Quelle: MEW 42 Marx: Ökonomische Manuskripte 1857/1858
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[Ergänzungen zu den Kapiteln vom Geld und vom Kapital]
{"Das in einem Lande zirkulierende Geld ist ein b e s t i m m-
t e r T e i l d e s K a p i t a l s des Landes, der produk-
tiven Zwecken völlig entzogen ist, die P r o d u k t i v i t ä t
d e s R e s t e s zu fördern o d e r z u s t e i g e r n.
Eine gewisse Größe des Reichtums ist deshalb ebenso nötig, um
Gold zum Umlaufmittel zu machen, w i e z u r H e r s t e l-
l u n g e i n e r M a s c h i n e , d i e j e d e a n d e-
r e P r o d u k t i o n f ö r d e r n s o l l." ("Economist",
[8. Mai 1847,] vol. V, p. 520.)}
{"Was ist die Praxis? Ein Fabrikant erhält von seinem Bankier £
500 in Noten am Samstag für Löhne; diese verteilt er unter seine
Arbeiter. Am selben Tage wird die Mehrzahl derselben zum Kaufmann
gebracht, und durch diese[n] kehren sie zu ihren verschiedenen
Bankiers zurück." (l.c. [, 22. Mai 1847,] p. 575.)}
{"Ein Baumwollspinner, der mit einem Kapital von 100 000 l. aus-
legen würde 95 000 l. für seine Fabrik und Maschinerie, würde
schnell herausfinden, daß er Mittel braucht, um Baumwolle zu kau-
fen und Arbeitslöhne zu zahlen. Sein Geschäft wäre behindert und
seine Finanzen in Unordnung geraten. Und dennoch erwarten die
Menschen, daß eine Nation, die leichtsinnig die Masse ihrer ver-
fügbaren Mittel fest in Eisenbahnen angelegt hat, sollte nichts-
destoweniger fähig sein, die ungeheuren Funktionen der Fabrika-
tion und des Handels zu lenken." (l.c. [, 6. November 1847,] p.
1271.)}
"Geld ..., ein angemessener Gegenwert für jede veräußerbare Sa-
che." (J. Steuart.) (p. 13.) [343] (t. I, p. 32, ed. Dublin
1770.)
{"In den alten Zeiten Menschen zu veranlassen, über die Befriedi-
gung ihrer Bedürfnisse hinaus zu arbeiten, einen Teil eines Staa-
tes zu veranlassen, sich anzustrengen, um den anderen ohne Vergü-
tung zu unterhalten, nur zu bewerkstelligen durch Sklaverei...
Wenn die Menschen nicht gezwungen werden zur Arbeit, werden sie
nur für sich selbst arbeiten; und wenn sie wenige Bedürfnisse ha-
ben, wird es nur wenig Arbeit geben. Aber wenn Staaten gebildet
werden und Gelegenheit haben, unbeschäftigte Arbeiter zur Vertei-
digung gegen die Gewalttätigkeit ihrer Feinde einzusetzen, muß
auf jeden Fall Nahrung für diejenigen ¦¦26¦ beschafft werden, die
nicht arbeiten; und da, wie vorausgesetzt, die Bedürfnisse der
Arbeiter gering sind, muß eine Methode gefunden werden, ihre Ar-
beit über den Anteil hinaus zu vermehren, der der Befriedigung
der Bedürfnisse dient. Für diesen Zweck eignete sich die Sklave-
rei ... Hier war nun eine gewaltsame Methode, Menschen wurden da-
mals zur Arbeit gezwungen, weil sie die
#671# Ergänzungen zu den Kapiteln vom Geld und vom Kapital
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Sklaven von anderen waren; Menschen sind jetzt gezwungen zu ar-
beiten, weil sie Sklaven ihrer eigenen Bedürfnisse sind."
(Steuart, t. I, p. 38-40.)
"Die u n e n d l i c h e V i e l f a l t d e r B e d ü r f-
n i s s e u n d d e r A r t e n v o n G e b r a u c h s-
g e g e n s t ä n d e n, die zu ihrer Befriedigung nötig sind,
allein ist es, die das Verlangen nach Reichtum unbegrenzt und
unersättlich machen." (Wakefield 1*) zu A. Smith, p. 64 note.)
[344]}
"Ich betrachte M a s c h i n e n als ein Mittel, um (ihrer Mi-
schung nach) die Zahl der Tätigen zu erhöhen, ohne Kosten für die
Ernährung einer zusätzlichen Anzahl [Menschen]." (Steuart, t. 1,
p. 123.)
("Wenn Fabrikanten in Körperschaften zusammenkommen, hängen sie
nicht direkt von den K o n s u m e n t e n ab, sondern von
G e s c h ä f t s l e u t e n." Steuart, t. I, p. 153.)
("Die kärgliche Landwirtschaft stellt keinen E r w e r b s-
z w e i g dar, weil sie keine V e r ä u ß e r u n g gestattet,
sondern nur eine Methode zur Selbsterhaltung ist.") (l.c. p.
156.)
("H a n d e l ist eine Funktion, durch die der Reichtum oder die
Arbeit von einzelnen oder von Gesellschaften durch eine Gruppe
von Menschen, die man G e s c h ä f t s l e u t e nennt, ausge-
tauscht werden können für einen Gegenwert, der sich eignet für
die Befriedigung jedes Bedürfnisses, ohne irgendeine Unterbre-
chung in der Industrie oder irgendeine Beschränkung der Konsum-
tion." (Steuart, I, p. 166.))
("Während die Bedürfnisse einfach und wenige bleiben, findet ein
Handwerker genügend Zeit, um alle seine Erzeugnisse zu verteilen;
wenn die Bedürfnisse vielfältiger werden, müssen die Menschen
schwerer arbeiten; Z e i t w i r d k o s t b a r, folglich
wird der Handel eingeführt. Der Geschäftsmann als Mittler zwi-
schen dem Handwerker und dem Konsumenten.") (l.c. p. 171.)
("Geld, der g e m e i n s a m e Preis aller Dinge.") (l.c. p.
177.)
"Das Geld repräsentiert durch den Kaufmann. Den Konsumenten re-
präsentiert der Kaufmann die Gesamtheit der Fabrikanten, diesen
die Gesamtheit der Konsumenten und beiden Klassen seine Versor-
gung mit Kredit den Gebrauch des Geldes. Er repräsentiert der
Reihe nach Bedürfnisse, Fabrikanten und Geld." (l.c. p. 177,
178.)
(Steuart, sieh t. I, p. 181-183, betrachtet den Profit - im Un-
terschied zum real value 2*), die er sehr konfus bestimmt (denkt
dabei an die Produktionskosten), als Quantum vergegenständlichter
Arbeit (what a workman can perform in a day etc. 3*)), necessary
expence der workmen 4*), Preis des Rohmaterials, - als profit
upon alienation fluktuierend nach demand 5*).) (Bei Steuart wech-
seln die Kategorien noch sehr; sind noch nicht fixiert, wie bei
A. Smith. Eben sahn wir, daß real value identisch mit Produkti-
onskosten, indem neben der Arbeit der workmen 6*) und dem value
7*) des Materials konfuserweise noch die wages 8*) als besondrer
Bestandteil figurieren. An einer andren Stelle versteht er unter
intrinsic value 9*) einer Ware den Wert ihres Rohmaterials oder
das Rohmaterial
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1*) In der Handschrift: Wakley - 2*) realen Wert - 3*) was ein
Arbeiter an einem Tag leisten kann etc. - 4*) notwendige Ausgaben
der Arbeiter - 5*) Veräußerungsprofit schwankend nach der Nach-
frage - 6*) Arbeiter 7*) Wert 8*) Löhne - 9*) inneren Wert
#672# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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selbst, während er unter useful value 10*) die auf sie verwandte
Arbeitszeit versteht.
"Der erste ist etwas Reales in sich selbst; z. B. das Silber in
einem silbernen Flechtwerk. Der i n n e r e W e r t eines Fa-
brikats aus Seide, Wolle oder Leinen ist geringer als der ur-
sprünglich angewandte Wert, weil er nahezu unbrauchbar gemacht
wurde für jede andere Verwendung als jene, für die das Fabrikat
bestimmt war: Der Gebrauchswert dagegen muß veranschlagt werden
entsprechend der Arbeit, die seine Herstellung kostete. Die zur
Abänderung angewandte Arbeit repräsentiert einen Teil der Zeit
eines Mannes, die, nutzbringend angewandt, irgendeiner Substanz
eine Form gegeben hat, die sie nützlich, dekorativ oder, kurz ge-
sagt, mittelbar oder unmittelbar tauglich für den Menschen
machte." (p. 361, 362, t. I. l.c.)
{Der wirkliche Gebrauchswert ist die Form, die der Substanz gege-
ben ist. Diese Form selbst aber ist nur ruhende Arbeit.}
"Wenn wir einen gemeinsamen Maßstab für den Preis irgendeiner Sa-
che annehmen, müssen wir annehmen, daß diese häufig oder übli-
cherweise veräußert wird. In Ländern, wo Einfachheit herrscht,
ist es kaum möglich, irgendeinen Maßstab für die Preise der Waren
des dringendsten Bedarf s zu bestimmen... in solchen Zuständen
der Gesellschaft die Nahrungsmittel und die nötigsten Dinge kaum
im Handel zu finden; kein Mensch kauft sie; weil es jedermanns
Hauptbeschäftigung ist, sie sich selbst zu verschaffen ... Allein
der Verkauf kann Preise bestimmen, und nur häufiger Verkauf kann
einen Maßstab festlegen. Jetzt markiert der häufige Verkauf der
wichtigsten Artikel für den Lebensunterhalt eine Einteilung der
Einwohner in Arbeiter und unbeschäftigte Arbeiter" usw. (t. I, p.
395, 396 11*) l.c.))
(Die Lehre von der Bestimmung der Preise durch die Masse des
zirkulierenden Mediums zuerst aufgestellt von Locke, wiederholt
im "Spectator" 19. Oktober 1711, entwickelt und elegant formu-
liert von Hume und Montesquieu, [345] in ihrer Grundlage auf die
Spitze formell getrieben von Ricardo und mit allen ihren Absurdi-
täten in praktische Anwendung auf Bankwesen etc. von Loyd, Colo-
nel Torrens etc.) Steuart polemisiert dagegen, und zwar antizi-
piert seine Entwicklung stofflich ziemlich alles, was später von
Bosanquet, Tooke, Wilson geltend gemacht worden ist. (Heft, p.
26.) [346] (Er sagt u.a. als historische Illustration:
"Es ist eine Tatsache, daß zur Zeit, als Griechenland und Rom
einen Überfluß an Reichtum besaßen, als jede Seltenheit und die
Werte der auserwähltesten Künstler überhöhte Preise erzielten,
ein Ochse für eine bloße Lappalie gekauft wurde und Getreide mög-
licherweise billiger war als jemals in Schottland ... Die Nach-
frage ist nicht der Zahl jener angemessen, die konsumieren, son-
dern derer, die kaufen; nun gehören zu den Konsumierenden alle
Einwohner, aber zu den Kaufenden nur die wenigen
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10*) nützlichen Wert - 11*) in der Handschrift: p. 395 sqq.
#673# Ergänzungen zu den Kapiteln vom Geld und vom Kapital
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Arbeitsamen, die frei sind ... In Griechenland und Rom Sklaverei;
jene, die ernährt wurden durch die Arbeit ihrer eignen Sklaven,
die Sklaven des Staates, oder durch umsonst unter das Volk ver-
teiltes Getreide, hatten keine Gelegenheit, auf den Markt zu ge-
hen: Sie traten nicht in Konkurrenz mit den Käufern... Die weni-
gen damals bekannten Fabrikanten hielten die Bedürfnisse im all-
gemeinen niedrig; folglich war die Zahl der arbeitenden Freien
gering, und s i e allein waren die Menschen, die Gelegenheit
h a t t e n, Nahrungsmittel und andere Artikel für den Lebensun-
terhalt zu kaufen: Folglich muß die Konkurrenz der Käufer ver-
hältnismäßig gering gewesen sein und die Preise niedrig; ferner,
die Märkte wurden versorgt teils von dem Überschuß, produziert
auf den Ländereien der großen Männer, die von Sklaven bearbeitet
wurden; da diese Sklaven vom Ertrag der Ländereien ernährt wur-
den, kostete der Überschuß in gewisser Hinsicht den Besitzern
nichts; und da die Zahl derer, die Gelegenheit hatten zu kaufen,
sehr gering, wurde Überschuß billig verkauft. - Außerdem mußte
das gratis an die Bevölkerung verteilte Getreide notwendig den
Markt niedrig halten usw. Dagegen für eine zarte Meeresche oder
einen Künstler usw. große Konkurrenz und daher Preise
außerordentlich steigend. Der Luxus jener Zeiten war, obwohl
übertrieben, nur auf wenige beschränkt, und da Geld im allgemei-
nen nur langsam durch die Hände der Menge zirkulierte, stagnierte
es ständig in denen der Reichen, denen als Maßstab der Preis für
alles, was sie in ihren Besitz bringen wollten, nichts galt als
ihre Laune.") (26, 27, Heft. Steuart.) [347]
"G e l d z u r V e r r e c h n u n g ist nichts als eine will-
kürliche Skala einzelner Teile, die ersonnen wurden, um den be-
sonderen Wert verkäuflicher Dinge zu messen. Geld zur Verrechnung
ganz verschieden von G e l d - M ü n z e, die Preis bedeutet,
und könnte existieren, obgleich keine Substanz in der Welt wäre,
die proportionales Äquivalent für alle Waren." (t. II, p. 102.)
[348]
"Geld zur Verrechnung tut denselben Dienst für den Wert der Dinge
12*) wie Minuten, Sekunden etc. für Winkel tun oder Maßstäbe für
geographische Landkarten usw. In allen diesen Erfindungen immer
irgendeine Benennung als Einheit genommen." (l.c.)
"Die Nützlichkeit all dieser Einrichtungen bleibt einzig und al-
lein beschränkt auf das Markieren des G r ö ß e n v e r h ä l t-
n i s s e s. Gerade so kann die Einheit in Geld kein gleich-
bleibendes, endgültiges Größenverhältnis zu irgendeinem Teil des
Wertes besitzen, d. h., es kann nicht auf irgendein spezielles
Quantum Gold, Silber oder irgendeiner anderen Ware überhaupt
festgelegt werden. Ist die Einheit einmal festgelegt, können wir
¦¦27¦ aufsteigen zu den höchsten Werten, indem wir sie
multiplizieren," usw. (p. 103.) "Geld ist also ein Maßstab zum
Messen von Wert." (p. 102.)
"Der Wert der Ware ist folglich abhängig von einer allgemeinen
Verknüpfung von Umständen, die auf sich selbst und die Neigungen
der Menschen bezogen sind. Deren Wert sollte nur in bezug auf
einander als sich verändernder betrachtet werden; folglich muß
alles, was das Feststellen jener V e r ä n d e r u n g e n
d e s G r ö ß e n v e r h ä l t n i s s e s v e r m i t t e l s
e i n e s a l l g e m e i n e n, f e s t g e l e g t e n u n d
u n v e r ä n d e r l i c h e n M a ß s t a b e s stört oder
verwirrt, schädlich sein für den Handel und eine Fessel für Ver-
äußerungen." (p. 104 13*).)
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12*) In der Handschrift: Wert, den Dinge - 13*) in der Hand-
schrift: (l.c.)
#674# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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"Es ist durchaus zu unterscheiden zwischen P r e i s (d.h.
Münze, Geldstück), betrachtet als Maß, und P r e i s als Äqui-
valent für Wert betrachtet. Die Metalle verrichten nicht gleich
gut jede der beiden Funktionen ... G e l d i s t e i n
i d e a l e r M a ß s t a b f ü r g l e i c h e T e i l e.
Wenn die Frage gestellt wurde, was sollte die Norm des Wertes für
einen Teil sein? Ich antworte mit einer anderen Frage: Welches
ist die Norm für die Länge eines Grades, einer Minute, einer Se-
kunde? Sie haben keine - aber sobald ein Teil festgelegt ist,
müssen, infolge der Natur eines Maßstabes, die restlichen im Grö-
ßenverhältnis folgen." (p. 105.)
"Beispiele dieses idealen Geldes sind das Bankgeld von Amsterdam
und das Angola- Geld an der afrikanischen Küste. - Das Bankgeld
steht unveränderlich wie ein Felsen im Meer. Gemäß dieser idealen
Norm sind die Preise aller Dinge geregelt." (p. 106, 107. 14*))
In der Sammlung der italienischen Ökonomisten von Custodi, Parte
Antica, Tomo III: Montanari (Geminiano), Della moneta 15*), ge-
schrieben about 16*) 1683, sagt von der "Erfindung" des Geldes:
"die Kommunikation der Völker untereinander ist auf dem gesamten
Erdball derart verbreitet, daß man fast meinen kann, die ganze
Welt sei eine einzige Stadt geworden, in der fortwährend Waren
dargeboten werden und wo jeder Mensch von seiner Wohnstatt aus
sich mittels des Geldes all das beschaffen und fürderhin verbrau-
chen kann, was der Boden, die Tiere und die menschliche Industrie
anderswo produzieren. Welch wunderbare Erfindung!" (p. 40.) "Aber
warum ist es ausgerechnet auch das Maß für derartige Beziehungen
zu den gemessenen Dingen, daß in gewissem Sinne das Gemessene zum
Maß des Messenden wird: Denn wie die Bewegung das Maß der Zeit
ist, so ist die Zeit das Maß der Bewegung selbst; es geschieht
also, daß nicht nur das Geld das Maß unserer Wünsche ist, sondern
daß umgekehrt auch die Wünsche das Maß des Geldes selbst und des
Wertes sind." (p. 41, 42.)
"Es ist ganz offensichtlich: Je mehr Geld innerhalb einer Provinz
im Verhältnis zu den vorhandenen verkäuflichen Dingen im Umlauf
ist, desto teurer werden sie sein, sofern man von einem Ding als
teuer sprechen kann in einem Land, wo Gold, da es in reichlichem
Maße existiert, viel zählt, oder ob man nicht in diesem Fall eher
das Gold selbst als billig bezeichnen sollte, das so viel Wert
hat wie ein anderes Ding, welches anderswo als billiger gilt."
(p. 48.)
"100 Jahre früher war es Hauptmerkmal in der Handelspolitik der
Nationen, das Ansammeln von Gold und Silber als eine Art Reichtum
im wahrsten Sinne des Wortes." (p. 67.) (Gouge Wm. "A Short Hi-
story of Paper Money and Banking in the United States". Philadel-
phia. 1833.)
(Barter in United States (sieh Gouge Heft VIII, p. 81 sqq.
[349]):
"In Pennsylvanien wie in den andren Kolonien bedeutender Handel
durch Tausch durchgeführt ... noch 1732 17*) in Maryland ein Akt
durchgebracht, der Tabak zu einem
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14*) In der Handschrift: p. 106,7 sqq. - 15*) Über das Geld -
16*) um - 17*) in der Handschrift: 1723
#675# Ergänzungen zu den Kapiteln vom Geld und vom Kapital
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Penny pro Pfund und Mais zu 20 d pro Scheffel zu gesetzlichen
Zahlungsmitteln erklärte." (p. 5.) (Part II.)
Bald aber
"ihr Handel mit Westindien und einem heimlichen Außenhandel mit
den Spaniern war Silber so im Überfluß vorhanden, daß 1652 in
Neu-England eine Münze, eingerichtet wurde für die Prägung von
Schillingen, 6-Pennystücken und 3-Pennystücken". (p. 5.) (l.c.)
"Virginia 1645 verbot Geschäfte durch Tausch und etablierte das
spanische Geldstück von 8 zu 6 Schillingen als Standardwährung
der Kolonie (den spanischen Dollar)... Die andren Kolonien hefte-
ten verschiedene Benennungen dem Dollar an. Das Geld auf Konten
war überall nominell dasselbe wie in England. Das Münzgeld des
Landes war besonders spanisch und portugiesisch" etc. cf. S. 81,
Heft VIII.)
(p. 6. Durch Akt der Queen Anne Versuch gemacht, dieser Konfusion
ein Ende zu machen.)
Tuckett: "A History of the Past and Present State of the Labou-
ring Population" etc. 2 vol. London 1846 18*).
"W o l l e n m a n u f a k t u r: Zur Zeit der Elisabeth der
T u c h h ä n d l e r hatte den Platz des F a b r i k-
b e s i t z e r s o d e r d e s E i g e n t ü m e r s e i-
n e r M a n u f a k t u r i n n e; er war der Kapitalist, der
die Wolle kaufte und sie dem Weber lieferte, in Portionen von
etwa 12 Pfund zur Verarbeitung von Tuch. Im Anfang die Manufaktur
[war] b e s c h r ä n k t a u f g r o ß e S t ä d t e und
g e s c h l o s s e n e u n d M a r k t f l e c k e n, während
die Einwohner der Dörfer wenig mehr herstellten als für den
Gebrauch ihrer Familien. Später in nichtgeschlossenen Städten,
begünstigt durch örtliche Vorteile, und auch Orten auf dem Lande
durch Farmer, Viehzüchter und Landwirte, die begannen, Tuch zum
Verkauf herzustellen ebenso wie für häuslichen Gebrauch." (Die
gröberen Sorten.) "1551 passierte ein Statut, das die Zahl der
Webstühle und Lehrlinge beschränkte, die gehalten werden dürften
von Tuchhändlern und Webern, die außerhalb der großen Städte
residierten; und daß kein Weber auf dem Lande eine Vorrichtung
zum Spinnen besitzen noch irgendein Spinner einen Webstuhl haben
durfte. Nach Gesetz von demselben Jahr alle Weber von feinem
schwarzen Tuch mußten Lehre von 7 Jahren durchmachen. [339]
Trotzdem schlug d i e D o r f m a n u f a k t u r als G e-
g e n s t a n d k a u f m ä n n i s c h e n P r o f i t s fe-
ste Wurzeln. 5 und 6 Eduard VI, c. 22, eine Parlamentsakte,
verbietet den Gebrauch von M a s c h i n e r i e. Flamen und
Holländer behielten daher Überlegenheit in dieser Manufaktur bis
Ende des 17. Jahrhunderts. 1668 Holländischer Webstuhl eingeführt
von Holland." (p. 136 bis 141 19*).)
"D u r c h E i n f ü h r u n g d e r M a s c h i n e r i e
k o n n t e 1 8 0 0 e i n e P e r s o n s o v i e l
a r b e i t e n w i e 4 6 i m J a h r e 1 7 8 5. Im Jahr
1800 war das in Fabriken, Maschinerie usw. investierte Kapital,
bestimmt für den Wollhandel, nicht weniger als 6 M i l l i o-
n e n P f u n d S t e r l i n g u n d d i e G e s a m t-
z a h l der Personen aller Altersgruppen in England in diesem
Zweig beschäftigt, 1 500 000." (p. 142/143.)
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18*) In der Handschrift: 1836 - 19*) in der Handschrift: p. 140,
1
#676# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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Die Produktiv kraft der Arbeit also gewachsen um 4600%. Aber er-
stens allein zum capital fixe diese Zahl ungefähr nur 1/6; im
Verhältnis zu dem Gesamtkapital (Rohmaterial etc.) vielleicht nur
1/20.
"Kaum eine Manufaktur solchen Vorteil von den Fortschritten der
Naturwissenschaften als die Kunst, Tuch zu färben, durch die An-
wendung der G e s e t z e d e r C h e m i e." (l.c. p.
143/144 20*).)
S e i d e n m a n u f a k t u r. Bis Anfang des 18. Jahrhunderts
"die Kunst d e s Z w i r n e n s d e r S e i d e am erfolg-
reichsten in Italien, wo Maschinerie einer besonderen Art zu die-
sem Zweck eingeführt wurde. 1755 reiste John Lombe, einer der 3
Brüder, die ein Geschäft hatten als Zwirner und Seidenhändler,
nach Italien, und wußte sich in einer der Fabriken ein Modell zu
verschaffen. Eine Seidenfabrik, mit der vervollkommneten Maschi-
nerie, 1719 errichtet in Derby durch Lombe und seine Brüder.
Diese Fabrik enthielt 26 586 Räder, alle angetrieben von einem
Wasserrad. Das Parlament gab ihm 14 000 l. dafür, daß er das Ge-
heimnis dem Geschäftszweig zugänglich machte. Diese Fabrik kam
näher an die Idee einer modernen Fabrik heran als irgendeine an-
dere Einrichtung dieser Art. Die Maschine hatte 97746 Räder, be-
wegliche und Einzelteile, ¦¦28¦ die Tag und Nacht arbeiteten, die
alle ihren Antrieb von einem großen Wasserrad erhielten und von
einem Ordner beherrscht wurden: Und sie beschäftigte 300 Perso-
nen, die sie bedienten und mit Arbeit versorgten". (133 bis 134.)
(Kein spirit of invention 21*) zeigte sich im englischen silk
trade 22*); erst durch die Weber von Antwerp eingeführt, geflüch-
tet nach der sacking of the town 23*) durch Herzog von Parma;
dann verschiedne branches 24*) durch die French refugees 25*)
1685-1692.)
1740 wurden 1700 tons Eisen produziert durch 59 Hochöfen; 1827:
690 000 durch 284. Die Hochöfen also gewachsen = 1:44 48/59; noch
nicht verfünffacht 26*); die tons 27*) = 1:405 15/17 28*). (Vgl.
über das Verhältnis in einer Reihe von Jahren l.c. Heft S. 12.)
[350]
Bei der Glasmanufaktur zeigt sich mit am besten, wie abhängig der
Fortschritt der Wissenschaft von der Manufaktur. [351] Andrer-
seits z.B. die Erfindung von Quadranten war aus den Bedürfnissen
der Navigation entstanden, Parliament 29*) setzte Preis auf Er-
findungen.
8 Cottonmaschinen 30*), die 1825 £ 5000 kosteten, were 1833 sold
for £ 300 31*). (Sieh über Cottonspinnerei 32*) l.c. [, p. 204,]
p. 13, Heft.)
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20*) In der Handschrift: p. 144 - 21*) Erfindergeist - 22*) Sei-
denhandel - 23*) Plünderung der Stadt - 24*) Zweige - 25*) fran-
zösischen Flüchtlinge - 26*) in der Handschrift: 1:3 48/59, noch
nicht vervierfacht - 27*) Tonnen - 28*) in der Handschrift:
1:435 5/17 - 29*) Parlament - 30*) Baumwollspinnmaschinen - 31*)
wurden 1833 für 300 Pfund verkauft - 32*) Baumwollspinnerei
#677# Ergänzungen zu den Kapiteln vom Geld und vom Kapital
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"Eine erstklassige Fabrik für das Verspinnen von Baumwolle kann
nicht gebaut, mit Maschinerie beschickt und ausgerüstet werden
mit Gaswerk und Dampfmaschine für weniger als 100 000 Pfund. Eine
Dampfmaschine von 100 Pferdestärken ist in der Lage, 50 000 Spin-
deln zu drehen, die 62 500 Meilen feinen Baumwollfaden pro Tag
produzieren. In einer solchen Fabrik spinnen 1000 Personen eben-
soviel wie 250 000 Personen ohne Maschinerie konnten. McCulloch
schätzt deren Zahl in Großbritannien auf 130 000." (p. 218 33*)
l.c.)
"Wo es keine ordentlichen Straßen gibt, dort kann kaum von Vor-
handensein einer Gemeinschaft gesprochen werden; die Leute können
nichts Gemeinsames haben." (p. 270. Tuckett. l.c.) "Von dem Pro-
dukt der Erde, das dem Menschen nutzt, 99/100 sind das Produkt
der Menschen." (l.c. p. 348.) "Als die Sklaverei oder lebenslange
Lehrzeit abgeschafft war, wurde der Arbeiter sein eigener Herr
und seinen eigenen Findigkeiten überlassen. Aber, wenn ohne hin-
längliche Arbeit etc., Menschen werden nicht verhungern, solange
sie betteln oder stehlen können; folglich war die erste Stellung,
die von den Armen eingenommen wurde, die von Dieben und Bett-
lern." (p. 637 note, t. II, l.c.)
"Ein bemerkenswerter Unterschied des gegenwärtigen gesellschaft-
lichen Zustandes seit Elisabeth ist, daß ihr Armenakt besonders
ein Akt war, der Gewerbefleiß erzwingen sollte, in der Absicht,
der massenhaften Landstreicherei entgegenzutreten, die aus der
Unterdrückung der Klöster und dem Übergang von Sklaverei zu
freier Arbeit entstanden war. 34*) Als Beispiel davon der 5. Akt
der Elisabeth, in dem Hausherren, die einen halben Pflug für die
Bestellung ihres Bodens nutzen, angewiesen werden, jede Person,
die sie unbeschäftigt antreffen sollten, aufzufordern, ihr Lehr-
ling in Landwirtschaft oder irgendeiner Kunstfertigkeit oder Ge-
heimwissenschaft zu werden; und wenn widerwillig, ihn vor einen
Richter zu bringen, der nahezu gezwungen war, ihn zur Untersu-
chung zu übergeben, bis er seiner Verpflichtung zustimmte. Unter
der Elisabeth nötig unter 100 zur Produktion von Nahrungsmitteln
85. Gegenwärtig nicht ein Mangel an Fleiß, aber von profitabler
Beschäftigung ... D a n a c h l a g d i e g r o ß e
S c h w i e r i g k e i t d a r i n, den Hang zu Müßiggang und
Landstreicherei zu überwinden, nicht ihnen lohnende Beschäftigung
zu verschaffen. Während dieser Herrschaft gab es mehrere Akte der
Legislative, um die Müßigen zur Arbeit zu zwingen." (p. 643, 644.
t. II, l.c.) [352]
"F i x e s K a p i t a l, wenn es einmal gebildet ist, hört
auf, die Nachfrage nach Arbeit zu beeinflussen, aber während sei-
ner Bildung gibt es ebensoviel Händen Beschäftigung, als ein
gleicher Betrag von zirkulierendem Kapital oder von Revenue be-
schäftigen würde." (p. 56. John Barton. "Observation on the cir-
cumstances which influence the condition of the labouring classes
of Society." London 1817.)
"Das Gemeinwesen besteht aus 2 K l a s s e n v o n P e r-
s o n e n, der einen, die konsumiert und reproduziert, der
andren, die konsumiert ohne Reproduktion. Bestünde die ganze Ge-
sellschaft aus Produzenten, so von wenig Konsequenz, zu welchem
Preise sie ihre Waren untereinander austauschen würden; aber
jene, die nur Konsumenten sind, bilden eine zu zahlreiche Klasse,
um übersehen zu werden. Ihre Macht, Forderungen zu stellen,
-----
33*) In der Handschrift: p. 280 - 34*) siehe vorl. Band, S.
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#678# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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entspringt Renten, Hypotheken, Lebensrenten, Berufen oder Dien-
sten verschiedener Art, die sie dem Gemeinwesen geleistet haben.
Je höher der Preis ist, für den man die Klasse oder Konsumenten
zum Kauf veranlassen kann, um so größer wird der Profit der
Produzenten aus der Warenmenge sein, die sie ihnen verkaufen.
Unter diesen rein konsumierenden Klassen nimmt die Regierung den
prominentesten Rang ein." (W. Blake, "Observations on the Effects
produced by the Expenditure of Government during the Restriction
of Cash Payments." London 1823, p. 42, 43.)
Blake, um zu zeigen, daß das dem Staat geliehne Kapital nicht
notwendig solches ist, was früher produktiv, was employed 35*),
sagt - und uns geht hier nur an das Zugeben, daß ein Teil des Ka-
pitals immer dormant 36*) - :
"Der Irrtum liegt in der Unterstellung, 1. daß das gesamte Kapi-
tal des Landes voll beschäftigt [ist], 2. d a ß e s e i n e
u n m i t t e l b a r e B e s c h ä f t i g u n g f ü r a u f-
e i n a n d e r f o l g e n d e K a p i t a l a k k u m u l a-
t i o n g i b t, s o w i e s i e a u s E r s p a r n i s-
s e n e n t s t e h e n. Ich glaube, daß es zu allen Zeiten
einige Kapitalanteile gibt, die Unternehmen gewidmet werden,
welche sehr langsame Einkommen und geringe Profite abwerfen, und
einige Anteile, die völlig tot in der Form von Gütern lagern, für
die nicht genügend Nachfrage vorhanden ist... Wenn nun diese
toten Anteile und Ersparnisse transferiert werden könnten in die
Hände der Regierung im Austausch gegen deren Jahresrenten, würden
sie Quellen neuer Nachfrage werden, ohne Übergriffe gegen
bestehendes Kapital." (p. 54, 55, l.c.)
"W e l c h e M e n g e E r z e u g n i s s e d e m M a r k t
a u c h i m m e r i n f o l g e d e r N a c h f r a g e
d e s s p a r e n d e n K a p i t a l i s t e n e n t z o-
g e n w i r d, f l i e ß t w i e d e r z u r ü c k, m i t
Z u g a b e, i n d e n G ü t e r n, d i e e r r e p r o-
d u z i e r t. Die Regierung dagegen nimmt es weg für Konsumtion
ohne Reproduktion. Wo Ersparnisse gemacht vom Einkommen, klar,
daß die Person berechtigt, sich des ersparten Teils zu erfreuen,
zufrieden ist, ohne ihn zu konsumieren. Es beweist, daß die
Industrie des Landes fähig ist, mehr Produkte hervorzubringen,
als die Bedürfnisse des Gemeinwesens verlangen. Wenn die ersparte
Quantität als Kapital angewandt wird in der Reproduktion eines
Wertes, der ihr selbst äquivalent ist, zusammen mit einem Profit,
kann diese neue Schöpfung, wenn sie dem allgemeinen Fonds hinzu-
gefügt wird, allein von der Person abgezogen werden, die die
Ersparnisse gemacht hat, d.h. eben von der Person, die bereits
ihre Abneigung bewiesen hat, zu konsumieren... Wenn ein jeder
konsumiert, was er aufgrund seiner Macht konsumieren könnte, muß
es notwendigerweise einen Markt geben. Jeder, der aus seinem Ein-
kommen Ersparnisse macht, nimmt diese Macht nicht in Anspruch,
und sein Anteil bleibt, ohne daß über ihn verfügt wird. Würde
dieser ökonomische Geist allgemein, wäre der Markt notwendiger-
weise überreichlich versehen, und es muß vom Grad abhängen, worin
dies Mehrprodukt akkumuliert, ob es neue Beschäftigungen als Ka-
pital finden kann." (56, 57.)
(Cf. diese Schrift überhaupt bei dem Abschnitt über A k k u m u-
l a t i o n.) (Cf. Heft S. 68 und S. 70, [353] wo gezeigt wird,
daß die Rate of profits und wages 37*)
-----
35*) beschäftigt war - 36*) totes - 37*) Rate der Profite und
Löhne
#679# Ergänzungen zu den Kapiteln vom Geld und vom Kapital
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stieg infolge der P r e i s e, durch Kriegsnachfrage, without
any respect "to the quality of land taken last into cultivation"
38*).)
"Während des Revolutionskrieges [354] stieg die Marktrate ¦¦29¦
des Zinses auf 7, 8, 9 und selbst 10%, obgleich während der gan-
zen Zeit Böden niedrigster Qualität kultiviert wurden." (l.c. p.
64-66.) "Das Steigen des Zinses zu 6, 8, 10 und selbst 12% be-
weist das Steigen des Profits. Die Entwertung des Geldes, falls
man annimmt, daß sie vorhanden ist, könnte nichts ändern an dem
Verhältnis von Kapital und Zins. Wenn 200 l. nur mehr wert 100
l., 10 l. Zins nur mehr wert 5 l. Was die Wertgröße des Kapitals
beeinflußt hat, würde gleichermaßen den Wert des Profits beein-
flussen. Sie könnten das Verhältnis zwischen beiden nicht än-
dern." (p. 73.)
"Ricardos Räsonnement, daß der Preis der Löhne die Preise der Wa-
ren nicht steigen machen kann, paßt nicht auf eine Gesellschaft,
w o g r o ß e K l a s s e n k e i n e P r o d u z e n t e n
s i n d." (l.c.) "Mehr als ihren gerechten Anteil erhalten die
Produzenten auf Kosten jener Portion, die von Rechts wegen der
Klasse gehört, die nur aus Konsumenten besteht." (74.)
Dies natürlich wichtig, da Kapital sich nicht nur austauscht ge-
gen Kapital, sondern auch gegen Revenu und jedes Kapital selbst
als Revenu aufgegessen werden kann. Indes tut es nichts für die
Bestimmung des Profits im allgemeinen. Dieser, unter den ver-
schiednen Formen von profit, interest, rent, pensions 39*), Steu-
ern etc. mag verteilt werden (ebenso wie Teil des Salairs even
40*)) unter verschiednen Namen und Klassen der Bevölkerung. Sie
können nie mehr unter sich verteilen als den Gesamtsurpluswert
oder das Gesamt surplusproduce 41*). Die ratio 42*), worin sie es
verteilen, natürlich ökonomisch wichtig; ändert nichts an der
vorliegenden Frage.
"Wenn die Zirkulation von Waren von 400 Millionen eine im Umlauf
befindliche Geldsumme von 40 Millionen erheischte und diese Pro-
portion von 1/10 das angemessene Niveau war, dann, wenn der Wert
der zu zirkulierenden Waren zu 450 Millionen wächst aus natürli-
chen Gründen, die im Umlauf befindliche Geldsumme mußte, um auf
ihrem Niveau zu bleiben, wachsen zu 45 Millionen oder die 40 Mil-
lionen dazu veranlaßt werden, mit solch erhöhter Geschwindigkeit
zu zirkulieren durch Bankverkehr oder andere Fortschritte, so daß
sie die Funktionen von 45 Millionen verrichten... Eine solche Zu-
nahme oder solche Schnelligkeit die Folge und nicht die Ursache
des Steigens von Preisen." (IV. Blake l.c. p. 80 sq. Cf. Heft S.
70.)
"Großen Reichtum gewannen die obere und Mittelklasse in Rom durch
Eroberungen in Asien, aber da er nicht durch Handel oder Manufak-
turwaren geschaffen wurde, ähnelt dieser Reichtum jenem, den Spa-
nien aus seinen amerikanischen Kolonien erlangte." (p. 66 t. I,
Mackinnon, "History of Civilisation". London 1846, t. I.)
-----
38*) ohne jede Rücksicht - 39*) auf die Qualität des Landes, die
zuletzt in die Bodenbearbeitung einbezogen wurde" - 39*) Profit,
Zins, Pacht, Pensionen - 40*) selbst - 41*) Gesamtmehrprodukt -
42*) das Verhältnis
#680# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
-----
"Im 15. Jahrhundert behauptet Harrison" (sieh auch Eden), "daß
die Farmer kaum in der Lage waren, ihre Pacht zu zahlen, ohne
eine Kuh, ein Pferd oder etwas von ihren Produkten zu verkaufen,
obgleich sie höchstens 41. für eine Farm zahlten... Die Farmer
konsumierten in diesen Zeiten den Hauptteil der angebauten Pro-
dukte, wobei seine Knechte und Mägde mit ihm am gleichen Tisch
Platz nahmen ... Die h a u p t s ä c h l i c h e n M a t e-
r i a l i e n f ü r K l e i d u n g w u r d e n n i c h t
g e k a u f t, s o n d e r n w u r d e n d u r c h d i e
f l e i ß i g e A r b e i t j e d e r F a m i l i e g e-
w o n n e n. Die l a n d w i r t s c h a f t l i c h e n G e-
r ä t e waren so einfach, daß viele hergestellt, zumindest aber
instandgehalten wurden vom Farmer selbst. Von jedem Freisassen
wurde erwartet, daß er wußte, wie Tragholz oder Sattelbug und
Pfluggeschirr hergestellt wurde; s o l c h e A r b e i t e n
beschäftigten sie an Winterabenden." (p. 324, 325 l.c. Tuckett,
t. II.)
Z i n s u n d P r o f i t: "Wo ein Individuum seine eignen Er-
sparnisse produktiv anwendet, [erhält es] die Vergütung seiner
Zeit und Geschicklichkeit - T ä t i g k e i t d e r O b e r-
a u f s i c h t (ferner schließt der Profit das Risiko ein, dem
sein Kapital in seinem speziellen Geschäft ausgesetzt gewesen
sein mag); und die Vergütung für die produktive Anwendung seiner
Ersparnisse, Z i n s. Das Ganze dieser Vergütung B r u t t o-
p r o f i t. Wo ein Individuum die Ersparnisse eines andren
anwendet, erhält es die Tätigkeit allein. Wo ein Individuum seine
E r s p a r n i s s e einem andren leiht, nur den Zins oder den
Nettoprofit." ("Westminster Review", January 1826, p. 107, 108.)
Also hier Interest = Net Profit = Remuneration for the productive
employments of savings 43*); der eigentliche Profit die Remu-
neration 44*)für die agency for superintendence during his pro-
ductive employment 45*).
Derselbe Philister sagt:
"Jedes Verbessern der Produktionstechnik, das nicht die Propor-
tion stört zwischen den Kapitalteilen, gewidmet und nicht gewid-
met dem Zahlen für Löhne, ist für die arbeitenden Klassen beglei-
tet mit einem Zuwachs an Beschäftigung; jede neue Verwendung von
Maschinerie und Arbeit von Pferden - g e h t e i n h e r m i t
e i n e m Z u w a c h s a n P r o d u k t e n u n d f o l g-
l i c h a n K a p i t a l; in welchem Maße es das Verhältnis
verringern mag, welches zwischen jenem Teil des nationalen
Kapitals, der den Fond für die Lohnzahlungen bildet, und dem
besteht, der anderweits angewandt wird, seine Tendenz ist nicht
die Verringerung, sondern die Erhöhung des a b s o l u t e n
B e t r a g e s d i e s e s F o n d s und daher Anwachsen der
Quantität der Beschäftigung." (l.c. p. 123.)
-----
43*) Zins = Nettoprofit = Vergütung für die produktive Anwendung
von Ersparnissen - 44*) Vergütung - 45*) Tätigkeit der Oberauf-
sicht während seiner produktiven Anwendung
#681# Geld als Maß der Werte
-----
[Geld als Maß der Werte]
Aus der Bestimmung des Geldes als M a ß, wie zweitens aus dem
Fundamentalgesetz, daß die Masse des zirkulierenden Mediums, eine
bestimmte Geschwindigkeit der Zirkulation vorausgesetzt, bestimmt
ist durch die Preise der Waren und die Masse der Waren, die zu
bestimmten Preisen zirkulieren, oder den Gesamtpreis, die Aggre-
gatgröße der Waren, die selbst wieder durch 2 Umstände bestimmt
ist: 1. die Höhe des Warenpreises; 2. die Masse der in Zirkula-
tion befindlichen Waren zu bestimmten Preisen; ferner 3. aus dem
Gesetz, daß das Geld als Zirkulationsmittel zur M ü n z e, zum
bloß verschwindenden Moment wird, bloßen Z e i c h e n der
Werte, die es austauscht, folgen nähre Bestimmungen, die wir erst
entwickeln werden, wo und soweit sie mit verwickeitern ökonomi-
schen Verhältnissen, Kreditzirkulation, Wechselkurs etc. zusam-
menfallen. Es ist nötig, alles Detail zu vermeiden, und, wo es
hineingebracht werden muß, es erst da hereinzubringen, wo es den
elementaren Charakter verliert.
