft sich als Effekt. Als Ursache, als Tätigkeit, wird er ab-
       sorbiert vom  und inkarniert  in das Kapital. So schlägt der Aus-
       tausch in  sein Gegenteil um, und die Gesetze des Privateigentums
       - die Freiheit, Gleichheit, Eigentum - das Eigentum an der eignen
       Arbeit und  die freie Disposition darüber - schlagen um in Eigen-
       tumslosigkeit des  Arbeiters und  Entäußerung seiner Arbeit, sein
       Verhalten zu ihr als fremdem Eigentum und vice versa.
       Die Zirkulation  des als  Salair gesetzten Teils des Kapitals be-
       gleitet den  Produktionsprozeß, erscheint als ökonomische Formbe-
       ziehung neben  ihm und  ist gleichzeitig und interwoven 166*) mit
       ihm. Diese  Zirkulation setzt  erst das  Kapital als solches; ist
       Bedingung seines  Verwertungsprozesses und  setzt nicht  nur eine
       Formbestimmung desselben, sondern seine Substanz. Es ist dies der
       beständig zirkulierende  Teil des Kapitals, der keinen Augenblick
       in den Produktionsprozeß selbst eingeht und beständig ihn beglei-
       tet. Es  ist der Teil des Kapitals, der keinen Augenblick in sei-
       nen Reproduktionsprozeß  eingeht, was  beim Rohmaterial nicht der
       Fall. Das  Approvisionnement des  Arbeiters geht  als Produkt aus
       dem Produktionsprozeß hervor, als Resultat; aber als solches
       -----
       166*) verflochten
       
       #576# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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       geht es nie ein in den Produktionsprozeß, weil es für die indivi-
       duelle Konsumtion  finished produce 167*) ist, unmittelbar in die
       Konsumtion des Arbeiters eingeht und unmittelbar gegen sie ausge-
       tauscht wird. Es ist dies also sowohl im Unterschied von Rohstoff
       wie Arbeitsinstrument  das circulating capital ???' ?????? 168*).
       Hier ist  das einzige  Moment im  Kreislauf des  Kapitals, wo die
       Konsumtion unmittelbar  hereintritt. Da,  wo die  Ware gegen Geld
       ausgetauscht wird, kann sie von einem andren Kapital als Rohstoff
       für neue Produktion eingetauscht sein. Ferner tritt nach den Vor-
       aussetzungen des  Kapitals ihm nicht der einzelne Konsument, son-
       dern der  Kaufmann entgegen; der die Ware selbst kaufende, um sie
       gegen Geld  zu verkaufen.  (Diese Voraussetzung  mit dem Handels-
       stand  überhaupt  zu  entwickeln.  Damit  die  Zirkulation  unter
       dealers 169*)  von der zwischen dealers und Konsumenten verschie-
       den.)
       Das zirkulierende  Kapital erscheint hier also direkt als das für
       die individuelle Konsumtion der Arbeiter bestimmte; überhaupt für
       unmittelbare Konsumtion  bestimmte und daher in der Form von fer-
       tigem Produkt existierende. Wenn daher einerseits das Kapital als
       Voraussetzung des Produkts, erscheint ebensosehr das fertige Pro-
       dukt als  Voraussetzung des  Kapitals - was sich historisch dahin
       löst, daß das Kapital nicht die Welt von vorn angefangen, sondern
       Produktion und  Produkte vorfand,  bevor  es  sie  seinem  Prozeß
       unterwarf. Einmal  im Gang,  von sich  selbst ausgehend, setzt es
       sich beständig  in seinen  verschiednen Formen als konsumierbares
       Produkt, Rohstoff und Arbeitsinstrument voraus, um sich in diesen
       Formen beständig  zu reproduzieren. Sie erscheinen einmal als die
       von ihm  selbst vorausgesetzten Bedingungen und dann als sein Re-
       sultat. Es  produziert in seiner Reproduktion seine eignen Bedin-
       gungen. Hier  finden wir also - durch das Verhältnis des Kapitals
       zum lebendigen Arbeitsvermögen - und den Naturbedingungen der Er-
       haltung des  letztren -  das zirkulierende  Kapital auch nach der
       Seite des  Gebrauchswerts hin bestimmt, als direkt in die indivi-
       duelle Konsumtion eingehndes und von ihr als Produkt aufzuzehren-
       des. Es  ist daher  falsch geschlossen  worden, daß das zirkulie-
       rende Kapital überhaupt  k o n s u m i e r b a r e s  ist, als ob
       Kohle, Öl,  Farbstoff etc., Instrumente etc., Bodenverbesserungen
       etc., Fabrikhäuser  nicht ebenfalls  alle konsumiert werden, wenn
       unter Konsumtion  die Aufhebung  ihres Gebrauchswerts  und  ihrer
       Form verstanden  wird; alle  aber ebensogut nicht konsumiert wer-
       den, wenn  individuelle Konsumtion,  Konsumtion  im  eigentlichen
       Sinn darunter verstanden wird.
       In dieser  Zirkulation  stößt  sich  das  Kapital  beständig  als
       vergegenständlichte Arbeit von sich ab, um die lebendige Arbeits-
       kraft, seine Lebensluft, sich
       -----
       167*) gefertigtes Produkt - 168*) in reinster Form -  169*) Händ-
       lern
       
       #577# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       zu assimilieren.  Was nun  die Konsumtion des Arbeiters betrifft,
       so reproduziert  sie eins - nämlich ihn selbst als lebendiges Ar-
       beitsvermögen. Da  diese Reproduktion seiner selbst Bedingung für
       das Kapital,  so erscheint  auch die Konsumtion des Arbeiters als
       Reproduktion nicht  direkt des  Kapitals, aber  der Verhältnisse,
       unter denen  es allein Kapital ist. Das lebendige Arbeitsvermögen
       gehört ebenso  unter seine  Existenzbedingungen wie  Rohstoff und
       Instrument. Es  reproduziert sich  also doppelt, in seiner eignen
       Form, in  der Konsumtion  des Arbeiters,  aber nur soweit sie ihn
       als lebendiges  Arbeitsvermögen  reproduziert.  Diese  Konsumtion
       nennt das  Kapital daher produktive Konsumtion - produktiv, nicht
       insofern sie  das Individuum reproduziert, sondern die Individuen
       als Arbeitsvermögen.
       Wenn Rossi daran Anstoß nimmt, daß das Salair zweimal in Rechnung
       gebracht werde,  einmal als Revenu des Arbeiters, dann als repro-
       duktive Konsumtion  des Kapitals,  so gilt  der Einwurf nur gegen
       die, die  das Salair direkt in den Produktionsprozeß des Kapitals
       als Wert eingehn lassen. Denn das Zahlen des Salairs ist ein Zir-
       kulationsakt, der  gleichzeitig mit  und neben dem Produktionsakt
       vorgeht. Oder  wie Sismondi  sagt von  diesem Gesichtspunkt aus -
       der Arbeiter konsumiert sein Salair unreproduktiv; aber der Kapi-
       talist konsumiert  es produktiv,  insofern er Arbeit dagegen ein-
       tauscht, die  das Salair  und mehr  als das  Salair reproduziert.
       [299] Dies  bezieht sich  auf das  Kapital selbst nur, als Objekt
       betrachtet. Insofern  das Kapital  aber Verhältnis  ist, und zwar
       Verhältnis zum  lebendigen Arbeitsvermögen, reproduziert die Kon-
       sumtion des  Arbeiters dies Verhältnis; oder das Kapital reprodu-
       ziert sich  doppelt, als  Wert durch  Eintausch der  Arbeit - als
       Möglichkeit, den  Verwertungsprozeß von  neuem zu  beginnen,  von
       neuem als  Kapital zu agieren - es reproduziert sich als Verhält-
       nis durch  die Konsumtion des Arbeiters, die ihn reproduziert als
       gegen Kapital - Salair als Teil des Kapitals - austauschbares Ar-
       beitsvermögen.
       Diese Zirkulation zwischen Kapital und Arbeit ergibt also die Be-
       stimmung eines Teils des Kapitals als beständig zirkulierend, das
       Approvisionnement; beständig konsumiert; beständig zu reproduzie-
       ren. An  dieser Zirkulation  zeigt sich schlagend der Unterschied
       zwischen Kapital  und Geld;  der Zirkulation des Kapitals und der
       Zirkulation des  Geldes. Das  Kapital zahlt z. B. wöchentlich Ar-
       beitslohn; der Arbeiter trägt diesen Lohn zum épicier 170*) etc.;
       dieser direkt  oder indirekt  deponiert es beim banker 171*); und
       die folgende  Woche nimmt es der Fabrikant wieder vom Bankier, um
       es wieder unter dieselben Arbeiter zu verteilen etc. und so fort.
       Dieselbe Summe Geldes zirkuliert
       -----
       170*) Kaufmann - 171*) Bankier
       
