Quelle: MEW 42 Marx: Ökonomische Manuskripte 1857/1858

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       Vorwort
       
       Der vorliegende Ergänzungsband der Werke von Karl Marx und Fried-
       rich Engels enthält drei ökonomische Manuskripte, die Marx in der
       Zeit von Juli 1857 bis Mai 1858 geschrieben hat:
       1. "Bastiat und Carey" (Juli 1857),
       2. "Einleitung" (August 1857),
       3. "Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie" (Oktober 1857
       bis Mai 1858).
       Diese Manuskripte  wurden im vollständigen Wortlaut des Originals
       erstmalig in den Jahren 1939 bis 1941 in den zwei Teilen der Aus-
       gabe Karl  Marx, "Grundrisse  der Kritik der politischen Ökonomie
       (Rohentwurf)" vom  Institut für  Marxismus-Leninismus beim ZK der
       KPdSU veröffentlicht.  Ein fotomechanischer Nachdruck dieser Aus-
       gabe erschien 1953 im Dietz Verlag Berlin.
       Die ökonomischen  Manuskripte der Jahre 1857/1858 sind das Ergeb-
       nis angespannter  Forschungen von Marx auf dem Gebiet der politi-
       schen Ökonomie.
       Bereits die  vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts waren ein wich-
       tiger Zeitabschnitt in der Entwicklung der marxistischen ökonomi-
       schen Theorie.  In dieser  Zeit erarbeiteten  Marx und  Engels in
       solchen Werken  wie "Ökonomisch-philosophische Manuskripte", "Die
       heilige Familie",  "Die Lage  der arbeitenden Klasse in England",
       "Die  deutsche   Ideologie",   "Das   Elend   der   Philosophie",
       "Lohnarbeit und  Kapital", "Rede  über die Frage des Freihandels"
       und "Manifest  der Kommunistischen  Partei" die dialektisch-mate-
       rialistische Geschichtsauffassung  und dehnten  den dialektischen
       Materialismus damit  auf die  Erkenntnis der menschlichen Gesell-
       schaft aus. Das ermöglichte es ihnen, schon in den vierziger Jah-
       ren mit  einer wissenschaftlich begründeten Kritik an der bürger-
       lichen Gesellschaft  aufzutreten. In enger Zusammenarbeit begrün-
       deten Marx und Engels in den genannten Werken die
       
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       Lehre vom  Klassenkampf; sie  enthüllten das Wesen der Klassenge-
       gensätze in  der kapitalistischen  Gesellschaft und  zeigten, daß
       der Sozialismus  das unvermeidliche Resultat der in der bürgerli-
       chen Gesellschaft  wirkenden ökonomischen Gesetze ist und daß der
       Kapitalismus nicht ewig existieren wird, sondern sich selbst sei-
       nen Totengräber  in Gestalt  der Arbeiterklasse schafft. Marx be-
       gann bereits  in diesen Werken mit der Ausarbeitung seiner ökono-
       mischen Theorie.
       1850, bald  nach seiner Übersiedlung nach London, nahm Marx seine
       während der  Revolution 1848/49  unterbrochenen ökonomischen Stu-
       dien wieder  auf und setzte damit seine wissenschaftlichen Unter-
       suchungen der vierziger Jahre fort. Er studierte systematisch Bü-
       cher, Broschüren, Pamphlete, Flugschriften und Periodica, vor al-
       lem Schriften  von bürgerlichen  Ökonomen wie  William Petty  und
       François Quesnay  bis hin  zu den  Repräsentanten der klassischen
       englischen Ökonomie  Adam Smith und David Ricardo. Neben den Wer-
       ken zahlreicher  bürgerlicher Ökonomen und utopischer Sozialisten
       befaßte er  sich mit statistischem Material und englischen Parla-
       mentsdokumenten, las offizielle Berichte englischer Fabrikinspek-
       toren an das Unterhaus, arbeitete historische, technische und na-
       turwissenschaftliche Literatur durch und interessierte sich eben-
       falls  für   die  Kulturgeschichte,  Weltgeschichte  und  Zeitge-
       schichte. London, die seinerzeit größte Stadt der Welt und Metro-
       pole des  höchstentwickelten kapitalistischen Landes, bot für die
       Studien günstige Voraussetzungen. Marx bemerkte selbst dazu: "Das
       ungeheure Material  für Geschichte  der politischen Ökonomie, das
       im British  Museum aufgehäuft  ist, der  günstige Standpunkt, den
       London für die Beobachtung der bürgerlichen Gesellschaft gewährt,
       endlich das neue Entwicklungsstadium, worin letztere mit der Ent-
       deckung des  kalifornischen und  australischen Goldes einzutreten
       schien, bestimmten mich, ganz von vorn wieder anzufangen und mich
       durch das neue Material kritisch durchzuarbeiten." (Siehe Band 13
       unserer Ausgabe, S. 10/11.)
       Bis Juli  1857 bestand Marx' Arbeit vor allem in der Sammlung und
       kritischen Erschließung der verschiedenartigsten Quellen zur öko-
       nomischen Theorie  und im unmittelbaren Studium aller bedeutenden
       Ereignisse und  Fakten des  kapitalistischen Wirtschaftslebens in
       England und anderen Ländern. Vom Umfang seiner Forschungsarbeiten
       in den fünfziger Jahren zeugen Tausende Seiten von Exzerpten. Von
       1850 bis  1857 füllte  er einige  Dutzend Hefte  mit Auszügen und
       Konspekten, die von ihm zum Teil mit römischen Ziffern durchnume-
       riert wurden  und auf die er in den folgenden Jahren bei der Aus-
       arbeitung seiner Theorie immer wieder zurückgriff. Darüber hinaus
       legte Marx  in diesen Jahren einige Hefte an, in denen er die Zi-
       tate zu bestimmten
       