D'abord 1*) ist die Geldzirkulation als die oberflächlichste (in
dem Sinn: auf die Oberfläche herausgetriebne) und abstrakteste
Form des ganzen Produktionsprozesses, an sich selbst durchaus in-
haltslos, außer soweit ihre eignen Formunterschiede, eben die im
Abschnitt II [355] entwickelten einfachen Bestimmungen ihren In-
halt bilden. Es ist klar, daß die einfache Geldzirkulation, an
sich selbst betrachtet, nicht in sich selbst zurückgebogen ist,
aus 2*) einer Unzahl gleichgültiger und zufällig nebeneinander
liegender Bewegungen besteht. Es kann z.B. die Münze als Aus-
gangspunkt der Geldzirkulation betrachtet werden, aber es findet
kein Gesetz des Refluxes 3*) zur Münze statt außer der Deprezia-
tion 4*) durch wear und tear 5*), die Umschmelzung und new issue
of coins 6*) nötig macht. Es betrifft dies nur die stoffliche
Seite und bildet durchaus kein Moment der Zirkulation selbst. In-
nerhalb der Zirkulation selbst kann der Punkt der Rückkehr vom
Ausgangspunkt verschieden sein; soweit eine Rückbiegung statt-
findet, erscheint die Geldzirkulation als bloße Erscheinung einer
hinter ihr liegenden und sie bestimmenden Zirkulation, z.B. wenn
wir die Geldzirkulation zwischen Fabrikant, Arbeiter, Shopkeeper
7*) und Bankier betrachten. Ferner die Ursachen, die die Masse
der in Zirkulation geworfnen Waren, das Steigen und Fallen der
Preise, die Geschwindigkeit der Zirkulation, das Quantum der
gleichzeitigen Zahlungen etc. betreffen, sind alles Umstände,
-----
1*) Zuerst - 2*) in der Handschrift: außer - 3*) Rückflusses -
4*) Entwertung - 5*) Abnutzung - 6*) Neuausgabe von Münzen -
7*) Einzelhändler
#682# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
-----
die a u ß e r h a l b der einfachen Geldzirkulation selbst lie-
gen. Es sind Verhältnisse, die sich in ihr ausdrücken; sie gibt
sozusagen die Namen für sie her; aber aus ihrer eignen Differen-
zierung sind sie nicht zu erklären. Es dienen verschiedne Metalle
als Geld, die verschiednes, wechselndes Wertverhältnis zueinander
haben. So kommt die Frage vom double standard 8*) etc. herein,
die welthistorische Formen annimmt. Sie nimmt sie aber nur an und
der double standard kommt selbst nur herein durch den auswärtigen
Handel, unterstellt also, um mit Nutzen betrachtet zu werden, die
Entwicklung viel höhrer Verhältnisse als des einfachen Geldver-
hältnisses.
Das Geld a l s M a ß des Werts wird nicht in Bullionquotis
9*) ausgedrückt, sondern in Rechenmünzen, beliebige Namen für
aliquote 10*) Teile eines bestimmten Quantums der Geldsubstanz.
Diese Namen können geändert werden, das Verhältnis der Münze zu
ihrer metallischen Substanz kann verändert werden, während der
Name derselbe bleibt. So Fälschungen, die große Rolle in der Ge-
schichte der Staaten spielen". Ferner die Geldsorten verschiedner
Länder. Diese Frage bloß Interesse beim Wechselkurs.
¦¦30¦ Das Geld ist nur M a ß, weil es Arbeitszeit, materiali-
siert in einer bestimmten Substanz, also selbst W e r t ist,
und zwar, weil diese bestimmte Materiatur als seine allgemeinge-
genständliche, als die Materiatur der Arbeitszeit als solcher im
Unterschied von ihren nur besondren Inkarnationen gilt; also weil
es Ä q u i v a l e n t ist. Da aber in seiner Funktion als
M a ß das Geld nur vorgestellter Vergleichungspunkt ist, nur
ideal zu existieren braucht "nur die ideelle Übersetzung der Wa-
ren in ihr allgemeines Wertdasein stattfindet -; da es ferner in
dieser Qualität als Messer erst als Rechenmünze figuriert, und
ich sage, eine Ware ist soviel shillings, francs etc. wert, wenn
ich sie in Geld übersetze; so hat dies Anlaß gegeben zu der kon-
fusen Vorstellung, von Steuart entwickelt und zu verschiednen Pe-
rioden, ja erst ganz neuerdings als tiefe Entdeckung in England
aufgefrischt, von einem i d e a l e n M a ß. Nämlich so ver-
standen, daß die Namen Pfund, Shilling, Guinea, Dollar etc., die
als Recheneinheiten gelten, nicht bestimmte Benennungen von be-
stimmten Quantis Gold, Silber etc., sondern bloß willkürliche
Vergleichungspunkte, die selbst keinen Wert, kein bestimmtes
Quantum vergegenständlichter Arbeitszeit ausdrücken. Daher das
ganze Gekohl vom Fixieren des Preises von Gold und Silber - der
Preis hier zu verstehn von dem Namen, womit aliquote Teile be-
nannt werden. Eine Unze Gold jetzt geteilt in 31. 17 sh 10 d.
Dies heißt Fixierung des Preises; es ist, wie Locke richtig be-
merkt, nur eine Fixierung
-----
8*) doppelten Standard - 9*) Quoten von Edelmetallbarren -
10*) ohne Rest autgehende - 11*) in der Handschrift: bilden
#683# Geld als Maß der Werte
-----
des Namens aliquoter Teile von Gold, Silber etc. In sich selbst
ausgedrückt, ist Gold, Silber natürlich sich selbst gleich. Eine
Unze ist eine Unze, ob ich sie 3 l. oder 20 £ nenne.
Kurz, dieses i d e a l e M a ß in dem Sinn von Steuart meint
dies: Wenn ich sage, Ware A) ist 12 £ wert, Ware B) 6, Ware C) 3,
so verhalten sie sich = 12:6:3. Die Preise drücken nur Verhält-
nisse aus, worin sie gegeneinander ausgetauscht werden. Es tau-
schen sich aus 2 B für 1 A und 1 1/2 B für 3 C 12*). Statt nun
das Verhältnis von A, B, C in realem Geld, das selbst Wert hat,
Wert ist, könnte ich statt dem £, das eine bestimmte Masse Gold
ausdrückt, nicht ebenso gut irgendeinen beliebigen inhaltslosen
Namen (dies heißt hier i d e a l), z.B. Makrele nehmen. A = 12
Makrelen; B = 6 M, C = 3 M. Dieses Wort M ist hier nur ein Name,
ohne alle Beziehung auf einen ihm selbst angehörigen Inhalt.
Steuarts Beispiel mit dem Grad, Linie 13*), Sekunde beweist
nichts; denn obgleich der Grad, Linie 13*), Sekunde wechselnde
Größe haben, so sind sie nicht bloße Namen, sondern drücken stets
den aliquoten Teil von einer bestimmten Raumgröße oder Zeitgröße
aus. Sie haben also in der Tat eine Substanz. Daß das Geld in der
Bestimmung als Maß bloß als v o r g e s t e l l t e s funktio-
niert, wird hier darein verwandelt, daß es eine beliebige Vor-
stellung, ein bloßer N a m e sei, nämlich Name für das numeri-
sche Wertverhältnis. Name für bloßes Zahlenverhältnis. Es wäre
dann aber das richtige, gar keinen Namen, sondern bloß Zahlenver-
hältnis auszudrücken, denn der ganze Witz läuft darauf hinaus:
Ich bekomme 6 A für 12 B, 3 B für 6 C 14*); dies Verhältnis kann
auch so ausgedrückt werden: A = 12 x, B = 6 x, C = 3 x; wo das x
selbst nur ein Name für das Verhältnis von A:B und B:C ist. Das
bloße, unbenannte Zahlenverhältnis would not do 15*). Denn A:B =
12:6 = 2:1, und B:C = 6:3 = 2:1. Also C = 1/2. Also B = 1/2, also
B = C. Also A = 2 und B = 2; also A = B.
Nehme ich irgendeinen Preiscourant 16*), z.B. Pottasche, Ctr. 35
sh; Cocoa 17*), lb. 60 sh, Iron (bars) (per ton) 18*) 145 sh etc.
[356] So, um das Verhältnis dieser Waren gegeneinander zu haben,
kann ich nicht nur das Silber im Shilling vergessen; die bloßen
Zahlen 35, 60, 145 etc. reichen hin, um die wechselseitigen Wert-
verhältnisse von Pottasche, Cocoa, Eisenbarren zu bestimmen. Un-
benannte Zahlen reichen jetzt hin; und nicht nur, daß ich ihrer
Einheit, dem 1, jeden Namen geben kann, ohne Beziehung auf ir-
gendeinen Wert; ich brauche ihr gar keinen Namen zu geben.
Steuart besteht darauf, daß ich ihr irgendeinen Namen geben muß,
daß dieser aber, als bloß willkürlicher Name der Einheit,
-----
12*) In der Handschrift: 1 1/2 C für 3 B - 13*) sollte eigentlich
heißen: Minute - 14*) in der Handschrift: 6 B für 12 A, 3 C für 6
B - 15*) würde nicht genügen - 16*) gängigen Preis 17*) Kakao -
18*) Eisen (Barren) (je Tonne)
#684# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
-----
als bloß m a r k i n g o f p r o p o r t i o n 19*) selbst
cannot be fixed to any particular quantity of gold, silver or any
other commodity 20*).
Bei jedem Maß, sobald es als Vergleichungspunkt dient, d.h., so-
bald die Verschiednen, die verglichen werden sollen, in das Ver-
hältnis von Anzahl zum Maß als Einheit gesetzt sind und sie nun
aufeinander bezogen werden, wird die Natur des Maßes gleichgültig
und verschwindet in dem Akt der Vergleichung selbst; die Maß-
einheit ist bloße Zahleneinheit geworden; die Qualität dieser
Einheit ist verschwunden, z. B. daß es selbst bestimmte Längen-
oder Zeitgröße oder Winkelgrad etc. ist. Aber es ist nur, wenn
die Verschiednen schon als Gemessene vorausgesetzt werden, daß
die Einheit [des] Maßes marks only proportion between them 21*),
also z.B. in unsrem Falle die Proportion ihrer Werte. Die Rechen-
einheit hat nicht nur verschiedne Namen in verschiednen Ländern;
sondern ist das Nomen für verschiedne aliquote Teile einer Unze
Gold z.B. Der Wechselkurs reduziert sie aber alle auf dieselbe
Gewichtseinheit von Gold oder Silber. Unterstelle ich also die
verschiednen Warengrößen, z. B. wie oben = 35 sh, 60 sh, 145 sh,
so ist zu ihrer Vergleichung, da jetzt das 1 in allen als gleich
vorausgesetzt, sie kommensurabel 22*) gemacht worden sind, die
Betrachtung nun ganz überflüssig, daß sh eine bestimmte Quantität
Silber, der Namen für ein bestimmtes Quantum Silber ist. Aber sie
werden erst als bloße Zahlengrößen, Anzahl beliebiger gleichnami-
ger Einheit, vergleichbar miteinander und drücken erst Proportio-
nen gegeneinander aus, sobald jede einzelne Ware gemessen ist mit
der, die als Einheit, als Maß dient. Ich kann sie aber nur anein-
ander messen, nur kommensurabel machen, soweit sie eine Einheit
haben - diese ist die in beiden enthaltene Arbeitszeit. Die Maß-
einheit muß also ein gewisses Quantum einer Ware [sein], worin
ein Quantum Arbeit vergegenständlicht ist. Da dieselbe Quantität
Arbeit nicht in demselben Quantum Gold z.B. immer ausgedrückt, so
der Wert dieser Maßeinheit selbst veränderlich. Soweit das Geld
aber nur als Maß betrachtet wird, steht diese Veränderlichkeit
nicht im Weg. Beim Tauschhandel selbst, sobald er einigermaßen
als Tauschhandel entwickelt ist, also sich wiederholende, normale
Operation ist, nicht nur vereinzelter Tauschakt, erscheint ir-
gendeine andre Ware als Maßeinheit, z.B. Vieh beim Homer. Bei dem
wilden Papua der Küste,
der, um "einen ausländischen Gegenstand zu haben, austauschte 1
oder 2 seiner Kinder, und wenn sie nicht zur Hand sind, die sei-
nes Nachbars pumpt, versprechend seine eigenen dagegen auszutau-
schen, wenn sie zur Hand sind, eine Bitte, die selten ab-
geschlagen wird",
-----
19*) markieren des Verhältnisses - 20*) nicht irgendeinen Teil
der Menge Gold, Silber oder irgendeiner anderen Ware angeheftet
werden kann - 21*) nur das Verhältnis zwischen ihnen markiert -
22*) vergleichbar
#685# Geld als Maß der Werte
-----
existiert kein Maß für den Austausch. Die einzige Seite des Aus-
tauschs, die für ihn existiert, ist die, daß er nur durch Entäuß-
rung der von ihm beseßnen Sache die fremde sich aneignen kann.
Diese Entäußerung selbst ist für ihn durch nichts geregelt als
seine fancy on the one side 23*), und den Umfang seines movable
24*) Besitzes auf der andren. Im "Economist" vom 13. März 1858
lesen wir in einem an den Redakteur adressierten Brief:
"Da in Frankreich der Austausch von Gold für Silber bei den Mün-
zen (welcher bisher die Hauptmethode war, die neuen Goldfunde zu
absorbieren) seiner Vollendung nahe sein muß, besonders da ein
stagnierender Handel und herabgesetzte Preise weniger Münzen er-
fordern, dürften wir erwarten können, daß binnen kurzem unser fe-
ster Preis von 3 Pfund 17 Schillingen 10 1/2 Penny je Unze das
Gold hierher ziehen wird." [357]
Was heißt nun dieser our "fixed price of an ounce" of gold?
Nothing else but that a certain aliquote part of an ounce is cal-
led penny, a certain multiple of this penny-weight of gold a
Shilling, and a certain multiple of this shilling-weight of gold
a pound? Bildet sich der Herr ein, daß ¦¦31¦ in andren Ländern
Goldgulden, Louisdor etc. nicht ebenfalls ein bestimmtes Quantum
Gold bezeichnen, d.h., daß ein bestimmtes Quantum [Gold] einen
fixen Namen hat? und daß dies ein Privilegium Englands ist? oder
eine Spezialität? Daß in England eine Geldmünze, in Gold ausge-
drückt, mehr als eine Goldmünze ist und in andren Ländern weni-
ger? Es wäre kurios zu wissen, was dieser Edle sich unter dem
Wechselkurs vorstellt.
Was den Steuart verleitet, ist dies: Die Preise der Waren drücken
nichts aus als die Verhältnisse, worin sie gegeneinander aus-
tauschbar sind, P r o p o r t i o n e n, worin sie sich gegen-
einander austauschen. Diese Proportionen gegeben, kann ich der
Einheit jeden Namen geben, weil die unbenannte abstrakte Zahl
hinreichen würde, und statt zu sagen, diese Ware = 6 Stüber,
diese = 3 etc., könnte ich sagen, diese = 6 Einer, diese = 3; ich
brauchte der Einheit gar keinen Namen zu geben. Da es sich nur
noch um das numerische Verhältnis handelt, kann [ich] ihr also
jeden geben. Aber hier ist schon vorausgesetzt, daß diese Propor-
tionen g e g e b e n sind, daß die Waren vorher kommensurable
Größen geworden sind. Sobald Größen einmal als kommensurabel ge-
setzt sind, werden ihre Verhältnisse einfache Zahlenverhältnisse.
Das Geld erscheint eben als Maß und ein bestimmtes Quantum der
Ware, worin es sich darstellt, als Maßeinheit, um die P r o-
p o r t i o n e n zu finden und die Waren als kommensurable
-----
23*) sein Interesse einerseits - 24*) beweglichen 25*) unser
"fester Preis für eine Unze" Gold? Nichts anderes, als daß ein
bestimmter, ohne Rest in einer Unze aufgehender Teil Penny ge-
nannt wird, ein bestimmtes Vielfaches dieses Pennygewichts in
Gold ein Schilling und ein bestimmtes Vielfache dieses Schilling-
gewichts in Gold ein Pfund?
#686# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
-----
auszusprechen and to handle 26*). Diese wirkliche Einheit ist die
Arbeitszeit, die relativ in ihnen vergegenständlicht ist. Es ist
aber die Arbeitszeit selbst, als allgemein gesetzt. Der Prozeß,
wodurch die Werte innerhalb des Geldsystems durch die Arbeitszeit
bestimmt werden, gehört nicht in die Betrachtung des Geldes
selbst und fällt außerhalb der Zirkulation; steht hinter ihr als
wirkender Grund und Voraussetzung. Die Frage könnte nur die sein:
Statt zu sagen, diese Ware ist = einer Unze Gold, warum sagt man
nicht direkt, sie ist = x Arbeitszeit, vergegenständlicht in der
Unze Gold? Warum ist die Arbeitszeit, die Substanz und das Maß
des Werts, nicht zugleich das Maß der Preise oder, in andren Wor-
ten, warum sind Preis und Wert überhaupt verschieden? Proudhons
Schule glaubt, Großes zu tun, indem sie verlangt, daß diese Iden-
tität gesetzt werde und der Preis der Waren in Arbeitszeit ausge-
drückt werde. Das Zusammenfallen von Preis und Wert unterstellt
Gleichheit von Nachfrage und Zufuhr, bloßen Austausch von Äquiva-
lenten (also nicht von Kapital gegen Arbeit) etc.; kurz, ökono-
misch formuliert, zeigt sich sofort, daß diese Forderung die Ne-
gation der ganzen Grundlage der auf dem Tauschwert basierten Pro-
duktionsverhältnisse ist. Unterstellen wir aber, diese Basis auf-
gehoben, so fällt andrerseits wieder das Problem fort, das nur
auf ihr und mit ihr existiert. Daß die Ware in ihrem unmittelba-
ren Dasein als Gebrauchswert nicht Wert ist, nicht die adäquate
Form des Werts ist, = daß sie als ein sachlich andres oder als
gleichgesetzt einer andren Sache dies ist; oder daß der Wert in
einer spezifischen Sache im Unterschied von den andren seine ad-
äquate Form besitzt. Die Waren sind vergegenständlichte Arbeit
als Werte; der adäquate Wert muß daher selbst in der Form einer
bestimmten Sache, als bestimmte Form der vergegenständlichten Ar-
beit erscheinen.
Die Faselei mit dem idealen Maßstab ist bei Steuart durch 2 Bei-
spiele historisch erläutert, von denen das erste, das Bankgeld
von Amsterdam, grade das Gegenteil zeigt, indem es nichts ist als
die Reduktion der zirkulierenden Münzen auf ihren Bulliongehalt
(Metallgehalt); das zweite ihm von allen Neuern, die derselben
Richtung folgen, nachgesprochen worden ist. Z.B. Urquhart führt
das Beispiel, der Berberei an, [358] wo eine ideale bar 27*), Ei-
senbarre, eine bloß vorgestellte Eisenbarre, als Maßstab gilt,
die weder steigt noch fällt. Fällt z.B. die wirkliche Eisenbarre,
sage um 100% 28*), so ist die bar 2 Eisenbarren wert, steigt sie
wieder um 100%, nur eine. Herr Urquhart will zugleich bemerkt ha-
ben, daß es in der Berberei weder kommerzielle noch industrielle
Krisen gibt, noch weniger aber Geldkrisen und schreibt dies den
magischen Wirkungen dieses ideal Standard of value 29*) zu. Die-
ser "ideale"
-----
26*) und zu behandeln - 27*) Barre - 28*) sollte eigentlich hei-
ßen: 50% - 29*) idealen Wertmaßstabs
#687# Geld als Maß der Werte
-----
vorgestellte Maßstab ist nichts als ein vorgestellter wirklicher
Wert, eine Vorstellung, die aber, weil das Geldsystem seine wei-
teren Bestimmungen nicht entwickelt hat - eine Entwicklung, die
von ganz andren Verhältnissen abhängt -, zu keiner gegenständli-
chen Wirklichkeit kommt. Es ist dasselbe, als wollte man in der
Mythologie die Religionen, deren Göttergestalten nicht zur An-
schauung herausgearbeitet werden, sondern in der Vorstellung
stecken bleiben, also höchstens sprachliches Dasein erhalten,
aber kein künstlerisches, für die höheren halten.
Die bar beruht auf einer wirklichen Eisenbarre, die später in ein
Phantasiewesen verwandelt und als solches fixiert wurde. Eine
Unze Gold, in englischer Rechenmünze ausgedrückt, = 3 l. 17 sh
10 1/2 d. Well. Well 30*). Sage, ein Pfund Seide habe exakt die-
sen Preis gehabt; dieser aber sei gefallen später, wie die Milan
31*) Rohseide stand am 12. März 58 in London, das lb. zu 1 l. 8
sh. [359] Es ist die Vorstellung eines Quantums Eisen, einer Ei-
senbarre, die denselben Wert behält 1. in bezug auf alle andren
Waren, 2. in bezug auf die in ihr enthaltne Arbeitszeit. Diese
Eisenbarre ist natürlich rein imaginär, allein sie ist nicht so
fix, und "standing like a rock in the sea" 32*), wie Steuart und
beinahe 100 Jahre später Urquhart meint. Alles, was an der Eisen-
barre fix ist, ist der Name; im einen Fall enthält die wirkliche
Eisenbarre 2 ideale, im andren nur 1. Es wird dies so ausge-
drückt, daß dieselbe, unveränderliche ideale einmal = 2, einmal =
1 wirklichen [bar] ist. So, dies gesetzt, hat sich nur das Ver-
hältnis der wirklichen Eisenbarre verändert, nicht die ideale.
But in fact 33*) ist die ideale Eisenbarre in dem einen Fall dop-
pelt so lang als im andren, und nur ihr Name ist unverändert. Das
eine Mal heißen 100 lb. Eisen z.B. abar, das andre Mal 200 [lb.]
a bar. Gesetzt, es würde Geld ausgegeben, das Arbeitszeit
repräsentiere, Stundenzettel f.i.; dieser Stundenzettel könnte
selbst wieder einen beliebigen Taufnamen erhalten, z.B. ein
Pfund, ein zwanzigstel 34*) Stunde 1 sh, 1/240 35*) Stunde 1 d.
Gold und Silber, wie alle anderen Waren, je nach der Pro-
duktionszeit, die sie kosten, würden verschiedne multiples 36*)
oder aliquote Teile von Pfunden, Schillingen 37*), Pence ausdrüc-
ken, und eine Unze Gold könnte sowohl = 8 l. 6 sh 3 d, wie = 3 l.
17 sh 10 1/2 d sein. In diesen Zahlen wäre immer ausgedrückt die
Proportion, worin ein bestimmtes Quantum Arbeit in der Unze ent-
halten. Statt zu sagen, daß 3 l. 17 sh 10 1/2 d = einer Unze Gold
nur mehr 1/2 lb. Seide kosten, kann sich vorgestellt werden, daß
die Unze nun = 7 l. 15 sh 9 d 38*) oder daß 3 l. 17 sh 10 1/2 d
nur mehr gleich einer halben Unze, weil sie nur mehr
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30*) "Schön. Schön - 31*) Mailänder - 32*) "feststehend wie ein
Fels im Meer" - 33*) Aber in Wirklichkeit - 34*) in der Hand-
schrift: ein Zwölftel - 35*) in der Handschrift: 1/144 -
36*) Vielfache - 37*) in der Handschrift: Sterlingen - 38*) in
der Handschrift: 7 l. 14 sh 10 1/2 d
#688# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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halb der Wert. Wenn wir die Preise z.B. des 15. Jahrhunderts in
England mit denen des 18. vergleichen, so können wir finden, daß
zwei Waren z.B. ganz denselben nominellen Geldwert hatten, z. B.
1 l. St. In diesem Fall ist das l. St. Maßstab, aber drückt in
dem ersten Fall 4 oder 5mal soviel Wert aus wie im zweiten, und
wir könnten sagen, daß, wenn der Wert dieser Ware im 15. Jahr-
hundert = 1/4 Unze, er im 18. = 1 Unze Gold war; weil im 18. 1
Unze Gold dieselbe Arbeitszeit ausdrückt wie 1/4 Unze im 15.
Jahrhundert. Es könnte also gesagt werden, das Maß, das Pfund,
sei dasselbe geblieben, aber im einen Fall = 4x soviel Gold wie
im andren. Dies ist der i d e a l e M a ß s t a b. Diese Ver-
gleichung, die wir hier anstellen, könnten die Leute des 15.
Jahrhunderts selbst anstellen, wenn sie bis ins 18. hinein gelebt
hätten, und sagen, daß 1 Unze Gold, die jetzt 1 £ St. wert, frü-
her nur 1/4 wert gewesen sei. 4 Pfund Gold jetzt nicht mehr wert
wie 1 im 15. Jahrhundert z. B. Hatte dies Pfund früher den Namen
livre, so kann ich mir einbilden, ein livre sei damals = 4 Pfund
Gold gewesen und sei jetzt nur noch = 1; der Wert des Goldes habe
sich verändert, aber das Wertmaß, das livre, sei unveränderlich
geblieben. In fact, ein livre bedeutete in Frankreich und England
ursprünglich 1 Pfund Silber und jetzt nur noch 1/x. Es kann also
gesagt werden, der Name livre, der Maßstab sei nominell immer
derselbe geblieben, aber das Silber habe seinen ¦¦32¦ Wert dage-
gen gewechselt. Ein Franzose, der von der Zeit Karls des Großen
bis heute gelebt hätte, könnte sagen, das livre Silber sei immer
Maßstab des Werts geblieben, unverändert, sei aber bald wert ge-
wesen 1 Pfund Silber und durch mannigfache Schicksale doch
schließlich nur 1/x eines Lots. Die Elle ist dieselbe; bloß ihre
Länge in verschiednen Ländern ist verschieden. Es ist in fact
dasselbe, als wenn z.B. das Produkt eines Arbeitstags, das Gold,
das in einem Arbeitstag zutag gefördert werden kann, den Namen
livre erhielte; dieses livre bliebe immer dasselbe, obgleich es
sehr verschiedne Quanta Gold ausdrücken würde in verschiednen Pe-
rioden.
Wie machen wir es in der Tat, wenn wir 1 l. St. des 15. Jahrhun-
derts mit 1 l. St. des 18. vergleichen? Beide sind dieselbe Masse
Metall (jedes = 20 sh), aber von verschiednem Wert; da das Metall
damals 4mal soviel wert wie jetzt. Wir sagen also, verglichen mit
heute, war das livre = 4mal die Metallmasse, die es heute ent-
hält. Und es könnte sich eingebildet werden, das livre sei unver-
ändert geblieben, aber damals gewesen = 4 wirklichen Goldlivres,
heute nur noch = 1. Die Sache wäre nur vergleichungsweise rich-
tig, nicht in bezug auf die in einem livre enthaltne Quantität
Metall, sondern in bezug auf seinen Wert; dieser Wert drückt sich
aber selbst wieder quantitativ so aus, daß '/4 livre Gold damals
= 1 livre Gold jetzt. Well 39*); das livre identisch, aber damals
-----
39*) Nun gut
#689# Geld als Maß der Werte
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= 4 real librae 40*) Gold (dem heutigen Wert nach) = 1 nur noch
jetzt. Fällt das Gold im Wert, und sein relatives Fallen oder
Steigen in bezug auf andre Artikel drückt sich in ihrem Preis
aus, statt zu sagen, ein Gegenstand, der früher 1 l. Gold ko-
stete, kostet jetzt 2, könnte gesagt werden, er koste immer noch
ein Pfund, aber ein Pfund sei jetzt 2 wirkliche Goldlivres wert
etc.; also 1 l. von 2 wirklichen Goldlivres etc. Statt zu sagen:
Ich verkaufte diese Ware gestern zu 1 l., ich verkaufe sie heute
zu 4 l., gesagt, ich verkaufe sie zu 1 l., aber gestern zu einem
l. von 1 wirklichen l, heute zu 11. von 4 wirklichen Pfund. Die
übrigen Preise ergeben sich alle von selbst, sobald das Verhält-
nis der wirklichen Bar zur imaginären festgesetzt ist; dies aber
einfach die Vergleichung zwischen dem vergangnen Wert der Bar mit
ihrem gegenwärtigen. Dasselbe, als berechneten wir alles in dem
l. St. des 15. Jahrhunderts for instance 41*). Dasselbe, was der
Historiker tun muß, der dieselbe Münzsorte, denselben Rechennamen
für eine Münze vom selben Metallgehalt durch verschiedne Jahrhun-
derte verfolgt, wenn er sie in jetzigem Geld berechnet, daß er
sie je nach dem wechselnden Wert in den verschiednen Jahrhunder-
ten gleich mehr oder minder Gold setzen muß, tut dieser Berber
oder Nigger. Es ist die Anstrengung des Halbzivilisierten, die
Geldeinheit, die Masse Metall, die als Maß gilt, auch als Wert
festzuhalten; diesen Wert auch als festes Maß zu halten. Zugleich
aber doch die Schlauheit zu wissen, daß die bar ihren Realwert
geändert hat. Bei den wenigen Waren, die dieser Berber zu messen
hat, und der Lebendigkeit der Tradition bei Unzivilisierten ist
diese verwickelte Rechnungsart nicht so schwierig, wie sie sich
ansieht.
1 Unze ist = 3 l. 17 sh 10 1/2 d, also nicht ganz = 4 £ St. Neh-
men wir aber der Bequemlichkeit wegen an, sie sei exakt = 4 l.
Dann erhält also 1/4 einer Unze Gold den Namen Pfund und dient
unter diesem Namen als Rechenmünze. Dies Pfund wechselt aber sei-
nen Wert, teils relativ in bezug auf den Wert andrer Waren, die
ihren Wert wechseln, teils sofern es selbst das Produkt von mehr
oder weniger Arbeitszeit. Das einzig Feste an ihm ist der Name
und die Quantität, der aliquote Teil der Unze, der Gewichtteil
Gold, dessen Taufname es ist; der also in einem piece of money,
called one pound 42*), enthalten ist.
Der Wilde will es festhalten als unveränderlichen Wert, und so
ändert sich ihm die Quantität Metall, die es enthält. Fällt der
Wert des Goldes um 100% 43*), so ist ihm das Pfund nach wie vor
Wertmaß; aber 1 l. von 2/4 Unzen Gold etc. Das Pfund ist ihm im-
mer gleich einer Masse Gold (Eisen), die denselben Wert hat. Da
dieser Wert aber wechselt, so ist es bald gleich einer größren,
bald gleich
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40*) realen Pfunden - 41*) zum Beispiel - 42*) Geldstück, das ein
Pfund genannt wird - 43*) sollte eigentlich heißen: 50%
#690# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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einer kleinren Quantität von wirklichem Gold oder Eisen, je nach-
dem mehr oder weniger von ihnen im Austausch für andre Waren ge-
geben werden muß. Er vergleicht den gegenwärtigen Wert mit dem
vergangnen, der ihm als standard 44*) gilt und nur in seiner Vor-
stellung fortlebt. Statt also nach 1/4 Unze Gold zu berechnen,
deren Wert wechselt, rechnet er nach dem Wert, den 1/4 Unze Gold
früher hatte, also nach einem vorgestellten unveränderlichen 1/4
Unzenwert, der aber in wechselnden Quantis sich ausdrückt. Einer-
seits die Anstrengung, das Wertmaß als festen Wert festzuhalten;
andrerseits die Schlauheit, auf einem Umweg doch nicht zu Schaden
[zu] kommen. Es ist aber durchaus absurd, diese zufällige Ver-
schiebung, worin Halbwilde das äußerlich ihnen aufgedrungne Mes-
sen der Werte mit Geld sich assimiliert haben, wie sie es erst
verschieben und dann in der Verschiebung sich wieder zurechtge-
funden haben, als eine organisch-historische Form zu betrachten
oder gar als ein Höheres den entwickeltren Verhältnissen gegen-
über aufzustellen. Auch diese Wilden gehn von einem Quantum aus,
der Eisenbarre; halten aber den Wert, den diese traditionell
hatte, als Recheneinheit fest etc.
In der modernen Ökonomie bekam diese ganze Frage Bedeutung haupt-
sächlich durch 2 Umstände: 1. Es wird zu verschiednen Zeiten er-
lebt, in England z.B. während des Revolutionskriegs [354], daß
der Preis des Rohgoldes stieg über den Preis des gemünzten
Goldes. Dies historische Phänomen also schien unwiderleglich dar-
zutun, daß die Namen, die bestimmte aliquote Gewichtteile des
Goldes (edlen Metalls) erhalten, Pfund, Shilling, Pence etc.,
durch irgendeinen unerklärlichen Prozeß sich selbständig verhal-
ten gegen die Substanz, deren Namen sie sind. Wie könnte sonst
eine Unze Gold mehr wert sein als dieselbe Unze Gold geprägt in 3
l. 17 sh 10 1/2 d? Oder wie könnte eine Unze Gold mehr wert sein
als 4 livres Gold, wenn livre der bloße Name für 1/4 Unze? Bei
genauer Untersuchung fand sich jedoch, daß entweder die Münzen,
die unter dem Namen Pfunde zirkulierten, in fact nicht mehr den
normalen Metallgehalt enthielten, daß also, f.i. 45*), 5 zirku-
lierende Pfund in fact nur eine Unze Gold wogen (von derselben
Feinheit). Da eine Münze, die angeblich 1/4 Unze Gold repräsen-
tierte (so about 46*)), in der Tat nur mehr 1/5 repräsentierte,
war es sehr einfach, daß die Unze = 5 solcher zirkulierenden £;
also der Wert des bullion price 47*) über den mint price 48*)
stieg, indem in fact 1 Pfund nicht mehr 1/4, sondern nur noch 1/5
einer Unze Gold vorstellte, benamste; nur noch der Name für 1/5
einer Unze war. Dasselbe Phänomen fand statt, wenn zwar der Me-
tallgehalt der zirkulierenden Münzen nicht unter ihr Normalmaß
gefallen war, wenn sie aber gleichzeitig mit depreziiertem Pa-
piergeld
-----
44*) Maßstab - 45*) z.B. - 46*) so ungefähr - 47*) Preis des Roh-
goldes - 48*) Preis des gemünzten Goldes
#691# Geld als Maß der Werte
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zirkulierten und ihr Einschmelzen und Ausfuhr verboten war. In
diesem Fall nahm die in der Form eines £ zirkulierende 1/4 Unze
Gold teil an der Depreziation der Noten: ein Schicksal, wovon das
Gold in Barren eximiert war. *) Das fact war wieder ¦¦33¦ das-
selbe; der Rechenname Pfund hatte aufgehört, der Name für 1/4
Unze zu sein, war der Name für ein geringres Quotum. Die Unze war
also gleich 5 solchen Pfunden z. B. Dies hieß dann, daß der bul-
lion price über den mint price gestiegen. Diese oder analoge hi-
storische Phänomene, alle ebenso einfach auflösbar und alle der-
selben Reihe angehörig, gaben also zuerst Anlaß zum
i d e a l e n M a ß oder, daß das Geld als Maß nur Verglei-
chungspunkt, nicht bestimmte Quantität sei. Es sind Hunderte von
Bänden über diesen case 49*) in England geschrieben worden seit
150 Jahren.
Das eine bestimmte Münzsorte über ihren Bulliongehalt 50*) stei-
gen sollte, an sich nichts Befremdliches, da der Münze neue Ar-
beit (in der Form) zugefügt wird. Aber abgesehn hiervon, kommt es
vor, daß der Wert einer bestimmten Münzsorte über ihren Bulli-
ongehalt steigt. Dies hat gar kein ökonomisches Interesse und hat
auch zu keinen ökonomischen Untersuchungen Anlaß gegeben. Es
heißt weiter nichts, als daß für bestimmte Zwecke das Gold oder
Silber grade in dieser Form, say of British pounds or of Spanish
dollars was requisite 51*). Die Bankdirektoren hatten natürlich
besondres Interesse nachzuweisen, daß nicht der Wert der Noten
gefallen, sondern der des Goldes gestiegen sei. Was die letztre
Frage betrifft, so kann sie erst später behandelt werden.
2. Die Theorie des ideal measure of value wurde aber zuerst auf-
gebracht am Anfang des 18. Jahrhunderts und wiederholt im zweiten
Dezennium des 19., wo es sich um Fragen handelte, worin das Geld
nicht als Maß figuriert, auch nicht als Tauschmittel, sondern als
sich gleichbleibendes Äquivalent, als für sich seiender Wert (in
der dritten Bestimmung) und daher als die allgemeine Materie von
Kontrakten. Beidemal handelte es sich darum, ob oder ob nicht in
einem depreziierten Geld kontrahierte Staats- und andre Schulden
in vollgültigem Geld zurückgezahlt und anerkannt werden sollten.
Es war einfach Frage zwischen den Staatsgläubigern und der Masse
der Nation. Diese Frage selbst geht uns hier nichts an. Die, wel-
che ein Readjustment 52*) der Forderungen auf der einen Seite und
der Leistungen auf der andren verlangten, warfen sich auf ein
falsches Gebiet, ob der Standard of money 53*) verändert werden
sollte oder nicht? Bei dieser Gelegenheit wurden dann solche
crude 54*) Theorien über den Standard of money, Fixieren des
Preises des Goldes etc. vorgebracht.
---
*) Der Schlagschatz kann auch innerhalb eines Landes den Münz-
preis über den Bullionpreis erhöhn.
-----
49*) Fall - 50*) Metallgehalt - 51*) sagen wir der britischen
Pfunde oder der spanischen Dollars erforderlich war -
52*) Wiederanpassen - 53*) Geldmaßstab - 64*) unausgereiften
#692# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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("Den [Geld] Maßstab verändern wie die Maße oder Gewichte des
Landes." Steuart. [p. 110.]
Es ist auf den ersten Blick klar, daß die Masse von Getreide in
einer Nation sich nicht dadurch ändert, daß die Maßgröße des
Scheffels z.B. um das Doppelte vermehrt oder vermindert wird. Die
Änderung wäre aber sehr wichtig für Pächter z.B., die Kornrente
in einer bestimmten Anzahl Scheffel abzuzahlen hätten, wenn sie
nun, wo das Maß verdoppelt, dieselbe Anzahl Scheffel nach wie vor
zu liefern hätten.) Es waren in diesem Fall die Staatsgläubiger,
die an dem Namen "Pfund", abgesehen von dem aliquoten Gewichtteil
Goldes, den es ausdrückte, also an dem "idealen standard" 55*) -
denn dieser ist in fact nur der Rechenname des Gewichtsteils Me-
talls, das als Maß dient - festhielten. Sonderbarerweise waren es
aber grade ihre Gegner, die diese Theorie des "idealen standard"
aufstellten, und sie, die sie bekämpften. Statt einfach ein Read-
justment zu verlangen oder daß den Staatsgläubigern nur das Quan-
tum in Gold zurückgezahlt werde, das sie faktisch vorgeschossen
hatten, verlangten sie, daß der Standard herabgesetzt werde der
Depreziation gemäß; also z.B., wenn das £ St. auf 1/5 Unze Gold
gefallen, diese 1/5 Unze künftig den Namen Pfund führen oder das
Pfund etwa in 21 Shilling geprägt werde statt in 20 sh. Dies Her-
absetzen des Standard hieß Heraufsetzen des Wertes des Geldes;
indem die Unze jetzt = 5 Z. statt früher gleich 4. Sie sagten
also nicht, die 56*), die z.B. Eine Unze Gold vorgeschossen in 5
depreziierten Pfunden, sollen nun nur 4 vollgültige Pfunde zurüc-
kerhalten; sondern sie sagten, sie sollen 5 Pfund zurückerhalten,
aber künftig soll das Pfund um 1/20 weniger der Unze ausdrücken
als vorher. Als sie diese Forderung in England nach der resump-
tion of cash-payment 57*) stellten, hatte die Rechenmünze ihren
alten Metallwert wieder erreicht. Bei dieser Gelegenheit wurden
dann noch sonstige crude 58*) Theorien über das Geld als Maß des
Werts aufgestellt, und unter dem Vorwand, diese Theorien, deren
Falschheit leicht aufzuweisen war, zu widerlegen, wurden die In-
teressen der Staatsgläubiger durchgeschmuggelt.
Der erste Kampf dieser Art zwischen Locke und Lowndes. Von 1688-
1695 waren die Anlehen des Staates kontrahiert in depreziiertem
Geld - depreziiert infolge davon, daß alles vollwichtige Geld
eingeschmolzen war und nur leichtes zirkulierte. Die Guinea war
gestiegen zu 30 sh. Lowndes (Münzmeister?) wollte das £ St. redu-
ziert haben um 20%; Locke bestand auf dem old standard 59*) der
Elizabeth. 1695 die Umschmelzung, [360] general recoinage 60*)
Locke trug den Sieg
-----
55*) "idealen Maßstab" - 56*) in der Handschrift: nicht denen -
57*) Wiederaufnahme der Barzahlungen - 58*) unausgereifte -
59*) alten Maßstab - 60*) allgemeine Umprägung
#693# Geld als Maß der Werte
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davon. Schulden, kontrahiert zu 10 und 14 sh die Guinea, zu der
rate of 61*) 20 sh zurückgezahlt. Für den Staat und die Grundei-
gentümer dies gleich vorteilhaft.
"Lowndes stellte die Frage auf einen falschen Boden. Einmal be-
hauptete er, sein Schema sei keine Verschlechterung des alten
Maßstabes. Dann schrieb er das Steigen im Preise des ungeprägten
Metalls dem innern Wert des Silbers zu und nicht dem geringen Ge-
wicht der Münze, womit es gekauft wurde. Er unterstellte stets,
daß Prägezeichen und nicht die Substanz die Währung mache. Locke
seinerseits fragte sich nur, ob Lowndes Schema eine Verschlechte-
rung einschließe oder nicht, aber untersuchte nicht die Interes-
sen derer, die in Dauerverträgen engagiert sind. Herrn Lowndes
großes Argument für die Herabsetzung des Maßstabes war das An-
steigen des Rohsilbers auf 6 Schilling 5 Pence die Unze (d.h., es
hatte für 77 Pence in Schillingen von 1/77 eines Pfundes Troy
[361]) und war daher der Meinung, daß das Pfund Troy in 77 Schil-
linge geprägt werden sollte, was eine Verminderung des Werts des
£ St. um 20% oder war. Locke antwortete ihm, daß die 77 d in
wertgemindertem Geld gezahlt wurden und daß sie im Gewicht nicht
über 62 Pence der maßstabgerechten Münzen wären. Aber ein Mann,
der 1000 £ St. in diesem wertgeminderten Geld borgte, soll er
verpflichtet sein, 1000 l. in Normalgewicht zurückzuzahlen? Lown-
des und Locke entwickelten beide nur ganz oberflächlich den Ein-
fluß der Veränderung des Maßstabes auf das Verhältnis von Schuld-
nern und Gläubigern ... damals das Kreditsystem noch wenig ent-
wickelt in England ... nur die Interessen der Grundbesitzer und
der Regierung wurden beachtet. Der Handel war zu dieser Zeit na-
hezu zum Stillstand gekommen und war durch einen seeräuberischen
Krieg ruiniert worden ... Die Wiederherstellung des Maßstabes war
das günstigste sowohl für den Grundbesitz als auch für die
Staatskasse; und so wurde es angegangen." (Steuart l.c. t. II, p.
