Quelle: MEW 26.1 Theorien über den Mehrwert - Erster Teil
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#365#
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Produktivität des Kapitals.
Produktive und unproduktive Arbeit [134]
[a) Alle Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit erscheinen
als Produktivkräfte des Kapitals]
¦¦XXI-1317¦ Wir haben gesehn, nicht nur wie das Kapital produ-
ziert, sondern wie es selbst produziert wird und wie es als ein
wesentlich verändertes Verhältnis aus dem Produktionsprozeß her-
vorgeht, in demselben sich entwickelt. [135] Einerseits gestaltet
es die Produktionsweise um, andrerseits ist diese veränderte Ge-
stalt der Produktionsweise und eine besondre Stufe der Entwick-
lung der materiellen Produktivkräfte die Grundlage und Bedingung
- die Voraussetzung seiner eignen Gestaltung.
Da die lebendige Arbeit - durch den Austausch zwischen Kapital
und Arbeiter - dem Kapital einverleibt ist, als ihm gehörige Tä-
tigkeit erscheint, sobald der Arbeitsprozeß beginnt, stellen sich
alle Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit als Produktiv-
kräfte des Kapitals dar, ganz wie die allgemeine gesellschaftli-
che Form der Arbeit im Geld als Eigenschaft eines Dings er-
scheint. So stellen sich jetzt die Produktivkraft der gesell-
schaftlichen Arbeit und die besondren Formen derselben als Pro-
duktivkräfte und Formen des Kapitals dar, der v e r g e g e n-
s t ä n d l i c h t e n Arbeit, der <objektiven> sachlichen
Arbeitsbedingungen - die als solche verselbständigte Gestalt der
lebendigen Arbeit gegenüber im Kapitalist personifiziert sind. Es
ist hier wieder die Verkehrung des Verhältnisses, als deren
Ausdruck wir schon bei Betrachtung des Geldwesens den F e t i-
s c h i s m u s bezeichnet haben. [136]
Der Kapitalist selbst ist nur Gewalthaber als P e r s o n i-
f i z i e r u n g d e s K a p i t a l s. (In der italienischen
Buchhaltung ist diese seine Rolle als K a p i t a l i s t, als
personifiziertes Kapital, ihm auch beständig gegenübergestellt
als bloße Person, als die er nur als Privatkonsument und
Schuldner seines eignen Kapitals erscheint.)
#366# Beilagen
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Die P r o d u k t i v i t ä t des Kapitals besteht zunächst,
selbst bloß die f o r m e l l e Subsumtion der Arbeit unter das
Kapital betrachtet, in dem Z w a n g z u r S u r p l u s-
a r b e i t, zum Arbeiten über die unmittelbare Bedürftigkeit
hinaus einem Zwang, den die kapitalistische Produktionsweise mit
früherer Produktionsweise teilt, aber in einer der Produktion
günstigeren Weise ausübt, vollbringt.
Selbst dieses bloß formelle Verhältnis betrachtet - die
a l l g e m e i n e Form der kapitalistischen Produktion, die
ihre minder entwickelte Weise mit der mehr entwickelten gemein
hat -, erscheinen die P r o d u k t i o n s m i t t e l, die
s a c h l i c h e n A r b e i t s b e d i n g u n g e n - Ar-
beitsmaterial, Arbeitsmittel (und Lebensmittel) - nicht als dem
Arbeiter subsumiert, sondern er ihnen subsumiert. Er wendet nicht
sie an, sondern sie wenden ihn an. Und dadurch sind sie Kapital.
Kapital e m p l o y s labour 1*). Sie sind nicht Mittel für
ihn, um Produkte zu produzieren, sei es in der Form unmittelbarer
Subsistenzmittel, sei es als Austauschmittel, als Waren. Sondern
er ist ein Mittel für sie, teils um ihren Wert zu erhalten, teils
um ihn zu verwerten, i.e. zu vergrößern, um surplus labour einzu-
saugen.
Schon dies Verhältnis in seiner Einfachheit ist eine Verkehrung,
Personifizierung der Sache und Versachlichung der Person; denn
das unterscheidet diese Form von allen frühren, daß der Kapita-
list nicht in irgendeiner persönlichen Eigenschaft den Arbeiter
beherrscht, sondern daß dies nur, soweit er "Kapital" ist; seine
Herrschaft ist nur die der vergegenständlichten Arbeit über die
lebendige, des Produkts des Arbeiters über den Arbeiter selbst.