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       Themen, z.B.  "Das vollendete  Geldsystem", "Geldwesen, Kreditwe-
       sen, Krisen",  zusammenfaßte und  mit kurzen  Kommentaren versah.
       Das war  eine erste Bearbeitung des gesammelten Materials. Außer-
       dem schrieb  Marx sehr viele Presseartikel über die damalige öko-
       nomische Politik  und das  Wirtschaftsleben der  kapitalistischen
       Länder, die  neue wissenschaftliche  Schlußfolgerungen aus seinen
       theoretischen Studien enthielten.
       Besondere Aufmerksamkeit widmete Marx in den fünfziger Jahren den
       Wirtschaftskrisen in  einigen europäischen  Ländern. Marx und En-
       gels erwarteten in diesem Zusammenhang mit Ungeduld das Eintreten
       einer revolutionären  Situation. "Es  gibt diesmal  ein dies irae
       [Jüngstes Gericht]  wie nie  vorher, die  ganze europäische Indu-
       strie kaputt, alle Märkte überführt [...], alle besitzenden Klas-
       sen hereingeritten,  kompletter Bankrott  der Bourgeoisie,  Krieg
       und Liederlichkeit  im höchsten  Grad. Auch  ich glaube, daß sich
       alles dies  Anno 1857  erfüllen wird" (siehe Band 29 unserer Aus-
       gabe, S. 78). In einem Brief vom 17. November 1856 schrieb Engels
       an Marx: "So schöne tabula rasa wie diesmal findet die Revolution
       so  leicht   nicht  wieder   vor.  Alle   sozialistischen  dodges
       [Schwindeleien] erschöpft, die forcierte Beschäftigung der Arbei-
       ter seit  6 Jahren  antizipiert und  exploded [verworfen],  keine
       Möglichkeit, neue  Experimente und Phrasen zu machen. Auf der an-
       dern Seite  aber auch  die Schwierigkeiten  ganz nackt und unver-
       hüllt; der  Stier muß  ganz direkt bei den Hörnern gefaßt werden"
       (siehe Band 29 unserer Ausgabe, S. 86).
       Als 1857,  wie von  Marx vorausgesagt, die ökonomische Krise aus-
       brach, rechnete  er als Folge mit einem neuen revolutionären Auf-
       schwung. Er  sah es deshalb als seine Pflicht an, sich sofort mit
       der unmittelbaren Ausarbeitung seiner ökonomischen Theorie zu be-
       fassen, um  die Arbeiter  so bald  wie möglich  mit  ökonomischen
       Kenntnissen auszurüsten, ihr Klassenbewußtsein zu stärken und ih-
       nen zu  helfen, die  neuen historischen  Aufgaben ihrer Klasse zu
       begreifen. Den  Arbeitern mußte  die Unüberbrückbarkeit des Klas-
       sengegensatzes zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie nach-
       gewiesen werden,  eines Gegensatzes,  der mit  Notwendigkeit  zur
       proletarischen Revolution  führt. Marx betrieb deshalb die Zusam-
       menfassung der Ergebnisse seiner ökonomischen Forschungen aus den
       fünfziger Jahren  mit großer  Eile. "Ich  arbeite  wie  toll  die
       Nächte durch an der Zusammenfassung meiner ökonomischen Studien",
       schrieb er  am 8.  Dezember 1857 an Engels, "damit ich wenigstens
       die Grundrisse  im klaren  habe bevor dem déluge [der Sintflut]."
       (Siehe Band 29 unserer Ausgabe, S. 225.)
       
       Am selben  Tag beschrieb  Jenny Marx  in ihrem  Brief  an  Conrad
       Schramm, einem  Freund und  Mitstreiter von  Marx und Engels, den
       Verlauf von  Marx' Arbeit  folgendermaßen: "Sie  können sich doch
       wohl denken, wie high up
       
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       [gutgelaunt] der  Mohr ist.  Seine ganze frühere Arbeitsfähigkeit
       und Leichtigkeit  ist wiedergekehrt  sowie auch  die Frische  und
       Heiterkeit des Geistes [...]. Karl arbeitet am Tage, um fürs täg-
       liche Brot zu sorgen, nachts, um seine Ökonomie zur Vollendung zu
       bringen." Jetzt  ist "diese  Arbeit ein  Bedürfnis der Zeit, eine
       Notwendigkeit geworden"  (siehe Band 29 unserer Ausgabe, S. 645).
       Im Herbst  1857 brach  dann zwar  die Wirtschaftskrise  aus,  sie
       führte aber  nicht zu der mit solcher Ungeduld erwarteten revolu-
       tionären Situation,  war jedoch  der unmittelbare Anlaß für Marx,
       seine ökonomischen Studien zusammenzufassen.
       Das wichtigste überlieferte Ergebnis, die schöpferische Verallge-
       meinerung und Systematisierung der in den vierziger und besonders
       in  den   fünfziger  Jahren   gesammelten  Materialien  sind  die
       1857/1858 entstandenen  drei ökonomischen  Manuskripte,  die  der
       vorliegende Band enthält.
       Die Skizze  "Bastiat und Carey" ist ein Fragment. Marx hat sie im
       Juli 1857 niedergeschrieben. Hier steckte er den Rahmen der klas-
       sischen politischen  Ökonomie ab,  deren Grundstein  Ende des 17.
       Jahrhunderts Petty  und Boisguillebert  gelegt hatten  und die im
       ersten Drittel des 19. Jahrhunderts in den Werken von Ricardo und
       Sismondi ihren Abschluß fand.
       Diese unvollendete  Skizze zeugt  davon, wie  weit Marx  schon zu
       dieser Zeit  mit seiner Kritik der bürgerlichen Ökonomen vorange-
       kommen war  und das Wesen der ökonomischen Gesetze des Kapitalis-
       mus erkannt  hatte. Für  die Entstehungsgeschichte  der marxisti-
       schen politischen  Ökonomie ist diese Skizze deshalb interessant,
       weil Marx  hier zum erstenmal in ausgereifter Form eine Einschät-
       zung des Übergangs der klassischen bürgerlichen Ökonomie zur Vul-
       gärökonomie vornahm.  Während in  den vorhergehenden Arbeiten von
       Marx die  Einteilung der bürgerlichen Ökonomen in zwei Hauptströ-
       mungen nur  in den  Grundzügen angedeutet wird, gibt er hier eine
       genaue Charakteristik  der klassischen  bürgerlichen  politischen
       Ökonomie im  Unterschied zur  Vulgärökonomie, die  vom Niedergang
       der bürgerlichen Ökonomie zeugt.
       Bastiat und  Carey waren typische Vertreter jener Vulgärökonomen,
       die es  für nötig  hielten, "die Harmonie der Produktionsverhält-
       nisse da  zu beweisen,  wo die  klassischen Ökonomen  naiv  ihren
       Antagonismus zeichneten"  (siehe vorl. Band, S. 4). Ihre Theorien
       stellten eine bestimmte Gefahr für die Arbeiterbewegung dar, denn
       sie verschleierten die wirkliche Lage der Arbeiter in der kapita-
       listischen Gesellschaftsordnung  und dienten  als Stütze für ver-
       schiedene soziale  Illusionen, die  der Bourgeoisie genehm waren.
       Marx untersuchte  die ökonomischen  Verhältnisse, die den Auffas-
       sungen dieser beiden Ökonomen zugrunde lagen, und zeigte, daß die
       "durchaus verschiedne, selbst
       
