Quelle: MEW 43 Marx: Ökonomisches Manuskript 1861 bis 1863


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       #258# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
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       ¦¦149¦ b) Teilung der Arbeit [106]
       
       Die Teilung  der Arbeit  ist eine  besondre, spezifizierte,  wei-
       terentwickelte Form der Kooperation, ein mächtiges Mittel, um die
       Produktivkraft der  Arbeit zu  steigern, in  kürzrer  Arbeitszeit
       dasselbe Werk  zu verrichten,  also die  zur Reproduktion des Ar-
       beitsvermögens nötige Arbeitszeit zu verkürzen und die Surplusar-
       beitszeit zu verlängern.
       In der  einfachen Kooperation  ist das Zusammenwirken vieler, die
       d i e s e l b e  Arbeit verrichten. In der Teilung der Arbeit ist
       die Kooperation  vieler Arbeiter unter dem Kommando des Kapitals,
       die die   u n t e r s c h i e d n e n   Teile   d e r s e l b e n
       W a r e n   produzieren, wovon  jeder besondre Teil eine besondre
       Arbeit erheischt,  eine besondre  Operation, und  jeder  Arbeiter
       oder ein  bestimmtes Multiplum  Arbeiter nur eine besondre Opera-
       tion verrichtet,  der andre eine andre usf.; die Totalität dieser
       Operationen aber   e i n e   W a r e,   eine  bestimmte  besondre
       Ware, produziert; in der Ware also die Totalität dieser besondren
       Arbeiten sich darstellt.
       Wir sagen   W a r e   in  doppelter Hinsicht.  Erstens kann  eine
       durch Teilung  der Arbeit  produzierte Ware selbst wieder Halbfa-
       brikat, Rohstoff,  Arbeitsmaterial für  eine  andre  Produktions-
       sphäre sein.  Ein solches Produkt braucht also keineswegs ein Ge-
       brauchswert zu  sein, der seine letzte Form, worin er schließlich
       in die Konsumtion eingeht, erhalten hat.
       Sind  verschiedne   Produktionsprozesse  zur   Herstellung  eines
       Gebrauchswertes erheischt,  z.B. von gedrucktem Kattun - Spinnen,
       Weben, Drucken -, so ist der gedruckte Kattun das Resultat dieser
       verschiednen Produktionsprozesse  und der Totalität der besondren
       Arbeitsweisen Spinnen,  Weben, Drucken.  Es findet  deswegen noch
       keine Teilung  der Arbeit  in dem  jetzt betrachteten Sinn statt.
       Ist das  Gespinst   W a r e,   das  G e w e b e  W a r e  und der
       gedruckte Kattun  besondre  Ware  neben  diesen  Waren  -  diesen
       Gebrauchswerten, die  das Produkt  von Prozessen  sind,  die  dem
       Drucken des  Kattuns vorhergehn  müssen, so  findet keine Teilung
       der Arbeit in dem jetzt betrachteten Sinn statt, obgleich gesell-
       schaftliche Teilung der Arbeit stattfindet, denn das Gespinst ist
       das Produkt  von Spinnern,  das Gewebe das Produkt von Webern und
       der Kattun  das Produkt  von Druckern. Die zur Hervorbringung des
       gedruckten Kattuns  notwendige Arbeit  ist geteilt  in Spinnerei,
       Weberei, Druckerei, und jeder dieser Zweige bildet die Beschäfti-
       gung einer besondren Abteilung von Arbeitern, von denen jeder nur
       diese besondre  Operation des  Spinnens oder Webens oder Druckens
       verrichtet. Hier ist also erstens eine Totalität besondrer Arbei-
       ten nötig, um den gedruckten Kattun zu produzieren;
       
       #259# b) Teilung der Arbeit
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       und zweitens  sind verschiedne Arbeiter unter jede dieser besond-
       ren Arbeitsoperationen subsumiert. Aber es kann nicht gesagt wer-
       den, daß  sie zur Produktion  d e r s e l b e n  W a r e  konkur-
       rieren. Sie  produzieren vielmehr  voneinander unabhängige Waren.
       Das Gespinst  ist so  gut Ware nach der Voraussetzung wie der ge-
       druckte Kattun.  Das Dasein  eines Gebrauchswerts  als Ware hängt
       nicht von  der Natur  dieses Gebrauchswertes  ab, also auch nicht
       davon, wie  nah oder fern er der Gestalt steht, worin er schließ-
       lich in  die Konsumtion, sei es als Arbeitsmittel, sei es als Le-
       bensmittel, eingeht.  Es hängt  nur davon  ab, daß ein bestimmtes
       Quantum Arbeitszeit  in diesem Produkt dargestellt ist und daß es
       das Material  zur Befriedigung  gewisser Bedürfnisse  ist,  seien
       dies nun Bedürfnisse eines weiteren Produktionsprozesses oder des
       Konsumtionsprozesses. Träte dagegen der gedruckte Kattun erst als
       W a r e   auf den Markt, sobald er die Prozesse des Spinnens, We-
       bens  und   Druckens  durchlaufen   hätte,  so   wäre  er   durch
       T e i l u n g  der Arbeit produziert.
       Wir haben  gesehn [107],  daß das Produkt überhaupt nur Ware wird
       und Warenaustausch  als Bedingung  der Produktion  überhaupt  nur
       stattfindet,  wenn  eine  gesellschaftliche  Teilung  der  Arbeit
       ¦¦150¦ oder  eine Teilung der gesellschaftlichen Arbeit stattfin-
       det. In  den besondren  Waren stecken besondre Arbeitsweisen, und
       der Produzent  oder Besitzer  der einzelnen  Ware bemächtigt sich
       nur seines aliquoten 1*) Teils der gesellschaftlichen Produktion,
       d.h. der Produkte aller andren Arbeitszweige durch den Austausch,
       viz. 2*)  Verkauf seines  Produkts, durch  die Verwandlung seiner
       Ware in Geld. Daß er überhaupt Ware produziert, schließt ein, daß
       seine Arbeit  einseitig  ist  und  nicht    u n m i t t e l b a r
       seine Subsistenzmittel  produziert, diese  vielmehr nur durch den
       Austausch seiner  Arbeit gegen die Produkte andrer Arbeitszweige.
       Diese gesellschaftliche Teilung der Arbeit, die in dem Dasein des
       Produkts als  Ware und des Warenaustauschs vorausgesetzt ist, ist
       wesentlich verschieden  von der  Teilung der Arbeit, die wir hier
       betrachten. Die  letztre setzt die erstre als ihren Ausgangspunkt
       und ihre  Grundlage voraus. In der erstren findet Teilung der Ar-
       beit statt,  sofern jede Ware die andre, also jeder Warenbesitzer
       oder Produzent  dem andren gegenüber einen besondren Arbeitszweig
       darstellt und  die Totalität  dieser besondren Arbeitszweige, ihr
       Dasein als das Ganze der gesellschaftlichen Arbeit ist vermittelt
       durch den   W a r e n a u s t a u s c h  oder weiter bestimmt die
       Z i r k u l a t i o n   d e r   W a r e n,   die die Geldzirkula-
       tion, wie  wir gesehn, [108] einschließt. Es kann bedeutende Tei-
       lung der  Arbeit in diesem Sinn stattfinden, ohne daß die Teilung
       der Arbeit im letztren Sinn existiere. Auf
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       1*) entsprechenden - 2*) nämlich
       
       #260# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
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       der Grundlage  der Warenproduktion kann die letztre dagegen nicht
       ohne die  erstre stattfinden, obgleich sie stattfinden kann, ohne
       daß die  Produkte überhaupt als Waren produziert werden, ohne daß
       die Produktion überhaupt auf Grundlage des Warenaustauschs statt-
       findet. Die  erste Teilung  der Arbeit  zeigt sich darin, daß das
       Produkt eines  besondren Arbeitszweigs als besondre Ware den Pro-
       dukten aller  andren Arbeitszweige als von ihr verschiednen selb-
       ständigen Waren  gegenübertritt. Die  zweite Teilung  der  Arbeit
       findet dagegen statt in der Produktion eines besondren Gebrauchs-
       werts, bevor er als besondre, selbständige Ware auf den Markt, in
       Zirkulation, tritt.  Die Ergänzung der verschiednen Arbeiten fin-
       det im ersten Fall durch den Warenaustausch statt. Im zweiten ist
       direktes, nicht  durch Warenaustausch vermitteltes Zusammenwirken
       der besondren  Arbeiten zur  Herstellung desselben Gebrauchswerts
       unter dem  Kommando des Kapitals. Durch die erste Teilung der Ar-
       beit treten  sich die  Produzenten als selbständige Warenbesitzer
       gegenüber und  als Repräsentanten besonderer Arbeitszweige. Durch
       die zweite  erscheinen sie  vielmehr als unselbständig, indem sie
       nur durch ihre Kooperation eine ganze Ware produzieren, überhaupt
       Ware produzieren,  und nicht  eine besondre Arbeit, sondern viel-
       mehr jeder  nur die  einzelnen, in  einer besondren Arbeit kombi-
       nierten, zusammenlaufenden Operationen darstellt und der Warenbe-
       sitzer, der  Produzent der ganzen Waren, ihnen, den unselbständi-
       gen Arbeitern, als Kapitalist gegenübersteht.
       A. Smith  verwechselt beständig  die Teilung der Arbeit in diesen
       sehr verschiednen,  sich zwar  ergänzenden, aber auch in gewisser
       Rücksicht gegenüberstehenden  Bedeutungen. Neure Engländer [109],
       um die  Konfusion zu  vermeiden, nennen die erste Art Division of
       Labour, Teilung der Arbeit, die zweite Subdivision of Labour, Un-
       terteilung der  Arbeit, was  jedoch den begrifflichen Unterschied
       nicht darstellt.
       Wie Stecknadel und Twist zwei besondre Waren, stellt jede dersel-
       ben besondren  Arbeitszweig dar,  und ihre Produzenten stehn sich
       als Warenbesitzer  gegenüber. Sie  repräsentieren Teilung der ge-
       sellschaftlichen Arbeit, wovon jeder Teil dem andren als besondre
       Produktionssphäre gegenübersteht.  Dagegen die zur Produktion der
       Stecknadel erheischten  verschiednen Operationen  - gesetzt  näm-
       lich, daß  die besondren Teile derselben nicht als besondre Waren
       auftreten -,  wenn sie ebensoviele Arbeitsweisen darstellen, wor-
       unter besondre  Arbeiter subsumiert,  ist Teilung  der Arbeit  im
       zweiten Sinn.  Es ist  die Besonderung  der Operationen innerhalb
       der zu  einer besondren  W a r e  gehörigen Produktionssphäre und
       die Verteilung  jeder dieser Operationen unter besondre Arbeiter,
       deren Kooperation das ganze Produkt schafft, die  W a r e,  deren
       Repräsentant aber nicht der Arbeiter, sondern der Kapitalist.
       
       #261# b) Teilung der Arbeit
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       ¦¦151¦ Auch  diese Form  der Teilung der Arbeit, die wir hier be-
       trachten, erschöpft  keineswegs die  Teilung der  Arbeit. Letztre
       ist in  gewisser Beziehung die Kategorie aller Kategorien der po-
       litischen Ökonomie. Wir haben sie hier aber nur zu betrachten als
       eine besondre Produktivkraft des Kapitals.
       Es ist  klar, 1.  daß diese  Teilung der Arbeit gesellschaftliche
       Teilung der  Arbeit voraussetzt.  Erst aus  der im Warenaustausch
       entwickelten Besondrung  der gesellschaftlichen  Arbeit  scheiden
       sich die  Arbeitszweige so  weit ab,  daß jeder besondre Zweig zu
       der Spezialarbeit  zurückgeführt wird,  worin nun die Teilung in-
       nerhalb dieser  Spezialarbeit, ihre Analyse, stattfinden kann. 2.
       ist ebenso  klar, daß die zweite Teilung der Arbeit umgekehrt die
       erste ausdehnen  muß - rückschlagend.  E r s t e n s,  soweit sie
       mit allen  andren Produktivkräften  gemein hat, die für einen be-
       stimmten Gebrauchswert erheischte Arbeit zu verkürzen, also frei-
       zusetzen Arbeit  für eine neue Branche der gesellschaftlichen Ar-
       beit. Zweitens,  und dies ist ihr spezifisch, soweit sie in ihrer
       Analyse eine  Spezialität so  spalten kann,  daß die verschiednen
       B e s t a n d t e i l e   d e s s e l b e n    G e b r a u c h s-
       w e r t s   nun als  verschiedne  voneinander  unabhängige  Waren
       produziert werden,  oder auch,  daß die   v e r s c h i e d n e n
       A r t e n   d e s s e l b e n   G e b r a u c h s w e r t s,  die
       früher alle  derselben Produktionssphäre  anheimfielen, nun durch
       die Analyse der einzelnen derselben verschiednen Produktionssphä-
       ren anheimfallen.
       Das eine ist Teilung der gesellschaftlichen Arbeit in verschiedne
       Arbeitszweige; das andre Teilung der Arbeit in der Manufaktur ei-
       ner Ware, also Teilung der Arbeit nicht in der Gesellschaft, son-
       dern gesellschaftliche  Teilung der  Arbeit innerhalb  eines  und
       desselben Ateliers.  Der Teilung der Arbeit im letztren Sinn ent-
       spricht die   M a n u f a k t u r  als besondre  W e i s e  d e r
       P r o d u k t i o n.
       A. Smith  unterscheidet nicht  die Teilung  der Arbeit  in beiden
       senses 1*). Die letztere Teilung der Arbeit erscheint bei ihm da-
       her auch nicht als etwa? der kapitalistischen Produktion Spezifi-
       sches.
       Das Kapitel  über die  Teilung der Arbeit, womit er sein Werk er-
       öffnet (book  I, ch. I) ("De la Division du travail") beginnt da-
       mit:
       
       "Man verschafft  sich viel leichter eine Vorstellung von den Wir-
       kungen der  T e i l u n g  d e r  A r b e i t  auf die allgemeine
       Industrie der Gesellschaft, wenn man untersucht, wie diese in ei-
       nigen besonderen  Manufakturen in  Erscheinung treten."  [p. 11.]
       [110]
       
       Die Teilung  der Arbeit innerhalb des  A t e l i e r s  (worunter
       hier eigentlich  Werkstatt, factory  2*), Mine,  Acker verstanden
       wird, gesetzt nur, daß die in der
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       1*) Bedeutungen - *) Fabrik
       
       #262# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
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       Produktion einer  bestimmten   W a r e   beschäftigten Individuen
       kooperieren unter dem Kommando des Kapitals), die kapitalistische
       Teilung der  Arbeit gilt  ihm nur  und wird von ihm nur besonders
       besprochen als leichter faßliches, mehr greifbares und anschauli-
       ches Beispiel  von den Wirkungen der Teilung der Arbeit innerhalb
       der Gesellschaft  überhaupt und auf die "industrie générale de la
       société" 1*).
       Daß dies der Fall:
       
       "Man nimmt  gemeinhin an,  daß die  T e i l u n g  in einigen von
       den Manufakturen,  wo Gegenstände  von geringem  Wert hergestellt
       werden, weitestmöglich  betrieben wird.  Es besteht  kein Zweifel
       daran, daß  sie tatsächlich  dort weiter  gediehen ist als in den
       bedeutenderen Fabriken,  aber es ist so, daß in den erstgenannten
       Manufakturen, welche  kleine und  nur von  einer geringen  Anzahl
       Menschen verlangte  Gegenstände herstellen,  die  Gesamtzahl  der
       dort angestellten  Arbeiter notwendigerweise  niedrig ist   u n d
       d a ß   h ä u f i g  a l l  j e n e,  d i e  m i t  d e n  e i n-
       z e l n e n   u n t e r s c h i e d l i c h e n    A r b e i t s-
       g ä n g e n   b e f a ß t    s i n d,    i n    d e r s e l b e n
       W e r k s t a t t   v e r e i n t  s e i n  k ö n n e n  und sich
       alle zugleich  unter den  Augen der  Aufsichtsperson befinden. Im
       Gegensatz dazu   b e s c h ä f t i g t   in  jenen  großen  Manu-
       fakturen, welche  die Konsumtionsobjekte für die Masse der Bevöl-
       kerung liefern,   j e d e r   A r b e i t s g a n g  e i n e  s o
       g r o ß e   A n z a h l  A r b e i t e r,  d a ß  e s  u n m ö g-
       l i c h   i s t,   s i e  a l l e  ¦¦152¦  i n  d e r s e l b e n
       W e r k s t a t t   u n t e r z u b r i n g e n.  Selten wird man
       auf einen Blick etwas anderes zu sehen bekommen als jene, die mit
       einem einzigen  Arbeitsgang beschäftigt  sind. Und dennoch ist in
       diesen Manufakturen  in Wirklichkeit die Arbeit in eine weit grö-
       ßere Anzahl von Arbeitsgängen geteilt als in den Manufakturen der
       erstgenannten Art, wobei die Teilung hier weniger spürbar ist und
       daher weniger untersucht wurde." [p. 11/12.]
       
       Diese Stelle  beweist erstens,  auf welcher  kleinen Stufenleiter
       industrielle Unternehmungen  noch zur  Zeit A.  Smith  ausgeführt
       wurden.
       Zweitens, die Teilung der Arbeit in einem Atelier und die Teilung
       eines Arbeitszweiges  innerhalb der  Gesellschaft in  verschiedne
       voneinander unabhängige Branchen sind ihm nur  s u b j e k t i v,
       nicht   o b j e k t i v  verschieden. Bei der einen sieht man die
       Teilung auf  einen Blick,  bei der andren nicht. An der Sache ist
       damit nichts  geändert, sondern nur an der Art und Weise, wie der
       Beobachter sie  sieht. Z.  B. betrachtet  man die ganze Industrie
       von Eisenwaren  von der  Produktion des  Roheisens durch alle die
       verschiednen Arten,  worin sie  sich spaltet und wovon jede einen
       unabhängigen  Produktionszweig  bildet,  eine    s e l b s t ä n-
       d i g e  Ware bildet, deren Zusammenhang mit ihren Vorstufen oder
       Nachstufen durch  den Warenaustausch  vermittelt wird,  so  zählt
       diese gesellschaftliche  Teilung  dieser  Industriebranche  viel-
       leicht mehr  Teile als  die uns  im innern einer Nadelfabrik ent-
       gegentreten.
       A. Smith begreift die Teilung der Arbeit also nicht als besondre,
       spezifisch
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       1*) "allgemeine Industrie der Gesellschaft"
       
       #263# b) Teilung der Arbeit
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       verschiedne, für die  k a p i t a l i s t i s c h e  Produktions-
       weise charakteristische Form.
       Die Teilung  der Arbeit, wie wir sie hier betrachten, unterstellt
       erstens, daß  die gesellschaftliche Teilung der Arbeit schon eine
       bedeutende Höhe der Entwicklung erlangt hat, daß die verschiednen
       Produktionssphären  voneinander   getrennt  und  innerhalb  ihrer
       selbst wieder  in selbständige  Unterarten geteilt sind; wie sich
       das Kapital  überhaupt nur  entwickeln kann  auf Grundlage  einer
       schon relativ  ausgebildeten Warenzirkulation,  die identisch ist
       mit  einer   relativ  ausgebildeten   Entwicklung   der   Teilung
       (Verselbständigung) der  Geschäftszweige innerhalb des Ganzen der
       Gesellschaft. Dies  vorausgesetzt, also  daß z. B. die Produktion
       des Baumwollgarns  als unabhängiger, selbständiger Geschäftszweig
       existiert (also  z.B. nicht  mehr als  ländliche Nebenarbeit), so
       ist die  zweite Voraussetzung für die Teilung der Arbeit, die ihr
       selbst vorhergeht  und vor  ihr existiert,  daß viele Arbeiter in
       diesem Zweig  unter dem Kommando des Kapitals in ein Atelier ver-
       einigt sind.  Diese Vereinigung,  die Agglomeration  der Arbeiter
       unter das  Kommando des Kapitals, die die Bedingung der  k a p i-
       t a l i s t i s c h e n   Kooperation ist,  macht sich  aus  zwei
       Gründen. Erstens hängt der Mehrwert nicht nur von seiner Rate ab,
       sondern seine  absolute Masse,  Größe, hängt  zugleich ab von der
       Zahl  der   Arbeiter,  die  gleichzeitig  von  demselben  Kapital
       exploitiert werden. Es wirkt als Kapital im Verhältnis zur Arbei-
       terzahl, die  es gleichzeitig beschäftigt. Die Unabhängigkeit der
       Arbeiter in ihrer Produktion ist damit vorbei. Sie arbeiten unter
       der Aufsicht  und dem Kommando des Kapitals. Soweit sie zusammen-
       wirken und zusammenhängen, existiert ihr Zusammenhang im Kapital,
       oder dieser  Zusammenhang ist  ihnen gegenüber  selbst nur äußer-
       lich,  eine   Daseinsweise  des   Kapitals.  Ihre   Arbeit   wird
       Z w a n g s a r b e i t,  weil sie, sobald sie in den Arbeitspro-
       zeß eintreten,  nicht ihnen,  sondern bereits dem Kapital gehört,
       ihm bereits  einverleibt ist. Die Arbeiter werden der  D i s z i-
       p l i n   des Kapitals unterworfen und in ganz veränderte Lebens-
       verhältnisse gestellt.  Die ersten Manufakturen in Holland und in
       allen Ländern,  wo sie  sich  selbständig  entwickelt  und  nicht
       fertig  von   außen  importiert  wurden,  waren  wenig  mehr  als
       Konglomeration von Arbeitern, die dieselbe Ware produzierten, und
       Konzentration von  Arbeitsmitteln in demselben Atelier, unter dem
       Kommando  desselben  Kapitals.  Entwickelte  Teilung  der  Arbeit
       findet in ihnen nicht statt, entwickelt sich vielmehr erst in ih-
       nen als  ihrer natürlichen Grundlage. In den mittelaltrigen Zünf-
       ten wurde  der Meister  ¦¦153¦ verhindert,  Kapitalist zu werden,
       dadurch, daß  die Zunftgesetze  die Anzahl  der Arbeiter,  die er
       gleichzeitig beschäftigen  durfte, auf  ein sehr geringes Maximum
       beschränkten.
       Zweitens, die  ökonomischen Vorteile, die aus der gemeinsamen Be-
       nutzung
       
       #264# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
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       der Gebäulichkeit,  Feuerung etc.  entsprangen und  so sehr  bald
       auch -  von aller Teilung der Arbeit abgesehn - diesen Manufaktu-
       ren produktiv einen Vorzug über den patriarchalischen oder zunft-
       mäßigen Betrieb  gaben, gehören nicht hierher, da wir hier nur zu
       betrachten  haben,   nicht  die     Ö k o n o m i e      in   den
       A r b e i t s b e d i n g u n g e n,  sondern die produktivre An-
       wendung des  Kapital variabel; wie weit diese Mittel  d i r e k t
       die in  einer bestimmten Produktionssphäre angewandte Arbeit pro-
       duktiver machen.
       Selbst wo ein bestimmter Geschäftszweig - sieh z.B. Blanqui 1*) -
       sehr geteilt,  aber patriarchalisch, so daß jeder Teil als beson-
       dre Ware,  unabhängig von den andren oder nur durch den Warenaus-
       tausch vermittelt, stattfindet, ist die Vereinigung in einem Ate-
       lier keineswegs  nur formell.  In diesen Umständen findet die Ar-
       beit fast  immer als  häuslich-ländliche Nebenarbeit statt, fehlt
       also die  absolute Subsumtion  des Arbeiters unter eine ganz ein-
       seitige und einfache Operation. Sie ist nicht seine ausschließli-
       che Arbeit. Dann aber fehlt die Hauptsache. Diese Arbeiter arbei-
       ten mit  ihren eignen Arbeitsmitteln. Die Produktionsweise selbst
       ist in der Tat nicht kapitalistisch, sondern der Kapitalist tritt
       nur als   M i t t e l s m a n n,   als  K a u f m a n n  zwischen
       diese selbständigen Arbeiter und den definitiven Käufer ihrer Wa-
       ren. Diese Form, worin das Kapital sich noch nicht der Produktion
       selbst bemächtigt  hat und  die auf  einem großen Teil des Konti-
       nents noch herrscht, bildet stets den Übergang von ländlichen Ne-
       benindustrien in die kapitalistische Produktionsweise selbst. Der
       Kapitalist erscheint  hier noch  dem Arbeiter, der selbst als Wa-
       renbesitzer, Produzent  und Verkäufer erscheint, als  K ä u f e r
       d e r  W a r e n,  nicht  d e r  A r b e i t  gegenüber. Es fehlt
       also noch die Grundlage der kapitalistischen Produktion.
       Wo jene  Teilung der Arbeit in der Form unabhängiger Produktions-
       zweige existiert,  wie in  dem Beispiel  von Blanqui  finden eine
       Masse zeitraubender unproduktiver Zwischenprozesse statt, bedingt
       dadurch, daß  die verschiednen  Stufen der  Ware als selbständige
       Waren existieren  und ihr  Zusammenhang in  der  Gesamtproduktion
       durch den  Warenaustausch, Kauf  und Verkauf erst vermittelt ist.
       Das Füreinanderarbeiten in den verschiednen Branchen ist allerlei
       Zufälligkeiten, Unregelmäßigkeiten  usf. unterworfen,  indem erst
       der Zwang  im Atelier  die Gleichzeitigkeit,  Gleichmäßigkeit und
       Proportionalität in den Mechanismus dieser verschiednen Operatio-
       nen hineinbringt,  sie überhaupt  erst zu einem gleichförmig wir-
       kenden Mechanismus verbindet.
       Wenn die  Teilung der  Arbeit, soweit  sie erst  auf Grundlage d.
       vorhandnen Ateliers  zur fernren Analyse der Operationen und Sub-
       sumtion bestimmter
       -----
       1*) Siehe vorl. Band, S. 280
       
