Quelle: MEW 43 Marx: Ökonomisches Manuskript 1861 bis 1863
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#258# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
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¦¦149¦ b) Teilung der Arbeit [106]
Die Teilung der Arbeit ist eine besondre, spezifizierte, wei-
terentwickelte Form der Kooperation, ein mächtiges Mittel, um die
Produktivkraft der Arbeit zu steigern, in kürzrer Arbeitszeit
dasselbe Werk zu verrichten, also die zur Reproduktion des Ar-
beitsvermögens nötige Arbeitszeit zu verkürzen und die Surplusar-
beitszeit zu verlängern.
In der einfachen Kooperation ist das Zusammenwirken vieler, die
d i e s e l b e Arbeit verrichten. In der Teilung der Arbeit ist
die Kooperation vieler Arbeiter unter dem Kommando des Kapitals,
die die u n t e r s c h i e d n e n Teile d e r s e l b e n
W a r e n produzieren, wovon jeder besondre Teil eine besondre
Arbeit erheischt, eine besondre Operation, und jeder Arbeiter
oder ein bestimmtes Multiplum Arbeiter nur eine besondre Opera-
tion verrichtet, der andre eine andre usf.; die Totalität dieser
Operationen aber e i n e W a r e, eine bestimmte besondre
Ware, produziert; in der Ware also die Totalität dieser besondren
Arbeiten sich darstellt.
Wir sagen W a r e in doppelter Hinsicht. Erstens kann eine
durch Teilung der Arbeit produzierte Ware selbst wieder Halbfa-
brikat, Rohstoff, Arbeitsmaterial für eine andre Produktions-
sphäre sein. Ein solches Produkt braucht also keineswegs ein Ge-
brauchswert zu sein, der seine letzte Form, worin er schließlich
in die Konsumtion eingeht, erhalten hat.
Sind verschiedne Produktionsprozesse zur Herstellung eines
Gebrauchswertes erheischt, z.B. von gedrucktem Kattun - Spinnen,
Weben, Drucken -, so ist der gedruckte Kattun das Resultat dieser
verschiednen Produktionsprozesse und der Totalität der besondren
Arbeitsweisen Spinnen, Weben, Drucken. Es findet deswegen noch
keine Teilung der Arbeit in dem jetzt betrachteten Sinn statt.
Ist das Gespinst W a r e, das G e w e b e W a r e und der
gedruckte Kattun besondre Ware neben diesen Waren - diesen
Gebrauchswerten, die das Produkt von Prozessen sind, die dem
Drucken des Kattuns vorhergehn müssen, so findet keine Teilung
der Arbeit in dem jetzt betrachteten Sinn statt, obgleich gesell-
schaftliche Teilung der Arbeit stattfindet, denn das Gespinst ist
das Produkt von Spinnern, das Gewebe das Produkt von Webern und
der Kattun das Produkt von Druckern. Die zur Hervorbringung des
gedruckten Kattuns notwendige Arbeit ist geteilt in Spinnerei,
Weberei, Druckerei, und jeder dieser Zweige bildet die Beschäfti-
gung einer besondren Abteilung von Arbeitern, von denen jeder nur
diese besondre Operation des Spinnens oder Webens oder Druckens
verrichtet. Hier ist also erstens eine Totalität besondrer Arbei-
ten nötig, um den gedruckten Kattun zu produzieren;
#259# b) Teilung der Arbeit
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und zweitens sind verschiedne Arbeiter unter jede dieser besond-
ren Arbeitsoperationen subsumiert. Aber es kann nicht gesagt wer-
den, daß sie zur Produktion d e r s e l b e n W a r e konkur-
rieren. Sie produzieren vielmehr voneinander unabhängige Waren.
Das Gespinst ist so gut Ware nach der Voraussetzung wie der ge-
druckte Kattun. Das Dasein eines Gebrauchswerts als Ware hängt
nicht von der Natur dieses Gebrauchswertes ab, also auch nicht
davon, wie nah oder fern er der Gestalt steht, worin er schließ-
lich in die Konsumtion, sei es als Arbeitsmittel, sei es als Le-
bensmittel, eingeht. Es hängt nur davon ab, daß ein bestimmtes
Quantum Arbeitszeit in diesem Produkt dargestellt ist und daß es
das Material zur Befriedigung gewisser Bedürfnisse ist, seien
dies nun Bedürfnisse eines weiteren Produktionsprozesses oder des
Konsumtionsprozesses. Träte dagegen der gedruckte Kattun erst als
W a r e auf den Markt, sobald er die Prozesse des Spinnens, We-
bens und Druckens durchlaufen hätte, so wäre er durch
T e i l u n g der Arbeit produziert.
Wir haben gesehn [107], daß das Produkt überhaupt nur Ware wird
und Warenaustausch als Bedingung der Produktion überhaupt nur
stattfindet, wenn eine gesellschaftliche Teilung der Arbeit
¦¦150¦ oder eine Teilung der gesellschaftlichen Arbeit stattfin-
det. In den besondren Waren stecken besondre Arbeitsweisen, und
der Produzent oder Besitzer der einzelnen Ware bemächtigt sich
nur seines aliquoten 1*) Teils der gesellschaftlichen Produktion,
d.h. der Produkte aller andren Arbeitszweige durch den Austausch,
viz. 2*) Verkauf seines Produkts, durch die Verwandlung seiner
Ware in Geld. Daß er überhaupt Ware produziert, schließt ein, daß
seine Arbeit einseitig ist und nicht u n m i t t e l b a r
seine Subsistenzmittel produziert, diese vielmehr nur durch den
Austausch seiner Arbeit gegen die Produkte andrer Arbeitszweige.
Diese gesellschaftliche Teilung der Arbeit, die in dem Dasein des
Produkts als Ware und des Warenaustauschs vorausgesetzt ist, ist
wesentlich verschieden von der Teilung der Arbeit, die wir hier
betrachten. Die letztre setzt die erstre als ihren Ausgangspunkt
und ihre Grundlage voraus. In der erstren findet Teilung der Ar-
beit statt, sofern jede Ware die andre, also jeder Warenbesitzer
oder Produzent dem andren gegenüber einen besondren Arbeitszweig
darstellt und die Totalität dieser besondren Arbeitszweige, ihr
Dasein als das Ganze der gesellschaftlichen Arbeit ist vermittelt
durch den W a r e n a u s t a u s c h oder weiter bestimmt die
Z i r k u l a t i o n d e r W a r e n, die die Geldzirkula-
tion, wie wir gesehn, [108] einschließt. Es kann bedeutende Tei-
lung der Arbeit in diesem Sinn stattfinden, ohne daß die Teilung
der Arbeit im letztren Sinn existiere. Auf
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1*) entsprechenden - 2*) nämlich
#260# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
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der Grundlage der Warenproduktion kann die letztre dagegen nicht
ohne die erstre stattfinden, obgleich sie stattfinden kann, ohne
daß die Produkte überhaupt als Waren produziert werden, ohne daß
die Produktion überhaupt auf Grundlage des Warenaustauschs statt-
findet. Die erste Teilung der Arbeit zeigt sich darin, daß das
Produkt eines besondren Arbeitszweigs als besondre Ware den Pro-
dukten aller andren Arbeitszweige als von ihr verschiednen selb-
ständigen Waren gegenübertritt. Die zweite Teilung der Arbeit
findet dagegen statt in der Produktion eines besondren Gebrauchs-
werts, bevor er als besondre, selbständige Ware auf den Markt, in
Zirkulation, tritt. Die Ergänzung der verschiednen Arbeiten fin-
det im ersten Fall durch den Warenaustausch statt. Im zweiten ist
direktes, nicht durch Warenaustausch vermitteltes Zusammenwirken
der besondren Arbeiten zur Herstellung desselben Gebrauchswerts
unter dem Kommando des Kapitals. Durch die erste Teilung der Ar-
beit treten sich die Produzenten als selbständige Warenbesitzer
gegenüber und als Repräsentanten besonderer Arbeitszweige. Durch
die zweite erscheinen sie vielmehr als unselbständig, indem sie
nur durch ihre Kooperation eine ganze Ware produzieren, überhaupt
Ware produzieren, und nicht eine besondre Arbeit, sondern viel-
mehr jeder nur die einzelnen, in einer besondren Arbeit kombi-
nierten, zusammenlaufenden Operationen darstellt und der Warenbe-
sitzer, der Produzent der ganzen Waren, ihnen, den unselbständi-
gen Arbeitern, als Kapitalist gegenübersteht.
A. Smith verwechselt beständig die Teilung der Arbeit in diesen
sehr verschiednen, sich zwar ergänzenden, aber auch in gewisser
Rücksicht gegenüberstehenden Bedeutungen. Neure Engländer [109],
um die Konfusion zu vermeiden, nennen die erste Art Division of
Labour, Teilung der Arbeit, die zweite Subdivision of Labour, Un-
terteilung der Arbeit, was jedoch den begrifflichen Unterschied
nicht darstellt.
Wie Stecknadel und Twist zwei besondre Waren, stellt jede dersel-
ben besondren Arbeitszweig dar, und ihre Produzenten stehn sich
als Warenbesitzer gegenüber. Sie repräsentieren Teilung der ge-
sellschaftlichen Arbeit, wovon jeder Teil dem andren als besondre
Produktionssphäre gegenübersteht. Dagegen die zur Produktion der
Stecknadel erheischten verschiednen Operationen - gesetzt näm-
lich, daß die besondren Teile derselben nicht als besondre Waren
auftreten -, wenn sie ebensoviele Arbeitsweisen darstellen, wor-
unter besondre Arbeiter subsumiert, ist Teilung der Arbeit im
zweiten Sinn. Es ist die Besonderung der Operationen innerhalb
der zu einer besondren W a r e gehörigen Produktionssphäre und
die Verteilung jeder dieser Operationen unter besondre Arbeiter,
deren Kooperation das ganze Produkt schafft, die W a r e, deren
Repräsentant aber nicht der Arbeiter, sondern der Kapitalist.
#261# b) Teilung der Arbeit
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¦¦151¦ Auch diese Form der Teilung der Arbeit, die wir hier be-
trachten, erschöpft keineswegs die Teilung der Arbeit. Letztre
ist in gewisser Beziehung die Kategorie aller Kategorien der po-
litischen Ökonomie. Wir haben sie hier aber nur zu betrachten als
eine besondre Produktivkraft des Kapitals.
Es ist klar, 1. daß diese Teilung der Arbeit gesellschaftliche
Teilung der Arbeit voraussetzt. Erst aus der im Warenaustausch
entwickelten Besondrung der gesellschaftlichen Arbeit scheiden
sich die Arbeitszweige so weit ab, daß jeder besondre Zweig zu
der Spezialarbeit zurückgeführt wird, worin nun die Teilung in-
nerhalb dieser Spezialarbeit, ihre Analyse, stattfinden kann. 2.
ist ebenso klar, daß die zweite Teilung der Arbeit umgekehrt die
erste ausdehnen muß - rückschlagend. E r s t e n s, soweit sie
mit allen andren Produktivkräften gemein hat, die für einen be-
stimmten Gebrauchswert erheischte Arbeit zu verkürzen, also frei-
zusetzen Arbeit für eine neue Branche der gesellschaftlichen Ar-
beit. Zweitens, und dies ist ihr spezifisch, soweit sie in ihrer
Analyse eine Spezialität so spalten kann, daß die verschiednen
B e s t a n d t e i l e d e s s e l b e n G e b r a u c h s-
w e r t s nun als verschiedne voneinander unabhängige Waren
produziert werden, oder auch, daß die v e r s c h i e d n e n
A r t e n d e s s e l b e n G e b r a u c h s w e r t s, die
früher alle derselben Produktionssphäre anheimfielen, nun durch
die Analyse der einzelnen derselben verschiednen Produktionssphä-
ren anheimfallen.
Das eine ist Teilung der gesellschaftlichen Arbeit in verschiedne
Arbeitszweige; das andre Teilung der Arbeit in der Manufaktur ei-
ner Ware, also Teilung der Arbeit nicht in der Gesellschaft, son-
dern gesellschaftliche Teilung der Arbeit innerhalb eines und
desselben Ateliers. Der Teilung der Arbeit im letztren Sinn ent-
spricht die M a n u f a k t u r als besondre W e i s e d e r
P r o d u k t i o n.
A. Smith unterscheidet nicht die Teilung der Arbeit in beiden
senses 1*). Die letztere Teilung der Arbeit erscheint bei ihm da-
her auch nicht als etwa? der kapitalistischen Produktion Spezifi-
sches.
Das Kapitel über die Teilung der Arbeit, womit er sein Werk er-
öffnet (book I, ch. I) ("De la Division du travail") beginnt da-
mit:
"Man verschafft sich viel leichter eine Vorstellung von den Wir-
kungen der T e i l u n g d e r A r b e i t auf die allgemeine
Industrie der Gesellschaft, wenn man untersucht, wie diese in ei-
nigen besonderen Manufakturen in Erscheinung treten." [p. 11.]
[110]
Die Teilung der Arbeit innerhalb des A t e l i e r s (worunter
hier eigentlich Werkstatt, factory 2*), Mine, Acker verstanden
wird, gesetzt nur, daß die in der
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1*) Bedeutungen - *) Fabrik
#262# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
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Produktion einer bestimmten W a r e beschäftigten Individuen
kooperieren unter dem Kommando des Kapitals), die kapitalistische
Teilung der Arbeit gilt ihm nur und wird von ihm nur besonders
besprochen als leichter faßliches, mehr greifbares und anschauli-
ches Beispiel von den Wirkungen der Teilung der Arbeit innerhalb
der Gesellschaft überhaupt und auf die "industrie générale de la
société" 1*).
Daß dies der Fall:
"Man nimmt gemeinhin an, daß die T e i l u n g in einigen von
den Manufakturen, wo Gegenstände von geringem Wert hergestellt
werden, weitestmöglich betrieben wird. Es besteht kein Zweifel
daran, daß sie tatsächlich dort weiter gediehen ist als in den
bedeutenderen Fabriken, aber es ist so, daß in den erstgenannten
Manufakturen, welche kleine und nur von einer geringen Anzahl
Menschen verlangte Gegenstände herstellen, die Gesamtzahl der
dort angestellten Arbeiter notwendigerweise niedrig ist u n d
d a ß h ä u f i g a l l j e n e, d i e m i t d e n e i n-
z e l n e n u n t e r s c h i e d l i c h e n A r b e i t s-
g ä n g e n b e f a ß t s i n d, i n d e r s e l b e n
W e r k s t a t t v e r e i n t s e i n k ö n n e n und sich
alle zugleich unter den Augen der Aufsichtsperson befinden. Im
Gegensatz dazu b e s c h ä f t i g t in jenen großen Manu-
fakturen, welche die Konsumtionsobjekte für die Masse der Bevöl-
kerung liefern, j e d e r A r b e i t s g a n g e i n e s o
g r o ß e A n z a h l A r b e i t e r, d a ß e s u n m ö g-
l i c h i s t, s i e a l l e ¦¦152¦ i n d e r s e l b e n
W e r k s t a t t u n t e r z u b r i n g e n. Selten wird man
auf einen Blick etwas anderes zu sehen bekommen als jene, die mit
einem einzigen Arbeitsgang beschäftigt sind. Und dennoch ist in
diesen Manufakturen in Wirklichkeit die Arbeit in eine weit grö-
ßere Anzahl von Arbeitsgängen geteilt als in den Manufakturen der
erstgenannten Art, wobei die Teilung hier weniger spürbar ist und
daher weniger untersucht wurde." [p. 11/12.]
Diese Stelle beweist erstens, auf welcher kleinen Stufenleiter
industrielle Unternehmungen noch zur Zeit A. Smith ausgeführt
wurden.
Zweitens, die Teilung der Arbeit in einem Atelier und die Teilung
eines Arbeitszweiges innerhalb der Gesellschaft in verschiedne
voneinander unabhängige Branchen sind ihm nur s u b j e k t i v,
nicht o b j e k t i v verschieden. Bei der einen sieht man die
Teilung auf einen Blick, bei der andren nicht. An der Sache ist
damit nichts geändert, sondern nur an der Art und Weise, wie der
Beobachter sie sieht. Z. B. betrachtet man die ganze Industrie
von Eisenwaren von der Produktion des Roheisens durch alle die
verschiednen Arten, worin sie sich spaltet und wovon jede einen
unabhängigen Produktionszweig bildet, eine s e l b s t ä n-
d i g e Ware bildet, deren Zusammenhang mit ihren Vorstufen oder
Nachstufen durch den Warenaustausch vermittelt wird, so zählt
diese gesellschaftliche Teilung dieser Industriebranche viel-
leicht mehr Teile als die uns im innern einer Nadelfabrik ent-
gegentreten.
A. Smith begreift die Teilung der Arbeit also nicht als besondre,
spezifisch
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1*) "allgemeine Industrie der Gesellschaft"
#263# b) Teilung der Arbeit
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verschiedne, für die k a p i t a l i s t i s c h e Produktions-
weise charakteristische Form.
Die Teilung der Arbeit, wie wir sie hier betrachten, unterstellt
erstens, daß die gesellschaftliche Teilung der Arbeit schon eine
bedeutende Höhe der Entwicklung erlangt hat, daß die verschiednen
Produktionssphären voneinander getrennt und innerhalb ihrer
selbst wieder in selbständige Unterarten geteilt sind; wie sich
das Kapital überhaupt nur entwickeln kann auf Grundlage einer
schon relativ ausgebildeten Warenzirkulation, die identisch ist
mit einer relativ ausgebildeten Entwicklung der Teilung
(Verselbständigung) der Geschäftszweige innerhalb des Ganzen der
Gesellschaft. Dies vorausgesetzt, also daß z. B. die Produktion
des Baumwollgarns als unabhängiger, selbständiger Geschäftszweig
existiert (also z.B. nicht mehr als ländliche Nebenarbeit), so
ist die zweite Voraussetzung für die Teilung der Arbeit, die ihr
selbst vorhergeht und vor ihr existiert, daß viele Arbeiter in
diesem Zweig unter dem Kommando des Kapitals in ein Atelier ver-
einigt sind. Diese Vereinigung, die Agglomeration der Arbeiter
unter das Kommando des Kapitals, die die Bedingung der k a p i-
t a l i s t i s c h e n Kooperation ist, macht sich aus zwei
Gründen. Erstens hängt der Mehrwert nicht nur von seiner Rate ab,
sondern seine absolute Masse, Größe, hängt zugleich ab von der
Zahl der Arbeiter, die gleichzeitig von demselben Kapital
exploitiert werden. Es wirkt als Kapital im Verhältnis zur Arbei-
terzahl, die es gleichzeitig beschäftigt. Die Unabhängigkeit der
Arbeiter in ihrer Produktion ist damit vorbei. Sie arbeiten unter
der Aufsicht und dem Kommando des Kapitals. Soweit sie zusammen-
wirken und zusammenhängen, existiert ihr Zusammenhang im Kapital,
oder dieser Zusammenhang ist ihnen gegenüber selbst nur äußer-
lich, eine Daseinsweise des Kapitals. Ihre Arbeit wird
Z w a n g s a r b e i t, weil sie, sobald sie in den Arbeitspro-
zeß eintreten, nicht ihnen, sondern bereits dem Kapital gehört,
ihm bereits einverleibt ist. Die Arbeiter werden der D i s z i-
p l i n des Kapitals unterworfen und in ganz veränderte Lebens-
verhältnisse gestellt. Die ersten Manufakturen in Holland und in
allen Ländern, wo sie sich selbständig entwickelt und nicht
fertig von außen importiert wurden, waren wenig mehr als
Konglomeration von Arbeitern, die dieselbe Ware produzierten, und
Konzentration von Arbeitsmitteln in demselben Atelier, unter dem
Kommando desselben Kapitals. Entwickelte Teilung der Arbeit
findet in ihnen nicht statt, entwickelt sich vielmehr erst in ih-
nen als ihrer natürlichen Grundlage. In den mittelaltrigen Zünf-
ten wurde der Meister ¦¦153¦ verhindert, Kapitalist zu werden,
dadurch, daß die Zunftgesetze die Anzahl der Arbeiter, die er
gleichzeitig beschäftigen durfte, auf ein sehr geringes Maximum
beschränkten.
Zweitens, die ökonomischen Vorteile, die aus der gemeinsamen Be-
nutzung
#264# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
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der Gebäulichkeit, Feuerung etc. entsprangen und so sehr bald
auch - von aller Teilung der Arbeit abgesehn - diesen Manufaktu-
ren produktiv einen Vorzug über den patriarchalischen oder zunft-
mäßigen Betrieb gaben, gehören nicht hierher, da wir hier nur zu
betrachten haben, nicht die Ö k o n o m i e in den
A r b e i t s b e d i n g u n g e n, sondern die produktivre An-
wendung des Kapital variabel; wie weit diese Mittel d i r e k t
die in einer bestimmten Produktionssphäre angewandte Arbeit pro-
duktiver machen.
Selbst wo ein bestimmter Geschäftszweig - sieh z.B. Blanqui 1*) -
sehr geteilt, aber patriarchalisch, so daß jeder Teil als beson-
dre Ware, unabhängig von den andren oder nur durch den Warenaus-
tausch vermittelt, stattfindet, ist die Vereinigung in einem Ate-
lier keineswegs nur formell. In diesen Umständen findet die Ar-
beit fast immer als häuslich-ländliche Nebenarbeit statt, fehlt
also die absolute Subsumtion des Arbeiters unter eine ganz ein-
seitige und einfache Operation. Sie ist nicht seine ausschließli-
che Arbeit. Dann aber fehlt die Hauptsache. Diese Arbeiter arbei-
ten mit ihren eignen Arbeitsmitteln. Die Produktionsweise selbst
ist in der Tat nicht kapitalistisch, sondern der Kapitalist tritt
nur als M i t t e l s m a n n, als K a u f m a n n zwischen
diese selbständigen Arbeiter und den definitiven Käufer ihrer Wa-
ren. Diese Form, worin das Kapital sich noch nicht der Produktion
selbst bemächtigt hat und die auf einem großen Teil des Konti-
nents noch herrscht, bildet stets den Übergang von ländlichen Ne-
benindustrien in die kapitalistische Produktionsweise selbst. Der
Kapitalist erscheint hier noch dem Arbeiter, der selbst als Wa-
renbesitzer, Produzent und Verkäufer erscheint, als K ä u f e r
d e r W a r e n, nicht d e r A r b e i t gegenüber. Es fehlt
also noch die Grundlage der kapitalistischen Produktion.
Wo jene Teilung der Arbeit in der Form unabhängiger Produktions-
zweige existiert, wie in dem Beispiel von Blanqui finden eine
Masse zeitraubender unproduktiver Zwischenprozesse statt, bedingt
dadurch, daß die verschiednen Stufen der Ware als selbständige
Waren existieren und ihr Zusammenhang in der Gesamtproduktion
durch den Warenaustausch, Kauf und Verkauf erst vermittelt ist.
Das Füreinanderarbeiten in den verschiednen Branchen ist allerlei
Zufälligkeiten, Unregelmäßigkeiten usf. unterworfen, indem erst
der Zwang im Atelier die Gleichzeitigkeit, Gleichmäßigkeit und
Proportionalität in den Mechanismus dieser verschiednen Operatio-
nen hineinbringt, sie überhaupt erst zu einem gleichförmig wir-
kenden Mechanismus verbindet.