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       widersprechende nationale  Umgebung, aus der heraus beide schrei-
       ben, [...]  sie  nichtsdestoweniger  zu  denselben  Bestrebungen"
       treibt. (Siehe vorl. Band, S. 4.)
       Diese Ökonomen  hielten die  kapitalistische Produktion  für  das
       ewige natürliche Ideal einer harmonischen Entwicklung der Gesell-
       schaft; die empörenden Übel der bürgerlichen Gesellschaft erklär-
       ten sie  entweder aus den feudalen Überbleibseln und dem Eingrei-
       fen des Staates in das Wirtschaftsleben - wie es Bastiat meinte -
       oder "aus  der vernichtenden Einwirkung Englands mit seinem Stre-
       ben nach  industriellem Monopol  auf dem  Weltmarkt" (siehe vorl.
       Band, S. 5), wie es bei Carey der Fall war.
       Diesen apologetischen Ansichten trat Marx entgegen mit einer wis-
       senschaftlichen Analyse  der kapitalistischen  Wirtschaft,  ihrer
       objektiven Gesetzmäßigkeiten  und ihrer  inneren antagonistischen
       Widersprüche.
       Marx beabsichtigte  ursprünglich, mit der fragmentarischen Skizze
       "Bastiat und  Carey" eine Besprechung des Buches von Frédéric Ba-
       stiat "Harmonie  économiques", 2.  ed. Paris  1851,  vorzunehmen,
       aber er  gab dieses  Vorhaben auf. "Es ist unmöglich, diesen Non-
       sense weiter  zu verfolgen. We, therefore, drop Mr. Bastiat. [Wir
       trennen uns  deshalb von  Herrn Bastiat.]"  (Siehe vorl. Band, S.
       13.)
       Die andere  unvollendete Skizze, die "Einleitung", wurde Ende Au-
       gust 1857  geschrieben. Marx  verzichtete später  darauf, sie  zu
       veröffentlichen, weil  er die  "erst zu  beweisende[n] Resultate"
       (siehe Band  13 unserer Ausgabe, S. 7) nicht vorwegnehmen wollte.
       Sie sollten  das Ergebnis  der gesamten Forschungsarbeit sein. In
       der "Einleitung"  hat Marx  umfassender als  sonst irgendwo seine
       Auffassung über  den Gegenstand  und die  Methode der politischen
       Ökonomie formuliert.  Im Gegensatz  zu den bürgerlichen Ökonomen,
       die die Verteilung in den Vordergrund stellten, sie zum eigentli-
       chen Gegenstand  der politischen Ökonomie erklärten und den Kapi-
       talismus nicht  als eine historisch vergängliche Ordnung betrach-
       teten, ging  Marx aus  vom Primat  der gesellschaftlichen Produk-
       tion. Die  Analyse der  dialektischen Wechselwirkung  der Produk-
       tion, der  Verteilung, des Austausches und der Konsumtion brachte
       ihn zu der Schlußfolgerung, daß die Produktion nicht nur den Aus-
       gangspunkt bildet,  sondern auch  bestimmendes Moment  in  dieser
       Einheit ist,  daß die  Verteilungsformen nur ein anderer Ausdruck
       der Produktionsformen  sind. Marx erkannte die Produktion als ge-
       sellschaftlich bestimmt und machte sie zum Gegenstand seiner For-
       schung.
       In der  "Einleitung" hat  Marx die wissenschaftlich richtige, die
       dialektisch-materialistische  Methode   des  Auf   steigens   vom
       Abstrakten zum  Konkreten entwickelt,  wobei unter  Konkretem die
       Einheit des Mannigfaltigen verstanden
       
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       wird, die  Zusammenfassung vieler  Bestimmungen als  Ergebnis des
       Denkens im Prozeß dieser Synthese. Dabei widmete Marx dem Problem
       des logischen  und historischen  Herangehens an den Forschungsge-
       genstand besondere  Aufmerksamkeit. Er  zeigte die  Notwendigkeit
       der logisch  folgerichtigen Betrachtung  der ökonomischen Katego-
       rien unter Berücksichtigung ihrer Rolle in der gegebenen ökonomi-
       schen Struktur.  Jedoch erscheinen  die  ökonomischen  Kategorien
       nicht nur  als Knotenpunkte  und Mittel  der Erkenntnis,  sondern
       auch als  Produkt der  geschichtlichen  Entwicklung  der  Gesell-
       schaft; darum  darf die logische Analyse nicht eine willkürliche,
       rein gedankliche  Konstruktion sein, die von den realen Prozessen
       losgelöst ist.  Die  wissenschaftlichen  Abstraktionen  in  Marx'
       Theorie sind  mit der konkreten Wirklichkeit als ihrer Vorausset-
       zung untrennbar verbunden, und der Verlauf des abstrakten Denkens
       vom Einfachen  zum Komplizierten  entspricht im  allgemeinen  dem
       wirklichen historischen Prozeß.
       Ausgehend von  seiner Auffassung  vom Gegenstand  und der Methode
       der politischen  Ökonomie, gab Marx in der "Einleitung" einen er-
       sten Entwurf  vom Aufbau  seines ökonomischen  Werkes,  der  alle
       wichtigen  Seiten  der  bürgerlichen  Gesellschaft  umfaßt.  Marx
       schrieb: "Die Einteilung offenbar so zu machen, daß 1. die allge-
       meinen abstrakten  Bestimmungen, die daher mehr oder minder allen
       Gesellschaftsformen zukommen  [...]. 2.  Die Kategorien,  die die
       innre Gliederung  der bürgerlichen Gesellschaft ausmachen und wo-
       rauf  die  fundamentalen  Klassen  beruhn.  Kapital,  Lohnarbeit,
       Grundeigentum. Ihre  Beziehung zueinander.  Stadt und  Land.  Die
       drei großen  gesellschaftlichen Klassen.  Austausch zwischen den-
       selben. Zirkulation.  Kreditwesen (private).  3.  Zusammenfassung
       der bürgerlichen  Gesellschaft in  der Form des Staats. In Bezie-
       hung zu  sich selbst  betrachtet.  Die  'unproduktiven'  Klassen.
       Steuern. Staatsschuld.  Öffentlicher Kredit. Die Bevölkerung. Die
       Kolonien. Auswanderung. 4. Internationales Verhältnis der Produk-
       tion. Internationale  Teilung der  Arbeit.  Internationaler  Aus-
       tausch. Aus-  und Einfuhr.  Wechselkurs. 5. Der Weltmarkt und die
       Krisen." (Siehe vorl. Band, S. 42.)
       Von Oktober  1857 bis  Mai 1858  schrieb Marx  ein Manuskript von
       mehr  als   50  Druckbogen.   Es  ist  bekannt  unter  dem  Titel
       "Grundrisse der  Kritik der  politischen Ökonomie" und stellt die
       erste Fassung - den Rohentwurf - seines Hauptwerkes "Das Kapital"
       dar.
       Dieses Manuskript  nimmt einen  besonderen Platz  in der  Entste-
       hungsgeschichte des Marxismus ein. Als Marx sich in den vierziger
       und fünfziger  Jahren des  19. Jahrhunderts  die Aufgabe gestellt
       hatte, die  Ökonomie  der  kapitalistischen  Gesellschaftsordnung
       gründlich und allseitig zu erforschen,
       
