Quelle: MEW 42 Marx: Ökonomische Manuskripte 1857/1858
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#637#
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Wir kommen jetzt zum
Dritten Abschnitt. Das Kapital als Frucht bringend.
Zins. Profit. (Produktionskosten etc.)
Das Kapital ist nun gesetzt als Einheit von Produktion und Zirku-
lation, und der Mehrwert, den es in einer bestimmten Zeitperiode
schafft, z.B. einem Jahr,
SZ SZ Z Z c
ist = ----- = -- oder = S(- - - x -----) [330]. Das Kapital ist
p + c U p p p + c
jetzt realisiert nicht nur als sich reproduzierender und daher
perennierender 1*), sondern
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1*) andauernder
#638# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VII
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auch als wertsetzender Wert. Durch die Absorption in sich der le-
bendigen Arbeitszeit einerseits und die ihm selbst angehörige Be-
wegung der Zirkulation (worin die Bewegung des Austauschs als
seine eigene gesetzt wird, als immanenter Prozeß der vergegen-
ständlichten Arbeit), verhält es sich zu sich selbst, als Neuwert
setzend, Wert produzierend. Es verhält sich als Grund zum Mehr-
wert als dem von ihm Begründeten. Seine Bewegung besteht darin,
indem es sich produziert, sich zugleich als Grund von sich als
Begründetem, als vorausgesetzter Wert zu sich selbst als Mehrwert
oder zu dem Mehrwert als von ihm gesetztem zu verhalten. In einem
bestimmten Zeitraum, der als Einheitsmaß seiner Umschläge gesetzt
ist, weil er das natürliche Maß seiner Reproduktion in der Agri-
kultur ist, produziert das Kapital einen bestimmten Mehrwert, be-
stimmt nicht nur durch den Mehrwert, den es in einem Pro-
duktionsprozeß setzt, sondern durch die Anzahl der Wiederholungen
des Produktionsprozesses, oder seiner Reproduktionen in einem be-
stimmten Zeitraum. Durch 2*) das Aufgenommensein in seinen Repro-
duktionsprozeß der Zirkulation, seiner Bewegung außerhalb des un-
mittelbaren Produktionsprozesses, e r s c h e i n t der Mehr-
wert nicht mehr gesetzt durch sein einfaches, unmittelbares Ver-
halten zur lebendigen Arbeit; dies Verhältnis erscheint vielmehr
nur als ein Moment seiner Gesamtbewegung. Das Kapital, von sich
als dem aktiven Subjekt ausgehend - dem Subjekt des Prozesses -
und in dem Umschlag erscheint der unmittelbare Produktionsprozeß
in der Tat bestimmt durch seine Bewegung als Kapital unabhängig
von seinem Verhältnis zur Arbeit - verhält sich zu sich als sich
vermehrendem Wert, d.h., es verhält sich zu dem Mehrwert als von
ihm Gesetztem und Begründetem; sich als Produktionsquelle zu sich
selbst als Produkt; als produzierender Wert zu sich selbst als
produziertem Wert. Es mißt daher den neuproduzierten Wert nicht
mehr durch sein reales Maß, das Verhältnis der Surplusarbeit zur
notwendigen, sondern an sich selbst als seiner Voraussetzung. Ein
Kapital von einem bestimmten Wert produziert in einem bestimmten
Zeitraum einen bestimmten Mehrwert. Der Mehrwert, so gemessen an
dem Wert des vorausgesetzten Kapitals, das Kapital, so gesetzt
als sich verwertender Wert - ist der P r o f i t; unter dieser
specie - nicht aeterni, sondern capitalis [331] betrachtet, ist
der Mehrwert Profit; und das Kapital unterscheidet sich in sich
selbst als Kapital, dem produzierenden und reproduzierenden Wert,
von sich als Profit, dem neuproduzierten Wert. Das Produkt des
Kapitals ist der P r o f i t. Die Größe Mehrwert wird daher ge-
messen an der Wertgröße des Kapitals, und die R a t e d e s
P r o f i t s ist daher bestimmt durch die Proportion seines
Werts zum Werte des Kapitals.
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2*) In der Handschrift: Indem durch
#639# Das Kapital als Frucht bringend
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Ein sehr großer Teil des Hierhergehörigen ist oben entwickelt
worden. Das Antizipierte ist aber hierher zu setzen. Insofern der
neugesetzte Wert, der derselben Natur ist wie das Kapital, selbst
wieder in den Produktionsprozeß aufgenommen wird, sich selbst
wieder als Kapital erhält, ist das Kapital selbst gewachsen und
wirkt nun als Kapital von größerem Wert. Nachdem es den Profit
als neureproduzierten Wert von sich als vorausgesetztem sich ver-
wertenden Wert unterschieden und den Profit als das Maß seiner
Verwertung gesetzt hat, hebt es die Trennung wieder auf, und
setzt ihn in seiner Identität mit sich als Kapital, das nun, an-
gewachsen um den Profit, denselben Prozeß von neuem beginnt in
größeren Dimensionen. Durch das Beschreiben seines Kreises erwei-
tert es sich als Subjekt des Kreises und beschreibt so einen sich
ausdehnenden Kreis, eine Spirale.
Die vorhin entwickelten allgemeinen Gesetze so kurz zusammenzu-
fassen: Der wirkliche Mehrwert ist bestimmt durch das Verhältnis
der Surplusarbeit zur notwendigen Arbeit oder durch die Portion
des Kapitals - die Portion der vergegenständlichten Arbeit, die
sich gegen lebendige Arbeit austauscht, zu der Portion vergegen-
ständlichter Arbeit, wodurch sie ersetzt wird. Der Mehrwert in
der Form des Profits aber wird gemessen an dem Totalwert des dem
Produktionsprozeß vorausgesetzten Kapitals. Die R a t e d e s
P r o f i t s hängt also - denselben Mehrwert, d i e s e l b e
S u r p l u s a r b e i t i m V e r h ä l t n i s z u r
n o t w e n d i g e n A r b e i t v o r a u s g e s e t z t"
ab von dem Verhältnis des Teils des Kapitals, der gegen lebendige
Arbeit ausgetauscht wird, zu dem Teil, der in der Form von Roh-
material und Produktionsmittel existiert. Je geringer also die
gegen lebendige Arbeit ausgetauschte Portion wird, um so geringer
wird die Rate des Profits. In demselben Verhältnis also, worin in
dem Produktionsprozeß das Kapital als Kapital größren Raum ein-
nimmt in Proportion zu der unmittelbaren Arbeit, je mehr also der
relative Surpluswert wächst - die wertschaffende Kraft des Kapi-
tals -, um so mehr f ä l l t d i e R a t e d e s P r o-
f i t s. Wir haben gesehn, daß die Größe des schon voraus-
gesetzten, der Reproduktion vorausgesetzten Kapitals sich spezi-
fisch ausdrückt im Wachsen des capital fixe als der produzierten
Produktivkraft, der mit einem Scheinleben begabten vergegenständ-
lichten Arbeit. Die Totalgröße des Werts des produzierenden Kapi-
tals wird sich in jeder Portion desselben ausdrücken als vermin-
derte Proportion des gegen lebendige Arbeit ausgetauschten Kapi-
tals gegen den als konstanter Wert existierenden Teil des Kapi-
tals. Nimm z.B. die Manufakturindustrie. In demselben Verhältnis,
wie das capital fixe wächst, die Maschinerie etc., muß hier der
Teil des Kapitals wachsen, der in Rohstoffen existiert, während
der gegen lebendige Arbeit ausgetauschte Teil abnimmt.
Im Verhältnis zur Wertgröße des der Produktion vorausgesetzten
Kapitals
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#640# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VII
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- und des in der Produktion als Kapital wirkenden Teils des Kapi-
tals - fällt also die Rate des Profits. Je breiter die Existenz,
die das Kapital schon gewonnen, um so schmaler das Verhältnis des
neu¦¦16¦geschaffnen Werts zum vorausgesetzten Wert (reprodu-
zierten Wert). G l e i c h e n M e h r w e r t , d. h.
g l e i c h e s V e r h ä l t n i s v o n S u r p l u s-
a r b e i t u n d n o t w e n d i g e r A r b e i t v o-
r a u s g e s e t z t, kann der Profit daher ungleich sein, und
muß er ungleich sein im Verhältnis zur Größe der Kapitalien. Die
Profitrate kann fallen, obgleich der reale Mehrwert steigt. Die
Profitrate kann steigen, obgleich der reale Mehrwert fällt.
Es kann in der Tat das Kapital wachsen und im selben Verhältnis
die Rate 3*) des Profits, wenn das Verhältnis des als Wert vor-
ausgesetzten, in der Form von Rohstoffen und capital fixe exi-
stierenden Teils des Kapitals gleichmäßig steigt mit dem gegen
lebendige Arbeit ausgetauschten Teil des Kapitals. Diese Gleich-
mäßigkeit aber unterstellt Wachstum des Kapitals ohne Wachstum
und Entwicklung der Produktivkraft der Arbeit. Die eine Voraus-
setzung hebt die andre auf. Es widerspricht dies dem Entwick-
lungsgesetz des Kapitals und speziell der Entwicklung des capital
fixe. Ein solcher Fortschritt kann nur stattfinden auf Stufen, wo
die Produktionsweise des Kapitals ihm noch nicht adäquat ist,
oder in solchen Sphären der Produktion, wo es nur noch formell
sich die Herrschaft angemaßt hat, z. B. in der Agrikultur. Hier
kann natürliche Fruchtbarkeit des Bodens wirken wie Vermehrung
des capital fixe - d. h. die relative Surplusarbeitszeit wachsen
- ohne daß das Quantum der notwendigen verringert wird. (Z. B. in
den United States.) Der gross profit 4*), d.h. der Mehrwert, be-
trachtet außer seiner formellen Beziehung, nicht als Proportion,
sondern als einfache Wertgröße ohne Beziehung auf eine andre,
wird im Durchschnitt wachsen n i c h t w i e d i e R a t e
d e s P r o f i t s, s o n d e r n w i e d i e G r ö ß e
d e s K a p i t a l s. Wenn also die Rate des Profits im umge-
kehrten Verhältnis zum Wert des Kapitals, wird d i e S u m m e
d e s P r o f i t s in direktem Verhältnis zu ihm stehn. Allein
auch dieser Satz ist nur wahr für eine beschränkte Stufe der Ent-
wicklung der Produktivkraft des Kapitals oder der Arbeit. Ein Ka-
pital von 100 mit einem Profit von 10% gibt eine kleinre Summe
des Profits als ein Kapital von 1000 mit einem Profit von 2%. In
dem ersten Fall ist die Summe 10, in dem zweiten 20, d.h., der
gross profit des großen Kapitals ist doppelt so groß wie der des
10mal kleinren Kapitals, obgleich die Profitrate des kleinren
5mal größer ist als die des größeren. Aber wäre der Profit des
größeren Kapitals nur 1%, so wäre die Summe des Profits 105 wie
für das 10mal kleinre Kapital, weil im selben Verhältnisse, wie
seine Größe die Profitrate abgenommen. Wäre die Profitrate für
das Kapital von 1000 nur 1/2 %, so wäre die Summe des Profits
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1*) Sollte eigentlich heißen: Summe - 4*) Bruttoprofit - 5*) in
der Handschrift: 10%
#641# Das Kapital als Frucht bringend
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nur halb so groß wie die des 10mal kleinren Kapitals, nur 5, weil
die Profitrate 20mal kleiner.
Allgemein also ausgedrückt: Nimmt die Profitrate ab für das grö-
ßre Kapital, aber nicht im Verhältnis seiner Größe, so wächst der
gross profit, obgleich die Rate des Profits abnimmt. Nimmt die
Profitrate ab im Verhältnis zu seiner Größe, so bleibt der gross
profit derselbe wie der des kleinren Kapitals; bleibt stationär.
Nimmt die Profitrate ab im größeren Verhältnis, als seine Größe
wächst, so nimmt der gross profit des größeren Kapitals, vergli-
chen mit dem kleinren, ebensosehr ab, als die Profitrate abnimmt.
Es ist dies in jeder Beziehung das wichtigste Gesetz der modernen
politischen Ökonomie und das wesentlichste, um die schwierigsten
Verhältnisse zu verstehn. Es ist vom historischen Standpunkt aus
das wichtigste Gesetz. Es ist ein Gesetz, das trotz seiner Ein-
fachheit bisher nie begriffen und noch weniger bewußt ausgespro-
chen worden ist. Da diese Abnahme der Rate des Profits gleichbe-
deutend ist 1. mit der schon produzierten Produktivkraft und der
materiellen Grundlage, die sie für neue Produktion bildet; dies
zugleich voraussetzt enorme Entwicklung of scientific powers 6*);
2. mit der Abnahme des Teils des schon produzierten Kapitals, der
gegen unmittelbare Arbeit ausgetauscht werden muß, d.h. mit der
Abnahme der unmittelbaren Arbeit, die erheischt ist zur Reproduk-
tion eines ungeheuren Werts, der sich in großer Produktenmasse
ausdrückt, großer Produktenmasse mit geringen Preisen, weil die
Gesamtsumme der Preise = ist dem reproduzierten Kapital + dem
Profit; 3. [mit] der Dimension des Kapitals überhaupt, auch der
Portion desselben, die nicht capital fixe ist; also großartig
entwickelten Verkehrs, großer Summe der Tauschoperationen, Größe
des Markts und Allseitigkeit der gleichzeitigen Arbeit; Kommuni-
kationsmittel etc., Vorhandensein des nötigen Konsumtionsfonds,
um diesen ungeheuren Prozeß vorzunehmen (die Arbeiter essen, woh-
nen etc.), so zeigt sich, daß die schon vorhandne materielle,
schon herausgearbeitete, in der Form von capital fixe existie-
rende Produktivkraft, wie die scientific power, wie die Bevölke-
rung etc., kurz, alle Bedingungen des Reichtums, daß die größten
Bedingungen für die Reproduktion des Reichtums, i.e. die reiche
Entwicklung des sozialen Individuums - daß die durch das Kapital
selbst in seiner historischen Entwicklung herbeigeführte Entwick-
lung der Produktivkräfte, auf einem gewissen Punkt angelangt, die
Selbstverwertung des Kapitals aufhebt, statt sie zu setzen.