Wenn die Teilung der Arbeit, soweit sie erst auf Grundlage d.
vorhandnen Ateliers zur fernren Analyse der Operationen und Sub-
sumtion bestimmter
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1*) Siehe vorl. Band, S. 280
#265# b) Teilung der Arbeit
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Arbeitermultiples unter dieselben fortgeht, d i e T e i l u n g
w e i t e r f ü h r t, ist sie, soweit die disjecta membra poe-
tae [111] vorher selbständig, als ebensoviele unabhängige Waren
und daher als Produkte ebensoviel unabhängiger Warenbesitzer ne-
beneinander existierten, auch umgekehrt K o m b i n a t i o n
derselben in einem Mechanismus, eine Seite, die Adam ganz über-
sieht.
Wir werden später noch weiter darauf eingehn, jvarum die Teilung
der Arbeit innerhalb der Gesellschaft, eine Teilung, die durch
den Warenaustausch zum Ganzen der Produktion sich ergänzt und auf
die einzelnen Vertreter derselben nur durch die Konkurrenz, Ge-
setz der Nachfrage und Zufuhr wirkt, sich gleichmäßig weiterent-
wickelt, Hand in Hand geht mit der Teilung der Arbeit im Innern
des Ateliers, der die kapitalistische Produktion charakte-
risierenden Teilung der Arbeit, worin die Unabhängigkeit der Ar-
beiter vollständig vernichtet und sie Teile eines unter dem Kom-
mando des Kapitals stehenden gesellschaftlichen Mechanismus wer-
den.
¦¦154¦ Soviel ist klar, A. Smith hat die T e i l u n g d e r
A r b e i t nicht als ein der kapitalistischen Produktionsweise
Eigentümliches begriffen, wodurch, nebst der Maschinerie und ein-
fachen Kooperation, die Arbeit nicht nur formell, sondern in ih-
rer Wirklichkeit durch die Subsumtion unter das Kapital verändert
wird. Er faßt sie in derselben Weise auf wie Petty und nach Petty
andrer seiner Vorgänger [109]. (Sieh die o s t i n d i s c h e
S c h r i f t. 1*) [112])
Smith, wie seine Vorgänger fassen in der Tat die Teilung der Ar-
beit noch vom a n t i k e n Standpunkt, insofern sie sie mit
der Teilung der Arbeit im Innern der Gesellschaft zusammenwerfen.
Sie unterscheiden sich von der Auffassung der Antiken nur in der
Betrachtung des Resultats und des Zwecks der Teilung der Arbeit.
Sie fassen sie von vornherein als Produktivkraft des Kapitals,
soweit sie das betonen und fast ausschließlich betrachten, daß
durch sie die W a r e n v e r w o h l f e i l e r t werden,
weniger notwendige Arbeitszeit erheischt wird, um eine bestimmte
Ware zu produzieren, oder eine größre Quantität von Waren in der-
selben notwendigen Arbeitszeit produziert werden kann, der
T a u s c h w e r t der einzelnen Waren also verringert wird.
Auf diese Seite des T a u s c h w e r t s - und darin besteht
ihr m o d e r n e r Standpunkt - legen sie alles Gewicht. Es
ist dies natürlich das Entscheidende, wo die Teilung der Arbeit
als Produktivkraft des Kapitals aufgefaßt wird, denn das ist sie
nur, soweit sie die zur Reproduktion des Arbeitsvermögens
erheischten Lebensmittel verwohlfeilert, weniger Arbeitszeit zu
ihrer Reproduktion erheischt. Die Alten, soweit sie überhaupt die
Teilung der Arbeit zum Gegenstand des Begreifens und Nachdenkens
gemacht, fassen dagegen ausschließlich den G e b r a u c h s-
w e r t
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1*) Siehe vorl. Band, S. 281
#266# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
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ins Auge. Die Produkte der einzelnen Produktionszweige erhalten
b e s s e r e Q u a l i t ä t infolge der Teilung der Arbeit,
während bei den Modernen der q u a n t i t a t i v e Gesichts-
punkt herrscht. Die Alten betrachten also die Teilung der Arbeit
nicht mit Bezug auf die W a r e, sondern mit Bezug auf das
P r o d u k t als solches. Ihr Einfluß auf die W a r e ist
das, was den zum Kapitalisten gewordnen Warenbesitzer interes-
siert; ihr Einfluß auf das P r o d u k t als solches bezieht
sich nur auf sie, soweit es sich um die Befriedigung der men-
schlichen Bedürfnisse überhaupt, den Gebrauchswert als solchen,
handelt. Die Anschauung der Griechen hat immer als ihren histori-
schen Hintergrund Ä g y p t e n, das ihnen ganz so als indu-
strielles Musterland galt, wie früher Holland, später England den
Modernen. Die Teilung der Arbeit findet bei ihnen, wie wir unten
weiter sehn werden, also mit Bezug auf die erbliche Teilung der
Arbeit und das aus ihr hervorgehende Kastenwesen statt, wie es in
Ägypten existierte.
A. Smith wirft auch weiter die beiden Formen der Teilung der Ar-
beit durcheinander. So heißt es weiter in demselben b. I, ch. I.:
"In jedem Gewerbe schafft die Teilung der Arbeit, wie weit sie
auch fortgeschritten sein mag, Raum für einen proportionalen Zu-
wachs in den produktiven Möglichkeiten der Arbeit. E s
s c h e i n t, d a ß d i e s e r V o r z u g d i e T r e n-
n u n g d e r v e r s c h i e d e n e n B e s c h ä f t i-
g u n g e n u n d H a n d w e r k e h e r v o r g e-
b r a c h t h a t. Außerdem ist im allgemeinen diese Trennung
in den Ländern weiter gediehen, die sich eines höheren Grades der
Veredelung und des Gewerbefleißes erfreuen; und was in einer noch
ein wenig unvollkommenen Gesellschaft die Arbeit eines einzelnen
Menschen ist, wird in einer fortgeschritteneren Gesellschaft zur
Verrichtung von mehreren." [p. 15.]
A. Smith hebt ausdrücklich den q u a n t i t a t i v e n Ge-
sichtspunkt, d.h. die Abkürzung der zur Produktion einer Ware nö-
tigen Arbeitszeit, als den ausschließlichen hervor, in der
Stelle, worin er die Vorteile der Teilung der Arbeit aufzählt.
"D i e s e s t a r k e E r h ö h u n g d e s A r b e i t s-
q u a n t u m s, d a s d i e g l e i c h e Z a h l v o n
H ä n d e n infolge der Teilung der Arbeit z u l e i s t e n
i m s t a n d e i s t, entspringt 3 verschiedenen Umständen."
(B. I, ch. I [, p. 18].)
Und zwar bestehn diese Vorteile nach ihm 1. aus der V i r-
t u o s i t ä t, die der Arbeiter in seiner einseitigen Branche
¦¦155¦ erwirbt.
"Erstens erhöht die wachsende Geschicklichkeit des Arbeiters
zwangsläufig d i e A r b e i t s m e n g e, die er liefern
kann, und indem die Teilung der Arbeit d i e A u f g a b e
j e d e s M e n s c h e n a u f i r g e n d e i n e s e h r
e i n f a c h e O p e r a t i o n r e d u z i e r t und
d i e s e z u r e i n z i g e n s e i n e s L e b e n s
w e r d e n l ä ß t, führt sie ihn notwendigerweise dazu, sich
eine sehr hohe Geschicklichkeit anzueignen." [p. 19.]
#267# b) Teilung der Arbeit
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(Also rapidité des opérations 1*).)
Z w e i t e n s: E r s p a r u n g d e r Z e i t, die beim
Übergang von einer Arbeit zur andren verlorengeht. Es ist dabei
"change de place" 2*) und "des outils différents" 3*) erfordert.
"Wenn die beiden Gewerbe i n d e r g l e i c h e n
W e r k s t a t t untergebracht werden können, ist der Zeitver-
lust zweifellos viel geringer. Dessen ungeachtet bleibt er aber
beachtlich. Für gewöhnlich trödelt der Mensch ein wenig, wenn er
eine Verrichtung beendet, um Hand an eine andere zu legen." [p.
20/21.]
Schließlich erwähnt A. Smith,
"daß es die Teilung der Arbeit ist, die ursprünglich zur Erfin-
dung aller dieser Maschinen zur Verkürzung und Erleichterung der
Arbeit geführt hat", [p. 21/22.]
(Nämlich durch die Arbeiter selbst, deren ganze attention auf ein
einfaches objet 4*) ausschließlich gerichtet ist.) Und der Ein-
fluß, den die savants ou théoriciens 5*) auf die Erfindung der
Maschinerie ausüben, ist selbst der gesellschaftlichen Teilung
der Arbeit verdankt, wodurch
"die philosophischen oder theoretischen Erkenntnisse wie jede an-
dere Tätigkeit zur hauptsächlichen oder einzigen Beschäftigung
einer besonderen Klasse von Bürgern werden". [p. 24.]
A. Smith bemerkt, daß, wenn einerseits die Teilung der Arbeit das
Produkt, Resultat der natürlichen Verschiedenheit der menschli-
chen Anlagen, letztere in noch viel höhrem Grade das Resultat der
Entwicklung der Teilung der Arbeit sind. Hier folgt er seinem
Lehrer Ferguson.
"In Wirklichkeit ist der Unterschied der natürlichen Begabung
zwischen den Individuen weitaus geringer als wir glauben, und
jene so unterschiedlichen Anlagen, welche die Menschen verschie-
dener Berufe anscheinend unterscheiden, wenn sie die Reife des
Alters erreicht haben, sind k e i n e s w e g s s o s e h r
d i e U r s a c h e a l s v i e l m e h r d i e W i r-
k u n g der Teilung der Arbeit ... Hätte ein jeder dieselbe
Aufgabe zu erfüllen" (ohne die Teilung und den Austausch, den er
zum G r u n d der Teilung der Arbeit macht) "und dieselbe
Arbeit zu verrichten, wäre es nicht zu diesem großen Unterschied
der Beschäftigungen gekommen, welche allein eine große Verschie-
denheit der Talente hervorbringen kann." [p. 33/34.] "Ursprüng-
lich unterscheiden sich Philosoph und Lastträger in Talent und
Intelligenz nicht halb so sehr voneinander wie ein Schäferhund
von einem Windhund." [p. 35.]
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1*) Geschwindigkeit der Arbeitsvorgänge - 2*) "Platzveränderung"
- 3*) "unterschiedliches Werkzeug" - 4*) Objekt - 5*) Wissen-
schaftler oder Theoretiker
#268# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
-----
Smith erklärt die Teilung der Arbeit überhaupt aus der
"Veranlagung der Menschen, Handel zu treiben und auszutauschen",
ohne welche "jeder gezwungen wäre, sich selbst alles Notwendige
zur Befriedigung seiner Bedürfnisse und Bequemlichkeiten zu be-
schaffen". (B. I, eh. II[, p. 34].)
Er unterstellt also die échange 1*), um die Teilung der Arbeit zu
erklären und unterstellt die Teilung der Arbeit, in order that
there be something to exchange 2*).
N a t u r w ü c h s i g e T e i l u n g d e r A r b e i t
g e h t d e n é c h a n g e s zuvor, und diese échanges der
Produkte als Waren entwickelt sich erst z w i s c h e n
v e r s c h i e d n e n G e m e i n w e s e n, n i c h t i n-
n e r h a l b d e s s e l b e n G e m e i n w e s e n s. (Be-
ruht zum Teil nicht nur auf den naturwüchsigen Unterschieden der
Menschen selbst, sondern natürlichen, den natürlichen Elementen
der Produktion, die diese verschiednen Gemeinwesen vorfinden.)
Die Entwicklung des Produkts zur Ware und der Warenaustausch
wirkt allerdings rückschlagend auf die Teilung der Arbeit zurück,
so daß échanges und division in Verhältnis der Wechselwirkung
treten.
¦¦156¦ Smith' Hauptverdienst bei der Teilung der Arbeit ist, daß
er sie an die Spitze stellt und betont, und zwar direkt als Pro-
duktivkraft der Arbeit (i. e. des Kapitals). Bei ihrer Auffassung
ist er abhängig von der damaligen Entwicklungsstufe der M a n u-
f a k t u r, die noch weit von der modernen Fabrik verschieden.
Daher auch das relative Übergewicht, was der Teilung der Arbeit
über die Maschinerie eingeräumt wird, die nur noch als ihr
Anhängsel erscheint.
In dem ganzen Abschnitt über die Teilung der Arbeit folgt A.
Smith wesentlich, oft bis zur Kopie, seinem Lehrer Adam Ferguson
("Essai sur l'histoire de la société civile", traduction par M.
Bergier, Paris 1783). Im barbarischen Zustand liebt der Mensch
die Faulheit:
"entweder ist er in seiner Betriebsamkeit durch die Vielfalt sei-
ner Bedürfnisse entmutigt, oder seine zu sehr geteilte Aufmerk-
samkeit genügt nicht, um Geschicklichkeit in auch nur einer Art
Arbeit zu erlangen." (t. II, p. 128.)
Unter den verschiednen Umständen, die die Menschen allmählich
"sans dessein prémédité de leur part" dahin führen, "à subdiviser
leurs professions", führt F[erguson] ebenfalls an "l'espérance
d'échanger une chose pour une autre" 3*), nur nicht so einseitig
wie Smith als den einzigen Grund. Ferner:
-----
1*) den Austausch - 2*) damit es etwas zum Austauschen geben kann
- 3*) "ihrerseits ohne vorgefaßten Plan" dahin führen, "ihre Be-
rufe zu unterteilen", führt F[erguson] ebenfalls an "die Hoff-
nung, eine Sache auszutauschen gegen eine andere"
#269# b) Teilung der Arbeit
-----
"Der Künstler erlebt, daß, je mehr er seine Aufmerksamkeit einen-
gen und sie auf einen Teil eines Werkes begrenzen kann, seine Ar-
beit um so vollkommener ist und er u m s o m e h r d i e
M e n g e s e i n e r P r o d u k t e s t e i g e r n kann.
Jeder Manufakturunternehmer überzeugt sich, daß seine Kosten in
dem Maße sinken und der Gewinn in dem Maße wächst, wie er die
Aufgaben seiner Arbeiter unterteilt und e i n e g r ö ß e r e
A n z a h l H ä n d e f ü r j e d e s E i n z e l t e i l
d e s P r o d u k t s b e s c h ä f t i g t ... der Fort-
schritt im Handel ist nichts als eine fortgesetzte Unterteilung
der mechanischen Berufe." ([p.] 129.)
A. Smith läßt die Maschine ursprünglich durch die Arbeiter erfin-
den, die infolge der Teilung der Arbeit,
"wenn die Aufmerksamkeit des Menschen ganz auf ein Objekt gerich-
tet ist", mit einem einzigen Gegenstand beschäftigt, [Maschinen]
auffinden; "alle diese Maschinen, die dazu geeignet sind, die Ar-
beit zu verkürzen und zu erleichtern". (B. I, ch. 1[, p. 22].)
A. Ferguson sagt:
"die Methoden, die Mittel, die Verfahren ... die der aufmerksame
Handwerker in eigener Sache erfunden hat, um seine eigne Arbeit
zu verringern oder zu erleichtern." (p. 133.)
A. Smith sagt,
"mit der Entwicklung der Gesellschaft wird die Beschäftigung mit
philosophischen oder theoretischen Erkenntnissen, wie jede andere
Tätigkeit, hauptsächliche oder einzige Beschäftigung einer beson-
deren Klasse von Bürgern". (B. I, ch. I[, p. 23/24].)
A. Ferguson:
"Diese Methode, die so große Vorteile für die Industrie bringt,
läßt sich mit ebensolchem Erfolg auf Dinge weit höherer Bedeutung
anwenden, auf die verschiedenen Bereiche von Polizei und Krieg
... i n e i n e r P e r i o d e , i n d e r a l l e s
g e s c h i e d e n i s t, kann sie selbst einen besonderen Be-
ruf bilden" (p. 131, 136),
und er hebt speziell die Beschäftigung der Wissenschaft mit der
industriellen Praxis hervor, wie A. Smith, (p. 136.)
Was ihn vor A. Smith auszeichnet, ist, daß er die negativen
Seiten der Teilung der Arbeit schärfer und nachdrücklicher ent-
wickelt (auch bei ihm noch die Q u a l i t ä t der Ware eine
Rolle spielt, die A. Smith richtig vom kapitalistischen Stand-
punkt als bloßes accident 1*) beiseite läßt).
"Man könnte sogar zweifeln, ob die allgemeine Befähigung einer
Nation im Verhältnis zum Fortschritt der Technik zunimmt. In meh-
reren Zweigen der Technik ist kein Fachwissen nötig; der Zweck
wird vollkommen erreicht, auch wenn sie vollständig der Mitwir-
kung der Vernunft und des Gefühls entledigt sind, und die Unwis-
senheit ist ebenso die Mutter der Industrie wie des Aberglaubens.
Nachdenken und Einbildungskraft sind Verwirrungen unterworfen;
aber die Gewohnheit, den Fuß oder die Hand zu bewegen, hängt we-
der von dem einen noch dem anderen ab. So könnte man sagen, daß
die Vollkommenheit
-----
1*) bloßen Zufall
#270# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
-----
der Manufakturarbeit darin besteht, daß der Geist entbehrlich ge-
macht" (und speziell, was wichtig in bezug auf das Atelier) "und
die ohne Mitarbeit des Kopfes betriebene Werkstatt ¦]157¦ als ein
Mechanismus betrachtet werden kann, dessen einzelne Teile Men-
schen sind." (p. 134, 135.)
In dem letztren d e r B e g r i f f d e r M a n u f a k t u r
viel mehr als bei A. Smith. Er hebt ferner hervor das veränderte
Verhältnis, das zwischen manufacturier und ouvrier 1*) infolge
dieser Teilung der Arbeit eintritt.
"Was die Industrie selbst betrifft, so kann der Fabrikbesitzer
durchaus ein gebildeter Mensch sein, während der Geist des unter-
geordneten Arbeiters brach liegt ... Der General kann in der
Kriegskunst sehr erfahren sein, während sich das Verdienst des
Soldaten darauf beschränkt, einige Fuß- und Handbewegungen auszu-
führen. D e r e i n e k a n n g e w o n n e n h a b e n,
w a s d e r a n d e r e v e r l o r !" (p. 135, 136.)
Was er vom General in bezug auf den gemeinen Soldaten bemerkt,
gilt vom Kapitalist oder seinem manager in bezug auf die Armee
von Arbeitern. Die Intelligenz und selbständige Entwicklung, die
in der unabhängigen Arbeit im Kleinen angewandt wurde, wird nun
für das ganze Atelier im Großen angewandt und von dem Chef mono-
polisiert, dadurch, daß die Arbeiter ihrer beraubt werden.
"Er wendet im Großen die Listen und Mittel des Angriffs und der
Verteidigung an, welche der Wilde an der Spitze einer kleinen
Schar oder nur für seine Selbsterhaltung einsetzt." (p. 136.)
F[erguson] behandelt daher auch ausdrücklich die "subordination"
als Folge "der séparation des arts et des professions" 2*).
(l.c., p. 138.) Hier der G e g e n s a t z v o n K a p i t a l
etc.
Mit Bezug auf das Ganze der Nationen sagt er:
"Nationen, die sich der Industrie verschrieben haben, gelangen an
einen Punkt, da sie sich aus Mitgliedern zusammensetzen, welche
außer in ihrem eigenen Gewerbe in allen anderen Lebensfragen von
allergrößter Unwissenheit sind." (p. 130.) "Wir sind Nationen,
die vollständig aus Heloten bestehen, und wir haben keine freien
Bürger." (p. 144, l.c.)
Es kontrastiert dies mit dem klassischen Altertum, wobei er je-
doch zugleich hervorhebt, daß die Sklaverei die Grundlage der
vollständigren totalen Entwicklung der Freien war. (Sieh den
Franzos [113] der diese ganze Fergusonsche Sache weiter ausgerhe-
torisiert hat, aber geistreich.)
Nimmt man also Ferguson, Smith' direkten Lehrer, und Petty, des-
sen Beispiel von der Uhr er das von der Nadelfabrik unterschob,
so besteht seine Originalität nur in der an die
S p i t z e - S t e l l u n g der Teilung der Arbeit u n d
d e r
-----
1*) Fabrikbesitzer und Arbeiter - 2*) "der Trenmnung der Künste
und der Gewerbe"
#271# b) Teilung der Arbeit
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e i n s e i t i g e n (d a h e r ö k o n o m i s c h r i c h-
t i g e n) B e t r a c h t u n g d e r s e l b e n a l s
M i t t e l z u r V e r m e h r u n g d e r P r o d u k-
t i v k r a f t d e r A r b e i t.
In A. Potter, "Political Economy", New York 1841 (part II fast
nur reprint of 1*) Scropes "Political Economy", London 1833)
heißt es:
"Das erste und wichtigste für die Produktion ist Arbeit. Um ihren
Teil bei dieser großen Aufgabe erfolgreich zu lösen, muß die Ar-
beit von einzelnen kombiniert werden; oder, anders ausgedrückt,
die Arbeit, die nötig ist, um bestimmte Resultate zu erreichen,
muß unter mehreren Individuen a u f g e t e i l t werden, und
diese Individuen so in die Lage versetzt werden zusammenzuarbei-
ten." (p. 76, Scrope.)
Dazu bemerkt Potter, Note l.c.:
"Das hier erwähnte Prinzip wird üblicherweise T e i l u n g
d e r A r b e i t genannt. Dieser Ausdruck ist unzulässig, da
die zugrunde liegende Idee E i n v e r s t ä n d n i s und
Z u s a m m e n a r b e i t bedeutet und nicht T e i l u n g.
Der Begriff der Teilung bezieht sich nur auf den V o r g a n g.
Dieser ist in m e h r e r e O p e r a t i o n e n u n t e r-
t e i l t, und diese werden v e r t e i l t oder a u f g e-
t e i l t u n t e r e i n e r A n z a h l v o n A r b e i-
t e r n. Es handelt sich also um K o m b i n a t i o n v o n
A r b e i t e r n, erreicht durch e i n e U n t e r t e i-
l u n g v o n P r o z e s s e n."
Es ist: Combination of labour 2*).
Fergusons Buch heißt: "Essay on the History of Civil Society."
¦¦158¦ Dugald Stewart, "Collected Works", ed. by Sir W. Hamilton,
Edinburgh. Ich zitiere of vol. 3*) VIII der "Collected Works",
which is vol. 4*) I (1855) der "Lectures on Political Economy".
Er sagt über die Art, wie die Teilung der Arbeit die Produktivi-
tät der Arbeit vermehrt, u.a.:
"Die Wirksamkeit der Teilung der Arbeit und die Verwendung von
Maschinen ... beide leiten ihren Wert vom gleichen Umstand ab,
von der Tendenz, einem Mann zu ermöglichen, die Arbeit vieler zu
leisten." (p. 317.) "Sie" [die Teilung der Arbeit] "verursacht
auch eine Z e i t e r s p a r n i s, indem sie die Arbeit in
ihre verschiedenen Zweige zerlegt, die alle i m g l e i c h e n
A u g e n b l i c k a u s g e f ü h r t w e r d e n
k ö n n e n ... D u r c h d i e g l e i c h z e i t i g e
D u r c h f ü h r u n g a l l d e r v e r s c h i e d e n e n
A r b e i t s p r o z e s s e, die ein einzelner getrennt hätte
ausführen müssen, wird es z. B. möglich, eine Menge Nadeln in
derselben Zeit v ö l l i g fertigzustellen, in der eine einzige
Nadel sonst nur abgeschnitten oder zugespitzt worden wäre." ([p.]