       #578# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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       beständig neue  Portionen Kapital.  Die Summe  Geldes selbst aber
       bestimmt nicht  die Portionen  Kapital, die so zirkuliert werden.
       Steigt der  Geldwert des  Arbeitslohns, so wird das zirkulierende
       Medium steigen,  aber die Masse dieses Mediums bestimmt nicht das
       Steigen. Wenn  die Produktionskosten  des Geldes nicht fielen, so
       würde keine Vermehrung desselben einen Einfluß auf die von ihm in
       diese Zirkulation  eingehende Portion ausüben. Hier erscheint das
       Geld als  bloßes Zirkulationsmittel. Da gleichzeitig viele Arbei-
       ter zu  zahlen, ist  eine bestimmte Summe Geldes gleichzeitig nö-
       tig, die  mit ihrer  Anzahl wächst. Andrerseits, durch die Rasch-
       heit des Umschlags des Geldes ist wieder geringre Summe nötig als
       in Zuständen, wo weniger Arbeiter, aber die Maschinerie der Geld-
       zirkulation nicht so geregelt.
       Diese Zirkulation  ist Bedingung des Produktionsprozesses und da-
       mit auch des Zirkulations¦¦39¦prozesses. Andrerseits, retourniert
       172*) das Kapital nicht aus der Zirkulation, so könnte diese Zir-
       kulation zwischen  Arbeiter und Kapital nicht von neuem beginnen;
       sie ist also ihrerseits dadurch bedingt, daß das Kapital die ver-
       schiednen Momente  seiner Metamorphose   a u ß e r h a l b    des
       Produktionsprozesses durchläuft.  Fände dies nicht statt, so wäre
       es nicht,  weil  nicht    G e l d    genug  als    Z i r k u l a-
       t i o n s m i t t e l   vorhanden, sondern  weil  entweder  nicht
       Kapital vorhanden  in der  Form von  Produkten, dieser  Teil  des
       z i r k u l i e r e n d e n    Kapitals  fehlte,  oder  weil  das
       Kapital sich  nicht in der  F o r m  d e s  G e l d e s  gesetzt,
       d. h.  nicht als  Kapital realisiert hätte, was aber wieder nicht
       herrührte von  dem Quantum  des Zirkulationsmittels, sondern weil
       das Kapital  sich nicht  in der   q u a l i t a t i v e n    B e-
       s t i m m u n g   als Geld gesetzt, wozu es keineswegs nötig, daß
       es in  der Form von hard cash 173*) in der unmittelbaren Geldform
       gesetzt, und  ob oder  ob nicht es sich in solcher gesetzt, hinge
       wieder nicht  ab vom  Quantum  des  als  Zirkulationsmittel  kur-
       sierenden Geldes,  sondern vom  Austausch des Kapitals gegen Wert
       als solchen;  wieder ein qualitatives, kein quantitatives Moment,
       wie wir  näher erörtern  werden, wenn  wir vom  Kapital als  Geld
       sprechen. (Zins etc.)
       Im ganzen betrachtet, erscheint die Zirkulation also dreifach:
       1. der Gesamtprozeß  - der  Verlauf des Kapitals durch seine ver-
       schiednen Momente;  danach ist es als im Fluß gesetzt; als zirku-
       lierend; soweit in jedem der Momente die Kontinuität unterbrochen
       ist virtualiter  und sich  befestigen kann  gegen das Übergehn in
       die nächste  Phase, erscheint  das Kapital hier ebenfalls als fi-
       xiert in  verschiednen Beziehungen,  und die  verschiednen Weisen
       dieses   Fixiertseins   konstituieren   verschiedne   Kapitalien,
       Warenkapital, Geldkapital, Kapital als Produktionsbedingungen.
       -----
       172*) kehrt zurück - 173*) barem Geld
       
