Quelle: MEW 43 Marx: Ökonomisches Manuskript 1861 bis 1863


       zurück

       #1#
       -----
       KARL MARX
       
       Ökonomisches Manuskript
       
       1861-1863
       
       Teil I
       
       #2#
       -----
       
       #3#
       -----
       ¦I¦ Zur Kritik der politischen Ökonomie
       
       Drittes Kapitel
       
       Das Kapital im allgemeinen [1]
       
       #4# 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I und II
       -----
       ¦A¦ Augast 1861. Drittes Kapitel. Das Kapital im allgemeinen
       I. Der Produktionsprozeß des Kapitals
       1. Verwandlung von Geld in Kapital
       a) Allgemeinste  Form des  Kapitals, b)  Schwierigkeiten, c) Aus-
       tausch des  Kapitals mit Arbeitsvermögen, d) Wert des Arbeitsver-
       mögens, e)  Arbeitsprozeß. f)  Verwertungsprozeß, g) Kapitalisti-
       sche Produktion
       ¦II-A¦ I.  1. h)  Die zwei Bestandteile des Verwandlungsprozesses
       [2]
       
       #5# G-W-G. Allgemeinste Form des Kapitals
       -----
       ¦1¦ I. Der Produktionsprozeß des Kapitals
       
       1. Verwandlung von Geld in Kapital [3]
       
       a) G-W-G. Allgemeinste Form des Kapitals
       
       Wie wird  Geld zu  Kapital? Oder  wie wird der Geldbesitzer (i.e.
       W a r e n b e s i t z e r)  zum Kapitalisten?
       Betrachten wir zunächst die Form G-W-G - Austauschen von Geld ge-
       gen Ware,  i.e.  k a u f e n,  um die Ware wieder gegen Geld aus-
       zutauschen, i.e.  um zu   v e r k a u f e n.  Es ist schon früher
       [4] bemerkt worden, daß in der Form der Zirkulation W-G-W die Ex-
       treme W, W, obgleich sie gleiche Wertgrößen sind, qualitativ ver-
       schieden sind,  daher  in  dieser  Form  wirklicher  Stoffwechsel
       stattfindet  (verschiedne   Gebrauchswerte  gegeneinander  ausge-
       tauscht werden), also das Resultat W-W - Austausch von Ware gegen
       Ware, in  der Tat  Austausch von  Gebrauchswerten gegeneinander -
       einen selbstverständlichen  Zweck hat. In der Form G-W-G (kaufen,
       um zu  verkaufen) dagegen sind die beiden Extreme G, G qualitativ
       d i e s e l b e n,   Geld. Wenn  ich aber G (Geld) gegen W (Ware)
       austausche, um  die Ware (W) wieder gegen G (Geld) auszutauschen,
       also kaufe,  um zu  verkaufen, so  ist das Resultat, daß ich Geld
       gegen Geld  ausgetauscht habe.  In der Tat, die Zirkulation G-W-G
       (kaufen, um  zu verkaufen) zerfällt in folgende Akte. Erstens: G-
       W, austauschen  von Geld  gegen Ware, kaufen; zweitens: W-G, aus-
       tauschen von  Ware gegen  Geld, verkaufen; und die Einheit dieser
       beiden Akte  oder das  Durchlaufen beider  Stadien G-W-G, austau-
       schen von Geld gegen Ware, um Ware gegen Geld auszutauschen, kau-
       fen, um  zu verkaufen.  Das Resultat  des Prozesses aber ist G-G,
       Geld gegen Geld auszutauschen.
       Wenn ich  für 100  Taler Baumwolle kaufe und die Baumwolle wieder
       verkaufe für  100 Taler,  so habe ich am Schluß des Prozesses wie
       am Anfang  100 Taler;  die ganze  Bewegung besteht darin, daß ich
       durch den Kauf 100 Taler ausgebe und durch den Verkauf wieder 100
       Taler einnehme. Das Resultat ist also G-G, daß ich in der Tat 100
       Taler gegen  100 Taler  ausgetauscht habe.  Eine solche Operation
       erscheint aber  zwecklos und  daher abgeschmackt.
       