178, 179.)
Steuart bemerkt über die ganze Transaktion ironisch:
"Durch dies Erhöhen des Maßstabs gewann die Regierung bedeutend
in bezug auf Steuern und die Gläubiger auf ihr Kapital und Zin-
sen; und die Nation, die der Hauptverlierer war, war zufriedenge-
stellt (ganz vergnügt), weil i h r Maßstab" (i.e. das Maß ihres
eignen Werts) "nicht verschlechtert worden war; so waren alle
drei Parteien befriedigt." (l.c. t. II, p. 156.)
Vergleich John Locke. Works. 4 vol. 7 ed. London 1768; sowohl den
Aufsatz "Some Considerations on the Lowering of Interest and Rai-
sing the Value of Money" (1691) wie auch: "Further Considerations
concerning raising the value of Money, wherein Mr. Lowndes's ar-
guments for it, in his late Report concerning 'An Eassy for the
amendment of the silver coins', are particularly examined", beide
in Vol. II. In der ersten Abhandlung heißt es u. a.:
-----
61*) Rate von
#694# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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¦¦34¦ "Die Erhöhung des Geldes, wovon jetzt so viel gekohlt wird,
ist entweder Erhöhung des Wertes unseres Geldes, und das könnt
ihr nicht; oder Erhöhung des Nennwertes unserer Münzen." (p. 53.)
"Nennt z.B. eine Krone, was früher 1/2 Krone hieß. Der Wert
bleibt bestimmt durch den Metallgehalt. Wenn die Verringerung der
Silbermenge irgendeiner Münze um 1/20 ihren Wert nicht ver-
kleinert, wird die Verringerung der Silbermenge irgendeiner Münze
um 19/20 ihren Wert nicht herabsetzen. Also nach dieser Theorie
werden ein einziges Drei-Pence-Stück oder ein einzelner Farthing
[1/4 Penny oder Heller], wenn man sie Krone nennt, soviel Gewürz,
Seide oder irgendeine andere Ware kaufen als eine Kronenmünze,
die 20 oder 60mal soviel Silber enthält." (p. 54.) "Das Erhöhen
des Geldwertes ist also nichts, als einer geringeren Silbermenge
Stempel und Namen einer größeren geben." (l.c.) "Das Prägen der
Münze Garantie für die Öffentlichkeit, muß soviel Silber unter
einer solchen Bezeichnung enthalten." (57.) "Es ist Silber und
nicht Namen, die Schulden zahlen und Waren kaufen." (p. 58.) "Der
Münzstempel genügt als Garantie für das Gewicht und die Feinheit
des Geldstücks, aber läßt das so geprägte Goldgeld seinen eigenen
Kurs finden, wie andere Waren." (p. 66.) "Überhaupt kann man
durch das Erhöhen des Geldnennwertes nichts machen als 'mehr Geld
dem Namen nach', aber nicht mehr 'Geld nach Gewicht und Wert'."
(p. 73.)
"Silber ist ein Maßstab durchaus von den andren verschieden. Die
Elle oder das Quart, womit Menschen messen, mag bleiben in den
Händen des Käufers, des Verkäufers oder einer dritten Person: Es
spielt keine Rolle, wem es gehört. Aber Silber ist nicht nur Maß
der Käufe, es ist die Sache, um die gehandelt wird, und passiert
im Handel von dem Käufer an den Verkäufer, als in einer solchen
Menge vorhanden, die dem verkauften Artikel äquivalent ist: Und
so mißt [362] es nicht nur wieder den Wert der Ware an, für die
man es verwendet, sondern es wird im Austausch für sie - als von
gleichem Wert - gegeben. Das aber kann es nur auf Grund seiner
Menge und durch nichts anderes leisten." (p. 92.) "Wenn Erhöhen
[des Geldwerts] nichts heißt, als den ohne Rest aufgehenden Teil
irgendeines Geldstücks nach Belieben Namen geben, z. B. daß jetzt
der sechzigste Teil einer Unze noch immer ein Penny genannt wer-
den soll, dann das mit jeder beliebigen höheren Ansetzung er-
reicht werden." (118.) "Der Vorteil, frei exportierbar zu sein,
gibt dem Preis des Rohsilbers den Antrieb, ein wenig über den
Münzpreis zu steigen, solange die Notwendigkeit des Exports be-
steht, gleichgültig, ob sein Nennwert nach Belieben erhöht oder
gesenkt wird, wohingegen die Ausfuhr unserer Münzen gesetzlich
verboten ist." (p. 119, 120.)
Dieselbe Stellung, die Lowndes gegenüber Locke einnahm, indem er-
strer das Steigen des Bullionpreises 62*) sich daraus erklärte,
daß der Wert des bullion 63*) gestiegen sei und darum der Wert
der Rechenmünze gesunken (d.h. weil der Wert des bullion gestie-
gen, ist der Wert eines aliquoten Teiles desselben, genannt £,
gefallen), nahmen die little-shilling-men [194] - Attwood und die
andren von der Birmingham school 1819 sqq. - ein. (Cobbett hatte
die Frage
-----
62*) Rohsilberpreises - 63*) Rohsilbers
#695# Geld als Maß der Werte
-----
auf den richtigen Boden gestellt: non-adjustments of national
debts, rents 64*) etc.; verdarb aber alles durch seine falsche
Theorie, die das Papiergeld überhaupt verwarf. Gelangte sonderba-
rerweise zu dieser Konsequenz, ausgehend wie Ricardo, der zu der
entgegengesetzten Konsequenz gelangt, von derselben falschen Prä-
misse, der Bestimmung des Preises durch die Quantität des Zirku-
lationsmittels.) Ihre ganze Weisheit in folgenden Phrasen:
"Sir R.Peel in seinem Krakehl mit der Birminghamer Handelskammer
fragt: 'Was wird e u r e Pfundnote repräsentieren?'" (p. 266.
"The Currency Question. The Gemini Letters", London 1844) (näm-
lich die Pfundnote, wenn nicht gezahlt wird in Gold.) "Was ist
nun zu verstehn unter dem gegenwärtigen Wertmaßstab? ... £ 3, sh
17, d 10 1/2, bedeuten sie eine U n z e G o l d oder ihren
W e r t. Wenn die Unze selbst, warum nicht die Dinge bei ihrem
Namen nennen, und sagen statt Pfunden, Schillinge, Pence, Unzen
Pennygewichte und Gran [0.06 g]? Dann kommen wir zurück z u m
S y s t e m d e s u n m i t t e l b a r e n T a u s c h h a n-
d e l s."
(p. 269. Not quite 65*). Aber was hätte Herr Attwood gewonnen,
wenn statt 31. 17 sh 10 1/2 d Unze und statt Shilling soviel Pen-
nyweight 66*) gesagt würde? Daß der Bequemlichkeit der Rechnung
wegen die aliquoten Teile Namen erhalten - was außerdem anzeigt,
daß dem Metall hier eine ihm fremde soziale Bestimmung gegeben
ist - was zeugt es für oder gegen die Lehre Attwoods?)
"Oder den Wert? Wenn eine Unze = £ 3, 17 sh, 10 1/2 d, warum zu
verschiednen Perioden Gold 5 l. 4 sh und dann wieder 3, 17, 9?
... Die Bezeichnung Pfund hat Beziehung auf den Wert, aber nicht
auf einen fixierten Wertmaßstab ... Arbeit ist der Ursprung der
Kosten, und sie erteilt dem Gold seinen relativen Wert wie dem
Eisen."
(Und darum in fact wechselt der Wert von einer Unze und von £ 3,
17 sh, 10 1/2 d.)
" Welcher besondere Rechenname daher immer gebraucht werde, um
die Tages- oder Wochenarbeit eines Mannes zu bezeichnen, solcher
Name drückt die Kosten der produzierten Ware." (p. 270.)
Das Wort "One pound is the ideal Unit" 67*). (p. 272.) Der letzte
Satz wichtig, weil er zeigt, wie diese Lehre von der "ideal unit"
sich auflöst in die Forderung eines Geldes, das direkt Arbeit re-
präsentieren soll. Pound 68*) dann z.B. der Ausdruck für 12tägige
Arbeit. Die Forderung ist die, daß die Bestimmung des Werts nicht
zu der des Geldes als einer unterschiednen Bestimmung führen soll
oder daß die Arbeit als Maß der Werte nicht dazu forttreiben
soll, die in einer bestimmten Ware vergegenständlichte Arbeit zum
Maß der andren Werte
-----
64*) keine Berichtigungen der Staatsschuld, Pacht - 65*) Nicht
ganz - 66*) Pennygewicht - 67*) "Ein Pfund ist die ideale Ein-
heit" - 68*) Pfund
#696# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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zu machen. Das Wichtige ist, daß diese Forderung hier auf dem
Standpunkt der bürgerlichen Ökonomie geschieht (so auch bei Gray,
der eigentlich diese Sache zur Spitze ausarbeitet und von dem wir
gleich sprechen werden), nicht vom Standpunkt der Negation der
bürgerlichen Ökonomie aus, wie etwa bei Bray. Die Proudhonisten
(sieh z. B. Herrn Darimon) haben in der Tat erreicht, die Forde-
rung zu stellen, sowohl als eine den jetzigen Verhältnissen der
Produktion entsprechende, wie als eine sie total revolutionie-
rende Forderung und große Neuerung, da sie als crapauds 69*) na-
türlich nichts davon zu wissen brauchen, was jenseits des Kanals
geschrieben oder gedacht worden ist. At all events 70*), zeigt
schon das einfache Faktum, daß die Forderung seit mehr als 50
Jahren in England von einer Fraktion der bürgerlichen Ökonomen
gestellt worden ist, wie sehr die Sozialisten, die damit etwas
Neues und Antibürgerliches vorzubringen prätendieren, auf dem
Holzweg sind. Über die Forderung selbst sieh oben. (Es kann hier
nur einiges aus Gray beigebracht werden. Übrigens kann erst beim
Bankwesen ins Detail dieser Sache eingegangen werden.) -
[Geld als Zirkulationsmittel und als selbständiger Wert]
Was das Geld als sich gleichbleibendes Äquivalent, i. e. als
W e r t als solchen, und darum als Materie aller Kontrakte be-
trifft, so ist klar, daß die Veränderungen des Werts des Materi-
als, worin es sich darstellt (direkt, wie in Gold, Silber, oder
indirekt als Anweisung auf bestimmte Quantität Gold, Silber etc.
in Geldnoten), große Revolutionen hervorbringen müssen 1*) zwi-
schen den verschiednen Klassen eines Staats. Dies hier nicht zu
untersuchen, da diese Verhältnisse selbst die Kenntnis der ver-
schiednen ökonomischen Verhältnisse voraussetzen. ¦¦35¦ Nur so-
viel als Illustration. Im 16. und 17. Jahrhundert bekannt, wie
die Depreziation von Gold und Silber infolge der Entdeckung von
Amerika depreziierte die Arbeiterklasse und die der Grundeigentü-
mer; hob die der Kapitalisten (speziell der industriellen Kapita-
listen). In der römischen Republik machte die Appreziation des
Kupfers die Plebejer zu Sklaven der Patrizier.
"Da man gezwungen, die größten Summen in Kupfer zu zahlen, mußte
man aufbewahren dies Metall in Klumpen oder formlosen Bruchstüc-
ken, die nach Gewicht
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69*) Kröten; hier im Sinne von: Philister - 70*) Auf alle Fälle -
1*) in der Handschrift: muß
#697# Geld als Zirkulationsmittel und als selbständiger Wert
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ausgegeben und empfangen werden. Das Kupfer in diesem Zustand als
aes grave [80]. Metallgeld gewogen. {Das Kupfer bei den Römern
erst ohne Gepräg; dann mit dem Gepräg der auswärtigen Münzen. Kö-
nig Servius prägte als erster Kupfer mit dem Bilde von Schafen
und Rindern. (Plin. "Historia naturalis", 1. 18, c. 3.) [363]}
Nachdem die Patrizier eine Masse von diesem Zeug von dunklem und
grobem Metall aufgehäuft, suchten sie sich davon zu befreien, in-
dem sie den Plebejern allen Boden abkauften, den diese ihnen ver-
kaufen wollten, oder indem sie langfristige Arbeiten vergaben.
Sie mußten einen Wert, der sie belastete und dessen Erwerb sie
nichts gekostet hatte, billig verkaufen. Die Konkurrenz aller,
die denselben Wunsch hatten, das Zeug loszuwerden, mußte in kur-
zer Zeit ein beachtliches Sinken des Kupferpreises in Rom herbei-
führen. Im Anfang des 4. Jahrhunderts post u[rbem] c[onditam]
[364], wie man ersieht aus der Lex Menenia [365] (302 a.u.c.)
Verhältnis des Kupfers zum Silber = 1:960 ... Dies Metall, so
entwertet in Rom, gleichzeitig einer der gesuchtesten Handelsar-
tikel (da die Griechen aus Bronze ihre Kunstwerke machten
etc.)... Die edlen Metalle begannen, sich in Rom mit ungeheurem
Profit gegen Kupfer auszutauschen, und ein so einträglicher Han-
del regte Tag zu Tag zu neuen Importen an ... Nach und nach er-
setzten die Patrizier in ihrem Schatz durch Barren von Gold und
Silber, ungemünztes Gold, ungemünztes Silber, diese Haufen von
altem Kupfer, die sich so schwer verstauen ließen und einen so
wenig angenehmen Anblick boten. Nach der Niederlage von Pyrrhus
und besonders nach den Eroberungen in Asien ... das aes grave be-
reits ganz verschwunden, und die Bedürfnisse der Zirkulation hat-
ten die Einführung der griechischen drachma unter dem Namen vic-
toriatus nötig gemacht, von Gewicht von einem Skrupel und 1/2
Silber, wie die Drachmenmünze aus Attika, im 7. Jahrhundert
a.u.c. machte die lex Clodia [366] daraus römische Münze. Sie
tauschte sich gewöhnlich aus gegen das Pfund Kupfer oder das As
von 12 Unzen. So zwischen Silber und Kupfer das Verhältnis von
192:1, d.h. 5mal schwächeres Verhältnis als zur Zeit der größten
Entwertung von Kupfer infolge der Ausfuhr; dennoch Kupfer in Rom
noch wohlfeiler wie in Griechenland und Asien. Diese große Revo-
lution im Tauschwert der Geldmaterie, im Maße, wie sie sich
vollzog, verschlechterte aufs grausamste das Los der unglückli-
chen Plebejer, die, laut Leihvertrag, das entwertete Kupfer er-
halten hatten, und die, da sie es nach dem Kurs, den es damals
hatte, ausgegeben oder angelegt hatten, schuldeten nach dem Text
ihrer Verpflichtungen eine 5mal größre Summe, als sie in Wirk-
lichkeit geliehn hatten. Sie hatten keine Mittel, sich aus der
Knechtschaft freizukaufen ... Wer 3000 As geliehn hatte zur Zeit,
wo diese Summe = 300 Ochsen oder 900 Skrupel Silber, konnte sie
sich nur mehr verschaffen für 4500 Skrupel Silber, als das As re-
präsentiert ward durch 1 1/2 Skrupel von diesem Metall ... Wenn
der Plebejer 1/5 des Kupfers, das er erhalten, zurückgab, so
hatte er in Wirklichkeit seine Schuld abgetragen, denn 1/5
[hatte] jetzt denselben Wert wie 1 zur Zeit, wo der Kontrakt ge-
macht. Das Kupfer war ja 5mal gestiegen im Wert gegen das Sil-
ber... Die Plebejer verlangten eine Revision der Schuld, neue Ab-
schätzung der Schuldsumme und eine Veränderung im Titel ihrer
primitiven Obligation. Die Gläubiger verlangten zwar nicht die
Rückgabe des Kapitals, aber das Zinszahlen selbst unerträglich,
weil der Zins, vereinbart ursprünglich zu 12%, geworden war durch
das übermäßige Verteuern des Zahlungsmittels so kostspielig, als
wäre er bestimmt zu 60% des Kapitals. Vergeblich
#698# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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[367] erhielten die Schuldner ein Gesetz, das vom Kapital die ak-
kumulierten Zinsen abtrennte ... Den Senatoren widerstrebte es,
die Mittel aus der Hand zu geben, wodurch sie das Volks hielten
in der niederträchtigsten Abhängigkeit. Herren fast allen Grund-
eigentums, bewaffnet mit Rechtstiteln, die sie autorisierten,
ihre Schuldner in Eisen zu werfen und körperliche Strafen über
sie zu verhängen, unterdrückten sie die Empörungen und wüteteten
gegen die Widerspenstigsten. Die Wohnung jedes Patriziers war ein
Gefängnis. Endlich rief man Kriege hervor, die dem Schuldner
einen Sold verschafften, mit einer einstweiligen Aufhebung der
Beschränkungen, und die erschlossen dem Gläubiger neue Quellen
des Reichtums und der Macht. Dies die innre Situation zu Rom, als
die Niederlage des Pyrrhus, die Einnahme von Tarent und bedeu-
tende Siege über die Samniter, Lucanier und andre süditalische
Völker etc. 483 oder 485 die erste römische Silbermünze, die li-
bella; hieß libella, weil sie in kleinem Gewicht = libra von 12
Unzen Kupfer." (Garnier, Germain. "Histoire de la Monnaie" etc. 2
vol. Paris 1819. t. II. p. 15 sqq.)
Assignaten [368].
"Staatseigentum. Staatsanweisung über 100 frs gesetzliches Zah-
lungsmittel. Sie unterscheiden sich von allen andren Banknoten,
indem sie n o c h n i c h t e i n m a l v o r g e b e n,
i r g e n d e i n e b e s t i m m t e S a c h e d a r z u-
s t e l l e n. Die Worte 'Staatseigentum' bedeuteten, daß ihr
Wert erhalten werden könne durch Kaufen mit denselben des
beschlagnahmten Eigentums bei den beständigen Auktionen dessel-
ben. Aber kein Grund, warum dieser Wert genannt 100 frs. Er hing
ab von der komparativen Quantität des käuflich zu erwerbenden Ei-
gentums und der Zahl der ausgegebenen Staatsanweisungen.". (78,
79. Nassau W. Senior: "Three lectures on the cost of obtaining
money" etc. London 1830.)
"Das R e c h e n p f u n d, eingeführt durch Karl den Großen,
fast nie repräsentiert durch eine reale äquivalente Münze, hat
seinen Namen behalten sowie seine Teilung in Sou und Heller bis
Ende des 18. Jahrhunderts, während die realen Münzen sich nach
Bezeichnung, Form, Größe und Wert unendlich oft änderten, nicht
nur in jedem Regierungswechsel, sondern unter derselben Regie-
rung. Der Wert des Rechenpfundes zwar auch enormen Veränderungen
unterzogen, aber dies immer gewaltsamlich." (p. 76, t. I. Gar-
nier, l.c.) Alle Münzen der Alten ursprünglich Gewichte. (l.c.)
"Geld ist an erster Stelle die universell verkäufliche Ware oder
diejenige, mit der jeder Handel treibt in der Absicht, andere Wa-
ren zu erlangen." (Bailey: "Money and its Vicissitudes" etc. Lon-
don 1837, p. 1.) "Es ist die wichtige, die M i t l e r position
einnehmende Ware." (p. 2. l.c.) "Es ist die a l l g e m e i n e
W a r e d e r K o n t r a k t e oder diejenige, in der die
Mehrzahl der Eigentumsverträge, die in späterer Zeit erfüllt wer-
den sollen, abgeschlossen werden." (p. 3.) "Endlich ist es das
'Maß der Werte'... Da sich nun alle Waren gegen Geld austauschen,
werden die wechselseitigen Werte von A und B notwendigerweise
durch ihre Werte in Geld oder durch ihre Preise ausgedrückt...
¦¦36¦ wie das vergleichbare Gewicht der Stoffe an ihrem Gewicht
im Verhältnis zum Wasser oder an ihren spezifischen Gewichten ab-
zulesen ist." (p. 4.) "Als erstes wesentliches Erfordernis sollte
Geld in seinen physikalischen Eigenschaften einheitlich sein, da-
mit gleiche Mengen soweit identisch sind, daß sie keine Ursache
geben, eine der anderen vorzuziehen ... Z. B. Getreide und Vieh
schon aus diesem Grunde nicht dazu brauchbar,
#699# Geld als Zirkulationsmittel und als selbständiger Wert
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weil gleiche Menge Getreide und gleiche Anzahl Vieh nicht immer
in den Eigenschaften übereinstimmen, um derentwillen sie bevor-
zugt werden." (p. 5, 6.) "Die B e s t ä n d i g k e i t d e s
W e r t s ist so erwünscht im Gelde als die Mittlerposition ein-
nehmende Ware und als Ware der Kontrakte; sie ist völlig unwe-
sentlich für das Geld in seiner Kapazität als Maß der Werte." (p.
9.) "Geld kann beständig im Wert schwanken und doch ebensogut ein
Maßstab des Wertes sein, als wenn es völlig unverändert bliebe.
Angenommen z.B., es sei im Wert vermindert und die Reduktion im
Wert impliziert eine Wertminderung im Verhältnis zu einer oder
mehreren Waren, angenommen, es sei im Wert gemindert im Verhält-
nis zu Getreide und Arbeit. Vor der Verminderung würde eine Gui-
nee drei Scheffel Weizen kaufen oder die Arbeit von 6 Tagen; spä-
ter würde sie nur zwei Scheffel Weizen kaufen oder die Arbeit von
4 Tagen. In beiden Fällen, die Verhältnisse von Weizen und Arbeit
zum Geld gegeben, kann deren gegenseitiges Verhältnis abgeleitet
werden; mit anderen Worten, wir können ermitteln, daß ein Schef-
fel Weizen 2 Arbeitstage wert ist. Das ist alles, was Wertmessen
einschließt, und wird nach der Verminderung ebenso glatt besorgt
wie vorher. Die Auszeichnung eines Dinges als Wertmaß ist gänz-
lich unabhängig von der Veränderlichkeit seines eigenen Werts ...
Man verwechselt Unveränderlichkeit des Werts mit UnVeränderlich-
keit des Feingehalts und des Gewichts... Da die Verfügung über
die Q u a n t i t ä t des Wertes bestimmt, muß eine b e-
s t i m m t e Q u a n t i t ä t des Stoffes einer einheitlichen
Ware als Einheit zum Messen des Wertes verwendet werden; und es
ist diese bestimmte Q u a n t i t ä t eines Stoffes ein-
heitlicher Qualität, die unveränderlich sein muß." (p. 11.)
In allen Geldkontrakten handelt es sich um die Q u a n t i t ä t
des zu verleihenden Goldes und Silbers, nicht um den Wert. (p.
103.)
"Bestünde einer darauf, daß es ein Kontrakt für einen bestimmten
Wert sei, wäre er verpflichtet darzulegen, im Verhältnis zu wel-
cher Ware; auf diese Weise würde er die Behauptung aufrechterhal-
ten, daß ein Geldkontrakt sich nicht auf eine Quantität Geld be-
zieht, wie es seine äußere Form besagt, sondern auf irgendeine
Ware, die nicht erwähnt wird." (p. 104.) "Es ist nicht nötig,
dies zu beschränken auf Verträge, wo wirklich Geld verliehn wird.
Es gilt für alle Abmachungen über künftige Geldzahlungen, ob es
sich um Waren irgendeiner Art handelt, die auf Kredit verkauft
werden, um Dienstleistungen oder um Pacht für Boden oder Häuser;
sie sind genau der gleichen Beschaffenheit wie reine Anleihen der
die Mittlerposition einnehmenden Ware. Wenn A an B eine Tonne Ei-
sen für 10 Pfund mit Kredit für 12 Monate verkauft, ist es dem
Sinne nach genau dasselbe, wie die 10 Pfund für ein Jahr auszu-
leihen, und die Interessen der beiden kontrahierenden Teile wer-
den in derselben Weise von Währungsveränderungen beeinflußt." (p.
110, 111.)
Die Konfusion, bestimmten und unveränderlichen aliquoten 2*) Tei-
len der Geldsubstanz, die als Maßeinheit dienen sollen, Namen zu
geben - das Namengeben derselben mit Fixierung des P r e i s e s
von Geld zu verwechseln, zeigt
-----
2*) ohne Rest aufgehenden
#700# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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sich u. a. auch bei dem hochbeteuernden Romantiker der politi-
schen Ökonomie, Herrn Adam Müller. Er sagt u.a.:
"Jedermann sieht ein, wie viel auf die wahre B e s t i m m u n g
d e s M ü n z p r e i s e s ankommt, vorzüglich in einem Lande
wie England, wo die Regierung mit einer großmütigen Liberalität"
(d. h. auf Unkosten des Landes und zum Profit der Edelmetallbar-
renhändler der Bank von England) "unentgeltlich münzt, wo sie
keinen Schlagschatz nimmt etc., und also, wenn sie den Münzpreis
bedeutend höher ansetzte als den Marktpreis, wenn sie, anstatt
eine Unze Gold jetzt mit 3 £ 10 sh 10 1/2 d zu zahlen, 3 £ 19 sh
als den Münzpreis einer Unze Goldes ansetzte, alles Gold nach der
Münze strömen, das dort erhaltne Silber auf dem Markt gegen das
hier wohlfeilere Gold umgesetzt und so aufs neue der Münze zuge-
bracht werden und das Münzwesen in Unordnung geraten würde." (p.
280, 281, t. II. "Die Elemente der Staatskunst." Berlin 1809.)
Herr Müller weiß also nicht, daß pence und Shilling hier nur Na-
men für aliquote Teile einer Goldunze sind. Weil Silber- und Kup-
ferstücke - die notabene nicht nach dem Verhältnis von Silber und
Kupfer zu Gold geprägt sind, sondern als bloße Marken für die
gleichnamigen Goldteile ausgegeben werden, daher auch nur zu ei-
nem sehr kleinen Quantum in Zahlung genommen werden müssen - un-
ter den Namen Schillinge und Pence zirkulieren, bildet er sich
ein, eine Unze Gold sei in Gold-, Silber- und Kupferstücke einge-
teilt (also dreifacher Standard of value 3*)). Ein paar Schritt
weiter fällt ihm dann wieder ein, daß in England kein doppelter
Standard existiert, also noch weniger ein dreifacher. Die Unklar-
heit des Herrn Müller über die "gemeinen" ökonomischen Verhält-
nisse ist die reale Grundlage seiner "höheren" Auffassung. [369]
Aus dem allgemeinen Gesetz, daß der Gesamtpreis der zirkulieren-
den Waren die Masse des zirkulierenden Mediums bestimmt, eine be-
stimmte Stufe der Zirkulationsgeschwindigkeit vorausgesetzt,
folgt, daß auf einer bestimmten Stufe des Wachstums der in Zirku-
lation geworfnen Werte das edlere Metall - das Metall von größrem
spezifischem Wert, d.h. das in kleinerem Quantum mehr Arbeitszeit
enthält - an die Stelle des weniger edlen tritt als herrschendes
Zirkulationsmittel; also Kupfer, Silber, Gold, das eine das andre
als herrschendes Zirkulationsmittel verdrängt. Dieselbe
Aggregatsumme von Preisen wird mit 14mal so wenig Goldmünzen z.B.
zirkuliert werden können als Silbermünzen. Kupfer- und gar
Eisenmünze als herrschendes Zirkulationsmittel unterstellt schwa-
che Zirkulation. Ganz ebenso, wie das machtvollere, aber wert-
vollere Transportmittel und Kommunikationsmittel 4*) an die
Stelle des weniger wertvollen tritt, im Maße wie die Masse der
zirkulierenden Waren und der Zirkulation überhaupt wächst.
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3*) Wertmaßstab - 4*) in der Handschrift: Zirkulationsmittel
#701# Geld als Zirkulationsmittel und als selbständiger Wert
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Andrerseits ist es klar, daß der kleine Detailverkehr des tägli-
chen Lebens Austausche in sehr diminutivem Maßstab erheischt -
desto kleiner, je ärmer das Land und schwächer die Zirkulation
überhaupt ist. In diesem Detailverkehr, wo sehr kleine Quanta Wa-
ren einerseits, also auch sehr kleine Werte zirkulieren, ist es
im eigentlichsten Sinn des Wortes, daß das Geld nur als ver-
schwindendes Zirkulationsmittel erscheint und sich nicht als re-
alisierter Preis befestigt. Für diesen Verkehr tritt daher ein
subsidiäres Zirkulationsmittel ein, das nur Zeichen ist der ali-
quoten Teile der herrschenden Zirkulationsmittel. Es sind Silber-
und Kupfermarken, die daher nicht gemünzt sind im Verhältnis des
Werts ihrer Substanz zum Goldwert z.B. Hier erscheint das Geld
nur noch als Zeichen, wenn auch selbst noch in einer relativ
wertvollen Substanz. Gold z.B. müßte in zu kleine Fraktionen ge-
teilt werden, um der Warenteilung, wie sie dieser Detailverkehr
erheischt, als Äquivalent zu entsprechen.
Daher diese Subsidiärzirkulationsmittel 5*) auch nur zu einer
kleinen Quantität, wodurch sie nie als Realisierung des Preises
sich festsetzen können, in Zahlung gesetzlich ¦¦37¦ genommen zu
werden brauchen. Z.B. Kupfer in England zum Betrag von 6 d, Sil-
ber im Betrag zu 20 sh. Je entwickelter die Zirkulation über-
haupt, je größer die Preismasse der in Zirkulation tretenden Wa-
ren, um so mehr scheidet sich ihr wholesale Austausch 6*) von ih-
rem Detailaustausch und bedürfen sie verschiedner Münzsorten zur
Zirkulation. Die Geschwindigkeit der Zirkulation der Marken steht
in umgekehrtem Verhältnis zu ihrer Wertgröße.
"Von dem frühen Stadium der Gesellschaft, als die Nationen arm
waren und ihre Zahlungen geringfügig, ist bekannt, daß Kupfer
häufig für alle Zwecke des Geldumlaufs ausreichte, und es wurde
zu Münzen mit sehr niedrigen Nennwerten geprägt, um den unbedeu-
tenden Austausch zu ermöglichen, der damals stattfand. So in dem
frühen Stadium der Römischen Republik und Schottlands." (p. 3.)
(David Buchanan. "Observation on the subjects, treated of in Dr.
Smiths Inquiry" etc. Edinburgh. 1814.)
"Der allgemeine Reichtum eines Landes läßt sich sehr genau an der
Art seiner Zahlungen und dem Zustand seiner Münzen messen; und
das entscheidende Vorherrschen von grobem Metall in seinem Geld-
umlauf, verbunden mit dem Gebrauch von Münzen sehr niedrigen
Nennwerts, kennzeichnet einen unzivilisierten Zustand der Gesell-
schaft." (p. 4.) "Später das Geschäft des Geldumlaufs teilt sich
in 2 gesonderte Abteilungen; die Pflicht, die wichtigsten Zahlun-
gen zu bewirken für die wertvolleren Metalle; die minderwertige-
ren Metalle dagegen den weniger bedeutenden Austauschen vorbehal-
ten und so rein dienstbar dem hauptsächlichen Geldumlauf. Zwi-
schen der ersten Einführung eines edlen Metalls in die Geldzirku-
lation eines Landes und seinem exklusiven
-----
5*) Ersatzzirkulationsmittel - 6*) Großhandelsaustausch
#702# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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Gebrauch in den wichtigsten Zahlungen, weites Intervall; und die
Zahlungen des Einzelhandels müssen in der Zwischenzeit so be-
trächtlich geworden sein infolge des wachsenden Reichtums, daß
sie zum Teil mindestens bequem durch die neue und wertvollere
Münze bewirkt werden könnten; da keine Münzen für die wichtigsten
Zahlungen benutzt werden können" (dies ist falsch, wie sich bei
den Noten zeigt), "die sich nicht eignen zu gleicher Zeit für die
Transaktionen des Einzelhandels, da jeder Handel schließlich vom
Konsumenten den Gegenwert seines Kapitals erhält... Silber hat
sich auf dem Kontinent überall in den wichtigsten Zahlungen ge-
halten ... In Britannien die Quantität von Silber in Zirkulation
überschreitet nicht, was nötig für die kleineren Zahlungen ...
faktisch wenige Zahlungen zum Belauf von 20sh in Silber gemacht.
Vor der Regierungszeit Wilhelm III. wurde Silber in großen Säcken
zur Zahlung der Staatseinkünfte zum Schatzamt gebracht. Zu dieser
Periode fand der große Wechsel statt ... Die exklusive Einführung
von Gold in den wichtigsten Zahlungen in England war ein klarer
Beweis, daß die E i n z e l h a n d e l s g e w i n n e z u
d i e s e r Z e i t h a u p t s ä c h l i c h i n G o l d
gemacht; dies möglich, ohne daß eine einzelne Zahlung stets über-
traf oder selbst irgendeiner der Goldmünzen gleichkam; weil bei
dem allgemeinen Überfluß an Gold und dem Mangel an Silber, Gold-
münzen natürlich für geringe Summen angeboten und der Rest in
Silber zurückgefordert wurde; wodurch das Gold, indem es so den
Einzelhandel unterstützte und den Gebrauch von Silber selbst für
die kleinen Zahlungen haushälterisch gestaltete, seine A k k u-
m u l a t i o n durch den Einzelhändler verhinderte ... Gleich-
zeitig, als in England Gold für Silber" (1695) "für wichtige
Zahlungen substituiert, Silber für Kupfer in Schweden ...
K l a r, d a ß d a s G e l d s t ü c k, d a s f ü r d i e
g r ö ß e r e n Z a h l u n g e n v e r w e n d e t w i r d,
n u r z u s e i n e m w a h r e n W e r t p a s s i e r e n
k a n n ... Aber innrer Wert n i c h t n ö t i g f ü r e i n
H i l f s u m l a u f m i t t e l ... In Rom, solange Kupfer das
vorherrschende Geldstück, nur zu seinem wahren Wert im Umlauf ...
5 Jahre vor dem Anfang des Ersten punischen Krieges [68] Silber
eingeführt, verdrängte erst nach und nach Kupfer in den Hauptzah-
lungen ... 62 Jahre nach dem Silber Gold, aber anscheinend schal-
tete es niemals das Silber von den wichtigsten Zahlungen aus ...
In Indien Kupfer kein Hilfsumlaufmittel; passiert deshalb für
seinen wahren Wert. Die Rupie, eine Silbermünze von 2 sh 3 d, ist
das Rechengeld; im Verhältnis wozu das Mohour, eine Goldmünze,
und das Pice, eine Kupfermünze, ihren Wert auf dem Markt finden
müssen; stets die Zahl der Pice, die überall für eine Rupie aus-
getauscht werden, schwankend mit dem Gewicht und dem Wert der
Münze, während hier 24 halbe Penny immer = 1 sh, ohne Rücksicht
auf ihr Gewicht. In Indien muß der Einzelhändler noch immer be-
trächtliche Mengen Kupfer für seine Waren annehmen, und er kann
es sich nicht leisten, es zu akzeptieren daher, es sei denn für
seinen innern Wert... In den Währungen von Europa Kupfer passiert
für jeden Wert, der auf es fixiert ist, ohne Prüfung seines Ge-
wichts und Feingehalts." (p. 4-18.) In England "ein Exzess von
Kupfer ausgegeben 1798, von privaten Händlern; und obgleich Kup-
fer nur gesetzliches Zahlungsmittel für 6 d, fand [es] seinen Weg
(das Surplus) zu den Einzelhändlern; die suchten es wieder in
Zirkulation zu setzen; kehrte aber schließlich zu ihnen zurück.
Als diese Währung gestoppt war, Kupfer akkumuliert bei den Ein-
zelhändlern in Summen von 20, 30, selbst 50 /., die sie schließ-
lich zu ihrem wahren Wert verkaufen mußten." (p. 31.)
#703# Geld als Zirkulationsmittel und als selbständiger Wert
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In der subsidiary currency 7*) nimmt das Zirkulationsmittel als
solches, als bloß verschwindendes Mittel, eine besondre Existenz
an neben dem Zirkulationsmittel, das zugleich Äquivalent, Preise
realisiert und als selbständiger Wert akkumuliert. Also hier rei-
nes Zeichen. Es darf also nur in der Quantität ausgegeben werden,
die absolut erheischt ist für den kleinen Retailtrade 8*), wo-
durch es nie akkumulieren kann. Die Quantität muß bestimmt sein
durch die Masse der Preise, die es zirkuliert, dividiert durch
seine Geschwindigkeit. Weil die Masse des zirkulierenden Mediums,
von einem gewissen Wert, bestimmt ist durch die Preise, folgt von
selbst, daß, wenn eine größre Quantität, als die durch die Zirku-
lation selbst erheischte, künstlich in sie hineingeworfen würde
und nicht abfließen könnte (was hier nicht der Fall, weil es als
Zirkulationsmittel über seinem intrinsic worth 9*)), es deprezi-
iert würde; nicht weil die Quantität die Preise bestimmt, sondern
weil die Preise die Quantität bestimmen, also nur ein bestimmtes
Quantum zum bestimmten Wert in der Zirkulation bleiben kann. Sind
also keine Öffnungen da, wodurch die Zirkulation die überflüssige
Quantität hinauswerfen kann, kann das zirkulierende Medium nicht
seine Form als Zirkulationsmittel verwandeln in die von Wert für
sich selbst - so muß der Wert des Zirkulationsmittels fallen.
Dies kann aber nur stattfinden, außer bei künstlichen Hindernis-
sen, Verboten des Einschmelzens, der Ausfuhr etc., wenn das zir-
kulierende Medium nur Zeichen ist, nicht selbst seinem Nominal-
wert entsprechenden Realwert besitzt, also nicht aus der Form von
zirkulierendem Medium in die von Ware überhaupt Übergehn und sein
Gepräge abstreifen kann; wenn es in seiner Existenz als Münze
festgebannt ist. Es folgt andrerseits, daß das Zeichen, die Geld-
marke, zum Nominalwert des Geldes, das sie repräsentiert, zirku-
lieren kann - ohne irgendwelchen eignen Wert zu besitzen -, so-
weit sie das Zirkulationsmittel nur in der Quantität repräsen-
tiert, worin es selbst zirkulieren würde. Bedingung dann aber
zugleich, daß es selbst dann entweder nur in so kleiner Quantität
vorhanden ist, daß es nur in der subsidiären Form zirkuliert,
also keinen Augenblick aufhört, Zirkulationsmittel zu sein (wo es
beständig teils im Austausch für kleine Quanta Waren, teils bloß
zum Einwechseln des wirklichen Zirkulationsmittels dient), also
nie akkumulieren kann; oder es muß gar keinen Wert besitzen, so
daß sein Nominalwert nie verglichen werden kann mit seinem innern
Wert. Im letztren Fall ist es als bloßes Z e i c h e n gesetzt,
das durch sich selbst auf den Wert als außer sich existierend
hinweist. Im andren Fall kömmt es nie dazu, daß sein innrer Wert
in Vergleich mit seinem Nominalwert gerät.
¦¦38¦ Daher Verfälschungen des Geldes sich sofort ausweisen; wäh-
rend
-----
7*) Hilfswährung - 8*) EInzelhandel - 9*) wahren Wert
#704# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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totale Vernichtung seines Werts ihn 10*) nicht beschädigt. Es
könnte sonst paradox aussehn, daß Geld durch wertloses Papier er-
setzt werden kann; aber die geringste Schwächung seines Metallge-
halts es depreziiert.
Überhaupt widerspricht die doppelte Bestimmung des Geldes in der
Zirkulation sich: als bloßes Zirkulationsmittel zu dienen, wo es
verschwindende Vermittlung ist; und zugleich als Realisation der
Preise, in welcher Form es sich akkumuliert und in seine dritte
Bestimmung als Geld umschlägt. Als Zirkulationsmittel wird es ab-
genutzt; enthält also nicht den Metallgehalt, der es zur verge-
genständlichten Arbeit in einem fixen Quantum macht. Sein Ent-
sprechen seinem Werte daher immer mehr oder minder illusorisch.
Ein Beispiel anzuführen.
Es ist wichtig, schon an diesem Punkt im Geldkapitel die Bestim-
mung der Quantität hereinzubringen, aber grade umgekehrt gefol-
gert, wie in der gewöhnlichen Doktrin. Geld kann ersetzt werden,
weil seine Quantität durch die Preise bestimmt ist, die es zirku-
liert. Soweit es selbst Wert hat - wie im subsidiären Zirkulati-
onsmittel -, muß seine Quantität bestimmt sein so, daß es nie als
Äquivalent akkumulieren kann und in der Tat immer nur figuriert
als Nebenrad des eigentlichen Zirkulationsmittels. Soweit es aber
dies selbst ersetzen soll, darf es gar keinen Wert haben, d.h.,
sein Wert muß außer ihm existieren. Die variations 11*) in der
Zirkulation bestimmt durch amount und number of transactions
12*). ("Economist". [25. Dezember 1847.]) Zirkulation kann stei-
gen bei gleichbleibenden Preisen durch Vermehrung des amount 13*)
von Waren; bei gleichbleibendem amount durch Vermehrung der
Preise derselben; durch beides zusammen.
Bei dem Satz, daß die Preise die quantity of currency 14*) regu-
lieren und nicht die quantity of currency prices 15*), oder in
andren Worten, that trade regulates currency 16*) (die Quantität
des Zirkulationsmittels), and currency does not regulate trade,
is, of course, as our deduction has shown, supposed, that price
is only value translated into an other language 17*). Wert und
durch die Arbeitszeit bestimmter Wert ist die Voraussetzung. Es
ist daher klar, daß dies Gesetz nicht gleichmäßig anwendbar auf
die fluctuations 18*) der Preise in allen Epochen; z.B. in der
alten Welt, Rom z. B., wo das zirkulierende Medium nicht selbst
aus der Zirkulation entspringt, aus dem Exchange 19*), sondern
durch Raub, Plünderung etc.