       #579# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       2. Die kleine  Zirkulation zwischen  Kapital und Arbeitsvermögen.
       Diese begleitet den Produktionsprozeß und erscheint als Kontrakt,
       Austausch, Verkehrsform,  unter deren Voraussetzung sich der Pro-
       duktionsprozeß engagiert.  Der in  diese  Zirkulation  eingehende
       Teil des  Kapitals - das Approvisionnement - ist das capital cir-
       culant ???'  ?????? 174*).  Es ist  nicht nur  der Form  nach be-
       stimmt; sondern  sein Gebrauchswert,  d.h., seine  stoffliche Be-
       stimmung als  konsumierbares und direkt in 175*) die individuelle
       Konsumtion eingehndes  Produkt macht  selbst  einen  Teil  seiner
       Formbestimmung aus.
       3. Die große  Zirkulation; die  Bewegung des  Kapitals außer  der
       Produktionsphase, wo  seine Zeit im Gegensatz zur Arbeitszeit als
       Zirkulationszeit erscheint.  Aus diesem Gegensatz des in der Pro-
       duktionsphase begriffnen Kapitals zu dem aus derselben heraustre-
       tenden ergibt  sich der  Unterschied von   f l ü s s i g e m  und
       f i x e m   K a p i t a l.   Das letztre  ist das, welches an den
       Produktionsprozeß fixiert  ist und in ihm selbst konsumiert wird;
       zwar aus  der großen  Zirkulation herkommt, aber nicht in sie zu-
       rückkehrt und,  soweit es  zirkuliert, nur zirkuliert, um im Pro-
       duktionsprozeß konsumiert zu werden, gebannt zu werden.
       Die 3  verschiednen Unterschiede  in der Zirkulation des Kapitals
       ergeben die  3 Unterschiede zwischen zirkulierendem und fixiertem
       Kapital; setzen  einen Teil  des Kapitals  als das  zirkulierende
       ???' ??????,  weil er  nie in den Produktionsprozeß eingeht, aber
       ihn beständig  begleitet; und  drittens den  Unterschied zwischen
       f l ü s s i g e m  und  f i x e m  Kapital. Das zirkulierende Ka-
       pital in  der Form  No. 3  schließt auch  die No. 2 ein, da diese
       ebenfalls im  Gegensatz zum fixen steht; aber die No. 2 nicht die
       No. 3. Der Teil des Kapitals, der als solcher dem Produktionspro-
       zeß angehört,  ist der  Teil desselben,  der  stofflich  nur  als
       P r o d u k t i o n s m i t t e l   dient; die  Mitte bildet zwi-
       schen der  lebendigen Arbeit  und dem  zu bearbeitenden Material.
       Ein Teil  des flüssigen  Kapitals wie Kohlen, Öl, etc. dient auch
       bloß als  Produktionsmittel. Alles, was nur dient als Mittel, die
       Maschine oder  die sie bewegende Maschine in Gang zu halten. Die-
       ser Unterschied  wird noch näher zu untersuchen sein. D'abord wi-
       derspricht dies  nicht der  Bestimmung 1, da das fixe Kapital als
       W e r t   ebenfalls zirkuliert  im Verhältnis,  wie es  abgenutzt
       wird. Es ist grade in dieser Bestimmung als  f i x e s  Kapital -
       d.h. in  der Bestimmung, worin das Kapital seine Flüssigkeit ver-
       loren und mit einem  b e s t i m m t e n  Gebrauchswert identifi-
       ziert wird,  der es  seiner Transformationsfähigkeit beraubt, daß
       sich das   e n t w i c k e l t e   K a p i t a l  - soweit wir es
       bisher als  produktives Kapital  kennen -  am frappantesten  dar-
       stellt, und es ist grade in dieser scheinbar inadäquaten Form und
       im wachsenden
       -----
       174*) in reinster Form - 175*) in der Handschrift: für
       
       #580# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
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       Verhältnis derselben  zu der  Form des zirkulierenden Kapitals in
       No. 2,  daß sich  die Entwicklung  des Kapitals als Kapital mißt.
       Dieser Widerspruch hübsch. Zu entwickeln.
       Die verschiedenen  Sorten Kapital,  die in der Ökonomie äußerlich
       hereingeschneit gekommen,  erscheinen hier  als ebenso viele Nie-
       derschläge der  aus der  Natur des Kapitals selbst hervorgehenden
       Bewegungen oder  vielmehr dieser  Bewegung selbst  in ihren  ver-
       schiednen Bestimmungen.
       Das capital circulant "part" 176*) beständig vom Kapitalisten, um
       in der  ersten Form  zu ihm  zurückzukehren. Das    C a p i t a l
       f i x e  tut es nicht (Storch). [300]
       
       "Das zirkulierende Kapital jener Teil des Kapitals, der erst dann
       Profit abwirft,  wenn man  sich davon  getrennt hat;  fixes  usw.
       wirft einen solchen Profit ab, während es im Besitz seines Eigen-
       tümers bleibt."  (Malthus.) [301]  "Zirkulierendes  Kapital  gibt
       seinem Herrn  nicht Einkommen und Profit, solang es in seinem Be-
       sitz bleibt;  fixes Kapital, ohne Herrn zu wechseln und ohne Zir-
       kulation nötig zu haben, gibt diesem Profit." (A. Smith.) [302]
       
       Nach dieser  Seite, da  das (partir de son possesseur 177*)) Ver-
       reisen des  Kapitals von seinem owner 178*) nichts heißt, als die
       im Akt  des Austauschs  stattfindende  V e r ä u ß e r u n g  des
       Eigentums oder  Besitzes und dadurch die Veräußerung als Wert für
       seinen Besitzer  zu werden, die Natur alles Tauschwerts, also al-
       len Kapitals  ist, kann  die Bestimmung  in ihrer  obigen Fassung
       nicht richtig  sein. Wenn das fixe Kapital für seinen Eigner wäre
       ohne die Vermittlung des Austauschs und des in ihm eingeschloßnen
       Tauschwerts 179*),  wäre, in  fact, das  Capital fixe  bloßer Ge-
       brauchswert, also  nicht Kapital.  Was aber der obigen Bestimmung
       zugrunde liegt,  ist dies:  als   W e r t  zirkuliert das Capital
       fixe (wenn  auch nur  portionsweise, sukzessiv, wie wir sehn wer-
       den). Als   G e b r a u c h s w e r t   zirkuliert  es nicht. Das
       C a p i t a l   f i x e,  soweit es seiner stofflichen Seite nach
       betrachtet wird, als Moment des Produktionsprozesses, verläßt nie
       seine boundaries 180*); wird nicht veräußert von seinem Besitzer;
       bleibt in  seiner  Hand.  Es  zirkuliert  nur  seiner    F o r m-
       s e i t e   nach als  Kapital, perennierender  181*) Wert. In dem
       Capital circulant  findet dieser  Unterschied zwischen  Form  und
       Inhalt, Gebrauchswert und Tauschwert nicht statt. Um als letztrer
       zu zirkulieren,  zu sein,  muß es  als erstrer in die Zirkulation
       treten, veräußert  werden. Der  Gebrauchswert für  das   K a p i-
       t a l   als solches  ist nur  Wert selbst.  Das Capital circulant
       realisiert sich  nur als  Wert für  es, sobald es veräußert wird.
       Solang es  in seiner  Hand bleibt, hat es nur Wert  a n  s i c h;
       ist es aber nicht  g e s e t z t;  nur ??????? 182*) - aber nicht
       actu 183*). Das Capital fixe
       -----
       176*) "trennt sich"  -   177*) Weggehen  von  seinem  Besitzer  -
       178*) Eigentümer -  179*) in der  Handschrift:  Gebrauchswerts  -
       180*) Grenzen -  181*) beständiger - 182*) der Möglichkeit nach -
       183*) wirklich
       