Komplizierter aber wird das Verhältnis noch und scheinbar myste-
riöser indem mit der Entwicklung der spezifisch kapitalistischen
Produktionsweise nicht nur diese unmittelbar materiellen Dinge -
alles Produkte der Arbeit; dem Gebrauchswert nach betrachtet
sachliche Arbeitsbedingungen wie Arbeitsprodukte, dem Tauschwert
nach vergegenständlichte allgemeine Arbeitszeit oder Geld - sich
dem Arbeiter gegenüber auf die Hinterfüße stellen und ihm als
"Kapital gegenübertreten, sondern [auch] die Formen der gesell-
schaftlich entwickelten Arbeit, Kooperation, Manufaktur (als Form
der Teilung der Arbeit), Fabrik (als Form der auf Maschinerie als
materieller Basis organisierten gesellschaftlichen Arbeit), als
E n t w i c k l u n g s f o r m e n d e s K a p i t a l s sich
darstellen und daher die aus diesen Formen der gesellschaftlichen
Arbeit entwickelten Produktivkräfte der Arbeit, daher auch Wis-
senschaft und Naturkräfte, als P r o d u k t i v k r ä f t e
d e s K a p i t a l s sich
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1*) wendet Arbeit an
#367# Produktive und unproduktive Arbeit
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darstellen. In der Tat, die Einheit in der Kooperation, die Kom-
bination in der Teilung der Arbeit, die Anwendung der Naturkräfte
und Wissenschaft wie der Produkte der Arbeit in der Maschinerie
zur Produktion - alles dies tritt den einzelnen Arbeitern selbst
so f r e m d und s a c h l i c h gegenüber, als bloße Da-
seinsform der von ihnen unabhängigen und sie beherrschenden Ar-
beitsmittel, wie diese selbst [ihnen] in ihrer einfachen sichtba-
ren Gestalt als Material, Instrument etc., als Funktionen des
K a p i t a l s und daher des K a p i t a l i s t e n.
Die gesellschaftlichen Formen ihrer eignen Arbeit oder die Formen
ihrer eignen ¦¦1318¦ gesellschaftlichen Arbeit sind von den ein-
zelnen Arbeitern ganz unabhängig gebildete Verhältnisse; die Ar-
beiter, als unter das Kapital subsumiert, werden Elemente dieser
gesellschaftlichen Bildungen, aber diese gesellschaftlichen Bil-
dungen gehören nicht ihnen. Sie treten ihnen daher gegenüber als
G e s t a l t e n des Kapitals selbst, als im Unterschied von
ihrem vereinzelten Arbeitsvermögen dem Kapital gehörige, aus ihm
entspringende und ihm einverleibte Kombinationen. Und dies nimmt
um so realere Form an, je mehr einerseits ihr Arbeitsvermögen
selbst durch diese Formen so modifiziert wird, daß es in seiner
Selbständigkeit, also a u ß e r diesem kapitalistischen Zusam-
menhang, ohnmächtig wird, seine selbständige Produktionsfähigkeit
gebrochen wird, andrerseits mit der Entwicklung der Maschinerie
auch technologisch die Bedingungen der Arbeit als die Arbeit
beherrschend erscheinen und zugleich sie ersetzen, unterdrücken,
überflüssig machen in ihren selbständigen Formen.
In diesem Prozeß, worin die g e s e l l s c h a f t l i c h e n
Charaktere ihrer Arbeit ihnen gewissermaßen k a p i t a l i-
s i e r t gegenübertreten - wie z.B. in der Maschinerie die
sichtbaren Produkte der Arbeit als Beherrscher der Arbeit
erscheinen -, findet natürlich dasselbe statt für die Naturkräfte
und die Wissenschaft, das Produkt der allgemeinen geschichtlichen
Entwicklung in ihrer abstrakten Quintessenz - sie treten ihnen
als M ä c h t e des Kapitals gegenüber. Sie trennen sich in der
Tat von dem Geschick und der Kenntnis des einzelnen Arbeiters -
und obgleich sie, an ihrer Quelle betrachtet wieder das Produkt
der Arbeit sind - erscheinen sie überall, wo sie in den
Arbeitsprozeß eintreten, als dem Kapital e i n v e r l e i b t.
Der Kapitalist, der eine Maschine anwendet, braucht sie nicht zu
verstehn. (Sieh Ure.) [137] Aber i n d e r M a s c h i n e
erscheint die realisierte Wissenschaft als K a p i t a l den
Arbeitern gegenüber. Und in der Tat erscheinen alle diese auf
g e s e l l s c h a f t l i c h e A r b e i t begründete
Anwendung von Wissenschaft, Naturkraft und Produkten der Arbeit
in großen Massen ja selbst nur als E x p l o i t a t i o n s-
m i t t e l der Arbeit, als Mittel, Surplusarbeit anzueignen,
daher als dem Kapital
#368# Beilagen
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angehörige K r ä f t e gegenüber der Arbeit. Das Kapital wendet
natürlich alle diese Mittel nur an, um die Arbeit zu exploitie-
ren, aber um sie zu exploitieren, muß es sie auf die Produktion
anwenden. Und so erscheint die Entwicklung der gesellschaftlichen
Produktivkräfte der Arbeit und die Bedingungen dieser Entwicklun-
gen als T a t d e s K a p i t a l s, zu der sich der einzelne
Arbeiter nicht nur passiv verhält, sondern die im Gegensatz zu
ihm vorgehn.
Das Kapital selbst ist doppelt, da es aus Waren besteht:
[1.] T a u s c h w e r t (Geld); aber s i c h v e r w e r-
t e n d e r W e r t, Wert, der dadurch Wert schafft, als
W e r t w ä c h s t, ein Inkrement erhält, daß es W e r t
ist. Dies reduziert sich auf Austausch eines gegebnen Quantums
vergegenständlichter Arbeit gegen ein größres Quantum lebendiger
Arbeit.
