Quelle: MEW 42 Marx: Ökonomische Manuskripte 1857/1858


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       [Ergänzungen zu den Kapiteln vom Geld und vom Kapital]
       
       {"Das in  einem Lande  zirkulierende Geld ist ein  b e s t i m m-
       t e r   T e i l   d e s  K a p i t a l s  des Landes, der produk-
       tiven Zwecken völlig entzogen ist, die  P r o d u k t i v i t ä t
       d e s   R e s t e s   zu fördern   o d e r  z u  s t e i g e r n.
       Eine gewisse  Größe des  Reichtums ist  deshalb ebenso  nötig, um
       Gold zum  Umlaufmittel zu  machen,   w i e  z u r  H e r s t e l-
       l u n g   e i n e r   M a s c h i n e ,  d i e  j e d e  a n d e-
       r e  P r o d u k t i o n  f ö r d e r n  s o l l."  ("Economist",
       [8. Mai 1847,] vol. V, p. 520.)}
       {"Was ist  die Praxis?  Ein Fabrikant erhält von seinem Bankier £
       500 in  Noten am Samstag für Löhne; diese verteilt er unter seine
       Arbeiter. Am selben Tage wird die Mehrzahl derselben zum Kaufmann
       gebracht, und  durch diese[n]  kehren sie  zu ihren verschiedenen
       Bankiers zurück." (l.c. [, 22. Mai 1847,] p. 575.)}
       {"Ein Baumwollspinner,  der mit einem Kapital von 100 000 l. aus-
       legen würde  95 000 l.  für seine  Fabrik und  Maschinerie, würde
       schnell herausfinden, daß er Mittel braucht, um Baumwolle zu kau-
       fen und  Arbeitslöhne zu zahlen. Sein Geschäft wäre behindert und
       seine Finanzen  in Unordnung  geraten. Und  dennoch erwarten  die
       Menschen, daß  eine Nation, die leichtsinnig die Masse ihrer ver-
       fügbaren Mittel  fest in Eisenbahnen angelegt hat, sollte nichts-
       destoweniger fähig  sein, die  ungeheuren Funktionen der Fabrika-
       tion und  des Handels  zu lenken." (l.c. [, 6. November 1847,] p.
       1271.)}
       "Geld ...,  ein angemessener  Gegenwert für jede veräußerbare Sa-
       che." (J.  Steuart.) (p.  13.) [343]  (t. I,  p. 32,  ed.  Dublin
       1770.)
       {"In den alten Zeiten Menschen zu veranlassen, über die Befriedi-
       gung ihrer Bedürfnisse hinaus zu arbeiten, einen Teil eines Staa-
       tes zu veranlassen, sich anzustrengen, um den anderen ohne Vergü-
       tung zu  unterhalten, nur  zu bewerkstelligen  durch Sklaverei...
       Wenn die  Menschen nicht  gezwungen werden zur Arbeit, werden sie
       nur für sich selbst arbeiten; und wenn sie wenige Bedürfnisse ha-
       ben, wird  es nur  wenig Arbeit geben. Aber wenn Staaten gebildet
       werden und Gelegenheit haben, unbeschäftigte Arbeiter zur Vertei-
       digung gegen  die Gewalttätigkeit  ihrer Feinde  einzusetzen, muß
       auf jeden Fall Nahrung für diejenigen ¦¦26¦ beschafft werden, die
       nicht arbeiten;  und da,  wie vorausgesetzt,  die Bedürfnisse der
       Arbeiter gering  sind, muß eine Methode gefunden werden, ihre Ar-
       beit über  den Anteil  hinaus zu  vermehren, der der Befriedigung
       der Bedürfnisse  dient. Für diesen Zweck eignete sich die Sklave-
       rei ... Hier war nun eine gewaltsame Methode, Menschen wurden da-
       mals zur Arbeit gezwungen, weil sie die
       
       #671# Ergänzungen zu den Kapiteln vom Geld und vom Kapital
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       Sklaven von  anderen waren;  Menschen sind jetzt gezwungen zu ar-
       beiten,  weil   sie  Sklaven  ihrer  eigenen  Bedürfnisse  sind."
       (Steuart, t. I, p. 38-40.)
       "Die   u n e n d l i c h e   V i e l f a l t  d e r  B e d ü r f-
       n i s s e   u n d   d e r   A r t e n   v o n  G e b r a u c h s-
       g e g e n s t ä n d e n,   die zu  ihrer Befriedigung nötig sind,
       allein ist  es, die  das Verlangen  nach Reichtum  unbegrenzt und
       unersättlich machen."  (Wakefield 1*)  zu A.  Smith, p. 64 note.)
       [344]}
       "Ich betrachte   M a s c h i n e n  als ein Mittel, um (ihrer Mi-
       schung nach) die Zahl der Tätigen zu erhöhen, ohne Kosten für die
       Ernährung einer  zusätzlichen Anzahl [Menschen]." (Steuart, t. 1,
       p. 123.)
       ("Wenn Fabrikanten  in Körperschaften  zusammenkommen, hängen sie
       nicht direkt  von den   K o n s u m e n t e n   ab,  sondern  von
       G e s c h ä f t s l e u t e n."  Steuart, t. I, p. 153.)
       ("Die kärgliche  Landwirtschaft  stellt  keinen    E r w e r b s-
       z w e i g  dar, weil sie keine  V e r ä u ß e r u n g  gestattet,
       sondern nur  eine Methode  zur Selbsterhaltung  ist.")  (l.c.  p.
       156.)
       ("H a n d e l  ist eine Funktion, durch die der Reichtum oder die
       Arbeit von  einzelnen oder  von Gesellschaften  durch eine Gruppe
       von Menschen, die man  G e s c h ä f t s l e u t e  nennt, ausge-
       tauscht werden  können für  einen Gegenwert,  der sich eignet für
       die Befriedigung  jedes Bedürfnisses,  ohne irgendeine  Unterbre-
       chung in  der Industrie  oder irgendeine Beschränkung der Konsum-
       tion." (Steuart, I, p. 166.))
       ("Während die  Bedürfnisse einfach und wenige bleiben, findet ein
       Handwerker genügend Zeit, um alle seine Erzeugnisse zu verteilen;
       wenn die  Bedürfnisse vielfältiger  werden, müssen  die  Menschen
       schwerer arbeiten;   Z e i t   w i r d   k o s t b a r,  folglich
       wird der  Handel eingeführt.  Der Geschäftsmann  als Mittler zwi-
       schen dem Handwerker und dem Konsumenten.") (l.c. p. 171.)
       ("Geld, der   g e m e i n s a m e   Preis aller Dinge.") (l.c. p.
       177.)
       "Das Geld  repräsentiert durch  den Kaufmann. Den Konsumenten re-
       präsentiert der  Kaufmann die  Gesamtheit der Fabrikanten, diesen
       die Gesamtheit  der Konsumenten  und beiden Klassen seine Versor-
       gung mit  Kredit den  Gebrauch des  Geldes. Er  repräsentiert der
       Reihe nach  Bedürfnisse, Fabrikanten  und Geld."  (l.c.  p.  177,
       178.)
       
       (Steuart, sieh  t. I,  p. 181-183, betrachtet den Profit - im Un-
       terschied zum  real value 2*), die er sehr konfus bestimmt (denkt
       dabei an die Produktionskosten), als Quantum vergegenständlichter
       Arbeit (what  a workman can perform in a day etc. 3*)), necessary
       expence der  workmen 4*),  Preis des  Rohmaterials, -  als profit
       upon alienation fluktuierend nach demand 5*).) (Bei Steuart wech-
       seln die  Kategorien noch  sehr; sind noch nicht fixiert, wie bei
       A. Smith.  Eben sahn  wir, daß real value identisch mit Produkti-
       onskosten, indem  neben der  Arbeit der workmen 6*) und dem value
       7*) des  Materials konfuserweise noch die wages 8*) als besondrer
       Bestandteil figurieren.  An einer andren Stelle versteht er unter
       intrinsic value  9*) einer  Ware den Wert ihres Rohmaterials oder
       das Rohmaterial
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       1*) In der  Handschrift: Wakley  - 2*) realen  Wert - 3*) was ein
       Arbeiter an einem Tag leisten kann etc. - 4*) notwendige Ausgaben
       der Arbeiter  - 5*) Veräußerungsprofit  schwankend nach der Nach-
       frage - 6*) Arbeiter 7*) Wert 8*) Löhne - 9*) inneren Wert
       
       #672# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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       selbst, während  er unter useful value 10*) die auf sie verwandte
       Arbeitszeit versteht.
       
       "Der erste  ist etwas  Reales in sich selbst; z. B. das Silber in
       einem silbernen  Flechtwerk. Der  i n n e r e  W e r t  eines Fa-
       brikats aus  Seide, Wolle  oder Leinen  ist geringer  als der ur-
       sprünglich angewandte  Wert, weil  er nahezu  unbrauchbar gemacht
       wurde für  jede andere  Verwendung als jene, für die das Fabrikat
       bestimmt war:  Der Gebrauchswert  dagegen muß veranschlagt werden
       entsprechend der  Arbeit, die  seine Herstellung kostete. Die zur
       Abänderung angewandte  Arbeit repräsentiert  einen Teil  der Zeit
       eines Mannes,  die, nutzbringend  angewandt, irgendeiner Substanz
       eine Form gegeben hat, die sie nützlich, dekorativ oder, kurz ge-
       sagt,  mittelbar  oder  unmittelbar  tauglich  für  den  Menschen
       machte." (p. 361, 362, t. I. l.c.)
       
       {Der wirkliche Gebrauchswert ist die Form, die der Substanz gege-
       ben ist. Diese Form selbst aber ist nur ruhende Arbeit.}
       
       "Wenn wir einen gemeinsamen Maßstab für den Preis irgendeiner Sa-
       che annehmen,  müssen wir  annehmen, daß  diese häufig oder übli-
       cherweise veräußert  wird. In  Ländern, wo  Einfachheit herrscht,
       ist es kaum möglich, irgendeinen Maßstab für die Preise der Waren
       des dringendsten  Bedarf s  zu bestimmen...  in solchen Zuständen
       der Gesellschaft  die Nahrungsmittel und die nötigsten Dinge kaum
       im Handel  zu finden;  kein Mensch  kauft sie; weil es jedermanns
       Hauptbeschäftigung ist, sie sich selbst zu verschaffen ... Allein
       der Verkauf  kann Preise bestimmen, und nur häufiger Verkauf kann
       einen Maßstab  festlegen. Jetzt  markiert der häufige Verkauf der
       wichtigsten Artikel  für den  Lebensunterhalt eine Einteilung der
       Einwohner in Arbeiter und unbeschäftigte Arbeiter" usw. (t. I, p.
       395, 396  11*) l.c.))
       
       (Die Lehre  von der  Bestimmung der  Preise durch  die Masse  des
       zirkulierenden Mediums  zuerst aufgestellt  von Locke, wiederholt
       im "Spectator"  19. Oktober  1711, entwickelt  und elegant formu-
       liert von  Hume und Montesquieu, [345] in ihrer Grundlage auf die
       Spitze formell getrieben von Ricardo und mit allen ihren Absurdi-
       täten in  praktische Anwendung auf Bankwesen etc. von Loyd, Colo-
       nel Torrens  etc.) Steuart  polemisiert dagegen, und zwar antizi-
       piert seine  Entwicklung stofflich ziemlich alles, was später von
       Bosanquet, Tooke,  Wilson geltend  gemacht worden  ist. (Heft, p.
       26.) [346] (Er sagt u.a. als historische Illustration:
       
       "Es ist  eine Tatsache,  daß zur  Zeit, als  Griechenland und Rom
       einen Überfluß  an Reichtum  besaßen, als jede Seltenheit und die
       Werte der  auserwähltesten Künstler  überhöhte Preise  erzielten,
       ein Ochse für eine bloße Lappalie gekauft wurde und Getreide mög-
       licherweise billiger  war als  jemals in Schottland ... Die Nach-
       frage ist  nicht der Zahl jener angemessen, die konsumieren, son-
       dern derer,  die kaufen;  nun gehören  zu den Konsumierenden alle
       Einwohner, aber zu den Kaufenden nur die wenigen
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       10*) nützlichen Wert - 11*) in der Handschrift: p. 395 sqq.
       
       #673# Ergänzungen zu den Kapiteln vom Geld und vom Kapital
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       Arbeitsamen, die frei sind ... In Griechenland und Rom Sklaverei;
       jene, die  ernährt wurden  durch die Arbeit ihrer eignen Sklaven,
       die Sklaven  des Staates,  oder durch umsonst unter das Volk ver-
       teiltes Getreide,  hatten keine Gelegenheit, auf den Markt zu ge-
       hen: Sie  traten nicht in Konkurrenz mit den Käufern... Die weni-
       gen damals  bekannten Fabrikanten hielten die Bedürfnisse im all-
       gemeinen niedrig;  folglich war  die Zahl  der arbeitenden Freien
       gering, und   s i e   allein  waren die Menschen, die Gelegenheit
       h a t t e n,  Nahrungsmittel und andere Artikel für den Lebensun-
       terhalt zu  kaufen: Folglich  muß die  Konkurrenz der Käufer ver-
       hältnismäßig gering  gewesen sein und die Preise niedrig; ferner,
       die Märkte  wurden versorgt  teils von  dem Überschuß, produziert
       auf den  Ländereien der großen Männer, die von Sklaven bearbeitet
       wurden; da  diese Sklaven  vom Ertrag der Ländereien ernährt wur-
       den, kostete  der Überschuß  in gewisser  Hinsicht den  Besitzern
       nichts; und  da die Zahl derer, die Gelegenheit hatten zu kaufen,
       sehr gering,  wurde Überschuß  billig verkauft.  - Außerdem mußte
       das gratis  an die  Bevölkerung verteilte  Getreide notwendig den
       Markt niedrig  halten usw.  Dagegen für eine zarte Meeresche oder
       einen  Künstler   usw.  große   Konkurrenz   und   daher   Preise
       außerordentlich steigend.  Der Luxus  jener  Zeiten  war,  obwohl
       übertrieben, nur  auf wenige beschränkt, und da Geld im allgemei-
       nen nur langsam durch die Hände der Menge zirkulierte, stagnierte
       es ständig  in denen der Reichen, denen als Maßstab der Preis für
       alles, was  sie in  ihren Besitz bringen wollten, nichts galt als
       ihre Laune.") (26, 27, Heft. Steuart.) [347]
       "G e l d  z u r  V e r r e c h n u n g  ist nichts als eine will-
       kürliche Skala  einzelner Teile,  die ersonnen wurden, um den be-
       sonderen Wert verkäuflicher Dinge zu messen. Geld zur Verrechnung
       ganz verschieden  von   G e l d - M ü n z e,  die Preis bedeutet,
       und könnte  existieren, obgleich keine Substanz in der Welt wäre,
       die proportionales  Äquivalent für  alle Waren." (t. II, p. 102.)
       [348]
       
       "Geld zur Verrechnung tut denselben Dienst für den Wert der Dinge
       12*) wie Minuten,  Sekunden etc. für Winkel tun oder Maßstäbe für
       geographische Landkarten  usw. In  allen diesen Erfindungen immer
       irgendeine Benennung als Einheit genommen." (l.c.)
       "Die Nützlichkeit  all dieser Einrichtungen bleibt einzig und al-
       lein beschränkt auf das Markieren des  G r ö ß e n v e r h ä l t-
       n i s s e s.   Gerade so  kann die  Einheit in  Geld kein gleich-
       bleibendes, endgültiges  Größenverhältnis zu irgendeinem Teil des
       Wertes besitzen,  d. h.,  es kann  nicht auf irgendein spezielles
       Quantum Gold,  Silber oder  irgendeiner  anderen  Ware  überhaupt
       festgelegt werden.  Ist die Einheit einmal festgelegt, können wir
       ¦¦27¦  aufsteigen   zu  den   höchsten  Werten,   indem  wir  sie
       multiplizieren," usw.  (p. 103.)  "Geld ist  also ein Maßstab zum
       Messen von Wert." (p. 102.)
       "Der Wert  der Ware  ist folglich  abhängig von einer allgemeinen
       Verknüpfung von  Umständen, die auf sich selbst und die Neigungen
       der Menschen  bezogen sind.  Deren Wert  sollte nur  in bezug auf
       einander als  sich verändernder  betrachtet werden;  folglich muß
       alles,  was  das  Feststellen  jener    V e r ä n d e r u n g e n
       d e s  G r ö ß e n v e r h ä l t n i s s e s  v e r m i t t e l s
       e i n e s  a l l g e m e i n e n,  f e s t g e l e g t e n  u n d
       u n v e r ä n d e r l i c h e n   M a ß s t a b e s   stört  oder
       verwirrt, schädlich  sein für den Handel und eine Fessel für Ver-
       äußerungen." (p. 104  13*).)
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       12*) In der  Handschrift: Wert,  den Dinge  - 13*) in  der  Hand-
       schrift: (l.c.)
       
       #674# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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       "Es ist  durchaus zu  unterscheiden zwischen   P r e i s    (d.h.
       Münze, Geldstück),  betrachtet als Maß, und  P r e i s  als Äqui-
       valent für  Wert betrachtet.  Die Metalle verrichten nicht gleich
       gut jede  der beiden  Funktionen ...    G e l d    i s t    e i n
       i d e a l e r   M a ß s t a b   f ü r   g l e i c h e  T e i l e.
       Wenn die Frage gestellt wurde, was sollte die Norm des Wertes für
       einen Teil  sein? Ich  antworte mit  einer anderen Frage: Welches
       ist die  Norm für die Länge eines Grades, einer Minute, einer Se-
       kunde? Sie  haben keine  - aber  sobald ein  Teil festgelegt ist,
       müssen, infolge der Natur eines Maßstabes, die restlichen im Grö-
       ßenverhältnis folgen." (p. 105.)
       "Beispiele dieses  idealen Geldes sind das Bankgeld von Amsterdam
       und das  Angola- Geld  an der afrikanischen Küste. - Das Bankgeld
       steht unveränderlich wie ein Felsen im Meer. Gemäß dieser idealen
       Norm sind die Preise aller Dinge geregelt." (p. 106, 107. 14*))
       
       In der  Sammlung der italienischen Ökonomisten von Custodi, Parte
       Antica, Tomo  III: Montanari  (Geminiano), Della moneta 15*), ge-
       schrieben about 16*) 1683, sagt von der "Erfindung" des Geldes:
       
       "die Kommunikation  der Völker untereinander ist auf dem gesamten
       Erdball derart  verbreitet, daß  man fast  meinen kann, die ganze
       Welt sei  eine einzige  Stadt geworden,  in der fortwährend Waren
       dargeboten werden  und wo  jeder Mensch  von seiner Wohnstatt aus
       sich mittels des Geldes all das beschaffen und fürderhin verbrau-
       chen kann, was der Boden, die Tiere und die menschliche Industrie
       anderswo produzieren. Welch wunderbare Erfindung!" (p. 40.) "Aber
       warum ist  es ausgerechnet auch das Maß für derartige Beziehungen
       zu den gemessenen Dingen, daß in gewissem Sinne das Gemessene zum
       Maß des  Messenden wird:  Denn wie  die Bewegung das Maß der Zeit
       ist, so  ist die  Zeit das  Maß der Bewegung selbst; es geschieht
       also, daß nicht nur das Geld das Maß unserer Wünsche ist, sondern
       daß umgekehrt  auch die Wünsche das Maß des Geldes selbst und des
       Wertes sind." (p. 41, 42.)
       "Es ist ganz offensichtlich: Je mehr Geld innerhalb einer Provinz
       im Verhältnis  zu den  vorhandenen verkäuflichen Dingen im Umlauf
       ist, desto  teurer werden sie sein, sofern man von einem Ding als
       teuer sprechen  kann in einem Land, wo Gold, da es in reichlichem
       Maße existiert, viel zählt, oder ob man nicht in diesem Fall eher
       das Gold  selbst als  billig bezeichnen  sollte, das so viel Wert
       hat wie  ein anderes  Ding, welches  anderswo als billiger gilt."
       (p. 48.)
       "100 Jahre  früher war  es Hauptmerkmal in der Handelspolitik der
       Nationen, das Ansammeln von Gold und Silber als eine Art Reichtum
       im wahrsten  Sinne des  Wortes." (p. 67.) (Gouge Wm. "A Short Hi-
       story of Paper Money and Banking in the United States". Philadel-
       phia. 1833.)
       
       (Barter in  United States  (sieh Gouge  Heft  VIII,  p.  81  sqq.
       [349]):
       
       "In Pennsylvanien  wie in  den andren Kolonien bedeutender Handel
       durch Tausch durchgeführt ... noch 1732  17*) in Maryland ein Akt
       durchgebracht, der Tabak zu einem
       -----
       14*) In der  Handschrift: p.  106,7 sqq.  - 15*) Über  das Geld -
       16*) um - 17*) in der Handschrift: 1723
       
       #675# Ergänzungen zu den Kapiteln vom Geld und vom Kapital
       -----
       Penny pro  Pfund und  Mais zu  20 d  pro Scheffel zu gesetzlichen
       Zahlungsmitteln erklärte." (p. 5.) (Part II.)
       
       Bald aber
       
       "ihr Handel  mit Westindien  und einem heimlichen Außenhandel mit
       den Spaniern  war Silber  so im  Überfluß vorhanden,  daß 1652 in
       Neu-England eine  Münze, eingerichtet  wurde für  die Prägung von
       Schillingen, 6-Pennystücken  und 3-Pennystücken".  (p. 5.) (l.c.)
       "Virginia 1645  verbot Geschäfte  durch Tausch und etablierte das
       spanische Geldstück  von 8  zu 6  Schillingen als Standardwährung
       der Kolonie (den spanischen Dollar)... Die andren Kolonien hefte-
       ten verschiedene  Benennungen dem  Dollar an. Das Geld auf Konten
       war überall  nominell dasselbe  wie in  England. Das Münzgeld des
       Landes war  besonders spanisch und portugiesisch" etc. cf. S. 81,
       Heft VIII.)
       
       (p. 6. Durch Akt der Queen Anne Versuch gemacht, dieser Konfusion
       ein Ende zu machen.)
       Tuckett: "A  History of  the Past and Present State of the Labou-
       ring Population" etc. 2 vol. London 1846  18*).
       
       "W o l l e n m a n u f a k t u r:   Zur Zeit  der  Elisabeth  der
       T u c h h ä n d l e r     hatte  den   Platz  des    F a b r i k-
       b e s i t z e r s   o d e r   d e s   E i g e n t ü m e r s  e i-
       n e r   M a n u f a k t u r  i n n e;  er war der Kapitalist, der
       die Wolle  kaufte und  sie dem  Weber lieferte,  in Portionen von
       etwa 12 Pfund zur Verarbeitung von Tuch. Im Anfang die Manufaktur
       [war]   b e s c h r ä n k t   a u f   g r o ß e  S t ä d t e  und
       g e s c h l o s s e n e  u n d  M a r k t f l e c k e n,  während
       die Einwohner  der Dörfer  wenig mehr  herstellten  als  für  den
       Gebrauch ihrer  Familien. Später  in nichtgeschlossenen  Städten,
       begünstigt durch  örtliche Vorteile, und auch Orten auf dem Lande
       durch Farmer,  Viehzüchter und  Landwirte, die begannen, Tuch zum
       Verkauf herzustellen  ebenso wie  für häuslichen  Gebrauch." (Die
       gröberen Sorten.)  "1551 passierte  ein Statut,  das die Zahl der
       Webstühle und  Lehrlinge beschränkte, die gehalten werden dürften
       von Tuchhändlern  und Webern,  die außerhalb  der  großen  Städte
       residierten; und  daß kein  Weber auf  dem Lande eine Vorrichtung
       zum Spinnen  besitzen noch irgendein Spinner einen Webstuhl haben
       durfte. Nach  Gesetz von  demselben Jahr  alle Weber  von  feinem
       schwarzen Tuch  mußten Lehre  von  7  Jahren  durchmachen.  [339]
       Trotzdem schlug   d i e   D o r f m a n u f a k t u r   als  G e-
       g e n s t a n d   k a u f m ä n n i s c h e n  P r o f i t s  fe-
       ste Wurzeln.  5 und  6   Eduard VI,  c. 22,  eine Parlamentsakte,
       verbietet den  Gebrauch von   M a s c h i n e r i e.   Flamen und
       Holländer behielten  daher Überlegenheit in dieser Manufaktur bis
       Ende des 17. Jahrhunderts. 1668 Holländischer Webstuhl eingeführt
       von Holland." (p. 136 bis 141  19*).)
       "D u r c h   E i n f ü h r u n g   d e r    M a s c h i n e r i e
       k o n n t e     1 8 0 0     e i n e    P e r s o n    s o v i e l
       a r b e i t e n   w i e   4 6   i m  J a h r e  1 7 8 5.  Im Jahr
       1800 war  das in  Fabriken, Maschinerie usw. investierte Kapital,
       bestimmt für  den Wollhandel,  nicht weniger als  6  M i l l i o-
       n e n   P f u n d   S t e r l i n g   u n d   d i e  G e s a m t-
       z a h l   der Personen  aller Altersgruppen  in England in diesem
       Zweig beschäftigt, 1 500 000." (p. 142/143.)
       -----
       18*) In der  Handschrift: 1836 - 19*) in der Handschrift: p. 140,
       1
       
       #676# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       Die Produktiv  kraft der Arbeit also gewachsen um 4600%. Aber er-
       stens allein  zum capital  fixe diese  Zahl ungefähr  nur 1/6; im
       Verhältnis zu dem Gesamtkapital (Rohmaterial etc.) vielleicht nur
       1/20.
       
       "Kaum eine  Manufaktur solchen  Vorteil von den Fortschritten der
       Naturwissenschaften als  die Kunst, Tuch zu färben, durch die An-
       wendung der   G e s e t z e   d e r    C h e m i e."    (l.c.  p.
       143/144  20*).)
       
       S e i d e n m a n u f a k t u r.  Bis Anfang des 18. Jahrhunderts
       
       "die Kunst   d e s  Z w i r n e n s  d e r  S e i d e  am erfolg-
       reichsten in Italien, wo Maschinerie einer besonderen Art zu die-
       sem Zweck  eingeführt wurde.  1755 reiste John Lombe, einer der 3
       Brüder, die  ein Geschäft  hatten als  Zwirner und Seidenhändler,
       nach Italien,  und wußte sich in einer der Fabriken ein Modell zu
       verschaffen. Eine  Seidenfabrik, mit der vervollkommneten Maschi-
       nerie, 1719  errichtet in  Derby durch  Lombe und  seine  Brüder.
       Diese Fabrik  enthielt 26 586  Räder, alle  angetrieben von einem
       Wasserrad. Das  Parlament gab ihm 14 000 l. dafür, daß er das Ge-
       heimnis dem  Geschäftszweig zugänglich  machte. Diese  Fabrik kam
       näher an  die Idee einer modernen Fabrik heran als irgendeine an-
       dere Einrichtung  dieser Art. Die Maschine hatte 97746 Räder, be-
       wegliche und Einzelteile, ¦¦28¦ die Tag und Nacht arbeiteten, die
       alle ihren  Antrieb von  einem großen Wasserrad erhielten und von
       einem Ordner  beherrscht wurden:  Und sie beschäftigte 300 Perso-
       nen, die sie bedienten und mit Arbeit versorgten". (133 bis 134.)
       
       (Kein spirit  of invention  21*) zeigte  sich im  englischen silk
       trade 22*); erst durch die Weber von Antwerp eingeführt, geflüch-
       tet nach  der sacking  of the  town 23*)  durch Herzog von Parma;
       dann verschiedne  branches 24*)  durch die  French refugees  25*)
       1685-1692.)
       1740 wurden  1700 tons  Eisen produziert durch 59 Hochöfen; 1827:
       690 000 durch 284. Die Hochöfen also gewachsen = 1:44 48/59; noch
       nicht verfünffacht 26*); die tons 27*) = 1:405 15/17  28*). (Vgl.
       über das  Verhältnis in  einer Reihe von Jahren l.c. Heft S. 12.)
       [350]
       Bei der Glasmanufaktur zeigt sich mit am besten, wie abhängig der
       Fortschritt der  Wissenschaft von  der Manufaktur.  [351] Andrer-
       seits z.B.  die Erfindung von Quadranten war aus den Bedürfnissen
       der Navigation  entstanden, Parliament  29*) setzte Preis auf Er-
       findungen.
       8 Cottonmaschinen  30*), die 1825 £ 5000 kosteten, were 1833 sold
       for £ 300  31*). (Sieh über Cottonspinnerei 32*) l.c. [, p. 204,]
       p. 13, Heft.)
       -----
       20*) In der  Handschrift: p. 144 - 21*) Erfindergeist - 22*) Sei-
       denhandel -  23*) Plünderung der Stadt - 24*) Zweige - 25*) fran-
       zösischen Flüchtlinge  - 26*) in der Handschrift: 1:3 48/59, noch
       nicht vervierfacht  -  27*) Tonnen  -  28*) in  der  Handschrift:
       1:435 5/17 -  29*) Parlament - 30*) Baumwollspinnmaschinen - 31*)
       wurden 1833 für 300 Pfund verkauft - 32*) Baumwollspinnerei
       
       #677# Ergänzungen zu den Kapiteln vom Geld und vom Kapital
       -----
       "Eine erstklassige  Fabrik für  das Verspinnen von Baumwolle kann
       nicht gebaut,  mit Maschinerie  beschickt und  ausgerüstet werden
       mit Gaswerk und Dampfmaschine für weniger als 100 000 Pfund. Eine
       Dampfmaschine von 100 Pferdestärken ist in der Lage, 50 000 Spin-
       deln zu  drehen, die  62 500 Meilen  feinen Baumwollfaden pro Tag
       produzieren. In  einer solchen Fabrik spinnen 1000 Personen eben-
       soviel wie  250 000 Personen  ohne Maschinerie konnten. McCulloch
       schätzt deren  Zahl in Großbritannien auf 130 000." (p. 218  33*)
       l.c.)
       "Wo es  keine ordentlichen  Straßen gibt, dort kann kaum von Vor-
       handensein einer Gemeinschaft gesprochen werden; die Leute können
       nichts Gemeinsames  haben." (p. 270. Tuckett. l.c.) "Von dem Pro-
       dukt der  Erde, das  dem Menschen  nutzt, 99/100 sind das Produkt
       der Menschen." (l.c. p. 348.) "Als die Sklaverei oder lebenslange
       Lehrzeit abgeschafft  war, wurde  der Arbeiter  sein eigener Herr
       und seinen  eigenen Findigkeiten überlassen. Aber, wenn ohne hin-
       längliche Arbeit  etc., Menschen werden nicht verhungern, solange
       sie betteln oder stehlen können; folglich war die erste Stellung,
       die von  den Armen  eingenommen wurde,  die von  Dieben und Bett-
       lern." (p. 637 note, t. II, l.c.)
       "Ein bemerkenswerter  Unterschied des gegenwärtigen gesellschaft-
       lichen Zustandes  seit Elisabeth  ist, daß ihr Armenakt besonders
       ein Akt  war, der  Gewerbefleiß erzwingen sollte, in der Absicht,
       der massenhaften  Landstreicherei entgegenzutreten,  die aus  der
       Unterdrückung der  Klöster und  dem  Übergang  von  Sklaverei  zu
       freier Arbeit  entstanden war. 34*) Als Beispiel davon der 5. Akt
       der Elisabeth,  in dem Hausherren, die einen halben Pflug für die
       Bestellung ihres  Bodens nutzen,  angewiesen werden, jede Person,
       die sie  unbeschäftigt antreffen sollten, aufzufordern, ihr Lehr-
       ling in  Landwirtschaft oder irgendeiner Kunstfertigkeit oder Ge-
       heimwissenschaft zu  werden; und  wenn widerwillig, ihn vor einen
       Richter zu  bringen, der  nahezu gezwungen  war, ihn zur Untersu-
       chung zu  übergeben, bis er seiner Verpflichtung zustimmte. Unter
       der Elisabeth  nötig unter 100 zur Produktion von Nahrungsmitteln
       85. Gegenwärtig  nicht ein  Mangel an Fleiß, aber von profitabler
       Beschäftigung  ...     D a n a c h    l a g    d i e    g r o ß e
       S c h w i e r i g k e i t   d a r i n,  den Hang zu Müßiggang und
       Landstreicherei zu überwinden, nicht ihnen lohnende Beschäftigung
       zu verschaffen. Während dieser Herrschaft gab es mehrere Akte der
       Legislative, um die Müßigen zur Arbeit zu zwingen." (p. 643, 644.
       t. II, l.c.) [352]
       "F i x e s   K a p i t a l,   wenn es  einmal gebildet  ist, hört
       auf, die Nachfrage nach Arbeit zu beeinflussen, aber während sei-
       ner Bildung  gibt es  ebensoviel Händen  Beschäftigung,  als  ein
       gleicher Betrag  von zirkulierendem  Kapital oder von Revenue be-
       schäftigen würde."  (p. 56. John Barton. "Observation on the cir-
       cumstances which influence the condition of the labouring classes
       of Society." London 1817.)
       "Das Gemeinwesen  besteht aus   2   K l a s s e n   v o n  P e r-
       s o n e n,   der einen,  die  konsumiert  und  reproduziert,  der
       andren, die  konsumiert ohne Reproduktion. Bestünde die ganze Ge-
       sellschaft aus  Produzenten, so  von wenig Konsequenz, zu welchem
       Preise sie  ihre Waren  untereinander  austauschen  würden;  aber
       jene, die nur Konsumenten sind, bilden eine zu zahlreiche Klasse,
       um übersehen zu werden. Ihre Macht, Forderungen zu stellen,
       -----
       33*) In der  Handschrift: p.  280 -  34*) siehe  vorl.  Band,  S.
       630/631
       
       #678# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       entspringt Renten,  Hypotheken, Lebensrenten,  Berufen oder Dien-
       sten verschiedener  Art, die sie dem Gemeinwesen geleistet haben.
       Je höher  der Preis  ist, für den man die Klasse oder Konsumenten
       zum Kauf  veranlassen kann,  um so  größer wird  der  Profit  der
       Produzenten aus  der Warenmenge  sein, die  sie ihnen  verkaufen.
       Unter diesen  rein konsumierenden Klassen nimmt die Regierung den
       prominentesten Rang ein." (W. Blake, "Observations on the Effects
       produced by  the Expenditure of Government during the Restriction
       of Cash Payments." London 1823, p. 42, 43.)
       
       Blake, um  zu zeigen,  daß das  dem Staat  geliehne Kapital nicht
       notwendig solches  ist, was  früher produktiv, was employed 35*),
       sagt - und uns geht hier nur an das Zugeben, daß ein Teil des Ka-
       pitals immer dormant 36*) - :
       
       "Der Irrtum  liegt in der Unterstellung, 1. daß das gesamte Kapi-
       tal des  Landes voll  beschäftigt [ist],  2.  d a ß  e s  e i n e
       u n m i t t e l b a r e  B e s c h ä f t i g u n g  f ü r  a u f-
       e i n a n d e r f o l g e n d e    K a p i t a l a k k u m u l a-
       t i o n   g i b t,   s o  w i e  s i e  a u s  E r s p a r n i s-
       s e n   e n t s t e h e n.   Ich glaube,  daß es  zu allen Zeiten
       einige Kapitalanteile  gibt,  die  Unternehmen  gewidmet  werden,
       welche sehr  langsame Einkommen und geringe Profite abwerfen, und
       einige Anteile, die völlig tot in der Form von Gütern lagern, für
       die nicht  genügend Nachfrage  vorhanden ist...  Wenn  nun  diese
       toten Anteile  und Ersparnisse transferiert werden könnten in die
       Hände der Regierung im Austausch gegen deren Jahresrenten, würden
       sie  Quellen   neuer  Nachfrage  werden,  ohne  Übergriffe  gegen
       bestehendes Kapital." (p. 54, 55, l.c.)
       "W e l c h e   M e n g e  E r z e u g n i s s e  d e m  M a r k t
       a u c h   i m m e r   i n f o l g e    d e r    N a c h f r a g e
       d e s   s p a r e n d e n   K a p i t a l i s t e n    e n t z o-
       g e n   w i r d,   f l i e ß t   w i e d e r  z u r ü c k,  m i t
       Z u g a b e,   i n   d e n   G ü t e r n,  d i e  e r  r e p r o-
       d u z i e r t.  Die Regierung dagegen nimmt es weg für Konsumtion
       ohne Reproduktion.  Wo Ersparnisse  gemacht vom  Einkommen, klar,
       daß die  Person berechtigt, sich des ersparten Teils zu erfreuen,
       zufrieden ist,  ohne ihn  zu konsumieren.  Es  beweist,  daß  die
       Industrie des  Landes fähig  ist, mehr  Produkte hervorzubringen,
       als die Bedürfnisse des Gemeinwesens verlangen. Wenn die ersparte
       Quantität als  Kapital angewandt  wird in  der Reproduktion eines
       Wertes, der ihr selbst äquivalent ist, zusammen mit einem Profit,
       kann diese  neue Schöpfung, wenn sie dem allgemeinen Fonds hinzu-
       gefügt wird,  allein von  der Person  abgezogen werden,  die  die
       Ersparnisse gemacht  hat, d.h.  eben von  der Person, die bereits
       ihre Abneigung  bewiesen hat,  zu konsumieren...  Wenn ein  jeder
       konsumiert, was  er aufgrund seiner Macht konsumieren könnte, muß
       es notwendigerweise einen Markt geben. Jeder, der aus seinem Ein-
       kommen Ersparnisse  macht, nimmt  diese Macht  nicht in Anspruch,
       und sein  Anteil bleibt,  ohne daß  über ihn  verfügt wird. Würde
       dieser ökonomische  Geist allgemein,  wäre der Markt notwendiger-
       weise überreichlich versehen, und es muß vom Grad abhängen, worin
       dies Mehrprodukt  akkumuliert, ob es neue Beschäftigungen als Ka-
       pital finden kann." (56, 57.)
       
       (Cf. diese Schrift überhaupt bei dem Abschnitt über  A k k u m u-
       l a t i o n.)   (Cf. Heft S. 68 und S. 70, [353] wo gezeigt wird,
       daß die Rate of profits und wages 37*)
       -----
       35*) beschäftigt war  - 36*) totes  - 37*) Rate  der Profite  und
       Löhne
       
       #679# Ergänzungen zu den Kapiteln vom Geld und vom Kapital
       -----
       stieg infolge  der   P r e i s e,  durch Kriegsnachfrage, without
       any respect  "to the quality of land taken last into cultivation"
       38*).)
       
       "Während des  Revolutionskrieges [354]  stieg die Marktrate ¦¦29¦
       des Zinses  auf 7, 8, 9 und selbst 10%, obgleich während der gan-
       zen Zeit  Böden niedrigster Qualität kultiviert wurden." (l.c. p.
       64-66.) "Das  Steigen des  Zinses zu  6, 8, 10 und selbst 12% be-
       weist das  Steigen des  Profits. Die Entwertung des Geldes, falls
       man annimmt,  daß sie  vorhanden ist, könnte nichts ändern an dem
       Verhältnis von  Kapital und  Zins. Wenn  200 l. nur mehr wert 100
       l., 10  l. Zins nur mehr wert 5 l. Was die Wertgröße des Kapitals
       beeinflußt hat,  würde gleichermaßen  den Wert des Profits beein-
       flussen. Sie  könnten das  Verhältnis zwischen  beiden nicht  än-
       dern." (p. 73.)
       "Ricardos Räsonnement, daß der Preis der Löhne die Preise der Wa-
       ren nicht  steigen machen kann, paßt nicht auf eine Gesellschaft,
       w o   g r o ß e   K l a s s e n  k e i n e  P r o d u z e n t e n
       s i n d."   (l.c.) "Mehr  als ihren gerechten Anteil erhalten die
       Produzenten auf  Kosten jener  Portion, die  von Rechts wegen der
       Klasse gehört, die nur aus Konsumenten besteht." (74.)
       
       Dies natürlich  wichtig, da Kapital sich nicht nur austauscht ge-
       gen Kapital,  sondern auch  gegen Revenu und jedes Kapital selbst
       als Revenu  aufgegessen werden  kann. Indes tut es nichts für die
       Bestimmung des  Profits im  allgemeinen. Dieser,  unter den  ver-
       schiednen Formen von profit, interest, rent, pensions 39*), Steu-
       ern etc.  mag verteilt  werden (ebenso  wie Teil des Salairs even
       40*)) unter  verschiednen Namen  und Klassen der Bevölkerung. Sie
       können nie  mehr unter  sich verteilen  als den Gesamtsurpluswert
       oder das Gesamt surplusproduce 41*). Die ratio 42*), worin sie es
       verteilen, natürlich  ökonomisch wichtig;  ändert nichts  an  der
       vorliegenden Frage.
       
       "Wenn die  Zirkulation von Waren von 400 Millionen eine im Umlauf
       befindliche Geldsumme  von 40 Millionen erheischte und diese Pro-
       portion von  1/10 das angemessene Niveau war, dann, wenn der Wert
       der zu  zirkulierenden Waren zu 450 Millionen wächst aus natürli-
       chen Gründen,  die im  Umlauf befindliche Geldsumme mußte, um auf
       ihrem Niveau zu bleiben, wachsen zu 45 Millionen oder die 40 Mil-
       lionen dazu  veranlaßt werden, mit solch erhöhter Geschwindigkeit
       zu zirkulieren durch Bankverkehr oder andere Fortschritte, so daß
       sie die Funktionen von 45 Millionen verrichten... Eine solche Zu-
       nahme oder  solche Schnelligkeit  die Folge und nicht die Ursache
       des Steigens  von Preisen." (IV. Blake l.c. p. 80 sq. Cf. Heft S.
       70.)
       "Großen Reichtum gewannen die obere und Mittelklasse in Rom durch
       Eroberungen in Asien, aber da er nicht durch Handel oder Manufak-
       turwaren geschaffen wurde, ähnelt dieser Reichtum jenem, den Spa-
       nien aus  seinen amerikanischen  Kolonien erlangte." (p. 66 t. I,
       Mackinnon, "History of Civilisation". London 1846, t. I.)
       -----
       38*) ohne jede  Rücksicht - 39*) auf die Qualität des Landes, die
       zuletzt in  die Bodenbearbeitung einbezogen wurde" - 39*) Profit,
       Zins, Pacht,  Pensionen -  40*) selbst - 41*) Gesamtmehrprodukt -
       42*) das Verhältnis
       
       #680# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       "Im 15.  Jahrhundert behauptet  Harrison" (sieh  auch Eden), "daß
       die Farmer  kaum in  der Lage  waren, ihre  Pacht zu zahlen, ohne
       eine Kuh,  ein Pferd oder etwas von ihren Produkten zu verkaufen,
       obgleich sie  höchstens 41.  für eine  Farm zahlten... Die Farmer
       konsumierten in  diesen Zeiten  den Hauptteil der angebauten Pro-
       dukte, wobei  seine Knechte  und Mägde  mit ihm am gleichen Tisch
       Platz nahmen  ... Die   h a u p t s ä c h l i c h e n    M a t e-
       r i a l i e n   f ü r   K l e i d u n g   w u r d e n   n i c h t
       g e k a u f t,   s o n d e r n   w u r d e n   d u r c h    d i e
       f l e i ß i g e   A r b e i t   j e d e r   F a m i l i e    g e-
       w o n n e n.   Die  l a n d w i r t s c h a f t l i c h e n  G e-
       r ä t e   waren so einfach, daß viele hergestellt, zumindest aber
       instandgehalten wurden  vom Farmer  selbst. Von  jedem Freisassen
       wurde erwartet,  daß er  wußte, wie  Tragholz oder  Sattelbug und
       Pfluggeschirr hergestellt  wurde;   s o l c h e   A r b e i t e n
       beschäftigten sie  an Winterabenden."  (p. 324, 325 l.c. Tuckett,
       t. II.)
       Z i n s  u n d  P r o f i t:  "Wo ein Individuum seine eignen Er-
       sparnisse produktiv  anwendet, [erhält  es] die  Vergütung seiner
       Zeit und  Geschicklichkeit -   T ä t i g k e i t  d e r  O b e r-
       a u f s i c h t   (ferner schließt der Profit das Risiko ein, dem
       sein Kapital  in seinem  speziellen Geschäft  ausgesetzt  gewesen
       sein mag);  und die Vergütung für die produktive Anwendung seiner
       Ersparnisse,   Z i n s.  Das Ganze dieser Vergütung  B r u t t o-
       p r o f i t.   Wo ein  Individuum die  Ersparnisse  eines  andren
       anwendet, erhält es die Tätigkeit allein. Wo ein Individuum seine
       E r s p a r n i s s e   einem andren leiht, nur den Zins oder den
       Nettoprofit." ("Westminster Review", January 1826, p. 107, 108.)
       