Über einen gewissen Punkt hinaus wird die Entwicklung der
Produktivkräfte eine Schranke für das Kapital; also das Kapital-
verhältnis eine Schranke
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6*) der wissenschaftlichen Kräfte
#642# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VII
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für [die] Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit. Auf diesem
Punkt angelangt, tritt das Kapital, d.h. Lohnarbeit, in dasselbe
Verhältnis zur Entwicklung des gesellschaftlichen Reichtums und
der Produktivkräfte wie Zunftwesen, Leibeigenschaft, Sklaverei
und wird als Fessel notwendig abgestreift. Die letzte Knechtsge-
stalt, die die menschliche Tätigkeit annimmt, die der Lohnarbeit
auf der einen, des Kapitals auf der andren Seite, wird damit ab-
gehäutet, und diese Abhäutung selbst ist das Resultat der dem Ka-
pital entsprechenden Produktionsweise; die materiellen und gei-
stigen Bedingungen der Negation der Lohnarbeit und des Kapitals,
die selbst schon die Negation frührer Formen der unfreien gesell-
schaftlichen Produktion sind, sind selbst Resultate seines Pro-
duktionsprozesses.
In schneidenden Widersprüchen, Krisen, Krämpfen drückt sich die
wachsende Unangemessenheit der produktiven Entwicklung der Ge-
sellschaft zu ihren bisherigen Produktionsverhältnissen aus. Ge-
waltsame Vernichtung von Kapital, nicht durch ihm äußere Verhält-
nisse, sondern als Bedingung seiner Selbsterhaltung, ist die
schlagendste Form, worin ihm advice 7*) gegeben wird, to be gone
and to give room to a higher state of social production 8*). Es
ist nicht nur das Wachsen der scientific power, sondern das Maß,
worin sie schon als capital fixe gesetzt ist, der Umfang, die
Breite, worin sie realisiert ist und sich der Totalität der Pro-
duktion bemächtigt hat. Es ist ebenso die Entwicklung der Popula-
tion etc., kurz, aller Momente der Produktion; indem die Produk-
tivkraft der Arbeit, ebenso wie Anwendung der Maschinerie, im
Verhältnis zur Bevölkerung steht; deren Wachsen an und für sich
schon die Voraussetzung, wie das Resultat des Wachstums der zu
reproduzierenden, also auch zu konsumierenden Gebrauchswerte.
Da dieses Abnehmen des Profits gleichbedeutend ist mit der
verhältnismäßigen Abnahme der unmittelbaren Arbeit zur Größe der
vergegenständlichten Arbeit, die sie reproduziert und neu setzt,
so wird alles vom Kapital versucht werden, um die Kleinheit des
Verhältnisses der lebendigen Arbeit zur Größe des Kapitals über-
haupt, und daher auch des Mehrwerts, wenn als Profit ausgedrückt,
zum vorausgesetzten Kapital zu checken by reducing the allotment
made to necessary labour and by still more expanding the quantity
of surplus labour with regard to the whole labour employed. Hence
the highest development of productive power together with the
greatest expansion of existing wealth will coincide with depre-
ciation of capital, degradation of the labourer, and a most
straightened exhaustion of his vital powers. These contradictions
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7*) der Rat - 8*) abzutreten und einem höheren Stadium der ge-
sellschaftlichen Produktion Raum zu geben
#643# Das Kapital als Frucht bringend
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lead to explosions, cataclysms, crises, in which by momentaneous
suspension of labour and annihilation of a great portion of capi-
tal the latter is violently reduced to the point, where it can go
on ¦¦17¦ fully employing its productive powers without committing
suicide. Yet, these regularly recurring catastrophes lead to
their repetition on a higher scale, and finally to its violent
overthrow 9*). Es sind in der entwickelten Bewegung des Kapitals
Momente, die diese Bewegung aufhalten, anders als durch Krisen;
so z.B. die beständige Entwertung eines Teils des existierenden
Kapitals; die Verwandlung eines großen Teils von Kapital in capi-
tal fixe, das nicht als Agent der direkten Produktion dient; un-
produktive Vergeudung einer großen Portion des Kapitals etc.
(Das Kapital, produktiv angewandt, wird immer doppelt ersetzt
10*), wie wir gesehn haben, daß die Wertsetzung des produktiven
Kapitals einen Gegenwert voraussetzt. Der unproduktive Konsum des
Kapitals ersetzt es auf einer Seite, vernichtet es auf der and-
ren.) {Dasselbe Gesetz drückt sich einfach aus - doch dieser Aus-
druck später in der Populationstheorie zu betrachten - als das
Verhältnis des Wachstums der Bevölkerung - und namentlich des ar-
beitenden Teils derselben - zu dem schon vorausgesetzten Kapi-
tal.} (Daß ferner das Fallen der Rate des Profits aufgehalten
werden kann durch Wegfallen von existierenden Abzügen am Profit,
z.B. Fall in den Steuern, Verminderung der Grundrente etc., ge-
hört eigentlich nicht hierher, sosehr es von praktischer Bedeu-
tung, denn es sind dies selbst Portionen des Profits unter andrem
Namen und angeeignet von andren Personen als den Kapitalisten
selbst.) {Wie dies selbe Gesetz sich anders ausdrückt, in der Be-
ziehung der vielen Kapitalien aufeinander, i.e. der Konkurrenz,
gehört ebenfalls in andren Abschnitt. Es kann auch als Gesetz der
Akkumulation der Kapitalien ausgesprochen werden; so z.B. von
Fullarton. Darauf kommen wir im nächsten Abschnitt. Es ist wich-
tig, darauf aufmerksam zu machen, daß bei diesem Gesetz es sich
nicht einfach handelt um die Entwicklung der Produktivpower 11*)
??????? 12*), sondern
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9*) bremsen, indem es die Zuwendung für notwendige Arbeit verrin-
gert und die Quantität der Mehrarbeit im Hinblick auf die gesamte
Menge der angewandten Arbeit noch mehr erweitert. Folglich, wer-
den die höchste Entwicklung der Produktivkräfte und die stärkste
Ausdehnung des vorhandenen Reichtums zusammenfallen mit Entwer-
tung des Kapitals, Erniedrigung des Arbeiters und einer höchst
unmittelbaren Erschöpfung seiner Lebenskraft. Diese Widersprüche
führen zu Explosionen, Katastrophen, Krisen, in denen durch mo-
mentane Einstellung der Arbeit und die Vernichtung eines großen
Teils des Kapitals das letztere gewaltig reduziert wird bis zu
dem Punkt, von welchem aus es weiter kann, in der Lage ist, seine
Produktivkräfte voll anzuwenden, ohne Selbstmord zu verüben. Je-
doch diese regelmäßig wiederkehrenden Katastrophen führen zu de-
ren Wiederholung auf höherer Stufe und schließlich zu seinem ge-
waltsamen Umsturz. - 10*) in der Handschrift: ersetzen -
11*) Produktivkraft - 12*) entsprechend der Möglichkeit
#644# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VII
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zugleich um den Umfang, worin diese productive power als Kapital
wirkt, als capital fixe vor allem nach der einen Seite hin, und
Bevölkerung nach der andren realisiert ist.} (Ebenso aufgehalten
der Fall durch Schöpfung neuer Produktionszweige, worin mehr un-
mittelbare Arbeit im Verhältnis zum Kapital nötig ist, oder wo
die Produktivkraft der Arbeit noch nicht entwickelt ist, i.e. die
Produktivkraft des Kapitals.) (Ebenso Monopole.)
"Profit ist ein Begriff, der die Vermehrung von Kapital oder
Reichtum anzeigt; mißlingt es daher, die Gesetze zu finden, von
denen die Profitrate bestimmt wird, bedeutet das auch das Mißlin-
gen, die Gesetze der Kapitalbildung aufzudecken." W. Atkinson.
"Principies of Political Economy" etc. London. 1840, p. 55.)
Er hat aber failed in understanding even what the rate of profit
is 13*). A. Smith erklärte das Fallen der Profitrate mit dem
Wachsen des Kapitals aus der Konkurrenz der Kapitalien unter
sich. Darauf wurde ihm von Ricardo entgegnet, daß die Konkurrenz
zwar die Profite in den verschiednen Geschäftszweigen auf ein
Durchschnittsniveau reduzieren kann, die Rate ausgleichen kann,
aber diese Durchschnittsrate selbst nicht herabdrücken kann.
[332] Der A. Smithsche Satz ist insofern richtig, als in der Kon-
kurrenz - der Aktion von Kapital auf Kapital "die dem Kapital im-
manenten Gesetze, seine tendencies 14*), erst realisiert werden.
Er ist aber falsch in dem Sinn, worin er ihn versteht, als ob die
Konkurrenz dem Kapital äußre, von außen hereingebrachte Gesetze
auferlege, die nicht seine eignen Gesetze sind. Die Konkurrenz
kann die Profitrate in allen Zweigen der Industrie, d.h. die
Durchschnittsprofitrate nur permanent herabdrücken, wenn ein all-
gemeiner Fall und nur insofern ein allgemeiner und permanenter,
als Gesetz wirkender Fall der Profitrate auch v o r der Konkur-
renz und ohne Rücksicht auf die Konkurrenz begreiflich ist. Die
Konkurrenz exequiert 15*) die innren Gesetze des Kapitals; macht
sie zu Zwangsgesetzen dem einzelnen Kapital gegenüber, aber sie
erfindet sie nicht. Sie 16*) realisiert sie. Sie daher einfach
aus der Konkurrenz erklären wollen, heißt zugeben, daß man sie
nicht versteht. Ricardo seinerseits sagt:
"Keine Akkumulation der Kapitalien kann die Profite p e r m a-
n e n t herabdrücken, wenn nicht eine gleich permanente Ursache
die Salaire erhöht." (p. 92, t. II, Paris 1835, traduit de Con-
stancio 17*).)
Diese Ursache findet er in der wachsenden, relativ wachsenden Im-
produktivität der Agrikultur, "der wachsenden Schwierigkeit, die
Quantität der Subsistenzen 18*) zu vermehren", d.h. in dem
Wachsen des proportionellen
-----
13*) sogar beim Verständnis dafür versagt, was die Provitrate ist
- 14*) Tendenzen - 15*) vollstreckt - 16*) in der Handschrift: es
erfindet sie nicht. Es - 17*) übersetzt von Constancio - 18*) in
der Handschrift: Substanzen
#645# Das Kapital als Frucht bringend
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Arbeitslohns, so daß die Arbeit nicht real mehr erhält, aber das
Produkt größerer Arbeit erhält; mit einem Worte, ein größerer
Teil notwendiger Arbeit für die Produktion der Agrikulturprodukte
erheischt ist. Der fallenden Rate des Profits entspricht daher
bei ihm nominelles Wachstum des Arbeitslohns und reales Wachstum
der Grundrente. Seine einseitige Auffassungsweise, die nur einen
einzelnen case 19*) auffaßt, ganz wie die Profitrate fallen kann,
weil der Arbeitslohn momentan steigt etc., und die ein histori-
sches Verhältnis von einem Zeitraum von 50 Jahren, das in den
folgenden 50 Jahren um gekehrt wird, in ein allgemeines Gesetz
erhebt und überhaupt auf dem historischen Mißverhältnis zwischen
der Entwicklung der Industrie und Agrikultur beruht - an und für
sich war es komisch, daß Ricardo, Malthus etc. zu einer Zeit, wo
die physiologische Chemie kaum noch existierte, allgemeine, ewige
Gesetze über dieselbe aufstellten ", diese Auffassungsweise Ri-
cardos ist daher von allen Seiten angegriffen worden, mehr mit
dem Instinkt, daß sie falsch und unbefriedigend sei; meist aber
mehr nach ihrer wahren als nach ihrer falschen Seite hin.
"A. Smith glaubte, daß Akkumulation oder Zunahme des Kapitals im
allgemeinen die Rate des Profits im allgemeinen herabdrückt, nach
demselben Prinzip, das bewirkt, daß das Wachstum des Kapitals in
jedem besonderen Gewerbszweig den Profit in diesem Gewerbszweig
herabdrückt. Aber eine derartige Zunahme von Kapital in einem be-
sonderen Gewerbszweig b e d e u t e t mehr als eine Zunahme im
V e r h ä l t n i s zur gleichzeitigen Zunahme des Kapitals in
anderen Gewerbszweigen: Sie ist relativ." (p. 9, "An in quiry
into those principles, respecting the nature of demand and the
necessity of consumption, lately advocated by Mr. Malthus, from
which it is concluded, that taxation and the maintenance of un-
productive consumers can be conducive to the progress of wealth",
London 1821.)
"Die Konkurrenz unter den Industriekapitalisten kann die sich be-
sonders über das Niveau erhebenden Profite gleichmachen, aber
dieses gewöhnliche Niveau nicht herabsetzen." (Ramsay. IX, 88.)
[333]
(Ramsay und andre Ökonomen machen mit Recht den Unterschied, ob
die Produktivität wächst in den Industriezweigen, die das capital
fixe bilden, und natürlich die wages 20*), oder andren Indu-
strien, z. B. Luxusindustrien. Letztre können die notwendige Ar-
beitszeit nicht vermindern. Allein sie können es durch Austausch
mit Agrikulturprodukten auswärtiger Völker, wo es dann dasselbe
ist, als ob sich die Produktivität innerhalb der Agrikultur ver-
mehrt hätte. Daher die Wichtigkeit des freien Kornhandels für die
industriellen Kapitalisten.)