319.)
Es ist dies nicht nur die Bemerkung 2. von A. Smith, daß bei dem
Übergehn von einer Operation zur andern derselbe Arbeiter, der
den Umkreis der verschiednen Operationen durchläuft, Zeit ver-
liert.
Die verschiednen Operationen, die der Arbeiter in dem patriarcha-
lischen
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1*) Nachdruck von - 2*) Kombination der Arbeit - 3*) aus dem Band
- 4*) das ist Band
#272# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
-----
oder handwerksmäßigen Betrieb nacheinander verrichtet zur Her-
stellung seines Werks und die als verschiedne Weisen seiner Wirk-
samkeit sich ineinander verschlingen und sich in der Zeitfolge
ablösen; die verschiednen Phasen, die seine Arbeit durchläuft und
worin sie variiert, werden als selbständige Operationen oder Pro-
zesse voneinander getrennt, isoliert. Diese Selbständigkeit wird
befestigt, personifiziert, indem jeder solcher einfache und ein-
silbige Prozeß zur ausschließlichen Funktion eines bestimmten Ar-
beiters oder einer bestimmten Zahl von Arbeitern wird. Sie werden
unter diese isolierten Funktionen subsumiert. Die Arbeit verteilt
sich nicht unter ihnen; sie werden unter die verschiednen Pro-
zesse verteilt, deren jeder ihr ausschließlicher Lebensprozeß
wird - soweit sie als produktives Arbeitsvermögen wirken. Die
gesteigerte Produktivität und Komplikation des gesamten Produkti-
onsprozesses, seine Bereicherung, wird also erkauft durch die Re-
duktion des Arbeitsvermögens in jeder besondren Funktion zu einer
bloßen dürren Abstraktion - einer einfachen Eigenschaft, die in
ewigem Einerlei derselben Wirkung erscheint und für die das ge-
samte Produktionsvermögen des Arbeiters, die Mannigfaltigkeit
seiner Anlagen, konfisziert ist. Die so getrennten Prozesse, als
Funktionen dieser lebendigen Automaten ausgeführt, erlauben eben
durch ihre Trennung und Selbständigkeit Kombination; daß diese
verschiednen Prozesse g l e i c h z e i t i g in demselben Ate-
lier ausgeführt werden können. Die Teilung und Kombination bedin-
gen sich hier wechselseitig. Der Gesamtproduktionsprozeß der
einen Ware erscheint jetzt als eine zusammengesetzte Operation,
Komplikation vieler Operationen, die jede von der andren unabhän-
gig sich ergänzen und g l e i c h z e i t i g nebeneinander
ausgeführt werden können. Aus dem Futurum ist hier das Ergänzen
der verschiednen Prozesse in die Gegenwart verlegt, wodurch die
Ware, wenn sie auf der einen Seite begonnen, auf der andren fer-
tig wird. Gleichzeitig, indem diese verschiednen Operationen mit
Virtuosität ausgeführt werden, weil auf einfache Funktion redu-
ziert, kömmt zu dieser G l e i c h z e i t i g k e i t, die
überhaupt der Kooperation eigen, die V e r k ü r z u n g d e r
A r b e i t s z e i t hinzu, die in jeder der gleichzeitigen und
sich ergänzenden und zum Ganzen zusammensetzenden Funktionen er-
reicht wird; so daß nicht nur in einer gegebnen Zeit mehr
g a n z e W a r e n, mehr Waren f e r t i g werden, sondern
m e h r fertige Waren überhaupt geliefert werden. Durch diese
Kombination wird das Atelier zu einem Mechanismus, von dem die
einzelnen Arbeiter die verschiednen Glieder bilden.
Die Kombination jedoch - die Kooperation, wie sie in der Teilung
der Arbeit nicht mehr als Nebeneinander derselben Funktionen oder
temporäre Verteilung derselben, sondern als Besondrung einer To-
talität von Funktionen in ihre Bestandteile und Vereinigung die-
ser verschiednen Bestandteile erscheint -
#273# b) Teilung der Arbeit
-----
existiert nun doppelt: soweit der Produktionsprozeß selbst
betrachtet wird in dem Ganzen des Ateliers, das als solcher Ge-
samtmechanismus (obgleich in der Tat nichts andres als das Dasein
der Kooperation der Arbeiter, ihr gesellschaftliches Verhalten im
Produktionsprozeß) ihnen als ¦¦159¦ eine äußerliche, sie beherr-
schende und umfassende Macht gegenübersteht, in der Tat als die
Macht und eine Existenzform des Kapitals selbst, unter das sie
einzeln subsumiert sind und dem ihr gesellschaftliches Produkti-
onsverhältnis angehört. Andrerseits im fertigen Produkt, das wie-
der dem Kapitalisten gehörige Ware ist.
Für den Arbeiter selbst findet keine Kombination von Tätigkeiten
statt. Die Kombination ist vielmehr eine Kombination der einsei-
tigen Funktionen, unter die jeder Arbeiter oder Anzahl von Arbei-
tern gruppenweis subsumiert ist. Seine Funktion ist einseitig,
abstrakt, Teil. Das Ganze, das sich herausbildet, basiert eben
auf diesem seinem b l o ß e n T e i l d a s e i n und Isolie-
rung in der einzelnen Funktion. Es ist also eine Kombination, von
der er einen Teil bildet, die darauf beruht, daß seine Arbeit
nicht kombiniert ist. D i e A r b e i t e r b i l d e n d i e
B a u s t e i n e d i e s e r K o m b i n a t i o n. Die
Kombination ist aber nicht ein Verhältnis, das ihnen selbst
angehört und unter ihnen als Vereinigten subsumiert ist. Dies
zugleich über die schönen Phrasen des Herrn Potter von Kombina-
tion und Konzert, im Gegensatz zu division.
Die kapitalistische Produktionsweise hat hier bereits die Arbeit
in der Substanz ergriffen und verändert. Es ist nicht mehr bloß
die f o r m e l l e Subsumtion des Arbeiters unter das Kapital;
daß er für einen andren arbeitet unter fremdem Kommando und frem-
der Aufsicht. Es ist auch nicht mehr bloß wie bei der einfachen
Kooperation sein gleichzeitiges Zusammenwirken mit vielen, mit
denen er gleichzeitig d i e s e l b e Arbeit verrichtet, was
seine Arbeit als solche unverändert läßt und einen nur temporären
Zusammenhang schafft, ein Nebeneinander, was der Natur der Sache
nach leicht auflösbar und in den meisten Fällen der einfachen Ko-
operationen nur für vorübergehende besondre Perioden, ausnahms-
weise Bedürfnisse, stattfindet, wie beim Ernten, Wegebauen usw.
oder wie bei der Manufaktur in ihrer einfachsten Form (wo das
gleichzeitige Exploitieren vieler Arbeiter die Hauptsache und die
Ersparung im Capital fixe etc.) ihn nur formell Teil eines Ganzen
bilden läßt, dessen Chef der Kapitalist, ein Ganzes, worin er
aber nicht weiter berührt wird - qua Produzent - davon, daß neben
ihm soviel andre dasselbe tun, auch Stiefel machen usw. Durch die
Verwandlung seines Arbeitsvermögens in die bloße Funktion eines
Teils des Gesamtmechanismus, dessen Ganzes das Atelier bildet,
hat er überhaupt aufgehört, Produzent einer Ware zu sein. Er ist
nur Produzent einer einseitigen Operation, die nur im Zusammen-
hang mit
#274# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
-----
dem Ganzen des Mechanismus, welches das Atelier bildet, überhaupt
etwas produziert. Er ist also ein lebendiger Bestandteil des Ate-
liers und durch die Weise seiner Arbeit selbst ein Zubehör zum
Kapital geworden, da seine Fertigkeit nur in einem Atelier aus-
geübt werden kann, nur als Ring eines Mechanismus, der ihm gegen-
über das Dasein des Kapitals ist. Er mußte ursprünglich statt der
Ware die Arbeit, die die Ware produziert, an den Kapitalisten
verkaufen, weil ihm die objektiven Bedingungen zur Verwirklichung
seines Arbeitsvermögens fehlten. Er muß sie jetzt verkaufen, weil
sein Arbeitsvermögen nur noch Arbeitsvermögen ist, soweit es an
das Kapital verkauft wird. Er ist jetzt also nicht mehr nur durch
den Mangel an Arbeitsmitteln, sondern durch sein Arbeitsvermögen
selbst, die Art und Weise seiner Arbeit, unter die kapitalisti-
sche Produktion subsumiert, dem Kapital verfallen, in dessen Hand
sich nicht nur mehr die objektiven 1*) Bedingungen, sondern die
gesellschaftlichen Bedingungen der subjektiven Arbeit befinden,
unter denen seine Arbeit überhaupt noch Arbeit ist.
Die Vermehrung der Produktivkraft, die aus der Teilung der Ar-
beit, dieser gesellschaftlichen Daseinsweise der Arbeit, hervor-
geht, ist also nicht nur Produktivkraft des Kapitals, statt Pro-
duktivkraft des Arbeiters. Die g e s e l l s c h a f t l i c h e
F o r m dieser kombinierten Arbeiten ist das Dasein des Kapitals
gegen den Arbeiter; die Kombination tritt ihm als übermächtiges
Verhängnis entgegen, der er verfallen ist durch die Reduktion
seines Arbeitsvermögens auf eine ganz einseitige Funktion, die
getrennt von dem Gesamtmechanismus nichts ¦¦160¦ ist und daher
ganz von demselben abhängt. Er ist selbst zu einem bloßen Detail
geworden.
Dugald Stewart, l.c., nennt die der Teilung der Arbeit unterge-
ordnete[n] [Manufakturarbeiter]
"lebende Automaten ..., die für Teilarbeiten verwandt werden",
während der "Unternehmer immer alles daransetzen wird, um Zeit
und Arbeit zu sparen", (p. 318.)
D. Stewart zitiert auf die Teilung der Arbeit innerhalb der Ge-
sellschaft bezüglich Sprüchwörter der Alten.
"Alles und nichts sind wir." "In allem vermögen wir etwas, im
ganzen nichts." [114] "Viele Dinge verstand er, doch schlecht
verstand er sie alle." [115]
(Aus dem "Margites", zitiert im "Second Alcibiades", one of the
spurious dialogues of Plato 2*).)
So in der "Odyssee" [von Homer], 14, 228:
"Denn manch anderer Mann hat Freude an anderen Werken",
-----
1*) In der Handschrift: subjektiven - 2*) einer der gefälschten
Dialoge von Plato
#275# b) Teilung der Arbeit
-----
und Sextus Empiricus von Archilochus:
"Jeder erquickt seinen Sinn bei andrer Arbeit." [116]
Thukydides läßt den Perikles die ackerbautreibenden Spartaner, wo
keine Vermittlung der Konsumtion durch Warenaustausch, also auch
keine Teilung der Arbeit stattfindet, als "?????????" 1*) (nicht
für den Erwerb, sondern Subsistenz Arbeitenden) den Athenern ge-
genüberstellen. In derselben Rede (Thuc., l. I, c. 142) sagt Pe-
rikles über das Seewesen:
"?? ?? ???????? ?????? ?????" (das Seewesen aber erheischt Kunst-
fertigkeit,) "????? ??? ???? ??," (so sehr wie irgend etwas an-
dres,) "??? ??? ?????????, ???? ????, ?? ???????? ??????????"
(und es kann nur nicht bei etwa vorkommenden Fällen als Nebenwerk
ausgeübt werden,) "???? ?????? ????? ?????? ???????? ????
?????????." (sondern vielmehr kann nichts andres bei jenem als
Nebenbeschäftigung betrieben werden.) [117]
Auf Plato kommen wir sogleich, obgleich er vor Xenophon herge-
hörte. Xenophon, der überhaupt viel bürgerlichen Instinkt hat und
daher oft sowohl an bürgerliche Moral wie bürgerliche Ökonomie
erinnert, geht mehr wie Plato auf die Teilung der Arbeit ein, so-
weit sie sich nicht nur im ganzen, sondern auch im einzelnen Ate-
lier vollzieht. Seine folgende Auseinandersetzung deswegen inter-
essant, weil er 1. die Abhängigkeit der Teilung der Arbeit von
der G r ö ß e d e s M a r k t s lehrt. 2. Nicht nur wie bei
Plato Teilung der Geschäfte. Sondern er betont die durch Teilung
der Arbeit hervorgebrachte Reduktion der Arbeit auf einfache Ar-
beit und die leichter in derselben zu erhaltende Virtuosität. Ob-
gleich er sich so viel mehr der modernen Auffassung nähert, doch
bei ihm das für die Alten Charakteristische. Es handelt sich nur
um den G e b r a u c h s w e r t, die Verbesserung der
Q u a l i t ä t. Die Verkürzung der Arbeitszeit interessiert ihn
nicht, so wenig wie den Plato, selbst in der einen Stelle, wo
dieser ausnahmsweise im Vorübergehn hervorhebt, daß m e h r Ge-
brauchswerte geliefert werden. Selbst hier handelt es sich nur um
das Mehr von G e b r a u c h s w e r t e n; nicht von der Wir-
kung der Teilung der Arbeit auf das Produkt als W a r e.
Xenophon erzählt, wie nicht nur der Ehre wegen das Senden von
Speisen von des persischen Königs Tisch an Freuden angenehm.
(Weil die Speisen schmackhafter.)
"Aber in der Tat bereitet das, was von der Tafel des Königs
kommt, auch weit mehr Gaumenfreude. Und dies ist nichts Wunderba-
res; denn wie die übrigen Künste in den großen Städten besonders
vervollkommnet sind, ebenso werden die königlichen Speisen ganz
eigens zubereitet. Denn in den kleinen Städten macht derselbe
Bettstelle, Tür, Pflug,
-----
1*) "Selbstwirtschaftende
#276# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
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Tisch (oft baut er obendrein noch Häuser und ist zufrieden,
¦¦161¦ wenn er selbst so eine für seinen Unterhalt ausreichende
Kundschaft findet. Es ist rein unmöglich, daß ein Mensch, der so
vielerlei treibt, alles gut mache); in den großen Städten aber,
wo jeder einzelne viele Käufer findet, genügt auch ein Handwerk,
um seinen Mann zu nähren, ja oft gehört dazu nicht einmal ein
ganzes Handwerk, sondern der eine macht Mannsschuhe, der andre
Weiberschuhe. Hier und da lebt einer nur vom Nähen der Sohlen,
der andre davon, daß er sie ausschneidet; ein dritter schneidet
nur das Oberleder zu, ein weiterer schließlich tut nichts der-
gleichen, sondern setzt die Stücke zusammen. Notwendig ist es
nun, daß der Verrichter der einfachsten Arbeit sie unbedingt auch
am besten macht. Ebenso steht es mit der Kochkunst. Denn derje-
nige, für den derselbe Mann die Polster ausbreitet, den Tisch
deckt, das Brot knetet, bald diese, bald jene Zuspeise bereitet,
der muß, meine ich, ein jedes so hinnehmen, wie es grade gerät.
Wo es aber genug Arbeit für einen Mann ist, Fleisch zu kochen,
für einen anderen, es zu braten, für einen dritten, Fisch zu ko-
chen, für einen vierten, ihn zu braten, für einen weiteren, Ge-
bäck zuzubereiten, und zwar nicht etwa alle Arten, sondern es
reicht, wenn er eine einzige beliebte Art herstellt, dann muß,
meine ich, ein jeder sein Produkt ganz besonders vervollkommnet
haben. Bei dieser Art, mit seinen Speisen verfahren zu lassen,
übertraf er alle bei weitem." (Bei dieser Zubereitung hatten die
Speisen von der Tafel des Cyrus vor allen den Vorzug.) (Xenophon,
"Cyrop.", ed. E. Poppo, Lipsiae 1821, l. VIII, c. II.)
Platos Auseinandersetzung in der "Republik" bildet die direkte
Grundlage und Ausgangspunkt für einen Teil der englischen
Schriftsteller, die nach Petty und vor A. Smith über die Teilung
der Arbeit geschrieben. Sieh z.B. James Harris [118] (später Earl
of Malmesbury), "Three Treatises etc.", 3. ed., Lond[on] 1772,
den 3. "Treatise", worin aber die Division of employments als na-
tural Grundlage der society 1*) dargestellt wird, p. 148-55, wo-
von er selbst in einer Note sagt, daß er das whole argument 2*)
aus Plato geholt.
Plato im 2. Buch der "Republik" (zitiert nach der Ausgabe von
Baiter, Orelli etc., Zürich 1839) beginnt mit der Entstehung der
????? 3*) (Stadt und Staat fallen hier zusammen).
"[Sokrates:] Es entsteht aber ... eine Polis ..., weil ein jeder
von uns s i c h n i c h t s e l b s t g e n u g i s t, son-
dern ¦¦162¦ vieler b e d a r f." [369 c.]
Die Stadt entspringt, sobald der einzelne nicht mehr selbständig,
sondern vieler bedarf.
"Schaffen aber wird sie" (nämlich die Polis) "unser Bedürfnis."
[369 c.]
Das Bedürfnis stiftet den Staat. Eis werden nun erst die unmit-
telbarsten Bedürfnisse aufgezählt, Nahrung, Wohnung, Kleidung.
"Das erste und wichtigste Bedürfnis jedoch ist die Beschaffung
von Nahrung, um existieren
-----
1*) Teilung der Beschäftigungen als natürliche Grundlage der Ge-
sellschaft - 2*) gesamte Argument 3*) Polis
#277# b) Teilung der Arbeit
-----
und leben zu können ... das zweite die Herstellung einer Wohnung,
das dritte die Verfertigung von Kleidung und dergleichen." [369
d.]
Wie soll die ????? nun diese verschiednen Bedürfnisse befriedi-
gen? Der eine wird Landmann, der andre Häuserbauer, der andre We-
ber, Schuster usw. Soll jeder seine Arbeitszeit teilen und in ei-
nem Teil derselben den Boden bestellen, in dem andren bauen, in
dem 3. weben usw., um seine verschiednen Bedürfnisse selbst zu
befriedigen, oder soll er seine ganze Arbeitszeit auf eine ein-
zige Beschäftigung ausschließlich verwenden, so daß er nicht nur
für sich, sondern auch für die andren z.B. Getreide produziert,
webt? etc. Das letztere ist besser. Denn erstens sind die Men-
schen verschieden durch ihre natürlichen Anlagen, die sie zur
Verrichtung verschiedner Werke verschieden befähigen. {Der Ver-
schiedenheit der Bedürfnisse entspricht eine Verschiedenheit der
Anlagen in dem einzelnen, die zur Befriedigung dieser Bedürfnisse
nötigen verschiednen Arbeiten zu verrichten.} Einer, der bloß
eine einzige Kunstfertigkeit ausübt, wird sie besser verrichten,
als wenn einer viele Künste treibt. Wird etwas nur als Nebenwerk
verrichtet, so wird oft der zu seiner Produktion entsprechende
Zeitpunkt verpaßt. Das Werk kann nicht abwarten die Muße dessen,
der es zu verrichten hat, sondern vielmehr muß der das Werk Ver-
richtende sich nach den Bedingungen seiner Produktion usw. rich-
ten, darf es daher nicht als Nebenwerk betreiben. Wenn daher ei-
ner ausschließlich eine einzige Arbeit verrichtet (nach der Natur
der Sache und zur rechten Zeit) und dagegen mit den andren sich
nicht beschäftigt, so wird alles in größerer Masse besser und
leichter produziert werden.
Der Hauptgesichtspunkt ist das B e s s e r: die Qualität. Nur
in der gleich anzuführenden Stelle kommt ????? 1*) vor; sonst
stets ??????? 2*).
"[Sokrates:] Wie wird der Staat genügend für dies alles sorgen?
Etwa nicht, indem ein Mann das Land beackert, ein andrer Häuser
baut, ein dritter webt usw.? ... Soll nun jeder einzelne von ih-
nen seine Arbeit f ü r d i e A l l g e m e i n h e i t t u n?
Soll z.B. der Bauer als einzelner Nahrungsmittel für vier Leute
produzieren, also die vierfache Zeit und Arbeit für die Nahrungs-
produktion verwenden und dann mit den anderen teilen? Oder soll
er sich darum nicht kümmern und für sich allein in einem Viertel
der Zeit den vierten Teil dieser Nahrungsmenge produzieren, in
den restlichen drei Vierteln aber sich teils mit dem Hausbau,
teils mit der Herstellung von Kleidung, teils mit der von Schuh-
werk befassen, und sich nicht die Mühe des Verkehrs mit anderen
machen, sondern selbst alles Benötigte mit eigner Hand herstel-
len? [Adaimantos:] ... Auf erstere Art ist es bequemer als auf
letztere. [Sokrates:] ... Zunächst sind die Menschen keineswegs
einander gleich, sondern sie unterscheiden sich nach ihren Anla-
gen, so daß sich der eine mehr für diese, der andre mehr für
-----
1*) mehr - 2*) besser
#278# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
-----
jene Tätigkeit eignet ... Ob wohl ein einzelner Besseres leistet,
wenn er viele Gewerbe ausübt oder wenn er nur eines betreibt?
[Adaimantos:] Wenn ... er nur eines betreibt. [Sokrates:] ...
Wenn man den kritischen Zeitpunkt der Produktion verpaßt, wird
das Werk verdorben ... Denn die Arbeit ... will nicht warten auf
die freie Zeit dessen, der sie macht, sondern der Arbeiter muß
sich nach der Arbeit richten, nicht als wäre sie eine Nebensache.
[Adaimantos:] Dies ist notwendig. [Sokrates:] Daraus folgt also,
daß man mehr von allem verfertigt and sowohl schöner als auch
leichter, wenn einer nur eine Sache macht, seiner natürlichen Be-
gabung gemäß und zur richtigen Zeit, frei von anderen Geschäf-
ten." [369 d - 370 c.]
Plato entwickelt dann weiter, wie weitere Teilung ¦¦163¦ der Ar-
beit oder Errichtung verschiedner Geschäftszweige nötig wird.
Z.B.:
"Denn der Landbebauer wird sich offenbar nicht selbst den Pflug
anfertigen, wenn er gut sein soll, auch nicht die Hacke u n d
d i e a n d e r e n l a n d w i r t s c h a f t l i c h e n
G e r ä t e. Ebensowenig der Häuserbauer usw." [370 c - d.]
Der Landbauer wird sich nicht selbst Pflug, Hacke und andre zur
Agrikultur notwendige Werkzeuge machen, wenn sie "gut" sein sol-
len. Ebenso ... der Häuserbauer, Weber etc. Wie verschafft sich
nun der eine Teilnahme an dem Überschuß des Produkts der andren
und die andren, wie nehmen sie Teil an dem Überfluß seines Pro-
dukts? Durch den Austausch, durch Verkauf und Kauf. "?????????
??? ?????????." 1*) [371 b.] Er entwickelt dann verschiedne Sor-
ten von Handel und daher verschiedne Arten Handelsleute. Als eine
besondere der Teilung der Arbeit verdankte Menschensorte werden
auch die Lohnarbeiter genannt.
"Es gibt aber auch noch weitere Leute, die anderen Dienste lei-
sten. Es sind solche, die hinsichtlich ihres Verstandes der Ge-
meinschaft nicht recht würdig sind, aber ausreichend Körperkraft
für schwere Arbeiten besitzen; da diese nur den Gebrauch ihrer
Kraft verkaufen und den Preis dafür Lohn nennen, heißen sie ...
Lohnarbeiter." [371 e.]