       Also hier Interest = Net Profit = Remuneration for the productive
       employments of  savings 43*);  der eigentliche  Profit die  Remu-
       neration 44*)für  die agency  for superintendence during his pro-
       ductive employment 45*).
       Derselbe Philister sagt:
       
       "Jedes Verbessern  der Produktionstechnik,  das nicht die Propor-
       tion stört  zwischen den Kapitalteilen, gewidmet und nicht gewid-
       met dem Zahlen für Löhne, ist für die arbeitenden Klassen beglei-
       tet mit  einem Zuwachs an Beschäftigung; jede neue Verwendung von
       Maschinerie und Arbeit von Pferden -  g e h t  e i n h e r  m i t
       e i n e m  Z u w a c h s  a n  P r o d u k t e n  u n d  f o l g-
       l i c h   a n   K a p i t a l;  in welchem Maße es das Verhältnis
       verringern  mag,  welches  zwischen  jenem  Teil  des  nationalen
       Kapitals, der  den Fond  für die  Lohnzahlungen bildet,  und  dem
       besteht, der  anderweits angewandt  wird, seine Tendenz ist nicht
       die Verringerung,  sondern die  Erhöhung des    a b s o l u t e n
       B e t r a g e s   d i e s e s  F o n d s  und daher Anwachsen der
       Quantität der Beschäftigung." (l.c. p. 123.)
       -----
       43*) Zins =  Nettoprofit = Vergütung für die produktive Anwendung
       von Ersparnissen  - 44*) Vergütung  - 45*) Tätigkeit der Oberauf-
       sicht während seiner produktiven Anwendung
       
       #681# Geld als Maß der Werte
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       [Geld als Maß der Werte]
       
       Aus der  Bestimmung des  Geldes als  M a ß,  wie zweitens aus dem
       Fundamentalgesetz, daß die Masse des zirkulierenden Mediums, eine
       bestimmte Geschwindigkeit der Zirkulation vorausgesetzt, bestimmt
       ist durch  die Preise  der Waren  und die Masse der Waren, die zu
       bestimmten Preisen  zirkulieren, oder den Gesamtpreis, die Aggre-
       gatgröße der  Waren, die  selbst wieder durch 2 Umstände bestimmt
       ist: 1.  die Höhe  des Warenpreises; 2. die Masse der in Zirkula-
       tion befindlichen  Waren zu bestimmten Preisen; ferner 3. aus dem
       Gesetz, daß  das Geld als Zirkulationsmittel zur  M ü n z e,  zum
       bloß verschwindenden  Moment wird,  bloßen   Z e i c h e n    der
       Werte, die es austauscht, folgen nähre Bestimmungen, die wir erst
       entwickeln werden,  wo und  soweit sie mit verwickeitern ökonomi-
       schen Verhältnissen,  Kreditzirkulation, Wechselkurs  etc. zusam-
       menfallen. Es  ist nötig,  alles Detail  zu vermeiden, und, wo es
       hineingebracht werden  muß, es erst da hereinzubringen, wo es den
       elementaren Charakter verliert.
       D'abord 1*)  ist die Geldzirkulation als die oberflächlichste (in
       dem Sinn:  auf die  Oberfläche herausgetriebne)  und abstrakteste
       Form des ganzen Produktionsprozesses, an sich selbst durchaus in-
       haltslos, außer  soweit ihre eignen Formunterschiede, eben die im
       Abschnitt II  [355] entwickelten einfachen Bestimmungen ihren In-
       halt bilden.  Es ist  klar, daß  die einfache Geldzirkulation, an
       sich selbst  betrachtet, nicht  in sich selbst zurückgebogen ist,
       aus 2*)  einer Unzahl  gleichgültiger und  zufällig nebeneinander
       liegender Bewegungen  besteht. Es  kann z.B.  die Münze  als Aus-
       gangspunkt der  Geldzirkulation betrachtet werden, aber es findet
       kein Gesetz  des Refluxes 3*) zur Münze statt außer der Deprezia-
       tion 4*) durch  wear und tear 5*), die Umschmelzung und new issue
       of coins  6*) nötig  macht. Es  betrifft dies  nur die stoffliche
       Seite und bildet durchaus kein Moment der Zirkulation selbst. In-
       nerhalb der  Zirkulation selbst  kann der  Punkt der Rückkehr vom
       Ausgangspunkt verschieden  sein; soweit  eine Rückbiegung  statt-
       findet, erscheint die Geldzirkulation als bloße Erscheinung einer
       hinter ihr  liegenden und sie bestimmenden Zirkulation, z.B. wenn
       wir die  Geldzirkulation zwischen Fabrikant, Arbeiter, Shopkeeper
       7*) und  Bankier betrachten.  Ferner die  Ursachen, die die Masse
       der in  Zirkulation geworfnen  Waren, das  Steigen und Fallen der
       Preise, die  Geschwindigkeit der  Zirkulation,  das  Quantum  der
       gleichzeitigen Zahlungen etc. betreffen, sind alles Umstände,
       -----
       1*) Zuerst -  2*) in der  Handschrift: außer  - 3*) Rückflusses -
       4*) Entwertung -  5*) Abnutzung -  6*) Neuausgabe  von  Münzen  -
       7*) Einzelhändler
       
       #682# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       die  a u ß e r h a l b  der einfachen Geldzirkulation selbst lie-
       gen. Es  sind Verhältnisse,  die sich in ihr ausdrücken; sie gibt
       sozusagen die  Namen für sie her; aber aus ihrer eignen Differen-
       zierung sind sie nicht zu erklären. Es dienen verschiedne Metalle
       als Geld, die verschiednes, wechselndes Wertverhältnis zueinander
       haben. So  kommt die  Frage vom  double standard 8*) etc. herein,
       die welthistorische Formen annimmt. Sie nimmt sie aber nur an und
       der double standard kommt selbst nur herein durch den auswärtigen
       Handel, unterstellt also, um mit Nutzen betrachtet zu werden, die
       Entwicklung viel  höhrer Verhältnisse  als des einfachen Geldver-
       hältnisses.
       Das Geld     a l s   M a ß  des Werts wird nicht in Bullionquotis
       9*) ausgedrückt,  sondern in  Rechenmünzen, beliebige  Namen  für
       aliquote 10*)  Teile eines  bestimmten Quantums der Geldsubstanz.
       Diese Namen  können geändert  werden, das Verhältnis der Münze zu
       ihrer metallischen  Substanz kann  verändert werden,  während der
       Name derselbe  bleibt. So Fälschungen, die große Rolle in der Ge-
       schichte der Staaten spielen". Ferner die Geldsorten verschiedner
       Länder. Diese Frage bloß Interesse beim Wechselkurs.
       ¦¦30¦ Das  Geld ist  nur  M a ß,  weil es Arbeitszeit, materiali-
       siert in  einer bestimmten  Substanz, also  selbst  W e r t  ist,
       und zwar,  weil diese bestimmte Materiatur als seine allgemeinge-
       genständliche, als  die Materiatur der Arbeitszeit als solcher im
       Unterschied von ihren nur besondren Inkarnationen gilt; also weil
       es   Ä q u i v a l e n t   ist. Da  aber in  seiner Funktion  als
       M a ß   das Geld  nur vorgestellter  Vergleichungspunkt ist,  nur
       ideal zu  existieren braucht "nur die ideelle Übersetzung der Wa-
       ren in  ihr allgemeines Wertdasein stattfindet -; da es ferner in
       dieser Qualität  als Messer  erst als  Rechenmünze figuriert, und
       ich sage,  eine Ware ist soviel shillings, francs etc. wert, wenn
       ich sie  in Geld übersetze; so hat dies Anlaß gegeben zu der kon-
       fusen Vorstellung, von Steuart entwickelt und zu verschiednen Pe-
       rioden, ja  erst ganz  neuerdings als tiefe Entdeckung in England
       aufgefrischt, von  einem   i d e a l e n  M a ß.  Nämlich so ver-
       standen, daß  die Namen Pfund, Shilling, Guinea, Dollar etc., die
       als Recheneinheiten  gelten, nicht  bestimmte Benennungen von be-
       stimmten Quantis  Gold, Silber  etc., sondern  bloß  willkürliche
       Vergleichungspunkte, die  selbst  keinen  Wert,  kein  bestimmtes
       Quantum vergegenständlichter  Arbeitszeit ausdrücken.  Daher  das
       ganze Gekohl  vom Fixieren  des Preises von Gold und Silber - der
       Preis hier  zu verstehn  von dem  Namen, womit aliquote Teile be-
       nannt werden.  Eine Unze  Gold jetzt  geteilt in  31. 17 sh 10 d.
       Dies heißt  Fixierung des  Preises; es ist, wie Locke richtig be-
       merkt, nur eine Fixierung
       -----
       8*) doppelten  Standard   -  9*) Quoten  von  Edelmetallbarren  -
       10*) ohne Rest autgehende - 11*) in der Handschrift: bilden
       
       #683# Geld als Maß der Werte
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       des Namens  aliquoter Teile  von Gold, Silber etc. In sich selbst
       ausgedrückt, ist  Gold, Silber natürlich sich selbst gleich. Eine
       Unze ist eine Unze, ob ich sie 3 l. oder 20 £ nenne.
       Kurz, dieses   i d e a l e   M a ß  in dem Sinn von Steuart meint
       dies: Wenn ich sage, Ware A) ist 12 £ wert, Ware B) 6, Ware C) 3,
       so verhalten  sie sich  = 12:6:3. Die Preise drücken nur Verhält-
       nisse aus,  worin sie  gegeneinander ausgetauscht werden. Es tau-
       schen sich  aus 2  B für  1 A und 1 1/2 B für 3 C 12*). Statt nun
       das Verhältnis  von A,  B, C in realem Geld, das selbst Wert hat,
       Wert ist,  könnte ich  statt dem £, das eine bestimmte Masse Gold
       ausdrückt, nicht  ebenso gut  irgendeinen beliebigen inhaltslosen
       Namen (dies  heißt hier  i d e a l),  z.B. Makrele nehmen. A = 12
       Makrelen; B  = 6 M, C = 3 M. Dieses Wort M ist hier nur ein Name,
       ohne alle  Beziehung auf  einen ihm  selbst  angehörigen  Inhalt.
       Steuarts Beispiel  mit dem  Grad,  Linie  13*),  Sekunde  beweist
       nichts; denn  obgleich der  Grad, Linie  13*), Sekunde wechselnde
       Größe haben, so sind sie nicht bloße Namen, sondern drücken stets
       den aliquoten  Teil von einer bestimmten Raumgröße oder Zeitgröße
       aus. Sie haben also in der Tat eine Substanz. Daß das Geld in der
       Bestimmung als  Maß bloß als  v o r g e s t e l l t e s  funktio-
       niert, wird  hier darein  verwandelt, daß  es eine beliebige Vor-
       stellung, ein  bloßer  N a m e  sei, nämlich Name für das numeri-
       sche Wertverhältnis.  Name für  bloßes Zahlenverhältnis.  Es wäre
       dann aber das richtige, gar keinen Namen, sondern bloß Zahlenver-
       hältnis auszudrücken,  denn der  ganze Witz  läuft darauf hinaus:
       Ich bekomme  6 A für 12 B, 3 B für 6 C 14*); dies Verhältnis kann
       auch so  ausgedrückt werden: A = 12 x, B = 6 x, C = 3 x; wo das x
       selbst nur  ein Name  für das Verhältnis von A:B und B:C ist. Das
       bloße, unbenannte  Zahlenverhältnis would not do 15*). Denn A:B =
       12:6 = 2:1, und B:C = 6:3 = 2:1. Also C = 1/2. Also B = 1/2, also
       B = C. Also A = 2 und B = 2; also A = B.
       Nehme ich  irgendeinen Preiscourant 16*), z.B. Pottasche, Ctr. 35
       sh; Cocoa 17*), lb. 60 sh, Iron (bars) (per ton) 18*) 145 sh etc.
       [356] So,  um das Verhältnis dieser Waren gegeneinander zu haben,
       kann ich  nicht nur  das Silber im Shilling vergessen; die bloßen
       Zahlen 35, 60, 145 etc. reichen hin, um die wechselseitigen Wert-
       verhältnisse von  Pottasche, Cocoa, Eisenbarren zu bestimmen. Un-
       benannte Zahlen  reichen jetzt  hin; und nicht nur, daß ich ihrer
       Einheit, dem  1, jeden  Namen geben  kann, ohne Beziehung auf ir-
       gendeinen Wert;  ich brauche  ihr  gar  keinen  Namen  zu  geben.
       Steuart besteht  darauf, daß ich ihr irgendeinen Namen geben muß,
       daß dieser aber, als bloß willkürlicher Name der Einheit,
       -----
       12*) In der Handschrift: 1 1/2 C für 3 B - 13*) sollte eigentlich
       heißen: Minute - 14*) in der Handschrift: 6 B für 12 A, 3 C für 6
       B -  15*) würde nicht genügen - 16*) gängigen Preis  17*) Kakao -
       18*) Eisen (Barren) (je Tonne)
       
       #684# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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       als bloß   m a r k i n g   o f   p r o p o r t i o n  19*) selbst
       cannot be fixed to any particular quantity of gold, silver or any
       other commodity 20*).
       Bei jedem  Maß, sobald es als Vergleichungspunkt dient, d.h., so-
       bald die  Verschiednen, die verglichen werden sollen, in das Ver-
       hältnis von  Anzahl zum  Maß als Einheit gesetzt sind und sie nun
       aufeinander bezogen werden, wird die Natur des Maßes gleichgültig
       und verschwindet  in dem  Akt der  Vergleichung selbst;  die Maß-
       einheit ist  bloße Zahleneinheit  geworden; die  Qualität  dieser
       Einheit ist  verschwunden, z.  B. daß es selbst bestimmte Längen-
       oder Zeitgröße  oder Winkelgrad  etc. ist.  Aber es ist nur, wenn
       die Verschiednen  schon als  Gemessene vorausgesetzt  werden, daß
       die Einheit  [des] Maßes marks only proportion between them 21*),
       also z.B. in unsrem Falle die Proportion ihrer Werte. Die Rechen-
       einheit hat  nicht nur verschiedne Namen in verschiednen Ländern;
       sondern ist  das Nomen  für verschiedne aliquote Teile einer Unze
       Gold z.B.  Der Wechselkurs  reduziert sie  aber alle auf dieselbe
       Gewichtseinheit von  Gold oder  Silber. Unterstelle  ich also die
       verschiednen Warengrößen,  z. B. wie oben = 35 sh, 60 sh, 145 sh,
       so ist  zu ihrer Vergleichung, da jetzt das 1 in allen als gleich
       vorausgesetzt, sie  kommensurabel 22*)  gemacht worden  sind, die
       Betrachtung nun ganz überflüssig, daß sh eine bestimmte Quantität
       Silber, der Namen für ein bestimmtes Quantum Silber ist. Aber sie
       werden erst als bloße Zahlengrößen, Anzahl beliebiger gleichnami-
       ger Einheit, vergleichbar miteinander und drücken erst Proportio-
       nen gegeneinander aus, sobald jede einzelne Ware gemessen ist mit
       der, die als Einheit, als Maß dient. Ich kann sie aber nur anein-
       ander messen,  nur kommensurabel  machen, soweit sie eine Einheit
       haben -  diese ist die in beiden enthaltene Arbeitszeit. Die Maß-
       einheit muß  also ein  gewisses Quantum  einer Ware [sein], worin
       ein Quantum  Arbeit vergegenständlicht ist. Da dieselbe Quantität
       Arbeit nicht in demselben Quantum Gold z.B. immer ausgedrückt, so
       der Wert  dieser Maßeinheit  selbst veränderlich. Soweit das Geld
       aber nur  als Maß  betrachtet wird,  steht diese Veränderlichkeit
       nicht im  Weg. Beim  Tauschhandel selbst,  sobald er einigermaßen
       als Tauschhandel entwickelt ist, also sich wiederholende, normale
       Operation ist,  nicht nur  vereinzelter Tauschakt,  erscheint ir-
       gendeine andre Ware als Maßeinheit, z.B. Vieh beim Homer. Bei dem
       wilden Papua der Küste,
       
       der, um  "einen ausländischen  Gegenstand zu haben, austauschte 1
       oder 2  seiner Kinder, und wenn sie nicht zur Hand sind, die sei-
       nes Nachbars  pumpt, versprechend seine eigenen dagegen auszutau-
       schen, wenn  sie zur  Hand  sind,  eine  Bitte,  die  selten  ab-
       geschlagen wird",
       -----
       19*) markieren des  Verhältnisses -  20*) nicht irgendeinen  Teil
       der Menge  Gold, Silber  oder irgendeiner anderen Ware angeheftet
       werden kann  - 21*) nur  das Verhältnis zwischen ihnen markiert -
       22*) vergleichbar
       
       #685# Geld als Maß der Werte
       -----
       existiert kein  Maß für den Austausch. Die einzige Seite des Aus-
       tauschs, die für ihn existiert, ist die, daß er nur durch Entäuß-
       rung der  von ihm  beseßnen Sache  die fremde sich aneignen kann.
       Diese Entäußerung  selbst ist  für ihn  durch nichts geregelt als
       seine fancy  on the  one side 23*), und den Umfang seines movable
       24*) Besitzes  auf der  andren. Im  "Economist" vom 13. März 1858
       lesen wir in einem an den Redakteur adressierten Brief:
       
       "Da in  Frankreich der Austausch von Gold für Silber bei den Mün-
       zen (welcher  bisher die Hauptmethode war, die neuen Goldfunde zu
       absorbieren) seiner  Vollendung nahe  sein muß,  besonders da ein
       stagnierender Handel  und herabgesetzte Preise weniger Münzen er-
       fordern, dürften wir erwarten können, daß binnen kurzem unser fe-
       ster Preis  von 3  Pfund 17  Schillingen 10 1/2 Penny je Unze das
       Gold hierher ziehen wird." [357]
       
       Was heißt  nun dieser  our "fixed  price of  an ounce"  of  gold?
       Nothing else but that a certain aliquote part of an ounce is cal-
       led penny,  a certain  multiple of  this penny-weight  of gold  a
       Shilling, and  a certain multiple of this shilling-weight of gold
       a pound?  Bildet sich  der Herr  ein, daß ¦¦31¦ in andren Ländern
       Goldgulden, Louisdor  etc. nicht ebenfalls ein bestimmtes Quantum
       Gold bezeichnen,  d.h., daß  ein bestimmtes  Quantum [Gold] einen
       fixen Namen  hat? und daß dies ein Privilegium Englands ist? oder
       eine Spezialität?  Daß in  England eine Geldmünze, in Gold ausge-
       drückt, mehr  als eine  Goldmünze ist und in andren Ländern weni-
       ger? Es  wäre kurios  zu wissen,  was dieser  Edle sich unter dem
       Wechselkurs vorstellt.
       Was den Steuart verleitet, ist dies: Die Preise der Waren drücken
       nichts aus  als die  Verhältnisse, worin  sie gegeneinander  aus-
       tauschbar sind,   P r o p o r t i o n e n,  worin sie sich gegen-
       einander austauschen.  Diese Proportionen  gegeben, kann  ich der
       Einheit jeden  Namen geben,  weil die  unbenannte abstrakte  Zahl
       hinreichen würde,  und statt  zu sagen,  diese Ware  = 6  Stüber,
       diese = 3 etc., könnte ich sagen, diese = 6 Einer, diese = 3; ich
       brauchte der  Einheit gar  keinen Namen  zu geben. Da es sich nur
       noch um  das numerische  Verhältnis handelt,  kann [ich] ihr also
       jeden geben. Aber hier ist schon vorausgesetzt, daß diese Propor-
       tionen   g e g e b e n   sind, daß die Waren vorher kommensurable
       Größen geworden  sind. Sobald Größen einmal als kommensurabel ge-
       setzt sind, werden ihre Verhältnisse einfache Zahlenverhältnisse.
       Das Geld  erscheint eben  als Maß  und ein bestimmtes Quantum der
       Ware, worin  es sich  darstellt, als  Maßeinheit, um  die  P r o-
       p o r t i o n e n  zu finden und die Waren als kommensurable
       -----
       23*) sein  Interesse  einerseits  -  24*) beweglichen  25*) unser
       "fester Preis  für eine  Unze" Gold?  Nichts anderes, als daß ein
       bestimmter, ohne  Rest in  einer Unze  aufgehender Teil Penny ge-
       nannt wird,  ein bestimmtes  Vielfaches dieses  Pennygewichts  in
       Gold ein Schilling und ein bestimmtes Vielfache dieses Schilling-
       gewichts in Gold ein Pfund?
       
       #686# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       auszusprechen and to handle 26*). Diese wirkliche Einheit ist die
       Arbeitszeit, die  relativ in ihnen vergegenständlicht ist. Es ist
       aber die  Arbeitszeit selbst,  als allgemein gesetzt. Der Prozeß,
       wodurch die Werte innerhalb des Geldsystems durch die Arbeitszeit
       bestimmt werden,  gehört nicht  in  die  Betrachtung  des  Geldes
       selbst und  fällt außerhalb der Zirkulation; steht hinter ihr als
       wirkender Grund und Voraussetzung. Die Frage könnte nur die sein:
       Statt zu  sagen, diese Ware ist = einer Unze Gold, warum sagt man
       nicht direkt,  sie ist = x Arbeitszeit, vergegenständlicht in der
       Unze Gold?  Warum ist  die Arbeitszeit,  die Substanz und das Maß
       des Werts, nicht zugleich das Maß der Preise oder, in andren Wor-
       ten, warum  sind Preis  und Wert überhaupt verschieden? Proudhons
       Schule glaubt, Großes zu tun, indem sie verlangt, daß diese Iden-
       tität gesetzt werde und der Preis der Waren in Arbeitszeit ausge-
       drückt werde.  Das Zusammenfallen  von Preis und Wert unterstellt
       Gleichheit von Nachfrage und Zufuhr, bloßen Austausch von Äquiva-
       lenten (also  nicht von  Kapital gegen Arbeit) etc.; kurz, ökono-
       misch formuliert,  zeigt sich sofort, daß diese Forderung die Ne-
       gation der ganzen Grundlage der auf dem Tauschwert basierten Pro-
       duktionsverhältnisse ist. Unterstellen wir aber, diese Basis auf-
       gehoben, so  fällt andrerseits  wieder das  Problem fort, das nur
       auf ihr  und mit ihr existiert. Daß die Ware in ihrem unmittelba-
       ren Dasein  als Gebrauchswert  nicht Wert ist, nicht die adäquate
       Form des  Werts ist,  = daß  sie als ein sachlich andres oder als
       gleichgesetzt einer  andren Sache  dies ist; oder daß der Wert in
       einer spezifischen  Sache im Unterschied von den andren seine ad-
       äquate Form  besitzt. Die  Waren sind  vergegenständlichte Arbeit
       als Werte;  der adäquate  Wert muß daher selbst in der Form einer
       bestimmten Sache, als bestimmte Form der vergegenständlichten Ar-
       beit erscheinen.
       Die Faselei  mit dem idealen Maßstab ist bei Steuart durch 2 Bei-
       spiele historisch  erläutert, von  denen das  erste, das Bankgeld
       von Amsterdam, grade das Gegenteil zeigt, indem es nichts ist als
       die Reduktion  der zirkulierenden  Münzen auf ihren Bulliongehalt
       (Metallgehalt); das  zweite ihm  von allen  Neuern, die derselben
       Richtung folgen,  nachgesprochen worden  ist. Z.B. Urquhart führt
       das Beispiel, der Berberei an, [358] wo eine ideale bar 27*), Ei-
       senbarre, eine  bloß vorgestellte  Eisenbarre, als  Maßstab gilt,
       die weder steigt noch fällt. Fällt z.B. die wirkliche Eisenbarre,
       sage um  100% 28*), so ist die bar 2 Eisenbarren wert, steigt sie
       wieder um 100%, nur eine. Herr Urquhart will zugleich bemerkt ha-
       ben, daß  es in der Berberei weder kommerzielle noch industrielle
       Krisen gibt,  noch weniger  aber Geldkrisen und schreibt dies den
       magischen Wirkungen  dieses ideal Standard of value 29*) zu. Die-
       ser "ideale"
       -----
       26*) und zu  behandeln - 27*) Barre - 28*) sollte eigentlich hei-
       ßen: 50% - 29*) idealen Wertmaßstabs
       
       #687# Geld als Maß der Werte
       -----
       vorgestellte Maßstab  ist nichts als ein vorgestellter wirklicher
       Wert, eine  Vorstellung, die aber, weil das Geldsystem seine wei-
       teren Bestimmungen  nicht entwickelt  hat - eine Entwicklung, die
       von ganz  andren Verhältnissen abhängt -, zu keiner gegenständli-
       chen Wirklichkeit  kommt. Es  ist dasselbe, als wollte man in der
       Mythologie die  Religionen, deren  Göttergestalten nicht  zur An-
       schauung herausgearbeitet  werden,  sondern  in  der  Vorstellung
       stecken bleiben,  also höchstens  sprachliches  Dasein  erhalten,
       aber kein künstlerisches, für die höheren halten.
       Die bar beruht auf einer wirklichen Eisenbarre, die später in ein
       Phantasiewesen verwandelt  und als  solches fixiert  wurde.  Eine
       Unze Gold,  in englischer  Rechenmünze ausgedrückt,  = 3 l. 17 sh
       10 1/2 d.  Well. Well 30*). Sage, ein Pfund Seide habe exakt die-
       sen Preis  gehabt; dieser aber sei gefallen später, wie die Milan
       31*) Rohseide  stand am  12. März 58 in London, das lb. zu 1 l. 8
       sh. [359]  Es ist die Vorstellung eines Quantums Eisen, einer Ei-
       senbarre, die  denselben Wert  behält 1. in bezug auf alle andren
       Waren, 2.  in bezug  auf die  in ihr enthaltne Arbeitszeit. Diese
       Eisenbarre ist  natürlich rein  imaginär, allein sie ist nicht so
       fix, und  "standing like a rock in the sea" 32*), wie Steuart und
       beinahe 100 Jahre später Urquhart meint. Alles, was an der Eisen-
       barre fix  ist, ist der Name; im einen Fall enthält die wirkliche
       Eisenbarre 2  ideale, im  andren nur  1. Es  wird dies  so ausge-
       drückt, daß dieselbe, unveränderliche ideale einmal = 2, einmal =
       1 wirklichen  [bar] ist.  So, dies gesetzt, hat sich nur das Ver-
       hältnis der  wirklichen Eisenbarre  verändert, nicht  die ideale.
       But in fact 33*) ist die ideale Eisenbarre in dem einen Fall dop-
       pelt so lang als im andren, und nur ihr Name ist unverändert. Das
       eine Mal  heißen 100 lb. Eisen z.B. abar, das andre Mal 200 [lb.]
       a  bar.  Gesetzt,  es  würde  Geld  ausgegeben,  das  Arbeitszeit
       repräsentiere, Stundenzettel  f.i.; dieser  Stundenzettel  könnte
       selbst wieder  einen  beliebigen  Taufnamen  erhalten,  z.B.  ein
       Pfund, ein  zwanzigstel 34*) Stunde 1 sh, 1/240  35*) Stunde 1 d.
       Gold und  Silber, wie  alle  anderen  Waren,  je  nach  der  Pro-
       duktionszeit, die  sie kosten,  würden verschiedne multiples 36*)
       oder aliquote Teile von Pfunden, Schillingen 37*), Pence ausdrüc-
       ken, und eine Unze Gold könnte sowohl = 8 l. 6 sh 3 d, wie = 3 l.
       17 sh  10 1/2 d sein. In diesen Zahlen wäre immer ausgedrückt die
       Proportion, worin  ein bestimmtes Quantum Arbeit in der Unze ent-
       halten. Statt zu sagen, daß 3 l. 17 sh 10 1/2 d = einer Unze Gold
       nur mehr  1/2 lb. Seide kosten, kann sich vorgestellt werden, daß
       die Unze  nun =  7 l. 15 sh 9 d 38*) oder daß 3 l. 17 sh 10 1/2 d
       nur mehr gleich einer halben Unze, weil sie nur mehr
       -----
       30*) "Schön. Schön  - 31*) Mailänder  - 32*) "feststehend wie ein
       Fels im  Meer" -  33*) Aber in  Wirklichkeit -  34*) in der Hand-
       schrift:  ein   Zwölftel  -  35*) in  der  Handschrift:  1/144  -
       36*) Vielfache -  37*) in der  Handschrift: Sterlingen  - 38*) in
       der Handschrift: 7 l. 14 sh 10 1/2 d
       
       #688# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       halb der  Wert. Wenn  wir die Preise z.B. des 15. Jahrhunderts in
       England mit  denen des 18. vergleichen, so können wir finden, daß
       zwei Waren  z.B. ganz denselben nominellen Geldwert hatten, z. B.
       1 l.  St. In  diesem Fall  ist das l. St. Maßstab, aber drückt in
       dem ersten  Fall 4  oder 5mal soviel Wert aus wie im zweiten, und
       wir könnten  sagen, daß,  wenn der  Wert dieser Ware im 15. Jahr-
       hundert =  1/4 Unze,  er im  18. = 1 Unze Gold war; weil im 18. 1
       Unze Gold  dieselbe Arbeitszeit  ausdrückt wie  1/4 Unze  im  15.
       Jahrhundert. Es  könnte also  gesagt werden,  das Maß, das Pfund,
       sei dasselbe  geblieben, aber  im einen Fall = 4x soviel Gold wie
       im andren.  Dies ist der  i d e a l e  M a ß s t a b.  Diese Ver-
       gleichung, die  wir hier  anstellen, könnten  die Leute  des  15.
       Jahrhunderts selbst anstellen, wenn sie bis ins 18. hinein gelebt
       hätten, und  sagen, daß 1 Unze Gold, die jetzt 1 £ St. wert, frü-
       her nur  1/4 wert gewesen sei. 4 Pfund Gold jetzt nicht mehr wert
       wie 1  im 15. Jahrhundert z. B. Hatte dies Pfund früher den Namen
       livre, so  kann ich mir einbilden, ein livre sei damals = 4 Pfund
       Gold gewesen und sei jetzt nur noch = 1; der Wert des Goldes habe
       sich verändert,  aber das  Wertmaß, das livre, sei unveränderlich
       geblieben. In fact, ein livre bedeutete in Frankreich und England
       ursprünglich 1  Pfund Silber und jetzt nur noch 1/x. Es kann also
       gesagt werden,  der Name  livre, der  Maßstab sei  nominell immer
       derselbe geblieben,  aber das Silber habe seinen ¦¦32¦ Wert dage-
       gen gewechselt.  Ein Franzose,  der von der Zeit Karls des Großen
       bis heute  gelebt hätte, könnte sagen, das livre Silber sei immer
       Maßstab des  Werts geblieben, unverändert, sei aber bald wert ge-
       wesen 1  Pfund  Silber  und  durch  mannigfache  Schicksale  doch
       schließlich nur  1/x eines Lots. Die Elle ist dieselbe; bloß ihre
       Länge in  verschiednen Ländern  ist verschieden.  Es ist  in fact
       dasselbe, als  wenn z.B. das Produkt eines Arbeitstags, das Gold,
       das in  einem Arbeitstag  zutag gefördert  werden kann, den Namen
       livre erhielte;  dieses livre  bliebe immer dasselbe, obgleich es
       sehr verschiedne Quanta Gold ausdrücken würde in verschiednen Pe-
       rioden.
       Wie machen  wir es in der Tat, wenn wir 1 l. St. des 15. Jahrhun-
       derts mit 1 l. St. des 18. vergleichen? Beide sind dieselbe Masse
       Metall (jedes = 20 sh), aber von verschiednem Wert; da das Metall
       damals 4mal soviel wert wie jetzt. Wir sagen also, verglichen mit
       heute, war  das livre  = 4mal  die Metallmasse, die es heute ent-
       hält. Und es könnte sich eingebildet werden, das livre sei unver-
       ändert geblieben,  aber damals gewesen = 4 wirklichen Goldlivres,
       heute nur  noch =  1. Die Sache wäre nur vergleichungsweise rich-
       tig, nicht  in bezug  auf die  in einem livre enthaltne Quantität
       Metall, sondern in bezug auf seinen Wert; dieser Wert drückt sich
       aber selbst  wieder quantitativ so aus, daß '/4 livre Gold damals
       = 1 livre Gold jetzt. Well 39*); das livre identisch, aber damals
       -----
       39*) Nun gut
       
       #689# Geld als Maß der Werte
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       = 4  real librae  40*) Gold (dem heutigen Wert nach) = 1 nur noch
       jetzt. Fällt  das Gold  im Wert,  und sein  relatives Fallen oder
       Steigen in  bezug auf  andre Artikel  drückt sich  in ihrem Preis
       aus, statt  zu sagen,  ein Gegenstand,  der früher  1 l. Gold ko-
       stete, kostet  jetzt 2, könnte gesagt werden, er koste immer noch
       ein Pfund,  aber ein  Pfund sei jetzt 2 wirkliche Goldlivres wert
       etc.; also  1 l. von 2 wirklichen Goldlivres etc. Statt zu sagen:
       Ich verkaufte  diese Ware gestern zu 1 l., ich verkaufe sie heute
       zu 4  l., gesagt, ich verkaufe sie zu 1 l., aber gestern zu einem
       l. von  1 wirklichen  l, heute zu 11. von 4 wirklichen Pfund. Die
       übrigen Preise  ergeben sich alle von selbst, sobald das Verhält-
       nis der  wirklichen Bar zur imaginären festgesetzt ist; dies aber
       einfach die Vergleichung zwischen dem vergangnen Wert der Bar mit
       ihrem gegenwärtigen.  Dasselbe, als  berechneten wir alles in dem
       l. St.  des 15. Jahrhunderts for instance 41*). Dasselbe, was der
       Historiker tun muß, der dieselbe Münzsorte, denselben Rechennamen
       für eine Münze vom selben Metallgehalt durch verschiedne Jahrhun-
       derte verfolgt,  wenn er  sie in  jetzigem Geld berechnet, daß er
       sie je  nach dem wechselnden Wert in den verschiednen Jahrhunder-
       ten gleich  mehr oder  minder Gold  setzen muß, tut dieser Berber
       oder Nigger.  Es ist  die Anstrengung  des Halbzivilisierten, die
       Geldeinheit, die  Masse Metall,  die als  Maß gilt, auch als Wert
       festzuhalten; diesen Wert auch als festes Maß zu halten. Zugleich
       aber doch  die Schlauheit  zu wissen,  daß die bar ihren Realwert
       geändert hat.  Bei den wenigen Waren, die dieser Berber zu messen
       hat, und  der Lebendigkeit  der Tradition bei Unzivilisierten ist
       diese verwickelte  Rechnungsart nicht  so schwierig, wie sie sich
       ansieht.
       1 Unze  ist = 3 l. 17 sh 10 1/2 d, also nicht ganz = 4 £ St. Neh-
       men wir  aber der  Bequemlichkeit wegen  an, sie sei exakt = 4 l.
       Dann erhält  also 1/4  einer Unze  Gold den Namen Pfund und dient
       unter diesem Namen als Rechenmünze. Dies Pfund wechselt aber sei-
       nen Wert,  teils relativ  in bezug auf den Wert andrer Waren, die
       ihren Wert  wechseln, teils sofern es selbst das Produkt von mehr
       oder weniger  Arbeitszeit. Das  einzig Feste  an ihm ist der Name
       und die  Quantität, der  aliquote Teil  der Unze, der Gewichtteil
       Gold, dessen  Taufname es  ist; der also in einem piece of money,
       called one pound 42*), enthalten ist.
       Der Wilde  will es  festhalten als  unveränderlichen Wert, und so
       ändert sich  ihm die  Quantität Metall, die es enthält. Fällt der
       Wert des  Goldes um  100% 43*), so ist ihm das Pfund nach wie vor
       Wertmaß; aber  1 l. von 2/4 Unzen Gold etc. Das Pfund ist ihm im-
       mer gleich  einer Masse  Gold (Eisen), die denselben Wert hat. Da
       dieser Wert  aber wechselt,  so ist es bald gleich einer größren,
       bald gleich
       -----
       40*) realen Pfunden - 41*) zum Beispiel - 42*) Geldstück, das ein
       Pfund genannt wird - 43*) sollte eigentlich heißen: 50%
       
       #690# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       einer kleinren Quantität von wirklichem Gold oder Eisen, je nach-
       dem mehr  oder weniger von ihnen im Austausch für andre Waren ge-
       geben werden  muß. Er  vergleicht den  gegenwärtigen Wert mit dem
       vergangnen, der ihm als standard 44*) gilt und nur in seiner Vor-
       stellung fortlebt.  Statt also  nach 1/4  Unze Gold zu berechnen,
       deren Wert  wechselt, rechnet er nach dem Wert, den 1/4 Unze Gold
       früher hatte,  also nach einem vorgestellten unveränderlichen 1/4
       Unzenwert, der aber in wechselnden Quantis sich ausdrückt. Einer-
       seits die  Anstrengung, das Wertmaß als festen Wert festzuhalten;
       andrerseits die Schlauheit, auf einem Umweg doch nicht zu Schaden
       [zu] kommen.  Es ist  aber durchaus  absurd, diese zufällige Ver-
       schiebung, worin  Halbwilde das äußerlich ihnen aufgedrungne Mes-
       sen der  Werte mit  Geld sich  assimiliert haben, wie sie es erst
       verschieben und  dann in  der Verschiebung sich wieder zurechtge-
       funden haben,  als eine  organisch-historische Form zu betrachten
       oder gar  als ein  Höheres den entwickeltren Verhältnissen gegen-
       über aufzustellen.  Auch diese Wilden gehn von einem Quantum aus,
       der Eisenbarre;  halten aber  den Wert,  den  diese  traditionell
       hatte, als Recheneinheit fest etc.
       In der modernen Ökonomie bekam diese ganze Frage Bedeutung haupt-
       sächlich durch  2 Umstände: 1. Es wird zu verschiednen Zeiten er-
       lebt, in  England z.B.  während des  Revolutionskriegs [354], daß
       der Preis  des Rohgoldes  stieg  über  den  Preis  des  gemünzten
       Goldes. Dies historische Phänomen also schien unwiderleglich dar-
       zutun, daß  die Namen,  die bestimmte  aliquote Gewichtteile  des
       Goldes (edlen  Metalls) erhalten,  Pfund, Shilling,  Pence  etc.,
       durch irgendeinen  unerklärlichen Prozeß sich selbständig verhal-
       ten gegen  die Substanz,  deren Namen  sie sind. Wie könnte sonst
       eine Unze Gold mehr wert sein als dieselbe Unze Gold geprägt in 3
       l. 17  sh 10 1/2 d? Oder wie könnte eine Unze Gold mehr wert sein
       als 4  livres Gold,  wenn livre  der bloße Name für 1/4 Unze? Bei
       genauer Untersuchung  fand sich  jedoch, daß entweder die Münzen,
       die unter  dem Namen  Pfunde zirkulierten, in fact nicht mehr den
       normalen Metallgehalt  enthielten, daß  also, f.i. 45*), 5 zirku-
       lierende Pfund  in fact  nur eine  Unze Gold wogen (von derselben
       Feinheit). Da  eine Münze,  die angeblich 1/4 Unze Gold repräsen-
       tierte (so  about 46*)),  in der Tat nur mehr 1/5 repräsentierte,
       war es  sehr einfach,  daß die Unze = 5 solcher zirkulierenden £;
       also der  Wert des  bullion price  47*) über  den mint price 48*)
       stieg, indem in fact 1 Pfund nicht mehr 1/4, sondern nur noch 1/5
       einer Unze  Gold vorstellte,  benamste; nur noch der Name für 1/5
       einer Unze  war. Dasselbe  Phänomen fand statt, wenn zwar der Me-
       tallgehalt der  zirkulierenden Münzen  nicht unter  ihr Normalmaß
       gefallen war,  wenn sie  aber gleichzeitig  mit depreziiertem Pa-
       piergeld
       -----
       44*) Maßstab - 45*) z.B. - 46*) so ungefähr - 47*) Preis des Roh-
       goldes - 48*) Preis des gemünzten Goldes
       
       #691# Geld als Maß der Werte
       -----
       zirkulierten und  ihr Einschmelzen  und Ausfuhr  verboten war. In
       diesem Fall  nahm die  in der Form eines £ zirkulierende 1/4 Unze
       Gold teil an der Depreziation der Noten: ein Schicksal, wovon das
       Gold in  Barren eximiert  war. *)  Das fact war wieder ¦¦33¦ das-
       selbe; der  Rechenname Pfund  hatte aufgehört,  der Name  für 1/4
       Unze zu sein, war der Name für ein geringres Quotum. Die Unze war
       also gleich  5 solchen Pfunden z. B. Dies hieß dann, daß der bul-
       lion price  über den mint price gestiegen. Diese oder analoge hi-
       storische Phänomene,  alle ebenso einfach auflösbar und alle der-
       selben   Reihe   angehörig,   gaben   also   zuerst   Anlaß   zum
       i d e a l e n   M a ß   oder, daß  das Geld  als Maß nur Verglei-
       chungspunkt, nicht  bestimmte Quantität sei. Es sind Hunderte von
       Bänden über  diesen case  49*) in England geschrieben worden seit
       150 Jahren.
       Das eine  bestimmte Münzsorte über ihren Bulliongehalt 50*) stei-
       gen sollte,  an sich  nichts Befremdliches, da der Münze neue Ar-
       beit (in der Form) zugefügt wird. Aber abgesehn hiervon, kommt es
       vor, daß  der Wert  einer bestimmten  Münzsorte über ihren Bulli-
       ongehalt steigt. Dies hat gar kein ökonomisches Interesse und hat
       auch zu  keinen ökonomischen  Untersuchungen  Anlaß  gegeben.  Es
       heißt weiter  nichts, als  daß für bestimmte Zwecke das Gold oder
       Silber grade  in dieser Form, say of British pounds or of Spanish
       dollars was  requisite 51*).  Die Bankdirektoren hatten natürlich
       besondres Interesse  nachzuweisen, daß  nicht der  Wert der Noten
       gefallen, sondern  der des  Goldes gestiegen sei. Was die letztre
       Frage betrifft, so kann sie erst später behandelt werden.
       2. Die Theorie  des ideal measure of value wurde aber zuerst auf-
       gebracht am Anfang des 18. Jahrhunderts und wiederholt im zweiten
       Dezennium des  19., wo es sich um Fragen handelte, worin das Geld
       nicht als Maß figuriert, auch nicht als Tauschmittel, sondern als
       sich gleichbleibendes  Äquivalent, als für sich seiender Wert (in
       der dritten  Bestimmung) und daher als die allgemeine Materie von
       Kontrakten. Beidemal  handelte es sich darum, ob oder ob nicht in
       einem depreziierten  Geld kontrahierte Staats- und andre Schulden
       in vollgültigem  Geld zurückgezahlt und anerkannt werden sollten.
       Es war  einfach Frage zwischen den Staatsgläubigern und der Masse
       der Nation. Diese Frage selbst geht uns hier nichts an. Die, wel-
       che ein Readjustment 52*) der Forderungen auf der einen Seite und
       der Leistungen  auf der  andren verlangten,  warfen sich  auf ein
       falsches Gebiet,  ob der  Standard of money 53*) verändert werden
       sollte oder  nicht? Bei  dieser Gelegenheit  wurden  dann  solche
       crude 54*)  Theorien über  den Standard  of money,  Fixieren  des
       Preises des Goldes etc. vorgebracht.
       ---
       *) Der Schlagschatz  kann auch  innerhalb eines  Landes den Münz-
       preis über den Bullionpreis erhöhn.
       -----
       49*) Fall -  50*) Metallgehalt -  51*) sagen wir  der  britischen
       Pfunde  oder   der  spanischen   Dollars   erforderlich   war   -
       52*) Wiederanpassen - 53*) Geldmaßstab - 64*) unausgereiften
       
       #692# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       ("Den [Geld]  Maßstab verändern  wie die  Maße oder  Gewichte des
       Landes." Steuart. [p. 110.]
       
       Es ist  auf den  ersten Blick klar, daß die Masse von Getreide in
       einer Nation  sich nicht  dadurch ändert,  daß die  Maßgröße  des
       Scheffels z.B. um das Doppelte vermehrt oder vermindert wird. Die
       Änderung wäre  aber sehr  wichtig für Pächter z.B., die Kornrente
       in einer  bestimmten Anzahl  Scheffel abzuzahlen hätten, wenn sie
       nun, wo das Maß verdoppelt, dieselbe Anzahl Scheffel nach wie vor
       zu liefern  hätten.) Es waren in diesem Fall die Staatsgläubiger,
       die an dem Namen "Pfund", abgesehen von dem aliquoten Gewichtteil
       Goldes, den  es ausdrückte, also an dem "idealen standard" 55*) -
       denn dieser  ist in fact nur der Rechenname des Gewichtsteils Me-
       talls, das als Maß dient - festhielten. Sonderbarerweise waren es
       aber grade  ihre Gegner, die diese Theorie des "idealen standard"
       aufstellten, und sie, die sie bekämpften. Statt einfach ein Read-
       justment zu verlangen oder daß den Staatsgläubigern nur das Quan-
       tum in  Gold zurückgezahlt  werde, das sie faktisch vorgeschossen
       hatten, verlangten  sie, daß  der Standard herabgesetzt werde der
       Depreziation gemäß;  also z.B.,  wenn das £ St. auf 1/5 Unze Gold
       gefallen, diese  1/5 Unze künftig den Namen Pfund führen oder das
       Pfund etwa in 21 Shilling geprägt werde statt in 20 sh. Dies Her-
       absetzen des  Standard hieß  Heraufsetzen des  Wertes des Geldes;
       indem die  Unze jetzt  = 5  Z. statt  früher gleich 4. Sie sagten
       also nicht,  die 56*), die z.B. Eine Unze Gold vorgeschossen in 5
       depreziierten Pfunden, sollen nun nur 4 vollgültige Pfunde zurüc-
       kerhalten; sondern sie sagten, sie sollen 5 Pfund zurückerhalten,
       aber künftig  soll das  Pfund um 1/20 weniger der Unze ausdrücken
       als vorher.  Als sie  diese Forderung in England nach der resump-
       tion of  cash-payment 57*)  stellten, hatte die Rechenmünze ihren
       alten Metallwert  wieder erreicht.  Bei dieser Gelegenheit wurden
       dann noch  sonstige crude 58*) Theorien über das Geld als Maß des
       Werts aufgestellt,  und unter  dem Vorwand, diese Theorien, deren
       Falschheit leicht  aufzuweisen war, zu widerlegen, wurden die In-
       teressen der Staatsgläubiger durchgeschmuggelt.
       Der erste  Kampf dieser Art zwischen Locke und Lowndes. Von 1688-
       1695 waren  die Anlehen  des Staates kontrahiert in depreziiertem
       Geld -  depreziiert infolge  davon, daß  alles vollwichtige  Geld
       eingeschmolzen war  und nur  leichtes zirkulierte. Die Guinea war
       gestiegen zu 30 sh. Lowndes (Münzmeister?) wollte das £ St. redu-
       ziert haben  um 20%;  Locke bestand auf dem old standard 59*) der
       Elizabeth. 1695  die Umschmelzung,  [360] general  recoinage 60*)
       Locke trug den Sieg
       -----
       55*) "idealen Maßstab"  - 56*) in  der Handschrift: nicht denen -
       57*) Wiederaufnahme  der   Barzahlungen  -  58*) unausgereifte  -
       59*) alten Maßstab - 60*) allgemeine Umprägung
       
       #693# Geld als Maß der Werte
       -----
       davon. Schulden,  kontrahiert zu  10 und 14 sh die Guinea, zu der
       rate of  61*) 20 sh zurückgezahlt. Für den Staat und die Grundei-
       gentümer dies gleich vorteilhaft.
       
       "Lowndes stellte  die Frage  auf einen falschen Boden. Einmal be-
       hauptete er,  sein Schema  sei keine  Verschlechterung des  alten
       Maßstabes. Dann  schrieb er das Steigen im Preise des ungeprägten
       Metalls dem innern Wert des Silbers zu und nicht dem geringen Ge-
       wicht der  Münze, womit  es gekauft wurde. Er unterstellte stets,
       daß Prägezeichen  und nicht die Substanz die Währung mache. Locke
       seinerseits fragte sich nur, ob Lowndes Schema eine Verschlechte-
       rung einschließe  oder nicht, aber untersuchte nicht die Interes-
       sen derer,  die in  Dauerverträgen engagiert  sind. Herrn Lowndes
       großes Argument  für die  Herabsetzung des  Maßstabes war das An-
       steigen des Rohsilbers auf 6 Schilling 5 Pence die Unze (d.h., es
       hatte für  77 Pence  in Schillingen  von 1/77  eines Pfundes Troy
       [361]) und war daher der Meinung, daß das Pfund Troy in 77 Schil-
       linge geprägt  werden sollte, was eine Verminderung des Werts des
       £ St.  um 20%  oder war.  Locke antwortete  ihm, daß  die 77 d in
       wertgemindertem Geld  gezahlt wurden und daß sie im Gewicht nicht
       über 62  Pence der  maßstabgerechten Münzen wären. Aber ein Mann,
       der 1000  £ St.  in diesem  wertgeminderten Geld  borgte, soll er
       verpflichtet sein, 1000 l. in Normalgewicht zurückzuzahlen? Lown-
       des und  Locke entwickelten beide nur ganz oberflächlich den Ein-
       fluß der Veränderung des Maßstabes auf das Verhältnis von Schuld-
       nern und  Gläubigern ...  damals das Kreditsystem noch wenig ent-
       wickelt in  England ...  nur die Interessen der Grundbesitzer und
       der Regierung  wurden beachtet. Der Handel war zu dieser Zeit na-
       hezu zum  Stillstand gekommen und war durch einen seeräuberischen
       Krieg ruiniert worden ... Die Wiederherstellung des Maßstabes war
       das günstigste  sowohl für  den  Grundbesitz  als  auch  für  die
       Staatskasse; und so wurde es angegangen." (Steuart l.c. t. II, p.
       178, 179.)
       
