Quelle: MEW 26.1 Theorien über den Mehrwert - Erster Teil


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       #365#
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       Produktivität des Kapitals.
       Produktive und unproduktive Arbeit [134]
       
       [a) Alle Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit erscheinen
       als Produktivkräfte des Kapitals]
       
       ¦¦XXI-1317¦ Wir  haben gesehn,  nicht nur  wie das Kapital produ-
       ziert, sondern  wie es  selbst produziert wird und wie es als ein
       wesentlich verändertes  Verhältnis aus dem Produktionsprozeß her-
       vorgeht, in demselben sich entwickelt. [135] Einerseits gestaltet
       es die  Produktionsweise um, andrerseits ist diese veränderte Ge-
       stalt der  Produktionsweise und  eine besondre Stufe der Entwick-
       lung der  materiellen Produktivkräfte die Grundlage und Bedingung
       - die Voraussetzung seiner eignen Gestaltung.
       Da die  lebendige Arbeit  - durch  den Austausch zwischen Kapital
       und Arbeiter  - dem Kapital einverleibt ist, als ihm gehörige Tä-
       tigkeit erscheint, sobald der Arbeitsprozeß beginnt, stellen sich
       alle Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit als Produktiv-
       kräfte des  Kapitals dar, ganz wie die allgemeine gesellschaftli-
       che Form  der Arbeit  im Geld  als Eigenschaft  eines  Dings  er-
       scheint. So  stellen sich  jetzt die  Produktivkraft der  gesell-
       schaftlichen Arbeit  und die  besondren Formen derselben als Pro-
       duktivkräfte und  Formen des  Kapitals dar, der  v e r g e g e n-
       s t ä n d l i c h t e n    Arbeit,  der  <objektiven>  sachlichen
       Arbeitsbedingungen -  die als solche verselbständigte Gestalt der
       lebendigen Arbeit gegenüber im Kapitalist personifiziert sind. Es
       ist hier  wieder die  Verkehrung  des  Verhältnisses,  als  deren
       Ausdruck wir  schon bei  Betrachtung des Geldwesens den  F e t i-
       s c h i s m u s  bezeichnet haben. [136]
       Der Kapitalist  selbst ist  nur Gewalthaber  als   P e r s o n i-
       f i z i e r u n g  d e s  K a p i t a l s.  (In der italienischen
       Buchhaltung ist  diese seine Rolle als  K a p i t a l i s t,  als
       personifiziertes Kapital,  ihm auch  beständig  gegenübergestellt
       als  bloße  Person,  als  die  er  nur  als  Privatkonsument  und
       Schuldner seines eignen Kapitals erscheint.)
       
       #366# Beilagen
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       Die   P r o d u k t i v i t ä t   des Kapitals  besteht zunächst,
       selbst bloß die  f o r m e l l e  Subsumtion der Arbeit unter das
       Kapital betrachtet,  in dem   Z w a n g   z u r    S u r p l u s-
       a r b e i t,   zum Arbeiten  über die  unmittelbare Bedürftigkeit
       hinaus einem  Zwang, den die kapitalistische Produktionsweise mit
       früherer Produktionsweise  teilt, aber  in einer  der  Produktion
       günstigeren Weise ausübt, vollbringt.
       Selbst  dieses   bloß  formelle   Verhältnis  betrachtet   -  die
       a l l g e m e i n e   Form der  kapitalistischen Produktion,  die
       ihre minder  entwickelte Weise  mit der  mehr entwickelten gemein
       hat -,  erscheinen die   P r o d u k t i o n s m i t t e l,   die
       s a c h l i c h e n   A r b e i t s b e d i n g u n g e n   - Ar-
       beitsmaterial, Arbeitsmittel  (und Lebensmittel)  - nicht als dem
       Arbeiter subsumiert, sondern er ihnen subsumiert. Er wendet nicht
       sie an,  sondern sie wenden ihn an. Und dadurch sind sie Kapital.
       Kapital   e m p l o y s   labour 1*).  Sie sind  nicht Mittel für
       ihn, um Produkte zu produzieren, sei es in der Form unmittelbarer
       Subsistenzmittel, sei  es als Austauschmittel, als Waren. Sondern
       er ist ein Mittel für sie, teils um ihren Wert zu erhalten, teils
       um ihn zu verwerten, i.e. zu vergrößern, um surplus labour einzu-
       saugen.
       Schon dies  Verhältnis in seiner Einfachheit ist eine Verkehrung,
       Personifizierung der  Sache und  Versachlichung der  Person; denn
       das unterscheidet  diese Form  von allen frühren, daß der Kapita-
       list nicht  in irgendeiner  persönlichen Eigenschaft den Arbeiter
       beherrscht, sondern  daß dies nur, soweit er "Kapital" ist; seine
       Herrschaft ist  nur die  der vergegenständlichten Arbeit über die
       lebendige, des Produkts des Arbeiters über den Arbeiter selbst.
       Komplizierter aber  wird das Verhältnis noch und scheinbar myste-
       riöser indem  mit der Entwicklung der spezifisch kapitalistischen
       Produktionsweise nicht  nur diese unmittelbar materiellen Dinge -
       alles Produkte  der Arbeit;  dem  Gebrauchswert  nach  betrachtet
       sachliche Arbeitsbedingungen  wie Arbeitsprodukte, dem Tauschwert
       nach vergegenständlichte  allgemeine Arbeitszeit oder Geld - sich
       dem Arbeiter  gegenüber auf  die Hinterfüße  stellen und  ihm als
       "Kapital gegenübertreten,  sondern [auch]  die Formen der gesell-
       schaftlich entwickelten Arbeit, Kooperation, Manufaktur (als Form
       der Teilung der Arbeit), Fabrik (als Form der auf Maschinerie als
       materieller Basis  organisierten gesellschaftlichen  Arbeit), als
       E n t w i c k l u n g s f o r m e n  d e s  K a p i t a l s  sich
       darstellen und daher die aus diesen Formen der gesellschaftlichen
       Arbeit entwickelten  Produktivkräfte der  Arbeit, daher auch Wis-
       senschaft und  Naturkräfte,  als    P r o d u k t i v k r ä f t e
       d e s  K a p i t a l s  sich
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       1*) wendet Arbeit an
       
       #367# Produktive und unproduktive Arbeit
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       darstellen. In  der Tat, die Einheit in der Kooperation, die Kom-
       bination in der Teilung der Arbeit, die Anwendung der Naturkräfte
       und Wissenschaft  wie der  Produkte der Arbeit in der Maschinerie
       zur Produktion  - alles dies tritt den einzelnen Arbeitern selbst
       so   f r e m d   und   s a c h l i c h   gegenüber, als bloße Da-
       seinsform der  von ihnen  unabhängigen und sie beherrschenden Ar-
       beitsmittel, wie diese selbst [ihnen] in ihrer einfachen sichtba-
       ren Gestalt  als Material,  Instrument etc.,  als Funktionen  des
       K a p i t a l s  und daher des  K a p i t a l i s t e n.
       Die gesellschaftlichen Formen ihrer eignen Arbeit oder die Formen
       ihrer eignen  ¦¦1318¦ gesellschaftlichen Arbeit sind von den ein-
       zelnen Arbeitern  ganz unabhängig gebildete Verhältnisse; die Ar-
       beiter, als  unter das Kapital subsumiert, werden Elemente dieser
       gesellschaftlichen Bildungen,  aber diese gesellschaftlichen Bil-
       dungen gehören  nicht ihnen. Sie treten ihnen daher gegenüber als
       G e s t a l t e n   des Kapitals  selbst, als  im Unterschied von
       ihrem vereinzelten  Arbeitsvermögen dem Kapital gehörige, aus ihm
       entspringende und  ihm einverleibte Kombinationen. Und dies nimmt
       um so  realere Form  an, je  mehr einerseits  ihr Arbeitsvermögen
       selbst durch  diese Formen  so modifiziert wird, daß es in seiner
       Selbständigkeit, also   a u ß e r  diesem kapitalistischen Zusam-
       menhang, ohnmächtig wird, seine selbständige Produktionsfähigkeit
       gebrochen wird,  andrerseits mit  der Entwicklung der Maschinerie
       auch technologisch  die Bedingungen  der Arbeit  als  die  Arbeit
       beherrschend erscheinen  und zugleich sie ersetzen, unterdrücken,
       überflüssig machen in ihren selbständigen Formen.
       In diesem  Prozeß, worin die  g e s e l l s c h a f t l i c h e n
       Charaktere ihrer  Arbeit ihnen  gewissermaßen    k a p i t a l i-
       s i e r t   gegenübertreten -  wie z.B.  in der  Maschinerie  die
       sichtbaren  Produkte   der  Arbeit  als  Beherrscher  der  Arbeit
       erscheinen -, findet natürlich dasselbe statt für die Naturkräfte
       und die Wissenschaft, das Produkt der allgemeinen geschichtlichen
       Entwicklung in  ihrer abstrakten  Quintessenz -  sie treten ihnen
       als  M ä c h t e  des Kapitals gegenüber. Sie trennen sich in der
       Tat von  dem Geschick  und der Kenntnis des einzelnen Arbeiters -
       und obgleich  sie, an  ihrer Quelle betrachtet wieder das Produkt
       der  Arbeit  sind  -  erscheinen  sie  überall,  wo  sie  in  den
       Arbeitsprozeß eintreten,  als dem Kapital  e i n v e r l e i b t.
       Der Kapitalist,  der eine Maschine anwendet, braucht sie nicht zu
       verstehn. (Sieh  Ure.) [137]  Aber   i n   d e r  M a s c h i n e
       erscheint die  realisierte Wissenschaft  als   K a p i t a l  den
       Arbeitern gegenüber.  Und in  der Tat  erscheinen alle  diese auf
       g e s e l l s c h a f t l i c h e     A r b e i t      begründete
       Anwendung von  Wissenschaft, Naturkraft  und Produkten der Arbeit
       in großen  Massen ja  selbst nur  als  E x p l o i t a t i o n s-
       m i t t e l   der Arbeit,  als Mittel,  Surplusarbeit anzueignen,
       daher als dem Kapital
       