[2.] G e b r a u c h s w e r t; und hier erscheint es seinen
bestimmten Verhältnissen im Arbeitsprozeß nach. Aber grade hier
bleibt es nicht bloß <Rohmaterial> Arbeitsmaterial, Arbeitsmit-
tel, denen die A r b e i t gehört, die sich die Arbeit einver-
leibt haben, sondern mit der Arbeit auch ihre gesellschaftlichen
K o m b i n a t i o n e n und die diesen gesellschaftlichen Kom-
binationen entsprechende Entwicklung der Arbeitsmittel. Die kapi-
talistische Produktion entwickelt zuerst im großen - reißt los
von dem einzelnen selbständigen Arbeiter - die Bedingungen des
Arbeitsprozesses, sowohl seine gegenständlichen als subjektiven,
aber entwickelt sie als den e i n z e l n e n A r b e i t e r
beherrschende und ihm f r e m d e Mächte.
So wird das Kapital ein sehr mysteriöses Wesen. ¦1318¦¦ [138]
¦¦1320¦ Das Kapital ist also produktiv:
1. als Z w a n g zur Surplusarbeit;
2. In-sich-Absorbierer und Aneigner (Personifizierung) der Pro-
duktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit und der allgemeinen
gesellschaftlichen Produktivkräfte, wie der Wissenschaft.
Es fragt sich, wie oder wodurch erscheint die Arbeit dem Kapital
gegenüber produktiv oder als p r o d u k t i v e A r b e i t,
da die Produktivkräfte der Arbeit in das Kapital transponiert
sind? Und dieselbe Produktivkraft nicht zweimal zählen kann, ein-
mal als Produktivkraft der Arbeit und das andre Mal als Produk-
tivkraft des Kapitals? {Produktivkraft der Arbeit - Produktiv-
kraft des Kapitals. Aber das A r b e i t s v e r m ö g e n ist
produktiv durch den U n t e r s c h i e d zwischen seinem
W e r t und seiner V e r w e r t u n g.}
[b) Produktive Arbeit im System der kapitalistischen Produktion]
Bloß die bürgerliche Borniertheit, die die kapitalistischen For-
men der Produktion für die absoluten Formen derselben hält - da-
her für ewige
#369# Produktive und unproduktive Arbeit
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Naturformen der Produktion - kann die Frage, was
p r o d u k t i v e A r b e i t vom Standpunkt des Kapitals aus
ist, mit der Frage, welche Arbeit überhaupt produktiv ist oder
was produktive Arbeit überhaupt ist, verwechseln und daher sich
sehr weise dünken in der Antwort, daß jede Arbeit, die überhaupt
etwas produziert, in irgend etwas resultiert, eo ipso 1*) produk-
tive Arbeit ist.
[E r s t e n s:] Nur die Arbeit, d i e s i c h d i r e k t
i n K a p i t a l v e r w a n d e l t, i s t
p r o d u k t i v also nur die Arbeit, die das variable Kapital
als variables setzt und daher = C + Delta [139]. Ist das variable
Kapital vor seinem Austausch mit der Arbeit = x, so daß wir die
Gleichung haben y = x, so ist die Arbeit, die x in x + h verwan-
delt und daher aus y = x macht, y' = x + h, produktive Arbeit.
Dies ist der eine Punkt, der zu erörtern ist. Arbeit, die Mehr-
wert setzt oder dem Kapital als agency 2*) dient, Mehrwert zu
setzen 3*) und daher sich als Kapital, als sich verwertenden Wert
zu setzen.
Z w e i t e n s: Die gesellschaftlichen und allgemeinen Produk-
tivkräfte der Arbeit sind Produktivkräfte des Kapitals; aber
diese Produktivkräfte betreffen nur den Arbeitsprozeß oder berüh-
ren nur den Gebrauchswert. Sie stellen sich dar als Eigenschaf-
ten, die dem Kapital als Ding zukommen, als sein Gebrauchswert.
Sie berühren nicht den T a u s c h w e r t unmittelbar. Ob 100
zusammen oder jeder von den 100 einzeln arbeitet, der W e r t
ihres Produkts ist = 100 Arbeitstagen, ob sie sich in viel oder
wenig Produkten dar stellen, d.h., gleichgültig gegen die Produk-
tivität der Arbeit.
¦¦1321¦ Nur in einer Weise betrifft die verschiedne Produktivität
der Arbeit den Tauschwert.
Entwickelt sich die Produktivität der Arbeit z.B. in einem ein-
zelnen Arbeitszweig - wird z.B. nicht mehr ausnahmsweise mit po-
wer-looms 4*) gewebt statt mit Handwebstühlen und erheischt das
Weben einer Elle mit dem power-loom nur halb die Arbeitszeit als
mit dem hand-loom 5*), so stellen 12 Std. eines hand-loom-wea-
ver's 6*) sich nicht mehr in einem Wert von 12 Std. dar, sondern
in einem von 6, da die n o t w e n d i g e Arbeitszeit jetzt 6
Std. geworden ist. Die 12 Std. des hand-loom-weaver's nur mehr =
6 Std. gesellschaftlicher Arbeitszeit, obgleich er nach wie vor
12 Std. arbeitet.
Aber davon hier nicht die Rede. Nimm dagegen einen andren Produk-
tionszweig, z.B. Schriftsetzen, worin noch keine Maschinerie an-
gewandt wird, so 12 Std. in diesem Zweig ganz soviel W e r t
produzierend, wie 12 Std. in Produktionszweigen, worin die Ma-
schinerie etc. aufs äußerste entwickelt.