       #265# b) Teilung der Arbeit
       -----
       Arbeitermultiples unter dieselben fortgeht,  d i e  T e i l u n g
       w e i t e r f ü h r t,   ist sie, soweit die disjecta membra poe-
       tae [111]  vorher selbständig,  als ebensoviele unabhängige Waren
       und daher  als Produkte ebensoviel unabhängiger Warenbesitzer ne-
       beneinander existierten,  auch umgekehrt    K o m b i n a t i o n
       derselben in  einem Mechanismus,  eine Seite, die Adam ganz über-
       sieht.
       Wir werden  später noch weiter darauf eingehn, jvarum die Teilung
       der Arbeit  innerhalb der  Gesellschaft, eine  Teilung, die durch
       den Warenaustausch zum Ganzen der Produktion sich ergänzt und auf
       die einzelnen  Vertreter derselben  nur durch die Konkurrenz, Ge-
       setz der  Nachfrage und Zufuhr wirkt, sich gleichmäßig weiterent-
       wickelt, Hand  in Hand  geht mit der Teilung der Arbeit im Innern
       des  Ateliers,   der  die  kapitalistische  Produktion  charakte-
       risierenden Teilung  der Arbeit, worin die Unabhängigkeit der Ar-
       beiter vollständig  vernichtet und sie Teile eines unter dem Kom-
       mando des  Kapitals stehenden gesellschaftlichen Mechanismus wer-
       den.
       ¦¦154¦ Soviel  ist klar,  A. Smith  hat die  T e i l u n g  d e r
       A r b e i t   nicht als ein der kapitalistischen Produktionsweise
       Eigentümliches begriffen, wodurch, nebst der Maschinerie und ein-
       fachen Kooperation,  die Arbeit nicht nur formell, sondern in ih-
       rer Wirklichkeit durch die Subsumtion unter das Kapital verändert
       wird. Er faßt sie in derselben Weise auf wie Petty und nach Petty
       andrer seiner  Vorgänger [109].  (Sieh die  o s t i n d i s c h e
       S c h r i f t.  1*) [112])
       Smith, wie  seine Vorgänger fassen in der Tat die Teilung der Ar-
       beit noch  vom   a n t i k e n   Standpunkt, insofern sie sie mit
       der Teilung der Arbeit im Innern der Gesellschaft zusammenwerfen.
       Sie unterscheiden  sich von der Auffassung der Antiken nur in der
       Betrachtung des  Resultats und des Zwecks der Teilung der Arbeit.
       Sie fassen  sie von  vornherein als  Produktivkraft des Kapitals,
       soweit sie  das betonen  und fast  ausschließlich betrachten, daß
       durch sie  die   W a r e n   v e r w o h l f e i l e r t  werden,
       weniger notwendige  Arbeitszeit erheischt wird, um eine bestimmte
       Ware zu produzieren, oder eine größre Quantität von Waren in der-
       selben  notwendigen   Arbeitszeit  produziert  werden  kann,  der
       T a u s c h w e r t   der einzelnen  Waren also  verringert wird.
       Auf diese  Seite des   T a u s c h w e r t s  - und darin besteht
       ihr   m o d e r n e r   Standpunkt -  legen sie alles Gewicht. Es
       ist dies  natürlich das  Entscheidende, wo die Teilung der Arbeit
       als Produktivkraft  des Kapitals aufgefaßt wird, denn das ist sie
       nur,  soweit   sie  die  zur  Reproduktion  des  Arbeitsvermögens
       erheischten Lebensmittel  verwohlfeilert, weniger  Arbeitszeit zu
       ihrer Reproduktion erheischt. Die Alten, soweit sie überhaupt die
       Teilung der  Arbeit zum Gegenstand des Begreifens und Nachdenkens
       gemacht, fassen  dagegen ausschließlich  den   G e b r a u c h s-
       w e r t
       -----
       1*) Siehe vorl. Band, S. 281
       
       #266# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
       -----
       ins Auge.  Die Produkte  der einzelnen Produktionszweige erhalten
       b e s s e r e   Q u a l i t ä t   infolge der Teilung der Arbeit,
       während bei  den Modernen der  q u a n t i t a t i v e  Gesichts-
       punkt herrscht.  Die Alten betrachten also die Teilung der Arbeit
       nicht mit  Bezug auf  die   W a r e,   sondern mit  Bezug auf das
       P r o d u k t   als solches.  Ihr Einfluß  auf die   W a r e  ist
       das, was  den zum  Kapitalisten gewordnen  Warenbesitzer interes-
       siert; ihr  Einfluß auf  das   P r o d u k t  als solches bezieht
       sich nur  auf sie,  soweit es  sich um  die Befriedigung der men-
       schlichen Bedürfnisse  überhaupt, den  Gebrauchswert als solchen,
       handelt. Die Anschauung der Griechen hat immer als ihren histori-
       schen Hintergrund   Ä g y p t e n,   das  ihnen ganz so als indu-
       strielles Musterland galt, wie früher Holland, später England den
       Modernen. Die  Teilung der Arbeit findet bei ihnen, wie wir unten
       weiter sehn  werden, also  mit Bezug auf die erbliche Teilung der
       Arbeit und das aus ihr hervorgehende Kastenwesen statt, wie es in
       Ägypten existierte.
       A. Smith  wirft auch weiter die beiden Formen der Teilung der Ar-
       beit durcheinander. So heißt es weiter in demselben b. I, ch. I.:
       
       "In jedem  Gewerbe schafft  die Teilung  der Arbeit, wie weit sie
       auch fortgeschritten  sein mag, Raum für einen proportionalen Zu-
       wachs  in   den  produktiven   Möglichkeiten  der  Arbeit.    E s
       s c h e i n t,   d a ß  d i e s e r  V o r z u g  d i e  T r e n-
       n u n g   d e r   v e r s c h i e d e n e n    B e s c h ä f t i-
       g u n g e n     u n d     H a n d  w e r k e     h e r v o r g e-
       b r a c h t   h a t.   Außerdem ist im allgemeinen diese Trennung
       in den Ländern weiter gediehen, die sich eines höheren Grades der
       Veredelung und des Gewerbefleißes erfreuen; und was in einer noch
       ein wenig  unvollkommenen Gesellschaft die Arbeit eines einzelnen
       Menschen ist,  wird in einer fortgeschritteneren Gesellschaft zur
       Verrichtung von mehreren." [p. 15.]
       
       A. Smith  hebt ausdrücklich  den   q u a n t i t a t i v e n  Ge-
       sichtspunkt, d.h. die Abkürzung der zur Produktion einer Ware nö-
       tigen  Arbeitszeit,  als  den  ausschließlichen  hervor,  in  der
       Stelle, worin er die Vorteile der Teilung der Arbeit aufzählt.
       
       "D i e s e   s t a r k e   E r h ö h u n g  d e s  A r b e i t s-
       q u a n t u m s,   d a s   d i e   g l e i c h e   Z a h l  v o n
       H ä n d e n  infolge  der Teilung  der Arbeit  z u  l e i s t e n
       i m s t a n d e   i s t,   entspringt 3 verschiedenen Umständen."
       (B. I, ch. I [, p. 18].)
       
       Und zwar  bestehn diese  Vorteile nach  ihm 1.  aus der    V i r-
       t u o s i t ä t,   die der Arbeiter in seiner einseitigen Branche
       ¦¦155¦ erwirbt.
       
       "Erstens erhöht  die  wachsende  Geschicklichkeit  des  Arbeiters
       zwangsläufig   d i e   A r b e i t s  m e n g e,   die er liefern
       kann, und  indem die  Teilung der  Arbeit   d i e   A u f g a b e
       j e d e s   M e n s c h e n   a u f  i r g e n d e i n e  s e h r
       e i n f a c h e     O p e r a t i o n    r e d u z i e r t    und
       d i e s e   z u r   e i n z i g e n    s e i n e s    L e b e n s
       w e r d e n   l ä ß t,  führt sie ihn notwendigerweise dazu, sich
       eine sehr hohe Geschicklichkeit anzueignen." [p. 19.]
       
       #267# b) Teilung der Arbeit
       -----
       (Also rapidité des opérations 1*).)
       Z w e i t e n s:   E r s p a r u n g   d e r   Z e i t,  die beim
       Übergang von  einer Arbeit  zur andren verlorengeht. Es ist dabei
       "change de place" 2*) und "des outils différents" 3*) erfordert.
       
       "Wenn  die   beiden  Gewerbe     i n     d e r    g l e i c h e n
       W e r k s t a t t   untergebracht werden können, ist der Zeitver-
       lust zweifellos  viel geringer.  Dessen ungeachtet bleibt er aber
       beachtlich. Für  gewöhnlich trödelt der Mensch ein wenig, wenn er
       eine Verrichtung  beendet, um  Hand an eine andere zu legen." [p.
       20/21.]
       
       
       Schließlich erwähnt A. Smith,
       
       "daß es  die Teilung  der Arbeit ist, die ursprünglich zur Erfin-
       dung aller  dieser Maschinen zur Verkürzung und Erleichterung der
       Arbeit geführt hat", [p. 21/22.]
       
       (Nämlich durch die Arbeiter selbst, deren ganze attention auf ein
       einfaches objet  4*) ausschließlich  gerichtet ist.) Und der Ein-
       fluß, den  die savants  ou théoriciens  5*) auf die Erfindung der
       Maschinerie ausüben,  ist selbst  der gesellschaftlichen  Teilung
       der Arbeit verdankt, wodurch
       
       "die philosophischen oder theoretischen Erkenntnisse wie jede an-
       dere Tätigkeit  zur hauptsächlichen  oder einzigen  Beschäftigung
       einer besonderen Klasse von Bürgern werden". [p. 24.]
       
       A. Smith bemerkt, daß, wenn einerseits die Teilung der Arbeit das
       Produkt, Resultat  der natürlichen  Verschiedenheit der menschli-
       chen Anlagen, letztere in noch viel höhrem Grade das Resultat der
       Entwicklung der  Teilung der  Arbeit sind.  Hier folgt  er seinem
       Lehrer Ferguson.
       
       "In Wirklichkeit  ist der  Unterschied der  natürlichen  Begabung
       zwischen den  Individuen weitaus  geringer als  wir glauben,  und
       jene so  unterschiedlichen Anlagen, welche die Menschen verschie-
       dener Berufe  anscheinend unterscheiden,  wenn sie  die Reife des
       Alters erreicht  haben, sind   k e i n e s w e g s   s o  s e h r
       d i e   U r s a c h e   a l s   v i e l m e h r   d i e    W i r-
       k u n g   der Teilung  der Arbeit  ... Hätte  ein jeder  dieselbe
       Aufgabe zu  erfüllen" (ohne die Teilung und den Austausch, den er
       zum   G r u n d   der Teilung  der Arbeit  macht)  "und  dieselbe
       Arbeit zu  verrichten, wäre es nicht zu diesem großen Unterschied
       der Beschäftigungen  gekommen, welche allein eine große Verschie-
       denheit der  Talente hervorbringen  kann." [p. 33/34.] "Ursprüng-
       lich unterscheiden  sich Philosoph  und Lastträger  in Talent und
       Intelligenz nicht  halb so  sehr voneinander  wie ein Schäferhund
       von einem Windhund." [p. 35.]
       -----
       1*) Geschwindigkeit der  Arbeitsvorgänge - 2*) "Platzveränderung"
       - 3*) "unterschiedliches  Werkzeug" -  4*) Objekt  -  5*) Wissen-
       schaftler oder Theoretiker
       
       #268# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
       -----
       Smith erklärt die Teilung der Arbeit überhaupt aus der
       
       "Veranlagung der  Menschen, Handel zu treiben und auszutauschen",
       ohne welche  "jeder gezwungen  wäre, sich selbst alles Notwendige
       zur Befriedigung  seiner Bedürfnisse  und Bequemlichkeiten zu be-
       schaffen". (B. I, eh. II[, p. 34].)
       
       Er unterstellt also die échange 1*), um die Teilung der Arbeit zu
       erklären und  unterstellt die  Teilung der  Arbeit, in order that
       there be something to exchange 2*).
       N a t u r w ü c h s i g e   T e i l u n g    d e r    A r b e i t
       g e h t   d e n   é c h a n g e s   zuvor, und diese échanges der
       Produkte  als   Waren  entwickelt   sich  erst    z w i s c h e n
       v e r s c h i e d n e n   G e m e i n w e s e n,  n i c h t  i n-
       n e r h a l b   d e s s e l b e n  G e m e i n w e s e n s.  (Be-
       ruht zum  Teil nicht nur auf den naturwüchsigen Unterschieden der
       Menschen selbst,  sondern natürlichen,  den natürlichen Elementen
       der Produktion,  die diese  verschiednen Gemeinwesen  vorfinden.)
       Die Entwicklung  des Produkts  zur Ware  und  der  Warenaustausch
       wirkt allerdings rückschlagend auf die Teilung der Arbeit zurück,
       so daß  échanges und  division in  Verhältnis der  Wechselwirkung
       treten.
       ¦¦156¦ Smith'  Hauptverdienst bei der Teilung der Arbeit ist, daß
       er sie  an die Spitze stellt und betont, und zwar direkt als Pro-
       duktivkraft der Arbeit (i. e. des Kapitals). Bei ihrer Auffassung
       ist er abhängig von der damaligen Entwicklungsstufe der  M a n u-
       f a k t u r,   die noch weit von der modernen Fabrik verschieden.
       Daher auch  das relative  Übergewicht, was der Teilung der Arbeit
       über die  Maschinerie eingeräumt  wird,  die  nur  noch  als  ihr
       Anhängsel erscheint.
       In dem  ganzen Abschnitt  über die  Teilung der  Arbeit folgt  A.
       Smith wesentlich,  oft bis zur Kopie, seinem Lehrer Adam Ferguson
       ("Essai sur  l'histoire de  la société civile", traduction par M.
       Bergier, Paris  1783). Im  barbarischen Zustand  liebt der Mensch
       die Faulheit:
       
       "entweder ist er in seiner Betriebsamkeit durch die Vielfalt sei-
       ner Bedürfnisse  entmutigt, oder  seine zu sehr geteilte Aufmerk-
       samkeit genügt  nicht, um  Geschicklichkeit in auch nur einer Art
       Arbeit zu erlangen." (t. II, p. 128.)
       
       Unter den  verschiednen Umständen,  die die  Menschen  allmählich
       "sans dessein prémédité de leur part" dahin führen, "à subdiviser
       leurs professions",  führt F[erguson]  ebenfalls an  "l'espérance
       d'échanger une  chose pour une autre" 3*), nur nicht so einseitig
       wie Smith als den einzigen Grund. Ferner:
       -----
       1*) den Austausch - 2*) damit es etwas zum Austauschen geben kann
       - 3*) "ihrerseits  ohne vorgefaßten Plan" dahin führen, "ihre Be-
       rufe zu  unterteilen", führt  F[erguson] ebenfalls  an "die Hoff-
       nung, eine Sache auszutauschen gegen eine andere"
       
       #269# b) Teilung der Arbeit
       -----
       "Der Künstler erlebt, daß, je mehr er seine Aufmerksamkeit einen-
       gen und sie auf einen Teil eines Werkes begrenzen kann, seine Ar-
       beit um  so vollkommener  ist und  er   u m   s o  m e h r  d i e
       M e n g e   s e i n e r   P r o d u k t e  s t e i g e r n  kann.
       Jeder Manufakturunternehmer  überzeugt sich,  daß seine Kosten in
       dem Maße  sinken und  der Gewinn  in dem  Maße wächst, wie er die
       Aufgaben seiner  Arbeiter unterteilt  und  e i n e  g r ö ß e r e
       A n z a h l   H ä n d e   f ü r   j e d e s   E i n z e l t e i l
       d e s   P r o d u k t s   b e s c h ä f t i g t   ...  der  Fort-
       schritt im  Handel ist  nichts als eine fortgesetzte Unterteilung
       der mechanischen Berufe." ([p.] 129.)
       
       A. Smith läßt die Maschine ursprünglich durch die Arbeiter erfin-
       den, die infolge der Teilung der Arbeit,
       
       "wenn die Aufmerksamkeit des Menschen ganz auf ein Objekt gerich-
       tet ist",  mit einem einzigen Gegenstand beschäftigt, [Maschinen]
       auffinden; "alle diese Maschinen, die dazu geeignet sind, die Ar-
       beit zu verkürzen und zu erleichtern". (B. I, ch. 1[, p. 22].)
       
       A. Ferguson sagt:
       
       "die Methoden,  die Mittel, die Verfahren ... die der aufmerksame
       Handwerker in  eigener Sache  erfunden hat, um seine eigne Arbeit
       zu verringern oder zu erleichtern." (p. 133.)
       
       A. Smith sagt,
       
       "mit der  Entwicklung der Gesellschaft wird die Beschäftigung mit
       philosophischen oder theoretischen Erkenntnissen, wie jede andere
       Tätigkeit, hauptsächliche oder einzige Beschäftigung einer beson-
       deren Klasse von Bürgern". (B. I, ch. I[, p. 23/24].)
       
       A. Ferguson:
       "Diese Methode,  die so  große Vorteile für die Industrie bringt,
       läßt sich mit ebensolchem Erfolg auf Dinge weit höherer Bedeutung
       anwenden, auf  die verschiedenen  Bereiche von  Polizei und Krieg
       ...   i n   e i n e r   P e r i o d e ,   i n   d e r   a l l e s
       g e s c h i e d e n  i s t,  kann sie selbst einen besonderen Be-
       ruf bilden" (p. 131, 136),
       
       und er  hebt speziell  die Beschäftigung der Wissenschaft mit der
       industriellen Praxis hervor, wie A. Smith, (p. 136.)
       Was ihn  vor A.  Smith auszeichnet,  ist, daß  er  die  negativen
       Seiten der  Teilung der  Arbeit schärfer und nachdrücklicher ent-
       wickelt (auch  bei ihm  noch die   Q u a l i t ä t  der Ware eine
       Rolle spielt,  die A.  Smith richtig  vom kapitalistischen Stand-
       punkt als bloßes accident 1*) beiseite läßt).
       
       "Man könnte  sogar zweifeln,  ob die  allgemeine Befähigung einer
       Nation im Verhältnis zum Fortschritt der Technik zunimmt. In meh-
       reren Zweigen  der Technik  ist kein  Fachwissen nötig; der Zweck
       wird vollkommen  erreicht, auch  wenn sie vollständig der Mitwir-
       kung der  Vernunft und des Gefühls entledigt sind, und die Unwis-
       senheit ist ebenso die Mutter der Industrie wie des Aberglaubens.
       Nachdenken und  Einbildungskraft sind  Verwirrungen  unterworfen;
       aber die  Gewohnheit, den Fuß oder die Hand zu bewegen, hängt we-
       der von  dem einen  noch dem anderen ab. So könnte man sagen, daß
       die Vollkommenheit
       -----
       1*) bloßen Zufall
       
       #270# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
       -----
       der Manufakturarbeit darin besteht, daß der Geist entbehrlich ge-
       macht" (und  speziell, was wichtig in bezug auf das Atelier) "und
       die ohne Mitarbeit des Kopfes betriebene Werkstatt ¦]157¦ als ein
       Mechanismus betrachtet  werden kann,  dessen einzelne  Teile Men-
       schen sind." (p. 134, 135.)
       
       In dem letztren  d e r  B e g r i f f  d e r  M a n u f a k t u r
       viel mehr  als bei A. Smith. Er hebt ferner hervor das veränderte
       Verhältnis, das  zwischen manufacturier  und ouvrier  1*) infolge
       dieser Teilung der Arbeit eintritt.
       
       "Was die  Industrie selbst  betrifft, so  kann der Fabrikbesitzer
       durchaus ein gebildeter Mensch sein, während der Geist des unter-
       geordneten Arbeiters  brach liegt  ... Der  General kann  in  der
       Kriegskunst sehr  erfahren sein,  während sich  das Verdienst des
       Soldaten darauf beschränkt, einige Fuß- und Handbewegungen auszu-
       führen.   D e r   e i n e   k a n n   g e w o n n e n  h a b e n,
       w a s  d e r  a n d e r e  v e r l o r !"  (p. 135, 136.)
       
       Was er  vom General  in bezug  auf den gemeinen Soldaten bemerkt,
       gilt vom  Kapitalist oder  seinem manager  in bezug auf die Armee
       von Arbeitern.  Die Intelligenz und selbständige Entwicklung, die
       in der  unabhängigen Arbeit  im Kleinen angewandt wurde, wird nun
       für das  ganze Atelier im Großen angewandt und von dem Chef mono-
       polisiert, dadurch, daß die Arbeiter ihrer beraubt werden.
       
       "Er wendet  im Großen  die Listen und Mittel des Angriffs und der
       Verteidigung an,  welche der  Wilde an  der Spitze  einer kleinen
       Schar oder nur für seine Selbsterhaltung einsetzt." (p. 136.)
       
       F[erguson] behandelt  daher auch ausdrücklich die "subordination"
       als Folge  "der séparation  des arts  et  des  professions"  2*).
       (l.c., p. 138.) Hier der  G e g e n s a t z  v o n  K a p i t a l
       etc.
       Mit Bezug auf das Ganze der Nationen sagt er:
       
       "Nationen, die sich der Industrie verschrieben haben, gelangen an
       einen Punkt,  da sie  sich aus Mitgliedern zusammensetzen, welche
       außer in  ihrem eigenen Gewerbe in allen anderen Lebensfragen von
       allergrößter Unwissenheit  sind." (p.  130.) "Wir  sind Nationen,
       die vollständig  aus Heloten bestehen, und wir haben keine freien
       Bürger." (p. 144, l.c.)
       
       Es kontrastiert  dies mit  dem klassischen Altertum, wobei er je-
       doch zugleich  hervorhebt, daß  die Sklaverei  die Grundlage  der
       vollständigren totalen  Entwicklung der  Freien  war.  (Sieh  den
       Franzos [113] der diese ganze Fergusonsche Sache weiter ausgerhe-
       torisiert hat, aber geistreich.)
       Nimmt man  also Ferguson, Smith' direkten Lehrer, und Petty, des-
       sen Beispiel  von der  Uhr er das von der Nadelfabrik unterschob,
       so   besteht    seine   Originalität    nur   in   der   an   die
       S p i t z e - S t e l l u n g   der Teilung  der  Arbeit    u n d
       d e r
       -----
       1*) Fabrikbesitzer und  Arbeiter -  2*) "der Trenmnung der Künste
       und der Gewerbe"
       
       #271# b) Teilung der Arbeit
       -----
       e i n s e i t i g e n   (d a h e r  ö k o n o m i s c h  r i c h-
       t i g e n)    B e t r a c h t u n g    d e r s e l b e n    a l s
       M i t t e l   z u r   V e r m e h r u n g   d e r    P r o d u k-
       t i v k r a f t  d e r  A r b e i t.
       In A.  Potter, "Political  Economy", New  York 1841 (part II fast
       nur reprint  of 1*)  Scropes "Political  Economy",  London  1833)
       heißt es:
       
       "Das erste und wichtigste für die Produktion ist Arbeit. Um ihren
       Teil bei  dieser großen Aufgabe erfolgreich zu lösen, muß die Ar-
       beit von  einzelnen kombiniert  werden; oder, anders ausgedrückt,
       die Arbeit,  die nötig  ist, um bestimmte Resultate zu erreichen,
       muß unter  mehreren Individuen   a u f g e t e i l t  werden, und
       diese Individuen  so in die Lage versetzt werden zusammenzuarbei-
       ten." (p. 76, Scrope.)
       
       Dazu bemerkt Potter, Note l.c.:
       
       "Das hier  erwähnte Prinzip  wird  üblicherweise    T e i l u n g
       d e r   A r b e i t   genannt. Dieser Ausdruck ist unzulässig, da
       die zugrunde  liegende Idee    E i n v e r s t ä n d n i s    und
       Z u s a m m e n a r b e i t   bedeutet und  nicht  T e i l u n g.
       Der Begriff  der Teilung bezieht sich nur auf den  V o r g a n g.
       Dieser ist  in   m e h r e r e  O p e r a t i o n e n  u n t e r-
       t e i l t,   und diese  werden  v e r t e i l t  oder  a u f g e-
       t e i l t   u n t e r   e i n e r  A n z a h l  v o n  A r b e i-
       t e r n.   Es handelt  sich also um  K o m b i n a t i o n  v o n
       A r b e i t e r n,   erreicht durch   e i n e    U n t e r t e i-
       l u n g  v o n  P r o z e s s e n."
       
       Es ist: Combination of labour 2*).
       Fergusons Buch heißt: "Essay on the History of Civil Society."
       ¦¦158¦ Dugald Stewart, "Collected Works", ed. by Sir W. Hamilton,
       Edinburgh. Ich  zitiere of  vol. 3*)  VIII der "Collected Works",
       which is vol. 4*) I (1855) der "Lectures on Political Economy".
       
       Er sagt  über die Art, wie die Teilung der Arbeit die Produktivi-
       tät der Arbeit vermehrt, u.a.:
       
       "Die Wirksamkeit  der Teilung  der Arbeit  und die Verwendung von
       Maschinen ...  beide leiten  ihren Wert  vom gleichen Umstand ab,
       von der  Tendenz, einem Mann zu ermöglichen, die Arbeit vieler zu
       leisten." (p.  317.) "Sie"  [die Teilung  der Arbeit] "verursacht
       auch eine   Z e i t e r s p a r n i s,   indem  sie die Arbeit in
       ihre verschiedenen Zweige zerlegt, die alle  i m  g l e i c h e n
       A u g e n b l i c k        a u s g e f ü h r t        w e r d e n
       k ö n n e n   ...   D u r c h   d i e   g l e i c h z e i t i g e
       D u r c h f ü h r u n g  a l l  d e r  v e r  s c h i e d e n e n
       A r b e i t s p r o z e s s e,   die ein einzelner getrennt hätte
       ausführen müssen,  wird es  z. B.  möglich, eine  Menge Nadeln in
       derselben Zeit  v ö l l i g  fertigzustellen, in der eine einzige
       Nadel sonst nur abgeschnitten oder zugespitzt worden wäre." ([p.]
       319.)
       