       #XI# Vorwort
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       untersuchte er  die Mittel,  Kategorien und  Methoden sowohl  der
       Philosophie als auch der politischen Ökonomie. Er setzte sich mit
       der bisherigen  Philosophie auseinander und entwickelte dabei die
       marxistische Philosophie.  Die "Grundrisse" legen ebenfalls deut-
       lich Zeugnis ab von dieser schöpferischen philosophischen Arbeit.
       Sie gehören  zu den  klassischen Werken der marxistischen Weltan-
       schauung und  weisen einen  großen Reichtum  an ökonomischen  und
       philosophischen Fragestellungen  und Antworten  auf. Marx hat mit
       den "Grundrissen"  eine gewaltige theoretische Arbeit zur Entdec-
       kung des  Entwicklungsgesetzes der  modernen kapitalistischen Ge-
       sellschaft geleistet. Hier arbeitete Marx zum erstenmal in Grund-
       zügen und  wesentlichen Details  seine Werttheorie  und auf ihrer
       Grundlage die  Mehrwerttheorie aus, diesen "Grundpfeiler der öko-
       nomischen Theorie von Marx" (siehe W.I. Lenin, Werke, Band 19, S.
       6). Die  materialistische Geschichtsauffassung  und die Mehrwert-
       theorie, das  sind die  zwei großen  Entdeckungen, durch die, wie
       Engels sagte,  der Sozialismus  aus einer Utopie zur Wissenschaft
       wurde (siehe Band 19 unserer Ausgabe, S. 209).
       Als Marx  an den  "Grundrissen" zu  schreiben begann, war ihm der
       Kernpunkt der politischen Ökonomie, das Mehrwertproblem, durchaus
       klar, aber im Verlauf der Arbeit drängten sich neue unvorhergese-
       hene Details  auf, die geklärt werden mußten. Deshalb handelte es
       sich bei  der Niederschrift des Manuskriptes nicht einfach um die
       Fixierung von im voraus Durchdachtem, sondern im Laufe der Arbeit
       gelangte Marx  zu Schlüssen,  die Entdeckungen  nicht nur im Hin-
       blick auf  den damaligen  Stand der  politischen Ökonomie  waren;
       seine  eigenen   ökonomischen  Anschauungen   wurden  bereichert.
       Zugleich macht  das Manuskript  die  Forschungsmethode  von  Marx
       sichtbar. Es  werden  deutlich  die  verschiedenen  Arbeitsstufen
       sichtbar, in  denen  die  Theorie  entscheidend  weiterentwickelt
       wurde, und es ist möglich, Schritt für Schritt den Prozeß zu ver-
       folgen, in  dem er  die Grundelemente  seiner ökonomischen  Lehre
       schuf. So  werden z.B. viele Formulierungen von Marx im Laufe der
       weiteren Arbeit  als unzulänglich  erkannt und  darum präzisiert.
       Häufig wird  ein Problem nur angedeutet und seine Lösung auf spä-
       ter verschoben. Wenn in den späteren Entwürfen seines Hauptwerkes
       die systematische  Darstellung bereits  ausgereifter Teile seiner
       ökonomischen  Lehre   vorherrscht,  so  kann  im  Manuskript  von
       1857/1858 unmittelbar der Weg verfolgt werden, der Marx zu seinen
       großen Entdeckungen in der politischen Ökonomie führte.
       Wichtig ist  es auch, in diesem Zusammenhang zu betonen, wie tat-
       kräftig Marx  während der  Arbeit von  Engels unterstützt  wurde.
       Nicht selten  bedurfte er  bei der  Analyse von Problemen, die in
       der kapitalistischen Wirtschaftspraxis
       
       #XII# Vorwort
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       wurzelten, aber  in der  Fachliteratur unbeantwortet blieben, der
       sachverständigen Ratschläge von Engels. Der Briefwechsel zwischen
       ihnen aus dieser Zeit legt ein beredtes Zeugnis dafür ab.
       Marx begann  die "Grundrisse"  mit einer  Kritik der ökonomischen
       Auffassung des Proudhonisten Alfred Darimon, vor allem der proud-
       honistischen Geldtheorie.  Die Kritik  des Proudhonismus betrach-
       tete Marx als eine wichtige Aufgabe des wissenschaftlichen Sozia-
       lismus. Er  schrieb 1880  in einer  Einführung zum  Wiederabdruck
       seines Werkes "Das Elend der Philosophie", daß es notwendig gewe-
       sen sei,  "um den Weg zum kritischen und materialistischen Sozia-
       lismus zu  bahnen, der die reale, historische Entwicklung der ge-
       sellschaftlichen Produktion  verständlich machen  will, mit jener
       Ideologie in  der Ökonomie brüsk zu brechen, deren letzte Verkör-
       perung unwissentlich  Proudhon war".  (Siehe Band 19 unserer Aus-
       gabe, S. 229.)
       Die erste  eingehende Kritik  der kleinbürgerlichen  Auffassungen
       Proudhons gab  Marx bereits  1847 in "Das Elend der Philosophie",
       doch damals  stützte er sich in bedeutendem Maße auf die ökonomi-
       sche Lehre  Ricardos. Im Manuskript von 1857/1858 setzte Marx die
       Kritik des  Proudhonismus von der Position der bereits weitgehend
       ausgereiften eigenen  ökonomischen Lehre  fort. Er widerlegte die
       These der  Proudhonisten, eine Reform der Banken, die Ausgabe von
       sogenanntem "Arbeitsgeld" oder "Stundenzettel", sei ein wirksames
       Mittel, das  Elend und  die Ausbeutung  der werktätigen Massen zu
       beseitigen. Er  legte dar,  daß der antagonistische Charakter der
       Widersprüche in  der  kapitalistischen  Gesellschaft  "nie  durch
       stille Metamorphose  zu sprengen  ist" (siehe vorl. Band, S. 93),
       daß die Vorschläge der Proudhonisten, einzelne "Mängel" der kapi-
       talistischen Gesellschaft zu beseitigen, jedoch ihre ökonomischen
       Grundlagen unberührt  zu lassen, eine Utopie sind, die die Arbei-
       terklasse desorientiert  und sie von der Erfüllung ihrer histori-
       schen Mission ablenkt.
       Im Verlauf  der Kritik  an den proudhonistischen Auffassungen ar-
       beitete Marx in den "Grundrissen" die Grundlagen seiner Werttheo-
       rie aus,  einschließlich des  Doppelcharakters der Arbeit und der
       Ware in  der bürgerlichen  Gesellschaft und der Notwendigkeit der
       Verwandlung der Ware in Geld.
       Marx hat  nicht zufällig die Darlegung seiner Werttheorie mit der
       Kritik der proudhonistischen Geldtheorie begonnen. In diesem Vor-
       gehen äußert  sich ein  wesentliches Merkmal  der Marxschen  For-
       schungsmethode. Tatsächlich  stellt das  Geld eine besonders mar-
       kante Erscheinungsform des Warenwerts dar, ist doch das Geld, die
       Geldform des Wertes, die entwickeltste, dem Kapitalismus adäquate
       Form des Wertes. Demzufolge ist die Geldtheorie die direkte Folge
       der Werttheorie. Zu diesen Erkenntnissen konnte Marx gelangen, da
       er in
       
       #XIII# Vorwort
       -----
       seiner Kritik  der bürgerlichen  politischen Ökonomie wie auch in
       der gesamten  Forschung, was  für Marx  ein einheitlicher  Prozeß
       war, von der äußeren Erscheinung zum inneren Wesen vordrang.
       Die These  vom Doppelcharakter der Arbeit in der kapitalistischen
       Warenproduktion, die  zum erstenmal in den "Grundrissen" ausgear-
       beitet wurde,  ist ein hervorragendes Resultat des Marxschen Den-
       kens. Sie  bildet die  Grundlage seiner  Werttheorie, und dadurch
       vor allem  unterscheidet sie  sich von der Arbeitswerttheorie der
       Klassiker der  bürgerlichen politischen  Ökonomie. Sie  begriffen
       nicht den  Gegensatz zwischen  konkreter und abstrakter Arbeit in
       der bürgerlichen  Gesellschaft und beschränkten sich auf die ein-
       fache Bestimmung  der Wertgröße  durch die Arbeitszeit. Demgegen-
       über betonte Marx, daß auf der Erkenntnis vom Doppelcharakter der
       Arbeit   "a l l e s  Verständnis der facts" beruhe (siehe Band 31
       unserer Ausgabe, S. 32.6).
       Aus dem  Doppelcharakter der Arbeit, daraus, daß die Arbeit unter
       den Bedingungen des Privateigentums an den Produktionsmitteln un-
       mittelbar private Arbeit ist, während sich ihr gesellschaftlicher
       Charakter auf  dem Markt erst beweisen muß, folgt der Widerspruch
       zwischen Gebrauchswert  und Wert  der Ware, der Widerspruch, wel-
       cher seine  äußere Bewegungsform  in der Verdoppelung der Ware in
       Ware und  Geld findet, darin, daß der Warenwert in einer besonde-
       ren Ware,  dem Geld,  ein selbständiges Dasein erlangt. Indem das
       Geld den Widerspruch zwischen Gebrauchswert und Wert der Ware äu-
       ßerlich löst,  verschärft es  gleichzeitig alle  Widersprüche der
       auf dem  privaten Austausch beruhenden Warenproduktion und stellt
       den Kapitalismus unvermeidlich vor Wirtschaftskrisen.
       Während der  Ausarbeitung seiner Werttheorie in den "Grundrissen"
       gelangte Marx bis zur Aufdeckung der Ware als ökonomische Zellen-
       form des  Kapitalismus. Das aber bedeutete, daß der Ausgangspunkt
       für die Analyse der ökonomischen Struktur der Gesellschaft nicht,
       wie Ricardo  annahm, der  Wert und  auch nicht das Wertverhältnis
       der Waren  sein kann,  sondern  vielmehr  die  Ware  selbst,  der
       stoffliche Träger dieses Verhältnisses.
       Bei der Betrachtung der Kategorien Ware und Geld analysierte Marx
       die  für  die  bürgerliche  Gesellschaft  charakteristische  Ver-
       sachlichung der  gesellschaftlichen Verhältnisse,  die  Knechtung
       der Individuen,  die beherrscht  werden  von  ihren  ökonomischen
       Verhältnissen, aus  denen sie  sich nur  auf revolutionärem  Wege
       befreien können.
       Eines der  wichtigsten Forschungsergebnisse  von Marx im "Kapitel
       vom Geld"  ist die Feststellung, daß die entwickelte Form der Wa-
       renproduktion unter  den Bedingungen  des Privateigentums  an den
       Produktionsmitteln notwendig  die Verwandlung von Geld in Kapital
       voraussetzt. Die Entwicklung
       