       #368# Beilagen
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       angehörige  K r ä f t e  gegenüber der Arbeit. Das Kapital wendet
       natürlich alle  diese Mittel  nur an, um die Arbeit zu exploitie-
       ren, aber  um sie  zu exploitieren, muß es sie auf die Produktion
       anwenden. Und so erscheint die Entwicklung der gesellschaftlichen
       Produktivkräfte der Arbeit und die Bedingungen dieser Entwicklun-
       gen als  T a t  d e s  K a p i t a l s,  zu der sich der einzelne
       Arbeiter nicht  nur passiv  verhält, sondern  die im Gegensatz zu
       ihm vorgehn.
       Das Kapital selbst ist doppelt, da es aus Waren besteht:
       [1.]  T a u s c h w e r t   (Geld); aber   s i c h   v e r w e r-
       t e n d e r   W e r t,   Wert,  der  dadurch  Wert  schafft,  als
       W e r t   w ä c h s t,   ein Inkrement  erhält, daß  es   W e r t
       ist. Dies  reduziert sich  auf Austausch  eines gegebnen Quantums
       vergegenständlichter Arbeit  gegen ein größres Quantum lebendiger
       Arbeit.
       [2.]  G e b r a u c h s w e r t;   und hier  erscheint es  seinen
       bestimmten Verhältnissen  im Arbeitsprozeß  nach. Aber grade hier
       bleibt es  nicht bloß  <Rohmaterial> Arbeitsmaterial, Arbeitsmit-
       tel, denen  die  A r b e i t  gehört, die sich die Arbeit einver-
       leibt haben,  sondern mit der Arbeit auch ihre gesellschaftlichen
       K o m b i n a t i o n e n  und die diesen gesellschaftlichen Kom-
       binationen entsprechende Entwicklung der Arbeitsmittel. Die kapi-
       talistische Produktion  entwickelt zuerst  im großen  - reißt los
       von dem  einzelnen selbständigen  Arbeiter -  die Bedingungen des
       Arbeitsprozesses, sowohl  seine gegenständlichen als subjektiven,
       aber entwickelt  sie als  den  e i n z e l n e n  A r b e i t e r
       beherrschende und ihm  f r e m d e  Mächte.
       So wird das Kapital ein sehr mysteriöses Wesen. ¦1318¦¦ [138]
       ¦¦1320¦ Das Kapital ist also produktiv:
       1. als  Z w a n g  zur Surplusarbeit;
       2. In-sich-Absorbierer und  Aneigner (Personifizierung)  der Pro-
       duktivkräfte der  gesellschaftlichen Arbeit  und der  allgemeinen
       gesellschaftlichen Produktivkräfte, wie der Wissenschaft.
       Es fragt  sich, wie oder wodurch erscheint die Arbeit dem Kapital
       gegenüber produktiv  oder als   p r o d u k t i v e  A r b e i t,
       da die  Produktivkräfte der  Arbeit in  das Kapital  transponiert
       sind? Und dieselbe Produktivkraft nicht zweimal zählen kann, ein-
       mal als  Produktivkraft der  Arbeit und das andre Mal als Produk-
       tivkraft des  Kapitals? {Produktivkraft  der Arbeit  - Produktiv-
       kraft des  Kapitals. Aber das  A r b e i t s v e r m ö g e n  ist
       produktiv durch  den    U n t e r s c h i e d    zwischen  seinem
       W e r t  und seiner  V e r w e r t u n g.}
       
       [b) Produktive Arbeit im System der kapitalistischen Produktion]
       
       Bloß die  bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistischen For-
       men der  Produktion für die absoluten Formen derselben hält - da-
       her für ewige
       
       #369# Produktive und unproduktive Arbeit
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       Naturformen   der    Produktion   -    kann   die    Frage,   was
       p r o d u k t i v e  A r b e i t  vom Standpunkt des Kapitals aus
       ist, mit  der Frage,  welche Arbeit  überhaupt produktiv ist oder
       was produktive  Arbeit überhaupt  ist, verwechseln und daher sich
       sehr weise  dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt
       etwas produziert, in irgend etwas resultiert, eo ipso 1*) produk-
       tive Arbeit ist.
       
       [E r s t e n s:]  Nur die  Arbeit,   d i e   s i c h  d i r e k t
       i n        K a p i t a l        v e r w a n d e l t,        i s t
       p r o d u k t i v   also nur die Arbeit, die das variable Kapital
       als variables setzt und daher = C + Delta [139]. Ist das variable
       Kapital vor  seinem Austausch  mit der Arbeit = x, so daß wir die
       Gleichung haben  y = x, so ist die Arbeit, die x in x + h verwan-
       delt und  daher aus  y =  x macht, y' = x + h, produktive Arbeit.
       Dies ist  der eine  Punkt, der zu erörtern ist. Arbeit, die Mehr-
       wert setzt  oder dem  Kapital als  agency 2*)  dient, Mehrwert zu
       setzen 3*) und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert
       zu setzen.
       Z w e i t e n s:  Die gesellschaftlichen  und allgemeinen Produk-
       tivkräfte der  Arbeit sind  Produktivkräfte  des  Kapitals;  aber
       diese Produktivkräfte betreffen nur den Arbeitsprozeß oder berüh-
       ren nur  den Gebrauchswert.  Sie stellen sich dar als Eigenschaf-
       ten, die  dem Kapital  als Ding zukommen, als sein Gebrauchswert.
       Sie berühren  nicht den  T a u s c h w e r t  unmittelbar. Ob 100
       zusammen oder  jeder von  den 100  einzeln arbeitet, der  W e r t
       ihres Produkts  ist =  100 Arbeitstagen, ob sie sich in viel oder
       wenig Produkten dar stellen, d.h., gleichgültig gegen die Produk-
       tivität der Arbeit.
       ¦¦1321¦ Nur in einer Weise betrifft die verschiedne Produktivität
       der Arbeit den Tauschwert.
       Entwickelt sich  die Produktivität  der Arbeit z.B. in einem ein-
       zelnen Arbeitszweig  - wird z.B. nicht mehr ausnahmsweise mit po-
       wer-looms 4*)  gewebt statt  mit Handwebstühlen und erheischt das
       Weben einer  Elle mit dem power-loom nur halb die Arbeitszeit als
       mit dem  hand-loom 5*),  so stellen  12 Std. eines hand-loom-wea-
       ver's 6*)  sich nicht mehr in einem Wert von 12 Std. dar, sondern
       in einem  von 6, da die  n o t w e n d i g e  Arbeitszeit jetzt 6
       Std. geworden  ist. Die 12 Std. des hand-loom-weaver's nur mehr =
       6 Std.  gesellschaftlicher Arbeitszeit,  obgleich er nach wie vor
       12 Std. arbeitet.
       Aber davon hier nicht die Rede. Nimm dagegen einen andren Produk-
       tionszweig, z.B.  Schriftsetzen, worin noch keine Maschinerie an-
       gewandt wird,  so 12  Std. in  diesem Zweig  ganz soviel  W e r t
       produzierend, wie  12 Std.  in Produktionszweigen,  worin die Ma-
       schinerie etc. aufs äußerste entwickelt.
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       1*) ebendadurch  von selbst  - 2*)  treibende Kraft  - 3*) in der
       Handschrift: ersetzen  - 4*)  mechanischen Webstühlen - 5*) Hand-
       webstuhl - 6*) Handwebers
       
       #370# Beilagen
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       Als   W e r t   produzierend bleibt die Arbeit daher stets Arbeit
       des   e i n z e l n e n, nur  a l l g e m e i n  ausgedrückt. Die
       produktive Arbeit - als Wert produzierende Arbeit - steht dem Ka-
       pital daher  stets als Arbeit des einzelnen Arbeitsvermögens, des
       v e r e i n z e l t e n  A r b e i t e r s  gegenüber, welche ge-
       sellschaftlichen Kombinationen  diese Arbeiter immer im Produkti-
       onsprozeß eingehn  mögen. Während so das Kapital dem Arbeiter ge-
       genüber die  gesellschaftliche Produktivkraft  der Arbeit, stellt
       die produktive  Arbeit des  Arbeiters dem Kapital gegenüber immer
       nur die  Arbeit des   v e r e i n z e l t e n   A r b e i t e r s
       dar.
       D r i t t e n s:  Wenn es  als Natureigenschaft  des Kapitals er-
       scheint - daher als eine aus seinem Gebrauchswert hervorquellende
       Eigenschaft -, Surplusarbeit zu erzwingen und die gesellschaftli-
       chen Produktivkräfte der Arbeit sich zu vindizieren, so umgekehrt
       als Natureigenschaft  1*) der Arbeit, ihre eignen gesellschaftli-
       chen Produktivkräfte  als Produktivkräfte  des Kapitals zu setzen
       und ihr  eigenes Surplus[produkt] als Surpluswert, als Selbstver-
       wertung des Kapitals.
       Diese 3  Punkte nun  zu entwickeln und daraus den Unterschied von
       produktiver und unproduktiver Arbeit abzuleiten.
       a d  1.  Die Produktivität des Kapitals besteht darin, die Arbeit
       als Lohnarbeit, und die Produktivität der Arbeit, die Arbeitsmit-
       tel als Kapital sich gegenüberzusetzen.
       Man hat gesehn, daß Geld in Kapital verwandelt wird, d.h. ein be-
       stimmter Tauschwert in sich verwertenden Tauschwert, in Wert plus
       Mehrwert verwandelt  wird dadurch, daß ein Teil desselben in sol-
       che Waren  verwandelt wird, die der Arbeit als Arbeitsmittel die-
       nen (Rohstoff,  Instrument, kurz, die sachlichen Arbeitsbedingun-
       gen), ein  andrer Teil  zum Ankauf  von Arbeitsvermögen  verwandt
       wird. Es  ist jedoch  nicht dieser  erste Austausch  zwischen dem
       Geld und  dem Arbeitsvermögen  oder der  bloße Kauf des letztren,
       der das  Geld in  Kapital verwandelt. Dieser Kauf einverleibt den
       use 2*)  des Arbeitsvermögens für eine bestimmte Zeit dem Kapital
       oder macht  bestimmtes Quantum lebendiger Arbeit zu einer der Da-
       seinsweisen, sozusagen zur Entelechie des Kapitals selbst.
       In dem wirklichen Produktionsprozeß verwandelt sich die lebendige
       Arbeit in  Kapital, indem sie einerseits den Arbeitslohn reprodu-
       ziert - also den Wert des variablen Kapitals -, andrerseits einen
       Surpluswert setzt;  und durch  diesen Verwandlungsprozeß wird die
       ganze Geldsumme  in Kapital verwandelt, obgleich der Teil dersel-
       ben, der unmittelbar variiert, nur der in
       -----
       1*) In der Handschrift: Produktivität - 2*) Gebrauch
       