Nachdem er Masse verschiedner Beschäftigungen aufgeführt, die
eine weitere Verfeinerung nötig macht usw., kommt er zur Trennung
der Kriegskunst von den andren und daher Bildung eines besondren
Kriegerstandes.
"Wir sind aber übereingekommen ..., daß unmöglich einer viele
Künste gut ausüben kann ... Wie steht es nun? ... Ist etwa das
Kriegswesen keine Kunst? ... Aber wir haben doch dem Schuhmacher
verboten, sich gleichzeitig als Landwirt, Weber oder Baumeister
zu betätigen, damit wir gute Schuhmacherarbeit bekommen, und
ebenso haben wir allen übrigen je eine Aufgabe zugewiesen, für
die einen jeden seine Anlagen befähigen. Daran sollte er sein Le-
ben lang arbeiten, frei von anderen Geschäften, den rechten Zeit-
punkt nicht verpassen und gute Arbeit liefern; aber ist es nicht
höchst wichtig, daß grade das Kriegshandwerk gut ausgeübt wird?
... Unsere Aufgabe wäre es nun, herauszufinden, welche Leute
-----
1*) "Durch Verkauf und Kauf."
#279# b) Teilung der Arbeit
-----
zum Schutz des Staates geeignet sind und wie ihre Anlagen sein
müssen." [374 a-c.e.] (p. 439-441 passim, l.c.)
Die verschiednen Bedürfnisse in einem Gemeinwesen erheischen ver-
schiedne Tätigkeiten zu ihrer Befriedigung; die verschiednen An-
lagen befähigen verschiedne Menschennaturen besser zu dieser als
jener Tätigkeit. Daher Teilung der Arbeit und ihr entsprechend
verschiedne Stände. Was Plato überall als die Hauptsache hervor-
hebt, daß so jedes Werk b e s s e r getan wird. Die Qualität,
der Gebrauchswert, ist ihm wie allen Antiken das Entscheidende
und ausschließlicher Gesichtspunkt. Im übrigen liegt seiner gan-
zen Auffassung das attisch idealisierte ägyptische Kastenwesen
zugrunde.
Die Alten erklärten sich überhaupt die besondre Stufe industriel-
ler Entwicklung, wozu es die Ägypter gebracht, aus ihrer erbli-
chen Teilung der Arbeit und dem darauf beruhenden Kastenwesen.
"Auch die Künste sind ... in Ägypten ... zu dem gehörigen Grade
von Vollkommenheit gediehn. Denn in diesem Lande allein dürfen
die Handwerker durchaus nicht in die Geschäfte einer andren Bür-
gerklasse eingreifen, sondern bloß den nach dem Gesetz ihrem
Stamme erblich zugehörigen Beruf treiben ... Bei andren Völkern
findet man, daß die Gewerbsleute ihre Aufmerksamkeit auf zu viele
Gegenstände verteilen ... Bald versuchen sie es mit dem Landbau,
bald lassen sie sich in Handelsgeschäfte ein, bald befassen sie
sich mit 2 oder 3 Künsten zugleich. In Freistaaten laufen sie
meist in die Volksversammlungen ... In Ägypten hingegen verfällt
jeder Handwerker in schwere Strafen, wenn er sich in Staatsge-
schäfte mischt oder mehrere Künste zugleich treibt." So sagt
Diodor, kann "nichts ihren Berufsfleiß stören". "Zudem, daß sie
von ihren Vorfahren ... viele Regeln haben, sind ¦¦164¦ sie eif-
rig darauf bedacht 1*), noch neue Vorteile aufzufinden." (Diodor,
l. I, c. 74, "Historische Bibliothek".)
Bei Plato wird die Teilung der Arbeit als ökonomische Grundlage
eines Gemeinwesens entwickelt, worin jeder vom andren abhängig
ist, und nicht selbständig, ohne Zusammenhang mit andren, die To-
talität seiner Bedürfnisse selbst befriedigt. Die Teilung der Ar-
beit innerhalb des Gemeinwesens entwickelt sich aus der Vielsei-
tigkeit der Bedürfnisse und der Einseitigkeit der Anlagen, die
bei verschiednen verschieden und sich daher besser in dieser als
jener Beschäftigung bewährt. Die Hauptsache ist ihm, daß, wenn
einer aus einer Kunst den ausschließlichen Lebensberuf macht, er
sie besser verrichtet und seine Tätigkeit ganz den Erfordernis-
sen, Bedingungen des Werks, das er zu verrichten, anpaßt, wäh-
rend, wenn er es als Nebensache betriebe, das Werk von den Gele-
genheiten abhängt, die ihm seine Beschäftigung mit andren Dingen
läßt. Dieser Gesichtspunkt, daß die ????? nicht als ???????? 2*),
-----
1*) In der Handschrift: bedarf
2*) Kunst nicht als Nebenbeschäftigung
#280# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
-----
Nebenwerk, betrieben werden kann, auch in der oben zitierten
Stelle des Thukydides.
Xenophon geht weiter: Indem er erstens die Reduktion der Arbeit
auf möglichst einfache Tätigkeit hervorhebt, zweitens von der
Ausdehnung des Markts die Stufe, worauf die Teilung der Arbeit
ausgeführt werden kann, abhängig macht.
Vgl.
Blanqui in der oben angespielten Stelle 1*) unterscheidet die
"r e g l e m e n t i e r t e und in gewisser Weise e r z w u n-
g e n e A r b e i t der dem Regime der großen Fabriken unter-
worfenen Arbeiter" [p. 43.]
von der handwerksmäßigen oder als häusliche Nebenarbeit betriebe-
nen Industrie der Landbewohner.
"Das Unrecht der Fabriken ... besteht in der Unterwerfung des Ar-
beiters ..., ihn und seine Familie den Z w ä n g e n der Arbeit
unterzuordnen, [p. 118.] ... Vergleicht man z. B. die Industrie
von Rouen oder Mulhouse mit der von Lyon oder Nîmes. Beider Ziel
ist das Spinnen und Weben von Fasern; die einen aus Baumwolle,
die anderen aus Seide; und dennoch ähneln sie einander in keiner
Weise. Die erstere betreibt nur riesige Anlagen, mit Einsatz von
Kapitalien ..., mit Einsatz wahrer Arbeiterarmeen; untergebracht
zu Hunderten, selbst zu Tausenden in ungeheuer großen Fabrikanla-
gen, die Kasernen ähneln, hoch sind wie Türme und durchbrochen
von Fenstern wie Schießscharten." (Schießscharten.) "Die zweite,
im Gegensatz, ist ganz patriarchalisch; sie beschäftigt viele
Frauen und Kinder, aber ohne sie zu übermüden oder zugrunde zu
richten; sie läßt sie in ihren schönen Tälern der Drôme, des Var,
der Isère und von Vaucluse, um dort Seidenraupen zu züchten und
ihre Kokons abzuhaspeln" (abhaspeln). (Puppen des Seidenwurms:)
"Sie wird niemals zu einem regelrechten Fabrikbetrieb. Um trotz-
dem in ebenso hohem Maße angewandt zu werden in dieser Industrie
wie in der ersten, nimmt hier d a s P r i n z i p d e r
T e i l u n g d e r A r b e i t eine besondere Eigenart an. Es
gibt zwar Hasplerinnen" (Abhaspierinnen), "Seidenzwirner" (Sei-
denspinner, Zwirner), "Färber, Kettenschlichter, ferner Weber;
a b e r s i e s i n d n i c h t i n d e r s e l b e n
W e r k s t a t t v e r e i n i g t , n i c h t v o n d e m-
s e l b e n M e i s t e r a b h ä n g i g: alle s i n d sie
u n a b h ä n g i g. Ihr Kapital, das aus ihren Werkzeugen,
ihren Webstühlen, ihren Kesseln besteht, ist unbedeutend. Aber es
reicht aus, sie mit ihren Auftraggebern in gewissem Sinne auf
gleiche Ebene zu stellen. Daher ist keinerlei Fabrikvorschriften,
keinen Bedingungen zu entsprechen; jeder schließt seinen Vertrag
in voller Freiheit ab." (Blanqui ainé 2*), "Cours d'Éc. Industri-
elle", Recueilli etc. par A. Blaise, Paris (1838-9), p. 44-80
passim.)
Auf Grundlage der modernen Industrie bildet sich wieder ein
Fabrikwesen out of doors 3*), das alle seine Nachteile ohne seine
Vorteile teilt. Dies gehört nicht hierher. Später darüber.
-----
1*) Siehe vorl. Band, S. 264 - 2*) der Ältere - 3*) mit Heimar-
beit
#281# b) Teilung der Arbeit
-----
¦[165¦ "Jedem beweist seine eigene Erfahrung, daß, wenn man Hand
und Geist immer derselben Art von Arbeiten und Produkten zuwen-
det, man diese leichter, reichlicher und besser herstellt, als
wenn jeder einzeln für sich das, was er benötigt, herstellen
würde ... Auf diese Weise teilen sich die Menschen zum Nutzen der
Allgemeinheit und zu ihrem eigenen Vorteil in verschiedene Klas-
sen und Stände." ([p.] 28, Cesare Beccaria, "Elementi di Economia
Pubblica", t. XI, Custodi, Parte Moderna.)
"In einer so großen Stadt" (wie London) "werden die Manufakturen
eine die andere hervorbringen, und jede Manufaktur wird in so
viel Teile als möglich geteilt werden, wodurch das Werk eines je-
den Arbeiters einfach und leicht wird. Z.B. beim Uhrenmacher, und
die Uhr wird w o h l f e i l e r und besser sein, wenn ein Mann
das Rad macht, ein andrer die Feder, ein dritter das Zifferblatt
graviert, ein vierter das Gehäuse macht, als wenn das ganze Werk
von einem einzigen Mann ausgeführt würde." ([p. 35,] W. Petty,
"An Essay concermng the multiplication of mankind etc.", 3. ed.,
1682.)
Er entwickelt dann weiter, wie die Teilung der Arbeit es mit sich
bringt, daß besondre Manufakturen sich in besondren Städten oder
besondren Straßen großer Städte konzentrieren. Hier
"wird die besondre Ware dieser Plätze besser und w o h l-
f e i l e r als sonstwo gemacht". (l.c.)
Er geht endlich auf die Handelsvorteile, Ersparung falscher Unko-
sten, wie Fracht etc., ein, wodurch infolge dieser Verteilung der
zusammengehörigen Manufakturen an einem Platze der Preis solcher
Manufaktur vermindert und der Profit des auswärtigen Handels ver-
mehrt wird, ([p.] 36, l.c.)
Was Petty's Auffassung der Teilung der Arbeit von der antiken
unterscheidet, ist von vornherein ihr Einfluß auf den Tauschwert
des Produkts, auf das Produkt als Ware - ihre Verwohlfeilerung.
Derselbe Gesichtspunkt, noch entschiedner als Verkürzung der zur
Produktion einer Ware nötigen Arbeitszeit ausgesprochen, wird
geltend gemacht in "The advantages of the East India Trade to
England considered etc.", London 1720 [112]
Das Entscheidende ist, jede Ware zu machen mit "the least and
easiest labour" 1*). Wird ein Ding mit "less labour" 2*) verrich-
tet, so "consequently with labour of less price" 3*) Die Ware
wird so verwohlfeilert und die Arbeitszeit auf das zu ihrer Pro-
duktion nötige Minimum zu reduzieren wird durch die Konkurrenz
dann allgemeines Gesetz.
"Wenn mein Nachbar billig verkaufen kann, indem er mit wenig Ar-
beit viel herstellt, muß ich danach trachten, ebenso billig wie
er zu verkaufen." [p. 67.]
-----
1*) "der geringsten und leicht von der Hand gehenden Arbeit" -
2*) "weniger Arbeit" - 3*) "folglich mit Arbeit von geringem
Preis"
#282# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
-----
Von der Teilung der Arbeit hebt er insbesondre hervor:
"The more variety of artists to every manufacture, the less is
left to the skill of single persons." [p. 68.] "Je größer die An-
zahl der in jeder Manufaktur beschäftigten Personen, um so weni-
ger bleibt dem Geschick der einzelnen Person überlassen."
Spätre Schriftsteller wie Harris (sieh oben) [118] führen nur
Platos Entwicklung weiter aus. Dann Ferguson. Was A. Smith aus-
zeichnet - in mancher Hinsicht hinter seinen Vorgängern -, daß er
die Phrase der "Vermehrung der Produktivkräfte der Arbeit" anwen-
det. Wie sehr A. Smith sich noch in der Kindheitsepoche der
großen Industrie befand, zeigt sich darin, daß die Maschinerie
nur als Korollar zur Teilung der Arbeit erscheint und die Arbei-
ter bei ihm noch mechanische Entdeckungen machen, um sich ihre
Arbeit zu erleichtern und sie abzukürzen.
Die Teilung der Arbeit durch Vereinfachung derselben erleichtert
ihre Erlernung; vermindert also die allgemeinen Produktionskosten
des Arbeitsvermögens.
¦¦166¦ Das Atelier, dessen Grundlage die Teilung der Arbeit bil-
det, schließt immer eine gewisse Hierarchie der Geschicklichkei-
ten ein, indem die eine Operation komplizierter als die andre,
mehr Körperkraft, die andre mehr Delikatesse der Hand oder grö-
ßere Virtuosität erheischt. Es wird darin, wie Ure sagt, jeder
opération approprié un ouvrier dont le salaire corresponde à son
habilité 1*) ... Es ist immer noch l'adaptation des travaux aux
différentes capacités individuelles ... division du travail dans
ses nombreuses gradations ... division du travail selon les
différents degrés d'habileté 2*). [119] Die Virtuosität des
einzelnen bleibt immer noch wichtig.
Es ist in der Tat Analyse in die Operationen, die je ein einzel-
ner Arbeiter verrichten kann; die Operation wird von der sie be-
gleitenden losgelöst, aber das Grundprinzip bleibt immer noch,
sie als Funktion des Arbeiters zu betrachten, so daß daher bei
der Analyse derselben und ihrer Verteilung unter verschiedne Ar-
beiter und Gruppen von Arbeitern nach Graden der Geschick-
lichkeit, körperlicher Entwicklung usw. zu verteilen. Der Prozeß
wird noch nicht als solcher, unabhängig von dem Arbeiter, der ihn
verrichtet, analysiert, während im automatischen Atelier das Sy-
stem
"einen Prozeß zerlegt, indem es ihn in seine einzelnen wesentli-
chen Bestandteile teilt und welches alle seine Teile durch eine
selbsttätige Maschine ausführen läßt, kann man diese
-----
1*) jedem Arbeitsvorgang ein Arbeiter angepaßt, dessen Lohn sei-
ner Geschicklichkeit entspricht - 2*) die Anpassung der Arbeiten
an die unterschiedlichen individuellen Fähigkeiten... Teilung der
Arbeit in ihren zahlreichen Abstufungen ... Teilung der Arbeit
gemäß den unterschiedlichen Graden der Geschicklichkeit
#283# b) Teilung der Arbeit
-----
elementaren Teile einer Person mit gewöhnlicher Begabung nach
kurzer Probezeit anvertrauen." [120]
"Indem man das Machwerk in mehrere verschiedne Operationen teilt,
deren jede verschiedene Stufen von Gewandtheit und Kraft
erheischt, kann der Fabrikherr sich genau die präzise Quantität
von Gewandtheit und Kraft, wie jede Operation sie erheischt, sich
verschaffen; während, wenn das ganze Werk durch einen Arbeiter
vollbracht werden müßte, dieser Arbeiter zugleich genug Gewandt-
heit besitzen müßte, um die delikatesten Operationen zu exekutie-
ren und genug Kraft für die mühseligsten Operationen." (Babbage,
Ch., "On the Economy of Machinery etc.", Lond[on] 1832.) (ch.
XIX.)
"Wenn nach der besondren Natur der Produkte jeder Art von Manu-
fakturen die Erfahrung kennengelehrt hat zugleich die vorteilhaf-
teste Art von partiellen Operationen, worin die Fabrikation sich
teilen kann und die Zahl der Arbeiter, die hier angewandt werden
müssen, so werden alle établissements, die nicht für die Zahl ih-
rer Arbeiter ein exaktes multiplum dieser Zahl anwenden, mit we-
niger Ökonomie fabrizieren." (Babbage, l.c.,
ch. XXII.)
Sind z.B. 10 Arbeiter nötig zu verschiednen Operationen, so muß
man multiplen von 10 anwenden.
"Geschieht dies nicht, so kann man die ouvriers 1*) nicht immer
individuellement zu demselben Detail der Fabrikation verwenden
... Dies ist eine der Ursachen der kolossalen Dimensionen des in-
dustriellen Etablissements." (l.c.)
Hier, wie bei der einfachen Kooperation, wieder das Prinzip der
multiples. Aber jetzt in Proportionen, die bestimmt sind in ihrer
Proportionalität durch die Teilung der Arbeit selbst. Es ist
überhaupt klar, daß die Teilung um so weiter geführt werden kann,
auf je größerer Stufenleiter gearbeitet wird. Einmal kann das
richtige Multiplum so angewandt werden. Zweitens hängt es natür-
lich von der Größe der Stufenleiter ab, wie weit die Operationen
geteilt und die ganze Zeit eines einzelnen Arbeiters von einer
Operation absorbiert werden kann.
Erfordert also die Teilung der Arbeit größeres Kapital, weil mehr
Rohmaterial in derselben Zeit verarbeitet wird, so hängt ihre
Ausführung überhaupt von der Stufenleiter ab, worauf gearbeitet
wird, also der Anzahl Arbeiter, die gleichzeitig beschäftigt wer-
den können. Größres Kapital - i.e. Konzentration in einer Hand -
ist nötig zur Entwicklung der Teilung der Arbeit, die andrerseits
wieder durch die mit ihr ¦¦167¦ gewonnene Produktivkraft mehr Ma-
terial verarbeitet, also diesen Bestandteil des Kapitals vergrö-
ßert.
"Der auf eine sehr einfache Operation in den Manufakturen Redu-
zierte in Abhängigkeit von dem, der ihn anwenden wollte. Er pro-
duzierte kein vollständiges Werk mehr, sondern nur einen Teil des
Werks, wofür er der Mitwirkung der Arbeiten andrer ganz so be-
dürfte, wie der Rohstoffe, Maschinen etc. Seine Lage dem Chef der
Werkstatt gegenüber
-----
1*) Arbeiter
#284# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
-----
untergeordnet ... er beschränkte seine Forderungen auf das Not-
wendige, ohne daß die Arbeit, die er anbot, nicht hätte fortge-
führt werden können, während allein der Chef der Werkstatt, der
die Teilung der Arbeit bewirkt hatte, von jedem Anwachsen der
Produktivkräfte profitierte." (p. 91, 92, Sismondi, "N[ouveaux]
Pr[incipes] etc.", t. 1.)
"Die Teilung der Arbeit verkürzt die für das Erlernen einer Tä-
tigkeit notwendige Zeit." F. Wayland, p. 76. ("The Elements of
Pol. Econ.", Boston 1843.) "Errichtet man eine Fabrik, ist es
wichtig, Anzahl und Art der Arbeiter so auszuwählen, daß, sobald
die unterschiedlichen Operationen eines Produktionsprozesses ver-
schiedenen Personen zugewiesen wurden, die in solchen Verhältnis-
sen zur Verfügung stehen, u m s i c h e i n a n d e r
r i c h t i g u n d v o l l z u b e s c h ä f t i g e n. Je
perfekter das bewältigt wird, um so größer wird die Wirtschaft-
lichkeit sein; und sobald sich das einmal bestätigt hat, ist es
auch offenbar, daß das Unternehmen nicht erfolgreich vergrößert
werden kann, ohne die Beschäftigung einer Vielzahl der bisher
vorhandenen Arbeiter." (p. 83, l.c.)
A. Smith fällt dann auch am Schluß seines Abschnitts über die
Teilung der Arbeit wieder in die Voraussetzung zurück, daß die
verschiednen Arbeiter, unter denen die Arbeit geteilt ist, Waren-
besitzer und Produzenten sind (wir werden sehn, daß er später
diese Illusion aufgibt).
"Jeder Arbeiter befindet sich in der Lage, eine große Menge Ar-
beit zu besitzen, über die er verfügen kann, ausgenommen den
Teil, den er davon zur Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse
verwendet, und da sich die anderen Arbeiter in derselben Situa-
tion befinden, ist er in der Lage, eine große Menge von ihm her-
gestellter Waren gegen eine große Menge der ihren oder, was das-
selbe ist, gegen den Preis dieser Waren auszutauschen." [121]
Die Überlieferung des Geschicks von Generation zu Generation
stets wichtig. Ein entscheidender Gesichtspunkt beim Kastenwesen,
wie später beim Zunftwesen.
"Leicht von der Hand gehende Arbeit ist überlieferte Geschick-
lichkeit." (Th. Hodgskin, "Popul. Polit. Economy", London 1827,
p. 48.)
"Um die Arbeit zu teilen und die menschliche und die maschinelle
Arbeitskraft in vorteilhaftester Weise einzusetzen, ist es in ei-
ner Menge der Fälle notwendig, in großem Maßstab zu operieren
oder, anders ausgedrückt, Reichtümer in großen Mengen zu produ-
zieren. Dieser Vorteil ist es, der zur Entstehung der großen Fa-
briken führt." ("Élem. d'Éc. Pol.", James Mill traduit par J.T.
Parisot, Paris 1823[, p. 11].)
Die Teilung der Arbeit - oder vielmehr das auf Teilung der Arbeit
begründete Atelier - vermehrt bloß den Surpluswert, der dem Kapi-
talist zufällt (wenigstens nur d i r e k t, und dies ist die
einzige Wirkung, um die es sich hier handelt) - oder diese Ver-
mehrung der Produktivkraft der Arbeit bewährt sich nur als Pro-
duktivkraft des Kapitals, sofern sie angewandt wird auf Ge-
brauchswerte, die in die Konsumtion der Arbeiter eingehn, daher
die zur Reproduktion des Arbeitsvermögens notwendige Arbeitszeit
verkürzen. Aus eben diesem Umstand, daß die Teilung der Arbeit im
großen hauptsächlich
#285# b) Teilung der Arbeit
-----
nur auf objects of common use 1*) angewandt wird, schließt umge-
kehrt Parson 2*) Wayland, daß es die Armen und nicht die Reichen
sind, denen ihre Vorteile zugutkommen. Mit Bezug auf die middling
dass 3*) hat der Parson nach einer Seite recht. Es handelt sich
hier aber überhaupt nicht um das begriffslose Verhältnis von Ar-
men ¦¦168¦ und Reichen, sondern um das Verhältnis von Lohnarbeit
und Kapital. Die Stelle bei dem Pfaffen lautet:
"Je höher der Preis eines Produkts, desto geringer wird die An-
zahl der Personen sein, die in der Lage ist, es zu kaufen. Folg-
lich wird die Nachfrage um so geringer sein und deshalb auch um
so weniger Gelegenheit für Teilung der Arbeit bestehen. Und, ne-
benbei, je größer die Kosten für die Ware, umso größer die Menge
an Kapital, die benötigt wird, um durch Teilung der Arbeit zu
produzieren ... Daraus folgt, daß Teilung der Arbeit nur selten
benutzt wird bei der Herstellung kostbaren Schmucks und von teu-
ren Luxusgegenständen, während sie ganz allgemein für die Her-
stellung aller Waren des alltäglichen Bedarfs verwendet wird.