       Steuart bemerkt über die ganze Transaktion ironisch:
       
       "Durch dies  Erhöhen des  Maßstabs gewann die Regierung bedeutend
       in bezug  auf Steuern  und die Gläubiger auf ihr Kapital und Zin-
       sen; und die Nation, die der Hauptverlierer war, war zufriedenge-
       stellt (ganz vergnügt), weil  i h r  Maßstab" (i.e. das Maß ihres
       eignen Werts)  "nicht verschlechtert  worden war;  so waren  alle
       drei Parteien befriedigt." (l.c. t. II, p. 156.)
       
       Vergleich John Locke. Works. 4 vol. 7 ed. London 1768; sowohl den
       Aufsatz "Some Considerations on the Lowering of Interest and Rai-
       sing the Value of Money" (1691) wie auch: "Further Considerations
       concerning raising  the value of Money, wherein Mr. Lowndes's ar-
       guments for  it, in  his late Report concerning 'An Eassy for the
       amendment of the silver coins', are particularly examined", beide
       in Vol. II. In der ersten Abhandlung heißt es u. a.:
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       61*) Rate von
       
       #694# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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       ¦¦34¦ "Die Erhöhung des Geldes, wovon jetzt so viel gekohlt wird,
       ist entweder  Erhöhung des  Wertes unseres  Geldes, und das könnt
       ihr nicht; oder Erhöhung des Nennwertes unserer Münzen." (p. 53.)
       "Nennt z.B.  eine Krone,  was früher  1/2 Krone  hieß.  Der  Wert
       bleibt bestimmt durch den Metallgehalt. Wenn die Verringerung der
       Silbermenge irgendeiner  Münze um  1/20  ihren  Wert  nicht  ver-
       kleinert, wird die Verringerung der Silbermenge irgendeiner Münze
       um 19/20  ihren Wert  nicht herabsetzen. Also nach dieser Theorie
       werden ein  einziges Drei-Pence-Stück oder ein einzelner Farthing
       [1/4 Penny oder Heller], wenn man sie Krone nennt, soviel Gewürz,
       Seide oder  irgendeine andere  Ware kaufen  als eine Kronenmünze,
       die 20  oder 60mal  soviel Silber enthält." (p. 54.) "Das Erhöhen
       des Geldwertes  ist also nichts, als einer geringeren Silbermenge
       Stempel und  Namen einer  größeren geben." (l.c.) "Das Prägen der
       Münze Garantie  für die  Öffentlichkeit, muß  soviel Silber unter
       einer solchen  Bezeichnung enthalten."  (57.) "Es  ist Silber und
       nicht Namen, die Schulden zahlen und Waren kaufen." (p. 58.) "Der
       Münzstempel genügt  als Garantie für das Gewicht und die Feinheit
       des Geldstücks, aber läßt das so geprägte Goldgeld seinen eigenen
       Kurs finden,  wie andere  Waren." (p.  66.) "Überhaupt  kann  man
       durch das Erhöhen des Geldnennwertes nichts machen als 'mehr Geld
       dem Namen  nach', aber  nicht mehr 'Geld nach Gewicht und Wert'."
       (p. 73.)
       "Silber ist  ein Maßstab durchaus von den andren verschieden. Die
       Elle oder  das Quart,  womit Menschen  messen, mag bleiben in den
       Händen des  Käufers, des Verkäufers oder einer dritten Person: Es
       spielt keine  Rolle, wem es gehört. Aber Silber ist nicht nur Maß
       der Käufe,  es ist die Sache, um die gehandelt wird, und passiert
       im Handel  von dem  Käufer an den Verkäufer, als in einer solchen
       Menge vorhanden,  die dem  verkauften Artikel äquivalent ist: Und
       so mißt  [362] es  nicht nur wieder den Wert der Ware an, für die
       man es  verwendet, sondern es wird im Austausch für sie - als von
       gleichem Wert  - gegeben.  Das aber  kann es nur auf Grund seiner
       Menge und  durch nichts  anderes leisten." (p. 92.) "Wenn Erhöhen
       [des Geldwerts]  nichts heißt, als den ohne Rest aufgehenden Teil
       irgendeines Geldstücks nach Belieben Namen geben, z. B. daß jetzt
       der sechzigste  Teil einer Unze noch immer ein Penny genannt wer-
       den soll,  dann das  mit jeder  beliebigen höheren  Ansetzung er-
       reicht werden."  (118.) "Der  Vorteil, frei exportierbar zu sein,
       gibt dem  Preis des  Rohsilbers den  Antrieb, ein  wenig über den
       Münzpreis zu  steigen, solange  die Notwendigkeit des Exports be-
       steht, gleichgültig,  ob sein  Nennwert nach Belieben erhöht oder
       gesenkt wird,  wohingegen die  Ausfuhr unserer  Münzen gesetzlich
       verboten ist." (p. 119, 120.)
       
       Dieselbe Stellung, die Lowndes gegenüber Locke einnahm, indem er-
       strer das  Steigen des  Bullionpreises 62*) sich daraus erklärte,
       daß der  Wert des  bullion 63*)  gestiegen sei und darum der Wert
       der Rechenmünze  gesunken (d.h. weil der Wert des bullion gestie-
       gen, ist  der Wert  eines aliquoten  Teiles desselben, genannt £,
       gefallen), nahmen die little-shilling-men [194] - Attwood und die
       andren von  der Birmingham school 1819 sqq. - ein. (Cobbett hatte
       die Frage
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       62*) Rohsilberpreises - 63*) Rohsilbers
       
       #695# Geld als Maß der Werte
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       auf den  richtigen Boden  gestellt: non-adjustments  of  national
       debts, rents  64*) etc.;  verdarb aber  alles durch seine falsche
       Theorie, die das Papiergeld überhaupt verwarf. Gelangte sonderba-
       rerweise zu  dieser Konsequenz, ausgehend wie Ricardo, der zu der
       entgegengesetzten Konsequenz gelangt, von derselben falschen Prä-
       misse, der  Bestimmung des Preises durch die Quantität des Zirku-
       lationsmittels.) Ihre ganze Weisheit in folgenden Phrasen:
       
       "Sir R.Peel  in seinem Krakehl mit der Birminghamer Handelskammer
       fragt: 'Was  wird   e u r e  Pfundnote repräsentieren?'" (p. 266.
       "The Currency  Question. The  Gemini Letters", London 1844) (näm-
       lich die  Pfundnote, wenn  nicht gezahlt  wird in Gold.) "Was ist
       nun zu  verstehn unter dem gegenwärtigen Wertmaßstab? ... £ 3, sh
       17, d  10 1/2, bedeuten  sie eine   U n z e   G o l d  oder ihren
       W e r t.   Wenn die  Unze selbst, warum nicht die Dinge bei ihrem
       Namen nennen,  und sagen  statt Pfunden, Schillinge, Pence, Unzen
       Pennygewichte und  Gran [0.06  g]? Dann  kommen wir zurück  z u m
       S y s t e m  d e s  u n m i t t e l b a r e n  T a u s c h h a n-
       d e l s."
       
       (p. 269.  Not quite  65*). Aber  was hätte Herr Attwood gewonnen,
       wenn statt 31. 17 sh 10 1/2 d Unze und statt Shilling soviel Pen-
       nyweight 66*)  gesagt würde?  Daß der Bequemlichkeit der Rechnung
       wegen die  aliquoten Teile Namen erhalten - was außerdem anzeigt,
       daß dem  Metall hier  eine ihm  fremde soziale Bestimmung gegeben
       ist - was zeugt es für oder gegen die Lehre Attwoods?)
       
       "Oder den  Wert? Wenn  eine Unze = £ 3, 17 sh, 10 1/2 d, warum zu
       verschiednen Perioden  Gold 5  l. 4  sh und dann wieder 3, 17, 9?
       ... Die  Bezeichnung Pfund hat Beziehung auf den Wert, aber nicht
       auf einen  fixierten Wertmaßstab  ... Arbeit ist der Ursprung der
       Kosten, und  sie erteilt  dem Gold  seinen relativen Wert wie dem
       Eisen."
       
       (Und darum  in fact wechselt der Wert von einer Unze und von £ 3,
       17 sh, 10 1/2 d.)
       
       " Welcher  besondere Rechenname  daher immer  gebraucht werde, um
       die Tages-  oder Wochenarbeit eines Mannes zu bezeichnen, solcher
       Name drückt die Kosten der produzierten Ware." (p. 270.)
       
       Das Wort "One pound is the ideal Unit" 67*). (p. 272.) Der letzte
       Satz wichtig, weil er zeigt, wie diese Lehre von der "ideal unit"
       sich auflöst in die Forderung eines Geldes, das direkt Arbeit re-
       präsentieren soll. Pound 68*) dann z.B. der Ausdruck für 12tägige
       Arbeit. Die Forderung ist die, daß die Bestimmung des Werts nicht
       zu der des Geldes als einer unterschiednen Bestimmung führen soll
       oder daß  die Arbeit  als Maß  der Werte  nicht dazu  forttreiben
       soll, die in einer bestimmten Ware vergegenständlichte Arbeit zum
       Maß der andren Werte
       -----
       64*) keine Berichtigungen  der Staatsschuld,  Pacht -  65*) Nicht
       ganz -  66*) Pennygewicht -  67*) "Ein Pfund  ist die ideale Ein-
       heit" - 68*) Pfund
       
       #696# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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       zu machen.  Das Wichtige  ist, daß  diese Forderung  hier auf dem
       Standpunkt der bürgerlichen Ökonomie geschieht (so auch bei Gray,
       der eigentlich diese Sache zur Spitze ausarbeitet und von dem wir
       gleich sprechen  werden), nicht  vom Standpunkt  der Negation der
       bürgerlichen Ökonomie  aus, wie  etwa bei Bray. Die Proudhonisten
       (sieh z.  B. Herrn Darimon) haben in der Tat erreicht, die Forde-
       rung zu  stellen, sowohl  als eine den jetzigen Verhältnissen der
       Produktion entsprechende,  wie als  eine sie  total revolutionie-
       rende Forderung  und große Neuerung, da sie als crapauds 69*) na-
       türlich nichts  davon zu wissen brauchen, was jenseits des Kanals
       geschrieben oder  gedacht worden  ist. At  all events 70*), zeigt
       schon das  einfache Faktum,  daß die  Forderung seit  mehr als 50
       Jahren in  England von  einer Fraktion  der bürgerlichen Ökonomen
       gestellt worden  ist, wie  sehr die  Sozialisten, die damit etwas
       Neues und  Antibürgerliches vorzubringen  prätendieren,  auf  dem
       Holzweg sind.  Über die Forderung selbst sieh oben. (Es kann hier
       nur einiges  aus Gray beigebracht werden. Übrigens kann erst beim
       Bankwesen ins Detail dieser Sache eingegangen werden.) -
       
       [Geld als Zirkulationsmittel und als selbständiger Wert]
       
       Was das  Geld als  sich gleichbleibendes  Äquivalent, i.  e.  als
       W e r t   als solchen,  und darum als Materie aller Kontrakte be-
       trifft, so  ist klar, daß die Veränderungen des Werts des Materi-
       als, worin  es sich  darstellt (direkt, wie in Gold, Silber, oder
       indirekt als  Anweisung auf bestimmte Quantität Gold, Silber etc.
       in Geldnoten),  große Revolutionen  hervorbringen müssen 1*) zwi-
       schen den  verschiednen Klassen  eines Staats. Dies hier nicht zu
       untersuchen, da  diese Verhältnisse  selbst die Kenntnis der ver-
       schiednen ökonomischen  Verhältnisse voraussetzen.  ¦¦35¦ Nur so-
       viel als  Illustration. Im  16. und  17. Jahrhundert bekannt, wie
       die Depreziation  von Gold  und Silber infolge der Entdeckung von
       Amerika depreziierte die Arbeiterklasse und die der Grundeigentü-
       mer; hob die der Kapitalisten (speziell der industriellen Kapita-
       listen). In  der römischen  Republik machte  die Appreziation des
       Kupfers die Plebejer zu Sklaven der Patrizier.
       
       "Da man  gezwungen, die größten Summen in Kupfer zu zahlen, mußte
       man aufbewahren  dies Metall in Klumpen oder formlosen Bruchstüc-
       ken, die nach Gewicht
       -----
       69*) Kröten; hier im Sinne von: Philister - 70*) Auf alle Fälle -
       1*) in der Handschrift: muß
       
       #697# Geld als Zirkulationsmittel und als selbständiger Wert
       -----
       ausgegeben und empfangen werden. Das Kupfer in diesem Zustand als
       aes grave  [80]. Metallgeld  gewogen. {Das  Kupfer bei den Römern
       erst ohne Gepräg; dann mit dem Gepräg der auswärtigen Münzen. Kö-
       nig Servius  prägte als  erster Kupfer  mit dem Bilde von Schafen
       und Rindern.  (Plin. "Historia  naturalis", 1.  18, c. 3.) [363]}
       Nachdem die  Patrizier eine Masse von diesem Zeug von dunklem und
       grobem Metall aufgehäuft, suchten sie sich davon zu befreien, in-
       dem sie den Plebejern allen Boden abkauften, den diese ihnen ver-
       kaufen wollten,  oder indem  sie langfristige  Arbeiten vergaben.
       Sie mußten  einen Wert,  der sie  belastete und dessen Erwerb sie
       nichts gekostet  hatte, billig  verkaufen. Die  Konkurrenz aller,
       die denselben  Wunsch hatten, das Zeug loszuwerden, mußte in kur-
       zer Zeit ein beachtliches Sinken des Kupferpreises in Rom herbei-
       führen. Im  Anfang des  4. Jahrhunderts  post u[rbem]  c[onditam]
       [364], wie  man ersieht  aus der  Lex Menenia  [365] (302 a.u.c.)
       Verhältnis des  Kupfers zum  Silber =  1:960 ...  Dies Metall, so
       entwertet in  Rom, gleichzeitig einer der gesuchtesten Handelsar-
       tikel  (da  die  Griechen  aus  Bronze  ihre  Kunstwerke  machten
       etc.)... Die  edlen Metalle  begannen, sich in Rom mit ungeheurem
       Profit gegen  Kupfer auszutauschen, und ein so einträglicher Han-
       del regte  Tag zu  Tag zu neuen Importen an ... Nach und nach er-
       setzten die  Patrizier in  ihrem Schatz durch Barren von Gold und
       Silber, ungemünztes  Gold, ungemünztes  Silber, diese  Haufen von
       altem Kupfer,  die sich  so schwer  verstauen ließen und einen so
       wenig angenehmen  Anblick boten.  Nach der Niederlage von Pyrrhus
       und besonders nach den Eroberungen in Asien ... das aes grave be-
       reits ganz verschwunden, und die Bedürfnisse der Zirkulation hat-
       ten die  Einführung der griechischen drachma unter dem Namen vic-
       toriatus nötig  gemacht, von  Gewicht von  einem Skrupel  und 1/2
       Silber, wie  die Drachmenmünze  aus  Attika,  im  7.  Jahrhundert
       a.u.c. machte  die lex  Clodia [366]  daraus römische  Münze. Sie
       tauschte sich  gewöhnlich aus  gegen das Pfund Kupfer oder das As
       von 12  Unzen. So  zwischen Silber  und Kupfer das Verhältnis von
       192:1, d.h.  5mal schwächeres Verhältnis als zur Zeit der größten
       Entwertung von  Kupfer infolge der Ausfuhr; dennoch Kupfer in Rom
       noch wohlfeiler  wie in Griechenland und Asien. Diese große Revo-
       lution im  Tauschwert der  Geldmaterie, im  Maße,  wie  sie  sich
       vollzog, verschlechterte  aufs grausamste  das Los der unglückli-
       chen Plebejer,  die, laut  Leihvertrag, das entwertete Kupfer er-
       halten hatten,  und die,  da sie  es nach dem Kurs, den es damals
       hatte, ausgegeben  oder angelegt hatten, schuldeten nach dem Text
       ihrer Verpflichtungen  eine 5mal  größre Summe,  als sie in Wirk-
       lichkeit geliehn  hatten. Sie  hatten keine  Mittel, sich aus der
       Knechtschaft freizukaufen ... Wer 3000 As geliehn hatte zur Zeit,
       wo diese  Summe =  300 Ochsen oder 900 Skrupel Silber, konnte sie
       sich nur mehr verschaffen für 4500 Skrupel Silber, als das As re-
       präsentiert ward  durch 1 1/2  Skrupel von diesem Metall ... Wenn
       der Plebejer  1/5 des  Kupfers, das  er erhalten,  zurückgab,  so
       hatte er  in  Wirklichkeit  seine  Schuld  abgetragen,  denn  1/5
       [hatte] jetzt  denselben Wert wie 1 zur Zeit, wo der Kontrakt ge-
       macht. Das  Kupfer war  ja 5mal  gestiegen im Wert gegen das Sil-
       ber... Die Plebejer verlangten eine Revision der Schuld, neue Ab-
       schätzung der  Schuldsumme und  eine Veränderung  im Titel  ihrer
       primitiven Obligation.  Die Gläubiger  verlangten zwar  nicht die
       Rückgabe des  Kapitals, aber  das Zinszahlen selbst unerträglich,
       weil der Zins, vereinbart ursprünglich zu 12%, geworden war durch
       das übermäßige  Verteuern des Zahlungsmittels so kostspielig, als
       wäre er bestimmt zu 60% des Kapitals. Vergeblich
       
       #698# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       [367] erhielten die Schuldner ein Gesetz, das vom Kapital die ak-
       kumulierten Zinsen  abtrennte ...  Den Senatoren widerstrebte es,
       die Mittel  aus der  Hand zu geben, wodurch sie das Volks hielten
       in der  niederträchtigsten Abhängigkeit. Herren fast allen Grund-
       eigentums, bewaffnet  mit Rechtstiteln,  die  sie  autorisierten,
       ihre Schuldner  in Eisen  zu werfen  und körperliche Strafen über
       sie zu  verhängen, unterdrückten sie die Empörungen und wüteteten
       gegen die Widerspenstigsten. Die Wohnung jedes Patriziers war ein
       Gefängnis. Endlich  rief man  Kriege hervor,  die  dem  Schuldner
       einen Sold  verschafften, mit  einer einstweiligen  Aufhebung der
       Beschränkungen, und  die erschlossen  dem Gläubiger  neue Quellen
       des Reichtums und der Macht. Dies die innre Situation zu Rom, als
       die Niederlage  des Pyrrhus,  die Einnahme  von Tarent und bedeu-
       tende Siege  über die  Samniter, Lucanier  und andre süditalische
       Völker etc.  483 oder 485 die erste römische Silbermünze, die li-
       bella; hieß  libella, weil  sie in kleinem Gewicht = libra von 12
       Unzen Kupfer." (Garnier, Germain. "Histoire de la Monnaie" etc. 2
       vol. Paris 1819. t. II. p. 15 sqq.)
       
       Assignaten [368].
       
       "Staatseigentum. Staatsanweisung  über 100  frs gesetzliches Zah-
       lungsmittel. Sie  unterscheiden sich  von allen andren Banknoten,
       indem sie   n o c h   n i c h t   e i n m a l    v o r g e b e n,
       i r g e n d e i n e   b e s t i m m t e   S a c h e    d a r z u-
       s t e l l e n.   Die Worte  'Staatseigentum' bedeuteten,  daß ihr
       Wert  erhalten  werden  könne  durch  Kaufen  mit  denselben  des
       beschlagnahmten Eigentums  bei den  beständigen Auktionen dessel-
       ben. Aber  kein Grund, warum dieser Wert genannt 100 frs. Er hing
       ab von der komparativen Quantität des käuflich zu erwerbenden Ei-
       gentums und  der Zahl  der ausgegebenen Staatsanweisungen.". (78,
       79. Nassau  W. Senior:  "Three lectures  on the cost of obtaining
       money" etc. London 1830.)
       "Das   R e c h e n p f u n d,   eingeführt durch Karl den Großen,
       fast nie  repräsentiert durch  eine reale  äquivalente Münze, hat
       seinen Namen  behalten sowie  seine Teilung in Sou und Heller bis
       Ende des  18. Jahrhunderts,  während die  realen Münzen sich nach
       Bezeichnung, Form,  Größe und  Wert unendlich oft änderten, nicht
       nur in  jedem Regierungswechsel,  sondern unter  derselben Regie-
       rung. Der  Wert des Rechenpfundes zwar auch enormen Veränderungen
       unterzogen, aber  dies immer  gewaltsamlich." (p.  76, t. I. Gar-
       nier, l.c.) Alle Münzen der Alten ursprünglich Gewichte. (l.c.)
       "Geld ist  an erster Stelle die universell verkäufliche Ware oder
       diejenige, mit der jeder Handel treibt in der Absicht, andere Wa-
       ren zu erlangen." (Bailey: "Money and its Vicissitudes" etc. Lon-
       don 1837,  p. 1.) "Es ist die wichtige, die  M i t l e r position
       einnehmende Ware."  (p. 2. l.c.) "Es ist die  a l l g e m e i n e
       W a r e   d e r   K o n t r a k t e   oder diejenige,  in der die
       Mehrzahl der Eigentumsverträge, die in späterer Zeit erfüllt wer-
       den sollen,  abgeschlossen werden."  (p. 3.)  "Endlich ist es das
       'Maß der Werte'... Da sich nun alle Waren gegen Geld austauschen,
       werden die  wechselseitigen Werte  von A  und B  notwendigerweise
       durch ihre  Werte in  Geld oder  durch ihre Preise ausgedrückt...
       ¦¦36¦ wie  das vergleichbare  Gewicht der Stoffe an ihrem Gewicht
       im Verhältnis zum Wasser oder an ihren spezifischen Gewichten ab-
       zulesen ist." (p. 4.) "Als erstes wesentliches Erfordernis sollte
       Geld in seinen physikalischen Eigenschaften einheitlich sein, da-
       mit gleiche  Mengen soweit  identisch sind, daß sie keine Ursache
       geben, eine  der anderen  vorzuziehen ... Z. B. Getreide und Vieh
       schon aus diesem Grunde nicht dazu brauchbar,
       
       #699# Geld als Zirkulationsmittel und als selbständiger Wert
       -----
       weil gleiche  Menge Getreide  und gleiche Anzahl Vieh nicht immer
       in den  Eigenschaften übereinstimmen,  um derentwillen sie bevor-
       zugt werden."  (p. 5,  6.) "Die  B e s t ä n d i g k e i t  d e s
       W e r t s  ist so erwünscht im Gelde als die Mittlerposition ein-
       nehmende Ware  und als  Ware der  Kontrakte; sie ist völlig unwe-
       sentlich für das Geld in seiner Kapazität als Maß der Werte." (p.
       9.) "Geld kann beständig im Wert schwanken und doch ebensogut ein
       Maßstab des  Wertes sein,  als wenn es völlig unverändert bliebe.
       Angenommen z.B.,  es sei  im Wert vermindert und die Reduktion im
       Wert impliziert  eine Wertminderung  im Verhältnis  zu einer oder
       mehreren Waren,  angenommen, es sei im Wert gemindert im Verhält-
       nis zu  Getreide und Arbeit. Vor der Verminderung würde eine Gui-
       nee drei Scheffel Weizen kaufen oder die Arbeit von 6 Tagen; spä-
       ter würde sie nur zwei Scheffel Weizen kaufen oder die Arbeit von
       4 Tagen. In beiden Fällen, die Verhältnisse von Weizen und Arbeit
       zum Geld  gegeben, kann deren gegenseitiges Verhältnis abgeleitet
       werden; mit  anderen Worten, wir können ermitteln, daß ein Schef-
       fel Weizen  2 Arbeitstage wert ist. Das ist alles, was Wertmessen
       einschließt, und  wird nach der Verminderung ebenso glatt besorgt
       wie vorher.  Die Auszeichnung  eines Dinges als Wertmaß ist gänz-
       lich unabhängig von der Veränderlichkeit seines eigenen Werts ...
       Man verwechselt  Unveränderlichkeit des Werts mit UnVeränderlich-
       keit des  Feingehalts und  des Gewichts...  Da die Verfügung über
       die   Q u a n t i t ä t   des Wertes  bestimmt, muß  eine    b e-
       s t i m m t e  Q u a n t i t ä t  des Stoffes einer einheitlichen
       Ware als  Einheit zum  Messen des Wertes verwendet werden; und es
       ist diese  bestimmte    Q u a n t i t ä t    eines  Stoffes  ein-
       heitlicher Qualität, die unveränderlich sein muß." (p. 11.)
       
       In allen Geldkontrakten handelt es sich um die  Q u a n t i t ä t
       des zu  verleihenden Goldes  und Silbers,  nicht um den Wert. (p.
       103.)
       
       "Bestünde einer  darauf, daß es ein Kontrakt für einen bestimmten
       Wert sei,  wäre er verpflichtet darzulegen, im Verhältnis zu wel-
       cher Ware; auf diese Weise würde er die Behauptung aufrechterhal-
       ten, daß  ein Geldkontrakt sich nicht auf eine Quantität Geld be-
       zieht, wie  es seine  äußere Form  besagt, sondern auf irgendeine
       Ware, die  nicht erwähnt  wird." (p.  104.) "Es  ist nicht nötig,
       dies zu beschränken auf Verträge, wo wirklich Geld verliehn wird.
       Es gilt  für alle  Abmachungen über künftige Geldzahlungen, ob es
       sich um  Waren irgendeiner  Art handelt,  die auf Kredit verkauft
       werden, um  Dienstleistungen oder um Pacht für Boden oder Häuser;
       sie sind genau der gleichen Beschaffenheit wie reine Anleihen der
       die Mittlerposition einnehmenden Ware. Wenn A an B eine Tonne Ei-
       sen für  10 Pfund  mit Kredit  für 12 Monate verkauft, ist es dem
       Sinne nach  genau dasselbe,  wie die 10 Pfund für ein Jahr auszu-
       leihen, und  die Interessen der beiden kontrahierenden Teile wer-
       den in derselben Weise von Währungsveränderungen beeinflußt." (p.
       110, 111.)
       
       Die Konfusion, bestimmten und unveränderlichen aliquoten 2*) Tei-
       len der  Geldsubstanz, die als Maßeinheit dienen sollen, Namen zu
       geben - das Namengeben derselben mit Fixierung des  P r e i s e s
       von Geld zu verwechseln, zeigt
       -----
       2*) ohne Rest aufgehenden
       
       #700# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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       sich u.  a. auch  bei dem  hochbeteuernden Romantiker der politi-
       schen Ökonomie, Herrn Adam Müller. Er sagt u.a.:
       
       "Jedermann sieht ein, wie viel auf die wahre  B e s t i m m u n g
       d e s   M ü n z p r e i s e s  ankommt, vorzüglich in einem Lande
       wie England,  wo die Regierung mit einer großmütigen Liberalität"
       (d. h.  auf Unkosten des Landes und zum Profit der Edelmetallbar-
       renhändler der  Bank von  England) "unentgeltlich  münzt, wo  sie
       keinen Schlagschatz  nimmt etc., und also, wenn sie den Münzpreis
       bedeutend höher  ansetzte als  den Marktpreis,  wenn sie, anstatt
       eine Unze  Gold jetzt mit 3 £ 10 sh 10 1/2 d zu zahlen, 3 £ 19 sh
       als den Münzpreis einer Unze Goldes ansetzte, alles Gold nach der
       Münze strömen,  das dort  erhaltne Silber auf dem Markt gegen das
       hier wohlfeilere  Gold umgesetzt und so aufs neue der Münze zuge-
       bracht werden  und das Münzwesen in Unordnung geraten würde." (p.
       280, 281, t. II. "Die Elemente der Staatskunst." Berlin 1809.)
       
       Herr Müller  weiß also nicht, daß pence und Shilling hier nur Na-
       men für aliquote Teile einer Goldunze sind. Weil Silber- und Kup-
       ferstücke - die notabene nicht nach dem Verhältnis von Silber und
       Kupfer zu  Gold geprägt  sind, sondern  als bloße  Marken für die
       gleichnamigen Goldteile  ausgegeben werden, daher auch nur zu ei-
       nem sehr  kleinen Quantum in Zahlung genommen werden müssen - un-
       ter den  Namen Schillinge  und Pence  zirkulieren, bildet er sich
       ein, eine Unze Gold sei in Gold-, Silber- und Kupferstücke einge-
       teilt (also  dreifacher Standard  of value 3*)). Ein paar Schritt
       weiter fällt  ihm dann  wieder ein, daß in England kein doppelter
       Standard existiert, also noch weniger ein dreifacher. Die Unklar-
       heit des  Herrn Müller  über die "gemeinen" ökonomischen Verhält-
       nisse ist die reale Grundlage seiner "höheren" Auffassung. [369]
       Aus dem  allgemeinen Gesetz, daß der Gesamtpreis der zirkulieren-
       den Waren die Masse des zirkulierenden Mediums bestimmt, eine be-
       stimmte  Stufe   der  Zirkulationsgeschwindigkeit  vorausgesetzt,
       folgt, daß auf einer bestimmten Stufe des Wachstums der in Zirku-
       lation geworfnen Werte das edlere Metall - das Metall von größrem
       spezifischem Wert, d.h. das in kleinerem Quantum mehr Arbeitszeit
       enthält -  an die Stelle des weniger edlen tritt als herrschendes
       Zirkulationsmittel; also Kupfer, Silber, Gold, das eine das andre
       als   herrschendes    Zirkulationsmittel   verdrängt.    Dieselbe
       Aggregatsumme von Preisen wird mit 14mal so wenig Goldmünzen z.B.
       zirkuliert  werden  können  als  Silbermünzen.  Kupfer-  und  gar
       Eisenmünze als herrschendes Zirkulationsmittel unterstellt schwa-
       che Zirkulation.  Ganz ebenso,  wie das  machtvollere, aber wert-
       vollere  Transportmittel  und  Kommunikationsmittel  4*)  an  die
       Stelle des  weniger wertvollen  tritt, im  Maße wie die Masse der
       zirkulierenden Waren und der Zirkulation überhaupt wächst.
       -----
       3*) Wertmaßstab - 4*) in der Handschrift: Zirkulationsmittel
       
       #701# Geld als Zirkulationsmittel und als selbständiger Wert
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       Andrerseits ist  es klar, daß der kleine Detailverkehr des tägli-
       chen Lebens  Austausche in  sehr diminutivem  Maßstab erheischt -
       desto kleiner,  je ärmer  das Land  und schwächer die Zirkulation
       überhaupt ist. In diesem Detailverkehr, wo sehr kleine Quanta Wa-
       ren einerseits,  also auch  sehr kleine Werte zirkulieren, ist es
       im eigentlichsten  Sinn des  Wortes, daß  das Geld  nur als  ver-
       schwindendes Zirkulationsmittel  erscheint und sich nicht als re-
       alisierter Preis  befestigt. Für  diesen Verkehr  tritt daher ein
       subsidiäres Zirkulationsmittel  ein, das nur Zeichen ist der ali-
       quoten Teile der herrschenden Zirkulationsmittel. Es sind Silber-
       und Kupfermarken,  die daher nicht gemünzt sind im Verhältnis des
       Werts ihrer  Substanz zum  Goldwert z.B.  Hier erscheint das Geld
       nur noch  als Zeichen,  wenn auch  selbst noch  in einer  relativ
       wertvollen Substanz.  Gold z.B. müßte in zu kleine Fraktionen ge-
       teilt werden,  um der  Warenteilung, wie sie dieser Detailverkehr
       erheischt, als Äquivalent zu entsprechen.
       Daher diese  Subsidiärzirkulationsmittel 5*)  auch nur  zu  einer
       kleinen Quantität,  wodurch sie  nie als Realisierung des Preises
       sich festsetzen  können, in  Zahlung gesetzlich ¦¦37¦ genommen zu
       werden brauchen.  Z.B. Kupfer in England zum Betrag von 6 d, Sil-
       ber im  Betrag zu  20 sh.  Je entwickelter  die Zirkulation über-
       haupt, je  größer die Preismasse der in Zirkulation tretenden Wa-
       ren, um so mehr scheidet sich ihr wholesale Austausch 6*) von ih-
       rem Detailaustausch  und bedürfen sie verschiedner Münzsorten zur
       Zirkulation. Die Geschwindigkeit der Zirkulation der Marken steht
       in umgekehrtem Verhältnis zu ihrer Wertgröße.
       
       "Von dem  frühen Stadium  der Gesellschaft,  als die Nationen arm
       waren und  ihre Zahlungen  geringfügig, ist  bekannt, daß  Kupfer
       häufig für  alle Zwecke  des Geldumlaufs ausreichte, und es wurde
       zu Münzen  mit sehr niedrigen Nennwerten geprägt, um den unbedeu-
       tenden Austausch  zu ermöglichen, der damals stattfand. So in dem
       frühen Stadium  der Römischen  Republik und Schottlands." (p. 3.)
       (David Buchanan.  "Observation on the subjects, treated of in Dr.
       Smiths Inquiry" etc. Edinburgh. 1814.)
       "Der allgemeine Reichtum eines Landes läßt sich sehr genau an der
       Art seiner  Zahlungen und  dem Zustand  seiner Münzen messen; und
       das entscheidende  Vorherrschen von grobem Metall in seinem Geld-
       umlauf, verbunden  mit dem  Gebrauch von  Münzen  sehr  niedrigen
       Nennwerts, kennzeichnet einen unzivilisierten Zustand der Gesell-
       schaft." (p.  4.) "Später das Geschäft des Geldumlaufs teilt sich
       in 2 gesonderte Abteilungen; die Pflicht, die wichtigsten Zahlun-
       gen zu  bewirken für die wertvolleren Metalle; die minderwertige-
       ren Metalle dagegen den weniger bedeutenden Austauschen vorbehal-
       ten und  so rein  dienstbar dem  hauptsächlichen Geldumlauf. Zwi-
       schen der ersten Einführung eines edlen Metalls in die Geldzirku-
       lation eines Landes und seinem exklusiven
       -----
       5*) Ersatzzirkulationsmittel - 6*) Großhandelsaustausch
       
       #702# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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       Gebrauch in  den wichtigsten Zahlungen, weites Intervall; und die
       Zahlungen des  Einzelhandels müssen  in der  Zwischenzeit so  be-
       trächtlich geworden  sein infolge  des wachsenden  Reichtums, daß
       sie zum  Teil mindestens  bequem durch  die neue  und wertvollere
       Münze bewirkt werden könnten; da keine Münzen für die wichtigsten
       Zahlungen benutzt  werden können"  (dies ist falsch, wie sich bei
       den Noten zeigt), "die sich nicht eignen zu gleicher Zeit für die
       Transaktionen des  Einzelhandels, da jeder Handel schließlich vom
       Konsumenten den  Gegenwert seines  Kapitals erhält...  Silber hat
       sich auf  dem Kontinent  überall in den wichtigsten Zahlungen ge-
       halten ...  In Britannien die Quantität von Silber in Zirkulation
       überschreitet nicht,  was nötig  für die  kleineren Zahlungen ...
       faktisch wenige  Zahlungen zum Belauf von 20sh in Silber gemacht.
       Vor der Regierungszeit Wilhelm III. wurde Silber in großen Säcken
       zur Zahlung der Staatseinkünfte zum Schatzamt gebracht. Zu dieser
       Periode fand der große Wechsel statt ... Die exklusive Einführung
       von Gold  in den  wichtigsten Zahlungen in England war ein klarer
       Beweis, daß  die   E i n z e l h a n d e l s g e w i n n e    z u
       d i e s e r   Z e i t   h a u p t s ä c h l i c h   i n   G o l d
       gemacht; dies möglich, ohne daß eine einzelne Zahlung stets über-
       traf oder  selbst irgendeiner  der Goldmünzen gleichkam; weil bei
       dem allgemeinen  Überfluß an Gold und dem Mangel an Silber, Gold-
       münzen natürlich  für geringe  Summen angeboten  und der  Rest in
       Silber zurückgefordert  wurde; wodurch  das Gold, indem es so den
       Einzelhandel unterstützte  und den Gebrauch von Silber selbst für
       die kleinen  Zahlungen haushälterisch gestaltete, seine  A k k u-
       m u l a t i o n   durch den Einzelhändler verhinderte ... Gleich-
       zeitig, als  in England  Gold für  Silber" (1695)  "für  wichtige
       Zahlungen  substituiert,   Silber  für  Kupfer  in  Schweden  ...
       K l a r,   d a ß   d a s  G e l d s t ü c k,  d a s  f ü r  d i e
       g r ö ß e r e n   Z a h l u n g e n   v e r w e n d e t  w i r d,
       n u r   z u  s e i n e m  w a h r e n  W e r t  p a s s i e r e n
       k a n n  ... Aber innrer Wert  n i c h t  n ö t i g  f ü r  e i n
       H i l f s u m l a u f m i t t e l ...  In Rom, solange Kupfer das
       vorherrschende Geldstück, nur zu seinem wahren Wert im Umlauf ...
       5 Jahre  vor dem  Anfang des Ersten punischen Krieges [68] Silber
       eingeführt, verdrängte erst nach und nach Kupfer in den Hauptzah-
       lungen ... 62 Jahre nach dem Silber Gold, aber anscheinend schal-
       tete es  niemals das Silber von den wichtigsten Zahlungen aus ...
       In Indien  Kupfer kein  Hilfsumlaufmittel; passiert  deshalb  für
       seinen wahren Wert. Die Rupie, eine Silbermünze von 2 sh 3 d, ist
       das Rechengeld;  im Verhältnis  wozu das  Mohour, eine Goldmünze,
       und das  Pice, eine  Kupfermünze, ihren Wert auf dem Markt finden
       müssen; stets  die Zahl der Pice, die überall für eine Rupie aus-
       getauscht werden,  schwankend mit  dem Gewicht  und dem  Wert der
       Münze, während  hier 24  halbe Penny immer = 1 sh, ohne Rücksicht
       auf ihr  Gewicht. In  Indien muß der Einzelhändler noch immer be-
       trächtliche Mengen  Kupfer für  seine Waren annehmen, und er kann
       es sich  nicht leisten,  es zu akzeptieren daher, es sei denn für
       seinen innern Wert... In den Währungen von Europa Kupfer passiert
       für jeden  Wert, der  auf es fixiert ist, ohne Prüfung seines Ge-
       wichts und  Feingehalts." (p.  4-18.) In  England "ein Exzess von
       Kupfer ausgegeben  1798, von privaten Händlern; und obgleich Kup-
       fer nur gesetzliches Zahlungsmittel für 6 d, fand [es] seinen Weg
       (das Surplus)  zu den  Einzelhändlern; die  suchten es  wieder in
       Zirkulation zu  setzen; kehrte  aber schließlich zu ihnen zurück.
       Als diese  Währung gestoppt  war, Kupfer akkumuliert bei den Ein-
       zelhändlern in  Summen von 20, 30, selbst 50 /., die sie schließ-
       lich zu ihrem wahren Wert verkaufen mußten." (p. 31.)
       
       #703# Geld als Zirkulationsmittel und als selbständiger Wert
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       In der  subsidiary currency  7*) nimmt das Zirkulationsmittel als
       solches, als  bloß verschwindendes Mittel, eine besondre Existenz
       an neben  dem Zirkulationsmittel, das zugleich Äquivalent, Preise
       realisiert und als selbständiger Wert akkumuliert. Also hier rei-
       nes Zeichen. Es darf also nur in der Quantität ausgegeben werden,
       die absolut  erheischt ist  für den  kleinen Retailtrade 8*), wo-
       durch es  nie akkumulieren  kann. Die Quantität muß bestimmt sein
       durch die  Masse der  Preise, die  es zirkuliert, dividiert durch
       seine Geschwindigkeit. Weil die Masse des zirkulierenden Mediums,
       von einem gewissen Wert, bestimmt ist durch die Preise, folgt von
       selbst, daß, wenn eine größre Quantität, als die durch die Zirku-
       lation selbst  erheischte, künstlich  in sie hineingeworfen würde
       und nicht  abfließen könnte (was hier nicht der Fall, weil es als
       Zirkulationsmittel über  seinem intrinsic worth 9*)), es deprezi-
       iert würde; nicht weil die Quantität die Preise bestimmt, sondern
       weil die  Preise die Quantität bestimmen, also nur ein bestimmtes
       Quantum zum bestimmten Wert in der Zirkulation bleiben kann. Sind
       also keine Öffnungen da, wodurch die Zirkulation die überflüssige
       Quantität hinauswerfen  kann, kann das zirkulierende Medium nicht
       seine Form  als Zirkulationsmittel verwandeln in die von Wert für
       sich selbst  - so  muß der  Wert des  Zirkulationsmittels fallen.
       Dies kann  aber nur stattfinden, außer bei künstlichen Hindernis-
       sen, Verboten  des Einschmelzens, der Ausfuhr etc., wenn das zir-
       kulierende Medium  nur Zeichen  ist, nicht selbst seinem Nominal-
       wert entsprechenden Realwert besitzt, also nicht aus der Form von
       zirkulierendem Medium in die von Ware überhaupt Übergehn und sein
       Gepräge abstreifen  kann; wenn  es in  seiner Existenz  als Münze
       festgebannt ist. Es folgt andrerseits, daß das Zeichen, die Geld-
       marke, zum  Nominalwert des Geldes, das sie repräsentiert, zirku-
       lieren kann  - ohne  irgendwelchen eignen Wert zu besitzen -, so-
       weit sie  das Zirkulationsmittel  nur in  der Quantität repräsen-
       tiert, worin  es selbst  zirkulieren würde.  Bedingung dann  aber
       zugleich, daß es selbst dann entweder nur in so kleiner Quantität
       vorhanden ist,  daß es  nur in  der subsidiären  Form zirkuliert,
       also keinen Augenblick aufhört, Zirkulationsmittel zu sein (wo es
       beständig teils  im Austausch für kleine Quanta Waren, teils bloß
       zum Einwechseln  des wirklichen  Zirkulationsmittels dient), also
       nie akkumulieren  kann; oder  es muß gar keinen Wert besitzen, so
       daß sein Nominalwert nie verglichen werden kann mit seinem innern
       Wert. Im letztren Fall ist es als bloßes  Z e i c h e n  gesetzt,
       das durch  sich selbst  auf den  Wert als  außer sich existierend
       hinweist. Im  andren Fall kömmt es nie dazu, daß sein innrer Wert
       in Vergleich mit seinem Nominalwert gerät.
       ¦¦38¦ Daher Verfälschungen des Geldes sich sofort ausweisen; wäh-
       rend
       -----
       7*) Hilfswährung - 8*) EInzelhandel - 9*) wahren Wert
       
       #704# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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       totale Vernichtung  seines Werts  ihn 10*)  nicht beschädigt.  Es
       könnte sonst paradox aussehn, daß Geld durch wertloses Papier er-
       setzt werden kann; aber die geringste Schwächung seines Metallge-
       halts es depreziiert.
       Überhaupt widerspricht  die doppelte Bestimmung des Geldes in der
       Zirkulation sich:  als bloßes Zirkulationsmittel zu dienen, wo es
       verschwindende Vermittlung  ist; und zugleich als Realisation der
       Preise, in  welcher Form  es sich akkumuliert und in seine dritte
       Bestimmung als Geld umschlägt. Als Zirkulationsmittel wird es ab-
       genutzt; enthält  also nicht  den Metallgehalt, der es zur verge-
       genständlichten Arbeit  in einem  fixen Quantum  macht. Sein Ent-
       sprechen seinem  Werte daher  immer mehr oder minder illusorisch.
       Ein Beispiel anzuführen.
       Es ist  wichtig, schon an diesem Punkt im Geldkapitel die Bestim-
       mung der  Quantität hereinzubringen,  aber grade umgekehrt gefol-
       gert, wie  in der gewöhnlichen Doktrin. Geld kann ersetzt werden,
       weil seine Quantität durch die Preise bestimmt ist, die es zirku-
       liert. Soweit  es selbst Wert hat - wie im subsidiären Zirkulati-
       onsmittel -, muß seine Quantität bestimmt sein so, daß es nie als
       Äquivalent akkumulieren  kann und  in der Tat immer nur figuriert
       als Nebenrad des eigentlichen Zirkulationsmittels. Soweit es aber
       dies selbst  ersetzen soll,  darf es gar keinen Wert haben, d.h.,
       sein Wert  muß außer  ihm existieren.  Die variations 11*) in der
       Zirkulation bestimmt  durch amount  und  number  of  transactions
       12*). ("Economist".  [25. Dezember 1847.]) Zirkulation kann stei-
       gen bei gleichbleibenden Preisen durch Vermehrung des amount 13*)
       von Waren;  bei  gleichbleibendem  amount  durch  Vermehrung  der
       Preise derselben; durch beides zusammen.
       Bei dem  Satz, daß die Preise die quantity of currency 14*) regu-
       lieren und  nicht die  quantity of  currency prices 15*), oder in
       andren Worten,  that trade regulates currency 16*) (die Quantität
       des Zirkulationsmittels),  and currency  does not regulate trade,
       is, of  course, as  our deduction has shown, supposed, that price
       is only  value translated  into an  other language 17*). Wert und
       durch die  Arbeitszeit bestimmter  Wert ist die Voraussetzung. Es
       ist daher  klar, daß  dies Gesetz nicht gleichmäßig anwendbar auf
       die fluctuations  18*) der  Preise in  allen Epochen; z.B. in der
       alten Welt,  Rom z.  B., wo das zirkulierende Medium nicht selbst
       aus der  Zirkulation entspringt,  aus dem  Exchange 19*), sondern
       durch Raub, Plünderung etc.
       -----
       10*) "seinen Nominalwert  - 11*) Veränderungen  - 12*) Menge  und
       Anzahl der  Transaktionen -  13*) der Menge  - 14*) Menge der Um-
       laufmittel -  15*) Menge der  Umlaufmittel die  Preise - 16*) daß
       Handel den  Geldumlauf reguliert  - 17*) und der Geldumlauf nicht
       den Handel reguliert, wird selbstverständlich, wie unsere Schluß-
       folgerung zeigte,  angenommen, daß Preis nur Wert, in eine andere
       Sprache übersetzt, bedeutet - 18*) Schwankungen - 19*) Austausch
       
       #705# Geld als Zirkulationsmittel und als selbständiger Wert
       -----
       "Kein Land  kann konsequenterweise  mehr als einen Maßstab haben;
       mehr als  einen Maßstab, um den  W e r t  z u  m e s s e n;  denn
       dieser Maßstab  muß einheitlich und unveränderlich sein. Kein Ar-
       tikel hat einen einheitlichen und unveränderlichen Wert gegen an-
       dre; einen  solchen hat  er nur  sich selbst gegenüber. Ein Gold-
       stück ist  stets von demselben Wert wie das andre, von exakt der-
       selben Feinheit,  demselben Gewicht  und an demselben Platz; aber
       das läßt  sich nicht von Gold  u n d  irgendeinem anderen Artikel
       sagen, z.B.  Silber." ("Economist".  [11. Mai  1844.] Vol.  I, p.
       771.)   "P f u n d   ist nichts  als ein Nennwert zur Berechnung,
       der Bezug  hat auf  eine gebotene  und festgelegte Menge Gold der
       dem  Maßstab   entsprechenden  Qualität."   (l.c.)  "Zu  sprechen
       [davon], eine  Unze Gold  5 l.  statt 3 l. 17 sh 10 1/2 d wert zu
       machen, ist  nur sagen,  daß es künftighin in 5 goldene 20-Sehil-
       lingstücke geprägt  werden soll  statt in  3 429/480 goldene  20-
       Schilling- stücke.  Wir würden  dadurch nicht den  W e r t  d e s
       G o l d e s  ändern, sondern nur das  G e w i c h t  und folglich
       den   W e r t   d e s   P f u n d e s   oder des  g o l d e n e n
       2 0 - S c h i l l i n g s t ü c k s.   Eine Unze  Gold würde nach
       wie vor  denselben Wert  relativ zu Weizen und allen andren Waren
       haben, aber  da ein  Pfund, obgleich  denselben Namen  wie früher
       tragend, einen  kleinern Teil  von einer Unze Gold repräsentieren
       würde, so  würde es  dementsprechend eine  kleinere Quantität von
       Weizen und  andren Waren  repräsentieren. Grade als wenn wir sag-
       ten, daß  ein  Q u a r t e r  W e i z e n  n i c h t  l ä n g e r
       i n   8,   s o n d e r n  i n  1 2  S c h e f f e l  geteilt sein
       solle. Damit  können wir  nicht den Wert des Weizens ändern, son-
       dern verringern die Menge, enthalten in einem Scheffel, und folg-
       lich seinen Wert." (p. 772 l.c.) "Welch zeitweiliger oder dauern-
       der  Wechsel   immer  stattfände   [im  Wert  des  Goldes],  sein
       P r e i s   wird immer  ausgedrückt sein in demselben Geldbetrag;
       eine Unze  Gold nach  wie vor sein 3 l. 17 sh 10 1/2 d in unserem
       Geld. Der Wechsel in seinem Wert, angezeigt durch die größre oder
       geringre Quantität  andrer Waren,  die es  kaufen kann." (l.c. [,
       15. Juni 1844.] p. 890.)
       
