Quelle: MEW 43 Marx: Ökonomisches Manuskript 1861 bis 1863


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       #178# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
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       e) Charakter der Mehrarbeit
       
       Sobald eine  Gesellschaft existiert,  worin einige leben, ohne zu
       arbeiten (direkt  in der Produktion von Gebrauchswerten beteiligt
       zu sein), ist es klar, daß der ganze Überbau der Gesellschaft als
       Existenzbedingung hat  die Surplusarbeit  der  Arbeiter.  Es  ist
       zweierlei, was sie von dieser Surplusarbeit
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       1*) der Möglichkeit nach
       
       #179# e) Charakter der Mehrarbeit
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       empfangen.   E r s t e n s:   Die materiellen Bedingungen des Le-
       bens, indem sie an dem Produkt teilnehmen und auf ihm und von ihm
       subsistieren, welches  die Arbeiter  über das Produkt hinaus lie-
       fern,  das   zur  Reproduktion   ihres  eignen   Arbeitsvermögens
       erheischt ist.   Z w e i t e n s:   Die  freie Zeit,  die sie zur
       Disposition haben, sei es zur Muße, sei es zur Ausübung nicht un-
       mittelbar produktiver Tätigkeiten (wie z. B. Krieg, Staatswesen),
       sei es zur Entwicklung menschlicher Fähigkeiten und gesellschaft-
       licher Potenzen (Kunst etc. Wissenschaft), die keinen unmittelbar
       praktischen Zweck  verfolgen, setzt  die Mehrarbeit auf Seite der
       arbeitenden Masse  voraus, d.  h., daß  sie mehr  Zeit,  als  zur
       Produktion ihres  eignen materiellen Lebens erheischt ist, in der
       materiellen Produktion  verwenden müssen. Die  f r e i e  Z e i t
       auf selten  der nichtarbeitenden  Gesellschaftsteile basiert  auf
       der   M e h r a r b e i t   oder   Ü b e r a r b e i t,   auf der
       M e h r a r b e i t s z e i t   des arbeitenden  Teils, die freie
       Entwicklung auf  der einen  Seite darauf,  daß die  Arbeiter ihre
       ganze Zeit,  also den  Raum ihrer  Entwicklung [70],  zur  bloßen
       ¦¦105¦ Produktion bestimmter Gebrauchswerte verwenden müssen; die
       Entwicklung der  menschlichen Fähigkeiten auf der einen Seite auf
       der Schranke, worin die Entwicklung auf der andren Seite gehalten
       wird. Auf diesem Antagonismus basiert alle bisherige Zivilisation
       und gesellschaftliche  Entwicklung.   A u f    d e r    e i n e n
       S e i t e  also  entspricht die  freie Zeit der einen der Überar-
       beitszeit von  der Arbeit  unterjochten Zeit - Zeit ihres Daseins
       und Wirkens  als bloßes  Arbeitsvermögen -  der  andern.    A u f
       d e r   a n d r e n   S e i t e:   Die Mehrarbeit realisiert sich
       nicht nur  in mehr  Wert, sondern  in   M e h r p r o d u k t   -
       Überschuß der  Produktion über das Maß hinaus, das die arbeitende
       Klasse zu ihrer eignen Subsistenz bedarf und verbraucht. Der Wert
       ist vorhanden  in einem  Gebrauchswerte. Mehrwert  daher in  Sur-
       plusprodukt. Mehrarbeit  in Surplusproduktion,  und diese  bildet
       die Basis für die Existenz aller nicht unmittelbar in der materi-
       ellen Produktion  absorbierten Klassen.  Die Gesellschaft entwic-
       kelt sich  so durch  die  Entwicklungslosigkeit  der  arbeitenden
       Masse, die ihre materielle Basis bildet, im Gegensatz.
       Es ist  durchaus nicht nötig, daß Mehrprodukt Mehrwert ausdrückt.
       Wenn 2  Quarter Weizen das Produkt derselben Arbeitszeit wie frü-
       her 1  Quarter Weizen,  so drücken  die 2 quarters keinen höheren
       Wert aus  wie früher  1. Aber eine bestimmte, gegebne Entwicklung
       der Produktivkräfte  vorausgesetzt, stellt sich Mehrwert stets in
       Surplusprodukt dar, d.h., das Produkt (Gebrauchswert), geschaffen
       durch 2  Stunden, ist  doppelt so groß als das Geschaffne durch 1
       Stunde. Bestimmter  ausgedrückt: Die Mehrarbeitszeit, die die ar-
       beitende Masse arbeitet über das Maß hinaus, das zur Reproduktion
       ihres eignen  Arbeitsvermögens, ihrer  eignen Existenz nötig ist,
       über die  n o t w e n d i g e
       
       #180# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
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       A r b e i t  hinaus, diese Mehrarbeitszeit, die sich als Mehrwert
       darstellt, materialisiert  sich  zugleich  im  Mehrprodukt,  Sur-
       plusprodukt, und dies Surplusprodukt ist die materielle Existenz-
       basis aller Klassen, die außer den arbeitenden Klassen leben, des
       ganzen Überbaus  der Gesellschaft.  Es  macht    z u  g l e i c h
       d i e  Z e i t  f r e i,  gibt ihnen disposable 1*) Zeit zur Ent-
       wicklung der  übrigen Fähigkeit.  Die Produktion  von  Surplusar-
       beitszeit  auf  der  einen  Seite  ist  zugleich  Produktion  von
       f r e i e r   Zeit auf  der andren  Seite. Die  ganze menschliche
       Entwicklung, soweit  sie über  die zur  natürlichen Existenz  der
       Menschen unmittelbar  notwendige Entwicklung  hinausgeht, besteht
       bloß in  der Anwendung  dieser freien Zeit und setzt sie als ihre
       notwendige Basis  voraus. Die  freie Zeit der Gesellschaft ist so
       produziert durch  die Produktion  der unfreien Zeit, der über die
       zu ihrer eignen Subsistenz erforderten Arbeitszeit hinaus verlän-
       gerten Arbeitszeit  der Arbeiter.  Die freie  Zeit auf  der einen
       entspricht der geknechteten auf der andren.
       Die Form  der Surplusarbeit,  die wir  hier betrachten - über das
       Maß der  notwendigen Arbeitszeit hinaus -, hat das Kapital gemein
       mit allen  Gesellschaftsformen, worin  Entwicklung über das reine
       Naturverhältnis hinaus stattfindet und daher antagonistische Ent-
       wicklung, die  gesellschaftliche Entwicklung der einen die Arbeit
       der andren zu seiner Naturbasis macht.
       Die Surplusarbeitszeit  - die  absolute -,  wie hier  betrachtet,
       bleibt die  Basis auch  in der  kapitalistischen Produktion,  ob-
       gleich wir noch eine andre Form kennenlernen werden.
       Sofern wir hier nur den Gegensatz von Arbeiter und Kapitalist ha-
       ben, müssen  alle Klassen, die nicht arbeiten, teilen mit dem Ka-
       pitalist an  dem Produkt der Surplusarbeit; so daß diese Surplus-
       arbeitszeit  nicht  nur  die  Basis  ihrer  materiellen  Existenz
       schafft, sondern  zugleich ihre   f r e i e  Z e i t,  die Sphäre
       ihrer Entwicklung schafft.
       Der absolute  Mehrwert, d.h. die absolute Mehrarbeit, bleibt auch
       später immer die herrschende Form.
       Wie die  Pflanze von  der Erde, das Vieh von der Pflanze oder vom
       pflanzenfressenden Vieh  lebt, so  der Teil der Gesellschaft, der
       freie Zeit, disposable, nicht in der unmittelbaren Produktion der
       Subsistenz absorbierte  Zeit besitzt,  von der Mehrarbeit der Ar-
       beiter. Reichtum ist daher disposable Zeit. 2*) [71]
       Wir Werden  sehn, wie  die Ökonomen etc. diesen Gegensatz als na-
       türlich betrachten.
       Da der Mehrwert sich zunächst im Mehrprodukt darstellt, alle and-
       ren Arbeiten
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       1*) verfügbare - 2*) siehe vorl. Band, S. 194
       
       #181# Zusätze
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       aber schon  disposable Zeit,  verglichen mit der Arbeitszeit, die
       in der  Produktion der  Nahrungsmittel verwandt  wird,  so  klar,
       warum die  Physiokraten [53]  den Mehrwert auf das Mehrprodukt in
       der Agrikultur  gründen, das  sie nur  fälschlich als  bloßes Ge-
       schenk der Natur betrachten.
       ¦¦106¦ Es kann hier schon bemerkt werden:
       Die zur Produktion von Waren verwandten Arbeitszweige unterschei-
       den sich voneinander nach dem Grade ihrer Notwendigkeit, und die-
       ser Grad  hängt von der relativen Notwendigkeit ab, womit der Ge-
       brauchswert, den  sie schaffen, zur physischen Existenz erheischt
       ist. Diese  Art  n o t w e n d i g e  Arbeit bezieht sich auf den
       Gebrauchswert, nicht  auf den  Tauschwert. D. h., es handelt sich
       hier nicht  von der Arbeitszeit, die notwendig ist, um einen Wert
       zu schaffen,  auflösbar in  die Summe  der dem Arbeiter für seine
       Existenz notwendigen  Produkte; sie bezieht sich auf die relative
       Notwendigkeit der  Bedürfnisse, die die Produkte der verschiednen
       Arbeiten befriedigen.  In dieser  Rücksicht die  Agrikulturarbeit
       (darunter alle  zur Beschaffung  der unmittelbaren Nahrungsmittel
       erheischten Arbeit  zu verstehn)  die notwendigste.  Sie  schafft
       erst die  disposable free  hands [72],  wie Steuart sagt, für die
       Industrie. Indes  hier weiter  zu unterscheiden.  Indem der  eine
       seine ganze  disposable Zeit  auf Agrikultur  verwendet, kann der
       andre sie  auf Manufaktur  verwenden. Teilung  der  Arbeit.  Aber
       ebenso beruht  die Mehrarbeit  in allen  andren Branchen  auf der
       Mehrarbeit in  der Agrikultur,  die den  Rohstoff zu allem andren
       liefert.
       "Es ist  unverkennbar, daß die relative Anzahl von Menschen, die,
       ohne selbst Ackerbauarbeit zu leisten, unterhalten werden können,
       völlig nach  den Produktivkräften  der Ackerbauer gemessen werden
       muß." (p.  159/160, R.  Jones, "On  the Distribution  of Wealth",
       Lond[on] 1831.)
       
       Zusätze
       
       ad b)  In dem  noch vorwährenden Kampf zu London zwischen den Ar-
       beitern im Baufach und den Baumeistern (Kapitalisten) erheben die
       Arbeiter u.  a. gegen das von den Meistern bearbeitete Stundensy-
       stem (wonach  der Kontrakt  zwischen beiden  Seiten nur  für  die
       Stunde gültig; in der Tat die Stunde als Normaltag angesetzt ist)
       folgende Einwürfe:  E r s t e n s:  Durch dies System werde jeder
       Normaltag (Normalarbeitstag),  also jede Grenze der täglichen Ge-
       samtarbeit (notwendige  Arbeit und Mehrarbeit zusammengerechnet),
       abgeschafft. Die  Feststellung eines  solchen Normaltages sei das
       beständige Ziel der Arbeiterklasse, die in allen solchen Zweigen,
       wie z. B. bei den job Arbeitern
       
       #182# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
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       1*) in  den Docks, an der Themse usw., wo kein solcher Normaltag,
       sei es  gesetzlich oder faktisch, bestehe, auf dem tiefsten Punkt
       der Erniedrigung stehe. Sie heben hervor, wie ein solcher Normal-
       tag nicht  nur das Maß der durchschnittlichen Lebensdauer der Ar-
       beiter  bilde,   sondern   ihre   Gesamtentwicklung   beherrsche.
       Z w e i t e n s:   Daß durch  dies Stundensystem der extrapay 2*)
       für die  Überarbeit -  d.h. den Überschuß der Mehrarbeit über ihr
       normales und  herkömmliches Maß - wegfalle. Dieser extrapay, wenn
       er  einerseits   in  außerordentlichen  Fällen  es  den  Meistern
       [ermöglicht], über den Normaltag hinaus arbeiten zu lassen, legte
       ihrem Trieb  nach unendlicher Verlängerung des Arbeitstags goldne
       Ketten an.  Dies war  ein Grund,  warum die Arbeiter den extrapay
       verlangten. Der  zweite: Sie  verlangen für die Überarbeit extra-
       pay, weil mit der Verlängerung des Normaltags nicht nur ein quan-
       titativer, sondern  ein qualitativer Unterschied eintritt und der
       tägliche  W e r t  des Arbeitsvermögens selbst damit einer andren
       Schätzung zu  unterwerfen ist. Wenn z.B. statt 12stündiger Arbeit
       13stündige eintrete, so ist der Durchschnittsarbeitstag eines Ar-
       beitsvermögens zu  schätzen, das sich z. B. in 15 Jahren abnützt,
       während  im   andren  Fall   der   Durchschnittstag   eines   Ar-
       beitsvermögens zu  schätzen ist, das in 20 Jahren abgenutzt wird.
       D r i t t e n s.  Weil, indem ein Teil der Arbeiter überarbeitet,
       ein entsprechender Teil arbeitslos wird und der Lohn der Beschäf-
       tigten durch  den Lohn, zu dem die Unbeschäftigten arbeiten, her-
       abgedrückt wird.
       {Absoluten  Mehrwert  und  relativen  Mehrwert  zusammengenommen,
       zeigt sich:  Bleibt die Produktivität der Arbeit dieselbe, ebenso
       die Zahl  der Arbeiter,  so kann der Mehrwert nur wachsen, soweit
       die Mehrarbeit  vermehrt, also  der Gesamtarbeitstag (der Maßstab
       des Gebrauchs  des Arbeitsvermögens)  über seine  gegebne  Grenze
       hinaus verlängert  wird. Bleibt  der  Gesamtarbeitstag  derselbe,
       dito die  Zahl der  Arbeiter, so  kann der  Mehrwert nur wachsen,
       wenn die  Produktivität der Arbeit wächst oder, was dasselbe, der
       zur notwendigen  Arbeit erheischte  Teil des Arbeitstags verkürzt
       wird. Wenn  der Gesamtarbeitstag und die Produktivität der Arbeit
       dieselben bleiben,  so bleibt  die Rate  des Mehrwerts, d.h. sein
       Verhältnis zur  notwendigen Arbeitszeit, unveränderlich, aber die
       Masse des Mehrwerts kann in beiden Fällen wachsen mit der Zunahme
       der gleichzeitigen Arbeitstage, d.h. mit dem Wachsen der Bevölke-
       rung. Umgekehrt:  Fallen kann  die Rate  des Mehrwerts  nur, wenn
       entweder die  Mehrarbeit vermindert,  also  der  Gesamtarbeitstag
       verkürzt wird bei gleichbleibender Produktivität der Arbeit, oder
       wenn die Produktivität
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       1*) Akkordarbeitern - 2*) zusätzliche Lohn
       
       #183# Zusätze
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       der Arbeit  abnimmt, also  der zur  notwendigen Arbeit erheischte
       Teil des  Arbeitstags zunimmt  bei gleichbleibender Dauer des Ge-
       samtarbeitstags. In  beiden Fällen  kann, bei  unveränderter Rate
       des Mehrwerts,  die Masse  des Mehrwerts  abnehmen, wenn die Zahl
       der gleichzeitigen  Arbeitstage, also  die Bevölkerung,  abnimmt.
       (I.e. die arbeitende.)
       Bei allen  diesen Verhältnissen ist vorausgesetzt, daß der Arbei-
       ter sein  Arbeitsvermögen zu seinem  W e r t  verkauft, d.h., daß
       der   P r e i s   der Arbeit  oder der  Arbeitslohn dem   W e r t
       desselben entspricht.  Diese Voraussetzung liegt, wie schon öfter
       wiederholt, der ganzen ¦¦107¦ Untersuchung zugrunde. Wie weit der
       Arbeitslohn selbst über oder unter seinen Wert steigt oder fällt,
       gehört in  das Kapitel vom Arbeitslohn, ganz so, wie die Darstel-
       lung der  besondren Formen (Taglohn, Wochenlohn, Stücklohn, Stun-
       denlohn etc.),  worin die  Verteilung  zwischen  notwendiger  und
       Mehrarbeit vor  sich gehn,  erscheinen kann.  Indes kann  hier im
       allgemeinen bemerkt  werden: Würde  das Minimum des Arbeitslohns,
       die Produktionskosten des Arbeitsvermögens, selbst auf eine nied-
       rigre Stufe  anhaltend herabgedrückt, so würde damit der Mehrwert
       relativ ebensosehr  konstant gewachsen sein und daher die Mehrar-
       beit, als ob sich die Produktivität der Arbeit vermehrt hätte. Es
       ist offenbar  dem Resultat  nach dasselbe, ob ein Arbeiter von 12
       Arbeitsstunden statt  bisher 10  nur 8  für sich  arbeitet,  weil
       seine Arbeit  produktiver geworden und er  d i e s e l b e n  Le-
       bensmittel in  8 Stunden produzieren könnte, für die er früher 10
       brauchte oder  ob er  künftig   s c h l e c h t r e  Lebensmittel
       erhält, deren Produktion nur 8 Stunden erheischt, während die der
       frühern und  besseren 10  Stunden erheischte.  In  beiden  Fällen
       würde der  Kapitalist 2 Stunden Mehrarbeit gewinnen, für das Pro-
       dukt von  8 Arbeitsstunden  eins von  12 austauschen,  während er
       früher für  das Produkt  von 10  Stunden das  von 12 eintauschte.
       Ferner: Träte  kein solches Sinken des Werts des Arbeitsvermögens
       selbst ein  oder kein  Fall, keine  konstante Verschlechterung in
       der Lebensweise  des Arbeiters, so würde ein temporäres Herunter-
       drücken des  Arbeitslohns unter  sein normales  Minimum oder, was
       dasselbe, ein  Fallen des täglichen Preises, des Arbeitsvermögens
       unter seinen  täglichen Wert  temporär -  für die  Zeit, worin es
       stattfände -  mit dem  obenerwähnten Fall zusammenfallen, nur daß
       hier vorübergehend,  was dort konstant. Drückt ein Kapitalist den
       Arbeitslohn, infolge der Konkurrenz unter den Arbeltern etc., den
       Arbeitslohn unter sein Minimum herab, so heißt das in andren Wor-
       ten nichts, als daß er von dem Quantum des Arbeitstags das norma-
       liter 1*)  die notwendige  Arbeitszeit, d.h.,  den  dem  Arbeiter
       selbst zufallenden Teil seiner Arbeitszeit bildet, ein
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       1*) in der Regel
       
       #184# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
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       Stück abzieht. Jede Verminderung der notwendigen Arbeitszeit, die
       nicht Folge eines Wachstums der Produktivität der Arbeit ist, ist
       in der  Tat keine  Verminderung der notwendigen Arbeitszeit, son-
       dern nur Aneignung der notwendigen Arbeitszeit durch das Kapital,
       Übergriff über  seine Domäne  der Mehrarbeit. Erhält der Arbeiter
       niedrigren Lohn als den normalen, so ist das dasselbe, daß er das
       Produkt von  weniger Arbeitszeit  erhält als nötig ist zur Repro-
       duktion seines  Arbeitsvermögens in  den normalen Bedingungen, so
       daß, wenn  10 Stunden Arbeitszeit dazu erheischt, er nur das Pro-
       dukt von  8 erhält,  von seiner  notwendigen Arbeitszeit  von  10
       Stunden 2 vom Kapital angeeignet werden. Was den Mehrwert des Ka-
       pitalisten angeht, so ist es natürlich für diesen Mehrwert, i. e.
       Mehrarbeit, ganz  dasselbe, ob  er dem  Arbeiter die  10  Stunden
       zahlt, die  er zur  normalen Existenz  braucht, und ihn 2 Stunden
       für das  Kapital Mehrarbeit verrichten läßt oder ob er ihn nur 10
       Stunden arbeiten läßt und ihm 8 Stunden zahlt, mit denen er nicht
       die zu  seiner normalen  Existenz notwendigen Lebensmittel kaufen
       kann. Ein Herabdrücken des Arbeitslohns bei gleichbleibender Pro-
       duktivität der Arbeit ist Vermehrung der Mehrarbeit durch gewalt-
       samen Abbruch  der notwendigen  Arbeitszeit durch  Ubergriffe auf
       ihre Domäne.  Es ist  klar, daß  es für den Kapitalisten dasselbe
       ist, ob  er für  dieselbe Arbeitszeit weniger zahlt oder für das-
       selbe Salair den Arbeiter länger arbeiten läßt.}
       Zusatz ad  e) Insofern in der kapitalistischen Produktion das Ka-
       pital den Arbeiter zwingt, über seine notwendige Arbeitszeit hin-
       aus zu  arbeiten -  d.h. über die Arbeitszeit hinaus, die zur Be-
       friedigung seiner eignen Lebensbedürfnisse als Arbeiter erheischt
       ist 1*)  -, schafft,  produziert das Kapital, als dies Verhältnis
       der Herrschaft  der vergangnen Arbeit zur lebendigen Arbeit - die
       M e h r a r b e i t   und damit den  M e h r w e r t.  Mehrarbeit
       ist Arbeit  des Arbeiters, des einzelnen, über die Grenzen seiner
       Bedürftigkeit hinaus, Arbeit in der Tat für die Gesellschaft, ob-
       gleich der  Kapitalist hier  zunächst im  Namen der  Gesellschaft
       diese Mehrarbeit  einkassiert. Diese  Mehrarbeit ist, wie gesagt,
       die Basis  der freien  Zeit der  Gesellschaft einerseits, andrer-
       seits damit die materielle Basis ihrer ganzen Entwicklung und der
       Kultur überhaupt. Insofern es der Zwang des Kapitals ist, das die
       große Masse der Gesellschaft zu dieser Arbeit über ihre unmittel-
       bare Bedürftigkeit  hinaus zwingt, schafft es Kultur, übt es eine
       geschichtlich-soziale Funktion  aus. Es wird damit die allgemeine
       Aufmerksamkeit der  Gesellschaft überhaupt über die durch die un-
       mittelbar  physischen  Bedürfnisse  der  Arbeiter  selbst  hinaus
       erheischte Zeit geschaffen.
       Es ist  zwar klar,  daß alle herrschenden Klassen überall, wo die
       Gesellschaft
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       1*) In der Handschrift: sind
       