       #371# Produktive und unproduktive Arbeit
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       Arbeitslohn ausgelegte ist. War der Wert = c + v, so ist er jetzt
       = c + (v + x) was dasselbe ist als = (c + v) + x [140], oder, die
       ursprüngliche  Geldsumme   Wertgröße,  hat  sich  verwertet,  ist
       zugleich als sich erhaltender und vermehrender Wert gesetzt.
       (Dies wohl zu bemerken: Der Umstand, daß nur der  v a r i a b l e
       T e i l  des Kapitals sein Inkrement hervorbringt, ändert absolut
       nichts daran,  daß vermittelst  dieses Prozesses  der gesamte ur-
       sprüngliche Wert  als verwertet  [erscheint], um  einen  Mehrwert
       vergrößert ist, daß also die gesamte Originalgeldsumme in Kapital
       verwandelt ist.  Denn der  ursprüngliche Wert = c + v (konstantes
       und variables  Kapital). Im  Prozeß wird er c + (v + x); letztres
       der reproduzierte  Teil, der durch die Verwandlung der lebendigen
       Arbeit in  vergegenständlichte entstanden,  eine Verwandlung, die
       bedingt und  eingeleitet ist  durch den Austausch von v gegen Ar-
       beitsvermögen oder  seine Verwandlung in Salair. Aber c + (v + x)
       = c  + v  (dem ursprünglichen  Kapital) +  x. Außerdem konnte die
       Verwandlung von  v in  v + x, also von (c + v) in (c + v) + x nur
       vorgehn, indem  ein Teil des Gelds in c verwandelt wird. Der eine
       Teil kann sich nur in  v a r i a b l e s  Kapital verwandeln, in-
       dem der andre sich in konstantes Kapital verwandelt.)
       In dem  wirklichen Produktionsprozeß  verwandelt sich  die Arbeit
       r e a l i t e r  in Kapital, aber diese Verwandlung bedingt durch
       den ursprünglichen  Austausch zwischen  Geld und Arbeitsvermögen.
       Durch diese   u n m i t t e l b a r e   Verwandlung von Arbeit in
       nicht dem  Arbeiter, sondern  dem Kapitalisten  gehörige   v e r-
       g e g e n s t ä n d l i c h t e   Arbeit wird  erst das  Geld  in
       Kapital verwandelt,  auch der  Teil desselben,  der die  Form von
       Produktionsmitteln, Arbeitsbedingungen  erhalten hat.  Vorher ist
       das Geld, existiere es nun in seiner eignen Form oder in der Form
       von Waren (Produkten), die eine Gestalt haben, worin sie als Pro-
       duktionsmittel neuer  Waren dienen können, nur  a n  s i c h  Ka-
       pital.
       ¦¦1322¦ Dieses bestimmte  V e r h ä l t n i s  zur Arbeit verwan-
       delt Geld  oder Ware  erst in  Kapital, und die Arbeit, die durch
       dies ihr  Verhältnis zu  den Produktionsbedingungen,  dem ein be-
       stimmtes Verhalten  im wirklichen  Produktionsprozeß  entspricht,
       Geld oder Ware in Kapital verwandelt, d.h., die dem Arbeitsvermö-
       gen  gegenüber  verselbständigte    g e g e n s t ä n d l i c h e
       Arbeit in  ihrem Wert  erhält und  vermehrt,  ist    p r o d u k-
       t i v e   Arbeit.  Produktive  Arbeit  ist  nur  ein  abkürzender
       Ausdruck für  das ganze  Verhältnis und  Art und Weise, worin das
       Arbeitsvermögen im  kapitalistischen  Produktionsprozeß  1*)  fi-
       guriert. Die  Unterscheidung von   a n d r e n   Arten der Arbeit
       ist aber von der
       -----
       1*) In der Handschrift: Produktionsvermögen
       
       #372# Beilagen
       -----
       höchsten Wichtigkeit,  da sie  grade die Formbestimmtheit der Ar-
       beit ausdrückt,  worauf die  gesamte kapitalistische Produktions-
       weise und das Kapital selbst beruht.
       P r o d u k t i v e  A r b e i t  ist also solche - im System der
       kapitalistischen Produktion  -, die   M e h r w e r t   für ihren
       employer 1*)  produziert oder die die objektiven Arbeitsbedingun-
       gen in  Kapital und  ihren Besitzer  in Kapitalisten  verwandelt,
       also Arbeit, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert.
       Sprechen wir  also von   p r o d u k t i v e r   A r b e i t,  so
       sprechen wir von  g e s e l l s c h a f t l i c h  b e s t i m m-
       t e r    Arbeit,  Arbeit,  die  ein  ganz  bestimmtes  Verhältnis
       zwischen dem Käufer und Verkäufer der Arbeit einschließt.
       Obgleich nun  das im  Besitz des  Käufers von Arbeitsvermögen be-
       findliche Geld  - oder als Ware: [in Gestalt] von Produktionsmit-
       teln und Lebensmitteln für den Arbeiter - erst Kapital wird durch
       den Prozeß  - erst  in ihm in Kapital verwandelt wird - und daher
       diese Dinge  vor ihrem  Eingehn in den Prozeß nicht Kapital sind,
       sondern erst  Kapital werden sollen, so sind sie doch an sich Ka-
       pital: Sie  sind es durch die selbständige Gestalt, worin sie dem
       Arbeitsvermögen und das Arbeitsvermögen ihnen gegenübersteht, ein
       Verhältnis, das  den Austausch  mit dem  Arbeitsvermögen und  den
       darauf erfolgenden  Prozeß der  wirklichen Verwandlung der Arbeit
       in Kapital  bedingt und  sichert. Sie  haben von  vornherein  die
       g e s e l l s c h a f t l i c h e   B e s t i m m t h e i t   den
       Arbeitern gegenüber,  die sie zu Kapital macht und ihnen das Kom-
       mando über  die Arbeit  gibt. Sie sind daher der Arbeit gegenüber
       als Kapital  v o r a u s g e s e t z t.
       P r o d u k t i v e     A r b e i t     kann  daher   als  solche
       bezeichnet werden,  die sich  direkt mit  dem    G e l d    a l s
       K a p i t a l   austauscht oder,  was nur ein verkürzter Ausdruck
       dafür ist,  die sich  unmittelbar mit  K a p i t a l  austauscht,
       d.h. mit  Geld, das  an sich Kapital ist, die Bestimmung hat, als
       Kapital  zu   funktionieren,   oder   dem   Arbeitsvermögen   als
       K a p i t a l   gegenübertritt. In  dem Ausdruck Arbeit, die sich
       u n m i t t e l b a r  mit  K a p i t a l  austauscht, liegt ein-
       geschlossen, daß  die Arbeit sich mit dem Geld als  K a p i t a l
       austauscht, und  es actu  2*) in  Kapital verwandelt. Was die Be-
       stimmung der  U n m i t t e l b a r k e i t  angeht, so wird sich
       das gleich näher ergeben.
       Produktive Arbeit  ist also  solche, die für den Arbeiter nur den
       vorher bestimmten  Wert seines Arbeitsvermögens reproduziert, da-
       gegen als wertschaffende Tätigkeit das Kapital verwertet oder die
       von ihr geschaffenen Werte dem Arbeiter selbst als Kapital gegen-
       übersetzt.
       -----
       1*) Anwender - 2*) wirklich
       
       #373# Produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       [c) Zwei  wesentlich verschiedene Momente beim Austausch zwischen
       Kapital und Arbeit]
       
       Bei dem  Austausch zwischen  Kapital und Arbeit sind, wie wir bei
       Betrachtung des Produktionsprozesses [141] sahen, zwei wesentlich
       verschiedne, obgleich  einander bedingende Momente zu unterschei-
       den.
       E r s t e n s:  Der erste  Austausch zwischen  Arbeit und Kapital
       ist ein   f o r m e l l e r   P r o z e ß,  worin das Kapital als
       G e l d   und das  Arbeitsvermögen als   W a r e   figuriert. Der
       Verkauf des  Arbeitsvermögens findet ideell oder juristisch statt
       in diesem ersten Prozeß, obgleich die Arbeit erst nach ihrer Ver-
       richtung, am  Ende des Tags, der Woche etc.  b e z a h l t  wird.
       Dies ändert nichts an dieser Transaktion, worin das Arbeitsvermö-
       gen  v e r k a u f t  wird. Was hier  u n m i t t e l b a r  ver-
       kauft wird,  ist nicht  eine Ware,  worin sich die Arbeit bereits
       realisiert hat,  sondern  der    G e b r a u c h    d e s    A r-
       b e i t s v e r m ö g e n s   selbst, also  faktisch  die    A r-
       b e i t   s e l b s t,   da der  use des  Arbeitsvermögens  seine
       action -  Arbeit ist.  Es ist  also  nicht  durch  Warenaustausch
       vermittelter Austausch  von Arbeit. Wenn A Stiefel an B verkauft,
       so tauschen  beide Arbeit  aus, der eine im Stiefel, der andre im
       Geld realisierte  Arbeit. Aber  hier wird  auf  der  einen  Seite
       v e r g e g e n s t ä n d l i c h t e  A r b e i t  in ihrer all-
       gemeinen gesellschaftlichen  Form, d.h.  als   G e l d,    ausge-
       tauscht gegen  die nur  noch als  V e r m ö g e n  e x i s t i e-
       r e n d e   A r b e i t;   und was gekauft wird und verkauft, ist
       der Gebrauch  dieses Vermögens,  also die Arbeit selbst, obgleich
       der   W e r t  der verkauften Ware nicht der Wert der Arbeit (ein
       irrationeller Ausdruck),  sondern der  W e r t  des Arbeitsvermö-
       gens ist.  Es findet  also unmittelbarer Austausch statt zwischen
       v e r g e g e n s t ä n d l i c h t e r     Arbeit  und      A r-
       b e i t s v e r m ö g e n,   das sich  d e  f a c t o  auflöst in
       lebendige Arbeit;  also zwischen  vergegenständlichter Arbeit und
       lebendiger Arbeit.  Das Salair  - der Wert des Arbeitsvermögens -
       stellt sich  daher dar,  wie früher entwickelt, als unmittelbarer
       Kaufpreis,  P r e i s  d e r  A r b e i t.  [142]
       In diesem ersten Moment ist das Verhältnis von Arbeiter und Kapi-
       talist das  von Verkäufer  und Käufer  von Ware.  Der  Kapitalist
       zahlt den   W e r t  des Arbeitsvermögens, also den  W e r t  der
       Ware, die er kauft.
       Zugleich aber  wird das Arbeitsvermögen nur gekauft, weil die Ar-
       beit, die  es leisten kann und sich zu leisten verpflichtet, grö-
       ßer ist als die Arbeit, die zur Reproduktion seines Arbeitsvermö-
       gens erheischt  ist und  sich daher  in einem  größeren Wert dar-
       stellt als der Wert des Arbeitsvermögens.
       ¦¦1323¦  Z w e i t e n s:  Das  zweite   Moment   des      A u s-
       t a u s c h s   von Kapital  und Arbeit hat in der Tat nichts mit
       dem  ersten   zu  tun,   ist  strenggenommen  gar  kein    A u s-
       t a u s c h.
       