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19*) Fall - 20*) Arbeitslöhnen
#646# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VII
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Ricardo sagt (englische Ausgabe "On the Principles of Political
Economy and Taxation. 3 edition. London 1821"):
"Der Farmer und der Fabrikant können ebensowenig ohne Profite le-
ben wie der Arbeiter ohne Lohn." (p. 123. l.c.) "Es ist eine na-
türliche Tendenz der Profite zu fallen, weil im Fortschritt der
Gesellschaft und des Reichtums die zusätzliche [Menge von] Nah-
rung mehr und mehr Arbeit erheischt. Diese Tendenz, diese Gravi-
tation des Profits wird aufgehalten in sich wiederholenden Zwi-
schenräumen durch die Verbesserungen in der Maschinerie, verbun-
den mit der Produktion der lebensnotwendigen Dinge, wie durch die
Entdeckungen in der Wissenschaft der Agrikultur, die die Produk-
tionskosten vermindern." (l.c. p. 120/121 21*).)
Ricardo wirft Profit sofort unmittelbar mit dem Mehrwert zusam-
men, er hat überhaupt diesen Unterschied nicht gemacht. Während
aber der Mehrwert bestimmt ist durch das Verhältnis der vom Kapi-
tal angewandten Surplusarbeit zur notwendigen Arbeit, ist die
Rate des Profits nichts als das Verhältnis des Mehrwerts zum To-
talwert des der Produktion vorausgesetzten Kapitals. Seine Pro-
portion fällt und steigt daher im Verhältnis des gegen lebendige
Arbeit ausgetauschten Teils des Kapitals zu dem als Material und
capital fixe existierenden. Unter allen Umständen muß der Mehr-
wert, als Profit betrachtet, eine Proportion des Gewinns ausdrüc-
ken, die kleiner ist als die wirkliche Proportion des Mehrwerts.
Denn unter allen Umständen wird er gemessen an dem Gesamtkapital,
das immer größer ist, als das in wages angewandte und gegen le-
bendige Arbeit ausgetauschte. Da Ricardo so einfach Mehrwert und
¦¦18¦ Profit zusammenwirft und der Mehrwert nur konstant abnehmen
kann, t e n d e n z i e l l abnehmen kann, wenn das Verhältnis
der Surplusarbeit zur notwendigen Arbeit, d.h. zu der für die Re-
produktion des Arbeitsvermögens erheischten Arbeit abnimmt, dies
aber nur möglich ist mit Abnahme der Produktivkraft der Arbeit,
nimmt Ricardo an, daß die Produktivkraft der Arbeit, während sie
in der Industrie mit der Akkumulation des Kapitals wächst, sie in
der Agrikultur abnimmt. Aus der Ökonomie flüchtet er in die orga-
nische Chemie. Wir haben diese Tendenz als notwendig nachgewiesen
ohne alle Rücksicht auf Grundrente, sowenig wie wir Rücksicht zu
nehmen hatten, z. B. auf steigende Nachfrage nach Arbeit etc. Wie
die Grundrente und Profit zusammenhängen, ist erst zu erörtern
bei der Betrachtung der Grundrente selbst, gehört nicht hierher.
Daß aber das physiologische Postulat von Ricardo, als allgemeines
Gesetz ausgedrückt, falsch ist, hat die moderne Chemie bewiesen.
Ricardos Schüler nun, soweit sie ihm nicht einfach nachbeten, ha-
ben, wie die neure Ökonomie überhaupt, was ihnen unangenehm in
den Prinzipien
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21*) in der Handschrift: 121
#647# Das Kapital als Frucht bringend
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ihres Meisters, ruhig fallengelassen. To drop the problem is
their général method of solving it. 22*)
Andre Ökonomen, wie z.B. Wakefield [334], flüchten zur Betrach-
tung des field of employment 23*) für das wachsende Kapital. Dies
gehört in die Betrachtung der Konkurrenz und ist vielmehr die
S c h w i e r i g k e i t d e s K a p i t a l s, d e n
w a c h s e n d e n P r o f i t z u r e a l i s i e r e n;
a l s o L e u g n u n g d e r i m m a n e n t e n T e n-
d e n z z u m F a l l d e r P r o f i t r a t e. Die Notwen-
digkeit für das Kapital, stets ausgedehntres field of employment
zu suchen, ist aber selbst wieder Konsequenz. Man kann Wakefield
und ähnliche nicht unter die rechnen, die die Frage selbst
gestellt haben. (Ist gewissermaßen Reproduktion der A. Smithschen
Ansicht.) [332] Endlich die Harmoniker unter den modernsten
Ökonomen, an deren Spitze der Amerikaner Carey steht und dessen
zudringlichster Nebenläufer der Franzose Bastiat war (es ist,
nebenbei bemerkt, schönste Ironie der Geschichte, daß die
kontinentalen freetraders 24*) Herrn Bastiat nachbeten, der sei-
nerseits seine Weisheit bei dem Schutzzöllner Carey holt), nehmen
das fact an, die Tendenz der Profitrate zu fallen im Maße, wie
das produktive Kapital wächst. Aber sie erklären es simplement
und bonnement 25*) daraus, daß der Wert der Arbeitsrate wächst;
die Proportion, die der Arbeiter vom Gesamtprodukt erhält, wäh-
rend das Kapital gutgehalten würde durch das Wachsen der gross
profits 26*). Die unangenehmen Gegensätze, Antagonismen, worin
sich die klassische Ökonomie bewegt und die Ricardo mit wissen-
schaftlicher Unbarmherzigkeit betont, werden so aufgeschwemmt in
well-to-do harmonies 27*). Careys Entwicklung hat noch einigen
Schein, wie er überhaupt selbst denkt. Sie bezieht sich auf ein
Gesetz, das wir erst in der Lehre von der Konkurrenz zu betrach-
ten haben, wo wir ihn dann abfinden werden. Bastiats Fadheit, die
Gemeinplätze paradox ausdrückt, en facettes 28*) schleift und
eine höchste Gedankenarmut unter formeller Logik versteckt, kann
hier gleich abgefertigt werden. {Es kann an dieser Stelle einiges
über den Gegensatz von Carey und Bastiat aus Heft III hereinge-
nommen werden.} In der "Gratuité du Crédit. Discussion entre M.
Fr. Bastiat et M. Proudhon. Paris 1850" (Proudhon schneidet, ne-
benbei bemerkt, eine höchst lächerliche Figur in dieser Polemik,
worin er seine dialektische Ohnmacht unter rhetorischer Anmaßung
versteckt) heißt es in lettre VIII des Bastiat (worin der Edle,
nebenbei bemerkt, tout bonnement und tout simplement 29*) den Ge-
winn, der aus der einfachen Teilung der Arbeit dem Weg-
m a c h e r so gut zukommt wie dem Anwender des Wegs, mit seiner
aussöhnenden
-----
22*) Das Problem fallenzulassen, ist ihre übliche Methode, es zu
lösen. - 23*) Feldes der Anwendung - 24*) Freihändler - 25*) auf
einfache und redliche Weise - 26*) Bruttoprofite - 27*) Wohlstand
vortäuschende Harmonien - 28*) wie die Seiten von Edelsteinen -
29*) ganz redlich und ganz einfach
#648# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VII
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Dialektik in einen dem "Weg" selbst zukommenden Gewinn (i.e. dem
Kapital) verwandelt):
"Je nachdem, wie die Kapitalien anwachsen (und mit ihnen die Pro-
dukte), wächst der absolute Anteil, der zum Kapital zurückkehrt,
und sein proportionierter Anteil nimmt ab. Je nachdem, wie die
Kapitalien anwachsen (und mit ihnen die Produkte), wachsen der
proportionale und der absolute Anteil der Arbeit an. Da das Kapi-
tal seinen absoluten Anteil anschwellen sieht, obwohl es nur noch
1/2, 1/3, 1/4, 1/5 vom Gesamtprodukt wiedererhält, die Arbeit, zu
der nach und nach 1/2, 1/3, 1/4, 1/5, zurückkommt, tritt selbst-
verständlich in die Teilung ein für einen progressiven Anteil,
sowohl im proportionalen Sinne als auch im absoluten Sinn."
Als Illustration gibt er:
Produit total 30*) Part du capital 31*) Part du travail 32*)
1. période 1000 1/2 ou 33*) 500 1/2 ou 500
2. 1800; 1/3 ou 600 2/3 ou 1200
3. 2800 1/4 ou 700 3/4 ou 2100
4. 4000 1/5 ou 800 4/5 ou 3200
([p.] 130, 131.)
Derselbe Witz ist wiederholt p. 288 in der Form von zunehmendem
gross profit 34*) bei abnehmender Rate des Profits, aber zuneh-
mender Masse von Produkten, verkauft zu niedrigren Preisen, und
bei der Gelegenheit wird sehr gewichtig gesprochen von dem
"Gesetz einer unbegrenzten Abnahme, die niemals bei Null ankommt,
ein Gesetz, das den Mathematikern gut bekannt ist", (p. 288.)
"Man sieht hier" (Marktschreier) "einen Multiplikator ohne Aufhö-
ren abnehmen, weil der Multiplikand stets ansteigt." (p. 288.
l.c.)
Ricardo hatte seinen Bastiat geahnt. Das Wachsen des Profits als
Summe mit wachsendem Kapital trotz der Abnahme der Rate des Pro-
fits hervorhebend - also die ganze Bastiatsche Weisheit antizi-
pierend -, verfehlt er nicht zu bemerken, daß dieser Progreß nur
"für eine bestimmte Zeit wahr ist". 8335] Er sagt wörtlich:
"Wie auch die Rate der Profite des Kapitals abnehmen mag infolge
der Akkumulation des Kapitals auf Land und eines Steigens des Ar-
beitslohnes" (worunter übrigens Ricardo versteht Steigen der Pro-
duktionskosten der für den Unterhalt des Arbeitsvermögens unent-
behrlichen Erdprodukte), "muß doch der Aggregatbetrag der Profite
wachsen. So unterstellt, daß mit wiederholten Akkumulationen von
100 000 l. die Rate des Profits falle von 20 auf 19, 18, 17%, so
können wir erwarten, daß der ganze Betrag der Profite, die
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30*) Gesamtprodukt - 31*) Anteil des Kapitals - 32*) Anteil der
Arbeit - 33*) oder - 34*) Bruttoprofit
#649# Das Kapital als Frucht bringend
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die aufeinanderfolgenden Eigentümer des Kapitals erhielten, wür-
den immer progressiv sein; daß er größer sein würde, wenn das Ka-
pital 200 000 l., als wenn 100 000; noch größer, wenn 300 000;
und so weiterwachsend, obgleich zu einer abnehmenden Rate, mit
jedem Anwachsen des Kapitals. Dieser Progreß ist indes nur wahr
für eine bestimmte Zeit: so 19% auf 200 000;. ist mehr als 20 auf
100 000; 18% auf 300 000 mehr als 19% auf 200 000; aber nachdem
das Kapital akkumuliert zu einem großen Betrag und die Profite
gefallen sind, vermindert die weitere Akkumulation die Summe der
Profite. So, unterstellt die Akkumulation von 100 000 und die
Profite von 7%, so wird der Gesamtbetrag der Profite 70000 /.
sein; nun wenn eine Zugabe von 100 000 l. zu der Million gemacht
wird und die Profite zu 6% ¦¦19¦ fallen, werden 66 000 l. oder
eine Verminderung von 4000 l. erhalten von den Eigentümern des
Kapitals, obgleich der Betrag des Kapitals gewachsen von
1 000 000 zu 1 100 000." (l.c. p. 124, 125.)
Dies verhindert Herrn Bastiat natürlich nicht, die schülerhafte
Operation vorzunehmen, einen wachsenden Multiplikanden so wachsen
zu lassen, daß er mit abnehmendem Multiplikator ein wachsendes
Produkt bildet 35*), sowenig wie die Gesetze der Produktion den
Dr. Price verhinderten an der Aufstellung seiner zusammengesetz-
ten Zinsrechnung [178]. Weil die Rate des Profits abnimmt - nimmt
sie ab in bezug auf den Arbeitslohn, der folglich proportionell
und absolut wachsen muß. So schließt Bastiat. (Ricardo sah diese
Tendenz zum Fallen der Profitrate mit der Zunahme des Kapitals;
und da er den Profit mit dem Mehrwert verwechselt, mußte er den
Arbeitslohn wachsen lassen, um den Profit fallenzulassen. Da er
aber zugleich sah, daß der Arbeitslohn real eher abnahm als zu-
nahm, ließ er seinen Wert wachsen, d.h. das Quantum der notwendi-
gen Arbeit, ohne seinen Gebrauchswert wachsen zu lassen. Er ließ
daher in der Tat nur die Grundrente wachsen. Der harmonische Ba-
stiat aber entdeckt, daß mit der Akkumulation der Kapitalien der
Arbeitslohn proportionell und absolut wächst.) Er unterstellt,
was er beweisen soll, daß die Abnahme der Profitrate identisch
ist mit der Zunahme in der Rate des Arbeitslohns, und
"illustriert" dann seine Voraussetzung durch ein Rechenexempel,
das ihn sehr amüsiert zu haben scheint. Wenn die Abnahme der Pro-
fitrate nichts ausdrückt als die Abnahme des Verhältnisses, worin
das Gesamtkapital die lebendige Arbeit zu seiner Reproduktion be-
darf, so ist das was andres. Herr Bastiat übersieht den kleinen
Umstand, daß in seiner Voraussetzung, obgleich die Profitrate des
Kapitals abnimmt, das Kapital selbst anwächst, das der Produktion
vorausgesetzte Kapital. Daß nun der Wert des Kapitals nicht wach-
sen kann, ohne daß es sich surplus Arbeit aneignet, hätte selbst
Herr Bastiat ahnen können. Daß die bloße Vermehrung von Produkten
den Wert nicht vermehrt, könnte ihm der in der französischen Ge-
schichte stehende Jammer über Überernten
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35*) In der Handschrift: bilden zu lassen
#650# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VII
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zeigen. Die Frage drehte sich dann einfach um die Untersuchung,
ob das Fallen der Profitrate gleichbedeutend mit dem Wachsen der
Rate der Surplusarbeit im Verhältnis zur notwendigen Arbeit 36*),
oder vielmehr nicht mit dem Fallen der Gesamtrate der angewandten
lebendigen Arbeit im Verhältnis zu dem reproduzierten Kapital.