       #185# Zusätze
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       auf einem  Klassenantagonismus beruht, so daß auf der einen Seite
       die Besitzer der Produktionsbedingungen herrschen, auf der andren
       die Besitzlosen,  vom Besitz  der  Produktionsbedingungen  Ausge-
       schloßnen, arbeiten müssen, durch ihre Arbeit sich und ihre Herr-
       scher erhalten  müssen - in gewissen Grenzen diesen selben Zwang,
       in der  Sklaverei z.B.  in viel direktrer Form als in der Lohnar-
       beit, ausüben  und daher  die Arbeit ebenso über die Grenzen, die
       ihr durch  die bloße Naturbedürftigkeit gesetzt sind, hinaus for-
       cieren. In  allen Zuständen  aber, worin  der  G e b r a u c h s-
       w e r t   vorherrscht, ist die Arbeitszeit gleichgültiger, soweit
       sie nur  dahin  ausgedehnt  wird,  außer  den  Lebensmitteln  der
       Arbeiter  selbst  den  Herrschenden  eine  Art  patriarchalischen
       Reichtums, gewisse  Masse Gebrauchswerte,  zu  liefern.  Im  Maße
       aber, wie  der   T a u s c h w e r t   bestimmendes  Element  der
       Produktion wird,  wird die  Verlängerung der Arbeitszeit über das
       Maß  der   natürlichen  Bedürftigkeit   hinaus  mehr   und   mehr
       entscheidend. Wo  z.B. Sklaverei  und Leibeigenschaft  bei  wenig
       handeltreibenden Völkern  herrscht, ist  an  ¦¦108¦  keine  Über-
       arbeitung zu  denken. Sklaverei  und Leibeigenschaft nehmen daher
       die gehässigste  Form bei kommerziellen Völkern an, wie z. B. den
       Karthageniensern; noch  mehr aber  bei Völkern, die sie als Basis
       ihrer Produktion  in einer  Zeitepoche beibehalten, wo ihr Zusam-
       menhang mit andren Völkern, bei dann kapitalistischer Produktion;
       also z. B. in den südlichen Staaten der amerikanischen Union.
       Da in  der kapitalistischen  Produktion der  Tauschwert erst  die
       ganze Produktion  und die  ganze Gliederung  der Gesellschaft be-
       herrscht, so  ist der  Zwang, den  das Kapital der Arbeit anlegt,
       über die  Grenzen ihrer  Bedürftigkeit hinauszugehn,  am größten.
       Ebenso, da in ihm die  n o t w e n d i g e  A r b e i t s z e i t
       (gesellschaftlich notwendige  Arbeitszeit)  die  Wertgröße  aller
       Produkte erst umfassend bestimmt, erreicht unter ihm die Intensi-
       vität der Arbeit höhren Grad, indem hier erst die Arbeiter allge-
       mein gezwungen  werden, zur Produktion eines Gegenstandes nur die
       unter  den  allgemein  gesellschaftlichen  Produktionsbedingungen
       n o t w e n d i g e   A r b e i t s z e i t    an[zu]wenden.  Die
       Peitsche des Sklavenhalters kann diese Intensivität nicht in dem-
       selben Grad  herstellen, wie  der Zwang des Kapitalverhältnisses.
       Im letzten  muß der  freie Arbeiter, um seine notwendigen Bedürf-
       nisse zu  befriedigen, seine  Arbeitszeit 1.  in    n o t w e n -
       d i g e  A r b e i t s z e i t  verwandeln, ihr den allgemein ge-
       sellschaftlich (durch  die Konkurrenz) bestimmten Grad der Inten-
       sivität geben;  2. Mehrarbeit liefern, um die für ihn selbst not-
       wendige Arbeitszeit arbeiten zu dürfen (können). Der Sklave dage-
       gen hat seine notwendigen Bedürfnisse befriedigt wie das Tier und
       es hängt  nun von  seiner Naturanlage  ab, wie  weit die Peitsche
       usw. ihn  veranlaßt, hinreichendes  Motiv für  ihn ist, Arbeit im
       Ersatz für diese Lebensmittel zu geben. Der Arbeiter arbeitet, um
       seine Lebensmittel sich selbst zu
       
       #186# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
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       schaffen, um  sein eignes  Leben zu gewinnen. Der Sklave wird von
       einem andren  am Leben  erhalten, um von ihm zur Arbeit gezwungen
       zu werden.
       Das Kapitalverhältnis  ist also  in dieser Art produktiver - ein-
       mal, weil  es sich bei ihm um die Arbeitszeit als solche handelt,
       um den  Tauschwert, nicht um das Produkt als solches oder den Ge-
       brauchswert; zweitens,  weil der  freie Arbeiter  seine Lebensbe-
       dürfnisse nur  befriedigen kann, sofern er seine Arbeit verkauft;
       also durch sein eignes Interesse gezwungen ist, nicht durch äuße-
       ren Zwang.
       Teilung der  Arbeit kann überhaupt nur bestehn, wenn jeder Produ-
       zent einer  Ware mehr Arbeitszeit zur Produktion dieser Ware ver-
       wendet,  als   sein  eigner  Bedarf  an  dieser  bestimmten  Ware
       erheischt. Aber  daraus folgt  noch nicht,  daß seine Arbeitszeit
       überhaupt über  den Kreis  seiner Bedürftigkeit hinaus verlängert
       wird. Vielmehr  wird der  Kreis seiner Bedürfnisse - der sich al-
       lerdings  von  vornherein  mit  der  Teilung  der  Arbeiten,  der
       Beschäftigungen, ausdehnen  wird -  das Gesamtquantum  seiner Ar-
       beitszeit bestimmen.  Z. B.  ein Landmann, der alle seine Lebens-
       mittel selbst  produzierte, brauchte nicht den ganzen Tag im Feld
       zu arbeiten,  aber er  müßte z. B. 12 Stunden zwischen Feldarbeit
       und verschiednen  häuslichen Arbeiten verteilen. Daß er nun seine
       ganze Arbeitszeit  von 12 Stunden auf die Agrikultur anwendet und
       mit dem  Überschuß des Produkts dieser 12 Stunden Produkte andrer
       Arbeiten austauscht,  kauft, ist  dasselbe, als  wenn  er  selbst
       einen Teil  seiner Arbeitszeit  auf Agrikultur,  einen andren auf
       andre Geschäftszweige  verwandt hätte. Die 12 Stunden, die er ar-
       beitet,  sind   nach  wie   vor  die   zur  Befriedigung   seiner
       e i g n e n   B e d ü r f n i s s e   erheischte Arbeitszeit  und
       Arbeitszeit innerhalb  der Grenzen  seiner natürlichen oder viel-
       mehr gesellschaftlichen  Bedürftigkeit. Das  Kapital treibt  aber
       über diese  naturwüchsigen oder  traditionellen Schranken der Ar-
       beitszeit hinaus,  indem es  zugleich die Intensivität der Arbeit
       von der gesellschaftlichen Produktionsstufe abhängig macht und so
       dem Schlendrian  des unabhängigen  Selbstproduzenten oder des nur
       unter äußerem  Zwang arbeitenden Sklaven entzieht. Verfallen alle
       Produktionszweige der  kapitalistischen Produktion,  so folgt aus
       dem bloßen  allgemeinen Wachstum der Mehrarbeit - der allgemeinen
       Arbeitszeit -, daß sich die Teilung der Geschäftszweige, die Ver-
       schiedenheit der  Arbeiten und der in den Austausch kommenden Wa-
       ren vermehren wird. Arbeiten 100 Mann in einem Geschäftszweig so-
       viel Zeit,  wie früher  110 Mann  - bei  kürzrer Mehrarbeit  oder
       kürzrer Dauer der Gesamtarbeit - so können 10 Mann auf einen and-
       ren neuen Geschäftszweig geworfen werden, ebenso der Teil des Ka-
       pitals, der  früher zur  Beschäftigung dieser  10 Mann  erheischt
       war. Das  bloße Heraustreten  - Verlegen  der Arbeitszeit  - über
       ihre naturwüchsigen oder traditionellen
       
       #187# Zusätze
       -----
       Schranken hinaus  - wird  daher zur Anwendung der gesellschaftli-
       chen   Arbeit   in   neuen   Produktionszweigen   führen.   Indem
       A r b e i t s z e i t   frei wird  - und  die Mehrarbeit  schafft
       nicht nur   f r e i e   Z e i t,  sie macht Arbeitsvermögen 1*) ,
       das in  einem Produktionszweig  gebunden  war,  Arbeit  überhaupt
       f r e i   (dies ist  der Punkt)  für neue  Produktionszweige.  Es
       liegt aber in dem Entwicklungsgesetz der menschlichen Natur, daß,
       sobald für  die Befriedigung eines Kreises der Bedürfnisse ¦¦109¦
       gesorgt ist,   n e u e   B e d ü r f n i s s e   frei werden, ge-
       schaffen werden. Indem das Kapital daher die Arbeitszeit über das
       zur Befriedigung  der Naturbedürftigkeit  des Arbeiters bestimmte
       Maß hinaustreibt, treibt es zu größerer Teilung der gesellschaft-
       lichen Arbeit  - der  Arbeit im ganzen der Gesellschaft, größerer
       Mannigfaltigkeit der  Produktion, Erweiterung des Kreises der ge-
       sellschaftlichen Bedürfnisse  und der  Mittel ihrer Befriedigung,
       daher auch  zur Entwicklung des menschlichen Produktionsvermögens
       und damit  der Betätigung der menschlichen Anlagen in neuen Rich-
       tungen. Wie  aber die  Surplusarbeitszeit  Bedingung  der  freien
       Zeit, so  diese Erweiterung  des Kreises  der Bedürfnisse und der
       Mittel ihrer  Befriedigung bedingt durch die Fesselung des Arbei-
       ters an die notwendigen Lebensbedürfnisse.
       Zusatz ad a)
       E r s t e n s.  In seiner Schrift "Letters on the Factory Act, as
       it affects the Cotton Manufacture etc.", London 1837, sagt Nassau
       W. Senior: (p. 12, 13.)
       
       "Unter dem gegenwärtigen Gesetz kann keine Fabrik, worin Personen
       unter 18  Jahren beschäftigt sind, länger als 11 1/2 Stunden täg-
       lich arbeiten,  d.h. 12  Stunden während  der ersten 5 Tage und 9
       Stunden am  Sonnabend. Die folgende Analyse zeigt nun, daß in ei-
       ner solchen  Fabrik der  ganze Reingewinn"  (Net Profit) "von der
       l e t z t e n   S t u n d e  abgeleitet wird" (herkömmt, is deri-
       ved). "Ein  Fabrikant legt 100 000 l. St.. aus - 80 000 l. St. in
       Fabrikgebäuden und  Maschinerie, 20 000  in Rohmaterial  und  Ar-
       beitslohn. Das jährliche Einkommen der Fabrik, vorausgesetzt, das
       Gesamtkapital schlage einmal jährlich um und das Gesamteinkommen"
       (gross profits)  "betrage 15%,  muß sich  auf Waren  zum Wert von
       115 000 l.  belaufen, reproduziert  durch die beständige Verwand-
       lung und  Rückverwandlung des  20 000 l.  zirkulierenden Kapitals
       von Geld in Waren und von Waren in Geld, in Perioden etwas länger
       als zwei  Monaten. Von  diesen 115 000  l. produziert jede der 23
       halben Arbeitsstunden  täglich 5/115 oder 1/23' Von diesen 23/23,
       die das  Ganze der  115 000 l.  konstituieren" (constituting  the
       whole 115 000  l.), "ersetzen  20/23, d.h.  100 000  l.  von  den
       115 000, nur  das Kapital;  1/23 oder  5000 l.  von  den  15 000"
       (Gewinn) "ersetzen  die Abnutzung der Fabrik und der Maschinerie.
       Die übrigbleibenden  2/23, d.h. die letzten beiden halben Stunden
       jeden Tags,  produzieren den Reingewinn von 10%. Wenn daher" (bei
       gleichbleibenden Preisen)  "die Fabrik  während 13 Arbeitsstunden
       statt 11 1/2  arbeiten dürfte, so würde, mit einer Zulage von un-
       gefähr 2600  l. St.  zum zirkulierenden  Kapital, der  Reinprofit
       mehr
       -----
       1*) In der Handschrift: Arbeitszwang
       
       #188# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
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       als verdoppelt  werden. Andrerseits, wenn die Arbeitsstunden täg-
       lich um  eine Stunde reduziert würden, bei gleichbleibenden Prei-
       sen, so würde der Reinprofit zerstört sein, wenn reduziert um V/i
       Stunden auch der Grossprofit."
       
       E r s t e n s:  Die Richtigkeit oder Unrichtigkeit der von Senior
       angegebnen positiven  Daten ist  gleichgültig für  den Gegenstand
       unsrer Untersuchung.  Indes mag  nebenbei bemerkt werden, daß der
       englische Fabrikinspektor Leonard Horner, ein Mann, ebenso ausge-
       zeichnet durch  gründliche Sachkenntnis  wie durch  unbestechbare
       Wahrheitsliebe, die Falschheit jener Angaben bewiesen hat, welche
       Herr Senior  als getreues  Echo der  Manchester Fabrikanten  1837
       aufstellte. (Siehe Leonard Horner, "A Letter to Mr. Senior etc.",
       London 1837.)
       Z w e i t e n s:   Das Zitat  aus Senior ist charakteristisch für
       die Verdummung, der die Ausleger der Wissenschaft rettungslos an-
       heimfallen, sobald  sie sich  zu Sykophanten  einer  herrschenden
       Klasse herabwürdigen.  Senior schrieb die zitierte Schrift im In-
       teresse der  Baumwollfabrikanten und  hatte sich vor ihrer Abfas-
       sung eigens  nach Manchester  begeben,  um  von  den  Fabrikanten
       selbst das  Material zu  seiner Schrift zu erhalten. In dem Zitat
       begeht Senior,  Professor der  politischen Ökonomie zu Oxford und
       einer der  namhaftesten jetzt lebenden englischen Ökonomen, grobe
       Schnitzer, die  er keinem  seiner  Schüler  verzeihen  würde.  Er
       stellt die  Behauptung auf,  daß die  jährliche Arbeit  in  einer
       Baumwollfabrik oder,  was dasselbe  ist, die  Arbeit  von  11 1/2
       [Stunden], tagaus,  tagein während  des Jahrs,  außer dem von ihr
       selbst dem  Rohmaterial, der Baumwolle, vermittelst der Maschine-
       rie ¦¦110¦  zugefügten Arbeitszeit  oder Werts auch noch den Wert
       des im  Produkt enthaltnen  Rohmaterials und  den Wert der in der
       Produktion aufgenutzten  Maschinerie und  Fabrikgebäude  schafft.
       Danach würden  in einer Baumwollspinnerei z.B. die Arbeiter außer
       der Spinnarbeit  (d.h. dem  Wert) -  gleichzeitig  während  ihrer
       11 1/2 stündigen Arbeitszeit  die Baumwolle  produzieren, die sie
       bearbeiten, dito die Maschine, womit sie die Baumwolle bearbeiten
       und das Fabrikgebäude, worin dieser Prozeß vorgeht. Nur in diesem
       Falle könnte  Herr Senior  sagen, daß die 23/2  1*) täglichen Ar-
       beitsstunden während  des ganzen Jahres die 115 000 £ konstituie-
       ren, d.h.  den Wert des jährlichen Gesamtprodukts. Senior rechnet
       so: Die  Arbeiter arbeiten  während des  Tags so viel Stunden, um
       den Wert  der Baumwolle  zu "ersetzen", also zu schaffen, so viel
       Stunden, um  den Wert  des abgenutzten  Teils der Maschinerie und
       Fabriken zu "ersetzen", so viel Stunden, um ihren eignen Arbeits-
       lohn und  so viel  Stunden, um  den Profit  zu produzieren. Diese
       kindisch-alberne Vorstellung,  wonach der  Arbeiter außer  seiner
       eignen Arbeitszeit  auch noch die im Rohmaterial, das er bearbei-
       tet,
       -----
       1*) In der Handschrift: 23
       
       #189# Zusätze
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       und der  Maschinerie,  die  er  anwendet,  enthaltne  Arbeitszeit
       gleichzeitig arbeitet,  also Rohmaterial  und Maschinerie   z u r
       s e l b e n  Z e i t  produziert, wo sie als fertige Produkte die
       Bedingungen seiner  Arbeit bilden,  erklärt sich  daraus, daß Se-
       nior, ganz  unter der  Herrschaft der ihm von den Fabrikanten er-
       teilten Lektionen,  eine praktische Rechnungsweise derselben ver-
       ballhornt, die  zwar auch  theoretisch ganz  richtig, aber einer-
       seits bei dem Verhältnis, weis Senior zu betrachten vorgibt, näm-
       lich dem  von Arbeitszeit  und Gewinn, ganz gleichgültig ist, die
       andrerseits leicht die abgeschmackte Vorstellung erzeugt, daß der
       Arbeiter nicht nur den Wert, den er seinen Arbeitsbedingungen zu-
       setzt, sondern  auch den  Wert dieser  Arbeitsbedingungen  selbst
       produziert.
       Jene praktische  Rechnung ist  diese. Nehmen wir an, der Wert des
       Gesamtprodukts, sage  einer 12stündigen Arbeitszeit, bestehe z.B.
       zu 1/3  aus dem  Wert des  Arbeitsmaterials, also Baumwolle z.B.,
       1/3 der  Arbeitsmittel, Maschinerie  z.B., und 1/3, der neu zuge-
       fügten Arbeit,  z.B. dem  Spinnen. Das  Zahlenverhältnis hier ist
       gleichgültig. Es  ist immer irgendein bestimmtes Verhältnis anzu-
       nehmen. Gesetzt,  der Wert  dieses Produkts sei gleich 3 £ St. So
       kann der  Fabrikant rechnen:  Der Wert  des Produkts  von 1/3 der
       täglichen oder  von 4 Stunden Arbeitszeit ist gleich dem Wert der
       Baumwolle, die ich für die 12 Stunden brauche oder die im Gesamt-
       produkt verarbeitet  ist. Der  Wert des  Produkts des zweiten 1/3
       der täglichen  Arbeitszeit ist  gleich dem  Wert der Maschinerie,
       die ich während 12 Stunden abnutze. Endlich der Wert des Produkts
       des dritten 1/3 der täglichen Arbeitszeit ist gleich dem Arbeits-
       lohn plus  dem Profit.  Er kann  also sagen,  daß ihm das 1/3 der
       täglichen Arbeitszeit  den Wert der Baumwolle, das zweite 1/3 den
       Wert der Maschinerie ersetze, endlich das dritte 1/3 den Arbeits-
       lohn und  den Profit bilde. Dies heißt in der Tat aber nichts an-
       dres, als das die ganze tägliche Arbeitszeit einerseits dem unab-
       hängig von  ihr vorhandnen Wert der Baumwolle und der Maschinerie
       nichts hinzufügt  als sich  selbst, als  den Wert, der einerseits
       den Arbeitslohn,  andrerseits den Profit bildet. Nämlich der Wert
       des Produkts des ersten Drittens des Tags oder der ersten 4 Stun-
       den ist  gleich 1/3  des Werts des Gesamtprodukts von 12 Arbeits-
       stunden. Der Wert des Produkts dieser ersten 4 Stunden ist gleich
       1 l., wenn der Wert des 12stündigen Gesamtprodukts = 3 l. Von dem
       Wert dieses  1 l.  bestehn aber 2/3, also 13 1/3 Shilling aus dem
       vorhandnen Wert  von Baumwolle  und Maschinerie (nach der Voraus-
       setzung). Neuer  Wert hinzugekommen ist nur 1/3 oder der Wert von
       6 2/3 sh,  von 4  Arbeitsstunden. Der  Wert des   P r o d u k t s
       des ersten 1/3 des Arbeitstags ist = 1 l., weil in diesem Produkt
       2/3 oder  13 1/3 sh  aus den  vorausgesetzten und  im Produkt nur
       wiedererscheinenden Werten  des Rohmaterials und der aufgenutzten
       Maschinerie bestehn.  Wert geschaffen  hat die  Arbeit in  den  4
       Stunden nur 6 2/3 und schafft
       