       #374# Beilagen
       -----
       In dem  ersten Moment  findet Austausch von Geld und Ware statt -
       von Äquivalenten  -, und  Arbeiter und Kapitalist stehen sich nur
       als Warenbesitzer  gegenüber. Es werden Äquivalente ausgetauscht.
       (D.h., es  ändert nichts  an dem Verhältnis,  w a n n  sie ausge-
       tauscht werden;  und ob  der Preis  der Arbeit    ü b e r    oder
       u n t e r   dem   W e r t   des Arbeitsvermögens  steht oder  ihm
       g l e i c h  ist, ändert nichts an der Transaktion. Sie   k a n n
       also nach  dem allgemeinen  Gesetz des  Warenaustauschs stattfin-
       den.)
       In dem  zweiten Moment findet gar kein Austausch statt. Der Geld-
       besitzer hat  aufgehört, Käufer  von Ware, und der Arbeiter, Ver-
       käufer von  Ware zu sein. Der Geldbesitzer funktioniert jetzt als
       Kapitalist. Er  konsumiert die  Ware, die er gekauft hat, und der
       Arbeiter liefert  sie, da  der Gebrauch  seines  Arbeitsvermögens
       seine Arbeit  selbst ist.  Durch die  frühe Transaktion  ist  die
       A r b e i t  selbst Teil des gegenständlichen Reichtums geworden.
       Der Arbeiter  verrichtet sie, aber sie   g e h ö r t  dem Kapital
       und ist nur noch eine Funktion desselben. Sie geschieht daher di-
       rekt unter seiner Kontrolle und Direktion; und das Produkt, worin
       sie sich  vergegenständlicht, ist die neue Gestalt, worin das Ka-
       pital erscheint  oder worin  es sich  vielmehr actu  als  Kapital
       v e r w i r k l i c h t.   In  diesem  Prozeß    v e r g e g e n-
       s t ä n d l i c h t   sich die  Arbeit daher  direkt,  verwandelt
       sich   u n m i t t e l b a r   in Kapital,  nachdem  sie  bereits
       f o r m e l l   dem Kapital  durch  die  erste  Transaktion  ein-
       verleibt ist.  Und zwar  verwandelt sich hier  m e h r  Arbeit in
       Kapital,  als  früher  Kapital  im  Ankauf  des  Arbeitsvermögens
       ausgelegt wurde.  Es wird  in diesem  Prozeß ein Teil unbezahlter
       Arbeit angeeignet,  und nur  dadurch verwandelt  sich das Geld in
       Kapital.
       Obgleich nun  hier in  der Tat  kein Austausch  stattfindet, ist,
       wenn man von den Vermittlungen absieht, das Resultat, daß sich im
       Prozeß -  beide Momente  zusammengefaßt -  ein bestimmtes Quantum
       vergegenständlichter Arbeit  gegen ein größres Quantum lebendiger
       Arbeit ausgetauscht  hat, was  sich im  Resultat des Prozesses so
       ausdrückt, daß  die Arbeit,  die sich in seinem Produkt vergegen-
       ständlicht hat 1*), > als die Arbeit, die im Arbeitsvermögen ver-
       gegenständlicht, und  daher > als die vergegenständlichte Arbeit,
       die dem  Arbeiter gezahlt wird, oder daß in dem wirklichen Prozeß
       der Kapitalist  nicht nur  den Teil  des Kapitals,  den er in Ar-
       beitslohn ausgelegt hat, zurückerhält, also erhält, sondern einen
       Surpluswert, der  ihm nichts kostet. Der  u n m i t t e l b a r e
       Austausch von  Arbeit gegen  Kapital bedeutet hier: 1. die unmit-
       telbare Verwandlung der Arbeit in Kapital, [in einen] gegenständ-
       lichen Bestandteil des Kapitals im Produktionsprozeß; 2. den
       -----
       1*) In der Handschrift: vergrößert
       
       #375# Produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       Austausch eines  bestimmten Quantums  vergegenständlichter Arbeit
       gegen dasselbe  Quantum lebendiger Arbeit plus einem Surplusquan-
       tum lebendiger  Arbeit, das   o h n e   A u s t a u s c h   ange-
       eignet wird.
       Der Ausdruck,  daß   p r o d u k t i v e  A r b e i t  solche Ar-
       beit ist,  die sich   u n m i t t e l b a r   mit   K a p i t a l
       austauscht, umfaßt  alle diese Momente, und ist nur eine abgelei-
       tete Formel dafür, daß es  A r b e i t  i s t,  die Geld in Kapi-
       tal verwandelt,  die  sich  mit  den  Produktionsbedingungen  als
       K a p i t a l  austauscht, sich also keineswegs zu ihnen als ein-
       fachen Produktionsbedingungen,  die sich zu den Produktionsbedin-
       gungen nicht  als  A r b e i t  schlechthin, ohne spezifische so-
       ziale Bestimmtheit, verhält.
       Es schließt  dies ein: 1. das Verhältnis von Geld und Arbeitsver-
       mögen als  Waren gegeneinander,  Kauf und  Verkauf  zwischen  dem
       Geldbesitzer und  dem Besitzer  des Arbeitsvermögens;  2. die di-
       rekte Subsumtion der Arbeit unter das Kapital; 3. die reelle Ver-
       wandlung der  Arbeit in  Kapital im  Produktionsprozeß oder,  was
       dasselbe ist,  die Schöpfung  des Mehrwerts  für das  Kapital. Es
       findet   z w e i e r l e i  A u s t a u s c h  v o n  A r b e i t
       u n d   K a p i t a l   statt. Der erste drückt bloß den Kauf des
       Arbeitsvermögens und  daher actu  der Arbeit und daher ihres Pro-
       dukts aus.  Der zweite  die direkte Verwandlung lebendiger Arbeit
       in Kapital  oder ihre Vergegenständlichung als Verwirklichung des
       Kapitals.
       
       [d) Der  spezifische Gebrauchswert der produktiven Arbeit für das
       Kapital]
       
       Das Resultat  des kapitalistischen Produktionsprozesses ist weder
       ein bloßes  Produkt (Gebrauchswert)  noch   W a r e,    d.h.  Ge-
       brauchswert, der  einen bestimmten Tauschwert hat. Sein Resultat,
       sein Produkt  ist Schöpfung des  M e h r w e r t s  für das Kapi-
       tal und  daher faktische   V e r w a n d l u n g   von  Geld oder
       Ware in  Kapital, was  sie vor  dem  Produktionsprozeß  bloß  der
       Intention nach,  an sich, ihrer Bestimmung nach sind. In dem Pro-
       duktionsprozeß wird  mehr Arbeit eingesaugt, als gekauft ist, und
       dies Einsaugen, ¦¦1324¦  A n e i g n e n  fremder unbezahlter Ar-
       beit,  das   im  Produktionsprozeß   vollbracht  wird,   ist  der
       u n m i t t e l b a r e   Z w e c k  des kapitalistischen Produk-
       tionsprozesses; denn was das Kapital als Kapital (daher der Kapi-
       talist als  Kapitalist) produzieren  will, ist  weder unmittelbar
       Gebrauchswert zum Selbstkonsum noch Ware, um sie erst in Geld und
       später  in  Gebrauchswert  zu  verwandeln.  Sein  Zweck  ist  die
       B e r e i c h e r u n g,  die  V e r w e r t u n g  d e s  W e r-
       t e s,   seine   V e r g r ö ß e r u n g,   also das Erhalten des
       alten   Wertes    und   Schaden    von   Mehrwert.    Und    dies
       s p e z i f i s c h e   P r o d u k t   des kapitalistischen Pro-
       duktionsprozesses erreicht  es nur  im Austausch  mit der Arbeit,
       die daher  p r o d u k t i v e  A r b e i t  heißt.
       
       #376# Beilagen
       -----
       Die Arbeit,  damit sie  W a r e  produziert, muß nützliche Arbeit
       sein, einen   G e b r a u c h s w e r t  produzieren, sich in ei-
       nem   G e b r a u c h s w e r t   darstellen. Und nur Arbeit, die
       sich in   W a r e   darstellt, also in Gebrauchswerten, ist daher
       Arbeit, womit sich Kapital austauscht. Dies ist selbstverständli-
       che Voraussetzung.  Aber es  ist nicht  dieser konkrete Charakter
       der Arbeit,  ihr Gebrauchswert  als solcher-  daß sie  also  z.B.
       Schneiderarbeit, Schusterarbeit, Spinnen, Weben etc. -, was ihren
       spezifischen Gebrauchswert  für das Kapital bildet, sie daher zur
       p r o d u k t i v e n   A r b e i t   im System  der kapitalisti-
       schen Produktion  stempelt. Was  ihren    s p e z i f i s c h e n
       G e b r a u c h s w e r t   für das Kapital bildet, ist nicht ihr
       bestimmter nützlicher  Charakter, sowenig wie die besondren nütz-
       lichen Eigenschaften  des Produkts, worin sie sich vergegenständ-
       licht. Sondern  ihr Charakter  als das  schöpferische Element des
       Tauschwerts, abstrakte  Arbeit, und zwar nicht, daß sie überhaupt
       ein bestimmtes  Quantum dieser allgemeinen Arbeit vorstellt, son-
       dern ein  größres Quantum,  als in ihrem Preis, d.h. dem  W e r t
       d e s  A r b e i t s v e r m ö g e n s,  e n t h a l t e n  ist.
       Der Gebrauchswert  des Arbeitsvermögens ist für es eben der Über-
       schuß der Quantität Arbeit, die es liefert über die Quantität Ar-
       beit, die  in ihm  selbst vergegenständlicht  und daher zu seiner
       Reproduktion erheischt  ist. Sie liefert dieses Quantum natürlich
       i n   d e r  b e s t i m m t e n  F o r m,  die ihr als besondrer
       nützlicher Arbeit  zukommt, als  Spinnarbeit, Webarbeit etc. Aber
       dieser ihr  konkreter Charakter, der sie überhaupt befähigt, sich
       in Ware  darzustellen, ist  nicht  ihr    s p e z i f i s c h e r
       G e b r a u c h s w e r t  für das Kapital. Für es besteht dieser
       in ihrer  Qualität als  Arbeit überhaupt und in der Differenz des
       Arbeitsquantums, das sie leistet über dem Arbeitsquantum, das sie
       kostet.
       Eine bestimmte  Geldsumme x wird dadurch Kapital, daß sie sich in
       ihrem Produkt  als x + h darstellt; d.h., daß das Quantum Arbeit,
       das in  ihr als Produkt enthalten ist, größer ist als das Quantum
       Arbeit, das  ursprünglich in  ihr enthalten war. Und dies ist das
       Resultat des Austauschs zwischen dem Geld und der produktiven Ar-
       beit, oder, nur die Arbeit ist  p r o d u k t i v,  die vergegen-
       ständlichte Arbeit  befähigt, im  Austausch mit  ihr sich als ein
       vergrößertes Quantum vergegenständlichter Arbeit darzustellen.
       Der kapitalistische  Produktionsprozeß ist  daher auch nicht bloß
       die Produktion  von Waren.  Er ist  ein  Prozeß,  der  unbezahlte
       Arbeit absorbiert,  Material und Arbeitsmittel - die Produktions-
       mittel - zu Mitteln der Absorption unbezahlter Arbeit macht.
       Aus  dem   Bisherigen  geht   hervor,  daß    p r o d u k t i v e
       A r b e i t  zu sein eine Bestimmung der Arbeit ist, die zunächst
       absolut  nichts   zu  tun   hat  mit   dem    b e s t i m m t e n
       I n h a l t   der Arbeit,  ihrer besondren  Nützlichkeit oder dem
       eigentümlichen Gebrauchswert, worin sie sich darstellt.
       