       #6# 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I
       -----
       *) Am Ende des Prozesses wie  am Anfang desselben habe  ich Geld,
       qualitativ  dieselbe Ware,  quantitativ  dieselbe  Wertgröße. Der
       Ausgangspunkt und der Endpunkt  des Prozesses  (der Bewegung) ist
       Geld.  Dieselbe  Person gibt  das Geld  als Käufer aus, um es als
       Verkäufer zurückzuerhalten. Der  Punkt, von  dem das Geld in die-
       ser Bewegung ausgeht, ist derselbe,  zu dem es zurückkehrt. Da in
       G-W-G, dem Prozeß des Kaufens, um wieder zu verkaufen, die Extre-
       me G, G  q u a l i t a t i v  dieselben sind, so kann dieser Pro-
       zeß nur einen Inhalt  und  Zweck erhalten, wenn sie  q u a n t i-
       t a t i v   verschieden  sind.  Wenn ich für  100 Taler Baumwolle
       kaufe und dieselbe Baumwolle für 110 Taler verkaufe,  so habe ich
       in der Tat  100 Taler gegen  110 Taler  ausgetauscht oder mit 100
       Taler 110 Taler gekauft. Einen Inhalt erhält die Zirkulationsform
       ¦¦2¦ G-W-G, kaufen, um  zu verkaufen,  also dadurch,  daß die Ex-
       treme G, G, obgleich sie  qualitativ dasselbe,  Geld, quantitativ
       verschieden sind, indem das zweite G eine höhere Wertgröße,  eine
       größere Wertsumme darstellt  als das  erstere. Ware wird gekauft,
       um sie teurer zu verkaufen, oder es wird  wohlfeiler gekauft  als
       verkauft.
       Betrachten wir  zunächst die Form G-W-G (kaufen, um zu verkaufen)
       und vergleichen wir sie mit der früher betrachteten Zirkulations-
       form W-G-W (verkaufen, um zu kaufen). Erstens zerfällt die Zirku-
       lation G-W-G, wie die Zirkulation W-G-W, in zwei verschiedne Aus-
       tauschakte, deren  Einheit sie  ist. Nämlich G-W, austauschen von
       Geld gegen  Ware oder  kaufen. In diesem Tauschakt steht sich ein
       Käufer und  ein Verkäufer  gegenüber. Zweitens W-G, Verkauf, aus-
       tauschen von  Ware gegen Geld. In diesem Akt stehn sich ebenfalls
       zwei Personen,  Käufer und Verkäufer, gegenüber. Der Käufer kauft
       von dem einen und verkäuft an den andren. Der Käufer, von dem die
       Bewegung ausgeht, macht beide Akte durch. Erst kauft er, und dann
       verkauft er.  Oder sein  Geld durchläuft  beide Stadien.  Es  er-
       scheint als  Ausgangspunkt im  ersten Stadium und als Resultat im
       zweiten. Dagegen  die beiden  Personen, mit  denen er austauscht,
       erfüllen jeder  nur einen  Austauschakt. Der eine verkauft Ware -
       der, mit dem er zuerst austauscht. Der andre kauft Ware, der, mit
       dem er  zuletzt austauscht.  Die Ware, die der eine verkauft, und
       das Geld,  womit der  andre kauft,  machen also  nicht die beiden
       entgegengesetzten Phasen  der Zirkulation  durch,  sondern  jedes
       vollzieht nur  einen Akt.  Diese beiden einseitigen Akte des Ver-
       kaufs und des Kaufs, die diese beiden Personen
       ---
       *) Dies ist ganz richtig. Nichtsdestoweniger findet sich die Form
       vor (und der Zweck dabei gleichgültig). Z.B. ein Käufer mag nicht
       imstande sein,  die Ware  teurer zu verkaufen, als er sie gekauft
       hat. Er  mag gezwungen  sein, sie wohlfeiler zu verkaufen, als er
       sie gekauft  hat. In  beiden Fällen widerspricht das Resultat der
       Operation ihrem Zweck. Dies hindert jedoch nicht, daß sie mit der
       ihrem Zwecke entsprechenden Operation die Form gemein hat G-W-G.
       