Folglich erkennen wir, daß die Vorteile des Gebrauchs von Natur-
stoffen und der Teilung der Arbeit sehr viel größer und weit
wichtiger für die mittleren und niederen Klassen sind als für die
Reichen. Diese Mittel erhöhter Produktion verringern die Kosten
der unvermeidlichen Bedürfnisse und der wesentlichen
Bequemlichkeiten des Lebens auf niedrigster Stufe und machen
diese natürlich soweit als möglich für alle erreichbar." ([p.]
86, 87, F. Wayland, "The Elements of Pol. Econ.", Boston 1843.)
Wie Ausdehnung des Kapitals, so erheischt die Anwendung der Tei-
lung der Arbeit als ihre Grundvoraussetzung Kooperation, Agglome-
ration der Arbeiter, die überhaupt nur stattfinden wird, wo eine
gewisse Dichtigkeit der Bevölkerung. {Zugleich auch, wo die Be-
völkerung aus ihren zerstreuten Wohnungen auf dem Land gesammelt
ist in Zentren der Produktion. Darüber Stewart. [122] Dies näher
zu erörtern bei dem Abschnitt über die Akkumulation.}
"Es gibt e i n e g e w i s s e B e v ö l k e r u n g s-
d i c h t e, die zweckdienlich ist sowohl für den gesellschaft-
lichen Verkehr als auch für jenes Zusammenwirken der Kräfte,
durch das der Ertrag der Arbeit gesteigert wird." ([p.] 50, James
Mill, "El. of Pol. Ec.", London 1821.)
Mit der Entwicklung der Teilung der Arbeit verschwindet - was bei
der bloß formellen Subsumtion der Arbeit unter das Kapital noch
sehr möglich - jedes individuelle Produkt der Arbeit. Die fertige
Ware ist das Produkt des Ateliers, welches selbst eine Daseins-
weise des Kapitals ist. Der Tauschwert der Arbeit selbst - und
die Arbeit, nicht ihr Produkt - wird durch die Weise der Produk-
tion selbst, nicht nur durch den Kontrakt zwischen Kapital und
Arbeit, das einzige, was der Arbeiter zu verkaufen hat. Die Ar-
beit wird in der Tat seine einzige Ware und die Ware überhaupt
allgemein Kategorie,
-----
1*) Gegenstände des täglichen Bedarfs - 2*) Pfarrer - 3*) Mittel-
klasse
#286# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
-----
worunter die Produktion subsumiert ist. Wir gingen von der Ware
als der allgemeinsten Kategorie der bürgerlichen Produktion
[aus]. Solche allgemeine Kategorie wird sie erst durch Verände-
rung, der die Produktionsweise selbst durch das Kapital unterwor-
fen wird.
"Es gibt aber nichts mehr, was man als den natürlichen Lohn der
Arbeit eines einzelnen bezeichnen könnte. Jeder Arbeiter erzeugt
nur einen Teil eines Ganzen, und da jeder Teil für sich allein
ohne Wert oder Nutzen ist, gibt es nichts, was der Arbeiter neh-
men und wovon er sagen könnte: Das ist mein Erzeugnis, das will
ich für mich behalten." (p. 25, [Thomas Hodgskin,] "Labour defen-
ded against the claims of Capital etc.", London 1825.)
"Der zunehmende Reichtum hat zu einer Spaltung zwischen gesell-
schaftlichen und beruflichen Bedingungen geführt; nicht mehr der
Ü b e r f l u ß eines jeden ist zum Gegenstand des Austauschs
geworden, sondern d e r L e b e n s u n t e r h a l t
s e l b s t... in dieser neuen Situation hängt das Leben des
ganzen Menschen, der arbeitet und produziert, nicht von der Voll-
kommenheit und dem Gelingen seiner Arbeit ab, sondern von ihrem
V e r k a u f." (p. 82, t. I, Sism., "Études".)
"Die größere Ergiebigkeit des menschlichen Fleißes und der ver-
ringerte Preis für die Erfordernisse des Lebens verschwören sich
heutzutage, das produktive Kapital zum Anschwellen zu bringen."
([p. 88,] 89, S.P. Newman, "Elements of Polit. Econ.", Andover
and New York 1835.)
Soweit in der Teilung der Arbeit eine Seite der natürlichen Indi-
vidualität des Arbeiters als Naturgrundlage fortentwickelt wird,
wird sie an die Stelle seines ganzen Produktionsvermögens gesetzt
und zu einer Besonderheit ausgebildet, die zu ihrer Bewährung die
Betätigung im Zusammenhang mit dem Gesamtatelier erheischt, als
eine besondre Funktion desselben.
¦¦169¦ Storch stellt beide Arten der Teilung der Arbeit wie A.
Smith zusammen, nur daß die eine als letzte Zuspitzung der andern
bei ihm erscheint; als A u s g a n g s p u n k t für die andre,
was ein Fortschritt ist.
"Diese Teilung geht von der Trennung der verschiedenartigsten
Professionen bis zu jener Teilung, wo plusieurs ouvriers se part-
agent la confection d'un seul et même produit 1*), wie in der Ma-
nufaktur."
(Sollte heißen nicht produit, sondern marchandise 3*). Auch in
der andren Teilung der Arbeit arbeiten verschiedne am selben Pro-
dukt.) (p. 173, H. Storch, "Cours d'Écon. Pol.", avec des notes
etc. par J.-B. Say, Paris 1823, t. I.)
"Es genügt nicht, daß das zur Subdivision der métiers 3*) nötige
Kapital sich in der Gesellschaft vorhanden finde; es ist außerdem
nötig, daß es i n d e n H ä n d e n d e r U n t e r n e h-
m e r a k k u m u l i e r t
-----
1*) mehrere Arbeiter sich in die Anfertigung eines und desselben
Produukts teilen - 2*) Ware - 3*) Handwerks
#287# b) Teilung der Arbeit
-----
sei in hinreichend beträchtlichen Portionen, um sie in den Stand
zu setzen, auf großer Stufenleiter zu arbeiten ... Je mehr die
Teilung der métiers zunimmt, ist nötig zur beständigen Beschäfti-
gung einer selben Zahl von Arbeitern ein immer beträchtlicheres
Kapital in Werkzeugen, Rohstoffen etc. Vermehrung der Zahl der
Arbeiter mit der Teilung der Arbeit. Beträchtlicheres Kapital in
Konstruktionen und Subsistenzmitteln." (Storch, l.c., p. 250,
251.)
"Arbeit i s t v e r e i n t ... wann immer Erwerbszweige auf-
geteilt sind ... Die stärkste T e i l u n g d e r A r b e i t
findet statt unter jenen außerordentlich rohen Wilden, die einan-
der niemals helfen, die getrennt voneinander arbeiten; und die
Teilung der Erwerbszweige mit all ihren großen Erfolgen hängt
ganz und gar ab von der K o m b i n a t i o n der Arbeit,
d e r K o o p e r a t i o n." (p. 24, Wakefield, Note, t. I zu
seiner Ausgabe von A. Smith, "Wealth of Nations", London 1835.)
*)
A. Smith macht den Austausch zur Grundlage der Teilung der Ar-
beit, während er umgekehrt ihr Resultat ist (aber nicht sein
muß). Hodgskin bemerkt richtig, daß Teilung der Erwerbszweige,
also der gesellschaftlichen Arbeit, in allen Ländern und unter
allen politischen Institutionen Platz greift. Sie existiert ur-
sprünglich in der Familie, wo sie naturwüchsig aus physiologi-
schen Unterschieden, Geschlechts- und Altersunterschieden hervor-
geht. Die Verschiedenartigkeit der individuellen Organisationen,
körperlichen und geistigen Anlagen wird neue Quelle derselben.
Dann aber kömmt durch verschiedne Naturbedingungen, Unterschiede
des Bodens, Verteilung von Wasser und Land, Berg und Ebene,
Klima, Lage, Mineralhaltigkeit der Erde und Besonderheiten in ih-
ren Eigentümlichkeiten, spontanen Schöpfungen, Verschiedenheit in
den natürlich vorgefundnen Arbeitsinstrumenten hinzu, die die Er-
werbszweige verschiedner Stämme teilt, und in dem Austausch
derselben haben wir überhaupt die ursprüngliche Verwandlung von
Produkt in Ware zu suchen. (Sieh Hodgskin, Th., "Populär Politi-
cal Economy etc.", London 1827, ch. IV, V und VI.) Wo die Popula-
tion stagnant ist, wie in ¦¦170¦ Asien, ist es auch die Teilung
der Arbeit.
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*) Im Manuskript gestrichen: Auf diesem Unterschied zwischen Se-
paration of employments (Trennung der Erwerbszweige) und
"division of labour", "Teilung der Arbeit", reitet Wakefield. Was
ihm vorschwebt, ist eben der von A. Smith nicht betonte Unter-
schied zwischen der Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft
und der Teilung der Arbeit innerhalb des Ateliers. A. Smith läßt
die Erwerbszweige vermittelst des exchange 1*) miteinander koope-
rieren und weiß nicht nur, was sich von selbst versteht, sondern
sagt ausdrücklich, daß innerhalb der einzelnen Manufaktur in Tei-
lung der Arbeit zugleich Kombination derselben. Was bei Wakefield
wirklichen Fortschritt bildet - und darauf kommen wir später -
ist seine Ahnung, daß die letztre Teilung der Arbeit, auf Grund-
lage der freien bürgerlichen Arbeit, eine der kapitalistischen
Produktionsweise eigentümliche Form ist und daher nur unter ge-
wissen gesellschaftlichen Bedingungen eintritt.
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1*) Austausches
#288# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
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"Verbesserte Transportmethoden, wie Eisenbahnen, Dampfschiffe,
Kanäle, alle Methoden der Erleichterung des Verkehrs zwischen
entfernten Ländern wirken ein auf die Teilung der Arbeit in der
gleichen Art wie eine tatsächliche Erhöhung der Bevölkerungszahl;
sie bringen mehr Arbeiter in Verbindung usw." [p. 119.]
B e v ö l k e r u n g und progress derselben die Hauptgrundlage
der division of labour 1*).
"Wenn die Zahl der Arbeiter wächst, steigt die Produktivkraft der
Gesellschaft im gleichen Verhältnis zu diesem Wachstum, multipli-
ziert durch die Wirkungen der Teilung der Arbeit und der Vermeh-
rung der Kenntnisse." (p. 120, l.c.)
"Allein mit einem Zuwachs an Kapital kann der Unternehmer für die
Herstellung irgendeines Werkstückes ... unter seinen Arbeitern
eine zweckmäßigere Teilung der Arbeit einführen. Wenn das zu fer-
tigende Werkstück aus mehreren Teilen besteht und er jeden Arbei-
ter ständig zur Erfüllung seines Anteils beschäftigen will, ist
ein weit größeres Kapital nötig, als wenn jeder Arbeiter, gleich-
gültig womit, gelegentlich an allen Teilen des Werkstücks be-
schäftigt wird." (A. Smith, ["Recherches ...",] III, ch. III [p.
338/339].)
"Was die P r o d u k t i o n s l e i s t u n g anbetrifft, so
kann sie nicht a n s t e i g e n, w e n n d i e A n z a h l
d e r A r b e i t e r d i e g l e i c h e b l e i b t. Es
sei denn, man vermehrt oder vervollkommnet die Maschinen und
Werkzeuge, mit deren Hilfe die Arbeit erleichtert und beschleu-
nigt wird; aber ebensogut könnte man wohl eine bessere Verteilung
oder wirksamere Umverteilung der Arbeit schaffen." (l.c. [, p.
338].)
"Der Eigentümer des Kapitals, der eine große Anzahl Arbeiter er-
nährt, bemüht sich notwendigerweise aus eigenem Interesse, unter
ihnen die Teilung und Verteilung der Arbeit so gut zu kombinie-
ren, daß sie imstande sind, die größtmögliche Menge an Werkstük-
ken zu fertigen. Aus gleichem Grunde versucht er, sie mit besse-
ren Maschinen auszurüsten, als er selbst und sie sich vorstellen
konnten. W a s a u f d i e A r b e i t e r e i n e r e i n-
z i g e n W e r k s t a t t z u t r i f f t, t r i f f t,
w i e s i c h e r w e i s t, a u s d e n g l e i c h e n
G r ü n d e n a u c h a u f d i e g r o ß e G e s e l l-
s c h a f t z u. Je größer ihre Anzahl, um so mehr tendieren
sie selbstverständlich dazu, sich in verschiedene Klassen zu
spalten und ihre Arbeiten aufzuteilen. Es gibt eine weit größere
Anzahl von Köpfen, die sich damit befassen, die zweckmäßigsten
Maschinen für die Ausführung der Arbeit zu erfinden, mit der
jeder beauftragt ist und infolgedessen mit um so größerer
Wahrscheinlichkeit das Ziel, sie zu erfinden, erreichen wird."
(ch. VIII, l. I, [p. 177/178,] A. Smith.)
Lemontey ("OEuvres complètes", t. I, p. 245 sq., Paris 1840) hat
im Anfang dieses Jahrhunderts Fergusons Auseinandersetzung
geistreich bearbeitet. ("Sur l'influence morale de la division du
travail.")
"Die Gesellschaft als Ganzes hat mit dem Innern einer Werkstatt
gemein, daß auch sie ihre Teilung der Arbeit hat. Nimmt man die
Teilung der Arbeit in einer modernen Werkstatt als Beispiel, um
sie auf eine ganze Gesellschaft anzuwenden, so wäre ohne Zweifel
diejenige Gesellschaft am besten für die Produktion des Reichtums
organisiert, welche nur einen einzigen Unternehmer als Vorgesetz-
ten hätte, der nach einer im voraus festgesetzten
-----
1*) Teilung der Arbeit
#289# b) Teilung der Arbeit
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Ordnung die Funktionen unter die verschiedenen Mitglieder der Ge-
sellschaft verteilt. Aber so ist es gar nicht. Während innerhalb
der modernen Werkstatt die Teilung der Arbeit durch die Autorität
des Unternehmers bis ins einzelnste geregelt ist, kennt die mo-
derne Gesellschaft keine andere Regel, keine andere Autorität für
die Verteilung der Arbeit als die freie ¦¦171¦ Konkurrenz." (p.
130, [Karl Marx,] "Misère de la Philosophie", Paris 1847.) 1*)
"Unter der Herrschaft des Patriarchats, der Herrschaft der Ka-
sten, in der feudalen und kooperativen Gesellschaft gab es eine
Teilung der Arbeit in der ganzen Gesellschaft nach bestimmten Re-
geln ... Was die Teilung der Arbeit in der Werkstatt anbetrifft,
so war sie in allen diesen Gesellschaftsformen sehr wenig entwic-
kelt. Man kann sogar als allgemeine Regel aufstellen, je weniger
die Autorität der Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft
herrscht, um so mehr entwickelt sich die Teilung der Arbeit im
Innern der Werkstatt und um so mehr ist sie dort der Autorität
eines einzelnen unterworfen. Die Autorität in der Werkstatt und
die in der Gesellschaft stehen in bezug auf die Teilung der Ar-
beit im u m g e k e h r t e n V e r h ä l t n i s zueinander."
(p. 130, 131, l.c.) 2*) "Die Akkumulation und die Konzentration
der Werkzeuge und der Arbeiter gehen der Entwicklung der Teilung
der Arbeit im Innern der Werkstatt voraus. ... Die Entwicklung
der Teilung der Arbeit setzt die Vereinigung der Arbeiter in ei-
ner Werkstatt voraus. ... Sind erst die Menschen und die Werk-
zeuge vereinigt, reproduziert sich die Teilung der Arbeit so, wie
sie in der Form der Zünfte bestand, und spiegelt sich notwendig
im Innern der Werkstatt wider." ([p.] 132, 133, l.c.) 3*) "Die
Konzentration der Produktionsinstrumente und die Teilung der Ar-
beit sind ebenso untrennbar voneinander wie auf dem Gebiete der
Politik die Zentralisation der öffentlichen Gewalten und die Tei-
lung der Privatinteressen." (p. 134, l.c.) 4*)
Um die Teilung der Arbeit anzuwenden, ist also vorausgesetzt:
1. K o n g l o m e r a t i o n v o n A r b e i t e r n, wozu
eine gewisse Dichtigkeit der Bevölkerung nötig. Kommunikations-
mittel können hier die Dichtigkeit in einem gewissen Grad erset-
zen. D e p o p u l a t i o n d e s L a n d e s (sieh 18.
Jahrhundert). In einem dünn bevölkerten Land könnte diese Konglo-
meration nur an einigen Punkten stattfinden. Die Konglomeration
wird aber auch hervorgebracht, dadurch, daß nur dünne Bevölkerung
für den Ackerbau erheischt, die Masse der Bevölkerung sich also
getrennt von dem Boden um die jedesmaligen Produktionsmittel,
Sitze des Kapitals, konglomerieren kann. Die relative Verdichtung
auf der einen Seite kann durch relative Verdünnung auf der andren
hervorgebracht werden, selbst mit einer g e g e b n e n Bevöl-
kerung, deren Existenz ursprünglich noch in der nichtkapitalisti-
schen Produktionsweise wurzelt.
Was also zuerst nötig ist, ist nicht Vergrößerung der Bevölke-
rung, sondern Vergrößerung der rein industriellen Bevölkerung
oder andere Verteilung der Bevölkerung. Die erste Bedingung
hierzu Verkleinerung der unmittelbar mit
-----
1*) Siehe Band 4 unserer Ausgabe, S. 150/151 - 2*) siehe ebenda,
S. 151 - 3*) siehe ebenda, S. 152/153 - 4*) siehe ebenda, S. 153
#290# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
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der Erzeugung der Nahrungsmittel, in der Agrikultur beschäftigten
Bevölkerung, Loslösung der Menschen vom Boden, von der Mutter
Erde, und dadurch ihre Freimachung (free hands [72], wie Stewart
sagt), ihre Mobilisierung. Die Loslösung der mit der Agrikultur
verknüpften Arbeiten von der Agrikultur und die Beschränkung der
Agrikultur - progressiv - auf weniger Hände ist die Hauptbedin-
gung für die Teilung der Arbeit und die Manufaktur überhaupt, da-
mit sie nicht im einzelnen, an zerstreuten Punkten, sondern herr-
schend auftritt. {Dies alles gehört in die A k k u m u l a-
t i o n.} Dieselbe Population anders verteilt, braucht nicht
größern Vorrat von Lebensmitteln, sondern nur andre Verteilung,
Distribution derselben. Der Kapitalist, der Teilung der Arbeit
anwendet, daher mehr auf einem Punkte agglomerierte Arbeiter be-
schäftigt, zahlt größere Summen von Salair als der Hand-
werksmeister, bedarf mehr capital variable, das sich schließlich
in Lebensmittel auflöst; aber dazu ist es erheischt, daß dasselbe
Salair, das früher von 100 diesen ausgezahlt wurde, ¦¦172¦ jetzt
von einem ausgezahlt werde. Also nur größere Konzentration des
capital variable in weniger Händen und dito der Lebensmittel,
wogegen sich dies Salair austauscht. Es ist hier nicht Z u-
w a c h s, sondern nur K o n z e n t r a t i o n erheischt in
diesen Teilen des Kapitals; ganz wie nicht größere Bevölkerung,
sondern größere Agglomeration der Bevölkerung unter dem Kommando
desselben Kapitals.
2. K o n z e n t r a t i o n v o n A r b e i t s i n s t r u-
m e n t e n.
D i e T e i l u n g d e r A r b e i t f ü h r t z u e i-
n e r D i f f e r e n z i e r u n g u n d d a m i t V e r-
e i n f a c h u n g d e r I n s t r u m e n t e, d i e a l s
A r b e i t s m i t t e l d i e n e n; daher auch zur Vervoll-
kommnung dieser Instrumente. Aber in ihr bleibt nach wie vor das
Arbeitsmittel Arbeitswerkzeug, Instrument, dessen Anwendung von
der persönlichen Virtuosität der einzelnen Arbeiter abhängt,
Leiter ihrer eignen Geschicklichkeit ist, in der Tat zu seinem
natürlichen Organ hinzugefügtes Kunstorgan. Eis sind ver-
schiedenartigere, nicht mehr Instrumente erheischt für dieselbe
Zahl von Arbeitern. Insofern das Atelier Konglomeration von Ar-
beitern, setzt es ebenso Agglomeration von Instrumenten voraus.
Und jedenfalls wächst dieser Teil des Capital constant nur in dem
Verhältnis, worin das capital variable, das in Arbeltslohn ausge-
legte, oder die von demselben Kapital gleichzeitig beschäftigte
Arbeiteranzahl wächst.
Als ein neu hinzugekommner Teil des Capital constant können die
andren Arbeitsbedingungen, namentlich die Behausung, betrachtet
werden, die Gebäulichkeiten, da vor der Manufaktur die Werkstatt
noch keine besonderte Existenz vom Privathaus erhält.
Mit dieser Ausnahme findet größere Konzentration des in Arbelts-
mitteln bestehenden Teils des Kapitals statt; nicht notwendig
Wachstum des Kapitals
#291# b) Teilung der Arbeit
-----
und keinenfalls relatives Wachstum desselben, verglichen mit sei-
nem in Arbeitslohn ausgelegten Bestandteil.
3. V e r m e h r u n g d e s R o h m a t e r i a l s. Der in
Rohmaterial ausgelegte Teil des Kapitals wächst a b s o l u t
gegen den in Arbeitslohn ausgelegten, indem dasselbe Quantum
Rohmaterial ein geringres Quantum Arbeitszeit absorbiert oder
dasselbe Quantum Arbeitszeit sich in einem größern Quantum Rohma-
terial verwirklicht. Indes kann auch dies u r s p r ü n g-
_l i c h stattfinden, ohne absolute Vermehrung des Rohmaterials
in einem Lande 1*). Dasselbe in einem Lande vorhandne Quantum
Rohmaterial kann weniger Arbeit absorbieren, d.h., im ganzen
Lande eine geringre Arbeiterzahl mit dessen Bearbeitung
beschäftigt sein, seiner Verwandlung in neues Produkt, obgleich
diese Arbeiterzahl, statt wie früher über eine große Oberfläche
zerstreut zu sein, in größern Gruppen auf einzelnen Punkten kon-
zentriert ist unter dem Kommando einzelner Kapitalisten.
Absolut also gesprochen, ist nichts erheischt zur M a n u-
f a k t u r, d.h. des auf Teilung der Arbeit begründeten Ate-
liers, als andre Verteilung der verschiednen Bestandteile des
Kapitals, Konzentration statt Zerstreuung. In dieser Form der
Zerstreuung existieren diese Arbeitsbedingungen noch nicht als
Kapital, obgleich als die materiellen Bestandteile des Kapitals,
wie der arbeitende Teil der Bevölkerung, existiert, obgleich noch
nicht in der Qualität als Lohnarbeiter oder Proletarier.
D i e M a n u f a k t u r (im Unterschied von dem mechanischen
Atelier oder der factory, Fabrik) ist die spezifisch der Teilung
der Arbeit entsprechende Produktionsweise oder Form der Indu-
strie. Selbständig, als die e n t w i c k e l t s t e Form der
kapitalistischen Produktionsweise, tritt sie auf vor der Erfin-
dung der eigentlichen Maschinerie (obgleich schon Maschinen ange-
wandt und namentlich fixes Kapital).
¦¦173¦ Bei Petty und dem zitierten Apologeten des East India
Trade [112] (also bei den Modernen) in bezug auf die Teilung der
Arbeit von vornherein charakteristisch, daß die Verwohlfeilerung
der Ware - die Verminderung der zur Produktion einer bestimmten
Ware gesellschaftlich notwendigen Arbeit - Hauptgesichtspunkt.