       D i e   i d e a l e   B a r   20*) zu  vergleichen z.  B. mit der
       i d e a l e n   M i l r e a   [370] in Brasilien 21*) (ebenso dem
       Pound 22*)  in England  während der Depreziation der Noten etc.).
       Was hier fix ist, ist der Name  M i l r e a;  was fluktuiert, ist
       das Quantum  Gold oder  Silber, das er ausdrückt. In Buenos Ayres
       die  currency  inkonvertibles  23*)  Papiergeld  (Papierdollars);
       diese Dollars ursprünglich = 4 sh 6 d jeder; jetzt ungeführ 3 3/4
       d und  has been so low as 24*) 1 1/2 d. Eine Elle cloth 25*) frü-
       her 2  dls. wert, jetzt  n o m i n e l l  28 dls. infolge des de-
       preziierten Papers 26*).
       
       "In  Schottland  kann  von  dem    A u s t a u s c h m i t t e l,
       nicht zu   verwechseln  mit dem Wertmaßstab, in Höhe von 1 l. und
       mehr gesagt werden, daß es ausschließlich aus Papiergeld besteht,
       und Gold ebenso Wertmaßstab, als wenn nichts anderes zirkulierte,
       weil das  Papiergeld konvertierbar  ist  in  die    g l e i c h e
       f e s t g e l e g t e  M e n g e  dieses Metalls; und zirkulierte
       nur im Vertrauen auf diese Konvertierbarkeit." ([l.c., 5. Oktober
       1844,] p. 1275.)
       "Guinee  sind    g e h o r t e t    in  Zeiten  des  Mißtrauens."
       (Thornton, p. 48.)
       -----
       20*) Barre - 21*) in der Handschrift: Buenos Ayres - 22*) Pfund -
       23*) Währung nichtkonvertierbares  - 24*) stand  so niedrig wie -
       25*) Tuch - 26*) Papiergeldes
       
       #706# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       Das hoarding  principle 27*),  worin das  Geld als  selbständiger
       Wert funktioniert,  ist als  e i n  M o m e n t  notwendig, abge-
       sehn von den frappanten Formen, worin es erscheint, notwendig bei
       dem auf der Geldzirkulation beruhnden Austausch; da jeder, wie A.
       Smith [371]  sagt, neben  seiner eignen  Ware die medial quantity
       28*), bestimmte Proportion der "allgemeinen Ware" braucht.
       
       "Der Mann im Handel besitzt Eigentum im Handel." (l.c. p. 21.)}
       "Gleiche Kapitalien, oder in andren Worten, gleiche Mengen aufge-
       häufter Arbeit  werden oft  verschiedene Mengen unmittelbarer Ar-
       beit in  Bewegung setzen,  ändert aber  nichts an der Sache." (p.
       29/30. Torrens,  "An Essay  on the  Production of Wealth", London
       1801.) "In der frühen Periode der Gesellschaft ist es die Gesamt-
       menge der in der Produktion verausgabten Arbeit, aufgehäufter und
       unmittelbarer, die   d e n   r e l a t i v e n   W e r t    d e r
       W a r e n   b e s t i m m t.   Sobald aber  Kapital angehäuft und
       eine Klasse  von Kapitalisten sich unterscheidet von einer andren
       von Arbeitern,  sobald derjenige, der in irgendeinem Gewerbezweig
       als Unternehmer  auftritt, seine  eigne Arbeit  nicht selbst ver-
       richtet, sondern  dazu Subsistenzmittel und Materialien an andere
       vorschießt, dann  ist es die in der Produktion aufgewendete Summe
       Kapital oder  die Menge  aufgehäufter Arbeit, die die Tauschkraft
       der Waren  bestimmt." (p.  33, 34.)  "Solange  zwei  Kapitalisten
       gleich, ihre  Produkte von   g l e i c h e m   W e r t,  wie auch
       immer wir die Menge unmittelbarer Arbeit verändern mögen, die sie
       in Bewegung  setzen oder  die ihre  Produkte erheischen. Sind sie
       ungleich, ihre  Produkte von  ungleichem Wert,  auch wenn die Ge-
       samtmasse der  auf sie  aufgewandten  Arbeit  genau  gleich  sein
       sollte." (p. 39.) "Also nach dieser Trennung von Kapitalisten und
       Arbeitern ist es die Summe Kapital, die Menge aufgehäufter Arbeit
       und nicht, wie vor dieser Trennung, die Summe aufgehäufter  u n d
       unmittelbarer in  der Produktion  aufgewandter  Arbeit,  die  den
       Tauschwert bestimmt." (l.c.)
       
       Die Konfusion  des Herrn  Torrens richtig  gegen die abstract way
       29*) der  Ricardians. An sich grundfalsch. Erstens die Bestimmung
       des Werts durch die reine Arbeitszeit findet nur statt auf Grund-
       lage der  Produktion ¦¦39¦  von Kapital,  also der Trennung der 2
       Klassen. Das  Gleichsetzen der   P r e i s e,   in consequence of
       the same  average rate  of profit  30*) - (und dies even 31*) cum
       grano salis)  - hat  n i c h t s  mit der Bestimmung des Werts zu
       tun,  u n t e r s t e l l t  ihn vielmehr. Die Stelle wichtig, um
       die Konfusion der Ricardians zu zeigen.
       Die Rate des Mehrwerts als Profit ist bestimmt 1. durch die Größe
       des Mehrwerts  selbst; 2. durch das Verhältnis der lebendigen Ar-
       beit zur  accumulated 32*) (der Ration des in Salair expended ca-
       pital to the capital employed as such 33*)). Die beiden Ursachen,
       die 1. und 2. bestimmen, besonders
       
       27*) Prinzip des  Hortens -  28*) Durchschnittsmenge -  29*)  ab-
       strakte Art  30*) infolge der  gleichen  durchschnittlichen  Pro-
       fitrate - 31*) eben - 32*) aufgehäuften - 33*) verausgabten Kapi-
       tals zum Kapital, das als solches angewandt wurde
       
       #707# Geld als Zirkulationsmittel und als selbständiger Wert
       -----
       zu untersuchen.  Das Gesetz  von der  Rente z.B.  gehört in eins.
       Einstweilen unterstellt  die notwendige  Arbeit als solche; d.h.,
       daß der Arbeiter stets nur das notwendige Minimum des Salairs er-
       hält. Diese Unterstellung ist natürlich nötig, um die Gesetze des
       Profits, soweit  sie nicht  durch Steigen und Fallen des Arbeits-
       lohns oder  durch den  Einfluß des  Grundeigentums bestimmt sind,
       festzusetzen. Die    f e s t e n    Unterstellungen  werden  alle
       selbst flüssig  im Fortgang  der Entwicklung.  Aber bloß dadurch,
       daß sie  im Anfang  fixiert werden,  ist Entwicklung möglich, wi-
       thout confounding  everything. Besides  it is  practically  sure,
       that, for  instance, however the standard of necessary labour may
       differ at  various epochs  and in various countries, or how much,
       in consequence  of the changing prices of raw produce, its ratio,
       or, in  consequence of the demand and supply of labour its amount
       and ratio  may change,  at any  given epoch the standard is to be
       considered and  acted upon as a fixed one by capital. To consider
       those changes  themselves belongs altogether to the chapter trea-
       ting of wages-labour. 34*)
       
       "Der Tauschwert  wird nicht  von den absoluten, sondern durch die
       relativen Produktionskosten  bestimmt. Wenn  die Kosten  für  die
       Produktion von  Gold die  gleichen blieben, während sich die Pro-
       duktionskosten aller anderen Dinge verdoppelten, dann besäße Gold
       gegenüber allen  anderen Dingen  weniger Kaufkraft als zuvor; und
       sein Tauschwert  würde um  die Hälfte sinken; und diese Verminde-
       rung in  seinem Tauschwert  präzis dieselbe  in der  Wirkung, als
       wenn  die   Produktionskosten  aller  anderen  Dinge  unverändert
       geblieben wären,  während die  Produktionskosten des Goldes um 'h
       reduziert worden wären." (p. 56, 57. Torrens, l.c.)
       
       Dies wichtig  für Preise. Für Bestimmung des Werts absolut nicht;
       bloße Tautologie.  Der Wert  einer Ware  ist bestimmt  durch  die
       Quantität Arbeit, die sie enthält, heißt, daß sie sich austauscht
       gegen dieselbe  Quantität Arbeit  in jeder  andren Form  des  Ge-
       brauchswerts. Es ist daher klar, daß, wenn die zur Produktion des
       Gegenstandes a nötige Arbeitszeit sich doubles 35*), nur mehr 1/2
       von ihm = seinem frühren Äquivalent b. Da die Äquivalenz bestimmt
       ist durch  die Gleichheit  der Arbeitszeit  oder Arbeitsquantums,
       ist der  Unterschied des  Werts of course 36*) bestimmt durch die
       Ungleichheit derselben, oder die Arbeitszeit ist Maß des Werts.
       -----
       34*) ohne alles  durcheinander zubringen.  Außerdem ist  es  bei-
       spielsweise nahezu sicher, daß in jeder bestimmten Epoche das Maß
       der notwendigen  Arbeit vom Kapital als festgelegt betrachtet und
       so behandelt werden muß; unabhängig davon, wie dieses Maß sich in
       verschiedenen Epochen  und verschiedenen Ländern auch unterschei-
       den mag oder inwieweit sein Verhältnis infolge von Nachfrage nach
       und Angebot  an Arbeit  Menge und Verhältnis sich auch ändern mö-
       gen. Die Betrachtung dieser Veränderungen selbst gehört insgesamt
       in  das   Kapitel,  das   sich  mit   der  Lohnarbeit  befaßt.  -
       35*) verdoppelt - 36*) selbstverständlich
       
       #708# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       "1826 befähigte die verschiedenartige Maschinerie, die zur Verar-
       beitung von  Baumwolle benutzt  wurde, 1  Mann, um die Arbeit von
       150 auszuführen.  Nun gesetzt, nur 280 000 Mann seien jetzt darin
       beschäftigt, so  hätten ein  halb Jahrhundert  früher  42 000 000
       drin sein  müssen." (p. 72.) (Hodgskin.) [372] "Der relative Wert
       der Edelmetalle  im Verhältnis zu anderen Waren bestimmt, wieviel
       von ihnen  für andere  Dinge gegeben  werden müssen; und die Zahl
       der Verkäufe,  die während  einer bestimmten  Periode vorgenommen
       werden sollen,  bestimmen die  erforderliche Menge an Geld, inso-
       weit als  Geld das  Instrument ist,  diese Verkäufe zu bewirken."
       (l.c. p. 188.)
       "Reichlich Grund  anzunehmen, daß  die Praxis,  Münzen zu prägen,
       ursprünglich von  einzelnen ausging, die sie weiterführten, bevor
       Regierungen sie  aufgriffen und monopolisierten. So lange in Ruß-
       land der Fall." (Sieh Storch.) [373] (l.c. p. 195 Note.)
       
       Hodgskin ist andrer Ansicht wie der romantische Müller:
       
       "Die Münze  prägt nur,  was Einzelpersonen  bringen,  und  höchst
       unverständlicherweise berechnet man ihnen nichts für die Prägear-
       beit, und  sie besteuern die Nation zugunsten derjenigen, die mit
       Geld handeln."  (p. 194.  "Popular  Polit.  Econ."  etc.  London,
       1827.)
       
       [Maschinerie und Profit]
       
       Nach allen  diesen Abschweifungen  über Geld - und wir werden sie
       noch gelegentlich  wieder aufzunehmen  haben, bevor  ending  this
       chapter 1*)  - kehren wir zurück zum point de départ 2*) (sieh p.
       25 [S.  666-670].) Als Beispiel, wie auch in der manufakturieren-
       den Industrie  die Verbeßrung  der Maschinerie  und die durch sie
       bewirkte Vermehrung  der  Produktivkraft    R o h m a t e r i a l
       schafft (relativement  3*)), statt  absolute Vermehrung desselben
       zu verlangen:
       
       "Das   F a b r i k s y s t e m  im Leinenhandel ist sehr neu. Vor
       1828 die große Masse von Leinengarn in Irland und England mit der
       Hand gesponnen. Um diese Zeit die Maschinen für die Flachsspinne-
       rei so  verbessert, besonders  durch die Ausdauer von Herrn Peter
       Fairbairn in  Leeds, daß es in sehr allgemeinen Gebrauch kam. Von
       dieser Zeit an Spinnereien sehr extensiv errichtet zu Belfast und
       anderen Teilen  von Nordirland  wie in  verschiedenen  Teilen  in
       Yorkshire, Lancashire  und Schottland  zum Spinnen  feiner Garne,
       und in  wenigen Jahren Handspinnen aufgegeben. Garn für feine Tu-
       che jetzt  fabriziert von dem, was vor 20 Jahren als Abfall fort-
       geworfen wurde." ("Economist". 31. Aug. 1850.)
       
       Bei aller Anwendung von Maschinerie - betrachten wir zunächst den
       case 4*)  so, wie  er sich  unmittelbar gibt,  daß ein Kapitalist
       einen Teil seines Kapitals,
       -----
       1*) wir dieses Kapitel beenden - 2*) Ausgangspunkt - 3*) verhält-
       nismäßig - 4*) Fall
       
       #709# Maschinerie und Profit
       -----
       statt in  unmittelbare Arbeit zu stecken, in Maschinerie steckt -
       wird ein  Teil des  Kapitals weggenommen  der variablen  und sich
       vervielfältigenden Portion  desselben, d.h. der, die sich mit le-
       bendiger Arbeit  austauscht, um  sie hinzuzufügen  dem konstanten
       Teil, dessen Wert nur reproduziert oder erhalten wird im Produkt.
       Dies geschieht  aber, to  make the remaining portion more produc-
       tive 5*).   E r s t e r   C a s u s:    D e r    W e r t    d e r
       M a s c h i n e r i e    g l e i c h    d e m    W e r t    d e r
       A r b e i t s v e r m ö g e n,   d i e  s i e  e r s e t z t.  In
       diesem Falle würde der neuproduzierte Wert vermindert, nicht ver-
       mehrt, falls  die Surplusarbeitszeit  des restierenden  Teils des
       Arbeitsvermögens nicht  in demselben Maße wüchse, wie ihre Anzahl
       vermindert ist. Wenn von 100 Arbeitern 50 entlassen und durch Ma-
       schinerie ersetzt  werden, so müssen diese 50 restierenden soviel
       Surplusarbeitszeit schaffen  wie früher  die 100. Arbeiteten jene
       täglich auf  1200 Arbeitsstunden  200  Arbeitsstunden  Surplusar-
       beitszeit, so  müssen jetzt  die 50  so  viel  Surplusarbeitszeit
       schaffen; also  täglich 4  Stunden, wenn  jene nur  2. In  diesem
       Falle bleibt  die Surplusarbeitszeit,  50 x 4 = 200, dieselbe wie
       vorhin, 100  x 2  = 200,  obgleich die  absolute Arbeitszeit sich
       vermindert hat.  In diesem Falle der case für das Kapital, dem es
       nur um  Produktion von  Surplusarbeit zu tun, derselbe. In diesem
       Falle würde  das verarbeitete  Rohmaterial dasselbe bleiben; also
       die Auslage dafür; die für Arbeitsinstrument hätte sich vermehrt;
       die für  Arbeit vermindert.  Der Wert des Totalprodukts wäre der-
       selbe, weil  = derselben  Summe von vergegenständlichter und Sur-
       plusarbeitszeit. Ein  solcher case  wäre durchaus  keine Incentiv
       6*) für  das Kapital.  Was es  auf der  einen Seite an Surplusar-
       beitszeit gewönne,  würde es  verlieren an dem Teil des Kapitals,
       der als vergegenständlichte Arbeit in die Produktion träte, d. h.
       als invariabler  Wert. Indes ist zu bedenken, daß die Maschinerie
       an die  Stelle unvollkommnerer  Produktionsinstrumente tritt, die
       einen bestimmten Wert besaßen; d. h. gegen bestimmte Summe Geldes
       eingetauscht waren.  Wenn nicht für den Kapitalisten im Geschäft,
       so für den, der das Geschäft neu beginnt, geht von den Kosten der
       Maschinerie ab  der Teil  des Kapitals, der auf der unvollkommnen
       Stufe der Produktivkraft angewandt war.
       ¦¦40¦ Wenn  also z.B.,  sobald die  Maschine für  1200 l. (50 Ar-
       beitsvermögen) eingeführt  wird, eine frühre Ausgabe sage von 240
       Pfund auf  Produktionsinstrumente wegfällt,  so beläuft  sich die
       Mehrausgabe des Kapitals nur auf 960/.; den Preis für 40 Arbeiter
       das Jahr.  In diesem Fall also, wenn die restierenden 50 Arbeiter
       zusammen exakt  ebensoviel Surplusarbeit  produzieren wie  früher
       die 100,  so jetzt 200 Surplusarbeitsstunden produziert mit Kapi-
       tal von  2160; früher mit Kapital von 2400. Die Anzahl der Arbei-
       ter hat um die
       -----
       5*) um  die  verbleibende  Portion  produktiver  zu  gestalten  -
       6*) kein Ansporn
       
       #710# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       Hälfte  abgenommen,   die  absolute  Surplusarbeit  ist  dieselbe
       geblieben, nach  wie vor  200 Arbeitsstunden; das in Arbeitsmate-
       rial ausgelegte  Kapital ist  auch dasselbe  geblieben; aber  das
       Verhältnis der Surplusarbeit zu dem invariablen Teil des Kapitals
       hat sich absolut vermehrt.
       Da das  in Rohmaterial ausgelegte Kapital dasselbe geblieben, das
       in Maschinerie  ausgelegte vermehrt, aber nicht in demselben Ver-
       hältnis  wie   das  in   Arbeit  ausgelegte  vermindert;  so  die
       G e s a m t a u s l a g e  d e s  K a p i t a l s  a b g e n o m-
       m e n;   die Surplusarbeit  dieselbe geblieben, also gewachsen im
       Verhältnis zum  Kapital,  nicht  nur  im  Verhältnis,  worin  die
       Surplusarbeitszeit wachsen  muß, um  dieselbe zu bleiben bei halb
       soviel Arbeitern,  sondern um  mehr; nämlich  um das  Verhältnis,
       worin die  [Auslage] für  die alten  Produktionsmittel abgeht von
       den Kosten der neuen.
       Einführung von Maschinerie - oder allgemeiner Vermehrung der Pro-
       duktivkraft so, daß diese Produktivkraft selbst zu ihrem Substrat
       vergegenständlichte Arbeit  hat, also  kostet; wenn also ein Teil
       des früher  gegen Arbeit ausgelegten Teils des Kapitals ausgelegt
       wird als  Bestandteil des als bleibender Wert in den Produktions-
       prozeß tretenden  Teils des Kapitals - kann nur stattfinden, wenn
       das Verhältnis  der Surplusarbeitszeit nicht nur dasselbe bleibt,
       also wächst  im Verhältnis  zu der angewandten lebendigen Arbeit,
       sondern in größrem Verhältnis wächst als das Verhältnis des Werts
       der Maschinerie  zum Wert  der entlaßnen  Arbeiter. Dies kann ge-
       schehn, entweder weil die ganze Ausgabe abgezogen werden muß, die
       für das frühere Produktionsinstrument gemacht war. In diesem Fall
       v e r m i n d e r t  s i c h  d i e  G e s a m t s u m m e  d e s
       a u s g e l e g t e n   K a p i t a l s,   und obgleich  sich das
       Verhältnis der  Gesamtsumme der  angewandten Arbeit im Verhältnis
       zum konstanten Teil des Kapitals vermindert hat, ist die Surplus-
       arbeitszeit dieselbe  geblieben und  daher gewachsen nicht nur in
       bezug auf  das in Arbeit ausgelegte Kapital, gegen die notwendige
       Arbeitszeit, sondern  gegen das Gesamtkapital; den Gesamtwert des
       Kapitals, weil  dieser sich vermindert hat. Oder der Wert für Ma-
       schinerie mag so groß sein wie der früher in lebendige, nun über-
       flüssig gewordne  Arbeit ausgelegte; aber das Verhältnis der Sur-
       plusarbeit des restierenden Teils des Kapitals hat sich vermehrt,
       so daß die 50 Arbeiter nicht nur soviel Surplusarbeit liefern wie
       früher die  100, sondern  mehr. Sage z. B. jeder statt 4 Stunden,
       4 1/4 Stunden. In diesem Falle ist aber größrer Teil des Kapitals
       für Rohmaterial  etc., kurz,  größres Gesamtkapital erforderlich.
       Wenn ein Kapitalist, der früher für 2400 l. jährlich 100 Arbeiter
       beschäftigte, 50  entläßt und  eine Maschine  für 1200 l. an ihre
       Stelle setzt, so ist diese Maschine - obgleich sie ihm soviel ko-
       stet, wie früher 50 Arbeiter - das Produkt von weniger Arbeitern,
       weil er  dem Kapitalisten,  von dem  er die Maschine kauft, nicht
       nur die notwendige Arbeit, sondern auch die Surplusarbeit
       
       #711# Maschinerie und Profit
       -----
       zahlt. Oder  er hätte  einen Teil der Arbeiter für nur notwendige
       Arbeit angewandt, wenn er selbst die Maschine bauen ließ. Im Fall
       der Maschinerie  also Vermehrung  der Surplusarbeit mit absoluter
       Verminderung der  notwendigen  Arbeitszeit.  Sie  kann  begleitet
       sein, sowohl  von absoluter Verminderung des angewandten Kapitals
       wie mit Wachstum desselben.
       Der  M e h r w e r t  als vom Kapital selbst gesetzt und gemessen
       durch sein numerisches Verhältnis zum Gesamtwert des Kapitals ist
       der   P r o f i t.   Die lebendige Arbeit, als angeeignet und ab-
       sorbiert vom  Kapital, erscheint  als  seine  eigne  Lebenskraft;
       seine selbstreproduzierende  Kraft, zudem  noch modifiziert durch
       seine eigne  Bewegung, die Zirkulation, und die seiner eignen Be-
       wegung angehörige Zeit, die Zirkulationszeit. So erst ist das Ka-
       pital gesetzt als sich selbst perennierender und vervielfältigen-
       der Wert,  indem es sich als vorausgesetzter Wert von sich selbst
       als gesetztem Wert unterscheidet. Da das Kapital ganz in die Pro-
       duktion tritt  und als  Kapital seine  verschiednen  Bestandteile
       sich nur  formell voneinander unterscheiden, gleichmäßig Wertsum-
       men sind, so erscheint ihnen das Wertsetzen gleichmäßig immanent.
       Außerdem, da  der Teil  des Kapitals,  der sich gegen Arbeit aus-
       tauscht, nur  produktiv wirkt,   s o f e r n   d i e  a n d r e n
       T e i l e   d e s   K a p i t a l s   m i t g e s e t z t  sind -
       und das  Verhältnis dieser  Produktivität bedingt  ist durch  die
       Wertgröße etc.,  verschiedne Bestimmung  dieser Teile  zueinander
       (als capital  fixe etc.),  so erscheint das Setzen des Mehrwerts,
       des Profits,  durch alle Teile des Kapitals gleichmäßig bestimmt.
       Weil einerseits die Bedingungen der Arbeit als objektive Bestand-
       teile des  Kapitals gesetzt  sind, andrerseits  die Arbeit selbst
       als ihm  einverleibte Aktivität,  so erscheint der ganze Arbeits-
       prozeß als  sein eigner  Prozeß und  das Setzen des Mehrwerts als
       sein Produkt,  dessen Größe  daher auch nicht gemessen wird durch
       die Surplusarbeit, die es den Arbeiter zu tun zwingt, sondern als
       vergrößerte  Produktivität,  die  es  der  Arbeit  verleiht.  Das
       eigentliche Produkt  des Kapitals ist der Profit. Insofern ist es
       jetzt als  Quelle des  Reichtums gesetzt.  Insofern es  aber  Ge-
       brauchswerte schafft,  produziert es  Gebrauchswerte, aber  durch
       d e n  W e r t  b e s t i m m t e  G e b r a u c h s w e r t e:
       
       "Der Wert schafft das Produkt". (Say.) [374]
       
       Es produziert  demnach für  den Konsum. Insofern es sich verewigt
       durch die  beständige Erneurung  der Arbeit, erscheint es als der
       permanente Wert, vorausgesetzt für die Produktion, die von seiner
       Erhaltung abhängt.  Soweit es  sich stets  von neuem gegen Arbeit
       austauscht, erscheint  es als Arbeitsfonds. Der Arbeiter kann na-
       türlich nicht  produzieren ohne  die gegenständlichen Bedingungen
       der Arbeit.  ¦¦41¦ Diese  nun sind  im Kapital  von ihm getrennt,
       stehn ihm selbständig gegenüber. Er kann sich zu ihnen als Bedin-
       gungen der  Arbeit nur verhalten, soweit seine Arbeit selbst vor-
       her vom Kapital angeeignet ist.
       
       #712# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       Vom Standpunkt  des Kapitals  erscheinen nicht die objektiven Be-
       dingungen der  Arbeit als  notwendig für  den  Arbeiter,  sondern
       dies, daß  sie   s e l b s t ä n d i g   i h m  g e g e n ü b e r
       e x i s t i e r e n    -    s e i n e    T r e n n u n g    v o n
       i h n e n,   i h r e   o w n e r s h i p   7*)   d u r c h  d e n
       K a p i t a l i s t e n,   und daß  die Aufhebung dieser Trennung
       nur vor  sich geht, indem er seine produzierende Kraft an das Ka-
       pital abtritt,  wogegen dies  ihn als  abstraktes Arbeitsvermögen
       erhält, d.h. eben als bloßes Vermögen, den Reichtum als es selbst
       beherrschende Kraft sich gegenüber im Kapital zu reproduzieren.
       Alle Teile  des Kapitals  tragen also gleichzeitig Profit, sowohl
       der zirkulierende  Teil (ausgelegt in Arbeitslohn und Rohmaterial
       etc.) wie  der in  capital fixe ausgelegte. Das Kapital kann sich
       nun selbst  reproduzieren entweder in der Form von zirkulierendem
       Kapital oder  in der  Form von  fixem Kapital. Da wir vorhin, bei
       Betrachtung der  Zirkulation, gesehn haben, daß sein Wert in ver-
       schiedner Form  retourniert 8*),  je nachdem  er in  einer dieser
       beiden Formen vorausgesetzt ist, und da vom Standpunkt des Profit
       produzierenden Kapitals  der Wert nicht einfach retourniert, son-
       dern der Wert des Kapitals und der Profit, der Wert als er selbst
       und als  sich verwertend, so wird in diesen beiden Formen das Ka-
       pital in  verschiedner Form  als profitbringend gesetzt sein. Das
       zirkulierende Kapital geht ganz in die Zirkulation ein mit seinem
       Gebrauchswert als  Träger seines  Tauschwerts und tauscht sich so
       gegen Geld  um. D.h.  also, es wird verkauft - ganz, obgleich je-
       desmal nur  ein Teil davon in die Zirkulation tritt. In einem Um-
       schlag aber  ist es als Produkt ganz in die Konsumtion (sei diese
       nun individuelle  oder selbst wieder produktive) übergegangen und
       hat sich  völlig als  Wert reproduziert. Dieser Wert schließt ein
       den Mehrwert,  der jetzt  als Profit erscheint. Es wird entäußert
       als Gebrauchswert, um als Tauschwert realisiert zu werden. Es ist
       dies also   V e r k a u f  m i t  P r o f i t.  Dagegen haben wir
       gesehn, daß  das capital  fixe nur  portionsweise retourniert  im
       Laufe mehrer Jahre, mehrer Zyklen des capital circulant, und zwar
       nur im Maße, wie es verbraucht wird (damals im unmittelbaren Pro-
       duktionsakt), als  Tauschwert in  die Zirkulation  tritt und  als
       solcher retourniert.  Das Eintreten  sowohl wie  das Retournieren
       des Tauschwerts  ist aber jetzt gesetzt als Eintreten und Retour-
       nieren nicht  nur des Kapitalwerts, sondern zugleich des Profits,
       so daß  dem aliquoten  9*) Teil Kapital ein aliquoter Teil Profit
       entspricht.
       
       "Der Kapitalist  erwartet gleichen Vorteil auf alle Teile des Ka-
       pitals, die  er vorstreckt."  (Malthus. "Principies  of Political
       Economy", 2ed. Lond. 1836, p. 268.)
       "Vielleicht am  engsten sind  Reichtum und  Wert verbunden in der
       Notwendigkeit des  letzteren für  die Produktion  des  ersteren."
       (l.c. p. 301.)
       -----
       7*) ihr Eigentum - 8*) zurückfließt - 9*) ohne Rest aufgehenden
       
       #713# Maschinerie und Profit
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       {"Das    f i x e    K a p i t a l"    (in  den  Baumwollfabriken)
       "gewöhnlich =  4:1 zum zirkulierenden, so daß, wenn ein Fabrikant
       50 000 l.  hat, er  40 000 l. verausgabt in der Errichtung seiner
       Fabrik und  der Ausrüstung  mit Maschinerie und nur 10 000 l. für
       den Einkauf  von Rohmaterial (Baumwolle, Kohle usw.) und dem Zah-
       len der  Löhne." (Nassau W. Senior, "Letters on the Factory Act",
       etc. 1837. 11, 12.) "Das fixe Kapital unterliegt ununterbrochenem
       Verschleiß, nicht  allein der Abnutzung, sondern auch von bestän-
       digen mechanischen Verbesserungen ..." (l.c.)
       "Unter dem gegenwärtigen Gesetz kann keine Fabrik, worin Personen
       unter 18  Jahren beschäftigt,  länger als  11 1/2 Stunden täglich
       arbeiten, d.h.  12 Stunden  für 5 Tage und 9 am Samstag. Nun, die
       folgende Analyse  zeigt, daß  in einer  solchen Fabrik  der ganze
       R e i n g e w i n n   von der   l e t z t e n  S t u n d e  abge-
       leitet wird.  Ein Fabrikant investiere 100 000 l. - 80 000 in Fa-
       brikgebäude und  Maschinerie und  20 000 in  Rohmaterial und  Ar-
       beitslohn. Das jährliche Einkommen der Fabrik, vorausgesetzt, das
       Kapital schlage  einmal jährlich  um und  das Gesamteinkommen be-
       trage 15%,  muß seine  Ware 115 000  l. wert  sein,  reproduziert
       durch die  beständige Verwandlung  und Rückverwandlung der 20 000
       l. zirkulierenden  Kapitals von  Geld in  Waren und  von Waren in
       Geld" (tatsächlich  die Verwandlung  und Rückverwandlung von Sur-
       plusarbeit erst  in Ware  und dann  wieder in  notwendige  Arbeit
       etc.), "in  Perioden etwas  länger  als  2  Monaten.  Von  diesen
       115 000 l.  produziert jede  der 23  halben Arbeitsstunden  5/115
       oder 1/23  - Von den 23/23, die das Ganze der 115 000 konstituie-
       ren, 20/23,  d.h. 100 000 l. von den 115 000 ersetzen nur das Ka-
       pital, 1/23  oder 5000 von den 115 000 ersetzen die Abnutzung der
       Fabrik und  der Maschinerie.  Die übrigbleibenden  2/23, d.h. die
       letzten 2 der täglichen 23 halben Stunden, produzieren den Netto-
       profit von 10%. Wenn daher (bei gleichbleibenden Preisen) die Fa-
       brik 13  Stunden bei  der Arbeit  gehalten  werden  könnte  statt
       11 1/2, so  würde mit einer Zulage von ungefähr 26001. zum zirku-
       lierenden Kapital  der Nettoprofit  mehr als  verdoppelt werden."
       [p. 11, 12.]
       
       (I. e.  2600 würden bearbeitet werden, ohne daß mehr capital fixe
       verhältnismäßig gebraucht  und ohne Zahlung der  A r b e i t  a t
       a l l   10*). Der  gross und  net Profit" ist = dem Material, das
       u m s o n s t   für den Kapitalisten verarbeitet wird, und da ist
       natürlich eine  Stunde mehr  = 100%,  wenn die Surplusarbeit, wie
       Herr Scheiße  falsch voraussetzt,  nur =  1/12 Tag oder nur 2/23,
       wie Senior sagt).
       
       "Andrerseits, wenn  die Arbeitsstunden  täglich nur 1 Stunde täg-
       lich  reduziert   (bei  gleichbleibenden   Preisen),  würde   der
       N e t t o p r o f i t   zerstört sein;  wenn reduziert  um  1 1/2
       Stunden, auch  das  Gesamteinkommen.  Das  zirkulierende  Kapital
       würde ersetzt  sein, aber  es würde keinen Fonds zur Kompensation
       des fortschreitenden Verschleißes des fixen Kapitals geben." (12,
       13.)
       
       (So falsch  die Data des Herrn Senior, so wichtig seine Illustra-
       tion für unsre Theorie.)
       -----
       10*) überhaupt - 11*) das Gesamteinkommen und der Nettoprofit
       
       #714# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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       "Das Verhältnis  des fixen Kapitals zum zirkulierenden wächst be-
       ständig aus  2 Gründen:  1. der Tendenz mechanischer Verbesserun-
       gen, die  immer mehr  von Produktionsarbeit der Maschinerie über-
       läßt, 2.  dem Verbessern der Transportmittel und der folgerichti-
       gen Verminderung  des Vorrats  an Rohmaterial,  der im Besitz des
       Fabrikanten auf  Verarbeitung wartet. Früher, als Kohle und Baum-
       wolle auf  dem Wasserwege kamen, zwangen ihn Unsicherheit und Un-
       regelmäßigkeit der Zufuhr, Vorräte für den Verbrauch von 2 oder 3
       Monaten bereitzuhalten. Heute beliefert ihn eine Eisenbahn allwö-
       chentlich oder  vielmehr Tag  für Tag  direkt vom  Hafen oder der
       Grube. Unter  solchen Umständen  rechne ich  voll und ganz damit,
       daß in  sehr wenigen Jahren sich das fixe Kapital anstelle seiner
       gegenwärtigen Proportion wie 6 oder 7 oder sogar 10 zu 1 zum zir-
       kulierenden verhalten  wird  und  daß    f o l g l i c h    d i e
       B e w e g g r ü n d e   z u r    V e r l ä n g e r u n g    d e r
       A r b e i t s z e i t   n o c h  s t ä r k e r  w e r d e n,  d a
       d i e s   d a s   e i n z i g e   M i t t e l    i s t ,    d e n
       g r o ß e n   A n t e i l    f i x e n    K a p i t a l s    g e-
       w i n n b r i n g e n d   z u  m a c h e n.  'Wenn ein Ackersmann
       seinen Spaten  niederlegt, sagte  mir Herr Ashworth, macht er für
       diese Periode  ein Kapital  von 18  d  nutzlos.  Wenn  einer  von
       unseren Leuten  die Fabrik verläßt, macht er ein Kapital nutzlos,
       das 100 000 l. [375] gekostet hat.'" (13. 14.)}
       
       (Dies sehr  schöner Beweis,  daß, unter  der Herrschaft des Kapi-
       tals, die Anwendung der Maschinerie nicht Arbeit abkürzt; sondern
       verlängert. Was sie abkürzt, ist die notwendige Arbeit, nicht die
       für den  Kapitalisten notwendige.  Da das  capital fixe entwertet
       wird, soweit  es nicht  in der  Produktion verwandt, das Wachstum
       desselben    verbunden    mit    der    Tendenz,    die    Arbeit
       p e r p e t u i e r l i c h   zu machen.  Was nun  den andren von
       Senior hervorgehobnen Punkt angeht, so wäre ¦¦42¦ die Abnahme des
       capital circulant  im Verhältnis zum capital fixe so groß, wie er
       annimmt, wenn  Preise konstant  blieben. Ist  aber z.  B.  cotton
       12*), nach  Durchschnittsberechnung unter  seinen  average  price
       13*) gefallen,  so wird der Fabrikant so große Vorräte einkaufen,
       als ihm  sein capital  flottant 14*)  erlaubt und vice versa. Bei
       Kohle, wo die Produktion gleichmäßig und keine besondren Umstände
       ein außerordentliches  Steigen der Nachfrage vermuten lassen, da-
       gegen Seniors Bemerkung richtig. Wir haben gesehn, daß der Trans-
       port (und  Kommunikationsmittel daher)  die Zirkulation nicht be-
       stimmen, soweit sie selbst das Bringen des Produkts auf den Markt
       oder seine  Verwandlung in Ware betreffen. Denn nach dieser Seite
       hin sind  sie selbst in der Produktionsphase eingeschlossen. Aber
       sie bestimmen  die Zirkulation, soweit sie 1. den Return 15*) be-
       stimmen; 2.  die Rückverwandlung des Kapitals aus der Geldform in
       die der  Produktionsbedingungen. Der Kapitalist braucht um so ge-
       ringeren Vorrat  zu kaufen von Material und matières instrumenta-
       les 16*),  je rascher  und ununterbrochner  ihre Zufuhr.  Er kann
       also um so öfter dasselbe
       -----
       12*) Baumwolle - 13*) "Durchschnittspreis" - 14*) "frei verfügba-
       res Kapital - 15*) "Rückfluß - 16*) Produktionshilfsstoffen
       
       #715# Maschinerie und Profit
       -----
       capital circulant  in diese  Form umschlagen  oder reproduzieren,
       statt es  als capital  dormant 17*) liegen zu haben. Andrerseits,
       wie Sismondi schon bemerkt hat, wirkt das aber auch wieder dahin,
       daß der  Retailkaufmann 18*),  der shopkeeper 19*), um so rascher
       seinen Vorrat  erneuern kann,  also auch weniger nötig hat, Waren
       im Vorrat zu halten, weil er jeden Augenblick das supply 20*) er-
       neuern kann.  Alles dies  zeigt, wie bei der Entwicklung der Pro-
       duktion die  Akkumulation im Sinne des Hoarden 21*) verhältnismä-
       ßig abnimmt;  zunimmt nur  in der  Form von capital fixe, während
       aber die kontinuierliche gleichzeitige Arbeit (Produktion) sowohl
       der Regelmäßigkeit, der Intensivität und dem Umfang nach zunimmt.
       Die Geschwindigkeit  der Transportmittel, zugleich mit ihrer All-
       seitigkeit, verwandelt  mehr und  mehr (mit Ausnahme von agricul-
       ture 22*))  die Notwendigkeit  von antecedent  labour, as  far as
       circulating capital is concerned 23*), in die von gleichzeitiger,
       voneinander abhängender, differenzierter Produktion. Diese Bemer-
       kung wichtig bei dem Abschnitt über Akkumulation.)}
       
       "U n s e r e   B a u m w o l l f a b r i k e n   w u r d e n  z u
       B e g i n n   v o l l e   2 4   S t u n d e n  i n  B e t r i e b
       g e h a l t e n.   Die Schwierigkeit,  die Maschinerie zu säubern
       und zu  reparieren, sowie  die Teilung der Verantwortung, die aus
       der Notwendigkeit  hervorging, einen doppelten Stab an Aufsehern,
       Buchhaltern usw. zu beschäftigen, haben diese Praxis nahezu been-
       det, aber  bis der  Hobhouse-Act [376]  die Wochenstunden  auf 69
       herabsetzte, arbeiteten  unsere Fabriken im allgemeinen 70 bis 80
       Stunden wöchentlich." (p. 15, l.c.)
       "Nach Baines  kann eine  erstklassige Baumwollspinnerei nicht ge-
       baut, mit  Maschinerie eingerichtet  und mit  Dampfmaschinen  und
       Gasanlagen ausgerüstet  werden für  weniger als  100 000 l.  Eine
       Dampfmaschine von  100 Pferdekräften  dreht 50 000  Spindeln, die
       pro Tag  62 500 Meilen feines Baumwollgarn produzieren können. In
       einer solchen  Fabrik  spinnen  1000  Menschen  soviel  Garn  wie
       250 000 Menschen  ohne Maschinerie."  (p. 75.  S. Laing "National
       Distress" etc. London, 1844.) [377]
       "Wenn  P r o f i t e  f a l l e n,  neigt das zirkulierende Kapi-
       tal in  gewissem Ausmaß  dazu, sich  in  f i x e s  K a p i t a l
       zu verwandeln.  Wenn Zins  5%, wird  Kapital nicht  zum Bau neuer
       Straßen, Kanäle  oder Eisenbahnen  eingesetzt, bis diese Arbeiten
       einen entsprechend hohen Prozentsatz abwerfen; wenn aber der Zins
       nur 4  oder 3%,  würde Kapital  für solche  Verbesserungen vorge-
       schossen, wenn  es nur  einen proportionell niedrigen Prozentsatz
       erlangte.  A k t i e n g e s e l l s c h a f t e n  zur Durchset-
       zung bedeutender Verbesserungen sind natürliche Abkömmlinge einer
       fallenden Profitrate.  Sie regt  auch Einzelpersönlichkeiten dazu
       an, ihr  Kapital in  Form von  Gebäuden und Maschinerie festzule-
       gen." (p.  232. Hopkins.  (Th.) "Great  Britain for  the last  40
       years" etc. London, 1834.)
       "McCulloch schätzt  so die  Anzahl und  Einkommen derer  ein, die
       sich mit der Baumwollmanufaktur befassen:
       -----
       17*) totes Kapital  - 18*) Einzelhandelskaufmann  - 19*) Krämer -
       20*) Angebot     -      21*) übertriebenen     Bevorratens      -
       22*) Landwirtschaft -  23*) vorhergehender Arbeit, soweit es zir-
       kulierendes Kapital betrifft
       
       #716# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       833 000 Weber, Spinner, Bleicher etc.
               für 24 l. pro Kopf im Jahr               £ 20 000 000
       111 000 Tischler, Maschinisten, Maschinenbauer
               etc. für 30 l. pro Kopf im Jahr          £  3 333 000
               Profit, Oberaufsicht, Kohle
               und Material für Maschinen               £  6 667 000
       -------                                            ----------
       944 000                                            30 000 000
       Von den  6 2/3 Millionen  sind 2  Millionen für  Kohle, Eisen und
       sonstige Materialien,  für Maschinerie und andere Ausgaben vorge-
       sehen, die  für je  £30 im  Jahr 66666 Beschäftigung geben würde;
       das ergibt  eine Gesamtzahl der Beschäftigten von 1 010 666; die-
       sen hinzuzufügen 1/2 die Zahl an Kindern, Alten usw., die von den
       Arbeitenden abhängig  sind, oder  zusätzliche 505 330; das ergibt
       eine Gesamtzahl  von 1 515 996 Personen, deren Unterhalt mit Löh-
       nen bestritten wird. Diesen hinzuzufügen die, die direkt oder in-
       direkt von  den 4 2/3  Millionen Profit usw. unterhalten werden."
       (Hopkins l.c. 336, 337.)
       