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1*) ebendadurch von selbst - 2*) treibende Kraft - 3*) in der
Handschrift: ersetzen - 4*) mechanischen Webstühlen - 5*) Hand-
webstuhl - 6*) Handwebers
#370# Beilagen
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Als W e r t produzierend bleibt die Arbeit daher stets Arbeit
des e i n z e l n e n, nur a l l g e m e i n ausgedrückt. Die
produktive Arbeit - als Wert produzierende Arbeit - steht dem Ka-
pital daher stets als Arbeit des einzelnen Arbeitsvermögens, des
v e r e i n z e l t e n A r b e i t e r s gegenüber, welche ge-
sellschaftlichen Kombinationen diese Arbeiter immer im Produkti-
onsprozeß eingehn mögen. Während so das Kapital dem Arbeiter ge-
genüber die gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit, stellt
die produktive Arbeit des Arbeiters dem Kapital gegenüber immer
nur die Arbeit des v e r e i n z e l t e n A r b e i t e r s
dar.
D r i t t e n s: Wenn es als Natureigenschaft des Kapitals er-
scheint - daher als eine aus seinem Gebrauchswert hervorquellende
Eigenschaft -, Surplusarbeit zu erzwingen und die gesellschaftli-
chen Produktivkräfte der Arbeit sich zu vindizieren, so umgekehrt
als Natureigenschaft 1*) der Arbeit, ihre eignen gesellschaftli-
chen Produktivkräfte als Produktivkräfte des Kapitals zu setzen
und ihr eigenes Surplus[produkt] als Surpluswert, als Selbstver-
wertung des Kapitals.
Diese 3 Punkte nun zu entwickeln und daraus den Unterschied von
produktiver und unproduktiver Arbeit abzuleiten.
a d 1. Die Produktivität des Kapitals besteht darin, die Arbeit
als Lohnarbeit, und die Produktivität der Arbeit, die Arbeitsmit-
tel als Kapital sich gegenüberzusetzen.
Man hat gesehn, daß Geld in Kapital verwandelt wird, d.h. ein be-
stimmter Tauschwert in sich verwertenden Tauschwert, in Wert plus
Mehrwert verwandelt wird dadurch, daß ein Teil desselben in sol-
che Waren verwandelt wird, die der Arbeit als Arbeitsmittel die-
nen (Rohstoff, Instrument, kurz, die sachlichen Arbeitsbedingun-
gen), ein andrer Teil zum Ankauf von Arbeitsvermögen verwandt
wird. Es ist jedoch nicht dieser erste Austausch zwischen dem
Geld und dem Arbeitsvermögen oder der bloße Kauf des letztren,
der das Geld in Kapital verwandelt. Dieser Kauf einverleibt den
use 2*) des Arbeitsvermögens für eine bestimmte Zeit dem Kapital
oder macht bestimmtes Quantum lebendiger Arbeit zu einer der Da-
seinsweisen, sozusagen zur Entelechie des Kapitals selbst.
In dem wirklichen Produktionsprozeß verwandelt sich die lebendige
Arbeit in Kapital, indem sie einerseits den Arbeitslohn reprodu-
ziert - also den Wert des variablen Kapitals -, andrerseits einen
Surpluswert setzt; und durch diesen Verwandlungsprozeß wird die
ganze Geldsumme in Kapital verwandelt, obgleich der Teil dersel-
ben, der unmittelbar variiert, nur der in
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1*) In der Handschrift: Produktivität - 2*) Gebrauch
#371# Produktive und unproduktive Arbeit
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Arbeitslohn ausgelegte ist. War der Wert = c + v, so ist er jetzt
= c + (v + x) was dasselbe ist als = (c + v) + x [140], oder, die
ursprüngliche Geldsumme Wertgröße, hat sich verwertet, ist
zugleich als sich erhaltender und vermehrender Wert gesetzt.
(Dies wohl zu bemerken: Der Umstand, daß nur der v a r i a b l e
T e i l des Kapitals sein Inkrement hervorbringt, ändert absolut
nichts daran, daß vermittelst dieses Prozesses der gesamte ur-
sprüngliche Wert als verwertet [erscheint], um einen Mehrwert
vergrößert ist, daß also die gesamte Originalgeldsumme in Kapital
verwandelt ist. Denn der ursprüngliche Wert = c + v (konstantes
und variables Kapital). Im Prozeß wird er c + (v + x); letztres
der reproduzierte Teil, der durch die Verwandlung der lebendigen
Arbeit in vergegenständlichte entstanden, eine Verwandlung, die
bedingt und eingeleitet ist durch den Austausch von v gegen Ar-
beitsvermögen oder seine Verwandlung in Salair. Aber c + (v + x)
= c + v (dem ursprünglichen Kapital) + x. Außerdem konnte die
Verwandlung von v in v + x, also von (c + v) in (c + v) + x nur
vorgehn, indem ein Teil des Gelds in c verwandelt wird. Der eine
Teil kann sich nur in v a r i a b l e s Kapital verwandeln, in-
dem der andre sich in konstantes Kapital verwandelt.)