       #7#
       -----
       Seite 1 aus Heft I
       
       #8#
       -----
       
       #9# a) G-W-G. Allgemeinste Form des Kapitals
       -----
       vollziehen, bieten uns kein neues Phänomen dar, wohl aber der Ge-
       samtprozeß, den  der Käufer,  von dem  der Prozeß ausgeht, durch-
       läuft. Betrachten wir dagegen die Gesamtbewegung, die der Käufer,
       der wieder  verkauft, oder  die das  Geld, womit er die Operation
       beginnt, durchläuft.
       G-W-G. Der Ausgangspunkt ist Geld, die verwandelte Form der Ware,
       worin sie  stets austauschbar ist, worin die in ihr enthaltne Ar-
       beit die  Form der  allgemeinen gesellschaftlichen Arbeit besitzt
       oder worin  sie   v e r s e l b s t ä n d i g t e r  T a u s c h-
       w e r t   ist. Der  Ausgangspunkt dieser Zirkulationsform, dieser
       Bewegung, ist  also selbst schon ein Produkt der Warenzirkulation
       oder kömmt  aus der Zirkulation her, denn erst in der Zirkulation
       und durch die Zirkulation erhält die Ware die Gestalt des Geldes,
       wird sie in Geld verwandelt oder entwickelt sie ihren Tauschwert,
       die bestimmten  selbständigen Formen,  die sich  als  verschiedne
       Formbestimmungen des  Geldes darstellen. Zweitens, der so aus der
       Zirkulation herkommende  und in  der Form des Geldes verselbstän-
       digte Wert  geht wieder  in die  Zirkulation ein,  wird zur Ware,
       aber kehrt  aus  der  Form  der  Ware  wieder  zurück  zu  seiner
       Geldform, indem aber zugleich seine Wertgröße gewachsen ist.
       Das Geld,  das diese  Bewegung durchläuft,  ist    K a p i t a l,
       oder der  im Geld verselbständigte Wert, der diesen Prozeß durch-
       läuft, ist  die Form,  worin Kapital sich zunächst darstellt oder
       erscheint.
       Wir können  die Form  G-W-G übersetzen: Im Geld verselbständigter
       Wert (wenn  wir das Wort  W e r t  ohne nähere Bezeichnung anwen-
       den, so  immer darunter  zu verstehn   T a u s c h w e r t  [5]),
       also aus  der Zirkulation  herkommender Wert,  der wieder  in die
       Zirkulation eingeht, sich in ihr erhält und vervielfältigt wieder
       aus ihr  zurückgeht (als  größere Wertgröße aus ihr zurückkehrt).
       Insofern das  Geld stets  von neuem  diesen Kreislauf beschreibt,
       ist  es   aus  der   Zirkulation  herkommender,   in  sie  wieder
       eingehender, sich  in ihr verewigender (erhaltender) und verviel-
       fältigender Wert.
       ¦¦3¦ Im  ersten Stadium  des Prozesses wird das Geld zur Ware, im
       zweiten wird  die Ware wieder zu Geld. Das Extrem, wovon der Pro-
       zeß ausgeht,  Geld -  selbst schon  eine aus der Zirkulation ent-
       sprungne Form der Ware, worin sie in ihrer Bestimmung als Tausch-
       wert verselbständigt  ist -  der Ausgangspunkt  ist zugleich  der
       Rückkehrpunkt. Der  Wert erhält  sich also  in dem Prozeß, den er
       durchläuft, und  kehrt am Schluß desselben wieder zu seiner selb-
       ständigen Form  zurück. Zugleich  aber ist das Resultat der Bewe-
       gung, während  sie an  dieser Form  (des Werts),  Geld  zu  sein,
       nichts geändert  hat, daß  die Größe des Werts gewachsen ist. Der
       Wert  erhält  sich  also  nicht  nur  als  Wert,  sondern  wächst
       zugleich, vervielfältigt,  vermehrt sich  in dieser  Bewegung als
       Wertgröße.
       
       #10# 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I
       -----
       ("Kapital  ...   permanenter,  sich   vervielfältigender   Wert."
       Sism[ondi], "Nouv. Princ. etc.", t. I., p. 89.)
       
       In G-W-G  erscheint der  Tauschwert ebensosehr  als Voraussetzung
       wie als Resultat der Zirkulation.
       Der aus der Zirkulation als adäquater Tauschwert (Geld) resultie-
       rende und  verselbständigte, aber  wieder in die Zirkulation ein-
       gehnde, sich  in und  durch sie  erhaltende und vervielfältigende
       (vergrößernde) Wert  (G e l d)  ist  K a p i t a l
       In G-W-G  wird der Tauschwert Inhalt und Selbstzweck der Zirkula-
       tion. Verkaufen, um zu kaufen, ist der Gebrauchswert, Zweck; kau-
       fen, um zu verkaufen, der Wert selbst.
       Es  ist   hier  zweierlei   zu  betonen.   Erstens:   G-W-G   ist
       p r o z e s s i e r e n d e r   W e r t,   der Tauschwert als ein
       Prozeß, der durch verschiedne Austauschakte oder Zirkulationssta-
       dien verläuft, zugleich über sie übergreift. Z w e i t e n s:  In
       diesem Prozeß erhält sich der Wert nicht nur, sondern er vermehrt
       seine Wertgröße,  vervielfältigt, vermehrt  sich, oder er schafft
       in dieser  Bewegung einen   M e h r w e r t.  Er ist so nicht nur
       sich erhaltender, sondern sich  v e r w e r t e n d e r  W e r t,
       W e r t,  d e r  W e r t  s e t z t.
       E r s t e n s:   Betrachten wir  zunächst G-W-G seiner Form nach,
       abgesehn von  dem Umstand,  daß das zweite G größre Wertgröße ist
       als das erste G. Der Wert existiert erst als Geld, dann als Ware,
       dann wieder als Geld. Er erhält sich im Wechsel dieser Formen und
       kehrt aus  denselben zu  seiner ursprünglichen  Form  zurück.  Er
       macht Formveränderungen  durch, in  denen er  sich jedoch erhält,
       als deren  Subjekt er  daher erscheint. Der Wechsel dieser Formen
       erscheint daher als sein eigner Prozeß oder der Wert, wie er sich
       hier darstellt,  ist prozessierender  Wert, Subjekt eines Prozes-
       ses. Geld und Ware erscheinen jede nur als besondre Daseinsformen
       des Werts,  der sich  erhält, indem er aus der einen in die andre
       übergeht und  stets zu  sich in seiner verselbständigten Form als
       Geld zurückkehrt. Geld und Ware erscheinen so als die Daseinsfor-
       men des prozessierenden Werts oder des Kapitals. Daher die Erklä-
       rungen von Kapital. Einerseits die oben von Sismondi gegebne. Ka-
       pital ist sich erhaltender Wert.
       