-----
10*) "seinen Nominalwert - 11*) Veränderungen - 12*) Menge und
Anzahl der Transaktionen - 13*) der Menge - 14*) Menge der Um-
laufmittel - 15*) Menge der Umlaufmittel die Preise - 16*) daß
Handel den Geldumlauf reguliert - 17*) und der Geldumlauf nicht
den Handel reguliert, wird selbstverständlich, wie unsere Schluß-
folgerung zeigte, angenommen, daß Preis nur Wert, in eine andere
Sprache übersetzt, bedeutet - 18*) Schwankungen - 19*) Austausch
#705# Geld als Zirkulationsmittel und als selbständiger Wert
-----
"Kein Land kann konsequenterweise mehr als einen Maßstab haben;
mehr als einen Maßstab, um den W e r t z u m e s s e n; denn
dieser Maßstab muß einheitlich und unveränderlich sein. Kein Ar-
tikel hat einen einheitlichen und unveränderlichen Wert gegen an-
dre; einen solchen hat er nur sich selbst gegenüber. Ein Gold-
stück ist stets von demselben Wert wie das andre, von exakt der-
selben Feinheit, demselben Gewicht und an demselben Platz; aber
das läßt sich nicht von Gold u n d irgendeinem anderen Artikel
sagen, z.B. Silber." ("Economist". [11. Mai 1844.] Vol. I, p.
771.) "P f u n d ist nichts als ein Nennwert zur Berechnung,
der Bezug hat auf eine gebotene und festgelegte Menge Gold der
dem Maßstab entsprechenden Qualität." (l.c.) "Zu sprechen
[davon], eine Unze Gold 5 l. statt 3 l. 17 sh 10 1/2 d wert zu
machen, ist nur sagen, daß es künftighin in 5 goldene 20-Sehil-
lingstücke geprägt werden soll statt in 3 429/480 goldene 20-
Schilling- stücke. Wir würden dadurch nicht den W e r t d e s
G o l d e s ändern, sondern nur das G e w i c h t und folglich
den W e r t d e s P f u n d e s oder des g o l d e n e n
2 0 - S c h i l l i n g s t ü c k s. Eine Unze Gold würde nach
wie vor denselben Wert relativ zu Weizen und allen andren Waren
haben, aber da ein Pfund, obgleich denselben Namen wie früher
tragend, einen kleinern Teil von einer Unze Gold repräsentieren
würde, so würde es dementsprechend eine kleinere Quantität von
Weizen und andren Waren repräsentieren. Grade als wenn wir sag-
ten, daß ein Q u a r t e r W e i z e n n i c h t l ä n g e r
i n 8, s o n d e r n i n 1 2 S c h e f f e l geteilt sein
solle. Damit können wir nicht den Wert des Weizens ändern, son-
dern verringern die Menge, enthalten in einem Scheffel, und folg-
lich seinen Wert." (p. 772 l.c.) "Welch zeitweiliger oder dauern-
der Wechsel immer stattfände [im Wert des Goldes], sein
P r e i s wird immer ausgedrückt sein in demselben Geldbetrag;
eine Unze Gold nach wie vor sein 3 l. 17 sh 10 1/2 d in unserem
Geld. Der Wechsel in seinem Wert, angezeigt durch die größre oder
geringre Quantität andrer Waren, die es kaufen kann." (l.c. [,
15. Juni 1844.] p. 890.)
D i e i d e a l e B a r 20*) zu vergleichen z. B. mit der
i d e a l e n M i l r e a [370] in Brasilien 21*) (ebenso dem
Pound 22*) in England während der Depreziation der Noten etc.).
Was hier fix ist, ist der Name M i l r e a; was fluktuiert, ist
das Quantum Gold oder Silber, das er ausdrückt. In Buenos Ayres
die currency inkonvertibles 23*) Papiergeld (Papierdollars);
diese Dollars ursprünglich = 4 sh 6 d jeder; jetzt ungeführ 3 3/4
d und has been so low as 24*) 1 1/2 d. Eine Elle cloth 25*) frü-
her 2 dls. wert, jetzt n o m i n e l l 28 dls. infolge des de-
preziierten Papers 26*).
"In Schottland kann von dem A u s t a u s c h m i t t e l,
nicht zu verwechseln mit dem Wertmaßstab, in Höhe von 1 l. und
mehr gesagt werden, daß es ausschließlich aus Papiergeld besteht,
und Gold ebenso Wertmaßstab, als wenn nichts anderes zirkulierte,
weil das Papiergeld konvertierbar ist in die g l e i c h e
f e s t g e l e g t e M e n g e dieses Metalls; und zirkulierte
nur im Vertrauen auf diese Konvertierbarkeit." ([l.c., 5. Oktober
1844,] p. 1275.)
"Guinee sind g e h o r t e t in Zeiten des Mißtrauens."
(Thornton, p. 48.)
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20*) Barre - 21*) in der Handschrift: Buenos Ayres - 22*) Pfund -
23*) Währung nichtkonvertierbares - 24*) stand so niedrig wie -
25*) Tuch - 26*) Papiergeldes
#706# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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Das hoarding principle 27*), worin das Geld als selbständiger
Wert funktioniert, ist als e i n M o m e n t notwendig, abge-
sehn von den frappanten Formen, worin es erscheint, notwendig bei
dem auf der Geldzirkulation beruhnden Austausch; da jeder, wie A.
Smith [371] sagt, neben seiner eignen Ware die medial quantity
28*), bestimmte Proportion der "allgemeinen Ware" braucht.
"Der Mann im Handel besitzt Eigentum im Handel." (l.c. p. 21.)}
"Gleiche Kapitalien, oder in andren Worten, gleiche Mengen aufge-
häufter Arbeit werden oft verschiedene Mengen unmittelbarer Ar-
beit in Bewegung setzen, ändert aber nichts an der Sache." (p.
29/30. Torrens, "An Essay on the Production of Wealth", London
1801.) "In der frühen Periode der Gesellschaft ist es die Gesamt-
menge der in der Produktion verausgabten Arbeit, aufgehäufter und
unmittelbarer, die d e n r e l a t i v e n W e r t d e r
W a r e n b e s t i m m t. Sobald aber Kapital angehäuft und
eine Klasse von Kapitalisten sich unterscheidet von einer andren
von Arbeitern, sobald derjenige, der in irgendeinem Gewerbezweig
als Unternehmer auftritt, seine eigne Arbeit nicht selbst ver-
richtet, sondern dazu Subsistenzmittel und Materialien an andere
vorschießt, dann ist es die in der Produktion aufgewendete Summe
Kapital oder die Menge aufgehäufter Arbeit, die die Tauschkraft
der Waren bestimmt." (p. 33, 34.) "Solange zwei Kapitalisten
gleich, ihre Produkte von g l e i c h e m W e r t, wie auch
immer wir die Menge unmittelbarer Arbeit verändern mögen, die sie
in Bewegung setzen oder die ihre Produkte erheischen. Sind sie
ungleich, ihre Produkte von ungleichem Wert, auch wenn die Ge-
samtmasse der auf sie aufgewandten Arbeit genau gleich sein
sollte." (p. 39.) "Also nach dieser Trennung von Kapitalisten und
Arbeitern ist es die Summe Kapital, die Menge aufgehäufter Arbeit
und nicht, wie vor dieser Trennung, die Summe aufgehäufter u n d
unmittelbarer in der Produktion aufgewandter Arbeit, die den
Tauschwert bestimmt." (l.c.)
Die Konfusion des Herrn Torrens richtig gegen die abstract way
29*) der Ricardians. An sich grundfalsch. Erstens die Bestimmung
des Werts durch die reine Arbeitszeit findet nur statt auf Grund-
lage der Produktion ¦¦39¦ von Kapital, also der Trennung der 2
Klassen. Das Gleichsetzen der P r e i s e, in consequence of
the same average rate of profit 30*) - (und dies even 31*) cum
grano salis) - hat n i c h t s mit der Bestimmung des Werts zu
tun, u n t e r s t e l l t ihn vielmehr. Die Stelle wichtig, um
die Konfusion der Ricardians zu zeigen.
Die Rate des Mehrwerts als Profit ist bestimmt 1. durch die Größe
des Mehrwerts selbst; 2. durch das Verhältnis der lebendigen Ar-
beit zur accumulated 32*) (der Ration des in Salair expended ca-
pital to the capital employed as such 33*)). Die beiden Ursachen,
die 1. und 2. bestimmen, besonders
27*) Prinzip des Hortens - 28*) Durchschnittsmenge - 29*) ab-
strakte Art 30*) infolge der gleichen durchschnittlichen Pro-
fitrate - 31*) eben - 32*) aufgehäuften - 33*) verausgabten Kapi-
tals zum Kapital, das als solches angewandt wurde
#707# Geld als Zirkulationsmittel und als selbständiger Wert
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zu untersuchen. Das Gesetz von der Rente z.B. gehört in eins.
Einstweilen unterstellt die notwendige Arbeit als solche; d.h.,
daß der Arbeiter stets nur das notwendige Minimum des Salairs er-
hält. Diese Unterstellung ist natürlich nötig, um die Gesetze des
Profits, soweit sie nicht durch Steigen und Fallen des Arbeits-
lohns oder durch den Einfluß des Grundeigentums bestimmt sind,
festzusetzen. Die f e s t e n Unterstellungen werden alle
selbst flüssig im Fortgang der Entwicklung. Aber bloß dadurch,
daß sie im Anfang fixiert werden, ist Entwicklung möglich, wi-
thout confounding everything. Besides it is practically sure,
that, for instance, however the standard of necessary labour may
differ at various epochs and in various countries, or how much,
in consequence of the changing prices of raw produce, its ratio,
or, in consequence of the demand and supply of labour its amount
and ratio may change, at any given epoch the standard is to be
considered and acted upon as a fixed one by capital. To consider
those changes themselves belongs altogether to the chapter trea-
ting of wages-labour. 34*)
"Der Tauschwert wird nicht von den absoluten, sondern durch die
relativen Produktionskosten bestimmt. Wenn die Kosten für die
Produktion von Gold die gleichen blieben, während sich die Pro-
duktionskosten aller anderen Dinge verdoppelten, dann besäße Gold
gegenüber allen anderen Dingen weniger Kaufkraft als zuvor; und
sein Tauschwert würde um die Hälfte sinken; und diese Verminde-
rung in seinem Tauschwert präzis dieselbe in der Wirkung, als
wenn die Produktionskosten aller anderen Dinge unverändert
geblieben wären, während die Produktionskosten des Goldes um 'h
reduziert worden wären." (p. 56, 57. Torrens, l.c.)
Dies wichtig für Preise. Für Bestimmung des Werts absolut nicht;
bloße Tautologie. Der Wert einer Ware ist bestimmt durch die
Quantität Arbeit, die sie enthält, heißt, daß sie sich austauscht
gegen dieselbe Quantität Arbeit in jeder andren Form des Ge-
brauchswerts. Es ist daher klar, daß, wenn die zur Produktion des
Gegenstandes a nötige Arbeitszeit sich doubles 35*), nur mehr 1/2
von ihm = seinem frühren Äquivalent b. Da die Äquivalenz bestimmt
ist durch die Gleichheit der Arbeitszeit oder Arbeitsquantums,
ist der Unterschied des Werts of course 36*) bestimmt durch die
Ungleichheit derselben, oder die Arbeitszeit ist Maß des Werts.
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34*) ohne alles durcheinander zubringen. Außerdem ist es bei-
spielsweise nahezu sicher, daß in jeder bestimmten Epoche das Maß
der notwendigen Arbeit vom Kapital als festgelegt betrachtet und
so behandelt werden muß; unabhängig davon, wie dieses Maß sich in
verschiedenen Epochen und verschiedenen Ländern auch unterschei-
den mag oder inwieweit sein Verhältnis infolge von Nachfrage nach
und Angebot an Arbeit Menge und Verhältnis sich auch ändern mö-
gen. Die Betrachtung dieser Veränderungen selbst gehört insgesamt
in das Kapitel, das sich mit der Lohnarbeit befaßt. -
35*) verdoppelt - 36*) selbstverständlich
#708# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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"1826 befähigte die verschiedenartige Maschinerie, die zur Verar-
beitung von Baumwolle benutzt wurde, 1 Mann, um die Arbeit von
150 auszuführen. Nun gesetzt, nur 280 000 Mann seien jetzt darin
beschäftigt, so hätten ein halb Jahrhundert früher 42 000 000
drin sein müssen." (p. 72.) (Hodgskin.) [372] "Der relative Wert
der Edelmetalle im Verhältnis zu anderen Waren bestimmt, wieviel
von ihnen für andere Dinge gegeben werden müssen; und die Zahl
der Verkäufe, die während einer bestimmten Periode vorgenommen
werden sollen, bestimmen die erforderliche Menge an Geld, inso-
weit als Geld das Instrument ist, diese Verkäufe zu bewirken."
(l.c. p. 188.)
"Reichlich Grund anzunehmen, daß die Praxis, Münzen zu prägen,
ursprünglich von einzelnen ausging, die sie weiterführten, bevor
Regierungen sie aufgriffen und monopolisierten. So lange in Ruß-
land der Fall." (Sieh Storch.) [373] (l.c. p. 195 Note.)
Hodgskin ist andrer Ansicht wie der romantische Müller:
"Die Münze prägt nur, was Einzelpersonen bringen, und höchst
unverständlicherweise berechnet man ihnen nichts für die Prägear-
beit, und sie besteuern die Nation zugunsten derjenigen, die mit
Geld handeln." (p. 194. "Popular Polit. Econ." etc. London,
1827.)
[Maschinerie und Profit]
Nach allen diesen Abschweifungen über Geld - und wir werden sie
noch gelegentlich wieder aufzunehmen haben, bevor ending this
chapter 1*) - kehren wir zurück zum point de départ 2*) (sieh p.
25 [S. 666-670].) Als Beispiel, wie auch in der manufakturieren-
den Industrie die Verbeßrung der Maschinerie und die durch sie
bewirkte Vermehrung der Produktivkraft R o h m a t e r i a l
schafft (relativement 3*)), statt absolute Vermehrung desselben
zu verlangen:
"Das F a b r i k s y s t e m im Leinenhandel ist sehr neu. Vor
1828 die große Masse von Leinengarn in Irland und England mit der
Hand gesponnen. Um diese Zeit die Maschinen für die Flachsspinne-
rei so verbessert, besonders durch die Ausdauer von Herrn Peter
Fairbairn in Leeds, daß es in sehr allgemeinen Gebrauch kam. Von
dieser Zeit an Spinnereien sehr extensiv errichtet zu Belfast und
anderen Teilen von Nordirland wie in verschiedenen Teilen in
Yorkshire, Lancashire und Schottland zum Spinnen feiner Garne,
und in wenigen Jahren Handspinnen aufgegeben. Garn für feine Tu-
che jetzt fabriziert von dem, was vor 20 Jahren als Abfall fort-
geworfen wurde." ("Economist". 31. Aug. 1850.)
Bei aller Anwendung von Maschinerie - betrachten wir zunächst den
case 4*) so, wie er sich unmittelbar gibt, daß ein Kapitalist
einen Teil seines Kapitals,
-----
1*) wir dieses Kapitel beenden - 2*) Ausgangspunkt - 3*) verhält-
nismäßig - 4*) Fall
#709# Maschinerie und Profit
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statt in unmittelbare Arbeit zu stecken, in Maschinerie steckt -
wird ein Teil des Kapitals weggenommen der variablen und sich
vervielfältigenden Portion desselben, d.h. der, die sich mit le-
bendiger Arbeit austauscht, um sie hinzuzufügen dem konstanten
Teil, dessen Wert nur reproduziert oder erhalten wird im Produkt.
Dies geschieht aber, to make the remaining portion more produc-
tive 5*). E r s t e r C a s u s: D e r W e r t d e r
M a s c h i n e r i e g l e i c h d e m W e r t d e r
A r b e i t s v e r m ö g e n, d i e s i e e r s e t z t. In
diesem Falle würde der neuproduzierte Wert vermindert, nicht ver-
mehrt, falls die Surplusarbeitszeit des restierenden Teils des
Arbeitsvermögens nicht in demselben Maße wüchse, wie ihre Anzahl
vermindert ist. Wenn von 100 Arbeitern 50 entlassen und durch Ma-
schinerie ersetzt werden, so müssen diese 50 restierenden soviel
Surplusarbeitszeit schaffen wie früher die 100. Arbeiteten jene
täglich auf 1200 Arbeitsstunden 200 Arbeitsstunden Surplusar-
beitszeit, so müssen jetzt die 50 so viel Surplusarbeitszeit
schaffen; also täglich 4 Stunden, wenn jene nur 2. In diesem
Falle bleibt die Surplusarbeitszeit, 50 x 4 = 200, dieselbe wie
vorhin, 100 x 2 = 200, obgleich die absolute Arbeitszeit sich
vermindert hat. In diesem Falle der case für das Kapital, dem es
nur um Produktion von Surplusarbeit zu tun, derselbe. In diesem
Falle würde das verarbeitete Rohmaterial dasselbe bleiben; also
die Auslage dafür; die für Arbeitsinstrument hätte sich vermehrt;
die für Arbeit vermindert. Der Wert des Totalprodukts wäre der-
selbe, weil = derselben Summe von vergegenständlichter und Sur-
plusarbeitszeit. Ein solcher case wäre durchaus keine Incentiv
6*) für das Kapital. Was es auf der einen Seite an Surplusar-
beitszeit gewönne, würde es verlieren an dem Teil des Kapitals,
der als vergegenständlichte Arbeit in die Produktion träte, d. h.
als invariabler Wert. Indes ist zu bedenken, daß die Maschinerie
an die Stelle unvollkommnerer Produktionsinstrumente tritt, die
einen bestimmten Wert besaßen; d. h. gegen bestimmte Summe Geldes
eingetauscht waren. Wenn nicht für den Kapitalisten im Geschäft,
so für den, der das Geschäft neu beginnt, geht von den Kosten der
Maschinerie ab der Teil des Kapitals, der auf der unvollkommnen
Stufe der Produktivkraft angewandt war.
¦¦40¦ Wenn also z.B., sobald die Maschine für 1200 l. (50 Ar-
beitsvermögen) eingeführt wird, eine frühre Ausgabe sage von 240
Pfund auf Produktionsinstrumente wegfällt, so beläuft sich die
Mehrausgabe des Kapitals nur auf 960/.; den Preis für 40 Arbeiter
das Jahr. In diesem Fall also, wenn die restierenden 50 Arbeiter
zusammen exakt ebensoviel Surplusarbeit produzieren wie früher
die 100, so jetzt 200 Surplusarbeitsstunden produziert mit Kapi-
tal von 2160; früher mit Kapital von 2400. Die Anzahl der Arbei-
ter hat um die
-----
5*) um die verbleibende Portion produktiver zu gestalten -
6*) kein Ansporn
#710# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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Hälfte abgenommen, die absolute Surplusarbeit ist dieselbe
geblieben, nach wie vor 200 Arbeitsstunden; das in Arbeitsmate-
rial ausgelegte Kapital ist auch dasselbe geblieben; aber das
Verhältnis der Surplusarbeit zu dem invariablen Teil des Kapitals
hat sich absolut vermehrt.
Da das in Rohmaterial ausgelegte Kapital dasselbe geblieben, das
in Maschinerie ausgelegte vermehrt, aber nicht in demselben Ver-
hältnis wie das in Arbeit ausgelegte vermindert; so die
G e s a m t a u s l a g e d e s K a p i t a l s a b g e n o m-
m e n; die Surplusarbeit dieselbe geblieben, also gewachsen im
Verhältnis zum Kapital, nicht nur im Verhältnis, worin die
Surplusarbeitszeit wachsen muß, um dieselbe zu bleiben bei halb
soviel Arbeitern, sondern um mehr; nämlich um das Verhältnis,
worin die [Auslage] für die alten Produktionsmittel abgeht von
den Kosten der neuen.
Einführung von Maschinerie - oder allgemeiner Vermehrung der Pro-
duktivkraft so, daß diese Produktivkraft selbst zu ihrem Substrat
vergegenständlichte Arbeit hat, also kostet; wenn also ein Teil
des früher gegen Arbeit ausgelegten Teils des Kapitals ausgelegt
wird als Bestandteil des als bleibender Wert in den Produktions-
prozeß tretenden Teils des Kapitals - kann nur stattfinden, wenn
das Verhältnis der Surplusarbeitszeit nicht nur dasselbe bleibt,
also wächst im Verhältnis zu der angewandten lebendigen Arbeit,
sondern in größrem Verhältnis wächst als das Verhältnis des Werts
der Maschinerie zum Wert der entlaßnen Arbeiter. Dies kann ge-
schehn, entweder weil die ganze Ausgabe abgezogen werden muß, die
für das frühere Produktionsinstrument gemacht war. In diesem Fall
v e r m i n d e r t s i c h d i e G e s a m t s u m m e d e s
a u s g e l e g t e n K a p i t a l s, und obgleich sich das
Verhältnis der Gesamtsumme der angewandten Arbeit im Verhältnis
zum konstanten Teil des Kapitals vermindert hat, ist die Surplus-
arbeitszeit dieselbe geblieben und daher gewachsen nicht nur in
bezug auf das in Arbeit ausgelegte Kapital, gegen die notwendige
Arbeitszeit, sondern gegen das Gesamtkapital; den Gesamtwert des
Kapitals, weil dieser sich vermindert hat. Oder der Wert für Ma-
schinerie mag so groß sein wie der früher in lebendige, nun über-
flüssig gewordne Arbeit ausgelegte; aber das Verhältnis der Sur-
plusarbeit des restierenden Teils des Kapitals hat sich vermehrt,
so daß die 50 Arbeiter nicht nur soviel Surplusarbeit liefern wie
früher die 100, sondern mehr. Sage z. B. jeder statt 4 Stunden,
4 1/4 Stunden. In diesem Falle ist aber größrer Teil des Kapitals
für Rohmaterial etc., kurz, größres Gesamtkapital erforderlich.
Wenn ein Kapitalist, der früher für 2400 l. jährlich 100 Arbeiter
beschäftigte, 50 entläßt und eine Maschine für 1200 l. an ihre
Stelle setzt, so ist diese Maschine - obgleich sie ihm soviel ko-
stet, wie früher 50 Arbeiter - das Produkt von weniger Arbeitern,
weil er dem Kapitalisten, von dem er die Maschine kauft, nicht
nur die notwendige Arbeit, sondern auch die Surplusarbeit
#711# Maschinerie und Profit
-----
zahlt. Oder er hätte einen Teil der Arbeiter für nur notwendige
Arbeit angewandt, wenn er selbst die Maschine bauen ließ. Im Fall
der Maschinerie also Vermehrung der Surplusarbeit mit absoluter
Verminderung der notwendigen Arbeitszeit. Sie kann begleitet
sein, sowohl von absoluter Verminderung des angewandten Kapitals
wie mit Wachstum desselben.
Der M e h r w e r t als vom Kapital selbst gesetzt und gemessen
durch sein numerisches Verhältnis zum Gesamtwert des Kapitals ist
der P r o f i t. Die lebendige Arbeit, als angeeignet und ab-
sorbiert vom Kapital, erscheint als seine eigne Lebenskraft;
seine selbstreproduzierende Kraft, zudem noch modifiziert durch
seine eigne Bewegung, die Zirkulation, und die seiner eignen Be-
wegung angehörige Zeit, die Zirkulationszeit. So erst ist das Ka-
pital gesetzt als sich selbst perennierender und vervielfältigen-
der Wert, indem es sich als vorausgesetzter Wert von sich selbst
als gesetztem Wert unterscheidet. Da das Kapital ganz in die Pro-
duktion tritt und als Kapital seine verschiednen Bestandteile
sich nur formell voneinander unterscheiden, gleichmäßig Wertsum-
men sind, so erscheint ihnen das Wertsetzen gleichmäßig immanent.
Außerdem, da der Teil des Kapitals, der sich gegen Arbeit aus-
tauscht, nur produktiv wirkt, s o f e r n d i e a n d r e n
T e i l e d e s K a p i t a l s m i t g e s e t z t sind -
und das Verhältnis dieser Produktivität bedingt ist durch die
Wertgröße etc., verschiedne Bestimmung dieser Teile zueinander
(als capital fixe etc.), so erscheint das Setzen des Mehrwerts,
des Profits, durch alle Teile des Kapitals gleichmäßig bestimmt.
Weil einerseits die Bedingungen der Arbeit als objektive Bestand-
teile des Kapitals gesetzt sind, andrerseits die Arbeit selbst
als ihm einverleibte Aktivität, so erscheint der ganze Arbeits-
prozeß als sein eigner Prozeß und das Setzen des Mehrwerts als
sein Produkt, dessen Größe daher auch nicht gemessen wird durch
die Surplusarbeit, die es den Arbeiter zu tun zwingt, sondern als
vergrößerte Produktivität, die es der Arbeit verleiht. Das
eigentliche Produkt des Kapitals ist der Profit. Insofern ist es
jetzt als Quelle des Reichtums gesetzt. Insofern es aber Ge-
brauchswerte schafft, produziert es Gebrauchswerte, aber durch
d e n W e r t b e s t i m m t e G e b r a u c h s w e r t e:
"Der Wert schafft das Produkt". (Say.) [374]
Es produziert demnach für den Konsum. Insofern es sich verewigt
durch die beständige Erneurung der Arbeit, erscheint es als der
permanente Wert, vorausgesetzt für die Produktion, die von seiner
Erhaltung abhängt. Soweit es sich stets von neuem gegen Arbeit
austauscht, erscheint es als Arbeitsfonds. Der Arbeiter kann na-
türlich nicht produzieren ohne die gegenständlichen Bedingungen
der Arbeit. ¦¦41¦ Diese nun sind im Kapital von ihm getrennt,
stehn ihm selbständig gegenüber. Er kann sich zu ihnen als Bedin-
gungen der Arbeit nur verhalten, soweit seine Arbeit selbst vor-
her vom Kapital angeeignet ist.
#712# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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Vom Standpunkt des Kapitals erscheinen nicht die objektiven Be-
dingungen der Arbeit als notwendig für den Arbeiter, sondern
dies, daß sie s e l b s t ä n d i g i h m g e g e n ü b e r
e x i s t i e r e n - s e i n e T r e n n u n g v o n
i h n e n, i h r e o w n e r s h i p 7*) d u r c h d e n
K a p i t a l i s t e n, und daß die Aufhebung dieser Trennung
nur vor sich geht, indem er seine produzierende Kraft an das Ka-
pital abtritt, wogegen dies ihn als abstraktes Arbeitsvermögen
erhält, d.h. eben als bloßes Vermögen, den Reichtum als es selbst
beherrschende Kraft sich gegenüber im Kapital zu reproduzieren.
Alle Teile des Kapitals tragen also gleichzeitig Profit, sowohl
der zirkulierende Teil (ausgelegt in Arbeitslohn und Rohmaterial
etc.) wie der in capital fixe ausgelegte. Das Kapital kann sich
nun selbst reproduzieren entweder in der Form von zirkulierendem
Kapital oder in der Form von fixem Kapital. Da wir vorhin, bei
Betrachtung der Zirkulation, gesehn haben, daß sein Wert in ver-
schiedner Form retourniert 8*), je nachdem er in einer dieser
beiden Formen vorausgesetzt ist, und da vom Standpunkt des Profit
produzierenden Kapitals der Wert nicht einfach retourniert, son-
dern der Wert des Kapitals und der Profit, der Wert als er selbst
und als sich verwertend, so wird in diesen beiden Formen das Ka-
pital in verschiedner Form als profitbringend gesetzt sein. Das
zirkulierende Kapital geht ganz in die Zirkulation ein mit seinem
Gebrauchswert als Träger seines Tauschwerts und tauscht sich so
gegen Geld um. D.h. also, es wird verkauft - ganz, obgleich je-
desmal nur ein Teil davon in die Zirkulation tritt. In einem Um-
schlag aber ist es als Produkt ganz in die Konsumtion (sei diese
nun individuelle oder selbst wieder produktive) übergegangen und
hat sich völlig als Wert reproduziert. Dieser Wert schließt ein
den Mehrwert, der jetzt als Profit erscheint. Es wird entäußert
als Gebrauchswert, um als Tauschwert realisiert zu werden. Es ist
dies also V e r k a u f m i t P r o f i t. Dagegen haben wir
gesehn, daß das capital fixe nur portionsweise retourniert im
Laufe mehrer Jahre, mehrer Zyklen des capital circulant, und zwar
nur im Maße, wie es verbraucht wird (damals im unmittelbaren Pro-
duktionsakt), als Tauschwert in die Zirkulation tritt und als
solcher retourniert. Das Eintreten sowohl wie das Retournieren
des Tauschwerts ist aber jetzt gesetzt als Eintreten und Retour-
nieren nicht nur des Kapitalwerts, sondern zugleich des Profits,
so daß dem aliquoten 9*) Teil Kapital ein aliquoter Teil Profit
entspricht.
"Der Kapitalist erwartet gleichen Vorteil auf alle Teile des Ka-
pitals, die er vorstreckt." (Malthus. "Principies of Political
Economy", 2ed. Lond. 1836, p. 268.)
"Vielleicht am engsten sind Reichtum und Wert verbunden in der
Notwendigkeit des letzteren für die Produktion des ersteren."
(l.c. p. 301.)
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7*) ihr Eigentum - 8*) zurückfließt - 9*) ohne Rest aufgehenden
#713# Maschinerie und Profit
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{"Das f i x e K a p i t a l" (in den Baumwollfabriken)
"gewöhnlich = 4:1 zum zirkulierenden, so daß, wenn ein Fabrikant
50 000 l. hat, er 40 000 l. verausgabt in der Errichtung seiner
Fabrik und der Ausrüstung mit Maschinerie und nur 10 000 l. für
den Einkauf von Rohmaterial (Baumwolle, Kohle usw.) und dem Zah-
len der Löhne." (Nassau W. Senior, "Letters on the Factory Act",
etc. 1837. 11, 12.) "Das fixe Kapital unterliegt ununterbrochenem
Verschleiß, nicht allein der Abnutzung, sondern auch von bestän-
digen mechanischen Verbesserungen ..." (l.c.)
"Unter dem gegenwärtigen Gesetz kann keine Fabrik, worin Personen
unter 18 Jahren beschäftigt, länger als 11 1/2 Stunden täglich
arbeiten, d.h. 12 Stunden für 5 Tage und 9 am Samstag. Nun, die
folgende Analyse zeigt, daß in einer solchen Fabrik der ganze
R e i n g e w i n n von der l e t z t e n S t u n d e abge-
leitet wird. Ein Fabrikant investiere 100 000 l. - 80 000 in Fa-
brikgebäude und Maschinerie und 20 000 in Rohmaterial und Ar-
beitslohn. Das jährliche Einkommen der Fabrik, vorausgesetzt, das
Kapital schlage einmal jährlich um und das Gesamteinkommen be-
trage 15%, muß seine Ware 115 000 l. wert sein, reproduziert
durch die beständige Verwandlung und Rückverwandlung der 20 000
l. zirkulierenden Kapitals von Geld in Waren und von Waren in
Geld" (tatsächlich die Verwandlung und Rückverwandlung von Sur-
plusarbeit erst in Ware und dann wieder in notwendige Arbeit
etc.), "in Perioden etwas länger als 2 Monaten. Von diesen
115 000 l. produziert jede der 23 halben Arbeitsstunden 5/115
oder 1/23 - Von den 23/23, die das Ganze der 115 000 konstituie-
ren, 20/23, d.h. 100 000 l. von den 115 000 ersetzen nur das Ka-
pital, 1/23 oder 5000 von den 115 000 ersetzen die Abnutzung der
Fabrik und der Maschinerie. Die übrigbleibenden 2/23, d.h. die
letzten 2 der täglichen 23 halben Stunden, produzieren den Netto-
profit von 10%. Wenn daher (bei gleichbleibenden Preisen) die Fa-
brik 13 Stunden bei der Arbeit gehalten werden könnte statt
11 1/2, so würde mit einer Zulage von ungefähr 26001. zum zirku-
lierenden Kapital der Nettoprofit mehr als verdoppelt werden."
[p. 11, 12.]
(I. e. 2600 würden bearbeitet werden, ohne daß mehr capital fixe
verhältnismäßig gebraucht und ohne Zahlung der A r b e i t a t
a l l 10*). Der gross und net Profit" ist = dem Material, das
u m s o n s t für den Kapitalisten verarbeitet wird, und da ist
natürlich eine Stunde mehr = 100%, wenn die Surplusarbeit, wie
Herr Scheiße falsch voraussetzt, nur = 1/12 Tag oder nur 2/23,
wie Senior sagt).
"Andrerseits, wenn die Arbeitsstunden täglich nur 1 Stunde täg-
lich reduziert (bei gleichbleibenden Preisen), würde der
N e t t o p r o f i t zerstört sein; wenn reduziert um 1 1/2
Stunden, auch das Gesamteinkommen. Das zirkulierende Kapital
würde ersetzt sein, aber es würde keinen Fonds zur Kompensation
des fortschreitenden Verschleißes des fixen Kapitals geben." (12,
13.)
(So falsch die Data des Herrn Senior, so wichtig seine Illustra-
tion für unsre Theorie.)
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10*) überhaupt - 11*) das Gesamteinkommen und der Nettoprofit
#714# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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"Das Verhältnis des fixen Kapitals zum zirkulierenden wächst be-
ständig aus 2 Gründen: 1. der Tendenz mechanischer Verbesserun-
gen, die immer mehr von Produktionsarbeit der Maschinerie über-
läßt, 2. dem Verbessern der Transportmittel und der folgerichti-
gen Verminderung des Vorrats an Rohmaterial, der im Besitz des
Fabrikanten auf Verarbeitung wartet. Früher, als Kohle und Baum-
wolle auf dem Wasserwege kamen, zwangen ihn Unsicherheit und Un-
regelmäßigkeit der Zufuhr, Vorräte für den Verbrauch von 2 oder 3
Monaten bereitzuhalten. Heute beliefert ihn eine Eisenbahn allwö-
chentlich oder vielmehr Tag für Tag direkt vom Hafen oder der
Grube. Unter solchen Umständen rechne ich voll und ganz damit,
daß in sehr wenigen Jahren sich das fixe Kapital anstelle seiner
gegenwärtigen Proportion wie 6 oder 7 oder sogar 10 zu 1 zum zir-
kulierenden verhalten wird und daß f o l g l i c h d i e
B e w e g g r ü n d e z u r V e r l ä n g e r u n g d e r
A r b e i t s z e i t n o c h s t ä r k e r w e r d e n, d a
d i e s d a s e i n z i g e M i t t e l i s t , d e n
g r o ß e n A n t e i l f i x e n K a p i t a l s g e-
w i n n b r i n g e n d z u m a c h e n. 'Wenn ein Ackersmann
seinen Spaten niederlegt, sagte mir Herr Ashworth, macht er für
diese Periode ein Kapital von 18 d nutzlos. Wenn einer von
unseren Leuten die Fabrik verläßt, macht er ein Kapital nutzlos,
das 100 000 l. [375] gekostet hat.'" (13. 14.)}
(Dies sehr schöner Beweis, daß, unter der Herrschaft des Kapi-
tals, die Anwendung der Maschinerie nicht Arbeit abkürzt; sondern
verlängert. Was sie abkürzt, ist die notwendige Arbeit, nicht die
für den Kapitalisten notwendige. Da das capital fixe entwertet
wird, soweit es nicht in der Produktion verwandt, das Wachstum
desselben verbunden mit der Tendenz, die Arbeit
p e r p e t u i e r l i c h zu machen. Was nun den andren von
Senior hervorgehobnen Punkt angeht, so wäre ¦¦42¦ die Abnahme des
capital circulant im Verhältnis zum capital fixe so groß, wie er
annimmt, wenn Preise konstant blieben. Ist aber z. B. cotton
12*), nach Durchschnittsberechnung unter seinen average price
13*) gefallen, so wird der Fabrikant so große Vorräte einkaufen,
als ihm sein capital flottant 14*) erlaubt und vice versa. Bei
Kohle, wo die Produktion gleichmäßig und keine besondren Umstände
ein außerordentliches Steigen der Nachfrage vermuten lassen, da-
gegen Seniors Bemerkung richtig. Wir haben gesehn, daß der Trans-
port (und Kommunikationsmittel daher) die Zirkulation nicht be-
stimmen, soweit sie selbst das Bringen des Produkts auf den Markt
oder seine Verwandlung in Ware betreffen. Denn nach dieser Seite
hin sind sie selbst in der Produktionsphase eingeschlossen. Aber
sie bestimmen die Zirkulation, soweit sie 1. den Return 15*) be-
stimmen; 2. die Rückverwandlung des Kapitals aus der Geldform in
die der Produktionsbedingungen. Der Kapitalist braucht um so ge-
ringeren Vorrat zu kaufen von Material und matières instrumenta-
les 16*), je rascher und ununterbrochner ihre Zufuhr. Er kann
also um so öfter dasselbe
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12*) Baumwolle - 13*) "Durchschnittspreis" - 14*) "frei verfügba-
res Kapital - 15*) "Rückfluß - 16*) Produktionshilfsstoffen
#715# Maschinerie und Profit
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capital circulant in diese Form umschlagen oder reproduzieren,
statt es als capital dormant 17*) liegen zu haben. Andrerseits,
wie Sismondi schon bemerkt hat, wirkt das aber auch wieder dahin,
daß der Retailkaufmann 18*), der shopkeeper 19*), um so rascher
seinen Vorrat erneuern kann, also auch weniger nötig hat, Waren
im Vorrat zu halten, weil er jeden Augenblick das supply 20*) er-
neuern kann. Alles dies zeigt, wie bei der Entwicklung der Pro-
duktion die Akkumulation im Sinne des Hoarden 21*) verhältnismä-
ßig abnimmt; zunimmt nur in der Form von capital fixe, während
aber die kontinuierliche gleichzeitige Arbeit (Produktion) sowohl
der Regelmäßigkeit, der Intensivität und dem Umfang nach zunimmt.
Die Geschwindigkeit der Transportmittel, zugleich mit ihrer All-
seitigkeit, verwandelt mehr und mehr (mit Ausnahme von agricul-
ture 22*)) die Notwendigkeit von antecedent labour, as far as
circulating capital is concerned 23*), in die von gleichzeitiger,
voneinander abhängender, differenzierter Produktion. Diese Bemer-
kung wichtig bei dem Abschnitt über Akkumulation.)}
"U n s e r e B a u m w o l l f a b r i k e n w u r d e n z u
B e g i n n v o l l e 2 4 S t u n d e n i n B e t r i e b
g e h a l t e n. Die Schwierigkeit, die Maschinerie zu säubern
und zu reparieren, sowie die Teilung der Verantwortung, die aus
der Notwendigkeit hervorging, einen doppelten Stab an Aufsehern,
Buchhaltern usw. zu beschäftigen, haben diese Praxis nahezu been-
det, aber bis der Hobhouse-Act [376] die Wochenstunden auf 69
herabsetzte, arbeiteten unsere Fabriken im allgemeinen 70 bis 80
Stunden wöchentlich." (p. 15, l.c.)
"Nach Baines kann eine erstklassige Baumwollspinnerei nicht ge-
baut, mit Maschinerie eingerichtet und mit Dampfmaschinen und
Gasanlagen ausgerüstet werden für weniger als 100 000 l. Eine
Dampfmaschine von 100 Pferdekräften dreht 50 000 Spindeln, die
pro Tag 62 500 Meilen feines Baumwollgarn produzieren können. In
einer solchen Fabrik spinnen 1000 Menschen soviel Garn wie
250 000 Menschen ohne Maschinerie." (p. 75. S. Laing "National
Distress" etc. London, 1844.) [377]
"Wenn P r o f i t e f a l l e n, neigt das zirkulierende Kapi-
tal in gewissem Ausmaß dazu, sich in f i x e s K a p i t a l
zu verwandeln. Wenn Zins 5%, wird Kapital nicht zum Bau neuer
Straßen, Kanäle oder Eisenbahnen eingesetzt, bis diese Arbeiten
einen entsprechend hohen Prozentsatz abwerfen; wenn aber der Zins
nur 4 oder 3%, würde Kapital für solche Verbesserungen vorge-
schossen, wenn es nur einen proportionell niedrigen Prozentsatz
erlangte. A k t i e n g e s e l l s c h a f t e n zur Durchset-
zung bedeutender Verbesserungen sind natürliche Abkömmlinge einer
fallenden Profitrate. Sie regt auch Einzelpersönlichkeiten dazu
an, ihr Kapital in Form von Gebäuden und Maschinerie festzule-
gen." (p. 232. Hopkins. (Th.) "Great Britain for the last 40
years" etc. London, 1834.)
"McCulloch schätzt so die Anzahl und Einkommen derer ein, die
sich mit der Baumwollmanufaktur befassen:
-----
17*) totes Kapital - 18*) Einzelhandelskaufmann - 19*) Krämer -
20*) Angebot - 21*) übertriebenen Bevorratens -
22*) Landwirtschaft - 23*) vorhergehender Arbeit, soweit es zir-
kulierendes Kapital betrifft
#716# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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833 000 Weber, Spinner, Bleicher etc.
für 24 l. pro Kopf im Jahr £ 20 000 000
111 000 Tischler, Maschinisten, Maschinenbauer
etc. für 30 l. pro Kopf im Jahr £ 3 333 000
Profit, Oberaufsicht, Kohle
und Material für Maschinen £ 6 667 000
------- ----------
944 000 30 000 000
Von den 6 2/3 Millionen sind 2 Millionen für Kohle, Eisen und
sonstige Materialien, für Maschinerie und andere Ausgaben vorge-
sehen, die für je £30 im Jahr 66666 Beschäftigung geben würde;
das ergibt eine Gesamtzahl der Beschäftigten von 1 010 666; die-
sen hinzuzufügen 1/2 die Zahl an Kindern, Alten usw., die von den
Arbeitenden abhängig sind, oder zusätzliche 505 330; das ergibt
eine Gesamtzahl von 1 515 996 Personen, deren Unterhalt mit Löh-
nen bestritten wird. Diesen hinzuzufügen die, die direkt oder in-
direkt von den 4 2/3 Millionen Profit usw. unterhalten werden."
(Hopkins l.c. 336, 337.)
Nach dieser Berechnung also 833 000 direkt in der Produktion en-
gagiert; 176 666 [378]) in der Produktion der machinery 24*) und
der matières instrumentales, die bloß erheischt infolge der An-
wendung der Maschinerie. Die letztren aber berechnet zu 30 l. per
Kopf ; um also ihre Zahl aufzulösen in labour of the same quality
25*) als die der 833 000, zu berechnen at 24 l. per head 26*);
danach gäben 5 333 000 l. about 27*) 222 208 Arbeiter; dies gäbe
about 1 in der Produktion der Maschinerie und matières instrumen-
tales Beschäftigten auf 3 3/4 in der Produktion des cotton fabri-
cate 28*) Beschäftigte. Weniger 29*) als 1 auf 4, aber sage 1 auf
4. Wenn jetzt die 4 restierenden Arbeiter nur soviel arbeiteten
wie früher 5, also jeder 1/4 Surplusarbeitszeit mehr, so kein
Profit für das Kapital. Die restierenden 4 müssen mehr Surplusar-
beit liefern als früher 5; oder die in der Maschinerie angewandte
Arbeiterzahl muß kleiner sein als die durch die Maschine ver-
drängte Arbeiterzahl. Die Maschinerie nur profitable 30*) für das
Kapital in dem Verhältnis, als sie die Surplusarbeitszeit der in
31*) der Maschinerie beschäftigten Arbeiter vergrößert (nicht
insofern sie dieselbe abkürzt; nur insofern sie das Verhältnis
der Surplusarbeitszeit zur notwendigen vermindert [379], so daß
die letztre nicht nur relativ abgenommen hat, aber die Zahl der
gleichzeitigen Arbeitstage dieselbe geblieben, sondern absolut
abgenommen).