       #377# Produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       D i e s e l b e   Sorte Arbeit  kann    p r o d u k t i v    oder
       u n p r o d u k t i v  sein.
       Z.B. Milton,  who did  the "Paradise  Lost" for  5 l. 1*) war ein
       u n p r o d u k t i v e r   A r b e i t e r.   Der Schriftsteller
       dagegen, der Fabrikarbeit für seinen Buchhändler liefert, ist ein
       p r o d u k t i v e r   A r b e i t e r.   Milton produzierte das
       "Paradise Lost" aus demselben Grund, aus dem ein Seidenwurm Seide
       produziert. Es  war eine  Betätigung seiner  Natur. Er  verkaufte
       später das  Produkt für 5 l. Aber der Leipziger Literaturproleta-
       rier, der  unter Direktion  seines Buchhändlers Bücher (z.B. Kom-
       pendien der  Ökonomie) fabriziert, ist ein  p r o d u k t i v e r
       A r b e i t e r;   denn sein Produkt ist von vornherein unter das
       Kapital subsumiert  und findet  nur zu  dessen Verwertung  statt.
       Eine Sängerin,  die auf  ihre eigene Faust ihren Gesang verkauft,
       ist ein   u n p r o d u k t i v e r   A r b e i t e r.  Aber die-
       selbe Sängerin,  von einem entrepreneur engagiert, der sie singen
       läßt,  um   Geld  zu   machen,  ist  ein    p r o d u k t i v e r
       A r b e i t e r;  denn sie produziert Kapital.
       
       [e) Unproduktive Arbeit als Arbeit, die Dienste leistet; Kauf von
       Dienstleistungen unter  den Bedingungen des Kapitalismus. Vulgäre
       Auffassung des  Verhältnisses von  Kapital und  Arbeit als  eines
       Austauschs von Dienstleistungen]
       
       ¦¦1325¦ Es sind hier verschiedne Fragen zu unterscheiden.
       Ob ich  eine Hose  kaufe oder ob ich Tuch kaufe und einen Schnei-
       dergesellen ins  Haus nehme,  dem ich  seinen  D i e n s t  (i.e.
       seine Schneiderarbeit), dieses Tuch in Hose zu verwandeln, zahle,
       ist für mich, soweit es nur um die Hose zu tun, völlig gleichgül-
       tig. Ich kaufe die Hose von dem merchant-tailor 2*), statt in der
       letztren Art zu operieren, weil die letztre Art teuer ist und die
       Hose weniger  Arbeit kostet, daher wohlfeiler ist, wenn der capi-
       talist-tailor sie  produziert, als  wenn ich  sie in der letztren
       Weise produzieren  lasse. Aber in beiden Fällen verwandle ich das
       Geld, womit  ich die  Hose kaufe,  nicht in  Kapital, sondern  in
       Hose, und  in beiden  Fällen handelt  es sich für mich darum, das
       Geld als  bloßes Zirkulationsmittel zu brauchen, d.h., es in die-
       sen bestimmten  Gebrauchswert zu  verwandeln. Hier  fungiert  das
       Geld also  nicht als Kapital, obgleich es in dem einen Fall gegen
       W a r e   sich austauscht, in dem andren die  A r b e i t  selbst
       als   W a r e  kauft. Es funktioniert nur als Geld und bestimmter
       als Zirkulationsmittel.
       Andrerseits ist  der  Schneidergeselle    k e i n    p r o d u k-
       t i v e r   A r b e i t e r,    obgleich  seine  Arbeit  mir  das
       Produkt, die Hose, und ihm den Preis seiner Arbeit, das
       -----
       1*) der  das "Verlorene  Paradies" für 5 Pfund Sterling schrieb -
       2*) Schneider (mit einem Stoff- und Kleiderlager)
       
       #378# Beilagen
       -----
       Geld liefert. Es ist möglich, daß das Arbeitsquantum, das der Ge-
       selle liefert größer ist als das in dem Preis, den er von mir er-
       hält, enthaltne.  Und dies ist sogar wahrscheinlich, da der Preis
       seiner  Arbeit   bestimmt  ist   durch   den   Preis,   den   die
       p r o d u k t i v e n   Schneidergesellen erhalten. Aber dies ist
       mir völlig  gleichgültig. Ob er 8 oder 10 Stunden arbeitet, nach-
       dem einmal  der Preis festgesetzt, ist mir ganz indifferent. Das,
       worum es  sich nur  handelt, ist  der  G e b r a u c h s w e r t,
       die Hose,  wobei ich natürlich, ob ich sie in der einen oder and-
       ren Weise  kaufe, das  Interesse habe,  möglichst wenig  dafür zu
       zahlen, aber  in dem einen Fall nicht mehr oder minder als in dem
       andren, oder  nur ihren  n o r m a l e n  P r e i s  f ü r  s i e
       z u   z a h l e n.   Es ist  dies eine   A u s g a b e  für meine
       Konsumtion, keine  Vermehrung, sondern  eine Verminderung  meines
       Gelds. Es  ist durchaus kein Mittel der Bereicherung, sowenig wie
       irgendeine andre  Art, Geld für meinen persönlichen Konsum auszu-
       geben, ein Mittel der Bereicherung ist.
       Einer der  s a v a n t s  1*) des Paul de Kock mag mir sagen, daß
       ich ohne  diesen Kauf,  wie ohne  den Kauf von Brot, nicht leben,
       also auch  nicht mich  b e r e i c h e r n  kann, daß es also ein
       indirektes Mittel  oder wenigstens  eine Bedingung  für meine Be-
       reichrung ist.  In derselben  Art wie mein Blutumlauf, mein Atem-
       prozeß Bedingungen  für meine  Bereicherung. Aber deswegen berei-
       chert mich  an und für sich weder mein Blutumlauf noch mein Atem-
       prozeß, die  beide vielmehr einen kostspieligen Stoffwechsel vor-
       aussetzen, ohne  dessen Notwendigkeit es keine armen Teufel gäbe.
       Der bloße   u n m i t t e l b a r e  Austausch von Geld gegen Ar-
       beit verwandelt  daher nicht  das Geld in Kapital oder die Arbeit
       in produktive Arbeit.
       Was ist  nun das  Charakteristische in  diesem Austausch? Wodurch
       unterscheidet [er]  sich vom  Austausch des Gelds mit produktiver
       Arbeit? Einerseits  dadurch, daß  das   G e l d   a l s   G e l d
       verausgabt wird,  als selbständige  Form des  Tauschwerts, der in
       einen   G e b r a u c h s w e r t,   in Lebensmittel,  Gegenstand
       der persönlichen  Konsumtion, verwandelt  werden soll.  Das  Geld
       wird also nicht zu Kapital, sondern, umgekehrt, verliert sein Da-
       sein als Tauschwert, um als Gebrauchswert verzehrt, aufgezehrt zu
       werden. Andrerseits  hat für  mich die  Arbeit bloß Interesse als
       Gebrauchswert, als  D i e n s t,  wodurch Tuch in Hose verwandelt
       wird, der  Dienst, den  mir ihr  bestimmter nützlicher  Charakter
       leistet.
       Dagegen besteht  der Dienst,  den derselbe  Schneidergeselle, von
       einem merchant-tailor  verwendet,  diesem  Kapitalisten  leistet,
       keineswegs darin, daß er Tuch in Hosen verwandelt, sondern darin,
       daß die notwendige Arbeitszeit,
       -----
       1*) Gelehrten
       
       #379# Produktive und unproduktive Arbeit
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       die in einer Hose vergegenständlicht ist, = 12 Arbeitsstunden und
       der Lohn, den der Geselle erhält, = 6 Stunden. Der Dienst, den er
       ihm leistet,  besteht also darin, daß er 6 Stunden umsonst arbei-
       tet.   Daß    dies   in   Form   von   Hosenmacherei   geschieht,
       v e r s t e c k t   nur das wirkliche Verhältnis. Sobald der mer-
       chant-tailor kann,  sucht er  die Hosen  daher wieder  in Geld zu
       verwandeln, d.h.  in eine Form, worin der bestimmte Charakter der
       Schneiderarbeit gänzlich  verschwunden ist  und worin  der gelei-
       stete Dienst sich daher so ausdrückt, daß statt Arbeitszeit von 6
       Std., die  ¦¦1326¦ sich  in einer bestimmten Geldsumme ausdrückt,
       Arbeitszeit von  12 Std. vorhanden ist, die sich in der doppelten
       Geldsumme ausdrückt.
       Ich kaufe  die Schneiderarbeit  wegen des  Dienstes, den  sie als
       S c h n e i d e r a r b e i t   leistet, mein Bedürinis der Klei-
       dung zu  befriedigen, daher  einem meiner   B e d ü r f n i s s e
       zu dienen.  Der merchant-tailor  kauft sie  als ein Mittel, aus 1
       Taler zwei  zu machen.  Ich kaufe  sie, weil sie einen bestimmten
       Gebrauchswert produziert,  einen bestimmten  Dienst  leistet.  Er
       kauft sie,  weil sie mehr Tauschwert liefert, als sie kostet, als
       ein bloßes Mittel, weniger Arbeit mit mehr Arbeit auszutauschen.
       Wo der Austausch des Geldes direkt gegen Arbeit stattfindet, ohne
       daß letztre  Kapital produziert,  also   n i c h t   p r o d u k-
       t i v e   Arbeit ist,  wird sie  als   D i e n s t   gekauft, was
       überhaupt nichts als ein Ausdruck für den besondren Gebrauchswert
       ist,  den   die  Arbeit   leistet  wie  jede  andere  Ware;  aber
       spezifischer Ausdruck für den besondren Gebrauchswert der Arbeit,
       soweit diese  nicht als   S a c h e  Dienste leistet, sondern als
       T ä t i g k e i t,   was sie  jedoch keineswegs  z.B.  von  einer
       Maschine unterscheidet,  z.B. einer  Uhr. Do  ut facias, facio ut
       facias, facio  ut des,  do ut  des [143]  sind hier  ganz gleich-
       gültige Formen  desselben Verhältnisses, während in der kapitali-
       stischen Produktion  das do  ut facias ein sehr spezifisches Ver-
       hältnis des gegenständlichen Werts, der gegeben, und der lebendi-
       gen Tätigkeit, die akkapariert wird, ausdrückt. Weil also in die-
       sem Kaufen von Diensten das spezifische Verhältnis von Arbeit und
       Kapital gar nicht enthalten, entweder völlig ausgelöscht oder gar
       nicht vorhanden  ist, ist es natürlich die Lieblingsform der Say,
       Bastiat  und  Konsorten,  um  das    V e r h ä l t n i s    v o n
       K a p i t a l  u n d  A r b e i t  auszudrücken.
       Wie der   W e r t   dieser  Dienste reguliert wird und wie dieser
       W e r t  selbst durch die Gesetze des Arbeitslohns bestimmt wird,
       ist eine  Frage, die  mit der  Untersuchung über  das vorliegende
       Verhältnis nichts  zu tun  hat und in das Kapitel vom Arbeitslohn
       gehört.
       Es ergibt  sich, daß weder der bloße Austausch von Geld gegen Ar-
       beit die  letztere in   p r o d u k t i v e  A r b e i t  verwan-
       delt, daß  andrerseits der   I n h a l t   dieser Arbeit zunächst
       gleichgültig ist.
       