       #581# Fixes und zirkulierendes Kapital
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       dagegen realisiert sich nur als Wert, solang es als Gebrauchswert
       in der  Hand des  Kapitalisten bleibt, oder, als sachliche Bezie-
       hung ausgedrückt,  solang es im Produktionsprozeß bleibt, was als
       die innre  organische Bewegung  des Kapitals, seine Beziehung auf
       sich, gegen  seine animalische  Bewegung, [gegen] sein Dasein für
       andres betrachtet  werden kann.  Da das   C a p i t a l   f i x e
       also, sobald  es in den Produktionsprozeß eingetreten ist, in ihm
       bleibt, vergeht es auch in ihm, wird in ihm aufgezehrt. Die Dauer
       dieses Vergehns geht uns hier noch nicht an.
       Nach  dieser   Seite  gehört   also  das,   was  Cherbuliez   die
       m a t i è r e s   i n s t r u m e n t a l e s  184*) nennt, [303]
       wie Kohlen,  Holz, Öl,  Talg etc.,  die  vollständig  im  Produk-
       tionsprozeß vernichtet werden, die nur  G e b r a u c h s w e r t
       für den  Prozeß der  Produktion selbst  haben, zum  C a p i t a l
       f i x e.   Dieselben Materien haben aber auch einen Gebrauchswert
       außer der  Produktion und  können auch in andrer Weise konsumiert
       werden, ganz  ebensogut wie Baulichkeiten, Häuser etc. nicht not-
       wendig für  die Produktion bestimmt sind. Sie sind  C a p i t a l
       f i x e   nicht durch  die bestimmte  Weise ihres  Seins, sondern
       durch ihren  Gebrauch. Sie werden es, sobald sie in den Produkti-
       onsprozeß treten.  Sie sind   C a p i t a l  f i x e,  sobald sie
       als Momente  des Produktionsprozesses  des Kapitals gesetzt sind;
       weil sie ¦¦40¦ dann ihre Eigenschaft, möglicherweise Capital cir-
       culant zu sein, verlieren.
       Wie also der in den kleinen Kreislauf des Kapitals eingehnde Teil
       des Kapitals - oder das Kapital, soweit es in diese Bewegung ein-
       geht -  die Zirkulation zwischen Kapital und Arbeitsvermögen, der
       als Salair zirkulierende Teil des Kapitals -  n i e  a u s  d e r
       Z i r k u l a t i o n   h e r a u s  -,  u n d  n i e  i n  d e n
       P r o d u k t i o n s p r o z e ß      d e s      K a p i t a l s
       h e r e i n t r i t t,   seiner stofflichen  Seite nach,  als Ge-
       brauchswert, sondern er immer als Produkt, Resultat eines vorher-
       gehnden Produktionsprozesses von diesem abgestoßen wird, so umge-
       kehrt tritt  der als   C a p i t a l  f i x e  bestimmte Teil des
       Kapitals als  Gebrauchswert seinem  materiellen Dasein  nach, nie
       aus dem  P r o d u k t i o n s p r o z e ß  heraus und nie in die
       Z i r k u l a t i o n   w i e d e r   h i n e i n.   Während  der
       letztre nur  als   W e r t  (als Teil des Werts des fertigen Pro-
       dukts) in  die Zirkulation  eintritt, so  tritt der andre nur als
       W e r t   in den  Produktionsprozeß herein,  indem die notwendige
       Arbeit die  Reproduktion des Salairs ist, des Teils des Werts des
       Kapitals, der als Salair zirkuliert. Dies also ist die  e r s t e
       Bestimmung des  Capital fixe, und nach dieser Seite hin umfaßt es
       auch die  m a t i è r e s  i n s t r u m e n t a l e s.
       Z w e i t e n s:   Das Capital fixe kann aber nur als Wert in die
       Zirkulation treten,  soweit es  als Gebrauchswert im Produktions-
       prozeß vergeht. Es geht als Wert
       -----
       184*) Produktionshilfsstoffe
       
       #582# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       in das  Produkt ein  - d.h. als in ihm aufgearbeitete oder in ihm
       aufgehobne Arbeitszeit -, insofern es in seiner selbständigen Ge-
       stalt als  Gebrauchswert vergeht.  Durch seinen  Gebrauch wird es
       abgenutzt, aber so, daß sein Wert aus seiner Form in die des Pro-
       dukts übertragen wird. Wird es nicht benutzt, nicht aufgezehrt im
       Produktionsprozeß selbst  - steht  die Maschine still, rostet das
       Eisen, verfault  das Holz  -, so  vergeht natürlich sein Wert mit
       seinem vergänglichen  Dasein als Gebrauchswert. Seine Zirkulation
       als Wert  entspricht seiner  Konsumtion im  Produktionsprozeß als
       Gebrauchswert. Vollständig reproduziert, d.h. aus der Zirkulation
       zurückkehren, wird  sein totaler  Wert nur, sobald es vollständig
       als Gebrauchswert  im Produktionsprozeß  verzehrt ist.  Sobald es
       vollständig in Wert aufgegangen und daher vollständig in die Zir-
       kulation eingegangen,  ist es  vollständig als Gebrauchswert ver-
       gangen und  muß daher als notwendiges Moment der Produktion durch
       einen neuen  Gebrauchswert derselben  Art 185*) ersetzt, d.h. re-
       produziert werden.  Die Notwendigkeit, es zu reproduzieren, d. h.
       seine Reproduktionszeit,  ist bestimmt  durch die Zeit, in der es
       innerhalb des  Produktionsprozesses aufgezehrt,  konsumiert wird.
       Beim Capital  circulant ist  die Reproduktion  bestimmt durch die
       Zirkulationszeit, bei  dem Capital  fixe ist  die Zirkulation be-
       stimmt durch  die Zeit,  worin es  als Gebrauchswert,  in  seinem
       stofflichen Dasein aufgezehrt wird innerhalb des Produktionsakts,
       d.h. durch  die Zeit, innerhalb deren es reproduziert werden muß.
       Tausend Pfund Twist können wieder reproduziert werden, sobald sie
       verkauft sind  und das  gegen sie  eingelöste Geld  wieder  gegen
       Baumwolle etc.,  kurz, die  Produktionselemente des Twists ausge-
       tauscht sind.  Ihre Reproduktion ist also bestimmt durch die Zir-
       kulationszeit. Eine  Maschine von  1000 l. Wert, die 5 Jahre dau-
       ert, sich  erst nach 5 Jahren abnutzt und dann nur noch altes Ei-
       sen ist,  nutzt sich  in jedem Jahr sage um 1/5 auf, wenn wir das
       average 186*)  der Konsumtion  im  Produktionsprozeß  nehmen.  Es
       tritt also  jedes Jahr  nur 1/5  ihres Werts  in Zirkulation, und
       erst am  Ablauf der  5 Jahre ist sie ganz in die Zirkulation her-
       eingetreten und  aus ihr  retourniert 187*). Ihr Eintreten in die
       Zirkulation ist  also rein bestimmt durch ihre Abnutzungszeit und
       die Zeit,  die ihr  Wert braucht,  um total in die Zirkulation zu
       treten und  aus ihr  zu retournieren durch ihre Gesamtreprodukti-
       onszeit, die  Zeit, in  der sie reproduziert werden muß. Das fixe
       Kapital geht  nur als  Wert in  das Produkt  ein; während der Ge-
       brauchswert des  zirkulierenden Kapitals  im Produkt  als  dessen
       Substanz geblieben  ist und  nur eine  andre Form  erhalten  hat.
       Durch diese  Unterscheidung wird  die   U m s c h l a g s z e i t
       des in  zirkulierendes und  fixes Kapital gesonderten Gesamtkapi-
       tals wesentlich modifiziert. Gesetzt, das Gesamtkapital
       -----
       185*) In der  Handschrift:  Arbeit  -  186*) den  Durchschnitt  -
       187*) zurückgekehrt
       