       Es ist  dies nicht nur die Bemerkung 2. von A. Smith, daß bei dem
       Übergehn von  einer Operation  zur andern  derselbe Arbeiter, der
       den Umkreis  der verschiednen  Operationen durchläuft,  Zeit ver-
       liert.
       Die verschiednen Operationen, die der Arbeiter in dem patriarcha-
       lischen
       -----
       1*) Nachdruck von - 2*) Kombination der Arbeit - 3*) aus dem Band
       - 4*) das ist Band
       
       #272# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
       -----
       oder handwerksmäßigen  Betrieb nacheinander  verrichtet zur  Her-
       stellung seines Werks und die als verschiedne Weisen seiner Wirk-
       samkeit sich  ineinander verschlingen  und sich  in der Zeitfolge
       ablösen; die verschiednen Phasen, die seine Arbeit durchläuft und
       worin sie variiert, werden als selbständige Operationen oder Pro-
       zesse voneinander  getrennt, isoliert. Diese Selbständigkeit wird
       befestigt, personifiziert,  indem jeder solcher einfache und ein-
       silbige Prozeß zur ausschließlichen Funktion eines bestimmten Ar-
       beiters oder einer bestimmten Zahl von Arbeitern wird. Sie werden
       unter diese isolierten Funktionen subsumiert. Die Arbeit verteilt
       sich nicht  unter ihnen;  sie werden  unter die verschiednen Pro-
       zesse verteilt,  deren jeder  ihr  ausschließlicher  Lebensprozeß
       wird -  soweit sie  als produktives  Arbeitsvermögen wirken.  Die
       gesteigerte Produktivität und Komplikation des gesamten Produkti-
       onsprozesses, seine Bereicherung, wird also erkauft durch die Re-
       duktion des Arbeitsvermögens in jeder besondren Funktion zu einer
       bloßen dürren  Abstraktion -  einer einfachen Eigenschaft, die in
       ewigem Einerlei  derselben Wirkung  erscheint und für die das ge-
       samte Produktionsvermögen  des  Arbeiters,  die  Mannigfaltigkeit
       seiner Anlagen,  konfisziert ist. Die so getrennten Prozesse, als
       Funktionen dieser  lebendigen Automaten ausgeführt, erlauben eben
       durch ihre  Trennung und  Selbständigkeit Kombination;  daß diese
       verschiednen Prozesse  g l e i c h z e i t i g  in demselben Ate-
       lier ausgeführt werden können. Die Teilung und Kombination bedin-
       gen sich  hier  wechselseitig.  Der  Gesamtproduktionsprozeß  der
       einen Ware  erscheint jetzt  als eine zusammengesetzte Operation,
       Komplikation vieler Operationen, die jede von der andren unabhän-
       gig sich  ergänzen und   g l e i c h z e i t i g    nebeneinander
       ausgeführt werden  können. Aus  dem Futurum ist hier das Ergänzen
       der verschiednen  Prozesse in  die Gegenwart verlegt, wodurch die
       Ware, wenn  sie auf der einen Seite begonnen, auf der andren fer-
       tig wird.  Gleichzeitig, indem diese verschiednen Operationen mit
       Virtuosität ausgeführt  werden, weil  auf einfache Funktion redu-
       ziert, kömmt  zu dieser   G l e i c h z e i t i g k e i t,    die
       überhaupt der  Kooperation eigen, die  V e r k ü r z u n g  d e r
       A r b e i t s z e i t  hinzu, die in jeder der gleichzeitigen und
       sich ergänzenden  und zum Ganzen zusammensetzenden Funktionen er-
       reicht wird;  so daß  nicht  nur  in  einer  gegebnen  Zeit  mehr
       g a n z e   W a r e n,   mehr Waren  f e r t i g  werden, sondern
       m e h r   fertige Waren  überhaupt geliefert  werden. Durch diese
       Kombination wird  das Atelier  zu einem  Mechanismus, von dem die
       einzelnen Arbeiter die verschiednen Glieder bilden.
       Die Kombination  jedoch - die Kooperation, wie sie in der Teilung
       der Arbeit nicht mehr als Nebeneinander derselben Funktionen oder
       temporäre Verteilung  derselben, sondern als Besondrung einer To-
       talität von  Funktionen in ihre Bestandteile und Vereinigung die-
       ser verschiednen Bestandteile erscheint -
       
       #273# b) Teilung der Arbeit
       -----
       existiert  nun   doppelt:  soweit  der  Produktionsprozeß  selbst
       betrachtet wird  in dem  Ganzen des Ateliers, das als solcher Ge-
       samtmechanismus (obgleich in der Tat nichts andres als das Dasein
       der Kooperation der Arbeiter, ihr gesellschaftliches Verhalten im
       Produktionsprozeß) ihnen  als ¦¦159¦ eine äußerliche, sie beherr-
       schende und  umfassende Macht  gegenübersteht, in der Tat als die
       Macht und  eine Existenzform  des Kapitals  selbst, unter das sie
       einzeln subsumiert  sind und dem ihr gesellschaftliches Produkti-
       onsverhältnis angehört. Andrerseits im fertigen Produkt, das wie-
       der dem Kapitalisten gehörige Ware ist.
       Für den  Arbeiter selbst findet keine Kombination von Tätigkeiten
       statt. Die  Kombination ist vielmehr eine Kombination der einsei-
       tigen Funktionen, unter die jeder Arbeiter oder Anzahl von Arbei-
       tern gruppenweis  subsumiert ist.  Seine Funktion  ist einseitig,
       abstrakt, Teil.  Das Ganze,  das sich  herausbildet, basiert eben
       auf diesem  seinem  b l o ß e n  T e i l d a s e i n  und Isolie-
       rung in der einzelnen Funktion. Es ist also eine Kombination, von
       der er  einen Teil  bildet, die  darauf beruht,  daß seine Arbeit
       nicht kombiniert ist.  D i e  A r b e i t e r  b i l d e n  d i e
       B a u s t e i n e    d i e s e r    K o m b i n a t i o n.    Die
       Kombination ist  aber nicht  ein  Verhältnis,  das  ihnen  selbst
       angehört und  unter ihnen  als Vereinigten  subsumiert ist.  Dies
       zugleich über  die schönen  Phrasen des Herrn Potter von Kombina-
       tion und Konzert, im Gegensatz zu division.
       Die kapitalistische  Produktionsweise hat hier bereits die Arbeit
       in der  Substanz ergriffen  und verändert. Es ist nicht mehr bloß
       die  f o r m e l l e  Subsumtion des Arbeiters unter das Kapital;
       daß er für einen andren arbeitet unter fremdem Kommando und frem-
       der Aufsicht.  Es ist  auch nicht mehr bloß wie bei der einfachen
       Kooperation sein  gleichzeitiges Zusammenwirken  mit vielen,  mit
       denen er  gleichzeitig   d i e s e l b e   Arbeit verrichtet, was
       seine Arbeit als solche unverändert läßt und einen nur temporären
       Zusammenhang schafft,  ein Nebeneinander, was der Natur der Sache
       nach leicht auflösbar und in den meisten Fällen der einfachen Ko-
       operationen nur  für vorübergehende  besondre Perioden, ausnahms-
       weise Bedürfnisse,  stattfindet, wie  beim Ernten, Wegebauen usw.
       oder wie  bei der  Manufaktur in  ihrer einfachsten  Form (wo das
       gleichzeitige Exploitieren vieler Arbeiter die Hauptsache und die
       Ersparung im Capital fixe etc.) ihn nur formell Teil eines Ganzen
       bilden läßt,  dessen Chef  der Kapitalist,  ein Ganzes,  worin er
       aber nicht weiter berührt wird - qua Produzent - davon, daß neben
       ihm soviel andre dasselbe tun, auch Stiefel machen usw. Durch die
       Verwandlung seines  Arbeitsvermögens in  die bloße Funktion eines
       Teils des  Gesamtmechanismus, dessen  Ganzes das  Atelier bildet,
       hat er  überhaupt aufgehört, Produzent einer Ware zu sein. Er ist
       nur Produzent  einer einseitigen  Operation, die nur im Zusammen-
       hang mit
       
       #274# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
       -----
       dem Ganzen des Mechanismus, welches das Atelier bildet, überhaupt
       etwas produziert. Er ist also ein lebendiger Bestandteil des Ate-
       liers und  durch die  Weise seiner  Arbeit selbst ein Zubehör zum
       Kapital geworden,  da seine  Fertigkeit nur in einem Atelier aus-
       geübt werden kann, nur als Ring eines Mechanismus, der ihm gegen-
       über das Dasein des Kapitals ist. Er mußte ursprünglich statt der
       Ware die  Arbeit, die  die Ware  produziert, an  den Kapitalisten
       verkaufen, weil ihm die objektiven Bedingungen zur Verwirklichung
       seines Arbeitsvermögens fehlten. Er muß sie jetzt verkaufen, weil
       sein Arbeitsvermögen  nur noch  Arbeitsvermögen ist, soweit es an
       das Kapital verkauft wird. Er ist jetzt also nicht mehr nur durch
       den Mangel  an Arbeitsmitteln, sondern durch sein Arbeitsvermögen
       selbst, die  Art und  Weise seiner Arbeit, unter die kapitalisti-
       sche Produktion subsumiert, dem Kapital verfallen, in dessen Hand
       sich nicht  nur mehr  die objektiven 1*) Bedingungen, sondern die
       gesellschaftlichen Bedingungen  der subjektiven  Arbeit befinden,
       unter denen seine Arbeit überhaupt noch Arbeit ist.
       Die Vermehrung  der Produktivkraft,  die aus  der Teilung der Ar-
       beit, dieser  gesellschaftlichen Daseinsweise der Arbeit, hervor-
       geht, ist  also nicht nur Produktivkraft des Kapitals, statt Pro-
       duktivkraft des Arbeiters. Die  g e s e l l s c h a f t l i c h e
       F o r m  dieser kombinierten Arbeiten ist das Dasein des Kapitals
       gegen den  Arbeiter; die  Kombination tritt ihm als übermächtiges
       Verhängnis entgegen,  der er  verfallen ist  durch die  Reduktion
       seines Arbeitsvermögens  auf eine  ganz einseitige  Funktion, die
       getrennt von  dem Gesamtmechanismus  nichts ¦¦160¦  ist und daher
       ganz von  demselben abhängt. Er ist selbst zu einem bloßen Detail
       geworden.
       Dugald Stewart,  l.c., nennt  die der Teilung der Arbeit unterge-
       ordnete[n] [Manufakturarbeiter]
       
       "lebende Automaten  ..., die  für Teilarbeiten  verwandt werden",
       während der  "Unternehmer immer  alles daransetzen  wird, um Zeit
       und Arbeit zu sparen", (p. 318.)
       
       D. Stewart  zitiert auf  die Teilung der Arbeit innerhalb der Ge-
       sellschaft bezüglich Sprüchwörter der Alten.
       
       "Alles und  nichts sind  wir." "In  allem vermögen  wir etwas, im
       ganzen nichts."  [114] "Viele  Dinge verstand  er, doch  schlecht
       verstand er sie alle." [115]
       (Aus dem  "Margites", zitiert  im "Second Alcibiades", one of the
       spurious dialogues of Plato 2*).)
       So in der "Odyssee" [von Homer], 14, 228:
       "Denn manch anderer Mann hat Freude an anderen Werken",
       -----
       1*) In der  Handschrift: subjektiven  - 2*) einer der gefälschten
       Dialoge von Plato
       
       #275# b) Teilung der Arbeit
       -----
       und Sextus Empiricus von Archilochus:
       
       "Jeder erquickt seinen Sinn bei andrer Arbeit." [116]
       
       Thukydides läßt den Perikles die ackerbautreibenden Spartaner, wo
       keine Vermittlung  der Konsumtion durch Warenaustausch, also auch
       keine Teilung  der Arbeit stattfindet, als "?????????" 1*) (nicht
       für den  Erwerb, sondern Subsistenz Arbeitenden) den Athenern ge-
       genüberstellen. In  derselben Rede (Thuc., l. I, c. 142) sagt Pe-
       rikles über das Seewesen:
       
       "?? ?? ???????? ?????? ?????" (das Seewesen aber erheischt Kunst-
       fertigkeit,) "?????  ??? ????  ??," (so sehr wie irgend etwas an-
       dres,) "???  ??? ?????????,  ???? ????,  ?? ????????  ??????????"
       (und es kann nur nicht bei etwa vorkommenden Fällen als Nebenwerk
       ausgeübt  werden,)   "????  ??????  ?????  ??????  ????????  ????
       ?????????." (sondern  vielmehr kann  nichts andres  bei jenem als
       Nebenbeschäftigung betrieben werden.) [117]
       
       Auf Plato  kommen wir  sogleich, obgleich  er vor Xenophon herge-
       hörte. Xenophon, der überhaupt viel bürgerlichen Instinkt hat und
       daher oft  sowohl an  bürgerliche Moral  wie bürgerliche Ökonomie
       erinnert, geht mehr wie Plato auf die Teilung der Arbeit ein, so-
       weit sie sich nicht nur im ganzen, sondern auch im einzelnen Ate-
       lier vollzieht. Seine folgende Auseinandersetzung deswegen inter-
       essant, weil  er 1.  die Abhängigkeit  der Teilung der Arbeit von
       der   G r ö ß e   d e s  M a r k t s  lehrt. 2. Nicht nur wie bei
       Plato Teilung  der Geschäfte. Sondern er betont die durch Teilung
       der Arbeit  hervorgebrachte Reduktion der Arbeit auf einfache Ar-
       beit und die leichter in derselben zu erhaltende Virtuosität. Ob-
       gleich er  sich so viel mehr der modernen Auffassung nähert, doch
       bei ihm  das für die Alten Charakteristische. Es handelt sich nur
       um  den     G e b r a u c h s w e r t,     die  Verbesserung  der
       Q u a l i t ä t.  Die Verkürzung der Arbeitszeit interessiert ihn
       nicht, so  wenig wie  den Plato,  selbst in  der einen Stelle, wo
       dieser ausnahmsweise im Vorübergehn hervorhebt, daß  m e h r  Ge-
       brauchswerte geliefert werden. Selbst hier handelt es sich nur um
       das Mehr  von  G e b r a u c h s w e r t e n;  nicht von der Wir-
       kung der Teilung der Arbeit auf das Produkt als  W a r e.
       Xenophon erzählt,  wie nicht  nur der  Ehre wegen  das Senden von
       Speisen von  des persischen  Königs Tisch  an  Freuden  angenehm.
       (Weil die Speisen schmackhafter.)
       
       "Aber in  der Tat  bereitet das,  was von  der Tafel  des  Königs
       kommt, auch weit mehr Gaumenfreude. Und dies ist nichts Wunderba-
       res; denn  wie die übrigen Künste in den großen Städten besonders
       vervollkommnet sind,  ebenso werden  die königlichen Speisen ganz
       eigens zubereitet.  Denn in  den kleinen  Städten macht  derselbe
       Bettstelle, Tür, Pflug,
       -----
       1*) "Selbstwirtschaftende
       
       #276# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
       -----
       Tisch (oft  baut er  obendrein noch  Häuser  und  ist  zufrieden,
       ¦¦161¦ wenn  er selbst  so eine für seinen Unterhalt ausreichende
       Kundschaft findet.  Es ist rein unmöglich, daß ein Mensch, der so
       vielerlei treibt,  alles gut  mache); in den großen Städten aber,
       wo jeder  einzelne viele Käufer findet, genügt auch ein Handwerk,
       um seinen  Mann zu  nähren, ja  oft gehört  dazu nicht einmal ein
       ganzes Handwerk,  sondern der  eine macht  Mannsschuhe, der andre
       Weiberschuhe. Hier  und da  lebt einer  nur vom Nähen der Sohlen,
       der andre  davon, daß  er sie ausschneidet; ein dritter schneidet
       nur das  Oberleder zu,  ein weiterer  schließlich tut nichts der-
       gleichen, sondern  setzt die  Stücke zusammen.  Notwendig ist  es
       nun, daß der Verrichter der einfachsten Arbeit sie unbedingt auch
       am besten  macht. Ebenso  steht es mit der Kochkunst. Denn derje-
       nige, für  den derselbe  Mann die  Polster ausbreitet,  den Tisch
       deckt, das  Brot knetet, bald diese, bald jene Zuspeise bereitet,
       der muß,  meine ich,  ein jedes so hinnehmen, wie es grade gerät.
       Wo es  aber genug  Arbeit für  einen Mann ist, Fleisch zu kochen,
       für einen  anderen, es zu braten, für einen dritten, Fisch zu ko-
       chen, für  einen vierten,  ihn zu braten, für einen weiteren, Ge-
       bäck zuzubereiten,  und zwar  nicht etwa  alle Arten,  sondern es
       reicht, wenn  er eine  einzige beliebte  Art herstellt, dann muß,
       meine ich,  ein jeder  sein Produkt ganz besonders vervollkommnet
       haben. Bei  dieser Art,  mit seinen  Speisen verfahren zu lassen,
       übertraf er  alle bei weitem." (Bei dieser Zubereitung hatten die
       Speisen von der Tafel des Cyrus vor allen den Vorzug.) (Xenophon,
       "Cyrop.", ed. E. Poppo, Lipsiae 1821, l. VIII, c. II.)
       
       Platos Auseinandersetzung  in der  "Republik" bildet  die direkte
       Grundlage  und   Ausgangspunkt  für  einen  Teil  der  englischen
       Schriftsteller, die  nach Petty und vor A. Smith über die Teilung
       der Arbeit geschrieben. Sieh z.B. James Harris [118] (später Earl
       of Malmesbury),  "Three Treatises  etc.", 3.  ed., Lond[on] 1772,
       den 3. "Treatise", worin aber die Division of employments als na-
       tural Grundlage  der society 1*) dargestellt wird, p. 148-55, wo-
       von er  selbst in  einer Note sagt, daß er das whole argument 2*)
       aus Plato geholt.
       
       Plato im  2. Buch  der "Republik"  (zitiert nach  der Ausgabe von
       Baiter, Orelli  etc., Zürich 1839) beginnt mit der Entstehung der
       ????? 3*) (Stadt und Staat fallen hier zusammen).
       
       "[Sokrates:] Es  entsteht aber ... eine Polis ..., weil ein jeder
       von uns  s i c h  n i c h t  s e l b s t  g e n u g  i s t,  son-
       dern ¦¦162¦ vieler  b e d a r f." [369 c.]
       
       Die Stadt entspringt, sobald der einzelne nicht mehr selbständig,
       sondern vieler bedarf.
       
       "Schaffen aber  wird sie"  (nämlich die Polis) "unser Bedürfnis."
       [369 c.]
       
       Das Bedürfnis  stiftet den  Staat. Eis werden nun erst die unmit-
       telbarsten Bedürfnisse aufgezählt, Nahrung, Wohnung, Kleidung.
       
       "Das erste  und wichtigste  Bedürfnis jedoch  ist die Beschaffung
       von Nahrung, um existieren
       -----
       1*) Teilung der  Beschäftigungen als natürliche Grundlage der Ge-
       sellschaft - 2*) gesamte Argument 3*) Polis
       
       #277# b) Teilung der Arbeit
       -----
       und leben zu können ... das zweite die Herstellung einer Wohnung,
       das dritte  die Verfertigung  von Kleidung und dergleichen." [369
       d.]
       
       Wie soll  die ?????  nun diese verschiednen Bedürfnisse befriedi-
       gen? Der eine wird Landmann, der andre Häuserbauer, der andre We-
       ber, Schuster usw. Soll jeder seine Arbeitszeit teilen und in ei-
       nem Teil  derselben den  Boden bestellen, in dem andren bauen, in
       dem 3.  weben usw.,  um seine  verschiednen Bedürfnisse selbst zu
       befriedigen, oder  soll er  seine ganze Arbeitszeit auf eine ein-
       zige Beschäftigung  ausschließlich verwenden, so daß er nicht nur
       für sich,  sondern auch  für die andren z.B. Getreide produziert,
       webt? etc.  Das letztere  ist besser.  Denn erstens sind die Men-
       schen verschieden  durch ihre  natürlichen Anlagen,  die sie  zur
       Verrichtung verschiedner  Werke verschieden  befähigen. {Der Ver-
       schiedenheit der  Bedürfnisse entspricht eine Verschiedenheit der
       Anlagen in dem einzelnen, die zur Befriedigung dieser Bedürfnisse
       nötigen verschiednen  Arbeiten zu  verrichten.} Einer,  der  bloß
       eine einzige  Kunstfertigkeit ausübt, wird sie besser verrichten,
       als wenn  einer viele Künste treibt. Wird etwas nur als Nebenwerk
       verrichtet, so  wird oft  der zu  seiner Produktion entsprechende
       Zeitpunkt verpaßt.  Das Werk kann nicht abwarten die Muße dessen,
       der es  zu verrichten hat, sondern vielmehr muß der das Werk Ver-
       richtende sich  nach den Bedingungen seiner Produktion usw. rich-
       ten, darf  es daher nicht als Nebenwerk betreiben. Wenn daher ei-
       ner ausschließlich eine einzige Arbeit verrichtet (nach der Natur
       der Sache  und zur  rechten Zeit) und dagegen mit den andren sich
       nicht beschäftigt,  so wird  alles in  größerer Masse  besser und
       leichter produziert werden.
       Der Hauptgesichtspunkt  ist das   B e s s e r:  die Qualität. Nur
       in der  gleich anzuführenden  Stelle kommt  ????? 1*)  vor; sonst
       stets ??????? 2*).
       
       "[Sokrates:] Wie  wird der  Staat genügend für dies alles sorgen?
       Etwa nicht,  indem ein  Mann das Land beackert, ein andrer Häuser
       baut, ein  dritter webt usw.? ... Soll nun jeder einzelne von ih-
       nen seine Arbeit  f ü r  d i e  A l l g e m e i n h e i t  t u n?
       Soll z.B.  der Bauer  als einzelner Nahrungsmittel für vier Leute
       produzieren, also die vierfache Zeit und Arbeit für die Nahrungs-
       produktion verwenden  und dann  mit den anderen teilen? Oder soll
       er sich  darum nicht kümmern und für sich allein in einem Viertel
       der Zeit  den vierten  Teil dieser  Nahrungsmenge produzieren, in
       den restlichen  drei Vierteln  aber sich  teils mit  dem Hausbau,
       teils mit  der Herstellung von Kleidung, teils mit der von Schuh-
       werk befassen,  und sich  nicht die Mühe des Verkehrs mit anderen
       machen, sondern  selbst alles  Benötigte mit eigner Hand herstel-
       len? [Adaimantos:]  ... Auf  erstere Art  ist es bequemer als auf
       letztere. [Sokrates:]  ... Zunächst  sind die Menschen keineswegs
       einander gleich,  sondern sie unterscheiden sich nach ihren Anla-
       gen, so daß sich der eine mehr für diese, der andre mehr für
       -----
       1*) mehr - 2*) besser
       
       #278# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
       -----
       jene Tätigkeit eignet ... Ob wohl ein einzelner Besseres leistet,
       wenn er  viele Gewerbe  ausübt oder  wenn er  nur eines betreibt?
       [Adaimantos:] Wenn  ... er  nur eines  betreibt. [Sokrates:]  ...
       Wenn man  den kritischen  Zeitpunkt der  Produktion verpaßt, wird
       das Werk  verdorben ... Denn die Arbeit ... will nicht warten auf
       die freie  Zeit dessen,  der sie  macht, sondern der Arbeiter muß
       sich nach der Arbeit richten, nicht als wäre sie eine Nebensache.
       [Adaimantos:] Dies  ist notwendig. [Sokrates:] Daraus folgt also,
       daß man  mehr von  allem verfertigt  and sowohl  schöner als auch
       leichter, wenn einer nur eine Sache macht, seiner natürlichen Be-
       gabung gemäß  und zur  richtigen Zeit,  frei von anderen Geschäf-
       ten." [369 d - 370 c.]
       
       Plato entwickelt  dann weiter, wie weitere Teilung ¦¦163¦ der Ar-
       beit oder  Errichtung verschiedner  Geschäftszweige  nötig  wird.
       Z.B.:
       
       "Denn der  Landbebauer wird  sich offenbar nicht selbst den Pflug
       anfertigen, wenn  er gut  sein soll,  auch nicht die Hacke  u n d
       d i e    a n d e r e n    l a n d w i r t s c h a f t l i c h e n
       G e r ä t e.  Ebensowenig der Häuserbauer usw." [370 c - d.]
       
       Der Landbauer  wird sich  nicht selbst Pflug, Hacke und andre zur
       Agrikultur notwendige  Werkzeuge machen, wenn sie "gut" sein sol-
       len. Ebenso  ... der  Häuserbauer, Weber etc. Wie verschafft sich
       nun der  eine Teilnahme  an dem Überschuß des Produkts der andren
       und die  andren, wie  nehmen sie Teil an dem Überfluß seines Pro-
       dukts? Durch  den Austausch,  durch Verkauf  und Kauf. "?????????
       ??? ?????????."  1*) [371 b.] Er entwickelt dann verschiedne Sor-
       ten von Handel und daher verschiedne Arten Handelsleute. Als eine
       besondere der  Teilung der  Arbeit verdankte Menschensorte werden
       auch die Lohnarbeiter genannt.
       
       "Es gibt  aber auch  noch weitere Leute, die anderen Dienste lei-
       sten. Es  sind solche,  die hinsichtlich ihres Verstandes der Ge-
       meinschaft nicht  recht würdig sind, aber ausreichend Körperkraft
       für schwere  Arbeiten besitzen;  da diese  nur den Gebrauch ihrer
       Kraft verkaufen  und den  Preis dafür Lohn nennen, heißen sie ...
       Lohnarbeiter." [371 e.]
       