       #XIV# Vorwort
       -----
       der Warenproduktion  und des Tauschwertes führt unvermeidlich zur
       "Trennung von  Arbeit und  Eigentum; so daß Arbeit = wird fremdes
       Eigentum schaffen und Eigentum fremde Arbeit kommandieren" (siehe
       vorl. Band, S. 164).
       Im "Kapitel  vom Kapital"  löste Marx das zentrale Problem seiner
       Untersuchung - die Erforschung des Wesens und des Mechanismus der
       kapitalistischen Ausbeutung.
       Die bürgerlichen Ökonomen hatten sich vergeblich bemüht, vom Wert
       unmittelbar zum Kapital überzugehen. Sie betrachteten das Kapital
       als einfache Summe von Werten und erfaßten das Wesen der Verwand-
       lung von  Geld in Kapital nicht. Marx stellte fest, "daß die ein-
       fache Bewegung der Tauschwerte, wie sie in der reinen Zirkulation
       vorhanden ist,  nie Kapital  realisieren kann" (siehe vorl. Band,
       S. 179).
       Das Wesen  der kapitalistischen  Produktionsverhältnisse wird be-
       stimmt durch das Verhältnis zwischen Lohnarbeiter und Kapitalist,
       zwischen Arbeit  und Kapital,  die einander  gegenüberstehen  und
       zwischen denen  ein Austausch  stattfindet. Die Schwierigkeit der
       Analyse dieses Verhältnisses besteht darin nachzuweisen, daß sich
       der Austausch zwischen Lohnarbeiter und Kapitalist auf der Grund-
       lage des  Wertgesetzes vollzieht, d.h. auf der Grundlage des Aus-
       tausches von Äquivalenten.
       Marx' Analyse im "Kapitel vom Kapital" beruht im wesentlichen auf
       dem im  "Kapitel vom Geld" untersuchten Doppelcharakter der Ware,
       auf der Betrachtung der Ware als Einheit von Gegensätzen: von Ge-
       brauchswert und Wert.
       Im Austausch  zwischen Kapital  und Arbeit  unterschied Marx zwei
       qualitativ verschiedene  Prozesse: 1.  den eigentlichen Austausch
       zwischen Arbeiter  und Kapitalist, in dessen Ergebnis der Kapita-
       list die  Produktivkraft eintauscht,  "die das Kapital erhält und
       vervielfältigt" (siehe  vorl. Band, S. 200), 2. den Arbeitsprozeß
       selbst, in  welchem sich  dieses Erhalten und Vervielfältigen des
       Kapitals vollzieht.  Bei der  Analyse des ersten Prozesses formu-
       lierte Marx  folgende Erkenntnis:  Im Verhältnis  von Kapital und
       Arbeit ist  "die eine Seite (das Kapital) [...] zunächst der and-
       ren Seite als  T a u s c h wert  gegenüber und die andre (die Ar-
       beit) dem Kapital gegenüber als Gebrauchswert" (siehe vorl. Band,
       S. 193).  Marx vollzog  hier einen  wichtigen Schritt, um von der
       üblichen Formel  der bürgerlichen  Ökonomen von der "Ware Arbeit"
       und vom  "Verkauf der  Arbeit" zur Ware Arbeitskraft überzugehen.
       Die Arbeit  tritt in  dieser Betrachtung  von Marx  bereits nicht
       mehr als  Ware auf, sondern als Gebrauchswert jener Ware, die der
       Arbeiter dem  Kapitalisten verkauft.  Die Besonderheit dieses Ge-
       brauchswertes besteht  darin, daß  er "nicht materialisiert [ist]
       in einem Produkt", überhaupt nicht außer dem Arbeiter existiert,
       
       #XV# Vorwort
       -----
       "also nicht wirklich, sondern nur der Möglichkeit nach, als seine
       Fähigkeit" (siehe vorl. Band, S. 193).
       Im ersten Prozeß des Austausches zwischen Arbeit und Kapital ging
       auch die  Verfügungsgewalt über  die lebendige  Arbeit des Arbei-
       ters, d.h. seine Arbeitskraft, sein Arbeitsvermögen, an den Kapi-
       talisten über.  Der zweite  Prozeß dieses Austausches ist der Ar-
       beitsprozeß selbst,  welcher zusammenfällt mit dem Prozeß der Er-
       haltung und Vervielfältigung des Kapitals.
       Marx wies  nach, daß  der Arbeiter, der nicht Eigentümer der Pro-
       duktionsmittel ist, auch nicht Eigentümer der Produkte seiner Ar-
       beit sein  kann, jenes  Wertes, den  er im  Produktionsprozeß er-
       zeugt. Aber einen bestimmten, im voraus festgesetzten Teil dieses
       vom Arbeiter erzeugten und dem Kapitalisten gehörenden Wertes muß
       der Kapitalist  dem Arbeiter  in Form des Arbeitslohnes zurücker-
       statten, um  den Wert der Arbeitskraft zu zahlen, d. h. jenes Ar-
       beitsquantums, das für die "Produktion" des Arbeiters selbst ver-
       braucht wird.  Der Arbeiter  schafft größeren  Wert als  den Wert
       seiner Arbeitskraft,  und der  Kapitalist erhält  einen Mehrwert,
       der so groß ist wie die Differenz zwischen dem von der lebendigen
       Arbeit geschaffenen Wert und dem Wert der Arbeitskraft.
       In den  "Grundrissen" prägte Marx zum erstenmal die Begriffe kon-
       stantes Kapital und variables Kapital und erläuterte ihr Verhält-
       nis. Die  Unterscheidung dieser  beiden Bestandteile des Kapitals
       hat große  Bedeutung für  die politische  Ökonomie der  Arbeiter-
       klasse, weil sie zeigt, daß der Profit im Produktionsprozeß nicht
       durch das  gesamte Kapital hervorgebracht wird, sondern nur durch
       den Teil,  der für  die Arbeitskraft  gezahlt wird.  Der Wert des
       konstanten Kapitals  wächst nicht  im Produktionsprozeß,  sondern
       wird lediglich auf das Produkt übertragen.
       Die klassische bürgerliche politische Ökonomie hatte den Mehrwert
       nie rein als solchen untersucht, sondern nur in seinen besonderen
       Formen wie Profit, Zins und Rente, die an der Oberfläche der bür-
       gerlichen Gesellschaft  wirken. Die Erforschung des Mehrwerts un-
       abhängig von  seinen besonderen Formen ist eine der bedeutendsten
       Errungenschaften der Marxschen ökonomischen Lehre.
       Im "Kapitel  vom Kapital" entwickelte Marx erstmalig in allgemei-
       nen Zügen seine Lehre von den zwei Arten des Mehrwerts, dem abso-
       luten und  relativen Mehrwert.  Er deckte  in diesem Zusammenhang
       die zweifache Tendenz des Kapitals auf: Verlängerung des Arbeits-
       tages als  Mittel zur  Vergrößerung des  absoluten Mehrwerts  und
       Verkürzung der  notwendigen Arbeitszeit  durch Steigerung der Ar-
       beitsproduktivität als  Mittel  zur  Vergrößerung  des  relativen
       Mehrwerts.
       