Herr Bastiat verteilt das Produkt daher auch einfach zwischen Ka-
pitalist und Arbeiter, statt es zu verteilen in Rohmaterial, Pro-
duktionsinstrument und Arbeit und sich zu fragen, in welchen ali-
quoten 37*) Teilen sein Wert zum Austausch gegen diese verschied-
nen Portionen verwandt wird. Der gegen Rohmaterial und Produkti-
onsinstrument ausgetauschte Teil des Produkts geht offenbar die
Arbeiter nichts an. Was sie mit dem Kapital teilen, als Arbeits-
lohn und Profit, ist nichts als die neu hinzugekommne lebendige
Arbeit selbst. Was aber namentlich Bastiat Sorge macht, ist, wer
denn das vermehrte Produkt aufessen solle. Da der Kapitalist nur
einen relativ geringen Teil aufißt, muß nicht der Arbeiter einen
relativ großen aufessen? Namentlich in Frankreich, dessen Gesamt-
produktion höchstens in der Phantasie Bastiats überhaupt viel zu
essen gibt, könnte sich Herr Bastiat überzeugen, daß sich um das
Kapital eine Masse Parasitenkörper anlegen, die unter einem oder
dem andren Titel so viel von der Gesamtproduktion an sich ziehn,
um dem Arbeiter die Bäume nicht über den Kopf wachsen zu lassen.
Daß übrigens mit der Produktion auf großer Stufenleiter die Ge-
samtmasse der angewandten Arbeit zunehmen kann, obgleich die Pro-
portion der angewandten Arbeit zum Kapital abnimmt, ist klar, und
daß somit nichts dem im Wege steht, daß mit der Zunahme des Kapi-
tals eine zunehmende Arbeiterbevölkerung größerer Masse Produkte
bedarf. Übrigens verwechselt Bastiat, in dessen harmonischem Ge-
hirn alle Kühe grau sind (sieh oben Salair), die Abnahme des Zin-
ses mit der Zunahme des Arbeitslohns, da sie vielmehr Zunahme des
industriellen Profits ist, die Arbeiter gar nichts angeht, son-
dern nur das Verhältnis, worin sich verschiedne species 38*) Ka-
pitalisten [in] den Gesamtprofit teilen.
Retournons à nos moutons 39*). Das Produkt des Kapitals ist also
der Profit. Indem es sich zu sich selbst als Profit verhält, ver-
hält es sich zu sich selbst als P r o d u k t i o n s q u e l-
l e v o n W e r t, u n d d i e R a t e d e s P r o f i t s
d r ü c k t d i e P r o p o r t i o n a u s, w o r i n e s
s e i n e n e i g n e n W e r t v e r m e h r t h a t. Der
Kapitalist ist aber nicht bloß Kapital. Er muß leben, und da er
nicht von der Arbeit lebt, vom Profit leben, d. h. von der
fremden Arbeit, die er sich angeeignet. Als Quelle des Reichtums
ist das Kapital so gesetzt. Das Kapital verhält sich zum Profit -
da es die
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36*) Sollte eigentlich heißen: Rate der notwendigen Arbeit im
Verhältnis zur Surplusarbeit - 37*) ohne Rest aufgehenden -
38*) "Arten - 39*) Zurück zur Sache
#651# Das Kapital als Frucht bringend
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Produktivität sich inkorporiert hat als immanente Eigenschaft -
als R e v e n u. Es kann einen Teil davon aufzehren (scheinbar
den ganzen, aber das wird sich als falsch ausweisen), ohne daß es
aufhörte, Kapital zu sein. Nach Verzehrung dieser Frucht kann es
von neuem Frucht treiben. Es kann den genießenden Reichtum vor-
stellen, ohne aufzuhören, die allgemeine Form des Reichtums zu
repräsentieren, was dem Geld in der einfachen Zirkulation unmög-
lich war. E s m u ß t e e n t s a g e n, u m a l l g e-
m e i n e F o r m des Reichtums zu bleiben; oder wenn es sich
gegen realen Reichtum, Genüsse aufzehrte, hörte es auf, die all-
gemeine Form des Reichtums zu sein.
So erscheint der Profit als D i s t r i b u t i o n s f o r m,
wie das Salair. Da aber das Kapital nur wachsen kann durch Rück-
verwandlung des Profits in Kapital - in Surpluskapital - ist der
Profit ebenso P r o d u k t i o n s f o r m d e s K a p i-
t a l s; ganz ebenso wie das Salair vom Standpunkt des Kapitals
aus bloßes P r o d u k t i o n s v e r h ä l t n i s, vom
Standpunkt des Arbeiters aus Distributionsverhältnis ist. Es
zeigt sich hier, wie die Distributionsverhältnisse selbst produ-
ziert sind durch die Produktionsverhältnisse und sie selbst dar-
stellen d'un autre point de vue 40*). Es zeigt sich ferner, wie
das Verhältnis der Produktion zur Konsumtion durch die Produktion
selbst gesetzt ist. Die Abgeschmacktheit aller bürgerlichen Öko-
nomen, z.B. auch des J. St. Mill, der die bürgerlichen Produk-
tionsverhältnisse für ewig hält, aber ihre Distributionsformen
für historisch, zeigt, daß er weder die einen noch die andren
versteht. [336] Beim einfachen Austausch bemerkt Sismondi
richtig:
"Ein Austausch setzt immer 2 Werte voraus; jeder kann ein ver-
schiednes Los haben; aber die Q u a l i t ä t v o n K a p i-
t a l u n d P r o f i t folgt nicht dem ausgetauschten Objekt;
sie schließt sich der Person an, die sein Eigentümer ist."
(Sismondi. VI.) [337]
Aus den einfachen Austauschverhältnissen ist daher nicht die Re-
venu zu erklären. Die Qualität eines im Austausch erhaltnen Werts
Kapital oder Revenu vorzustellen, ist bestimmt durch Verhält-
nisse, die jenseits des einfachen Austauschs liegen. Albern daher
diese kompliziertem Formen auf jene einfachen Tauschverhältnisse
reduzieren zu wollen, wie es die harmonischen freetraders tun.
Vom Standpunkt des einfachen échange 41*) aus, und die Ak-
kumulation als bloße Akkumulation von Geld (Tauschwert) betrach-
tet, ist der Profit und die Revenu des Kapitals unmöglich.
"Wenn die Reichen den akkumulierten Reichtum gegen Luxusprodukte
ausgeben - und sie können Waren nur durch Austausch erhalten ",
würden ihre Geldmittel bald erschöpft sein ... Aber in der Ge-
sellschaftsordnung hat der Reichtum die Eigenschaft erworben,
sich durch f r e m d e A r b e i t zu reproduzieren. Der
Reichtum, wie die Arbeit und
-----
40*) von einem anderen Standpunkt aus - 41*) Austausches
#652# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VII
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d u r c h d i e A r b e i t, gibt eine jährliche Frucht, die
jedes Jahr v e r n i c h t e t werden kann, ohne daß der Reiche
davon ärmer wird. Die Frucht ist das Einkommen, das dem Kapital
entspringt." (Sismondi. [p. 81/82.] IV.)
Erscheint der Profit so als Resultat des Kapitals, so anderseits
als V o r a u s s e t z u n g d e r K a p i t a l b i l-
d u n g. Und so von neuem die Kreisbewegung gesetzt, worin das
Resultat als Voraussetzung erscheint.
"So ein Teil des Einkommens in Kapital verwandelt, in einen per-
manenten sich vervielfältigenden Wert, der nicht mehr unterging;
dieser Wert riß sich los von der Ware, die ihn geschaffen hatte;
er 42*) blieb gleich einer metaphysischen, unsubstantiellen Qua-
lität immer im Besitz desselben Landwirts" (Kapitalist), "für
den er 42*) verschiedne Formen bekleidete." (Sismondi. [p. 88/
89.] VI.)
¦¦20¦ Indem das Kapital als profitsetzend gesetzt ist, als Quelle
des Reichtums unabhängig von der Arbeit, wird jeder Teil des Ka-
pitals supponiert, gleichmäßig produktiv zu sein. Wie der Mehr-
wert im Profit an dem Gesamtwert des Kapitals gemessen wird, so
erscheint er gleichmäßig durch seine verschiednen Bestandteile
erzeugt. Der zirkulierende Teil desselben (der Teil, der aus
Rohmaterialien und Approvisionnement 43*) besteht) bringt also
nicht mehr Profit wie der das capital fixe bildende Bestandteil,
und zwar bezieht sich der Profit gleichmäßig auf diese Bestand-
teile nach ihrer Größe.
Da der Profit des Kapitals sich nur realisiert im Preise, der für
es gezahlt wird, für den von ihm geschaffnen Gebrauchswert ge-
zahlt wird, so ist der Profit also bestimmt durch den Überschuß
des erhaltnen Preises über den Preis, der die Auslagen deckt. Da
ferner diese Realisation nur im A u s t a u s c h e vor sich
geht, so ist für das einzelne Kapital der P r o f i t n i c h t
n o t w e n d i g b e s c h r ä n k t d u r c h s e i n e n
M e h r w e r t, durch die in ihm enthaltne Surplusarbeit; son-
dern steht im Verhältnis zu dem Überschuß des Preises, den es im
Austausch erhält. Es kann mehr als sein Ä q u i v a l e n t
a u s t a u s c h e n , u n d d a n n i s t d e r P r o-
f i t g r ö ß e r a l s s e i n M e h r w e r t. Es kann
dies nur der Fall sein, soweit der andre Austauschende nicht ein
Äquivalent erhält. Der Gesamtsurpluswert, ebenso wie der G e-
s a m t p r o f i t, der nur der M e h r w e r t s e l b s t
i s t a n d e r s b e r e c h n e t, kann nie durch diese Ope-
ration wachsen noch abnehmen; nicht er selbst, sondern nur
s e i n e V e r t e i l u n g u n t e r d e n v e r-
s c h i e d n e n K a p i t a l i e n w i r d d a d u r c h
m o d i f i z i e r t. Indes gehört diese Betrachtung erst in
die der vielen Kapitalien; noch nicht hierhin.
Dem Profit gegenüber erscheint der Wert des in der Produktion
vorausgesetzten Kapitals als A v a n c e n - P r o d u k-
t i o n s k o s t e n, die im Produkt ersetzt sein müssen. Nach
Abzug des Teils des Preises, der sie ersetzt, bildet der
Überschuß den Profit. Da die Surplusarbeit - die Profit und Zins,
beides nur
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42*) In der Handschrift: sie - 43*) Lebensmittelfonds
#653# Das Kapital als Frucht bringend
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Portionen derselben - dem Kapital nichts kostet, also nicht unter
dem von ihm avancierten Werte rangiert - nicht unter dem Wert,
den es vor dem Produktionsprozeß und der Verwertung des Produkts
besaß - so figuriert diese Surplusarbeit, die in den Produktions-
kosten des Produkts eingeschlossen ist und die Quelle des Mehr-
werts, also auch des Profits bildet - nicht unter den Produkti-
onskosten des Kapitals. Diese sind nur gleich den wirklich von
ihm vorgeschoßnen Werten, nicht dem in der Produktion angeeigne-
ten und in der Zirkulation realisierten Surpluswert. Die Produk-
tionskosten vom Standpunkt des Kapitals sind daher nicht die
wirklichen Produktionskosten, eben weil i h m die Surplusarbeit
nichts kostet. Der Überschuß des Preises des Produkts über den
Preis der Produktionskosten gibt ihm Profit. Es kann also Profit
für das Kapital existieren, ohne daß seine wirklichen Produkti-
onskosten - d.h. die ganze von ihm ins Werk gesetzte Surplusar-
beit - realisiert wird. Der Profit - der Überschuß über die vom
Kapital gemachten Avancen - kann kleiner sein als der Mehrwert -
das vom Kapital eingetauschte Surplus von lebendiger Arbeit über
die vergegenständlichte Arbeit, die es gegen das Arbeitsvermögen
ausgetauscht hat. Durch die Trennung des Zinses vom Profit - was
wir gleich betrachten werden - wird indes selbst auch für das
produktive Kapital ein Teil des Surpluswerts als Produktionskost
gesetzt. Die Verwechslung der P r o d u k t i o n s k o s t e n
vom Standpunkt des Kapitals aus mit dem in dem Produkt des Kapi-
tals vergegenständlichten Quantum von Arbeit, die Surplusarbeit
eingeschlossen, hat sagen lassen, daß
"der Profit nicht eingeschlossen im natürlichen Preis". Es sei
"absurd, den Exzeß oder Profit einen Teil der Ausgaben zu nen-
nen". (Torrens, [p. 51, 52,] IX, 30.) [267]
Dies führt dann zu einer Masse Konfusion; entweder den Profit
nicht im Austausch realisieren, sondern aus ihm entspringen zu
lassen (was immer nur relativ der Fall sein kann, wenn der eine
Austauschende nicht sein Äquivalent erhält) oder dem Kapital eine
magische Kraft zuzuschreiben, die aus nichts etwas macht. Indem
der im Produktionsprozeß gesetzte Wert im Austausch seinen Preis
realisiert, erscheint der Preis des Produkts bestimmt in fact
durch die Summe Geld, die ein Äquivalent ausdrückt für die im
Rohmaterial, der Maschinerie, den Salairs und der nicht bezahlten
Surplusarbeit enthaltne Gesamtquantität von Arbeit. Der Preis
hier also noch erscheint nur als Formveränderung des Werts; der
Wert in Geld ausgedrückt; aber die Größe dieses Preises ist im
Produktionsprozeß des Kapitals vorausgesetzt. Das Kapital er-
scheint damit preisbestimmend, so daß der Preis bestimmt ist
durch die vom Kapital gemachten Avancen + die von ihm im Produkt
realisierte Surplusarbeit. Wir werden später sehn, wie umgekehrt
der Preis als profitbestimmend erscheint. Und wenn hier die ge-
samten w i r k l i c h e n Produktionskosten als
#654# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VII
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preisbestimmend erscheinen, der Preis später als die Produktions-
kosten bestimmend. Die Konkurrenz, um die immanenten Gesetze des
Kapitals ihm als äußere Notwendigkeit aufzuzwingen, kehrt sie
scheinbar alle um. V e r k e h r t s i e.