       Nachdem er  Masse verschiedner  Beschäftigungen  aufgeführt,  die
       eine weitere Verfeinerung nötig macht usw., kommt er zur Trennung
       der Kriegskunst  von den andren und daher Bildung eines besondren
       Kriegerstandes.
       
       "Wir sind  aber übereingekommen  ..., daß  unmöglich einer  viele
       Künste gut  ausüben kann  ... Wie  steht es nun? ... Ist etwa das
       Kriegswesen keine  Kunst? ... Aber wir haben doch dem Schuhmacher
       verboten, sich  gleichzeitig als  Landwirt, Weber oder Baumeister
       zu betätigen,  damit wir  gute  Schuhmacherarbeit  bekommen,  und
       ebenso haben  wir allen  übrigen je  eine Aufgabe zugewiesen, für
       die einen jeden seine Anlagen befähigen. Daran sollte er sein Le-
       ben lang arbeiten, frei von anderen Geschäften, den rechten Zeit-
       punkt nicht  verpassen und gute Arbeit liefern; aber ist es nicht
       höchst wichtig,  daß grade  das Kriegshandwerk gut ausgeübt wird?
       ... Unsere Aufgabe wäre es nun, herauszufinden, welche Leute
       -----
       1*) "Durch Verkauf und Kauf."
       
       #279# b) Teilung der Arbeit
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       zum Schutz  des Staates  geeignet sind  und wie ihre Anlagen sein
       müssen." [374 a-c.e.] (p. 439-441 passim, l.c.)
       
       Die verschiednen Bedürfnisse in einem Gemeinwesen erheischen ver-
       schiedne Tätigkeiten  zu ihrer Befriedigung; die verschiednen An-
       lagen befähigen  verschiedne Menschennaturen besser zu dieser als
       jener Tätigkeit.  Daher Teilung  der Arbeit  und ihr entsprechend
       verschiedne Stände.  Was Plato überall als die Hauptsache hervor-
       hebt, daß  so jedes  Werk  b e s s e r  getan wird. Die Qualität,
       der Gebrauchswert,  ist ihm  wie allen  Antiken das Entscheidende
       und ausschließlicher  Gesichtspunkt. Im übrigen liegt seiner gan-
       zen Auffassung  das attisch  idealisierte ägyptische  Kastenwesen
       zugrunde.
       Die Alten erklärten sich überhaupt die besondre Stufe industriel-
       ler Entwicklung,  wozu es  die Ägypter gebracht, aus ihrer erbli-
       chen Teilung der Arbeit und dem darauf beruhenden Kastenwesen.
       
       "Auch die  Künste sind  ... in Ägypten ... zu dem gehörigen Grade
       von Vollkommenheit  gediehn. Denn  in diesem  Lande allein dürfen
       die Handwerker  durchaus nicht in die Geschäfte einer andren Bür-
       gerklasse eingreifen,  sondern bloß  den nach  dem  Gesetz  ihrem
       Stamme erblich  zugehörigen Beruf  treiben ... Bei andren Völkern
       findet man, daß die Gewerbsleute ihre Aufmerksamkeit auf zu viele
       Gegenstände verteilen  ... Bald versuchen sie es mit dem Landbau,
       bald lassen  sie sich  in Handelsgeschäfte ein, bald befassen sie
       sich mit  2 oder  3 Künsten  zugleich. In  Freistaaten laufen sie
       meist in  die Volksversammlungen ... In Ägypten hingegen verfällt
       jeder Handwerker  in schwere  Strafen, wenn  er sich in Staatsge-
       schäfte mischt  oder mehrere  Künste zugleich  treibt."  So  sagt
       Diodor, kann  "nichts ihren  Berufsfleiß stören". "Zudem, daß sie
       von ihren  Vorfahren ... viele Regeln haben, sind ¦¦164¦ sie eif-
       rig darauf bedacht 1*), noch neue Vorteile aufzufinden." (Diodor,
       l. I, c. 74, "Historische Bibliothek".)
       
       Bei Plato  wird die  Teilung der Arbeit als ökonomische Grundlage
       eines Gemeinwesens  entwickelt, worin  jeder vom  andren abhängig
       ist, und nicht selbständig, ohne Zusammenhang mit andren, die To-
       talität seiner Bedürfnisse selbst befriedigt. Die Teilung der Ar-
       beit innerhalb  des Gemeinwesens entwickelt sich aus der Vielsei-
       tigkeit der  Bedürfnisse und  der Einseitigkeit  der Anlagen, die
       bei verschiednen  verschieden und sich daher besser in dieser als
       jener Beschäftigung  bewährt. Die  Hauptsache ist  ihm, daß, wenn
       einer aus  einer Kunst den ausschließlichen Lebensberuf macht, er
       sie besser  verrichtet und  seine Tätigkeit ganz den Erfordernis-
       sen, Bedingungen  des Werks,  das er  zu verrichten, anpaßt, wäh-
       rend, wenn  er es als Nebensache betriebe, das Werk von den Gele-
       genheiten abhängt,  die ihm seine Beschäftigung mit andren Dingen
       läßt. Dieser Gesichtspunkt, daß die ????? nicht als ???????? 2*),
       -----
       1*) In der Handschrift: bedarf
       2*) Kunst nicht als Nebenbeschäftigung
       
       #280# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
       -----
       Nebenwerk, betrieben  werden kann,  auch in  der  oben  zitierten
       Stelle des Thukydides.
       Xenophon geht  weiter: Indem  er erstens die Reduktion der Arbeit
       auf möglichst  einfache Tätigkeit  hervorhebt, zweitens  von  der
       Ausdehnung des  Markts die  Stufe, worauf  die Teilung der Arbeit
       ausgeführt werden kann, abhängig macht.
       Vgl.
       Blanqui in der oben angespielten Stelle 1*) unterscheidet die
       
       "r e g l e m e n t i e r t e  und in gewisser Weise  e r z w u n-
       g e n e   A r b e i t   der dem Regime der großen Fabriken unter-
       worfenen Arbeiter" [p. 43.]
       
       von der handwerksmäßigen oder als häusliche Nebenarbeit betriebe-
       nen Industrie der Landbewohner.
       
       "Das Unrecht der Fabriken ... besteht in der Unterwerfung des Ar-
       beiters ..., ihn und seine Familie den  Z w ä n g e n  der Arbeit
       unterzuordnen, [p.  118.] ...  Vergleicht man z. B. die Industrie
       von Rouen  oder Mulhouse mit der von Lyon oder Nîmes. Beider Ziel
       ist das  Spinnen und  Weben von  Fasern; die einen aus Baumwolle,
       die anderen  aus Seide; und dennoch ähneln sie einander in keiner
       Weise. Die  erstere betreibt nur riesige Anlagen, mit Einsatz von
       Kapitalien ...,  mit Einsatz wahrer Arbeiterarmeen; untergebracht
       zu Hunderten, selbst zu Tausenden in ungeheuer großen Fabrikanla-
       gen, die  Kasernen ähneln,  hoch sind  wie Türme und durchbrochen
       von Fenstern  wie Schießscharten." (Schießscharten.) "Die zweite,
       im Gegensatz,  ist ganz  patriarchalisch; sie  beschäftigt  viele
       Frauen und  Kinder, aber  ohne sie  zu übermüden oder zugrunde zu
       richten; sie läßt sie in ihren schönen Tälern der Drôme, des Var,
       der Isère  und von  Vaucluse, um dort Seidenraupen zu züchten und
       ihre Kokons  abzuhaspeln" (abhaspeln).  (Puppen des Seidenwurms:)
       "Sie wird  niemals zu einem regelrechten Fabrikbetrieb. Um trotz-
       dem in  ebenso hohem Maße angewandt zu werden in dieser Industrie
       wie in  der ersten,  nimmt hier   d a s    P r i n z i p    d e r
       T e i l u n g  d e r  A r b e i t  eine besondere Eigenart an. Es
       gibt zwar  Hasplerinnen" (Abhaspierinnen),  "Seidenzwirner" (Sei-
       denspinner, Zwirner),  "Färber, Kettenschlichter,  ferner  Weber;
       a b e r   s i e   s i n d   n i c h t    i n    d e r s e l b e n
       W e r k s t a t t   v e r e i n i g t ,  n i c h t  v o n  d e m-
       s e l b e n   M e i s t e r  a b h ä n g i g:  alle  s i n d  sie
       u n a b h ä n g i g.   Ihr Kapital,  das  aus  ihren  Werkzeugen,
       ihren Webstühlen, ihren Kesseln besteht, ist unbedeutend. Aber es
       reicht aus,  sie mit  ihren Auftraggebern  in gewissem  Sinne auf
       gleiche Ebene zu stellen. Daher ist keinerlei Fabrikvorschriften,
       keinen Bedingungen  zu entsprechen; jeder schließt seinen Vertrag
       in voller Freiheit ab." (Blanqui ainé 2*), "Cours d'Éc. Industri-
       elle", Recueilli  etc. par  A. Blaise,  Paris (1838-9),  p. 44-80
       passim.)
       
       Auf Grundlage  der modernen  Industrie  bildet  sich  wieder  ein
       Fabrikwesen out of doors 3*), das alle seine Nachteile ohne seine
       Vorteile teilt. Dies gehört nicht hierher. Später darüber.
       -----
       1*) Siehe vorl.  Band, S.  264 - 2*) der Ältere - 3*) mit Heimar-
       beit
       
       #281# b) Teilung der Arbeit
       -----
       ¦[165¦ "Jedem  beweist seine eigene Erfahrung, daß, wenn man Hand
       und Geist  immer derselben  Art von Arbeiten und Produkten zuwen-
       det, man  diese leichter,  reichlicher und  besser herstellt, als
       wenn jeder  einzeln für  sich das,  was er  benötigt,  herstellen
       würde ... Auf diese Weise teilen sich die Menschen zum Nutzen der
       Allgemeinheit und  zu ihrem eigenen Vorteil in verschiedene Klas-
       sen und Stände." ([p.] 28, Cesare Beccaria, "Elementi di Economia
       Pubblica", t. XI, Custodi, Parte Moderna.)
       "In einer  so großen Stadt" (wie London) "werden die Manufakturen
       eine die  andere hervorbringen,  und jede  Manufaktur wird  in so
       viel Teile als möglich geteilt werden, wodurch das Werk eines je-
       den Arbeiters einfach und leicht wird. Z.B. beim Uhrenmacher, und
       die Uhr wird  w o h l f e i l e r  und besser sein, wenn ein Mann
       das Rad  macht, ein andrer die Feder, ein dritter das Zifferblatt
       graviert, ein  vierter das Gehäuse macht, als wenn das ganze Werk
       von einem  einzigen Mann  ausgeführt würde."  ([p. 35,] W. Petty,
       "An Essay  concermng the multiplication of mankind etc.", 3. ed.,
       1682.)
       
       Er entwickelt dann weiter, wie die Teilung der Arbeit es mit sich
       bringt, daß  besondre Manufakturen sich in besondren Städten oder
       besondren Straßen großer Städte konzentrieren. Hier
       
       "wird die  besondre Ware  dieser  Plätze  besser  und    w o h l-
       f e i l e r  als sonstwo gemacht". (l.c.)
       
       Er geht endlich auf die Handelsvorteile, Ersparung falscher Unko-
       sten, wie Fracht etc., ein, wodurch infolge dieser Verteilung der
       zusammengehörigen Manufakturen  an einem Platze der Preis solcher
       Manufaktur vermindert und der Profit des auswärtigen Handels ver-
       mehrt wird, ([p.] 36, l.c.)
       Was Petty's  Auffassung der  Teilung der  Arbeit von  der antiken
       unterscheidet, ist  von vornherein ihr Einfluß auf den Tauschwert
       des Produkts, auf das Produkt als Ware - ihre Verwohlfeilerung.
       Derselbe Gesichtspunkt,  noch entschiedner als Verkürzung der zur
       Produktion einer  Ware nötigen  Arbeitszeit  ausgesprochen,  wird
       geltend gemacht  in "The  advantages of  the East  India Trade to
       England considered etc.", London 1720 [112]
       Das Entscheidende  ist, jede  Ware zu  machen mit  "the least and
       easiest labour" 1*). Wird ein Ding mit "less labour" 2*) verrich-
       tet, so  "consequently with  labour of  less price"  3*) Die Ware
       wird so  verwohlfeilert und die Arbeitszeit auf das zu ihrer Pro-
       duktion nötige  Minimum zu  reduzieren wird  durch die Konkurrenz
       dann allgemeines Gesetz.
       
       "Wenn mein  Nachbar billig verkaufen kann, indem er mit wenig Ar-
       beit viel  herstellt, muß  ich danach trachten, ebenso billig wie
       er zu verkaufen." [p. 67.]
       -----
       1*) "der geringsten  und leicht  von der  Hand gehenden Arbeit" -
       2*) "weniger Arbeit"  - 3*) "folglich  mit  Arbeit  von  geringem
       Preis"
       
       #282# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
       -----
       Von der Teilung der Arbeit hebt er insbesondre hervor:
       
       "The more  variety of  artists to  every manufacture, the less is
       left to the skill of single persons." [p. 68.] "Je größer die An-
       zahl der  in jeder Manufaktur beschäftigten Personen, um so weni-
       ger bleibt dem Geschick der einzelnen Person überlassen."
       
       Spätre Schriftsteller  wie Harris  (sieh oben)  [118] führen  nur
       Platos Entwicklung  weiter aus.  Dann Ferguson. Was A. Smith aus-
       zeichnet - in mancher Hinsicht hinter seinen Vorgängern -, daß er
       die Phrase der "Vermehrung der Produktivkräfte der Arbeit" anwen-
       det. Wie  sehr A.  Smith sich  noch in  der  Kindheitsepoche  der
       großen Industrie  befand, zeigt  sich darin,  daß die Maschinerie
       nur als  Korollar zur Teilung der Arbeit erscheint und die Arbei-
       ter bei  ihm noch  mechanische Entdeckungen  machen, um sich ihre
       Arbeit zu erleichtern und sie abzukürzen.
       Die Teilung  der Arbeit durch Vereinfachung derselben erleichtert
       ihre Erlernung; vermindert also die allgemeinen Produktionskosten
       des Arbeitsvermögens.
       ¦¦166¦ Das  Atelier, dessen Grundlage die Teilung der Arbeit bil-
       det, schließt  immer eine gewisse Hierarchie der Geschicklichkei-
       ten ein,  indem die  eine Operation  komplizierter als die andre,
       mehr Körperkraft,  die andre  mehr Delikatesse der Hand oder grö-
       ßere Virtuosität  erheischt. Es  wird darin,  wie Ure sagt, jeder
       opération approprié  un ouvrier dont le salaire corresponde à son
       habilité 1*)  ... Es  ist immer noch l'adaptation des travaux aux
       différentes capacités  individuelles ... division du travail dans
       ses nombreuses  gradations ...  division  du  travail  selon  les
       différents degrés  d'habileté  2*).  [119]  Die  Virtuosität  des
       einzelnen bleibt immer noch wichtig.
       Es ist  in der Tat Analyse in die Operationen, die je ein einzel-
       ner Arbeiter  verrichten kann; die Operation wird von der sie be-
       gleitenden losgelöst,  aber das  Grundprinzip bleibt  immer noch,
       sie als  Funktion des  Arbeiters zu  betrachten, so daß daher bei
       der Analyse  derselben und ihrer Verteilung unter verschiedne Ar-
       beiter und  Gruppen  von  Arbeitern  nach  Graden  der  Geschick-
       lichkeit, körperlicher  Entwicklung usw. zu verteilen. Der Prozeß
       wird noch nicht als solcher, unabhängig von dem Arbeiter, der ihn
       verrichtet, analysiert,  während im automatischen Atelier das Sy-
       stem
       
       "einen Prozeß  zerlegt, indem es ihn in seine einzelnen wesentli-
       chen Bestandteile  teilt und  welches alle seine Teile durch eine
       selbsttätige Maschine ausführen läßt, kann man diese
       -----
       1*) jedem Arbeitsvorgang  ein Arbeiter angepaßt, dessen Lohn sei-
       ner Geschicklichkeit  entspricht - 2*) die Anpassung der Arbeiten
       an die unterschiedlichen individuellen Fähigkeiten... Teilung der
       Arbeit in  ihren zahlreichen  Abstufungen ...  Teilung der Arbeit
       gemäß den unterschiedlichen Graden der Geschicklichkeit
       
       #283# b) Teilung der Arbeit
       -----
       elementaren Teile  einer Person  mit gewöhnlicher  Begabung  nach
       kurzer Probezeit anvertrauen." [120]
       "Indem man das Machwerk in mehrere verschiedne Operationen teilt,
       deren  jede   verschiedene  Stufen   von  Gewandtheit  und  Kraft
       erheischt, kann  der Fabrikherr  sich genau die präzise Quantität
       von Gewandtheit und Kraft, wie jede Operation sie erheischt, sich
       verschaffen; während,  wenn das  ganze Werk  durch einen Arbeiter
       vollbracht werden  müßte, dieser Arbeiter zugleich genug Gewandt-
       heit besitzen müßte, um die delikatesten Operationen zu exekutie-
       ren und  genug Kraft für die mühseligsten Operationen." (Babbage,
       Ch., "On  the Economy  of Machinery  etc.", Lond[on]  1832.) (ch.
       XIX.)
       "Wenn nach  der besondren  Natur der Produkte jeder Art von Manu-
       fakturen die Erfahrung kennengelehrt hat zugleich die vorteilhaf-
       teste Art  von partiellen Operationen, worin die Fabrikation sich
       teilen kann  und die Zahl der Arbeiter, die hier angewandt werden
       müssen, so werden alle établissements, die nicht für die Zahl ih-
       rer Arbeiter  ein exaktes multiplum dieser Zahl anwenden, mit we-
       niger Ökonomie fabrizieren." (Babbage, l.c.,
       ch. XXII.)
       
       Sind z.B.  10 Arbeiter  nötig zu verschiednen Operationen, so muß
       man multiplen von 10 anwenden.
       
       "Geschieht dies  nicht, so  kann man die ouvriers 1*) nicht immer
       individuellement zu  demselben Detail  der Fabrikation  verwenden
       ... Dies ist eine der Ursachen der kolossalen Dimensionen des in-
       dustriellen Etablissements." (l.c.)
       
       Hier, wie  bei der  einfachen Kooperation, wieder das Prinzip der
       multiples. Aber jetzt in Proportionen, die bestimmt sind in ihrer
       Proportionalität durch  die Teilung  der Arbeit  selbst.  Es  ist
       überhaupt klar, daß die Teilung um so weiter geführt werden kann,
       auf je  größerer Stufenleiter  gearbeitet wird.  Einmal kann  das
       richtige Multiplum  so angewandt werden. Zweitens hängt es natür-
       lich von  der Größe der Stufenleiter ab, wie weit die Operationen
       geteilt und  die ganze  Zeit eines  einzelnen Arbeiters von einer
       Operation absorbiert werden kann.
       Erfordert also die Teilung der Arbeit größeres Kapital, weil mehr
       Rohmaterial in  derselben Zeit  verarbeitet wird,  so hängt  ihre
       Ausführung überhaupt  von der  Stufenleiter ab, worauf gearbeitet
       wird, also der Anzahl Arbeiter, die gleichzeitig beschäftigt wer-
       den können.  Größres Kapital - i.e. Konzentration in einer Hand -
       ist nötig zur Entwicklung der Teilung der Arbeit, die andrerseits
       wieder durch die mit ihr ¦¦167¦ gewonnene Produktivkraft mehr Ma-
       terial verarbeitet,  also diesen Bestandteil des Kapitals vergrö-
       ßert.
       
       "Der auf  eine sehr  einfache Operation in den Manufakturen Redu-
       zierte in  Abhängigkeit von dem, der ihn anwenden wollte. Er pro-
       duzierte kein vollständiges Werk mehr, sondern nur einen Teil des
       Werks, wofür  er der  Mitwirkung der  Arbeiten andrer ganz so be-
       dürfte, wie der Rohstoffe, Maschinen etc. Seine Lage dem Chef der
       Werkstatt gegenüber
       -----
       1*) Arbeiter
       
       #284# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
       -----
       untergeordnet ...  er beschränkte  seine Forderungen auf das Not-
       wendige, ohne  daß die  Arbeit, die er anbot, nicht hätte fortge-
       führt werden  können, während  allein der Chef der Werkstatt, der
       die Teilung  der Arbeit  bewirkt hatte,  von jedem  Anwachsen der
       Produktivkräfte profitierte."  (p. 91,  92, Sismondi, "N[ouveaux]
       Pr[incipes] etc.", t. 1.)
       "Die Teilung  der Arbeit  verkürzt die für das Erlernen einer Tä-
       tigkeit notwendige  Zeit." F.  Wayland, p.  76. ("The Elements of
       Pol. Econ.",  Boston 1843.)  "Errichtet man  eine Fabrik,  ist es
       wichtig, Anzahl  und Art der Arbeiter so auszuwählen, daß, sobald
       die unterschiedlichen Operationen eines Produktionsprozesses ver-
       schiedenen Personen zugewiesen wurden, die in solchen Verhältnis-
       sen  zur  Verfügung  stehen,    u m    s i c h    e i n a n d e r
       r i c h t i g   u n d  v o l l  z u  b e s c h ä f t i g e n.  Je
       perfekter das  bewältigt wird,  um so größer wird die Wirtschaft-
       lichkeit sein;  und sobald  sich das einmal bestätigt hat, ist es
       auch offenbar,  daß das  Unternehmen nicht erfolgreich vergrößert
       werden kann,  ohne die  Beschäftigung einer  Vielzahl der  bisher
       vorhandenen Arbeiter." (p. 83, l.c.)
       
       A. Smith  fällt dann  auch am  Schluß seines  Abschnitts über die
       Teilung der  Arbeit wieder  in die  Voraussetzung zurück, daß die
       verschiednen Arbeiter, unter denen die Arbeit geteilt ist, Waren-
       besitzer und  Produzenten sind  (wir werden  sehn, daß  er später
       diese Illusion aufgibt).
       
       "Jeder Arbeiter  befindet sich  in der Lage, eine große Menge Ar-
       beit zu  besitzen, über  die er  verfügen kann,  ausgenommen  den
       Teil, den  er davon  zur Befriedigung  seiner eigenen Bedürfnisse
       verwendet, und  da sich  die anderen Arbeiter in derselben Situa-
       tion befinden,  ist er in der Lage, eine große Menge von ihm her-
       gestellter Waren  gegen eine große Menge der ihren oder, was das-
       selbe ist, gegen den Preis dieser Waren auszutauschen." [121]
       
       Die Überlieferung  des Geschicks  von  Generation  zu  Generation
       stets wichtig. Ein entscheidender Gesichtspunkt beim Kastenwesen,
       wie später beim Zunftwesen.
       
       "Leicht von  der Hand  gehende Arbeit  ist überlieferte Geschick-
       lichkeit." (Th.  Hodgskin, "Popul.  Polit. Economy", London 1827,
       p. 48.)
       "Um die  Arbeit zu teilen und die menschliche und die maschinelle
       Arbeitskraft in vorteilhaftester Weise einzusetzen, ist es in ei-
       ner Menge  der Fälle  notwendig, in  großem Maßstab  zu operieren
       oder, anders  ausgedrückt, Reichtümer  in großen Mengen zu produ-
       zieren. Dieser  Vorteil ist es, der zur Entstehung der großen Fa-
       briken führt."  ("Élem. d'Éc.  Pol.", James Mill traduit par J.T.
       Parisot, Paris 1823[, p. 11].)
       
       
       Die Teilung der Arbeit - oder vielmehr das auf Teilung der Arbeit
       begründete Atelier - vermehrt bloß den Surpluswert, der dem Kapi-
       talist zufällt  (wenigstens nur   d i r e k t,   und dies ist die
       einzige Wirkung,  um die  es sich hier handelt) - oder diese Ver-
       mehrung der  Produktivkraft der  Arbeit bewährt sich nur als Pro-
       duktivkraft des  Kapitals, sofern  sie  angewandt  wird  auf  Ge-
       brauchswerte, die  in die  Konsumtion der Arbeiter eingehn, daher
       die zur  Reproduktion des Arbeitsvermögens notwendige Arbeitszeit
       verkürzen. Aus eben diesem Umstand, daß die Teilung der Arbeit im
       großen hauptsächlich
       
       #285# b) Teilung der Arbeit
       -----
       nur auf  objects of common use 1*) angewandt wird, schließt umge-
       kehrt Parson  2*) Wayland, daß es die Armen und nicht die Reichen
       sind, denen ihre Vorteile zugutkommen. Mit Bezug auf die middling
       dass 3*)  hat der  Parson nach einer Seite recht. Es handelt sich
       hier aber  überhaupt nicht um das begriffslose Verhältnis von Ar-
       men ¦¦168¦  und Reichen, sondern um das Verhältnis von Lohnarbeit
       und Kapital. Die Stelle bei dem Pfaffen lautet:
       
       "Je höher  der Preis  eines Produkts, desto geringer wird die An-
       zahl der  Personen sein, die in der Lage ist, es zu kaufen. Folg-
       lich wird  die Nachfrage  um so geringer sein und deshalb auch um
       so weniger  Gelegenheit für Teilung der Arbeit bestehen. Und, ne-
       benbei, je  größer die Kosten für die Ware, umso größer die Menge
       an Kapital,  die benötigt  wird, um  durch Teilung  der Arbeit zu
       produzieren ...  Daraus folgt,  daß Teilung der Arbeit nur selten
       benutzt wird  bei der Herstellung kostbaren Schmucks und von teu-
       ren Luxusgegenständen,  während sie  ganz allgemein  für die Her-
       stellung aller  Waren des  alltäglichen Bedarfs  verwendet  wird.
       Folglich erkennen  wir, daß die Vorteile des Gebrauchs von Natur-
       stoffen und  der Teilung  der Arbeit  sehr viel  größer und  weit
       wichtiger für die mittleren und niederen Klassen sind als für die
       Reichen. Diese  Mittel erhöhter  Produktion verringern die Kosten
       der   unvermeidlichen    Bedürfnisse   und    der    wesentlichen
       Bequemlichkeiten des  Lebens auf  niedrigster  Stufe  und  machen
       diese natürlich  soweit als  möglich für  alle erreichbar." ([p.]
       86, 87, F. Wayland, "The Elements of Pol. Econ.", Boston 1843.)
       