       #XVI# Vorwort
       -----
       Auf diese  Art legte  Marx in dem vorliegenden Manuskript zum er-
       stenmal in  der Geschichte  der ökonomischen Wissenschaft den Me-
       chanismus der kapitalistischen Ausbeutung dar. Er zeigte, daß die
       Aneignung des  von den Arbeitern geschaffenen Mehrwerts durch die
       Kapitalistenklasse die  Grundlage der  kapitalistischen Produkti-
       onsweise ist. Sie geht in Übereinstimmung mit den ihr innewohnen-
       den Gesetzen,  vor allem  dem Mehrwertgesetz, vor sich. Der Mehr-
       wert erscheint  in der  Theorie von Marx als notwendiges Resultat
       der kapitalistischen  Produktionsverhältnisse,  seine  Produktion
       und Aneignung  ist das  Wesen dieser  Verhältnisse, das Hauptziel
       der Kapitalisten, er bestimmt die übrigen Kategorien und Verhält-
       nisse der bürgerlichen Gesellschaft, er liegt dem Bewegungsgesetz
       der kapitalistischen Produktionsweise zugrunde und bedingt unaus-
       weichlich ihren  Untergang und  ihre Ablösung durch den Kommunis-
       mus. Wenn  die kapitalistische Ausbeutung, wie Marx nachwies, aus
       dem Wesen  der kapitalistischen  Produktionsverhältnisse  hervor-
       geht, so folgt daraus, daß innerhalb der kapitalistischen Gesell-
       schaftsordnung die  Arbeiterklasse nicht von ihrer Ausbeutung be-
       freit werden  kann. Gleichzeitig  damit werden,  wie Marx zeigte,
       innerhalb der  bürgerlichen Gesellschaft  selbst die  materiellen
       Voraussetzungen für  die Vernichtung der kapitalistischen Produk-
       tionsweise geschaffen,  "erzeugen sich  sowohl Verkehrs- als Pro-
       duktionsverhältnisse, die  ebenso viel  Minen  sind,  um  sie  zu
       sprengen" (siehe vorl. Band, S. 93).
       Marx hatte  in den "Grundrissen" auch schon begonnen, auf der Ba-
       sis seiner  Mehrwerttheorie die  Erscheinungsformen des Mehrwerts
       zu erklären. Er entwickelte erste Gedanken zur Entdeckung des Ge-
       setzes vom  Durchschnittsprofit und  der Definition des Produkti-
       onspreises, also  zur Erklärung  des widersprüchlichen  Preisbil-
       dungsmechanismus unter  den Bedingungen  des  Kapitalismus.  Marx
       stellte fest,  daß der  Profit  der  gesamten  Kapitalistenklasse
       nicht größer  sein kann als die Summe des gesamten Mehrwerts, und
       gelangte dadurch  zu dem Schluß, daß die in verschiedenen Produk-
       tionszweigen notwendigerweise  unterschiedlichen Profitraten sich
       im Ergebnis der Konkurrenz zwischen den Produktionszweigen zu ei-
       ner allgemeinen Profitrate ausgleichen. Die Bildung der allgemei-
       nen Profitrate  erfolgt, wie  Marx darstellt, durch die Umvertei-
       lung der in allen Zweigen der kapitalistischen Produktion erzeug-
       ten Gesamtsumme  des Mehrwerts entsprechend der Größe des in die-
       sem oder jenem Zweige angelegten Kapitals. Dabei werden die Waren
       zu einem  Produktionspreis verkauft, der von ihrem Wert abweicht.
       Er kann in einigen Zweigen höher und in anderen Zweigen niedriger
       sein als der Wert.
       Während der  Arbeit am  "Kapitel vom  Kapital" ergänzte  Marx die
       Analyse der  kapitalistischen Produktionsweise durch die Untersu-
       chung der vorangegangenen
       
       #XVII# Vorwort
       -----
       Gesellschaftsformen und richtete seinen Blick in die Zukunft, auf
       jene Gesellschaftsordnung,  die den Kapitalismus notwendigerweise
       ablösen wird. Er schrieb: Unsre Methode zeigt "die Punkte, wo die
       historische Betrachtung  hereintreten muß oder wo die bürgerliche
       Ökonomie als  bloß historische  Gestalt des  Produktionsprozesses
       über sich  hinausweist auf  frühre historische Weisen der Produk-
       tion [...].  Ebenso führt  diese richtige Betrachtung andrerseits
       zu Punkten,  an denen die Aufhebung der gegenwärtigen Gestalt der
       Produktionsverhältnisse -  und so  foreshadowing [Vorahnung]  der
       Zukunft, werdende  Bewegung sich  andeutet. Erscheinen einerseits
       die vorbürgerlichen  Phasen als   n u r    h i s t o r i s c h e,
       i.e. aufgehobne  Voraussetzungen, so die jetzigen Bedingungen der
       Produktion als   s i c h   s e l b s t   a u f h e b e n d e  und
       daher als   h i s t o r i s c h e   V o r a u s s e t z u n g e n
       für einen  neuen  Gesellschaftszustand  setzende."  (Siehe  vorl.
       Band, S. 373.)
       In diesem  Zusammenhang gab  Marx im  "Kapitel vom Kapital" einen
       historischen Abriß über die Formen, die der kapitalistischen Pro-
       duktion vorhergingen.  Er untersuchte  die Entwicklung des Eigen-
       tums von  der urgemeinschaftlichen Ordnung bis zur Entstehung der
       kapitalistischen Aneignungsweise  und vollzog  damit einen bedeu-
       tenden Schritt  in der Ausarbeitung seiner Lehre von den ökonomi-
       schen Gesellschaftsformationen.  Damit vertiefte er seine Ansich-
       ten, die  er erstmals  in  der  "Deutschen  Ideologie"  dargelegt
       hatte. Marx  gab eine  Bestimmung des  Eigentums und verfolgte im
       Detail die Evolution seiner Formen in Abhängigkeit von den Verän-
       derungen der  Produktionsbedingungen. Diese  Verbindung, die zwi-
       schen der  Form des Eigentums und den Produktionsbedingungen exi-
       stiert, hat  Marx später  im Vorwort  zur Veröffentlichung seiner
       Schrift "Zur Kritik der Politischen Ökonomie. Erstes Heft" formu-
       liert, wo  von den  Eigentumsverhältnissen als  dem "juristischen
       Ausdruck" der  einen oder anderen historisch entstandenen Produk-
       tionsverhältnisse die Rede ist (siehe Band 13 unserer Ausgabe, S.
       9).
       In den  "Grundrissen" charakterisierte Marx auch den Begriff Pro-
       duktionsweise, wobei  er auf die aktive Rolle der Produktivkräfte
       im Prozeß  der gesellschaftlichen Entwicklung hinwies, die unver-
       meidlich die  Ablösung  einer  Gesellschaftsformation  durch  die
       nächst höhere bewirken.
       Im Zusammenhang mit der Untersuchung der Entwicklung der vorkapi-
       talistischen Eigentumsformen  erklärte Marx  den Prozeß  der  ur-
       sprünglichen Akkumulation  des Kapitals und zeigte, daß ihr Wesen
       einerseits in  der Herausbildung  der Klasse der Lohnarbeiter be-
       steht, die  keine Produktionsmittel  besitzt, und andererseits in
       der Verwandlung  der Produktionsmittel  in Kapital,  befreit  von
       traditionellen feudalen  und Zunfthemmnissen.  Erstmals wurde die
       Epoche der  ursprünglichen Akkumulation  hier als spezielle Über-
       gangsperiode der geschichtlichen Entwicklung definiert.
       