       Nach dieser  Berechnung also 833 000 direkt in der Produktion en-
       gagiert; 176 666  [378]) in der Produktion der machinery 24*) und
       der matières  instrumentales, die  bloß erheischt infolge der An-
       wendung der Maschinerie. Die letztren aber berechnet zu 30 l. per
       Kopf ; um also ihre Zahl aufzulösen in labour of the same quality
       25*) als  die der  833 000, zu  berechnen at 24 l. per head 26*);
       danach gäben  5 333 000 l. about 27*) 222 208 Arbeiter; dies gäbe
       about 1 in der Produktion der Maschinerie und matières instrumen-
       tales Beschäftigten auf 3 3/4 in der Produktion des cotton fabri-
       cate 28*) Beschäftigte. Weniger 29*) als 1 auf 4, aber sage 1 auf
       4. Wenn  jetzt die  4 restierenden Arbeiter nur soviel arbeiteten
       wie früher  5, also  jeder 1/4  Surplusarbeitszeit mehr,  so kein
       Profit für das Kapital. Die restierenden 4 müssen mehr Surplusar-
       beit liefern als früher 5; oder die in der Maschinerie angewandte
       Arbeiterzahl muß  kleiner sein  als die  durch die  Maschine ver-
       drängte Arbeiterzahl. Die Maschinerie nur profitable 30*) für das
       Kapital in  dem Verhältnis, als sie die Surplusarbeitszeit der in
       31*) der  Maschinerie beschäftigten  Arbeiter  vergrößert  (nicht
       insofern sie  dieselbe abkürzt;  nur insofern  sie das Verhältnis
       der Surplusarbeitszeit  zur notwendigen  vermindert [379], so daß
       die letztre  nicht nur  relativ abgenommen hat, aber die Zahl der
       gleichzeitigen Arbeitstage  dieselbe geblieben,  sondern  absolut
       abgenommen).
       Die Vermehrung  der absoluten  Arbeitszeit 32*)  unterstellt die-
       selbe oder  wachsende Zahl  gleichzeitiger Arbeitstage; ditto die
       Vermehrung der Produktivkraft
       -----
       24*) Maschinerie - 25*) Arbeit der gleichen Qualität - 26*) zu 24
       l.  pro   Kopf  -   27*) ungefähr  -   28*) Baumwollfabrikats   -
       29*) sollte    wahrscheinlich     heißen:    Etwas     mehr     -
       30*) gewinnbringend -  31*) sollte wahrscheinlich  heißen:  unter
       Anwendung - 32*) sollte wahrscheinlich heißen: Surplusarbeitszeit
       
       #717# Maschinerie und Profit
       -----
       durch Teilung  der Arbeit etc. In beiden Fällen bleibt die Aggre-
       gatarbeitszeit dieselbe  oder wächst. Mit Anwendung der Maschine-
       rie wächst  die relative Surplusarbeitszeit nicht nur im Verhält-
       nis zu  der notwendigen  Arbeitszeit und daher relativ zu der Ag-
       gregatarbeitszeit, sondern  das Verhältnis  zur  notwendigen  Ar-
       beitszeit wächst,  während die  Aggregatarbeit abnimmt,  i.e. die
       Anzahl der  gleichzeitigen Arbeitstage (im Verhältnis zu der Sur-
       plusarbeitszeit).
       Ein Glasgow  Fabrikant gab  Symons (J.C.)  "Arts and  Artisans at
       Home and  Abroad, Edinb.  1839" folgende Angaben: (wir geben hier
       mehrere, um Beispiele zu haben für das Verhältnis von fixed capi-
       tal, circulating  33*), dem  Teil des Kapitals, der in wages 34*)
       ausgelegt ist etc.):
       ¦¦43¦ Glasgow:
       "Kosten   f ü r   E r r i c h t u n g   e i n e r  m e c h a n i-
       s c h e n  W e b e r e i  mit 500 Webstühlen, geeignet, ein gutes
       Kattungewebe oder  Hemdenstoff zu weben, derart wie sie üblicher-
       weise in Glasgow hergestellt werden, machen ungefähr
                                                              £ 18 000
       Jährliches Produkt, sagen wir 15000 Stücke von
       24 Yards, zu 6sh                                       £ 45 000
       Die Kosten, wie darunter
       Zins auf festangelegtes Kapital und für Abschreibung
       vom Wert der Maschinerie                               £  1 800
       Dampfkraft, Öl, Talg usw. Maschinerie in Schuß halten,
       Geräte usw.                                            £  2 000
       Garn und Flachs                                        £ 32 000
       Löhne für Arbeiter                                     £  7 500
       angenommener Profit                                    £  1 700
                                                              --------
                                                              £ 45 000."
                                                              (p. 233.)
       
       Nehmen wir  also 5% interest on machinery 35*), so der gross pro-
       fit 36*) 1700 + 900 = 2600. Das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital
       beträgt aber nur 7500. Profit verhält sich also zum Arbeitslohn =
       26:75 = 5 1/5 : 15, also = 34 2/3%.
       
       "Wahrscheinlich      Kosten       für      Errichtung       einer
       B a u m w o l l s p i n n e r e i   mit  Handspinnmaschinen,  ge-
       eignet zur  Produktion von  Nr. 40  von einer angemessenen Durch-
       schnittsqualität
                                                            £ 23 000
       Falls patentierter Automat, 2000l zusätzlich.
       Jährliches Produktionsergebnis zu gegenwärtigen Preisen
       für Baumwollwaren und den festgesetzten Preisen,
       für die Garne verkauft werden könnten                    25 000
       Die Kosten dafür wie folgt:
       Zins für festangelegtes Kapital, vorgegebene Summe für
       Abschreibung vom Wert der Maschinerie 10%                 2 300
       Baumwolle                                                14 000
       -----
       33*) konstantem Kapital,  Zirkulation -  34*) Löhnen -  35*) Zins
       auf Maschinerie - 36*) Bruttoprofit
       
       #718# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       Dampfkraft, Öl, Talg, Gas, allgemeine Auslagen für
       Instandhaltung von Geräten und Reparatur der Maschinerie  1 800
       Löhne der Arbeiter                                        5 400
       Profit                                                    1 500
                                                                ------
                                                              £ 25 000."
                                                              (p. 234.)
       
       (Capital flottant  37*) zu  7000 l. also angenommen, da 1500  5 %
       auf 30 000.) [380]
       
       "Das Produktionsergebnis  der Fabrik  mit 10 000 lb wöchentlich."
       (234. l.c.)
       
       Hier also  Profit =  1150 +  1500 = 2650; 2650:5400 (dem Arbeits-
       lohn)
       = 1:2 2/53, = 49 8/108 %.
       "Kosten  für   eine    B a u m w o l l s p i n n e r e i    m i t
       1 0 0 0 0   S p i n n m a s c h i n e n   m i t    D a m p f a n-
       t r i e b,   geeignet zur  Produktion einer angemessenen Qualität
       von Nr. 24
                                                               20 000 l.
       Vom gegenwärtigen Wert des Erzeugnisses ausgehend,
       würde die Menge jährlich kosten                         23 000 l.
       Zins auf festangelegtes Kapital, Verschleiß des Werts
       der Maschinerie zu 10%                                2 000 Baum-
       wolle                                            13 300
       Dampfkraft, Talg, Öl, Gas, Wartung der Maschinen usw. 2 500
       Löhne für die Arbeiter                                3 800
       Profit                                                1 400
                                                            ------
                                                            23 000."
                                                           (p. 235.)
       Also gross  profit 38*)  = 2400;  wages 3800; 2400:3800 = 24:38 =
       12:19 = 63 3/19 %.
       Im ersten  Fall 34 2/3  %; im  zweiten 49 8/108  % und im letzten
       63 3/19 %.  Im ersten  Fall der Arbeitslohn 1/6 des Gesamtpreises
       des Produkts,  im zweiten  über 1/5   39*); im letzten unter 1/6.
       Aber im ersten Fall verhält sich das Salair zum Wert des Kapitals
       = 1:4 8/15;  im zweiten Fall = 1:5 15/27; im dritten = 1: 7 7/19.
       Im selben Verhältnis wie die Gesamtration des in Salair ausgeleg-
       ten Teils  des Kapitals  zu dem in Maschinerie und zirkulierendem
       Kapital ausgelegten (dies together 40*) im ersten Fall 34 000; im
       zweiten 30 000,  im dritten  28 000) abnimmt,  muß natürlich  der
       Profit auf  den in  Salair ausgelegten  Teil zunehmen,  damit der
       Percentage 41*) des Profits derselbe bleibe.
       Die absolute  Abnahme der  Aggregatarbeit, i.  e. des Arbeitstags
       multipliziert mit  der Anzahl  der gleichzeitigen Arbeitstage, im
       Verhältnis zur Surplusarbeit,
       37*) Frei verfügbares  Kapital -  38*) Bruttoprofit - 39*) in der
       Handschrift: 1/4 - 40*) zusammen - 41*) Prozentsatz
       
       #719#
       -----
       Seite 43 des Heftes VII
       
       #720#
       -----
       
       #721# Entfremdung
       -----
       kann doppelt  erscheinen. In  der erst  angegebnen Form,  daß ein
       Teil der bisher beschäftigten Arbeiter entlassen wird infolge des
       Gebrauchs von  capital fixe  (Maschinerie). Oder,  daß Einführung
       42*) der  Maschinerie die   V e r m e h r u n g   der angewandten
       Arbeitstage vermindern  wird, obgleich  die Produktivität wächst,
       und zwar in größerem Verhältnis (of course 43*)), als sie abnimmt
       infolge des   "W e r t s"   der neu eingeführten Maschinerie. So-
       weit das capital fixe  W e r t  hat, vergrößert es nicht, sondern
       vermindert die Produktivität der Arbeit.
       
       "Die überzähligen  Hände würden  die Fabrikanten  befähigen,  die
       Lohnrate zu verringern; aber die Gewißheit, daß einer beträchtli-
       chen Herabsetzung  unmittelbar  immense  Verluste  folgen  würden
       durch Streiks,  ausgedehnte Arbeitseinstellungen und verschiedene
       andere Hindernisse,  die ihnen  in den Weggelegt würden, läßt sie
       den langsameren  Prozeß  mechanischer  Verbesserungen  vorziehen,
       durch den  sie die  Produktion verdreifachen können, aber dennoch
       keine neuen  Arbeiter brauchen."  (Gaskell, "Artisans  and Machi-
       nery." London 1836.) (p. 314.)
       "Wenn die  Verbesserungen [auch]  die Arbeiter  nicht völlig ver-
       drängen, so  versetzen sie einen Mann in die Lage, die Produktion
       einer Menge  zu bewältigen  oder vielmehr  zu überwachen, für die
       jetzt 10  oder 20  Arbeiter gebraucht  werden:" (315.  l.c.) "Ma-
       schinen sind ersonnen worden, die einem Mann ermöglichen, so viel
       Garn herzustellen,  wie 250  oder selbst 300 vor 70 Jahren hatten
       produzieren können,  die 1 Arbeiter und 1 Knaben in die Lage ver-
       setzen, so  viele Erzeugnisse zu drucken, wie früher 100 Arbeiter
       und 100 Knaben hätten drucken können. Die 150 000 Arbeiter in den
       Spinnereien produzieren  so viel  Garn, als  40 Millionen mit dem
       Spinnrad hätten produzieren können." (316 l.c.)
       ¦¦44¦   "M a n   k a n n   s a g e n,   d a ß  A r b e i t  d e r
       u n m i t t e l b a r e   M a r k t   f ü r  d a s  K a p i t a l
       o d e r   d a s   F e l d   f ü r   d a s   K a p i t a l  i s t.
       Welche Kapitalmenge  in einem bestimmten Moment investiert werden
       kann, sei  es in einem gegebenen Land oder in der Welt, so daß es
       nicht weniger  als eine gegebene Profitrate bringt, scheint prin-
       zipiell vom  Arbeitsquantum  abzuhängen,  zu  dessen  Bewältigung
       durch Anlage  dieses Kapitals  die derzeit vorhandene Anzahl men-
       schlicher Waren  veranlaßt werden kann." (p. 20. "An Inquiry into
       those Principles  respecting the  Nature of  Demand". etc. London
       1821.) (Von einem Ricardian gegen Malthus' Principles [381] etc.)
       
       [Entfremdung]
       
       Der fact,  daß mit der Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit
       die gegenständlichen  Bedingungen der  Arbeit, die vergegenständ-
       lichte Arbeit  wachsen muß  im Verhältnis zur lebendigen Arbeit -
       es ist dies eigentlich ein
       -----
       42*) In der  Handschrift: daß  durch  Einführung  -  43*) selbst-
       verständlich
       
       #722# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       tautologischer Satz,  denn was heißt wachsende Produktivkraft der
       Arbeit anders, als daß weniger unmittelbare Arbeit erheischt ist,
       um ein  größres Produkt  zu schaffen,  und daß  also der  gesell-
       schaftliche Reichtum  sich mehr und mehr ausdrückt in den von der
       Arbeit selbst  geschaffnen Bedingungen der Arbeit - erscheint vom
       Standpunkt des Kapitals so, nicht daß das eine Moment der gesell-
       schaftlichen Tätigkeit  - die  gegenständliche Arbeit - zum immer
       gewaltigem Leib  des andren  Moments, der subjektiven, lebendigen
       Arbeit wird,  sondern daß  - und dies ist wichtig für die Lohnar-
       beit -  die objektiven  Bedingungen der  Arbeit eine immer kolos-
       salere Selbständigkeit, die sich durch ihren very extent 1*) dar-
       stellt, gegen die lebendige Arbeit annehmen und der gesellschaft-
       liche  Reichtum  in  gewaltigem  Portionen  als  fremde  und  be-
       herrschende Macht  der Arbeit gegenübertritt. Der Ton wird gelegt
       nicht auf  das  V e r g e g e n s t ä n d l i c h t s e i n, son-
       dern das   E n t f r e m d e t-,  Entäußert-, Veräußertsein - das
       Nicht-dem-Arbeiter-, sondern  den personifizierten Produktionsbe-
       dingungen-, i.  e. dem-Kapital-Zugehören, der ungeheuren [ver]ge-
       genständlichten Macht,  die die  gesellschaftliche Arbeit  selbst
       sich als eins ihrer Momente gegenübergestellt hat. Soweit auf dem
       Standpunkt des  Kapitals und  der Lohnarbeit die Erzeugung dieses
       gegenständlichen Leibes  der Tätigkeit im Gegensatz zum unmittel-
       baren Arbeitsvermögen  geschieht -  dieser Prozeß  der  Vergegen-
       ständlichung in  fact als  Prozeß der  Entäußerung vom Standpunkt
       der Arbeit  aus oder  der Aneignung fremder Arbeit vom Standpunkt
       des Kapitals aus erscheint -, ist diese Verdrehung und Verkehrung
       eine   w i r k l i c h e,  keine  b l o ß  g e m e i n t e,  bloß
       in der  Vorstellung der  Arbeiter und  Kapitalisten existierende.
       Aber offenbar  ist dieser  Verkehrungsprozeß bloß  h i s t o r i-
       s c h e   Notwendigkeit, bloß  Notwendigkeit für  die Entwicklung
       der Produktivkräfte  von einem  bestimmten historischen Ausgangs-
       punkt aus,  oder Basis aus, aber keineswegs eine  a b s o l u t e
       Notwendigkeit der  Produktion; vielmehr  eine verschwindende, und
       das Resultat  und der  Zweck (immanente)  dieses  Prozesses  ist,
       diese Basis  selbst aufzuheben, wie diese Form des Prozesses. Die
       bürgerlichen Ökonomen  sind so  eingepfercht in den Vorstellungen
       einer bestimmten historischen Entwicklungsstufe der Gesellschaft,
       daß  die   Notwendigkeit  der      V e r g e g e n s t ä n d l i-
       c h u n g   der gesellschaftlichen  Mächte der  Arbeit ihnen  un-
       zertrennbar erscheint  von der  Notwendigkeit der  E n t f r e m-
       d u n g   derselben gegenüber der lebendigen Arbeit. Mit der Auf-
       hebung aber des  u n m i t t e l b a r e n  Charakters der leben-
       digen Arbeit als bloß  e i n z e l n e r  oder als bloß innerlich
       oder bloß äußerlich allgemeiner, mit dem Setzen der Tätigkeit der
       Individuen  als   unmittelbar  allgemeiner   oder    g e s e l l-
       s c h a f t l i c h e r,  wird den gegenständlichen
       ----
       1*) die sich allein durch ihren Umfang
       
       #723# Entfremdung
       -----
       Momenten der  Produktion diese  Form der Entfremdung abgestreift;
       sie werden damit gesetzt als Eigentum, als der organische gesell-
       schaftliche Leib,  worin die  Individuen sich  reproduzieren  als
       Einzelne, aber  als gesellschaftliche  Einzelne. Die Bedingungen,
       so zu sein in der Reproduktion ihres Lebens, in ihrem produktiven
       Lebensprozeß, sind  erst gesetzt  worden durch  den  historischen
       ökonomischen Prozeß selbst; sowohl die objektiven wie die subjek-
       tiven Bedingungen, die nur die zwei unterschiednen Formen dersel-
       ben Bedingungen sind.
       Die  Eigentumslosigkeit   des  Arbeiters  und  das  Eigentum  der
       vergegenständlichten Arbeit  an der lebendigen oder die Aneignung
       fremder Arbeit  durch das Kapital - beides nur auf zwei entgegen-
       gesetzten Polen  dasselbe Verhältnis  ausdrückend - sind Grundbe-
       dingungen  der   bürgerlichen  Produktionsweise,  keineswegs  ihr
       gleichgültige Zufälle.  Diese Distributionsweisen  sind die  Pro-
       duktionsverhältnisse selbst,  nur sub  specie distributionis 2*).
       Es  ist   daher  höchst  absurd,  wenn  z.B.  J.  St.  Mill  sagt
       ("Principles of  Political Economy"  2 ed. London, 1849, t. I, p.
       240) [382]:
       
       "Die Gesetze  und Bedingungen  der Produktion des Reichtums haben
       den Charakter  physikalischer Wahrheiten  ... Es  ist nicht so in
       bezug auf  die Verteilung von Reichtum. Das ist einzig und allein
       eine Sache der menschlichen Institutionen." (p. 239, 240.)
       
       Die "laws  und conditions"  3*) der  Produktion des Reichtums und
       die laws  der "distribution des Reichtums" 4*) sind dieselben Ge-
       setze unter  verschiedner Form, und beide wechseln, untergehn 5*)
       denselben historischen  Prozeß; sind  überhaupt nur Momente eines
       historischen Prozesses.
       Es bedarf  keines besondren  Scharfsinns, um  zu begreifen,  daß,
       ausgehend f.i.  6*) von der aus der Auflösung der Leibeigenschaft
       hervorgegangenen freien  Arbeit oder Lohnarbeit, die Maschinen im
       Gegensatz zur  lebendigen Arbeit  als ihr  fremdes  Eigentum  und
       feindliche Macht gegenüber allein  e n t s t e h n  können; d.h.,
       daß sie  ihr [383]  als Kapital  gegenübertreten  müssen.  Ebenso
       leicht ist  aber einzusehn, daß die Maschinen nicht aufhören wer-
       den, Agenten  der gesellschaftlichen  Produktion zu  sein, sobald
       sie z.B.  Eigentum der  assoziierten Arbeiter  werden. Im  ersten
       Fall ist  aber ihre  Distribution, d.  h., daß  sie dem  Arbeiter
       n i c h t  g e h ö r e n,  ebensosehr Bedingung der auf der Lohn-
       arbeit gegründeten  Produktionsweise. Im  zweiten Fall  würde die
       veränderte Distribution ausgehn von einer  v e r ä n d e r t e n,
       erst durch den geschichtlichen Prozeß entstandnen neuen Grundlage
       der Produktion.
       -----
       2*) unter dem  Gesichtspunkt der  Distribution -  3*) Gesetze und
       Bedingungen" -  4*) Gesetze  der  "Verteilung  des  Reichtums"  -
       5*) durchmachen (engl.: to undergo) - 6*) z.B.
       
       #724# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       [Vermischtes]
       
       Gold, in  der figürlichen  Sprache der Peruaner, "Tränen, die die
       Sonne geweint  hat". (Prescott.)  [384] "Ohne  den  Gebrauch  der
       Werkzeuge oder  der Maschinerie,  die dem  Europäer vertraut ist,
       hätte jeder  einzelne" (in  Peru) "nur  wenig tun können; aber in
       großen Massen handelnd und unter einer gemeinsamen Leitung, wurde
       es ihnen  durch unermüdliche  Ausdauer ermöglicht, Ergebnisse zu-
       stande zu bringen usw." (l.c. [, p. 127.])
       
       {Das Geld,  was bei  den Mexikanern vorkommt (mehr mit dem barter
       1*) und orientalischen Grundeigentum),
       
       "ein geregelter  Umlauf verschiedener  Werte. Dieser  bestand aus
       durchsichtigen Federkielen  mit Goldstaub, aus Zinnstückchen, die
       in T-form  zugeschnitten waren;  und aus  Beuteln mit  Kakao, die
       eine im  einzelnen festgelegte  Anzahl von  Nüssen enthielten. 'O
       beglückendes Geld',  sagt Peter  Martyr (De  Orbe novo), 'das der
       Menschheit einen süßen und nützlichen Trank gewährt und das seine
       Besitzer gegen  die verderbliche  Seuche der  Habgier gefeit sein
       läßt, da  es weder vergraben noch lange aufbewahrt werden kann.'"
       (Prescott.) [385]  "Eschwege (1823)  schätzt  den  Totalwert  der
       Diamantenausbeute in  80 Jahren  auf eine  Summe,  die  kaum  die
       Zucker- oder Kaffeeerträge Brasiliens von 18 Monaten übertrifft."
       (Merivale.) "Die  ersten" (britischen) "Siedler" (in Nordamerika)
       "kultivierten den  gerodeten Boden  rund um  ihre Dörfer  gemein-
       sam... Diese  Sitte herrschte  bis 1619  in Virginia  vor",  usw.
       (Merivale, t. I. p. 91/92.) (Heft, S. 52.) [386]
       ("Die Cortès  1593 machten Philipp II. folgende Vorstellung: 'Die
       Cortès von  Valladolid im  Jahre '48 bitten Euer Majestät instän-
       dig, die Einfuhr von Kerzen, Gläsern, Schmuck, Messer und anderer
       ähnlicher Dinge  in das  Königreich nicht  mehr zu gestatten, die
       von außerhalb  hierher kommen, um diese für das menschliche Leben
       nutzlosen Waren   g e g e n   G o l d  e i n z u t a u s c h e n,
       a l s   w ä r e n    d i e    S p a n i e r    I n d i a n e r'."
       (Sempéré. [p. 275/276.]))
       "In dicht  bevölkerten Kolonien  ist der ungelernte Arbeiter, ob-
       gleich frei,  natürlicherweise abhängig  vom Kapitalisten; in den
       dünn besiedelten  muß das  Fehlen dieser natürlichen Abhängigkeit
       durch künstliche  Beschränkungen ersetzt werden." (Merivale, 314,
       v. II. "Lectures on Colonization" etc. London 1842.)}
       
       ¦¦45¦ Römisches  Geld: aes grave [80] Pfund Kupfer (emere per aes
       etlibram 2*)).  Dies das as *). 485 a.U.c. deniers d'argent 3*) =
       10 as (diese denarii 40 à la livre 4*): 510 [a.u.c.] 75 deniers à
       la livre;  jeder denarius  noch = 10 as, aber 10 as von 4 Unzen).
       513 das  as reduziert  auf 2  Unzen; der  denarius, immer  noch =
       10as, nur noch 1/84 des Pfundes Silber. Letztre Zahl, 1/84, hielt
       sich bis  zum Ende  der Republik,  aber 537 galt der denier 16 as
       d'une once 5*) und 665 nur noch 16 as einer
       ---
       *) as oder  libra =  12 Unzen; 1 Unze = 24 scrupula; 288 scrupula
       aufs Pfund.
       -----
       1*) Tauschhandel -  2*) kaufen mit Kupfer und Waage - 3*) Silber-
       denare -  4*) Denare 40 auf das Pfund - 5*) Denar 16 as von einer
       Unze
       
       #725# Vermischtes
       -----
       halben Unze  ... Der  denarius Silber  anno 485  der Republik = 1
       franc 63; 510 = 87 Centimes; 513-707 = 78 Centimes. Von Galba bis
       Antonins 1  franc. (Dureau  de La  Malle, t.  I. [p.  15/16, 448,
       450.]) Zur  Zeit des  ersten Silberdenarius  1 Pfund  Silber zu 1
       Pfund Kupfer  = 400:1. Anfang des zweiten punischen Kriegs [68] =
       112:1. (l.c., t. I, p. 76/77, 81/82.)
       
       "Die griechischen  Kolonien im Süden Italiens zogen von Griechen-
       land und Asien, direkt oder durch Tyrus und Carthago, das Silber,
       wovon sie  Münzen fabrizierten  seit dem 6. und 5. Jahrhundert v.
       Ch. Trotz dieser Nachbarschaft, die Römer aus politischen Gründen
       proskribierten 6*) den Gebrauch von Gold und Silber. Volk und Se-
       nat fühlten,  daß ein    s o    l e i c h t e s    Z i r k u l a-
       t i o n s m i t t e l    K o n z e n t r a t i o n,  Zunahme  von
       Sklaven, Verfall  der alten  Sitten und  Agrikultur  herbeiführen
       würden." (l.c. p. 64, 65.)
       "Nach Varro  der Sklave ein sprachbegabtes Werkzeug, das Tier ein
       halbstummes Werkzeug,  Pflug ein stummes Werkzeug." (l.c. p. 253,
       254.)
       ("Die Konsumtion  täglich eines  Städters in Rom etwas mehr als 2
       französische Franken,  eines Landmannes  3 Franken.  Ein  Pariser
       verzehrt an  Brot 0,93,  ein Landmann in den 20 Verwaltungsbezir-
       ken, wo  das Getreide die Hauptnahrung, 1,70." (l.c.) "In Italien
       (dem jetzigen)  1 l. 8 Unzen, wo Getreide die Hauptnahrung. Warum
       aßen die  Römer verhältnismäßig  mehr? Ursprünglich  aßen sie das
       rohe Getreide  oder nur  aufgeweicht in Wasser, nachher kamen sie
       auf den Gedanken, es zu rösten. Später kam man zur Kunst des Mah-
       lens, und  anfangs aß  man roh  den aus diesem Mehl hergestellten
       Teig. Man  bediente sich  zum Mahlen des Korns eines Stößels oder
       zweier  Steine,   die  einer   auf  den  anderen  geschlagen  und
       [gegeneinander] gedreht  wurden ...  Diese rohe  Paste  bereitete
       sich der  römische Soldat  für mehrere  Tage. Dann erfand man die
       Kornschwinge, die  das Korn  reinigte, man  fand das  Mittel, die
       Kleie vom  Mehl zu trennen, endlich fügte man die Hefe hinzu, und
       zunächst aß  man das  Brot roh, bis der Zufall lehrte, daß man es
       durch Backen am Sauerwerden hindern kann, und man konservierte es
       sehr viel  länger. Erst  nach dem Krieg gegen Perseus, 580, hatte
       Rom Bäcker."  (p. 279  1. c.)  "Vor der christlichen Zeitrechnung
       kannten die Römer keine Windmühlen." (280 l.c.))
       "Parmentier hat  bewiesen, daß  in Frankreich seit Louis XIV. die
       Kunst des  Mahlens große  Fortschritte gemacht und daß der Unter-
       schied der  alten und neuen gemahlenen Menge sich auf 1/2 des von
       demselben Getreide gelieferten Brotes erstreckt. Zunächst berech-
       nete man  4, dann  3, dann  2, dann endlich 1 1/3 Sester Korn für
       die jährliche  Konsumtion eines  Einwohners von Paris. So erklärt
       sich leicht  die ungeheure  Disproportion zwischen  der täglichen
       Konsumtion von  Getreide bei  den Römern und bei uns; aus der Un-
       vollkommenheit des  Mahlprozesses und  der Brotzubereitung."  (p.
       281 l.c.)
       "Das Agrargesetz  war eine  Einschränkung des Grundbesitzes unter
       den tätigen  Bürgern. [387]  Die Begrenzung  des Besitzes bildete
       die Grundlage der Existenz und des Wohlstandes der alten Republi-
       ken." (l.c. p. 256.)
       "Die Staatseinnahmen  bestehen aus  Domänen, Beiträgen in Natura-
       lien, aus Fronarbeit
       -----
       6*) verboten
       
       #726# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       und einigen Steuern in Geld, gezahlt bei Ein- und Ausfuhr von Wa-
       ren oder erhoben auf den Verkauf gewisser Lebensmittel. Diese Re-
       gelung existiert  fast noch  ohne Änderung im ottomanischen Impe-
       rium. Zur  Zeit der  Diktatur Syllas  und selbst  am Ende  des 7.
       Jahrhunderts nahm  die römische  Republik nur  40  Millionen  frs
       jährlich ein,  anno 697  ... 1780  die Einkünfte  des  türkischen
       Sultans, in Piastermünzen, nur 35 000 000 Piaster oder 70 Millio-
       nen frs ... Die Römer und die Türken erhoben den größten Teil ih-
       rer Einkünfte im Vorhinein in Naturalien. Bei den Römern 1/10 der
       Getreidearten, 1/5  der Früchte,  bei den Türken von 1/2 auf 1/10
       der Erzeugnisse wechselnd ...
       Da das  römische Reich  nur eine ungeheure Anhäufung unabhängiger
       Stadtgemeinden, blieb der größte Teil der Verpflichtungen und Ko-
       sten kommunal." (p. 402-405.)
       ("Das Rom  des Augustus und Nero, ohne die Vorstädte, nur 266 684
       Einwohner. Nimmt  an, daß im IV. Jahrhundert der christlichen Ära
       die Vorstädte 120 000 Einwohner, die Aurelianische Mauer 382 695,
       zusammen  502 695,   30 000  Soldaten,  30 000  Fremde;  zusammen
       562 000 Menschen  als runde Summe. Madrid, während 1 1/2 Jahrhun-
       derten seit  Karl V.  Hauptstadt eines Teils von Europa und einer
       Hälfte der  neuen Welt,  viele Ähnlichkeiten  mit Rom. Auch seine
       Bevölkerung wuchs  nicht im  Verhältnis zu seiner politischen Be-
       deutung." (405, 406. l.c.) [388])
       "Der gesellschaftliche Zustand der Römer ähnelte damals weit mehr
       dem Rußlands oder des ottomanischen Imperiums als dem Frankreichs
       oder Englands:  wenig Handel  oder Industrie; ungeheurer Reichtum
       neben äußerstem Elend." (p. 214, l.c.)
       
       (Luxus nur  in der Hauptstadt und den Sitzen der römischen Satra-
       pen.)
       
       "Das römische  Italien hatte von der Zerstörung Karthagos bis zur
       Gründung von  Konstantinopel Seite  an Seite mit Griechenland und
       dem Orient  existiert, im  gleichen Zustand,  in dem Spanien sich
       während des  18. Jahrhunderts  gegenüber Europa  befand. Alberoni
       sagte: 'Spanien  ist für Europa, was der Mund für den Körper ist,
       alles geht hindurch und nichts bleibt dort.'" (l.c. p. 399-400.)
       "Der Wucher  ursprünglich frei  in Rom. Die Gesetze der 12 Tafeln
       (303 a.U.c.)  hatten den  Geldzins mit  1%  pro  Jahr  festgelegt
       (Niebuhr sagt 10). Diese Gesetze wurden schnell verletzt. Duilius
       (398 a.U.c.) setzte den Geldzins von neuem auf 1% herab, Zinssatz
       von 1/12  des Kapitals. 408 auf 1/2 % herabgesetzt, 413 wurde das
       Ausleihen gegen  Zinsen durch  eine Volksabstimmung völlig verbo-
       ten, die  durch den Tribun Genucius provoziert worden war. Es ist
       nicht verwunderlich,  daß man  in einer  Republik, wo den Bürgern
       die Industrie  oder [der]  Groß- und  Kleinhandel untersagt sind,
       auch den  H a n d e l  m i t  G e l d  verbietet, (p. 260, 261 t.
       II, l.c.)  Dieser Zustand dauerte 300 Jahre bis zur Eroberung von
       Karthago [68]. 12% nun 6% der allgemeine jährliche Zinsfuß. (261.
       l.c.) Justinianus  legte die  Zinsen mit 4% fest; fünfprozentiger
       Zinssatz, beim  Trajan ist  der gesetzliche  Zins von 5%. 12% war
       der Handelszins  in Ägypten  146 Jahre  vor J.C."  (l.c. p. 263.)
       [389]
       
       ¦¦46¦ Die  involuntary alienation  [390] des feudalen Grundeigen-
       tums entwickelt sich mit dem Wucher und dem Geld:
       
       "Die Einführung  des Geldes,  das alle  Dinge kauft und daher der
       Gegenstand der  Gunst für  den Kreditor  ist, der  Geld leiht dem
       Landbesitzer, bringt die Notwendigkeit
       
       #727# Vermischtes
       -----
       gesetzlicher Veräußerung  für den Vorschuß." (124. John Dalrymple
       "An Essay  towards a  general history of Feudal Property in Great
       Britain", 4. ed. Lond. 1759)
       
       Im mittelaltrigen Europa:
       
       "Zahlungen in   G o l d   nur bei einigen Handelsgegenständen ge-
       wöhnlich, am  meisten bei Kostbarkeiten. Kamen am meisten vor au-
       ßerhalb des  kaufmännischen Kreises,  bei Geschenken  der Großen,
       gewissen hohen  Gebühren, schweren Geldstrafen, Ankäufen von Län-
       dereien.   U n g e m ü n z t e s   Gold wog man sich nicht selten
       zu nach  Pfunden oder  Marken (halben  Pfunden) ...  8 Uncien = 1
       Mark; eine  also =  2 Lot  oder 3  Karat. Von   g e m ü n z t e m
       G o l d  bis zu den Zeiten der Kreuzzüge nur bekannt die byzanti-
       nischen Solidi,  die italischen  Tari und die arabischen Maurabo-
       tini" (afterwards 7*) Maravedi). (Hüllmann, "Städtewesen des Mit-
       telalters". I. Teil. Bonn, 1826.) (p. 402-404.)
       "In den  fränkischen Gesetzen  auch  die    S o l i d i    a l s
       b l o ß e  R e c h n u n g s m ü n z e,  worin der Wert der land-
       wirtschaftlichen Produkte  ausgedrückt ward,  die als Strafsummen
       geleistet werden  sollten. Z.B. bei den Sachsen unter dem Solidus
       ein jähriger  Ochse, wie  er gewöhnlich im Herbst beschaffen ist.
       Nach dem  ripuarischen Rechte vertrat eine gesunde Kuh die Stelle
       eines Solidus  ... 12  Denaren =  1 Goldsolidus."  (405, 406.) "4
       Tari = 1 byzantinischen Solidus ... Seit dem 13. Jahrhundert dann
       verschiedne Goldmünzen in Europa geprägt. Augustales (des Emperor
       Friedrich II.  in Sizilien:  Brundusium und  Messina); Florentini
       oder Floreni  (von Florenz  1252);  ...  Dukaten  oder  Zechinen"
       (Venedig seit 1285). (408-411, l.c.)
       "In Ungarn, Deutschland und Niederlanden seit dem 14. Jahrhundert
       auch größre Goldmünzen geprägt; hießen in Deutschland schlechtweg
       Gulden." (l.c. 413.)
       "Bei   Z a h l u n g e n   i n   S i l b e r  das Wägen, meisten-
       teils nach  Marken, herrschender  Gebrauch bei allen größren Zah-
       lungen. Auch  gemünztes Silber abgewägt bei solchen Zahlungen, da
       die Münzen  noch beinahe von ganz reinem Silber, es also nur aufs
       Gewicht  ankam.  Daher  die  Namen    P f u n d    (Livre,  Lire)
       {Notabene: In  Mexiko finden  wir Geld,  aber keine  Gewichte; in
       Peru Gewichte,  aber kein  Geld [391].}  und Mark,  teils die Be-
       zeichnung von eingebildeten oder Rechnungsmünzen, teils auf wirk-
       liche Silbermünzen  übergegangen.   S i l b e r m ü n z e:   D e-
       n a r e n   oder  K r e u z e r.  In Deutschland hießen diese De-
       naren Pfennige  (Penig, Penning,  Phenning)  schon  seit  dem  9.
       Jahrhundert. Ursprünglich  Pending, Penthing, Pfentinc, von pfün-
       dig, in  der alten  Form pfünding,  soviel wie  vollwichtig: also
       pfündige Denaren,  abgekürzt   P f ü n d i n g e.   Noch ein Name
       der Denaren,  seit dem Anfang des 12. Jahrhunderts in Frankreich,
       Deutschland, Niederlanden,  England, von  dem anstatt  der Kreuze
       darauf abgebildeten  Stern:  S t e r n l i n g e,  S t e r l i n-
       g e,  S t a r l i n g e.  Denaren Sterlinge = Pfennige Sterlinge.
       Von den niederländischen Sterlingen gingen im 14. Jahrhundert 320
       auf das  Pfund, 20 Stück auf die Unzia. Silbersolidi im Deutschen
       Schildlinge, Schillinge.   S i l b e r s o l i d i   i m   f r ü-
       h e r n   M i t t e l a l t e r    n i c h t    w i r k l i c h e
       M ü n z e n,   s o n d e r n   I n b e g r i f f  v o n  j e  1 2
       D e n a r e n.   1 Solidus Gold = 12 Denaren oder Sterlingen 8*),
       denn dies  war das  mittlere Verhältnis  von Gold und Silber. Als
       S c h e i d e m ü n z e   waren im  Umlauf Oboli, halbe Pfennige,
       Hälblinge... Bei zunehmender Verbreitung des kleinen Gewerbes
       -----
       7*) später - 8*) in der Handschrift: Sterlinge
       
       #728# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       verschafften sich immer mehr Handelsstädte 9*) und kleine Fürsten
       das Recht,  ihre örtliche  Münze, also größtenteils Scheidemünze,
       zu schlagen.  Mischten Kupfer  bei, das  ging  immer  weiter  ...
       Dickpfennige, Gros  deniers, Grossi,  Groschen, Groten, zuerst in
       Tours geprägt  vor Mitte  des 13.  Jahrhunderts.  Diese  Groschen
       ursprünglich Doppelpfennige." (415-433.)
       "Daß die  Päpste fast allen christkatholischen Ländern kirchliche
       Schätzungen auferlegten, hat nicht wenig beigetragen zunächst zur
       Entwicklung des  gesamten Geldwesens  im gewerbtätigen Europa und
       dann als  Folge zur Entstehung von mancherlei Versuchen, das Kir-
       chengebot (gegen Zinsen) zu umgehn. [392] Der Papst bediente sich
       der Lombarden  zur Eintreibung von Mantelgeldern von den Erzstif-
       tern und  der übrigen Gebühren. Dies die Hauptwucherer und Pfand-
       leiher, unter  päpstlichem Schutz. Schon seit Mitte des 12. Jahr-
       hunderts bekannt.  Besonders aus  Siena. 'Öffentliche  usurarii.'
       'Römisch-bischöfliche Geldhändler'  nannten sie  sich in England.
       Einige Bischöfe  von Basel  u.a. versetzten  bischöflichen  Ring,
       seidne Gewänder, das ganze Kirchengerät um ein Geringes bei Juden
       und zahlten  Zinsen. Aber  Bischöfe, Äbte,  Pfaffen trieben  auch
       selbst Wucher  mit dem  Kirchengerät, indem  sie  dasselbe  gegen
       einen Anteil  am Gewinn  toskanischen Geldhändlern  aus  Florenz,
       Siena und  andren Städten  verpfändeten" etc. (sieh l.c. Heft, p.
       39.) [393]
       
       Indem das  Geld das   a l l g e m e i n e   Ä q u i v a l e n t ,
       d i e   g e n e r a l  p o w e r  o f  p u r c h a s i n g  10*),
       ist alles  käuflich, alles in Geld verwandelbar. Aber es kann nur
       in Geld  verwandelt werden,  indem es  alieniert 11*) wird, indem
       der Besitzer sich seiner entäußert. Everything is therefore alie-
       nable 12*)  oder gleichgültig  für das Individuum, ihm äußerlich.
       Die sogenannten   u n v e r ä u ß e r l i c h e n,    e w i g e n
       Besitztümer und ihnen entsprechenden unbeweglichen, festen Eigen-
       tumsverhältnisse brechen  also zusammen vor dem Geld. Ferner, in-
       dem das  Geld selbst  nur ist  in der Zirkulation und sich wieder
       gegen Genüsse  etc. austauscht  - gegen Werte - die sich schließ-
       lich alle auflösen können in rein individuelle Genüsse, ist alles
       nur wertvoll,  soweit es für das Individuum ist. Der selbständige
       Wert der  Dinge, außer  insofern er  in ihrem bloßen Sein für an-
       dres, ihrer  Relativität, Austauschbarkeit  besteht, der absolute
       Wert aller  Dinge und  Verhältnisse wird  damit aufgelöst.  Alles
       geopfert dem egoistischen Genuß. Denn, wie alles alienierbar 13*)
       gegen Geld,  ist aber  auch alles erwerbbar durch Geld. Alles ist
       zu haben  für "bar Geld", das selbst als etwas äußerlich Existie-
       rendes von  dem Individuum  is to  be catched  by fraud, violence
       etc. 14*) Es ist also alles aneigen- bar durch alle, und es hängt
       vom Zufall  ab, was das Individuum sich aneignen kann oder nicht,
       da es  abhängt von  dem Geld  in seinem Besitz. Damit ist das In-
       dividuum an  sich als Herr von allem gesetzt. Es gibt keine abso-
       luten Werte,
       -----
       9*) In der  Handschrift: mehr  kleine Handelsstädte - 10*) allge-
       meine Kaufkraft  - 11*) veräußert  - 12*) Alles  ist deshalb ver-
       äußerbar - 13*) veräußerbar - 14*) durch Betrug, Gewalt etc. ein-
       gefangen werden muß
       
       #729# Vermischtes
       -----
       da dem Geld der Wert als solcher relativ. Es gibt nichts Unveräu-
       ßerliches, da  alles gegen Geld veräußerlich. Es gibt nichts Höh-
       res, Heiliges  etc., da  alles durch  Geld aneigenbar.  Die  "res
       sacrae" und  "religiosae", die  "in nullius  bonis" sein  können,
       [394]  "nec  aestimationem  recipere,  nec  obligari  alienarique
       posse", die  eximiert sind vom "commercio hominum" 15*), existie-
       ren nicht vor dem Gelde, wie vor Gott alle gleich sind. Schön wie
       die römische  Kirche im  Mittelalter selbst Hauptpropagandist des
       Geldes.
       
       "Da das Kirchengesetz gegen den Wucher längst alle Bedeutung ver-
       loren, hob  Martin 1425  es auch  dem Namen nach auf." (Hüllmann,
       II. Teil.  l.c. Bonn 1827, p. 55.) "Im Mittelalter in keinem Land
       ein allgemeiner  Zinsfuß. Erst  die Pfaffen strenge. Unsicherheit
       der gerichtlichen  Anstalten zur Sicherung der Anleihe. Desto hö-
       her der Zinssatz in einzelnen Fällen. Der geringe Geldumlauf, die
       Notwendigkeit, die meisten Geldzahlungen bar zu ¦¦47¦ leisten, da
       das Wechselgeschäft noch unausgebildet. Große Verschiedenheit da-
       her in  Ansehung der  Zinsen und [des] Begriff[s] des Wuchers. Zu
       Karls des  Großen Zeiten  galt es  erst für wucherlich, wenn 100%
       genommen. Zu  Lindau am Bodensee, 1344  16*), nahmen einheimische
       Bürger 216 2/3  %. In  Zürich bestimmte  der Rat als gesetzlichen
       Zins 43 1/3 %. In Italien mußten zuweilen 40% gezahlt werden, ob-
       gleich vom  12-14. Jahrhundert  der gewöhnliche  Satz  nicht  20%
       überschritt. Verona  ordnete als  gesetzlichen Zins  an 12 1/2 %.
       Friedrich II.  in seiner  Verordnung 10%,  aber dies bloß für die
       Juden. Für  die Christen mochte er nicht sprechen. 10% im rheini-
       schen Deutschland schon im 13. Jahrhundert das gewöhnliche." (55-
       57 l.c.)
       "P r o d u k t i v e  K o n s u m t i o n,  wo die Konsumtion ei-
       ner Ware  ist   e i n   T e i l   d e s    P r o d u k t i o n s-
       p r o z e s s e s."  (Newman etc. Heft XVII, 10.) [395] "Man kann
       bemerken, daß  in diesen  Fällen   k e i n e  K o n s u m t i o n
       v o n   W e r t   s t a t t f i n d e t,   da der gleiche Wert in
       neuer Form  existiert." (l.c.)  "Ferner  K o n s u m t i o n  ...
       die Aneignung  des individuellen Einkommens für seine verschiede-
       nen Verwendungen." (p. 297.) (l.c.)
       "F ü r   G e l d   v e r k a u f e n   soll zu  allen  Zeiten  so
       leicht gemacht  werden, wie  es heute  ist,   f ü r  G e l d  z u
       k a u f e n,   und die  Produktion würde  zur gleichförmigen, nie
       versiegenden Quelle  der Nachfrage."  (John Gray  "The Social Sy-
       stem" etc.  Edinburgh 1831.) (p. 16.) "Nach Land, Kapital, Arbeit
       die  vierte   notwendige  Bedingung   der  Produktion   ist:  die
       u n m i t t e l b a r e     F ä h i g k e i t    a u s z u t a u-
       s c h e n."   (l.c. 18.)  "Die Fähigkeit  auszutauschen  für  den
       Menschen in  der Gesellschaft so wichtig, wie für Robinson Crusoe
       die Fähigkeit war zu produzieren." (l.c. 21.)
       "Nach Say  deplaziert der  Kredit bloß  das Kapital, schafft aber
       keins. Dies  nur wahr  in dem einzigen Falle eines Darlehens, das
       einem Industriellen  von einem  Kapitalisten gewährt  wurde, aber
       nicht von  dem Kredit  unter Produzenten  in ihren  gegenseitigen
       Vorschüssen. Was  ein Produzent  einem anderen  vorschießt,  sind
       keine Kapitale;  das sind  Produkte, Waren. Diese Produkte, diese
       Waren könnten  werden und werden in den Händen des Borgenden auch
       zu tätigem Kapital, d.h. Arbeitsinstrumente, aber sie sind
       -----
       15*) "und weder  einer Schätzung  unterliegen noch verpfändet und
       veräußert werden  können", die  befreit sind vom "Handel der Men-
       schen" - 16*) in der Handschrift: 1348
       
       #730# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       jetzt nicht  in den Händen ihrer Besitzer als Produkte zu verkau-
       fen und überall untätig... Man muß unterscheiden zwischen Produkt
       (Erzeugnis) und  Ware und Arbeitsmittel oder produktivem Kapital.
       Solange ein  Produkt in den Händen seines Produzenten bleibt, ist
       es nur  Ware, oder wenn man will, untätiges, unwirksames Kapital.
       Weit davon  entfernt, daß  der Industrielle,  der es besitzt, ir-
       gendeinen Vorteil  aus ihm  zieht, ist es für ihn eine Last, eine
       Ursache unaufhörlicher  Verlegenheit, der Unkosten und der Verlu-
       ste: Kosten für Lagerung, Instandhaltung und Bewachung, Bodenzin-
       sen usw.,  ohne den  Verschleiß oder  den Verlust zu rechnen, dem
       nahezu alle  Waren verfallen, wenn sie lange Zeit untätig verlie-
       gen ...  Verkauft er  also diese  seine Waren  auf Kredit  in die
       Hände eines  anderen Industriellen,  der sie für die Form der Ar-
       beit verwenden  kann, für die sie sich eignet, werden sie für den
       letzteren aus  unwirksamen Waren, die sie waren, zu aktivem Kapi-
       tal. Daher wird es hier Vergrößerung produktiven Kapitals auf der
       einen Seite  geben ohne  irgendeine Verringerung auf der anderen.
       Noch besser:  Gibt man zu, daß der Verkäufer, der seine Waren auf
       Kredit liefert,  nichtsdestoweniger im Austausch Wechsel erhalten
       hat, die  er sogleich  weitergeben kann,  ist es dann nicht klar,
       daß er  sich dadurch selbst die Mittel verschafft, um seinerseits
       die Rohstoffe  und die  Arbeitsinstrumente zu erneuern und wieder
       mit der  Arbeit zu beginnen? Es gibt hier daher doppeltes Anwach-
       sen des  produktiven Kapitals, mit anderen Worten Machterwerb von
       zwei Seiten."  (Charles Coquelin.  "Du Crédit et des Banques dans
       l'Industrie." Revue des deux mondes, t. 31, 1842, p. 799/800.)
       "Angenommen, daß  die ganze  zum Verkauf  vorgesehene  Warenmenge
       rasch, ohne  Verzögerungen und  ohne Hindernisse  vom Zustand des
       unwirksamen Produkts  zu dem  des aktiven  Kapitals überwechselt:
       Welche neue  Aktivität im  Lande! ... Diese rasche Umwandlung ist
       gerade die  Wohltat, die  der Kredit  verwirklicht. Dies  ist die
       T ä t i g k e i t   d e r   Z i r k u l a t i o n.   So kann  der
       Kredit die Geschäfte der Industriellen verzehnfachen. Während ei-
       nes gegebenen Zeitabstandes haben der Großhändler oder der Produ-
       zent ihre Rohstoffe und Erzeugnisse 10mal anstelle einem Male er-
       neuert. Der Kredit bewirkt dies, indem er für jedermann die Kauf-
       kraft erhöht. Anstatt denen diese Kraft zu reservieren, die jetzt
       in der  Lage sind zu zahlen, gibt er sie allen, die infolge ihrer
       Lebenslage und  ihrer Moral  die Garantie bieten, daß sie künftig
       zahlen werden;  er gibt  sie jedem,  der fähig  ist, die Produkte
       durch Arbeit  nutzbar zu machen. Also erstes, Wohltat des Kredits
       zu vermehren,  wenn nicht  die Summe  der Werte, die ein Land be-
       sitzt, dann  mindestens die [Summe] der aktiven Werte. Da die un-
       mittelbare Wirkung.  Aus diesem fließt die Vermehrung der Produk-
       tivkräfte, daher also auch der Summe der Werte usw." (l.c.)
       "V e r m i e t e n   ist ein  bedingter Verkauf  oder Verkauf der
       Nutzung einer Sache für eine begrenzte Zeit." (Corbet Th. "An In-
       quiry into  the Causes  and Modes  of the  Wealth of Individuals"
       etc. Lond. 1841, p. 81.)
       "Umwandlungen, denen Kapital in der Produktionsarbeit unterworfen
       ist. Wenn  Kapital produktiv  werden soll, muß es konsumiert wer-
       den." (p. 80. S.P. Newman. "Elements of Political Economy". Ando-
       ver und New York 1835.) "Ökonomischer Zyklus ... der gesamte Pro-
       duktionsverlauf, von  der Zeit,  zu der  die Auslagen vorgenommen
       werden, bis  zum Empfang  des Gewinns.  In der Landwirtschaft ist
       die Zeit der Aussaat der Anfang und die Einbringung der Ernte das
       Ende." (81.)
       