       #190# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
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       daher in  den 12  Stunden nur  20 sh oder 1 l. Wert. Der Wert des
       P r o d u k t s   der 4stündigen  Arbeit ist eben ein ganz andres
       Ding als  der neugeschaffne  Wert, der neu  z u g e s e t z t e n
       A r b e i t,   der Spinnarbeit,  die nach  der Voraussetzung  die
       vorhandnen Werte nur um '/3 vermehrt. Die Spinnarbeit verarbeitet
       in den  4 ersten  Stunden nicht  das Rohmaterial  von 12 Stunden,
       sondern das von 4. Wenn der Wert des Gespinsts von 4 Stunden aber
       gleich ist  dem Wert  der während  12 Stunden verarbeiteten Baum-
       wolle, so  rührt das  nur daher,  weil nach der Voraussetzung der
       Wert der  Baumwolle 1/3  des Werts  des Gespinsts jeder einzelnen
       Stunde bildete,  also auch  1/3 des  Werts des in 12 Stunden pro-
       duzierten Gespinsts,  i.e., gleich  ist dem Wert des in 4 Stunden
       produzierten Gespinsts.  Der Fabrikant  könnte auch  rechnen, daß
       ihm das Produkt der 12stündigen Arbeit den Wert der Baumwolle für
       3 Tage  ersetzt und würde damit ebensowenig das Verhältnis selbst
       berühren, um das es sich handelte.
       Für den  Fabrikanten hat  die Rechnung  praktischen Wert. Auf der
       Produktionsstufe, auf  der er  arbeitet, muß  er soviel Baumwolle
       verarbeiten, als  erheischt ist,  um ein  bestimmtes Quantum  Ar-
       beitszeit zu  absorbieren. Wenn die Baumwolle im Wert des Gesamt-
       produkts von  12 Stunden ¦¦111¦ 1/3 bildet, so bildet das Produkt
       von 73  des Gesamtarbeitstags  von 12  Stunden oder von 4 Stunden
       den Wert  der während  12 Stunden  verarbeiteten  Baumwolle.  Man
       sieht, wie  wichtig, es  festzuhalten, daß  in  einem  bestimmten
       Produktionsprozeß, also  z.B. der  Spinnerei, der Arbeiter keinen
       Wert schafft  außer dem  durch seine  eigne Arbeitszeit (hier das
       Spinnen) gemeßnen,  von welcher  Arbeitszeit ein  Teil das Salair
       ersetzt, der  andre den  dem Kapitalist zufallenden Mehrwert bil-
       det.
       (In der  Tat   p r o d u z i e r e n   oder  r e p r o d u z i e-
       r e n   die Arbeiter keinen Partikel weder vom Wert des Rohstoffs
       noch von  dem der Maschinerie usw. Dem Wert des Rohstoffs und dem
       Wert der  in der  Produktion konsumierten  Maschinerie fügen  sie
       nichts hinzu  als ihre  eigne Arbeit,  und diese  ist der  neuge-
       schaffne Wert,  wovon ein Teil gleich ihrem eignen Salair und der
       andre gleich  dem Mehrwert,  den der Kapitalist erhält. Das ganze
       Produkt -  soll die  Produktion fortdauern - ist daher auch nicht
       teilbar  zwischen  Kapitalist  und  Arbeiter,  sondern  bloß  das
       Produkt minus dem Wert des in ihm avancierten 1*) Kapitals. Keine
       Stunde der  Arbeit ist  gewidmet dem  "Ersetzen" des  Kapitals im
       Sinne Seniors,  so daß  die  Arbeit  doppelt  produzierte,  ihren
       eignen Wert und den ihres Materials etc. Seniors Behauptung läuft
       nur darauf  hinaus, daß  von den 11 1/2 Stunden, die der Arbeiter
       arbeitet, 10 1/2  sein Salair  und nur  2/2 oder  1 Stunde  seine
       Surplusarbeitszeit bilden.)
       D r i t t e n s:   Die ganz  unwissenschaftliche  Behandlung  des
       Herrn Senior, daß
       -----
       1*) vorgeschoßnen
       
       #191#
       -----
       Seite 111 aus Heft III
       
       #192#
       -----
       
       #193# Zusätze
       -----
       er das,  worauf es  ankam, nämlich das im Salair ausgelegte Kapi-
       tal, gar  nicht spezialisiert,  sondern mit  dem für  Rohmaterial
       ausgelegten zusammenwirft.  Indessen, wenn  das von  ihm  gegebne
       Verhältnis richtig wäre, so würden von den 11 1/2 Stunden oder 23
       halben Stunden  die Arbeiter  21 halbe  Stunden für sich arbeiten
       und nur  2 halbe Stunden 1*) Mehrarbeit dem Kapitalisten liefern.
       Die Mehrarbeit verhielte sich danach zur notwendigen = 2 : 21 = 1
       : 10 1/2;  d.h. also 9 11/21  2*) Prozent, und dies soll 10% Pro-
       fit auf  das ganze  Kapital geben!  Das Sonderbarste,  was  seine
       gänzliche Unwissenheit  über die  Natur des  Mehrwerts zeigt:  Er
       nimmt an,  daß von den 23  3*) halben Stunden oder 11 1/2 Stunden
       nur 1  Stunde die  Mehrarbeit, also den Mehrwert, bildet und wun-
       dert sich  daher darüber,  daß, wenn  die Arbeiter  zu  dieser  1
       Stunde Mehrarbeit  noch 1 1/2  Stunden Mehrarbeit zufügen würden,
       statt 2 halbe Stunden 5 halbe Stunden (also im ganzen 13 Stunden)
       arbeiten würden,  der Reingewinn  um    m e h r    a l s    d a s
       D o p p e l t e   wachsen würde.  Ebenso naiv ist die Entdeckung,
       daß unter  der Voraussetzung, daß die ganze Mehrarbeit oder Mehr-
       wert gleich  einer Stunde,  der ganze Reinprofit wegfallen würde,
       sobald die Arbeitszeit um diese eine Stunde reduziert, also über-
       haupt keine  Mehrarbeit gearbeitet würde. Man sieht auf der einen
       Seite das  Erstaunen über  die Entdeckung, daß der Mehrwert, also
       auch der  Gewinn, sich  in bloße  Mehrarbeit auflöst,  anderseits
       zugleich das  Nichtbegreifen dieses  Verhältnisses, was Herrn Se-
       nior nur  als Kuriosum in der Baumwollfabrikation, unter dem Ein-
       fluß der Fabrikanten, aufgefallen ist.
       Z w e i t e n s.   Das Geld, das der Arbeiter als Arbeitslohn er-
       hält, stellt  die Arbeitszeit  dar, die  in den  zur Befriedigung
       seiner Lebensbedürfnisse  erforderlichen Waren vorhanden ist. Der
       Mehrwert entsteht  dadurch, daß der Arbeiter 4*) im Austausch für
       diese Waren  mehr Arbeitszeit  zurückgibt, als in ihnen enthalten
       ist, mehr  lebendige Arbeit  für ein bestimmtes Quantum vergegen-
       ständlichter Arbeit. Er kauft diese Waren, deren Umkreis sein Sa-
       lair bildet,  also  mit  mehr  Arbeit  als  zu  ihrer  Produktion
       erheischt ist.
       
       "Welche Quantität  Arbeit für die Erzeugung einer Ware auch immer
       notwendig sein  mag, der  Arbeiter muß  stets, beim gegenwärtigen
       Zustand der  Gesellschaft, viel  mehr Arbeit  hingeben, um sie zu
       erwerben und zu besitzen, als erforderlich ist, sie von der Natur
       zu kaufen.  Der für  den Arbeiter so erhöhte natürliche Preis ist
       der soziale  Preis." ([p.]  220, Th.  Hodgskin,  "Pop[ular]  Pol.
       Econ.", London 1827.)
       -----
       1*) In der  Handschrift: 23/23 halben Stunden, die Arbeiter 21/23
       halbe Stunden für sich arbeiten und nur 2/23 Stunden - 2*) in der
       Handschrift: 9 11/29  - 3*) in  der  Handschrift:  die  Arbeit  -
       4*) in der Handschrift: die Arbeit
       
       #194# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
       -----
       "Brotherton, selbst  ein Fabrikant, erklärte im House of Commons,
       daß die  Fabrikanten Hunderte von Pfunden ihren Gewinnen wöchent-
       lich zusetzen  würden, könnten  sie  ihre  Arbeiter"  (ihre  men,
       Leute) "bewegen,  täglich nur  eine Stunde  länger zu  arbeiten."
       (Ramsay, l.c., p. 102.)
       "Wo keine  surpluslabour 1*)  ist, kann  kein surplusproduce  2*)
       sein, daher kein Kapital." ([p.] 4, "The source and the remedy of
       the National Difficulties etc.", London 1821.)
       ¦¦112¦ "Welche Kapitalmenge in einem bestimmten Moment investiert
       werden kann,  sei es in einem gegebenen Land oder in der Welt, so
       daß es  nicht weniger als  e i n e  g e g e b e n e  P r o f i t-
       r a t e   bringt, scheint prinzipiell vom  A r b e i t s q u a n-
       t u m   abzuhängen, zu dessen Bewältigung durch Anlage dieses Ka-
       pitals die derzeit vorhandene Anzahl menschlicher Wesen veranlaßt
       werden kann." ([p.] 20, "An Inquiry into those Prineiples respec-
       ting the Nature of Demand etc., lately advocated by Mr. Malthus",
       London 1821.)
       
       Zu p. 106, 107:
       
       "Wenn der  Arbeiter dahin  gebracht werden kann, sich von Kartof-
       feln zu  nähren statt  von Brot, so ist es unbestreitbar richtig,
       daß mehr  aus seiner  Arbeit herausgeschlagen werden kann, d. h.,
       wenn er,  um von Brot zu leben, genötigt war, für seine Erhaltung
       und die  seiner Familie  die Arbeit des Montags und Dienstags für
       sich zu  behalten, so wird er bei Kartoffelnahrung nur die Hälfte
       des Montags  für sich erhalten; und die andere Hälfte des Montags
       und der ganze Dienstag werden freigesetzt entweder für den Nutzen
       des Staats  oder für den Kapitalisten." ([p.] 26, "The Source and
       Remedy of the Nation. Diff.", Lond[on] 1821.)
       "Was auch  dem Kapitalisten   z u k o m m e n   möge, er  k a n n
       i m m e r   n u r  die Mehrarbeit des Arbeiters  a n e i g n e n,
       denn der Arbeiter  m u ß  l e b e n.  Aber es ist die volle Wahr-
       heit: Wenn  das Kapital  nicht an Wert abnimmt im Verhältnis, wie
       es an Masse zunimmt, so werden die Kapitalisten den Arbeitern das
       Produkt jeder  Arbeitsstunde abpressen über das hinaus, wovon der
       Arbeiter leben kann: Und so abscheulich und entsetzlich es schei-
       nen mag,  der Kapitalist  mag schließlich  imstande sein, auf die
       Lebensmittel zu spekulieren, deren Produktion am wenigsten Arbeit
       machen und  schließlich dem  Arbeiter sagen: 'Du sollst kein Brot
       essen, denn  Gerstengrütze ist  billiger. Du  sollst kein Fleisch
       essen, denn  man kann  von Runkelrüben  und  Kartoffeln  leben.'"
       ([p.] 23/24, l.c.)
       
       Zusatz ad e) p. 107.
       
       "Reichtum ist  verfügbare Zeit  und sonst  nichts." (p.  6,  "The
       Source and Rem. etc.".)
       
       In der  kapitalistischen Produktion wird die Arbeit des Arbeiters
       viel größer  als bei  dem   s e l b s t ä n d i g e n  A r b e i-
       t e r,  weil ihr Verhältnis durchaus nicht bestimmt ist durch das
       Verhältnis seiner  Arbeit zu    s e i n e m    B e d ü r f n i s,
       sondern durch  das  unbeschränkte,  schrankenlose  Bedürfnis  des
       Kapitals für Surplusarbeit.
       -----
       1*) Mehrarbeit 2*) Mehrprodukt
       
       #195# Zusätze
       -----
       "Die Arbeit,  z.B. des  Landmanns, wird  schon deswegen viel mehr
       betragen, weil sie sich nicht mehr nach den bestimmten Bedürfnis-
       sen des  Landmanns richtet." (p. 90, Büsch,]. G., "Abhandlung von
       dem Geldumlauf ...", T. 1, Hamburg und Kiel 1800. [73])
       
       ad e) p. 104.
       
       Das Verhältnis,  was den  Arbeiter zwingt zur Mehrarbeit, ist das
       Dasein seiner  Arbeitsbedingungen ihm  gegenüber als  Kapital. Es
       wird ihm  kein äußerer Zwang angetan, aber um zu leben - in einer
       Welt, wo  die Ware durch ihren Wert bestimmt ist - ist er gezwun-
       gen, sein Arbeitsvermögen als Ware zu verkaufen, wogegen die Ver-
       wertung dieses  Arbeitsvermögens über  seinen eignen  Wert hinaus
       dem Kapital  zufällt. So  schafft seine  Mehrarbeit, wie  sie die
       Mannigfaltigkeit der Produktion vermehrt, die  f r e i e  Z e i t
       für  andre.   Die  Ökonomen   lieben  es,   dies  Verhältnis  als
       N a t u r v e r h ä l t n i s   oder   g ö t t l i c h e   E i n-
       r i c h t u n g    a u f z u f a s s e n.    Was  die  durch  das
       Kapital hervorgebrachte Arbeitsamkeit angeht:
       
       "Gesetzlicher Zwang"  (zur Arbeit)  "ist begleitet von zuviel Un-
       ruhe, Gewalttätigkeit und Lärm, schafft Übelwollen usw., wohinge-
       gen   H u n g e r  nicht nur ein friedfertiger, stummer, unabläs-
       siger Druck  ist, sondern  fordert als natürlicher Beweggrund für
       Fleiß und Arbeit die wirksamsten Anstrengungen heraus." ([p.] 15,
       "A Dissertation  on the  Poor Laws".  By a Wellwisher to mankind,
       1786 (The Rever. Mr. J. Townsend), republished London 1817.)
       
       Da das  Kapitalverhältnis voraussetzt,  daß der Arbeiter zum Ver-
       kauf seines  Arbeitsvermögens gezwungen  ist, also wesentlich nur
       sein Arbeitsvermögen selbst zu verkaufen hat, sagt Townsend:
       
       "Es scheint   e i n  N a t u r g e s e t z,  daß die Armen zu ei-
       nem gewissen  Grad leichtsinnig sind, so daß stets welche da sind
       zur Erfüllung der niedrigsten, schmutzigsten und gemeinsten Funk-
       tionen des  Gemeinwesens. Der  Fonds von  menschlichem Glück wird
       dadurch sehr  vermehrt. Die  Delikateren sind dadurch befreit von
       Plackerei und  können höheren  Berufungen usw.  ungestört nachge-
       hen." ([p.]  39, l.c.) "Das Armengesetz hat die Tendenz, die Har-
       monie und  Schönheit, die  Symmetrie und  Ordnung dieses Systems,
       welches Gott  und die  Natur in der Welt errichtet haben, zu zer-
       stören." (p. 41  1*).)
       
       Dieser Pfaffe  Townsend ist  zwar nicht der eigentliche Entdecker
       der sog.  Populationstheorie, gab ihr aber zuerst die Form, worin
       Malthus sie sich aneignete und großes literarisches Kapital damit
       macht. Sonderbar ist es, daß mit Ausnahme des venezianischen Mön-
       ches Ortes  ("Della Economia  Nazionale", libri  sei  1774,  viel
       geistreicher als  Malthus) hauptsächlich  Pfaffen der  englischen
       Kirche mit dem "urgent appetite" und den "checks which
       -----
       1*) In der Handschrift: p. 39 seqq.
       
       #196# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
       -----
       tend to  blunt the shafts of Cupid" 1*) (wie Townsend [74] sagt),
       gerungen haben.  Im Gegensatz  zu  dem  katholischen  Aberglauben
       (superstition 2*)  sagt Townsend)  nahmen sie das "Seid fruchtbar
       und mehret  euch" [75]  für die Geistlichkeit selbst in Anspruch,
       während sie das Zölibat der arbeitenden Klasse predigten.
       
       "Gott hat  es gefügt,  daß die Menschen, die die nützlichsten Be-
       rufe ausüben,  überreichlich geboren  werden." (p.  78,  Galiani,
       "Della Moneta", t. III, bei Custodi.)
       
       Der Fortschritt des nationalen Reichtums, sagt Storch,
       
       "erzeugt jene   n ü t z l i c h e   Klasse  der Gesellschaft  ...
       welche die  langweiligsten, gemeinsten und ekelhaftesten Beschäf-
       tigungen ausübt, in einem Wort, alles, was das Leben Unangenehmes
       und Knechtendes hat, auf ihre Schultern nimmt und ebendadurch den
       anderen Klassen die  Z e i t,  die Heiterkeit des Geistes und die
       konventionelle Charakterwürde  verschafft, die  sie brauchen,  um
       sich erfolgreich ihren höheren Aufgaben zu widmen." ("Cours d'Éc.
       Pol.", éd. Say (p. 223), t. III, Paris 1823.) "Unsere Zone erfor-
       dert Arbeit  zur Befriedigung der Bedürfnisse, und  d e s h a l b
       muß wenigstens   e i n   T e i l    der  Gesellschaft    u n e r-
       m ü d l i c h  a r b e i t e n ...". (Sir Morton Eden, "The State
       of the  Poor, or  an History  of the Labouring Classes in England
       from the  Conquest to the present period etc.", London 1797, vol.
       I, book I, ch. I.)
       
       ad d)  p. 102.  Dies Gesetz schließt nur ein, daß bei gleichblei-
       bender Produktivität  der Arbeit und gegebnem Normaltag die Masse
       des Mehrwerts mit der Masse der gleichzeitig angewandten Arbeiter
       wächst. Es  folgt daraus  nicht, daß  in allen Produktionszweigen
       (z. B.  der Agrikultur)  die Produktivität  der  Arbeit  dieselbe
       bleibt im  Maße, wie  größre Quantität der Arbeit angewandt wird.
       (Dies in Note zu setzen.)
       Es folgt,  daß  bei  übrigens  gleichbleibenden  Bedingungen  der
       Reichtum eines Landes, auf der Basis der kapitalistischen Produk-
       tion, von der Masse des Proletariats, des auf Lohnarbeit angewie-
       senen Teils der Bevölkerung, abhängt.
       
       "Je mehr Sklaven ein Herr hat, umso reicher ist er; daraus folgt,
       daß bei  gleicher Unterdrückung  der Massen ein Land umso reicher
       ist, je  mehr Proletarier  es hat."  ([p.] 331,  t. III,  Colins,
       "L'Économie Politique,  Sources des  Révolutions et  des  Utopies
       prétendues Socialistes", Paris 1857.)
       