       #XVIII# Vorwort
       -----
       In den  "Grundrissen" vertiefte  Marx die  Grundlagen der wissen-
       schaftlichen Periodisierung  der Geschichte  der kapitalistischen
       Gesellschaft, die  er schon  in den  vierziger Jahren  angedeutet
       hatte. Er  begründete die  Notwendigkeit, in  der Entwicklung des
       Kapitalismus zwischen dem Manufaktur- und dem Maschinenstadium zu
       unterscheiden. Die  Manufaktur bildet  noch nicht  die materielle
       Basis für  die allgemeine  Verbreitung der  kapitalistischen Ver-
       hältnisse und  für die  Verdrängung vorkapitalistischer Formatio-
       nen. Erst  die  maschinelle  Großproduktion  ist  die  materielle
       Grundlage für  die endgültige  Herausbildung des kapitalistischen
       Systems, erst  sie ist  der vollständigen Herrschaft des Kapitals
       adäquat.
       Mit der  Erforschung der Genesis des Kapitalismus und der Entdec-
       kung der Gesetze seiner Entstehung und Entwicklung hatte Marx den
       wirklichen historischen  Platz des Kapitalismus bestimmt und sei-
       nen unausbleiblichen  Untergang, die unvermeidliche Aufhebung der
       dem Kapitalismus  eigenen Trennung  zwischen Arbeit  und Eigentum
       nachgewiesen. "Damit  die Arbeit  sich wieder zu ihren objektiven
       Bedingungen als ihrem Eigentum verhalte, muß ein andres System an
       die Stelle  des Systems des Privataustauschs treten" (siehe vorl.
       Band, S.  417). Die von Marx in diesem Zusammenhang gegebene Ana-
       lyse der  neuen, an die Stelle des Kapitalismus tretenden Gesell-
       schaftsordnung verdient besonderes Interesse.
       Im Manuskript  von 1857/1858  bezeichnet Marx  die kommunistische
       Gesellschaft als eine solche Gesellschaft, wo "freie Individuali-
       tät, gegründet auf die universelle Entwicklung der Individuen und
       die  Unterordnung  ihrer  gemeinschaftlichen,  gesellschaftlichen
       Produktivität, als  ihres gesellschaftlichen Vermögens" herrscht.
       (Siehe vorl.  Band, S.  91.) Marx  unterstreicht die  historische
       Notwendigkeit des Übergangs zur kommunistischen Gesellschaft, de-
       ren Entstehung eine bestimmte Stufe der Entwicklung der materiel-
       len und geistigen Bedingungen voraussetzt.
       Die Arbeit in der künftigen kommunistischen Gesellschaft wird von
       Marx als  unmittelbar gesellschaftliche  Arbeit  charakterisiert.
       Unter den Bedingungen der gemeinschaftlichen Produktion tritt die
       Arbeit des  einzelnen von  Anfang an als gesellschaftliche Arbeit
       auf. Nicht der Austausch gibt der Arbeit den Charakter des Allge-
       meinen, sondern  das gesellschaftliche  Eigentum an den Produkti-
       onsmitteln und der gemeinschaftliche Charakter der Produktion ma-
       chen von vornherein das Produkt der Arbeit zu einem gesellschaft-
       lichen, allgemeinen.
       Besonders große Bedeutung hat in diesem Zusammenhang das von Marx
       formulierte Gesetz  der Ökonomie  der Zeit  unter den Bedingungen
       der kommunistischen  Gesellschaft. Marx  schreibt: "Gemeinschaft-
       liche Produktion
       
       #XIX# Vorwort
       -----
       vorausgesetzt, bleibt die Zeitbestimmung natürlich wesentlich. Je
       weniger Zeit  die Gesellschaft  bedarf, um  Weizen, Vieh  etc. zu
       produzieren, desto  mehr Zeit  gewinnt sie  zu andrer Produktion,
       materieller oder  geistiger. Wie  bei einem  einzelnen Individuum
       hängt die Allseitigkeit ihrer Entwicklung, ihres Genusses und ih-
       rer Tätigkeit  von Zeiteinsparung  ab. Ökonomie  der Zeit,  darin
       löst sich  schließlich alle  Ökonomie auf. Ebenso muß die Gesell-
       schaft ihre  Zeit zweckmäßig  einteilen, um  eine ihren Gesamtbe-
       dürfnissen gemäße  Produktion zu erzielen; wie der einzelne seine
       Zeit richtig einteilen muß, um sich Kenntnisse in angemeßnen Pro-
       portionen zu  erwerben oder  um den verschiednen Anforderungen an
       seine Tätigkeit  Genüge zu  leisten. Ökonomie der Zeit sowohl wie
       planmäßige Verteilung der Arbeitszeit auf die verschiednen Zweige
       der Produktion  bleibt also erstes ökonomisches Gesetz auf Grund-
       lage der gemeinschaftlichen Produktion. Es wird sogar in viel hö-
       herem Grade  Gesetz." (Siehe vorl. Band, S. 105.) Jede wahre Öko-
       nomie äußert sich in der Einsparung von Arbeitszeit, in der Redu-
       zierung der  Produktionskosten auf ein mögliches Minimum; mit an-
       deren Worten, in der Steigerung der Arbeitsproduktivität. Das ist
       identisch mit der Entwicklung der Produktivkräfte. Einsparung von
       Arbeitszeit bedeutet  Erweiterung der Freizeit, welche ihrerseits
       auf die Produktivkraft der Arbeit zurückwirkt. Die Freizeit - als
       Zeit der  Muße, Zeit für Bildung, künstlerische Betätigung usw. -
       gestattet jedem  Mitglied der  Gesellschaft die vollständige Ent-
       faltung seiner geistigen und körperlichen Fähigkeiten.
       Im Unterschied  zu  einigen  utopischen  Sozialisten,  die  davon
       träumten, daß  sich die Arbeit im Kommunismus aus einer verhaßten
       Bürde, einem  Fluch, der  sie im  Kapitalismus für  die übergroße
       Mehrheit der  Werktätigen ist, in ein Spiel, ein bloßes Amüsement
       verwandeln würde,  spricht Marx  von der Allgemeinheit der Arbeit
       in der  kommunistischen Gesellschaft,  der Arbeit  als erstem Le-
       bensbedürfnis, als  dem "verdammtesten  Ernst" (siehe vorl. Band,
       S. 512). Die kommunistische Arbeit hat wissenschaftlichen Charak-
       ter, sie  ist die  praktische Anwendung des Wissens, die "Experi-
       mentalwissenschaft, materiell  schöpferische und  sich  vergegen-
       ständlichende Wissenschaft"  (siehe vorl. Band, S. 607). Die Wis-
       senschaft wandelt  sich um  in eine  unmittelbare Produktivkraft.
       (Siehe vorl. Band, S. 602.)
       Als Marx  seine ökonomische  Theorie entwickelte,  erarbeitete er
       sich gleichzeitig  auch die  Struktur seines ökonomischen Werkes.
       Es wurde bereits der erste Planentwurf erwähnt, den Marx Ende Au-
       gust 1857 in der unvollendet gebliebenen "Einleitung" angefertigt
       hat. Diesem  Plan zufolge,  den Marx  fast in  derselben Form  am
       Schluß des "Kapitels vom Geld" (siehe vorl. Band, S. 154) wieder-
       holte, sollte das Werk aus fünf Teilen bestehen, von denen der
       