       #731# Vermischtes
       -----
       D e r   U n t e r s c h i e d   z w i s c h e n  f i x e d  u n d
       c i r c u l a t i n g   c a p i t a l   b e r u h t  d a r a u f,
       that during  every economic  cycle,  a  part  is  partially,  and
       another pari totally consumed 17*). (l.c.) Capital as directed to
       different employments.  [396] (l.c.)  Gehört in die Lehre von der
       Konkurrenz.
       
       "E i n  A u s t a u s c h m i t t e l:  Bei unentwickelten Natio-
       nen ist es üblich, als Mittel der Zirkulation zu benutzen, welche
       Ware auch  immer den größeren Anteil am Reichtum des Gemeinwesens
       darstellt oder  aus irgendeinem Grunde häufiger als andere Gegen-
       stand des  Austausches werden.  So Rinder Tauschmittel unter Hir-
       tenstämmen, getrockneter  Fisch in Neufundland, Zucker in Westin-
       dien, Tabak  in Virginien.   E d e l m e t a l l e    Vorzug:  a)
       Gleichheit der  Qualität in  allen Teilen  der Welt, b) gestattet
       Teilung in  kleinste Stücke  und exakte Verteilung, c) Seltenheit
       und schwere Erreichbarkeit, d) sie lassen Prägung zu." (100 l.c.)
       
       Die Vorstellung des Kapitals als eines sich selbst reproduzieren-
       den Wesens  - als  eines by virtue of an innate quality perennie-
       renden 18*)  und [sich] vermehrenden Werts - hat zu den fabelhaf-
       ten Einfällen  des Dr. Price geleitet, die bei weitem die Phanta-
       sien der Alchimisten hinter sich lassen und an die Pitt ernsthaft
       glaubte und  sie in  seinen Gesetzen  über den  sinking fund 19*)
       (sieh Lauderdale  [397]) zu  Säulen seiner Finanzweisheit machte.
       Folgendes einige schlagende Auszüge aus dem Mann:
       
       ¦¦48¦ "Geld,  das Zinseszinsen  trägt, wächst anfangs langsam. Da
       aber die  Rate des  Wachstums sich fortwährend beschleunigt, wird
       sie nach einiger Zeit so rasch, daß sie jeder Einbildung spottet.
       Ein Penny,  ausgeliehen bei  der Geburt unseres Erlösers auf Zin-
       seszinsen zu 5%, würde schon jetzt zu einer größeren Summe heran-
       gewachsen sein,  als enthalten  wäre in 150 Millionen Erden, alle
       von gediegenem Gold. Aber ausgelegt auf einfache Zinsen, würde er
       in derselben  Zeit nur  angewachsen sein  auf 7  Schillinge 4 1/2
       Pence. Bis  jetzt hat  unsere Regierung vorgezogen, ihre Finanzen
       auf diesem   l e t z t e r e n,   statt  auf dem  ersteren Weg zu
       verbessern." (18, 19. Price, Richard, "An Appeal to the Public on
       the Subject of the National Debt". London 1772, 2. ed.)
       
       (Sein Witz  [398]: Die  Regierung sollte pumpen zu einfachem Zins
       und das gepumpte Geld ausborgen zu zusammengesetztem.) In seinen:
       "Observations on Reversionary Payments" etc. London, 1772, fliegt
       er noch höher:
       
       "Ein Schilling,  ausgelegt bei  der Geburt unseres Erlösers zu 6%
       Zinseszinsen, würde ... angewachsen sein zu einer größeren Summe,
       als das ganze Sonnensystem einbegreifen könnte, wenn in einer Ku-
       gel verwandelt  von einem Durchmesser gleich dem der Bahn des Sa-
       turn." (l.c. XIII, Note.) "Ein Staat braucht sich deswegen nie in
       Schwierigkeiten zu befinden; denn mit den  k l e i n s t e n  Er-
       sparnissen kann er die größte
       -----
       17*) daß während jedes ökonomischen Zyklus ein Teil teilweise und
       ein anderer völlig konsumiert wird - 18*) kraft einer angeborenen
       Eigenschaft ewig währenden - 19*) Tilgungsfonds
       
       #732# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       Schuld abzahlen  in einer  so kurzen Zeit, wie sein Interesse er-
       fordern mag." (p. XIII/XIV.)
       
       Der brave Price was simply dazzled by the enormous quantities re-
       sulting from  geometrical progression  of numbers 20*). Da er das
       Kapital, without  any regard to the conditions of reproduction of
       labour 21*), als a self acting thing 22*) betrachtete, eine bloße
       sich selbst  vermehrende Zahl, konnte er glauben, das Gesetz sei-
       nes Wachstums  in jener  (sieh oben)  Formel gefunden  zu  haben.
       Pitt, 1792,  in einer  Rede, worin  er vorschlug, die dem sinking
       fund gewidmete  Summe zu  vergrößern, nimmt ganz sérieusement die
       mystification 23*) des Dr. Price. (S = C (1 + i)^n [399].)
       McCulloch gibt  als  Eigenschaften  des  Metallgeldes  in  seinem
       "Dictionary of commerce", 1847:
       
       "Das Material muß sein: 1. teilbar in kleinste Teile; 2. für eine
       unbegrenzte Periode  aufbewahrbar ohne  Verschleiß" ;  3.  leicht
       transportierbar von  Platz zu  Platz durch hohen Wert bei kleiner
       Menge; 4.  ein  Stück  Geld,  von  bestimmtem  Nominalwert  stets
       gleich, in  Größe und  Quantität gegenüber  jeder Münze desselben
       Nominalwerts; 5.  sein Wert  vergleichsweise  beständig."  (865.)
       [400]
       
       In  der  ganzen  Polemik  des  Herrn  Proudhon  mit  Bastiat  in:
       "Gratuité du  crédit. Discussion  entre Mr.  Fr.  Bastiat  et  M.
       Proudhon" Paris  1850, dreht  sich der  Witz des  braven Proudhon
       darum, daß  ihm das  Leihen etwas  ganz andres  erscheint als das
       Verkaufen. Das auf Zins Leihen
       
       "ist die  Fähigkeit, denselben Gegenstand stets von neuem zu ver-
       kaufen und  dafür stets von neuem den Preis zu erhalten, ohne je-
       mals das  Eigentum an  dem Gegenstand, den man verkauft, abzutre-
       ten". (9,  im ersten  Brief Chevé, [401] einer der Redakteure der
       "La Voix du Peuple".)
       
       Die verschiedne  Form, worin  hier die  Reproduktion des Kapitals
       erscheint, täuscht ihn darüber, daß diese beständige Reproduktion
       des Kapitals  - wovon immer der prix 24*) zurückerhalten wird und
       immer von  neuem mit  Profit gegen  die Arbeit  ausgetauscht, ein
       Profit, der immer von neuem realisiert wird im Kauf und Verkauf -
       seinen Begriff  konstituiert. Was  ihn irr macht, daß das "objet"
       25*) nicht  den Eigentümer  wechselt wie  beim Kauf  und Verkauf;
       also au  fond 26*) nur die dem auf Zins geliehnen Kapital mit dem
       fixen Kapital eigne Form der Reproduktion. Bei Hausmiete, von der
       Chevé spricht,  ist es direkt die Form des capital fixe. Wird das
       zirkulierende Kapital in seinem ganzen Prozeß
       -----
       20*) wurde einfach geblendet durch die ungeheuren Größen, die aus
       der geometrischen  Progression der  Zahlen entstehen  - 21*) ohne
       Rücksicht auf  die Bedingungen  der  Reproduktion  der  Arbeit  -
       22*) einen selbsttätigen Automaten - 23*) ernst die Mystifikation
       - 24*) Preis - 25*) der "Gegenstand" - 26*) im Grunde
       
       #733# Vermischtes
       -----
       betrachtet,  so   zeigt  sich,  daß,  obgleich    d a s s e l b e
       O b j e t   (dieses bestimmte Pfund Zucker z. B.) nicht immer von
       neuem verkauft  wird, derselbe Wert sich immer von neuem reprodu-
       ziert und  die Entäußerung  nur die  Form, nicht die Substanz an-
       geht. Leute,  die fähig sind, solche Einwürfe zu machen, sind of-
       fenbar noch  unklar über die ersten Elementarbegriffe der politi-
       schen Ökonomie.  Proudhon begreift  weder, wie  der Profit,  also
       auch nicht  der Zins,  aus dem  Gesetz des  Austauschs von Werten
       hervorgeht. "Maison"  27*), argent  28*) etc.  sollen daher nicht
       als "capital" ausgetauscht werden, sondern als "marchandise ... à
       prix de  revient" 29*).  (44.) Der brave Jüngling begreift nicht,
       daß das  Ganze daran  liegt, daß  Wert gegen  Arbeit ausgetauscht
       wird, nach  dem Gesetz der Werte; daß er also, um den Zins aufzu-
       heben, das   K a p i t a l   selbst,  die auf  den Tauschwert ba-
       sierte Produktionsweise, also auch die Lohnarbeit aufheben müßte.
       Die Unfähigkeit  des Herrn  Proudhon, auch  nur einen Unterschied
       zwischen prêt 30*) und vente 31*) zu finden:
       
       "In der  Tat, der  Hutmacher, der  Hüte verkauft..., erhält dafür
       den Wert,  nicht mehr und nicht weniger. Aber der verleihende Ka-
       pitalist... empfängt nicht nur sein Kapital unverkürzt zurück; er
       empfängt mehr  als das  Kapital, mehr  als er  in  den  Austausch
       wirft; er empfängt über das Kapital hinaus einen Zins." (69.)
       
       Die chapeliers  32*) des  Herrn Proudhon  berechnen also in ihrem
       prix de revient ni profit ni intérêt 33*). Er begreift nicht, daß
       eben, indem sie die valeur 34*) ihrer chapeaux 35*) erhalten, sie
       mehr erhalten, als diese ihnen gekostet haben, weil ein Teil die-
       ser valeur im Austausch mit der Arbeit ohne Äquivalent angeeignet
       ist. Hier auch sein großer oben erläuterter Satz:
       
       "Da sich  im Handel  der Zins des Kapitals dem Lohn des Arbeiters
       hinzufügt, um  den Preis der Ware zusammenzusetzen, so ist es un-
       möglich, daß  der Arbeiter  das Produkt seiner eigenen Arbeit zu-
       rückkaufen kann. Von eigner Arbeit leben ist ein Prinzip, das un-
       ter der  Herrschaft des  Zinses einen  Widerspruch  einschließt."
       (105.)
       
       Im lettre 36*) IX (p. 144-152) verwechselt der brave Proudhon das
       Geld als  Zirkulationsmittel mit  dem Kapital und schließt daher,
       daß das  in Frankreich existierende "capital" 160% trägt (nämlich
       1600 millions  d'intérêt annuel  37*) in  Staatsschuld,  Hypothek
       etc. für  un capital  d'un millard, ... la somme du numéraire ...
       circulant en  France 38*)).  Wie wenig  er vom  Kapital überhaupt
       versteht und  seiner beständigen  Reproduktion, folgendes, was er
       als spezifisch dem capital-argent 39*), d.h. dem als Kapital aus-
       geliehnen Geld nachsagt:
       -----
       27*) "Haus" - 28*) Geld - 29*) "Ware ... zum Selbstkostenpreis" -
       30*) Anleihe -  31*) Verkauf -  32*) Hutmacher - 33*) Kostenpreis
       weder Profit noch Zins - 34*) den Wert - 35*) Hüte - 36*) Brief -
       37*) 1600 Millionen Jahreszinsen 38*) "ein Kapital von einer Mil-
       liarde ...  die Summe des baren Geldes..., das in Frankreich zir-
       kuliert - 39*) Geldkapital
       
       #734# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       "Daraus, daß  durch die  Akkumulation der  Zinsen das Geldkapital
       von Tausch  zu Tausch  stets zu seiner Quelle zurückkehrt, folgt,
       daß die  Wiederverteilung stets von derselben Hand vollzogen, im-
       mer derselben  Person Gewinn  bringt." (154.)  "Alle Arbeit  soll
       einen Überschuß liefern." (200.)
       
       (Es soll  alles   v e r k a u f t,  nichts  v e r l i e h n  wer-
       den. Dies  der einfache  Witz. Unfähigkeit  zu sehn, wie der Aus-
       tausch der  Waren auf  dem Austausch  zwischen Kapital und Arbeit
       beruht, und  in letztrem  der Profit und Zins. P[roudhon] will an
       der einfachsten, abstraktesten Form des Austauschs festhalten.)
       Folgende schöne Demonstration des Herrn Proudhon:
       
       "Da der  Wert nichts  ist als  ein Verhältnis,  und alle Produkte
       notwendigerweise in  einem Verhältnis zueinander stehen, so folgt
       daraus, daß  vom gesellschaftlichen  Standpunkt aus  die Produkte
       immer Werte  sind und sichere Werte. Der Unterschied zwischen Ka-
       pital und  Produkt besteht für die Gesellschaft nicht. Dieser Un-
       terschied ist  ganz subjektiv,  besteht bloß für die Individuen."
       (250.)
       
       Die gegensätzliche  Natur des  Kapitals und die Notwendigkeit für
       dasselbe des eigentumslosen Arbeiters ist naiv ausgedrückt in äl-
       teren englischen Ökonomen, z.B. dem Reverend Mr. J. Townsend, dem
       Vater der Populationstheorie, durch deren fraudulente 40*) Aneig-
       nung Malthus  (überhaupt ein  schamloser Plagiator,  so ist  z.B.
       seine Renttheorie  vom Pächter Anderson entlehnt) sich zum großen
       Mann gemacht hat. Townsend ¦¦49¦ sagt:
       
       "Es scheint  ein   N a t u r g e s e t z,  daß die Armen zu einem
       gewissen Grad  leichtsinnig sind, so daß stets welche da sind zur
       Erfüllung der servilsten, schmutzigsten und gemeinsten Funktionen
       des Gemeinwesens.  Der Fonds  von menschlichem Glück wird dadurch
       sehr vermehrt. Die Delikateren sind dadurch befreit von Plackerei
       und können höheren Berufungen usw. ungestört nachgehen." ("A Dis-
       sertation on the Poor-Laws". Edition of 1817, p. 39.)
       "Gesetzlicher Zwang  zur Arbeit  ist begleitet von zuviel Unruhe,
       Gewalttätigkeit und  Lärm, schafft  Übelwollen  usw.,  wohingegen
       Hunger nicht  nur ein  friedfertiger, stummer, unablässiger Druck
       ist, sondern fordert als natürlicher Beweggrund für Fleiß und Ar-
       beit die wirksamsten Anstrengungen heraus." (15.)
       
       (Dies die  Antwort darauf, in fact, welche labour more productive
       41*), die  des Sklaven oder des freien Arbeiters. A. Smith durfte
       die Frage  nicht aufwerfen,  da die Produktionsweise des Kapitals
       freie Arbeit  voraussetzt. Andrerseits  ist ebenfalls  durch  das
       entwickelte Verhältnis  von Kapital  und Arbeit A. Smith gerecht-
       fertigt in  seiner Einteilung von productive und unproductive la-
       bours 42*). Die faden Späße des Lord Brougham dagegen und die
       -----
       40*) "betrügerische -  41*) Arbeit produktiver - 42*) produktiven
       und unproduktiven Arbeitern
       
       #735# Vermischtes
       -----
       ernsthaft sein  sollenden Einwendungen von Say, Storch, McCulloch
       und tutti quanti 43*) prallen daran ab. A. Smith fehlt nur, indem
       er die  Vergegenständlichung der Arbeit etwas zu grob auffaßt als
       Arbeit, die  sich in  einem handgreiflichen  Gegenstand  fixiert.
       Dies ist aber Nebensache bei ihm, Unbeholfenheit des Ausdrucks.)
       Auch bei  Galiani finden  sich die workmen 44*) durch Naturgesetz
       vor. 1750 gab G[aliani] das Buch heraus.
       
       "Gott bringt  in genügendem  Maße solche Menschen hervor, die die
       nützlichsten Tätigkeiten  verrichten." (78.  "Della Moneta", Vol.
       III, Scrittori  Classici Italiani di Economía Política. Parte Mo-
       derna. Milano 1803.)
       
       Er hat aber auch schon den richtigen Begriff des Werts:
       
       "Einzig die Mühe gibt der Sache einen Wert." (74.)
       
       Die Arbeit  ist allerdings  auch qualitativ  unterschieden, nicht
       nur insofern sie in verschiednen Produktionszweigen, sondern mehr
       oder minder  intensiv etc.  Die Art,  wie die Ausgleichung dieser
       Verschiedenheiten geschieht  und alle  Arbeit reduziert  wird auf
       simple unskilled  labour 45*), kann hier natürlich noch nicht un-
       tersucht werden. Genug, daß diese Reduktion faktisch mit dem Set-
       zen   der   Produkte   aller   Arten   von   Arbeit   als   Werte
       v o l l z o g e n   ist. Als Werte sind sie Äquivalente in gewis-
       sen Proportionen;  die höhren  Sorten von  Arbeit selbst sind ge-
       schätzt in einfacher Arbeit. Es wird dies sofort klar, wenn über-
       legt wird,  daß z.  B. kalifornisches  Gold Produkt der einfachen
       Arbeit. Dennoch  ist jede  Art Arbeit damit bezahlt. Der qualita-
       tive Unterschied  ist also aufgehoben, und das Produkt einer höh-
       ren Art  Arbeit ist  faktisch reduziert auf ein Quantum einfacher
       Arbeit. Diese  Berechnungen  der  verschiednen  Arbeitsqualitäten
       sind hier also vollständig indifferent und tun dem Prinzip keinen
       Abbruch.
       
       "Die Metalle  finden als Geld Verwendung, weil sie wertvoll sind,
       sie werden  wertlos, weil  sie als  Geld verwendet werden." (l.c.
       95.) "Es  ist die  Geschwindigkeit, mit der sich das Geld bewegt,
       und nicht die Menge der Metalle, was das Geld viel oder wenig er-
       scheinen  läßt."   (99.)  "Das   Geld  hat   zwei  Seiten:   eine
       i d e e l l e   und eine   r e a l e;   es wird auch zu zwei ver-
       schiedenen Zwecken  verwendet: den  Dingen einen   W e r t    z u
       g e b e n   und diese  Dinge   z u   k a u f e n.  Zur Wertgebung
       eignet sich  das ideelle Geld ebenso wie das reale, letztes viel-
       leicht noch  mehr ...  Der andere Verwendungszweck des Geldes ist
       der Kauf  eben jener Dinge, denen durch das Geld ein Wert gegeben
       wurde ...  Preise und  Vereinbarungen drücken  sich wertmäßig  in
       ideellem Geld  aus und  bewegen sich real." (S. 112 ff.) "Die Me-
       talle haben  die Eigenheit,  daß sich  nur in ihnen alle Faktoren
       auf einen einzigen reduzieren: die Quantität. Die Natur hat ihnen
       keine unterschiedlichen Eigenschaften gegeben, weder in ihrer in-
       neren noch in ihrer äußeren Beschaffenheit." (126, 127.)
       -----
       43*) allen diesen  Leuten -  44*) Arbeiter -  45*) einfache unge-
       lernte Arbeit
       
       #736# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       Dies ist  sehr wichtige  Bemerkung. Der  Wert unterstellt gemein-
       schaftliche Substanz,  und alle  Unterschiede, Proportionen,  auf
       bloß quantitative reduziert. Dies der Fall in den edlen Metallen,
       die so als natürliche Substanz des Werts erscheinen.
       
       "Das Geld  ... gleich  einer Proportionsregel, die alle Dinge ge-
       genüber den  Lebensbedürfnissen haben,  entscheidet  ganz  allein
       über den   P r e i s   der  Dinge." (152.) "Dasselbe ideelle Geld
       ist die Grundlage für die  B e z a h l u n g,  d.h., mit ihm wer-
       den alle  Dinge vertraglich  verabredet und  abgeschlossen  sowie
       wertmäßig ausgeglichen.  Es gibt einen gleichartigen ursächlichen
       Zusammenhang dafür,  daß alles  heutzutage  existierende  ideelle
       Geld das  älteste einer  jeden Nation  ist, während  alles einmal
       real war; und weil es real war, rechnete man damit." (153.)
       
       (Dies auch  der formale  Aufschluß über das ideale Geld Urquharts
       [358]  etc.  Den  niggers  46*)  etc.  war  die  bar  47*)  Eisen
       ursprünglich reales  Geld, verwandelte  sich in ideales; aber sie
       suchten zugleich seinen frühern Wert zu halten. Da nun der Eisen-
       wert, wie  sich ihnen  im Handel zeigt, wechselt gegen Gold etc.,
       drückt die  ideale bar,  um ihren  Wert beizubehalten, wechselnde
       Proportionen von wirklichen Quantis Eisen aus, eine mühsame Rech-
       nung,  die  der  Abstraktionskraft  dieser  Herren  Ehre  macht.)
       (Castlereagh, in  den Debatten  durch das  Bullioncommittee  [34]
       1810 verursacht,  stellte ähnliche  konfuse  notions  48*)  auf.)
       Schöner Satz des Galiani:
       
       "Jenes Unendliche, das" (die Dinge) "in ihrem Fortschreiten nicht
       haben, haben sie in ihrer Bewegung." (156.)
       
       Über den Gebrauchswert sagt Galiani schön:
       
       "Der Preis ist ein Verhältnis... Der Preis der Dinge ist das Ver-
       hältnis zwischen  ihren und unseren Bedürfnissen ... und hat noch
       kein festes  Maß. Vielleicht  wird man es finden. Ich meinerseits
       glaube jedoch,  daß dieses  Maß   d e r  M e n s c h  s e l b s t
       i s t."  ([159,] 162.)
       "Spanien rechnete  in jener  Zeit, als  es sowohl  die größte als
       auch die  reichste Macht war, mit realen und ganz kleinen Marave-
       dis." (172,  173.) "Eigentlich  ist er" (der Mensch) "der einzige
       und tatsächliche Reichtum." (188.)
       "D e r   R e i c h t u m    i s t    e i n    V e r h ä l t n i s
       z w i s c h e n  z w e i  P e r s o n e n." (221.) "Wenn sich der
       Preis für  eine Sache bzw. ihr Verhältnis zu anderen proportional
       zu allen  Dingen ändert,  so ist  das ein Zeichen dafür, daß sich
       lediglich der  Wert für diese eine Sache und nicht für alle ande-
       ren Dinge zugleich geändert hat." (154.)
       
       (Die Kosten,  das Kapital  zu preserve  49*), reparieren,  müssen
       auch in Rechnung gezogen werden.)
       -----
       46*) Negern - 47*) Barre - 48*) wirre Begriffe - 49*) erhalten
       
       #737# Vermischtes
       -----
       "D i e   u n b e d i n g t e   E i n s c h r ä n k u n g    d e r
       M e n g e   a n   P a p i e r g e l d   würde den  einzigen nütz-
       lichen Zweck  erfüllen wie  die Produktionskosten  einen  anderen
       [Fall]." (300.) (Opdyke.)
       
       Der bloß quantitative Unterschied in der Geldmaterie:
       
       "Geld wird   n u r   i n  n a t u r a  zurückgezahlt" (bei Anlei-
       hen); "welche  Tatsache dieses Mittel von aller anderen Maschine-
       rie unterscheidet...  den Charakter  seines Dienstes  anzeigt ...
       deutlich die Einzigartigkeit seiner Funktion beweist." (267.)
       "Im Besitze von Geld, brauchen wir nur einen Tausch zu machen, um
       den Gegenstand  des Wunsches  zu erlangen, während wir mit andren
       Surplusprodulcten  zwei   machen  müssen,  von  denen  der  erste
       (Besorgung des Geldes) unendlich schwieriger ist als der zweite."
       (287, 288.)
       "Der     B a n k i e r     unterscheidet  sich   von  dem   alten
       W u c h e r e r   ..., daß  er dem  Reichen borgt und selten oder
       nie dem  Armen. Er  borgt daher mit geringerem Risiko und kann es
       zu billigen Bedingungen tun, und aus beiden Gründen meidet er den
       im Volke verbreiteten Haß, der den Wucherer traf." (44.) (Newman,
       F.W. "Lectures on Political Economy", London 1851.)
       ¦¦50¦ "Alle  [402] verbergen und vergraben ihr Geld sehr heimlich
       und sehr  tief, besonders  aber die    n i c h t m o h a m e d a-
       n i s c h e n  H e i d e n,  die fast allen Handel und alles Geld
       in der Hand haben, befangen wie sie sind im Glauben, daß Gold und
       Silber, welches  sie während  ihres Lebens  verbergen, ihnen nach
       dem Tode  dienen  wird."  (312-314.)  (François  Bernier,  t.  I.
       "Voyages contenant la description des états du Grand Mogol" etc.,
       Paris 1830.)
       "Die Materie  in ihrem  Naturzustand ist  stets   v o n   W e r t
       e n t b l ö ß t.   Erst durch  die Arbeit  erhält sie Tauschwert,
       wird Element  des Reichtums." (McCulloch, "Discours sur l'origine
       de l'économie  politique" etc. Trad. par Prévost. Genève et Paris
       1825. p. 57.)
       "Waren im Austausch sich wechselseitig  M a ß."  (Storch. "Course
       d'Economie Politique  avec des  notes etc.  par J.B.  Say". Paris
       1823, t.  I, p.  81.) "Im Handel zwischen Rußland und China dient
       das Silber,  alle Waren zu [schätzen] ; dennoch macht sich dieser
       Handel durch  Tausch." (p.  88.) "Ebenso wie die Arbeit nicht die
       Q u e l l e   ist vom  Wert des  Reichtums, so  wenig ist sie das
       M a ß." (p.  123. l.c.)  "Smith ließ  sich hinreißen zur Überzeu-
       gung, daß  die gleiche  Ursache, die  zur   H e r s t e l l u n g
       der materiellen  Dinge führt, auch die Quelle und der Maßstab von
       ihrem Wert war." (p. 124.)
       "Zins der  Preis, den  man für  den Gebrauch  eines Kapitals  be-
       zahlt." (p.  336.) "Das  Bargeld muß einen unmittelbaren Wert ha-
       ben, aber  gegründet auf ein künstliches Bedürfnis. Seine Materie
       darf nicht unentbehrlich für die Existenz des Menschen sein; denn
       die gesamte  als Bargeld verwendete Menge kann durchaus nicht in-
       dividuell verwendet  werden, sie  muß beständig zirkulieren." (t.
       II, p. 113, 114.) "Geld ersetzt alles." (p. 133.)
       
       T.V. "Considérations  sur la  nature du  revenu national",  Paris
       1824 [403]:
       
       "Die reproduktiven Konsumtionen sind keine eigentlichen Auslagen,
       sondern nur   V o r s c h ü s s e,   da  sie denen  zurückgezahlt
       werden, die  sie machen." (p. 54.) "Liegt nicht ein offensichtli-
       cher Widerspruch in dieser Meinung, wonach sich die Völker berei-
       chern
       
       #738# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       durch ihre Sparsamkeit oder ihre  E n t b e h r u n g e n,  d.h.,
       indem sie  sich aus  freien Stücken  zur Armut  verurteilen?" (p.
       176.)
       "Zur Zeit, wo die Häute und Pelzwerk zum Geld in Rußland dienten,
       die Unbequemlichkeit,  die der Zirkulation eines Bargeldes anhaf-
       tet, welches  so umfangreich und so vergänglich, gab der Idee Ur-
       sprung, durch kleine Stücke aus geprägtem Kupfer sie zu ersetzen,
       die dadurch  zu Zeichen  werden, zahlbar  mit Häuten und Pelzwerk
       ... Sie  konservierten diese Verwendung bis 1700" (nämlich später
       die Bruchteile  der Silberkopeken  zu repräsentieren) "wenigstens
       in der  Stadt Kaluga  und ihren  Umgebungen, bis Peter I." (1700)
       "verordnete, sie  auszuliefern für  die kleine  Kupfermünze." (p.
       79.) [404]
       
       Eine Andeutung  über die Wunder des zusammengesetzten Zinses fin-
       det sich  schon bei  dem großen  Bekämpfer der  Wucherer des  17.
       Jahrhunderts: bei  Jos. Child.  ("Traités sur  le commerce"  etc.
       trad. de  l'anglois (englisch publiziert 1669), Amsterdam et Ber-
       lin 1754.) (p. 115-117.)
       
       "Eine Ware  wird sich tatsächlich immer für eine größere Arbeits-
       menge  austauschen,   als  die   sie  produziert   hat;     u n d
       d i e s e r   Ü b e r s c h u ß   s t e l l t  d e n  P r o f i t
       d a r."   (p. 221.  McCulloch, "The  Principles of Political Eco-
       nomy". London 1825.)
       
       Zeigt, wie  schön Herr McCulloch das Ricardosche Prinzip verstan-
       den  hat.   Er  unterscheidet  zwischen    R e a l w e r t    und
       T a u s c h w e r t;   der erstre  1. quantity of labour expended
       in  its   appropriation  or   production  50*);   2.  der  zweite
       K a u f m a c h t  von certain quantities of labour 51*) oder an-
       dren Waren, (p. 211.)
       
       "Der Mensch  ist ebenso  das   P r o d u k t   d e r  A r b e i t
       wie. irgendeine  der Maschinen,  die durch  seine Tätigkeit  ent-
       stand; und  uns scheint,  daß er  in  allen  ökonomischen  Unter-
       suchungen gerade  von eben  diesem Gesichtspunkt  aus  betrachtet
       werden sollte." (115. l.c.) "Löhne bestehen tatsächlich aus einem
       Teil des  Produkts, das der Fleiß des Arbeiters schuf." (p. 295.)
       "Der Profit  des Kapitals  ist nur ein anderer Name für die Löhne
       aufgehäufter Arbeit." (p. 291.)
       "Eine periodische  Vernichtung von  Kapital ist  zur  notwendigen
       Existenzbedingung jedes  Zinsfußes auf dem Markt überhaupt gewor-
       den. Und,  von diesem  Gesichtspunkt aus  betrachtet, dürften die
       schrecklichen Heimsuchungen, denen wir in gewohnter Weise mit so-
       viel Unruhe  und Besorgnis  entgegensehen, und  die wir so eifrig
       abwenden möchten,  nichts anderes sein als natürliche und notwen-
       dige Korrektur  eines übertrieben angestiegenen und aufgeblasenen
       Reichtums,   d a s   H e i l m i t t e l,   wodurch unser Gesell-
       schaftssystem in  seiner gegenwärtigen  Struktur in die Lage ver-
       setzt wird, sich von Zeit zu Zeit eines immer wiederkehrenden und
       ihre Existenz bedrohenden Überflusses zu entledigen und wieder zu
       einem gesunden  und nützlichen  Zustand zurückzukehren." (p. 165.
       Fullarton (John),  "On the  régulation of  currency"  etc.  Lond.
       1844.) "Geld - Allgemeine Kaufkraft." {Chalmers. [p. 164.])
       -----
       50*) Arbeitsmenge, ausgegeben  für Besitznahme  oder Produktion -
       51*) bestimmten Arbeitsmengen
       
       #739# Vermischtes
       -----
       "K a p i t a l   ... in der Produktion angewandte Dienste und Wa-
       ren.  G e l d:  Wertmaß, Austauschmittel und das allgemeine Äqui-
       valent; praktischer:  das   M i t t e l,  u m  K a p i t a l  z u
       e r w e r b e n;    das    e i n z i g e    M i t t e l,    f ü r
       K a p i t a l   z u   z a h l e n,  das zuvor auf Kredit erworben
       wurde; im  Grunde genommen  eine Garantie dafür, den äquivalenten
       Wert in  Kapital zu erhalten.  H a n d e l  ist der Austausch von
       Kapital für Kapital durch das Mittel Geld, und da der Vertrag für
       das Mittel  abgeschlossen ist,  kann man mit Geld allein dem Ver-
       trag nachkommen und sich der Schuld entledigen. Beim Verkauf wird
       eine Art Kapital für Geld zur Verfügung gestellt, um dafür seinen
       äquivalenten spezifizierten  Wert in  jeder Art Kapital zu erwer-
       ben.   Z i n s  - die Entschädigung, die für eine Geldanleihe ge-
       geben wird.  Wenn das Geld geborgt wird zum Zweck,  K a p i t a l
       z u   b e s c h a f f e n,   dann ist  die gezahlte Entschädigung
       eine Vergütung für den Gebrauch des Kapitals (Rohmaterialien, Ar-
       beit, Waren  usw.), das mit ihm erworben werden kann. Wenn es ge-
       borgt wird  in der  Absicht, Schulden  abzustoßen, für Kapital zu
       bezahlen, das  zuvor erworben  und angewandt  wurde  (vertraglich
       aufgenommen, um  in Geld  abgezahlt zu werden), dann ist die aus-
       gehändigte Entschädigung  für den Gebrauch des Geldes selbst, und
       in dieser  Beziehung sind Zins und Diskont gleich.  D i s k o n t
       allein Vergütung für das Geld selbst, für die Umwandlung des Kre-
       ditgeldes in  wirkliches Geld. Ein guter Wechsel gibt die gleiche
       Verfügung über  Kapital wie Banknoten, vermindert über die Kosten
       für den Diskont; Wechsel werden diskontiert, um zu Geld zu gelan-
       gen, dessen Nennwerte geeigneter sind für Löhne und kleinere Bar-
       geldzahlungen, oder um größere Verpflichtungen zu begleichen, die
       fällig werden;  aber auch um des Vorteils willen, wenn Bargeld zu
       einer Diskontrate  unter der  dafür üblichen von 5% zu haben ist.
       Jedoch das Hauptziel beim Diskontieren hängt im Grunde ab von An-
       gebot und Nachfrage an gesetzlichen Zahlungsmitteln ... Der Zins-
       fuß hängt  hauptsächlich von Nachfrage und Angebot an Kapital und
       der Diskontsatz  völlig von  Nachfrage und  Angebot an  Geld ab."
       (March 13, '58, "Econ[omist"], Brief an den Editor [357].)
       
       ¦¦51¦ Herr  K. Arnd,  ganz an  seinem Platz, wo er über die "Hun-
       desteuer" [405]  raisoniert, hat folgende interessante Entdeckung
       gemacht:
       
       "In dem natürlichen Gange der Gütererzeugung gibt es nur  e i n e
       Erscheinung, welche  - in  ganz angebauten  Ländern - den Zinsfuß
       einigermaßen zu  regulieren bestimmt  zu sein  scheint; -  es ist
       dies das  Verhältnis, in  welchem die Holzmassen der europäischen
       Wälder durch  ihren jährlichen  Nachwuchs zunehmen - dieser Nach-
       wuchs erfolgt, ganz unabhängig von ihrem Tauschwerte, in dem Ver-
       hältnisse von  3 bis  4  zu  hundert."  (S.  124,  125.    "D i e
       n a t u r g e m ä ß e  V o l k s w i r t s c h a f t"  etc. Hanau
       1845.) Dies  verdient, der  waldursprüngliche Zinsfuß  genannt zu
       werden.
       "Der verbleibende  Wert oder  Überschuß wird  in jedem  Zweige im
       Verhältnis zum  Wert des  angelegten Kapitals stehen." (Ricardo.)
       [406]
       
       Bei dem   Z i n s   ist  zweierlei zu  betrachten:  E r s t e n s
       die Scheidung  des   P r o f i t s  in Zins und Profit. (Als Ein-
       heit dieser  beiden nennen  ihn die Engländer gross profit 52*).)
       Der Unterschied  wird fühlbar,  handgreiflich, sobald eine Klasse
       von
       -----
       52*) Bruttoprofit
       
       #740# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       monied capitalists  53*) einer  Klasse von industrial capitalists
       54*) gegenübertritt.     Z w e i t e n s:    Das    K a p i t a l
       selbst wird  zur Ware, oder die Ware (Geld) wird als Kapital ver-
       kauft. So  heißt es  z.B., Kapital,  wie alle andre Ware, richtet
       seinen Preis  nach Nachfrage  und Zufuhr. Diese bestimmt also den
       Zinsfuß. Hier tritt also Kapital als solches in Zirkulation.
       Monied capitalists und industrial capitalists können nur 2 beson-
       dre Klassen  bilden, weil  der Profit  fähig ist, in 2 Zweige von
       Revenue auseinanderzugehen.  Die 2  Sorten von  capitalists  55*)
       drücken nur  d[en] fact  aus; aber  die Spaltung muß da sein, das
       Auseinandergehn des  Profits in 2 besondre Formen von Revenu, da-
       mit 2 besondre Klassen von Kapitalisten darauf aufwachsen können.
       Die Form  des Zinses  ist älter als die des Profits. Die Höhe des
       Zinses in  Indien für common agriculturists 56*) zeigt keineswegs
       an die  Höhe des  Profits. Sondern daß Profit sowohl wie Teil des
       Arbeitslohns selbst  in der  Form von Zins von dem Wucherer ange-
       eignet wird.  Es ist  eine ganz  des historischen Sinns des Herrn
       Carey würdige  Operation, diesen Zins zu vergleichen mit dem, der
       auf dem  englischen money market 57*) herrscht, den der englische
       Kapitalist zahlt,  und daraus  zu schließen,  wieviel  höher  die
       "Arbeitsrate" (der  Arbeitsanteil am  Produkt) in  England als in
       Indien ist.  [407] Er  hätte vergleichen  müssen den Zins, den in
       England handloomweavers  58*), z.B.  in Derbyshire, zahlen, denen
       Material und  Instrument vorgeschossen (geliehn) wird vom Kapita-
       listen. Er  würde gefunden  haben, daß der Zins hier so hoch ist,
       daß nach  Berichtigung aller  items 59*),  der Arbeiter am Schluß
       noch der  Schuldner ist,  nachdem er  dem Kapitalisten  nicht nur
       seine Vorschüsse  zurückerstattet, sondern  ihnen seine eigne Ar-
       beit noch  gratis zugefügt  hat. Historisch,  daß  die  Form  des
       industriellen Profits  erst aufkommt,  nachdem das  Kapital nicht
       mehr neben  dem selbständigen  Arbeiter erscheint. Der Profit er-
       scheint daher  ursprünglich bestimmt  durch den Zins. Aber in der
       bürgerlichen Ökonomie  der Zins bestimmt durch den Profit und nur
       Teil desselben.  Der Profit  also muß  so groß sein, daß ein Teil
       sich davon  als Zins  abzweigen kann.  Umgekehrt historisch.  Der
       Zins muß  so heruntergedrückt  sein, daß ein Teil des Mehrgewinns
       sich als  Profit verselbständigen kann. There ist a natural rela-
       tion between  wages and profit - necessary labour and surplus la-
       bour; but  is there  any between  profit and  interest, save that
       which is dertermined by the competition between these two classes
       arranged under  these different  forms of  revenues? But in order
       that this competition exist, and the two classes, the division of
       the surplus value
       -----
       53*) Geldkapitalisten - 54*) Industriekapitalisten - 55*) Kapita-
       listen - 56*) gewöhnliche Ackerbauern - 57*) Geldmarkt - 58*) We-
       ber mit Handwebstuhl - 59*) Einzelposten
       
       #741# Vermischtes
       -----
       into profits and interests is already presupposed. 60*) Das Kapi-
       tal im  allgemeinen betrachten,  ist keine bloße Abstraktion. Be-
       trachte ich  das Gesamtkapital  einer Nation  z.B. im Unterschied
       von der Gesamtlohnarbeit (oder auch Grundeigentum) oder betrachte
       ich das  Kapital als die allgemein ökonomische Basis einer Klasse
       im Unterschied  zu einer  andren Klasse,  so betrachte  ich es im
       allgemeinen. Wie  wenn ich  z. B.  den Menschen physiologisch be-
       trachte im  Unterschied vom  Tier. Der  wirkliche Unterschied von
       Profit und  Zins existiert als der Unterschied einer moneyed dass
       of capitalists  61*) gegen  eine industrial  dass of  capitalists
       62*). Damit  aber 2  solche Klassen  sich gegenübertreten können,
       ihre Doppelexistenz  setzt voraus Diremtion 63*) in dem vom Kapi-
       tal gesetzten Mehrwert.
       (Die politische  Ökonomie hat  es mit  den  spezifischen  gesell-
       schaftlichen Formen  des Reichtums  oder vielmehr  der Produktion
       des Reichtums  zu tun. Der Stoff desselben, sei er subjektiv, wie
       Arbeit, oder  objektiv, wie  Gegenstände für die Befriedigung na-
       türlicher oder  geschichtlicher Bedürfnisse,  erscheint  zunächst
       allen Produktionsepochen  gemeinsam. Dieser Stoff erscheint daher
       zunächst als bloße Voraussetzung, die ganz außerhalb der Betrach-
       tung der  politischen Ökonomie  liegt und erst dann in die Sphäre
       der Betrachtung  fällt, wenn  er modifiziert wird durch die Form-
       verhältnisse oder  als sie  modifizierend erscheint.  Was darüber
       allgemeines gesagt zu werden pflegt, beschränkt sich auf Abstrak-
       tionen, die  einen historischen  Wert hatten in den ersten Versu-
       chen der  politischen Ökonomie,  worin die Formen noch mühsam aus
       dem Stoff  herausgeschält und  mit großer  Anstrengung als eigner
       Gegenstand der  Betrachtung fixiert  wurden. Später werden sie zu
       ledernen Gemeinplätzen,  um so  widerlicher, je mehr sie mit wis-
       senschaftlicher Prätention auftreten. Es gilt dies von allem, was
       die deutschen  Ökonomen unter der Kategorie von "Gütern" abzusch-
       watzen pflegen.)
       Das Wichtige  ist, daß  Zins und  Profit beides  Beziehungen  des
       K a p i t a l s  ausdrücken. Als besondre Form steht das zinstra-
       gende Kapital nicht der Arbeit, sondern dem profittragenden Kapi-
       tal gegenüber. Das Verhältnis, worin einerseits der Arbeiter noch
       als selbständig  erscheint, also  nicht als Lohnarbeiter, andrer-
       seits aber  die gegenständlichen Bedingungen desselben schon eine
       selbständige Existenz  neben demselben besitzen, das Eigentum ei-
       ner
       -----
       60*) "Es gibt  eine natürliche Beziehung zwischen Löhnen und Pro-
       fit -  notwendige Arbeit  und Mehrarbeit; aber es gibt irgendeine
       zwischen Profit und Zins, aufgehoben in der, die bestimmt ist von
       der Konkurrenz  zwischen diesen beiden Klassen, eingeordnet unter
       diesen verschiedenen  Formen des Eigentums? Aber damit, daß diese
       Konkurrenz existiert  und die  zwei Klassen,  ist die Teilung des
       Mehrwerts  in   Profite  und   Zinsen  bereits  vorausgesetzt.  -
       61*) Klasse von Geldkapitalisten - 62*) Klasse von Industriekapi-
       talisten - 63*) Trennung
       
       #742# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       besondren Klasse  von Wucherern bilden, entwickelt sich notwendig
       - in  allen auf dem Austausch mehr oder minder beruhenden Produk-
       tionsweisen -  mit der  Entwicklung des  Kaufmannsvermögens  oder
       Geldvermögens im Gegensatz zu den besondren und beschränkten For-
       men des agricultural or 64*) gewerblichen Vermögens. Die Entwick-
       lung dieses  merkantilen Vermögens  selbst kann betrachtet werden
       als Entwicklung des Tauschwerts und daher der Zirkulation und der
       Geldverhältnisse in  jenen Sphären. Dies Verhältnis zeigt uns auf
       der einen  Seite allerdings  die Verselbständigung, Loslösung der
       Arbeitsbedingungen -  die mehr  und mehr aus der Zirkulation her-
       kommen und von ihr abhängen - von dem ökonomischen Dasein des Ar-
       beiters. Andrerseits ist das letztre noch nicht subsumiert in den
       Prozeß des  Kapitals. Die  Produktionsweise wird daher noch nicht
       wesentlich verändert.  Wo dies Verhältnis innerhalb der bürgerli-
       chen Ökonomie  sich wiederholt - ist es in zurückgebliebnen Indu-
       striezweigen oder solchen, die sich noch ¦¦52¦ sträuben gegen den
       Untergang in  der modernen Produktionsweise. In ihnen findet noch
       die gehässigste  Exploitation der Arbeit statt, ohne daß das Ver-
       hältnis von Kapital und Arbeit hier irgend die Basis der Entwick-
       lung neuer Produktivkräfte und den Keim neuer historischer Formen
       in sich trüge. In der Produktionsweise selbst erscheint hier noch
       das Kapital  stofflich unter  den einzelnen Arbeiter oder die Ar-
       beiterfamilie subsumiert  - sei  es im  handwerksmäßigen  Betrieb
       oder in  der kleinen Agrikultur. Es findet Exploitation durch das
       Kapital statt ohne die Produktionsweise des Kapitals. Der Zinsfuß
       erscheint sehr  hoch, weil  er den  Profit einschließt und selbst
       einen Teil  des Arbeitslohns. Diese Form des Wuchers, in der sich
       das Kapital nicht der Produktion bemächtigt, also nur formell Ka-
       pital ist,  setzt vorbürgerliche Produktionsformen als herrschend
       voraus; reproduziert  sich aber in untergeordneten Sphären wieder
       innerhalb der bürgerlichen Ökonomie selbst.
       Zweite historische  Form des  Zinses: Leihen  von Kapital  an den
       konsumierenden Reichtum.  Erscheint hier  historisch wichtig  als
       selbst ein  Entstehungsmoment des  Kapitals, indem  die  Einnahme
       (and oft  the land too) of the landed proprietors accumulates and
       becomes capitalized  in the  pockets of  the usurer  65*). Es ist
       dies einer der Prozesse, wodurch zirkulierendes Kapital oder auch
       Kapital in  der Form des Geldes in einer von den Grundeigentümern
       unabhängigen Klasse sich konzentriert.
       Die Form des realisierten Kapitals sowohl wie seines realisierten
       Mehrwerts ist  das Geld.  Der Profit  (nicht nur der Zins) drückt
       sich also  in Geld aus; weil darin der Wert realisiert und gemes-
       sen ist.
       -----
       64*) landwirtschaftlichen oder - 65*) (und oft auch das Land) des
       Grundeigentümers akkumuliert  und in  Kapital verwandelt  wird in
       den Taschen des Wucherers
       
       #743# Vermischtes
       -----
       Die Notwendigkeit  der Zahlungen  in Geld  - nicht nur des Geldes
       für den  Ankauf von  Waren etc.  - entwickelt  sich  überall,  wo
       Tauschverhältnisse und  Geldzirkulation stattfinden.  Es ist kei-
       neswegs nötig, daß der Austausch gleichzeitiger. Mit dem Geld die
       Möglichkeit vorhanden, daß ein Teil seine Ware abläßt und der an-
       dre seine  Zahlung erst  später tut.  Das Bedürfnis  von Geld für
       diesen Zweck (später in loans 66*) und discounts 67*) entwickelt)
       eine historische Hauptquelle des Zinses. Diese geht uns hier noch
       gar nichts  an; ist  erst bei den Kreditverhältnissen zu betrach-
       ten.
       Unterschied zwischen buying 68*) (G-W) und selling 69*) (W-G):
       
       "wenn ich  verkaufe, habe ich 1. den Profit auf die Ware geschla-
       gen und  erhalten; 2.  eine Ware von allgemeiner Repräsentanz und
       Konvertierbarkeit,   G e l d,   wofür, da  Geld immer verkäuflich
       ist, ich stets andere Ware kommandieren kann; die höhere Verkauf-
       barkeit von  Geld ist  gerade die  Wirkung oder natürliche Konse-
       quenz der  geringen Verkaufbarkeit von Waren. Beim Kaufen anders.
       Wenn er  kauft, um  wieder zu verkaufen oder Kunden zu beliefern,
       gibt es  keine absolute  Sicherheit, daß  er für  einen lohnenden
       Preis verkaufen  wird, wie wahrscheinlich das zuvor auch ausgese-
       hen haben  mag. Aber  nicht alle  kaufen, um wieder zu verkaufen,
       sondern für  ihren eigenen  Gebrauch oder  [ihre eigene]  Konsum-
       tion." etc.  (p. 117  sq. Corbet, Th. "An Inquiry into the Causes
       and Modes of the Wealth of Individuals." London 1841.)
       