       #380# Beilagen
       -----
       Der Arbeiter  selbst kann  Arbeit kaufen,  i.e. Waren, die in der
       Form von  Diensten geleistet  werden, und die Verausgabung seines
       Salairs in  solchen Diensten ist eine Verausgabung desselben, die
       sich durchaus  nicht von  der Verausgabung  seines Salairs in ir-
       gendwelchen andern  Waren  unterscheidet.  Die  Dienste,  die  er
       kauft, mögen mehr oder minder notwendig sein, z.B. der Dienst ei-
       nes Arztes oder eines Pfaffen, ganz wie er Brot oder Schnaps kau-
       fen kann.  Als Käufer  - i.e.  Repräsentant von Geld gegen Ware -
       befindet sich  der Arbeiter  ganz in  derselben Kategorie wie der
       Kapitalist, wo  er nur  als Käufer  auftritt, d.h.,  es sich  nur
       darum handelt,  das Geld  in die Form von Ware zu übersetzen. Wie
       der Preis  dieser Dienste bestimmt wird und welches Verhältnis er
       zum eigentlichen  Arbeitslohn hat,  wiefern er  durch die Gesetze
       des letztren  reguliert wird,  wiefern nicht, sind Fragen, die in
       einer Abhandlung  über den  Arbeitslohn zu betrachten und für die
       jetzige Untersuchung ganz gleichgültig sind.
       Wenn so  der bloße Austausch von Geld und Arbeit letztre nicht in
       p r o d u k t i v e   A r b e i t   verwandelt oder, was dasselbe
       ist,  erstres   nicht  in   Kapital,  so   erscheint   auch   der
       I n h a l t,   der konkrete Charakter, die besondere Nützlichkeit
       der Arbeit  zunächst gleichgültig,  wie wir eben gesehn, daß die-
       selbe Arbeit  desselben Schneidergesellen  in dem  einen Fall als
       produktiv erscheint, in dem anderen nicht.
       Gewisse     D i e n s t l e i s t u n g e n     oder  die    G e-
       b r a u c h s w e r t e,   Resultate  gewisser  Tätigkeiten  oder
       Arbeiten, verkörpern  sich in   W a r e n,   andre dagegen lassen
       kein  handgreifliches,   von  der   Person  selbst     u n t e r-
       s c h i e d n e s   Resultat zurück;  oder ihr Resultat ist keine
       v e r k a u f b a r e   W a r e.   Z.B. der  Dienst, den  mir ein
       Sänger leistet,  befriedigt mein ästhetisches Bedürfnis, aber was
       ich genieße,  existiert  nur  in  einer  von  dem  Sänger  selbst
       untrennbaren Aktion, und sobald seine Arbeit, das Singen, am Ende
       ist, ist  auch mein  Genuß am  Ende: Ich  genieße  die  Tätigkeit
       selbst -  ihre Reverberation  auf mein Ohr. Diese Dienste selbst,
       wie die  Ware, die  ich kaufe,  können notwendige  sein oder  nur
       notwendig scheinen,  z.B. der  Dienst eines  Soldaten oder Arztes
       oder Advokaten,  oder sie  können Dienste  sein, die  mir Genüsse
       gewähren. Dies  ändert an ihrer ökonomischen Bestimmtheit nichts.
       Wenn ich  gesund bin  und den  Arzt nicht  brauche oder das Glück
       habe, keine Prozesse führen zu müssen, so vermeide ich es wie die
       Pest, Geld  in ärztlichen oder juristischen Dienstleistungen aus-
       zulegen.
       ¦¦1328¦ [144]  Die  D i e n s t e  können auch aufgedrungen sein,
       B e a m t e n d i e n s t e  etc.
       Wenn ich den Dienst eines Lehrers kaufe, nicht um meine Fähigkei-
       ten zu  entwickeln, sondern  um mir Vermögen zu erwerben, mit dem
       ich Geld
       
       #381# Produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       verdienen kann  - oder wenn andre für mich diesen Lehrer kaufen -
       und wenn  ich wirklich  etwas lerne,  was an und für sich von der
       Zahlung des  Dienstes ganz unabhängig ist, so gehören diese Lern-
       kosten ganz wie meine Unterhalts, kosten zu den Produktionskosten
       meines Arbeitsvermögens.  Aber die  besondere Nützlichkeit dieses
       Dienstes   ä n d e r t  an dem  ö k o n o m i s c h e n  Verhält-
       nis nichts;  es ist  kein Verhältnis,  worin ich  Geld in Kapital
       verwandle oder  wodurch der Dienstverrichter, der Lehrer, mich in
       s e i n e n  K a p i t a l i s t e n,  his master, verwandelt. Es
       ist daher  auch ganz  gleichgültig für die  ö k o n o m i s c h e
       B e s t i m m t h e i t   dieses Verhältnisses,  ob der Arzt mich
       kuriert, der Lehrer erfolgreich in seinem Unterricht ist, der Ad-
       vokat meinen Prozeß gewinnt. Was gezahlt wird, ist die Dienstlei-
       stung als solche, deren Resultat ihrer Natur nach von dem Dienst-
       leistenden nicht  garantiert werden  kann. Ein  großer  Teil  der
       D i e n s t e   gehört in  die  K o n s u m t i o n s k o s t e n
       von Waren, wie Köchin, Magd etc.
       Es ist  das Charakteristische  aller    u n p r o d u k t i v e n
       A r b e i t e n,   daß sie  nur in  demselben Verhältnis zu Gebot
       stehen - wie der Kauf aller andern Waren zur Konsumtion -, in dem
       ich  p r o d u k t i v e  A r b e i t e r  exploitiere. Von allen
       Personen hat der  p r o d u k t i v e  A r b e i t e r  daher das
       geringste  Kommando  über  die    D i e n s t l e i s t u n g e n
       unproduktiver Arbeiter, obgleich am meisten zu zahlen für die un-
       freiwilligen Dienste  (Staat,  Steuern).  Umgekehrt  aber  wächst
       meine Macht,   p r o d u k t i v e   A r b e i t e r  anzuwenden,
       durchaus nicht  in dem  Verhältnis,  wie  ich    u n p r o d u k-
       t i v e   A r b e i t e r   anwende, sondern  nimmt umgekehrt  in
       demselben Verhältnis ab.
       Die   p r o d u k t i v e n   A r b e i t e r   selbst können mir
       gegenüber   u n p r o d u k t i v e   A r b e i t e r  sein. Z.B.
       wenn ich  mein Haus tapezieren lasse und diese Tapezierer Lohnar-
       beiter eines masters sind, der mir diese Verrichtung verkauft, so
       ist es  für mich dasselbe, als wenn ich ein tapeziertes Haus gek-
       auft hätte,  Geld gegen  eine Ware  zu meinem  Konsum  verausgabt
       hätte; aber  für den  master, der diese Arbeiter tapezieren läßt,
       sind sie  produktive Arbeiter, denn sie produzieren ihm Mehrwert.
       ¦1328¦¦
       ¦¦1333¦ Wie  sehr vom  Standpunkt der kapitalistischen Produktion
       der Arbeiter   n i c h t   p r o d u k t i v   ist, der zwar ver-
       käufliche Ware produziert - aber bloß bis zum Betrag seines eige-
       nen Arbeitsvermögens,  also keinen  Mehrwert für  das Kapital  -,
       sieht man  schon aus  den Stellen  von Ricardo, daß die very exi-
       stence of  such people a nuisance 1*) ist [125]. Dies ist Theorie
       und Praxis des Kapitals.
       -----
       1*) bloße Existenz solcher Leute ein Übelstand
       
       #382# Beilagen
       -----
       "Sowohl die  Theorie in  bezug auf  das Kapital  als auch   d i e
       P r a x i s,   d i e   A r b e i t   a n   d e m   P u n k t  z u
       s t o p p e n,   wo sie  über die  Erhaltungskosten des Arbeiters
       hinaus einen  P r o f i t  für den Kapitalisten produzieren kann,
       scheinen im  Gegensatz zu  den natürlichen Gsetzen zu stehen, die
       die Produktion regeln." (Th. Hodgskin, "Pop. Polit. Econ.", Lond.
       1827, p. 238.) ¦1333¦¦
       
       ¦¦1336¦  P r o d u k t i o n s p r o z e ß                  d e s
       K a p i t a l s.   Wir haben gesehn: Dieser Produktionsprozeß ist
       nicht nur Produktionsprozeß von  W a r e n,  sondern Produktions-
       prozeß von   s u r p l u s  v a l u e,  Absorption von Surplusar-
       beit und  daher Produktionsprozeß von Kapital. Der erste formelle
       Austauschakt von  Geld und Arbeit oder Kapital und Arbeit ist nur
       der  M ö g l i c h k e i t  nach Aneignung fremder lebendiger Ar-
       beit durch  vergegenständlichte Arbeit. Der wirkliche Aneignungs-
       prozeß geht  erst im  wirklichen Produktionsprozeß  vor, der jene
       erste formelle  Transaktion -  worin Kapitalist und Arbeiter sich
       als   b l o ß e  W a r e n b e s i t z e r  gegenüber, als Käufer
       und Verkäufer zueinander verhalten als vergangne hinter sich lie-
       gen hat.  Weswegen alle Vulgärökonomen bei jener ersten formellen
       Transaktion stehnbleiben  - so  Bastiat -, gerade um das spezifi-
       sche Verhältnis  wegzuschwindeln. In  dem Austausch  von Geld mit
       unproduktiver Arbeit  zeigt sich  der Unterschied schlagend. Hier
       tauschen sich Geld und Arbeit  n u r  als Ware gegeneinander aus.
       Statt daß  dieser Austausch  dabei Kapital  bildet,  ist  er  die
       V e r a u s g a b u n g  v o n  R e v e n u e.  ¦1336¦¦
       