       Zusatz ad a) Illustration zum Mehrwert.
       Nach Jacob im Jahr 1815 als Weizenpreis per Quarter 80 sh und das
       Durchschnittsprodukt des  acre 22  bushels (jetzt  32) per  acre,
       also Durchschnittsprodukt  des acre  11 /.  Er berechnet, daß das
       Stroh die Ausgaben des
       -----
       1*) "starken Verlangen"  und den  "Hemmungen, die dazu beitragen,
       Amors Pfeile stumpf zu machen" - 2*) Abgötterei
       
       #197# Zusätze
       -----
       Einherbstens, Dreschens und Bringens auf den Verkaufsplatz zahlt.
       Rechnet dann die items 1*) wie folgt:
       
                                            In dieser Kolumne stellt die
                  £  sh               £  sh rechte Seite, Steuern, Abga-
                                            ben, Rente, Pächters Profit
       Samen             Zehnten,           und Zins nur den Gesamtmehr-
       (Weizen)   1   9  Rates und          wert dar 4*), den der Päch-
                         Taxes 2*)    1   1 ter erhält (der Kapitalist),
                                            aber Teile, wovon der unter
       Dünger     2  10  Rent 3*)     1   8 verschiednen Namen und Ti-
                  -----                     teln an Staat, Landlord etc.
                  3  19                     abgibt. Der Gesamtwert also
                                            = 3 l. 11 sh. Das konstante
       Arbeits-          Pächters           Kapital (Samen und Dünger)
       lohn       3  10  Profit und         = 3 l. 19 sh. Das gegen Ar-
                         Zins         1   2 beit ausgelegte 3l. 10. [76]
                  -----               -----
                  7   9               3  11
       
       Dieser ¦¦114¦ letztre Teil des Kapitals, der variable, ist allein
       zu betrachten,  wenn es  sich um  den Mehrwert und das Verhältnis
       des Mehrwerts  handelt. Also  im vorliegenden  Fall verhält  sich
       Mehrwert zu  dem im  Arbeitslohn ausgelegten Kapital oder ist die
       Rate, worin  sich das im Arbeitslohn ausgelegte Kapital vermehrt,
       das Verhältnis  von 3 l 11 sh zu 3 l 10 sh. Das gegen Arbeit aus-
       gelegte Kapital  von 3 l 10 reproduziert sich als ein Kapital von
       7 l.  1 sh. Davon stellen 3 l. 10 nur den Ersatz des Arbeitslohns
       vor, dagegen  3 l.  11 sh  den Mehrwert,  der also über 100 % be-
       trägt. Danach würde die notwendige Arbeitszeit nicht ganz so groß
       wie die  Surplusarbeit, ungefähr  in ihr  gleich sein, so daß von
       dem normalen Arbeitstag von 12 Stunden 6 dem Kapitalisten gehören
       (eingeschlossen die  verschiednen Mitteilnehmer  an diesem  Mehr-
       wert). Es kann nun zwar der Fall sein, daß z. B. dieser Preis des
       Quarters Weizen  von 80  sh über seinem Wert stand, also ein Teil
       seines Preises  daher rührt, daß andre Waren unter ihrem Wert ge-
       gen Weizen  verkauft wurden.  Aber erstens  handelt es  sich  nur
       darum klarzumachen,  wie man überhaupt den Mehrwert und daher die
       Rate des  Mehrwerts zu verstehn hat. Andrerseits, wenn der Markt-
       preis eines  Scheffels Weizen  etwa 10 sh über seinem Wert steht,
       so kann das den Mehrwert, den der Pächter erhält, nur vergrößern,
       insofern er  dem Ackerbauarbeiter seine Arbeit, die sich über ih-
       ren Normalwert  erhoben hat,  nicht zu  diesem Überschuß über den
       Normalwert zahle.
       -----
       1*) Einzelposten  -  2*) Abgaben  und  Steuern  -  3*) Grundrente
       4*) In der handschrift: ab
       
       #198# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
       -----
       Nehmen wir  ein andres Beispiel aus der modernen englischen Agri-
       kultur, und zwar folgende Real Bill eines high formed estate 1*):
       
       Jährliche Ausgaben in    Einnahmen     In diesem Beispiel also
       der Produktion selbst:   und Abgaben   beträgt das variable oder
                                des Pächters  gegen lebendige Arbeit
                         £               £    ausgetauschte Kapital
                                              1690 l. St. Es reprodu-
       Dünger          686      Rent   843    ziert sich in 1690 + 1481
       Samen           150      Taxe   150    = 3171 l. St. Der Mehrwert
       Viehfutter      100   Zehnten (fehlen) 1481 l., das Verhältnis
       Verluste,                Profit 488    von Mehrwert zum Teil des
       Zahlungen an             ----------    Kapitals, aus dem er ent-
       Gewerbsleute                           springt, = 1481/1690  2*)
       usw.            453                    oder etwas mehr als 87
                      ----      ----------    Prozent.
                      1389            1481
       Arbeitslohn    1690 (Newman, F.W., "Lec-
                           tures in Polit. Econ.",
                      ---- London 1851,
                      3079 p. 166 [, 1679.)
       
       {"Die unauslöschliche Leidenschaft für Gewinn, die auri sacri fa-
       mes [77],  bestimmt stets  die Kapitalisten." (p. 163, McCulloch,
       "The Principles of Political Economy", London 1825.)}
       
       ad e) p. 104.
       
       "Eben weil  der eine  arbeitet, muß  der andere  sich  ausruhen."
       (Sismondi, "N[ouveaux] Princ. d'Éc[onomiel P[olitique]", t. I, p.
       16/77.)
       
       ad e)  p. 107.  Die Mehrarbeit  mit der Vervielfältigung der Pro-
       dukte bedingt  die   L u x u s p r o d u k t i o n,  daß ein Teil
       der Produktion sich auf Produktion von Luxusprodukten wirft oder,
       was dasselbe ist, sich gegen dieselbe austauscht (durch auswärti-
       gen Handel).
       
       "Sobald ein  Überschuß" (des  Produkts) "an  Produkten  vorhanden
       ist, muß  die überflüssige  Arbeit Luxusartikeln gewidmet werden.
       Der Verbrauch  an Gegenständen  zur Befriedigung der Grundbedürf-
       nisse ist  begrenzt, der  von Luxusartikeln  ist grenzenlos." (p.
       78, Sism.,  1.1, "N[ouveaux]  P[rincipes] etc.".)  "Der Luxus ist
       nur möglich, wenn man ihn mit  f r e m d e r  A r b e i t  kauft;
       die ununterbrochene  Arbeit ohne  Pause ist nur möglich, wenn sie
       nicht belanglose  Nichtigkeiten, sondern lediglich das Lebensnot-
       wendige beschaffen kann." (p. 79, l.c.)
       -----
       1*) Unverfälschte Rechnung eines hoch entwickelten Gutes
       2*) In der Handschrift: 1690/1481
       
       #199#
       -----
       S. 113 aus Heft III
       
       #200#
       -----
       
       #201# Zusätze
       -----
       {Die   N a c h f r a g e  d e r  A r b e i t e r  für Kapital ist
       daher die  einzige, deren  der Kapitalist bedarf, d. h., es dreht
       sich alles  für ihn um das Verhältnis, worin lebendige Arbeit für
       vergegenständlichte sich anbietet.
       
       "Was die Nachfrage seitens der Arbeit anbelangt, das heißt entwe-
       der Austausch  von Arbeit  ¦¦115¦ gegen Waren oder, wenn man vor-
       zieht, es  auf andere  Art zu  betrachten, was  aber auf dasselbe
       herauskommt, Austausch  gegenwärtiger   f e r t i g e r    P r o-
       d u k t e  gegen einen künftigen und  h i n z u k o m m e n d e n
       n e u e n  W e r t ..., übertragen auf gewisse Materialteile, die
       dem Arbeiter  anvertraut waren.  Das ist die wirkliche Nachfrage,
       deren Vermehrung  für die  Produzenten wesentlich  ist, insoweit,
       als  i r g e n d e i n e  Nachfrage erwünscht ist, unabhängig von
       dem, was Waren einander zuführen, wenn vergrößert." ([p.] 57, "An
       Inquiry into those Principles respecting the Nature of Demand and
       the Necessity of Consumption etc.", London 1821.)}
       
       Wenn James Mill z. B. sagt:
       
       "Um es  einem bedeutenden  Teil des  Gemeinwesens zu ermöglichen,
       die Vorzüge  der  M u ß e  zu genießen, muß der Kapitalgewinn of-
       fensichtlich groß  sein." (p.  50, James Mill, "Elements] of Pol.
       Ec.", London 1821),
       
       so heißt  das auch  nichts als:  Damit viele  Muße haben, muß der
       Lohnarbeiter viel  schanzen, oder  die freie Zeit des einen Teils
       hängt ab  von dem Verhältnis der Surplusarbeitszeit zur notwendi-
       gen Arbeitszeit des Arbeiters.
       Die Aufgabe des Kapitalisten ist es,
       
       "mit dem verausgabten Kapital" (dem gegen lebendige Arbeit ausge-
       tauschten Kapital) "die größtmögliche Summe Arbeit herauszuschla-
       gen", (p. 62, J.G. Courcelle-Seneuil, "Traité théorique et prati-
       que des Entreprises industrielles etc. ", Paris 1857, 2. édit.)
       
       Daß die Verwertung des Kapitals, dem Mehrwert, den es über seinen
       eignen Wert  hinaus produziert,  also seine  produktive Macht, in
       der Mehrarbeit  besteht, die  es sich  aneignet, sagt J. St. Mill
       z.B.
       
       "K a p i t a l   genau zu  sprechen, hat  k e i n e  p r o d u k-
       t i v e   M a c h t.   Die einzige  produktive Macht  ist die der
       Arbeit, assistiert  zweifelsohne von  tools und acting upon mate-
       rials 1*)  ...  Die    p r o  d u k t i v e    M a c h t    d e s
       K a p i t a l s   ist nichts als die Quantität der realen produk-
       tiven Macht" (Arbeit), "welche der Kapitalist, vermittelst seines
       Kapitals, kommandieren  kann." (J.  St. Mill, "Essays on some un-
       settled questions of Pol. Economy", Lond[on] 1844, p. 90, 91.)
       
       ad a) Daß bei der Reproduktion des Kapitals und seiner Vermehrung
       der Wert des Rohmaterials und Maschinerie als solcher - überhaupt
       für den  Produktionsprozeß gleichgültig,  ist klar. Nimm Rohmate-
       rial, z.B.  Flachs. Wieviel  Arbeit der Flachs einsaugen kann, um
       sich z.B.  in Leinen  zu verwandeln, hängt, wenn die Produktions-
       stufe, bestimmter  Grad der  technologischen Entwicklung, gegeben
       ist,  nicht   von  seinem     W e r t,     sondern   von   seiner
       Q u a n t i t ä t
       -----
       1*) Werkzeugen und auf Maschinerie einwirkend
       
       #202# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
       -----
       ab, ebenso  wie die  Assistenz, die  eine Maschine  100 Arbeitern
       leistet, nicht  von ihrem  Preis, sondern von ihrem Gebrauchswert
       abhängt.
       ad p.  114) Oder  nehmen wir ein andres Beispiel. Symons, (J.C.,)
       "Arts and  Artisans at  Home and  Abroad", Edinburgh]  1839  [,p.
       223], gibt  z. B.  folgende Berechnung für einen Glasgow mechani-
       schen Weber  mit 500  looms, calculated to weave a good fabric of
       calico or shirting, such as is generally made in Glasgow 1*).
       
       Kosten der Errichtung der Fabrik, und Maschinerie     £ 18 000
       Jährliches Produkt, 150 000 Stück zu 24 Yards zu 6 sh £ 45 000
       
       Zins auf das Capital fixe und für die             In diesem Fall
       depreciation of value 2*) der Maschinerie  1 800, beträgt Zins
       wovon wir 900 (5 Prozent) für                     und Profit
       den Zins rechnen wollen.                          1700+900=2600.
       Dampfmaschine, Öl, Talg, Ausbesserung             Der gegen Ar-
       der Maschinerie etc                        2 000  beit ausgeleg-
       Yarns and flax 3*)                        32 000  te, sich repro-
       Arbeitslohn                                7 500  zierende und
       Profit                                     1 700  vermehrende
                                                 ------  Teil des Kapi-
                                                 45 000  tals 7500 l.
                                                         Mehrwert=2600;
                                                         Rate desselben
                                                         also: beinahe
                                                         33 Prozent.
       ¦¦116¦ ad ) 99)
       R. Jones  in seinem "Essay on the Distribution of Wealth", London
       1831, betrachtet  mit Recht  die Fronarbeit,  oder was  er labour
       rent (Arbeitsrente)  nennt,  als  die  ursprünglichste  Form  der
       Rente, die  man hier nur als eine bestimmte Form des Mehrwerts zu
       betrachten hat,  der dem Landeigentümer zufällt. [78] Es ist also
       eine Form, worin die Landarbeiter einen Teil des Grund und Bodens
       besitzen, den  sie zu  ihrem eignen  Unterhalt bebauen.  Die  Ar-
       beitszeit, die  sie hierauf verwenden, entspricht der notwendigen
       Arbeitszeit, wodurch der Lohnarbeiter sein eignes Salair ersetzt.
       Während aber  z.B. der  moderne Ackerbautaglöhner  auf  demselben
       Grund und Boden (dem vom Pächter gemieteten) seine ganze Arbeits-
       zeit realisiert  - sowohl den Teil desselben, der seinen Lohn er-
       setzt, als den Teil, der den Mehrwert bildet - ebenso wie der Fa-
       brikarbeiter dieselbe  Maschinerie zur Verwirklichung seiner not-
       wendigen und  seiner Mehrarbeit  anwendet - findet hier nicht nur
       Teilung
       -----
       1*) Webstühlen, geeignet, ein gutes Kattungewebe oder Hemdenstoff
       zu weben,  wie  es  gewöhnlich  in  Glasgow  hergestellt  wird  -
       2*) Abschreibung des Werts - 3*) Garn und Flachs
       
       #203# Zusätze
       -----
       der Zeit statt (und viel handgreiflicher, als in der Lohnarbeit),
       sondern auch Teilung der Produktionsbedingungen (der Produktions-
       sphäre), worauf diese Arbeitszeit realisiert wird.
       Z.B. gewisse  Tage in  der Woche bearbeitet der Fronarbeiter sein
       ihm zum  Besitz angewiesnes  Feld. Andre Tage arbeitet er auf dem
       herrschaftlichen Gut  und für den Grundeigentümer. Diese Form der
       Arbeit hat  das mit  Lohnarbeit gemein, daß, was der Arbeiter dem
       Eigentümer der  Produktionsbedingungen gibt, nicht, wie in andren
       Produktionsweisen,  Produkt   noch  Geld,  sondern    A r b e i t
       s e l b s t   ist. Die  Mehrarbeit erscheint hier handgreiflicher
       als in der Lohnarbeit geschieden von der notwendigen Arbeit, weil
       notwendige Arbeit  und Mehrarbeit hier auf zwei verschiednen Ter-
       rains ausgeübt  werden. Die  zur Reproduktion  seines eignen  Ar-
       beitsvermögens notwendige  Arbeit arbeitet  der Fronarbeiter  auf
       dem von ihm beseßnen Feld. Die Mehrarbeit für den Grundeigentümer
       verrichtet er  auf den herrschaftlichen Gütern. Durch diese räum-
       liche Trennung  erscheint auch die Trennung der Gesamtarbeitszeit
       in zwei Portionen handgreiflicher, während man bei dem Lohnarbei-
       ter ebensogut  sagen kann, daß er von 12 etwa 2 für den Kapitali-
       sten arbeitet,  als daß er von jeder Stunde oder jedem beliebigen
       andren aliquoten 1*) Teil der 12 Stunden 1/6 für den Kapitalisten
       arbeitet. So  erscheint also  erstens die  Trennung in notwendige
       Arbeit und  Mehrarbeit, Arbeit zur Reproduktion seines eignen Ar-
       beitsvermögens und  Arbeit für  den Eigentümer der Produktionsbe-
       dingungen sinnfälliger,  handgreiflicher in  der Form der Fronar-
       beit als  in der Form der Lohnarbeit. Zweitens aber folgt daraus,
       daß es  in der  Form des  Fronarbeitens sinnfälliger  als in  der
       Lohnarbeit erscheint,  daß die  Mehrarbeit unbezahlte  Arbeit ist
       und daß  der ganze  Mehrwert sich  in Mehrarbeit, i.e. unbezahlte
       Arbeit auflöst.  Arbeiteten die  Fronarbeiter 5 Tage in der Woche
       auf ihrem eignen Feld, den 6.Tag auf dem herrschaftlichen, so ist
       es klar,  daß sie  diesen 6.  Tag unbezahlte  Arbeit  verrichten,
       nicht für  sich, sondern [für] einen andren arbeiten, und daß die
       ganze Einnahme dieses andren das Produkt ihrer unbezahlten Arbeit
       ist; die  eben darum Fronarbeit heißt. Wenn Fabrikarbeiter von 12
       Stunden täglich 2 für den Kapitalisten arbeiten, so ist dies das-
       selbe, als  ob sie in der Woche 5 Tage für sich und 1 für den Ka-
       pitalisten arbeiteten,  also der  Sache nach dasselbe, als ob sie
       einen Tag in der Woche Fronarbeit für den Kapitalisten verrichte-
       ten. In dem ganzen System der Fronarbeit fällt die Form des Lohns
       weg, und  dies macht  das Verhältnis  wieder handgreiflicher. Der
       Fronarbeiter erhält  die Produktionsbedingungen, die zur Verwirk-
       lichung seiner eignen notwendigen Arbeit
       -----
       1*) entsprechenden
       
       #204# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
       -----
       erheischt sind,  ein für  allemal angewiesen. Er zahlt sich daher
       selbst sein  Salair oder er eignet sich direkt das Produkt seiner
       notwendigen Arbeit an. Bei dem Lohnarbeiter dagegen wird sein Ge-
       samtprodukt erst  in Kapital  verwandelt, um ihm dann in der Form
       des Salairs  wieder zuzufließen. Wenn der Fronarbeiter, der 1 Tag
       in der  Woche für  seinen Herrn  arbeitet, das Produkt der ganzen
       Woche diesem  auszuliefern hätte, der es dann in Geld verwandelte
       und von  diesem Geld  5/6 dem  Fronarbeiter zurückzahlte, so wäre
       der Fronarbeiter nach dieser Seite hin in einen Lohnarbeiter ver-
       wandelt. Umgekehrt.  Wenn der Lohnarbeiter, der 2 Stunden täglich
       für den Kapitalisten arbeitet, das Produkt oder den Wert des Pro-
       dukts seiner  5tägigen Arbeit  selbst einkassierte (der Abzug des
       Werts für  die Produktionsbedingungen, Arbeitsmaterial und Mittel
       findet in  beiden Verhältnissen,  wenn  auch  unter  verschiedner
       Form, statt) und den 6. Tag umsonst für das Kapital arbeitete, so
       wäre er  in einen  Fronarbeiter verwandelt.  Soweit die Natur und
       das Verhältnis  von notwendiger Arbeit und Mehrarbeit in Betracht
       kommen, ist das Resultat dasselbe.
       Wir finden  die Fronarbeit in größeren oder geringeren Dosen ver-
       quickt mit allen Formen der Leibeigenschaft. Wo sie aber rein er-
       scheint, als  das herrschende  Produktionsverhältnis, wie das na-
       mentlich der Fall war und zum Teil noch ist in slawischen Ländern
       und in  den von  den Römern besetzten Donauteilen, können wir mit
       Sicherheit sagen,  ¦¦117¦ daß  sie nicht  aus der Leibeigenschaft
       als ihrer  Grundlage  entsprang,  vielmehr  umgekehrt  die  Leib-
       eigenschaft aus  ihr entsprang.  Sie beruht auf einem Gemeinwesen
       und die Mehrarbeit, die die Gemeindeglieder verrichteten über die
       zur  Subsistenz   hinaus  nötige,  teils  zu  einem  Reservefonds
       (gemeinschaftlichen), teils zur Bestreitung ihrer gemeinschaftli-
       chen, politischen  und religiösen  Bedürfnisse,  verwandelt  sich
       nach und  nach in  Fronarbeit für  die Familien,  die die  Reser-
       vefonds und die politischen und religiösen Würden als ihr Privat-
       eigentum usurpieren.  In den  Donaufürstentümern, ebenso  in Ruß-
       land, läßt  sich dieser  Usurpationsprozeß genau nachweisen. Eine
       Vergleichung der Gier nach fremder Arbeitszeit auf Seiten der wa-
       lachischen Bojaren  und der englischen Fabrikanten hat das Inter-
       esse, daß  in beiden  die Aneignung  fremder Arbeit  als  direkte
       Quelle des Reichtums erscheint; Mehrwert als Mehrarbeit.
       