       Wie Ausdehnung  des Kapitals, so erheischt die Anwendung der Tei-
       lung der Arbeit als ihre Grundvoraussetzung Kooperation, Agglome-
       ration der  Arbeiter, die überhaupt nur stattfinden wird, wo eine
       gewisse Dichtigkeit  der Bevölkerung.  {Zugleich auch, wo die Be-
       völkerung aus  ihren zerstreuten Wohnungen auf dem Land gesammelt
       ist in  Zentren der Produktion. Darüber Stewart. [122] Dies näher
       zu erörtern bei dem Abschnitt über die Akkumulation.}
       
       "Es  gibt    e i n e    g e w i s s e    B e v ö l k e r u n g s-
       d i c h t e,  die zweckdienlich ist sowohl  für den gesellschaft-
       lichen Verkehr  als auch  für jenes  Zusammenwirken  der  Kräfte,
       durch das der Ertrag der Arbeit gesteigert wird." ([p.] 50, James
       Mill, "El. of Pol. Ec.", London 1821.)
       
       Mit der Entwicklung der Teilung der Arbeit verschwindet - was bei
       der bloß  formellen Subsumtion  der Arbeit unter das Kapital noch
       sehr möglich - jedes individuelle Produkt der Arbeit. Die fertige
       Ware ist  das Produkt  des Ateliers, welches selbst eine Daseins-
       weise des  Kapitals ist.  Der Tauschwert  der Arbeit selbst - und
       die Arbeit,  nicht ihr Produkt - wird durch die Weise der Produk-
       tion selbst,  nicht nur  durch den  Kontrakt zwischen Kapital und
       Arbeit, das  einzige, was  der Arbeiter zu verkaufen hat. Die Ar-
       beit wird  in der  Tat seine  einzige Ware und die Ware überhaupt
       allgemein Kategorie,
       -----
       1*) Gegenstände des täglichen Bedarfs - 2*) Pfarrer - 3*) Mittel-
       klasse
       
       #286# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
       -----
       worunter die  Produktion subsumiert  ist. Wir gingen von der Ware
       als  der  allgemeinsten  Kategorie  der  bürgerlichen  Produktion
       [aus]. Solche  allgemeine Kategorie  wird sie erst durch Verände-
       rung, der die Produktionsweise selbst durch das Kapital unterwor-
       fen wird.
       
       "Es gibt  aber nichts  mehr, was man als den natürlichen Lohn der
       Arbeit eines  einzelnen bezeichnen könnte. Jeder Arbeiter erzeugt
       nur einen  Teil eines  Ganzen, und  da jeder Teil für sich allein
       ohne Wert  oder Nutzen ist, gibt es nichts, was der Arbeiter neh-
       men und  wovon er  sagen könnte: Das ist mein Erzeugnis, das will
       ich für mich behalten." (p. 25, [Thomas Hodgskin,] "Labour defen-
       ded against the claims of Capital etc.", London 1825.)
       "Der zunehmende  Reichtum hat  zu einer Spaltung zwischen gesell-
       schaftlichen und  beruflichen Bedingungen geführt; nicht mehr der
       Ü b e r f l u ß   eines jeden  ist zum  Gegenstand des Austauschs
       geworden,   sondern      d e r      L e b e n s u n t e r h a l t
       s e l b s t...   in dieser  neuen Situation  hängt das  Leben des
       ganzen Menschen, der arbeitet und produziert, nicht von der Voll-
       kommenheit und  dem Gelingen  seiner Arbeit ab, sondern von ihrem
       V e r k a u f."  (p. 82, t. I, Sism., "Études".)
       "Die größere  Ergiebigkeit des  menschlichen Fleißes und der ver-
       ringerte Preis  für die Erfordernisse des Lebens verschwören sich
       heutzutage, das  produktive Kapital  zum Anschwellen zu bringen."
       ([p. 88,]  89, S.P.  Newman, "Elements  of Polit. Econ.", Andover
       and New York 1835.)
       
       Soweit in der Teilung der Arbeit eine Seite der natürlichen Indi-
       vidualität des  Arbeiters als Naturgrundlage fortentwickelt wird,
       wird sie an die Stelle seines ganzen Produktionsvermögens gesetzt
       und zu einer Besonderheit ausgebildet, die zu ihrer Bewährung die
       Betätigung im  Zusammenhang mit  dem Gesamtatelier erheischt, als
       eine besondre Funktion desselben.
       ¦¦169¦ Storch  stellt beide  Arten der  Teilung der Arbeit wie A.
       Smith zusammen, nur daß die eine als letzte Zuspitzung der andern
       bei ihm erscheint; als  A u s g a n g s p u n k t  für die andre,
       was ein Fortschritt ist.
       
       "Diese Teilung  geht von  der Trennung  der  verschiedenartigsten
       Professionen bis zu jener Teilung, wo plusieurs ouvriers se part-
       agent la confection d'un seul et même produit 1*), wie in der Ma-
       nufaktur."
       
       (Sollte heißen  nicht produit,  sondern marchandise  3*). Auch in
       der andren Teilung der Arbeit arbeiten verschiedne am selben Pro-
       dukt.) (p.  173, H.  Storch, "Cours d'Écon. Pol.", avec des notes
       etc. par J.-B. Say, Paris 1823, t. I.)
       
       "Es genügt  nicht, daß das zur Subdivision der métiers 3*) nötige
       Kapital sich in der Gesellschaft vorhanden finde; es ist außerdem
       nötig, daß  es   i n  d e n  H ä n d e n  d e r  U n t e r n e h-
       m e r  a k k u m u l i e r t
       -----
       1*) mehrere Arbeiter  sich in die Anfertigung eines und desselben
       Produukts teilen - 2*) Ware - 3*) Handwerks
       
       #287# b) Teilung der Arbeit
       -----
       sei in  hinreichend beträchtlichen Portionen, um sie in den Stand
       zu setzen,  auf großer  Stufenleiter zu  arbeiten ... Je mehr die
       Teilung der métiers zunimmt, ist nötig zur beständigen Beschäfti-
       gung einer  selben Zahl  von Arbeitern ein immer beträchtlicheres
       Kapital in  Werkzeugen, Rohstoffen  etc. Vermehrung  der Zahl der
       Arbeiter mit  der Teilung der Arbeit. Beträchtlicheres Kapital in
       Konstruktionen und  Subsistenzmitteln." (Storch,  l.c.,  p.  250,
       251.)
       "Arbeit   i s t  v e r e i n t  ... wann immer Erwerbszweige auf-
       geteilt sind  ... Die stärkste  T e i l u n g  d e r  A r b e i t
       findet statt unter jenen außerordentlich rohen Wilden, die einan-
       der niemals  helfen, die  getrennt voneinander  arbeiten; und die
       Teilung der  Erwerbszweige mit  all ihren  großen Erfolgen  hängt
       ganz und  gar ab  von der   K o m b i n a t i o n    der  Arbeit,
       d e r   K o o p e r a t i o n." (p.  24, Wakefield, Note, t. I zu
       seiner Ausgabe  von A.  Smith, "Wealth of Nations", London 1835.)
       *)
       
       A. Smith  macht den  Austausch zur  Grundlage der Teilung der Ar-
       beit, während  er umgekehrt  ihr Resultat  ist (aber  nicht  sein
       muß). Hodgskin  bemerkt richtig,  daß Teilung  der Erwerbszweige,
       also der  gesellschaftlichen Arbeit,  in allen  Ländern und unter
       allen politischen  Institutionen Platz  greift. Sie existiert ur-
       sprünglich in  der Familie,  wo sie  naturwüchsig aus physiologi-
       schen Unterschieden, Geschlechts- und Altersunterschieden hervor-
       geht. Die  Verschiedenartigkeit der individuellen Organisationen,
       körperlichen und  geistigen Anlagen  wird neue  Quelle derselben.
       Dann aber  kömmt durch verschiedne Naturbedingungen, Unterschiede
       des Bodens,  Verteilung von  Wasser und  Land,  Berg  und  Ebene,
       Klima, Lage, Mineralhaltigkeit der Erde und Besonderheiten in ih-
       ren Eigentümlichkeiten, spontanen Schöpfungen, Verschiedenheit in
       den natürlich vorgefundnen Arbeitsinstrumenten hinzu, die die Er-
       werbszweige verschiedner  Stämme  teilt,  und  in  dem  Austausch
       derselben haben  wir überhaupt  die ursprüngliche Verwandlung von
       Produkt in  Ware zu suchen. (Sieh Hodgskin, Th., "Populär Politi-
       cal Economy etc.", London 1827, ch. IV, V und VI.) Wo die Popula-
       tion stagnant  ist, wie  in ¦¦170¦ Asien, ist es auch die Teilung
       der Arbeit.
       ---
       *) Im  Manuskript gestrichen: Auf diesem Unterschied zwischen Se-
       paration  of   employments  (Trennung   der  Erwerbszweige)   und
       "division of labour", "Teilung der Arbeit", reitet Wakefield. Was
       ihm vorschwebt,  ist eben  der von  A. Smith nicht betonte Unter-
       schied zwischen der Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft
       und der  Teilung der Arbeit innerhalb des Ateliers. A. Smith läßt
       die Erwerbszweige vermittelst des exchange 1*) miteinander koope-
       rieren und  weiß nicht nur, was sich von selbst versteht, sondern
       sagt ausdrücklich, daß innerhalb der einzelnen Manufaktur in Tei-
       lung der Arbeit zugleich Kombination derselben. Was bei Wakefield
       wirklichen Fortschritt  bildet -  und darauf  kommen wir später -
       ist seine  Ahnung, daß die letztre Teilung der Arbeit, auf Grund-
       lage der  freien bürgerlichen  Arbeit, eine  der kapitalistischen
       Produktionsweise eigentümliche  Form ist  und daher nur unter ge-
       wissen gesellschaftlichen Bedingungen eintritt.
       -----
       1*) Austausches
       
       #288# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
       -----
       "Verbesserte Transportmethoden,  wie  Eisenbahnen,  Dampfschiffe,
       Kanäle, alle  Methoden der  Erleichterung des  Verkehrs  zwischen
       entfernten Ländern  wirken ein  auf die Teilung der Arbeit in der
       gleichen Art wie eine tatsächliche Erhöhung der Bevölkerungszahl;
       sie bringen mehr Arbeiter in Verbindung usw." [p. 119.]
       
       B e v ö l k e r u n g   und progress derselben die Hauptgrundlage
       der division of labour 1*).
       
       "Wenn die Zahl der Arbeiter wächst, steigt die Produktivkraft der
       Gesellschaft im gleichen Verhältnis zu diesem Wachstum, multipli-
       ziert durch  die Wirkungen der Teilung der Arbeit und der Vermeh-
       rung der Kenntnisse." (p. 120, l.c.)
       "Allein mit einem Zuwachs an Kapital kann der Unternehmer für die
       Herstellung irgendeines  Werkstückes ...  unter seinen  Arbeitern
       eine zweckmäßigere Teilung der Arbeit einführen. Wenn das zu fer-
       tigende Werkstück aus mehreren Teilen besteht und er jeden Arbei-
       ter ständig  zur Erfüllung  seines Anteils beschäftigen will, ist
       ein weit größeres Kapital nötig, als wenn jeder Arbeiter, gleich-
       gültig womit,  gelegentlich an  allen Teilen  des Werkstücks  be-
       schäftigt wird."  (A. Smith, ["Recherches ...",] III, ch. III [p.
       338/339].)
       "Was die   P r o d u k t i o n s l e i s t u n g   anbetrifft, so
       kann sie  nicht   a n s t e i g e n,  w e n n  d i e  A n z a h l
       d e r   A r b e i t e r   d i e   g l e i c h e  b l e i b t.  Es
       sei denn,  man vermehrt  oder vervollkommnet  die  Maschinen  und
       Werkzeuge, mit  deren Hilfe  die Arbeit erleichtert und beschleu-
       nigt wird; aber ebensogut könnte man wohl eine bessere Verteilung
       oder wirksamere  Umverteilung der  Arbeit schaffen."  (l.c. [, p.
       338].)
       "Der Eigentümer  des Kapitals, der eine große Anzahl Arbeiter er-
       nährt, bemüht  sich notwendigerweise aus eigenem Interesse, unter
       ihnen die  Teilung und  Verteilung der Arbeit so gut zu kombinie-
       ren, daß  sie imstande sind, die größtmögliche Menge an Werkstük-
       ken zu  fertigen. Aus gleichem Grunde versucht er, sie mit besse-
       ren Maschinen  auszurüsten, als er selbst und sie sich vorstellen
       konnten.  W a s  a u f  d i e  A r b e i t e r  e i n e r  e i n-
       z i g e n   W e r k s t a t t    z u t r i f f t,    t r i f f t,
       w i e   s i c h   e r w e i s t,   a u s   d e n  g l e i c h e n
       G r ü n d e n   a u c h   a u f   d i e   g r o ß e  G e s e l l-
       s c h a f t   z u.   Je größer  ihre Anzahl, um so mehr tendieren
       sie selbstverständlich  dazu, sich  in  verschiedene  Klassen  zu
       spalten und  ihre Arbeiten aufzuteilen. Es gibt eine weit größere
       Anzahl von  Köpfen, die  sich damit  befassen, die zweckmäßigsten
       Maschinen für  die Ausführung  der Arbeit  zu erfinden,  mit  der
       jeder  beauftragt  ist  und  infolgedessen  mit  um  so  größerer
       Wahrscheinlichkeit das  Ziel, sie  zu erfinden,  erreichen wird."
       (ch. VIII, l. I, [p. 177/178,] A. Smith.)
       
       Lemontey ("OEuvres  complètes", t. I, p. 245 sq., Paris 1840) hat
       im  Anfang   dieses  Jahrhunderts   Fergusons  Auseinandersetzung
       geistreich bearbeitet. ("Sur l'influence morale de la division du
       travail.")
       
       "Die Gesellschaft  als Ganzes  hat mit dem Innern einer Werkstatt
       gemein, daß  auch sie  ihre Teilung der Arbeit hat. Nimmt man die
       Teilung der  Arbeit in  einer modernen Werkstatt als Beispiel, um
       sie auf  eine ganze Gesellschaft anzuwenden, so wäre ohne Zweifel
       diejenige Gesellschaft am besten für die Produktion des Reichtums
       organisiert, welche nur einen einzigen Unternehmer als Vorgesetz-
       ten hätte, der nach einer im voraus festgesetzten
       -----
       1*) Teilung der Arbeit
       
       #289# b) Teilung der Arbeit
       -----
       Ordnung die Funktionen unter die verschiedenen Mitglieder der Ge-
       sellschaft verteilt.  Aber so ist es gar nicht. Während innerhalb
       der modernen Werkstatt die Teilung der Arbeit durch die Autorität
       des Unternehmers  bis ins  einzelnste geregelt ist, kennt die mo-
       derne Gesellschaft keine andere Regel, keine andere Autorität für
       die Verteilung  der Arbeit  als die freie ¦¦171¦ Konkurrenz." (p.
       130, [Karl  Marx,] "Misère  de la  Philosophie", Paris 1847.) 1*)
       "Unter der  Herrschaft des  Patriarchats, der  Herrschaft der Ka-
       sten, in  der feudalen  und kooperativen Gesellschaft gab es eine
       Teilung der Arbeit in der ganzen Gesellschaft nach bestimmten Re-
       geln ...  Was die Teilung der Arbeit in der Werkstatt anbetrifft,
       so war sie in allen diesen Gesellschaftsformen sehr wenig entwic-
       kelt. Man  kann sogar als allgemeine Regel aufstellen, je weniger
       die Autorität  der Teilung  der Arbeit innerhalb der Gesellschaft
       herrscht, um  so mehr  entwickelt sich  die Teilung der Arbeit im
       Innern der  Werkstatt und  um so  mehr ist sie dort der Autorität
       eines einzelnen  unterworfen. Die  Autorität in der Werkstatt und
       die in  der Gesellschaft  stehen in bezug auf die Teilung der Ar-
       beit im  u m g e k e h r t e n  V e r h ä l t n i s  zueinander."
       (p. 130,  131, l.c.)  2*) "Die Akkumulation und die Konzentration
       der Werkzeuge  und der Arbeiter gehen der Entwicklung der Teilung
       der Arbeit  im Innern  der Werkstatt  voraus. ... Die Entwicklung
       der Teilung  der Arbeit setzt die Vereinigung der Arbeiter in ei-
       ner Werkstatt  voraus. ...  Sind erst  die Menschen und die Werk-
       zeuge vereinigt, reproduziert sich die Teilung der Arbeit so, wie
       sie in  der Form  der Zünfte bestand, und spiegelt sich notwendig
       im Innern  der Werkstatt  wider." ([p.]  132, 133, l.c.) 3*) "Die
       Konzentration der  Produktionsinstrumente und die Teilung der Ar-
       beit sind  ebenso untrennbar  voneinander wie auf dem Gebiete der
       Politik die Zentralisation der öffentlichen Gewalten und die Tei-
       lung der Privatinteressen." (p. 134, l.c.) 4*)
       
       Um die Teilung der Arbeit anzuwenden, ist also vorausgesetzt:
       1.  K o n g l o m e r a t i o n   v o n  A r b e i t e r n,  wozu
       eine gewisse  Dichtigkeit der  Bevölkerung nötig. Kommunikations-
       mittel können  hier die Dichtigkeit in einem gewissen Grad erset-
       zen.   D e p o p u l a t i o n   d e s   L a n d e s   (sieh  18.
       Jahrhundert). In einem dünn bevölkerten Land könnte diese Konglo-
       meration nur  an einigen  Punkten stattfinden. Die Konglomeration
       wird aber auch hervorgebracht, dadurch, daß nur dünne Bevölkerung
       für den  Ackerbau erheischt,  die Masse der Bevölkerung sich also
       getrennt von  dem Boden  um die  jedesmaligen  Produktionsmittel,
       Sitze des Kapitals, konglomerieren kann. Die relative Verdichtung
       auf der einen Seite kann durch relative Verdünnung auf der andren
       hervorgebracht werden,  selbst mit einer  g e g e b n e n  Bevöl-
       kerung, deren Existenz ursprünglich noch in der nichtkapitalisti-
       schen Produktionsweise wurzelt.
       Was also  zuerst nötig  ist, ist  nicht Vergrößerung der Bevölke-
       rung, sondern  Vergrößerung der  rein  industriellen  Bevölkerung
       oder andere  Verteilung  der  Bevölkerung.  Die  erste  Bedingung
       hierzu Verkleinerung der unmittelbar mit
       -----
       1*) Siehe Band  4 unserer Ausgabe, S. 150/151 - 2*) siehe ebenda,
       S. 151 - 3*) siehe ebenda, S. 152/153 - 4*) siehe ebenda, S. 153
       
       #290# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
       -----
       der Erzeugung der Nahrungsmittel, in der Agrikultur beschäftigten
       Bevölkerung, Loslösung  der Menschen  vom Boden,  von der  Mutter
       Erde, und  dadurch ihre Freimachung (free hands [72], wie Stewart
       sagt), ihre  Mobilisierung. Die  Loslösung der mit der Agrikultur
       verknüpften Arbeiten  von der Agrikultur und die Beschränkung der
       Agrikultur -  progressiv -  auf weniger Hände ist die Hauptbedin-
       gung für die Teilung der Arbeit und die Manufaktur überhaupt, da-
       mit sie nicht im einzelnen, an zerstreuten Punkten, sondern herr-
       schend auftritt.  {Dies alles  gehört in  die    A k k u m u l a-
       t i o n.}   Dieselbe Population  anders verteilt,  braucht  nicht
       größern Vorrat  von Lebensmitteln,  sondern nur andre Verteilung,
       Distribution derselben.  Der Kapitalist,  der Teilung  der Arbeit
       anwendet, daher  mehr auf einem Punkte agglomerierte Arbeiter be-
       schäftigt,  zahlt   größere  Summen  von  Salair  als  der  Hand-
       werksmeister, bedarf  mehr capital variable, das sich schließlich
       in Lebensmittel auflöst; aber dazu ist es erheischt, daß dasselbe
       Salair, das  früher von 100 diesen ausgezahlt wurde, ¦¦172¦ jetzt
       von einem  ausgezahlt werde.  Also nur  größere Konzentration des
       capital variable  in weniger  Händen und  dito der  Lebensmittel,
       wogegen sich  dies Salair  austauscht. Es  ist hier  nicht   Z u-
       w a c h s,   sondern nur  K o n z e n t r a t i o n  erheischt in
       diesen Teilen  des Kapitals;  ganz wie nicht größere Bevölkerung,
       sondern größere  Agglomeration der Bevölkerung unter dem Kommando
       desselben Kapitals.
       2.  K o n z e n t r a t i o n   v o n  A r b e i t s i n s t r u-
       m e n t e n.
       D i e   T e i l u n g   d e r   A r b e i t  f ü h r t  z u  e i-
       n e r   D i f f e r e n z i e r u n g   u n d   d a m i t  V e r-
       e i n f a c h u n g   d e r  I n s t r u m e n t e,  d i e  a l s
       A r b e i t s m i t t e l   d i e n e n;  daher auch zur Vervoll-
       kommnung dieser  Instrumente. Aber in ihr bleibt nach wie vor das
       Arbeitsmittel Arbeitswerkzeug,  Instrument, dessen  Anwendung von
       der persönlichen  Virtuosität  der  einzelnen  Arbeiter  abhängt,
       Leiter ihrer  eignen Geschicklichkeit  ist, in  der Tat zu seinem
       natürlichen  Organ   hinzugefügtes  Kunstorgan.   Eis  sind  ver-
       schiedenartigere, nicht  mehr Instrumente  erheischt für dieselbe
       Zahl von  Arbeitern. Insofern  das Atelier Konglomeration von Ar-
       beitern, setzt  es ebenso  Agglomeration von Instrumenten voraus.
       Und jedenfalls wächst dieser Teil des Capital constant nur in dem
       Verhältnis, worin das capital variable, das in Arbeltslohn ausge-
       legte, oder  die von  demselben Kapital gleichzeitig beschäftigte
       Arbeiteranzahl wächst.
       Als ein  neu hinzugekommner  Teil des Capital constant können die
       andren Arbeitsbedingungen,  namentlich die  Behausung, betrachtet
       werden, die  Gebäulichkeiten, da vor der Manufaktur die Werkstatt
       noch keine besonderte Existenz vom Privathaus erhält.
       Mit dieser  Ausnahme findet größere Konzentration des in Arbelts-
       mitteln bestehenden  Teils des  Kapitals statt;  nicht  notwendig
       Wachstum des Kapitals
       
       #291# b) Teilung der Arbeit
       -----
       und keinenfalls relatives Wachstum desselben, verglichen mit sei-
       nem in Arbeitslohn ausgelegten Bestandteil.
       3.  V e r m e h r u n g   d e s  R o h m a t e r i a l s.  Der in
       Rohmaterial ausgelegte  Teil des  Kapitals wächst   a b s o l u t
       gegen den  in Arbeitslohn  ausgelegten,  indem  dasselbe  Quantum
       Rohmaterial ein  geringres Quantum  Arbeitszeit  absorbiert  oder
       dasselbe Quantum Arbeitszeit sich in einem größern Quantum Rohma-
       terial verwirklicht.  Indes  kann  auch  dies    u r s p r ü n g-
       _l i c h   stattfinden, ohne absolute Vermehrung des Rohmaterials
       in einem  Lande 1*).  Dasselbe in  einem Lande  vorhandne Quantum
       Rohmaterial kann  weniger Arbeit  absorbieren,  d.h.,  im  ganzen
       Lande  eine   geringre  Arbeiterzahl   mit   dessen   Bearbeitung
       beschäftigt sein,  seiner Verwandlung  in neues Produkt, obgleich
       diese Arbeiterzahl,  statt wie  früher über eine große Oberfläche
       zerstreut zu  sein, in größern Gruppen auf einzelnen Punkten kon-
       zentriert ist unter dem Kommando einzelner Kapitalisten.
       Absolut also  gesprochen, ist  nichts  erheischt  zur    M a n u-
       f a k t u r,   d.h. des  auf Teilung  der Arbeit begründeten Ate-
       liers, als  andre Verteilung  der verschiednen  Bestandteile  des
       Kapitals, Konzentration  statt Zerstreuung.  In dieser  Form  der
       Zerstreuung existieren  diese Arbeitsbedingungen  noch nicht  als
       Kapital, obgleich  als die materiellen Bestandteile des Kapitals,
       wie der arbeitende Teil der Bevölkerung, existiert, obgleich noch
       nicht in der Qualität als Lohnarbeiter oder Proletarier.
       D i e   M a n u f a k t u r  (im Unterschied von dem mechanischen
       Atelier oder  der factory, Fabrik) ist die spezifisch der Teilung
       der Arbeit  entsprechende Produktionsweise  oder Form  der  Indu-
       strie. Selbständig,  als die  e n t w i c k e l t s t e  Form der
       kapitalistischen Produktionsweise,  tritt sie  auf vor der Erfin-
       dung der eigentlichen Maschinerie (obgleich schon Maschinen ange-
       wandt und namentlich fixes Kapital).
       ¦¦173¦ Bei  Petty und  dem zitierten  Apologeten des  East  India
       Trade [112]  (also bei den Modernen) in bezug auf die Teilung der
       Arbeit von  vornherein charakteristisch, daß die Verwohlfeilerung
       der Ware  - die  Verminderung der zur Produktion einer bestimmten
       Ware gesellschaftlich  notwendigen Arbeit  -  Hauptgesichtspunkt.
       Bei Petty  wird sie  in Verbindung mit dem auswärtigen Handel er-
       wähnt. Bei  dem East  Indian direkt  als Mittel, die Konkurrenten
       auf dem  Weltmarkt zu  unterkaufen, wie  letztrer den  Welthandel
       selbst als  Mittel darstellt, in weniger Arbeitszeit dasselbe Re-
       sultat zu erzielen.
       A. Smith in ("Recherches ...",] ch. I, b.I, wo er ex professo von
       der Teilung  der Arbeit handelt, entwickelt am Schlüsse des Kapi-
       tels, wie außerordentlich
       -----
       1*) In der Handschrift: andren
       
       #292# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
       -----
       mannigfaltig, verschiednen Ländern angehörig, vielseitig in einem
       "zivilisierten Lande",  d.h., wo  das Produkt  allgemein die Form
       der Ware annimmt, die Arbeitsarten, die z.B. konkurrieren, um mo-
       bilier, Kleidung,  outils 1*)  eines einfachen  Taglöhners zu be-
       schaffen.
       