       #XX# Vorwort
       ----
       erste  Teil   die  allgemein  abstrakten  Bestimmungen  enthalten
       sollte, die  in dieser oder jener Form allen Gesellschaftsordnun-
       gen eigen sind.
       Im November  1857 gab  Marx am  Beginn des "Kapitels vom Kapital"
       (siehe vorl.  Band, S. 188) bereits viel detailliertere Fassungen
       des Plans  für jenen Teil seiner Arbeit, dessen unmittelbarer Ge-
       genstand das Kapital in all seinen Formen und Aspekten ist, wobei
       er im  Abschnitt "Allgemeinheit" (dem Marx später die Bezeichnung
       "Das Kapital im allgemeinen" gab) eine Dreigliederung des Materi-
       als vornahm, die später im Aufbau seines "Kapitals" eine so große
       Rolle spielte.
       Mit dem  vorliegenden Manuskript "Grundrisse der Kritik der poli-
       tischen Ökonomie"  faßte Marx  die Ergebnisse seiner ökonomischen
       Studien zusammen.  Es wurde  nicht in erster Linie für die Veröf-
       fentlichung geschrieben, sondern diente Marx zur Selbstverständi-
       gung. In  der Auseinandersetzung  mit der bürgerlichen und klein-
       bürgerlichen Ideologie entwickelte er wichtige Grundgedanken sei-
       ner ökonomischen  Lehre. Durch seine umfangreichen Studien konnte
       Marx den  Mechanismus der  kapitalistischen Ausbeutung  aufdecken
       und so  einen wichtigen  Schritt zur umfassenden ökonomischen Be-
       gründung der historischen Mission der Arbeiterklasse vollziehen.
       Mit der Fertigstellung dieses Manuskriptes endete die erste große
       Etappe bei der Ausarbeitung der ökonomischen Theorie von Marx und
       der Herausbildung  der Struktur seines künftigen Hauptwerkes "Das
       Kapital".
       
       Mit dem  Erscheinen der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA), die ge-
       meinsam vom  Institut für  Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU
       und vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED heraus-
       gegeben wird,  ist es  möglich, die vorliegende Marx-Engels-Werk-
       ausgabe auf  der Grundlage der MEGA durch weitere Ergänzungsbände
       zu komplettieren.
       In dem  vorliegenden Band  finden im  Textteil, im Vorwort und im
       wissenschaftlichen Apparat  die  neuen  Forschungsergebnisse  des
       Bandes 1  der Zweiten  Abteilung der MEGA sowie des Bandes 46 der
       zweiten russischen  Ausgabe der  Werke von  Marx und Engels ihren
       Niederschlag.
       Der Text  folgt der  unveränderten Wiedergabe der Marxschen Manu-
       skripte in  der MEGA.  Offensichtliche Schreibfehler  werden ohne
       Nachweis korrigiert,  alle sinnverändernden Texteingriffe in Fuß-
       noten nachgewiesen.  Zum besseren  Verständnis des  Textes werden
       von der  Redaktion an  einigen Stellen erklärende oder ergänzende
       Worte in  eckigen Klammern  eingefügt. Die Manuskripte wurden von
       Marx selbst  nur spärlich  durch  Überschriften  gegliedert.  Ein
       großer Teil  der Überschriften  stammt von  der Redaktion und ist
       durch eckige Klammern kenntlich gemacht. Dabei wird auf die Über-
       schriften des
       
       #XXI Vorwort
       -----
       MEGA-Bandes zurückgegriffen.  Die eckigen  Klammern bei Marx sind
       durch geschweifte Klammern ersetzt.
       Alle längeren Zitate erscheinen im Kleindruck. Fremdsprachige Zi-
       tate werden  im Text erstmalig ins Deutsche übersetzt; ihr Origi-
       nalwortlaut ist im Anhang zu finden. Soweit möglich, werden Über-
       setzungen der  Zitate gebracht,  die  Marx  oder  Engels  in  den
       "Theorien über  den Mehrwert", im "Kapital" und in anderen Werken
       selbst gegeben  haben. Für  die Übersetzung von Smith und Ricardo
       werden die  Neuausgaben ihrer  Hauptwerke benutzt (David Ricardo,
       "Über die  Grundsätze der  politischen Ökonomie  und der Besteue-
       rung". Übersetzt  und mit  einer Einleitung  versehen von Gerhard
       Bondi, Berlin 1959. - Adam Smith, "Eine Untersuchung über das We-
       sen und  die Ursachen  des Reichtums der Nationen". Übersetzt und
       eingeleitet von Peter Thal, Band I, Berlin 1963).
       Die Fußnoten  von Marx  sind durch  Sternchen gekennzeichnet. Die
       von ihm  in den  Text eingestreuten  fremdsprachigen  Wörter  und
       Sätze werden  unverändert gebracht  und  in  Fußnoten  übersetzt.
       Diese sind  durch eine  durchgehende Linie  vom Text getrennt und
       durch Ziffern kenntlich gemacht.
       Die Nummern  der Manuskripthefte  von Marx  werden durch römische
       Zahlen, die  Manuskriptseiten  durch  arabische  Zahlen  zwischen
       senkrechten Strichen gekennzeichnet.
       Rechtschreibung und  Zeichensetzung sind,  soweit vertretbar, mo-
       dernisiert. Der  Lautstand und die Silbenzahl in den deutschspra-
       chigen Texten  werden nicht verändert. Im Text vorkommende Unein-
       heitlichkeiten bei Währungsbezeichnungen werden vereinheitlicht.
       Der vorliegende  Band enthält  Anmerkungen, auf die im Text durch
       hochgestellte Ziffern  in eckigen  Klammern hingewiesen wird, ein
       Literatur- und Personenverzeichnis, ein Verzeichnis der Gewichte,
       Maße und  Münzen, ein  Abkürzungsverzeichnis sowie  ein Sachregi-
       ster.
       
       Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED
       

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