In dem wirklichen Produktionsprozeß verwandelt sich die Arbeit
r e a l i t e r in Kapital, aber diese Verwandlung bedingt durch
den ursprünglichen Austausch zwischen Geld und Arbeitsvermögen.
Durch diese u n m i t t e l b a r e Verwandlung von Arbeit in
nicht dem Arbeiter, sondern dem Kapitalisten gehörige v e r-
g e g e n s t ä n d l i c h t e Arbeit wird erst das Geld in
Kapital verwandelt, auch der Teil desselben, der die Form von
Produktionsmitteln, Arbeitsbedingungen erhalten hat. Vorher ist
das Geld, existiere es nun in seiner eignen Form oder in der Form
von Waren (Produkten), die eine Gestalt haben, worin sie als Pro-
duktionsmittel neuer Waren dienen können, nur a n s i c h Ka-
pital.
¦¦1322¦ Dieses bestimmte V e r h ä l t n i s zur Arbeit verwan-
delt Geld oder Ware erst in Kapital, und die Arbeit, die durch
dies ihr Verhältnis zu den Produktionsbedingungen, dem ein be-
stimmtes Verhalten im wirklichen Produktionsprozeß entspricht,
Geld oder Ware in Kapital verwandelt, d.h., die dem Arbeitsvermö-
gen gegenüber verselbständigte g e g e n s t ä n d l i c h e
Arbeit in ihrem Wert erhält und vermehrt, ist p r o d u k-
t i v e Arbeit. Produktive Arbeit ist nur ein abkürzender
Ausdruck für das ganze Verhältnis und Art und Weise, worin das
Arbeitsvermögen im kapitalistischen Produktionsprozeß 1*) fi-
guriert. Die Unterscheidung von a n d r e n Arten der Arbeit
ist aber von der
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1*) In der Handschrift: Produktionsvermögen
#372# Beilagen
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höchsten Wichtigkeit, da sie grade die Formbestimmtheit der Ar-
beit ausdrückt, worauf die gesamte kapitalistische Produktions-
weise und das Kapital selbst beruht.
P r o d u k t i v e A r b e i t ist also solche - im System der
kapitalistischen Produktion -, die M e h r w e r t für ihren
employer 1*) produziert oder die die objektiven Arbeitsbedingun-
gen in Kapital und ihren Besitzer in Kapitalisten verwandelt,
also Arbeit, die ihr eigenes Produkt als Kapital produziert.
Sprechen wir also von p r o d u k t i v e r A r b e i t, so
sprechen wir von g e s e l l s c h a f t l i c h b e s t i m m-
t e r Arbeit, Arbeit, die ein ganz bestimmtes Verhältnis
zwischen dem Käufer und Verkäufer der Arbeit einschließt.
Obgleich nun das im Besitz des Käufers von Arbeitsvermögen be-
findliche Geld - oder als Ware: [in Gestalt] von Produktionsmit-
teln und Lebensmitteln für den Arbeiter - erst Kapital wird durch
den Prozeß - erst in ihm in Kapital verwandelt wird - und daher
diese Dinge vor ihrem Eingehn in den Prozeß nicht Kapital sind,
sondern erst Kapital werden sollen, so sind sie doch an sich Ka-
pital: Sie sind es durch die selbständige Gestalt, worin sie dem
Arbeitsvermögen und das Arbeitsvermögen ihnen gegenübersteht, ein
Verhältnis, das den Austausch mit dem Arbeitsvermögen und den
darauf erfolgenden Prozeß der wirklichen Verwandlung der Arbeit
in Kapital bedingt und sichert. Sie haben von vornherein die
g e s e l l s c h a f t l i c h e B e s t i m m t h e i t den
Arbeitern gegenüber, die sie zu Kapital macht und ihnen das Kom-
mando über die Arbeit gibt. Sie sind daher der Arbeit gegenüber
als Kapital v o r a u s g e s e t z t.
P r o d u k t i v e A r b e i t kann daher als solche
bezeichnet werden, die sich direkt mit dem G e l d a l s
K a p i t a l austauscht oder, was nur ein verkürzter Ausdruck
dafür ist, die sich unmittelbar mit K a p i t a l austauscht,
d.h. mit Geld, das an sich Kapital ist, die Bestimmung hat, als
Kapital zu funktionieren, oder dem Arbeitsvermögen als
K a p i t a l gegenübertritt. In dem Ausdruck Arbeit, die sich
u n m i t t e l b a r mit K a p i t a l austauscht, liegt ein-
geschlossen, daß die Arbeit sich mit dem Geld als K a p i t a l
austauscht, und es actu 2*) in Kapital verwandelt. Was die Be-
stimmung der U n m i t t e l b a r k e i t angeht, so wird sich
das gleich näher ergeben.
Produktive Arbeit ist also solche, die für den Arbeiter nur den
vorher bestimmten Wert seines Arbeitsvermögens reproduziert, da-
gegen als wertschaffende Tätigkeit das Kapital verwertet oder die
von ihr geschaffenen Werte dem Arbeiter selbst als Kapital gegen-
übersetzt.