       {"Der Unternehmer  wird immer  alles daransetzen, um Zeit und Ar-
       beit zu  s p a r e n."  (p. 318, Dugald Stewart, vol.I, "Lectures
       on Polit.  Econ.",  Edinburgh  1855,  vol.  VIII  der  "Collected
       works", ed. by Sir W. Hamilton.) ad p. 107, ad Zusatz ad e)}
       
       In der  Fronarbeit erscheint die Surplusarbeit in ihrer ursprüng-
       lichsten "selbständigen  freien" Form;  frei,  insofern  bei  der
       Sklaverei der Gesamttag
       
       #205# Zusätze
       -----
       der Sklaven wie des Viehs dem Eigentümer gehört, die er natürlich
       füttern muß:
       Selbst in  der Moldau  und Walachei jetzt noch Naturalrente neben
       der Fronarbeit.  [79] Wir  nehmen hier  das  Règlement  organique
       [80], mis  en vigueur  en 1831  1*). Es ist für unsren Zweck hier
       gleichgültig und daher nur nebenbei zu bemerken, daß Grundbesitz,
       Vieh etc. in der Tat den walachischen Bauern  g e h ö r e n,  daß
       durch Usurpation  die Leistung  an die propriétaires 2*) entstand
       und daß  das russische Reglement die Usurpation zum Gesetz erhob.
       Die Naturalrente  besteht [aus]  1/10 aller übrigen Produkte; 1/5
       Heu; 1/20  Wein. (Alles dies in der Walachei.) Der Bauer besitzt:
       1. für Haus und Garten 400 stagènes (about 2 [] mètres) en piaine
       und 300 in den montagnes; 2.3 pogones (1 1/2 hectares) de terrain
       de labour;  3.3 pogones  de prairie  à foin 3*). (Weideland für 5
       Stück Hornvieh.)
       Hier nebenbei  zu bemerken:  Daß dieser  Leibeigenschaftscode als
       Freiheitscode von  den Russen  (unter Kisseleff)  proklamiert und
       von Europa anerkannt wurde. Zweitens: les boyars, en fait les ré-
       dacteurs du  règlement 4*).  Drittens: Dem  Verhältnis nach  viel
       schlimmer in der Moldau als in der Walachei.
       Nach dem Règlement schuldet jeder Bauer dem propriétaire im Jahr:
       1. 12 Arbeitstage überhaupt. 2. 1 Tag Feldarbeit; 3. 1 Holztrans-
       port. Die  Tage jedoch sind nicht nach der Zeit gemessen, sondern
       an dem  zu vollbringenden  Werk. Das  organische Reglement selbst
       setzt daher  fest, daß  die 12 Arbeitstage gleich sein sollen dem
       Produkt einer Handarbeit von 36 Tagen, der Feldarbeitstag = 3 Ta-
       gen, der  Holztransporttag ebenfalls = 3 Tagen. Summa summarum 42
       Tagen. Es  kommt aber hinzu die sog. iobagie (Dienst, servitude),
       d. h.  Arbeit für  außerordentliche Produktionserheischnisse  des
       propriétaire. Diese außerordentliche Arbeit beträgt Lieferung auf
       Seiten der villages 5*) von 4 Mann auf 100 Familien, 3 in Dörfern
       von 63-75  Familien, 2 in Dörfern von 38-50, 1 für Dörfer von 13-
       25 Familien.  Diese Iobagie  ist geschätzt auf 14 Arbeitstage für
       jeden walachischen  Bauer. So  ist die durch das règlement selbst
       bestimmte Fronarbeit  = 42  + 14 = 56 Arbeitstagen. Das Ackerbau-
       jahr besteht  in der Walachei wegen des rauhen Klimas aus 210 Ta-
       gen, wovon  40 für Sonntage und Feiertage, 30 im Durchschnitt für
       schlechtes Wetter abgehn, zusammen 70 Tage. Bleiben 140 Tage. Da-
       von ab-
       -----
       1*) das 1831 in Kraft gesetzt wurde
       2*) Gutsbesitzer
       3*) 400 stagènes (etwa 2 m² [je stagène]) in der Ebene und 300 in
       den Bergen;  2. 3  pogones (1 1/2 Hektar) Ackerland; 3. 3 pogones
       Wiese für Heu
       4*) tatsächlich waren die Bojaren die Verfasser der Verordnung
       5*) Dörfer
       
       #206# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
       -----
       die 56  Frontage. Läßt 84 Tage; ein Verhältnis jedoch nicht stär-
       ker als  das vom  englischen Ackerbauarbeiter, wenn die Zeit, die
       er für sein Salair arbeitet, verglichen wird mit der Zeit, die er
       für Herstellung des unter Pächter, Kirche, Staat, Grundeigentümer
       usw. verteilten Mehrwerts arbeitet.
       Dies sind die dem Eigentümer gesetzlich zustehenden Frontage, die
       gesetzliche Mehrarbeit.  Indes hat das Reglement es so eingerich-
       tet, daß die Fronarbeit ohne Verletzung seines Buchstabens weiter
       ausgedehnt werden kann. Es bestimmt nämlich jedes Tagwerk so, daß
       noch eine Zubuße auf die Arbeitszeit des folgenden Tags fällt, um
       es vollenden zu können. So bestimmt es z.B.
       "das Tagewerk im Jäten, das mit 12 Ruten veranlagt ist, eine Auf-
       gabe, die  doppelt so  groß ist,  wie sie ein Mensch an einem Tag
       leisten könnte", namentlich auf den Maispflanzungen. Das Tagewerk
       für Jäten  ist in  der Tat  so eingerichtet durch die Verordnung,
       "daß es  mit dem  Monat Mai  beginnt, um mit dem Monat Oktober zu
       enden".
       ¦¦118¦ "In  der Moldau",  sagt einer  der großen  Bojaren selbst,
       "entsprechen die  12 Frontage  des Bauern, wie sie die Verordnung
       festlegt, tatsächlich 365 Tagen." [p. 311.]
       Mit welchem  Raffinement die  Bojaren dies  Gesetz ausbeuten,  um
       sich die Arbeitszeit der Bauern anzueignen, kann man weiter nach-
       sehn in:  É Regnault,  "Histoire Politique et Sociale des Princi-
       pautés Danubiennes", Paris 1855, p. 305 sqq.
       Vergleichen wir nun damit den Heißhunger nach Arbeitszeit - Mehr-
       arbeitszeit -  auf Seiten der kapitalistischen Produktion in Eng-
       land.
       Es ist  nicht meine  Absicht, hier auf die Geschichte der Überar-
       beit einzugehn seit der Erfindung der Maschinerie in England. Die
       Tatsache ist,  daß infolge  der Exzesse  Pesten ausbrachen, deren
       Verwüstung Kapitalist und Arbeiter gleichmäßig bedrohten, daß der
       Staat, unter  dem größten Widerstand der Kapitalisten, Normaltage
       einführen mußte in den Fabriken (später überall auf dem Kontinent
       mehr oder  weniger nachgeahmt),  daß noch  in diesem  Augenblicke
       diese Einführung der Normaltage von den eigentlichen Fabriken auf
       andre  Arbeitszweige   ausgedehnt  werden   mußte  (Bleichereien,
       Druckereien, Färbereien) und daß in diesem Augenblick dieser Pro-
       zeß noch  im Fortschreiten  begriffen, der Kampf darum fortdauert
       (z. B. zur Einführung der 10Stundenbill [81], Ausdehnung des fac-
       tory act  [82] z.B.  auf die  lace manufacture  1*) in Nottingham
       etc.). Für  die détails über die früheren Phasen dieses Prozesses
       verweise ich  auf: F. Engels, "Die Lage der arbeitenden Klasse in
       England", Leipzig 1845. Der praktische Widerstand der Fabrikanten
       war indes  nicht größer als der theoretische Widerstand, den ihre
       Dolmetscher und Apologeten,
       -----
       1*) Spitzenfabrikation
       
       #207# Zusätze
       -----
       die professionellen   Ö k o n o m i s t e n   leisteten. Hat doch
       Herr Newmarch  1*), der  Mitherausgeber von  Tooke's "History  of
       Prices", als  Präsident der  Sektion für ökonomische Wissenschaft
       auf dem  letzten Kongreß  der British  association for  Arts etc.
       (der Name der Assoziation nachzusehn) im Sept. 1861 zu Manchester
       [83] sich  gedrungen gefühlt,  die Einsicht  in die Notwendigkeit
       der gesetzlichen  Regulierung und  zwangsweisen Beschränkung  des
       Normalarbeitstages in Fabriken etc. als eine der allerneusten Er-
       rungenschaften der  jetzigen politischen Ökonomie zu betonen, wo-
       durch sie über ihren Vorgängern stehe! [84]
       Mein Zweck  ist nur, zur Parallele mit dem Heißhunger der Bojaren
       einige Belegstellen  aus den  neusten Fabrikreports beizubringen;
       dito 1  oder zwei  Beispiele bezüglich  von Industriezweigen,  in
       denen die  factory acts noch nicht eingeführt sind (lace Fabrik),
       oder erst  kürzlich eingeführt  wurden (printing  works 2*)).  Es
       handelt sich hier ja nur um einige Belege für die Tendenz, die in
       der Walachei nicht stärker wirkt als in England.
       Erste Illustration. Lacetrade 3*) in Nottingham.
       "Daily Telegraph" vom 17. Januar 1860.
       
       "Herr Broughton,  ein county  Magistrat 4*),  der präsidierte bei
       einem Meeting,  gehalten zu Nottingham, Townshall 5*), am 14. Ja-
       nuar 1860,  erklärte, es existiere in dem Teil der lokalen Bevöl-
       kerung, die  mit dem  lacetrade zusammenhängt,  ein in der ganzen
       übrigen zivilisierten Welt durchaus unbekannter Grad von Leid und
       Entbehrung ...  Kinder von  9 bis  10  Jahren  werden  aus  ihren
       schmutzigen Betten  gerissen um  2, 3,  4 Uhr  morgens,  und  ge-
       zwungen, für  die nackte  Subsistenz bis 10, 11, 12 Uhr nachts zu
       arbeiten, während  ihre Glieder wegschwinden, ihre Gestalt zusam-
       menschrumpft, ihr  Gesicht verwittert  und ihr menschliches Wesen
       absolut in  einen steinähnlichen torpor 6*) verfällt, die äußerst
       schrecklich zu  betrachten ist ... Wir sind nicht überrascht, daß
       Herr Mallet  oder andre  Fabrikanten auftreten,  um Protest gegen
       jede Diskussion  einzulegen ...  Das System, wie der Rev. Montagu
       Valpy es  beschreibt, ist ein System uneingeschränkter Sklaverei,
       Sklaverei in  sozialer, physischer, moralischer und geistiger Be-
       ziehung ...  Was soll man von einer Stadt denken, die ein öffent-
       liches Meeting  abhält, um  zu petitionieren, daß die Arbeitszeit
       für Männer  auf 18  Stunden täglich   b e s c h r ä n k t  werden
       solle? ...  Wir deklamieren  gegen die virginischen und carolini-
       schen Baumwollpflanzer.  Ist jedoch  ihr  Negermarkt,  mit  allen
       Schrecken seiner  Peitsche und  Schacher in  Menschenfleisch mehr
       verabscheuungswürdig
       -----
       1*) In  der   Handschrift:  Newman   -  2*) Kattundruckereien   -
       3*) Spitzenhandel -  4*) Richter der  Grafschaft -  5*) Rathaus -
       6*) eine steinähnliche Stumpfheit
       
       #208# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
       -----
       als diese  langsamen Menschenopfer,  die stattfinden, damit veils
       und collars  1*) zum  Vorteil der  Kapitalisten ¦¦119¦ fabriziert
       werden?"
       {(Original lautet: "It was declared [...] capitalists?") [85]
       
       ¦¦120¦ Da  überhaupt die  falsche Ansicht  existiert, als sei das
       Fabrikwesen ganz   a n d e r s  geworden, zitiere ich hier in der
       Note aus: "General Register Office", 28 Oct. 1857 ("The Quarterly
       return of  the Marriages,  Births and  Deaths etc.") published by
       authority of  the Registrar-General  2*) etc., N. 35, p. 6, wo es
       heißt:
       
       "Herr Leigh  vom Unterbezirk  Deans gate  (Manchester) macht  die
       folgenden klugen  Bemerkungen, die  die sorgfältige Beachtung der
       Bevölkerung Manchesters  verdienen: Das  Leben eines  Kindes  ist
       dort sehr  traurig  ...  Die  Gesamtzahl  der  Todesfälle,  nicht
       gerechnet solche,  die dem Untersuchungsrichter als Fälle vorlie-
       gen, beträgt  224, und  davon waren 156 Kinder unter 5 Jahren ...
       N i e m a l s   z u v o r   kannte ich ein solches Größenverhält-
       nis. Offensichtlich  ist es,  daß die Umstände, die das Leben der
       Erwachsenen für gewöhnlich beeinflussen, im wesentlichen blieben,
       wie sie  waren. Jene  dagegen, die höchst gefährlich auf die sehr
       Jungen einwirken,  waren äußerst aktiv ... 87 der Kinder starben,
       bevor sie  ein Jahr alt waren. Vernachlässigter Durchfall, Unter-
       bringung in  engen, schlecht gelüfteten Räumen während Erkrankung
       an Keuchhusten,   M a n g e l   a n   g e e i g n e t e r    E r-
       n ä h r u n g,   z u   h o h e   G a b e n   v o n   B e r u h i-
       g u n g s m i t t e l n,  die zu Kräfteverfall und Krämpfen sowie
       zu Wasserkopf  und Blutandrang  im Gehirn  führen, so etwas mußte
       erklären, weshalb  ... die  Sterblichkeit (von  Kindern) noch  so
       hoch liegt."}
       
       /119/ Zweite Illustration. Factory Reports.
       
       "Der betrügerische  Fabrikant beginnt  die Arbeit  eine  Viertel-
       stunde vor  6 Uhr  morgens" (manchmal noch früher, manchmal etwas
       später) "und  schließt sie eine Viertelstunde nach 6 Uhr nachmit-
       tags" (manchmal noch später, manchmal etwas früher) "ab. Er nimmt
       5 Minuten  weg am  Anfang und  am Ende  von der  nominell für das
       Frühstück anberaumten  halben Stunde  und knappt 10 Minuten ab zu
       Anfang und  Ende der  für Mittagessen anberaumten Stunde. Samstag
       arbeitet er eine Viertelstunde" (manchmal mehr, manchmal weniger)
       "nach 2 Uhr nachmittags.
       So beträgt sein  G e w i n n  {hier ist der Gewinn direkt mit der
       stibitzten Surplusarbeit identifiziert}
       vor 6 Uhr morgens         15 Minuten   Summe in
       nach 6 Uhr nachmittags    15 dito      5 Tagen
       für Frühstückszeit        10 "         300 Minuten
       für Mittagszeit           20 "
                                 -----------
                                 60 "
       -----
       1*) Schleier und  Kragen -  2*) veröffentlicht auf  Anordnung des
       Leiters des Statistischen Amtes
       
       #209# Zusätze
       -----
       An Samstagen
       vor 6 Uhr morgens         15 Minuten   Wöchentlicher
       für Frühstückszeit        10 "         Gesamtgewinn
       nach 2 Uhr nachmittags    15 "         340 Minuten
                                 ----------
                                 40 "
       
       Oder 5  Stunden 40  Minuten wöchentlich, was mit 50 Arbeitswochen
       multipliziert, nach  Abzug von  2 Wochen für Feiertage oder gele-
       gentliche  Unterbrechungen,  27  Arbeitstage  gibt."  (p.  4,  5,
       "Suggestions etc.",  by Mr.  L. Horner  in "Factories  Regulation
       Acts. Ordered  by the  House of  Commons to  be printed, 9 August
       1859".)
       "Der" (durch  Überarbeit über  die gesetzliche Zeit) "zu machende
       Extraprofit scheint  für viele" (Fabrikanten) "eine zu große Ver-
       suchung, um  ihr widerstehen  zu  können.  Sie  rechnen  auf  die
       Chance,  nicht   herausgefunden  zu  werden;  und  wenn  sie  die
       Geringfügigkeit der  Geldstrafen und  Gerichtskosten  sehen,  die
       jene bezahlen  mußten, die verurteilt wurden, meinen sie, daß ih-
       nen  auch   im  Fall   der  Entdeckung   noch  eine   beachtliche
       G e w i n n  b i l a n z   bliebe." ([p.]  34, "Report of the In-
       spectors of  Factories for  the halfyear  ended 31st Oct. 1856".)
       "Wird der  Arbeitstag täglich 5 Minuten über die Normaldauer ver-
       längert, so  gibt das  2'/2 Produktionstage  im Jahr."  ([p.] 35,
       l.c.)
       "In den  Fällen, wo  die zusätzliche Zeit durch  M u l t i p l i-
       k a t i o n   k l e i n e r   D i e b s t ä h l e   im Laufe  des
       Tages gewonnen  wird, stehn  den Inspektoren fast unüberwindliche
       Schwierigkeiten der Beweisführung im Weg." (p. 35, l.c. An dieser
       Stelle  die   so  angeeignete   Mehrarbeit  direkt   als   theft,
       "Diebstahl"  bezeichnet   von  den   offiziellen  englischen  Fa-
       brikinspektoren.)
       /120/ Diese  kleinen  D i e b s t ä h l e  werden auch bezeichnet
       als "Mausereien von Minuten" (p.48, l.c.), ferner als "Wegschnap-
       pen von  Minuten" (l.c.)  "oder, wie  es genannt wird, 'knabbern'
       oder 'knapsen  an  den  Essenspausen'".  (l.c.)  "'Wenn  Sie  mir
       erlauben', sagte  mir ein  sehr respektabler Fabrikherr, 'täglich
       nur 10  Minuten Überzeit arbeiten zu lassen, stecken Sie jährlich
       1000 Pfund Sterling in meine Tasche'." (p. 48, l.c.)
       
       Nach den  Fabrikinspektoren ist  die  Arbeitszeit  in  englischen
       printworks 1*) faktisch noch unbeschränkt, und haben noch im Jahr
       1857 daselbst  Kinder von  8 Jahren  und drüber von 6 Uhr morgens
       bis 9 Uhr abends (15 Stunden) [gearbeitet].
       
       "Die Arbeitszeit  in  K a t t u n d r u c k e r e i e n  kann als
       praktisch unbegrenzt  betrachtet werden,  trotz gesetzlicher  Be-
       schränkung. Die  einzige Arbeitsbeschränkung  ist im Punkt 22 des
       'Printwork Act'"  (8. und  9. Viktoria C29 [86]) "enthalten, wel-
       cher verfügt,  daß kein  Kind - d.h. kein Kind im Alter von 8 bis
       13 Jahren  -  w ä h r e n d  d e r  N a c h t  beschäftigt werden
       soll, die  laut Definition  von 10  Uhr abends  bis zum folgenden
       Morgen 6  Uhr früh  gerechnet wird.  Also können   a c h t j ä h-
       r i g e   K i n d e r   von 6  Uhr morgens bis 10 Uhr abends" (16
       Stunden)  "fortgesetzt   und  ohne   irgendwelche   Arbeitsunter-
       brechungen, um  sich auszuruhen  oder  einen  Imbiß  zu  sich  zu
       nehmen, nach  dem Gesetz  beschäftigt werden mit Arbeiten, die in
       vieler Hinsicht  der Fabrikarbeit  entsprechen, und das häufig in
       Räumen, in  denen es  drückend heiß  ist; und  wenn ein  Junge 13
       Jahre alt  geworden ist,  kann er ohne jede Beschränkung eine be-
       liebige
       -----
       1*) Kattundruckereien
       
       #210# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
       -----
       Zahl von Stunden am Tage oder in der Nacht gesetzlich beschäftigt
       werden. Kinder von 8 Jahren und darüber sind in der Tat von 6 Uhr
       morgens bis 9 Uhr abends während des letzten Halbjahres in meinem
       Distrikt abgerackert  worden." ([p.] 39, "Reports of the Inspect.
       of Factories", 31st Oct. 1857, Reports of Mr. A. Redgrave.)
       "Eine   z u s ä t z l i c h e   S t u n d e  täglich, dadurch ge-
       wonnen, daß  in kleinen  Raten vor  6 Uhr  morgens und nach 6 Uhr
       abends und  zu Beginn  und Ende  von der  für Mahlzeiten nominell
       f e s t g e l e g t e n  Spanne ein wenig Zeit erhascht wird, ist
       nahezu gleichwertig  mit 13 Monaten im Jahr." ("Reports of the I.
       of F.", 30th April 1858, Report of Mr. L. Horner, p. 9[, 10].)
       
       So ängstlich  sind die  Fabrikinspektoren, klarzumachen,  daß der
       Gain 1*)  nichts andres  ist als Arbeitszeit, Surplusarbeitszeit,
       der Extragain,  daher Surplusarbeitszeit   ü b e r  den Normaltag
       hinaus.
       ¦¦121¦ Eine  Zeit der  Krise ändert  daher nichts an dem Versuch,
       overtime 2*)  arbeiten zu lassen. Werden nur 3 oder 4 Tage in der
       Woche gearbeitet, so besteht der Profit überhaupt nur in der Sur-
       pluszeit, die  während dieser 3 oder 4 Tage gearbeitet wird. Also
       extraordinary profit  3*) nur in der unbezahlten surplustime 4*),
       die über  die normale  Surpluszeit und  daher über  den legal be-
       stimmten Normaltag  hinaus gearbeitet  wird. Multipliziere  ich 2
       Stunden Surplusarbeit  mit 3 Tagen in der Woche, so ist der Mehr-
       wert natürlich  nur halb so groß, als wenn ich sie mit 6 Tagen in
       der Woche  multipliziere. Daher  während der  Krisen um so größer
       die Versuchung,  in den  Tagen, die   w i r k l i c h    g e a r-
       b e i t e t   wird,   Ü b e r z e i t,   d.h. mehr unbezahlte Ar-
       beitszeit als  sonst, arbeiten  zu lassen. (Andre Fabrikanten tun
       faktisch dasselbe  durch Herabsetzung  des  Arbeitslohns,  d.  h.
       durch Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit während der 3 oder 4
       Tage, in denen gearbeitet wird.) Daher 1857-58:
       
       "Man mag  es für eine Inkonsequenz halten, daß irgendwelche Über-
       arbeit" {durchaus  nicht widersprüchlich,  daß der Fabrikant wäh-
       rend der  Krise den  größtmöglichsten Teil  u n b e z a h l t e r
       Arbeitszeit zu  erhaschen sucht}  "zu einer  Zeit stattfindet, wo
       der Handel  so schlecht geht, aber sein schlechter Zustand spornt
       skrupellose Leute  zu Überschreitungen  an, sie  sichern sich  so
       einen   E x t r a p r o f i t."   ([p. 10,]  "Reports etc.", 30th
       April 1858, Report of Mr. L. Horner.)
       