Bei Petty wird sie in Verbindung mit dem auswärtigen Handel er-
wähnt. Bei dem East Indian direkt als Mittel, die Konkurrenten
auf dem Weltmarkt zu unterkaufen, wie letztrer den Welthandel
selbst als Mittel darstellt, in weniger Arbeitszeit dasselbe Re-
sultat zu erzielen.
A. Smith in ("Recherches ...",] ch. I, b.I, wo er ex professo von
der Teilung der Arbeit handelt, entwickelt am Schlüsse des Kapi-
tels, wie außerordentlich
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1*) In der Handschrift: andren
#292# 3. Der relative Mehrwert - Heft IV
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mannigfaltig, verschiednen Ländern angehörig, vielseitig in einem
"zivilisierten Lande", d.h., wo das Produkt allgemein die Form
der Ware annimmt, die Arbeitsarten, die z.B. konkurrieren, um mo-
bilier, Kleidung, outils 1*) eines einfachen Taglöhners zu be-
schaffen.
"Betrachtet", beginnt dieser Schluß, "woraus in einem zivilisier-
ten und blühenden Lande die bewegliche Habe eines einfachen Ta-
gelöhners oder des letzten Handlangers bestehen, und ihr werdet
sehen, daß die Zahl der Menschen, um deren Belieferung mit ir-
gendeinem Teil dieser Güter die Industrie konkurrierte, jenseits
jeder Berechnung liegt. So grob beispielsweise die Wolljacke, die
den Tagelöhner kleidet, auch aussehen mag, sie ist das Produkt
der gemeinsamen Arbeit einer Vielzahl von Arbeitern", usw. [p.
25.]
Und A. Smith schließt diese Betrachtung mit den Worten:
"Zwischen den beweglichen Gütern eines europäischen Prinzen und
denen eines arbeitsamen, soliden Bauern besteht möglicherweise
kein größerer Unterschied als zwischen den Möbeln des letzteren
und denen des Königs, der über 10000 nackte Wilde herrscht und
als absoluter Gebieter über ihre Freiheit und ihr Leben verfügt."
[p. 28.]
Dieser ganze Passus und Betrachtungsweise ist nachkopiert von
Mandeville, "Fable of the Bees", zuerst veröffentlicht 1705 als
Poem [123], 1729 den 2. Teil veröffentlicht, which consists of a
series of six dialogues 2*) (Prosa). 1714 he added the prose no-
tes which make the bulk of the first volume of the work as we
have it now 3*). Da heißt [es] u.a.:
"Wenn wir die blühendsten Nationen zurückverfolgen zu ihrem Ur-
sprung, werden wir finden, daß in den frühesten Anfängen jeder
Gesellschaft die reichsten und allerbedeutendsten Männer in ihr
lange Zeit auf eine große Menge der Bequemlichkeiten des Lebens
verzichten mußten, derer sich jetzt die armseligsten, bescheiden-
sten und unglücklichsten Menschen erfreuen können; so daß viele
Dinge, die einst als Schöpfungen des Luxus betrachtet wurden,
heute selbst denen gewährt werden, die so erbärmlich arm sind,
daß sie zu Objekten öffentlicher Wohltätigkeit werden ... Ein
Mann wäre ausgelacht worden, wenn er im schlichten Kleid eines
armen Geschöpfes Luxus entdeckte, das daherkommt in dickem Gewand
und rauhem Hemd darunter aus der Armenunterstützung des Kirch-
spiels. Und doch, wie viele Menschen, wie viele verschiedene Ge-
werbe und welche Vielfalt an Geschick und Werkzeugen müssen ein-
gesetzt werden, um das allereinfachste Yorkshire Tuch herzustel-
len?" etc. (Remark, P., vol. I, p. 181-183, ed. of 1724.) "Welche
Geschäftigkeit muß in verschiedenen Teilen der Welt betrieben
werden, bevor ein feines scharlachrotes oder karminrotes Tuch
hergestellt werden kann; welche Vielfalt an Gewerben und Handwer-
kern muß beschäftigt werden! Nicht nur die offensichtlichen, wie
Wollkämmer, Spinner, die Weber, die Tuchmacher, die Putzer, die
Färber, die Setzer, die Zieher und die
-----
1*) Möbel, Kleidung, Handwerkszeug - 2*) der aus einer Serie von
6 Dialogen besteht - 3*) fügte er Prosanotizen hinzu, die den Um-
fang des ersten Bandes des Werkes ausmachen, wie er jetzt vor-
liegt
#293# b) Teilung der Arbeit
-----
Packer; sondern auch andere, die ferner liegen und anscheinend
der Sache fremd scheinen - wie der Maschinenbauer, der Zinngießer
und der Chemiker, die dennoch alle nötig sind, ebenso wie eine
große Anzahl von Gewerben, damit die ¦¦174¦ Werkzeuge, Geräte und
anderer Zubehör vorhanden sind, die zu den bereits genannten Ge-
werbszweigen gehören."
Dann geht er über, wie Seefahrt, auswärtige Länder, mit einem
Wort, der Weltmarkt dazu konkurriert. ("Search into the Nature of
Society" (appended to the second édition 1*)), pp. 411-13.)
In diesem Aufzählen liegt in der Tat nur das: Sobald W a r e
die allgemeine Form des Produkts wird oder die Produktion auf
Grundlage des Tauschwerts und daher des Warenaustauschs stattfin-
det, wird erstens die Produktion jedes Individuums einseitig,
während seine Bedürfnisse vielseitig. Es ist also ein concours
2*) unendlich vieler selbständiger Arbeitszweige nötig, um die
Bedürfnisse, selbst die einfachsten Bedürfnisse des Individuums,
zu befriedigen. Zweitens: Der ganze Umkreis der gegenständlichen
Bedingungen, die zur Produktion einer einzigen Ware erheischt
sind, Rohstoff, Instrumente, matières instrumentales 3*) etc.,
gehn in ihre Produktion als W a r e n ein, sind durch Kauf und
Verkauf dieser unabhängig voneinander produzierten Elementarbe-
standteile der Ware bedingt. Es findet dies in dem Maße statt,
daß die einzelnen Elemente, die zur Produktion einer Ware
erheischt sind, als Waren außer ihr existieren, daher ursprüng-
lich als Waren von außen, durch die Zirkulation vermittelt, in
diesen einzelnen Produktionszweig treten - je mehr die W a r e
die allgemein elementarische Form des Reichtums geworden ist, je
mehr die Produktion aufhört, unmittelbare Erzeugung der eignen
Subsistenzmittel für das Individuum zu sein - trade 4*) geworden
ist, wie Steuart [124] [sagt] [36], die Ware also aufhört, die
Form des über das Bedürfnis des Individuums hinausgehnden, für es
überflüssigen und daher verkaufbaren Teils seiner Produktion zu
sein. Hier ist noch das Produkt als solches die Basis und die
Produktion für die Subsistenz. Die Warenproduktion basiert hier
noch auf Grundlage einer Produktion, deren Hauptprodukt nicht
Ware wird, wo die Subsistenz selbst noch nicht vom Verkauf ab-
hängt; der Produzent, wenn er nicht W a r e produziert, über-
haupt n i c h t s produziert; W a r e zu sein also die allge-
mein elementarische, notwendige Form seines [Produk]ts [36] ist,
die es überhaupt zu einem Element des bürgerlichen Reichtums
macht. Dieser Unterschied zeigt sich schlagend, wenn man die
große moderne Agrikultur mit der Agrikultur
-----
1*) der zweiten Auflage beigefügt - 2*) Zusammenwirken - 3*) Pro-
duktionshilfsstoffe - 4*) Handel
#294# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
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vergleicht, worin die Produktion für die eigne Subsistenz noch
die Basis bildet und die die meisten Bedingungen ihrer Produktion
selbst erzeugt; so daß sie nicht als Warenmassen, durch die Zir-
kulation vermittelt, in sie eingehn.
In der Tat also enthält diese Betrachtungsweise von Mandeville
etc. nichts, als daß die allgemeine elementarische Form des bür-
gerlichen Reichtums die W a r e ist; daß für den Produzenten
nicht mehr der Gebrauchswert, sondern allein der Tauschwert des
Produkts entscheidet, für ihn der Gebrauchswert nur der Träger
des Tauschwerts ist; daß er in der Tat nicht bloß ein bestimmtes
Produkt, sondern Geld produzieren muß. Diese Voraussetzung, daß
das Produkt allgemein als Ware produziert wird, daher durch die
Bedingungen seiner eignen Produktion als Waren, durch die Zirku-
lation vermittelt, in [die] '36' sie eingehn, unterstellt eine
allseitige Teilung der gesellschaftlichen Arbeit oder Loslösung
der einander bedingenden und ergänzenden Arbeiten in unabhängige,
nur durch die Warenzirkulation, Kauf und Verkauf vermittelte Ar-
beitszweige. Oder es ist identisch damit, da das allgemeine Ge-
genüberstehn der Produkte als Waren voraussetzt das Gegenüber-
stehn der sie produzierenden] Tätigkeit[en ...]. Derartige Be-
trachtung also historisch wichtig, [...] [36]
¦/V-179/ Auf solcher Entwicklungsstufe der Gesellschaft ist viel-
mehr die Betrachtung des Kontrastes interessanter von Zuständen,
worin die einzelne Familie unmittelbar selbst beinahe alle ihre
Bedürfnisse befriedigt, wie z.B. Dagald Stewart, l.c., p. 327[,
328]:
"In einigen Teilen von Hochschottland stellte vor nicht allzu
langer Zeit laut "Statistical Accounts" jeder Bauer seine eigenen
Schuhe her aus Leder, das er selbst gerbte. Auch mancher Schaf-
hirte und Häusler erschien mit Frau und Kindern in der Kirche in
Kleidern, die keine Hand außer ihrer eigenen angetastet hatte, da
sie selbst [die Wolle] von den Schafen geschoren und den Flachs
gesät hatten. In die Zubereitung dieser, so wird hinzugefügt,
ging kaum irgendein gekaufter Artikel ein, mit Ausnahme von
Pfrieme, Nadel, Fingerhut und sehr wenigen Teilen des im Weben
angewandten Eisenwerks. Auch die Farben wurden hauptsächlich von
den Frauen selbst von Bäumen, Gesträuchen und Kräutern gewonnen."
("Lectures on Pol. Ec.", v. 1, l.c.)
¦¦V-175¦ Auf einer vorgerückten Entwicklungsstufe der bürgerli-
chen Gesellschaft dagegen, wie sie A. Smith schon gegenüberstand,
erscheint die einfache Reproduktion dieser Mandevilleschen, Har-
risschen etc. Reflexionen nicht ohne einen Beisatz von pedanti-
scher Kinderei, und namentlich bewirkt dergleichen Ausmalung bei
ihm, daß er die Teilung der Arbeit als spezifisch kapitalistische
Produktionsweise nicht scharf und bestimmt begreift; wie and-
rerseits die außerordentliche Wichtigkeit, die er der Teilung der
Arbeit in der
#295# b) Teilung der Arbeit
-----
Manufaktur beilegt, zeigt, daß zu seiner Zeit das moderne Fabrik-
wesen im Entstehen begriffen war. Ure bemerkt hierzu mit Recht:
"Als Adam Smith sein unsterbliches Werk über die Grundzüge der
politischen Ökonomie schrieb, war das automatische Industriesy-
stem noch kaum bekannt. Die Teilung der Arbeit erschien ihm mit
Recht als das große Prinzip der Vervollkommnung in der Manufaktur
... Aber was zur Zeit des Dr. Smith als passendes Beispiel dienen
konnte, kann heute das Publikum in bezug auf das wirkliche Prin-
zip der Fabrikindustrie nur irreführen ... Das Schuldogma von der
Teilung der Arbeit nach den verschiedenen Graden der Geschick-
lichkeit ist von unseren aufgeklärten Fabrikanten endlich bei-
seite geworfen." (Andrew Ure, "Philosophie des manufactures
etc.", t. I, ch. I.) (1835 zuerst erschienen.)
Dies zeigt schlagend, daß die Teilung der Arbeit, um die es sich
hier handelt - und um die es sich eigentlich auch bei A. Smith in
der Tat handelt -, keine allgemeine Kategorie, den meisten und
verschiedenartigsten Gesellschaftszuständen gemeinsam, sondern
eine ganz bestimmte historische, einer bestimmten historischen
Entwicklungsstufe des Kapitals entsprechende Produktionsweise;
die sogar in der alleinherrschenden und überwiegenden Form, worin
sie bei A. Smith auftritt, der schon überwältigten und vergangnen
Stufe der Entwicklung der kapitalistischen Produktion seiner Zei-
tepoche angehörte.
Ure, in dem angegebnen Passus, sagt 1.
"Er" (A. Smith) "schloß also daraus, daß man selbstverständlich
j e d e r d i e s e r V e r r i c h t u n g e n einen Arbeiter
anpassen kann, dessen Lohn seiner Geschicklichkeit entspräche.
Diese A n p a s s u n g ist das Wesen der Teilung der Arbeit."
Also erstens: A n e i g n u n g des Arbeiters an eine bestimmte
Operation, seine Subsumtion unter dieselbe. Er gehört von nun an
dieser Operation, die die ausschließliche Funktion seines auf ein
Abstraktum reduzierten Arbeitsvermögens wird.
Erstens also wird das Arbeitsvermögen dieser besondren Operation
a n g e e i g n e t. Zweitens aber, da die Basis der Operation
selbst der menschliche Körper bleibt, findet statt, wie Ure sagt,
daß diese Appropriation zugleich
"Verteilung oder vielmehr d i e A n p a s s u n g d e r
A r b e i t e n an die verschiedenen individuellen Fähigkeiten".
D.h., die Operationen selbst werden den natürlichen und erworbnen
Fähigkeiten angepaßt in ihrer Trennung. Es ist nicht Auflösung
des Prozesses in seine mechanischen principes 1*), ¦¦176¦ sondern
eine Auflösung mit Rücksicht darauf, daß diese einzelnen Prozesse
als Funktionen menschlicher Arbeitsvermögen ausgeübt werden müs-
sen.
---
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1*) Elemente
#296# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
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G. Garnier, in dem Band von Noten, den er seiner Übersetzung A.
Smith' hinzugefügt, erklärt sich gegen den Volksunterricht, in N.
I zum Kapitel Smith' über die Teilung der Arbeit. Es sei dies ge-
gen die Teilung der Arbeit, und man proscribiré damit "tout notre
système social" 1*). (p. 2, l.c., t. V.) Einige seiner Bemerkun-
gen sind gut hier zu notieren.
"Die Arbeit, welche die Gesamtheit der Bewohner eines Landes er-
nährt, kleidet und Unterkunft schafft, ist eine Last, die der Ge-
sellschaft als Ganzes auferlegt ist, welche diese aber notwendi-
gerweise lediglich einem Teil ihrer Glieder z u w e i s t." (p.
2, l.c.)
Und je größer der industrielle Fortschritt der Gesellschaft, um
so mehr wachsen ihre materiellen Ansprüche,
"und folglich wird es mehr aufgewandte Arbeit geben, welche diese
produziert, sie bereitstellt" (die Lebensmittel überhaupt) "und
sie an die Konsumenten bringt. Und g l e i c h z e i t i g
wächst i n f o l g e d e r s e l b e n F o r t s c h r i t t e
indessen die K l a s s e derer, die von diesen Handarbeiten be-
freit ist, im Verhältnis zur anderen Klasse. Jene hat also
gleichzeitig sowohl mehr Menschen zu versorgen als auch für jeden
von ihnen reichlicher und ständig verbesserte Bedarfsgüter be-
reitzustellen. In dem Maße, wie die Gesellschaft gedeiht, d.h.
auf dem Gebiet der Industrie, im Handel, in der Bevölkerung usw.
erstarkt ... bleibt dem Menschen, der sich einem auf Handarbeit
beruhenden Beruf gewidmet hat, w e n i g e r f r e i e
Z e i t. Je mehr die Gesellschaft an Reichtum gewinnt, um so
mehr Wert erlangt die Z e i t d e s A r b e i t e r s" (ist
vielmehr d. Wert) ... "Je mehr also die Gesellschaft einem Zu-
stand von Glanz und Macht entgegengeht, um s o w e n i g e r
Z e i t w i r d d i e A r b e i t e r k l a s s e f ü r
d a s S t u d i u m u n d f ü r g e i s t i g e u n d
t h e o r e t i s c h e A r b e i t e n v e r w e n d e n
k ö n n e n." (p. 2-4.)
D.h., die freie Zeit der Gesellschaft basiert auf der Absorption
der Zeit des Arbeiters durch die Zwangsarbeit, und so verliert er
den Raum für die geistige Entwicklung, denn das ist die Zeit.
"Andererseits, j e w e n i g e r Z e i t d i e A r b e i-
t e r k l a s s e h a t, d e n B e r e i c h d e s W i s-
s e n s z u n u t z e n, u m s o m e h r b l e i b t d e r
a n d e r e n K l a s s e. Wenn sich die Menschen dieser
letzteren Klasse folgerichtig und mit Fleiß philosophischen Be-
trachtungen oder literarischen Werken widmen können, dann ist es
so, weil sie befreit sind von allen Sorgen um Erzeugung, Fertig-
stellung oder Transport der Gegenstände ihres täglichen Bedarfs
und weil andere die mechanischen Arbeiten für sie übernommen ha-
ben. Wie alle anderen Teilungen der Arbeit tritt jene zwischen
Hand- und geistiger Arbeit in dem Maße stärker und einschneiden-
der hervor, wie die Gesellschaft reicher wird. Gleich jeder ande-
ren ist diese Teilung der Arbeit eine Wirkung vergangener und
eine Ursache künftiger Fortschritte ... Darf die Regierung denn
dieser Teilung der Arbeit ¦¦177¦ entgegenwirken und sie in ihrem
naturgemäßen Gang aufhalten? Darf sie einen Teil der Staatsein-
nahmen zum Versuch verwenden, zwei Klassen von Arbeit, die ihre
Teilung und Trennung erstreben, zu verwirren und zu vermischen?"
(p. 4, 5, l.c.)
-----
1*) ächte damit "unser ganzes gesellschaftliches System"
#297# b) Teilung der Arbeit
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Die Masse der Produktion wächst, indem die efficiency der labour
1*) bei gleicher Arbeiterzahl und zugleich die Extension und In-
tensivität der Arbeitszeit vermehrt wird. Dies vorausgesetzt, ist
ihr fernres Wachstum durch das Wachstum oder die Vermehrung der
Lohnarbeiter gegenüber dem Kapital bedingt. Letztre wird teils
direkt durch das Kapital vermehrt, indem früher selbständige
Handwerker etc. der kapitalistischen Produktionsweise unterworfen
und damit in Lohnarbeiter verwandelt werden; ebenso, indem die
Einführung der Maschinerie etc. die Verwandlung von Weibern und
Kindern in Lohnarbeiter produziert. So vergrößert sich die Arbei-
terzahl relativ, obgleich die Gesamtbevölkerung dieselbe bleibt.
Das Kapital produziert aber auch absolute Vermehrung der Men-
schenzahl, zunächst der Arbeiterklasse. Die Bevölkerung kann ab-
solut nur wachsen und damit, abgerechnet von den eben angeführten
Operationen, indem nicht nur mehr Kinder geboren werden, sondern
mehr aufwachsen, bis zum arbeitsfähigen Alter ernährt werden kön-
nen. Die Entwicklung der Produktivkräfte unter dem Regime des Ka-
pitals vermehrt die Masse der jährlich erzeugten Lebensmittel und
verwohlfeilert sie soweit, daß der D u r c h s c h n i t t s-
a r b e i t s l o h n auf größerer Stufenleiter der Reproduktion
der Arbeiter berechnet sein kann, obgleich er im Wert sinkt,
kleineres Quantum materialisierter Arbeitszeit darstellt. Wenn
nur seine Wertgröße nicht ganz in derselben Proportion fällt, wie
die Produktivkraft der Arbeit steigt, auch Sinken des Niveaus.
Andrerseits die Lebenslage, worin das Kapital die Arbeiterklasse
stellt, die Konglomeration und die Abscheidung von allem andern
Lebensgenuß, die gänzliche Aussichtslosigkeit, einen höhern
gesellschaftlichen Standpunkt zu erreichen und ein gewisses
Dekorum aufrechtzuerhalten, die Inhaltslosigkeit seines ganzen
Lebens, die Vermischung der Geschlechter im Atelier, die
Vereinsamung des Arbeiters selbst, alles treibt zu frühzeitigen
Ehen. Die Verkürzung und fast Abschaffung der notwendigen
Lernzeit, das frühe Alter, worin Kinder selbst als Produzenten
auftreten können, die Abkürzung der Zeit also, worin sie ernährt
werden müssen, vermehrt den Stimulus zur beschleunigten Menschen-
produktion. Nimmt das Durchschnittsalter der Arbeitergenerationen
ab, so befindet sich immer überflüssige und stets steigende Masse
kurzlebiger Generationen auf dem Markt, und das ist alles, dessen
die kapitalistische Produktion bedarf.
Einerseits kann also gesagt werden (sieh Colins etc.), daß ein
Land um so reicher, je mehr Proletarier es zählt, und daß das
Wachstum des Reichtums in der Zunahme der Armut sich zeigt.
Andrerseits w ä c h s t r e l a t i v die Zahl der von Handar-
beit Unabhängigen und, obgleich die Arbeitermasse wächst, wächst
in
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1*) der Wirkungsgrad der Arbeit
#298# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
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derselben Proportion die Bevölkerung der Gesellschaftsschichten,
die sie durch ihre Arbeit materiell zu ernähren hat. (Colins,
Sismondi etc.) Die steigende Produktivität des Kapitals drückt
sich direkt aus in der steigenden Masse der von ihm angeeigneten
Surplusarbeit oder der steigenden Profitmasse, die eine Wertmasse
ist. Diese Wertmasse ist nicht nur wachsend, sondern dieselbe
Wertgröße stellt sich in ungleich größrer Masse von Gebrauchswer-
ten dar. Eis wächst also die Revenue der Gesellschaft (vom Salair
abgesehn), der Teil derselben, der nicht ¦¦178¦ wieder in Kapital
rückverwandelt wird, und damit die Substanz, von 1*) der die
nicht direkt an der materiellen Produktion beteiligte Gesell-
schaftsschicht lebt. Damit dann auch der mit den Wissenschaften
beschäftigte Teil; ganz wie der mit Zirkulationsgeschäften
(Handel, Geldgeschäft) sich befassende und die Müßiggänger, die
nur konsumieren; dito der d i e n e n d e T e i l der Bevölke-
rung. Beträgt z.B. in England 1 Million, mehr als sämtliche di-
rekt in den factories 2*) von Geweben und Gespinsten beschäftig-
ten Arbeiter. Bei der Loslösung der bürgerlichen Gesellschaft von
der feudalen vermindert sich dieser Teil der Bevölkerung sehr.
Auf einer weiterentwickelten Stufe wächst diese voluntary servage
3*) (sieh Quesnay über die Diener [125]) wieder außerordentlich
mit Luxus, Reichtum und Schaustellung des Reichtums. Auch diese
Bande - von der arbeitenden Klasse selbst geschieden - hat sie zu
ernähren und für sie zu arbeiten, da selbe nicht an der materiel-
len Produktion direkt beteiligt ist. (Dito Armeen.)