Die Vermehrung der absoluten Arbeitszeit 32*) unterstellt die-
selbe oder wachsende Zahl gleichzeitiger Arbeitstage; ditto die
Vermehrung der Produktivkraft
-----
24*) Maschinerie - 25*) Arbeit der gleichen Qualität - 26*) zu 24
l. pro Kopf - 27*) ungefähr - 28*) Baumwollfabrikats -
29*) sollte wahrscheinlich heißen: Etwas mehr -
30*) gewinnbringend - 31*) sollte wahrscheinlich heißen: unter
Anwendung - 32*) sollte wahrscheinlich heißen: Surplusarbeitszeit
#717# Maschinerie und Profit
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durch Teilung der Arbeit etc. In beiden Fällen bleibt die Aggre-
gatarbeitszeit dieselbe oder wächst. Mit Anwendung der Maschine-
rie wächst die relative Surplusarbeitszeit nicht nur im Verhält-
nis zu der notwendigen Arbeitszeit und daher relativ zu der Ag-
gregatarbeitszeit, sondern das Verhältnis zur notwendigen Ar-
beitszeit wächst, während die Aggregatarbeit abnimmt, i.e. die
Anzahl der gleichzeitigen Arbeitstage (im Verhältnis zu der Sur-
plusarbeitszeit).
Ein Glasgow Fabrikant gab Symons (J.C.) "Arts and Artisans at
Home and Abroad, Edinb. 1839" folgende Angaben: (wir geben hier
mehrere, um Beispiele zu haben für das Verhältnis von fixed capi-
tal, circulating 33*), dem Teil des Kapitals, der in wages 34*)
ausgelegt ist etc.):
¦¦43¦ Glasgow:
"Kosten f ü r E r r i c h t u n g e i n e r m e c h a n i-
s c h e n W e b e r e i mit 500 Webstühlen, geeignet, ein gutes
Kattungewebe oder Hemdenstoff zu weben, derart wie sie üblicher-
weise in Glasgow hergestellt werden, machen ungefähr
£ 18 000
Jährliches Produkt, sagen wir 15000 Stücke von
24 Yards, zu 6sh £ 45 000
Die Kosten, wie darunter
Zins auf festangelegtes Kapital und für Abschreibung
vom Wert der Maschinerie £ 1 800
Dampfkraft, Öl, Talg usw. Maschinerie in Schuß halten,
Geräte usw. £ 2 000
Garn und Flachs £ 32 000
Löhne für Arbeiter £ 7 500
angenommener Profit £ 1 700
--------
£ 45 000."
(p. 233.)
Nehmen wir also 5% interest on machinery 35*), so der gross pro-
fit 36*) 1700 + 900 = 2600. Das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital
beträgt aber nur 7500. Profit verhält sich also zum Arbeitslohn =
26:75 = 5 1/5 : 15, also = 34 2/3%.
"Wahrscheinlich Kosten für Errichtung einer
B a u m w o l l s p i n n e r e i mit Handspinnmaschinen, ge-
eignet zur Produktion von Nr. 40 von einer angemessenen Durch-
schnittsqualität
£ 23 000
Falls patentierter Automat, 2000l zusätzlich.
Jährliches Produktionsergebnis zu gegenwärtigen Preisen
für Baumwollwaren und den festgesetzten Preisen,
für die Garne verkauft werden könnten 25 000
Die Kosten dafür wie folgt:
Zins für festangelegtes Kapital, vorgegebene Summe für
Abschreibung vom Wert der Maschinerie 10% 2 300
Baumwolle 14 000
-----
33*) konstantem Kapital, Zirkulation - 34*) Löhnen - 35*) Zins
auf Maschinerie - 36*) Bruttoprofit
#718# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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Dampfkraft, Öl, Talg, Gas, allgemeine Auslagen für
Instandhaltung von Geräten und Reparatur der Maschinerie 1 800
Löhne der Arbeiter 5 400
Profit 1 500
------
£ 25 000."
(p. 234.)
(Capital flottant 37*) zu 7000 l. also angenommen, da 1500 5 %
auf 30 000.) [380]
"Das Produktionsergebnis der Fabrik mit 10 000 lb wöchentlich."
(234. l.c.)
Hier also Profit = 1150 + 1500 = 2650; 2650:5400 (dem Arbeits-
lohn)
= 1:2 2/53, = 49 8/108 %.
"Kosten für eine B a u m w o l l s p i n n e r e i m i t
1 0 0 0 0 S p i n n m a s c h i n e n m i t D a m p f a n-
t r i e b, geeignet zur Produktion einer angemessenen Qualität
von Nr. 24
20 000 l.
Vom gegenwärtigen Wert des Erzeugnisses ausgehend,
würde die Menge jährlich kosten 23 000 l.
Zins auf festangelegtes Kapital, Verschleiß des Werts
der Maschinerie zu 10% 2 000 Baum-
wolle 13 300
Dampfkraft, Talg, Öl, Gas, Wartung der Maschinen usw. 2 500
Löhne für die Arbeiter 3 800
Profit 1 400
------
23 000."
(p. 235.)
Also gross profit 38*) = 2400; wages 3800; 2400:3800 = 24:38 =
12:19 = 63 3/19 %.
Im ersten Fall 34 2/3 %; im zweiten 49 8/108 % und im letzten
63 3/19 %. Im ersten Fall der Arbeitslohn 1/6 des Gesamtpreises
des Produkts, im zweiten über 1/5 39*); im letzten unter 1/6.
Aber im ersten Fall verhält sich das Salair zum Wert des Kapitals
= 1:4 8/15; im zweiten Fall = 1:5 15/27; im dritten = 1: 7 7/19.
Im selben Verhältnis wie die Gesamtration des in Salair ausgeleg-
ten Teils des Kapitals zu dem in Maschinerie und zirkulierendem
Kapital ausgelegten (dies together 40*) im ersten Fall 34 000; im
zweiten 30 000, im dritten 28 000) abnimmt, muß natürlich der
Profit auf den in Salair ausgelegten Teil zunehmen, damit der
Percentage 41*) des Profits derselbe bleibe.
Die absolute Abnahme der Aggregatarbeit, i. e. des Arbeitstags
multipliziert mit der Anzahl der gleichzeitigen Arbeitstage, im
Verhältnis zur Surplusarbeit,
37*) Frei verfügbares Kapital - 38*) Bruttoprofit - 39*) in der
Handschrift: 1/4 - 40*) zusammen - 41*) Prozentsatz
#719#
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Seite 43 des Heftes VII
#720#
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#721# Entfremdung
-----
kann doppelt erscheinen. In der erst angegebnen Form, daß ein
Teil der bisher beschäftigten Arbeiter entlassen wird infolge des
Gebrauchs von capital fixe (Maschinerie). Oder, daß Einführung
42*) der Maschinerie die V e r m e h r u n g der angewandten
Arbeitstage vermindern wird, obgleich die Produktivität wächst,
und zwar in größerem Verhältnis (of course 43*)), als sie abnimmt
infolge des "W e r t s" der neu eingeführten Maschinerie. So-
weit das capital fixe W e r t hat, vergrößert es nicht, sondern
vermindert die Produktivität der Arbeit.
"Die überzähligen Hände würden die Fabrikanten befähigen, die
Lohnrate zu verringern; aber die Gewißheit, daß einer beträchtli-
chen Herabsetzung unmittelbar immense Verluste folgen würden
durch Streiks, ausgedehnte Arbeitseinstellungen und verschiedene
andere Hindernisse, die ihnen in den Weggelegt würden, läßt sie
den langsameren Prozeß mechanischer Verbesserungen vorziehen,
durch den sie die Produktion verdreifachen können, aber dennoch
keine neuen Arbeiter brauchen." (Gaskell, "Artisans and Machi-
nery." London 1836.) (p. 314.)
"Wenn die Verbesserungen [auch] die Arbeiter nicht völlig ver-
drängen, so versetzen sie einen Mann in die Lage, die Produktion
einer Menge zu bewältigen oder vielmehr zu überwachen, für die
jetzt 10 oder 20 Arbeiter gebraucht werden:" (315. l.c.) "Ma-
schinen sind ersonnen worden, die einem Mann ermöglichen, so viel
Garn herzustellen, wie 250 oder selbst 300 vor 70 Jahren hatten
produzieren können, die 1 Arbeiter und 1 Knaben in die Lage ver-
setzen, so viele Erzeugnisse zu drucken, wie früher 100 Arbeiter
und 100 Knaben hätten drucken können. Die 150 000 Arbeiter in den
Spinnereien produzieren so viel Garn, als 40 Millionen mit dem
Spinnrad hätten produzieren können." (316 l.c.)
¦¦44¦ "M a n k a n n s a g e n, d a ß A r b e i t d e r
u n m i t t e l b a r e M a r k t f ü r d a s K a p i t a l
o d e r d a s F e l d f ü r d a s K a p i t a l i s t.
Welche Kapitalmenge in einem bestimmten Moment investiert werden
kann, sei es in einem gegebenen Land oder in der Welt, so daß es
nicht weniger als eine gegebene Profitrate bringt, scheint prin-
zipiell vom Arbeitsquantum abzuhängen, zu dessen Bewältigung
durch Anlage dieses Kapitals die derzeit vorhandene Anzahl men-
schlicher Waren veranlaßt werden kann." (p. 20. "An Inquiry into
those Principles respecting the Nature of Demand". etc. London
1821.) (Von einem Ricardian gegen Malthus' Principles [381] etc.)
[Entfremdung]
Der fact, daß mit der Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit
die gegenständlichen Bedingungen der Arbeit, die vergegenständ-
lichte Arbeit wachsen muß im Verhältnis zur lebendigen Arbeit -
es ist dies eigentlich ein
-----
42*) In der Handschrift: daß durch Einführung - 43*) selbst-
verständlich
#722# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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tautologischer Satz, denn was heißt wachsende Produktivkraft der
Arbeit anders, als daß weniger unmittelbare Arbeit erheischt ist,
um ein größres Produkt zu schaffen, und daß also der gesell-
schaftliche Reichtum sich mehr und mehr ausdrückt in den von der
Arbeit selbst geschaffnen Bedingungen der Arbeit - erscheint vom
Standpunkt des Kapitals so, nicht daß das eine Moment der gesell-
schaftlichen Tätigkeit - die gegenständliche Arbeit - zum immer
gewaltigem Leib des andren Moments, der subjektiven, lebendigen
Arbeit wird, sondern daß - und dies ist wichtig für die Lohnar-
beit - die objektiven Bedingungen der Arbeit eine immer kolos-
salere Selbständigkeit, die sich durch ihren very extent 1*) dar-
stellt, gegen die lebendige Arbeit annehmen und der gesellschaft-
liche Reichtum in gewaltigem Portionen als fremde und be-
herrschende Macht der Arbeit gegenübertritt. Der Ton wird gelegt
nicht auf das V e r g e g e n s t ä n d l i c h t s e i n, son-
dern das E n t f r e m d e t-, Entäußert-, Veräußertsein - das
Nicht-dem-Arbeiter-, sondern den personifizierten Produktionsbe-
dingungen-, i. e. dem-Kapital-Zugehören, der ungeheuren [ver]ge-
genständlichten Macht, die die gesellschaftliche Arbeit selbst
sich als eins ihrer Momente gegenübergestellt hat. Soweit auf dem
Standpunkt des Kapitals und der Lohnarbeit die Erzeugung dieses
gegenständlichen Leibes der Tätigkeit im Gegensatz zum unmittel-
baren Arbeitsvermögen geschieht - dieser Prozeß der Vergegen-
ständlichung in fact als Prozeß der Entäußerung vom Standpunkt
der Arbeit aus oder der Aneignung fremder Arbeit vom Standpunkt
des Kapitals aus erscheint -, ist diese Verdrehung und Verkehrung
eine w i r k l i c h e, keine b l o ß g e m e i n t e, bloß
in der Vorstellung der Arbeiter und Kapitalisten existierende.
Aber offenbar ist dieser Verkehrungsprozeß bloß h i s t o r i-
s c h e Notwendigkeit, bloß Notwendigkeit für die Entwicklung
der Produktivkräfte von einem bestimmten historischen Ausgangs-
punkt aus, oder Basis aus, aber keineswegs eine a b s o l u t e
Notwendigkeit der Produktion; vielmehr eine verschwindende, und
das Resultat und der Zweck (immanente) dieses Prozesses ist,
diese Basis selbst aufzuheben, wie diese Form des Prozesses. Die
bürgerlichen Ökonomen sind so eingepfercht in den Vorstellungen
einer bestimmten historischen Entwicklungsstufe der Gesellschaft,
daß die Notwendigkeit der V e r g e g e n s t ä n d l i-
c h u n g der gesellschaftlichen Mächte der Arbeit ihnen un-
zertrennbar erscheint von der Notwendigkeit der E n t f r e m-
d u n g derselben gegenüber der lebendigen Arbeit. Mit der Auf-
hebung aber des u n m i t t e l b a r e n Charakters der leben-
digen Arbeit als bloß e i n z e l n e r oder als bloß innerlich
oder bloß äußerlich allgemeiner, mit dem Setzen der Tätigkeit der
Individuen als unmittelbar allgemeiner oder g e s e l l-
s c h a f t l i c h e r, wird den gegenständlichen
----
1*) die sich allein durch ihren Umfang
#723# Entfremdung
-----
Momenten der Produktion diese Form der Entfremdung abgestreift;
sie werden damit gesetzt als Eigentum, als der organische gesell-
schaftliche Leib, worin die Individuen sich reproduzieren als
Einzelne, aber als gesellschaftliche Einzelne. Die Bedingungen,
so zu sein in der Reproduktion ihres Lebens, in ihrem produktiven
Lebensprozeß, sind erst gesetzt worden durch den historischen
ökonomischen Prozeß selbst; sowohl die objektiven wie die subjek-
tiven Bedingungen, die nur die zwei unterschiednen Formen dersel-
ben Bedingungen sind.
Die Eigentumslosigkeit des Arbeiters und das Eigentum der
vergegenständlichten Arbeit an der lebendigen oder die Aneignung
fremder Arbeit durch das Kapital - beides nur auf zwei entgegen-
gesetzten Polen dasselbe Verhältnis ausdrückend - sind Grundbe-
dingungen der bürgerlichen Produktionsweise, keineswegs ihr
gleichgültige Zufälle. Diese Distributionsweisen sind die Pro-
duktionsverhältnisse selbst, nur sub specie distributionis 2*).
Es ist daher höchst absurd, wenn z.B. J. St. Mill sagt
("Principles of Political Economy" 2 ed. London, 1849, t. I, p.
240) [382]:
"Die Gesetze und Bedingungen der Produktion des Reichtums haben
den Charakter physikalischer Wahrheiten ... Es ist nicht so in
bezug auf die Verteilung von Reichtum. Das ist einzig und allein
eine Sache der menschlichen Institutionen." (p. 239, 240.)
Die "laws und conditions" 3*) der Produktion des Reichtums und
die laws der "distribution des Reichtums" 4*) sind dieselben Ge-
setze unter verschiedner Form, und beide wechseln, untergehn 5*)
denselben historischen Prozeß; sind überhaupt nur Momente eines
historischen Prozesses.
Es bedarf keines besondren Scharfsinns, um zu begreifen, daß,
ausgehend f.i. 6*) von der aus der Auflösung der Leibeigenschaft
hervorgegangenen freien Arbeit oder Lohnarbeit, die Maschinen im
Gegensatz zur lebendigen Arbeit als ihr fremdes Eigentum und
feindliche Macht gegenüber allein e n t s t e h n können; d.h.,
daß sie ihr [383] als Kapital gegenübertreten müssen. Ebenso
leicht ist aber einzusehn, daß die Maschinen nicht aufhören wer-
den, Agenten der gesellschaftlichen Produktion zu sein, sobald
sie z.B. Eigentum der assoziierten Arbeiter werden. Im ersten
Fall ist aber ihre Distribution, d. h., daß sie dem Arbeiter
n i c h t g e h ö r e n, ebensosehr Bedingung der auf der Lohn-
arbeit gegründeten Produktionsweise. Im zweiten Fall würde die
veränderte Distribution ausgehn von einer v e r ä n d e r t e n,
erst durch den geschichtlichen Prozeß entstandnen neuen Grundlage
der Produktion.
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2*) unter dem Gesichtspunkt der Distribution - 3*) Gesetze und
Bedingungen" - 4*) Gesetze der "Verteilung des Reichtums" -
5*) durchmachen (engl.: to undergo) - 6*) z.B.
#724# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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[Vermischtes]
Gold, in der figürlichen Sprache der Peruaner, "Tränen, die die
Sonne geweint hat". (Prescott.) [384] "Ohne den Gebrauch der
Werkzeuge oder der Maschinerie, die dem Europäer vertraut ist,
hätte jeder einzelne" (in Peru) "nur wenig tun können; aber in
großen Massen handelnd und unter einer gemeinsamen Leitung, wurde
es ihnen durch unermüdliche Ausdauer ermöglicht, Ergebnisse zu-
stande zu bringen usw." (l.c. [, p. 127.])
{Das Geld, was bei den Mexikanern vorkommt (mehr mit dem barter
1*) und orientalischen Grundeigentum),
"ein geregelter Umlauf verschiedener Werte. Dieser bestand aus
durchsichtigen Federkielen mit Goldstaub, aus Zinnstückchen, die
in T-form zugeschnitten waren; und aus Beuteln mit Kakao, die
eine im einzelnen festgelegte Anzahl von Nüssen enthielten. 'O
beglückendes Geld', sagt Peter Martyr (De Orbe novo), 'das der
Menschheit einen süßen und nützlichen Trank gewährt und das seine
Besitzer gegen die verderbliche Seuche der Habgier gefeit sein
läßt, da es weder vergraben noch lange aufbewahrt werden kann.'"
(Prescott.) [385] "Eschwege (1823) schätzt den Totalwert der
Diamantenausbeute in 80 Jahren auf eine Summe, die kaum die
Zucker- oder Kaffeeerträge Brasiliens von 18 Monaten übertrifft."
(Merivale.) "Die ersten" (britischen) "Siedler" (in Nordamerika)
"kultivierten den gerodeten Boden rund um ihre Dörfer gemein-
sam... Diese Sitte herrschte bis 1619 in Virginia vor", usw.
(Merivale, t. I. p. 91/92.) (Heft, S. 52.) [386]
("Die Cortès 1593 machten Philipp II. folgende Vorstellung: 'Die
Cortès von Valladolid im Jahre '48 bitten Euer Majestät instän-
dig, die Einfuhr von Kerzen, Gläsern, Schmuck, Messer und anderer
ähnlicher Dinge in das Königreich nicht mehr zu gestatten, die
von außerhalb hierher kommen, um diese für das menschliche Leben
nutzlosen Waren g e g e n G o l d e i n z u t a u s c h e n,
a l s w ä r e n d i e S p a n i e r I n d i a n e r'."
(Sempéré. [p. 275/276.]))
"In dicht bevölkerten Kolonien ist der ungelernte Arbeiter, ob-
gleich frei, natürlicherweise abhängig vom Kapitalisten; in den
dünn besiedelten muß das Fehlen dieser natürlichen Abhängigkeit
durch künstliche Beschränkungen ersetzt werden." (Merivale, 314,
v. II. "Lectures on Colonization" etc. London 1842.)}
¦¦45¦ Römisches Geld: aes grave [80] Pfund Kupfer (emere per aes
etlibram 2*)). Dies das as *). 485 a.U.c. deniers d'argent 3*) =
10 as (diese denarii 40 à la livre 4*): 510 [a.u.c.] 75 deniers à
la livre; jeder denarius noch = 10 as, aber 10 as von 4 Unzen).
513 das as reduziert auf 2 Unzen; der denarius, immer noch =
10as, nur noch 1/84 des Pfundes Silber. Letztre Zahl, 1/84, hielt
sich bis zum Ende der Republik, aber 537 galt der denier 16 as
d'une once 5*) und 665 nur noch 16 as einer
---
*) as oder libra = 12 Unzen; 1 Unze = 24 scrupula; 288 scrupula
aufs Pfund.
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1*) Tauschhandel - 2*) kaufen mit Kupfer und Waage - 3*) Silber-
denare - 4*) Denare 40 auf das Pfund - 5*) Denar 16 as von einer
Unze
#725# Vermischtes
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halben Unze ... Der denarius Silber anno 485 der Republik = 1
franc 63; 510 = 87 Centimes; 513-707 = 78 Centimes. Von Galba bis
Antonins 1 franc. (Dureau de La Malle, t. I. [p. 15/16, 448,
450.]) Zur Zeit des ersten Silberdenarius 1 Pfund Silber zu 1
Pfund Kupfer = 400:1. Anfang des zweiten punischen Kriegs [68] =
112:1. (l.c., t. I, p. 76/77, 81/82.)
"Die griechischen Kolonien im Süden Italiens zogen von Griechen-
land und Asien, direkt oder durch Tyrus und Carthago, das Silber,
wovon sie Münzen fabrizierten seit dem 6. und 5. Jahrhundert v.
Ch. Trotz dieser Nachbarschaft, die Römer aus politischen Gründen
proskribierten 6*) den Gebrauch von Gold und Silber. Volk und Se-
nat fühlten, daß ein s o l e i c h t e s Z i r k u l a-
t i o n s m i t t e l K o n z e n t r a t i o n, Zunahme von
Sklaven, Verfall der alten Sitten und Agrikultur herbeiführen
würden." (l.c. p. 64, 65.)
"Nach Varro der Sklave ein sprachbegabtes Werkzeug, das Tier ein
halbstummes Werkzeug, Pflug ein stummes Werkzeug." (l.c. p. 253,
254.)
("Die Konsumtion täglich eines Städters in Rom etwas mehr als 2
französische Franken, eines Landmannes 3 Franken. Ein Pariser
verzehrt an Brot 0,93, ein Landmann in den 20 Verwaltungsbezir-
ken, wo das Getreide die Hauptnahrung, 1,70." (l.c.) "In Italien
(dem jetzigen) 1 l. 8 Unzen, wo Getreide die Hauptnahrung. Warum
aßen die Römer verhältnismäßig mehr? Ursprünglich aßen sie das
rohe Getreide oder nur aufgeweicht in Wasser, nachher kamen sie
auf den Gedanken, es zu rösten. Später kam man zur Kunst des Mah-
lens, und anfangs aß man roh den aus diesem Mehl hergestellten
Teig. Man bediente sich zum Mahlen des Korns eines Stößels oder
zweier Steine, die einer auf den anderen geschlagen und
[gegeneinander] gedreht wurden ... Diese rohe Paste bereitete
sich der römische Soldat für mehrere Tage. Dann erfand man die
Kornschwinge, die das Korn reinigte, man fand das Mittel, die
Kleie vom Mehl zu trennen, endlich fügte man die Hefe hinzu, und
zunächst aß man das Brot roh, bis der Zufall lehrte, daß man es
durch Backen am Sauerwerden hindern kann, und man konservierte es
sehr viel länger. Erst nach dem Krieg gegen Perseus, 580, hatte
Rom Bäcker." (p. 279 1. c.) "Vor der christlichen Zeitrechnung
kannten die Römer keine Windmühlen." (280 l.c.))
"Parmentier hat bewiesen, daß in Frankreich seit Louis XIV. die
Kunst des Mahlens große Fortschritte gemacht und daß der Unter-
schied der alten und neuen gemahlenen Menge sich auf 1/2 des von
demselben Getreide gelieferten Brotes erstreckt. Zunächst berech-
nete man 4, dann 3, dann 2, dann endlich 1 1/3 Sester Korn für
die jährliche Konsumtion eines Einwohners von Paris. So erklärt
sich leicht die ungeheure Disproportion zwischen der täglichen
Konsumtion von Getreide bei den Römern und bei uns; aus der Un-
vollkommenheit des Mahlprozesses und der Brotzubereitung." (p.
281 l.c.)
"Das Agrargesetz war eine Einschränkung des Grundbesitzes unter
den tätigen Bürgern. [387] Die Begrenzung des Besitzes bildete
die Grundlage der Existenz und des Wohlstandes der alten Republi-
ken." (l.c. p. 256.)
"Die Staatseinnahmen bestehen aus Domänen, Beiträgen in Natura-
lien, aus Fronarbeit
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6*) verboten
#726# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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und einigen Steuern in Geld, gezahlt bei Ein- und Ausfuhr von Wa-
ren oder erhoben auf den Verkauf gewisser Lebensmittel. Diese Re-
gelung existiert fast noch ohne Änderung im ottomanischen Impe-
rium. Zur Zeit der Diktatur Syllas und selbst am Ende des 7.
Jahrhunderts nahm die römische Republik nur 40 Millionen frs
jährlich ein, anno 697 ... 1780 die Einkünfte des türkischen
Sultans, in Piastermünzen, nur 35 000 000 Piaster oder 70 Millio-
nen frs ... Die Römer und die Türken erhoben den größten Teil ih-
rer Einkünfte im Vorhinein in Naturalien. Bei den Römern 1/10 der
Getreidearten, 1/5 der Früchte, bei den Türken von 1/2 auf 1/10
der Erzeugnisse wechselnd ...
Da das römische Reich nur eine ungeheure Anhäufung unabhängiger
Stadtgemeinden, blieb der größte Teil der Verpflichtungen und Ko-
sten kommunal." (p. 402-405.)
("Das Rom des Augustus und Nero, ohne die Vorstädte, nur 266 684
Einwohner. Nimmt an, daß im IV. Jahrhundert der christlichen Ära
die Vorstädte 120 000 Einwohner, die Aurelianische Mauer 382 695,
zusammen 502 695, 30 000 Soldaten, 30 000 Fremde; zusammen
562 000 Menschen als runde Summe. Madrid, während 1 1/2 Jahrhun-
derten seit Karl V. Hauptstadt eines Teils von Europa und einer
Hälfte der neuen Welt, viele Ähnlichkeiten mit Rom. Auch seine
Bevölkerung wuchs nicht im Verhältnis zu seiner politischen Be-
deutung." (405, 406. l.c.) [388])
"Der gesellschaftliche Zustand der Römer ähnelte damals weit mehr
dem Rußlands oder des ottomanischen Imperiums als dem Frankreichs
oder Englands: wenig Handel oder Industrie; ungeheurer Reichtum
neben äußerstem Elend." (p. 214, l.c.)
(Luxus nur in der Hauptstadt und den Sitzen der römischen Satra-
pen.)
"Das römische Italien hatte von der Zerstörung Karthagos bis zur
Gründung von Konstantinopel Seite an Seite mit Griechenland und
dem Orient existiert, im gleichen Zustand, in dem Spanien sich
während des 18. Jahrhunderts gegenüber Europa befand. Alberoni
sagte: 'Spanien ist für Europa, was der Mund für den Körper ist,
alles geht hindurch und nichts bleibt dort.'" (l.c. p. 399-400.)
"Der Wucher ursprünglich frei in Rom. Die Gesetze der 12 Tafeln
(303 a.U.c.) hatten den Geldzins mit 1% pro Jahr festgelegt
(Niebuhr sagt 10). Diese Gesetze wurden schnell verletzt. Duilius
(398 a.U.c.) setzte den Geldzins von neuem auf 1% herab, Zinssatz
von 1/12 des Kapitals. 408 auf 1/2 % herabgesetzt, 413 wurde das
Ausleihen gegen Zinsen durch eine Volksabstimmung völlig verbo-
ten, die durch den Tribun Genucius provoziert worden war. Es ist
nicht verwunderlich, daß man in einer Republik, wo den Bürgern
die Industrie oder [der] Groß- und Kleinhandel untersagt sind,
auch den H a n d e l m i t G e l d verbietet, (p. 260, 261 t.
II, l.c.) Dieser Zustand dauerte 300 Jahre bis zur Eroberung von
Karthago [68]. 12% nun 6% der allgemeine jährliche Zinsfuß. (261.
l.c.) Justinianus legte die Zinsen mit 4% fest; fünfprozentiger
Zinssatz, beim Trajan ist der gesetzliche Zins von 5%. 12% war
der Handelszins in Ägypten 146 Jahre vor J.C." (l.c. p. 263.)
[389]
¦¦46¦ Die involuntary alienation [390] des feudalen Grundeigen-
tums entwickelt sich mit dem Wucher und dem Geld:
"Die Einführung des Geldes, das alle Dinge kauft und daher der
Gegenstand der Gunst für den Kreditor ist, der Geld leiht dem
Landbesitzer, bringt die Notwendigkeit
#727# Vermischtes
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gesetzlicher Veräußerung für den Vorschuß." (124. John Dalrymple
"An Essay towards a general history of Feudal Property in Great
Britain", 4. ed. Lond. 1759)
Im mittelaltrigen Europa:
"Zahlungen in G o l d nur bei einigen Handelsgegenständen ge-
wöhnlich, am meisten bei Kostbarkeiten. Kamen am meisten vor au-
ßerhalb des kaufmännischen Kreises, bei Geschenken der Großen,
gewissen hohen Gebühren, schweren Geldstrafen, Ankäufen von Län-
dereien. U n g e m ü n z t e s Gold wog man sich nicht selten
zu nach Pfunden oder Marken (halben Pfunden) ... 8 Uncien = 1
Mark; eine also = 2 Lot oder 3 Karat. Von g e m ü n z t e m
G o l d bis zu den Zeiten der Kreuzzüge nur bekannt die byzanti-
nischen Solidi, die italischen Tari und die arabischen Maurabo-
tini" (afterwards 7*) Maravedi). (Hüllmann, "Städtewesen des Mit-
telalters". I. Teil. Bonn, 1826.) (p. 402-404.)
"In den fränkischen Gesetzen auch die S o l i d i a l s
b l o ß e R e c h n u n g s m ü n z e, worin der Wert der land-
wirtschaftlichen Produkte ausgedrückt ward, die als Strafsummen
geleistet werden sollten. Z.B. bei den Sachsen unter dem Solidus
ein jähriger Ochse, wie er gewöhnlich im Herbst beschaffen ist.
Nach dem ripuarischen Rechte vertrat eine gesunde Kuh die Stelle
eines Solidus ... 12 Denaren = 1 Goldsolidus." (405, 406.) "4
Tari = 1 byzantinischen Solidus ... Seit dem 13. Jahrhundert dann
verschiedne Goldmünzen in Europa geprägt. Augustales (des Emperor
Friedrich II. in Sizilien: Brundusium und Messina); Florentini
oder Floreni (von Florenz 1252); ... Dukaten oder Zechinen"
(Venedig seit 1285). (408-411, l.c.)
"In Ungarn, Deutschland und Niederlanden seit dem 14. Jahrhundert
auch größre Goldmünzen geprägt; hießen in Deutschland schlechtweg
Gulden." (l.c. 413.)
"Bei Z a h l u n g e n i n S i l b e r das Wägen, meisten-
teils nach Marken, herrschender Gebrauch bei allen größren Zah-
lungen. Auch gemünztes Silber abgewägt bei solchen Zahlungen, da
die Münzen noch beinahe von ganz reinem Silber, es also nur aufs
Gewicht ankam. Daher die Namen P f u n d (Livre, Lire)
{Notabene: In Mexiko finden wir Geld, aber keine Gewichte; in
Peru Gewichte, aber kein Geld [391].} und Mark, teils die Be-
zeichnung von eingebildeten oder Rechnungsmünzen, teils auf wirk-
liche Silbermünzen übergegangen. S i l b e r m ü n z e: D e-
n a r e n oder K r e u z e r. In Deutschland hießen diese De-
naren Pfennige (Penig, Penning, Phenning) schon seit dem 9.
Jahrhundert. Ursprünglich Pending, Penthing, Pfentinc, von pfün-
dig, in der alten Form pfünding, soviel wie vollwichtig: also
pfündige Denaren, abgekürzt P f ü n d i n g e. Noch ein Name
der Denaren, seit dem Anfang des 12. Jahrhunderts in Frankreich,
Deutschland, Niederlanden, England, von dem anstatt der Kreuze
darauf abgebildeten Stern: S t e r n l i n g e, S t e r l i n-
g e, S t a r l i n g e. Denaren Sterlinge = Pfennige Sterlinge.
Von den niederländischen Sterlingen gingen im 14. Jahrhundert 320
auf das Pfund, 20 Stück auf die Unzia. Silbersolidi im Deutschen
Schildlinge, Schillinge. S i l b e r s o l i d i i m f r ü-
h e r n M i t t e l a l t e r n i c h t w i r k l i c h e
M ü n z e n, s o n d e r n I n b e g r i f f v o n j e 1 2
D e n a r e n. 1 Solidus Gold = 12 Denaren oder Sterlingen 8*),
denn dies war das mittlere Verhältnis von Gold und Silber. Als
S c h e i d e m ü n z e waren im Umlauf Oboli, halbe Pfennige,
Hälblinge... Bei zunehmender Verbreitung des kleinen Gewerbes
-----
7*) später - 8*) in der Handschrift: Sterlinge
#728# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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verschafften sich immer mehr Handelsstädte 9*) und kleine Fürsten
das Recht, ihre örtliche Münze, also größtenteils Scheidemünze,
zu schlagen. Mischten Kupfer bei, das ging immer weiter ...
Dickpfennige, Gros deniers, Grossi, Groschen, Groten, zuerst in
Tours geprägt vor Mitte des 13. Jahrhunderts. Diese Groschen
ursprünglich Doppelpfennige." (415-433.)
"Daß die Päpste fast allen christkatholischen Ländern kirchliche
Schätzungen auferlegten, hat nicht wenig beigetragen zunächst zur
Entwicklung des gesamten Geldwesens im gewerbtätigen Europa und
dann als Folge zur Entstehung von mancherlei Versuchen, das Kir-
chengebot (gegen Zinsen) zu umgehn. [392] Der Papst bediente sich
der Lombarden zur Eintreibung von Mantelgeldern von den Erzstif-
tern und der übrigen Gebühren. Dies die Hauptwucherer und Pfand-
leiher, unter päpstlichem Schutz. Schon seit Mitte des 12. Jahr-
hunderts bekannt. Besonders aus Siena. 'Öffentliche usurarii.'
'Römisch-bischöfliche Geldhändler' nannten sie sich in England.
Einige Bischöfe von Basel u.a. versetzten bischöflichen Ring,
seidne Gewänder, das ganze Kirchengerät um ein Geringes bei Juden
und zahlten Zinsen. Aber Bischöfe, Äbte, Pfaffen trieben auch
selbst Wucher mit dem Kirchengerät, indem sie dasselbe gegen
einen Anteil am Gewinn toskanischen Geldhändlern aus Florenz,
Siena und andren Städten verpfändeten" etc. (sieh l.c. Heft, p.
39.) [393]
Indem das Geld das a l l g e m e i n e Ä q u i v a l e n t ,
d i e g e n e r a l p o w e r o f p u r c h a s i n g 10*),
ist alles käuflich, alles in Geld verwandelbar. Aber es kann nur
in Geld verwandelt werden, indem es alieniert 11*) wird, indem
der Besitzer sich seiner entäußert. Everything is therefore alie-
nable 12*) oder gleichgültig für das Individuum, ihm äußerlich.
Die sogenannten u n v e r ä u ß e r l i c h e n, e w i g e n
Besitztümer und ihnen entsprechenden unbeweglichen, festen Eigen-
tumsverhältnisse brechen also zusammen vor dem Geld. Ferner, in-
dem das Geld selbst nur ist in der Zirkulation und sich wieder
gegen Genüsse etc. austauscht - gegen Werte - die sich schließ-
lich alle auflösen können in rein individuelle Genüsse, ist alles
nur wertvoll, soweit es für das Individuum ist. Der selbständige
Wert der Dinge, außer insofern er in ihrem bloßen Sein für an-
dres, ihrer Relativität, Austauschbarkeit besteht, der absolute
Wert aller Dinge und Verhältnisse wird damit aufgelöst. Alles
geopfert dem egoistischen Genuß. Denn, wie alles alienierbar 13*)
gegen Geld, ist aber auch alles erwerbbar durch Geld. Alles ist
zu haben für "bar Geld", das selbst als etwas äußerlich Existie-
rendes von dem Individuum is to be catched by fraud, violence
etc. 14*) Es ist also alles aneigen- bar durch alle, und es hängt
vom Zufall ab, was das Individuum sich aneignen kann oder nicht,
da es abhängt von dem Geld in seinem Besitz. Damit ist das In-
dividuum an sich als Herr von allem gesetzt. Es gibt keine abso-
luten Werte,
-----
9*) In der Handschrift: mehr kleine Handelsstädte - 10*) allge-
meine Kaufkraft - 11*) veräußert - 12*) Alles ist deshalb ver-
äußerbar - 13*) veräußerbar - 14*) durch Betrug, Gewalt etc. ein-
gefangen werden muß
#729# Vermischtes
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da dem Geld der Wert als solcher relativ. Es gibt nichts Unveräu-
ßerliches, da alles gegen Geld veräußerlich. Es gibt nichts Höh-
res, Heiliges etc., da alles durch Geld aneigenbar. Die "res
sacrae" und "religiosae", die "in nullius bonis" sein können,
[394] "nec aestimationem recipere, nec obligari alienarique
posse", die eximiert sind vom "commercio hominum" 15*), existie-
ren nicht vor dem Gelde, wie vor Gott alle gleich sind. Schön wie
die römische Kirche im Mittelalter selbst Hauptpropagandist des
Geldes.
"Da das Kirchengesetz gegen den Wucher längst alle Bedeutung ver-
loren, hob Martin 1425 es auch dem Namen nach auf." (Hüllmann,
II. Teil. l.c. Bonn 1827, p. 55.) "Im Mittelalter in keinem Land
ein allgemeiner Zinsfuß. Erst die Pfaffen strenge. Unsicherheit
der gerichtlichen Anstalten zur Sicherung der Anleihe. Desto hö-
her der Zinssatz in einzelnen Fällen. Der geringe Geldumlauf, die
Notwendigkeit, die meisten Geldzahlungen bar zu ¦¦47¦ leisten, da
das Wechselgeschäft noch unausgebildet. Große Verschiedenheit da-
her in Ansehung der Zinsen und [des] Begriff[s] des Wuchers. Zu
Karls des Großen Zeiten galt es erst für wucherlich, wenn 100%
genommen. Zu Lindau am Bodensee, 1344 16*), nahmen einheimische
Bürger 216 2/3 %. In Zürich bestimmte der Rat als gesetzlichen
Zins 43 1/3 %. In Italien mußten zuweilen 40% gezahlt werden, ob-
gleich vom 12-14. Jahrhundert der gewöhnliche Satz nicht 20%
überschritt. Verona ordnete als gesetzlichen Zins an 12 1/2 %.
Friedrich II. in seiner Verordnung 10%, aber dies bloß für die
Juden. Für die Christen mochte er nicht sprechen. 10% im rheini-
schen Deutschland schon im 13. Jahrhundert das gewöhnliche." (55-
57 l.c.)
"P r o d u k t i v e K o n s u m t i o n, wo die Konsumtion ei-
ner Ware ist e i n T e i l d e s P r o d u k t i o n s-
p r o z e s s e s." (Newman etc. Heft XVII, 10.) [395] "Man kann
bemerken, daß in diesen Fällen k e i n e K o n s u m t i o n
v o n W e r t s t a t t f i n d e t, da der gleiche Wert in
neuer Form existiert." (l.c.) "Ferner K o n s u m t i o n ...
die Aneignung des individuellen Einkommens für seine verschiede-
nen Verwendungen." (p. 297.) (l.c.)
"F ü r G e l d v e r k a u f e n soll zu allen Zeiten so
leicht gemacht werden, wie es heute ist, f ü r G e l d z u
k a u f e n, und die Produktion würde zur gleichförmigen, nie
versiegenden Quelle der Nachfrage." (John Gray "The Social Sy-
stem" etc. Edinburgh 1831.) (p. 16.) "Nach Land, Kapital, Arbeit
die vierte notwendige Bedingung der Produktion ist: die
u n m i t t e l b a r e F ä h i g k e i t a u s z u t a u-
s c h e n." (l.c. 18.) "Die Fähigkeit auszutauschen für den
Menschen in der Gesellschaft so wichtig, wie für Robinson Crusoe
die Fähigkeit war zu produzieren." (l.c. 21.)
"Nach Say deplaziert der Kredit bloß das Kapital, schafft aber
keins. Dies nur wahr in dem einzigen Falle eines Darlehens, das
einem Industriellen von einem Kapitalisten gewährt wurde, aber
nicht von dem Kredit unter Produzenten in ihren gegenseitigen
Vorschüssen. Was ein Produzent einem anderen vorschießt, sind
keine Kapitale; das sind Produkte, Waren. Diese Produkte, diese
Waren könnten werden und werden in den Händen des Borgenden auch
zu tätigem Kapital, d.h. Arbeitsinstrumente, aber sie sind
-----
15*) "und weder einer Schätzung unterliegen noch verpfändet und
veräußert werden können", die befreit sind vom "Handel der Men-
schen" - 16*) in der Handschrift: 1348
#730# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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jetzt nicht in den Händen ihrer Besitzer als Produkte zu verkau-
fen und überall untätig... Man muß unterscheiden zwischen Produkt
(Erzeugnis) und Ware und Arbeitsmittel oder produktivem Kapital.
Solange ein Produkt in den Händen seines Produzenten bleibt, ist
es nur Ware, oder wenn man will, untätiges, unwirksames Kapital.
Weit davon entfernt, daß der Industrielle, der es besitzt, ir-
gendeinen Vorteil aus ihm zieht, ist es für ihn eine Last, eine
Ursache unaufhörlicher Verlegenheit, der Unkosten und der Verlu-
ste: Kosten für Lagerung, Instandhaltung und Bewachung, Bodenzin-
sen usw., ohne den Verschleiß oder den Verlust zu rechnen, dem
nahezu alle Waren verfallen, wenn sie lange Zeit untätig verlie-
gen ... Verkauft er also diese seine Waren auf Kredit in die
Hände eines anderen Industriellen, der sie für die Form der Ar-
beit verwenden kann, für die sie sich eignet, werden sie für den
letzteren aus unwirksamen Waren, die sie waren, zu aktivem Kapi-
tal. Daher wird es hier Vergrößerung produktiven Kapitals auf der
einen Seite geben ohne irgendeine Verringerung auf der anderen.
Noch besser: Gibt man zu, daß der Verkäufer, der seine Waren auf
Kredit liefert, nichtsdestoweniger im Austausch Wechsel erhalten
hat, die er sogleich weitergeben kann, ist es dann nicht klar,
daß er sich dadurch selbst die Mittel verschafft, um seinerseits
die Rohstoffe und die Arbeitsinstrumente zu erneuern und wieder
mit der Arbeit zu beginnen? Es gibt hier daher doppeltes Anwach-
sen des produktiven Kapitals, mit anderen Worten Machterwerb von
zwei Seiten." (Charles Coquelin. "Du Crédit et des Banques dans
l'Industrie." Revue des deux mondes, t. 31, 1842, p. 799/800.)