       (Je schlechter die Zeit, je weniger Geschäfte gemacht, desto grö-
       ßer soll  der Profit  auf das  gemachte Geschäft sein.} Daher be-
       merkt H[orner,]  l.c., daß zu derselben Zeit, wo 122 mills 5*) in
       seinem Distrikt ganz aufgegeben wurden,
       -----
       1*) Profit  -   2*) Mehrzeit  -  3*) außergewöhnlicher  Profit  -
       4*) zusätzlichen Zeit - 5*) Fabriken
       
       #211# Zusätze
       -----
       143 still standen und alle übrigen short time 1*) arbeiteten, daß
       overwork over the legal time 2*) hinaus fortgesetzt wurde. (l.c.)
       Ebenso berichtet aus demselben Jahr Fabrikinspektor T. J. Howell:
       
       "Ich erhalte  jedoch" (obgleich in den meisten Fabriken wegen des
       schlechten Geschäftsstandes nur halbe Zeit gearbeitet wird) "nach
       wie vor   d i e   ü b l i c h e  A n z a h l  v o n  K l a g e n,
       daß eine halbe oder dreiviertel Stunde täglich den Arbeitern weg-
       geschnappt werden  durch Eingriffe  in  die  ihnen"  [gesetzlich]
       "zugesicherten Fristen  für Erholung und Mahlzeit ... während des
       Arbeitstages und  indem man  morgens 5  Minuten oder  länger  vor
       Arbeitsbeginn anfängt  und 5 Minuten oder mehr nach Arbeitsschluß
       am Abend aufhört. Diese kleinen Diebereien, die sich täglich ins-
       gesamt auf  eine halbe bis dreiviertel Stunde belaufen, sind sehr
       s c h w e r  z u  e r m i t t e l n."  (p. 25, l.c., T.J. Howells
       "Report".)
       "Die Beobachtungen  eines Inspektors  genügen  selbstverständlich
       nicht, um einen systematischen Kurs auf Überarbeit, bestehend aus
       Minuten, die  zu 6 verschiedenen Zeiten im Laufe des Tages genom-
       men werden,  nachzuweisen." ([p.  35,] "Reports", L. Horner, 31st
       Oct. 1856.)  "Es ist   d i e s e  a l l g e m e i n e  Z u l a s-
       s u n g   i n   d e r   A n w e n d u n g ,    w e n n    a u c h
       n i c h t   A n e r k e n n u n g   d e s   P r i n z i p s,  und
       die  allgemeine   Übereinstimmung,  daß  die  Arbeitsbeschränkung
       zweckmäßig ist etc." ("Reports etc.", 31" Oct. 1855, p. 77.)
       
       In demselben  Maß, wie  die kapitalistische Produktion, hence 3*)
       das Fabriksystem,  sich auf dem Kontinent entwickelt haben, waren
       die Regierungen (Frankreich, Preußen, Österreich etc.) gezwungen,
       dem englischen  Beispiel der  Beschränkung der  Arbeitszeit d'une
       manière ou d'une autre 4*) nachzufolgen. Sie haben meist, mit ge-
       wissen Modifikationen,  die englische Factory législation 5*) ko-
       piert und kopieren müssen.
       ¦¦122¦ In Frankreich existierte faktisch vor 1848 kein Gesetz zur
       Beschränkung des Arbeitstags in Fabriken. Das Gesetz vom 22. März
       1841 (dessen  Grundlage 3  und 4 Wm IV.C. 103 [87]) zur Beschrän-
       kung der Kinderarbeit in Fabriken (factories, works und Workshops
       employing moving  power, or a continuous fire, and all establish-
       ments giving  employment to  more than  20 workmen 6*)) blieb ein
       t o t e r   B u c h s t a b e   und ist  bis zu diesem Tag nur im
       Département du  Nord praktisch durchgeführt. Übrigens können nach
       diesem Gesetz  Kinder under  7*) 13  Jahren  auch  in  der  Nacht
       (between 9  p.m. und 5 a.m.) angewandt werden, "upon the occasion
       of urgent repairs, or the stoppage of a waterwheel"
       -----
       1*) verkürzt -  2*) Überarbeit über die gesetzlich bestimmte Zeit
       -  3*) und   deshalb  4*) auf   die  eine   oder  andere   Art  -
       5*) Fabrikgesetzgebung - 6*) Fabriken, Betrieben und Werkstätten,
       die Triebkraft benutzen oder ein ununterbrochen brennendes Feuer,
       und alle  Fabrikanlagen, die  mehr als 20 Arbeiter beschäftigen -
       7*) unter
       
       #212# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
       -----
       1*), Kinder  über 13 Jahren auch während der Nacht, "if their la-
       bour is indispensable" 2*).
       Am 2.  März 1848  erließ die  provisorische Regierung ein Gesetz,
       wonach die  Arbeitszeit, nicht  nur in Fabriken, sondern in allen
       Manufakturen und  Handwerksshops 3*),  nicht nur für Kinder, son-
       dern auch  für erwachsne workmen 4*), auf 10 Stunden in Paris und
       11 in  den Departementen  beschränkt wurde. Die provisorische Re-
       gierung ging  von der falschen Voraussetzung aus, daß der normale
       Arbeitstag in  Paris 11,  in den  Departementen 12  Stunden  sei.
       Aber:
       
       "In der  größeren Anzahl  Spinnereien dauerte  die  Arbeit  14-15
       Stunden zum  großen Schaden  der Gesundheit und Moralität der Ar-
       beiter und  besonders der Kinder; und selbst länger." ("Des clas-
       ses ouvrières en France, pendant l'année 1848". Par M. Blanqui)
       
       Die Nationalversammlung,  durch Gesetz vom 8. Sept. 1848, modifi-
       zierte dies Gesetz dahin:
       
       "Die tägliche  Arbeit des  Arbeiters in Manufakturen und Fabriken
       soll 12 Stunden nicht überschreiten. Die Regierung hat das Recht,
       Ausnahmen von  der obigen  Verordnung in jenen Fällen zu genehmi-
       gen, wo  die Besonderheit der Arbeit oder der Maschinerie es ver-
       langt."
       
       Durch Dekret  vom 17.  Mai 1851  führten  die  Regierungen  diese
       A u s n a h m e n   aus. Es  sind erstens  verschiedne Zweige be-
       stimmt, worauf  das Gesetz  vom 8.  Sept. 1848  nicht ausdehnbar.
       Ferner aber wurden folgende Einschränkungen gemacht:
       
       "D a s  S ä u b e r n  v o n  M a s c h i n e r i e  a m  E n d e
       d e s  T a g e s;  notwendig zu leistende Arbeit bei Beschädigung
       der Antriebskraft,  des Dampfkessels,  der Maschinerie  oder  Ge-
       bäude. In den folgenden Fällen kann die Arbeit verlängert werden:
       Für 1  Stunde am  Ende des  Tages in Färbereien, Bleichereien und
       Kattundruckereien, um  Gewebestücke zu waschen und zu spannen. Um
       2 Stunden  in Zuckerfabriken und Siedereien und in chemischen Fa-
       briken. Um  2 Stunden   1 2 0  T a g e  im Jahr nach dem Belieben
       des Fabrikanten  und mit Genehmigung des Präfekten in Färbereien,
       Kattundruckereien und verarbeitenden Betrieben."
       
       {Factory Inspector  A. Redgrave, "Reports etc.", 31 Oct. 1855, p.
       80, bemerkt  mit Bezug  auf die  Ausführung  dieses  Gesetzes  in
       Frankreich:
       
       "Mehrere Fabrikanten  haben mir  versichert, daß, als sie von der
       Erlaubnis zur Verlängerung des Arbeitstages Gebrauch machen woll-
       ten, die Arbeiter mit der Begründung dagegen waren, daß eine Ver-
       längerung des Arbeitstages in diesem Augenblick im nächsten zu
       -----
       1*) (zwischen 9  Uhr abends  und 5 Uhr morgens) angewandt werden,
       "weil dringende  Reparaturen benötigt  werden oder  ein Wasserrad
       nicht funktioniert"  - 2*)  "wenn ihre  Arbeit unerläßlich ist" -
       3*) Handwerkstätten - 4*) Arbeiter
       
       #213# Zusätze
       -----
       einer Kürzung  der üblichen  Zahl der Arbeitsstunden führen würde
       ... und  sie waren besonders gegen Arbeit über 12 Stunden am Tage
       hinaus, weil  das Gesetz,  das diese Anzahl von Stunden festlegt,
       das einzig  Gute ist, das ihnen von der Gesetzgebung der Republik
       blieb."
       
       "Die   V e r l ä n g e r u n g   d e s    A r b e i t s t a g e s
       ist dem Arbeiter  f r e i g e s t e l l t  ... wenn sie sich dar-
       über geeinigt  haben ...  ist im  allgemeinen  der  Lohnsatz  pro
       Stunde (nach  12 Stunden)  höher als  ihr gewöhnlicher Lohn." (p.
       80, l.c.)
       
       A. Redgrave bemerkt p. 81, daß infolge der Überarbeit und der da-
       mit verbundnen  körperlichen Entnervung und geistigen Demoralisa-
       tion
       
       "die arbeitende Bevölkerung von Rouen und Lille ... dahinsiecht",
       "ihr Wuchs  zwergenhaft geworden ist" und "viele an einer Art von
       Lahmheit leiden,  deren Opfer  in England 'Fabrikkrüppel' genannt
       werden", (p. 81, l.c.)
       
       "Man muß  zugeben, daß  tägliche Arbeit von 12 Stunden eine genü-
       gende Beanspruchung  für den  menschlichen Organismus  darstellt,
       und wenn  man zu  den Arbeitsstunden  die notwendigen  Pausen für
       Mahlzeiten und  die Zeit,  die gebraucht  wird, um zur Arbeit und
       wieder zurückzukommen,  hinzufügt, dann ist der Rest, der dem Ar-
       beiter  zur   Verfügung  steht,    n i c h t    ü b e r m ä ß i g
       g r o ß."  (p. 81, A. Redgrave, l.c.)
       
       Unter den heuchlerischen Vorwänden (Einwänden) der englischen ma-
       nufacturers against the Ten Hours' Bill 1*) [81] folgendes:
       
       "Einer der  vielen gegen  die Zehnstundenbill  erhobenen Einwände
       war die  Gefahr, arbeitenden  jungen Personen  und  Frauen    s o
       v i e l   F r e i z e i t   zu geben,  die sie  wegen ihrer  man-
       gelhaften Erziehung  entweder verschwenden  oder mißbrauchen wür-
       den; und  es wird  vorgebracht, daß es im Interesse der Sittlich-
       keit ratsamer  wäre, so lange den  g a n z e n  T a g  i n  d e r
       F a b r i k   z u z u b r i n g e n,   b i s  die Erziehung Fort-
       schritte gemacht  habe und  Sorge getragen  wäre für den Gebrauch
       der  Freizeit,  die  die  Zehnstundenbill  der  Fabrikbevölkerung
       zuzusprechen gedenkt zur nützlichen geistigen und gesellschaftli-
       chen Betätigung." ([p.] 87, A. Redgrave, l.c.)
       
       {Wie sehr  Macaulay ökonomische facts entstellt, um als Whig-Apo-
       loget des Bestehenden auftreten zu können - Cato-Zensor nur gegen
       die Vergangenheit, Sykophant der Gegenwart - aus folgender Stelle
       u.a.:
       
       "Die Praxis,  Kinder vorzeitig  zu beschäftigen, eine Praxis, die
       der Staat  als legitimer  Beschützer derer, die sich nicht selbst
       schützen können,  weise und  menschlich in unserer Zeit untersagt
       hat, herrschte  im 17. Jahrhundert in einem für den damaligen Zu-
       stand der  Industrie fast unglaublichen Grad vor. Zu Norwich, dem
       Hauptsitz der  Tuchindustrie, wurde ein Kind von 6 Jahren für ar-
       beitsfähig gehalten.  Verschiedene Schriftsteller  jener Zeit und
       darunter manche,  die als  außerordentlich wohlgesinnt betrachtet
       wurden, erwähnen  mit  Entzücken  die  Tatsache,  daß  in  dieser
       S t a d t  a l l e i n  Knaben und Mädchen von zartem Alter einen
       Reichtum schufen,  der über ihren eigenen Unterhalt hinaus 12 000
       Pfund in  einem Jahr  betrug. Je  genauer wir  die Geschichte der
       Vergangenheit untersuchen, desto
       -----
       1*) Fabrikbesitzer gegen die Zehnstundenbill
       
       #214# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
       -----
       mehr Grund  finden wir, die Ansicht derer zu verwerfen, die unser
       Zeitalter für fruchtbar an neuen sozialen Übeln halten. Die Wahr-
       heit ist,  daß die Übel mit kaum einer Ausnahme alt sind. Was neu
       ist, ist  der Verstand, der sie wahrnimmt, und die Humanität, die
       sie heilt." (Macaulays "[History of] England", vol. I, p. 417.)
       
       Die Stelle  beweist grade  das Gegenteil, nämlich daß damals Kin-
       derarbeit noch eine exzeptionelle Erscheinung war, deren Ökonomi-
       sten als besonders rühmlich und mit Exultation 1*) Erwähnung tun.
       Welcher moderne  Schriftsteller würde es als etwas besonders Auf-
       fälliges erwähnen,  daß Kinder  von zartem  Alter in den Fabriken
       vernutzt werden?  Zu demselben Resultat kommt jeder, der Schrift-
       steller wie  Child, Culpeper  etc. mit  gesundem Menschenverstand
       liest.}
       Die legal time of working exceeded oft 2*),
       
       "indem man  die Kinder,  jungen Personen und Frauen in der Fabrik
       zurückbehält, um  die Maschinerie während eines Teils der Essens-
       zeiten und  an Samstagen nach 2 Uhr zu säubern, statt daß die Ar-
       beit innerhalb  der festgelegten  Zeit erledigt wird." (p. 12, L.
       Horner, "Reports etc.", 30th April 1856.)
       
       Dies overworking 3*) findet auch statt mit workpeople 4*),
       
       "die nicht  mit Stückarbeit  beschäftigt sind, sondern Wochenlohn
       erhalten". (L.  Horner, p.  [8,] 9, "Reports of the Insp. o. F.",
       30th April 1859.)
       
       (M. Horner,  besides being  one of the Factory Inquiry Commissio-
       ners of  1833, was  one of  the original Inspectors of Factories,
       and during  the early  days of factory supervision had to contend
       with serious difficulties. 5*)) Horner sagt in seinem letzten Re-
       port d.d. 30th April 1859 [88]:
       
       "Die Erziehung  der Kinder,  für  die    n a c h    e i g e n e n
       A n g a b e n   vorgesorgt sei,  ist in zahlreichen Fällen nichts
       als reiner Hohn; der Schutz der Arbeiter gegen Körperverletzungen
       und  Tod   durch  ungesicherte   Maschinen,  wogegen      n a c h
       e i g e n e n  A n g a b e n  ebenfalls Vorsorge getroffen wurde,
       ist in  der  Praxis  zu  einem  toten  Buchstaben  geworden;  die
       Berichterstattung über Unfälle ist in großem Maße nichts als Ver-
       schwendung öffentlicher Gelder ... Überstunden herrschen noch im-
       mer in  beträchtlichem Umfange  vor und in den meisten Fällen mit
       der  Sicherheit   gegen  Entdeckung   und  Bestrafung,   die  das
       G e s e t z  s e l b s t  g e w ä h r t."  (p. 9, 8, l.c.)
       -----
       1*) Frohlocken - 2*) gesetzliche Arbeitszeit wird oft überzogen -
       3*) Diese Überstundenarbeit  4*) Arbeitern - 5*) M. Horner, übri-
       gens einer  der Fabrikuntersuchungskommissäre  von 1833, war auch
       einer der  ersten Fabrikinspektoren und mußte in den Anfängen der
       Fabriküberwachung mit ernsthaften Schwierigkeiten kämpfen.
       
       #215# Zusätze
       -----
       (Children above  13 years  qualified to  be employed for the same
       number of  hours as  adult men;  half-timers  children  under  13
       years. 1*))
       
       ¦¦124¦ "Die Tatsache ist, daß vor dem Akt von 1833 junge Personen
       und Kinder  abgearbeitet wurden   d i e   g a n z e   N a c h t ,
       d e n   g a n z e n    T a g    o d e r    b e i d e s    n a c h
       B e l i e b e n."   ("Reports etc.",  30th April  1860, p.  [50,]
       51.)
       
       Durch den Act of 1833 night between 8 1/2 p.m. und 5 1/2 a.m. Die
       millowners permitted 2*),
       
       "für ihre  gesetzlichen Arbeitsstunden  jede Zeitspanne  zwischen
       5 1/2 morgens und 8 1/2 abends zu benutzen", [p. 51.]
       
       This signification of "day" und "night" continued through all the
       subsequent Factory acts, though with restricted hours of work un-
       til 1850,  when, for  the first  time, the day hours of permitted
       labour, were fixed at from 6 a.m. to 6 p.m., and in winter from 7
       a.m. to 7 p.m. if so desired by the mill occupier. 3*) [89]
       
       "D i e   M a s s e    d e r    U n f ä l l e    e r e i g n e t e
       s i c h   i n  d e n  g r ö ß t e n  F a b r i k e n  ... die un-
       aufhörliche Hast  nach jeder  Minute Zeit,  in der die Arbeit mit
       einer unveränderlichen  Kraft von  ungefähr tausend Pferdestärken
       vorangetrieben wird,   f ü h r t   notwendigerweise   z u    G e-
       f a h r e n.   I n   s o l c h e n  B e t r i e b e n  b e d e u-
       t e n   A u g e n b l i c k e   E l e m e n t e   d e s    P r o-
       f i t s   - jedermanns Aufmerksamkeit ist jeden Moment gefordert.
       Hier ...  kann man  einen unaufhörlichen Kampf zwischen Leben und
       unorganischen Kräften  sehen; wo  die Geisteskraft dirigieren muß
       und die  Körperkräfte sich  bewegen und  im Gleichgewicht  zu den
       Umdrehungen der Spindeln gehalten werden müssen. Sie dürfen nicht
       zögern  ungeachtet   der  Belastung,   die  sie   entweder  durch
       übermäßige Aufregung  oder Hitze  trifft; noch  sich auch nur für
       einen Augenblick  ablenken lassen durch zerstreute Blicke auf die
       verschiedensten Bewegungen  im Raum,  denn in  jedem Zögern liegt
       Verlust." (p. 56, "Rep[orts] of the In. of F.", 30th April 1860.)
       "D i e  K o m m i s s i o n  f ü r  K i n d e r a r b e i t,  de-
       ren  Berichte  in  verschiedenen  Jahren  veröffentlicht  wurden,
       brachte viele Ungeheuerlichkeiten ans Licht, die auch noch andau-
       ern -  einige davon weit schlimmer als irgendwelche, die Fabriken
       oder Kattundruckereien jemals zur Last gelegt wurden ... Ohne ein
       organisiertes System der Inspektion durch bezahlte, dem Parlament
       verantwortliche Beamte, die durch halbjährliche Berichte über ihr
       Vorgehen angehalten werden, ihre Pflicht zu tun, würde das Gesetz
       bald unwirksam werden; das bewies
       -----
       1*) Kinder über 13 Jahre als geeignet betrachtet, die gleiche An-
       zahl Stunden  beschäftigt zu  werden wie  erwachsene Männer;  die
       Hälfte der  Zeit für Kinder unter 13 Jahren. - 2*) das Gesetz von
       1833 [ist  festgesetzt, daß] die Nacht von 8 1/2 abends bis 5 1/2
       morgens reicht.  Den Fabrikbesitzern [war es] erlaubt - 3*) Diese
       Definition von "Tag" und "Nacht" wurde, obgleich mit Beschränkung
       der Arbeitsstunden, in allen folgenden Fabrikgesetzen beibehalten
       bis 1850,  wo zum erstenmal die erlaubte Arbeit in den Tagesstun-
       den zwischen  sechs Uhr  morgens und sechs Uhr abends festgesetzt
       wurde und  im Winter  zwischen sieben  Uhr morgens und sieben Uhr
       abends, wenn es der Fabrikeigentümer wünschte.
       
       #216# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
       -----
       die Erfolglosigkeit aller Fabrikgesetze vor dem von 1833 und, wie
       das heutzutage  in Frankreich  der Fall  ist, wo das Fabrikgesetz
       von 1841  keinerlei Verfügung  über eine systematische Inspektion
       enthält." ([p.] 10, "Rep. o. t. Insp. etc.", 31th Oct. 1858.)
       Die Fabrikgesetze  "haben der vorzeitigen Altersschwäche der ehe-
       mals lange Zeit schuftenden Arbeiter ein Ende gesetzt; indem sie"
       [die Fabrikgesetze]  "sie" [die  Arbeiter]    "z u    H e r r e n
       i h r e r   e i g e n e n  Z e i t  m a c h e n,  haben sie ihnen
       eine moralische Kraft gegeben, die sie hinlenkt auf den möglichen
       Besitz der  politischen Macht." ([p.] 47, "Rep. o. th. I. o. F.",
       31th Oct. 1859.)
       "Einen noch  größeren  Vorteil  bedeutet  es,  daß  endlich  klar
       u n t e r s c h i e d e n  wird  z w i s c h e n  d e r  Z e i t,
       d i e  d e m  A r b e i t e r  s e l b s t,  u n d  d e r,  d i e
       s e i n e m     U n t e r n e h m e r     g e h ö r t.      D e r
       A r b e i t e r  w e i ß  n u n,  w a n n  d i e  Z e i t,  d i e
       e r   v e r k a u f t,   b e e n d e t   i s t   u n d  s e i n e
       e i g e n e   b e g i n n t,   und da  er dies vorher genau weiß,
       kann er  über   s e i n e   e i g e n e n    M i n u t e n    für
       s e i n e   e i g e n e n   Z w e c k e    im  voraus  verfügen."
       (l.c., p. 52.)
       