       "Economist", April 10 [, 1858]:
       
       "Eine Antwort  des Parlaments auf eine Anfrage von Mr. James Wil-
       son zeigt,  daß die  Münze im  Jahre  1857  Gold  zum  Werte  von
       4 859 000 Pfund Sterling prägte, wovon 364 000 Pfund in 10 Schil-
       lingstücken waren.  Die Silbermünzen des Jahres beliefen sich auf
       373 000 Pfund  Sterling, wobei die Kosten des verwendeten Metalls
       363 000 Pfund  Sterling betrugen.  Der Gesamtbetrag der in den 10
       Jahren  bis   zum  31.   Dezember  1857  geprägten  Münzen  ergab
       55 239 000 Pfund  in Gold  und 2 434 000  in Silber. Der Wert der
       Kupfermünzen des  vergangenen Jahres belief sich auf 6720 Pfund -
       der Wert des Kupfers betrug 3492 Kund; davon waren 3136 in Penny-
       stücken, 2464  in halben  Pennystücken und  1120 in Viertelpenny-
       stücken. Der Gesamtwert der Kupfermünzen der letzten 10 Jahre war
       141477 Pfund, wobei das Kupfer, aus dem sie bestanden, für 73 503
       Pfund erworben worden war."
       "Nach Thomas  Culpeper  (1641),  Josias  Child  (1670),  Paterson
       (1694), Locke (1700) hängt der Reichtum von der selbst gezwungnen
       Reduktion der Zinstaxe des Goldes und Silbers ab. Befolgt in Eng-
       land während fast 2 Jahrhunderten." (Ganilh. [p. 76/77.])
       
       Als Hume  im Gegensatz  zu Locke die Bestimmung des Zinsfußes von
       der Profitrate  entwickelte, hatte  er bereits  eine viel  größre
       Entwicklung des  Kapitals vor Augen; noch mehr so Bentham, als er
       gegen Ende  des 18.  Jahrhunderts seine  Verteidigung des Wuchers
       schrieb. (Von  Heinrich VIII.  bis Anne  gesetzliche Herabsetzung
       des Zinses.)
       -----
       66*) Darlehen - 67*) Zinsvergütungen - 68*) Kauf - 69*) Verkauf
       
       #744# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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       "In jedem  Land 1.  eine produzierende  Klasse [408]  und 2. eine
       Klasse der  Geldkapitalisten, die  von den  Zinsen ihres Kapitals
       lebt." (p.  110.) (J. St. Mill "Some unsettled questions of poli-
       tical economy." London 1844.)
       "Es ist  infolge häufiger  Versetzungen und Einlösungen im selben
       Monat und  durch Versatz eines Artikels, um einen anderen heraus-
       zunehmen und dabei eine kleine Gelddifferenz zu erhalten, daß der
       Pfandhauszins so  übermäßig wird.  In London  sind 240 konzessio-
       nierte Pfandverleiher und in der Provinz ungefähr 1450. Das ange-
       wandte Kapital  wird auf ungefähr 1 Million geschätzt. Wenigstens
       dreimal umschlagen  jährlich und  jedesmal  im  Durchschnitt  für
       33 1/2 %  Profit; so daß die untern Klassen von England 1 Million
       jährlich zahlen  für den temporären Vorschuß einer Million, abge-
       sehen von  dem Verlust durch verwirkte Auslösungsfrist versetzter
       Artikel." (p.  114.) (vol. I, J.D. Tuckett "A history of the Past
       and Present State of the Labouring Population" etc. London 1846.)
       "Einige Arbeiten können nicht anders als im großen getrieben wer-
       den, z.B.  das Porzellanmachen,  Glasmachen usw.  Sind daher  nie
       Handwerke. Schon im 13. und 14. Jahrhundert hat man einige Arbei-
       ten, wie Webereien, im großen getrieben." (Poppe.) [409]
       "In den  älteren Zeiten  gehörten alle Fabriken zum Handwerk, und
       der Kaufmann  blieb bloß  Verleger und  Beförderer des Handwerks.
       Bei Tuch-  und Zeugmanufakturen  wurde hierauf noch am strengsten
       gehalten. Nach und nach aber fingen an vielen Orten die Kaufleute
       an, sich zum Meister aufzuwerfen" (natürlich ohne die Zunftvorur-
       teile, Traditionen,  Verhältnis zu  den Gesellen  der alten  Mei-
       ster), "und  für Tagelohn  Gesellen in Arbeit zu nehmen." (Poppe.
       S. 70,  71   70*), I. Bd. "Geschichte der Technologie". Göttingen
       1807-1811.)
       
       Es war  dies ein Hauptgrund, warum in England die eigentliche In-
       dustrie in  nicht inkorporierten Städten sich festsetzte und auf-
       kam.
       Das Handelskapital  oder das  Geld, wie  es als Kaufmannsvermögen
       auftritt, ist  die erste  Form des Kapitals, d. h. des Werts, der
       ausschließlich aus  der Zirkulation  (dem Austausch)  hervorgeht,
       sich in  ihr erhält,  reproduziert und  vermehrt, und  so ist der
       ausschließliche Zweck  dieser Bewegung  und Tätigkeit der Tausch-
       wert. Die beiden Bewegungen, kaufen, um zu verkaufen, und verkau-
       fen, um  zu kaufen, aber die ¦¦53¦ Form G-W-W-G herrscht vor. Das
       Geld und  die Vermehrung desselben erscheint als ausschließlicher
       Zweck der  Operation. Weder kauft der Kaufmann die Ware zu seinem
       eignen Bedürfnis,  ihres Gebrauchswerts  wegen, noch  verkauft er
       sie, um  z. B. in Geld abgemachte Kontrakte zu zahlen oder um an-
       dere Ware für sein Bedürfnis zu erhalten. Sein direkter Zweck ist
       Vermehrung des  Werts, und  zwar in seiner unmittelbaren Form als
       Geld. Das  Handelsvermögen ist erstens das Geld als Tauschmittel;
       das Geld  als  die  vermittelnde  Bewegung  der  Zirkulation;  es
       tauscht Ware gegen
       -----
       70*) In der Handschrift: S. 92
       
       #745# Vermischtes
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       Geld aus,  Geld gegen  Ware und vice versa. Ebenso erscheint hier
       das Geld  als Selbstzweck,  aber ohne  deswegen zu  existieren in
       seiner metallnen  Existenz. Es ist hier die lebendige Verwandlung
       des Werts  in die beiden Formen von Ware und Geld: die Gleichgül-
       tigkeit des  Werts gegen  die bestimmte  Form des Gebrauchswerts,
       die er  annimmt, und  zugleich seine  Metamorphose in  alle diese
       Formen, die  aber nur  als Verkleidungen  erscheinen. Wenn so die
       Aktion des  Handels die  Bewegungen der Zirkulation zusammenfaßt,
       das Geld daher als Kaufmannsvermögen nach einer Seite hin die er-
       ste Existenz  des Kapitals  ist, auch historisch so erscheint, so
       erscheint auf  der andren  Seite diese Form direkt widersprechend
       d e m   B e g r i f f   d e s   W e r t s.   Wohlfeil kaufen  und
       teuer verkaufen,  ist das Gesetz des Handels.  A l s o  n i c h t
       d e r  A u s t a u s c h  v o n  Ä q u i v a l e n t e n ,  m i t
       w e l c h e m   v i e l m e h r   d e r   H a n d e l  u n m ö g-
       l i c h  w ä r e  a l s  e i n  b e s o n d r e r  E r w e r b s-
       z w e i g.
       Das Geld  als Handelsvermögen  - wie  es in  den  verschiedensten
       Gesellschaftsformen und  auf den  verschiedensten Stufen der Ent-
       wicklung der  gesellschaftlichen Produktivkräfte  erscheint - ist
       indes bloß  das vermittelnde  Bewegen zwischen  Extremen, die  es
       nicht beherrscht, und Voraussetzungen, die es nicht schafft.
       A. Smith t. II. 1. III (ed. Garnier):
       
       "Der bedeutende  Handel für  die ganze  zivilisierte Gesellschaft
       ist der,  welcher sich zwischen den Bewohnern der Stadt und denen
       des Landes  begründet ...  besteht  i m  A u s t a u s c h  v o n
       R o h p r o d u k t e n   gegen   a n g e f e r t i g t e  P r o-
       d u k t e,  ... sei es unmittelbar oder durch die Vermittlung des
       Geldes." (p. 403.)
       
       Der Handel  faßt immer  zusammen; die  Produktion ursprünglich im
       kleinen.
       
       "Die Stadt ist eine Messe oder beständiger Markt, zu dem sich die
       Bewohner des  Landes begeben,  um ihre Rohprodukte gegen angefer-
       tigte Erzeugnisse  auszutauschen. Dieser Handel versorgt die Ein-
       wohner der Stadt sowohl mit dem Werkstoff für die Arbeit als auch
       mit den  Mitteln für den Lebensunterhalt. Das Quantum  f e r t i-
       g e r   A r b e i t,  das sie den Bewohnern des Landes verkaufen,
       bestimmt notwendigerweise  das Quantum  an Rohstoffen und Lebens-
       mitteln, die sie kaufen." (p. 408 [, 409].)
       
       Solange "Mittel  der Subsistenz und des Genusses" der Hauptzweck,
       herrscht der Gebrauchswert vor.
       Im Begriff des Werts, daß er nur durch den Tausch sich erhält und
       vermehrt. Der existierende Wert aber zunächst das Geld.
       
       "Diese Industrie,  die sich  etwas vornimmt, das über das absolut
       notwendige hinausgeht,  ließ sich  in den  Städten  nieder  lange
       Zeit, bevor  sie gemeinhin  von den  Bearbeitern des Bodens hätte
       errichtet werden können." (p. 452.)
       "Obgleich die  Bewohner einer Stadt schließlich von dem Land ihre
       Subsistenz und
       
       #746# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       alle Mittel und Materialien ihrer Industrie ziehn, so können doch
       die [Bewohner]  einer Stadt, die nah an den Ufern des Meeres oder
       eines schiffbaren  Flusses liegt, sie ziehn auch aus den entfern-
       testen Winkeln der Welt, entweder als Tausch gegen das manufaktu-
       rierte Produkt  ihrer eignen  Industrie oder indem sie den Dienst
       von Fuhrleuten  zwischen entfernten Ländern wechselseitig tun und
       die Produkte  dieser Länder  untereinander austauschen.  So  kann
       eine Stadt  sehr reich  werden, während  nicht nur das Land ihrer
       nächsten Umgebung,  sondern alles  Land, wo sie handelt, arm ist.
       Jedes dieser  Länder, getrennt  genommen, kann ihr nur einen sehr
       kleinen Teil  der Subsistenz  und für  die Geschäfte bieten; aber
       alle diese  Länder, kollektiv  genommen, können  ihr  eine  große
       Quantität von  Subsistenzen und  eine große  Mannigfaltigkeit von
       Beschäftigung liefern." (p. [452,] 453.)
       
       (Italienische Städte erhoben sich zuerst in Europa durch den Han-
       del; während  der Kreuzzüge  - Venedig, Genua, Pisa - teils durch
       Transport von Menschen und immer durch den von Lebensmitteln, die
       ihnen geliefert  werden mußten.  Diese Republiken waren gleichsam
       die Kommissarien der Lebensmittel dieser Armeen.) ( l.c.)
       Das Kaufmannsvermögen,  als beständig  im Austausch begriffen und
       des Tauschwerts  wegen austauschend,  ist in  fact das  lebendige
       Geld.
       
       "Die Bewohner der Handelsstädte führten von reichren Ländern raf-
       finierte Gegenstände und Luxusartikel von großem Preis ein, boten
       so eine Nahrung der Eitelkeit der großen Grundeigentümer, die sie
       mit Eifer kauften, indem sie große Quantitäten vom Rohprodukt ih-
       rer Ländereien  dafür zahlten.  So der  Handel eines großen Teils
       von Europa  in dieser Zeit Austausch des Rohprodukts eines Landes
       gegen das  Manufakturprodukt eines in der Industrie avancierteren
       Landes." (p. [454,] 455.)
       "Als dieser  Geschmack allgemein  genug geworden war, um eine be-
       trächtliche Nachfrage  zu schaffen, suchten die Kaufleute, um die
       Transportkosten zu  sparen, in  ihrem Lande ähnliche Manufakturen
       zu etablieren.  Dies der Ursprung der ersten Manufakturen für den
       Verkauf in die Ferne." (l.c.)
       
       Luxusmanufakturen, entsprungen  aus foreign  commerce 71*),  eta-
       bliert durch  Kaufleute (p.  456.) (bearbeiten ausländische Mate-
       rien). Ad.  Smith spricht von einer zweiten Sorte, die "natürlich
       und von selbst durch sukzessive Verfeinerung der groben und häus-
       lichen Gewerbe  entstanden". Bearbeiten homegrown materials 72*).
       (p. 459.)
       Die Handelsvölker  der Alten wie die Götter des Epikur in den In-
       termundien 73*) der Welt  [410] oder rather 74*) wie die Juden in
       den Poren  der polnischen  Gesellschaft. Die  meisten selbständig
       und  großartig   entwickelten  selbständigen  Handelsvölker  oder
       Städte carrying trade 75*), der beruhte auf der Barbarei der
       -----
       71*) Außenhandel -  72*) einheimische Materialien  -  73*) Räumen
       zwischen den  verschiedenen Welten  - 74*) vielmehr - 75*) Trans-
       portgewerbe
       
       #747# Vermischtes
       -----
       produzierenden Völker,  zwischen denen  sie die  Rolle des Geldes
       spielten (der Vermittler).
       In den  Vorstufen der  bürgerlichen Gesellschaft  beherrscht  der
       Handel die Industrie; in der modernen Gesellschaft umgekehrt.
       Der Handel  wird natürlich  mehr oder minder zurückwirken auf die
       Gemeinwesen, zwischen  denen er  getrieben wird. Er wird die Pro-
       duktion mehr und mehr dem Tauschwert unterwerfen; den unmittelba-
       ren Gebrauchswert mehr und mehr in den Hintergrund drängen; indem
       er die  Subsistenz mehr abhängig macht vom Verkauf als vom unmit-
       telbaren Gebrauch  des Produkts. Löst die alten Verhältnisse auf.
       Vermehrt damit  die Geldzirkulation. Ergreift erst bloß den Über-
       fluß der  Produktion; faßt  nach und  nach diese selbst an. Indes
       hängt die  auflösende Wirkung sehr ab von der Natur der produzie-
       renden Gemeinwesen, zwischen denen er operiert. Z.B. hat [tri die
       altindischen Gemeinwesen  und überhaupt  asiatischen Verhältnisse
       kaum erschüttert. Der Betrug im Austausch ist die ¦¦54¦ Basis des
       Handels, wie er selbständig erscheint.
       Aber das Kapital entsteht erst, wo sich der Handel der Produktion
       selbst bemächtigt  und der  Kaufmann Produzent oder der Produzent
       bloßer Kaufmann  wird. Dagegen die mittelaltrige Zunftverfassung,
       das Kastenwesen  etc. Die  Entstehung des  Kapitals in seiner ad-
       äquaten Form  setzt aber  dasselbe voraus  als Handelskapital, so
       daß nicht  mehr produziert wird, mehr oder minder durch Geld ver-
       mittelt, für den Gebrauch, sondern für den Handel im großen.
       Handelsvermögen als  selbständige ökonomische Form und als Grund-
       lage für  Handelsstädte und  Handelsvölker existiert und hat exi-
       stiert zwischen  Völkern, die sich auf den verschiedensten Stufen
       der ökonomischen  Entwicklung befinden,  und in  der Handelsstadt
       selbst (der altasiatischen z.B., der griechischen und der italie-
       nischen etc.  des Mittelalters)  kann die  Produktion in der Form
       von Zunft etc. fortexistieren.
       Steuart.
       
       "H a n d e l   ist eine  Tätigkeit, mit  deren Hilfe der Reichtum
       oder die  Arbeit von Einzelpersonen oder Gesellschaften von einer
       Gruppe Menschen,  die man als Kaufleute bezeichnet, für ein Äqui-
       valent ausgetauscht  werden können;  das geeignet  ist, jedes Be-
       dürfnis zu  befriedigen, ohne  daß es  zu einer Unterbrechung der
       Industrie  oder   zu  Hindernissen   für  die  Konsumtion  kommt.
       I n d u s t r i e   bedeutet Bewerbung  um die  sinnreiche Arbeit
       des freien  Mannes, um  mit den   M i t t e l n   d e s    H a n-
       d e l s   ein Äquivalent  zu erlangen,  das geeignet  ist,  jedes
       Bedürfnis zu befriedigen." (t. I, p. 166.)
       "Solange die  Bedürfnisse einfach bleiben und gering an Zahl, hat
       der Handwerker Zeit genug, alle Erzeugnisse seiner Arbeit zu ver-
       teilen; wenn die Bedürfnisse vielfältiger werden, müssen die Men-
       schen schwerer arbeiten;  d i e  Z e i t  w i r d  k o s t b a r,
       folglich wird
       
       #748# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       der Handel eingeführt ... Der Kaufmann als Mittler zwischen Hand-
       werker und Konsumenten." (p. 171.)
       "Die Ansammlung  (der Produkte) in wenigen Händen ist die Einfüh-
       rung des  Handels." (l.c.)  "Der Konsument kauft nicht, um wieder
       zu verkaufen.  Der Kaufmann  kauft und  verkauft bloß mit der Ab-
       sicht auf  Gewinn" (p. 174.) (d.h. für den Wert). "Die einfachste
       aller Handelsformen  die,  ausgeführt  durch    A u s t a u s c h
       d e r  n o t w e n d i g s t e n  L e b e n s m i t t e l"  (zwi-
       schen der  überschüssigen Nahrung  der Pächter und den freien Ar-
       beitern). "Der  Fortschritt hauptsächlich  zuzuschreiben der Ein-
       führung des Geldes." (p. 176.)
       "Solange wechselseitige  Bedürfnisse befriedigt  durch Tauschhan-
       del, ist  nicht die  geringste Gelegenheit  für Geld da. Dies die
       einfachste Kombination.  Wenn  Bedürfnisse  vervielfältigt  sind,
       wird Tauschhandel  betreiben schwerer;  daraufhin wird    G e l d
       eingeführt. Dies  ist der  allgemeine Preis  aller Dinge. Ein ge-
       eignetes Äquivalent  in der  Hand derer,  die [etwas]  benötigen.
       Diese Tätigkeit  des Kaufens  und Verkaufens  ist etwas komplexer
       als die  erste. Also  1.   T a u s c h h a n d e l;   2.   V e r-
       k a u f;  3.  H a n d e l  ..."
       "Der Kaufmann  muß dazwischenkommen. Was früher Bedürfnisse hieß,
       ist jetzt  repräsentiert durch  den  Konsumenten;  die  Industrie
       durch den  Fabrikanten, das Geld durch den Kaufmann. Der Kaufmann
       repräsentiert das  Geld, indem  er Kredit  an dessen  Stelle ein-
       setzt; und  wie das  Geld zur Erleichterung des Tauschhandels er-
       funden, so  der Kaufmann  mit dem Kredit eine Verfeinerung gegen-
       über dem  Gebrauch von  Geld. Diese Tätigkeit von Kaufen und Ver-
       kaufen ist  jetzt Handel;  er befreit  beide Teile von der ganzen
       Mühe des  Transports und Bedürfnisse an Bedürfnissen oder Bedürf-
       nisse an  Geld anzupassen; der Kaufmann repräsentiert abwechselnd
       den Konsumenten,  den Fabrikanten  und das  Geld. Dem Konsumenten
       repräsentiert er  die Gesamtheit  der Fabrikanten, diesen die Ge-
       samtheit der  Konsumenten, und beiden Klassen ersetzt sein Kredit
       den Gebrauch des Geldes." (p. 177, 178.)
       "Kaufleute kaufen  und verkaufen  vermutlich nicht aus Notwendig-
       keit, sondern unter dem Gesichtspunkt des Gewinns." (p. 201.)
       "Erst der  Industrielle produziert  für fremden, nicht für eignen
       Gebrauch; diese  Güter fangen  ihm erst im Moment, wo er sie ver-
       tauscht, an,  nützlich zu werden. Sie machen also den Handel oder
       die Kunst  des Austausches  nötig. Sie  sind nur  geschätzt wegen
       ihres austauschbaren  Wertes." (p.  161.) (Sismondi  "Etudes  sur
       l'économie politique",  t. II.  Bruxelles 1838.)  "Der Handel hat
       den Dingen,  den Reichtümern ihren primitiven Charakter von Nütz-
       lichkeit geraubt:   E s   i s t  d e r  G e g e n s a t z  z w i-
       s c h e n    d e m    G e b r a u c h s w e r t    u n d    d e m
       T a u s c h w e r t,   w o r a u f   d e r   H a n d e l    d i e
       g a n z e   S a c h e   z u r ü c k g e f ü h r t   h a t."   (p.
       162.) "Im Anfang ist der Nutzen das wahre Maß der Werte; der Han-
       del existiert  dann, im  patriarchalischen  Zustand  der  Gesell-
       schaft; aber  er hat  sie nicht ganz absorbiert; er wird nur aus-
       geübt mit  dem Überschuß der Produktion eines jeden und nicht mit
       dem, worauf sich seine Existenz gründet." (p. 162, 163.) "Dagegen
       der  Charakter   unsres  ökonomischen   Fortschritts,   daß   der
       H a n d e l   sich belastet mit der  D i s t r i b u t i o n  der
       Totalität des  jährlich produzierten  Reichtums, und er hat folg-
       lich absolut  seinen Charakter des nützlichen Wertes unterdrückt,
       um nichts als den austauschbaren Wert bestehen zu lassen." (163.)
       
       #749# Vermischtes
       -----
       "Vor Einführung  des Handels  war die Vermehrung in der Quantität
       des Produzierten  eine direkte  Vermehrung der  Reichtümer. Wenig
       bedeutend war  damals die Quantität der Arbeit, vermittelst deren
       diese nützliche Sache erworben worden war. Und wirklich, die ver-
       langte Sache  verliert nichts an ihrer Nützlichkeit, selbst dann,
       wenn zu  ihrer Verschaffung gar keine Arbeit nötig wäre; Getreide
       und Leinwand  würden ihren  Besitzern nicht  minder  nötig  sein,
       selbst wenn  sie ihnen  vom Himmel  gefallen wären.  Das ist ohne
       Zweifel die  wahre Abschätzung des Reichtums, Genuß und Nützlich-
       keit. Von dem Augenblick aber an, wo die Menschen ... ihre Subsi-
       stenz abhängig  machten von den Austauschen, die sie machen könn-
       ten, oder von dem Handel, waren sie gezwungen, sich an eine andre
       Abschätzung zu  attachieren, an  den Tauschwert, an den Wert, der
       nicht  aus  der  Nützlichkeit  resultiert,  sondern  aus    d e m
       V e r h ä l t n i s   z w i s c h e n   d e m   B e d ü r f n i s
       d e r    g a n z e n    G e s e l l s c h a f t    u n d    d e r
       Q u a n t i t ä t   d e r   A r b e i t,  d i e  h i n r e i c h-
       t e ,   u m   d i e s   B e d ü r f n i s   z u  b e f r i e d i-
       g e n,   oder auch  nach der  Quantität Arbeit,  die  in  Zukunft
       dasselbe befriedigen  könnte." (p. 266, l.c.) "In der Abschätzung
       der Werte,  die man  durch die  Institution des  baren Geldes  zu
       messen  gesucht  hat,  ist  der  Begriff  der  Nützlichkeit  ganz
       beiseite gesetzt.  Es ist  die  A r b e i t,  die nötige Anstren-
       gung, um  sich die  beiden gegeneinander ausgetauschten Sachen zu
       verschaffen, die allein betrachtet worden ist." (p. 267.)
       
       Über den Zins sagt Gilbart (J.W.): "The History and Principles of
       Banking". London 1834:
       
       "Daß ein  Mann, der  Geld borgt  mit der   A b s i c h t,  P r o-
       f i t   d a v o n    z u   m a c h e n,  eine Portion des Profits
       dem Ausleiher  geben soll,  ist ein  selbstverständliches Prinzip
       der  natürlichen  Gerechtigkeit.  Ein  Mann  macht  einen  Profit
       gewöhnlich vermittelst  des Handelsverkehrs.  Aber im Mittelalter
       die Bevölkerung  rein landwirtschaftlich.  Und da,  wie unter der
       feudalen Regierung, kann nur wenig Handelsverkehr und daher wenig
       Profit  sein.   Daher  die   Wuchergesetze  im   Mittelalter  ge-
       rechtfertigt. Außerdem: braucht in einem agrikulturellen Land ein
       Mensch selten Geld zu borgen, es sei denn, durch Unglücksfälle in
       Not geraten." (p. 163.)
       "Henry VIII.  limitierte Zins zu 10%, Jacob I. auf 8, Charles II.
       auf 6,  Anna auf  5." (164, 165.) "In jenen Zeiten waren die Aus-
       leiher, wenn  nicht legal, so doch aktuelle Monopolisten, und da-
       her war  es nötig,  sie wie andre Monopolisten unter Beschränkung
       zu setzen."  (p. 165.)  "In unsren  Zeiten reguliert die Rate des
       Profits die  Rate des Zinses; in jenen Zeiten regulierte die Rate
       des Zinses  die Rate  der Profite.  Wenn der Geldleiher mit einer
       hohen Zinsrate  den Kaufmann  belastete, mußte  der Kaufmann eine
       höhere Rate Profit auf seine Waren setzen, daher eine große Summe
       Geldes genommen aus den Taschen der Käufer, um sie in die Taschen
       der Geldverleiher  zu bringen.  Dieser zusätzliche  Preis auf die
       Waren gesetzt,  machte das Publikum minder fähig und geneigt, sie
       zu kaufen." (p. 165.) (l.c.)
       "Unter der  Herrschaft  unveränderlicher  Äquivalente  würde  der
       H a n d e l  usw. unmöglich sein." (G. Opdyke: "A Treatise on Po-
       litical Economy". New York 1851, p. 67.)
       "Die unbedingte Einschränkung der Menge dieses Mittels" (d.h. Pa-
       piergeld) "würde  den einzigen nützlichen Zweck erfüllen, den die
       Produktionskosten für  das andere  erfüllen" (Metallgeld).  (l.c.
       300.)
       
       #750# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       Z i n s.
       
       "Fällt ein  fester Betrag  an Edelmetall, so dies kein Grund, daß
       eine geringe  Geldmenge genommen  werden sollte für seine Verwen-
       dung, denn  wenn das  Kapital weniger Wert für den Borger, so der
       Zins in  demselben Maß  weniger schwer ihm zu zahlen. In Kalifor-
       nien 3%  monatlich, 36%  pro Jahr wegen des unsicheren Zustandes.
       In Hindustan,  wo die Anleihe der indischen Fürsten für unproduk-
       tive Ausgaben,  um die  Kapitalverluste der  Verleiher im  Durch-
       schnitt aufzuwiegen, sehr hoher Zins, 30%, der in keinem Verhält-
       nis zum  Profit steht,  der durch Betätigung in der Industrie er-
       zielt werden könnte." ("Economist", 22 Jan. 1853.) (Der Verleiher
       "berechnet den  Zins so  hoch, damit er ausreicht, um das Kapital
       in kurzer  Zeit zu  ersetzen, oder wenigstens wie im Durchschnitt
       seiner sämtlichen  Verleihtransaktionen dazu  dienen möge,  seine
       Verluste in einzelnen Fällen auszugleichen durch offenbar maßlose
       Gewinne in anderen." (l.c.))
       "Die Zinsrate  hängt ab 1. von der Profitrate, 2. von der Propor-
       tion, worin  der Gesamtprofit geteilt wird zwischen Verleiher und
       Borger." (l.c.)
       "Überfluß oder  Knappheit an Edelmetallen, Vorherrschen der hohen
       oder niedrigen  Preise in  der allgemeinen Preisskala entscheiden
       lediglich, ob  eine höhere  oder mindere Geldmenge benötigt wird,
       um die Austausche zwischen Borgern und Verleihern sowie jeder an-
       deren Art von Austauschen zu bewirken ... Differenz nur, daß eine
       größere Geldsumme nötig sein würde, um verliehenes Kapital zu re-
       präsentieren und zu transferieren ... Das Verhältnis zwischen der
       Summe, bezahlt  für den  Gebrauch eines Kapitals, und dem Kapital
       selbst drückt  die Rate  des Zinsfußes  aus, gemessen  in  Geld."
       (l.c.)
       "D o p p e l t e   W ä h r u n g.  Früher in den Ländern, wo Gold
       und Silber  gesetzliche Währung, zirkulierte bisher fast nur Sil-
       ber, weil  von 1800-1850  die Tendenz  der Verteuerung des Goldes
       gegenüber dem  Silber vorhanden war. Das Gold war etwas gestiegen
       gegen Silber,  trug in  Frankreich Aufgeld gegen sein in 1802 be-
       stimmtes Verhältnis zum Silber. So in den Vereinigten Staaten; in
       Indien. (In  letzterem jetzt Silberstandard, wie in Holland etc.)
       ... Die  Zirkulation der  Vereinigten Staaten  zuerst  affiziert.
       Große Goldeinfuhr von Kalifornien, Aufgeld des Silbers in Europa,
       umfangreiche Schiffsladungen  von Silbermünzen und [deren] Ersatz
       durch Gold. Die Regierung der Vereinigten Staaten schlug Goldmün-
       zen so  niedrig wie 1 Dollar. Substitution von Silber für Gold in
       Frankreich." ("Economist", 15 November 1851.)
       "Laßt den 'Wertmaßstab' sein, wie er will, und das Geld gegenwär-
       tig   i r g e n d e i n e n   festgelegten Teil dieses Maßes dar-
       stellen, über  den beschlossen werden kann, so können die zwei im
       Verhältnis zueinander  nur dann einen festen und dauerhaften Wert
       besitzen, wenn sie konvertierbar sind nach dem Belieben ihres Be-
       sitzers." ("Economist". [9. Oktober 1847.])
       "Die einzige Möglichkeit, wie eine Münzsorte Aufgeld kommandieren
       kann, ist,  wenn keiner  verpflichtet ist, sie zu zahlen, während
       jeder verpflichtet  ist, sie  als gesetzliches  Zahlungsmittel zu
       nehmen." ("Economist". [18. Januar 1851.])
       "Kein Land  kann konsequenterweise  mehr als  einen Maßstab haben
       (mehr als   e i n e n  Maßstab für das Maß des Wertes); denn die-
       ser Maßstab muß einheitlich und unveränderlich sein. Kein Artikel
       hat einheitlichen,  unveränderlichen Wert  gegen anderen; das hat
       er nur sich selbst gegenüber. Ein Goldstück ist stets von demsel-
       ben Wert wie
       
       #751# Vermischtes
       -----
       das andere,  von exakt  derselben Feinheit, demselben Gewicht und
       demselben Wert  in demselben  Platz; das aber kann nicht von Gold
       und irgendeinem  anderen Artikel  gesagt  werden,  z.B.  Silber."
       ("Economist", [11. Mai] 1844.)
       "Das englische  Pfund Sterling  etwas weniger  als 1/3 seines ur-
       sprünglichen Werts,  der deutsche Florin = 'U, Schottland vor der
       Union hatte herabgesetzt sein Pfund zu "y" der französische Frank
       = 1/74,  der spanische  Maradevi = weniger als 1/1000, das portu-
       giesische Reis noch tiefer." (p. 13, Morrison.) [411]
       "Vor dem  Gesetz von 1819 [412] Ursachen vorhanden für Bestimmung
       des  Preises  der  Edelmetallbarren  außer  der  Zirkulation  der
       Banknoten: 1.  der mehr  oder weniger  einwandfreie  Zustand  der
       Münze. Ist  die zirkulierende  Metallmünze unter  ihren Gewichts-
       maßstab abgesunken,  so muß  der geringste  Wechsel im Austausch,
       der eine Exportnachfrage verursacht, den Preis des Edelmetallbar-
       rens haben  mindestens um  die  Degradation  des  Geldstücks.  2.
       Strafgesetze, die das Schmelzen und Exportieren von Münzen verbo-
       ten, Handel mit Edelmetallbarren erlaubten. Dies gab bei intensi-
       ver Nachfrage  für Export  Spielraum für  Veränderung des Preises
       der Edelmetallbarren  gegenüber dem  der Münzen selbst zu Zeiten,
       wo das Papier vollständig konvertibel. 1783, 1792, 1795, 1796 ...
       1816 stieg  der Preis  der Edelmetallbarren  über den  Preis  der
       Münzanstalt, weil  die Bankdirektoren,  in ihrem Wunsch, die Wie-
       deraufnahme der Barzahlungen vorzubereiten, das Gold beträchtlich
       über den Preis der Münzanstalt annahmen." (Fullarton.) [413]
       "Der Standard  kann für Gold sein, ohne daß eine Unze Gold zirku-
       liert." ("Economist".) [414]
       "Unter George  III. (1774)  Silber legales Zahlungsmittel nur für
       25 l.  Auch zahlte  die Bank  nun gesetzlich  nur mehr  in Gold."
       (Morrison.) "Durch  Lord Liverpool  (Anfang des 19. Jahrhunderts)
       Silber und Kupfer zu rein repräsentativen Münzen gemacht." (l.c.)
       [415]
       
       Der Urquhartsche Blödsinn über den standard of money 76*):
       
       "Der W e r t   des Goldes soll durch sich selbst gemessen werden;
       wie kann  irgendein Stoff  das Maß seines eignen Wertes in andren
       Dingen  sein?  Der  Wert  des  Goldes  soll  durch  sein  eigenes
       G e w i c h t   festgestellt werden,  unter einer falschen Benen-
       nung dieses  Gewichtes -  und  eine    U n z e    soll  so  viele
       P f u n d e   und Bruchteile  von Pfund wert sein. Das ist - Fäl-
       schung eines   M a ß e s   und  nicht Fortsetzung  eines   M a ß-
       s t a b e s!"  ("Familiar Words". [p. 104/105.])
       ¦¦56¦ Ad.  Smith nennt die labour the real 77*) und das money the
       nominal measure of value 78*); stellt das erste als das ursprüng-
       liche dar. [416]
       Wert des Geldes. J. St. Mill. "Quantität der verkauften Güter ge-
       geben und  Zahl der  Verkäufe und Wiederverkäufe dieser Güter, so
       hängt der  Wert des  Geldes von seiner Quantität ab, zusammen mit
       der Anzahl  von Malen,  die jedes  Stück Geld die Hände in diesem
       Prozeß wechselt."
       -----
       76*) Maßstab des  Geldes -  77*) Arbeit das reale - 78*) Geld das
       nominelle maß des Wertes
       
       #752# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       "Die Quantität  des Geldes  in Zirkulation  = dem  Geldwert aller
       verkauften Waren,  dividiert durch die Zahl, die die Geschwindig-
       keit der Zirkulation ausdrückt."
       "Wenn der  Betrag von Waren und Transaktionen gegeben ist, so der
       Wert des  Geldes umgekehrt wie seine Quantität, multipliziert mit
       der Geschwindigkeit seiner Zirkulation."
       Aber alle  diese Sätze nur so zu verstehn, "daß nur von der Quan-
       tität Geld die Rede ist, die wirklich zirkuliert und faktisch ge-
       gen Waren ausgetauscht wird".
       "Die nötige Quantität Geldes bestimmt teils durch seine Produkti-
       onskosten, teils  durch die  Geschwindigkeit seiner  Zirkulation.
       Ist die Geschwindigkeit der Zirkulation gegeben, so die Produkti-
       onskosten bestimmend;  sind  die  Produktionskosten  gegeben,  so
       hängt die  Quantität des  Geldes von Geschwindigkeit der Zirkula-
       tion ab." [417]
       "Das Geld  hat kein  Äquivalent als  sich selbst, wo es Ware ist.
       Degradiert  daher  alles.  Im  Anfang  des  15.  Jahrhunderts  in
       Frankreich selbst  die geweihten Kirchengefäße (Altarbecher) etc.
       den Juden verpfändet." (Augier. [p. 95.])
       
       Geld nicht direkter Konsumtionsgegenstand:
       
       "Das bare  Geld wird nie Objekt der Konsumtion, bleibt immer Han-
       delsware, wird  nie Eßware.  Direkten innern  Wert hat es nur für
       die Gesellschaft;  austauschbaren für jedes Individuum. Seine Ma-
       terie muß  daher Wert  haben, aber  gegründet auf ein künstliches
       Bedürfnis, darf  nicht unentbehrlich  zur Existenz  des  Menschen
       sein; denn  die ganze  Quantität davon,  die als bares Geld ange-
       wandt wird,  kann nie individuell angewandt werden; sie muß immer
       zirkulieren." (Storch.) [418]
       
       ¦¦57¦ John  Gray: "The Social System. A treatise on the principle
       of Exchange." Edinburgh 1831.
       
       "Für Geld  zu verkaufen  soll zu  allen Zeiten  so leicht gemacht
       werden, wie  mit Geld  zu kaufen;  die Produktion  würde dann die
       gleichförmige nie versiegende Quelle der Nachfrage werden." (16.)
       "Die Menge,  die für Profit verkäuflich ist, und nicht die Menge,
       welche hergestellt  werden kann, schränkt gegenwärtig die Produk-
       tion ein." (59.)
       "Geld sollte lediglich ein  E m p f a n g s s c h e i n,  ein Be-
       weis dafür sein, daß sein Inhaber entweder bestimmten Wert zu dem
       vorhandenen nationalen  Reichtum beigetragen  hat oder daß er auf
       den erwähnten  Wert ein Recht erworben von irgend jemand, der ihn
       beigetragen hat  ... Geld  sollte nichts  mehr und nichts weniger
       sein als  handlicher, übertragbarer, teilbarer und unnachahmbarer
       Beweis für die Existenz vorrätigen' Reichtums." (63, 64.)
       "Man lasse  ein Produkt,  das vorher einen Schätzungswert erhält,
       auf eine  Bank legen und wieder herausnehmen, wann immer es benö-
       tigt wird,  wobei lediglich durch allgemeines Übereinkommen fest-
       gesetzt wird,  daß derjenige,  der irgendeine Art von Eigentum in
       die vorgeschlagene  Nationalbank einlegt,  aus ihr einen gleichen
       Wert, was  immer sie  enthalten mag, herausnehmen darf, statt ge-
       zwungen zu  sein, dasselbe  Ding herauszunehmen, das er eingelegt
       hat... Der vorgeschlagene nationale Bankier sollte Wertsachen je-
       der  Art   in  Empfang   nehmen  und   verwalten  und  Wertsachen
       i r g e n d w e l c h e r   Art wieder an seiner Stelle zurückge-
       ben." (l.c. 68.)
       
       #753# Vermischtes
       -----
       "Wenn Geld",  sagt Gray,  "den   g l e i c h e n  W e r t  hätte,
       wie das,  was  es  repräsentiert,  hört  es  überhaupt  auf,  ein
       R e p r ä s e n t a n t   zu sein. Es ist eins der Haupterforder-
       nisse beim  Geld, daß  sein Besitzer gezwungen sein sollte, es zu
       irgendeiner Zeit  am gleichen  Platz zur Zahlung zu präsentieren,
       wo er  es erhalten  hatte. Sollte  das  Geld  aber  den  gleichen
       i n n e r e n   W e r t  haben, wie das für Geld Erhältliche, be-
       steht keine derartige Notwendigkeit." (74.)
       "W e r t m i n d e r u n g   d e s  K a p i t a l s  sollte einen
       Gegenstand nationaler  Sorge bilden."  (p. [115,]  116.) "Das Ge-
       schäft jedes Landes sollte geführt werden auf der Grundlage eines
       nationalen Kapitals."  (171.) "Alles Land muß in Nationaleigentum
       umgewandelt werden." (298.)
       
       Gray (John): "Lectures on the nature and use of Money" (Edinburgh
       1848):
       
       "Die Menschen  in ihrer  Gesamtheit   s o l l t e n   keine  Ein-
       schränkung ihrer  materiellen Genußmittel  kennen, außer solchen,
       die zur  Erschöpfung    i h r e s    F l e i s c h e s    o d e r
       i h r e r   p r o d u k t i v e n  F ä h i g k e i t e n  führen:
       während wir das im Prinzip falsche und in der Praxis verderbliche
       Geldsystem  annahmen  und  damit  zustimmten,  den  Wert  unserer
       materiellen Genußmittel  genau auf  die Menge zu beschränken, die
       gewinnbringend gegen  eine Ware  ausgetauscht werden kann, die zu
       denen gehört, welche sich auf unserer Erde am wenigsten dazu eig-
       nen, durch menschlichen Fleiß vermehrt zu werden." (29.) "Was er-
       heischt wird  für ein  gutes System, ist 1. ein Banksystem, durch
       dessen Wirken die  n a t ü r l i c h e  Verbindung zwischen Ange-
       bot und  Nachfrage wieder  hergestellt würde; 2. ein  w a h r e s
       Wertmaß statt der existierenden Fiktion." (108.)
       
       (In diesem  Buch noch mehr die Idee der Tauschbank bis ins Detail
       und mit Beibehaltung der jetzigen Produktionsweise entwickelt.)
       
       "Es muß  einen Mindestpreis für Arbeit geben, der in Standardgeld
       zu zahlen  ist." (p.  160.) "Nennen wir z.B. die niedrigste Lohn-
       rate für  eine Woche  von 60"72  Stunden, die nach dem Gesetz ge-
       zahlt werden  darf, 20  Schillinge oder  1  Pfund  des  Standard-
       geldes." (161.) "Sollen wir unser  e i n g e b i l d e t e s  Maß
       der Werte  beibehalten,  G o l d,  und so die Produktivkräfte des
       Landes fesseln,  oder sollen  wir uns  zum  n a t ü r l i c h e n
       Maß der  Werte wenden, zur  A r b e i t,  und die Produktivkräfte
       des Landes  freisetzen?" (p.  169.) "Ist die Höhe dieses Mindest-
       lohnes einmal  festgelegt ...,  sollte sie  für immer die gleiche
       bleiben." (174.)  "Laßt nur Gold und Silber den ihnen gebührenden
       Platz im  Markt einnehmen neben Butter und Eiern und Tuch und Ka-
       liko, und dann wird der Wert der edlen Metalle uns nicht mehr in-
       teressieren als  der des Diamanten" usw. (182.) "Keine Einwendung
       zu machen  gegen Gold  und Silber  im Gebrauch    a l s    A u s-
       t a u s c h m i t t e l,   aber nur  als   M a ß   d e s   W e r-
       t e s...   In kurzer Zeit würde man sehn, wieviel Unzen Gold oder
       Silber erhaltbar  wäre in  London, Edinburgh  oder Dublin im Aus-
       tausch für einen Standardschein von 100 Pfund." (p. 188.)
       
       Z i n s.
       
       "Wie die Klasse der Rentiers wächst, wächst auch die der Kapital-
       verteiler, denn sie
       
       #754# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       sind ein  und dieselben. Aus dieser Ursache allein mußte der Zins
       eine Tendenz haben zu fallen in alten Ländern." (202, Ramsay)
       "Es ist  wahrscheinlich, daß  zu allen  Zeiten die Produktion der
       Edelmetalle mehr gekostet hat, als ihr Wert jemals zurückzahlte."
       (101, II.  Jacob, W.  "An Historical  Enquiry into the Production
       and Consumption of Precious Metals." London 1831.) [419]
       
       W e r t  d e s  G e l d e s.
       