       "Nicht der  Stoff bildet  das Kapital,  sondern der  Wert  dieser
       Stoffe." (J.B. Say, "Traité de l'Economie Politique", 3. éd., Pa-
       ris 1817, t. II, p. 429.)
       
       Andrerseits, wenn  es nicht  als Ganzes  der Bewegung, sondern in
       jeder seiner  Daseinsformen -  in denen es jedesmal besteht - ge-
       faßt wird: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware.
       
       #11# a) G-W-G. Allgemeinste Form des Kapitals
       -----
       "Kapital   i s t   gleich Waren."  (J. Mitt,  "Elements of Polit.
       Econ.", London]  1821, [p.]  74.) "Das   Z i r k u l a t i o n s-
       m i t t e l,   das zu  produktiven Zwecken  verwendet  wird,  ist
       K a p i t a l."   (M'Leod, "The  Theory and  Practice of  Banking
       etc.", Lond[on] 1855, t. I, ch. I.)
       
       In  der   Zirkulationsform  W-G-W   läuft  die  Ware  durch  zwei
       Metamorphosen durch,  deren Resultat  ist, daß sie als Gebrauchs-
       wert zurückbleibt.  Es ist  die Ware - als Einheit von Gebrauchs-
       wert und  Tauschwert oder  als Gebrauchswert, von der der Tausch-
       wert bloße  Form, verschwindende  Form  ist,  die  diesen  Prozeß
       durchläuft. Aber  in G-W-G  erscheinen Geld und Ware nur als ver-
       schiedne Daseinsformen  des Tauschwerts,  der  einmal  in  seiner
       allgemeinen Form als Geld, das andre Mal in seiner besondren Form
       als Ware  erscheint, zugleich  als das Übergreifende und sich Be-
       hauptende in  beiden Formen.  ¦¦4¦ Geld  ist an  und für sich die
       verselbständigte Daseinsform  des Tauschwerts, aber auch die Ware
       erscheint hier nur als Träger oder Inkorporation desselben.
       /16/ Man begreift sehr wohl, daß, wenn Klassen existieren, die an
       der Produktion von Waren nicht teilnehmen, dennoch Ware oder Geld
       besitzen, was  nur Form  der Ware  ist, sie  ohne Austausch durch
       hier nicht  weiter zu  erläuternde Rechts- oder Gewalttitel einen
       Anteil an  den Waren besitzen. Der Warenbesitzer oder Produzent -
       einstweilen können  wir den  Warenbesitzer nur als Warenproduzent
       begreifen -  muß ihnen einen Teil seiner Waren abgeben oder einen
       Teil des Geldes, den er für den Verkauf seiner Waren erhält. Ver-
       mittelst dieses  Geldes, wofür sie kein Äquivalent gegeben, wären
       sie dann  Konsumenten, Käufer, ohne je Verkäufer gewesen zu sein.
       Diese Käufer  sind aber nur zu erklären als Teilnehmer an den Wa-
       ren (Mitbesitzer)  des Verkäufers, die sie durch einen hier uner-
       klärlichen Prozeß  erhalten. Wenn sie also Waren kaufen, so geben
       sie den  Warenbesitzern und  Produzenten nur einen Teil der Waren
       zurück im Austausch für andre Waren, für Waren, die sie ohne Aus-
       tausch von  ihnen erhalten  haben. Eis  ist sehr erklärlich, daß,
       wenn alle  Warenproduzenten ihre Waren über ihren Wert verkaufen,
       sie von  diesen Käufern mehr zurückerhalten, als sie ihnen geben,
       aber sie  erhalten nur mehr von einer ursprünglich ihnen gehören-
       den Wertsumme  zurück. Wenn  einer mir  100 Taler stiehlt und ich
       verkaufe ihm  Ware, die  nur 90 Taler wert ist, zu 100, so profi-
       tiere ich  10 Taler an ihm. Dies ist eine Methode, diesem Käufer,
       der Konsument  ist, ohne  Produzent zu  sein, einen  Teil der mir
       ursprünglich gehörigen  Wertsumme von  100 Talern auf dem Weg des
       Handels wieder  abzunehmen. Wenn  er mir jährlich 100 Taler nimmt
       und ich  ihm  ebenfalls  jährlich  Ware  für  90  Taler  für  100
       verkaufe, so gewinne ich zwar jährlich 10 Taler an ihm, aber nur,
       weil ich  jährlich 100  Taler an ihn verliere. Ist dies sein Weg-
       nehmen von 100 Talern eine Institution, so ist der nachfolgende
       