       [f) Die  Arbeit der Handwerker und Bauern in der kapitalistischen
       Gesellschaft]
       
       ¦¦1328¦ Wie  verhält es sich aber dann mit selbständigen Handwer-
       kern oder Bauern, die keine Arbeiter anwenden, also nicht als Ka-
       pitalisten produzieren?  Entweder, wie  stets im  Fall der Bauern
       {aber z.B.  nicht eines  Gärtners, den  ich mir  ins Haus nehme},
       sind sie   W a r e n p r o d u z e n t e n,   und  ich kaufe  die
       W a r e  von ihnen, wobei es z.B. nichts ändert, daß der Handwer-
       ker sie  auf Bestellung  liefert, der  Bauer sein supply 1*) nach
       dem Maße  seiner Mittel  liefert. In diesem Verhältnis treten sie
       mir als Verkäufer von Waren nicht als Verkäufer von Arbeit entge-
       gen, und  dies Verhältnis  hat also mit dem Austausch von Kapital
       und Arbeit nichts zu tun, also auch nicht mit dem Unterschied von
       p r o d u k t i v e r   u n d   u n p r o d u k t i v e r    A r-
       b e i t,   der bloß  darauf beruht,  ob die Arbeit gegen Geld als
       Geld oder  gegen Geld  als Kapital ausgetauscht wird. Sie gehören
       daher weder in die Kategorie der  p r o d u k t i v e n  noch der
       u n p r o d u k t i v e n   A r b e i t e r,  obgleich sie Produ-
       zenten von Waren sind.
       -----
       1*) Angebot
       
       #383# Produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       Aber ihre  Produktion ist nicht unter die kapitalistische Produk-
       tionsweise subsumiert.
       Es ist  möglich, daß  diese Produzenten, die mit eignen Produkti-
       onsmitteln arbeiten, nicht nur ihr Arbeitsvermögen reproduzieren,
       sondern Mehrwert  schaffen, indem  ihre Position  ihnen  erlaubt,
       ihre eigne  Surplusarbeit oder  einen Teil  derselben (indem  ein
       Teil ihnen unter der Form von Steuern etc. weggenommen wird) sich
       anzueignen. Und  hier tritt  uns eine  Eigentümlichkeit entgegen,
       die charakteristisch  ist für  eine Gesellschaft, in der eine Be-
       stimmtheit der  Produktionsweise vorherrscht, obgleich noch nicht
       alle Produktionsverhältnisse  derselben unterworfen  sind. In der
       feudalen Gesellschaft  z.B., wie man am besten in England studie-
       ren kann,  weil hier  das System  des Feudalismus  fertig von der
       Normandie eingeführt  und seine  Form einer in vielen Rücksichten
       verschiedenen Gesellschaftsunterlage  aufgeprägt wurde,  erhalten
       auch die  Verhältnisse einen feudalen Ausdruck, die dem Wesen des
       Feudalismus fernstehn, z.B. bloße Geldverhältnisse, worin es sich
       in keiner  Weise um  wechselseitige persönliche  Dienste von  Su-
       zerain und  Vasall handelt.  Fiktion z.B.,  daß der  kleine Bauer
       sein Gut als Lehn besitzt.
       Ganz so in der kapitalistischen Produktionsweise. Der unabhängige
       Bauer oder Handwerker wird in zwei Personen zerschnitten.
       
       "In den  kleinen Betrieben ist  d e r  U n t e r n e h m e r  oft
       sein eigener   A r b e i t e r."   (Storch. t. I, Petersb. Ausg.,
       p. 242.)
       
       Als Besitzer  der Produktionsmittel ist er Kapitalist, als Arbei-
       ter ist  er sein eigner Lohnarbeiter. Er zahlt sich also sein Sa-
       lair als  Kapitalist und  zieht seinen Profit aus seinem Kapital,
       d.h., er  exploitiert sich selbst als Lohnarbeiter und zahlt sich
       in dem  surplus value  den Tribut,  den die  Arbeit  dem  Kapital
       schuldet. Vielleicht  zahlt er  sich noch  einen dritten Teil als
       Grundbesitzer (Rente),  ganz wie wir später sehen werden 1*), daß
       der industrielle  Kapitalist, wenn  er mit eignem ¦¦1329¦ Kapital
       arbeitet, sich  selbst Zins  zahlt und dies als etwas betrachtet,
       was er sich nicht als industrieller Kapitalist, sondern qua Kapi-
       talist schlechthin schuldet.
       Die   <ö k o n o m i s c h e>   g e s e l l s c h a f t l i c h e
       B e s t i m m t h e i t   der Produktionsmittel  in der kapitali-
       stischen Produktion  - so  daß sie  ein bestimmtes   P r o d u k-
       t i o n s v e r h ä l t n i s   ausdrücken -  ist so  zusammenge-
       wachsen  mit,  und  in  der  Vorstellungsweise  der  bürgerlichen
       Gesellschaft so  unzertrennlich von dem materiellen Dasein dieser
       Produktionsmittel als Produktionsmittel, daß jene
       -----
       1*) Siehe Band 25 unserer Ausgabe, S. 383-395
       
       #384# Beilagen
       -----
       Bestimmtheit (kategorische  Bestimmtheit) auch da angewandt wird,
       wo ihr  das Verhältnis direkt widerspricht. Die Produktionsmittel
       werden nur  Kapital, soweit sie als selbständige Macht der Arbeit
       gegenüber verselbständigt  sind. Im angegebenen Fall ist der Pro-
       duzent -  der Arbeiter - Besitzer, Eigentümer seiner Produktions-
       mittel. Sie  sind also nicht Kapital, sowenig wie er ihnen gegen-
       über Lohnarbeiter. Nichtsdestoweniger werden sie als Kapital auf-
       gefaßt, und er selbst in sich gespalten, so daß er als Kapitalist
       sich selbst als Lohnarbeiter anwendet.
       In der  Tat ist  diese Darstellungsweise,  so irrationell  sie on
       first view  1*), doch  so far  2*) richtig: Der Produzent schafft
       zwar im  angegebenen Fall sein eignes surplus value {der Fall ge-
       setzt, daß  er seine Ware zu ihrem Wert verkauft}, oder das ganze
       Produkt vergegenständlicht  nur seine  eigne Arbeit.  Daß er aber
       das ganze Produkt seiner eignen Arbeit  s i c h  s e l b s t  an-
       eignen kann  und nicht von einem dritten master angeeignet <wird>
       der Überschuß  des Werts  seines Produkts über den Durchschnitts-
       preis, f.i. seiner Tagesarbeit, verdankt er nicht seiner Arbeit -
       die ihn  nicht von  andern Arbeitern unterscheidet -, sondern dem
       Besitz der  Produktionsmittel. Es  ist also nur durch Eigentum an
       den letzteren,  daß er  sich seiner  eignen Surplusarbeit bemäch-
       tigt, und  so verhält  er sich als sein eigner Kapitalist zu sich
       selbst als Lohnarbeiter.
       Die   T r e n n u n g   erscheint als  das normale  Verhältnis in
       dieser Gesellschaft. Wo sie also nicht faktisch stattfindet, wird
       sie supponiert  und, wie  eben gezeigt,  so far richtig; denn (im
       Unterschied z.B.  von altrömischen  oder  norwegischen  Zuständen
       oder amerikanischen  im Nordwesten  der United  States) erscheint
       hier die   V e r e i n i g u n g   als  zufällig, die    T r e n-
       n u n g   als  normal,  und  wird  daher  die  Trennung  als  das
       Verhältnis festgehalten,  selbst wenn die Person die verschiednen
       Funktionen vereinigt.  Es tritt  hier sehr  schlagend hervor, daß
       der Kapitalist  als solcher nur Funktion des Kapitals, der Arbei-
       ter Funktion  des Arbeitsvermögens  ist. Es ist dann auch Gesetz,
       daß die  ökonomische Entwicklung  die Funktionen  an verschiedene
       Personen verteilt;  und der Handwerker oder Bauer, der mit seinen
       eignen Produktionsmitteln produziert, wird sich entweder nach und
       nach in  einen kleinen  Kapitalisten verwandeln,  der auch fremde
       Arbeit exploitiert,  oder er wird seiner Produktionsmittel verlu-
       stig  gehn   {dies  mag   zunächst  geschehn,   obgleich  er  ihr
       n o m i n e l l e r  Eigentümer bleibt, wie beim Hypothekenwesen}
       und in einen Lohnarbeiter verwandelt werden. Dies ist die Tendenz
       in der  Gesellschaftsform, worin die kapitalistische Produktions-
       weise vorherrscht.
       -----
       1*) auf den ersten Blick - 2*) soweit
       
       #385# Produktive und unproduktive Arbeit
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       [g) Nebenbestimmung der produktiven Arbeit als Arbeit,
       die sich in materiellem Reichtum realisiert]
       
       Bei Betrachtung  der wesentlichen  Verhältnisse der  kapitalisti-
       schen Produktion  kann also  {da dies  annähernd immer  mehr  ge-
       schieht, das  prinzipielle Ziel  ist und  nur in  diesem Fall die
       Produktivkräfte der  Arbeit zu dem höchsten Punkt entwickelt wer-
       den} unterstellt werden, daß die ganze Welt der Waren, alle Sphä-
       ren der  materiellen Produktion  - der Produktion des materiellen
       Reichtums -  der kapitalistischen  Produktionsweise (formell oder
       real) unterworfen  sind. In  dieser Voraussetzung,  die das limit
       ausdrückt, die sich also stets mehr der exakten Richtigkeit annä-
       hert, sind  alle in der Produktion von Waren beschäftigten Arbei-
       ter Lohnarbeiter, und die Produktionsmittel treten ihnen in allen
       diesen Sphären  als Kapital gegenüber. Es kann dann als Charakte-
       ristisches der  produktiven Arbeiter,  i.e. der Kapital produzie-
       renden Arbeiter, bezeichnet werden, daß ihre Arbeit sich in Waren
       realisiert, <Produkten  der Arbeit>  materiellem Reichtum. Und so
       hätte die produktive Arbeit eine von ihrem entscheidenden Charak-
       teristikum, das gegen den Inhalt der Arbeit durchaus gleichgültig
       und von  ihm unabhängig ist, unterschiedne zweite Nebenbestimmung
       erhalten.
       