Zur Wiederholung noch: Der Profit des Kapitals hängt nicht von
seiner Größe ab; sondern bei gleicher Größe von dem Verhältnis
der Bestandteile (dem konstanten und variablen Teil) ab; dann von
der Produktivität der Arbeit (die aber in jener ersten Proportion
sich ausspricht, da bei geringrer Produktivität dasselbe Kapital
nicht in derselben Zeit mit derselben Portion lebendiger Arbeit
dasselbe Material verarbeiten könnte); von der Umschlagszeit; die
bestimmt ist durch verschiedne Proportionen zwischen capital fixe
und circulant, verschiedne Dauerhaftigkeit des capital fixe etc.
etc. (sieh oben). Die Ungleichheit des Profits in verschiednen
Industriezweigen für Kapitalien von gleicher Größe, i.e. die Un-
gleichheit der Profitrate, ist Bedingung und Voraussetzung für
die Ausgleichungen der Konkurrenz.
Sofern das Kapital Rohmaterial, Instrument, Arbeit durch Aus-
tausch erhält, einkauft, sind seine Elemente selbst schon in der
Form von Preisen vorhanden; schon als Preise gesetzt; ihm voraus-
gesetzt. Die Vergleichung des Marktpreises seines Produkts mit
den Preisen seiner Elemente wird dann entscheidend für es. Dies
gehört aber erst in das Kapitel von der Konkurrenz.
Also der Mehrwert, den das Kapital in einer gegebnen Umschlags-
zeit setzt, erhält die Form des P r o f i t s, insofern er ge-
messen wird an dem Totalwert des der Produktion vorausgesetzten
Kapitals. Während der Mehrwert direkt gemessen ist durch die Sur-
plusarbeitszeit, die das Kapital gewinnt im Austausch mit der le-
bendigen Arbeit. Der Profit ist nichts als eine andre, weiter im
Sinn des Kapitals entwickelte Form des Mehrwerts. Der Mehrwert
hier ist mehr betrachtet als ausgetauscht gegen das Kapital
selbst im Produktionsprozeß, nicht gegen die Arbeit. Es erscheint
daher das Kapital als Kapital, als vorausgesetzter Wert, durch
die Vermittlung seines eignen Prozesses sich auf sich beziehend,
als gesetzter, produzierter Wert, und der von ihm gesetzte Wert
heißt P r o f i t.
Die 2 unmittelbaren Gesetze, die sich uns bei dieser Umwandlung
des Mehrwerts in die Gestalt des Profits ergeben, sind die: 1.
Der Mehrwert als Profit ausgedrückt, erscheint immer als kleinere
Proportion, wie der Mehrwert in seiner unmittelbaren Realität
wirklich beträgt. Denn statt an einem Teil des Kapitals gemessen
zu werden, dem gegen lebendige Arbeit ausgetauschten (ein Ver-
hältnis, was sich als das der notwendigen zur Surplusarbeit 44*)
herausstellt), wird sie am Ganzen gemessen. Welches immer der
Mehrwert sei, den ein
-----
44*) Sollte eigentlich heißen: der Surplusarbeit zur notwendigen
#655# Das Kapital als Frucht bringend
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Kapital a setzt, und welches immer die Proportion in a von c und
v, dem konstanten und dem variablen Teil des Kapitals, der Mehr-
wert m muß kleiner erscheinen, wenn gemessen an c + v, als wenn
an seinem realen Maß v gemessen. Der Profit oder - wenn nicht als
absolute Summe, sondern wie er meist als P r o p o r t i o n
betrachtet (die Profitrate ist der Profit, ausgedrückt als
V e r h ä l t n i s, w o r i n das Kapital Mehrwert gesetzt
hat) - die ¦¦21¦ Profitrate drückt nie die wirkliche Rate aus,
worin das Kapital die Arbeit exploitiert, sondern immer ein viel
kleineres Verhältnis, und um so falscher ist das Verhältnis, das
sie ausdrückt, je größer das Kapital ist. Die Profitrate könnte
nur dann die wirkliche Rate des Mehrwerts ausdrücken, wenn das
ganze Kapital bloß in Arbeitslohn verwandelt würde; das ganze Ka-
pital gegen lebendige Arbeit ausgetauscht würde, also bloß als
Approvisionnement existierte und nicht nur nicht in der Form von
schon produziertem Rohmaterial (was in der extraktiven Industrie
vorgekommen), also nicht nur das Rohmaterial = 0 wäre, sondern
auch Produktionsmittel, sei es in der Form von Instrumenten oder
entwickeltem capital fixe, = 0. Letztrer case kann auf der
Grundlage der dem Kapital entsprechenden Produktionsweise nicht
vorkommen. Wenn a = c + v, welches
m m
auch immer die Zahl m, so [ist ----- < -]. [338]
c + v v
2. Das zweite große Gesetz ist, daß im Maße, wie das Kapital sich
schon die lebendige Arbeit in der Form der vergegenständlichten
Arbeit angeeignet hat, im Maße also, wie Arbeit schon kapitali-
siert ist und daher auch wachsend in der Form von capital fixe in
dem Produktionsprozeß agiert, oder im Maße, wie die Produktiv-
kraft der Arbeit wächst, die Profitrate abnimmt. Das Wachsen der
Produktivkraft der Arbeit ist gleichbedeutend mit a) dem Wachsen
des relativen Mehrwerts oder der relativen Surplusarbeitszeit,
die der Arbeiter dem Kapital gibt; b) der Verminderung der zur
Reproduktion des Arbeitsvermögens notwendigen Arbeitszeit; c) der
Abnahme des Teils des Kapitals, der sich überhaupt gegen leben-
dige Arbeit austauscht gegen die Teile desselben [gehalten], die
als vergegenständlichte Arbeit und vorausgesetzter Wert an dem
Produktionsprozeß teilnehmen. Die Profitrate steht daher in umge-
kehrtem Verhältnis zum Wachsen des relativen Mehrwerts oder der
relativen Surplusarbeit, zur Entwicklung der Produktivkräfte und
zur Größe des als [konstantes] Kapital in der Produktion ange-
wandten Kapitals. In andren Worten, das zweite Gesetz ist die
T e n d e n z d e r P r o f i t r a t e, z u f a l l e n mit
der Entwicklung des Kapitals, sowohl seiner Produktivkraft wie
des Umfangs, worin es als vergegenständlichter Wert schon sich
gesetzt hat; des Umfangs, worin Arbeit sowohl wie Produktivkraft
kapitalisiert ist.
Andre Ursachen, die sonst auf die Rate des Profits wirken können,
sie
#656# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VII
-----
herabdrücken können für längre oder kürzre Perioden, gehören noch
nicht hierher. Es ist ganz richtig, daß, den Produktionsprozeß im
ganzen und großen betrachtet, das als Material und capital fixe
wirkende Kapital nicht nur vergegenständlichte Arbeit ist, son-
dern von neuem durch die Arbeit reproduziert werden muß, und zwar
beständig reproduziert werden muß. Sein Bestehn unterstellt also
- der Umfang, den sein Bestehn erreicht hat, unterstellt also Um-
fang der arbeitenden Bevölkerung, große Population, die an und
für sich Bedingung aller Produktivkraft - aber diese Reproduktion
geht überall vor unter der Voraussetzung von Wirkung des capital
fixe und Rohmaterial und scientific power, sowohl als solche wie
der Produktion angeeignet und selbst schon in ihr realisiert.
Dieser Punkt ist erst näher zu entwickeln in der Betrachtung der
Akkumulation.
Es ist ferner klar, daß, obgleich der Teil des Kapitals, der sich
gegen lebendige Arbeit austauscht, im Verhältnis zum Gesamtkapi-
tal betrachtet, abnimmt, die Gesamtmasse der angewandten lebendi-
gen Arbeit zunehmen kann oder dieselbe bleiben, wenn das Kapital
in demselben odergrößrem Verhältnis wächst. Die Population kann
daher beständig wachsen im Verhältnis, wie die notwendige Arbeit
abnimmt. Wenn Kapital a 1/2 in c und 1/2 in v verausgabt, Kapital
a' aber 3/4 in c und 1/4 in v; so könnte Kapital a' auf 6/4 c
2/4 v anwenden. War es aber ursprünglich = 3/4 c + 1/4 v, so
jetzt = 6/4 c + 2/4 v, oder es ist gewachsen um 4/4; d.h., es hat
sich verdoppelt. Dies Verhältnis ist indes auch näher erst zu un-
tersuchen bei der Akkumulations- und Populationstheorie. Über-
haupt müssen uns zunächst die Folgerungen, die sich aus den Ge-
setzen ergeben, und die Hin- und Herbedenken darüber nicht irren.
Die Profitrate also ist bestimmt nicht nur durch das Verhältnis
der Surplusarbeit zur notwendigen Arbeit oder das Verhältnis,
worin vergegenständlichte Arbeit sich gegen lebendige austauscht,
sondern durch das Verhältnis überhaupt der angewandten lebendigen
Arbeit zur gegenständlichen Arbeit; die Portion des Kapitals, die
sich überhaupt gegen lebendige Arbeit austauscht, gegen den Teil,
der als vergegenständlichte Arbeit an dem Produktionsprozeß teil-
nimmt. Diese Portion aber nimmt ab im selben Verhältnis, wie die
Surplusarbeit gegen die notwendige wächst.
(Da der Arbeiter den Teil des Kapitals, der gegen sein Arbeits-
vermögen ausgetauscht wird, ebensosehr reproduzieren muß wie die
andren Teile des Kapitals, so erscheint das Verhältnis, worin der
Kapitalist beim Austausch gegen Arbeitsvermögen gewinnt, als be-
stimmt durch das Verhältnis der notwendigen Arbeit zur Surplusar-
beit 45*). Ursprünglich erscheint das so, daß ihm
-----
45*) In der Handschrift: der Surplusarbeit zur notwendigen Arbeit
#657# Das Kapital als Frucht bringend
-----
die notwendige Arbeit nur die Auslage ersetzt. Da er aber nichts
auslegt als die Arbeit selbst - wie sich dies bei der Reproduk-
tion zeigt -, kann das Verhältnis einfach so ausgedrückt werden -
das Verhältnis des Mehrwerts als Verhältnis der notwendigen Ar-
beit zur Surplusarbeit 45*).
{In bezug auf das capital fixe - und die Dauerhaftigkeit als Be-
dingung desselben, die nicht äußerlich hineinkommt, ist noch zu
bemerken: Soweit das Produktionsinstrument selbst Wert ist, ver-
gegenständlichte Arbeit, t r ä g t e s n i c h t b e i a l s
P r o d u k t i v k r a f t. Wenn eine Maschine, deren Herstel-
lung 100 Arbeitstage kostet, nur 100 Arbeitstage ersetzte, würde
sie die Produktivkraft der Arbeit in keiner Weise vermehren und
die Kost des Produkts in keiner Weise vermindern. Je dauerhafter
die Maschine, desto öfter kann dieselbe Quantität Produkt mit ihr
geschaffen werden, oder desto öfter kann das capital circulant
erneuert werden, seine Reproduktion wiederholt werden und desto
kleiner ist der Wertanteil (der zur Ersetzung des déchet 46*),
des wear und tear 47*) der Maschine nötige); d. h., um so mehr
wird der Preis des Produkts und seine jemalige Produktionskost
vermindert. Indes dürfen wir hier die Preisbeziehung bei der Ent-
wicklung noch nicht hereinbringen. Die Herabsetzung des Preises
als Bedingung für Eroberung des Markts gehört erst in die Konkur-
renz. Es muß also anders entwickelt werden. Könnte das Kapital
das Produktionsinstrument ohne Kosten, für 0 haben, was wäre die
Folge? Dieselbe, als wenn die Zirkulationskosten = 0. D.h., die
zur Erhaltung des Arbeitsvermögens notwendige Arbeit würde ver-
mindert und so die Surplusarbeit [vermehrt], i.e. der Mehrwert,
ohne daß es dem Kapital das geringste kostete. Solche Vermehrung
der Produktivkraft, eine Maschinerie, die ihm nichts kostet, ist
die Teilung der Arbeit und die Kombination der Arbeit innerhalb
des Produktionsprozesses. Sie unterstellt aber Arbeiten auf
großer Stufenleiter, i. e. Entwicklung von Kapital und Lohnar-
beit.