"Angenommen, daß die ganze zum Verkauf vorgesehene Warenmenge
rasch, ohne Verzögerungen und ohne Hindernisse vom Zustand des
unwirksamen Produkts zu dem des aktiven Kapitals überwechselt:
Welche neue Aktivität im Lande! ... Diese rasche Umwandlung ist
gerade die Wohltat, die der Kredit verwirklicht. Dies ist die
T ä t i g k e i t d e r Z i r k u l a t i o n. So kann der
Kredit die Geschäfte der Industriellen verzehnfachen. Während ei-
nes gegebenen Zeitabstandes haben der Großhändler oder der Produ-
zent ihre Rohstoffe und Erzeugnisse 10mal anstelle einem Male er-
neuert. Der Kredit bewirkt dies, indem er für jedermann die Kauf-
kraft erhöht. Anstatt denen diese Kraft zu reservieren, die jetzt
in der Lage sind zu zahlen, gibt er sie allen, die infolge ihrer
Lebenslage und ihrer Moral die Garantie bieten, daß sie künftig
zahlen werden; er gibt sie jedem, der fähig ist, die Produkte
durch Arbeit nutzbar zu machen. Also erstes, Wohltat des Kredits
zu vermehren, wenn nicht die Summe der Werte, die ein Land be-
sitzt, dann mindestens die [Summe] der aktiven Werte. Da die un-
mittelbare Wirkung. Aus diesem fließt die Vermehrung der Produk-
tivkräfte, daher also auch der Summe der Werte usw." (l.c.)
"V e r m i e t e n ist ein bedingter Verkauf oder Verkauf der
Nutzung einer Sache für eine begrenzte Zeit." (Corbet Th. "An In-
quiry into the Causes and Modes of the Wealth of Individuals"
etc. Lond. 1841, p. 81.)
"Umwandlungen, denen Kapital in der Produktionsarbeit unterworfen
ist. Wenn Kapital produktiv werden soll, muß es konsumiert wer-
den." (p. 80. S.P. Newman. "Elements of Political Economy". Ando-
ver und New York 1835.) "Ökonomischer Zyklus ... der gesamte Pro-
duktionsverlauf, von der Zeit, zu der die Auslagen vorgenommen
werden, bis zum Empfang des Gewinns. In der Landwirtschaft ist
die Zeit der Aussaat der Anfang und die Einbringung der Ernte das
Ende." (81.)
#731# Vermischtes
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D e r U n t e r s c h i e d z w i s c h e n f i x e d u n d
c i r c u l a t i n g c a p i t a l b e r u h t d a r a u f,
that during every economic cycle, a part is partially, and
another pari totally consumed 17*). (l.c.) Capital as directed to
different employments. [396] (l.c.) Gehört in die Lehre von der
Konkurrenz.
"E i n A u s t a u s c h m i t t e l: Bei unentwickelten Natio-
nen ist es üblich, als Mittel der Zirkulation zu benutzen, welche
Ware auch immer den größeren Anteil am Reichtum des Gemeinwesens
darstellt oder aus irgendeinem Grunde häufiger als andere Gegen-
stand des Austausches werden. So Rinder Tauschmittel unter Hir-
tenstämmen, getrockneter Fisch in Neufundland, Zucker in Westin-
dien, Tabak in Virginien. E d e l m e t a l l e Vorzug: a)
Gleichheit der Qualität in allen Teilen der Welt, b) gestattet
Teilung in kleinste Stücke und exakte Verteilung, c) Seltenheit
und schwere Erreichbarkeit, d) sie lassen Prägung zu." (100 l.c.)
Die Vorstellung des Kapitals als eines sich selbst reproduzieren-
den Wesens - als eines by virtue of an innate quality perennie-
renden 18*) und [sich] vermehrenden Werts - hat zu den fabelhaf-
ten Einfällen des Dr. Price geleitet, die bei weitem die Phanta-
sien der Alchimisten hinter sich lassen und an die Pitt ernsthaft
glaubte und sie in seinen Gesetzen über den sinking fund 19*)
(sieh Lauderdale [397]) zu Säulen seiner Finanzweisheit machte.
Folgendes einige schlagende Auszüge aus dem Mann:
¦¦48¦ "Geld, das Zinseszinsen trägt, wächst anfangs langsam. Da
aber die Rate des Wachstums sich fortwährend beschleunigt, wird
sie nach einiger Zeit so rasch, daß sie jeder Einbildung spottet.
Ein Penny, ausgeliehen bei der Geburt unseres Erlösers auf Zin-
seszinsen zu 5%, würde schon jetzt zu einer größeren Summe heran-
gewachsen sein, als enthalten wäre in 150 Millionen Erden, alle
von gediegenem Gold. Aber ausgelegt auf einfache Zinsen, würde er
in derselben Zeit nur angewachsen sein auf 7 Schillinge 4 1/2
Pence. Bis jetzt hat unsere Regierung vorgezogen, ihre Finanzen
auf diesem l e t z t e r e n, statt auf dem ersteren Weg zu
verbessern." (18, 19. Price, Richard, "An Appeal to the Public on
the Subject of the National Debt". London 1772, 2. ed.)
(Sein Witz [398]: Die Regierung sollte pumpen zu einfachem Zins
und das gepumpte Geld ausborgen zu zusammengesetztem.) In seinen:
"Observations on Reversionary Payments" etc. London, 1772, fliegt
er noch höher:
"Ein Schilling, ausgelegt bei der Geburt unseres Erlösers zu 6%
Zinseszinsen, würde ... angewachsen sein zu einer größeren Summe,
als das ganze Sonnensystem einbegreifen könnte, wenn in einer Ku-
gel verwandelt von einem Durchmesser gleich dem der Bahn des Sa-
turn." (l.c. XIII, Note.) "Ein Staat braucht sich deswegen nie in
Schwierigkeiten zu befinden; denn mit den k l e i n s t e n Er-
sparnissen kann er die größte
-----
17*) daß während jedes ökonomischen Zyklus ein Teil teilweise und
ein anderer völlig konsumiert wird - 18*) kraft einer angeborenen
Eigenschaft ewig währenden - 19*) Tilgungsfonds
#732# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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Schuld abzahlen in einer so kurzen Zeit, wie sein Interesse er-
fordern mag." (p. XIII/XIV.)
Der brave Price was simply dazzled by the enormous quantities re-
sulting from geometrical progression of numbers 20*). Da er das
Kapital, without any regard to the conditions of reproduction of
labour 21*), als a self acting thing 22*) betrachtete, eine bloße
sich selbst vermehrende Zahl, konnte er glauben, das Gesetz sei-
nes Wachstums in jener (sieh oben) Formel gefunden zu haben.
Pitt, 1792, in einer Rede, worin er vorschlug, die dem sinking
fund gewidmete Summe zu vergrößern, nimmt ganz sérieusement die
mystification 23*) des Dr. Price. (S = C (1 + i)^n [399].)
McCulloch gibt als Eigenschaften des Metallgeldes in seinem
"Dictionary of commerce", 1847:
"Das Material muß sein: 1. teilbar in kleinste Teile; 2. für eine
unbegrenzte Periode aufbewahrbar ohne Verschleiß" ; 3. leicht
transportierbar von Platz zu Platz durch hohen Wert bei kleiner
Menge; 4. ein Stück Geld, von bestimmtem Nominalwert stets
gleich, in Größe und Quantität gegenüber jeder Münze desselben
Nominalwerts; 5. sein Wert vergleichsweise beständig." (865.)
[400]
In der ganzen Polemik des Herrn Proudhon mit Bastiat in:
"Gratuité du crédit. Discussion entre Mr. Fr. Bastiat et M.
Proudhon" Paris 1850, dreht sich der Witz des braven Proudhon
darum, daß ihm das Leihen etwas ganz andres erscheint als das
Verkaufen. Das auf Zins Leihen
"ist die Fähigkeit, denselben Gegenstand stets von neuem zu ver-
kaufen und dafür stets von neuem den Preis zu erhalten, ohne je-
mals das Eigentum an dem Gegenstand, den man verkauft, abzutre-
ten". (9, im ersten Brief Chevé, [401] einer der Redakteure der
"La Voix du Peuple".)
Die verschiedne Form, worin hier die Reproduktion des Kapitals
erscheint, täuscht ihn darüber, daß diese beständige Reproduktion
des Kapitals - wovon immer der prix 24*) zurückerhalten wird und
immer von neuem mit Profit gegen die Arbeit ausgetauscht, ein
Profit, der immer von neuem realisiert wird im Kauf und Verkauf -
seinen Begriff konstituiert. Was ihn irr macht, daß das "objet"
25*) nicht den Eigentümer wechselt wie beim Kauf und Verkauf;
also au fond 26*) nur die dem auf Zins geliehnen Kapital mit dem
fixen Kapital eigne Form der Reproduktion. Bei Hausmiete, von der
Chevé spricht, ist es direkt die Form des capital fixe. Wird das
zirkulierende Kapital in seinem ganzen Prozeß
-----
20*) wurde einfach geblendet durch die ungeheuren Größen, die aus
der geometrischen Progression der Zahlen entstehen - 21*) ohne
Rücksicht auf die Bedingungen der Reproduktion der Arbeit -
22*) einen selbsttätigen Automaten - 23*) ernst die Mystifikation
- 24*) Preis - 25*) der "Gegenstand" - 26*) im Grunde
#733# Vermischtes
-----
betrachtet, so zeigt sich, daß, obgleich d a s s e l b e
O b j e t (dieses bestimmte Pfund Zucker z. B.) nicht immer von
neuem verkauft wird, derselbe Wert sich immer von neuem reprodu-
ziert und die Entäußerung nur die Form, nicht die Substanz an-
geht. Leute, die fähig sind, solche Einwürfe zu machen, sind of-
fenbar noch unklar über die ersten Elementarbegriffe der politi-
schen Ökonomie. Proudhon begreift weder, wie der Profit, also
auch nicht der Zins, aus dem Gesetz des Austauschs von Werten
hervorgeht. "Maison" 27*), argent 28*) etc. sollen daher nicht
als "capital" ausgetauscht werden, sondern als "marchandise ... à
prix de revient" 29*). (44.) Der brave Jüngling begreift nicht,
daß das Ganze daran liegt, daß Wert gegen Arbeit ausgetauscht
wird, nach dem Gesetz der Werte; daß er also, um den Zins aufzu-
heben, das K a p i t a l selbst, die auf den Tauschwert ba-
sierte Produktionsweise, also auch die Lohnarbeit aufheben müßte.
Die Unfähigkeit des Herrn Proudhon, auch nur einen Unterschied
zwischen prêt 30*) und vente 31*) zu finden:
"In der Tat, der Hutmacher, der Hüte verkauft..., erhält dafür
den Wert, nicht mehr und nicht weniger. Aber der verleihende Ka-
pitalist... empfängt nicht nur sein Kapital unverkürzt zurück; er
empfängt mehr als das Kapital, mehr als er in den Austausch
wirft; er empfängt über das Kapital hinaus einen Zins." (69.)
Die chapeliers 32*) des Herrn Proudhon berechnen also in ihrem
prix de revient ni profit ni intérêt 33*). Er begreift nicht, daß
eben, indem sie die valeur 34*) ihrer chapeaux 35*) erhalten, sie
mehr erhalten, als diese ihnen gekostet haben, weil ein Teil die-
ser valeur im Austausch mit der Arbeit ohne Äquivalent angeeignet
ist. Hier auch sein großer oben erläuterter Satz:
"Da sich im Handel der Zins des Kapitals dem Lohn des Arbeiters
hinzufügt, um den Preis der Ware zusammenzusetzen, so ist es un-
möglich, daß der Arbeiter das Produkt seiner eigenen Arbeit zu-
rückkaufen kann. Von eigner Arbeit leben ist ein Prinzip, das un-
ter der Herrschaft des Zinses einen Widerspruch einschließt."
(105.)
Im lettre 36*) IX (p. 144-152) verwechselt der brave Proudhon das
Geld als Zirkulationsmittel mit dem Kapital und schließt daher,
daß das in Frankreich existierende "capital" 160% trägt (nämlich
1600 millions d'intérêt annuel 37*) in Staatsschuld, Hypothek
etc. für un capital d'un millard, ... la somme du numéraire ...
circulant en France 38*)). Wie wenig er vom Kapital überhaupt
versteht und seiner beständigen Reproduktion, folgendes, was er
als spezifisch dem capital-argent 39*), d.h. dem als Kapital aus-
geliehnen Geld nachsagt:
-----
27*) "Haus" - 28*) Geld - 29*) "Ware ... zum Selbstkostenpreis" -
30*) Anleihe - 31*) Verkauf - 32*) Hutmacher - 33*) Kostenpreis
weder Profit noch Zins - 34*) den Wert - 35*) Hüte - 36*) Brief -
37*) 1600 Millionen Jahreszinsen 38*) "ein Kapital von einer Mil-
liarde ... die Summe des baren Geldes..., das in Frankreich zir-
kuliert - 39*) Geldkapital
#734# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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"Daraus, daß durch die Akkumulation der Zinsen das Geldkapital
von Tausch zu Tausch stets zu seiner Quelle zurückkehrt, folgt,
daß die Wiederverteilung stets von derselben Hand vollzogen, im-
mer derselben Person Gewinn bringt." (154.) "Alle Arbeit soll
einen Überschuß liefern." (200.)
(Es soll alles v e r k a u f t, nichts v e r l i e h n wer-
den. Dies der einfache Witz. Unfähigkeit zu sehn, wie der Aus-
tausch der Waren auf dem Austausch zwischen Kapital und Arbeit
beruht, und in letztrem der Profit und Zins. P[roudhon] will an
der einfachsten, abstraktesten Form des Austauschs festhalten.)
Folgende schöne Demonstration des Herrn Proudhon:
"Da der Wert nichts ist als ein Verhältnis, und alle Produkte
notwendigerweise in einem Verhältnis zueinander stehen, so folgt
daraus, daß vom gesellschaftlichen Standpunkt aus die Produkte
immer Werte sind und sichere Werte. Der Unterschied zwischen Ka-
pital und Produkt besteht für die Gesellschaft nicht. Dieser Un-
terschied ist ganz subjektiv, besteht bloß für die Individuen."
(250.)
Die gegensätzliche Natur des Kapitals und die Notwendigkeit für
dasselbe des eigentumslosen Arbeiters ist naiv ausgedrückt in äl-
teren englischen Ökonomen, z.B. dem Reverend Mr. J. Townsend, dem
Vater der Populationstheorie, durch deren fraudulente 40*) Aneig-
nung Malthus (überhaupt ein schamloser Plagiator, so ist z.B.
seine Renttheorie vom Pächter Anderson entlehnt) sich zum großen
Mann gemacht hat. Townsend ¦¦49¦ sagt:
"Es scheint ein N a t u r g e s e t z, daß die Armen zu einem
gewissen Grad leichtsinnig sind, so daß stets welche da sind zur
Erfüllung der servilsten, schmutzigsten und gemeinsten Funktionen
des Gemeinwesens. Der Fonds von menschlichem Glück wird dadurch
sehr vermehrt. Die Delikateren sind dadurch befreit von Plackerei
und können höheren Berufungen usw. ungestört nachgehen." ("A Dis-
sertation on the Poor-Laws". Edition of 1817, p. 39.)
"Gesetzlicher Zwang zur Arbeit ist begleitet von zuviel Unruhe,
Gewalttätigkeit und Lärm, schafft Übelwollen usw., wohingegen
Hunger nicht nur ein friedfertiger, stummer, unablässiger Druck
ist, sondern fordert als natürlicher Beweggrund für Fleiß und Ar-
beit die wirksamsten Anstrengungen heraus." (15.)
(Dies die Antwort darauf, in fact, welche labour more productive
41*), die des Sklaven oder des freien Arbeiters. A. Smith durfte
die Frage nicht aufwerfen, da die Produktionsweise des Kapitals
freie Arbeit voraussetzt. Andrerseits ist ebenfalls durch das
entwickelte Verhältnis von Kapital und Arbeit A. Smith gerecht-
fertigt in seiner Einteilung von productive und unproductive la-
bours 42*). Die faden Späße des Lord Brougham dagegen und die
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40*) "betrügerische - 41*) Arbeit produktiver - 42*) produktiven
und unproduktiven Arbeitern
#735# Vermischtes
-----
ernsthaft sein sollenden Einwendungen von Say, Storch, McCulloch
und tutti quanti 43*) prallen daran ab. A. Smith fehlt nur, indem
er die Vergegenständlichung der Arbeit etwas zu grob auffaßt als
Arbeit, die sich in einem handgreiflichen Gegenstand fixiert.
Dies ist aber Nebensache bei ihm, Unbeholfenheit des Ausdrucks.)
Auch bei Galiani finden sich die workmen 44*) durch Naturgesetz
vor. 1750 gab G[aliani] das Buch heraus.
"Gott bringt in genügendem Maße solche Menschen hervor, die die
nützlichsten Tätigkeiten verrichten." (78. "Della Moneta", Vol.
III, Scrittori Classici Italiani di Economía Política. Parte Mo-
derna. Milano 1803.)
Er hat aber auch schon den richtigen Begriff des Werts:
"Einzig die Mühe gibt der Sache einen Wert." (74.)
Die Arbeit ist allerdings auch qualitativ unterschieden, nicht
nur insofern sie in verschiednen Produktionszweigen, sondern mehr
oder minder intensiv etc. Die Art, wie die Ausgleichung dieser
Verschiedenheiten geschieht und alle Arbeit reduziert wird auf
simple unskilled labour 45*), kann hier natürlich noch nicht un-
tersucht werden. Genug, daß diese Reduktion faktisch mit dem Set-
zen der Produkte aller Arten von Arbeit als Werte
v o l l z o g e n ist. Als Werte sind sie Äquivalente in gewis-
sen Proportionen; die höhren Sorten von Arbeit selbst sind ge-
schätzt in einfacher Arbeit. Es wird dies sofort klar, wenn über-
legt wird, daß z. B. kalifornisches Gold Produkt der einfachen
Arbeit. Dennoch ist jede Art Arbeit damit bezahlt. Der qualita-
tive Unterschied ist also aufgehoben, und das Produkt einer höh-
ren Art Arbeit ist faktisch reduziert auf ein Quantum einfacher
Arbeit. Diese Berechnungen der verschiednen Arbeitsqualitäten
sind hier also vollständig indifferent und tun dem Prinzip keinen
Abbruch.
"Die Metalle finden als Geld Verwendung, weil sie wertvoll sind,
sie werden wertlos, weil sie als Geld verwendet werden." (l.c.
95.) "Es ist die Geschwindigkeit, mit der sich das Geld bewegt,
und nicht die Menge der Metalle, was das Geld viel oder wenig er-
scheinen läßt." (99.) "Das Geld hat zwei Seiten: eine
i d e e l l e und eine r e a l e; es wird auch zu zwei ver-
schiedenen Zwecken verwendet: den Dingen einen W e r t z u
g e b e n und diese Dinge z u k a u f e n. Zur Wertgebung
eignet sich das ideelle Geld ebenso wie das reale, letztes viel-
leicht noch mehr ... Der andere Verwendungszweck des Geldes ist
der Kauf eben jener Dinge, denen durch das Geld ein Wert gegeben
wurde ... Preise und Vereinbarungen drücken sich wertmäßig in
ideellem Geld aus und bewegen sich real." (S. 112 ff.) "Die Me-
talle haben die Eigenheit, daß sich nur in ihnen alle Faktoren
auf einen einzigen reduzieren: die Quantität. Die Natur hat ihnen
keine unterschiedlichen Eigenschaften gegeben, weder in ihrer in-
neren noch in ihrer äußeren Beschaffenheit." (126, 127.)
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43*) allen diesen Leuten - 44*) Arbeiter - 45*) einfache unge-
lernte Arbeit
#736# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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Dies ist sehr wichtige Bemerkung. Der Wert unterstellt gemein-
schaftliche Substanz, und alle Unterschiede, Proportionen, auf
bloß quantitative reduziert. Dies der Fall in den edlen Metallen,
die so als natürliche Substanz des Werts erscheinen.
"Das Geld ... gleich einer Proportionsregel, die alle Dinge ge-
genüber den Lebensbedürfnissen haben, entscheidet ganz allein
über den P r e i s der Dinge." (152.) "Dasselbe ideelle Geld
ist die Grundlage für die B e z a h l u n g, d.h., mit ihm wer-
den alle Dinge vertraglich verabredet und abgeschlossen sowie
wertmäßig ausgeglichen. Es gibt einen gleichartigen ursächlichen
Zusammenhang dafür, daß alles heutzutage existierende ideelle
Geld das älteste einer jeden Nation ist, während alles einmal
real war; und weil es real war, rechnete man damit." (153.)
(Dies auch der formale Aufschluß über das ideale Geld Urquharts
[358] etc. Den niggers 46*) etc. war die bar 47*) Eisen
ursprünglich reales Geld, verwandelte sich in ideales; aber sie
suchten zugleich seinen frühern Wert zu halten. Da nun der Eisen-
wert, wie sich ihnen im Handel zeigt, wechselt gegen Gold etc.,
drückt die ideale bar, um ihren Wert beizubehalten, wechselnde
Proportionen von wirklichen Quantis Eisen aus, eine mühsame Rech-
nung, die der Abstraktionskraft dieser Herren Ehre macht.)
(Castlereagh, in den Debatten durch das Bullioncommittee [34]
1810 verursacht, stellte ähnliche konfuse notions 48*) auf.)
Schöner Satz des Galiani:
"Jenes Unendliche, das" (die Dinge) "in ihrem Fortschreiten nicht
haben, haben sie in ihrer Bewegung." (156.)
Über den Gebrauchswert sagt Galiani schön:
"Der Preis ist ein Verhältnis... Der Preis der Dinge ist das Ver-
hältnis zwischen ihren und unseren Bedürfnissen ... und hat noch
kein festes Maß. Vielleicht wird man es finden. Ich meinerseits
glaube jedoch, daß dieses Maß d e r M e n s c h s e l b s t
i s t." ([159,] 162.)
"Spanien rechnete in jener Zeit, als es sowohl die größte als
auch die reichste Macht war, mit realen und ganz kleinen Marave-
dis." (172, 173.) "Eigentlich ist er" (der Mensch) "der einzige
und tatsächliche Reichtum." (188.)
"D e r R e i c h t u m i s t e i n V e r h ä l t n i s
z w i s c h e n z w e i P e r s o n e n." (221.) "Wenn sich der
Preis für eine Sache bzw. ihr Verhältnis zu anderen proportional
zu allen Dingen ändert, so ist das ein Zeichen dafür, daß sich
lediglich der Wert für diese eine Sache und nicht für alle ande-
ren Dinge zugleich geändert hat." (154.)
(Die Kosten, das Kapital zu preserve 49*), reparieren, müssen
auch in Rechnung gezogen werden.)
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46*) Negern - 47*) Barre - 48*) wirre Begriffe - 49*) erhalten
#737# Vermischtes
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"D i e u n b e d i n g t e E i n s c h r ä n k u n g d e r
M e n g e a n P a p i e r g e l d würde den einzigen nütz-
lichen Zweck erfüllen wie die Produktionskosten einen anderen
[Fall]." (300.) (Opdyke.)
Der bloß quantitative Unterschied in der Geldmaterie:
"Geld wird n u r i n n a t u r a zurückgezahlt" (bei Anlei-
hen); "welche Tatsache dieses Mittel von aller anderen Maschine-
rie unterscheidet... den Charakter seines Dienstes anzeigt ...
deutlich die Einzigartigkeit seiner Funktion beweist." (267.)
"Im Besitze von Geld, brauchen wir nur einen Tausch zu machen, um
den Gegenstand des Wunsches zu erlangen, während wir mit andren
Surplusprodulcten zwei machen müssen, von denen der erste
(Besorgung des Geldes) unendlich schwieriger ist als der zweite."
(287, 288.)
"Der B a n k i e r unterscheidet sich von dem alten
W u c h e r e r ..., daß er dem Reichen borgt und selten oder
nie dem Armen. Er borgt daher mit geringerem Risiko und kann es
zu billigen Bedingungen tun, und aus beiden Gründen meidet er den
im Volke verbreiteten Haß, der den Wucherer traf." (44.) (Newman,
F.W. "Lectures on Political Economy", London 1851.)
¦¦50¦ "Alle [402] verbergen und vergraben ihr Geld sehr heimlich
und sehr tief, besonders aber die n i c h t m o h a m e d a-
n i s c h e n H e i d e n, die fast allen Handel und alles Geld
in der Hand haben, befangen wie sie sind im Glauben, daß Gold und
Silber, welches sie während ihres Lebens verbergen, ihnen nach
dem Tode dienen wird." (312-314.) (François Bernier, t. I.
"Voyages contenant la description des états du Grand Mogol" etc.,
Paris 1830.)
"Die Materie in ihrem Naturzustand ist stets v o n W e r t
e n t b l ö ß t. Erst durch die Arbeit erhält sie Tauschwert,
wird Element des Reichtums." (McCulloch, "Discours sur l'origine
de l'économie politique" etc. Trad. par Prévost. Genève et Paris
1825. p. 57.)
"Waren im Austausch sich wechselseitig M a ß." (Storch. "Course
d'Economie Politique avec des notes etc. par J.B. Say". Paris
1823, t. I, p. 81.) "Im Handel zwischen Rußland und China dient
das Silber, alle Waren zu [schätzen] ; dennoch macht sich dieser
Handel durch Tausch." (p. 88.) "Ebenso wie die Arbeit nicht die
Q u e l l e ist vom Wert des Reichtums, so wenig ist sie das
M a ß." (p. 123. l.c.) "Smith ließ sich hinreißen zur Überzeu-
gung, daß die gleiche Ursache, die zur H e r s t e l l u n g
der materiellen Dinge führt, auch die Quelle und der Maßstab von
ihrem Wert war." (p. 124.)
"Zins der Preis, den man für den Gebrauch eines Kapitals be-
zahlt." (p. 336.) "Das Bargeld muß einen unmittelbaren Wert ha-
ben, aber gegründet auf ein künstliches Bedürfnis. Seine Materie
darf nicht unentbehrlich für die Existenz des Menschen sein; denn
die gesamte als Bargeld verwendete Menge kann durchaus nicht in-
dividuell verwendet werden, sie muß beständig zirkulieren." (t.
II, p. 113, 114.) "Geld ersetzt alles." (p. 133.)
T.V. "Considérations sur la nature du revenu national", Paris
1824 [403]:
"Die reproduktiven Konsumtionen sind keine eigentlichen Auslagen,
sondern nur V o r s c h ü s s e, da sie denen zurückgezahlt
werden, die sie machen." (p. 54.) "Liegt nicht ein offensichtli-
cher Widerspruch in dieser Meinung, wonach sich die Völker berei-
chern
#738# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
-----
durch ihre Sparsamkeit oder ihre E n t b e h r u n g e n, d.h.,
indem sie sich aus freien Stücken zur Armut verurteilen?" (p.
176.)
"Zur Zeit, wo die Häute und Pelzwerk zum Geld in Rußland dienten,
die Unbequemlichkeit, die der Zirkulation eines Bargeldes anhaf-
tet, welches so umfangreich und so vergänglich, gab der Idee Ur-
sprung, durch kleine Stücke aus geprägtem Kupfer sie zu ersetzen,
die dadurch zu Zeichen werden, zahlbar mit Häuten und Pelzwerk
... Sie konservierten diese Verwendung bis 1700" (nämlich später
die Bruchteile der Silberkopeken zu repräsentieren) "wenigstens
in der Stadt Kaluga und ihren Umgebungen, bis Peter I." (1700)
"verordnete, sie auszuliefern für die kleine Kupfermünze." (p.
79.) [404]
Eine Andeutung über die Wunder des zusammengesetzten Zinses fin-
det sich schon bei dem großen Bekämpfer der Wucherer des 17.
Jahrhunderts: bei Jos. Child. ("Traités sur le commerce" etc.
trad. de l'anglois (englisch publiziert 1669), Amsterdam et Ber-
lin 1754.) (p. 115-117.)
"Eine Ware wird sich tatsächlich immer für eine größere Arbeits-
menge austauschen, als die sie produziert hat; u n d
d i e s e r Ü b e r s c h u ß s t e l l t d e n P r o f i t
d a r." (p. 221. McCulloch, "The Principles of Political Eco-
nomy". London 1825.)
Zeigt, wie schön Herr McCulloch das Ricardosche Prinzip verstan-
den hat. Er unterscheidet zwischen R e a l w e r t und
T a u s c h w e r t; der erstre 1. quantity of labour expended
in its appropriation or production 50*); 2. der zweite
K a u f m a c h t von certain quantities of labour 51*) oder an-
dren Waren, (p. 211.)
"Der Mensch ist ebenso das P r o d u k t d e r A r b e i t
wie. irgendeine der Maschinen, die durch seine Tätigkeit ent-
stand; und uns scheint, daß er in allen ökonomischen Unter-
suchungen gerade von eben diesem Gesichtspunkt aus betrachtet
werden sollte." (115. l.c.) "Löhne bestehen tatsächlich aus einem
Teil des Produkts, das der Fleiß des Arbeiters schuf." (p. 295.)
"Der Profit des Kapitals ist nur ein anderer Name für die Löhne
aufgehäufter Arbeit." (p. 291.)
"Eine periodische Vernichtung von Kapital ist zur notwendigen
Existenzbedingung jedes Zinsfußes auf dem Markt überhaupt gewor-
den. Und, von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, dürften die
schrecklichen Heimsuchungen, denen wir in gewohnter Weise mit so-
viel Unruhe und Besorgnis entgegensehen, und die wir so eifrig
abwenden möchten, nichts anderes sein als natürliche und notwen-
dige Korrektur eines übertrieben angestiegenen und aufgeblasenen
Reichtums, d a s H e i l m i t t e l, wodurch unser Gesell-
schaftssystem in seiner gegenwärtigen Struktur in die Lage ver-
setzt wird, sich von Zeit zu Zeit eines immer wiederkehrenden und
ihre Existenz bedrohenden Überflusses zu entledigen und wieder zu
einem gesunden und nützlichen Zustand zurückzukehren." (p. 165.
Fullarton (John), "On the régulation of currency" etc. Lond.
1844.) "Geld - Allgemeine Kaufkraft." {Chalmers. [p. 164.])
-----
50*) Arbeitsmenge, ausgegeben für Besitznahme oder Produktion -
51*) bestimmten Arbeitsmengen
#739# Vermischtes
-----
"K a p i t a l ... in der Produktion angewandte Dienste und Wa-
ren. G e l d: Wertmaß, Austauschmittel und das allgemeine Äqui-
valent; praktischer: das M i t t e l, u m K a p i t a l z u
e r w e r b e n; das e i n z i g e M i t t e l, f ü r
K a p i t a l z u z a h l e n, das zuvor auf Kredit erworben
wurde; im Grunde genommen eine Garantie dafür, den äquivalenten
Wert in Kapital zu erhalten. H a n d e l ist der Austausch von
Kapital für Kapital durch das Mittel Geld, und da der Vertrag für
das Mittel abgeschlossen ist, kann man mit Geld allein dem Ver-
trag nachkommen und sich der Schuld entledigen. Beim Verkauf wird
eine Art Kapital für Geld zur Verfügung gestellt, um dafür seinen
äquivalenten spezifizierten Wert in jeder Art Kapital zu erwer-
ben. Z i n s - die Entschädigung, die für eine Geldanleihe ge-
geben wird. Wenn das Geld geborgt wird zum Zweck, K a p i t a l
z u b e s c h a f f e n, dann ist die gezahlte Entschädigung
eine Vergütung für den Gebrauch des Kapitals (Rohmaterialien, Ar-
beit, Waren usw.), das mit ihm erworben werden kann. Wenn es ge-
borgt wird in der Absicht, Schulden abzustoßen, für Kapital zu
bezahlen, das zuvor erworben und angewandt wurde (vertraglich
aufgenommen, um in Geld abgezahlt zu werden), dann ist die aus-
gehändigte Entschädigung für den Gebrauch des Geldes selbst, und
in dieser Beziehung sind Zins und Diskont gleich. D i s k o n t
allein Vergütung für das Geld selbst, für die Umwandlung des Kre-
ditgeldes in wirkliches Geld. Ein guter Wechsel gibt die gleiche
Verfügung über Kapital wie Banknoten, vermindert über die Kosten
für den Diskont; Wechsel werden diskontiert, um zu Geld zu gelan-
gen, dessen Nennwerte geeigneter sind für Löhne und kleinere Bar-
geldzahlungen, oder um größere Verpflichtungen zu begleichen, die
fällig werden; aber auch um des Vorteils willen, wenn Bargeld zu
einer Diskontrate unter der dafür üblichen von 5% zu haben ist.
Jedoch das Hauptziel beim Diskontieren hängt im Grunde ab von An-
gebot und Nachfrage an gesetzlichen Zahlungsmitteln ... Der Zins-
fuß hängt hauptsächlich von Nachfrage und Angebot an Kapital und
der Diskontsatz völlig von Nachfrage und Angebot an Geld ab."
(March 13, '58, "Econ[omist"], Brief an den Editor [357].)
¦¦51¦ Herr K. Arnd, ganz an seinem Platz, wo er über die "Hun-
desteuer" [405] raisoniert, hat folgende interessante Entdeckung
gemacht:
"In dem natürlichen Gange der Gütererzeugung gibt es nur e i n e
Erscheinung, welche - in ganz angebauten Ländern - den Zinsfuß
einigermaßen zu regulieren bestimmt zu sein scheint; - es ist
dies das Verhältnis, in welchem die Holzmassen der europäischen
Wälder durch ihren jährlichen Nachwuchs zunehmen - dieser Nach-
wuchs erfolgt, ganz unabhängig von ihrem Tauschwerte, in dem Ver-
hältnisse von 3 bis 4 zu hundert." (S. 124, 125. "D i e
n a t u r g e m ä ß e V o l k s w i r t s c h a f t" etc. Hanau
1845.) Dies verdient, der waldursprüngliche Zinsfuß genannt zu
werden.
"Der verbleibende Wert oder Überschuß wird in jedem Zweige im
Verhältnis zum Wert des angelegten Kapitals stehen." (Ricardo.)
[406]
Bei dem Z i n s ist zweierlei zu betrachten: E r s t e n s
die Scheidung des P r o f i t s in Zins und Profit. (Als Ein-
heit dieser beiden nennen ihn die Engländer gross profit 52*).)
Der Unterschied wird fühlbar, handgreiflich, sobald eine Klasse
von
-----
52*) Bruttoprofit
#740# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
-----
monied capitalists 53*) einer Klasse von industrial capitalists
54*) gegenübertritt. Z w e i t e n s: Das K a p i t a l
selbst wird zur Ware, oder die Ware (Geld) wird als Kapital ver-
kauft. So heißt es z.B., Kapital, wie alle andre Ware, richtet
seinen Preis nach Nachfrage und Zufuhr. Diese bestimmt also den
Zinsfuß. Hier tritt also Kapital als solches in Zirkulation.
Monied capitalists und industrial capitalists können nur 2 beson-
dre Klassen bilden, weil der Profit fähig ist, in 2 Zweige von
Revenue auseinanderzugehen. Die 2 Sorten von capitalists 55*)
drücken nur d[en] fact aus; aber die Spaltung muß da sein, das
Auseinandergehn des Profits in 2 besondre Formen von Revenu, da-
mit 2 besondre Klassen von Kapitalisten darauf aufwachsen können.
Die Form des Zinses ist älter als die des Profits. Die Höhe des
Zinses in Indien für common agriculturists 56*) zeigt keineswegs
an die Höhe des Profits. Sondern daß Profit sowohl wie Teil des
Arbeitslohns selbst in der Form von Zins von dem Wucherer ange-
eignet wird. Es ist eine ganz des historischen Sinns des Herrn
Carey würdige Operation, diesen Zins zu vergleichen mit dem, der
auf dem englischen money market 57*) herrscht, den der englische
Kapitalist zahlt, und daraus zu schließen, wieviel höher die
"Arbeitsrate" (der Arbeitsanteil am Produkt) in England als in
Indien ist. [407] Er hätte vergleichen müssen den Zins, den in
England handloomweavers 58*), z.B. in Derbyshire, zahlen, denen
Material und Instrument vorgeschossen (geliehn) wird vom Kapita-
listen. Er würde gefunden haben, daß der Zins hier so hoch ist,
daß nach Berichtigung aller items 59*), der Arbeiter am Schluß
noch der Schuldner ist, nachdem er dem Kapitalisten nicht nur
seine Vorschüsse zurückerstattet, sondern ihnen seine eigne Ar-
beit noch gratis zugefügt hat. Historisch, daß die Form des
industriellen Profits erst aufkommt, nachdem das Kapital nicht
mehr neben dem selbständigen Arbeiter erscheint. Der Profit er-
scheint daher ursprünglich bestimmt durch den Zins. Aber in der
bürgerlichen Ökonomie der Zins bestimmt durch den Profit und nur
Teil desselben. Der Profit also muß so groß sein, daß ein Teil
sich davon als Zins abzweigen kann. Umgekehrt historisch. Der
Zins muß so heruntergedrückt sein, daß ein Teil des Mehrgewinns
sich als Profit verselbständigen kann. There ist a natural rela-
tion between wages and profit - necessary labour and surplus la-
bour; but is there any between profit and interest, save that
which is dertermined by the competition between these two classes
arranged under these different forms of revenues? But in order
that this competition exist, and the two classes, the division of
the surplus value
-----
53*) Geldkapitalisten - 54*) Industriekapitalisten - 55*) Kapita-
listen - 56*) gewöhnliche Ackerbauern - 57*) Geldmarkt - 58*) We-
ber mit Handwebstuhl - 59*) Einzelposten
#741# Vermischtes
-----
into profits and interests is already presupposed. 60*) Das Kapi-
tal im allgemeinen betrachten, ist keine bloße Abstraktion. Be-
trachte ich das Gesamtkapital einer Nation z.B. im Unterschied
von der Gesamtlohnarbeit (oder auch Grundeigentum) oder betrachte
ich das Kapital als die allgemein ökonomische Basis einer Klasse
im Unterschied zu einer andren Klasse, so betrachte ich es im
allgemeinen. Wie wenn ich z. B. den Menschen physiologisch be-
trachte im Unterschied vom Tier. Der wirkliche Unterschied von
Profit und Zins existiert als der Unterschied einer moneyed dass
of capitalists 61*) gegen eine industrial dass of capitalists
62*). Damit aber 2 solche Klassen sich gegenübertreten können,
ihre Doppelexistenz setzt voraus Diremtion 63*) in dem vom Kapi-
tal gesetzten Mehrwert.
(Die politische Ökonomie hat es mit den spezifischen gesell-
schaftlichen Formen des Reichtums oder vielmehr der Produktion
des Reichtums zu tun. Der Stoff desselben, sei er subjektiv, wie
Arbeit, oder objektiv, wie Gegenstände für die Befriedigung na-
türlicher oder geschichtlicher Bedürfnisse, erscheint zunächst
allen Produktionsepochen gemeinsam. Dieser Stoff erscheint daher
zunächst als bloße Voraussetzung, die ganz außerhalb der Betrach-
tung der politischen Ökonomie liegt und erst dann in die Sphäre
der Betrachtung fällt, wenn er modifiziert wird durch die Form-
verhältnisse oder als sie modifizierend erscheint. Was darüber
allgemeines gesagt zu werden pflegt, beschränkt sich auf Abstrak-
tionen, die einen historischen Wert hatten in den ersten Versu-
chen der politischen Ökonomie, worin die Formen noch mühsam aus
dem Stoff herausgeschält und mit großer Anstrengung als eigner
Gegenstand der Betrachtung fixiert wurden. Später werden sie zu
ledernen Gemeinplätzen, um so widerlicher, je mehr sie mit wis-
senschaftlicher Prätention auftreten. Es gilt dies von allem, was
die deutschen Ökonomen unter der Kategorie von "Gütern" abzusch-
watzen pflegen.)
Das Wichtige ist, daß Zins und Profit beides Beziehungen des
K a p i t a l s ausdrücken. Als besondre Form steht das zinstra-
gende Kapital nicht der Arbeit, sondern dem profittragenden Kapi-
tal gegenüber. Das Verhältnis, worin einerseits der Arbeiter noch
als selbständig erscheint, also nicht als Lohnarbeiter, andrer-
seits aber die gegenständlichen Bedingungen desselben schon eine
selbständige Existenz neben demselben besitzen, das Eigentum ei-
ner
-----
60*) "Es gibt eine natürliche Beziehung zwischen Löhnen und Pro-
fit - notwendige Arbeit und Mehrarbeit; aber es gibt irgendeine
zwischen Profit und Zins, aufgehoben in der, die bestimmt ist von
der Konkurrenz zwischen diesen beiden Klassen, eingeordnet unter
diesen verschiedenen Formen des Eigentums? Aber damit, daß diese
Konkurrenz existiert und die zwei Klassen, ist die Teilung des
Mehrwerts in Profite und Zinsen bereits vorausgesetzt. -
61*) Klasse von Geldkapitalisten - 62*) Klasse von Industriekapi-
talisten - 63*) Trennung
#742# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
-----
besondren Klasse von Wucherern bilden, entwickelt sich notwendig
- in allen auf dem Austausch mehr oder minder beruhenden Produk-
tionsweisen - mit der Entwicklung des Kaufmannsvermögens oder
Geldvermögens im Gegensatz zu den besondren und beschränkten For-
men des agricultural or 64*) gewerblichen Vermögens. Die Entwick-
lung dieses merkantilen Vermögens selbst kann betrachtet werden
als Entwicklung des Tauschwerts und daher der Zirkulation und der
Geldverhältnisse in jenen Sphären. Dies Verhältnis zeigt uns auf
der einen Seite allerdings die Verselbständigung, Loslösung der
Arbeitsbedingungen - die mehr und mehr aus der Zirkulation her-
kommen und von ihr abhängen - von dem ökonomischen Dasein des Ar-
beiters. Andrerseits ist das letztre noch nicht subsumiert in den
Prozeß des Kapitals. Die Produktionsweise wird daher noch nicht
wesentlich verändert. Wo dies Verhältnis innerhalb der bürgerli-
chen Ökonomie sich wiederholt - ist es in zurückgebliebnen Indu-
striezweigen oder solchen, die sich noch ¦¦52¦ sträuben gegen den
Untergang in der modernen Produktionsweise. In ihnen findet noch
die gehässigste Exploitation der Arbeit statt, ohne daß das Ver-
hältnis von Kapital und Arbeit hier irgend die Basis der Entwick-
lung neuer Produktivkräfte und den Keim neuer historischer Formen
in sich trüge. In der Produktionsweise selbst erscheint hier noch
das Kapital stofflich unter den einzelnen Arbeiter oder die Ar-
beiterfamilie subsumiert - sei es im handwerksmäßigen Betrieb
oder in der kleinen Agrikultur. Es findet Exploitation durch das
Kapital statt ohne die Produktionsweise des Kapitals. Der Zinsfuß
erscheint sehr hoch, weil er den Profit einschließt und selbst
einen Teil des Arbeitslohns. Diese Form des Wuchers, in der sich
das Kapital nicht der Produktion bemächtigt, also nur formell Ka-
pital ist, setzt vorbürgerliche Produktionsformen als herrschend
voraus; reproduziert sich aber in untergeordneten Sphären wieder
innerhalb der bürgerlichen Ökonomie selbst.