       "Betrachtet", beginnt dieser Schluß, "woraus in einem zivilisier-
       ten und  blühenden Lande  die bewegliche Habe eines einfachen Ta-
       gelöhners oder  des letzten  Handlangers bestehen, und ihr werdet
       sehen, daß  die Zahl  der Menschen,  um deren Belieferung mit ir-
       gendeinem Teil  dieser Güter die Industrie konkurrierte, jenseits
       jeder Berechnung liegt. So grob beispielsweise die Wolljacke, die
       den Tagelöhner  kleidet, auch  aussehen mag,  sie ist das Produkt
       der gemeinsamen  Arbeit einer  Vielzahl von  Arbeitern", usw. [p.
       25.]
       
       Und A. Smith schließt diese Betrachtung mit den Worten:
       "Zwischen den  beweglichen Gütern  eines europäischen Prinzen und
       denen eines  arbeitsamen, soliden  Bauern besteht  möglicherweise
       kein größerer  Unterschied als  zwischen den Möbeln des letzteren
       und denen  des Königs,  der über  10000 nackte Wilde herrscht und
       als absoluter Gebieter über ihre Freiheit und ihr Leben verfügt."
       [p. 28.]
       
       Dieser ganze  Passus und  Betrachtungsweise ist  nachkopiert  von
       Mandeville, "Fable  of the  Bees", zuerst veröffentlicht 1705 als
       Poem [123],  1729 den 2. Teil veröffentlicht, which consists of a
       series of  six dialogues 2*) (Prosa). 1714 he added the prose no-
       tes which  make the  bulk of  the first  volume of the work as we
       have it now 3*). Da heißt [es] u.a.:
       
       "Wenn wir  die blühendsten  Nationen zurückverfolgen zu ihrem Ur-
       sprung, werden  wir finden,  daß in  den frühesten Anfängen jeder
       Gesellschaft die  reichsten und  allerbedeutendsten Männer in ihr
       lange Zeit  auf eine  große Menge der Bequemlichkeiten des Lebens
       verzichten mußten, derer sich jetzt die armseligsten, bescheiden-
       sten und  unglücklichsten Menschen  erfreuen können; so daß viele
       Dinge, die  einst als  Schöpfungen des  Luxus betrachtet  wurden,
       heute selbst  denen gewährt  werden, die  so erbärmlich arm sind,
       daß sie  zu Objekten  öffentlicher Wohltätigkeit  werden ...  Ein
       Mann wäre  ausgelacht worden,  wenn er  im schlichten Kleid eines
       armen Geschöpfes Luxus entdeckte, das daherkommt in dickem Gewand
       und rauhem  Hemd darunter  aus der  Armenunterstützung des Kirch-
       spiels. Und  doch, wie viele Menschen, wie viele verschiedene Ge-
       werbe und  welche Vielfalt an Geschick und Werkzeugen müssen ein-
       gesetzt werden,  um das allereinfachste Yorkshire Tuch herzustel-
       len?" etc. (Remark, P., vol. I, p. 181-183, ed. of 1724.) "Welche
       Geschäftigkeit muß  in verschiedenen  Teilen der  Welt  betrieben
       werden, bevor  ein feines  scharlachrotes oder  karminrotes  Tuch
       hergestellt werden kann; welche Vielfalt an Gewerben und Handwer-
       kern muß  beschäftigt werden! Nicht nur die offensichtlichen, wie
       Wollkämmer, Spinner,  die Weber,  die Tuchmacher, die Putzer, die
       Färber, die Setzer, die Zieher und die
       -----
       1*) Möbel, Kleidung,  Handwerkszeug - 2*) der aus einer Serie von
       6 Dialogen besteht - 3*) fügte er Prosanotizen hinzu, die den Um-
       fang des  ersten Bandes  des Werkes  ausmachen, wie er jetzt vor-
       liegt
       
       #293# b) Teilung der Arbeit
       -----
       Packer; sondern  auch andere,  die ferner  liegen und anscheinend
       der Sache fremd scheinen - wie der Maschinenbauer, der Zinngießer
       und der  Chemiker, die  dennoch alle  nötig sind, ebenso wie eine
       große Anzahl von Gewerben, damit die ¦¦174¦ Werkzeuge, Geräte und
       anderer Zubehör  vorhanden sind, die zu den bereits genannten Ge-
       werbszweigen gehören."
       
       Dann geht  er über,  wie Seefahrt,  auswärtige Länder,  mit einem
       Wort, der Weltmarkt dazu konkurriert. ("Search into the Nature of
       Society" (appended to the second édition 1*)), pp. 411-13.)
       In diesem  Aufzählen liegt  in der  Tat nur  das: Sobald  W a r e
       die allgemeine  Form des  Produkts wird  oder die  Produktion auf
       Grundlage des Tauschwerts und daher des Warenaustauschs stattfin-
       det, wird  erstens die  Produktion jedes  Individuums  einseitig,
       während seine  Bedürfnisse vielseitig.  Es ist  also ein concours
       2*) unendlich  vieler selbständiger  Arbeitszweige nötig,  um die
       Bedürfnisse, selbst  die einfachsten Bedürfnisse des Individuums,
       zu befriedigen.  Zweitens: Der ganze Umkreis der gegenständlichen
       Bedingungen, die  zur Produktion  einer einzigen  Ware  erheischt
       sind, Rohstoff,  Instrumente, matières  instrumentales 3*)  etc.,
       gehn in  ihre Produktion als  W a r e n  ein, sind durch Kauf und
       Verkauf dieser  unabhängig voneinander  produzierten Elementarbe-
       standteile der  Ware bedingt.  Es findet  dies in dem Maße statt,
       daß  die  einzelnen  Elemente,  die  zur  Produktion  einer  Ware
       erheischt sind,  als Waren  außer ihr existieren, daher ursprüng-
       lich als  Waren von  außen, durch  die Zirkulation vermittelt, in
       diesen einzelnen  Produktionszweig treten  - je mehr die  W a r e
       die allgemein  elementarische Form des Reichtums geworden ist, je
       mehr die  Produktion aufhört,  unmittelbare Erzeugung  der eignen
       Subsistenzmittel für  das Individuum zu sein - trade 4*) geworden
       ist, wie  Steuart [124]  [sagt] [36],  die Ware also aufhört, die
       Form des über das Bedürfnis des Individuums hinausgehnden, für es
       überflüssigen und  daher verkaufbaren  Teils seiner Produktion zu
       sein. Hier  ist noch  das Produkt  als solches  die Basis und die
       Produktion für  die Subsistenz.  Die Warenproduktion basiert hier
       noch auf  Grundlage einer  Produktion, deren  Hauptprodukt  nicht
       Ware wird,  wo die  Subsistenz selbst  noch nicht vom Verkauf ab-
       hängt; der  Produzent, wenn  er nicht  W a r e  produziert, über-
       haupt  n i c h t s  produziert;  W a r e  zu sein also die allge-
       mein elementarische,  notwendige Form seines [Produk]ts [36] ist,
       die es  überhaupt zu  einem Element  des  bürgerlichen  Reichtums
       macht. Dieser  Unterschied zeigt  sich schlagend,  wenn  man  die
       große moderne Agrikultur mit der Agrikultur
       -----
       1*) der zweiten Auflage beigefügt - 2*) Zusammenwirken - 3*) Pro-
       duktionshilfsstoffe - 4*) Handel
       
       #294# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
       -----
       vergleicht, worin  die Produktion  für die  eigne Subsistenz noch
       die Basis bildet und die die meisten Bedingungen ihrer Produktion
       selbst erzeugt;  so daß sie nicht als Warenmassen, durch die Zir-
       kulation vermittelt, in sie eingehn.
       In der  Tat also  enthält diese  Betrachtungsweise von Mandeville
       etc. nichts,  als daß die allgemeine elementarische Form des bür-
       gerlichen Reichtums  die   W a r e   ist; daß für den Produzenten
       nicht mehr  der Gebrauchswert,  sondern allein der Tauschwert des
       Produkts entscheidet,  für ihn  der Gebrauchswert  nur der Träger
       des Tauschwerts  ist; daß er in der Tat nicht bloß ein bestimmtes
       Produkt, sondern  Geld produzieren  muß. Diese Voraussetzung, daß
       das Produkt  allgemein als  Ware produziert wird, daher durch die
       Bedingungen seiner  eignen Produktion als Waren, durch die Zirku-
       lation vermittelt,  in [die]  '36' sie  eingehn, unterstellt eine
       allseitige Teilung  der gesellschaftlichen  Arbeit oder Loslösung
       der einander bedingenden und ergänzenden Arbeiten in unabhängige,
       nur durch  die Warenzirkulation, Kauf und Verkauf vermittelte Ar-
       beitszweige. Oder  es ist  identisch damit, da das allgemeine Ge-
       genüberstehn der  Produkte als  Waren voraussetzt  das Gegenüber-
       stehn der  sie produzierenden]  Tätigkeit[en ...].  Derartige Be-
       trachtung also historisch wichtig, [...] [36]
       ¦/V-179/ Auf solcher Entwicklungsstufe der Gesellschaft ist viel-
       mehr die  Betrachtung des Kontrastes interessanter von Zuständen,
       worin die  einzelne Familie  unmittelbar selbst beinahe alle ihre
       Bedürfnisse befriedigt,  wie z.B.  Dagald Stewart, l.c., p. 327[,
       328]:
       
       "In einigen  Teilen von  Hochschottland stellte  vor nicht  allzu
       langer Zeit laut "Statistical Accounts" jeder Bauer seine eigenen
       Schuhe her  aus Leder,  das er selbst gerbte. Auch mancher Schaf-
       hirte und  Häusler erschien mit Frau und Kindern in der Kirche in
       Kleidern, die keine Hand außer ihrer eigenen angetastet hatte, da
       sie selbst  [die Wolle]  von den Schafen geschoren und den Flachs
       gesät hatten.  In die  Zubereitung dieser,  so wird  hinzugefügt,
       ging kaum  irgendein gekaufter  Artikel  ein,  mit  Ausnahme  von
       Pfrieme, Nadel,  Fingerhut und  sehr wenigen  Teilen des im Weben
       angewandten Eisenwerks.  Auch die Farben wurden hauptsächlich von
       den Frauen selbst von Bäumen, Gesträuchen und Kräutern gewonnen."
       ("Lectures on Pol. Ec.", v. 1, l.c.)
       
       ¦¦V-175¦ Auf  einer vorgerückten  Entwicklungsstufe der bürgerli-
       chen Gesellschaft dagegen, wie sie A. Smith schon gegenüberstand,
       erscheint die  einfache Reproduktion dieser Mandevilleschen, Har-
       risschen etc.  Reflexionen nicht  ohne einen Beisatz von pedanti-
       scher Kinderei,  und namentlich bewirkt dergleichen Ausmalung bei
       ihm, daß er die Teilung der Arbeit als spezifisch kapitalistische
       Produktionsweise nicht  scharf und  bestimmt begreift;  wie  and-
       rerseits die außerordentliche Wichtigkeit, die er der Teilung der
       Arbeit in der
       
       #295# b) Teilung der Arbeit
       -----
       Manufaktur beilegt, zeigt, daß zu seiner Zeit das moderne Fabrik-
       wesen im Entstehen begriffen war. Ure bemerkt hierzu mit Recht:
       
       "Als Adam  Smith sein  unsterbliches Werk  über die Grundzüge der
       politischen Ökonomie  schrieb, war  das automatische Industriesy-
       stem noch  kaum bekannt.  Die Teilung der Arbeit erschien ihm mit
       Recht als das große Prinzip der Vervollkommnung in der Manufaktur
       ... Aber was zur Zeit des Dr. Smith als passendes Beispiel dienen
       konnte, kann  heute das Publikum in bezug auf das wirkliche Prin-
       zip der Fabrikindustrie nur irreführen ... Das Schuldogma von der
       Teilung der  Arbeit nach  den verschiedenen  Graden der Geschick-
       lichkeit ist  von unseren  aufgeklärten Fabrikanten  endlich bei-
       seite  geworfen."  (Andrew  Ure,  "Philosophie  des  manufactures
       etc.", t. I, ch. I.) (1835 zuerst erschienen.)
       
       Dies zeigt  schlagend, daß die Teilung der Arbeit, um die es sich
       hier handelt - und um die es sich eigentlich auch bei A. Smith in
       der Tat  handelt -,  keine allgemeine  Kategorie, den meisten und
       verschiedenartigsten  Gesellschaftszuständen  gemeinsam,  sondern
       eine ganz  bestimmte historische,  einer bestimmten  historischen
       Entwicklungsstufe des  Kapitals  entsprechende  Produktionsweise;
       die sogar in der alleinherrschenden und überwiegenden Form, worin
       sie bei A. Smith auftritt, der schon überwältigten und vergangnen
       Stufe der Entwicklung der kapitalistischen Produktion seiner Zei-
       tepoche angehörte.
       Ure, in dem angegebnen Passus, sagt 1.
       
       "Er" (A.  Smith) "schloß  also daraus, daß man selbstverständlich
       j e d e r  d i e s e r  V e r r i c h t u n g e n  einen Arbeiter
       anpassen kann,  dessen Lohn  seiner Geschicklichkeit  entspräche.
       Diese  A n p a s s u n g  ist das Wesen der Teilung der Arbeit."
       
       Also erstens:  A n e i g n u n g  des Arbeiters an eine bestimmte
       Operation, seine  Subsumtion unter dieselbe. Er gehört von nun an
       dieser Operation, die die ausschließliche Funktion seines auf ein
       Abstraktum reduzierten Arbeitsvermögens wird.
       Erstens also  wird das Arbeitsvermögen dieser besondren Operation
       a n g e e i g n e t.   Zweitens aber,  da die Basis der Operation
       selbst der menschliche Körper bleibt, findet statt, wie Ure sagt,
       daß diese Appropriation zugleich
       
       "Verteilung oder  vielmehr    d i e    A n p a s s u n g    d e r
       A r b e i t e n  an die verschiedenen individuellen Fähigkeiten".
       
       D.h., die Operationen selbst werden den natürlichen und erworbnen
       Fähigkeiten angepaßt  in ihrer  Trennung. Es  ist nicht Auflösung
       des Prozesses in seine mechanischen principes 1*), ¦¦176¦ sondern
       eine Auflösung mit Rücksicht darauf, daß diese einzelnen Prozesse
       als Funktionen  menschlicher Arbeitsvermögen ausgeübt werden müs-
       sen.
                                  ---
       -----
       1*) Elemente
       
       #296# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
       -----
       G. Garnier,  in dem  Band von Noten, den er seiner Übersetzung A.
       Smith' hinzugefügt, erklärt sich gegen den Volksunterricht, in N.
       I zum Kapitel Smith' über die Teilung der Arbeit. Es sei dies ge-
       gen die Teilung der Arbeit, und man proscribiré damit "tout notre
       système social"  1*). (p. 2, l.c., t. V.) Einige seiner Bemerkun-
       gen sind gut hier zu notieren.
       
       "Die Arbeit,  welche die Gesamtheit der Bewohner eines Landes er-
       nährt, kleidet und Unterkunft schafft, ist eine Last, die der Ge-
       sellschaft als  Ganzes auferlegt ist, welche diese aber notwendi-
       gerweise lediglich einem Teil ihrer Glieder  z u w e i s t."  (p.
       2, l.c.)
       
       Und je  größer der  industrielle Fortschritt der Gesellschaft, um
       so mehr wachsen ihre materiellen Ansprüche,
       
       "und folglich wird es mehr aufgewandte Arbeit geben, welche diese
       produziert, sie  bereitstellt" (die  Lebensmittel überhaupt) "und
       sie an  die  Konsumenten  bringt.  Und    g l e i c h z e i t i g
       wächst  i n f o l g e  d e r s e l b e n  F o r t s c h r i t t e
       indessen die  K l a s s e  derer, die von diesen Handarbeiten be-
       freit ist,  im Verhältnis  zur  anderen  Klasse.  Jene  hat  also
       gleichzeitig sowohl mehr Menschen zu versorgen als auch für jeden
       von ihnen  reichlicher und  ständig verbesserte  Bedarfsgüter be-
       reitzustellen. In  dem Maße,  wie die  Gesellschaft gedeiht, d.h.
       auf dem  Gebiet der Industrie, im Handel, in der Bevölkerung usw.
       erstarkt ...  bleibt dem  Menschen, der sich einem auf Handarbeit
       beruhenden  Beruf   gewidmet  hat,     w e n i g e r    f r e i e
       Z e i t.   Je mehr  die Gesellschaft  an Reichtum  gewinnt, um so
       mehr Wert  erlangt die   Z e i t  d e s  A r b e i t e r s"  (ist
       vielmehr d.  Wert) ...  "Je mehr  also die Gesellschaft einem Zu-
       stand von  Glanz und  Macht entgegengeht,  um  s o  w e n i g e r
       Z e i t   w i r d   d i e    A r b e i t e r k l a s s e    f ü r
       d a s   S t u d i u m   u n d   f ü r    g e i s t i g e    u n d
       t h e o r e t i s c h e     A r b e i t e n     v e r w e n d e n
       k ö n n e n."  (p. 2-4.)
       
       D.h., die  freie Zeit der Gesellschaft basiert auf der Absorption
       der Zeit des Arbeiters durch die Zwangsarbeit, und so verliert er
       den Raum für die geistige Entwicklung, denn das ist die Zeit.
       
       "Andererseits,   j e   w e n i g e r   Z e i t  d i e  A r b e i-
       t e r k l a s s e   h a t,   d e n   B e r e i c h  d e s  W i s-
       s e n s  z u  n u t z e n,  u m  s o  m e h r  b l e i b t  d e r
       a n d e r e n   K l a s s e.    Wenn  sich  die  Menschen  dieser
       letzteren Klasse  folgerichtig und  mit Fleiß philosophischen Be-
       trachtungen oder  literarischen Werken widmen können, dann ist es
       so, weil  sie befreit sind von allen Sorgen um Erzeugung, Fertig-
       stellung oder  Transport der  Gegenstände ihres täglichen Bedarfs
       und weil  andere die mechanischen Arbeiten für sie übernommen ha-
       ben. Wie  alle anderen  Teilungen der  Arbeit tritt jene zwischen
       Hand- und  geistiger Arbeit in dem Maße stärker und einschneiden-
       der hervor, wie die Gesellschaft reicher wird. Gleich jeder ande-
       ren ist  diese Teilung  der Arbeit  eine Wirkung  vergangener und
       eine Ursache  künftiger Fortschritte  ... Darf die Regierung denn
       dieser Teilung  der Arbeit ¦¦177¦ entgegenwirken und sie in ihrem
       naturgemäßen Gang  aufhalten? Darf  sie einen Teil der Staatsein-
       nahmen zum  Versuch verwenden,  zwei Klassen von Arbeit, die ihre
       Teilung und  Trennung erstreben, zu verwirren und zu vermischen?"
       (p. 4, 5, l.c.)
       -----
       1*) ächte damit "unser ganzes gesellschaftliches System"
       
       #297# b) Teilung der Arbeit
       -----
       Die Masse  der Produktion wächst, indem die efficiency der labour
       1*) bei  gleicher Arbeiterzahl und zugleich die Extension und In-
       tensivität der Arbeitszeit vermehrt wird. Dies vorausgesetzt, ist
       ihr fernres  Wachstum durch  das Wachstum oder die Vermehrung der
       Lohnarbeiter gegenüber  dem Kapital  bedingt. Letztre  wird teils
       direkt durch  das Kapital  vermehrt,  indem  früher  selbständige
       Handwerker etc. der kapitalistischen Produktionsweise unterworfen
       und damit  in Lohnarbeiter  verwandelt werden;  ebenso, indem die
       Einführung der  Maschinerie etc.  die Verwandlung von Weibern und
       Kindern in Lohnarbeiter produziert. So vergrößert sich die Arbei-
       terzahl relativ,  obgleich die Gesamtbevölkerung dieselbe bleibt.
       Das Kapital  produziert aber  auch absolute  Vermehrung der  Men-
       schenzahl, zunächst  der Arbeiterklasse. Die Bevölkerung kann ab-
       solut nur wachsen und damit, abgerechnet von den eben angeführten
       Operationen, indem  nicht nur mehr Kinder geboren werden, sondern
       mehr aufwachsen, bis zum arbeitsfähigen Alter ernährt werden kön-
       nen. Die Entwicklung der Produktivkräfte unter dem Regime des Ka-
       pitals vermehrt die Masse der jährlich erzeugten Lebensmittel und
       verwohlfeilert sie  soweit, daß  der   D u r c h s c h n i t t s-
       a r b e i t s l o h n  auf größerer Stufenleiter der Reproduktion
       der Arbeiter  berechnet sein  kann, obgleich  er im  Wert  sinkt,
       kleineres Quantum  materialisierter Arbeitszeit  darstellt.  Wenn
       nur seine Wertgröße nicht ganz in derselben Proportion fällt, wie
       die Produktivkraft  der Arbeit  steigt, auch  Sinken des Niveaus.
       Andrerseits die  Lebenslage, worin das Kapital die Arbeiterklasse
       stellt, die  Konglomeration und  die Abscheidung von allem andern
       Lebensgenuß,  die   gänzliche  Aussichtslosigkeit,  einen  höhern
       gesellschaftlichen  Standpunkt  zu  erreichen  und  ein  gewisses
       Dekorum aufrechtzuerhalten,  die Inhaltslosigkeit  seines  ganzen
       Lebens,  die   Vermischung  der   Geschlechter  im  Atelier,  die
       Vereinsamung des  Arbeiters selbst,  alles treibt zu frühzeitigen
       Ehen.  Die   Verkürzung  und  fast  Abschaffung  der  notwendigen
       Lernzeit, das  frühe Alter,  worin Kinder  selbst als Produzenten
       auftreten können,  die Abkürzung der Zeit also, worin sie ernährt
       werden müssen, vermehrt den Stimulus zur beschleunigten Menschen-
       produktion. Nimmt das Durchschnittsalter der Arbeitergenerationen
       ab, so befindet sich immer überflüssige und stets steigende Masse
       kurzlebiger Generationen auf dem Markt, und das ist alles, dessen
       die kapitalistische Produktion bedarf.
       Einerseits kann  also gesagt  werden (sieh  Colins etc.), daß ein
       Land um  so reicher,  je mehr  Proletarier es  zählt, und daß das
       Wachstum des  Reichtums in  der Zunahme  der  Armut  sich  zeigt.
       Andrerseits  w ä c h s t  r e l a t i v  die Zahl der von Handar-
       beit Unabhängigen  und, obgleich die Arbeitermasse wächst, wächst
       in
       -----
       1*) der Wirkungsgrad der Arbeit
       
       #298# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
       -----
       derselben Proportion  die Bevölkerung der Gesellschaftsschichten,
       die sie  durch ihre  Arbeit materiell  zu ernähren  hat. (Colins,
       Sismondi etc.)  Die steigende  Produktivität des  Kapitals drückt
       sich direkt  aus in der steigenden Masse der von ihm angeeigneten
       Surplusarbeit oder der steigenden Profitmasse, die eine Wertmasse
       ist. Diese  Wertmasse ist  nicht nur  wachsend, sondern  dieselbe
       Wertgröße stellt sich in ungleich größrer Masse von Gebrauchswer-
       ten dar. Eis wächst also die Revenue der Gesellschaft (vom Salair
       abgesehn), der Teil derselben, der nicht ¦¦178¦ wieder in Kapital
       rückverwandelt wird,  und damit  die Substanz,  von 1*)  der  die
       nicht direkt  an der  materiellen Produktion  beteiligte  Gesell-
       schaftsschicht lebt.  Damit dann  auch der mit den Wissenschaften
       beschäftigte  Teil;   ganz  wie  der  mit  Zirkulationsgeschäften
       (Handel, Geldgeschäft)  sich befassende  und die Müßiggänger, die
       nur konsumieren; dito der  d i e n e n d e  T e i l  der Bevölke-
       rung. Beträgt  z.B. in  England 1 Million, mehr als sämtliche di-
       rekt in  den factories 2*) von Geweben und Gespinsten beschäftig-
       ten Arbeiter. Bei der Loslösung der bürgerlichen Gesellschaft von
       der feudalen  vermindert sich  dieser Teil  der Bevölkerung sehr.
       Auf einer weiterentwickelten Stufe wächst diese voluntary servage
       3*) (sieh  Quesnay über  die Diener [125]) wieder außerordentlich
       mit Luxus,  Reichtum und  Schaustellung des Reichtums. Auch diese
       Bande - von der arbeitenden Klasse selbst geschieden - hat sie zu
       ernähren und für sie zu arbeiten, da selbe nicht an der materiel-
       len Produktion direkt beteiligt ist. (Dito Armeen.)
       ¦¦179¦ Obgleich  die Masse der Arbeiter absolut wächst, nimmt sie
       relativ ab,  nicht nur  im Verhältnis  zu dem konstanten Kapital,
       das ihre  Arbeit absorbiert,  sondern auch  im Verhältnis  zu dem
       nicht direkt  in der materiellen Produktion oder überhaupt in gar
       keiner Produktion angesiedelten Teil der Gesellschaft.
       