Eine andre Produktivkraft, die ihm nichts kostet, ist die scien-
tific power. (Daß es immer eine gewisse Abgabe zahlen muß für
Pfaffen, Schulmeisterund Gelehrte, sie mögen große oder kleine
scientific power entwickeln, versteht sich von selbst.) Die letz-
tre kann es sich aber nur aneignen durch Anwendung der Maschine-
rie (auch im chemischen Prozesse zum Teil). Das Wachstum der Be-
völkerung ist eine solche Produktivkraft, die ihm nichts kostet.
Kurz, alle mit dem Wachstum der Population und der historischen
Entwicklung der Gesellschaft sich entwickelnden gesellschaftli-
chen Kräfte kosten ihm nichts. Soweit sie aber, um im unmittelba-
ren Produktionsprozeß angewandt zu werden, selbst eines durch die
Arbeit hervorgebrachten, d. h. in der Form von
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46*) der Abnutzung - 47*) des Verschleißes
#658# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VII
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vergegenständlichter Arbeit existierenden Substrats bedürfen,
also selbst Werte sind, kann es sie nur durch Äquivalente sich
aneignen.
Well 48*). Capital fixe, dessen Anwendung mehr kostete als die
von lebendiger Arbeit, ¦¦22¦ d.h. mehr lebendige Arbeit zu ihrer
Produktion oder Erhaltung erheischte, als sie ersetzte, wäre eine
nuisance 49*). Solche [Maschinerie], die nichts kostete, sondern
bloß vom Kapitalisten angeeignet zu werden brauchte, besäße das
Maximum des Werts für das Kapital. Aus dem einfachen Satze, daß,
wenn der Wert der Maschinerie = 0, sie am wertvollsten für das
Kapital, folgt, daß jede Reduktion ihrer Kost Gewinn für ihn.
W ä h r e n d e s e i n e r s e i t s d i e T e n d e n z
d e s K a p i t a l s , d e n G e s a m t w e r t d e s c a-
p i t a l f i x e z u v e r m e h r e n, [so] g l e i c h-
z e i t i g [seine Tendenz,] d e n W e r t j e d e s a l i-
q u o t e n T e i l s d e s s e l b e n z u v e r m i n-
d e r n. Soweit das capital fixe als Wert in die Zirkulation
eingeht, hört es auf, als Gebrauchswert im Produktionsprozeß zu
wirken. Sein Gebrauchswert ist eben die Vermehrung der
Produktivkraft der Arbeit, die Verminderung der notwendigen
Arbeit, die Vermehrung der relativen Surplusarbeit und daher des
Surpluswerts. Soweit es in die Zirkulation eingeht, wird sein
Wert nur ersetzt, nicht vermehrt. Das Produkt dagegen, das capi-
tal circulant, ist der Träger des Surpluswerts, der erst reali-
siert wird, sobald es aus dem Produktionsprozeß heraus in die
Zirkulation tritt. Dauerte die Maschine ewig, bestünde sie nicht
selbst aus vergänglichem Material, das reproduziert werden müßte
(ganz abgesehn von der Erfindung vervollkommneter Maschinen, die
ihr den Charakter, Maschine zu sein, nehmen), wäre sie ein perpe-
tuum mobile, so entspräche sie am vollständigsten ihrem Begriffe.
Ihr Wert brauchte nicht ersetzt zu werden, weil er in einer un-
zerstörbaren Materialität fortdauerte. Da capital fixe nur ange-
wandt wird, insofern es als Wert geringer ist wie als wertset-
zend, würde, obgleich es selbst nie [auf einmal] als Wert in die
Zirkulation träte, der in dem capital circulant realisierte Sur-
pluswert dennoch bald die avances ersetzen, und so würde es als
wertsetzend wirken, nachdem seine Kosten für den Kapitalisten,
ebenso wie [die] der Surplusarbeit, die er sich aneignet, = 0 wä-
ren. Es würde als Produktivkraft der Arbeit fortwirken und
zugleich Geld in der dritten Bedeutung, konstanter für sich sei-
ender Wert sein. Nimm ein Kapital von 1000 l. 1/5 50*) sei Ma-
schinerie; der Surpluswert der Summe nach = 50. Der Wert der Ma-
schinerie also gleich 200. Nach 4maligem Umschlage wäre die Ma-
schinerie bezahlt. Und außerdem, daß das Kapital fortfahren
würde, in der Maschinerie vergegenständlichte Arbeit von 200 zu
besitzen, wäre es vom fünften Umschlag an dasselbe, als ob es mit
einem Kapital, das ihm nur 800 kostet, 50 machte; also statt 5%
6 1/4 %. Sobald das
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48*) Gut - 49*) Plage - 50*) in der Handschrift: 1/4
#659# Das Kapital als Frucht bringend
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capital fixe in die Zirkulation eingeht als Wert, hört sein Ge-
brauchswert für den Verwertungsprozeß des Kapitals auf, oder es
geht nur in sie ein, sobald dieser auf [hört]. Je dauerhafter da-
her, je weniger es der Reparatur, der ganzen oder der teilweisen
Reproduktion bedarf, je länger seine Zirkulationszeit, um so mehr
wirkt es als Produktivkraft der Arbeit, als Kapital; d.h. als
vergegenständlichte Arbeit, die lebendige Surplusarbeit setzt.
Die Dauer des capital fixe, identisch mit Länge der Zirkulations-
zeit seines Werts oder der zu seiner Reproduktion erforderlichen
Zeit, geht als Wertmoment desselben aus seinem Begriff selbst
hervor. (Daß sie an und für sich, bloß s t o f f l i c h be-
trachtet, im Begriff des Produktionsmittels liegt, bedarf keiner
Erläuterung.)}
Die Rate des Mehrwerts ist einfach bestimmt durch das Verhältnis
der Surplusarbeit zur notwendigen; die Rate des Profits ist be-
stimmt durch das Verhältnis nicht nur der Surplusarbeit zur not-
wendigen, sondern des gegen lebendige Arbeit ausgetauschten Teils
des Kapitals zum Gesamtkapital, das in die Produktion eingeht.
Der Profit, wie wir ihn hier noch betrachten, d. h. als Profit
d e s Kapitals, nicht eines einzelnen Kapitals auf Kosten eines
andren, sondern als P r o f i t d e r K a p i t a l i s t e n-
k l a s s e, konkret ausgedrückt, kann n i e g r ö ß e r
s e i n a l s d i e S u m m e d e s M e h r w e r t s. Als
Summe ist er die Summe des Mehrwerts, aber diese selbe Wertsumme
als Proportion zum Totalwert des Kapitals statt zu dem Teil
desselben, dessen Wert wirklich wächst; d.h. gegen lebendige
Arbeit ausgetauscht wird. I n s e i n e r u n m i t t e l-
b a r e n F o r m i s t d e r P r o f i t n i c h t s a l s
d i e S u m m e d e s M e h r w e r t s, a u s g e-
d r ü c k t a l s P r o p o r t i o n z u m T o t a l w e r t
d e s K a p i t a l s.
Die Verwandlung des Mehrwerts in die Form des Profits, diese Art
der Berechnung des Mehrwerts durch das Kapital, sosehr sie auf
einer Illusion über die Natur des Mehrwerts beruht oder diese
vielmehr verhüllt, ist notwendig vom Standpunkt des Kapitals aus.
{Es kann sich leicht eingebildet werden, die Maschine als solche,
weil sie als Produktivkraft der Arbeit wirkt, setze Wert. Wenn
die Maschine aber keiner Arbeit bedürfte, würde sie den Ge-
brauchswert vermehren können; aber der Tauschwert, den sie
schüfe, wäre nie größer als ihre eignen Produktionskosten, ihr
eigner Wert, die in ihr vergegenständlichte Arbeit. Nicht weil
sie Arbeit ersetzt, schafft sie Wert; sondern nur insofern sie
ein Mittel ist, die Surplusarbeit zu vermehren, und nur diese
selbst ist sowohl das Maß wie die Substanz des Mehrwerts, der mit
Hilfe der Maschine gesetzt; also überhaupt die Arbeit.}
Die Verminderung der notwendigen Arbeit im Verhältnis zur Sur-
plusarbeit drückt sich, wenn wir den Tag eines einzelnen Arbei-
ters betrachten, dahin aus, daß ein größrer Teil des Arbeitstags
vom Kapital angeeignet wird. Die lebendige
#660# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VII
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Arbeit, die angewandt wird, bleibt hier dieselbe. Gesetzt, durch
Vermehrung der Produktivkraft, z.B. Anwendung von Maschinerie,
würden von 6 Arbeitern, deren jeder 6 Tage in der Woche arbeitet,
3 überflüssig gemacht. Wären die 6 Arbeiter selbst im Besitz der
Maschinerie, so würden sie jeder nur mehr einen halben Tag arbei-
ten. Jetzt fahren 3 fort, einen ganzen Tag jeden Tag in der Woche
zu arbeiten. Führe das Kapital fort, die 6 anzuwenden, so würden
sie jeder nur einen halben Tag arbeiten, aber keine Surplusarbeit
verrichten. Gesetzt, die notwendige Arbeit betrug früher 10 Stun-
den, die Surplusarbeit täglich 2, so betrug die ganze Surplusar-
beit der 6 Arbeiter täglich 2x6 gleich einem Tage und war in der
Woche gleich 6 Tagen = 72 Stunden. Jeder arbeitete einen Tag in
der Woche umsonst. Oder es wäre dasselbe, als wenn der Ö.Arbeiter
umsonst gearbeitet hätte die ganze Woche durch. Die 5 Arbeiter
repräsentieren notwendige Arbeit, und könnten sie auf 4 reduziert
werden und der eine Arbeiter nach wie vor umsonst arbeiten - so
wäre der relative Mehrwert gewachsen. Er verhielt sich früher =
1:6 und würde sich jetzt verhalten wie 1:5. Das vorige Gesetz,
die Zahl der Surplusarbeitsstunden zu vermehren, erhält also
jetzt die Form, die Zahl der notwendigen Arbeiter zu vermindern.
Wäre es möglich, für dasselbe Kapital die 6 Arbeiter zu dieser
neuen Rate anzuwenden, so würde nicht nur relativ, sondern abso-
lut der Mehrwert sich vermehrt haben. Die Surplusarbeitszeit
würde betragen 14 2/5 Stunden. 2 2/5 Stunden auf 6 Arbeiter ist
natürlich mehr als 2 2/5 auf 5.
Den absoluten Mehrwert betrachtet, so erscheint er bestimmt durch
die absolute Verlängerung des Arbeitstags über die notwendige Ar-
beitszeit hinaus. Die notwendige Arbeitszeit arbeitet für den
bloßen Gebrauchswert, für die Subsistenz. Der Surplusarbeitstag
ist Arbeit für den Tauschwert, für den Reichtum. Er ist das erste
Moment der industriellen Arbeit. Die natürliche Grenze ist ge-
setzt - in der Voraussetzung, daß die Arbeitsbedingungen vorhan-
den, Rohstoff und Arbeitsinstrument, oder eins von beiden, je
nachdem die Arbeit bloß extrahierend oder formend ist, bloß den
Gebrauchswert isoliert vom Erdkörper oder ihn formt - die natür-
liche Grenze ist gesetzt durch die Anzahl der gleichzeitigen Ar-
beitstage oder der lebendigen Arbeitsvermögen, i.e. durch die Ar-
beitsbevölkerung. Auf dieser Stufe ist der Unterschied der Pro-
duktion des Kapitals und frührer Produktionsstufen nur noch for-
mell. Menschenraub, Sklaverei, Handel mit Sklaven und Zwangsar-
beit derselben, ¦¦23¦ Vermehrung dieser arbeitenden Maschinen,
Surplusproduce 51*) produzierenden Maschinen ist hier direkt
durch Gewalt gesetzt, beim Kapital durch den Austausch vermit-
telt.
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51*) Mehrprodukt
#661# Das Kapital als Frucht bringend
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Die Gebrauchswerte wachsen hier im selben einfachen Verhältnis
wie die Tauschwerte, und daher erscheint diese Form der Surplus-
arbeit in den Produktionsweisen der Sklaverei, Leibeigenschaft
etc., wo es sich hauptsächlich und vorwiegend um den Gebrauchs-
wert handelt, wie in der auf den Tauschwert direkt und auf den
Gebrauchswert nur indirekt gerichteten Produktionsweise des Kapi-
tals. Dieser Gebrauchswert kann, wie z.B. beim ägyptischen Py-
ramidenbau, kurz, bei den religiösen Luxusarbeiten, wozu die
Masse der Nation in Ägypten, Indien etc. gezwungen wurde, rein
phantastisch oder wie bei den alten Etruskern z.B. auf das unmit-
telbar Nützliche gerichtet sein.
In der zweiten Form des Mehrwerts aber, als relativer Mehrwert,
die als Entwicklung der Produktivkraft der Arbeiter i n b e-
z u g a u f d e n A r b e i t s t a g a l s V e r m i n d e-
r u n g d e r n o t w e n d i g e n A r b e i t s z e i t
und in bezug auf die Population als V e r m i n d e r u n g
d e r n o t w e n d i g e n A r b e i t s b e v ö l k e r u n g
erscheint (dies ist die gegensätzliche Form), in dieser Form
erscheint unmittelbar der industrielle und unterscheidend histo-
rische Charakter der auf das Kapital gegründeten Produktions-
weise.
Der ersten Form entspricht die gewaltsame Verwandlung des größe-
ren Teils der Bevölkerung in Lohnarbeiter und die Disziplin, die
ihr Dasein in das von bloßen Arbeitern verwandelt. Während 150
Jahren z.B., von Heinrich VII., enthalten die Annalen der engli-
schen Gesetzgebung in blutiger Handschrift Zwangsmaßregeln, die
angewandt wurden, um die Masse der eigentumslos gewordnen und
freigewordnen Bevölkerung in freie Lohnarbeiter zu verwandeln.