Zweite historische Form des Zinses: Leihen von Kapital an den
konsumierenden Reichtum. Erscheint hier historisch wichtig als
selbst ein Entstehungsmoment des Kapitals, indem die Einnahme
(and oft the land too) of the landed proprietors accumulates and
becomes capitalized in the pockets of the usurer 65*). Es ist
dies einer der Prozesse, wodurch zirkulierendes Kapital oder auch
Kapital in der Form des Geldes in einer von den Grundeigentümern
unabhängigen Klasse sich konzentriert.
Die Form des realisierten Kapitals sowohl wie seines realisierten
Mehrwerts ist das Geld. Der Profit (nicht nur der Zins) drückt
sich also in Geld aus; weil darin der Wert realisiert und gemes-
sen ist.
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64*) landwirtschaftlichen oder - 65*) (und oft auch das Land) des
Grundeigentümers akkumuliert und in Kapital verwandelt wird in
den Taschen des Wucherers
#743# Vermischtes
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Die Notwendigkeit der Zahlungen in Geld - nicht nur des Geldes
für den Ankauf von Waren etc. - entwickelt sich überall, wo
Tauschverhältnisse und Geldzirkulation stattfinden. Es ist kei-
neswegs nötig, daß der Austausch gleichzeitiger. Mit dem Geld die
Möglichkeit vorhanden, daß ein Teil seine Ware abläßt und der an-
dre seine Zahlung erst später tut. Das Bedürfnis von Geld für
diesen Zweck (später in loans 66*) und discounts 67*) entwickelt)
eine historische Hauptquelle des Zinses. Diese geht uns hier noch
gar nichts an; ist erst bei den Kreditverhältnissen zu betrach-
ten.
Unterschied zwischen buying 68*) (G-W) und selling 69*) (W-G):
"wenn ich verkaufe, habe ich 1. den Profit auf die Ware geschla-
gen und erhalten; 2. eine Ware von allgemeiner Repräsentanz und
Konvertierbarkeit, G e l d, wofür, da Geld immer verkäuflich
ist, ich stets andere Ware kommandieren kann; die höhere Verkauf-
barkeit von Geld ist gerade die Wirkung oder natürliche Konse-
quenz der geringen Verkaufbarkeit von Waren. Beim Kaufen anders.
Wenn er kauft, um wieder zu verkaufen oder Kunden zu beliefern,
gibt es keine absolute Sicherheit, daß er für einen lohnenden
Preis verkaufen wird, wie wahrscheinlich das zuvor auch ausgese-
hen haben mag. Aber nicht alle kaufen, um wieder zu verkaufen,
sondern für ihren eigenen Gebrauch oder [ihre eigene] Konsum-
tion." etc. (p. 117 sq. Corbet, Th. "An Inquiry into the Causes
and Modes of the Wealth of Individuals." London 1841.)
"Economist", April 10 [, 1858]:
"Eine Antwort des Parlaments auf eine Anfrage von Mr. James Wil-
son zeigt, daß die Münze im Jahre 1857 Gold zum Werte von
4 859 000 Pfund Sterling prägte, wovon 364 000 Pfund in 10 Schil-
lingstücken waren. Die Silbermünzen des Jahres beliefen sich auf
373 000 Pfund Sterling, wobei die Kosten des verwendeten Metalls
363 000 Pfund Sterling betrugen. Der Gesamtbetrag der in den 10
Jahren bis zum 31. Dezember 1857 geprägten Münzen ergab
55 239 000 Pfund in Gold und 2 434 000 in Silber. Der Wert der
Kupfermünzen des vergangenen Jahres belief sich auf 6720 Pfund -
der Wert des Kupfers betrug 3492 Kund; davon waren 3136 in Penny-
stücken, 2464 in halben Pennystücken und 1120 in Viertelpenny-
stücken. Der Gesamtwert der Kupfermünzen der letzten 10 Jahre war
141477 Pfund, wobei das Kupfer, aus dem sie bestanden, für 73 503
Pfund erworben worden war."
"Nach Thomas Culpeper (1641), Josias Child (1670), Paterson
(1694), Locke (1700) hängt der Reichtum von der selbst gezwungnen
Reduktion der Zinstaxe des Goldes und Silbers ab. Befolgt in Eng-
land während fast 2 Jahrhunderten." (Ganilh. [p. 76/77.])
Als Hume im Gegensatz zu Locke die Bestimmung des Zinsfußes von
der Profitrate entwickelte, hatte er bereits eine viel größre
Entwicklung des Kapitals vor Augen; noch mehr so Bentham, als er
gegen Ende des 18. Jahrhunderts seine Verteidigung des Wuchers
schrieb. (Von Heinrich VIII. bis Anne gesetzliche Herabsetzung
des Zinses.)
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66*) Darlehen - 67*) Zinsvergütungen - 68*) Kauf - 69*) Verkauf
#744# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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"In jedem Land 1. eine produzierende Klasse [408] und 2. eine
Klasse der Geldkapitalisten, die von den Zinsen ihres Kapitals
lebt." (p. 110.) (J. St. Mill "Some unsettled questions of poli-
tical economy." London 1844.)
"Es ist infolge häufiger Versetzungen und Einlösungen im selben
Monat und durch Versatz eines Artikels, um einen anderen heraus-
zunehmen und dabei eine kleine Gelddifferenz zu erhalten, daß der
Pfandhauszins so übermäßig wird. In London sind 240 konzessio-
nierte Pfandverleiher und in der Provinz ungefähr 1450. Das ange-
wandte Kapital wird auf ungefähr 1 Million geschätzt. Wenigstens
dreimal umschlagen jährlich und jedesmal im Durchschnitt für
33 1/2 % Profit; so daß die untern Klassen von England 1 Million
jährlich zahlen für den temporären Vorschuß einer Million, abge-
sehen von dem Verlust durch verwirkte Auslösungsfrist versetzter
Artikel." (p. 114.) (vol. I, J.D. Tuckett "A history of the Past
and Present State of the Labouring Population" etc. London 1846.)
"Einige Arbeiten können nicht anders als im großen getrieben wer-
den, z.B. das Porzellanmachen, Glasmachen usw. Sind daher nie
Handwerke. Schon im 13. und 14. Jahrhundert hat man einige Arbei-
ten, wie Webereien, im großen getrieben." (Poppe.) [409]
"In den älteren Zeiten gehörten alle Fabriken zum Handwerk, und
der Kaufmann blieb bloß Verleger und Beförderer des Handwerks.
Bei Tuch- und Zeugmanufakturen wurde hierauf noch am strengsten
gehalten. Nach und nach aber fingen an vielen Orten die Kaufleute
an, sich zum Meister aufzuwerfen" (natürlich ohne die Zunftvorur-
teile, Traditionen, Verhältnis zu den Gesellen der alten Mei-
ster), "und für Tagelohn Gesellen in Arbeit zu nehmen." (Poppe.
S. 70, 71 70*), I. Bd. "Geschichte der Technologie". Göttingen
1807-1811.)
Es war dies ein Hauptgrund, warum in England die eigentliche In-
dustrie in nicht inkorporierten Städten sich festsetzte und auf-
kam.
Das Handelskapital oder das Geld, wie es als Kaufmannsvermögen
auftritt, ist die erste Form des Kapitals, d. h. des Werts, der
ausschließlich aus der Zirkulation (dem Austausch) hervorgeht,
sich in ihr erhält, reproduziert und vermehrt, und so ist der
ausschließliche Zweck dieser Bewegung und Tätigkeit der Tausch-
wert. Die beiden Bewegungen, kaufen, um zu verkaufen, und verkau-
fen, um zu kaufen, aber die ¦¦53¦ Form G-W-W-G herrscht vor. Das
Geld und die Vermehrung desselben erscheint als ausschließlicher
Zweck der Operation. Weder kauft der Kaufmann die Ware zu seinem
eignen Bedürfnis, ihres Gebrauchswerts wegen, noch verkauft er
sie, um z. B. in Geld abgemachte Kontrakte zu zahlen oder um an-
dere Ware für sein Bedürfnis zu erhalten. Sein direkter Zweck ist
Vermehrung des Werts, und zwar in seiner unmittelbaren Form als
Geld. Das Handelsvermögen ist erstens das Geld als Tauschmittel;
das Geld als die vermittelnde Bewegung der Zirkulation; es
tauscht Ware gegen
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70*) In der Handschrift: S. 92
#745# Vermischtes
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Geld aus, Geld gegen Ware und vice versa. Ebenso erscheint hier
das Geld als Selbstzweck, aber ohne deswegen zu existieren in
seiner metallnen Existenz. Es ist hier die lebendige Verwandlung
des Werts in die beiden Formen von Ware und Geld: die Gleichgül-
tigkeit des Werts gegen die bestimmte Form des Gebrauchswerts,
die er annimmt, und zugleich seine Metamorphose in alle diese
Formen, die aber nur als Verkleidungen erscheinen. Wenn so die
Aktion des Handels die Bewegungen der Zirkulation zusammenfaßt,
das Geld daher als Kaufmannsvermögen nach einer Seite hin die er-
ste Existenz des Kapitals ist, auch historisch so erscheint, so
erscheint auf der andren Seite diese Form direkt widersprechend
d e m B e g r i f f d e s W e r t s. Wohlfeil kaufen und
teuer verkaufen, ist das Gesetz des Handels. A l s o n i c h t
d e r A u s t a u s c h v o n Ä q u i v a l e n t e n , m i t
w e l c h e m v i e l m e h r d e r H a n d e l u n m ö g-
l i c h w ä r e a l s e i n b e s o n d r e r E r w e r b s-
z w e i g.
Das Geld als Handelsvermögen - wie es in den verschiedensten
Gesellschaftsformen und auf den verschiedensten Stufen der Ent-
wicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte erscheint - ist
indes bloß das vermittelnde Bewegen zwischen Extremen, die es
nicht beherrscht, und Voraussetzungen, die es nicht schafft.
A. Smith t. II. 1. III (ed. Garnier):
"Der bedeutende Handel für die ganze zivilisierte Gesellschaft
ist der, welcher sich zwischen den Bewohnern der Stadt und denen
des Landes begründet ... besteht i m A u s t a u s c h v o n
R o h p r o d u k t e n gegen a n g e f e r t i g t e P r o-
d u k t e, ... sei es unmittelbar oder durch die Vermittlung des
Geldes." (p. 403.)
Der Handel faßt immer zusammen; die Produktion ursprünglich im
kleinen.
"Die Stadt ist eine Messe oder beständiger Markt, zu dem sich die
Bewohner des Landes begeben, um ihre Rohprodukte gegen angefer-
tigte Erzeugnisse auszutauschen. Dieser Handel versorgt die Ein-
wohner der Stadt sowohl mit dem Werkstoff für die Arbeit als auch
mit den Mitteln für den Lebensunterhalt. Das Quantum f e r t i-
g e r A r b e i t, das sie den Bewohnern des Landes verkaufen,
bestimmt notwendigerweise das Quantum an Rohstoffen und Lebens-
mitteln, die sie kaufen." (p. 408 [, 409].)
Solange "Mittel der Subsistenz und des Genusses" der Hauptzweck,
herrscht der Gebrauchswert vor.
Im Begriff des Werts, daß er nur durch den Tausch sich erhält und
vermehrt. Der existierende Wert aber zunächst das Geld.
"Diese Industrie, die sich etwas vornimmt, das über das absolut
notwendige hinausgeht, ließ sich in den Städten nieder lange
Zeit, bevor sie gemeinhin von den Bearbeitern des Bodens hätte
errichtet werden können." (p. 452.)
"Obgleich die Bewohner einer Stadt schließlich von dem Land ihre
Subsistenz und
#746# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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alle Mittel und Materialien ihrer Industrie ziehn, so können doch
die [Bewohner] einer Stadt, die nah an den Ufern des Meeres oder
eines schiffbaren Flusses liegt, sie ziehn auch aus den entfern-
testen Winkeln der Welt, entweder als Tausch gegen das manufaktu-
rierte Produkt ihrer eignen Industrie oder indem sie den Dienst
von Fuhrleuten zwischen entfernten Ländern wechselseitig tun und
die Produkte dieser Länder untereinander austauschen. So kann
eine Stadt sehr reich werden, während nicht nur das Land ihrer
nächsten Umgebung, sondern alles Land, wo sie handelt, arm ist.
Jedes dieser Länder, getrennt genommen, kann ihr nur einen sehr
kleinen Teil der Subsistenz und für die Geschäfte bieten; aber
alle diese Länder, kollektiv genommen, können ihr eine große
Quantität von Subsistenzen und eine große Mannigfaltigkeit von
Beschäftigung liefern." (p. [452,] 453.)
(Italienische Städte erhoben sich zuerst in Europa durch den Han-
del; während der Kreuzzüge - Venedig, Genua, Pisa - teils durch
Transport von Menschen und immer durch den von Lebensmitteln, die
ihnen geliefert werden mußten. Diese Republiken waren gleichsam
die Kommissarien der Lebensmittel dieser Armeen.) ( l.c.)
Das Kaufmannsvermögen, als beständig im Austausch begriffen und
des Tauschwerts wegen austauschend, ist in fact das lebendige
Geld.
"Die Bewohner der Handelsstädte führten von reichren Ländern raf-
finierte Gegenstände und Luxusartikel von großem Preis ein, boten
so eine Nahrung der Eitelkeit der großen Grundeigentümer, die sie
mit Eifer kauften, indem sie große Quantitäten vom Rohprodukt ih-
rer Ländereien dafür zahlten. So der Handel eines großen Teils
von Europa in dieser Zeit Austausch des Rohprodukts eines Landes
gegen das Manufakturprodukt eines in der Industrie avancierteren
Landes." (p. [454,] 455.)
"Als dieser Geschmack allgemein genug geworden war, um eine be-
trächtliche Nachfrage zu schaffen, suchten die Kaufleute, um die
Transportkosten zu sparen, in ihrem Lande ähnliche Manufakturen
zu etablieren. Dies der Ursprung der ersten Manufakturen für den
Verkauf in die Ferne." (l.c.)
Luxusmanufakturen, entsprungen aus foreign commerce 71*), eta-
bliert durch Kaufleute (p. 456.) (bearbeiten ausländische Mate-
rien). Ad. Smith spricht von einer zweiten Sorte, die "natürlich
und von selbst durch sukzessive Verfeinerung der groben und häus-
lichen Gewerbe entstanden". Bearbeiten homegrown materials 72*).
(p. 459.)
Die Handelsvölker der Alten wie die Götter des Epikur in den In-
termundien 73*) der Welt [410] oder rather 74*) wie die Juden in
den Poren der polnischen Gesellschaft. Die meisten selbständig
und großartig entwickelten selbständigen Handelsvölker oder
Städte carrying trade 75*), der beruhte auf der Barbarei der
-----
71*) Außenhandel - 72*) einheimische Materialien - 73*) Räumen
zwischen den verschiedenen Welten - 74*) vielmehr - 75*) Trans-
portgewerbe
#747# Vermischtes
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produzierenden Völker, zwischen denen sie die Rolle des Geldes
spielten (der Vermittler).
In den Vorstufen der bürgerlichen Gesellschaft beherrscht der
Handel die Industrie; in der modernen Gesellschaft umgekehrt.
Der Handel wird natürlich mehr oder minder zurückwirken auf die
Gemeinwesen, zwischen denen er getrieben wird. Er wird die Pro-
duktion mehr und mehr dem Tauschwert unterwerfen; den unmittelba-
ren Gebrauchswert mehr und mehr in den Hintergrund drängen; indem
er die Subsistenz mehr abhängig macht vom Verkauf als vom unmit-
telbaren Gebrauch des Produkts. Löst die alten Verhältnisse auf.
Vermehrt damit die Geldzirkulation. Ergreift erst bloß den Über-
fluß der Produktion; faßt nach und nach diese selbst an. Indes
hängt die auflösende Wirkung sehr ab von der Natur der produzie-
renden Gemeinwesen, zwischen denen er operiert. Z.B. hat [tri die
altindischen Gemeinwesen und überhaupt asiatischen Verhältnisse
kaum erschüttert. Der Betrug im Austausch ist die ¦¦54¦ Basis des
Handels, wie er selbständig erscheint.
Aber das Kapital entsteht erst, wo sich der Handel der Produktion
selbst bemächtigt und der Kaufmann Produzent oder der Produzent
bloßer Kaufmann wird. Dagegen die mittelaltrige Zunftverfassung,
das Kastenwesen etc. Die Entstehung des Kapitals in seiner ad-
äquaten Form setzt aber dasselbe voraus als Handelskapital, so
daß nicht mehr produziert wird, mehr oder minder durch Geld ver-
mittelt, für den Gebrauch, sondern für den Handel im großen.
Handelsvermögen als selbständige ökonomische Form und als Grund-
lage für Handelsstädte und Handelsvölker existiert und hat exi-
stiert zwischen Völkern, die sich auf den verschiedensten Stufen
der ökonomischen Entwicklung befinden, und in der Handelsstadt
selbst (der altasiatischen z.B., der griechischen und der italie-
nischen etc. des Mittelalters) kann die Produktion in der Form
von Zunft etc. fortexistieren.
Steuart.
"H a n d e l ist eine Tätigkeit, mit deren Hilfe der Reichtum
oder die Arbeit von Einzelpersonen oder Gesellschaften von einer
Gruppe Menschen, die man als Kaufleute bezeichnet, für ein Äqui-
valent ausgetauscht werden können; das geeignet ist, jedes Be-
dürfnis zu befriedigen, ohne daß es zu einer Unterbrechung der
Industrie oder zu Hindernissen für die Konsumtion kommt.
I n d u s t r i e bedeutet Bewerbung um die sinnreiche Arbeit
des freien Mannes, um mit den M i t t e l n d e s H a n-
d e l s ein Äquivalent zu erlangen, das geeignet ist, jedes
Bedürfnis zu befriedigen." (t. I, p. 166.)
"Solange die Bedürfnisse einfach bleiben und gering an Zahl, hat
der Handwerker Zeit genug, alle Erzeugnisse seiner Arbeit zu ver-
teilen; wenn die Bedürfnisse vielfältiger werden, müssen die Men-
schen schwerer arbeiten; d i e Z e i t w i r d k o s t b a r,
folglich wird
#748# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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der Handel eingeführt ... Der Kaufmann als Mittler zwischen Hand-
werker und Konsumenten." (p. 171.)
"Die Ansammlung (der Produkte) in wenigen Händen ist die Einfüh-
rung des Handels." (l.c.) "Der Konsument kauft nicht, um wieder
zu verkaufen. Der Kaufmann kauft und verkauft bloß mit der Ab-
sicht auf Gewinn" (p. 174.) (d.h. für den Wert). "Die einfachste
aller Handelsformen die, ausgeführt durch A u s t a u s c h
d e r n o t w e n d i g s t e n L e b e n s m i t t e l" (zwi-
schen der überschüssigen Nahrung der Pächter und den freien Ar-
beitern). "Der Fortschritt hauptsächlich zuzuschreiben der Ein-
führung des Geldes." (p. 176.)
"Solange wechselseitige Bedürfnisse befriedigt durch Tauschhan-
del, ist nicht die geringste Gelegenheit für Geld da. Dies die
einfachste Kombination. Wenn Bedürfnisse vervielfältigt sind,
wird Tauschhandel betreiben schwerer; daraufhin wird G e l d
eingeführt. Dies ist der allgemeine Preis aller Dinge. Ein ge-
eignetes Äquivalent in der Hand derer, die [etwas] benötigen.
Diese Tätigkeit des Kaufens und Verkaufens ist etwas komplexer
als die erste. Also 1. T a u s c h h a n d e l; 2. V e r-
k a u f; 3. H a n d e l ..."
"Der Kaufmann muß dazwischenkommen. Was früher Bedürfnisse hieß,
ist jetzt repräsentiert durch den Konsumenten; die Industrie
durch den Fabrikanten, das Geld durch den Kaufmann. Der Kaufmann
repräsentiert das Geld, indem er Kredit an dessen Stelle ein-
setzt; und wie das Geld zur Erleichterung des Tauschhandels er-
funden, so der Kaufmann mit dem Kredit eine Verfeinerung gegen-
über dem Gebrauch von Geld. Diese Tätigkeit von Kaufen und Ver-
kaufen ist jetzt Handel; er befreit beide Teile von der ganzen
Mühe des Transports und Bedürfnisse an Bedürfnissen oder Bedürf-
nisse an Geld anzupassen; der Kaufmann repräsentiert abwechselnd
den Konsumenten, den Fabrikanten und das Geld. Dem Konsumenten
repräsentiert er die Gesamtheit der Fabrikanten, diesen die Ge-
samtheit der Konsumenten, und beiden Klassen ersetzt sein Kredit
den Gebrauch des Geldes." (p. 177, 178.)
"Kaufleute kaufen und verkaufen vermutlich nicht aus Notwendig-
keit, sondern unter dem Gesichtspunkt des Gewinns." (p. 201.)
"Erst der Industrielle produziert für fremden, nicht für eignen
Gebrauch; diese Güter fangen ihm erst im Moment, wo er sie ver-
tauscht, an, nützlich zu werden. Sie machen also den Handel oder
die Kunst des Austausches nötig. Sie sind nur geschätzt wegen
ihres austauschbaren Wertes." (p. 161.) (Sismondi "Etudes sur
l'économie politique", t. II. Bruxelles 1838.) "Der Handel hat
den Dingen, den Reichtümern ihren primitiven Charakter von Nütz-
lichkeit geraubt: E s i s t d e r G e g e n s a t z z w i-
s c h e n d e m G e b r a u c h s w e r t u n d d e m
T a u s c h w e r t, w o r a u f d e r H a n d e l d i e
g a n z e S a c h e z u r ü c k g e f ü h r t h a t." (p.
162.) "Im Anfang ist der Nutzen das wahre Maß der Werte; der Han-
del existiert dann, im patriarchalischen Zustand der Gesell-
schaft; aber er hat sie nicht ganz absorbiert; er wird nur aus-
geübt mit dem Überschuß der Produktion eines jeden und nicht mit
dem, worauf sich seine Existenz gründet." (p. 162, 163.) "Dagegen
der Charakter unsres ökonomischen Fortschritts, daß der
H a n d e l sich belastet mit der D i s t r i b u t i o n der
Totalität des jährlich produzierten Reichtums, und er hat folg-
lich absolut seinen Charakter des nützlichen Wertes unterdrückt,
um nichts als den austauschbaren Wert bestehen zu lassen." (163.)
#749# Vermischtes
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"Vor Einführung des Handels war die Vermehrung in der Quantität
des Produzierten eine direkte Vermehrung der Reichtümer. Wenig
bedeutend war damals die Quantität der Arbeit, vermittelst deren
diese nützliche Sache erworben worden war. Und wirklich, die ver-
langte Sache verliert nichts an ihrer Nützlichkeit, selbst dann,
wenn zu ihrer Verschaffung gar keine Arbeit nötig wäre; Getreide
und Leinwand würden ihren Besitzern nicht minder nötig sein,
selbst wenn sie ihnen vom Himmel gefallen wären. Das ist ohne
Zweifel die wahre Abschätzung des Reichtums, Genuß und Nützlich-
keit. Von dem Augenblick aber an, wo die Menschen ... ihre Subsi-
stenz abhängig machten von den Austauschen, die sie machen könn-
ten, oder von dem Handel, waren sie gezwungen, sich an eine andre
Abschätzung zu attachieren, an den Tauschwert, an den Wert, der
nicht aus der Nützlichkeit resultiert, sondern aus d e m
V e r h ä l t n i s z w i s c h e n d e m B e d ü r f n i s
d e r g a n z e n G e s e l l s c h a f t u n d d e r
Q u a n t i t ä t d e r A r b e i t, d i e h i n r e i c h-
t e , u m d i e s B e d ü r f n i s z u b e f r i e d i-
g e n, oder auch nach der Quantität Arbeit, die in Zukunft
dasselbe befriedigen könnte." (p. 266, l.c.) "In der Abschätzung
der Werte, die man durch die Institution des baren Geldes zu
messen gesucht hat, ist der Begriff der Nützlichkeit ganz
beiseite gesetzt. Es ist die A r b e i t, die nötige Anstren-
gung, um sich die beiden gegeneinander ausgetauschten Sachen zu
verschaffen, die allein betrachtet worden ist." (p. 267.)
Über den Zins sagt Gilbart (J.W.): "The History and Principles of
Banking". London 1834:
"Daß ein Mann, der Geld borgt mit der A b s i c h t, P r o-
f i t d a v o n z u m a c h e n, eine Portion des Profits
dem Ausleiher geben soll, ist ein selbstverständliches Prinzip
der natürlichen Gerechtigkeit. Ein Mann macht einen Profit
gewöhnlich vermittelst des Handelsverkehrs. Aber im Mittelalter
die Bevölkerung rein landwirtschaftlich. Und da, wie unter der
feudalen Regierung, kann nur wenig Handelsverkehr und daher wenig
Profit sein. Daher die Wuchergesetze im Mittelalter ge-
rechtfertigt. Außerdem: braucht in einem agrikulturellen Land ein
Mensch selten Geld zu borgen, es sei denn, durch Unglücksfälle in
Not geraten." (p. 163.)
"Henry VIII. limitierte Zins zu 10%, Jacob I. auf 8, Charles II.
auf 6, Anna auf 5." (164, 165.) "In jenen Zeiten waren die Aus-
leiher, wenn nicht legal, so doch aktuelle Monopolisten, und da-
her war es nötig, sie wie andre Monopolisten unter Beschränkung
zu setzen." (p. 165.) "In unsren Zeiten reguliert die Rate des
Profits die Rate des Zinses; in jenen Zeiten regulierte die Rate
des Zinses die Rate der Profite. Wenn der Geldleiher mit einer
hohen Zinsrate den Kaufmann belastete, mußte der Kaufmann eine
höhere Rate Profit auf seine Waren setzen, daher eine große Summe
Geldes genommen aus den Taschen der Käufer, um sie in die Taschen
der Geldverleiher zu bringen. Dieser zusätzliche Preis auf die
Waren gesetzt, machte das Publikum minder fähig und geneigt, sie
zu kaufen." (p. 165.) (l.c.)
"Unter der Herrschaft unveränderlicher Äquivalente würde der
H a n d e l usw. unmöglich sein." (G. Opdyke: "A Treatise on Po-
litical Economy". New York 1851, p. 67.)
"Die unbedingte Einschränkung der Menge dieses Mittels" (d.h. Pa-
piergeld) "würde den einzigen nützlichen Zweck erfüllen, den die
Produktionskosten für das andere erfüllen" (Metallgeld). (l.c.
300.)
#750# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
-----
Z i n s.
"Fällt ein fester Betrag an Edelmetall, so dies kein Grund, daß
eine geringe Geldmenge genommen werden sollte für seine Verwen-
dung, denn wenn das Kapital weniger Wert für den Borger, so der
Zins in demselben Maß weniger schwer ihm zu zahlen. In Kalifor-
nien 3% monatlich, 36% pro Jahr wegen des unsicheren Zustandes.
In Hindustan, wo die Anleihe der indischen Fürsten für unproduk-
tive Ausgaben, um die Kapitalverluste der Verleiher im Durch-
schnitt aufzuwiegen, sehr hoher Zins, 30%, der in keinem Verhält-
nis zum Profit steht, der durch Betätigung in der Industrie er-
zielt werden könnte." ("Economist", 22 Jan. 1853.) (Der Verleiher
"berechnet den Zins so hoch, damit er ausreicht, um das Kapital
in kurzer Zeit zu ersetzen, oder wenigstens wie im Durchschnitt
seiner sämtlichen Verleihtransaktionen dazu dienen möge, seine
Verluste in einzelnen Fällen auszugleichen durch offenbar maßlose
Gewinne in anderen." (l.c.))
"Die Zinsrate hängt ab 1. von der Profitrate, 2. von der Propor-
tion, worin der Gesamtprofit geteilt wird zwischen Verleiher und
Borger." (l.c.)
"Überfluß oder Knappheit an Edelmetallen, Vorherrschen der hohen
oder niedrigen Preise in der allgemeinen Preisskala entscheiden
lediglich, ob eine höhere oder mindere Geldmenge benötigt wird,
um die Austausche zwischen Borgern und Verleihern sowie jeder an-
deren Art von Austauschen zu bewirken ... Differenz nur, daß eine
größere Geldsumme nötig sein würde, um verliehenes Kapital zu re-
präsentieren und zu transferieren ... Das Verhältnis zwischen der
Summe, bezahlt für den Gebrauch eines Kapitals, und dem Kapital
selbst drückt die Rate des Zinsfußes aus, gemessen in Geld."
(l.c.)
"D o p p e l t e W ä h r u n g. Früher in den Ländern, wo Gold
und Silber gesetzliche Währung, zirkulierte bisher fast nur Sil-
ber, weil von 1800-1850 die Tendenz der Verteuerung des Goldes
gegenüber dem Silber vorhanden war. Das Gold war etwas gestiegen
gegen Silber, trug in Frankreich Aufgeld gegen sein in 1802 be-
stimmtes Verhältnis zum Silber. So in den Vereinigten Staaten; in
Indien. (In letzterem jetzt Silberstandard, wie in Holland etc.)
... Die Zirkulation der Vereinigten Staaten zuerst affiziert.
Große Goldeinfuhr von Kalifornien, Aufgeld des Silbers in Europa,
umfangreiche Schiffsladungen von Silbermünzen und [deren] Ersatz
durch Gold. Die Regierung der Vereinigten Staaten schlug Goldmün-
zen so niedrig wie 1 Dollar. Substitution von Silber für Gold in
Frankreich." ("Economist", 15 November 1851.)
"Laßt den 'Wertmaßstab' sein, wie er will, und das Geld gegenwär-
tig i r g e n d e i n e n festgelegten Teil dieses Maßes dar-
stellen, über den beschlossen werden kann, so können die zwei im
Verhältnis zueinander nur dann einen festen und dauerhaften Wert
besitzen, wenn sie konvertierbar sind nach dem Belieben ihres Be-
sitzers." ("Economist". [9. Oktober 1847.])
"Die einzige Möglichkeit, wie eine Münzsorte Aufgeld kommandieren
kann, ist, wenn keiner verpflichtet ist, sie zu zahlen, während
jeder verpflichtet ist, sie als gesetzliches Zahlungsmittel zu
nehmen." ("Economist". [18. Januar 1851.])
"Kein Land kann konsequenterweise mehr als einen Maßstab haben
(mehr als e i n e n Maßstab für das Maß des Wertes); denn die-
ser Maßstab muß einheitlich und unveränderlich sein. Kein Artikel
hat einheitlichen, unveränderlichen Wert gegen anderen; das hat
er nur sich selbst gegenüber. Ein Goldstück ist stets von demsel-
ben Wert wie
#751# Vermischtes
-----
das andere, von exakt derselben Feinheit, demselben Gewicht und
demselben Wert in demselben Platz; das aber kann nicht von Gold
und irgendeinem anderen Artikel gesagt werden, z.B. Silber."
("Economist", [11. Mai] 1844.)
"Das englische Pfund Sterling etwas weniger als 1/3 seines ur-
sprünglichen Werts, der deutsche Florin = 'U, Schottland vor der
Union hatte herabgesetzt sein Pfund zu "y" der französische Frank
= 1/74, der spanische Maradevi = weniger als 1/1000, das portu-
giesische Reis noch tiefer." (p. 13, Morrison.) [411]
"Vor dem Gesetz von 1819 [412] Ursachen vorhanden für Bestimmung
des Preises der Edelmetallbarren außer der Zirkulation der
Banknoten: 1. der mehr oder weniger einwandfreie Zustand der
Münze. Ist die zirkulierende Metallmünze unter ihren Gewichts-
maßstab abgesunken, so muß der geringste Wechsel im Austausch,
der eine Exportnachfrage verursacht, den Preis des Edelmetallbar-
rens haben mindestens um die Degradation des Geldstücks. 2.
Strafgesetze, die das Schmelzen und Exportieren von Münzen verbo-
ten, Handel mit Edelmetallbarren erlaubten. Dies gab bei intensi-
ver Nachfrage für Export Spielraum für Veränderung des Preises
der Edelmetallbarren gegenüber dem der Münzen selbst zu Zeiten,
wo das Papier vollständig konvertibel. 1783, 1792, 1795, 1796 ...
1816 stieg der Preis der Edelmetallbarren über den Preis der
Münzanstalt, weil die Bankdirektoren, in ihrem Wunsch, die Wie-
deraufnahme der Barzahlungen vorzubereiten, das Gold beträchtlich
über den Preis der Münzanstalt annahmen." (Fullarton.) [413]
"Der Standard kann für Gold sein, ohne daß eine Unze Gold zirku-
liert." ("Economist".) [414]
"Unter George III. (1774) Silber legales Zahlungsmittel nur für
25 l. Auch zahlte die Bank nun gesetzlich nur mehr in Gold."
(Morrison.) "Durch Lord Liverpool (Anfang des 19. Jahrhunderts)
Silber und Kupfer zu rein repräsentativen Münzen gemacht." (l.c.)
[415]
Der Urquhartsche Blödsinn über den standard of money 76*):
"Der W e r t des Goldes soll durch sich selbst gemessen werden;
wie kann irgendein Stoff das Maß seines eignen Wertes in andren
Dingen sein? Der Wert des Goldes soll durch sein eigenes
G e w i c h t festgestellt werden, unter einer falschen Benen-
nung dieses Gewichtes - und eine U n z e soll so viele
P f u n d e und Bruchteile von Pfund wert sein. Das ist - Fäl-
schung eines M a ß e s und nicht Fortsetzung eines M a ß-
s t a b e s!" ("Familiar Words". [p. 104/105.])
¦¦56¦ Ad. Smith nennt die labour the real 77*) und das money the
nominal measure of value 78*); stellt das erste als das ursprüng-
liche dar. [416]
Wert des Geldes. J. St. Mill. "Quantität der verkauften Güter ge-
geben und Zahl der Verkäufe und Wiederverkäufe dieser Güter, so
hängt der Wert des Geldes von seiner Quantität ab, zusammen mit
der Anzahl von Malen, die jedes Stück Geld die Hände in diesem
Prozeß wechselt."
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76*) Maßstab des Geldes - 77*) Arbeit das reale - 78*) Geld das
nominelle maß des Wertes
#752# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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"Die Quantität des Geldes in Zirkulation = dem Geldwert aller
verkauften Waren, dividiert durch die Zahl, die die Geschwindig-
keit der Zirkulation ausdrückt."
"Wenn der Betrag von Waren und Transaktionen gegeben ist, so der
Wert des Geldes umgekehrt wie seine Quantität, multipliziert mit
der Geschwindigkeit seiner Zirkulation."
Aber alle diese Sätze nur so zu verstehn, "daß nur von der Quan-
tität Geld die Rede ist, die wirklich zirkuliert und faktisch ge-
gen Waren ausgetauscht wird".
"Die nötige Quantität Geldes bestimmt teils durch seine Produkti-
onskosten, teils durch die Geschwindigkeit seiner Zirkulation.
Ist die Geschwindigkeit der Zirkulation gegeben, so die Produkti-
onskosten bestimmend; sind die Produktionskosten gegeben, so
hängt die Quantität des Geldes von Geschwindigkeit der Zirkula-
tion ab." [417]
"Das Geld hat kein Äquivalent als sich selbst, wo es Ware ist.
Degradiert daher alles. Im Anfang des 15. Jahrhunderts in
Frankreich selbst die geweihten Kirchengefäße (Altarbecher) etc.
den Juden verpfändet." (Augier. [p. 95.])
Geld nicht direkter Konsumtionsgegenstand:
"Das bare Geld wird nie Objekt der Konsumtion, bleibt immer Han-
delsware, wird nie Eßware. Direkten innern Wert hat es nur für
die Gesellschaft; austauschbaren für jedes Individuum. Seine Ma-
terie muß daher Wert haben, aber gegründet auf ein künstliches
Bedürfnis, darf nicht unentbehrlich zur Existenz des Menschen
sein; denn die ganze Quantität davon, die als bares Geld ange-
wandt wird, kann nie individuell angewandt werden; sie muß immer
zirkulieren." (Storch.) [418]
¦¦57¦ John Gray: "The Social System. A treatise on the principle
of Exchange." Edinburgh 1831.
"Für Geld zu verkaufen soll zu allen Zeiten so leicht gemacht
werden, wie mit Geld zu kaufen; die Produktion würde dann die
gleichförmige nie versiegende Quelle der Nachfrage werden." (16.)
"Die Menge, die für Profit verkäuflich ist, und nicht die Menge,
welche hergestellt werden kann, schränkt gegenwärtig die Produk-
tion ein." (59.)
"Geld sollte lediglich ein E m p f a n g s s c h e i n, ein Be-
weis dafür sein, daß sein Inhaber entweder bestimmten Wert zu dem
vorhandenen nationalen Reichtum beigetragen hat oder daß er auf
den erwähnten Wert ein Recht erworben von irgend jemand, der ihn
beigetragen hat ... Geld sollte nichts mehr und nichts weniger
sein als handlicher, übertragbarer, teilbarer und unnachahmbarer
Beweis für die Existenz vorrätigen' Reichtums." (63, 64.)
"Man lasse ein Produkt, das vorher einen Schätzungswert erhält,
auf eine Bank legen und wieder herausnehmen, wann immer es benö-
tigt wird, wobei lediglich durch allgemeines Übereinkommen fest-
gesetzt wird, daß derjenige, der irgendeine Art von Eigentum in
die vorgeschlagene Nationalbank einlegt, aus ihr einen gleichen
Wert, was immer sie enthalten mag, herausnehmen darf, statt ge-
zwungen zu sein, dasselbe Ding herauszunehmen, das er eingelegt
hat... Der vorgeschlagene nationale Bankier sollte Wertsachen je-
der Art in Empfang nehmen und verwalten und Wertsachen
i r g e n d w e l c h e r Art wieder an seiner Stelle zurückge-
ben." (l.c. 68.)
#753# Vermischtes
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"Wenn Geld", sagt Gray, "den g l e i c h e n W e r t hätte,
wie das, was es repräsentiert, hört es überhaupt auf, ein
R e p r ä s e n t a n t zu sein. Es ist eins der Haupterforder-
nisse beim Geld, daß sein Besitzer gezwungen sein sollte, es zu
irgendeiner Zeit am gleichen Platz zur Zahlung zu präsentieren,
wo er es erhalten hatte. Sollte das Geld aber den gleichen
i n n e r e n W e r t haben, wie das für Geld Erhältliche, be-
steht keine derartige Notwendigkeit." (74.)
"W e r t m i n d e r u n g d e s K a p i t a l s sollte einen
Gegenstand nationaler Sorge bilden." (p. [115,] 116.) "Das Ge-
schäft jedes Landes sollte geführt werden auf der Grundlage eines
nationalen Kapitals." (171.) "Alles Land muß in Nationaleigentum
umgewandelt werden." (298.)
Gray (John): "Lectures on the nature and use of Money" (Edinburgh
1848):
"Die Menschen in ihrer Gesamtheit s o l l t e n keine Ein-
schränkung ihrer materiellen Genußmittel kennen, außer solchen,
die zur Erschöpfung i h r e s F l e i s c h e s o d e r
i h r e r p r o d u k t i v e n F ä h i g k e i t e n führen:
während wir das im Prinzip falsche und in der Praxis verderbliche
Geldsystem annahmen und damit zustimmten, den Wert unserer
materiellen Genußmittel genau auf die Menge zu beschränken, die
gewinnbringend gegen eine Ware ausgetauscht werden kann, die zu
denen gehört, welche sich auf unserer Erde am wenigsten dazu eig-
nen, durch menschlichen Fleiß vermehrt zu werden." (29.) "Was er-
heischt wird für ein gutes System, ist 1. ein Banksystem, durch
dessen Wirken die n a t ü r l i c h e Verbindung zwischen Ange-
bot und Nachfrage wieder hergestellt würde; 2. ein w a h r e s
Wertmaß statt der existierenden Fiktion." (108.)
(In diesem Buch noch mehr die Idee der Tauschbank bis ins Detail
und mit Beibehaltung der jetzigen Produktionsweise entwickelt.)
"Es muß einen Mindestpreis für Arbeit geben, der in Standardgeld
zu zahlen ist." (p. 160.) "Nennen wir z.B. die niedrigste Lohn-
rate für eine Woche von 60"72 Stunden, die nach dem Gesetz ge-
zahlt werden darf, 20 Schillinge oder 1 Pfund des Standard-
geldes." (161.) "Sollen wir unser e i n g e b i l d e t e s Maß
der Werte beibehalten, G o l d, und so die Produktivkräfte des
Landes fesseln, oder sollen wir uns zum n a t ü r l i c h e n
Maß der Werte wenden, zur A r b e i t, und die Produktivkräfte
des Landes freisetzen?" (p. 169.) "Ist die Höhe dieses Mindest-
lohnes einmal festgelegt ..., sollte sie für immer die gleiche
bleiben." (174.) "Laßt nur Gold und Silber den ihnen gebührenden
Platz im Markt einnehmen neben Butter und Eiern und Tuch und Ka-
liko, und dann wird der Wert der edlen Metalle uns nicht mehr in-
teressieren als der des Diamanten" usw. (182.) "Keine Einwendung
zu machen gegen Gold und Silber im Gebrauch a l s A u s-
t a u s c h m i t t e l, aber nur als M a ß d e s W e r-
t e s... In kurzer Zeit würde man sehn, wieviel Unzen Gold oder
Silber erhaltbar wäre in London, Edinburgh oder Dublin im Aus-
tausch für einen Standardschein von 100 Pfund." (p. 188.)
Z i n s.
"Wie die Klasse der Rentiers wächst, wächst auch die der Kapital-
verteiler, denn sie
#754# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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sind ein und dieselben. Aus dieser Ursache allein mußte der Zins
eine Tendenz haben zu fallen in alten Ländern." (202, Ramsay)
"Es ist wahrscheinlich, daß zu allen Zeiten die Produktion der
Edelmetalle mehr gekostet hat, als ihr Wert jemals zurückzahlte."
(101, II. Jacob, W. "An Historical Enquiry into the Production
and Consumption of Precious Metals." London 1831.) [419]
W e r t d e s G e l d e s.
"Der Wert aller Dinge, geteilt durch die Anzahl Käufe, deren Ge-
genstand sie waren, von dem Produkteur bis zum Konsumenten = dem
Wert der Taler, angewandt, um sie zu kaufen, geteilt durch die
Zahl der Fälle, daß diese Taler im gleichen Zeitraum übereignet
worden sind." (Sismondi. "Nouveaux Principes d'Economie Politi-
que" etc.) [420]
Am formellsten entwickelt findet sich die falsche Preistheorie
bei James Mill (zitiert nach der Übersetzung von J.T. Parisot,
Paris 1823. "Elémens d'Economie Politique").