¦¦179¦ Obgleich die Masse der Arbeiter absolut wächst, nimmt sie
relativ ab, nicht nur im Verhältnis zu dem konstanten Kapital,
das ihre Arbeit absorbiert, sondern auch im Verhältnis zu dem
nicht direkt in der materiellen Produktion oder überhaupt in gar
keiner Produktion angesiedelten Teil der Gesellschaft.
"In jedem Stadium der Gesellschaft nimmt die Zahl derjenigen, die
arbeiten, in dem Maße ab, in dem die Zunahme und die Verbesserun-
gen der Technik die Produktivkraft des Menschen vermehren ... Das
Eigentum entsteht aus der Verbesserung der Produktionsmittel;
s e i n e i n z i g e s G e s c h ä f t i s t d i e F ö r-
d e r u n g d e s M ü ß i g g a n g e s. Solange jedes Men-
schen Arbeit knapp zu seiner eigenen Erhaltung ausreicht, wird es
keine Müßiggänger geben, weil kein Eigentum" {Kapital} "möglich
ist. Kann dagegen eines Menschen Arbeit fünf erhalten, dann
werden auf jeden in der Produktion beschäftigten Menschen vier
Müßiggänger kommen; nur auf diese Weise kann das Produkt
konsumiert werden ... Das Streben der Gesellschaft geht dahin,
den Müßiggänger auf Kosten des Fleißigen zu erheben, den Uberfluß
in Macht zu verwandeln ... Die Arbeit, die produziert, ist der
Vater des Eigentums;
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1*) In der Handschrift: an - 2*) Fabriken - 3*) freiwillige
Knechtschaft
#299# b) Teilung der Arbeit
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das, was die Konsumtion fördert, ist sein Kind ... Die Zunahme
von Eigentum, diese größere Fähigkeit, Müßiggänger und unproduk-
tive Arbeitzu unterhalten, ist es, was die politische Ökonomie
als Kapital bezeichnet." (p. 11-13. Piercy Ravenstone, M[aster
of] A[rtsl, "Thoughts on the Funding System, and its effects",
London 1824.)
"Je weniger zahlreich die ausbeutende Bevölkerung ist, desto we-
niger wird sie denen, die sie ausbeutet, zur Last." ([p.] 69, t.
I, Colins, "L'Écon. Polit. Source des Révolutions et des Utopies
prétendues socialistes", Paris 1856.) "Versteht man unter gesell-
schaftlichem Fortschritt, zum Schlechten hin, die aus einer zah-
lenmäßig größeren ausbeutenden und einer kleineren ausgebeuteten
Klasse resultierende Vergrößerung des Elends, so hat es vom 15.
bis 19. Jahrhundert gesellschaftlichen Fortschritt, und zwar zum
Schlechten hin, gegeben." ([p.] 70, 71, l.c.)
/178/ Über die Trennung der Wissenschaft, soweit sie die Arbeit
selbst betrifft, von der Arbeit - der Wissenschaft, deren Anwen-
dung die Industrien und Agrikultur wurden, von den industriellen
und agrikolen Arbeitern unter dem Abschnitt der Maschinerie.
(Sonst gehören alle diese Betrachtungen in das Schlußkapitel von
Kapital und Arbeit. [17])
Der mittelaltrige Meister ist zugleich Handwerker und arbeitet
selbst. Er ist Meister in seinem Handwerk. Mit der Manufaktur -
wie sie auf Teilung der Arbeit gegründet ist - hört dies auf. Ab-
gesehn von dem kaufmännischen Geschäft, das er als Warenkäufer
und Verkäufer versieht, besteht die Tätigkeit des Kapitalisten
darin, alle Mittel anzuwenden, um die Arbeit möglichst zu ex-
ploitieren, d. h. produktiv zu machen.
"Die Kapitalistenklasse wird zuerst teilweise und schließlich
g a n z u n d g a r e n t b u n d e n v o n d e r N o t-
w e n d i g k e i t d e r H a n d a r b e i t. Sie ist daran
interessiert, daß die P r o d u k t i v k r ä f t e d e r
A r b e i t e r, d i e s i e b e s c h ä f t i g t, so groß
wie möglich seien. D i e s e K r a f t z u s t e i g e r n,
darauf ist ihre Aufmerksamkeit, und zwar fast ausschließlich, ge-
richtet. Mehr Gedanken werden darauf gerichtet, die besten Mög-
lichkeiten zu finden, alle Erfolge menschlichen Fleißes in die
Tat umzusetzen; Kenntnisse erweitern, vervielfältigen seine Tä-
tigkeitsbereiche und unterstützen den Fleiß." (Rich. Jones,
"Textbook of Lectures on the Pol. Econ. of Nations", Hertford
1852.) (Lecture III[, p. 39].)
"Der Unternehmer wird immer alles daransetzen, um Zeit und Arbeit
zu sparen." (Dug. Stewart, p. 318, l.c.) "Diese Spekulanten,
d i e s o s e h r s p a r e n a n d e r A r b e i t d e r
A r b e i t e r, die sie bezahlen müßten." (J.N. Bidaut, "Du Mo-
nopole qui s'établit dans les arts industriels et le commerce",
Paris 1828, p. 13.)
"Die Z a h l d e r A r b e i t e r hat sehr z u g e n o m-
m e n, weil man immer mehr Männer- durch Frauenarbeit und vor
allem Erwachsenen- durch Kinderarbeit ersetzt. Drei Mädchen im
Alter von 13 Jahren mit Löhnen von 6 bis 8 sh die Woche haben
massenweise einen Mann reifen Alters mit einem Lohn von 18 bis 45
sh verdrängt." ([p.] 147, Note, [De] Quincey, Thomas, "The Logic
of Polit. Economy", Edinb[urgh] 1844.)
1/179/ "Die Ersparnis an den Kosten der Produktion kann nichts
anderes sein als Ersparnis
#300# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
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an der zur Produktion angewandten Arbeitsmenge." (Sismondi,
"Études etc.", t. I, p. 22.)
¦¦180¦ A. Smith bemerkt über das Wachstum des Kapitals, das der
Teilung der Arbeit vorausgesetzt ist, die zugleich die Z a h l
d e r a n g e w a n d t e n A r b e i t e r vermehre:
"In dem Maße, in dem die Teilung der Arbeit fortschreitet, wächst
in hohem Grade die Rohstoffmenge, die von derselben Zahl Menschen
verarbeitet werden kann; und da die Verrichtungen jedes Arbeiters
auf einen immer höheren Grad von Einfachheit zurückgeführt wer-
den, gelangt man dahin, eine Menge neuer Maschinen zu erfinden,
die zur Erleichterung und Abkürzung dieser Verrichtungen dienen."
(Dies sonderbare Logik - weil die Arbeit auf einen stets größren
Grad von Einfachheit reduziert, erfindet man Maschinen, um sie zu
erleichtern und abzukürzen. Also weil sie erleichtert und abge-
kürzt sind durch die Teilung der Arbeit! Soll heißen, vereinfa-
chen und analysieren sich die Werkzeuge, aus deren Zusammenset-
zung später die Maschine entsteht.)
"In dem Maße, wie die Teilung der Arbeit sich entwickelt, muß
man, um die gleiche Arbeiterzahl fortwährend beschäftigen zu kön-
nen, eine gleiche Menge Lebensmittel und eine größere Menge Roh-
stoffe und Werkzeuge akkumulieren, als auf einem weniger fortge-
schrittenen Stand notwendig gewesen wäre. N u n s t e i g t
d i e Z a h l d e r A r b e i t e r i m a l l g e m e i-
n e n in j e d e m A r b e i t s b e r e i c h zur gleichen
Zeit, wie sich dort die Teilung der Arbeit verstärkt; o d e r
e s i s t v i e l m e h r d a s A n w a c h s e n i h r e r
Z a h l, d a s s i e d a z u b r i n g t, s i c h s o z u
g r u p p i e r e n u n d e i n z u o r d n e n." (p. 193-94,
t. II, A. Smith.) (b. II, "Introduction".)
A. Smith führt uns ibidem den Kapitalist vor als stets auf der
Lauer, die Produktivkraft der Arbeit zu erhöhn. Hier Akkumulation
des Kapitals, Voraussetzung für Teilung der Arbeit und Maschine-
rie (da sie als kapitalistische Produktionsweise erscheine), und
umgekehrt die Akkumulation das Resultat dieser Steigerung der
Produktivkräfte. L.c. heißt es:
"Ebenso, wie die Arbeit ohne eine vorhergegangene Akkumulation
von Kapitalien nicht die große Ausdehnung der Produktivkraft er-
reichen kann, führt dieselbe Akkumulation von Kapitalien diese
Ausdehnung natürlich herbei. Wer sein Kapital dazu anwendet, Ar-
beiter zu beschäftigen, wünscht dies zweifellos in einer Weise zu
tun, in der sie möglichst viele Arbeitsergebnisse liefern: Er ist
daher bestrebt, sowohl die Arbeit unter seine Arbeiter möglichst
zweckmäßig zu verteilen, als auch sie mit den besten Maschinen zu
versehen, die er entweder erfinden oder kaufen kann. In welchem
Maße ihm beides möglich ist, hängt im allgemeinen davon ab, wie
groß sein Kapital ist und wie viele Menschen er mit diesem Kapi-
tal beschäftigen kann. Es wächst daher in einem Lande nicht nur
d i e M e n g e A r b e i t entsprechend der Zunahme des
K a p i t a l s, d a s s i e i n B e w e g u n g s e t z t,
sondern infolge dieser Zunahme produziert auch dieselbe Menge Ar-
beit eine weit größere Menge Arbeitsergebnisse." (p. 194/195.)
#301# b) Teilung der Arbeit
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"Nicht mehr als der vierte Teil unserer gesamten Bevölkerung lie-
fert alles, was von allen konsumiert wird." ([p.] 14, Th. Hodgs-
kin, "Populär Polit. Econ.", Lond[on] 1827.)
"Die schmutzige Ökonomie, die ihn" (den Tagelöhner) "mit unruhi-
gen Augen verfolgt, überhaupt ihn beim geringsten Anschein einer
Erholung mit Vorwürfen bewirft, behauptet, wenn er sich einen Au-
genblick ausruht, daß er sie bestehle." (p. 466, v. II, S.N. Lin-
guet, "Théorie des Loix Civiles", Londres 1767.)
Über die Folgen (bösen) der Teilung der Arbeit, die A. Smith, ch.
I, b. I, wo er ex professo handelt von der Teilung der Arbeit,
nur leicht berührt, spricht er dagegen nach Ferguson [126] rund
heraus in b. V, das vom Staatseinkommen handelt. Da heißt es l. V
(ch. I, article II):
"Während d i e T e i l u n g d e r A r b e i t Fortschritte
macht, beschränkt sich die Tätigkeit der übergroßen Mehrheit de-
rer, die von der Arbeit leben, d. h. der Masse des Volkes, auf
eine sehr geringe Zahl einfacher Handgriffe, sehr häufig auf
einen oder zwei. Nun entwickelt sich die Intelligenz der meisten
Menschen infolge ihrer gewohnten Beschäftigung weiter. Ein
Mensch, dessen ganzes Leben mit der Erledigung einer geringen An-
zahl einfacher Handgriffe abläuft, deren Ergebnisse vielleicht
auch noch täglich die gleichen oder doch nahezu gleich sind, hat
weder die Gelegenheit, seine Intelligenz zu entwickeln, noch
seine Einbildungskraft in der Suche nach Auswegen zur Überwindung
von Schwierigkeiten zu üben, auf die er niemals trifft; so ver-
liert er natürlich die Gewohnheit, seine Fähigkeiten zu entfalten
oder zu üben, und dürfte im allgemeinen so dumm und unwissend
werden, wie es für ein menschliches Wesen nur möglich ist. Die
Erschlaffung seiner geistigen Fähigkeiten ... die Einförmigkeit
seiner sitzenden Lebensweise verdirbt und schwächt natürlich sei-
nen Mut ... sie zerstört selbst die Beweglichkeit seines Körpers
und macht ihn unfähig, seine Kraft schwunghaft und ausdauernd in
irgendeiner anderen Beschäftigung einzusetzen als in der, wozu er
herangezogen ist. So ist seine Geschicklichkeit in seinem beson-
deren Gewerbe eine Qualifikation, die er erworben zu haben
scheint auf Kosten seiner geistigen Fähigkeiten, seiner gesell-
schaftlichen Tugenden und seiner kämpferischen Veranlagungen. Das
also ist der Zustand, in den der arme Arbeiter, d.h. die Masse
der Bevölkerung, in der gesamten zivilisierten und industriell
fortgeschrittenen Gesellschaft notwendig hinabstürzen muß ... Es
sieht nicht so aus in den Gesellschaftsformationen, die man für
gewöhnlich als b a r b a r i s c h bezeichnet: die der Jäger-
und Hirtenvölker und selbst der Ackerbauern im unentwickelten Zu-
stand der Landwirtschaft, der dem Fortschritt der Gewerbe und der
Ausweitung des Fernhandels vorausgeht. In diesen Gesellschafts-
formationen zwingen die unterschiedlichen Tätigkeiten jeden
einzelnen, seine Fähigkeit durch ständiges Mühen zu üben usw. ...
Wenn sich auch ¦¦182¦ in einer unentwickelten Gesellschaft die
Beschäftigungen jedes Individuums einigermaßen stark unter-
scheiden, so gibt es dennoch keine großen Variationen der
Beschäftigungen in der Gesellschaft überhaupt ... In einem
zivilisierten Staat, wo im Gegensatz hierzu für die meisten nur
eine geringe Auswahl an Beschäftigungen zur Verfügung steht, gibt
es eine nahezu unendliche Zahl an Möglichkeiten in der Gesell-
schaft im allgemeinen." [p. 181-184.]
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#302# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
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{Abschweifung: (Über produktive Arbeit.)} {Ein Philosoph produ-
ziert Ideen, ein Poet Gedichte, ein Pastor Predigten, ein Profes-
sor Kompendien usw. Ein Verbrecher produziert Verbrechen. Be-
trachtet man näher den Zusammenhang dieses letztren Produktions-
zweiges mit dem Ganzen der Gesellschaft, so wird man von vielen
Vorurteilen zurückkommen. Der Verbrecher produziert nicht nur
Verbrechen, sondern auch das Kriminalrecht und damit auch den
Professor, der Vorlesungen über das Kriminalrecht hält, und zudem
das unvermeidliche Kompendium, worin dieser selbe Professor seine
Vorträge als "Ware" auf den allgemeinen Markt wirft. Damit tritt
Vermehrung des Nationalreichtums ein, ganz abgesehn von dem Pri-
vatgenuß, den, wie uns ein kompetenter Zeuge, Prof. Roscher
[sagt], (sieh [127]) das Manuskript des Kompendiums seinem Urhe-
ber selbst gewährt. Der Verbrecher produziert ferner die ganze
Polizei und Kriminaljustiz, Schergen, Richter, Henker, Geschwo-
rene usw., und alle diese verschiednen Gewerbszweige, die ebenso-
viele Kategorien der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit bil-
den, entwickeln verschiedne Fähigkeiten des menschlichen Geistes,
schaffen neue Bedürfnisse und neue Weisen ihrer Befriedigung. Die
Tortur allein hat zu den sinnreichsten mechanischen Erfindungen
Anlaß gegeben und in der Produktion ihrer Werkzeuge eine Masse
ehrsamer Handwerksleute beschäftigt. Der Verbrecher produziert
einen Eindruck, teils moralisch, teils tragisch, je nachdem, und
leistet so der Bewegung der moralischen und ästhetischen Gefühle
des Publikums einen "Dienst". Er produziert nicht nur Kompendien
über das Kriminalrecht, nicht nur Strafgesetzbücher und damit
Strafgesetzgeber, sondern auch Kunst, schöne Literatur, Romane
und sogar Tragödien, wie nicht nur Müllners "Schuld" und Schil-
lers "Räuber", sondern selbst "Ödipus" und "Richard der Dritte"
beweisen. Der Verbrecher unterbricht die Monotonie und Alltagssi-
cherheit des bürgerlichen Lebens. Er bewahrt es damit vor Stagna-
tion und ruft jene unruhige Spannung und Beweglichkeit hervor,
ohne die selbst der Stachel der Konkurrenz abstumpfen würde. Er
gibt so den produktiven Kräften einen Sporn. Während das Ver-
brechen einen Teil der überzähligen Bevölkerung dem Arbeitsmarkt
entzieht und damit die Konkurrenz unter den Arbeitern vermindert,
zu einem gewissen Punkt den Fall des Arbeitslohns unter das Mini-
mum verhindert, absorbiert der Kampf gegen das Verbrechen einen
andren Teil derselben Bevölkerung. Der Verbrecher tritt so als
eine jener natürlichen "Ausgleichungen" ein, die ein richtiges
Niveau herstellen und eine ganze Perspektive "nützlicher" Be-
schäftigungszweige auftun. Bis ins Detail können die Einwirkungen
des Verbrechers auf die Entwicklung der Produktivkraft nachgewie-
sen werden. Wären Schlösser je zu ihrer jetzigen Vollkommenheit
gediehn, wenn es keine
#303#
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Seite 182 aus Heft V
#304#
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#305# Abschweifung über produktive Arbeit
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Diebe gäbe? Wäre die Fabrikation von Banknoten zu ihrer gegenwär-
tigen Vollendung gediehn, gäbe es keine ¦¦183¦ Falschmünzer?
Hätte das Mikroskop seinen Weg in gewöhnliche kommerzielle Sphä-
ren gefunden (siehe Babbage [128]) ohne Betrug im Handel? Ver-
dankt die praktische Chemie nicht ebensoviel der Warenfälschung
und dem Bestreben, sie aufzudecken, als dem ehrlichen Produkti-
onseifer? Das Verbrechen, durch die stets neuen Mittel des An-
griffs auf das Eigentum, ruft stets neue Verteidigungsmittel ins
Leben und wirkt damit ganz so produktiv wie strikes 1*) auf Er-
findung an Maschinen. Und verläßt man die Sphäre des Privatver-
brechens. Ohne nationale Verbrechen, wäre je der Weltmarkt ent-
standen? Ja, auch nur Nationen? Und ist der Baum der Sünde nicht
zugleich der Baum der Erkenntnis seit Adams Zeiten her? Mande-
ville in seiner "Fable of the Bees" (1705) hatte schon die Pro-
duktivität aller möglichen Berufsweisen usw. bewiesen und über-
haupt die Tendenz dieses ganzen Arguments:
"Das, was wir in dieser Welt das Böse nennen, das moralische so
gut wie das natürliche, ist das große Prinzip, das uns zu sozia-
len Geschöpfen macht, die feste Basis, das L e b e n u n d
d i e S t ü t z e a l l e r G e w e r b e u n d B e-
s c h ä f t i g u n g e n ohne Ausnahme; hier haben wir den
wahren Ursprung aller Künste und Wissenschaften zu suchen; und in
dem Moment, da das Böse aufhörte, müßte die Gesellschaft verder-
ben, wenn nicht gar gänzlich untergehen." [129]
Nur war Mandeville natürlich unendlich kühner und ehrlicher als
die philisterhaften Apologeten der bürgerlichen Gesellschaft.}
Was uns bei der Teilung der Arbeit, wie bei allen Formen der
kapitalistischen Produktion, schlägt, ist der Charakter des
Antagonismus.
[E r s t e n s:] Bei der Teilung der Arbeit i n n e r h a l b
des Ateliers sind die Arbeiter quantitativ nach gewissen Verhält-
niszahlen, wie das Ganze der Produktion, das Produkt der kombi-
nierten Arbeiten es erheischt, streng und gesetzmäßig unter die
einzelnen Operationen verteilt. Betrachten wir dagegen das Ganze
der Gesellschaft - die gesellschaftliche Teilung der Arbeit - so
befinden sich bald zuviel Produzenten in dem einen Geschäfts-
zweig, bald in dem andern. Die Konkurrenz, wodurch der Preis der
Ware bald über ihren Wert steigt, bald unter ihren [Wert] sinkt,
gleicht beständig diese Ungleichheit und Disproportion aus, re-
produziert sie aber ebenso beständig. Es ist die durch die Kon-
kurrenz vermittelte Bewegung der Warenpreise, die als Regulator
die Verteilung der Produktenmassen unter bestimmte Produktions-
zweige bestimmt, beständige Auswanderung und Einwanderung in den
besondren Produktionssphären
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1*) Streiks
#306# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
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hervorbringt - das sog. Gesetz der Nachfrage und Zufuhr, das ei-
nerseits die Preise bestimmt, andrerseits von ihnen bestimmt
wird. Ohne hier näher auf diesen Punkt einzugehn, springt der Un-
terschied dieser anarchischen Verteilung innerhalb der Gesell-
schaft von den geregelten, festen innerhalb des Ateliers selbst
ins Auge.
Z w e i t e n s: Innerhalb der Gesellschaft sind verschiedne Ge-
schäftszweige, die selbst bloß verschiedne Phasen der Produktion
darstellen, die ein Produkt durchlaufen muß, um seine Schlußform,
seine letzte Form, die Gestalt zu erhalten, worin sein Gebrauchs-
wert fertig hergestellt ist, wie z. B. Flachsbauen, Flachsspinne-
rei, Leinwandweberei - miteinander vermittelt -, so daß sie
schließlich zur Herstellung eines Produkts kooperieren - durch
die Warenzirkulation. Der Flachs tritt als Ware ¦¦184¦ dem Spin-
ner, das Garn als Ware dem Weber gegenüber. Warenkauf und Waren-
verkauf vermitteln hier den Zusammenhang, der innerlich - als in-
nere Notwendigkeit - zwischen diesen unabhängig voneinander be-
triebnen Produktionszweigen existiert. Die Teilung der Arbeit in-
nerhalb der Manufaktur setzt dagegen u n m i t t e l b a r e
Kombination der verschiednen Operationen, die e i n
b e s t i m m t e s Produkt liefern, voraus. Ware wird dies Pro-
dukt erst als Resultat dieser kombinierten Operationen. Dagegen
verwandelt sich der Produktteil, den jede dieser Teiloperationen
schafft, nicht in Ware. Die Kooperation ist hier nicht dadurch
vermittelt, daß das Produkt des einen Prozesses ursprünglich als
Ware in den andren hineintritt und dadurch die geteilten Arbeiten
sich ergänzen. Vielmehr ist die u n m i t t e l b a r e Kombi-
nation der Arbeiten hier vorausgesetzt, damit ihr gemeinschaftli-
ches Produkt als Ware auf den Markt trete.