       #583# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       S; der  zirkulierende Teil  desselben = c; der fixe = f; das fixe
       Kapital bilde
       1                      S
       - S; das zirkulierende -. Das zirkulierende schlage um 3mal im
       x                      y
       Jahr, das fixe nur 2mal alle 10 Jahr. In 10 Jahren  wird f oder
       S                                                    S
       - zweimal umschlagen; während in denselben 10 Jahren - 3 x 10 =
       x                                                    y
                                 S
       30mal umschlägt. Wäre S = -, d.h. nur zirkulierendes Kapital, so
                                 y
       
       wäre U, sein Umschlag, = 30; und das gesamte umgeschlagne Kapital
              S 188*)
       = 30 x ---; das gesamte in 10 Jahren umgeschlagne Kapital. Das
               y
       fixe Kapital schlägt aber nur um 2mal in 10 Jahren. Sein U' = 2;
                                                   2S
       und das gesamte umgeschlagne fixe Kapital = --. S ist aber =
                                                   x
       S   S
       - + -, und seine Gesamtumschlagszeit = der Gesamtumschlagszeit
       y   x
       dieser beiden Teile. Wenn das fixe Kapital umschlägt in 10 Jahren
       2mal, schlägt um in einem Jahr 2/10  oder 1/5 desselben;  während
                                                               S
       in einem Jahr das zirkulierende Kapital 3mal umschlägt. --
                                                               5x
       schlägt um alle Jahre einmal.
       Die Frage einfach, wenn ein Kapital von 1000 Talern = 600 Capital
       circulant und  400 Capital  fixe; also 3/5 zirkulierendes und 2/5
       fixes Kapital;  wenn das fixe Kapital 5 Jahre dauert, also einmal
       in 5  Jahren umschlägt und das zirkulierende 3mal alle Jahre, wie
       groß ist  die Durchschnittsumschlagszahl oder -zeit des Gesamtka-
       pitals? Wäre es bloß zirkulierendes Kapital, so würde es umschla-
       gen 5  x 3, 15mal; das gesamte umgeschlagne Kapital in den 5 Jah-
       ren wäre  15 000. Aber  2/5 desselben schlagen nur einmal um in 5
       Jahren. Von  diesen 400  Talern schlagen  also um  in einem  Jahr
       400/5 =  80 Taler.  Von den  1000 Talern schlagen jährlich um 600
       3mal, 80  einmal; oder im ganzen Jahr würden nur umschlagen 1880;
       in den  5 Jahren  schlagen also  um 5  x 1880  = 9400;  d.h. 5600
       189*) weniger,  als wenn das Gesamtkapital nur aus zirkulierendem
       bestünde. Bestünde das ganze Kapital nur aus zirkulierendem Kapi-
       tal, so würde es umschlagen in 1/3 Jahr einmal.
       ¦¦41¦ Ist das Kapital = 1000; c = 600, schlägt 2mal im Jahr um; f
       = 400 schlägt 1mal im Jahr um; so schlägt um 600 (3/5 S) in einem
                                2S
       halben Jahr. 400/2 oder (---) ebenfalls in einem halben Jahr. In
                                5x2
       einem halben Jahr schlägt also
       -----
                                      S
       188*) In der Handschrift: 20 x - - 189*) in der Handschrift: 6600
                                      y
       
       #584# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
        um  600 + 200 = 800 (i.e. c + f/2). In einem ganzen Jahr schlägt
       um
       2 x  800 oder 1600; 1600 Taler in 1 Jahr; also 100 in 12/16 Mona-
       ten 190*),  also 1000 in 120/16 Monaten = 7 1/2 Monate. Das ganze
       Kapital von  1000 schlägt also um in 7 1/2 Monaten, während es in
       6 Monaten umschlüge, bestünde es bloß aus zirkulierendem Kapital.
       7 1/2 :  6 =  1 : 1 1/4 oder wie 1 : 5/4. 191*) Ist das Kapital =
       100, zirkulierendes = 50, fixes = 50; erstes schlägt 2mal im Jahr
       um, zweites  einmal; so schlägt 1/2 100 um 1mal in 6 Monaten; und
       1/4 100 ebenfalls 1mal in 6 Monaten; in 6 Monaten schlägt also um
       3/4 des Kapitals, 3/4 100 in 6 Monaten; oder 75 in 6 Monaten, und
       100 in  8 Monaten.  Wenn 2/4  100 in  6 Monaten umschlagen und in
       denselben 6 Monaten 1/4 (1/2 des fixen Kapitals) 100, so schlagen
       3/4 100  um in 6 Monaten. Also 1/4 in 6/3 = 2; also 4/4. 100 oder
       100 in 6 + 2, in 8 Monaten.
       Die Gesamtumschlagszeit  des Kapitals  = 6 (der Umschlagszeit des
       ganzen Capital  circulant und  1/2 des  Capital fixe oder 1/4 des
       Gesamtkapitals) + 6/3, d.h. + diese Umschlagszeit dividiert durch
       die Zahl,  die ausdrückt,  welchen aliquoten Teil das restierende
       Capital fixe  von dem in der Umschlagszeit des zirkulierenden Ka-
       pitals umgeschlagnen  Kapital bildet.  So in dem obigen Beispiel:
       3/5 100 schlägt um in 6 Monaten; ditto 1/5 100; also 4/5 100 in 6
       Monaten; also  das restierende  1/5 100  in 6/4 Monaten; also das
       ganze Kapital  in 6 + 6/4 Monaten = 6 + 1 1/2 oder 7 1/2 Monaten.
       Allgemein also ausgedrückt:
       Die Durchschnittsumschlagszeit  = der Umschlagszeit des zirkulie-
       renden Kapitals  + dieser  Umschlagszeit, dividiert durch die An-
       zahl, die  ausdrückt, wie  oft der  restierende Teil  des Capital
       fixe enthalten ist in der Gesamtsumme des Kapitals, die in dieser
       Umschlagszeit zirkuliert wurde.
       Wenn zwei Kapitalien von 100 Talern, das eine ganz Capital circu-
       lant, das  andre halb  Capital fixe, jedes zu 5% Gewinn, das eine
       2mal umschlüge  im Jahr ganz und in dem andren das capital circu-
       lant ebenfalls  2mal, das  Capital fixe  aber nur einmal; so wäre
       das gesamtumschlagende Kapital im ersten Falle = 200 und der Pro-
       fit =  10; im  zweiten 1  Umschlag in  8 Monaten, 1/2 in 4 192*);
       oder 150 schlüge in 12 Monaten um. Profit dann = 7 1/2. Diese Art
       Rechnung hat  bestätigt in dem gewöhnlichen Vorurteil, als ob das
       Capital circulant oder das Capital fixe durch irgend a mysterious
       innate power  193*) Gewinn  brächten, wie  das selbst  in den von
       Malthus gebrauchten Phrasen "das Capital circulant bringt Gewinn,
       wenn his  possessors part  with it 194*) etc." .[301]; ebenso bei
       den oben  zitierten Stellen  aus his  "Measure of value" etc. die
       Art, wie er die Profite
       ----
       190*) In der  Handschrift: 12/16  J[ahren] - 191*) sollte eigent-
       lich heißen:  7 1/2 :  6 =  1 1/4 : 1 oder wie 5/4 : 1 - 192*) in
       der Handschrift:  dr[ei] -  193*)  eine  mysteriöse  innewohnende
       Kraft - 194*) seine Besitzer sich davon trennen
       