       Dies sehr  wichtig mit  Bezug auf die Festsetzung des Normaltags.
       Vor
       1833:
       
       "Der Unternehmer  hatte für nichts anderes als Geld, der Arbeiter
       für nichts anderes als Arbeit Zeit." (l.c., p. 48.)
       
       "Die Habgier  der Fabrikbesitzer, ihre Grausamkeiten bei der Jagd
       nach Gewinn  wurden kaum von denjenigen übertroffen, die die Spa-
       nier bei  der Eroberung Amerikas bei der Jagd nach dem Golde ver-
       übten." (p.  114, John  Wade, "History of the Middle and W. Clas-
       ses", 3. ed., Lond[on] 1835.)
       
       ¦¦124a¦ "Gewisse  Gruppen von Arbeitern" (z.B. erwachsene männli-
       che und  weibliche Weber)  "sind direkt  an Uberstunden  interes-
       siert, und  man kann  annehmen daß  sie einigen  Einfluß auf  die
       Gruppen  von  Jüngeren  ausüben,  wobei  letztere  außerdem  eine
       verständliche Furcht vor Entlassung haben, falls sie irgendwelche
       Beweise oder Auskünfte geben, die geeignet sind, ihre Arbeitgeber
       zu belasten  ... selbst wenn sie" (die jugendlichen Arbeiter) "zu
       ungesetzlicher Zeit  bei der  Arbeit ertappt  werden, kann selten
       zur Bestätigung der Tatsachen vor dem Kollegium der Friedensrich-
       ter mit ihren Zeugenaussagen gerechnet werden, da sie mit dem Ri-
       siko verbunden  wären, den  Arbeitsplatz zu  verlieren."  (p.  8,
       "Factory Inspectors'  Reports, for  halfyear ending  October  31"
       1860".)
       "Eine Fabrik  beschäftigt 400  Leute, von  welchen die  Hälfte im
       'Stücklohn' arbeitet  und ...  ein unmittelbares  Interesse daran
       hat, länger  zu arbeiten. Die anderen 200 werden pro Tag bezahlt,
       arbeiten ebenso  lange wie  die anderen,  aber erhalten kein Geld
       für die  Uberstunden. In  einigen Orten  hat sich  die Gewohnheit
       herausgebildet, regelmäßig  die korrekte  Arbeitszeit  5  Minuten
       früher beginnen  und 5  Minuten später  enden zu  lassen. Es gibt
       dort täglich 3 verschiedene Anfangs- und 3 verschiedene Abschluß-
       zeiten; und  so werden  zu 6  verschiedenen Zeiten  je 5 Minuten,
       also täglich  1/2 Stunde,  gewonnen. Und  das betrifft  nicht nur
       eine Person, sondern 200, die Tageslohn erhalten. Die Arbeit die-
       ser 200  Leute während einer halben Stunde täglich ist gleich der
       Arbeit einer Person während 50 Stunden oder 5/6 der wöchentlichen
       Arbeitsleistung einer  Person und ist  e i n  w i r k l i c h e r
       G e w i n n  f ü r  d e n  U n t e r n e h m e r."  (l.c., p. 9.)
       
       #217# Zusätze
       -----
       Wird auf  Stückwerk gezahlt, so hat der Arbeiter allerdings einen
       Anteil an  seiner overtime  1*) und eignet sich selbst einen Teil
       der surplustime  2*) an,  worin er  arbeitet. Der  Kapitalist hat
       aber, abgesehn von der raschren Verwertung des Capital fixe, sur-
       plus profit  3*), selbst  wenn er  die Stunde overtime ebensosehr
       oder selbst  höher zahlt,  wie die  Stunden des normalen Arbeits-
       tags, 1.  weil er die Maschine, womit gearbeitet wird (z.B. Spin-
       deln, Webstühle)  nicht zu  vermehren braucht. Derselbe Arbeiter,
       ob er  12 oder  15 Stunden arbeitet, arbeitet am selben powerloom
       4*) zugleich. Ein Teil der Kapitalauslage fällt also weg bei die-
       ser Produktion  von surplustime. 2. Ist der Normaltag 12 Stunden,
       wovon 2  Stunden Surplusarbeit, so müssen 10 Stunden bezahlt wer-
       den für 2 Stunden Surpluszeit.
       Hier wird  von den 30 Minuten (1/2 Stunde) 1/6 gewonnen = 5 Minu-
       ten und  ihm 25  Minuten gezahlt. Die Surpluszeit sonst davon ab-
       hängig, daß  der Arbeiter erst 10 Stunden für sich arbeitet. Hier
       dies schon vorausgesetzt, daß er sein notwendiges Salair verdient
       hat. Er  kann also  mit 1  aliquoten Teil der overtime abgefunden
       werden.
       Ist die  overtime  g r a t i s,  so gewinnt das Kapital sie, ohne
       notwendige Arbeitszeit  zu zahlen;  100 Arbeitsstunden  overtime,
       wenn 10 Stunden täglich gearbeitet wird, = der Arbeitszeit von 10
       Arbeitern, für die der Arbeitslohn ganz  g e s p a r t  ist.
       ¦¦124b¦ Die Bleaching and Dyeing Acts were to come into operation
       on August 1, 1861  5*).
       Die   H a u p t bestimmungen der  e i g e n t l i c h e n  f a c-
       t o r y  a c t s  sind:
       
       "Alle Personen unter 16 Jahren müssen vom zuständigen Arzt unter-
       sucht und  begutachtet werden. Kinder unter 8 Jahren dürfen nicht
       beschäftigt werden. Kinder zwischen dem 8. und dem 13. Lebensjahr
       dürfen nur  für die Hälfte der Zeit beschäftigt werden und müssen
       täglich am  Schulunterricht teilnehmen. Frauen und junge Personen
       unter 18  Jahren dürfen  weder vor  6 Uhr morgens noch nach 6 Uhr
       abends und  nicht nach  2 Uhr nachmittags an Sonnabenden beschäf-
       tigt werden. Frauen und junge Personen dürfen weder während einer
       Essenszeit beschäftigt  noch darf  ihnen gestattet werden, in ir-
       gendeinem Fabrikraum  zu bleiben,  während ein  Produktionsprozeß
       abläuft. Kinder  unter 13  Jahren dürfen  nicht sowohl vormittags
       als auch  nach 1  Uhr des gleichen Tages beschäftigt werden." (p.
       22, 23, l.c.) - "Die Arbeitsstunden werden anhand einer öffentli-
       chen Uhr kontrolliert, im allgemeinen der Uhr der nächstgelegenen
       Eisenbahnstation ... Es wird zuweilen vorgeschützt,
       -----
       1*) Überzeit - 2*) Mehrzeit - 3*) Extraprofit - 4*) Maschinenweb-
       stuhl -  5*) Gesetze über  die Arbeit  in Bleichereien  und  Fär-
       bereien sollten am 1. August 1861 in Kraft treten
       
       #218# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
       -----
       wenn jemand während der Essenspausen oder zu sonst ungesetzlichen
       Zeiten in  einer Fabrik ertappt wird, daß er die Fabrik nicht zur
       festgelegten Zeit verlassen will und daß es des Zwangs bedarf, um
       seine Arbeit  zu unterbrechen,  besonders samstagnachmittags. Ob-
       zwar die Arbeiter nach Stillsetzung der Maschinerie in der Fabrik
       bleiben und sich mit der Reinigung ihrer Maschinen oder ähnlichen
       Arbeiten befassen,  würden sie  jedoch nicht  derart  beschäftigt
       sein, wenn genügend Zeit entweder vor 6 Uhr abends oder vor 2 Uhr
       nachmittags an  Samstagen eigens für Reinigung etc. bestimmt wor-
       den wäre." (p-23, l.c.)
       
       Fernre Bestimmung der factory acts in bezug auf mealtimes 1*):
       
       "Allen jungen  Personen und  Frauen muß  gleichzeitig  eineinhalb
       Stunden Freizeit  zwischen 7.30  vormittags und 6 Uhr nachmittags
       gegeben werden; davon muß eine Stunde vor 3 Uhr nachmittags sein,
       und niemand  darf vor 1 Uhr nachmittags länger als 5 Stunden ohne
       eine Pause  von 30 Minuten beschäftigt werden. Die für Mechaniker
       übliche Dauer der Essenspausen beträgt im ganzen Lande eine halbe
       Stunde für  Frühstück und  eine Stunde  für  die  Hauptmahlzeit."
       ([p.] 24, l.c.)
       
       Fernre Bestimmung der factory acts:
       
       "Die Eltern  sind verpflichtet,  ihr Kind  3 Stunden pro Tag an 5
       Wochentagen zur  Schule gehen zu lassen. Dem Unternehmer sind bei
       der Beschäftigung  von Kindern dann Grenzen gesetzt, wenn er sich
       nicht an  jedem Montagmorgen  eine Bescheinigung  des Lehrers be-
       schafft hat,  wonach jedes  Kind in  der  vergangenen  Woche  die
       Schule an 5 Tagen für täglich 3 Stunden besucht hat." (p. 26.)
       
       In frühern Jahrhunderten, in den Zeiten, die der kapitalistischen
       Produktion vorhergehn,  finden wir ebenfalls gewaltsame, i.e. ge-
       setzliche Regulierung  von seiten  der Regierung. Aber um den Ar-
       beiter zu  zwingen, eine   b e s t i m m t e   Zeit  zu arbeiten,
       während die  jetzigen Regulationen  alle nur  umgekehrt  bestimmt
       sind, den  Kapitalisten zu zwingen, ihn  n u r  b e s t i m m t e
       Z e i t   arbeiten zu  lassen. Dem entwickelten Kapital gegenüber
       kann die Arbeitszeit nur durch Regierungszwang eingeschränkt wer-
       den. Auf  den Stufen,  wo das Kapital sich erst entwickelt, tritt
       der ¦¦124c¦  Regierungszwang ein,  um den  Arbeiter gewaltsam  in
       Lohnarbeiter zu verwandeln.
       
       "Wenn die  Bevölkerung dünn  gesät und Land im Überfluß vorhanden
       ist, ist  der freie Arbeiter faul und unverschämt. Klug ausgetüf-
       telte Verordnungen  werden häufig  gefunden, die  nicht nur nütz-
       lich, sondern absolut notwendig waren, um ihn zur Arbeit zu zwin-
       gen. Heutzutage,  so sagt Mr. Carlyle, sind die emanzipierten Ne-
       ger auf unseren Westindischen Inseln nicht zur Arbeit bereit; sie
       haben die  heiße Sonne  umsonst und  reichlich Kürbisse" (Kürbis)
       "für fast nichts. Er scheint gesetzliche Verordnungen, um die Ar-
       beit zu  erzwingen, für  absolut nötig  zu halten,  auch um ihrer
       selbst willen. Denn sie fallen rasch zurück in ihre ursprüngliche
       Barbarei. Auf  das England  vor 500 Jahren stützt sich die Erfah-
       rung, daß  die Armen nicht zu arbeiten brauchten und nicht arbei-
       ten wollten. Während der großen
       -----
       1*) Essenszeiten
       
       #219# Zusätze
       -----
       Pest im  14. Jahrhundert, welche die Bevölkerung dezimiert hatte,
       waren die Schwierigkeiten, Arbeiter  z u  v e r n ü n f t i g e n
       P r e i s e n   an die  Arbeit zu  setzen, so  gestiegen, daß sie
       unerträglich wurden  und das  Gewerbe des Königreiches bedrohten.
       Folglich wurde  im Jahre 1349 unter Eduard III. das Gesetz Nr. 23
       erlassen, das  die Armen  zur Arbeit  zwang und in die Festlegung
       der Löhne  eingriff. Dem  folgte über  einige  Jahrhunderte  eine
       ganze Reihe  gesetzlicher Verordnungen  in der nämlichen Absicht.
       Die Löhne  der Handwerker  ebenso wie die der Landarbeiter, Löhne
       für Stückarbeit  und Tagesarbeit,  die Zeiten, in denen die Armen
       arbeiten mußten,  ja sogar   d i e   P a u s e n  f ü r  M a h l-
       z e i t e n"   (wie in  den  Fabrikgesetzen  von  heute)  "wurden
       gesetzlich festgelegt.  Parlamentsakte, die die Arbeitslöhne aber
       g e g e n   die  Arbeiter  zugunsten  der  Arbeitsanwender  regu-
       lierten, währten  für die  lange  Periode  von  464  Jahren.  Die
       Bevölkerung wuchs.  Diese damals  begründeten Gesetze  wurden nun
       überflüssig und lästig. Im Jahre 1813 wurden sie alle außer Kraft
       gesetzt." (p.  205, 206,  [John Barnard Byles,] "Sophisms of Free
       Trade etc.", 7. ed., London 1850.)
       "Aus dem  Statut von 1496 geht hervor, daß die Nahrung betrachtet
       wurde als Äquivalent für 1/3 des Einkommens eines Handwerkers und
       1/2 des  Einkommens eines  labourer's 1*),  welches  eine  größre
       Stufe von  Unabhängigkeit unter  den Arbeitern anzeigt, als jetzt
       vorherrscht; denn  die Nahrung  von labourers  und artificers 2*)
       wird nun einer höheren Rate ihrer wages 3*)  veranschlagt.  D i e
       S t u n d e n   f ü r  m e a l s  u n d  r e l a x a t i o n  4*)
       w a r e n   l i b e r a l e r   a l s   h e u t z u t a g e.  Sie
       betrugen z.B.  vom März  zu September 1 Stunde für Frühstück, 1/4
       Stunden für  Mittagessen und 1/2 Stunde für noon-meate 5*). (Also
       im ganzen  3 Stunden.)  Im Winter wurde gearbeitet von 5 Uhr mor-
       gens bis  es dunkel wird. Dagegen jetzt in den Cottonfabriken 1/2
       Stunde für  ¦¦124d¦ Frühstück,  1 Stunde  für dinner,"  also  nur
       1 1/2 Stunde,   g r a d e   d i e  H ä l f t e  v o m  1 5.  J h.
       (p. 25,  24 und  577, 578,  John Wade, "History of the Middle and
       Working Classes", 3. ed., Lond[on] 1835.)
       
       Der Bleaching and Dyeing Works Act 1860 erlassen.
       Die Bestimmungen  in Print  Works Act, Bleaching and Dyeing Works
       Act 6*) und dem Factory Act sind verschieden.
       
       "Das Gesetz  über Bleichereien usw. beschränkt die Arbeitsstunden
       aller Frauen  und jungen  Personen auf   6   U h r  m o r g e n s
       b i s   8   U h r   a b e n d s,   gestattet aber  Kindern nicht,
       n a c h  6  U h r  a b e n d s  zu arbeiten. Das Kattundruckerei-
       gesetz beschränkt die Stunden für Frauen, junge Personen und Kin-
       der zwischen  6 Uhr morgens und 10 Uhr abends, vorausgesetzt, die
       Kinder haben an einem Tage außer Samstag vor 6 Uhr abends 5 Stun-
       den am  Schulunterricht teilgenommen."  (p. 20,  21, "Factory In-
       spector's Reports"  for 31st  Oct. 1861.) "Die Fabrikgesetze for-
       dern, daß  pro Tag  1 1/2 Stunden Freizeit zugebilligt werden und
       daß diese  zwischen 7.30  Uhr morgens  und 6  Uhr abends zu geben
       sind, und  eine Stunde  davon soll  vor 3 Uhr nachmittags gewährt
       werden, und daß weder ein Kind, eine junge Person oder
       -----
       1*) Arbeiters -  2*) Handwerkers - 3*) Löhne - 4*) Mahlzeiten und
       Erholung - 5*) Nachmittagspause 6*) im Kattundruckerei-, Bleiche-
       rei- und Färbereigesetz
       
       #220# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
       -----
       Frau länger  als 5  Stunden vor  1 Uhr nachmittags an irgendeinem
       Tage ohne  Essenspause von mindestens 30 Minuten beschäftigt wer-
       den soll  ... In  dem Kattundruckereigesetz  überhaupt  k e i n e
       Forderung ...    n a c h    i r g e n d e i n e r    E s s e n s-
       p a u s e.   Demgemäß dürfen  junge Personen und Frauen von 6 Uhr
       morgens bis  10 Uhr  nachts  ohne  Unterbrechung  für  Mahlzeiten
       arbeiten." (p.  21, l.c.)  "In Kattundruckereien darf ein Kind in
       der Zeit  zwischen 6  Uhr morgens  und 10 Uhr nachts arbeiten ...
       nach dem  Bleichereigesetz darf ein Kind nur solange arbeiten wie
       durch  das   Fabrikgesetz  bestimmt,   während  die   Arbeit  der
       j u n g e n   P e r s o n e n   u n d  F r a u e n,  mit denen es
       zuvor tagsüber  arbeitete, bis  8 Uhr  abends fortgesetzt  werden
       darf." ([p.] 22, l.c.)
       "N i m m t   m a n  d i e  S e i d e n f a b r i k a t i o n  als
       Beispiel, so  war es  seit 1850 gesetzlich erlaubt, Kinder von 11
       Jahren an"  (also von 11-13 Jahren) "beim Haspeln und Zwirnen von
       Rohseide für 10 1/2 Stunden am Tage zu beschäftigen. Von 1844 bis
       1850 war ihre tägliche Arbeit auf 10 Stunden beschränkt und sams-
       tags auf  weniger und  vor diesem  Zeitraum auf  9 Stunden. Diese
       Veränderungen  geschahen   mit  der  Begründung,  die  Arbeit  in
       Seidenfabriken sei  leichter als  in anderen  Textilfabriken, und
       auch, in  anderer Hinsicht, in keiner Weise so nachteilig für die
       Gesundheit." (p.  26, l.c.)  "Die 1850  in  Umlauf  gesetzte  Be-
       hauptung, wonach  die Seidenfabrikation  als gesündere Beschäfti-
       gung als  die  Herstellung  anderer  Textilfabrikate  hingestellt
       wurde, läßt nicht nur ¦¦124e¦ jeden Beweis vermissen, sondern der
       Beweis ist genau umgekehrt; denn die durchschnittliche Sterblich-
       keitsrate in  den Seidendistrikten ist äußerst hoch und unter dem
       weiblichen Teil der Bevölkerung selbst höher als in den Baumwoll-
       distrikten von  Lancashire, wo es, obwohl die Kinder zwar nur die
       halbe Zeit  arbeiten, gleichwohl  bedingt durch  die in der Baum-
       wollfabrikation gesundheitsschädlichen Ursachen, eine hohe Sterb-
       lichkeitsrate an  Lungenleiden gibt,  die man als unabwendbar be-
       trachten kann." (p.27, l.c.)
       
       Lord Ashley  in seiner Rede über die Zehnstundenbill [81] (March,
       15th 1844)  sagt, daß  damals die Arbeitsstunden in den österrei-
       chischen Fabriken
       
       "15 und  nicht selten  17 Stunden  pro Tag". ("Ten Hours' Factory
       Bill", London  1844, p.  5.) In der Schweiz sind die Verordnungen
       sehr streng:  "Im Kanton Aargau ist Kindern unter 14 Jahren nicht
       gestattet, mehr als 12 1/2 Stunden zu arbeiten, und die Fabrikbe-
       sitzer sind  verpflichtet, für  die Schulbildung  zu sorgen."  Im
       Kanton Zürich  "sind die  Arbeitsstunden auf  12 beschränkt;  und
       Kinder unter  10 Jahren  dürfen nicht  beschäftigt werden  ... In
       Preußen darf  nach dem  Gesetz von 1839 kein Kind, das nicht sein
       16. Lebensjahr  vollendet hat,  länger als 10 Stunden pro Tag be-
       schäftigt werden;  niemand unter 9 Jahren darf überhaupt beschäf-
       tigt werden", (p. [5,] 6.) *)
                                    ---
       ---
       *) Im Manuskript  gestrichen: Das in Rohmaterial ausgelegte Kapi-
       tal wächst noch ungleich schneller als bei der auf bloßer Teilung
       der Arbeit  gegründeten Manufaktur  im Verhältnis  zu dem  im Ar-
       beitslohn ausgelegten.  Und es  kommt ganz  hinzu die große Masse
       des in Arbeitsmitteln ausgelegten Teils des Kapitals. 1*)
       -----
       1*) Siehe vorl. Band, S. 322
       
       #221# Zusätze
       -----
       /V-196/ Subinspektor  Baker berichtet  ("Factory reports", 1843),
       daß er  "mehrere Frauen  gesehen habe, die, dessen sei er sicher,
       ihr 18.  Lebensjahr gerade erst vollendet haben konnten, aber ge-
       zwungen waren,  von 6  Uhr früh  bis 10  Uhr abends mit nur 1 1/2
       Stunden Essenspausen  zu arbeiten.  In anderen  Fällen  weist  er
       nach, sind  Frauen die  ganze Nacht hindurch bei einer Temperatur
       von 70-80  Grad [Fahrenheit]  zu arbeiten  gezwungen ... Ich ent-
       deckte" (sagt  Mr. Horner,  "Factory Reports", 1843) "viele junge
       Frauen, gerade  18 Jahre  alt, bei der Arbeit von halb 5 Uhr mor-
       gens bis  8 Uhr  abends ohne  Unterbrechung außer  einer Viertel-
       stunde für  Frühstück und  3 Viertelstunden  für Mittagsmahlzeit.
       Man kann  getrost behaupten, daß sie 15 1/2 von 24 Stunden arbei-
       ten. Unter  ihnen gibt es" (sagt Mr. Saunders, "Fad. Rep.", 1843)
       "Frauen, die hintereinander für viele Wochen, mit Ausfall nur we-
       niger Tage,  von 6 Uhr morgens bis 12 Uhr nachts beschäftigt wer-
       den, mit weniger als 2 Stunden für Mahlzeiten, so daß ihnen für 5
       Nächte in der Woche von den 24 Tagesstunden nur 6 bleiben, um von
       und nach  Hause zu gehen und im Bett auszuruhen." (l.c., [p.] 20,
       21.)
       