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1*) Anwender - 2*) wirklich
#373# Produktive und unproduktive Arbeit
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[c) Zwei wesentlich verschiedene Momente beim Austausch zwischen
Kapital und Arbeit]
Bei dem Austausch zwischen Kapital und Arbeit sind, wie wir bei
Betrachtung des Produktionsprozesses [141] sahen, zwei wesentlich
verschiedne, obgleich einander bedingende Momente zu unterschei-
den.
E r s t e n s: Der erste Austausch zwischen Arbeit und Kapital
ist ein f o r m e l l e r P r o z e ß, worin das Kapital als
G e l d und das Arbeitsvermögen als W a r e figuriert. Der
Verkauf des Arbeitsvermögens findet ideell oder juristisch statt
in diesem ersten Prozeß, obgleich die Arbeit erst nach ihrer Ver-
richtung, am Ende des Tags, der Woche etc. b e z a h l t wird.
Dies ändert nichts an dieser Transaktion, worin das Arbeitsvermö-
gen v e r k a u f t wird. Was hier u n m i t t e l b a r ver-
kauft wird, ist nicht eine Ware, worin sich die Arbeit bereits
realisiert hat, sondern der G e b r a u c h d e s A r-
b e i t s v e r m ö g e n s selbst, also faktisch die A r-
b e i t s e l b s t, da der use des Arbeitsvermögens seine
action - Arbeit ist. Es ist also nicht durch Warenaustausch
vermittelter Austausch von Arbeit. Wenn A Stiefel an B verkauft,
so tauschen beide Arbeit aus, der eine im Stiefel, der andre im
Geld realisierte Arbeit. Aber hier wird auf der einen Seite
v e r g e g e n s t ä n d l i c h t e A r b e i t in ihrer all-
gemeinen gesellschaftlichen Form, d.h. als G e l d, ausge-
tauscht gegen die nur noch als V e r m ö g e n e x i s t i e-
r e n d e A r b e i t; und was gekauft wird und verkauft, ist
der Gebrauch dieses Vermögens, also die Arbeit selbst, obgleich
der W e r t der verkauften Ware nicht der Wert der Arbeit (ein
irrationeller Ausdruck), sondern der W e r t des Arbeitsvermö-
gens ist. Es findet also unmittelbarer Austausch statt zwischen
v e r g e g e n s t ä n d l i c h t e r Arbeit und A r-
b e i t s v e r m ö g e n, das sich d e f a c t o auflöst in
lebendige Arbeit; also zwischen vergegenständlichter Arbeit und
lebendiger Arbeit. Das Salair - der Wert des Arbeitsvermögens -
stellt sich daher dar, wie früher entwickelt, als unmittelbarer
Kaufpreis, P r e i s d e r A r b e i t. [142]
In diesem ersten Moment ist das Verhältnis von Arbeiter und Kapi-
talist das von Verkäufer und Käufer von Ware. Der Kapitalist
zahlt den W e r t des Arbeitsvermögens, also den W e r t der
Ware, die er kauft.
Zugleich aber wird das Arbeitsvermögen nur gekauft, weil die Ar-
beit, die es leisten kann und sich zu leisten verpflichtet, grö-
ßer ist als die Arbeit, die zur Reproduktion seines Arbeitsvermö-
gens erheischt ist und sich daher in einem größeren Wert dar-
stellt als der Wert des Arbeitsvermögens.
¦¦1323¦ Z w e i t e n s: Das zweite Moment des A u s-
t a u s c h s von Kapital und Arbeit hat in der Tat nichts mit
dem ersten zu tun, ist strenggenommen gar kein A u s-
t a u s c h.
#374# Beilagen
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In dem ersten Moment findet Austausch von Geld und Ware statt -
von Äquivalenten -, und Arbeiter und Kapitalist stehen sich nur
als Warenbesitzer gegenüber. Es werden Äquivalente ausgetauscht.
(D.h., es ändert nichts an dem Verhältnis, w a n n sie ausge-
tauscht werden; und ob der Preis der Arbeit ü b e r oder
u n t e r dem W e r t des Arbeitsvermögens steht oder ihm
g l e i c h ist, ändert nichts an der Transaktion. Sie k a n n
also nach dem allgemeinen Gesetz des Warenaustauschs stattfin-
den.)
In dem zweiten Moment findet gar kein Austausch statt. Der Geld-
besitzer hat aufgehört, Käufer von Ware, und der Arbeiter, Ver-
käufer von Ware zu sein. Der Geldbesitzer funktioniert jetzt als
Kapitalist. Er konsumiert die Ware, die er gekauft hat, und der
Arbeiter liefert sie, da der Gebrauch seines Arbeitsvermögens
seine Arbeit selbst ist. Durch die frühe Transaktion ist die
A r b e i t selbst Teil des gegenständlichen Reichtums geworden.
Der Arbeiter verrichtet sie, aber sie g e h ö r t dem Kapital
und ist nur noch eine Funktion desselben. Sie geschieht daher di-
rekt unter seiner Kontrolle und Direktion; und das Produkt, worin
sie sich vergegenständlicht, ist die neue Gestalt, worin das Ka-
pital erscheint oder worin es sich vielmehr actu als Kapital
v e r w i r k l i c h t. In diesem Prozeß v e r g e g e n-
s t ä n d l i c h t sich die Arbeit daher direkt, verwandelt
sich u n m i t t e l b a r in Kapital, nachdem sie bereits
f o r m e l l dem Kapital durch die erste Transaktion ein-
verleibt ist. Und zwar verwandelt sich hier m e h r Arbeit in
Kapital, als früher Kapital im Ankauf des Arbeitsvermögens
ausgelegt wurde. Es wird in diesem Prozeß ein Teil unbezahlter
Arbeit angeeignet, und nur dadurch verwandelt sich das Geld in
Kapital.