       #585# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       des Capital  fixe akkumulieren  läßt. Dadurch,  daß die Lehre vom
       Mehrgewinn nicht  rein betrachtet  worden ist  in den  bisherigen
       Ökonomien, sondern zusammengeworfen mit der Lehre vom realen Pro-
       fit, die  herausläuft auf die Partizipation, worin die verschied-
       nen Kapitalien  partizipieren an  der allgemeinen Profitrate, ist
       die größte Konfusion und Mystifikation entstanden. Der Profit der
       Kapitalisten als  Klasse oder  der Profit  d e s  Kapitals muß da
       sein, bevor  er verteilt  werden kann, und es ist äußerst absurd,
       seine Entstehung  aus seiner  Verteilung erklären zu wollen. Nach
       obigem vermindert sich der Profit, weil die Umlaufszeit des Kapi-
       tals zunimmt, {seine Größe als permanent gesetzt - diese geht uns
       hier überhaupt  nichts an,  da der  Satz wahr ist für Kapital von
       jeder Größe.  Die Kapitalien  haben verschiedne  Größe. Aber  die
       Größe jedes  einzelnen Kapitals   i s t    s i c h    s e l b s t
       g l e i c h,   also soweit  nur seine Eigenschaft als Kapital be-
       trachtet wird,  any 195*) Größe. Betrachten wir aber zwei Kapita-
       lien im Unterschied voneinander, so tritt ein Verhältnis der qua-
       litativen Bestimmungen  ein durch  den Unterschied  ihrer  Größe.
       Diese wird  selbst unterscheidende  Qualität derselben.   D i e s
       i s t  e i n  w e s e n t l i c h e r  G e s i c h t s p u n k t,
       wovon die  Größe nur  one single  instance 196*), wie sich unter-
       scheidet die  Betrachtung des  Kapitals als  solchen von  der Be-
       trachtung des  Kapitals in  Beziehung auf andres Kapital oder der
       Betrachtung des Kapitals in seiner Realität} in dem Maße, wie der
       Bestandteil desselben, der Capital fixe heißt, zunimmt. Das Kapi-
       tal von  derselben ¦¦42¦  Größe, 100  im obigen Falle, würde 2mal
       ganz umgeschlagen  im Jahr, wenn es nur aus Capital circulant be-
       stünde. Es  wird aber  nur 2mal  umgeschlagen in 16 Monaten, oder
       nur 150  Taler werden  umgeschlagen in  einem Jahr,  weil es  zur
       Hälfte aus  Capital fixe  besteht. Wie  abnimmt die Anzahl seiner
       Reproduktion in  einer bestimmten  Zeit oder  abnimmt das Quantum
       desselben, das in dieser bestimmten Zeit reproduziert wird, nimmt
       ab die  Produktion von Surpluszeit oder Surpluswert, da das Kapi-
       tal überhaupt  nur Wert setzt, soweit es Surpluswert setzt. (Dies
       wenigstens seine Tendenz; seine adäquate Aktion.)
       Das Capital  fixe, wie  wir gesehn haben, zirkuliert nur als Wert
       in dem  Maß, wie  es als Gebrauchswert im Produktionsprozeß abge-
       nutzt oder  konsumiert wird. Von seiner relativen Dauerhaftigkeit
       aber hängt  die Zeit ab, in der es so konsumiert wird und in sei-
       ner Form als Gebrauchswert reproduziert werden muß. Die Dauerhaf-
       tigkeit desselben,  oder die  größre oder kleinre Vergänglichkeit
       desselben -  d.h. mehr  oder weniger  Zeit, worin  es  fortfahren
       kann, in den wiederholten Produktionsprozessen des Kapitals seine
       Funktion innerhalb dieser Prozesse zu wiederholen - diese Bestim-
       mung seines Gebrauchswerts
       -----
       195*) irgendeine - 196*) ein einziges Beispiel
       
       #586# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       wird also  hier ein  formbestimmendes Moment, d.h. bestimmend für
       das Kapital seiner Formseite nach, nicht seiner stofflichen nach.
       Die notwendige Reproduktionszeit des Capital fixe, ebensosehr wie
       die Proportion,  in der es zum ganzen Kapital steht, modifizieren
       hier also  die Umschlagszeit  des Gesamtkapitals  und damit seine
       Verwertung. Die  größre Dauerhaftigkeit  des Kapitals  (die Dauer
       seiner notwendigen  Reproduktionszeit) und die Proportion des Ca-
       pital fixe zum Gesamtkapital wirken hier also ebenso 197 die Ver-
       wertung, wie der langsamre Umschlag bewirkt entweder dadurch, daß
       der Markt,  von dem  das Kapital  als Geld  retourniert, räumlich
       entfernter ist,  also größre  Zeit zur  Beschreibung der Bahn der
       Zirkulation erfordert  ist (wie  z.B. Kapitalien,  die in England
       für den  ostindischen Markt  arbeiten, langsamer retournieren als
       solche, die für nähere auswärtige Märkte oder für den home market
       arbeiten), oder  weil die  Produktionsphase selbst durch Naturbe-
       dingungen unterbrochen  wird, wie in der Agrikultur. Ricardo, der
       zuerst den  Einfluß des  Capital fixe  auf den  Verwertungsprozeß
       betont hat, wirft alle diese Bestimmungen bunt durcheinander, wie
       man aus den oben zitierten Stellen sehn kann.
       Im ersten  Fall (das Capital fixe) wird der Umschlag des Kapitals
       vermindert, weil  das Capital fixe sich langsam konsumiert inner-
       halb des  Produktionsprozesses; oder  die Ursache  liegt  in  der
       Dauer der  zu seiner  Reproduktion erheischten  Zeit. Im  zweiten
       Fall rührt  der verminderte Umschlag her von der Verlängerung der
       Z i r k u l a t i o n s z e i t   (im ersten  Fall zirkuliert das
       Capital  fixe   notwendig  immer   so  rasch   wie  das  Produkt,
       s o w e i t   es überhaupt zirkuliert, in Zirkulation tritt, weil
       es nicht  in seiner  stofflichen Existenz zirkuliert, sondern nur
       als Wert,  d.h. als  idealer Bestandteil des Gesamtwerts des Pro-
       dukts), und  zwar der  Zirkulationszeit der  zweiten  Hälfte  des
       eigentlichen  Zirkulationsprozesses,   der  Rückverwandlung   des
       Geldes; im  dritten Fall  rührt der  verminderte Umschlag von der
       größeren Zeit, nicht die das Kapital braucht, wie im ersten Fall,
       um im  Produktionsprozeß zu vergehn, sondern aus ihm hervorzugehn
       als Produkt.  Der erste  Fall ist dem capital fixe spezifisch ei-
       gen; der  andre gehört  zu der Kategorie des nicht flüssigen, fi-
       xierten, in irgendeiner Phase des Gesamtzirkulationsprozesses fi-
       xierten Kapitals (fixed capital of a considerable degree of dura-
       bility,   o r   circulating capital returnable at distant periods
       199*). McCulloch.  "Principles of  Political Economy" [, p. 300].
       Heft, S. 15 [285]).
       -----
       197*) In der  Handschrift: hier  also hier ebenso - 198*) Binnen-
       markt -  199*) fixes Kapital  von beträchtlicher  Dauerhaftigkeit
       oder zirkulierendes Kapital, das sich erst in späteren Zeiträumen
       umschlagen kann
       