[40] Die Aufhebung der Gefolgschaften, die Konfiskation der
Kirchengüter, die Aufhebung der Gilden und Konfiskation ihres Ei-
gentums, die gewaltsame Vertreibung der Bevölkerung vom Lande
durch Verwandlung von Ackerland in Viehweide, enclosures of com-
mons 52*) etc., hatten die Arbeiter als bloßes Arbeitsvermögen
gesetzt. Aber sie zogen nun Vagabundage, Bettelei etc. of course
53*) der Lohnarbeit vor und mußten erst gewaltsam an diese ge-
wöhnt werden. Es wiederholt sich dies ähnlich bei Einführung der
großen Industrie, der mit Maschinen betriebnen Fabriken. Vergl.
Owen [, "Six lectures ...", p. 56-58].
Erst auf einer gewissen Stufe der Entwicklung des Kapitals wird
d e r A u s t a u s c h v o n K a p i t a l u n d
A r b e i t i n f a c t f o r m e l l f r e i. Man kann sa-
gen, daß die Lohnarbeit erst völlig der Form nach realisiert in
England am Ende des 18. Jahrhunderts mit Aufhebung des law of ap-
prenticeship [339].
Die Tendenz des Kapitals ist, of course, den absoluten mit dem
relativen Surpluswert zu verbinden; also größte Ausdehnung des
Arbeitstags mit größter Anzahl gleichzeitiger Arbeitstage, zu-
gleich mit Reduktion einerseits der notwendigen
-----
52*) Einzäunung von Gemeindeländereien 53*) selbstverständlich
#662# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VII
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Arbeitszeit auf das Minimum, andrerseits der notwendigen Arbei-
teranzahl auf das Minimum. Diese widersprechende Forderung, deren
Entwicklung in verschiednen Formen als Überproduktion, Überpopu-
lation etc. sich zeigen wird, macht sich geltend in der Form ei-
nes Prozesses, worin die widersprechenden Bestimmungen sich in
der Zeit ablösen. Eine notwendige Konsequenz derselben ist die
möglichste Vervielfältigung des Gebrauchswerts der Arbeit - oder
der Produktionszweige", so daß die Produktion des Kapitals, wie
sie einerseits die Entwicklung der Intensivität [der] Produktiv-
kraft der Arbeit, [so] anderseits die unbegrenzte Mannigfaltig-
keit der Arbeitszweige beständig und notwendig erzeugt, d. h.
also den allseitigsten Form- und Inhaltsreichtum der Produktion,
alle Seiten der Natur ihr unterwerfend.
Die Vermehrung der Produktivkraft, wie sie bei Produktion auf
großer Stufenleiter von selbst hervorgeht aus Teilung und Kombi-
nation der Arbeit, Ökonomie in gewissen Ausgaben - Bedingungen
für den Arbeitsprozeß ", die dieselben bleiben oder sich vermin-
dern bei gemeinschaftlicher Arbeit, wie Heizung etc., Arbeitsbau-
lichkeiten etc., kosten dem Kapital nichts; es hat diese ver-
mehrte Produktivkraft der Arbeit gratis. Vermehrte sich die Pro-
duktivkraft gleichzeitig in der Produktion der verschiednen Pro-
duktionsbedingungen, Rohmaterial, Produktionsmittel und Lebens-
mittel und den [davon] bestimmten [Produktionszweigen], so würde
ihr Wachsen keine Veränderung in dem Verhältnis der verschiednen
Bestandteile des Kapitals zueinander hervorbringen. Wächst die
Produktivkraft der Arbeit gleichzeitig z.B. in der Produktion von
Flachs, Webstühlen und dem Weben selbst (durch Teilung der Ar-
beit), so würde der größren Masse, die verwebt würde in einem
Tage, größre Masse Rohstoff etc. entsprechen. In den extraktiven
Arbeiten, z. B. Minenindustrie, ist nicht erheischt, wenn die Ar-
beit produktiver wird, daß der Rohstoff wächst, da kein Rohstoff
verarbeitet wird. Um die Herbste produktiver zu machen, ist nicht
erheischt even 54*), daß die instruments 55*) an Anzahl gewachsen
sind, sondern nur, daß sie k o n z e n t r i e r t sind und die
A r b e i t , d i e f r ü h e r v o n H u n d e r t e n
s t ü c k w e i s geschah, g e m e i n s c h a f t l i c h ge-
schieht. Was aber für alle Formen der Surplusarbeit erheischt
ist, ist W a c h s e n d e r P o p u l a t i o n; der Arbei-
terpopulation für die erste Form; der Population überhaupt für
die zweite, da sie Entwicklung der Wissenschaft etc. verlangt.
Population aber erscheint hier als die Grundquelle des Reichtums.
Aber wie wir ursprünglich das Kapital betrachten, erscheinen Roh-
stoff und Instrument aus der Zirkulation herkommend, nicht von
ihm selbst produziert; wie denn auch in der Realität das einzelne
Kapital die Bedingungen seiner
-----
54*) gerade erheischt - 55*) Werkzeuge
#663# Das Kapital als Frucht bringend
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Produktion aus der Zirkulation erhält, obgleich sie ihrerseits
wieder durch Kapital, aber ein andres Kapital produziert sind.
Daraus folgt einerseits die notwendige Tendenz des Kapitals, sich
der Produktion allseitig zu bemächtigen; seine Tendenz, die Pro-
duktion der Arbeitsstoffe oder der Rohmaterialien wie der Instru-
mente ebenfalls, als vom Kapital, wenn auch von einem andren Ka-
pital produziert, zu setzen; die propagandistische Tendenz des
Kapitals. Zweitens aber ist klar, daß, wenn d i e o b j e k-
t i v e n P r o d u k t i o n s b e d i n g u n g e n, d i e
e s a u s d e r Z i r k u l a t i o n e r h ä l t, d e m
W e r t n a c h d i e s e l b e n b l e i b e n, d.h. in
demselben Quantum Gebrauchswert sich dasselbe Quantum Arbeit
vergegenständlicht, ein geringrer Teil des Kapitals auf lebendige
Arbeit ausgelegt werden kann oder die P r o p o r t i o n d e r
B e s t a n d t e i l e d e s K a p i t a l s w e c h s e l t.
Beträgt das Kapital 100 z.B., der Rohstoff 2/5, das Instrument
1/5, die Arbeit 2/5, und könnte durch Verdopplung der Produktiv-
kraft (Teilung der Arbeit) dieselbe Arbeit mit demselben Instru-
ment doppelt den Rohstoff verarbeiten, so müßte das Kapital wach-
sen um 40; also ein Kapital von 140 arbeiten; wovon 80 Rohstoff,
20 Instrument, 40 Arbeit. Die Arbeit verhielte sich nun = 40:140
(früher = 40:100); die Arbeit 56*) verhielt sich früher wie 4:10;
jetzt nur noch wie 4:14. Oder in demselben Kapital von 100 fiele
nun auf den Rohstoff 3/5, auf das Instrument 1/5 und auf die Ar-
beit 1/5. Der Gewinn wäre nach wie vor 20. Aber die Surplusarbeit
wäre 100%, wenn sie früher 50 war. Es braucht nur mehr 20 Arbeit
für 60 Rohstoff und 20 Instrument. 80. ¦ 20. ¦ 100. Ein Kapital
von 80 gibt ihm Profit von 20. Sollte das Kapital nun die ganze
Arbeit auf dieser Produktionsstufe anwenden, so müßte es wachsen
auf 160; nämlich 80 Rohstoff, 40 Instrument und 40 Arbeit. Dies
gäbe einen Mehrwert von 40. Auf der frühren Stufe, wo das Kapital
von 100 nur Mehrwert von 20 gibt, gäbe ein Kapital von 160 nur
Mehrwert von 32, also 8 weniger, und das Kapital müßte wachsen
auf 200, um denselben Mehrwert von 40 zu produzieren.
Es sind zu unterscheiden: 1. Die zunehmende Arbeit (o d e r
I n t e n s i v i t ä t, G e s c h w i n d i g k e i t d e r
A r b e i t) erheischt keine größre Avance in Material oder Ar-
beitsinstrument. Z.B. dieselben 100 Arbeiter mit Instrumenten von
demselben Wert fangen mehr Fische oder bestellen den Boden besser
oder ziehn mehr Erze aus den Minen oder Kohlen aus den Kohlenwer-
ken oder schlagen mehr Blättchen aus demselben Quantum Gold durch
größre Geschicklichkeit, beßre Kombination und Teilung der Arbeit
etc. oder verwüsten weniger Rohstoff, kommen also mit demselben
Wertquantum in Rohstoff weiter. In diesem Falle also, wenn wir
annehmen, entweder daß ihre Produkte selbst in ihre Konsumtion
eingehn, vermindert sich ihre notwendige Arbeitszeit;
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56*) In der Handschrift: d. Arbeiter
#664# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VII
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mit denselben ¦¦24¦ Unterhaltskosten verrichten sie größre Ar-
beit. Oder ein geringrer Teil ihrer Arbeit ist zur Reproduktion
des Arbeitsvermögens nötig. Der notwendige Teil der Arbeitszeit
verringert sich im Verhältnis zur Surplusarbeitszeit, und ob-
gleich der Wert des Produkts derselbe bleibt 100 Arbeitstage,
vermehrt sich der dem Kapital zufallende Anteil, der Surpluswert.
War der Gesamtsurplusarbeits[teil] = 1/10, also = 10 Arbeitsta-
gen, und ist er jetzt 1/5 57*), so ist die Surplusarbeitszeit um
10 Tage gewachsen. Die Arbeiter arbeiten 80 Tage für sich und 20
für den Kapitalisten, während im ersten Fall 90 für sich und nur
10 für den Kapitalisten. (Diese Berechnung nach Arbeitstagen, und
die Arbeitszeit als die einzige Substanz des Werts, zeigt sich
offen so, wo Hörigkeitsverhältnisse existieren. Beim Kapital ver-
deckt durch das Geld.) Von dem neugeschaffnen Wert fällt größre
Portion dem Kapital zu. Die Verhältnisse aber zwischen den ver-
schiednen Bestandteilen des invariablen Kapitals bleiben nach der
Voraussetzung dieselben. D.h., obgleich der Kapitalist größre
Surplusarbeitsmasse anwendet, weil er weniger Salair zahlt, wen-
det er nicht mehr Kapital in Rohstoffen und Instrumenten an. Er
tauscht einen kleinren Teil vergegenständlichter Arbeit gegen
dasselbe Quantum lebendiger Arbeit aus oder dasselbe Quantum ver-
gegenständlichter Arbeit gegen größres Quantum lebendiger Arbeit.
Dies nur möglich bei der extraktiven Industrie; bei der manufak-
turierenden insofern der Rohstoff mehr ökonomisiert wird; ferner
da, wo chemische Prozesse den Stoff vermehren, Agrikultur; bei
der transportierenden Industrie.
2. Die Produktivität vermehrt sich gleichzeitig nicht nur in dem
bestimmten Produktionszweig, sondern auch in seinen Bedingungen,
in dem case nämlich, wo mit der Intensivität der Arbeit, der Ver-
mehrung der Arbeitsprodukte in derselben Zeit, der Rohstoff ver-
mehrt werden muß oder das Instrument oder beide. (Der Rohstoff
braucht nichts zu kosten, z.B. in Binsenflechten; Holz, das
nichts kostet etc.) In diesem Falle bliebe das Verhältnis des Ka-
pitals dasselbe. D.h., das Kapital braucht mit der wachsenden
Produktivität der Arbeit nicht größren Wert in Rohstoff und In-
strument auszulegen.
3. Die vermehrte Produktivität der Arbeit erheischt größren Teil
des Kapitals, ausgelegt für Rohstoff und Instrument. Ist bloß
durch Teilung der Arbeit etc. dieselbe Quantität Arbeiter produk-
tiver geworden, so bleibt das Instrument dasselbe; bloß der Roh-
stoff muß wachsen; da dieselbe Arbeiterzahl in derselben Zeit
größres Quantum desselben verarbeitet und nach der Voraussetzung
die Produktivität hervorgegangen nur aus größrer Geschicklichkeit
der Arbeiter, Teilung und Kombination der Arbeit etc. In diesem
Fall vermindert
-----
57*) In der Handschrift: nur mehr 1/5
#665# Das Kapital als Frucht bringend
-----
sich der gegen lebendige Arbeit ausgetauschte Teil des Kapitals
nicht nur (er bleibt derselbe, wenn nur die absolute Arbeitszeit
wächst; vermindert sich, wenn die relative wächst) relativ gegen
die andren Bestandteile des Kapitals, die dieselben bleiben, um
sein eignes Fallen, sondern ebensosehr um ihr Wachsen.
War das
Rohmaterial Instrument Arbeit m
Arbeitstage: 180 90 80 10
411 3/7 90 70 20.
Im ersten Fall: so daß von 90 Arbeitstagen 10 Surplusarbeitstage;
die Surplusarbeit 12 1/2 %. [340] Im zweiten Fall ist das Ver-
hältnis des Rohmaterials in demselben Verhältnis gestiegen, wie
das Verhältnis der Surplusarbeit gestiegen ist, verglichen mit
dem ersten Fall.
Wenn in allen Fällen Wachstum des Mehrwerts Wachstum der Popula-
tion voraussetzt, so in diesem Fall ebenfalls Akkumulation oder
größres Kapital, das in die Produktion tritt. (Dies löst sich
schließlich auch auf in größre Arbeiterbevölkerung, beschäftigt
in der Produktion des Rohmaterials.) Im ersten Fall bildet der
Totalteil des Kapitals, der angewandt ist in Arbeit, 1/4 des Ge-
samtkapitals und verhält sich = 1:3 zum konstanten Teil des Kapi-
tals; im zweiten Fall weniger wie 1/6 des Gesamtkapitals und der
Totalteil des Kapitals, der angewandt ist in Arbeit, verhält sich
noch nicht =1:5 zum konstanten Teil des Kapitals. Obgleich daher
die auf Teilung und Kombination der Arbeit beruhnde Vermehrung
der Produktivkraft auf absoluter Vermehrung der angewandten Ar-
beitskraft ruht, ist sie notwendig verbunden mit Verminderung
derselben im Verhältnis zum Kapital, das sie in Bewegung setzt.