       "Der Wert  aller Dinge, geteilt durch die Anzahl Käufe, deren Ge-
       genstand sie  waren, von dem Produkteur bis zum Konsumenten = dem
       Wert der  Taler, angewandt,  um sie  zu kaufen, geteilt durch die
       Zahl der  Fälle, daß  diese Taler im gleichen Zeitraum übereignet
       worden sind."  (Sismondi. "Nouveaux  Principes d'Economie Politi-
       que" etc.) [420]
       
       Am formellsten  entwickelt findet  sich die  falsche Preistheorie
       bei James  Mill (zitiert  nach der  Übersetzung von J.T. Parisot,
       Paris 1823. "Elémens d'Economie Politique").
       Die Hauptstellen von Mill sind:
       
       "W e r t   des Geldes  = der  Proportion, worin man es austauscht
       gegen andre  Artikel, oder  der Quantität  des Geldes, die man im
       Austausch für  eine bestimmte  Quantität andrer Sachen gibt." (p.
       128.)  "Dies  Verhältnis  ist  bestimmt  durch  die    T o t a l-
       q u a n t i t ä t   des  in  einem  Lande  existierenden  Geldes.
       Unterstellt man  von der  einen Seite,  alle Waren  eines  Landes
       vereinigt, und  von  der  andren,  alles  Geld,  so  ist  es  of-
       fensichtlich, daß  beim Austausch  der beiden Seiten der Wert des
       Geldes, d.h.  die Quantität  der Waren,  die für  es ausgetauscht
       werden, ganz  von seiner  eignen Quantität  abhängt." (l.c.) "Der
       Fall ist  ganz derselbe  im wirklichen Zustand der Dinge. Die To-
       talmasse der  Waren eines  Landes tauscht  sich   n i c h t   auf
       e i n m a l   g e g e n   die Totalmasse  des Geldes aus, sondern
       die Waren  tauschen sich  in Portionen, und oft sehr kleinen Por-
       tionen, zu  verschiedenen Epochen  im Laufe  des Jahres aus. Das-
       selbe Stück Geld, das heute zu diesem Austausch gedient hat, kann
       morgen zu  einem andren dienen. Ein Teil des Geldes wird zu einer
       großen Zahl von Austauschen, ein andrer zu einer sehr kleinen An-
       zahl angewandt, ein dritter wird gehäuft und dient zu keinem Aus-
       tausch. Unter  diesen Variationen  wird es eine mittlere Taxe ge-
       ben, gegründet  auf die  Anzahl von Austauschen, wozu jedes Geld-
       stück verwandt  sein würde, wenn alle eine gleiche Anzahl Austau-
       sche operiert  hätten. Man  fixiere diese Taxe auf eine beliebige
       Anzahl, z.B.  10. Wenn  jedes Geldstück, das sich im Lande befin-
       det, zu  10 Einkäufen gedient hat, das ist dasselbe, als wenn die
       Totalanzahl der  Geldstücke sich verzehnfacht hätte und jedes nur
       zu einem  einzigen Einkauf  gedient hätte. In diesem Fall ist der
       Wert aller  Waren gleich  10mal dem  Wert alles  Geldes etc." (p.
       129, 130.)  "Wenn, anstatt daß jedes Geldstück im Jahr zu 10 Ein-
       käufen diente,  die Totalmasse  des Geldes  verzehnfacht wäre und
       das Geldstück  nur zu  einem Austausch  diente, so  ist es offen-
       sichtlich, daß jede Vermehrung dieser Masse eine verhältnismäßige
       Verminderung im Wert jedes dieser Stücke, getrennt genommen, ver-
       ursachen würde.   D a   m a n   u n t e r s t e l l t,   daß  die
       Masse aller  Waren,  wogegen  sich  das  Geld  austauschen  kann,
       d i e s e l b e   bleibt, so  ist der  Wert der  Gesamtmasse  des
       Geldes nicht größer geworden nach
       
       #755# Vermischtes
       -----
       Vermehrung seiner  Quantität als  vorher.   U n t e r s t e l l t
       m a n   die Vermehrung  von einem Zehnteil, so muß der Wert jedes
       seiner Teile,  einer Unze  z.B., um  ein Zehnteil sich vermindert
       haben." (p. 130, 131.) "Welches also auch immer der Grad der Ver-
       mehrung oder der Verminderung der Totalmasse des Geldes sei, wenn
       die Quantität der andren Sachen dieselbe bleibt, so erfährt diese
       Gesamtmasse und  jeder ihrer Teile wechselseitig eine verhältnis-
       mäßige Verminderung oder Vermehrung. Es ist klar, daß dieser Satz
       von absoluter Wahrheit ist. Sooft der  G e l d w e r t  ein Stei-
       gen oder  Fallen erfahren  hat und sooft die Quantität der Waren,
       wogegen man  es austauschen konnte, und die Bewegung der Zirkula-
       tion dieselben  blieben, muß dieser Wechsel eine verhältnismäßige
       Verminderung oder  Vermehrung des Geldes zur Ursache gehabt haben
       und kann  keiner andren  Ursache zugeschrieben werden. Vermindert
       sich die  Masse der  Waren, während die Quantität des Geldes die-
       selbe bleibt,  so ist  das, als ob die Gesamtheit des Geldes sich
       vermehrt hätte, und umgekehrt. Ähnliche Wechsel sind das Resultat
       jeder Änderung  in der    B e  w e g u n g    d e r    Z i r k u-
       l a t i o n.   Jede Vermehrung der Anzahl der Einkäufe produziert
       denselben  Effekt  als  eine  Totalvermehrung  des  Geldes;  eine
       Vermindrung dieser  Anzahl produziert direkt den e n t g e g e n-
       g e s e t z t e n  E f f e k t."  (p. 131, 132.)
       "Wenn eine  Portion des jährlichen Produkts durchaus nicht ausge-
       tauscht worden ist, wie das, was die Produzenten konsumieren oder
       was sich nicht gegen Geld austauscht, so darf diese Portion nicht
       auf die  Rechnung gesetzt  werden, weil das, was sich nicht gegen
       Geld austauscht,  in bezug  auf das Geld im gleichen Zustand ist,
       als ob es nicht existierte." (p. 132, 133.) "Sooft die Vermehrung
       oder Verminderung  des Geldes  frei statthaben  kann,  ist  diese
       Quantität geregelt durch den Wert des Metalls ... Gold und Silber
       aber  sind   Waren,  Produkte  ...  Die    P r o d u k t i o n s-
       k o s t e n   regeln den  Gold- und  Silberwert,  wie  den  aller
       andren Produkte." (p. 137.)
       
       Die Fadheit dieses Raisonnements ist handgreiflich.
       1.  U n t e r s t e l l t   m a n,   daß die Masse der Waren die-
       selbe bleibt  und ebenso die Zirkulationsgeschwindigkeit, dennoch
       aber eine größre Masse Gold oder Silber sich gegen dieselbe Masse
       Waren austauscht  (ohne daß der Wert, d.h. das im Gold und Silber
       enthaltne Arbeitsquantum, sich verändert hat), so unterstellt man
       exactly 79*),  was man  beweisen wollte,  nämlich daß  die Waren-
       preise durch  die Quantität  des zirkulierenden  Mediums bestimmt
       sind und nicht umgekehrt.
       2. Mill gibt zu, daß die nicht in die Zirkulation geworfnen Waren
       nicht für  das Geld existieren. Es ist ebenso klar, daß das nicht
       in Zirkulation geworfne Geld nicht für die Waren existiert. Somit
       existiert keine  fixe Beziehung  zwischen dem  Geldwert überhaupt
       und der  Masse desselben, die davon in Zirkulation tritt. Daß die
       wirklich in  Zirkulation befindliche  Masse, dividiert  durch die
       Anzahl ihrer Umläufe, gleich dem Geldwert ist, ist bloß eine tau-
       tologische Umschreibung  dafür, daß  der Wert  der Ware,  in Geld
       ausgedrückt,
       -----
       79*) genau
       
       #756# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       ihr Preis  ist; weil das in Zirkulation befindliche Geld den Wert
       der Waren ausdrückt, die es zirkuliert" daher ist der Wert dieser
       Waren durch die  M a s s e  des zirkulierenden Geldes bestimmt.
       3. Die Verwirrung  von Mills  Ansicht zeigt  sich klar daran, daß
       nach ihm  der Geldwert  sich vermindert  oder vermehrt mit "jeder
       Alteration in  der Bewegung  der Zirkulation". Ob ein Pfund Ster-
       ling 1mal oder 10mal in einem Tage zirkuliert, in jedem Austausch
       drückt es ein Äquivalent für die Ware aus, tauscht sich aus gegen
       denselben Wert  in Ware.  Sein eigner  Wert bleibt  in jedem Aus-
       tausch derselbe  und wird so weder durch langsame noch geschwinde
       Zirkulation alteriert.  Die Masse  des zirkulierenden  Geldes ist
       alteriert; aber weder der Wert der Ware noch der Wert des Geldes.
       
       "Wenn es heißt: Ein Stück Tuch ist 5 l. wert, so heißt es: Es be-
       sitzt den  Wert von 616370 Gran Standardgold. Der oben angeführte
       Grund kann  folgendermaßen umschrieben werden: 'Die Preise müssen
       fallen, weil  der Wert der Waren auf soviele Unzen Gold geschätzt
       wird  und   die  Goldmenge  in  diesem  Lande  abgenommen  hat'."
       (Hubbard, J.  G. "The  Currency and the Country". London 1843, p.
       44.)
       
       4. Mill unterstellt  zuerst in  der Theorie,  daß die ganze Masse
       des in  einem Lande  befindlichen Geldes  sich austauscht   a u f
       e i n m a l   gegen die  ganze Masse  in ihm  befindlicher Waren.
       Sagt dann,  daß dies  wirklich sich  so verhält, und zwar aus dem
       Hauptgrund, weil  in der  Praxis grade  das Gegenteil stattfindet
       und sich nur Portionen Geld gegen Warenportionen austauschen, die
       wenigsten Zahlungen arranged by payment on the spot-time bargains
       80*). Folgt  daher, daß  die Gesamtmenge  von Transaktionen  oder
       Einkäufen, gemacht an einem Tage, ganz unabhängig von dem an die-
       sem Tage  zirkulierenden Gelde  und daß  die Masse Geldes, das an
       einem bestimmten  Tage zirkuliert, nicht die Ursache, sondern die
       Wirkung einer  Masse vorhergegangner  und  von  dem  jedesmaligen
       Geldvorrat ganz unabhängiger Transaktionen ist.
       5. Schließlich gibt  Mill selbst  zu, daß bei freier Geldzirkula-
       tion, und  mit dieser  haben wir  es allein  zu tun, der Wert des
       Geldes durch seine Produktionskosten, d. h. nach ihm selbst durch
       die in ihm enthaltne Arbeitszeit bestimmt ist.
       ¦¦59¦   G e l d g e s c h i c h t e n.    In  Ricardos  Pamphlet:
       "Proposals for  an Economical and Secure Currency with Observati-
       ons on  the profits  of the  Bank of England. London 1816" findet
       sich eine  Stelle, worin  er seine  ganze Ansicht über den Haufen
       wirft. Es heißt nämlich:
       -----
       80*) vereinbart zur Begleichung von Sofortgeschäften
       
       #757# Vermischtes
       -----
       "Der Betrag der Noten in Zirkulation hängt ab ... von dem Betrag,
       der für  die Zirkulation des Landes erheischt ist, und dieser ist
       geregelt durch den W^rtdes Standard, den Belauf der Zahlungen und
       die Ökonomie, angewandt, um sie zu vollziehn."
       (p. 17, 18 l.c.) [421]
       "Unter Louis  XIV., XV.,  XVI. gab es in Frankreich noch Natural-
       steuern  bei   dem  Landvolk   für   die   Gouvernementssteuern."
       (Augier.,) [422]
       
       Preise und Masse des zirkulierenden Mediums.
       
       "Bloßes Steigen  des Preises  nicht hinreichend, um Nachfrage für
       zusätzliches Geld  zu schaffen.  Dies nur der Fall, wenn zugleich
       Produktion und  Konsumtion steigt.  Z. B.  der  Preis  des  Korns
       steigt, aber seine Zufuhr nimmt ab. Kann so mit demselben Quantum
       Geld reguliert  werden ...  Wenn aber  Steigen der Preise infolge
       steigender Nachfrage,  neuer  Märkte,  vergrößerter  Produktions-
       skala, in  einem Wort, Steigen der Preise und der allgemeinen An-
       zahl der  Geschäfte, dann  ist erforderlich, daß die Einschaltung
       des Geldes  an Zahl  vervielfältigt und  in der  Größe  erweitert
       wird." (Fullarton.) [423]
       "Der Handel regiert das Geld, nicht das Geld den Handel. Der Die-
       ner des  Handels muß den Veränderungen {in den Preisen} der übri-
       gen Waren folgen." (D'Avenant.) [424]
       "Unter den  Feudalkönigen die  wenigen vom  Volk in großen Mengen
       gekauften Artikel  so gefallen,  daß kein  Gold- oder Silberstück
       klein genug, um den Zahlungen für den täglichen Bedarf des Arbei-
       ters zu  entsprechen... im  Umlauf befindliches Geld daher wie im
       alten Rom  nur die  minderwertigen Metalle  Kupfer, Zinn, Eisen."
       (Jacob [, vol. 1, p. 301/302].)
       
       Jacob nimmt an, daß in diesem Jahrhundert 2/3 von Gold und Silber
       in   Europa in  andren Gegenständen, ustensils 81*) und ornaments
       82*), nicht  in coin  83*). (Berechnet er an andrer Stelle das so
       benützte edle  Metall für  Europa und Amerika auf 400 Millionen £
       St.) [Jacob, vol. 2, p. 212/213, 356.]
       P r e i s e  u n d  M a s s e  d e s  z i r k u l i e r e n d e n
       M e d i u m s.  Locke, "Spectator" (19. Okt. 1711), Hume, Montes-
       quieu [345] - ihre Lehre beruht auf drei Sätzen:
       
       "1. Preise der Waren im Verhältnis zur Menge des Geldes im Lande;
       2. das  Münz- und umlaufende Geld eines Landes Repräsentanten al-
       ler Arbeit  und Waren  desselben, so daß je mehr oder weniger Re-
       präsentation, desto  mehr oder  weniger Menge der repräsentierten
       Sache kommt  auf die gleiche Menge des Repräsentanten"; 3. werden
       die Waren  vermehrt, werden sie billiger; wird das Geld vermehrt,
       steigen sie im Wert." (Steuart.)
       "Marken (schmales  Kupfergeld oder  Silbergeld, Zahlpfennige)  im
       Gegensatz zu Geld von wahrem Wert." (l.c.) [425]
       
       A u f l ö s e n d e  W i r k u n g  d e s  G e l d e s.
       
       "Geld Mittel, den Besitz (Häuser, andres Kapital) zu zerschneiden
       in unzählige Fragmente und Stück für Stück durch den Austausch zu
       verzehren." (Bray.) [426]
       -----
       81*) Geräten - 82*) Ornamentem - 83*) Münzen
       
       #758# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       (Ohne Geld  eine Masse  unaustauschbarer, nicht  zu entfremdender
       Gegenstände.)
       
       "Als unbewegliche und unveränderliche Dinge ebensogut in den Han-
       del kamen  unter die Menschen als Dinge beweglich und gemacht für
       den Tausch,  kam das  Geld in Gebrauch als Regel und Maß (square)
       wodurch diese Dinge Schätzung und Wert erhielten." ("Free trade",
       London 1622.) [427]
       
       M ü n z e.   Die Silber- und Kupfermarken sind representatives of
       fractional parts  of the pound Sterling 84*). (So in einer neuli-
       chen Antwort des Lords of the Treasury 85*).)
       T a u s c h w e r t.   F. Vidal  sagt (ebenso Lauderdale) (and in
       certain respects 86*) Ricardo):
       
       "Der wahre gesellschaftliche Wert, das ist der Gebrauchswert oder
       Konsumtionswert; der  Tauschwert  charakterisiert  lediglich  den
       r e l a t i v e n   R e i c h t u m   eines jeden  Mitgliedes der
       Gesellschaft im  Verhältnis zu  den übrigen." (70. "De la Repara-
       tion des Richesses" etc. Paris 1846.)
       
       Andrerseits drückt  der Tauschwert  die   s o z i a l e   F o r m
       des Werts  aus, während  der Gebrauchswert  gar keine ökonomische
       Form desselben,  sondern nur  das Sein  des Produkts etc. für den
       Menschen überhaupt. [428]
       {Daraus, daß  der Profit   u n t e r   dem  Mehrwert stehen kann,
       also das Kapital sich profitlich austauschen [kann], ohne sich zu
       verwerten im strikten Sinn, folgt, daß nicht nur individuelle Ka-
       pitalisten, sondern  Nationen fortwährend miteinander austauschen
       können, auch  fortwährend den Austausch auf stets wachsender Stu-
       fenleiter wiederholen,  ohne daß  sie deswegen gleichmäßig zu ge-
       winnen brauchen.  Die eine  kann sich  fortwährend einen Teil der
       Surplusarbeit der  andren aneignen,  für den  sie nichts  im Aus-
       tausch zurückgibt,  bloß daß  hier das Maß nicht wie im Austausch
       zwischen Kapitalist und Arbeiter.}
       G e l d   i n   d e r   d r i t t e n  B e s t i m m u n g  a l s
       G e l d.   (Für sich seiender Wert, Äquivalent etc.) Welche wich-
       tige Rolle  das Geld  immer noch  in dieser  Bestimmung spielt  -
       selbst in  seiner unmittelbaren  Form ", zeigt sich in Zeiten von
       Krisen, mangelnden Herbsten etc., kurz jedesmal, wenn eine Nation
       mit der  andren  p l ö t z l i c h  die Rechnung liquidieren muß.
       Das Geld, in seiner unmittelbaren, metallnen Form, erscheint dann
       als das  einzige absolute  Z a h l u n g s m i t t e l,  d.h. als
       der einzige   G e g e n w e r t,   akzeptierbare  Äquivalent.  Es
       folgt daher  denn auch einer Bewegung, die der aller andren Waren
       direkt widerspricht.  Waren werden  von dem Land, wo sie am wohl-
       feilsten sind,  als Zahlungsmittel  etc. transportiert  nach  dem
       Land, wo sie am teuersten sind. Das Geld, umgekehrt, in
       -----
       84*) Repräsentanten  von   Bruchteilen  des   Pfund  Sterling   -
       85*) Lord Schatzmeisters - 86*) und in gewisser Hinsicht
       
       #759# Vermischtes
       -----
       allen Perioden,  wo es  seine spezifische  Natur herauskehrt,  wo
       also Geld  im Gegensatz zu allen andren Waren als für sich seien-
       der Wert,  absolutes Äquivalent,  allgemeine Form  des  Reichtums
       erheischt ist,  in der  bestimmten Form von Gold und Silber - und
       solche Momente sind immer mehr oder minder Momente der Krise, sei
       es einer allgemeinen oder Getreidekrise -, Gold und Silber werden
       dann immer transmittiert von dem Land, wo sie am teuersten sind -
       i. e., wo alle Warenpreise relativ am meisten gefallen - nach dem
       Land, wo sie am wohlfeilsten sind, d. h. wo die Warenpreise rela-
       tiv höher sind.
       
       "Es ist  eine seltene Ausnahme in der Austauschökonomie und eine,
       die es  besonders verdient,  erwähnt zu  werden, daß ... der Kurs
       des Zwischenhandels  (von Gold  zwischen zwei Nationen, die glei-
       chermaßen Gold als Zirkulationsmittel benutzen) immer  v o n  dem
       Lande, wo  das Metall momentan  a m  t e u e r s t e n  ist, nach
       dem Lande führt, wo es  a m  b i l l i g s t e n  ist, wobei eine
       Erhöhung des  Marktpreises des  Metalls bis  zur Höchstgrenze auf
       dem heimatlichen  Markt und  einem Sinken  des Aufgeldes  auf dem
       fremden Markt  das sichere Resultat dieser Tendenz zum Goldabfluß
       ist, das  einer Depression  der Austausche  folgt." (X Fullarton:
       "On the Regulation of Gurrendes"etc. 2 ed. London, 1845.)
       
       ¦¦60¦ Wie  überhaupt der Austausch da beginnt, wo die Gemeinwesen
       aufhören und  das Geld  als das von dem Austausch selbst erzeugte
       Maß, Tauschmittel und allgemeines Äquivalent nicht im innern Ver-
       kehr, sondern  in dem  zwischen verschiednen Gemeinwesen, Völkern
       etc. seine  spezifische Wichtigkeit  erhält, so  war es auch ???'
       ?????? 87*)  als internationales Zahlungsmittel - zur Liquidation
       internationaler Schulden, daß das Geld im 16. Jahrhundert, in der
       Kindheitsperiode der bürgerlichen Gesellschaft, das ausschließli-
       che Interesse  der Staaten  und das  der beginnenden  politischen
       Ökonomie fesselte.  Die wichtige  Rolle, die  das Geld  (Gold und
       Silber) in  dieser dritten  Form noch  im internationalen Verkehr
       spielt, ist  erst völlig klargeworden und wieder von den Ökonomen
       anerkannt worden seit der regelmäßigen Aufeinanderfolge von Geld-
       krisen in 1825, 1839, 1847 und 1857. Die Ökonomen helfen sich da-
       mit, daß  das Geld hier nicht als Zirkulationsmittel, sondern als
       K a p i t a l   erheischt wird.  Es ist  dies richtig. Nur sollte
       nicht vergessen  werden, daß  das Kapital  in der bestimmten Form
       von Gold  und Silber  erheischt wird und nicht in der irgendeiner
       andren Ware.  Gold und  Silber erscheinen  in der Rolle absoluter
       internationaler Zahlungsmittel,  weil sie  das Geld  als für sich
       seiender Wert, selbständiges Äquivalent sind.
       
       "Das ist  in  der  Tat  nicht  eine  Frage  des    Z i r k u l a-
       t i o n s m i t t e l s,  sondern des  K a p i t a l s."
       -----
       87*) in höchstem Maße
       
       #760# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       (Dies ist  vielmehr a  question of money, not of currency, and of
       capital neither,  because not   c a p i t a l,  which is indiffe-
       rent against  the special  form in  which it exists, but value in
       the specific form of money is requested 88*).)
       
       "... All  diese verschiedenen Ursachen, die unter den existieren-
       den Umständen  der Geldangelegenheiten  in der Lage sind ..., den
       Strom der  Gold- und  Silberbarren von  einem Land  ins andere zu
       lenken" (d. h. den Anstoß geben zum  A b f l u ß  v o n  G o l d-
       u n d   S i l b e r b a r r e n), "lösen  sich unter der einzigen
       Überschrift, nämlich  dem Zustand der Zahlungsbilanz mit dem Aus-
       tausch und  der beständig wiederkehrenden Notwendigkeit, K a p i-
       t a l   zu transferieren" (aber wohlgemerkt! Kapital in Geldform)
       "von einem Lande zum andern, um es freizugeben. Z.B. Mißernte. Ob
       dieses Kapital   i n  W a r e n  o d e r  i n  b a r e m  G e l d
       ü b e r t r a g e n   w i r d,   ist ein Punkt, der das Wesen des
       Geschäfts in  keiner Weise berührt"  (b e r ü h r t  e s  s e h r
       w e s e n t l i c h!).
       
       Ferner war expenditure 89*). (Der case of transmission of capital
       in order  to place  it out to greater advantage at interest 90*),
       geht uns  hier nichts  an; ebensowenig der for a surplus quantity
       of foreign  goods imported  91*), den Herr Fullarton zitiert, ob-
       gleich dieser  case 92*)  allerdings hierher  gehört, wenn  diese
       surplus importation  93*) mit  Krisen zusammenfällt.) (Fullarton,
       l.c. 130, 132.)
       
       "Gold hat  bei diesen  Kapitalübertragungen den  Vorzug" {aber in
       den Fällen  starken Abfließens von Gold- und Silberbarren handelt
       es sich  absolut nicht  um Bevorzugen} "nur in solchen Fällen, wo
       es vermutlich  die Zahlung  bequemer, pünktlicher und profitabler
       bewirkt als  irgendeine andere  Form von  Effekten oder Kapital."
       [p. 132.]
       
       (Herr Fullarton  behandelt die  transmission 94*)  von gold  oder
       andrer Form  von capital fälschlich als Sache des Beliebens, wäh-
       rend es  sich grade um cases handelt, when gold must be transmit-
       ted in  the international  trade 95*),  ebenso wie dann im innern
       bills must  be acquitted  in the legal money, and not in any sub-
       stitute 96*).)
       
       "Gold und Silber ... können immer mit Präzision und Schnelligkeit
       an den  gewünschten Ort  transportiert werden,  und man kann sich
       darauf verlassen,  daß sie  bei ihrem  Eintreffen fast  genau die
       benötigte Summe realisieren, statt das Risiko einzugehen, den Be-
       trag in  Tee, Kaffee,  Zucker oder Indigo zu übersenden.  G o l d
       u n d   S i l b e r   b e s i t z e n   e i n e n  u n e n d l i-
       c h e n   V o r t e i l   v o r   a l l e n   a n d e r e n  A r-
       t e n  v o n  W a r e n  f ü r  s o l c h e  Z w e c k e  durch
       -----
       88*) eine Geldfrage, nicht eine Frage des Zirkulationsmittels und
       ebensowenig des  Kapitals, weil  nicht Kapital, das gegenüber der
       spezifischen Form  seiner Existenz  indifferent, sondern  Wert in
       der spezifischen  Geldform gefragt  ist -  89*) Kriegsausgaben  -
       90*) Der Fall  der Übertragung  von Kapital,  um es außerhalb mit
       größerem Vorteil gegen Zinsen anzulegen - 91*) für eine übergroße
       Menge   importierter    ausländischer   Güter   -   92*) Fall   -
       93*) überschüssige Einfuhr - 94*) Übertragung - 95*) wenn Gold im
       internationalen Handel  übersandt werden  muß  -  96*) Rechnungen
       müssen mit  dem gesetzlichen Zahlungsmittel und nicht mit irgend-
       einem Ersatz beglichen werden
       
       #761# Vermischtes
       -----
       den Umstand,  daß sie  allgemein als Geld in Gebrauch sind. Nicht
       in Tee,  Kaffee, Zucker  oder Indigo  sind Schulden, ausländische
       oder einheimische,    g e w ö h n l i c h    v e r t r a g s m ä-
       ß i g   z u   z a h l e n,  s o n d e r n  i n  M ü n z e n;  und
       die Geldsendung,  entweder in eben der bezeichneten Münze oder in
       Barren, die  sofort in  jene Münze verwandelt werden können durch
       die Münzstätte  oder den  Markt des  Landes, in das sie geschickt
       werden, muß  dem Absender  stets die  sichersten, unmittelbarsten
       und genauesten  Mittel bieten,  um diesen Zweck zu erreichen ohne
       Gefahr  eines   Fehlschlages  wegen  Mangels  an  Nachfrage  oder
       Schwanken des Preises." (132, 133.)
       
       Er führt also grade seine Eigenschaft an, d'être money 97*), all-
       gemeine Ware  der Kontrakte,  Maßstab der  Werte und mit der Mög-
       lichkeit zugleich  ad libitum 98*), in Zirkulationsmittel verwan-
       delt zu  werden. Die  Engländer haben den guten Ausdruck currency
       99*) für das Geld als Zirkulationsmittel (Münze, coin, entspricht
       dem nicht,  weil es selbst das Zirkulationsmittel wieder in einer
       Besonderheit ist)  und money  100*) für  es in der dritten Eigen-
       schaft. Da  sie diese  aber nicht  besonders entwickelt, erklären
       sie dies  money für  capital, obgleich  sie dann wieder gezwungen
       sind, faktisch es als diese bestimmte Form des Kapitals vom Kapi-
       tal überhaupt zu unterscheiden.
       
       "Ricardo hegte  anscheinend sehr merkwürdige und radikale Ansich-
       ten über das beschränkte Ausmaß der Funktionen, die Gold und Sil-
       ber bei  der Berichtigung  der Auslandsbilanzen ausüben. Herr Ri-
       cardo hatte  sein Leben  verbracht inmitten  der Kontroverse, die
       aus dem  Restriktionsgesetz [429]  entstanden war,  und er  hatte
       sich so  lange daran  gewöhnt, alle großen Schwankungen des Wech-
       selkurses und  des Goldpreises  als Folge der übertriebenen Emis-
       sionen der  Bank von  England zu  betrachten, so  daß er zu einer
       Zeit kaum  bereit war zuzugeben, es könne so etwas existieren wie
       eine widrige  Bilanz der  kommerziellen Zahlungen... Und so wenig
       Bedeutung maß er den Funktionen des Goldes für diese Berichtigun-
       gen bei, als daß er nur geahnt hätte, daß  A b f l ü s s e  f ü r
       d e n  E x p o r t  völlig aufhören würden, sobald die Barzahlun-
       gen wieder  aufgenommen und  der Metallstandard  der Umlaufmittel
       wieder hergestellt  wäre." (Siehe  Ricardos "Evidence  before the
       Lords Committee of 1819 on the Bank of England", p. 186.) [430]
       "Aber seit  1800, wo  das Papier  das Gold ganz verdrängt in Eng-
       land, haben es unsere Kaufleute tatsächlich nicht gebraucht; denn
       infolge der  unsicheren Lage  auf dem  europäischen Kontinent und
       der erhöhten Konsumtion importierter Manufaktur waren im Ergebnis
       der Störungen in Industrie und zu allen einheimischen Fortschrit-
       ten, die  hin- und  herziehende Invasionsheere dort verursachten,
       sowie das vollständige Monopol im Kolonialhandel, das England er-
       rungen hatte  aufgrund der  Vorherrschaft seiner Flotte, übertraf
       der Warenexport von Großbritannien nach dem Kontinent fortgesetzt
       dessen Importe von dort bedeutend, solange die Verkehrsverbindun-
       gen offen  blieben; und,  nachdem die Dekrete von Berlin und Mai-
       land [431]  diese Verbindungen  unterbrochen hatten,  wurden  die
       Handelsgeschäfte viel  zu unbedeutend, um den Wechselkurs irgend-
       wie
       -----
       97*) Geld zu  sein -  98*) nach Belieben  - 99*)  Umlaufmittel  -
       100*) Geld
       
       #762# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       zu beeinflussen.  Es waren  die ausländischen Militärausgaben und
       die Subventionen und nicht die Erfordernisse des Handels, die auf
       so außerordentliche Weise dazu beitrugen, die Wechselkurse in Un-
       ordnung zu bringen und die Barrenpreise in den letzten Kriegsjah-
       ren in die Höhe trieben. Die hervorragenden Ökonomen dieser Peri-
       ode hatten  daher geringe  oder gar  keine Gelegenheit,  faktisch
       einzuschätzen, wie weit die Empfindlichkeit der  A u ß e n h a n-
       d e l s b i l a n z e n   geht." (Glaubten,  mit Krieg  und Über-
       mission  würde   die  internationale   Übertragung   von   Barren
       aufhören.) "Hätte  Herr Ricardo  die Abflüsse  von 1825  und 1839
       erlebt, er  hätte  zweifellos  Gründe  für  die  Änderung  seiner
       Meinung gefunden." (l.c. 133-136.)
       ¦¦6l¦ "Der   P r e i s   ist  der   G e l d w e r t   der Waren."
       (Hubbard [, p. 33].)
       "Geld hat  die Eigenschaft, immer gegen das austauschbar zu sein,
       was es mißt, und die für Austauschzwecke benötigte Menge muß sich
       selbstverständlich ändern  gemäß der  auszutauschenden  Besitzun-
       gen." (100.  J.W. Bosanquet.  "Metallic, Paper,  and Credit  Cur-
       rency" etc. London, 1842.)
       "Ich bin  bereit zuzugeben, daß Gold eine Ware ist, nach der eine
       so allgemeine  Nachfrage besteht,  daß sie immer über einen Markt
       verfügen kann,  immer alle  andern Waren kaufen kann, während an-
       dere Waren  nicht immer  Gold kaufen  können. Die Märkte der Welt
       bleiben ihm als Ware offen, wobei ein unerwartetes Ereignis weni-
       ger Verlust  bringt, als  den Export irgendeines anderen Artikels
       bedrohen würde, der in Menge und Art die übliche Nachfrage im Be-
       stimmungsland überschreitet."  (Th. Tooke  "An Enquiry  into  the
       Currency Principle" etc. 2. ed. London 1844, p. 10.)
       "Edelmetalle müssen  in sehr  ansehnlicher Menge  zur  Verwendung
       vorhanden sein  und als  das geeignetste  Mittel zur Berichtigung
       internationaler Bilanzen  eingesetzt werden,  da  sie  eine  Ware
       sind, die von der Allgemeinheit weit mehr gefragt ist und weniger
       Schwankungen ihres Marktwertes unterworfen ist als irgendeine an-
       dere." (p. 13.)
       
       (Ursachen nach  Fullarton des  Steigens des  Bullionpreises 101*)
       über den Mintprice 102*):
       
       "Münzen nutzen sich im Gebrauch soweit ab, daß ihr Gewicht bis zu
       3 oder 4% unter das Standardgewicht sinkt; das Strafgesetz verbot
       das Einschmelzen  und die  Ausfuhr von Münzen, während der Handel
       mit dem  Metall, aus  dem die  Münzen hergestellt  wurden, völlig
       frei blieb.  Diese Ursachen  selbst wirkten indes bloß bei ungün-
       stigem Wechselkurs. [Der Marktpreis der Goldbarren] fiel aber von
       1816-1821 stets  auf   B a n k p r e i s   der Barren,  wenn  der
       Wechselkurs für  England; stieg  nie höher,  wenn der Wechselkurs
       ungünstig, als  auf eine solche Rate, die den Schmelzern der Mün-
       zen für  deren Abnutzung im Gebrauch und für die strafrechtlichen
       Folgen des  Schmelzens Entschädigung  bieten  würde,  stieg  aber
       nicht weiter an." (Fullarton, sieh sein Buch, p. 8, 9.) "Von 1819
       bis zur Gegenwart ist der Marktpreis für Gold - trotz aller Wech-
       selfälle, die das Geld während dieser ereignisreichen Periode be-
       troffen hat - in keinem Falle über
       -----
       101*) Preises für Gold und Silber - 102*) Mümzpreis
       
       #763# Vermischtes
       -----
       78 sh je Unze gestiegen noch ist es unter 77 sh 6 d gefallen. Das
       ist eine  äußerste Schwankungsbreite  von nur  6 d  je Unze. Aber
       selbst diese  Schwankungsbreite wäre jetzt nicht möglich; denn es
       geschah lediglich  infolge der erneuten Abnutzung der Münzen, daß
       sich ein  so unbedeutender  Preisanstieg wie 1 1/2 d je Unze oder
       etwa 1/6  % über  den Münzpreis ergab; und das Absinken auf 77 sh
       6d ist  völlig auf den Umstand zurückzuführen, daß es die Bank zu
       gewisser Zeit  für richtig  hielt, diese Rate als den Höchstpreis
       für ihre Käufe festzusetzen. Diese Umstände bestehen jedoch nicht
       mehr. Seit  vielen Jahren  ist es  die Praxis der Bank, für alles
       Gold, das ihr für Münzen zuging, 77 sh 9 d anzurechnen" (i.e. die
       Bank steckt  1 1/2  d Schlagschatz, die die Münze gratis ihr ver-
       richtet, in  ihre Tasche);  "und sobald  die Neuprägung  der  So-
       vereigns beendet ist, wird es bis zur erneuten Abnutzung der Mün-
       zen eine wirksame Sperre gegen künftige Schwankungen im Preis der
       Goldbarren in  unserem Markt  geben,  die  hinausgehen  über  die
       kleine unbedeutende Differenz zwischen den von der Bank berechne-
       ten 77  sh 9  d und dem Preis der Münzstätte von 77 sh 10 1/2 d."
       (l.c. p. 9, 10.)
       
       Widerspruch zwischen  dem Geld  als measure  103*) und Äquivalent
       einerseits und als Zirkulationsmittel. Im letztren Abrasion, loss
       of metallic weight 104*). Schon Garnier bemerkt, daß,
       
       "wenn ein  etwas abgenützter Taler geschätzt würde, etwas weniger
       zu gelten  als ein ganz neuer, wäre die Zirkulation beständig ge-
       hemmt, und jede Zahlung gäbe Anlaß zu Streitigkeiten".
       
       (Im Mineralreich  natürlich gesucht und gewählt die zur Akkumula-
       tion bestimmte Materie. Garnier [, p. 24, 7].)
       
       "Da es  offensichtlich ist  und in der Natur der Dinge liegt, daß
       Münzen Stück  für Stück  und für immer einer Wertminderung unter-
       worfen sind,  einfach infolge  ganz normaler  und unvermeidlicher
       Abnutzung (um  nichts über  den Anreiz zu sagen, den jede Wieder-
       herstellung der  Münzen auf die ganze Legion von "pluggers" [432]
       und "sweaters"  [433] ausübt),  ist es  eine physische Unmöglich-
       keit, zu  jeder Zeit, selbst für einen einzigen Tag, leichte Mün-
       zen völlig  aus  der  Zirkulation  auszumerzen."  ("The  Currency
       Theory reviewed"  etc. By a Banker in England. Edinburgh, 1845 [,
       p. 69/70].)
       
       Dies geschrieben  Dezember 1844  commenting upon the Operation of
       the then recent proclamations respecting the light gold in circu-
       lation in  einem Brief  an die "Times" 105*) (Also Schwierigkeit:
       Wird das  leichte Gold  refüsiert, so  aller Standard 106*) unsi-
       cher. Wird  es akzeptiert, so Tor und Tür der Betrügerei geöffnet
       und dasselbe  Resultat.) Darin  heißt es  in bezug  auf die  oben
       angeführten proclamations 107*):
       -----
       103*) Maßstab  -  104*) Abnutzung,  Verlust  an  Metallgewicht  -
       105*) als Kommentierung  der Wirkung,  die kurz  zuvor veröffent-
       lichte Erklärungen  in einem  Brief an die "Times" über im Umlauf
       befindliche  zu  leichte  Goldmünzen  hatten  -  106*) Maßstab  -
       107*) Erklärungen
       
       #764# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
       -----
       "Ihr Eindruck  hat im  Grunde genommen darin bestanden, die ganze
       Menge der  umlaufenden Goldmünzen  als unsicheres  und  illegales
       Mittel für Geldtransaktionen anzuprangern." (p. 68, 69 l.c.)
       "Nach englischem  Gesetz, wenn  ein Goldsovereign  mehr als 0.774
       Gran vermindert  im Gewicht  ist, soll  er nicht länger passieren
       als Umlaufmittel.  Kein solches  Gesetz für das Silbergeld." (54.
       Wm. H. Morrison. "Observations on the system of Metallic Currency
       adopted in this country." London 1837.)
       
       Behauptung der  Currencyleute [434],  that the value ofa currency
       depends on its quantity 108*). (Fullarton, p. 13.) [435] Wenn die
       value der currency 109*) gegeben ist und die Preise und Masse der
       Transaktionen auf  der andren  Seite (ebenso  die Geschwindigkeit
       der Zirkulation),  kann of  course 110*) nur eine  b e s t i m m-
       t e   Q u a n t i t ä t   zirkulieren. Die  Preise und  Masse der
       Transaktionen und  die Geschwindigkeit  der Zirkulation  gegeben,
       hängt diese  Quantität ausschließlich  vom  W e r t  der currency
       ab. Diesen  Wert gegeben und die Geschwindigkeit der Zirkulation,
       hängt sie  ausschließlich ab  von den  Preisen und  der Masse der
       Transaktionen. Die  Quantität findet sich so bestimmt. Wenn daher
       repräsentatives Geld  - bloße Wertzeichen - zirkulieren, so hängt
       es von  dem standard ab, den sie vorstellen, welche Quantität von
       ihnen zirkulieren  kann. Daraus  fälschlich geschlossen,  daß die
       bloße Quantität ihren Wert bestimmt. Z.B. von Zetteln, die Pfunde
       repräsentieren, kann nicht dieselbe Quantität zirkulieren als von
       solchen, die Schillinge repräsentieren.
       ¦¦62¦ Das  profitbringende Kapital ist das wirkliche Kapital, der
       Wert, gesetzt  als zugleich sich reproduzierend und vervielfälti-
       gend und  als sich gleichbleibende Voraussetzung, von sich selbst
       als durch  es gesetztem Mehrwert unterschieden. Das zinsbringende
       Kapital ist wieder die rein abstrakte Form des profitbringenden.
       Indem das  Kapital gesetzt  ist als  profitbringend, entsprechend
       seinem Wert  (eine bestimmte  Stufe der  Produktivkraft vorausge-
       setzt), kann  die Ware,  oder sie  in ihrer Form als Geld gesetzt
       (der ihr entsprechenden Form als verselbständigter Wert oder, wie
       wir jetzt sagen können: realisiertes Kapital), als  K a p i t a l
       in Zirkulation  treten; es  kann als  K a p i t a l  Ware werden.
       In diesem  Fall ist  es auf  Zins ausgeliehnes  Kapital. Die Form
       seiner Zirkulation  - oder des Austauschs, dem es untergeht 111*)
       - erscheint dann spezifisch verschieden von der bisher betrachte-
       ten. Wir  haben gesehn,  wie das Kapital sowohl in der Bestimmung
       der Ware  wie in  der Bestimmung  des Geldes sich setzt; dies ge-
       schieht aber  nur, insofern  beide als Momente des Kreislaufs des
       Kapitals
       -----
       108*) daß der  Wert einer  Währung  von  ihrer  Menge  abhängt  -
       109*) der Wert  der Währung - 110*) selbstverständlich 111*) aus-
       gesetzt ist (engl.: which it undergoes)
       
       #765# Vermischtes
       -----
       erscheinen, worin  es sich  abwechselnd realisiert.  Es sind  nur
       verschwindende und  beständig wiedererzeugte  Existenzweisen des-
       selben, Momente  seines Lebensprozesses. Aber das Kapital als Ka-
       pital ist  nicht selbst  ein Moment der Zirkulation geworden; das
       Kapital selbst  als Ware. Die Ware ist nicht als Kapital verkauft
       worden noch das Geld als Kapital. Mit einem Wort, weder Ware noch
       Geld - und wir haben eigentlich bloß das letztre als die adäquate
       Form zu  betrachten -  sind in  Zirkulation getreten  als  p r o-
       f i t b r i n g e n d e  W e r t e.
       Maclaren [436] sagt:
       
       "Tooke, Fullarton  und Wilson sind der Ansicht, daß Geld als Ware
       einen inneren Wert besitzt und sich diesem Wert gemäß gegen Güter
       austauscht und  nicht nur  entsprechend dem jeweiligen Angebot an
       Geldstücken; und  wie Dr.  Smith nehmen  sie an,  daß Exporte von
       Gold- oder  Silberbarren gänzlich unabhängig vom Zustand der Wäh-
       rung vorgenommen werden, um internationale Schulden zu tilgen und
       für Konsumgüter wie Getreide zu zahlen, nach denen eine zusätzli-
       che Nachfrage  besteht, und  daß diese einem Fonds entnommen wer-
       den, der  weder der  inneren Zirkulation angehört noch Preise be-
       einflußt, sondern für diese Zwecke zurückgelegt wurde. Schwierig-
       keit liegt  in der  Erklärung, auf  welche Weise diese Gold- oder
       Silberbarren, von denen sie behaupten, sie seien für diesen Zweck
       beiseite gelegt worden und besäßen keinen Einfluß auf Preise, den
       Gesetzen von  Angebot und  Nachfrage entgehen  können und, obwohl
       sie in  Geldform unbeschäftigt  und als für die Vornahme von Ein-
       käufen gedacht  existieren, weder für diesen Zweck verwendet wer-
       den noch  die Preise  beeinflussen, einfach  infolge der Möglich-
       keit, so verwendet zu werden.
       Die Antwort  darauf ist, daß der fragliche Vorrat an Edelmetallen
       Überschuß-Kapital darstellt,  nicht einen  Überschuß an Einkommen
       und daher  nicht zur  Verfügung steht, um lediglich die Nachfrage
       nach Konsumgütern  zu steigern,  außer unter  der Bedingung,  daß
       auch das Angebot erhöht wird. Kapital auf der Suche nach Beschäf-
       tigung ist  kein reiner Zusatz zur Kaufkraft des Gemeinwesens. Es
       kann nicht in den Umlaufmitteln aufgehen. Wenn es dazu neigt, die
       Preise durch Nachfrage zu steigern, neigt es auch dazu, sie durch
       ein entsprechendes  Angebot zu  senken. Geld  in der Form als Si-
       cherheit für Kapital ist keine bloße Kaufkraft - es kauft nur, um
       zu verkaufen,  und findet schließlich den Weg ins Ausland im Aus-
       tausch für  fremde Konsumgüter eher, als lediglich zur Vermehrung
       der Umlaufmittel  daheim ausgeschüttet  zu werden. Geld in seiner
       Form als Sicherheit für Kapital gelangt niemals auf den Markt, um
       Waren gegenübergestellt zu werden, weil sein Zweck darin besteht,
       Waren zu  reproduzieren; nur  das Geld,  das  die    K o n s u m-
       t i o n     repräsentiert,  kann   letzten   Endes   die   Preise
       beeinflussen." ("Economist". May 15, '58.)
       "Mr. Ricardo behauptete, daß Preise abhängen von der entsprechen-
       den Summe  an Umlaufmitteln  und beziehungsweise  an  Waren,  daß
       Preise nur  durch Wertminderung des im Umlauf befindlichen Geldes
       steigen, d.h.  infolge eines  zu großen  Überflusses an  Geld  im
       Verhältnis zu  den Waren, daß sie fallen, entweder weil die Menge
       der Umlaufmittel reduziert wird, oder infolge einer relativen Er-
       höhung des  Vorrats allgemeiner  Waren, die  es zirkulieren läßt.
       A l l e  Goldbarren und Goldmünzen des Landes
       
       #766# Grundrisse - Vom Geld und vom Kapital - Heft VII
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       sind -  nach Ricardo - als im Umlauf befindliches Geld zu nehmen,
       und wenn sich das vermehrt ohne eine entsprechende Vermehrung der
       Waren, werden  die Umlaufmittel  im Wert  gemindert, und  es wird
       profitabel, Goldbarren auszuführen anstelle von Waren. Wenn ande-
       rerseits eine  schlechte Ernte  oder irgendein anderes Unglück zu
       einer bedeutenden  Vernichtung von  Waren führt  - ohne eine ent-
       sprechende Veränderung  in der  Höhe der Umlaufmittel, ist das im
       Umlauf befindliche  Geld, dessen  Summe eher  der Voreinschätzung
       des Marktes  und nicht dem plötzlich geschrumpften Warenmarkt an-
       gepaßt worden  war, wieder  überreichlich vorhanden  oder  "abge-
       wertet" und  muß durch  Export verringert werden, bevor sein Wert
       wiederhergestellt werden  kann. Entsprechend  dieser Ansicht  von
       der Zirkulation, in der Lord Overstones Theorie wurzelt, kann das
       Angebot an  Umlaufmitteln oder Geld in der Menge immer unbegrenzt
       erhöht werden  und verringert  seinen  Wert  entsprechend  dieser
       Vermehrung; und  es kann  seinen wahren Wert nur durch Export des
       überflüssigen  Anteils   zurückgewinnen.  Deshalb  hält  die  Ri-
       cardo'sche Schule jede Ausgabe von Papiergeld, das die Lücke fül-
       len könnte,  die durch  Exporte von Edelmetallen verursacht wurde
       und so  den 'natürlichen'  Fall der Preise verhindern könnte, der
       andrerseits mit Sicherheit eintritt, für eine Einmischung in öko-
       nomische Preisgesetze  und für  ein Abgehen  von Prinzipien,  die
       eine rein  metallische Währung  notwendigerweise regulieren  wür-
       den." (l.c.)
       

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