Obgleich nun hier in der Tat kein Austausch stattfindet, ist,
wenn man von den Vermittlungen absieht, das Resultat, daß sich im
Prozeß - beide Momente zusammengefaßt - ein bestimmtes Quantum
vergegenständlichter Arbeit gegen ein größres Quantum lebendiger
Arbeit ausgetauscht hat, was sich im Resultat des Prozesses so
ausdrückt, daß die Arbeit, die sich in seinem Produkt vergegen-
ständlicht hat 1*), > als die Arbeit, die im Arbeitsvermögen ver-
gegenständlicht, und daher > als die vergegenständlichte Arbeit,
die dem Arbeiter gezahlt wird, oder daß in dem wirklichen Prozeß
der Kapitalist nicht nur den Teil des Kapitals, den er in Ar-
beitslohn ausgelegt hat, zurückerhält, also erhält, sondern einen
Surpluswert, der ihm nichts kostet. Der u n m i t t e l b a r e
Austausch von Arbeit gegen Kapital bedeutet hier: 1. die unmit-
telbare Verwandlung der Arbeit in Kapital, [in einen] gegenständ-
lichen Bestandteil des Kapitals im Produktionsprozeß; 2. den
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1*) In der Handschrift: vergrößert
#375# Produktive und unproduktive Arbeit
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Austausch eines bestimmten Quantums vergegenständlichter Arbeit
gegen dasselbe Quantum lebendiger Arbeit plus einem Surplusquan-
tum lebendiger Arbeit, das o h n e A u s t a u s c h ange-
eignet wird.
Der Ausdruck, daß p r o d u k t i v e A r b e i t solche Ar-
beit ist, die sich u n m i t t e l b a r mit K a p i t a l
austauscht, umfaßt alle diese Momente, und ist nur eine abgelei-
tete Formel dafür, daß es A r b e i t i s t, die Geld in Kapi-
tal verwandelt, die sich mit den Produktionsbedingungen als
K a p i t a l austauscht, sich also keineswegs zu ihnen als ein-
fachen Produktionsbedingungen, die sich zu den Produktionsbedin-
gungen nicht als A r b e i t schlechthin, ohne spezifische so-
ziale Bestimmtheit, verhält.
Es schließt dies ein: 1. das Verhältnis von Geld und Arbeitsver-
mögen als Waren gegeneinander, Kauf und Verkauf zwischen dem
Geldbesitzer und dem Besitzer des Arbeitsvermögens; 2. die di-
rekte Subsumtion der Arbeit unter das Kapital; 3. die reelle Ver-
wandlung der Arbeit in Kapital im Produktionsprozeß oder, was
dasselbe ist, die Schöpfung des Mehrwerts für das Kapital. Es
findet z w e i e r l e i A u s t a u s c h v o n A r b e i t
u n d K a p i t a l statt. Der erste drückt bloß den Kauf des
Arbeitsvermögens und daher actu der Arbeit und daher ihres Pro-
dukts aus. Der zweite die direkte Verwandlung lebendiger Arbeit
in Kapital oder ihre Vergegenständlichung als Verwirklichung des
Kapitals.
[d) Der spezifische Gebrauchswert der produktiven Arbeit für das
Kapital]
Das Resultat des kapitalistischen Produktionsprozesses ist weder
ein bloßes Produkt (Gebrauchswert) noch W a r e, d.h. Ge-
brauchswert, der einen bestimmten Tauschwert hat. Sein Resultat,
sein Produkt ist Schöpfung des M e h r w e r t s für das Kapi-
tal und daher faktische V e r w a n d l u n g von Geld oder
Ware in Kapital, was sie vor dem Produktionsprozeß bloß der
Intention nach, an sich, ihrer Bestimmung nach sind. In dem Pro-
duktionsprozeß wird mehr Arbeit eingesaugt, als gekauft ist, und
dies Einsaugen, ¦¦1324¦ A n e i g n e n fremder unbezahlter Ar-
beit, das im Produktionsprozeß vollbracht wird, ist der
u n m i t t e l b a r e Z w e c k des kapitalistischen Produk-
tionsprozesses; denn was das Kapital als Kapital (daher der Kapi-
talist als Kapitalist) produzieren will, ist weder unmittelbar
Gebrauchswert zum Selbstkonsum noch Ware, um sie erst in Geld und
später in Gebrauchswert zu verwandeln. Sein Zweck ist die
B e r e i c h e r u n g, die V e r w e r t u n g d e s W e r-
t e s, seine V e r g r ö ß e r u n g, also das Erhalten des
alten Wertes und Schaden von Mehrwert. Und dies
s p e z i f i s c h e P r o d u k t des kapitalistischen Pro-
duktionsprozesses erreicht es nur im Austausch mit der Arbeit,
die daher p r o d u k t i v e A r b e i t heißt.