       #587# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       D r i t t e n s:   Wir haben das Capital fixe bisher nur nach der
       Seite hin betrachtet, wonach seine Unterschiede durch sein beson-
       dres Verhalten,  spezifisches Verhalten zum eigentlichen Zirkula-
       tionsprozeß gesetzt  sind. Es  werden sich nach dieser Seite noch
       andre Unterschiede  ergeben. Erstens des Returns seines Werts als
       sukzessiven, während jede Portion des Capital circulant ganz aus-
       getauscht wird, weil bei ihm die Existenz des Werts zusammenfällt
       mit der  des Gebrauchswerts.  Zweitens nicht bloß, wie wir bisher
       getan, [wegen]  seines Einflusses auf die Durchschnittsumschlags-
       zeit eines  gegebnen Kapitals, sondern auf die Umschlagszeit, die
       es hat, für sich betrachtet. Der letztre Umstand wird wichtig, wo
       das Capital fixe nicht als bloßes Produktionsinstrument innerhalb
       des Produktionsprozesses erscheint, sondern als selbständige Form
       des Kapitals,  z.B. in  der Form von Eisenbahnen, Kanälen, Wegen,
       Wasserleitungen, als  mit dem  Boden vermähltes  Kapital etc.  Es
       wird letztre  Bestimmung namentlich  wichtig für  das Verhältnis,
       worin das  Gesamtkapital eines Landes sich in diese beiden Formen
       teilt. Dann  die Art,  wie es erneuert und erhalten wird; was bei
       den Ökonomen  in der  Form vorkommt,  daß es  nur Revenue bringen
       kann vermittelst  des capital  circulant etc. Es ist dies letztre
       au fond  nichts als  Betrachtung des  moment, wo es nicht als be-
       sondre selbständige  Existenz   n e b e n   und   a u ß e r d e m
       Capital circulant erscheint, sondern als das in fixes Kapital um-
       gewandelte Capital circulant. Was wir aber hier zunächst betrach-
       ten wollen,  ist die Beziehung des Capital fixe nicht nach außen,
       sondern soweit  sie gegeben  ist durch sein Eingeschlossenbleiben
       in dem  Produktionsprozeß. Es  ist 200*)  dadurch gesetzt, daß es
       ein bestimmtes Moment des Produktionsprozesses selbst ist.
       {Es ist gar nicht gesagt, daß das  C a p i t a l  f i x e  in je-
       der Bestimmung  Kapital ist,  das nicht zur individuellen Konsum-
       tion, sondern nur zur Produktion dient. Ein Haus kann zur Produk-
       tion dienen  wie zur  Konsumtion; ebenso alle Vehikel, ein Schiff
       und ein  Wagen zur Lustfahrt wie zum Transportmittel; eine Straße
       als Kommunikationsmittel  für die  eigentliche Produktion wie für
       Spazierengehn etc. Das  C a p i t a l  f i x e  in dieser zweiten
       Beziehung geht uns gar nichts an; da wir das Kapital hier nur als
       Verwertungsprozeß und  Produktionsprozeß betrachten. Bei dem Zins
       wird noch  die zweite  Bestimmung hereinkommen.  Ricardo kann nur
       diese Bestimmung im Auge haben, wenn er sagt:
       
       "Je nachdem  das Kapital  mehr oder  minder vergänglich ist, also
       mehr oder  minder oft  reproduziert werden  muß in gegebner Zeit,
       heißt es  zirkulierendes oder  fixes  Kapital."  (Ricardo.  VIII,
       19.), 8294]
       -----
       200*) In der Handschrift: muß
       
       #588# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       Danach wäre  eine Kaffeekanne  fixes  Kapital,  aber  der  Kaffee
       zirkulierendes. Der grobe Materialismus der Ökonomen, die gesell-
       schaftlichen Produktionsverhältnisse der Menschen und die Bestim-
       mungen, die  die Sachen  erhalten, als  unter diese  Verhältnisse
       subsumiert, als   n a t ü r l i c h e   E i g e n s c h a f t e n
       der Dinge zu betrachten, ist ein ebenso grober Idealismus, ja Fe-
       tischismus, der  den Dingen gesellschaftliche Beziehungen als ih-
       nen immanente  Bestimmungen zuschreibt  und sie  so mystifiziert.
       Die Schwierigkeit,  irgendein Ding  als fixes Kapital oder zirku-
       lierendes seiner natürlichen Beschaffenheit nach zu fixieren, hat
       die Ökonomen  hier ausnahmsweise  zum Einfall  gebracht, daß  die
       Dinge selbst weder fixes noch zirkulierendes, also wohl überhaupt
       nicht Kapital  sind, sowenig es natürliche Eigenschaft des Goldes
       ist, Geld zu sein.}
       (Zu den  oben aufgezählten  Punkten, um  es nicht  zu  vergessen,
       kommt noch hinzu die Zirkulation des fixen Kapitals als zirkulie-
       renden Kapitals, d. h. die Transaktionen, wodurch es seine Besit-
       zer wechselt.)
       
       "Fixes Kapital  - gebunden:  Kapital, derartig  gebunden in einem
       Produktionszweig; daß  es nicht  mehr umgeleitet  werden kann, um
       sich einem anderen Produktionszweig zu widmen." (Say. 21.) [304]
       "Das fixe  Kapital konsumiert  sich, um  das, was  der Mensch für
       seinen Gebrauch  bestimmt, konsumieren  zu helfen  ... besteht in
       dauerhaften Anlagen, geeignet, die Produktionskräfte für die kom-
       mende Arbeit zu vermehren." (Sismondi. VI.) [295]
       "Capital fixe das Kapital, das nötig ist, um die Instrumente, Ma-
       schinen etc.  der Arbeit zu unterhalten." (Smith, t. II, p. 226.)
       [305]
       "Zirkulierendes Kapital  wird konsumiert, fixes Kapital lediglich
       im großen Wert der Produktion angewendet." ("Economist". Heft VI.
       p. I.) [306]
       "Es wird  sichtbar gemacht,  daß der  erste Stock  oder der erste
       Stein, den  er zur  Vollendung eines  Teils seiner  Arbeit in die
       Hand nimmt, damit er die Verfolgung seiner Ziele erleichtert, ge-
       nau den  Dienst der  Kapitalien verrichtet,  die  jetzt  von  den
       handeltreibenden Nationen  angewandt werden." (Lauderdale, p. 87,
       Heft, 8, a.) [307]
       "Einer der Wesenszüge, der die Spezies Mensch charakterisiert und
       auszeichnet, ist,  daß sie auch die Arbeit durch in Maschinen um-
       gewandeltes Kapital ersetzt." (p. 120.) (S. 9, Heft Lauderdale.)
       "Man versteht jetzt, daß der Profit der Kapitalisten stets entwe-
       der daher  stammt, daß  sie den Teil der Arbeit ersetzen, die der
       Mensch sonst  mit seinen Händen verrichten mußte; oder daher, daß
       sie den  Teil der  Arbeit vollenden,  die die persönlichen Kräfte
       der Menschen  übersteigt und  die  er  selbst  nicht  auszuführen
       wußte." (p. 119 l.c.)
       