       Das frühre  Abnutzen des  Arbeitsvermögens, in andren Worten, das
       frühe Altern,  infolge der  gewaltsamen Verlängerung der Arbeits-
       zeit:
       
       "Im Jahre  1833 richtete  Mr. Ashworth,  ein sehr bedeutender Fa-
       brikbesitzer, einen Brief an mich, der den folgenden merkwürdigen
       Absatz enthielt: 'Als nächstes werden Sie sich natürlich nach den
       alten Männern  erkundigen, von  denen man  sagt, sie sterben oder
       werden arbeitsunfähig,  sobald sie  das vierzigste Jahr erreichen
       oder wenig  später.' Merken  Sie sich den Satz, 'alte Männer' von
       40 Jahren." (l.c., p. 12.)
       
       The government  commissioner M'Intosh  (one those  commissioners,
       sent expressly to collect evidence against that taken by the com-
       mittee of 1832), says in his report of 1833  1*):
       
       "Obwohl vorbereitet, weil ich Kindlichkeit in dieser Weise in Be-
       sitz genommen  sah, ist  es sehr  schwer,   a n  d a s  A l t e r
       z u   g l a u b e n,   das Männer  vorgerückten Alters  von  sich
       selbst angeben,  so vollendet  ist ihre vorzeitige Greisenhaftig-
       keit." (p. 13, l.c.) [90]
                                  ---
       /III-124e/ 1816  Sir R. Peel procured a committee of the House of
       Commons to  examine into  the apprentice  act of  1802  2*). U.a.
       Nach der  Evidence of  John Moss,  overseer  of  einer  Mill  bei
       Preston, der  Apprentice act  was constantly  set at  nought. The
       witness did  not even known of it. Die children in der mill, fast
       alle apprentice von London parishes; were worked 3*) von 5 Uhr
       -----
       1*) Regierungskommissär M'Intosh  (einer der Kommissäre, die aus-
       drücklich geschickt  wurden, um Beweise gegen das zu sammeln, was
       1832 vom Komitee beigebracht wurde), sagte 1833 in seinem Bericht
       - 2*) 1816 bewirkte Sir R. Peel, daß ein Ausschuß des Unterhauses
       gebildet wurde,  um das  Lehrlingsgesetz von  1802 zu untersuchen
       3*) Zeugenaussage von  John Moss,  Aufseher von  einer Fabrik bei
       Preston, wurden die Bestimmungen
       
       #222# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
       -----
       morgens bis  8 in  der Nacht,  das ganze Jahr durch, mit 1 Stunde
       für die  2 meals: invariably they worked 1*) von 6 am Sonntagmor-
       gen bis 12, in cleaning the machinery for the week 2*). (15 Stun-
       den.) [91]
       Durchschnittsarbeit bei  den Bäckern  in London  17  Stunden.  17
       Stunden regulär  in der  ersten Zeit  der Baumwollindustrie. Kurz
       nachher Einführung der Nachtarbeit.
       
       Rate des Mehrwerts
       
       Wenn der  Arbeiter 10 Stunden necessary labour 3*) arbeitet und 2
       Stunden surpluslabour 4*), so die Rate = 2/10 = '/5 = 20 Prozent.
       Es käme  falsche Rechnung  heraus, d.h. die Rate der Exploitation
       würde falsch  konstatiert, wenn  man den ganzen Arbeitstag von 12
       Stunden betrachtete und etwa sagte, der Arbeiter erhält der Kapi-
       talist 1/6  davon. Die Rate betrüge dann 1/6 (12/6 = 2 Stunden) =
       16 2/3 Prozent.  Derselbe Irrtum  fände statt,  würde das Produkt
       berechnet, und  zwar nicht  das Verhältnis  des surplusproduce zu
       dem Teil  des produce which = equivalent dem Arbeitslohn, sondern
       d[em] surplusproduce  as aliquot  part of  the aggregate  produce
       5*). Dieser  Punkt sehr  wichtig, nicht  nur zur  Bestimmung  des
       Mehrwerts, sondern  später entscheidend  wichtig für richtige Be-
       stimmung der Profitrate.
       
       ¦¦124 f¦  "Er" (einer der Unternehmer in der ersten Zeit der Ent-
       wicklung der  Baumwollindustrie) "hat  mir eine erstaunliche Idee
       mitgeteilt; ich  weiß nicht,  ob sie  ihm mit Recht zugeschrieben
       werden kann,  aber sie  ist wirklich  seiner würdig: es geht  u m
       d i e   O r g a n i s i e r u n g   d e r  N a c h t a r b e i t.
       Die Arbeiter werden auf zwei Gruppen aufgeteilt, und zwar derart,
       daß jede in einer von zwei Nächten bis zum Morgen wacht: so ruhen
       die Webstühle  nicht mehr.  Die auf  17 Stunden  begrenzte Arbeit
       läßt während  7 langer  Stunden ein  unermeßliches Kapital ruhen,
       den Wert  der Webstühle,  die Mieten  usw. Diese 7 langen Stunden
       Tagesgewinn werden  nicht mehr  verlorengehen. Er hat mir ein Sy-
       stem erklärt,  mit dessen  Hilfe er  nur durch die Einführung des
       Nachtlohnes wieder  gewinnen wird  und dazu  die Unkosten für Be-
       leuchtung." ([p.]  145, 146,  "Sir Richard Arkwright etc. (1760 à
       1792)", par St. Germain Leduc, Paris 1841.)
       -----
       des Lehrlingsgesetzes  ständig in  den Wind geschlagen. Der Zeuge
       wußte nicht einmal von seiner Existenz. Die Kinder in der Fabrik,
       fast alle  Lehrlinge von  Londoner Pfarrbezirken,  wurden abgear-
       beitet -  1*) gleichbleibend arbeiteten  sie 2*) um die Maschinen
       für die Woche zu säubern - 3*) notwendige Arbeit - 4*) Mehrarbeit
       - 5*) Mehrprodukts zu dem Teil des Produkts, welches gleich äqui-
       valent dem  Arbeitslohn, sondern  d[em] Mehrprodukt  als entspre-
       chendem Teil des Gesamtprodukts
       
       #223# Zusätze
       -----
       Dies die  Norm jetzt in den cottonfabrics zu Moskau. Viel scheuß-
       licher noch  in diesem  Augenblick das  in den Spiegelfabriken zu
       Manchester befolgte  System; wobei auch Kinder angewandt. Nämlich
       2 troupes  1*), die  sich alle  24 Stunden Tag und Nacht per je 6
       Stunden ablösen.  Wir lesen  bei Babbage ("Ort the Economy of Ma-
       schinery etc.", Lond[on] 1832):
       
       "Die ersten Maschinen, Tüll zu fabrizieren, waren sehr teuer beim
       ersten Ankauf, von 1000 zu 1200 oder 1300 l. St. Jeder Fabrikant,
       Besitzer einer  dieser Maschinen,  fand bald,  daß er mehr fabri-
       zierte, aber da ihre Arbeit auf 8 Stunden per Tag beschränkt war,
       konnte er in bezug auf ihren Preis nicht mit der alten Fabrikati-
       onsmethode wetteifern. Dieser Nachteil rührte von der beträchtli-
       chen Summe her, die dem ersten établissement 2*) der Maschine ge-
       widmet war.  Bald aber bemerkten die Fabrikanten, daß mit dersel-
       ben Ausgabe von ursprünglichem Kapital und einer kleinen Addition
       zu ihrem  fonds de roulement 3*) sie dieselbe Maschine während 24
       Stunden arbeiten  lassen konnten. Die Vorteile, die sie so reali-
       sierten, engagierten  andre Personen, ihre Aufmerksamkeit auf die
       Mittel, sie  zu vervollkommnen, zu lenken, so daß ihr Ankaufpreis
       eine beträchtliche  Reduktion in  derselben Zeit  erfuhr, als der
       Tüll sich schneller und in größerer Quantität machte." (Ch. XXII.
       [92])
       
       Dale, der  Vorgänger Owens  in der  Cottonfabrik  zu  New-Lanark,
       selbst Philanthropist,  wandte die  Kinder selbst unter 10 Jahren
       noch 13 Stunden an.
       
       "Um die Unkosten für die so wohlbedachten Maßnahmen zu decken und
       die Anlage im allgemeinen zu unterhalten, war es unumgänglich nö-
       tig, diese  Kinder von  6 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, im Sommer
       wie im  Winter, in  den Baumwollfabriken  zu beschäftigen ... Die
       Vorsteher der  öffentlichen Wohlfahrtseinrichtungen  wollten  aus
       schlecht verstandenen ökonomischen Gründen die ihrer Sorge anver-
       trauten Kinder  nicht schicken,  sofern sich  die  Fabrikbesitzer
       nicht auch  der  6-,  7-  und  8jährigen  annähmen."  ([p.]  64.)
       ("Examen Impartial des Nouvelles Vues de M. Robert Owen et de ses
       Etablissemens à New-Lanark en Écosse etc.", par Henry Grey Macnab
       etc., traduit  par Laffon  de  Ladébat  etc.,  Paris  1821.)  "So
       erwiesen sich  die Vorkehrungen  von M. Dale und seine liebevolle
       Fürsorge für  das Wohlergehen dieser Kinder letzten Endes als na-
       hezu völlig  nutzlos und  ohne Erfolg.  Er hatte  diese Kinder in
       seine Dienste  genommen, und ohne ihre Arbeit konnte er sie nicht
       ernähren." ([p.]  65, I.  c.) "Das Übel rührte daher, daß die aus
       Waisenhäusern entsandten  für ihre  Arbeit viel  zu jungen Kinder
       ¦¦124 g¦ noch mindestens weitere vier Jahre länger hätten betreut
       werden und  eine erste Erziehung erhalten müssen ... Wenn das ein
       zuverlässiges und nicht übertriebenes Bild der Lage unserer Lehr-
       linge  aus  den  Waisenhäusern  in    u n s e r e m    g e g e n-
       w ä r t i g e n   F a b r i k s y s t e m,   selbst unter den be-
       sten und  humansten Bedingungen  ist, wie erbärmlich muß dann die
       Lage dieser Kinder unter einem schlechten Regime sein?" ([p.] 66,
       l.c.)
       -----
       1*) Gruppen - 2*) Aufstellen - 3*) Umlaufmitteln
       
       #224# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
       -----
       Sobald Owen die Direktion übernahm:
       
       "Das System,  Lehrlinge aus  Einrichtungen der öffentlichen Wohl-
       fahrt zu  beziehen, wird  abgeschafft ...  Man verzichtet auf die
       Gewohnheit, Kinder  von 6  bis 8 Jahren in Fabriken zu beschäfti-
       gen." ([p.] 74.)
       "Die Arbeitszeit,  16 von  24 Stunden, wurde reduziert auf 10 1/2
       Stunden pro Tag." ([p.] 98.)
       
       Dies galt  natürlich als  gesellschaftsumwäizerisch.  Großes  Ge-
       schrei der économistes 1*) und Benthamschen "Philosophen".
                                  ---
       "Aber noch leichter ist die Anschaffung des Brotes auf den östli-
       chen Inseln  in dem asiatischen Archipelagus, wo der Sago wild in
       dem Wald  wächst. Wenn  die Bewohner,  indem sie  ein Loch in den
       Stamm bohren,  sich davon überzeugt haben, daß das Mark reif ist,
       so wird der Stamm umgeschlagen und in mehrere Stücke geteilt, das
       Mark wird  herausgekratzt, mit  Wasser gemischt  und geseihet, es
       ist dann vollkommen brauchbares Sagomehl. Ein Baum gibt gemeinig-
       lich 300  Pfund und kann 5-600 Pfund geben. Man geht dort also in
       den Wald  und schneidet  sich sein  Brot, wie  man bei  uns  sein
       Brennholz schlägt."  ([p.] 148,  "Die Erde,  die Pflanzen und der
       Mensch", von J.F. Schouw, 2. Auflage, Leipzig 1854.)
       Gesetzt, es  sei 1  Tag (von  12 Stunden)  per Woche nötig, damit
       dieser Brotschneider  alle seine Bedürfnisse befriedige. Wäre ka-
       pitalistische Produktion eingeführt, so müßte er 6 Tage per Woche
       arbeiten, um sich das Produkt dieses einen Tages anzueignen.
                                  ---
       Die Surplusarbeit  besteht natürlich aus derselben Art Arbeit wie
       die necessary 2*). Ist der Arbeiter ein Spinner, so besteht seine
       Surplusarbeit im Spinnen und sein Surplusproduce im Gespinst. Ist
       er ein  Kohlengräber, so etc. Man sieht also, daß die Art der Ar-
       beit, ihre  besondre Qualität,  der besondre Zweig, dem sie ange-
       hört, durchaus gleichgültig ist für das Verhältnis von surplusla-
       bour zu  necessary labour.  Ebenso  gleichgültig  ist  daher  das
       Wertverhältnis der verschiednen Arbeitstage zueinander, oder, was
       dasselbe, das Verhältnis, worin a day of more or less skilled la-
       bour is equates with a day of unskilled average labour 3*). Diese
       Ausgleichung berührt  das hier  untersuchte Verhältnis gar nicht.
       Der Vereinfachung wegen (der Darstellung) kann daher immer so rä-
       soniert werden, als wenn die Arbeit aller Arbeiter, die der Kapi-
       talist
       -----
       1*) Ökonomen -  2*) notwendige -  3*) ein Tag  mehr oder  weniger
       qualifizierter Arbeit gleichgesetzt wird mit einem Tag unqualifi-
       zierter Durchschnittsarbeit
       
       #225# Zusätze
       -----
       anwendet, =  average unskilled  labour 1*),  einfache Arbeit.  In
       seiner Berechnung  (im Geldausdruck der Arbeit) ist sie ohnehin -
       jede Art  der Arbeit  -   a u f   d i e s e n    A u s d r u c k,
       praktisch und  faktisch reduziert.  ¦¦124 h¦ Die qualitativen Un-
       terschiede in  den verschiednen Arten von average labour 2*), daß
       die eine  mehr Gewandtheit  erheischt, die andre mehr Kraft etc.,
       gleichen  sich   praktisch  untereinander   aus.  Was   aber  die
       i n d i v i d u e l l e   V e r s c h i e d e n h e i t   der Ar-
       beiter betrifft,  die  d i e s e l b e  Arbeit verrichten, so ist
       darüber folgendes  zu bemerken:  Diese Verschiedenheit am größten
       im handwerksmäßigen  Betrieb (und  in den höhren Sphären der sog.
       unproduktiven Arbeit). Sie verschwindet mehr und mehr und ist auf
       kaum zu  berechenbaren Spielraum  beschränkt in  der entwickelten
       kapitalistischen Produktion,  wo Teilung der Arbeit und Maschine-
       rie vorherrscht.  (Abgerechnet die  kurze Lernzeit  der Apprenti-
       ces.) Der  average 3*)  Lohn muß  hoch genug sein, um den average
       Arbeiter am Leben als Arbeiter zu erhalten; und eine average Lei-
       stung ist  hier die  Voraussetzung für den Arbeiter, um überhaupt
       als solcher ins Atelier zugelassen zu werden. Was über oder unter
       diesem average steht, Ausnahme, und das ganze Atelier betrachtet,
       liefert sein  ganzes Personal  das average Produkt in der average
       Zeit des bestimmten Zweigs unter den average Produktionsbedingun-
       gen. In  dem Tags-,  Wochenlohn etc. faktisch keine Rücksicht ge-
       nommen auf  diese individual differences 4*). Wohl aber im Stück-
       lohn. Dies  ändert am Verhältnis zwischen Kapitalist und Arbeiter
       nichts. Ist  die Arbeitszeit  von A  höher als die von B, so sein
       Lohn, aber auch die surplusvalue 5*), die er schafft. Fällt seine
       Leistung unter den average, daher sein Lohn, so auch die surplus-
       value. Das  ganze Atelier  muß aber den average liefern. Was über
       und unter dem average, ergänzt sich, und der average, den ohnehin
       das great  bulk of  labourers 6*)  leistet, bleibt.  Diese Sachen
       beim Arbeitslohn zu betrachten. Für das hier betrachtete Verhält-
       nis gleichgültig.  Übrigens Stücklohn sehr früh in den englischen
       Fabriken. War  einmal festgestellt,  wieviel on an average 7*) in
       einer gegebnen Arbeitszeit geleistet werden konnte, so danach der
       Arbeitslohn bestimmt  (zugleich die  Zahl der Arbeitsstunden täg-
       lich gegeben).  Und in  fact der  Arbeitslohn (the aggregate 8*))
       niedriger dann mit 17 Stunden Arbeit als mit
       -----
       1*) durchschnittlich unqualifizierte  Arbeit - 2*) Durchschnitts-
       arbeit - 3*) durchschnittliche - 4*) individuellen Unterschiede -
       5*) der Mehrwert  6*) die  große  Masse  der  Arbeiter  -  7*) im
       Durchschnitt - 8*) die Gesamtsumme
       
       #226# 2. Der absolute Mehrwert - Heft III
       -----
       10. Nur  bei  a u ß e r g e w ö h n l i c h e r  overtime working
       1*) käme der Unterschied den Arbeitern zugute, daß sie von dieser
       extraordinary surplus  labour part appropriate to themselves 2*).
       Was übrigens auch da der Fall, wo extraordinary surpluslabour bei
       Taglohn etc.
       Wir haben  gesehn, der   W e r t  beruht darauf, daß die Menschen
       sich zu ihren Arbeiten wechselseitig als gleichen und allgemeinen
       und in dieser Form gesellschaftlicher Arbeit verhalten. Dies eine
       Abstraktion, wie  alles menschliche Denken, und gesellschaftliche
       Verhältnisse nur  unter den  Menschen, soweit sie denken und dies
       Abstraktionsvermögen von  der sinnlichen Einzelheit und Zufällig-
       keit besitzen.  Die Sorte  Ökonomen, die die Bestimmung des Werts
       durch Arbeitszeit  deswegen angreifen,  weil die  Arbeiten von  2
       Individuen in  derselben Zeit  nicht   a b s o l u t  g l e i c h
       (obgleich im  selben Fach),  wissen überhaupt noch nicht, wodurch
       menschliche gesellschaftliche  Verhältnisse von  tierischen  sich
       unterscheiden. Sie  sind beasts. Als beasts finden dieselben Bur-
       schen denn auch keine Schwierigkeit, zu übersehn, daß nicht 2 Ge-
       brauchswerte einander absolut gleich sind (nicht 2 Blätter, Leib-
       niz [93]),  und noch  weniger Schwierigkeit,  Gebrauchswerte, die
       absolut kein  Maß untereinander  haben,   n a c h  d e m  G r a d
       i h r e r  N ü t z l i c h k e i t  als Tauschwerte zu schätzen.
       Wäre die  monetary expression  (Geld, to  be supposed to keep its
       value, as  it really  does for  longer periods) 3*) eines average
       Arbeitstags von  12 Stunden  = 10  sh, so klar, daß der Arbeiter,
       der 12 Stunden arbeitet, dem Arbeitsgegenstand nie mehr als 10 sh
       zufügen kann.  Beträgt die Summe seiner täglichen notwendigen Le-
       bensmittel nur 5 sh, so hat der Kapitalist 5 sh zu zahlen und er-
       hält 5  sh surplusvalue, wenn 6 nur 4, wenn 7 nur 3, wenn 3 dage-
       gen 7   4*) etc. Bei gegebner Arbeitszeit - Länge des Arbeitstags
       - dies  festzuhalten, daß  die Summe von necessary und surplusla-
       bour im  Produkt von konstantem Wert sich darstellt und von equal
       monetary expression  of that value, as long as the value of money
       remains constant 5*).
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       1*) Überstundenarbeit -  2*) außergewöhnlichen  Überstundenarbeit
       einen Teil  sich selbst  aneignen 3*) Ausdruck in Geld (Geld, von
       dem angenommen  wird, daß  es seinen Wert behält, wie es tatsäch-
       lich in  längeren Zeiträumen  zutrifft) 4*) In der Handschrift: 9
       - 5*) gleichen  Ausdruck in  Geld von  diesem Wert,  so lange der
       Wert des Geldes konstant bleibt

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