Die Hauptstellen von Mill sind:
"W e r t des Geldes = der Proportion, worin man es austauscht
gegen andre Artikel, oder der Quantität des Geldes, die man im
Austausch für eine bestimmte Quantität andrer Sachen gibt." (p.
128.) "Dies Verhältnis ist bestimmt durch die T o t a l-
q u a n t i t ä t des in einem Lande existierenden Geldes.
Unterstellt man von der einen Seite, alle Waren eines Landes
vereinigt, und von der andren, alles Geld, so ist es of-
fensichtlich, daß beim Austausch der beiden Seiten der Wert des
Geldes, d.h. die Quantität der Waren, die für es ausgetauscht
werden, ganz von seiner eignen Quantität abhängt." (l.c.) "Der
Fall ist ganz derselbe im wirklichen Zustand der Dinge. Die To-
talmasse der Waren eines Landes tauscht sich n i c h t auf
e i n m a l g e g e n die Totalmasse des Geldes aus, sondern
die Waren tauschen sich in Portionen, und oft sehr kleinen Por-
tionen, zu verschiedenen Epochen im Laufe des Jahres aus. Das-
selbe Stück Geld, das heute zu diesem Austausch gedient hat, kann
morgen zu einem andren dienen. Ein Teil des Geldes wird zu einer
großen Zahl von Austauschen, ein andrer zu einer sehr kleinen An-
zahl angewandt, ein dritter wird gehäuft und dient zu keinem Aus-
tausch. Unter diesen Variationen wird es eine mittlere Taxe ge-
ben, gegründet auf die Anzahl von Austauschen, wozu jedes Geld-
stück verwandt sein würde, wenn alle eine gleiche Anzahl Austau-
sche operiert hätten. Man fixiere diese Taxe auf eine beliebige
Anzahl, z.B. 10. Wenn jedes Geldstück, das sich im Lande befin-
det, zu 10 Einkäufen gedient hat, das ist dasselbe, als wenn die
Totalanzahl der Geldstücke sich verzehnfacht hätte und jedes nur
zu einem einzigen Einkauf gedient hätte. In diesem Fall ist der
Wert aller Waren gleich 10mal dem Wert alles Geldes etc." (p.
129, 130.) "Wenn, anstatt daß jedes Geldstück im Jahr zu 10 Ein-
käufen diente, die Totalmasse des Geldes verzehnfacht wäre und
das Geldstück nur zu einem Austausch diente, so ist es offen-
sichtlich, daß jede Vermehrung dieser Masse eine verhältnismäßige
Verminderung im Wert jedes dieser Stücke, getrennt genommen, ver-
ursachen würde. D a m a n u n t e r s t e l l t, daß die
Masse aller Waren, wogegen sich das Geld austauschen kann,
d i e s e l b e bleibt, so ist der Wert der Gesamtmasse des
Geldes nicht größer geworden nach
#755# Vermischtes
-----
Vermehrung seiner Quantität als vorher. U n t e r s t e l l t
m a n die Vermehrung von einem Zehnteil, so muß der Wert jedes
seiner Teile, einer Unze z.B., um ein Zehnteil sich vermindert
haben." (p. 130, 131.) "Welches also auch immer der Grad der Ver-
mehrung oder der Verminderung der Totalmasse des Geldes sei, wenn
die Quantität der andren Sachen dieselbe bleibt, so erfährt diese
Gesamtmasse und jeder ihrer Teile wechselseitig eine verhältnis-
mäßige Verminderung oder Vermehrung. Es ist klar, daß dieser Satz
von absoluter Wahrheit ist. Sooft der G e l d w e r t ein Stei-
gen oder Fallen erfahren hat und sooft die Quantität der Waren,
wogegen man es austauschen konnte, und die Bewegung der Zirkula-
tion dieselben blieben, muß dieser Wechsel eine verhältnismäßige
Verminderung oder Vermehrung des Geldes zur Ursache gehabt haben
und kann keiner andren Ursache zugeschrieben werden. Vermindert
sich die Masse der Waren, während die Quantität des Geldes die-
selbe bleibt, so ist das, als ob die Gesamtheit des Geldes sich
vermehrt hätte, und umgekehrt. Ähnliche Wechsel sind das Resultat
jeder Änderung in der B e w e g u n g d e r Z i r k u-
l a t i o n. Jede Vermehrung der Anzahl der Einkäufe produziert
denselben Effekt als eine Totalvermehrung des Geldes; eine
Vermindrung dieser Anzahl produziert direkt den e n t g e g e n-
g e s e t z t e n E f f e k t." (p. 131, 132.)
"Wenn eine Portion des jährlichen Produkts durchaus nicht ausge-
tauscht worden ist, wie das, was die Produzenten konsumieren oder
was sich nicht gegen Geld austauscht, so darf diese Portion nicht
auf die Rechnung gesetzt werden, weil das, was sich nicht gegen
Geld austauscht, in bezug auf das Geld im gleichen Zustand ist,
als ob es nicht existierte." (p. 132, 133.) "Sooft die Vermehrung
oder Verminderung des Geldes frei statthaben kann, ist diese
Quantität geregelt durch den Wert des Metalls ... Gold und Silber
aber sind Waren, Produkte ... Die P r o d u k t i o n s-
k o s t e n regeln den Gold- und Silberwert, wie den aller
andren Produkte." (p. 137.)
Die Fadheit dieses Raisonnements ist handgreiflich.
1. U n t e r s t e l l t m a n, daß die Masse der Waren die-
selbe bleibt und ebenso die Zirkulationsgeschwindigkeit, dennoch
aber eine größre Masse Gold oder Silber sich gegen dieselbe Masse
Waren austauscht (ohne daß der Wert, d.h. das im Gold und Silber
enthaltne Arbeitsquantum, sich verändert hat), so unterstellt man
exactly 79*), was man beweisen wollte, nämlich daß die Waren-
preise durch die Quantität des zirkulierenden Mediums bestimmt
sind und nicht umgekehrt.
2. Mill gibt zu, daß die nicht in die Zirkulation geworfnen Waren
nicht für das Geld existieren. Es ist ebenso klar, daß das nicht
in Zirkulation geworfne Geld nicht für die Waren existiert. Somit
existiert keine fixe Beziehung zwischen dem Geldwert überhaupt
und der Masse desselben, die davon in Zirkulation tritt. Daß die
wirklich in Zirkulation befindliche Masse, dividiert durch die
Anzahl ihrer Umläufe, gleich dem Geldwert ist, ist bloß eine tau-
tologische Umschreibung dafür, daß der Wert der Ware, in Geld
ausgedrückt,
-----
79*) genau
#756# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
-----
ihr Preis ist; weil das in Zirkulation befindliche Geld den Wert
der Waren ausdrückt, die es zirkuliert" daher ist der Wert dieser
Waren durch die M a s s e des zirkulierenden Geldes bestimmt.
3. Die Verwirrung von Mills Ansicht zeigt sich klar daran, daß
nach ihm der Geldwert sich vermindert oder vermehrt mit "jeder
Alteration in der Bewegung der Zirkulation". Ob ein Pfund Ster-
ling 1mal oder 10mal in einem Tage zirkuliert, in jedem Austausch
drückt es ein Äquivalent für die Ware aus, tauscht sich aus gegen
denselben Wert in Ware. Sein eigner Wert bleibt in jedem Aus-
tausch derselbe und wird so weder durch langsame noch geschwinde
Zirkulation alteriert. Die Masse des zirkulierenden Geldes ist
alteriert; aber weder der Wert der Ware noch der Wert des Geldes.
"Wenn es heißt: Ein Stück Tuch ist 5 l. wert, so heißt es: Es be-
sitzt den Wert von 616370 Gran Standardgold. Der oben angeführte
Grund kann folgendermaßen umschrieben werden: 'Die Preise müssen
fallen, weil der Wert der Waren auf soviele Unzen Gold geschätzt
wird und die Goldmenge in diesem Lande abgenommen hat'."
(Hubbard, J. G. "The Currency and the Country". London 1843, p.
44.)
4. Mill unterstellt zuerst in der Theorie, daß die ganze Masse
des in einem Lande befindlichen Geldes sich austauscht a u f
e i n m a l gegen die ganze Masse in ihm befindlicher Waren.
Sagt dann, daß dies wirklich sich so verhält, und zwar aus dem
Hauptgrund, weil in der Praxis grade das Gegenteil stattfindet
und sich nur Portionen Geld gegen Warenportionen austauschen, die
wenigsten Zahlungen arranged by payment on the spot-time bargains
80*). Folgt daher, daß die Gesamtmenge von Transaktionen oder
Einkäufen, gemacht an einem Tage, ganz unabhängig von dem an die-
sem Tage zirkulierenden Gelde und daß die Masse Geldes, das an
einem bestimmten Tage zirkuliert, nicht die Ursache, sondern die
Wirkung einer Masse vorhergegangner und von dem jedesmaligen
Geldvorrat ganz unabhängiger Transaktionen ist.
5. Schließlich gibt Mill selbst zu, daß bei freier Geldzirkula-
tion, und mit dieser haben wir es allein zu tun, der Wert des
Geldes durch seine Produktionskosten, d. h. nach ihm selbst durch
die in ihm enthaltne Arbeitszeit bestimmt ist.
¦¦59¦ G e l d g e s c h i c h t e n. In Ricardos Pamphlet:
"Proposals for an Economical and Secure Currency with Observati-
ons on the profits of the Bank of England. London 1816" findet
sich eine Stelle, worin er seine ganze Ansicht über den Haufen
wirft. Es heißt nämlich:
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80*) vereinbart zur Begleichung von Sofortgeschäften
#757# Vermischtes
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"Der Betrag der Noten in Zirkulation hängt ab ... von dem Betrag,
der für die Zirkulation des Landes erheischt ist, und dieser ist
geregelt durch den W^rtdes Standard, den Belauf der Zahlungen und
die Ökonomie, angewandt, um sie zu vollziehn."
(p. 17, 18 l.c.) [421]
"Unter Louis XIV., XV., XVI. gab es in Frankreich noch Natural-
steuern bei dem Landvolk für die Gouvernementssteuern."
(Augier.,) [422]
Preise und Masse des zirkulierenden Mediums.
"Bloßes Steigen des Preises nicht hinreichend, um Nachfrage für
zusätzliches Geld zu schaffen. Dies nur der Fall, wenn zugleich
Produktion und Konsumtion steigt. Z. B. der Preis des Korns
steigt, aber seine Zufuhr nimmt ab. Kann so mit demselben Quantum
Geld reguliert werden ... Wenn aber Steigen der Preise infolge
steigender Nachfrage, neuer Märkte, vergrößerter Produktions-
skala, in einem Wort, Steigen der Preise und der allgemeinen An-
zahl der Geschäfte, dann ist erforderlich, daß die Einschaltung
des Geldes an Zahl vervielfältigt und in der Größe erweitert
wird." (Fullarton.) [423]
"Der Handel regiert das Geld, nicht das Geld den Handel. Der Die-
ner des Handels muß den Veränderungen {in den Preisen} der übri-
gen Waren folgen." (D'Avenant.) [424]
"Unter den Feudalkönigen die wenigen vom Volk in großen Mengen
gekauften Artikel so gefallen, daß kein Gold- oder Silberstück
klein genug, um den Zahlungen für den täglichen Bedarf des Arbei-
ters zu entsprechen... im Umlauf befindliches Geld daher wie im
alten Rom nur die minderwertigen Metalle Kupfer, Zinn, Eisen."
(Jacob [, vol. 1, p. 301/302].)
Jacob nimmt an, daß in diesem Jahrhundert 2/3 von Gold und Silber
in Europa in andren Gegenständen, ustensils 81*) und ornaments
82*), nicht in coin 83*). (Berechnet er an andrer Stelle das so
benützte edle Metall für Europa und Amerika auf 400 Millionen £
St.) [Jacob, vol. 2, p. 212/213, 356.]
P r e i s e u n d M a s s e d e s z i r k u l i e r e n d e n
M e d i u m s. Locke, "Spectator" (19. Okt. 1711), Hume, Montes-
quieu [345] - ihre Lehre beruht auf drei Sätzen:
"1. Preise der Waren im Verhältnis zur Menge des Geldes im Lande;
2. das Münz- und umlaufende Geld eines Landes Repräsentanten al-
ler Arbeit und Waren desselben, so daß je mehr oder weniger Re-
präsentation, desto mehr oder weniger Menge der repräsentierten
Sache kommt auf die gleiche Menge des Repräsentanten"; 3. werden
die Waren vermehrt, werden sie billiger; wird das Geld vermehrt,
steigen sie im Wert." (Steuart.)
"Marken (schmales Kupfergeld oder Silbergeld, Zahlpfennige) im
Gegensatz zu Geld von wahrem Wert." (l.c.) [425]
A u f l ö s e n d e W i r k u n g d e s G e l d e s.
"Geld Mittel, den Besitz (Häuser, andres Kapital) zu zerschneiden
in unzählige Fragmente und Stück für Stück durch den Austausch zu
verzehren." (Bray.) [426]
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81*) Geräten - 82*) Ornamentem - 83*) Münzen
#758# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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(Ohne Geld eine Masse unaustauschbarer, nicht zu entfremdender
Gegenstände.)
"Als unbewegliche und unveränderliche Dinge ebensogut in den Han-
del kamen unter die Menschen als Dinge beweglich und gemacht für
den Tausch, kam das Geld in Gebrauch als Regel und Maß (square)
wodurch diese Dinge Schätzung und Wert erhielten." ("Free trade",
London 1622.) [427]
M ü n z e. Die Silber- und Kupfermarken sind representatives of
fractional parts of the pound Sterling 84*). (So in einer neuli-
chen Antwort des Lords of the Treasury 85*).)
T a u s c h w e r t. F. Vidal sagt (ebenso Lauderdale) (and in
certain respects 86*) Ricardo):
"Der wahre gesellschaftliche Wert, das ist der Gebrauchswert oder
Konsumtionswert; der Tauschwert charakterisiert lediglich den
r e l a t i v e n R e i c h t u m eines jeden Mitgliedes der
Gesellschaft im Verhältnis zu den übrigen." (70. "De la Repara-
tion des Richesses" etc. Paris 1846.)
Andrerseits drückt der Tauschwert die s o z i a l e F o r m
des Werts aus, während der Gebrauchswert gar keine ökonomische
Form desselben, sondern nur das Sein des Produkts etc. für den
Menschen überhaupt. [428]
{Daraus, daß der Profit u n t e r dem Mehrwert stehen kann,
also das Kapital sich profitlich austauschen [kann], ohne sich zu
verwerten im strikten Sinn, folgt, daß nicht nur individuelle Ka-
pitalisten, sondern Nationen fortwährend miteinander austauschen
können, auch fortwährend den Austausch auf stets wachsender Stu-
fenleiter wiederholen, ohne daß sie deswegen gleichmäßig zu ge-
winnen brauchen. Die eine kann sich fortwährend einen Teil der
Surplusarbeit der andren aneignen, für den sie nichts im Aus-
tausch zurückgibt, bloß daß hier das Maß nicht wie im Austausch
zwischen Kapitalist und Arbeiter.}
G e l d i n d e r d r i t t e n B e s t i m m u n g a l s
G e l d. (Für sich seiender Wert, Äquivalent etc.) Welche wich-
tige Rolle das Geld immer noch in dieser Bestimmung spielt -
selbst in seiner unmittelbaren Form ", zeigt sich in Zeiten von
Krisen, mangelnden Herbsten etc., kurz jedesmal, wenn eine Nation
mit der andren p l ö t z l i c h die Rechnung liquidieren muß.
Das Geld, in seiner unmittelbaren, metallnen Form, erscheint dann
als das einzige absolute Z a h l u n g s m i t t e l, d.h. als
der einzige G e g e n w e r t, akzeptierbare Äquivalent. Es
folgt daher denn auch einer Bewegung, die der aller andren Waren
direkt widerspricht. Waren werden von dem Land, wo sie am wohl-
feilsten sind, als Zahlungsmittel etc. transportiert nach dem
Land, wo sie am teuersten sind. Das Geld, umgekehrt, in
-----
84*) Repräsentanten von Bruchteilen des Pfund Sterling -
85*) Lord Schatzmeisters - 86*) und in gewisser Hinsicht
#759# Vermischtes
-----
allen Perioden, wo es seine spezifische Natur herauskehrt, wo
also Geld im Gegensatz zu allen andren Waren als für sich seien-
der Wert, absolutes Äquivalent, allgemeine Form des Reichtums
erheischt ist, in der bestimmten Form von Gold und Silber - und
solche Momente sind immer mehr oder minder Momente der Krise, sei
es einer allgemeinen oder Getreidekrise -, Gold und Silber werden
dann immer transmittiert von dem Land, wo sie am teuersten sind -
i. e., wo alle Warenpreise relativ am meisten gefallen - nach dem
Land, wo sie am wohlfeilsten sind, d. h. wo die Warenpreise rela-
tiv höher sind.
"Es ist eine seltene Ausnahme in der Austauschökonomie und eine,
die es besonders verdient, erwähnt zu werden, daß ... der Kurs
des Zwischenhandels (von Gold zwischen zwei Nationen, die glei-
chermaßen Gold als Zirkulationsmittel benutzen) immer v o n dem
Lande, wo das Metall momentan a m t e u e r s t e n ist, nach
dem Lande führt, wo es a m b i l l i g s t e n ist, wobei eine
Erhöhung des Marktpreises des Metalls bis zur Höchstgrenze auf
dem heimatlichen Markt und einem Sinken des Aufgeldes auf dem
fremden Markt das sichere Resultat dieser Tendenz zum Goldabfluß
ist, das einer Depression der Austausche folgt." (X Fullarton:
"On the Regulation of Gurrendes"etc. 2 ed. London, 1845.)
¦¦60¦ Wie überhaupt der Austausch da beginnt, wo die Gemeinwesen
aufhören und das Geld als das von dem Austausch selbst erzeugte
Maß, Tauschmittel und allgemeines Äquivalent nicht im innern Ver-
kehr, sondern in dem zwischen verschiednen Gemeinwesen, Völkern
etc. seine spezifische Wichtigkeit erhält, so war es auch ???'
?????? 87*) als internationales Zahlungsmittel - zur Liquidation
internationaler Schulden, daß das Geld im 16. Jahrhundert, in der
Kindheitsperiode der bürgerlichen Gesellschaft, das ausschließli-
che Interesse der Staaten und das der beginnenden politischen
Ökonomie fesselte. Die wichtige Rolle, die das Geld (Gold und
Silber) in dieser dritten Form noch im internationalen Verkehr
spielt, ist erst völlig klargeworden und wieder von den Ökonomen
anerkannt worden seit der regelmäßigen Aufeinanderfolge von Geld-
krisen in 1825, 1839, 1847 und 1857. Die Ökonomen helfen sich da-
mit, daß das Geld hier nicht als Zirkulationsmittel, sondern als
K a p i t a l erheischt wird. Es ist dies richtig. Nur sollte
nicht vergessen werden, daß das Kapital in der bestimmten Form
von Gold und Silber erheischt wird und nicht in der irgendeiner
andren Ware. Gold und Silber erscheinen in der Rolle absoluter
internationaler Zahlungsmittel, weil sie das Geld als für sich
seiender Wert, selbständiges Äquivalent sind.
"Das ist in der Tat nicht eine Frage des Z i r k u l a-
t i o n s m i t t e l s, sondern des K a p i t a l s."
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87*) in höchstem Maße
#760# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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(Dies ist vielmehr a question of money, not of currency, and of
capital neither, because not c a p i t a l, which is indiffe-
rent against the special form in which it exists, but value in
the specific form of money is requested 88*).)
"... All diese verschiedenen Ursachen, die unter den existieren-
den Umständen der Geldangelegenheiten in der Lage sind ..., den
Strom der Gold- und Silberbarren von einem Land ins andere zu
lenken" (d. h. den Anstoß geben zum A b f l u ß v o n G o l d-
u n d S i l b e r b a r r e n), "lösen sich unter der einzigen
Überschrift, nämlich dem Zustand der Zahlungsbilanz mit dem Aus-
tausch und der beständig wiederkehrenden Notwendigkeit, K a p i-
t a l zu transferieren" (aber wohlgemerkt! Kapital in Geldform)
"von einem Lande zum andern, um es freizugeben. Z.B. Mißernte. Ob
dieses Kapital i n W a r e n o d e r i n b a r e m G e l d
ü b e r t r a g e n w i r d, ist ein Punkt, der das Wesen des
Geschäfts in keiner Weise berührt" (b e r ü h r t e s s e h r
w e s e n t l i c h!).
Ferner war expenditure 89*). (Der case of transmission of capital
in order to place it out to greater advantage at interest 90*),
geht uns hier nichts an; ebensowenig der for a surplus quantity
of foreign goods imported 91*), den Herr Fullarton zitiert, ob-
gleich dieser case 92*) allerdings hierher gehört, wenn diese
surplus importation 93*) mit Krisen zusammenfällt.) (Fullarton,
l.c. 130, 132.)
"Gold hat bei diesen Kapitalübertragungen den Vorzug" {aber in
den Fällen starken Abfließens von Gold- und Silberbarren handelt
es sich absolut nicht um Bevorzugen} "nur in solchen Fällen, wo
es vermutlich die Zahlung bequemer, pünktlicher und profitabler
bewirkt als irgendeine andere Form von Effekten oder Kapital."
[p. 132.]
(Herr Fullarton behandelt die transmission 94*) von gold oder
andrer Form von capital fälschlich als Sache des Beliebens, wäh-
rend es sich grade um cases handelt, when gold must be transmit-
ted in the international trade 95*), ebenso wie dann im innern
bills must be acquitted in the legal money, and not in any sub-
stitute 96*).)
"Gold und Silber ... können immer mit Präzision und Schnelligkeit
an den gewünschten Ort transportiert werden, und man kann sich
darauf verlassen, daß sie bei ihrem Eintreffen fast genau die
benötigte Summe realisieren, statt das Risiko einzugehen, den Be-
trag in Tee, Kaffee, Zucker oder Indigo zu übersenden. G o l d
u n d S i l b e r b e s i t z e n e i n e n u n e n d l i-
c h e n V o r t e i l v o r a l l e n a n d e r e n A r-
t e n v o n W a r e n f ü r s o l c h e Z w e c k e durch
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88*) eine Geldfrage, nicht eine Frage des Zirkulationsmittels und
ebensowenig des Kapitals, weil nicht Kapital, das gegenüber der
spezifischen Form seiner Existenz indifferent, sondern Wert in
der spezifischen Geldform gefragt ist - 89*) Kriegsausgaben -
90*) Der Fall der Übertragung von Kapital, um es außerhalb mit
größerem Vorteil gegen Zinsen anzulegen - 91*) für eine übergroße
Menge importierter ausländischer Güter - 92*) Fall -
93*) überschüssige Einfuhr - 94*) Übertragung - 95*) wenn Gold im
internationalen Handel übersandt werden muß - 96*) Rechnungen
müssen mit dem gesetzlichen Zahlungsmittel und nicht mit irgend-
einem Ersatz beglichen werden
#761# Vermischtes
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den Umstand, daß sie allgemein als Geld in Gebrauch sind. Nicht
in Tee, Kaffee, Zucker oder Indigo sind Schulden, ausländische
oder einheimische, g e w ö h n l i c h v e r t r a g s m ä-
ß i g z u z a h l e n, s o n d e r n i n M ü n z e n; und
die Geldsendung, entweder in eben der bezeichneten Münze oder in
Barren, die sofort in jene Münze verwandelt werden können durch
die Münzstätte oder den Markt des Landes, in das sie geschickt
werden, muß dem Absender stets die sichersten, unmittelbarsten
und genauesten Mittel bieten, um diesen Zweck zu erreichen ohne
Gefahr eines Fehlschlages wegen Mangels an Nachfrage oder
Schwanken des Preises." (132, 133.)
Er führt also grade seine Eigenschaft an, d'être money 97*), all-
gemeine Ware der Kontrakte, Maßstab der Werte und mit der Mög-
lichkeit zugleich ad libitum 98*), in Zirkulationsmittel verwan-
delt zu werden. Die Engländer haben den guten Ausdruck currency
99*) für das Geld als Zirkulationsmittel (Münze, coin, entspricht
dem nicht, weil es selbst das Zirkulationsmittel wieder in einer
Besonderheit ist) und money 100*) für es in der dritten Eigen-
schaft. Da sie diese aber nicht besonders entwickelt, erklären
sie dies money für capital, obgleich sie dann wieder gezwungen
sind, faktisch es als diese bestimmte Form des Kapitals vom Kapi-
tal überhaupt zu unterscheiden.
"Ricardo hegte anscheinend sehr merkwürdige und radikale Ansich-
ten über das beschränkte Ausmaß der Funktionen, die Gold und Sil-
ber bei der Berichtigung der Auslandsbilanzen ausüben. Herr Ri-
cardo hatte sein Leben verbracht inmitten der Kontroverse, die
aus dem Restriktionsgesetz [429] entstanden war, und er hatte
sich so lange daran gewöhnt, alle großen Schwankungen des Wech-
selkurses und des Goldpreises als Folge der übertriebenen Emis-
sionen der Bank von England zu betrachten, so daß er zu einer
Zeit kaum bereit war zuzugeben, es könne so etwas existieren wie
eine widrige Bilanz der kommerziellen Zahlungen... Und so wenig
Bedeutung maß er den Funktionen des Goldes für diese Berichtigun-
gen bei, als daß er nur geahnt hätte, daß A b f l ü s s e f ü r
d e n E x p o r t völlig aufhören würden, sobald die Barzahlun-
gen wieder aufgenommen und der Metallstandard der Umlaufmittel
wieder hergestellt wäre." (Siehe Ricardos "Evidence before the
Lords Committee of 1819 on the Bank of England", p. 186.) [430]
"Aber seit 1800, wo das Papier das Gold ganz verdrängt in Eng-
land, haben es unsere Kaufleute tatsächlich nicht gebraucht; denn
infolge der unsicheren Lage auf dem europäischen Kontinent und
der erhöhten Konsumtion importierter Manufaktur waren im Ergebnis
der Störungen in Industrie und zu allen einheimischen Fortschrit-
ten, die hin- und herziehende Invasionsheere dort verursachten,
sowie das vollständige Monopol im Kolonialhandel, das England er-
rungen hatte aufgrund der Vorherrschaft seiner Flotte, übertraf
der Warenexport von Großbritannien nach dem Kontinent fortgesetzt
dessen Importe von dort bedeutend, solange die Verkehrsverbindun-
gen offen blieben; und, nachdem die Dekrete von Berlin und Mai-
land [431] diese Verbindungen unterbrochen hatten, wurden die
Handelsgeschäfte viel zu unbedeutend, um den Wechselkurs irgend-
wie
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97*) Geld zu sein - 98*) nach Belieben - 99*) Umlaufmittel -
100*) Geld
#762# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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zu beeinflussen. Es waren die ausländischen Militärausgaben und
die Subventionen und nicht die Erfordernisse des Handels, die auf
so außerordentliche Weise dazu beitrugen, die Wechselkurse in Un-
ordnung zu bringen und die Barrenpreise in den letzten Kriegsjah-
ren in die Höhe trieben. Die hervorragenden Ökonomen dieser Peri-
ode hatten daher geringe oder gar keine Gelegenheit, faktisch
einzuschätzen, wie weit die Empfindlichkeit der A u ß e n h a n-
d e l s b i l a n z e n geht." (Glaubten, mit Krieg und Über-
mission würde die internationale Übertragung von Barren
aufhören.) "Hätte Herr Ricardo die Abflüsse von 1825 und 1839
erlebt, er hätte zweifellos Gründe für die Änderung seiner
Meinung gefunden." (l.c. 133-136.)
¦¦6l¦ "Der P r e i s ist der G e l d w e r t der Waren."
(Hubbard [, p. 33].)
"Geld hat die Eigenschaft, immer gegen das austauschbar zu sein,
was es mißt, und die für Austauschzwecke benötigte Menge muß sich
selbstverständlich ändern gemäß der auszutauschenden Besitzun-
gen." (100. J.W. Bosanquet. "Metallic, Paper, and Credit Cur-
rency" etc. London, 1842.)
"Ich bin bereit zuzugeben, daß Gold eine Ware ist, nach der eine
so allgemeine Nachfrage besteht, daß sie immer über einen Markt
verfügen kann, immer alle andern Waren kaufen kann, während an-
dere Waren nicht immer Gold kaufen können. Die Märkte der Welt
bleiben ihm als Ware offen, wobei ein unerwartetes Ereignis weni-
ger Verlust bringt, als den Export irgendeines anderen Artikels
bedrohen würde, der in Menge und Art die übliche Nachfrage im Be-
stimmungsland überschreitet." (Th. Tooke "An Enquiry into the
Currency Principle" etc. 2. ed. London 1844, p. 10.)
"Edelmetalle müssen in sehr ansehnlicher Menge zur Verwendung
vorhanden sein und als das geeignetste Mittel zur Berichtigung
internationaler Bilanzen eingesetzt werden, da sie eine Ware
sind, die von der Allgemeinheit weit mehr gefragt ist und weniger
Schwankungen ihres Marktwertes unterworfen ist als irgendeine an-
dere." (p. 13.)
(Ursachen nach Fullarton des Steigens des Bullionpreises 101*)
über den Mintprice 102*):
"Münzen nutzen sich im Gebrauch soweit ab, daß ihr Gewicht bis zu
3 oder 4% unter das Standardgewicht sinkt; das Strafgesetz verbot
das Einschmelzen und die Ausfuhr von Münzen, während der Handel
mit dem Metall, aus dem die Münzen hergestellt wurden, völlig
frei blieb. Diese Ursachen selbst wirkten indes bloß bei ungün-
stigem Wechselkurs. [Der Marktpreis der Goldbarren] fiel aber von
1816-1821 stets auf B a n k p r e i s der Barren, wenn der
Wechselkurs für England; stieg nie höher, wenn der Wechselkurs
ungünstig, als auf eine solche Rate, die den Schmelzern der Mün-
zen für deren Abnutzung im Gebrauch und für die strafrechtlichen
Folgen des Schmelzens Entschädigung bieten würde, stieg aber
nicht weiter an." (Fullarton, sieh sein Buch, p. 8, 9.) "Von 1819
bis zur Gegenwart ist der Marktpreis für Gold - trotz aller Wech-
selfälle, die das Geld während dieser ereignisreichen Periode be-
troffen hat - in keinem Falle über
-----
101*) Preises für Gold und Silber - 102*) Mümzpreis
#763# Vermischtes
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78 sh je Unze gestiegen noch ist es unter 77 sh 6 d gefallen. Das
ist eine äußerste Schwankungsbreite von nur 6 d je Unze. Aber
selbst diese Schwankungsbreite wäre jetzt nicht möglich; denn es
geschah lediglich infolge der erneuten Abnutzung der Münzen, daß
sich ein so unbedeutender Preisanstieg wie 1 1/2 d je Unze oder
etwa 1/6 % über den Münzpreis ergab; und das Absinken auf 77 sh
6d ist völlig auf den Umstand zurückzuführen, daß es die Bank zu
gewisser Zeit für richtig hielt, diese Rate als den Höchstpreis
für ihre Käufe festzusetzen. Diese Umstände bestehen jedoch nicht
mehr. Seit vielen Jahren ist es die Praxis der Bank, für alles
Gold, das ihr für Münzen zuging, 77 sh 9 d anzurechnen" (i.e. die
Bank steckt 1 1/2 d Schlagschatz, die die Münze gratis ihr ver-
richtet, in ihre Tasche); "und sobald die Neuprägung der So-
vereigns beendet ist, wird es bis zur erneuten Abnutzung der Mün-
zen eine wirksame Sperre gegen künftige Schwankungen im Preis der
Goldbarren in unserem Markt geben, die hinausgehen über die
kleine unbedeutende Differenz zwischen den von der Bank berechne-
ten 77 sh 9 d und dem Preis der Münzstätte von 77 sh 10 1/2 d."
(l.c. p. 9, 10.)
Widerspruch zwischen dem Geld als measure 103*) und Äquivalent
einerseits und als Zirkulationsmittel. Im letztren Abrasion, loss
of metallic weight 104*). Schon Garnier bemerkt, daß,
"wenn ein etwas abgenützter Taler geschätzt würde, etwas weniger
zu gelten als ein ganz neuer, wäre die Zirkulation beständig ge-
hemmt, und jede Zahlung gäbe Anlaß zu Streitigkeiten".
(Im Mineralreich natürlich gesucht und gewählt die zur Akkumula-
tion bestimmte Materie. Garnier [, p. 24, 7].)
"Da es offensichtlich ist und in der Natur der Dinge liegt, daß
Münzen Stück für Stück und für immer einer Wertminderung unter-
worfen sind, einfach infolge ganz normaler und unvermeidlicher
Abnutzung (um nichts über den Anreiz zu sagen, den jede Wieder-
herstellung der Münzen auf die ganze Legion von "pluggers" [432]
und "sweaters" [433] ausübt), ist es eine physische Unmöglich-
keit, zu jeder Zeit, selbst für einen einzigen Tag, leichte Mün-
zen völlig aus der Zirkulation auszumerzen." ("The Currency
Theory reviewed" etc. By a Banker in England. Edinburgh, 1845 [,
p. 69/70].)
Dies geschrieben Dezember 1844 commenting upon the Operation of
the then recent proclamations respecting the light gold in circu-
lation in einem Brief an die "Times" 105*) (Also Schwierigkeit:
Wird das leichte Gold refüsiert, so aller Standard 106*) unsi-
cher. Wird es akzeptiert, so Tor und Tür der Betrügerei geöffnet
und dasselbe Resultat.) Darin heißt es in bezug auf die oben
angeführten proclamations 107*):
-----
103*) Maßstab - 104*) Abnutzung, Verlust an Metallgewicht -
105*) als Kommentierung der Wirkung, die kurz zuvor veröffent-
lichte Erklärungen in einem Brief an die "Times" über im Umlauf
befindliche zu leichte Goldmünzen hatten - 106*) Maßstab -
107*) Erklärungen
#764# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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"Ihr Eindruck hat im Grunde genommen darin bestanden, die ganze
Menge der umlaufenden Goldmünzen als unsicheres und illegales
Mittel für Geldtransaktionen anzuprangern." (p. 68, 69 l.c.)
"Nach englischem Gesetz, wenn ein Goldsovereign mehr als 0.774
Gran vermindert im Gewicht ist, soll er nicht länger passieren
als Umlaufmittel. Kein solches Gesetz für das Silbergeld." (54.
Wm. H. Morrison. "Observations on the system of Metallic Currency
adopted in this country." London 1837.)
Behauptung der Currencyleute [434], that the value ofa currency
depends on its quantity 108*). (Fullarton, p. 13.) [435] Wenn die
value der currency 109*) gegeben ist und die Preise und Masse der
Transaktionen auf der andren Seite (ebenso die Geschwindigkeit
der Zirkulation), kann of course 110*) nur eine b e s t i m m-
t e Q u a n t i t ä t zirkulieren. Die Preise und Masse der
Transaktionen und die Geschwindigkeit der Zirkulation gegeben,
hängt diese Quantität ausschließlich vom W e r t der currency
ab. Diesen Wert gegeben und die Geschwindigkeit der Zirkulation,
hängt sie ausschließlich ab von den Preisen und der Masse der
Transaktionen. Die Quantität findet sich so bestimmt. Wenn daher
repräsentatives Geld - bloße Wertzeichen - zirkulieren, so hängt
es von dem standard ab, den sie vorstellen, welche Quantität von
ihnen zirkulieren kann. Daraus fälschlich geschlossen, daß die
bloße Quantität ihren Wert bestimmt. Z.B. von Zetteln, die Pfunde
repräsentieren, kann nicht dieselbe Quantität zirkulieren als von
solchen, die Schillinge repräsentieren.
¦¦62¦ Das profitbringende Kapital ist das wirkliche Kapital, der
Wert, gesetzt als zugleich sich reproduzierend und vervielfälti-
gend und als sich gleichbleibende Voraussetzung, von sich selbst
als durch es gesetztem Mehrwert unterschieden. Das zinsbringende
Kapital ist wieder die rein abstrakte Form des profitbringenden.
Indem das Kapital gesetzt ist als profitbringend, entsprechend
seinem Wert (eine bestimmte Stufe der Produktivkraft vorausge-
setzt), kann die Ware, oder sie in ihrer Form als Geld gesetzt
(der ihr entsprechenden Form als verselbständigter Wert oder, wie
wir jetzt sagen können: realisiertes Kapital), als K a p i t a l
in Zirkulation treten; es kann als K a p i t a l Ware werden.
In diesem Fall ist es auf Zins ausgeliehnes Kapital. Die Form
seiner Zirkulation - oder des Austauschs, dem es untergeht 111*)
- erscheint dann spezifisch verschieden von der bisher betrachte-
ten. Wir haben gesehn, wie das Kapital sowohl in der Bestimmung
der Ware wie in der Bestimmung des Geldes sich setzt; dies ge-
schieht aber nur, insofern beide als Momente des Kreislaufs des
Kapitals
-----
108*) daß der Wert einer Währung von ihrer Menge abhängt -
109*) der Wert der Währung - 110*) selbstverständlich 111*) aus-
gesetzt ist (engl.: which it undergoes)
#765# Vermischtes
-----
erscheinen, worin es sich abwechselnd realisiert. Es sind nur
verschwindende und beständig wiedererzeugte Existenzweisen des-
selben, Momente seines Lebensprozesses. Aber das Kapital als Ka-
pital ist nicht selbst ein Moment der Zirkulation geworden; das
Kapital selbst als Ware. Die Ware ist nicht als Kapital verkauft
worden noch das Geld als Kapital. Mit einem Wort, weder Ware noch
Geld - und wir haben eigentlich bloß das letztre als die adäquate
Form zu betrachten - sind in Zirkulation getreten als p r o-
f i t b r i n g e n d e W e r t e.
Maclaren [436] sagt:
"Tooke, Fullarton und Wilson sind der Ansicht, daß Geld als Ware
einen inneren Wert besitzt und sich diesem Wert gemäß gegen Güter
austauscht und nicht nur entsprechend dem jeweiligen Angebot an
Geldstücken; und wie Dr. Smith nehmen sie an, daß Exporte von
Gold- oder Silberbarren gänzlich unabhängig vom Zustand der Wäh-
rung vorgenommen werden, um internationale Schulden zu tilgen und
für Konsumgüter wie Getreide zu zahlen, nach denen eine zusätzli-
che Nachfrage besteht, und daß diese einem Fonds entnommen wer-
den, der weder der inneren Zirkulation angehört noch Preise be-
einflußt, sondern für diese Zwecke zurückgelegt wurde. Schwierig-
keit liegt in der Erklärung, auf welche Weise diese Gold- oder
Silberbarren, von denen sie behaupten, sie seien für diesen Zweck
beiseite gelegt worden und besäßen keinen Einfluß auf Preise, den
Gesetzen von Angebot und Nachfrage entgehen können und, obwohl
sie in Geldform unbeschäftigt und als für die Vornahme von Ein-
käufen gedacht existieren, weder für diesen Zweck verwendet wer-
den noch die Preise beeinflussen, einfach infolge der Möglich-
keit, so verwendet zu werden.
Die Antwort darauf ist, daß der fragliche Vorrat an Edelmetallen
Überschuß-Kapital darstellt, nicht einen Überschuß an Einkommen
und daher nicht zur Verfügung steht, um lediglich die Nachfrage
nach Konsumgütern zu steigern, außer unter der Bedingung, daß
auch das Angebot erhöht wird. Kapital auf der Suche nach Beschäf-
tigung ist kein reiner Zusatz zur Kaufkraft des Gemeinwesens. Es
kann nicht in den Umlaufmitteln aufgehen. Wenn es dazu neigt, die
Preise durch Nachfrage zu steigern, neigt es auch dazu, sie durch
ein entsprechendes Angebot zu senken. Geld in der Form als Si-
cherheit für Kapital ist keine bloße Kaufkraft - es kauft nur, um
zu verkaufen, und findet schließlich den Weg ins Ausland im Aus-
tausch für fremde Konsumgüter eher, als lediglich zur Vermehrung
der Umlaufmittel daheim ausgeschüttet zu werden. Geld in seiner
Form als Sicherheit für Kapital gelangt niemals auf den Markt, um
Waren gegenübergestellt zu werden, weil sein Zweck darin besteht,
Waren zu reproduzieren; nur das Geld, das die K o n s u m-
t i o n repräsentiert, kann letzten Endes die Preise
beeinflussen." ("Economist". May 15, '58.)
"Mr. Ricardo behauptete, daß Preise abhängen von der entsprechen-
den Summe an Umlaufmitteln und beziehungsweise an Waren, daß
Preise nur durch Wertminderung des im Umlauf befindlichen Geldes
steigen, d.h. infolge eines zu großen Überflusses an Geld im
Verhältnis zu den Waren, daß sie fallen, entweder weil die Menge
der Umlaufmittel reduziert wird, oder infolge einer relativen Er-
höhung des Vorrats allgemeiner Waren, die es zirkulieren läßt.
A l l e Goldbarren und Goldmünzen des Landes
#766# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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sind - nach Ricardo - als im Umlauf befindliches Geld zu nehmen,
und wenn sich das vermehrt ohne eine entsprechende Vermehrung der
Waren, werden die Umlaufmittel im Wert gemindert, und es wird
profitabel, Goldbarren auszuführen anstelle von Waren. Wenn ande-
rerseits eine schlechte Ernte oder irgendein anderes Unglück zu
einer bedeutenden Vernichtung von Waren führt - ohne eine ent-
sprechende Veränderung in der Höhe der Umlaufmittel, ist das im
Umlauf befindliche Geld, dessen Summe eher der Voreinschätzung
des Marktes und nicht dem plötzlich geschrumpften Warenmarkt an-
gepaßt worden war, wieder überreichlich vorhanden oder "abge-
wertet" und muß durch Export verringert werden, bevor sein Wert
wiederhergestellt werden kann. Entsprechend dieser Ansicht von
der Zirkulation, in der Lord Overstones Theorie wurzelt, kann das
Angebot an Umlaufmitteln oder Geld in der Menge immer unbegrenzt
erhöht werden und verringert seinen Wert entsprechend dieser
Vermehrung; und es kann seinen wahren Wert nur durch Export des
überflüssigen Anteils zurückgewinnen. Deshalb hält die Ri-
cardo'sche Schule jede Ausgabe von Papiergeld, das die Lücke fül-
len könnte, die durch Exporte von Edelmetallen verursacht wurde
und so den 'natürlichen' Fall der Preise verhindern könnte, der
andrerseits mit Sicherheit eintritt, für eine Einmischung in öko-
nomische Preisgesetze und für ein Abgehen von Prinzipien, die
eine rein metallische Währung notwendigerweise regulieren wür-
den." (l.c.)
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