       [h) Erscheinungen des Kapitalismus auf dem Gebiet der immateriel-
       len Produktion]
       
       Bei der nichtmateriellen Produktion, selbst wenn sie rein für den
       Austausch betrieben  wird, also  W a r e n  produziert, ist zwei-
       erlei möglich:
       1. Sie  resultiert in   W a r e n,  Gebrauchswerten, die eine von
       den Produzenten  und Konsumenten verschiedne selbständige Gestalt
       besitzen, also in einem Intervall zwischen Produktion und Konsum-
       tion bestehn  können, als  v e r k ä u f l i c h e  W a r e n  in
       diesem Intervall  zirkulieren können,  wie bei Büchern, Gemälden,
       kurz,  allen   Kunstprodukten,  die  von  der  Kunstleistung  des
       exekutierenden  Künstlers  verschieden  sind.  Hier  ist  kapita-
       listische Produktion  nur in  sehr beschränktem  Maße  anwendbar,
       soweit z.B. ein Schriftsteller zu einem gemeinschaftlichen Werk -
       Enzyklopädie z.B. - eine Masse andrer als Handlanger exploitiert.
       ¦¦1330¦ Es  bleibt hier  meistens  bei  der    Ü b e r g a n g s-
       f o r m   zur kapitalistischen  Produktion, daß die verschiedenen
       wissenschaftlichen oder  künstlerischen  Produzenten,  Handwerker
       oder Professionelle,  für ein gemeinschaftliches Kaufmannskapital
       der  Buchhändler   arbeiten,  ein   Verhältnis,   das   mit   der
       eigentlichen kapitalistischen  Produktionsweise nichts zu tun hat
       und selbst formell noch nicht unter sie subsumiert
       
       #386# Beilagen
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       ist. Daß  in diesen  Übergangsformen die  Exploitation der Arbeit
       grade am größten, ändert nichts an der Sache.
       2. Die Produktion  ist nicht  trennbar von  dem Akt des Produzie-
       rens, wie bei allen exekutiven Künstlern, Rednern, Schauspielern,
       Lehrern, Ärzten,  Pfaffen etc.  Auch hier  findet kapitalistische
       Produktionsweise nur  in geringem Umfang statt und kann der Natur
       der Sache  nach nur  in einigen Sphären stattfinden. Z.B. bei Un-
       terrichtsanstalten können  die Lehrer  bloße Lohnarbeiter für den
       Unternehmer der  Unterrichtsanstalt sein,  wie  derartige  Unter-
       richtsfabriken zahlreich  in England existieren. Obgleich sie den
       Schülern gegenüber  keine produktiven  Arbeiter sind, sind sie es
       ihrem Unternehmer  gegenüber. Er  tauscht sein Kapital gegen ihre
       Arbeitsvermögen um  und  bereichert  sich  durch  diesen  Prozeß.
       Ebenso bei Unternehmungen von Theatern, Vergnügungsanstalten usw.
       Dem Publikum  verhält sich  hier der  Schauspieler gegenüber  als
       Künstler, aber  seinem Unternehmer  gegenüber ist  er produktiver
       Arbeiter. Alle  diese Erscheinungen  der kapitalistischen Produk-
       tion auf  diesem Gebiet  sind so  unbedeutend, verglichen mit dem
       Ganzen der  Produktion, daß sie gänzlich unberücksichtigt bleiben
       können.
       
       [i) Das  Problem der  produktiven Arbeit unter dem Gesichtswinkel
       des Gesamtprozesses der materiellen Produktion]
       
       Mit der  Entwicklung der spezifisch kapitalistischen Produktions-
       weise wo  viele Arbeiter  an der Produktion derselben Ware zusam-
       menarbeiten muß  natürlich das  Verhältnis, worin ihre Arbeit un-
       mittelbar zum  Gegenstand der  Produktion steht, sehr verschieden
       sein. Z.B.  die früher erwähnten Handlanger in einer Fabrik [145]
       haben nichts direkt mit der Bearbeitung des Rohstoffs zu tun. Die
       Arbeiter, die  die Aufseher  der direkt mit dieser Bearbeitung zu
       tun Habenden bilden, stehn einen Schritt weiter ab, der Ingenieur
       hat wieder  ein andres  Verhältnis und arbeitet hauptsächlich nur
       mit  seinem   Kopfe  etc.   Aber  das    G a n z e    d i e s e r
       A r b e i t e r,   die Arbeitsvermögen von verschiednem Werte be-
       sitzen, obgleich  die angewandte Masse ziemlich dieselbe Höhe be-
       hauptet, produzieren  das Resultat,  das sich  - das   R e s u l-
       t a t   des bloßen Arbeitsprozesses betrachtet, in  W a r e  oder
       einem  m a t e r i e l l e n  P r o d u k t  ausspricht; und alle
       zusammen, als  Atelier, sind  die  lebendige  Produktionsmaschine
       dieser  P r o d u k t e,  wie sie, den gesamten Produktionsprozeß
       betrachtet, ihre  Arbeit gegen  Kapital austauschen  und das Geld
       der  Kapitalisten   als  Kapital  reproduzieren,  d.h.  als  sich
       verwertenden Wert, sich vergrößernden Wert.
       
       #387# Produktive und unproduktive Arbeit
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       Es ist  ja eben  das Eigentümliche der kapitalistischen Produkti-
       onsweise, die  verschiedenen Arbeiten,  also auch  die Kopf-  und
       Handarbeiten -  oder die Arbeiten, in denen die eine oder die an-
       dre Seite  vorwiegt, - zu trennen und an verschiedene Personen zu
       verteilen, was  jedoch nicht  hindert, daß das materielle Produkt
       das  g e m e i n s a m e  P r o d u k t  dieser Personen ist oder
       ihr gemeinsames  Produkt in  materiellem Reichtum  vergegenständ-
       licht; was  andrerseits ebensowenig hindert oder gar nichts daran
       ändert, daß  das Verhältnis  jeder einzelnen  dieser Personen das
       des Lohnarbeiters  zum Kapital  und in  diesem eminenten Sinn das
       des   p r o d u k t i v e n   A r b e i t e r s   ist. Alle diese
       Personen sind nicht nur  u n m i t t e l b a r  in der Produktion
       von materiellem  Reichtum beschäftigt,  sondern sie tauschen ihre
       Arbeit  u n m i t t e l b a r  gegen das Geld als Kapital aus und
       reproduzieren daher unmittelbar außer ihrem Salair einen Mehrwert
       für den  Kapitalisten. Ihre  Arbeit besteht  aus bezahlter Arbeit
       plus unbezahlter Surplusarbeit.
       
       [k) Die  Transportindustrie als Zweig der materiellen Produktion.
       Die produktive Arbeit in der Transportindustrie]
       
       Außer der  extraktiven Industrie, der Agrikultur und der Manufak-
       tur existiert noch eine vierte Sphäre der materiellen Produktion,
       die auch die verschiednen Stufen des Handwerksbetriebs, des Manu-
       fakturbetriebs und  des mechanischen  Betriebs durchläuft; es ist
       dies die   L o k o m o t i o n s i n d u s t r i e,   sei  es daß
       sie  Menschen   oder  Waren  transportiert.  Das  Verhältnis  der
       p r o d u k t i v e n   A r b e i t,  i.e. des Lohnarbeiters, zum
       Kapital ist  hier ganz dasselbe wie in den andren Sphären der ma-
       teriellen Produktion.  Es wird  hier ferner  an dem Arbeitsgegen-
       stand eine  materielle Veränderung  hervorgebracht - eine räumli-
       che, Ortsveränderung. In bezug auf den Transport von Menschen er-
       scheint dies  nur als ein  D i e n s t,  der ihnen von dem Entre-
       preneur geleistet  wird. Aber  das Verhältnis der Käufer und Ver-
       käufer dieses Diensts hat nichts mit dem Verhältnis der produkti-
       ven Arbeiter  zum Kapital  zu tun,  sowenig wie das der Verkäufer
       und Käufer von Twist.
       Betrachten wir dagegen den Prozeß mit Bezug auf Waren, so ¦¦1331¦
       geht hier  zwar im Arbeitsprozeß eine Veränderung vor mit dem Ar-
       beitsgegenstand, der  Ware. Sein örtliches Dasein wird verändert,
       und damit  geht eine  Änderung in seinem Gebrauchswert vor, indem
       das örtliche  Dasein dieses  Gebrauchswerts verändert  wird. Sein
       Tauschwert wächst  in demselben Maß, wie diese Veränderung seines
       Gebrauchswerts Arbeit erheischt, eine Summe von Arbeit, die teils
       durch die  Abnützung des  konstanten Kapitals bestimmt ist - also
       die Summe der vergegenständlichten Arbeit, die in die
       
       #388# Beilagen
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       Ware 1*)  eingeht -, teils durch die Summe der lebendigen Arbeit,
       wie in dem Verwertungsprozeß aller andren Waren.
       Sobald die  Ware am Ort ihrer Bestimmung angelangt ist, ist diese
       Veränderung, die  mit ihrem Gebrauchswert vorgegangen, verschwun-
       den und drückt sich nur noch in ihrem erhöhten Tauschwert, in der
       Verteuerung der  Ware aus.  Obgleich nun  die reale  Arbeit  hier
       keine Spur  am Gebrauchswert  zurückgelassen hat, ist sie dennoch
       im Tauschwert dieses materiellen Produkts realisiert, und so gilt
       also von  dieser Industrie wie von den andren Sphären der materi-
       ellen Produktion,  daß sie  sich verkörpert in der Ware, obgleich
       sie keine  sichtbare Spur an dem Gebrauchswert der Ware zurückge-
       lassen.
       Wir haben  es hier nur noch mit dem  p r o d u k t i v e n  Kapi-
       tal zu  tun, d.h.  dem in  dem  u n m i t t e l b a r e n  P r o-
       d u k t i o n s p r o z e ß   beschäftigten Kapital.  Wir  kommen
       später zum  Kapital im  Z i r k u l a t i o n s p r o z e ß.  Und
       erst später  bei der  besondern  Gestalt,  die  das  Kapital  als
       m e r k a n t i l e s   K a p i t a l   annimmt, kann  die  Frage
       beantwortet werden,  wieweit die  von ihm  beschäftigten Arbeiter
       produktiv oder nicht produktiv sind. 2*) ¦XXI-1331¦¦
       -----
       1*) In  der Handschrift:  in ihn - 2*) siehe Band 24 unserer Aus-
       gabe, S. 131-153 und Band 25 unserer Ausgabe, S. 292-313

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