       "In jedem Stadium der Gesellschaft nimmt die Zahl derjenigen, die
       arbeiten, in dem Maße ab, in dem die Zunahme und die Verbesserun-
       gen der Technik die Produktivkraft des Menschen vermehren ... Das
       Eigentum entsteht  aus der  Verbesserung  der  Produktionsmittel;
       s e i n   e i n z i g e s   G e s c h ä f t  i s t  d i e  F ö r-
       d e r u n g   d e s   M ü ß i g g a n g e s.   Solange jedes Men-
       schen Arbeit knapp zu seiner eigenen Erhaltung ausreicht, wird es
       keine Müßiggänger  geben, weil  kein Eigentum" {Kapital} "möglich
       ist. Kann  dagegen eines  Menschen  Arbeit  fünf  erhalten,  dann
       werden auf  jeden in  der Produktion  beschäftigten Menschen vier
       Müßiggänger  kommen;   nur  auf  diese  Weise  kann  das  Produkt
       konsumiert werden  ... Das  Streben der  Gesellschaft geht dahin,
       den Müßiggänger auf Kosten des Fleißigen zu erheben, den Uberfluß
       in Macht  zu verwandeln  ... Die  Arbeit, die produziert, ist der
       Vater des Eigentums;
       -----
       1*) In der  Handschrift:  an  -  2*) Fabriken  -  3*) freiwillige
       Knechtschaft
       
       #299# b) Teilung der Arbeit
       -----
       das, was  die Konsumtion  fördert, ist  sein Kind ... Die Zunahme
       von Eigentum,  diese größere Fähigkeit, Müßiggänger und unproduk-
       tive Arbeitzu  unterhalten, ist  es, was  die politische Ökonomie
       als Kapital  bezeichnet." (p.  11-13. Piercy  Ravenstone, M[aster
       of] A[rtsl,  "Thoughts on  the Funding  System, and its effects",
       London 1824.)
       "Je weniger  zahlreich die ausbeutende Bevölkerung ist, desto we-
       niger wird  sie denen, die sie ausbeutet, zur Last." ([p.] 69, t.
       I, Colins,  "L'Écon. Polit. Source des Révolutions et des Utopies
       prétendues socialistes", Paris 1856.) "Versteht man unter gesell-
       schaftlichem Fortschritt,  zum Schlechten hin, die aus einer zah-
       lenmäßig größeren  ausbeutenden und einer kleineren ausgebeuteten
       Klasse resultierende  Vergrößerung des  Elends, so hat es vom 15.
       bis 19.  Jahrhundert gesellschaftlichen Fortschritt, und zwar zum
       Schlechten hin, gegeben." ([p.] 70, 71, l.c.)
       
       /178/ Über  die Trennung  der Wissenschaft, soweit sie die Arbeit
       selbst betrifft,  von der Arbeit - der Wissenschaft, deren Anwen-
       dung die  Industrien und Agrikultur wurden, von den industriellen
       und agrikolen Arbeitern unter dem Abschnitt der Maschinerie.
       (Sonst gehören  alle diese Betrachtungen in das Schlußkapitel von
       Kapital und Arbeit. [17])
       Der mittelaltrige  Meister ist  zugleich Handwerker  und arbeitet
       selbst. Er  ist Meister  in seinem Handwerk. Mit der Manufaktur -
       wie sie auf Teilung der Arbeit gegründet ist - hört dies auf. Ab-
       gesehn von  dem kaufmännischen  Geschäft, das  er als Warenkäufer
       und Verkäufer  versieht, besteht  die Tätigkeit  des Kapitalisten
       darin, alle  Mittel anzuwenden,  um die  Arbeit möglichst  zu ex-
       ploitieren, d. h. produktiv zu machen.
       
       "Die Kapitalistenklasse  wird zuerst  teilweise  und  schließlich
       g a n z   u n d   g a r   e n t b u n d e n  v o n  d e r  N o t-
       w e n d i g k e i t   d e r   H a n d a r b e i t.  Sie ist daran
       interessiert,  daß  die    P r o d u k t i v k r ä f t e    d e r
       A r b e i t e r,   d i e   s i e  b e s c h ä f t i g t,  so groß
       wie möglich  seien.   D i e s e  K r a f t  z u  s t e i g e r n,
       darauf ist ihre Aufmerksamkeit, und zwar fast ausschließlich, ge-
       richtet. Mehr  Gedanken werden  darauf gerichtet, die besten Mög-
       lichkeiten zu  finden, alle  Erfolge menschlichen  Fleißes in die
       Tat umzusetzen;  Kenntnisse erweitern,  vervielfältigen seine Tä-
       tigkeitsbereiche  und  unterstützen  den  Fleiß."  (Rich.  Jones,
       "Textbook of  Lectures on  the Pol.  Econ. of  Nations", Hertford
       1852.) (Lecture III[, p. 39].)
       "Der Unternehmer wird immer alles daransetzen, um Zeit und Arbeit
       zu sparen."  (Dug. Stewart,  p. 318,  l.c.)  "Diese  Spekulanten,
       d i e   s o  s e h r  s p a r e n  a n  d e r  A r b e i t  d e r
       A r b e i t e r,  die sie bezahlen müßten." (J.N. Bidaut, "Du Mo-
       nopole qui  s'établit dans  les arts industriels et le commerce",
       Paris 1828, p. 13.)
       "Die   Z a h l   d e r  A r b e i t e r  hat sehr  z u g e n o m-
       m e n,   weil man  immer mehr  Männer- durch Frauenarbeit und vor
       allem Erwachsenen-  durch Kinderarbeit  ersetzt. Drei  Mädchen im
       Alter von  13 Jahren  mit Löhnen  von 6  bis 8 sh die Woche haben
       massenweise einen Mann reifen Alters mit einem Lohn von 18 bis 45
       sh verdrängt."  ([p.] 147, Note, [De] Quincey, Thomas, "The Logic
       of Polit. Economy", Edinb[urgh] 1844.)
       1/179/ "Die  Ersparnis an  den Kosten  der Produktion kann nichts
       anderes sein als Ersparnis
       
       #300# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
       -----
       an  der  zur  Produktion  angewandten  Arbeitsmenge."  (Sismondi,
       "Études etc.", t. I, p. 22.)
       
       ¦¦180¦ A. Smith bemerkt über das Wachstum des Kapitals, das der
        Teilung  der Arbeit vorausgesetzt ist, die zugleich die  Z a h l
       d e r  a n g e w a n d t e n  A r b e i t e r  vermehre:
       
       "In dem Maße, in dem die Teilung der Arbeit fortschreitet, wächst
       in hohem Grade die Rohstoffmenge, die von derselben Zahl Menschen
       verarbeitet werden kann; und da die Verrichtungen jedes Arbeiters
       auf einen  immer höheren  Grad von Einfachheit zurückgeführt wer-
       den, gelangt  man dahin,  eine Menge neuer Maschinen zu erfinden,
       die zur Erleichterung und Abkürzung dieser Verrichtungen dienen."
       
       (Dies sonderbare  Logik - weil die Arbeit auf einen stets größren
       Grad von Einfachheit reduziert, erfindet man Maschinen, um sie zu
       erleichtern und  abzukürzen. Also  weil sie erleichtert und abge-
       kürzt sind  durch die  Teilung der Arbeit! Soll heißen, vereinfa-
       chen und  analysieren sich  die Werkzeuge, aus deren Zusammenset-
       zung später die Maschine entsteht.)
       
       "In dem  Maße, wie  die Teilung  der Arbeit  sich entwickelt, muß
       man, um die gleiche Arbeiterzahl fortwährend beschäftigen zu kön-
       nen, eine  gleiche Menge Lebensmittel und eine größere Menge Roh-
       stoffe und  Werkzeuge akkumulieren, als auf einem weniger fortge-
       schrittenen Stand  notwendig gewesen  wäre.   N u n   s t e i g t
       d i e   Z a h l   d e r   A r b e i t e r   i m  a l l g e m e i-
       n e n   in   j e d e m  A r b e i t s b e r e i c h  zur gleichen
       Zeit, wie  sich dort  die Teilung  der Arbeit verstärkt;  o d e r
       e s   i s t  v i e l m e h r  d a s  A n w a c h s e n  i h r e r
       Z a h l,   d a s  s i e  d a z u  b r i n g t,  s i c h  s o  z u
       g r u p p i e r e n   u n d  e i n z u o r d n e n."  (p. 193-94,
       t. II, A. Smith.) (b. II, "Introduction".)
       
       A. Smith  führt uns  ibidem den  Kapitalist vor als stets auf der
       Lauer, die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn. Hier Akkumulation
       des Kapitals,  Voraussetzung für Teilung der Arbeit und Maschine-
       rie (da  sie als kapitalistische Produktionsweise erscheine), und
       umgekehrt die  Akkumulation das  Resultat dieser  Steigerung  der
       Produktivkräfte. L.c. heißt es:
       
       "Ebenso, wie  die Arbeit  ohne eine  vorhergegangene Akkumulation
       von Kapitalien  nicht die große Ausdehnung der Produktivkraft er-
       reichen kann,  führt dieselbe  Akkumulation von  Kapitalien diese
       Ausdehnung natürlich  herbei. Wer sein Kapital dazu anwendet, Ar-
       beiter zu beschäftigen, wünscht dies zweifellos in einer Weise zu
       tun, in der sie möglichst viele Arbeitsergebnisse liefern: Er ist
       daher bestrebt,  sowohl die Arbeit unter seine Arbeiter möglichst
       zweckmäßig zu verteilen, als auch sie mit den besten Maschinen zu
       versehen, die  er entweder  erfinden oder kaufen kann. In welchem
       Maße ihm  beides möglich  ist, hängt im allgemeinen davon ab, wie
       groß sein  Kapital ist und wie viele Menschen er mit diesem Kapi-
       tal beschäftigen  kann. Es  wächst daher in einem Lande nicht nur
       d i e   M e n g e   A r b e i t   entsprechend  der  Zunahme  des
       K a p i t a l s,   d a s  s i e  i n  B e w e g u n g  s e t z t,
       sondern infolge dieser Zunahme produziert auch dieselbe Menge Ar-
       beit eine weit größere Menge Arbeitsergebnisse." (p. 194/195.)
       
       #301# b) Teilung der Arbeit
       -----
       "Nicht mehr als der vierte Teil unserer gesamten Bevölkerung lie-
       fert alles,  was von allen konsumiert wird." ([p.] 14, Th. Hodgs-
       kin, "Populär Polit. Econ.", Lond[on] 1827.)
       "Die schmutzige  Ökonomie, die ihn" (den Tagelöhner) "mit unruhi-
       gen Augen  verfolgt, überhaupt ihn beim geringsten Anschein einer
       Erholung mit Vorwürfen bewirft, behauptet, wenn er sich einen Au-
       genblick ausruht, daß er sie bestehle." (p. 466, v. II, S.N. Lin-
       guet, "Théorie des Loix Civiles", Londres 1767.)
       
       Über die Folgen (bösen) der Teilung der Arbeit, die A. Smith, ch.
       I, b.  I, wo  er ex  professo handelt von der Teilung der Arbeit,
       nur leicht  berührt, spricht  er dagegen nach Ferguson [126] rund
       heraus in b. V, das vom Staatseinkommen handelt. Da heißt es l. V
       (ch. I, article II):
       
       "Während   d i e  T e i l u n g  d e r  A r b e i t  Fortschritte
       macht, beschränkt  sich die Tätigkeit der übergroßen Mehrheit de-
       rer, die  von der  Arbeit leben,  d. h. der Masse des Volkes, auf
       eine sehr  geringe Zahl  einfacher Handgriffe,  sehr  häufig  auf
       einen oder  zwei. Nun entwickelt sich die Intelligenz der meisten
       Menschen  infolge   ihrer  gewohnten  Beschäftigung  weiter.  Ein
       Mensch, dessen ganzes Leben mit der Erledigung einer geringen An-
       zahl einfacher  Handgriffe abläuft,  deren Ergebnisse  vielleicht
       auch noch  täglich die gleichen oder doch nahezu gleich sind, hat
       weder die  Gelegenheit, seine  Intelligenz  zu  entwickeln,  noch
       seine Einbildungskraft in der Suche nach Auswegen zur Überwindung
       von Schwierigkeiten  zu üben,  auf die er niemals trifft; so ver-
       liert er natürlich die Gewohnheit, seine Fähigkeiten zu entfalten
       oder zu  üben, und  dürfte im  allgemeinen so  dumm und unwissend
       werden, wie  es für  ein menschliches  Wesen nur möglich ist. Die
       Erschlaffung seiner  geistigen Fähigkeiten  ... die Einförmigkeit
       seiner sitzenden Lebensweise verdirbt und schwächt natürlich sei-
       nen Mut  ... sie zerstört selbst die Beweglichkeit seines Körpers
       und macht  ihn unfähig, seine Kraft schwunghaft und ausdauernd in
       irgendeiner anderen Beschäftigung einzusetzen als in der, wozu er
       herangezogen ist.  So ist seine Geschicklichkeit in seinem beson-
       deren Gewerbe  eine  Qualifikation,  die  er  erworben  zu  haben
       scheint auf  Kosten seiner  geistigen Fähigkeiten, seiner gesell-
       schaftlichen Tugenden und seiner kämpferischen Veranlagungen. Das
       also ist  der Zustand,  in den  der arme Arbeiter, d.h. die Masse
       der Bevölkerung,  in der  gesamten zivilisierten  und industriell
       fortgeschrittenen Gesellschaft  notwendig hinabstürzen muß ... Es
       sieht nicht  so aus  in den Gesellschaftsformationen, die man für
       gewöhnlich als   b a r b a r i s c h   bezeichnet: die der Jäger-
       und Hirtenvölker und selbst der Ackerbauern im unentwickelten Zu-
       stand der Landwirtschaft, der dem Fortschritt der Gewerbe und der
       Ausweitung des  Fernhandels vorausgeht.  In diesen Gesellschafts-
       formationen  zwingen   die  unterschiedlichen  Tätigkeiten  jeden
       einzelnen, seine Fähigkeit durch ständiges Mühen zu üben usw. ...
       Wenn sich  auch ¦¦182¦  in einer  unentwickelten Gesellschaft die
       Beschäftigungen  jedes   Individuums  einigermaßen  stark  unter-
       scheiden,  so  gibt  es  dennoch  keine  großen  Variationen  der
       Beschäftigungen  in  der  Gesellschaft  überhaupt  ...  In  einem
       zivilisierten Staat,  wo im  Gegensatz hierzu für die meisten nur
       eine geringe Auswahl an Beschäftigungen zur Verfügung steht, gibt
       es eine  nahezu unendliche  Zahl an  Möglichkeiten in der Gesell-
       schaft im allgemeinen." [p. 181-184.]
                                  ---
       
       #302# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
       -----
       {Abschweifung: (Über  produktive Arbeit.)}  {Ein Philosoph produ-
       ziert Ideen, ein Poet Gedichte, ein Pastor Predigten, ein Profes-
       sor Kompendien  usw. Ein  Verbrecher produziert  Verbrechen.  Be-
       trachtet man  näher den Zusammenhang dieses letztren Produktions-
       zweiges mit  dem Ganzen  der Gesellschaft, so wird man von vielen
       Vorurteilen zurückkommen.  Der Verbrecher  produziert  nicht  nur
       Verbrechen, sondern  auch das  Kriminalrecht und  damit auch  den
       Professor, der Vorlesungen über das Kriminalrecht hält, und zudem
       das unvermeidliche Kompendium, worin dieser selbe Professor seine
       Vorträge als  "Ware" auf den allgemeinen Markt wirft. Damit tritt
       Vermehrung des  Nationalreichtums ein, ganz abgesehn von dem Pri-
       vatgenuß, den,  wie uns  ein  kompetenter  Zeuge,  Prof.  Roscher
       [sagt], (sieh  [127]) das Manuskript des Kompendiums seinem Urhe-
       ber selbst  gewährt. Der  Verbrecher produziert  ferner die ganze
       Polizei und  Kriminaljustiz, Schergen,  Richter, Henker, Geschwo-
       rene usw., und alle diese verschiednen Gewerbszweige, die ebenso-
       viele Kategorien  der gesellschaftlichen  Teilung der Arbeit bil-
       den, entwickeln verschiedne Fähigkeiten des menschlichen Geistes,
       schaffen neue Bedürfnisse und neue Weisen ihrer Befriedigung. Die
       Tortur allein  hat zu  den sinnreichsten mechanischen Erfindungen
       Anlaß gegeben  und in  der Produktion  ihrer Werkzeuge eine Masse
       ehrsamer Handwerksleute  beschäftigt. Der  Verbrecher  produziert
       einen Eindruck,  teils moralisch, teils tragisch, je nachdem, und
       leistet so  der Bewegung der moralischen und ästhetischen Gefühle
       des Publikums  einen "Dienst". Er produziert nicht nur Kompendien
       über das  Kriminalrecht, nicht  nur Strafgesetzbücher  und  damit
       Strafgesetzgeber, sondern  auch Kunst,  schöne Literatur,  Romane
       und sogar  Tragödien, wie  nicht nur Müllners "Schuld" und Schil-
       lers "Räuber",  sondern selbst  "Ödipus" und "Richard der Dritte"
       beweisen. Der Verbrecher unterbricht die Monotonie und Alltagssi-
       cherheit des bürgerlichen Lebens. Er bewahrt es damit vor Stagna-
       tion und  ruft jene  unruhige Spannung  und Beweglichkeit hervor,
       ohne die  selbst der  Stachel der Konkurrenz abstumpfen würde. Er
       gibt so  den produktiven  Kräften einen  Sporn. Während  das Ver-
       brechen einen  Teil der überzähligen Bevölkerung dem Arbeitsmarkt
       entzieht und damit die Konkurrenz unter den Arbeitern vermindert,
       zu einem gewissen Punkt den Fall des Arbeitslohns unter das Mini-
       mum verhindert,  absorbiert der  Kampf gegen das Verbrechen einen
       andren Teil  derselben Bevölkerung.  Der Verbrecher  tritt so als
       eine jener  natürlichen "Ausgleichungen"  ein, die  ein richtiges
       Niveau herstellen  und eine  ganze Perspektive  "nützlicher"  Be-
       schäftigungszweige auftun. Bis ins Detail können die Einwirkungen
       des Verbrechers auf die Entwicklung der Produktivkraft nachgewie-
       sen werden.  Wären Schlösser  je zu ihrer jetzigen Vollkommenheit
       gediehn, wenn es keine
       
       #303#
       -----
       Seite 182 aus Heft V
       
       #304#
       -----
       
       #305# Abschweifung über produktive Arbeit
       -----
       Diebe gäbe? Wäre die Fabrikation von Banknoten zu ihrer gegenwär-
       tigen Vollendung  gediehn, gäbe  es  keine  ¦¦183¦  Falschmünzer?
       Hätte das  Mikroskop seinen Weg in gewöhnliche kommerzielle Sphä-
       ren gefunden  (siehe Babbage  [128]) ohne  Betrug im Handel? Ver-
       dankt die  praktische Chemie  nicht ebensoviel der Warenfälschung
       und dem  Bestreben, sie  aufzudecken, als dem ehrlichen Produkti-
       onseifer? Das  Verbrechen, durch  die stets  neuen Mittel des An-
       griffs auf  das Eigentum, ruft stets neue Verteidigungsmittel ins
       Leben und  wirkt damit  ganz so produktiv wie strikes 1*) auf Er-
       findung an  Maschinen. Und  verläßt man die Sphäre des Privatver-
       brechens. Ohne  nationale Verbrechen,  wäre je der Weltmarkt ent-
       standen? Ja,  auch nur Nationen? Und ist der Baum der Sünde nicht
       zugleich der  Baum der  Erkenntnis seit  Adams Zeiten her? Mande-
       ville in  seiner "Fable  of the Bees" (1705) hatte schon die Pro-
       duktivität aller  möglichen Berufsweisen  usw. bewiesen und über-
       haupt die Tendenz dieses ganzen Arguments:
       
       "Das, was  wir in  dieser Welt das Böse nennen, das moralische so
       gut wie  das natürliche, ist das große Prinzip, das uns zu sozia-
       len Geschöpfen  macht, die  feste Basis,  das   L e b e n   u n d
       d i e   S t ü t z e   a l l e r    G e w e r b e    u n d    B e-
       s c h ä f t i g u n g e n   ohne Ausnahme;  hier  haben  wir  den
       wahren Ursprung aller Künste und Wissenschaften zu suchen; und in
       dem Moment,  da das Böse aufhörte, müßte die Gesellschaft verder-
       ben, wenn nicht gar gänzlich untergehen." [129]
       
       Nur war  Mandeville natürlich  unendlich kühner und ehrlicher als
       die philisterhaften Apologeten der bürgerlichen Gesellschaft.}
       Was uns  bei der  Teilung der  Arbeit, wie  bei allen  Formen der
       kapitalistischen  Produktion,  schlägt,  ist  der  Charakter  des
       Antagonismus.
       [E r s t e n s:]   Bei der  Teilung der Arbeit  i n n e r h a l b
       des Ateliers sind die Arbeiter quantitativ nach gewissen Verhält-
       niszahlen, wie  das Ganze  der Produktion, das Produkt der kombi-
       nierten Arbeiten  es erheischt,  streng und gesetzmäßig unter die
       einzelnen Operationen  verteilt. Betrachten wir dagegen das Ganze
       der Gesellschaft  - die gesellschaftliche Teilung der Arbeit - so
       befinden sich  bald zuviel  Produzenten in  dem einen  Geschäfts-
       zweig, bald  in dem andern. Die Konkurrenz, wodurch der Preis der
       Ware bald  über ihren Wert steigt, bald unter ihren [Wert] sinkt,
       gleicht beständig  diese Ungleichheit  und Disproportion aus, re-
       produziert sie  aber ebenso  beständig. Es ist die durch die Kon-
       kurrenz vermittelte  Bewegung der  Warenpreise, die als Regulator
       die Verteilung  der Produktenmassen  unter bestimmte Produktions-
       zweige bestimmt,  beständige Auswanderung und Einwanderung in den
       besondren Produktionssphären
       -----
       1*) Streiks
       
       #306# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
       -----
       hervorbringt -  das sog. Gesetz der Nachfrage und Zufuhr, das ei-
       nerseits die  Preise bestimmt,  andrerseits  von  ihnen  bestimmt
       wird. Ohne hier näher auf diesen Punkt einzugehn, springt der Un-
       terschied dieser  anarchischen Verteilung  innerhalb der  Gesell-
       schaft von  den geregelten,  festen innerhalb des Ateliers selbst
       ins Auge.
       Z w e i t e n s:  Innerhalb der Gesellschaft sind verschiedne Ge-
       schäftszweige, die  selbst bloß verschiedne Phasen der Produktion
       darstellen, die ein Produkt durchlaufen muß, um seine Schlußform,
       seine letzte Form, die Gestalt zu erhalten, worin sein Gebrauchs-
       wert fertig hergestellt ist, wie z. B. Flachsbauen, Flachsspinne-
       rei, Leinwandweberei  - miteinander  vermittelt  -,  so  daß  sie
       schließlich zur  Herstellung eines  Produkts kooperieren  - durch
       die Warenzirkulation.  Der Flachs tritt als Ware ¦¦184¦ dem Spin-
       ner, das  Garn als Ware dem Weber gegenüber. Warenkauf und Waren-
       verkauf vermitteln hier den Zusammenhang, der innerlich - als in-
       nere Notwendigkeit  - zwischen  diesen unabhängig voneinander be-
       triebnen Produktionszweigen existiert. Die Teilung der Arbeit in-
       nerhalb der  Manufaktur setzt  dagegen    u n m i t t e l b a r e
       Kombination   der    verschiednen   Operationen,   die      e i n
       b e s t i m m t e s  Produkt liefern, voraus. Ware wird dies Pro-
       dukt erst  als Resultat  dieser kombinierten Operationen. Dagegen
       verwandelt sich  der Produktteil, den jede dieser Teiloperationen
       schafft, nicht  in Ware.  Die Kooperation  ist hier nicht dadurch
       vermittelt, daß  das Produkt des einen Prozesses ursprünglich als
       Ware in den andren hineintritt und dadurch die geteilten Arbeiten
       sich ergänzen.  Vielmehr ist die  u n m i t t e l b a r e  Kombi-
       nation der Arbeiten hier vorausgesetzt, damit ihr gemeinschaftli-
       ches Produkt als Ware auf den Markt trete.
       D r i t t e n s:
       {Nach dem  relativen Mehrwert  sind absoluter und relativer Mehr-
       wert in  ihrer Kombination  zu betrachten.  Dann die Proportionen
       des Steigens  und Fallens.  Danach oder  vielmehr davor die Ände-
       rung, die die Produktionsweise selbst erleidet, indem sie kapita-
       listisch wird.  Nicht mehr  bloß formelle Subsumtion des Arbeits-
       prozesses unter das Kapital. Die verschiednen Mittel, wodurch das
       Kapital den relativen Mehrwert schafft, die Produktivkräfte stei-
       gert und  die Masse  der Produkte,  sind alles  gesellschaftliche
       Formen der Arbeit, die aber vielmehr als gesellschaftliche Formen
       des Kapitals  - Daseinsweisen  des Kapitals  selbst innerhalb der
       Produktion, erscheinen.  So daß  nicht nur  gezeigt wird, wie das
       Kapital produziert,  sondern wie  das Kapital  selbst  produziert
       wird -  seine eigne  Genesis. Es  zeigt sich dann auch, daß diese
       bestimmte Form  des  gesellschaftlichen  Produktionsverhältnisses
       durch die vergangne Arbeit Kapital wird, bestimmter Entwicklungs-
       stufe des  materiellen Produktionsprozesses, bestimmten materiel-
       len, aber selbst erst historisch
       