       Lauderdale polemisiert gegen Smith und Locke, ¦¦43¦ deren Ansicht
       von der  Arbeit als  Schöpferin des Profits darin nach ihm resul-
       tiert:
       
       "wäre diese  Idee vom  Benefiz des  Kapitals rigoros  richtig, so
       folgte daraus,  daß es nicht eine ursprüngliche Quelle des Reich-
       tums, sondern  eine abgeleitete ist; und man könnte daher Kapital
       nicht als eine der Quellen des Reichtums betrachten, da sein Pro-
       fit nichts
       
       #589# Fixes und zirkulierendes Kapital
       -----
       ist als  eine Übertragung aus der Tasche des Arbeiters in die des
       Kapitalisten". (l.c. 116, 117.)
       "Der Profit  der Kapitalien  stammt stets entweder daher, daß sie
       den Teil  der Arbeit  ersetzen, die  der Mensch  sonst mit seinen
       Händen verrichten  müßte; oder daher, daß sie den Teil der Arbeit
       vollenden, die  die persönlichen  Kräfte des  Menschen übersteigt
       und die  er selbst  nicht auszuführen wußte." (p. 119, l.c. S. 9,
       b.)
       "Man muß  erkennen, daß  der Kapitalist,  wenn er  der Klasse der
       Konsumenten durch  den Gebrauch,  den er  von seinem Gelde macht,
       einen bestimmten Teil der Arbeit erspart, diese nicht durch einen
       gleichen Teil  seiner eigenen  [Arbeit] ersetzt;  womit  bewiesen
       ist, daß  sein Kapital  die Arbeit ausführt und nicht er selbst."
       (10, Heft, l.c., p. 132.)
       "Wenn Adam  Smith, statt  sich einzubilden, daß die Wirkung einer
       Maschine darin  besteht, die  Arbeit zu  erleichtern oder, wie er
       sich ausdrückt,  die Produktionskraft  der Arbeit  zu  vergrößern
       (nur infolge  einer seltsamen Verwirrung der Begriffe konnte Herr
       Smith sagen,  daß die  Wirkung der Kapitalien in der Vergrößerung
       der Produktionskräfte  der Arbeit besteht. Mit der gleichen Logik
       hätte er sehr wohl behaupten können, daß die Verkürzung eines Um-
       wegs zwischen  zwei gegebenen Orten um die Hälfte gleichbedeutend
       ist mit  der Verdoppelung der Schnelligkeit des Fußgängers), ent-
       deckt hätte,  daß die  hier eingesetzten Fonds, aus denen man die
       Maschinen bezahlt,  es sind,  die Profit  abwerfen, er  hätte dem
       gleichen Umstand auch den Usprung des Profits zugeschrieben." (S.
       11, p. 137.)
       "Die Kapitalien im Binnenhandel, ob fix oder zirkulierend, dienen
       weder der  Aktivierung der Arbeit noch der Erhöhung ihrer Produk-
       tionskräfte, sondern  sind im Gegenteil nur unter zwei Vorausset-
       zungen nützlich  und profitabel,  daß sie entweder der Notwendig-
       keit halber  einen Teil der Arbeit ersetzen, die der Mensch sonst
       mit seinen Händen verrichten müßte; oder daß sie eine gewisse Ar-
       beit ausführen,  die selbst  auszuführen nicht der Kraft des Men-
       schen entspricht."
       
       Dies, sagt Lauderdale, ist kein reiner Wortunterschied.
       
       "Die Vorstellung,  daß die Kapitalien die Arbeit in Bewegung set-
       zen und ihre Produktionskraft vergrößern, geben der Ansicht Raum,
       daß die  Arbeit überall  der Quantität der vorhandenen Kapitalien
       proportional ist;  daß die Industrie eines Landes immer auf Grund
       der angewandten  Fonds besteht:  woraus zu  folgern ist,  daß die
       Vergrößerung der  Kapitalien das  souveräne und  uneingeschränkte
       Mittel zur  Vermehrung des  Reichtums ist.  Wenn man statt dessen
       zugibt, daß die Kapitalien nur nützlich und profitabel zu verwen-
       den sind,  um eine  gewisse Arbeit  zu ersetzen oder auszuführen,
       wird man  die einfache  Schlußfolgerung daraus  ziehen,  daß  der
       Staat keinerlei  Vorteil darin  finden würde,  mehr Kapitalien zu
       besitzen, als er zur Durchführung der Arbeit anwenden oder in der
       Produktion und  der Fabrikation der Dinge einsetzen kann, die der
       Konsument verlangt." (p. 150-152  201*), S. 11, 12.)
       
       Um seine Ansicht zu beweisen, daß das Kapital, unabhängig von der
       Arbeit une source sui generis of profit 202*) und daher of wealth
       203*) ist, verweist er auf
       -----
       201*) In der  Handschrift: 151,  152 -  202*) eine Quelle eigener
       Art des Profits - 203*) des Reichtums
       
       #590# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VI
       -----
       die Surplusprofite, die der Besitzer einer neu erfundnen Maschine
       hat, bevor  sein brevet  d'invention 204) abgelaufen und die Kon-
       kurrenz die  Preise niedergedrückt hat, und schließt dann mit den
       Worten:
       
       "Diese Abänderung  der  Richtschnur  für  die  Preise  verhindert
       nicht, daß  der Profit"  (für den  Gebrauchswert)  "der  Maschine
       [nicht] aus  einem Fonds  gleicher Art kommt, wie der, aus dem er
       vor Ablauf des Patents saldiert wurde; dieser Fonds ist immer der
       Teil des  Einkommens eines  Landes, der  vorher  dazu  ausersehen
       wurde, die  Arbeit zu  entlohnen, welche  die neue  Erfindung er-
       setzt." (l.c. 125, S. 10, b.)
       
       Dagegen Ravenstone (IX, 32):
       
       "Maschinerie kann selten mit Erfolg dazu gebracht werden, die Ar-
       beit eines  einzelnen zu vermindern; bei ihrer Konstruktion würde
       man mehr  Zeit verlieren  als durch  ihre Anwendung ersparen. Sie
       ist nur  wirklich nützlich, wenn sie auf große Massen wirkt, wenn
       eine einzige Maschine die Arbeit von Tausenden unterstützen kann.
       Maschinerie wird daher stets am meisten in den dichtest bevölker-
       ten Ländern  angewandt, wo  es die meisten Arbeitslosen gibt. Sie
       wird in  Gebrauch genommen  nicht wegen Mangel an Arbeitern, son-
       dern der  Leichtigkeit wegen,  mit der diese zur Arbeit in Massen
       gebracht werden können." (l.c.) [192]
       -----
       204*) Patent für die Erfindung

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