Und wenn in der ersten Form, der der absoluten Surplusarbeit, die
angewandte Arbeitsmasse in demselben Verhältnis wachsen muß wie
das angewandte Kapital, so in dem zweiten Fall wächst sie in ge-
ringrem Verhältnis, und zwar in umgekehrtem Verhältnis zum Wachs-
tum der Produktivkraft.
Wenn durch letztre Methode der Anwendung der Agrikulturarbeit die
Produktivität des Bodens sich verdoppelte, dieselbe Quantität Ar-
beit 1 quarter Weizen statt 1/2 gäbe, so würde die notwendige Ar-
beit um 1/2 sinken, und das Kapital könnte die doppelte Anzahl
mit demselben Salair anwenden. (Dies bloß in Korn ausgedrückt.)
Er [der kapitalistische Pächter] brauche aber nicht mehr Arbeiter
für die Bestellung seines Landes. So wird er dieselbe Arbeit mit
der Hälfte des frühren Salairs anwenden; ein Teil seines Kapitals
wird frei; des früher in Geld angelegten; die angewandte Arbeits-
zeit ist dieselbe geblieben im Verhältnis zum angewandten Kapi-
tal, aber der Surplusteil derselben ist
#666# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VII
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gestiegen im Verhältnis zum notwendigen. War früher das Verhält-
nis der notwendigen Arbeit zum Gesamtarbeitstag = 3/4 des Ar-
beitstags oder 9 Stunden, so wird es jetzt gleich 3/8 sein oder =
4 1/2 Stunden. Der Surpluswert war im ersten Fall 3 Stunden; im
zweiten = 7 1/2.
Der Verlauf des Prozesses ist der: Mit einer gegebnen Arbeiterbe-
völkerung und Größe des Arbeitstags, d.h. Größe des Arbeitstags,
multipliziert mit der Anzahl der gleichzeitigen Arbeitstage, kann
die Surplusarbeit nur mehr relativ vermehrt werden durch größre
Produktivkraft der Arbeit, deren Möglichkeit schon gesetzt ist im
vorausgesetzten Wachstum der Bevölkerung und training to labour
58*) (womit auch bestimmte freie Zeit für nicht arbeitende, nicht
direkt arbeitende Bevölkerung, also Entwicklung der geistigen Ka-
pazitäten etc.; geistige Aneignung der Natur). Eine gewisse Stufe
der Entwicklung der Produktivkräfte gegeben, kann die Surplusar-
beit nur noch absolut vermehrt werden durch Verwandlung eines
größren Teils der Bevölkerung in Arbeiter und Zunahme der gleich-
zeitigen Arbeitstage. Der erste Prozeß ist V e r m i n-
d e r u n g d e r r e l a t i v e n 59*) A r b e i t e r b e-
v ö l k e r u n g, o b g l e i c h s i e a b s o l u t d i e-
s e l b e b l e i b t -, der zweite ist V e r m e h r u n g
d e r s e l b e n. Beide Tendenzen notwendige Tendenzen des
Kapitals. Die Einheit dieser widersprechenden Tendenzen, daher
der lebendige Widerspruch, erst mit der Maschinerie, von der wir
gleich sprechen werden. Die zweite 60*) Form erlaubt offenbar nur
ein g e r i n g e s V e r h ä l t n i s d e r n i c h t-
a r b e i t e n d e n B e v ö l k e r u n g z u r a r b e i-
t e n d e n. Die erste 61*), da mit ihr das erheischte Quotum
62*) lebendiger Arbeit langsamer zunimmt als das Quotum
angewandten Kapitals, erlaubt g r ö ß r e s V e r h ä l t n i s
d e r n i c h t a r b e i t e n d e n B e v ö l k e r u n g
z u r a r b e i t e n d e n. [341]
Das Verhältnis der verschiednen Bestandteile des Kapitals zuein-
ander, wie [sie] in seinem Werden erscheinen, wo es Rohstoff und
Instrument, die Bedingungen des Produkts aus der Zirkulation er-
hält, sich zu ihnen als gegebnen Voraussetzungen verhält, ver-
schwindet zwar bei nährer Betrachtung, indem alle Momente gleich-
mäßig vom Kapital produziert erscheinen, indem es sonst die Ge-
samtbedingungen seiner Produktion sich nicht unterworfen hätte;
aber für das einzelne Kapital bleiben sie immer in demselben Ver-
hältnis. Ein Teil desselben kann daher immer als konstanter Wert
betrachtet werden, und es ist nur der in Arbeit ausgelegte, der
variiert. Diese Bestandteile entwickeln sich nicht gleichmäßig,
aber Tendenz des Kapitals ist, wie sich in der Konkurrenz zeigen
wird, die Produktivkraft gleichmäßig zu verteilen.
¦¦25¦ Da die wachsende Produktivität der Arbeit das Kapital eine
Schranke
-----
58*) Ausbildung für die Arbeit - 59*) sollte eigentlich heißen:
relative Verminderung der - 60*) in der Handschrift: erste -
61*) in der Handschrift: zweite - 62*) der erheischte Anteil
#667# Das Kapital als Frucht bringend
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finden lassen würde an der nichtwachsenden Masse des Rohmaterials
und der Maschinerie, so ist es der Gang der industriellen Ent-
wicklung, daß, je mehr die Produktion Produktion der Rohstoffe
für die Industrie ist, sowohl Rohstoff für Arbeitsmaterial als
[für] Instrument, je mehr das Arbeitsmaterial dem bloßen Rohstoff
sich nähert, grade in diesen Branchen die Einführung der Arbeit
im großen, wie Anwendung von Maschinerie beginnt. So in der Spin-
nerei vor der Weberei, in der Weberei vor der Druckerei etc. In
der Produktion der Metalle, die der Hauptrohstoff für die Ar-
beitsinstrumente selbst, am ersten. Ist das eigentliche Rohpro-
dukt, was den Rohstoff der Industrie auf der untersten Stufe lie-
fert, nicht selbst rasch zu vermehren - so wird Zuflucht genommen
zu rascher vermehrbarem Substitut. (B a u m w o l l e für Lei-
nen, Wolle und Seide.) In der Substitution der Kartoffeln für Ge-
treide geschieht dasselbe für die Lebensmittel. Die größre Pro-
duktivität im letztren Fall durch Produktion eines schlechtem,
weniger blutbildende Substanzen und daher wohlfeilere organische
Bedingungen seiner Reproduktion enthaltenden Artikels. Dies ge-
hört, letztres, in die Betrachtung des Arbeitslohns. Bei der Be-
sprechung des Minimums des Salairs Rumford [342] nicht zu verges-
sen.
Kommen wir jetzt zum dritten case der relativen Surplusarbeit,
wie sie sich in der Anwendung der Maschinerie darstellt.
{Es hat sich im Lauf unserer Darstellung gezeigt, wie Wert, der
als eine Abstraktion erschien, nur als solche Abstraktion möglich
ist, sobald das Geld gesetzt ist; die Geldzirkulation anderseits
führt zum Kapital, kann also nur vollständig entwickelt sein auf
Grundlage des Kapitals, wie überhaupt nur auf seiner Grundlage
die Zirkulation alle Momente der Produktion ergreifen kann. In
der Entwicklung zeigt sich daher nicht nur der historische Cha-
rakter der Formen, wie Kapital, die einer bestimmten Geschichtse-
poche angehören; sondern solche Bestimmungen wie Wert, die rein
abstrakt erscheinen, zeigen die historische Grundlage, von der
sie abstrahiert sind, auf der allein sie daher in dieser Abstrak-
tion erscheinen können; und solche Bestimmungen, die allen Epo-
chen plus ou moins 63*) angehören, wie z.B. Geld, zeigen die hi-
storische Modifikation, die sie untergehn 64*). Der ökonomische
Begriff von Wert kömmt bei den Alten nicht vor. Wert im Unter-
schied von pretium 65*) nur juristisch gegen Übervorteilung etc.
Der Begriff von Wert ganz der modernsten Ökonomie angehörig, weil
er der abstrakteste Ausdruck des Kapitals selbst und der auf ihm
66*) ruhenden Produktion ist. Im Wertbegriff sein Geheimnis ver-
raten.}
Was die auf Maschinerie gegründete Surplusarbeit auszeichnet, ist
das Vermindern der notwendigen Arbeitszeit, die angewandt wird in
der Form, daß
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63*) mehr oder weniger - 64*) durchmachen (engl.: to undergo) -
65*) Preis - 66*) in der Handschrift: ihr
#668# Grundrisse - Das Kapitel vom Kapital - Heft VII
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weniger gleichzeitige Arbeitstage angewandt werden, weniger Ar-
beiter. Das zweite Moment, daß die Vermehrung der Produktivkraft
selbst bezahlt werden muß vom Kapital, nicht gratis ist. Das Mit-
tel, wodurch diese Vermehrung der Produktivkraft ins Werk gesetzt
wird, ist selbst vergegenständlichte unmittelbare Arbeitszeit,
Wert, und um sich ihrer zu bemächtigen, muß das Kapital einen
Teil seines Werts austauschen gegen sie. Das Hereinkommen der Ma-
schinerie zu entwickeln aus der Konkurrenz und dem von ihr ausge-
lösten 67*) Gesetz der Reduktion der Produktionskosten ist
leicht. Es handelt sich hier darum, sie aus dem Verhältnis des
Kapitals zur lebendigen Arbeit, ohne Rücksicht auf andres Kapital
zu entwickeln.
Wenn ein Kapitalist 100 Arbeiter in der Baumwollspinnerei anwen-
dete, die ihm jährlich 2400 l. St. kosten, und er ersetzte durch
eine Maschine von 1200 Pfund 50 Arbeiter, so aber, daß die Ma-
schine ebenfalls im Jahr abgenutzt würde und am Anfang des zwei-
ten Jahrs wieder ersetzt werden müßte, so hätte er offenbar
nichts gewonnen; könnte auch seine Produkte nicht wohlfeiler ver-
kaufen. Die restierenden 50 Arbeiter würden dasselbe Werk tun,
wie früher 100 68*); die Surplusarbeitszeit jedes einzelnen Ar-
beiters hätte sich vermehrt in demselben Verhältnis, wie ihre An-
zahl sich vermindert hätte, wäre also dieselbe geblieben. War sie
früher täglich = 200 Arbeitsstunden, d.h. 2 Stunden auf jeden der
100 Arbeitstage, so wäre sie jetzt ebenfalls = 200 Arbeitsstun-
den, i.e. = 4 auf jeden der 50 Arbeitstage. In bezug auf den Ar-
beiter hätte sich seine Surpluszeit vermehrt; für das Kapital
wäre die Sache dieselbe, da es jetzt 50 Arbeitstage (notwendige
und Surpluszeit zusammen) gegen die Maschine austauschen müßte.
Die vergegenständlichten 50 Arbeitstage, die es gegen Maschinerie
austauscht, würden ihm bloß ein Äquivalent geben, also nicht Sur-
pluszeit, als wenn es 50 vergegenständlichte Arbeitstage gegen 50
lebendige ausgetauscht hätte. Dies aber wäre ersetzt durch die
Surplusarbeitszeit der restierenden 50 Arbeiter. Die Sache wäre,
die Form des Austauschs abgestreift, dieselbe, als wenn der Kapi-
talist 50 Arbeiter arbeiten ließe, deren ganzer Arbeitstag nur
notwendige Arbeit, und dafür 50 andre beschäftigte, deren Ar-
beitstag diesen "Verlust" einbrächte. Gesetzt aber, die Maschine
koste nur 960 l., d.h. also nur 40 Arbeitstage, und die restie-
renden Arbeiter produzierten nach wie vor jeder 4 Stunden Sur-
plusarbeitszeit, also 200 Stunden oder 16 Tage 8 Stunden (16 2/3
Tage) 69*), so würde der Kapitalist an Auslage gespart haben 240
l. Während er aber früher auf eine Auslage von 2400 nur 16 Tage 8
Stunden 70*) gewann, würde er jetzt auf eine Auslage von 960
ebenfalls 200 Arbeitsstunden
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67*) In der Handschrift: aufgelösten - 68*) in der Handschrift:
50 - 69*) in der Handschrift: 16 Tage, 4 Stunden (16 1/3 Tage) -
70*) in der Handschrift: 16 Tage, 4 Stunden
#669# Das Kapital als Frucht bringend
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gewinnen. 200 verhält sich zu 2400 = 1:12; dagegen 200:2160 =
20:216 = 1:10 4/5. In Arbeitstagen ausgedrückt, würde er im er-
sten Fall auf 100 Arbeitstage gewinnen 16 Tage 8 Stunden 70*), im
zweiten auf 90 dieselbe Anzahl; im ersten auf täglich 1200 Ar-
beitsstunden 200; im zweiten auf 1080. 200:1200 = 1:6, 200:1080 =
1:5 2/5. Im ersten Fall die Surpluszeit des einzelnen Arbeiters =
Vs Arbeitstag = 2 Stunden. Im zweiten Fall = auf 1 Arbeitstag
2 6/27 Stunden 71*). Es kommt ferner hinzu, daß bei Anwendung der
Maschinerie der Teil des Kapitals, der früher in Instrumenten
angewandt war, abgezogen werden muß von der Mehrkost, die die
Maschinerie verursacht.
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71*) In der Handschrift: auf 1 Stunde 2 6/27 Stunden
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