       #12# 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I
       -----
       Handel ein  Mittel, diese  Institution zum  Teil, hier  zum  1/10
       Teil, wieder  rückgängig zu  machen. Es  entsteht so  jedoch kein
       Mehrwert, und  der Umfang,  worin dieser  Käufer von mir geprellt
       werden kann,  d.h. die  Anzahl der  Transaktionen, worin  ich ihm
       Ware von 90 Taler für 100 verkaufen kann, hängt genau von der An-
       zahl der  Akte ab, worin er mir 100 Taler, ohne irgendein Äquiva-
       lent zu  geben, nimmt.  Es ist  also eine Transaktion, woraus das
       Kapital, der  sich in  der Zirkulation erhaltende und vermehrende
       Wert und  noch weniger  der Mehrwert  des Kapitals erklärt werden
       kann. Daß  aber nicht  nur Torrens, sondern selbst Malthus derar-
       tige Sprünge  macht, ist  ihm von  den Ricardians  mit sittlicher
       Entrüstung vorgeworfen  worden. Malthus  meint nämlich - und dies
       richtig unter  gegebnen Voraussetzungen  ", daß die Einnahmen der
       bloßen Consumers  1*), bloßer Käufer, vermehrt werden müssen, da-
       mit die  Produzenten Profit an ihnen machen können, damit Produk-
       tion en couragiert wird.
       
       "Der Eifer  für die  'Ermunterung zum  Verbrauch', wie er für den
       Handel im  allgemeinen als  notwendig erachtet  wird,  entspringt
       seinem wahren  Nutzen für  die Verkaufenden eines einzelnen Hand-
       werks." ([p.]  60.) "'Was wir brauchen, sind Menschen, die unsere
       Waren kaufen'  ... Aber  sie besitzen nichts in der Welt, was sie
       dir für  deine Waren geben könnten, außer dem, was du ihnen zuvor
       gegeben hast.  Kein Eigentum  kann in  ihren Händen entstehen; es
       muß aus  den euren  kommen. Gutsbesitzer, Beamte, Aktienbesitzer,
       Dienstboten, was  immer sie  sein mögen, alle ihre Mittel für den
       Kauf eurer  Waren waren  einst die  euren, und ihr habt sie ihnen
       zukommen lassen." ([p. 61/]62.) "Mit dem Verkauf deiner Waren be-
       zweckst du,  eine bestimmte  Summe Geld zu bekommen; es kann nie-
       mals zweckdienlich  sein, diese  Geldsumme umsonst an eine andere
       Person wegzugeben,  damit sie diese dir dann zurückgeben kann und
       damit deine Güter kauft. Du könntest ebensogut deine Waren sofort
       verbrannt haben,  und du  würdest in  derselben Lage sein." ([p.]
       63.) ("An  inquiry into those Principles respecting the Nature of
       Demand and the Necessity of Consumption lately ¦¦17¦ advocatea by
       Mr. Malthus etc.", London 1821.)
       "Herr Malthus  redet zuweilen  so, als  gäbe es zwei verschiedene
       Fonds, Kapital  und Revenue, Zufuhr und Nachfrage, Produktion und
       Konsumtion, die  Sorge tragen müssen, miteinander Schritt zu hal-
       ten und einander nicht zu überholen. Als ob neben der Gesamtmasse
       der produzierten Waren noch eine andere wohl vom Himmel gefallene
       Masse erforderlich  wäre, sie zu kaufen ... Der Konsumtionsfonds,
       den er benötigt, kann nur auf Kosten der Produktion gewonnen wer-
       den." (l.c.,  [p.] 49, 50.) "Wenn es jemand an  N a c h f r a g e
       mangelt, rät  ihm dann Herr Malthus, eine andere Person zu bezah-
       len, damit diese ihm seine Waren abnehme?" ([p.] 55.)
       
       /4/ In  der Zirkulationsform  W-G-W, als  Gesamtmetamorphose  der
       Ware betrachtet, existiert zwar auch der Wert, erst als Preis der
       Ware, dann  im Geld als realisierter Preis, endlich wieder in dem
       Preis der Ware (oder überhaupt
       -----
       1*) Verbraucher
       