       #307# b) Teilung der Arbeit
       -----
       geschaffnen Produktionsbedingungen  entspricht, Produktionsbedin-
       gungen, deren  Ausgangspunkte natürlich einer vorkapitalistischen
       Produktionsstufe der  Gesellschaft angehören,  deren  Herstellung
       und Entwicklung  mit der  Genesis des  Kapitals selbst  zusammen-
       fällt, bis  die Produktion  sich auf  gewonnener kapitalistischer
       Basis bewegt,  wo jene  Produktionsbedingungen dann nur erweitert
       und reproduziert werden. Ferner erscheint diese Genesis des Kapi-
       tals zugleich  als Entäußerungsprozeß  der  Arbeit,  Entfremdung,
       Darstellung als  fremder Mächte  ihrer eignen  gesellschaftlichen
       Formen. Auch  der Masse  nach, die die kapitalistische Produktion
       erheischt, erscheint das Kapital als eine gesellschaftliche Form,
       nicht der unabhängigen einzelnen Arbeit. Danach ist darzustellen,
       wie weit das Kapital produktiv, woran sich die Frage über produk-
       tive und  nichtproduktive Arbeit anschließt. Dann der Arbeitslohn
       und  Mehrwert  als    R e v e n u e,    überhaupt  die  Form  der
       R e v e n u e,   die uns  nötig zum Übergang zur Akkumulation des
       Kapitals. [130]}
       Innerhalb des Ateliers sind die verschiednen Operationen nach ei-
       nem Plan  systematisch geschieden  und verschiedne Arbeiter ihnen
       zugeteilt nach einer Regel, die ihnen als zwingendes, fremdes und
       von außen  ihnen auferlegtes  Gesetz entgegentritt. Der Zusammen-
       hang der kombinierten Arbeiten, ihre Einheit, tritt dem einzelnen
       Arbeiter ebenfalls als  W i l l e,  persönliche Einheit, Kommando
       und Oberaufsicht  des Kapitalisten  entgegen; wie  ihre eigne Ko-
       operation ihnen  nicht als ihre Tat, ihre eigne gesellschaftliche
       Existenz, sondern  als Dasein des sie zusammenhaltenden Kapitals,
       als eine  Daseinsform des  ¦¦185¦ Kapitals  in dem  unmittelbaren
       Produktionsprozeß, Arbeitsprozeß, selbst erscheint. Im Innern der
       Gesellschaft dagegen erscheint die Teilung der Arbeit frei, d. h.
       hier  z u f ä l l i g,  zwar durch einen innern Zusammenhang ver-
       bunden, der  aber ebensosehr als das Produkt der Umstände wie der
       Willkür der  voneinander unabhängigen  Warenproduzenten sich dar-
       stellt. Wesentlich  unterschieden, wie  die Teilung  der Arbeit -
       als spezifisch kapitalistische Produktionsweise - die Teilung der
       Arbeit im  Innern des  Ateliers der  Teilung der Arbeit im ganzen
       der Gesellschaft  gegenübertritt, bedingen sich beide wechselsei-
       tig. Dies heißt in der Tat nur, daß die große Industrie und freie
       Konkurrenz beide sich wechselseitig bedingende Formen, Gestaltun-
       gen der  kapitalistischen Produktion  sind. Indes  ist hier alles
       Heranziehen der  Konkurrenz zu  vermeiden, da  sie die Aktion der
       Kapitalien aufeinander  ist, also schon die Entwicklung des Kapi-
       tals überhaupt voraussetzt.
       Die Ware  als die  elementarischste Form  des Reichtums war unser
       Ausgangspunkt. Ware  und Geld  sind beide die elementarischen Da-
       seinsweisen, Existenzweisen  des Kapitals,  entwickeln sich  aber
       erst zu Kapital unter bestimmten Bedingungen. Kapitalbildung kann
       nicht stattfinden außer auf
       
       #308# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
       -----
       Grundlage der  Warenproduktion und Warenzirkulation, also auf ei-
       ner schon  gegebnen, zu einem gewissen Umfang gediehnen Stufe des
       Handels, während  umgekehrt Warenproduktion  und Warenzirkulation
       (was Geldzirkulation  einschließt) zu ihrem Dasein keineswegs die
       kapitalistische Produktion  voraussetzten, vielmehr als notwendig
       gegebene  historische  Voraussetzung  der  letzteren  erscheinen.
       Andrerseits aber  wird die  Ware erst  die    a l l g e m e i n e
       Form des  Produkts, muß alles Produkt die Form der Ware annehmen,
       ergreifen Kauf und Verkauf nicht nur den Überfluß der Produktion,
       sondern die Subsistenz selbst und treten die verschiednen Produk-
       tionsbedingungen selbst  umfassend als Waren, durch Kauf und Ver-
       kauf vermittelt,  in den  Produktionsprozeß selbst  ein, nur  auf
       Grundlage der  kapitalistischen Produktion.  Wenn die  Ware daher
       einerseits als  Voraussetzung der  Kapitalbildung erscheint,  er-
       scheint   andrerseits    ebensosehr   die       W a r e       als
       a l l g e m e i n e  Form des Produkts wesentlich als Produkt und
       Resultat  des   Kapitals.  Produkte  nehmen  auf  andrer  Produk-
       tionsweise zum  Teil die  Form der  Ware an.  Das Kapital dagegen
       produziert notwendig  Ware, sein Produkt als Ware, oder es produ-
       ziert nichts.  Mit der  Entwicklung der  kapitalistischen Produk-
       tion, i.e.  des Kapitals,  realisieren sich  daher auch  erst die
       allgemeinen über  die Ware  entwickelten Gesetze,  z. B.  daß der
       Wert der Ware durch die in ihr enthaltne gesellschaftlich notwen-
       dige Arbeitszeit  bestimmt ist.  Es zeigt  sich hier,  wie selbst
       frühern Produktionsepochen  angehörige Kategorien  auf  Grundlage
       verschiedner Produktionsweise  spezifisch verschiedenen Charakter
       - historischen Charakter erhalten.
       Die Verwandlung  des Gelds - das selbst nur eine verwandelte Form
       der Ware  - in Kapital findet nur statt, sobald das Arbeitsvermö-
       gen (nicht der Arbeiter) in Ware verwandelt ist, also die Katego-
       rie der  Ware schon  von vornherein  einer ganzen,  sonst von ihr
       ausgeschloßnen Sphäre  sich bemächtigt hat. Nur sobald die arbei-
       tende Masse der Bevölkerung aufgehört hat, als Warenproduzent auf
       den Markt  zu treten,  statt des Produkts der Arbeit vielmehr die
       Arbeit selbst  oder rather 1*) ihr Arbeitsvermögen verkauft, wird
       die Produktion ihrem ganzen Umfang, ihrer ganzen Breite und Tiefe
       nach   W a r e n p r o d u k t i o n,  verwandelt sich alles Pro-
       dukt in  Ware und  treten die  gegenständlichen Bedingungen jeder
       einzelnen Produktionssphäre  selbst als Waren in sie ein. Nur auf
       Grundlage des  Kapitals, der  kapitalistischen  Produktion,  wird
       Ware in der Tat die allgemeine elementarische Form des Reichtums.
       Hierin liegt  aber schon,  ¦¦186¦ daß die Entwicklung der Teilung
       der Arbeit  in der  Gesellschaft, wo  sie in  zufälliger Form er-
       scheint, und die kapitalistische Teilung der Arbeit im Innern des
       Atelier[s] einander wechselseitig
       -----
       1*) vielmehr
       
       #309# b) Teilung der Arbeit
       -----
       bedingen und  produzieren. Damit  der Produzent  nur Ware  produ-
       ziert, d.h.,  der Gebrauchswert des Produkts nur als Tauschmittel
       für ihn  existiert -  der fact schließt ein, daß seine Produktion
       ganz auf  der gesellschaftlichen  Teilung der  Arbeit basiert, er
       also nur  ein ganz  einseitiges Bedürfnis  befriedigt durch seine
       Produktion. Andrerseits  findet diese  allgemeine Produktion  der
       Produkte als  Waren aber  nur auf  Grundlage der kapitalistischen
       Produktion und  im Maß ihrer Ausdehnung statt. Hat sich das Kapi-
       tal z.B. noch nicht der Agrikultur bemächtigt, so wird ein großer
       Teil des  Produkts noch  unmittelbar als  Subsistenzmittel, nicht
       als Ware,  produziert werden; ein großer Teil der arbeitenden Be-
       völkerung wird noch nicht in Lohnarbeiter und ein großer Teil der
       Arbeitsbedingungen noch nicht in Kapital verwandelt sein.
       Die kapitalistische Produktion, also die reglementsmäßige Teilung
       der Arbeit  innerhalb des  Atelier[s], vermehrt  unmittelbar  die
       freie Teilung  der Arbeit  innerhalb der Gesellschaft (ganz abge-
       sehn von der durch die Massenproduktion bedingten Erweiterung des
       Austauschzirkels, des Weltmarkts), indem sie die Arbeit einer be-
       stimmten Anzahl  Arbeiter effektiver  macht, also beständig einen
       Teil der  Arbeitskräfte freisetzt  für neue  Beschäftigungsweisen
       und damit  zugleich bisher  latente oder  nicht vorhandne Bedürf-
       nisse und  Arbeitsweisen zu  ihrer Befriedigung  entwickelt. Auch
       durch die  Vermehrung der Bevölkerung, durch die Verwohlfeilerung
       der zur  Reproduktion und  Vervielfältigung  der  Arbeitsvermögen
       erheischten Lebensmittel; ebenso, indem der Surpluswert, der Teil
       der Revenue  wird, nun  in den  mannigfaltigsten  Gebrauchswerten
       sich zu verwirklichen sucht.
       Wo die   W a r e  als herrschende Form des Produkts erscheint und
       die Individuen nicht nur Produkte, Gebrauchswerte, Subsistenzmit-
       tel produzieren  müssen, um  überhaupt etwas  zu produzieren, der
       Gebrauchswert der  Ware für  sie vielmehr  nur stofflicher Träger
       des Tauschwerts, Tauschmittel, potentia 1*) Geld ist, wo sie also
       W a r e   produzieren müssen, ist ihr Verhältnis zueinander - so-
       weit der Stoffwechsel ihrer Tätigkeiten, überhaupt ihr Verhältnis
       innerhalb  der   Produktion  in   Betracht  kömmt   -   das   von
       W a r e n b e s i t z e r n.   Wie sich aber die Ware erst in dem
       Warenaustausch -  i. e. der Warenzirkulation - entwickelt, so der
       Warenbesitzer in  den Charakteren  von Verkäufer und Käufer. Ver-
       kauf und  Kauf, erst  die Darstellung des Produkts als Ware, dann
       die Darstellung  der Ware als Geld und die Metamorphose der Ware,
       worin sie  in aufeinanderfolgenden  Stadien als Ware Geld, wieder
       Ware sich  darstellt, sind die Bewegungen, wodurch die Produktio-
       nen der voneinander
       -----
       1*) dem Vermögen nach
       
       #310# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
       -----
       unabhängigen Individuen  g e s e l l s c h a f t l i c h  vermit-
       telt werden.  Die   g e s e l l s c h a f t l i c h e  Form ihres
       Produkts und ihrer Produktion, d. h. die gesellschaftliche Bezie-
       hung, in welche die Warenproduzenten als solche treten, sind eben
       nur die  Darstellung ihres  Produkts als   W a r e   und  G e l d
       und die  Akte, Bewegungen, worin es diese verschiednen Bestimmun-
       gen abwechselnd annimmt, Verkauf und Kauf.
       Welches also  immer der innere notwendige aus der Natur ihrer Be-
       dürfnisse und  aus der  Art der  sie  produzierenden  Tätigkeiten
       selbst entspringende  Zusammenhang sei, der die verschiedenen Ge-
       brauchswerte, also  auch die  verschiednen sie produzierenden, in
       ihnen steckenden Arbeitsweisen zu einem Ganzen, Totalität, System
       von Tätigkeiten  und Reichtum  verbindet -  in welchem Verhältnis
       immer der Gebrauchswert der einen Ware als Konsumtionsmittel oder
       Produktionsmittel Gebrauchswert  für den andren Warenbesitzer sei
       -, die   g e s e l l s c h a f t l i c h e   Beziehung, worin die
       Warenbesitzer treten, ist die Darstellung ihres Produkts als Ware
       und Geld  und die Bewegung, worin sie als Träger der Metamorphose
       der Waren ¦¦187¦ einander gegenübertreten.
       Wenn das  Dasein der Produkte füreinander als Waren und daher der
       Individuen als  Warenbesitzer, weiterentwickelt als Verkäufer und
       Käufer, daher  an und  für sich gesellschaftliche Teilung der Ar-
       beit voraussetzt - denn ohne dieselbe würden die Individuen nicht
       Ware, sondern  unmittelbar  Gebrauchswert,  Subsistenzmittel  für
       sich selbst produzieren ", so setzt es ferner eine bestimmte Tei-
       lung der  gesellschaftlichen Arbeit voraus, nämlich eine Teilung,
       die   f o r m e l l  absolut zufällig ist und dem freien Belieben
       und Treiben  der Warenproduzenten überlassen bleibt. Soweit diese
       Freiheit beschränkt ist, ist sie nicht durch staatliche oder son-
       stige äußerliche  Einflüsse beschränkt,  sondern durch  die  Exi-
       stenzbedingungen, die  Charakteristika, die die Ware zur Ware ma-
       chen. Sie  muß einen  Gebrauchswert haben  für die  Gesellschaft,
       d.h. die  Käufer, also  bestimmte wirkliche oder eingebildete Be-
       dürfnisse befriedigen.  Hier ist eine Basis, auf die der einzelne
       Warenproduzent baut, aber es ist seine Sache, ob er vorhandne Be-
       dürfnisse befriedigt oder neue durch seinen Gebrauchswert hervor-
       ruft, oder  ob er sich verrechnet und ein nutzloses Ding geschaf-
       fen hat.  Es ist  seine Sache,  einen Käufer aufzufinden, für den
       seine Ware  einen Gebrauchswert hat. Die zweite Bedingung, die er
       zu erfüllen hat, ist, nicht mehr Arbeit auf seine Ware zu verwen-
       den als  die zu  ihrer Produktion gesellschaftlich notwendige Ar-
       beitszeit, und  dies zeigt sich darin, daß er nicht mehr Arbeits-
       zeit zu  ihrer Produktion erheischt als der Durchschnitt der Pro-
       duzenten, die  dieselbe Ware produzieren. Die Produktion des Pro-
       dukts als Ware - wenn die Ware notwendige Form des Produkts, all-
       gemein Form der
       
       #311# b) Teilung der Arbeit
       -----
       Produktion, daher auch die Befriedigung der Lebensbedürfnisse 1*)
       durch Verkauf  und Kauf  vermittelt -  bedingt also  eine gesell-
       schaftliche Teilung  der Arbeit, die zwar dem Inhalt nach auf ei-
       ner Basis von Bedürfnissen, Zusammenhang der Tätigkeiten usw. be-
       ruht, deren  Zusammenhang aber  formell nur durch die Darstellung
       des Produkts  als Ware,  das Gegenübertreten  der Produzenten als
       Warenbesitzer, als  Verkäufer  und  Käufer    v e r m i t t e l t
       ist, also  einerseits ebensosehr  als das  Produkt einer   v e r-
       b o r g e n e n,   in den  Individuen  nur  als  Not,  Bedürfnis,
       Fähigkeit  usw.   erscheinenden   Naturnotwendigkeit   erscheint,
       andrerseits als  das Resultat  ihres unabhängigen,  nur durch das
       Wesen des  Produkts - Gebrauchswert und Tauschwert sein zu müssen
       - bedingten Beliebens.
       Andrerseits: Das Produkt nimmt nur allgemein die Form der Ware an
       - das  Verhältnis der  Produzenten zueinander  als Verkäufer  und
       Käufer wird nur der sie beherrschende gesellschaftliche Zusammen-
       hang -,  wo das Arbeitsvermögen selbst zur Ware für seinen Besit-
       zer, der  Arbeiter daher Lohnarbeiter und das Geld Kapital gewor-
       den ist.  Der gesellschaftliche Zusammenhang zwischen dem Geldbe-
       sitzer und  dem Arbeiter ist auch nur der von Warenbesitzern. Das
       Verhältnis modifiziert  sich, bringt  neue gesellschaftliche Ver-
       hältnisse hervor,  durch die  spezifische Natur der Ware, die der
       Arbeiter zu  verkaufen hat  und die  eigentümliche Art, worin der
       Käufer dasselbe konsumiert, ganz wie den besondren Zweck, wozu er
       es kauft.  Die kapitalistische  Produktion führt u.a. die Teilung
       der Arbeit  im Innern des Ateliers mit sich, und es ist dies, wie
       die andren  vom Kapital  angewandten Produktionsmittel,  die  die
       Massenproduktion, daher  die Gleichgiltigkeit  des Gebrauchswerts
       des Produkts  für den  Produzenten, die Produktion für den bloßen
       Verkauf des Produkts als bloßer Ware ¦¦188¦ weiterentwickeln.
       Daher ergibt  sich also,  wie die freie, scheinbar zufällige, un-
       kontrollierte und  dem  Treiben  der  Warenproduzenten  anheimge-
       stellte   T e i l u n g   d e r   A r b e i t  i n  n e r h a l b
       d e r   G e s e l l s c h a f t   der systematischen, planmäßigen
       2*), reglementsmäßigen,  unter dem Kommando des Kapitals vor sich
       gehenden Teilung der Arbeit im Innern des Ateliers entspricht und
       beide sich  gleichmäßig miteinander  entwickeln, sich durch Wech-
       selwirkung produzieren.
       In Gesellschaftsformen  dagegen, wo die gesellschaftliche Teilung
       selbst als festes Gesetz, äußere Norm erscheint, Regeln unterwor-
       fen ist, findet die Teilung der Arbeit, wie sie die Basis der Ma-
       nufaktur bildet,  nicht oder  nur sporadisch  und nur in Anfängen
       statt.
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       1*) In der  Handschrift: Lebensmittel  - 2*) in  der Handschrift:
       systematischen, planmäßigen, systematischen
       
       #312# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
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       Z.B. die  Zunftgesetze bestimmen  ein sehr  niedriges Maximum von
       Gesellen, die  ein Meister halten kann. Er wird eben dadurch ver-
       hindert, sich zum Kapitalisten zu entwickeln. Die Teilung der Ar-
       beit ist damit von selbst vom Innern des Ateliers ausgeschlossen.
       (Etwas weiter auszuführen.)
       Platos Hauptargument  für die  Teilung der  Arbeit, 1*) daß, wenn
       einer verschiedene  Arbeiten verrichtet,  die eine oder die andre
       also als  Nebenwerk verrichtet,  das Produkt  auf die Gelegenheit
       des Arbeiters  warten muß, während sich umgekehrt die Arbeit nach
       den Erfordernissen  des Produkts richten soll, neuerdings von den
       bleachers und  dyers 2*)  gegen ihre Subsumtion unter die factory
       acts [89]  {77ie Bleaching  and Dyeing Works Act came into Opera-
       tion on  1st August 1861  3*).} geltend gemacht. Nach dem factory
       act nämlich,  dessen provisions  4*) in dieser Beziehung reprodu-
       ziert für Bleaching etc.:
       
       "während irgendeiner Essenszeit, die irgendeinen Teil der einein-
       halb Stunden  für Mahlzeiten  bildet, soll kein Kind, keine junge
       Person oder  Frau beschäftigt oder ihnen gestattet werden, in ir-
       gendeinem Raum zu verweilen, in dem ein Fabrikationsprozeß durch-
       geführt wird;  und alle  diese jungen  Personen und Frauen sollen
       ihre  Essenszeiten     i n     d e r     g l e i c h e n    T a -
        g e s p e r i o d e   erhalten." ("Factory  Report for  the half
       year ending 31st Oct. 1861":) "Die Bleicher beschweren sich wegen
       der für  sie geforderten  Einheitlichkeit der  Essenszeiten.  Ihr
       Einspruch gründet  sich darauf, daß man zwar die Maschinen in Fa-
       briken ohne  Nachteil jederzeit  anhalten kann und in diesem Fall
       außer der  Produktion selbst  nichts verloren  geht. Dagegen kann
       bei den unterschiedlichen Operationen wie  s e n g e n,  waschen,
       bleichen, mangeln,  kalandern und färben keine von ihnen in einem
       bestimmten Augenblick  gestoppt werden, ohne Schaden zu riskieren
       ... die  gleiche Mittagsstunde  für alle  Arbeiter  durchzusetzen
       könne gelegentlich  wertvolle Güter dem Wagnis aussetzen, welches
       sich aus unvollständiger Bearbeitung ergibt." (l.c., p. 21, 22.)
       (Dieselbe dinner  hour 5*)  festgesetzt, weil sonst die Kontrolle
       unmöglich wird,  ob die  Arbeiter überhaupt die mealtimes 6*) er-
       halten.)
                                  ---
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       1*) Siehe vorl.  Band, S.  276-279 -  2*) Bleichern und Färbern -
       3*) Das Fabrikgesetz  für Bleichereien and Färbereien wurde am 1.
       August 1861  in Kraft  gesetzt -  4*) Bestimmungen - 5*) Mittags-
       stunde - 6*) Essenszeiten
       
       #313# b) Teilung der Arbeit
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       Verschiedne Arten der Division du travail 1*)
       
       "Wir begegnen bei den Völkern, die eine gewisse Stufe der Zivili-
       sation erreicht  haben, drei  Arten von  Teilung der  Arbeit: die
       e r s t e,   die wir  die  a l l g e m e i n e  nennen, führt die
       Scheidung der  Produzenten  in  Landwirte,  Gewerbetreibende  und
       Kaufleute herbei, sie entspricht den drei Hauptzweigen der natio-
       nalen Arbeit;  die   z w e i t e,  ¦¦189¦ die man die  b e s o n-
       d e r e   nennen  könnte,  ist  die  Unterteilung  innerhalb  der
       einzelnen  Erwerbszweige.  So  z.B.  in  der    e i n f a c h e n
       Industrie, wo  man zwischen  dem Beruf  des Landmanns und dem des
       Bergarbeiters unterscheiden  muß etc.  Die   d r i t t e  Art der
       Teilung der  Arbeit endlich,  die man  als   T e i l u n g  d e r
       A r b e i t s v e r r i c h t u n g    oder  als    T e i l u n g
       d e r   A r b e i t  i m  e i g e n t l i c h e n  S i n n e  be-
       zeichnen sollte,  ist diejenige,   d i e   s i c h   i n    d e n
       e i n z e l n e n   H a n d w e r k e n    u n d    B e r u f e n
       h e r a u s b i l d e t   und die  darin besteht, daß mehrere Ar-
       beiter untereinander  ihre Verrichtungen  aufteilen, die sie aus-
       üben müssen,  um denselben  Gegenstand für  Gebrauch und  Verkauf
       herzustellen, wobei jeder von ihnen nur eine der Arbeiten zu lei-
       sten hat,  deren Resultat  allein nicht die komplette Herstellung
       des  f e r t i g e n  G e g e n s t a n d e s  ist und wobei die-
       ses Resultat  nur durch   d i e   V e r  e i n i g u n g    d e r
       V e r r i c h t u n g e n   a l l e r   A r b e i t e r,  die mit
       seiner Herstellung  beschäftigt sind, zu erreichen ist. Von jener
       Art ist  die Teilung  der  Arbeit,  die  in  den    m e i s t e n
       M a n u f a k t u r e n   und Werkstätten  Fuß faßt,  wo man eine
       größere oder  kleinere Anzahl  Arbeiter mit  der Produktion einer
       W a r e n a r t    beschäftigt  sieht,  wobei  alle    u n t e r-
       s c h i e d l i c h e   V e r r i c h t u n g e n    a u s f ü h-
       r e n."   (p. 84-86,  1.1, F.  Skarbek,  "Theorie  des  richesses
       sociales ,  2. ed.,  Paris 1839.) "Die dritte Art der Teilung der
       Arbeit   w i r d  i n n e r h a l b  d e r  W e r k s t ä t t e n
       s e l b s t   v o l l z o g e n   ... sie entsteht von dem Moment
       an, da  Kapitalien vorhanden  sind,  welche  zur  Errichtung  von
       Manufakturen  bestimmt   sind,  und  da    W e r k s t a t t b e-
       s i t z e r   e x i s t i e r e n,  welche alle notwendigen  V o-
       r a u s z a h l u n g e n   l e i s t e n,   u m  A r b e i t e r
       a r b e i t e n   z u   l a s s e n,  und welche dank ihrer Fonds
       in der  Lage sind,  den Rückfluß  der verausgabten Kosten für die
       Herstellung der  Produkte abzuwarten,  die sie  für den Austausch
       zur Verfügung stellen." ([p.] 94, 95, l.c.)
       
       Einfache Kooperation
       
       "Ferner muß  man feststellen, daß diese partielle Teilung der Ar-
       beit auch  dann erfolgen  kann, wenn  die Arbeiter  mit derselben
       Verrichtung beschäftigt  sind. Die  Maurer z.B.,  die Ziegel  von
       Hand zu  Hand zu  einem höheren  Gerüst wandern  lassen, tun alle
       dieselbe Arbeit,  und dennoch  existiert unter ihnen eine Art von
       Teilung der  Arbeit, die  darin besteht,  daß jeder von ihnen den
       Ziegel ein bestimmtes Stück weiterwandern läßt und alle gemeinsam
       ihn viel  schneller an  den Bestimmungsort  gelangen lassen,  als
       trüge jeder  von ihnen seine Ziegel gesondert auf das Gerüst hin-
       auf." (l.c., p. 97, 98.) (Skarbek.)
       -----
       1*) Teilung der Arbeit

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