D r i t t e n s:
{Nach dem relativen Mehrwert sind absoluter und relativer Mehr-
wert in ihrer Kombination zu betrachten. Dann die Proportionen
des Steigens und Fallens. Danach oder vielmehr davor die Ände-
rung, die die Produktionsweise selbst erleidet, indem sie kapita-
listisch wird. Nicht mehr bloß formelle Subsumtion des Arbeits-
prozesses unter das Kapital. Die verschiednen Mittel, wodurch das
Kapital den relativen Mehrwert schafft, die Produktivkräfte stei-
gert und die Masse der Produkte, sind alles gesellschaftliche
Formen der Arbeit, die aber vielmehr als gesellschaftliche Formen
des Kapitals - Daseinsweisen des Kapitals selbst innerhalb der
Produktion, erscheinen. So daß nicht nur gezeigt wird, wie das
Kapital produziert, sondern wie das Kapital selbst produziert
wird - seine eigne Genesis. Es zeigt sich dann auch, daß diese
bestimmte Form des gesellschaftlichen Produktionsverhältnisses
durch die vergangne Arbeit Kapital wird, bestimmter Entwicklungs-
stufe des materiellen Produktionsprozesses, bestimmten materiel-
len, aber selbst erst historisch
#307# b) Teilung der Arbeit
-----
geschaffnen Produktionsbedingungen entspricht, Produktionsbedin-
gungen, deren Ausgangspunkte natürlich einer vorkapitalistischen
Produktionsstufe der Gesellschaft angehören, deren Herstellung
und Entwicklung mit der Genesis des Kapitals selbst zusammen-
fällt, bis die Produktion sich auf gewonnener kapitalistischer
Basis bewegt, wo jene Produktionsbedingungen dann nur erweitert
und reproduziert werden. Ferner erscheint diese Genesis des Kapi-
tals zugleich als Entäußerungsprozeß der Arbeit, Entfremdung,
Darstellung als fremder Mächte ihrer eignen gesellschaftlichen
Formen. Auch der Masse nach, die die kapitalistische Produktion
erheischt, erscheint das Kapital als eine gesellschaftliche Form,
nicht der unabhängigen einzelnen Arbeit. Danach ist darzustellen,
wie weit das Kapital produktiv, woran sich die Frage über produk-
tive und nichtproduktive Arbeit anschließt. Dann der Arbeitslohn
und Mehrwert als R e v e n u e, überhaupt die Form der
R e v e n u e, die uns nötig zum Übergang zur Akkumulation des
Kapitals. [130]}
Innerhalb des Ateliers sind die verschiednen Operationen nach ei-
nem Plan systematisch geschieden und verschiedne Arbeiter ihnen
zugeteilt nach einer Regel, die ihnen als zwingendes, fremdes und
von außen ihnen auferlegtes Gesetz entgegentritt. Der Zusammen-
hang der kombinierten Arbeiten, ihre Einheit, tritt dem einzelnen
Arbeiter ebenfalls als W i l l e, persönliche Einheit, Kommando
und Oberaufsicht des Kapitalisten entgegen; wie ihre eigne Ko-
operation ihnen nicht als ihre Tat, ihre eigne gesellschaftliche
Existenz, sondern als Dasein des sie zusammenhaltenden Kapitals,
als eine Daseinsform des ¦¦185¦ Kapitals in dem unmittelbaren
Produktionsprozeß, Arbeitsprozeß, selbst erscheint. Im Innern der
Gesellschaft dagegen erscheint die Teilung der Arbeit frei, d. h.
hier z u f ä l l i g, zwar durch einen innern Zusammenhang ver-
bunden, der aber ebensosehr als das Produkt der Umstände wie der
Willkür der voneinander unabhängigen Warenproduzenten sich dar-
stellt. Wesentlich unterschieden, wie die Teilung der Arbeit -
als spezifisch kapitalistische Produktionsweise - die Teilung der
Arbeit im Innern des Ateliers der Teilung der Arbeit im ganzen
der Gesellschaft gegenübertritt, bedingen sich beide wechselsei-
tig. Dies heißt in der Tat nur, daß die große Industrie und freie
Konkurrenz beide sich wechselseitig bedingende Formen, Gestaltun-
gen der kapitalistischen Produktion sind. Indes ist hier alles
Heranziehen der Konkurrenz zu vermeiden, da sie die Aktion der
Kapitalien aufeinander ist, also schon die Entwicklung des Kapi-
tals überhaupt voraussetzt.
Die Ware als die elementarischste Form des Reichtums war unser
Ausgangspunkt. Ware und Geld sind beide die elementarischen Da-
seinsweisen, Existenzweisen des Kapitals, entwickeln sich aber
erst zu Kapital unter bestimmten Bedingungen. Kapitalbildung kann
nicht stattfinden außer auf
#308# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
-----
Grundlage der Warenproduktion und Warenzirkulation, also auf ei-
ner schon gegebnen, zu einem gewissen Umfang gediehnen Stufe des
Handels, während umgekehrt Warenproduktion und Warenzirkulation
(was Geldzirkulation einschließt) zu ihrem Dasein keineswegs die
kapitalistische Produktion voraussetzten, vielmehr als notwendig
gegebene historische Voraussetzung der letzteren erscheinen.
Andrerseits aber wird die Ware erst die a l l g e m e i n e
Form des Produkts, muß alles Produkt die Form der Ware annehmen,
ergreifen Kauf und Verkauf nicht nur den Überfluß der Produktion,
sondern die Subsistenz selbst und treten die verschiednen Produk-
tionsbedingungen selbst umfassend als Waren, durch Kauf und Ver-
kauf vermittelt, in den Produktionsprozeß selbst ein, nur auf
Grundlage der kapitalistischen Produktion. Wenn die Ware daher
einerseits als Voraussetzung der Kapitalbildung erscheint, er-
scheint andrerseits ebensosehr die W a r e als
a l l g e m e i n e Form des Produkts wesentlich als Produkt und
Resultat des Kapitals. Produkte nehmen auf andrer Produk-
tionsweise zum Teil die Form der Ware an. Das Kapital dagegen
produziert notwendig Ware, sein Produkt als Ware, oder es produ-
ziert nichts. Mit der Entwicklung der kapitalistischen Produk-
tion, i.e. des Kapitals, realisieren sich daher auch erst die
allgemeinen über die Ware entwickelten Gesetze, z. B. daß der
Wert der Ware durch die in ihr enthaltne gesellschaftlich notwen-
dige Arbeitszeit bestimmt ist. Es zeigt sich hier, wie selbst
frühern Produktionsepochen angehörige Kategorien auf Grundlage
verschiedner Produktionsweise spezifisch verschiedenen Charakter
- historischen Charakter erhalten.
Die Verwandlung des Gelds - das selbst nur eine verwandelte Form
der Ware - in Kapital findet nur statt, sobald das Arbeitsvermö-
gen (nicht der Arbeiter) in Ware verwandelt ist, also die Katego-
rie der Ware schon von vornherein einer ganzen, sonst von ihr
ausgeschloßnen Sphäre sich bemächtigt hat. Nur sobald die arbei-
tende Masse der Bevölkerung aufgehört hat, als Warenproduzent auf
den Markt zu treten, statt des Produkts der Arbeit vielmehr die
Arbeit selbst oder rather 1*) ihr Arbeitsvermögen verkauft, wird
die Produktion ihrem ganzen Umfang, ihrer ganzen Breite und Tiefe
nach W a r e n p r o d u k t i o n, verwandelt sich alles Pro-
dukt in Ware und treten die gegenständlichen Bedingungen jeder
einzelnen Produktionssphäre selbst als Waren in sie ein. Nur auf
Grundlage des Kapitals, der kapitalistischen Produktion, wird
Ware in der Tat die allgemeine elementarische Form des Reichtums.
Hierin liegt aber schon, ¦¦186¦ daß die Entwicklung der Teilung
der Arbeit in der Gesellschaft, wo sie in zufälliger Form er-
scheint, und die kapitalistische Teilung der Arbeit im Innern des
Atelier[s] einander wechselseitig
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1*) vielmehr
#309# b) Teilung der Arbeit
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bedingen und produzieren. Damit der Produzent nur Ware produ-
ziert, d.h., der Gebrauchswert des Produkts nur als Tauschmittel
für ihn existiert - der fact schließt ein, daß seine Produktion
ganz auf der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit basiert, er
also nur ein ganz einseitiges Bedürfnis befriedigt durch seine
Produktion. Andrerseits findet diese allgemeine Produktion der
Produkte als Waren aber nur auf Grundlage der kapitalistischen
Produktion und im Maß ihrer Ausdehnung statt. Hat sich das Kapi-
tal z.B. noch nicht der Agrikultur bemächtigt, so wird ein großer
Teil des Produkts noch unmittelbar als Subsistenzmittel, nicht
als Ware, produziert werden; ein großer Teil der arbeitenden Be-
völkerung wird noch nicht in Lohnarbeiter und ein großer Teil der
Arbeitsbedingungen noch nicht in Kapital verwandelt sein.
Die kapitalistische Produktion, also die reglementsmäßige Teilung
der Arbeit innerhalb des Atelier[s], vermehrt unmittelbar die
freie Teilung der Arbeit innerhalb der Gesellschaft (ganz abge-
sehn von der durch die Massenproduktion bedingten Erweiterung des
Austauschzirkels, des Weltmarkts), indem sie die Arbeit einer be-
stimmten Anzahl Arbeiter effektiver macht, also beständig einen
Teil der Arbeitskräfte freisetzt für neue Beschäftigungsweisen
und damit zugleich bisher latente oder nicht vorhandne Bedürf-
nisse und Arbeitsweisen zu ihrer Befriedigung entwickelt. Auch
durch die Vermehrung der Bevölkerung, durch die Verwohlfeilerung
der zur Reproduktion und Vervielfältigung der Arbeitsvermögen
erheischten Lebensmittel; ebenso, indem der Surpluswert, der Teil
der Revenue wird, nun in den mannigfaltigsten Gebrauchswerten
sich zu verwirklichen sucht.
Wo die W a r e als herrschende Form des Produkts erscheint und
die Individuen nicht nur Produkte, Gebrauchswerte, Subsistenzmit-
tel produzieren müssen, um überhaupt etwas zu produzieren, der
Gebrauchswert der Ware für sie vielmehr nur stofflicher Träger
des Tauschwerts, Tauschmittel, potentia 1*) Geld ist, wo sie also
W a r e produzieren müssen, ist ihr Verhältnis zueinander - so-
weit der Stoffwechsel ihrer Tätigkeiten, überhaupt ihr Verhältnis
innerhalb der Produktion in Betracht kömmt - das von
W a r e n b e s i t z e r n. Wie sich aber die Ware erst in dem
Warenaustausch - i. e. der Warenzirkulation - entwickelt, so der
Warenbesitzer in den Charakteren von Verkäufer und Käufer. Ver-
kauf und Kauf, erst die Darstellung des Produkts als Ware, dann
die Darstellung der Ware als Geld und die Metamorphose der Ware,
worin sie in aufeinanderfolgenden Stadien als Ware Geld, wieder
Ware sich darstellt, sind die Bewegungen, wodurch die Produktio-
nen der voneinander
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1*) dem Vermögen nach
#310# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
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unabhängigen Individuen g e s e l l s c h a f t l i c h vermit-
telt werden. Die g e s e l l s c h a f t l i c h e Form ihres
Produkts und ihrer Produktion, d. h. die gesellschaftliche Bezie-
hung, in welche die Warenproduzenten als solche treten, sind eben
nur die Darstellung ihres Produkts als W a r e und G e l d
und die Akte, Bewegungen, worin es diese verschiednen Bestimmun-
gen abwechselnd annimmt, Verkauf und Kauf.
Welches also immer der innere notwendige aus der Natur ihrer Be-
dürfnisse und aus der Art der sie produzierenden Tätigkeiten
selbst entspringende Zusammenhang sei, der die verschiedenen Ge-
brauchswerte, also auch die verschiednen sie produzierenden, in
ihnen steckenden Arbeitsweisen zu einem Ganzen, Totalität, System
von Tätigkeiten und Reichtum verbindet - in welchem Verhältnis
immer der Gebrauchswert der einen Ware als Konsumtionsmittel oder
Produktionsmittel Gebrauchswert für den andren Warenbesitzer sei
-, die g e s e l l s c h a f t l i c h e Beziehung, worin die
Warenbesitzer treten, ist die Darstellung ihres Produkts als Ware
und Geld und die Bewegung, worin sie als Träger der Metamorphose
der Waren ¦¦187¦ einander gegenübertreten.
Wenn das Dasein der Produkte füreinander als Waren und daher der
Individuen als Warenbesitzer, weiterentwickelt als Verkäufer und
Käufer, daher an und für sich gesellschaftliche Teilung der Ar-
beit voraussetzt - denn ohne dieselbe würden die Individuen nicht
Ware, sondern unmittelbar Gebrauchswert, Subsistenzmittel für
sich selbst produzieren ", so setzt es ferner eine bestimmte Tei-
lung der gesellschaftlichen Arbeit voraus, nämlich eine Teilung,
die f o r m e l l absolut zufällig ist und dem freien Belieben
und Treiben der Warenproduzenten überlassen bleibt. Soweit diese
Freiheit beschränkt ist, ist sie nicht durch staatliche oder son-
stige äußerliche Einflüsse beschränkt, sondern durch die Exi-
stenzbedingungen, die Charakteristika, die die Ware zur Ware ma-
chen. Sie muß einen Gebrauchswert haben für die Gesellschaft,
d.h. die Käufer, also bestimmte wirkliche oder eingebildete Be-
dürfnisse befriedigen. Hier ist eine Basis, auf die der einzelne
Warenproduzent baut, aber es ist seine Sache, ob er vorhandne Be-
dürfnisse befriedigt oder neue durch seinen Gebrauchswert hervor-
ruft, oder ob er sich verrechnet und ein nutzloses Ding geschaf-
fen hat. Es ist seine Sache, einen Käufer aufzufinden, für den
seine Ware einen Gebrauchswert hat. Die zweite Bedingung, die er
zu erfüllen hat, ist, nicht mehr Arbeit auf seine Ware zu verwen-
den als die zu ihrer Produktion gesellschaftlich notwendige Ar-
beitszeit, und dies zeigt sich darin, daß er nicht mehr Arbeits-
zeit zu ihrer Produktion erheischt als der Durchschnitt der Pro-
duzenten, die dieselbe Ware produzieren. Die Produktion des Pro-
dukts als Ware - wenn die Ware notwendige Form des Produkts, all-
gemein Form der
#311# b) Teilung der Arbeit
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Produktion, daher auch die Befriedigung der Lebensbedürfnisse 1*)
durch Verkauf und Kauf vermittelt - bedingt also eine gesell-
schaftliche Teilung der Arbeit, die zwar dem Inhalt nach auf ei-
ner Basis von Bedürfnissen, Zusammenhang der Tätigkeiten usw. be-
ruht, deren Zusammenhang aber formell nur durch die Darstellung
des Produkts als Ware, das Gegenübertreten der Produzenten als
Warenbesitzer, als Verkäufer und Käufer v e r m i t t e l t
ist, also einerseits ebensosehr als das Produkt einer v e r-
b o r g e n e n, in den Individuen nur als Not, Bedürfnis,
Fähigkeit usw. erscheinenden Naturnotwendigkeit erscheint,
andrerseits als das Resultat ihres unabhängigen, nur durch das
Wesen des Produkts - Gebrauchswert und Tauschwert sein zu müssen
- bedingten Beliebens.
Andrerseits: Das Produkt nimmt nur allgemein die Form der Ware an
- das Verhältnis der Produzenten zueinander als Verkäufer und
Käufer wird nur der sie beherrschende gesellschaftliche Zusammen-
hang -, wo das Arbeitsvermögen selbst zur Ware für seinen Besit-
zer, der Arbeiter daher Lohnarbeiter und das Geld Kapital gewor-
den ist. Der gesellschaftliche Zusammenhang zwischen dem Geldbe-
sitzer und dem Arbeiter ist auch nur der von Warenbesitzern. Das
Verhältnis modifiziert sich, bringt neue gesellschaftliche Ver-
hältnisse hervor, durch die spezifische Natur der Ware, die der
Arbeiter zu verkaufen hat und die eigentümliche Art, worin der
Käufer dasselbe konsumiert, ganz wie den besondren Zweck, wozu er
es kauft. Die kapitalistische Produktion führt u.a. die Teilung
der Arbeit im Innern des Ateliers mit sich, und es ist dies, wie
die andren vom Kapital angewandten Produktionsmittel, die die
Massenproduktion, daher die Gleichgiltigkeit des Gebrauchswerts
des Produkts für den Produzenten, die Produktion für den bloßen
Verkauf des Produkts als bloßer Ware ¦¦188¦ weiterentwickeln.
Daher ergibt sich also, wie die freie, scheinbar zufällige, un-
kontrollierte und dem Treiben der Warenproduzenten anheimge-
stellte T e i l u n g d e r A r b e i t i n n e r h a l b
d e r G e s e l l s c h a f t der systematischen, planmäßigen
2*), reglementsmäßigen, unter dem Kommando des Kapitals vor sich
gehenden Teilung der Arbeit im Innern des Ateliers entspricht und
beide sich gleichmäßig miteinander entwickeln, sich durch Wech-
selwirkung produzieren.
In Gesellschaftsformen dagegen, wo die gesellschaftliche Teilung
selbst als festes Gesetz, äußere Norm erscheint, Regeln unterwor-
fen ist, findet die Teilung der Arbeit, wie sie die Basis der Ma-
nufaktur bildet, nicht oder nur sporadisch und nur in Anfängen
statt.
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1*) In der Handschrift: Lebensmittel - 2*) in der Handschrift:
systematischen, planmäßigen, systematischen
#312# 3. Der relative Mehrwert - Heft V
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Z.B. die Zunftgesetze bestimmen ein sehr niedriges Maximum von
Gesellen, die ein Meister halten kann. Er wird eben dadurch ver-
hindert, sich zum Kapitalisten zu entwickeln. Die Teilung der Ar-
beit ist damit von selbst vom Innern des Ateliers ausgeschlossen.
(Etwas weiter auszuführen.)
Platos Hauptargument für die Teilung der Arbeit, 1*) daß, wenn
einer verschiedene Arbeiten verrichtet, die eine oder die andre
also als Nebenwerk verrichtet, das Produkt auf die Gelegenheit
des Arbeiters warten muß, während sich umgekehrt die Arbeit nach
den Erfordernissen des Produkts richten soll, neuerdings von den
bleachers und dyers 2*) gegen ihre Subsumtion unter die factory
acts [89] {77ie Bleaching and Dyeing Works Act came into Opera-
tion on 1st August 1861 3*).} geltend gemacht. Nach dem factory
act nämlich, dessen provisions 4*) in dieser Beziehung reprodu-
ziert für Bleaching etc.:
"während irgendeiner Essenszeit, die irgendeinen Teil der einein-
halb Stunden für Mahlzeiten bildet, soll kein Kind, keine junge
Person oder Frau beschäftigt oder ihnen gestattet werden, in ir-
gendeinem Raum zu verweilen, in dem ein Fabrikationsprozeß durch-
geführt wird; und alle diese jungen Personen und Frauen sollen
ihre Essenszeiten i n d e r g l e i c h e n T a -
g e s p e r i o d e erhalten." ("Factory Report for the half
year ending 31st Oct. 1861":) "Die Bleicher beschweren sich wegen
der für sie geforderten Einheitlichkeit der Essenszeiten. Ihr
Einspruch gründet sich darauf, daß man zwar die Maschinen in Fa-
briken ohne Nachteil jederzeit anhalten kann und in diesem Fall
außer der Produktion selbst nichts verloren geht. Dagegen kann
bei den unterschiedlichen Operationen wie s e n g e n, waschen,
bleichen, mangeln, kalandern und färben keine von ihnen in einem
bestimmten Augenblick gestoppt werden, ohne Schaden zu riskieren
... die gleiche Mittagsstunde für alle Arbeiter durchzusetzen
könne gelegentlich wertvolle Güter dem Wagnis aussetzen, welches
sich aus unvollständiger Bearbeitung ergibt." (l.c., p. 21, 22.)
(Dieselbe dinner hour 5*) festgesetzt, weil sonst die Kontrolle
unmöglich wird, ob die Arbeiter überhaupt die mealtimes 6*) er-
halten.)
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1*) Siehe vorl. Band, S. 276-279 - 2*) Bleichern und Färbern -
3*) Das Fabrikgesetz für Bleichereien and Färbereien wurde am 1.
August 1861 in Kraft gesetzt - 4*) Bestimmungen - 5*) Mittags-
stunde - 6*) Essenszeiten
#313# b) Teilung der Arbeit
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Verschiedne Arten der Division du travail 1*)
"Wir begegnen bei den Völkern, die eine gewisse Stufe der Zivili-
sation erreicht haben, drei Arten von Teilung der Arbeit: die
e r s t e, die wir die a l l g e m e i n e nennen, führt die
Scheidung der Produzenten in Landwirte, Gewerbetreibende und
Kaufleute herbei, sie entspricht den drei Hauptzweigen der natio-
nalen Arbeit; die z w e i t e, ¦¦189¦ die man die b e s o n-
d e r e nennen könnte, ist die Unterteilung innerhalb der
einzelnen Erwerbszweige. So z.B. in der e i n f a c h e n
Industrie, wo man zwischen dem Beruf des Landmanns und dem des
Bergarbeiters unterscheiden muß etc. Die d r i t t e Art der
Teilung der Arbeit endlich, die man als T e i l u n g d e r
A r b e i t s v e r r i c h t u n g oder als T e i l u n g
d e r A r b e i t i m e i g e n t l i c h e n S i n n e be-
zeichnen sollte, ist diejenige, d i e s i c h i n d e n
e i n z e l n e n H a n d w e r k e n u n d B e r u f e n
h e r a u s b i l d e t und die darin besteht, daß mehrere Ar-
beiter untereinander ihre Verrichtungen aufteilen, die sie aus-
üben müssen, um denselben Gegenstand für Gebrauch und Verkauf
herzustellen, wobei jeder von ihnen nur eine der Arbeiten zu lei-
sten hat, deren Resultat allein nicht die komplette Herstellung
des f e r t i g e n G e g e n s t a n d e s ist und wobei die-
ses Resultat nur durch d i e V e r e i n i g u n g d e r
V e r r i c h t u n g e n a l l e r A r b e i t e r, die mit
seiner Herstellung beschäftigt sind, zu erreichen ist. Von jener
Art ist die Teilung der Arbeit, die in den m e i s t e n
M a n u f a k t u r e n und Werkstätten Fuß faßt, wo man eine
größere oder kleinere Anzahl Arbeiter mit der Produktion einer
W a r e n a r t beschäftigt sieht, wobei alle u n t e r-
s c h i e d l i c h e V e r r i c h t u n g e n a u s f ü h-
r e n." (p. 84-86, 1.1, F. Skarbek, "Theorie des richesses
sociales , 2. ed., Paris 1839.) "Die dritte Art der Teilung der
Arbeit w i r d i n n e r h a l b d e r W e r k s t ä t t e n
s e l b s t v o l l z o g e n ... sie entsteht von dem Moment
an, da Kapitalien vorhanden sind, welche zur Errichtung von
Manufakturen bestimmt sind, und da W e r k s t a t t b e-
s i t z e r e x i s t i e r e n, welche alle notwendigen V o-
r a u s z a h l u n g e n l e i s t e n, u m A r b e i t e r
a r b e i t e n z u l a s s e n, und welche dank ihrer Fonds
in der Lage sind, den Rückfluß der verausgabten Kosten für die
Herstellung der Produkte abzuwarten, die sie für den Austausch
zur Verfügung stellen." ([p.] 94, 95, l.c.)
Einfache Kooperation
"Ferner muß man feststellen, daß diese partielle Teilung der Ar-
beit auch dann erfolgen kann, wenn die Arbeiter mit derselben
Verrichtung beschäftigt sind. Die Maurer z.B., die Ziegel von
Hand zu Hand zu einem höheren Gerüst wandern lassen, tun alle
dieselbe Arbeit, und dennoch existiert unter ihnen eine Art von
Teilung der Arbeit, die darin besteht, daß jeder von ihnen den
Ziegel ein bestimmtes Stück weiterwandern läßt und alle gemeinsam
ihn viel schneller an den Bestimmungsort gelangen lassen, als
trüge jeder von ihnen seine Ziegel gesondert auf das Gerüst hin-
auf." (l.c., p. 97, 98.) (Skarbek.)
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1*) Teilung der Arbeit
zurück