       #13# a) G-W-G. Allgemeinste Form des Kapitals
       -----
       ihrem Tauschwert);  aber er erscheint hier nur verschwindend. Die
       vermittelst des Geldes ausgetauschte Ware wird Gebrauchswert; der
       Tauschwert verschwindet als gleichgültige Form derselben, und sie
       fällt überhaupt aus der Zirkulation heraus.
       In der einfachen Warenzirkulation - W-G-W - erscheint das Geld in
       allen seinen Formen stets nur als Resultat der Zirkulation. In G-
       W-G erscheint  es ebenso  als Ausgangspunkt  wie als Resultat der
       Zirkulation, so daß der Tauschwert nicht wie in der ersten Zirku-
       lationsform bloß  verschwindende Form  der Warenzirkulation - in-
       nerhalb des  Warenaustausches sich bildende und wieder verschwin-
       dende Form  der Ware  selbst ist ", sondern der Zweck, der Inhalt
       und die treibende Seele der Zirkulation.
       Der Ausgangspunkt  dieser Zirkulation  ist das Geld, verselbstän-
       digter Tauschwert.  Historisch geht die Kapitalbildung auch über-
       all vom  Geldvermögen aus,  und die erste Auffassung des Kapitals
       ist, daß es Geld ist, aber Geld, das gewisse Prozesse durchmacht.
       Die Zirkulationsform  G-W-G, oder  das prozessierende  Geld,  der
       sich verwertende  Wert, geht aus vom Geld, dem Produkt der einfa-
       chen Zirkulation W-G-W. Eis setzt daher nicht nur die Warenzirku-
       lation voraus, sondern eine Warenzirkulation, die alle Geldformen
       bereits entwickelt  hat. Nur  wo die  Warenzirkulation - der Aus-
       tausch der  Produkte als  Waren  und  die  Verselbständigung  des
       Tauschwerts im Geld und seinen verschiednen Formen - sich bereits
       entwickelt hat,  ist daher  Kapitalbildung möglich. Um den Prozeß
       durchzumachen, worin  der Tauschwert als Ausgangspunkt und Resul-
       tat erscheint, muß er vorher schon im Geld seine selbständige ab-
       strakte Gestalt erhalten haben.
       Der erste  Akt der  Form G-W-G,  nämlich G-W,  der Kauf,  ist der
       letzte Akt  der Form  W-G-W, nämlich  ebenfalls G-W.  Aber in dem
       letzten Akt  wird Ware  gekauft, das  Geld in Ware verwandelt, um
       die  Ware   als  Gebrauchswert  zu  konsumieren.  Das  Geld  wird
       a u s g e g e b e n.  Dagegen in G-W als erstem Stadium von G-W-G
       wird das Geld nur in Ware verwandelt, gegen Ware ausgetauscht, um
       die Ware wieder in Geld zu verwandeln, um das Geld zurückzuerhal-
       ten, vermittelst  der Ware  wieder aus  der Zirkulation herauszu-
       holen. Das  Geld erscheint  daher nur ausgegeben, um zurückzukeh-
       ren, nur in die Zirkulation geworfen, um ihr vermittelst der Ware
       wieder    entzogen     zu    werden.    Es    ist    daher    nur
       v o r g e s c h o s s e n.
       
       "Wenn ein  Ding gekauft wird, um wieder verkauft zu werden, nennt
       man die  hierzu verwendete  Summe   v o r g e s c h o s s e n e s
       Geld; wird  es gekauft,  um nicht wieder verkauft zu werden, kann
       man sie als verausgabt bezeichnen." (James Steuart, "Works etc.",
       ed. by  General Sir  James Steuart, his son etc., v. 1, [p.] 274,
       London 1805. [6])
       
       #14# 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I
       -----
       Betrachten wir  die Form  W-G-W, so  erscheint in  dem ersten Akt
       derselben, W-G,  die Ware  als bloße  Materiatur des  Tauschwerts
       (daher als bloßes Tauschmittel) für den Verkäufer. Ihr Gebrauchs-
       wert ist  Gebrauchswert als  solcher, nicht  für ihn selbst - den
       Verkäufer -,  sondern für  einen Dritten, den Käufer. Er verkauft
       sie daher,  verwandelt sie  in Geld,  um mit dem Geld die Ware zu
       kaufen, die Gebrauchswert für ihn selbst ist. Der Preis der Ware,
       die er  kauft, hat  nur sofern  Wert für ihn, als sie das Maß be-
       stimmt -  das Maß  der Gebrauchswerte  - die er für sein Geld er-
       hält.  I m  K a u f  erscheint daher hier der Tauschwert der Ware
       nur als  verschwindende Form  derselben, ebenso  wie die Verselb-
       ständigung dieses  Tauschwerts in  Geld nur  als eine  verschwin-
       dende. Dagegen hier, in G-W-G, ¦¦5¦ wo der Kauf statt des zweiten
       vielmehr den  ersten Akt  der Zirkulation  oder der Austauschpro-
       zesse darstellt,  ist die  Ware, worin  das Geld verwandelt wird,
       ebenfalls nur  Materiatur des Tauschwerts für den Käufer, sozusa-
       gen nur eine verkleidete Form des Geldes. Hier erscheinen G und W
       beide nur als besondre Formen, Daseinsweisen des Tauschwerts, von
       deren einer  er abwechselnd  in die  andre übergeht; das Geld als
       die allgemeine,  die Ware als eine besondre Form des Tauschwerts.
       Der Tauschwert  verliert sich nicht in dem Übergehn aus der einen
       Daseinsweise in  die andre,  sondern wechselt  nur seine Form und
       kehrt daher auch stets zu sich in seiner allgemeinen Form zurück.
       Er erscheint  als das Ubergreifende über seine beiden Daseinswei-
       sen, Geld  und Ware,  und eben  darum als  Subjekt des Prozesses,
       worin er  sich bald  als das  eine, bald als das andre darstellt,
       ebendaher als    p r o z e s s i e r e n d e s    G e l d    oder
       p r o z e s s i e r e n d e r  W e r t.
       Z w e i t e n s.   G-W-G wäre jedoch, wie schon bemerkt, eine in-
       haltslose Bewegung,  wenn die Extreme G, G, die qualitativ gleich
       sind, nicht  quantitativ verschieden wären, also in diesem Prozeß
       eine gewisse Wertsumme als Geld in die Zirkulation hineingeworfen
       würde, um  dieselbe Wertsumme  in der  Form des Geldes wieder aus
       der Zirkulation  herauszuziehn, und  so durch einen doppelten und
       entgegengesetzten Austauschakt  alles beim  alten, beim Ausgangs-
       punkt der Bewegung zu lassen. Das Charakteristische des Prozesses
       besteht vielmehr darin, daß die Extreme G, G, obgleich qualitativ
       gleich, quantitativ  verschieden sind,  wie quantitativer  Unter-
       schied überhaupt  das einzige ist, dessen der Tauschwert als sol-
       cher -  und im  Geld existiert er als solcher - seiner Natur nach
       fähig ist. Durch die beiden Akte des Kaufs und Verkaufs, die Ver-
       wandlung des  Gelds in  Ware und  die Rückverwandlung der Ware in
       Geld, kommt  am Ende  der Bewegung  mehr Geld,  eine  vergrößerte
       Geldsumme, also  ein vervielfältigter  Wert, aus  der Zirkulation
       heraus als  der war,  der im  Anfang in sie hineingeworfen wurde.
       War das  Geld z.B. ursprünglich am Anfang der Bewegung 100 Taler,
       so ist es am Schluß derselben
       
       #15# a) G-W-G. Allgemeinste Form des Kapitals
       -----
       110 Taler.  Der Wert  hat sich  also nicht  nur erhalten, sondern
       einen   neuen   Wert   oder,   wie   wir   ihn   nennen   wollen,
       M e h r w e r t     (surplus  value)  innerhalb  der  Zirkulation
       gesetzt. Wert  hat Wert  produziert. Oder  der Wert erscheint uns
       hier zum  erstenmal als  sich   s e l b s t  v e r w e r t e n d.
       So daß  der Wert, wie er in der Bewegung G-W-G erscheint, aus der
       Zirkulation  herkommender,   in  sie  eingehender,  sich  in  ihr
       erhaltender und  sich selbst   v e r w e r t e n d e r   Mehrwert
       setzender Wert ist. Als solcher ist er  K a p i t a l.
       In der  Schatzbildung, an die man sich hier erinnern könnte, ver-
       wertet sich  der Wert  nicht. Die  Ware wird  in Geld verwandelt,
       verkauft und in dieser Gestalt der Zirkulation entzogen, beiseite
       gelegt. Dieselbe  Wertgröße, die früher in der Form der Ware exi-
       stierte, existiert  jetzt in  der Form  des Geldes.  Die Ware hat
       nicht ihre  Wertgröße vermehrt;  sie hat  nur die allgemeine Form
       des Tauschwerts,  die Geldform,  angenommen. Es war dies ein bloß
       qualitativer, kein quantitativer Wechsel.
       Hier ist die Ware aber schon in der Form des Geldes als Ausgangs-
       punkt des  Prozesses vorausgestellt. Sie gibt diese Form vielmehr
       vorübergehend auf, um sie als vermehrte Wertgröße wieder schließ-
       lich anzunehmen.  Das Geld, das dagegen als Schatz in seiner Form
       als    verselbständigter     Tauschwert    festgehalten     wird,
       v e r w e r t e t  sich so wenig, daß es vielmehr der Zirkulation
       entzogen wird.  Seine Macht,  als Tauschwert  zu wirken, wird für
       die Zukunft  in petto  gehalten,  aber  einstweilen  suspendiert.
       Nicht nur,  daß seine  Wertgröße unverändert  bleibt, verliert es
       seine Funktion,  seine Qualität  als Tauschwert  -  so  lange  es
       Schatz bleibt  ", indem  es nicht  als Geld  fungiert, weder  als
       Kaufmittel noch  als Zahlungsmittel.  Da es nun außerdem als Geld
       keinen unmittelbaren  Gebrauchswert hat, hat es noch dazu den Ge-
       brauchswert verloren,  den es  als Ware besaß und den es nur wie-
       dergewinnen kann,  ¦¦6¦ sobald es als Geld wirkt, in die Zirkula-
       tion geworfen  wird und  hiermit seinen  Charakter als Dasein des
       Tauschwerts aufgibt  1*). Das  einzige, was  in der Schatzbildung
       geschieht, ist,  daß der  Ware die  Form des Geldes, die adäquate
       Form des Tauschwerts gegeben wird, dadurch, daß die Ware zu ihrem
       Preis verkauft  worden ist. Es findet aber statt einer Verwertung
       - d.  h. Vergrößrung  des ursprünglichen  Werts, überhaupt  keine
       Verwendung des  als Schatz  fixierten Geldes  statt, das  nur der
       Möglichkeit nach  Wert hat,  der Wirklichkeit  nach wertlos  ist.
       Also hat  dies Verhältnis  des sich verwertenden Werts oder Kapi-
       tals nichts  mit der  Schatzbildung gemein,  als daß es beiden um
       den Tauschwert  zu tun  ist, die  letztre aber  ein illusorisches
       Mittel anwendet, um ihn zu vermehren.
       -----
       1*) In der Handschrift: aufgebe
       
       #16# 1. Verwandlung von Geld in Kapital - Heft I
       -----
       In der Form W-G-W, verkaufen, um zu kaufen, in der der Gebrauchs-
       wert und  also die  Befriedigung der Bedürfnisse der letzte Zweck
       ist, liegt in der Form selbst unmittelbar nicht die Bedingung ih-
       rer Erneurung,  nachdem der  Prozeß durchlaufen ist. Die Ware ist
       vermittelst des Geldes gegen eine andre Ware ausgetauscht worden,
       die nun  als Gebrauchswert aus der Zirkulation herausfällt. Damit
       ist die  Bewegung am  Ende. Dagegen  in der  Form G-W-G  liegt es
       schon in  der bloßen Form ihrer Bewegung, daß kein Ende der Bewe-
       gung vorhanden,  ihr Ende  schon das  Prinzip und den Trieb ihrer
       Wiedererneurung enthält.  Denn da  das Geld, der abstrakte Reich-
       tum, der  Tauschwert, der  Ausgangspunkt der  Bewegung und  seine
       Vervielfältigung der  Zweck ist  - da  das Resultat  wie der Aus-
       gangspunkt qualitativ  dasselbe ist,  eine Geld-  oder Wertsumme,
       bei der  ebenso wie  im Anfang  des Prozesses  ihre  quantitative
       Grenze wieder als Schranke ihres allgemeinen Begriffs erscheint -
       denn der  Tauschwert oder  das Geld entspricht seinem Begriffe um
       so mehr, je mehr seine Quantität vergrößert wird -, (das Geld als
       solches ist  austauschbar gegen  allen Reichtum, alle Waren, aber
       das Maß, worin es austauschbar ist, hängt von seiner eignen Masse
       oder Wertgröße  ab) -  die Selbstverwertung bleibt ebenso notwen-
       dige Betätigung für das Geld, was aus dem Prozeß herauskommt, wie
       für das,  das ihn  eröffnete -,  so ist mit dem Ende der Bewegung
       auch schon das Prinzip ihres Wiederanfangs gegeben. Es kömmt auch
       am Ende  wieder heraus,  als was es im Anfang da war, als Voraus-
       setzung derselben  Bewegung in derselben Form. Dies ist es - die-
       ser absolute  Bereicherungstrieb, des  Reichtums in seiner allge-
       meinen Form  habhaft zu  werden -,  den diese  Bewegung  mit  der
       Schatzbildung gemein hat.
       {Es wird  bei dieser  Stelle auf die Darstellung des Aristoteles,
       "Rep[ublica]", 1.1, ch. 9, näher einzugehn sein.} [7]
       Es ist der Geldbesitzer (oder Warenbesitzer, denn das Geld ist ja
       nur die  verwandelte Gestalt der Ware), der sein Geld oder den in
       der Form  des Geldes  beseßnen Wert  den Prozeß G-W-G durchmachen
       läßt. Diese  Bewegung ist der Inhalt seiner Tätigkeit, und er er-
       scheint daher  nur als  Personifikation des  so definierten Kapi-
       tals, als   K a p i t a l i s t.   Seine Person ist der Ausgangs-
       punkt von  G (oder  vielmehr seine Tasche), und sie ist der Punkt
       der Rückkehr. Er ist der bewußte Träger dieses Prozesses. Wie das
       Resultat des  Prozesses die  Erhaltung und Vermehrung des Werts -
       Selbstverwertung des  Werts ist  ", was  als Inhalt der Bewegung,
       erscheint bei ihm als bewußter Zweck.  D i e  V e r m e h r u n g
       d e s   v o n   i h m  b e s e ß n e n  W e r t s  erscheint also
       als sein einziger Zweck, die stets wachsende Aneignung des Reich-
       tums in  seiner allgemeinen Form, des T a u s c h w e r t s,  und
       nur, insofern  dies als  sein einzig  treibendes Motiv erscheint,
       ist er  Kapitalist oder  bewußtes Subjekt der Bewegung G-W-G. Der
       Gebrauchswert
       
       #17# a) G-W-G. Allgemeinste Form des Kapitals
       -----
       ist also  nie als  sein direkter Zweck zu betrachten, sondern nur
       der Tauschwert. Das Bedürfnis, das er befriedigt, ist das der Be-
       reicherung als  solcher. Es  versteht  sich  übrigens  damit  von
       selbst, daß  er sein Kommando über den reellen Reichtum, die Welt
       der Gebrauchswerte,  beständig vermehrt.  Denn welches  immer die
       Produktivität der  Arbeit sei, ein größrer Tauschwert stellt sich
       auf einer  gegebnen Stufe  der Produktion  immer in einer größren
       Masse von Gebrauchswerten dar als ein kleinerer.
       

       zurück