#376# Beilagen
-----
Die Arbeit, damit sie W a r e produziert, muß nützliche Arbeit
sein, einen G e b r a u c h s w e r t produzieren, sich in ei-
nem G e b r a u c h s w e r t darstellen. Und nur Arbeit, die
sich in W a r e darstellt, also in Gebrauchswerten, ist daher
Arbeit, womit sich Kapital austauscht. Dies ist selbstverständli-
che Voraussetzung. Aber es ist nicht dieser konkrete Charakter
der Arbeit, ihr Gebrauchswert als solcher- daß sie also z.B.
Schneiderarbeit, Schusterarbeit, Spinnen, Weben etc. -, was ihren
spezifischen Gebrauchswert für das Kapital bildet, sie daher zur
p r o d u k t i v e n A r b e i t im System der kapitalisti-
schen Produktion stempelt. Was ihren s p e z i f i s c h e n
G e b r a u c h s w e r t für das Kapital bildet, ist nicht ihr
bestimmter nützlicher Charakter, sowenig wie die besondren nütz-
lichen Eigenschaften des Produkts, worin sie sich vergegenständ-
licht. Sondern ihr Charakter als das schöpferische Element des
Tauschwerts, abstrakte Arbeit, und zwar nicht, daß sie überhaupt
ein bestimmtes Quantum dieser allgemeinen Arbeit vorstellt, son-
dern ein größres Quantum, als in ihrem Preis, d.h. dem W e r t
d e s A r b e i t s v e r m ö g e n s, e n t h a l t e n ist.
Der Gebrauchswert des Arbeitsvermögens ist für es eben der Über-
schuß der Quantität Arbeit, die es liefert über die Quantität Ar-
beit, die in ihm selbst vergegenständlicht und daher zu seiner
Reproduktion erheischt ist. Sie liefert dieses Quantum natürlich
i n d e r b e s t i m m t e n F o r m, die ihr als besondrer
nützlicher Arbeit zukommt, als Spinnarbeit, Webarbeit etc. Aber
dieser ihr konkreter Charakter, der sie überhaupt befähigt, sich
in Ware darzustellen, ist nicht ihr s p e z i f i s c h e r
G e b r a u c h s w e r t für das Kapital. Für es besteht dieser
in ihrer Qualität als Arbeit überhaupt und in der Differenz des
Arbeitsquantums, das sie leistet über dem Arbeitsquantum, das sie
kostet.
Eine bestimmte Geldsumme x wird dadurch Kapital, daß sie sich in
ihrem Produkt als x + h darstellt; d.h., daß das Quantum Arbeit,
das in ihr als Produkt enthalten ist, größer ist als das Quantum
Arbeit, das ursprünglich in ihr enthalten war. Und dies ist das
Resultat des Austauschs zwischen dem Geld und der produktiven Ar-
beit, oder, nur die Arbeit ist p r o d u k t i v, die vergegen-
ständlichte Arbeit befähigt, im Austausch mit ihr sich als ein
vergrößertes Quantum vergegenständlichter Arbeit darzustellen.
Der kapitalistische Produktionsprozeß ist daher auch nicht bloß
die Produktion von Waren. Er ist ein Prozeß, der unbezahlte
Arbeit absorbiert, Material und Arbeitsmittel - die Produktions-
mittel - zu Mitteln der Absorption unbezahlter Arbeit macht.
Aus dem Bisherigen geht hervor, daß p r o d u k t i v e
A r b e i t zu sein eine Bestimmung der Arbeit ist, die zunächst
absolut nichts zu tun hat mit dem b e s t i m m t e n
I n h a l t der Arbeit, ihrer besondren Nützlichkeit oder dem
eigentümlichen Gebrauchswert, worin sie sich darstellt.
#377# Produktive und unproduktive Arbeit
-----
D i e s e l b e Sorte Arbeit kann p r o d u k t i v oder
u n p r o d u k t i v sein.
Z.B. Milton, who did the "Paradise Lost" for 5 l. 1*) war ein
u n p r o d u k t i v e r A r b e i t e r. Der Schriftsteller
dagegen, der Fabrikarbeit für seinen Buchhändler liefert, ist ein
p r o d u k t i v e r A r b e i t e r. Milton produzierte das
"Paradise Lost" aus demselben Grund, aus dem ein Seidenwurm Seide
produziert. Es war eine Betätigung seiner Natur. Er verkaufte
später das Produkt für 5 l. Aber der Leipziger Literaturproleta-
rier, der unter Direktion seines Buchhändlers Bücher (z.B. Kom-
pendien der Ökonomie) fabriziert, ist ein p r o d u k t i v e r
A r b e i t e r; denn sein Produkt ist von vornherein unter das
Kapital subsumiert und findet nur zu dessen Verwertung statt.
Eine Sängerin, die auf ihre eigene Faust ihren Gesang verkauft,
ist ein u n p r o d u k t i v e r A r b e i t e r. Aber die-
selbe Sängerin, von einem entrepreneur engagiert, der sie singen
läßt, um Geld zu machen, ist ein p r o d u k t i v e r
A r b e i t e r; denn sie produziert Kapital.
[e) Unproduktive Arbeit als Arbeit, die Dienste leistet; Kauf von
Dienstleistungen unter den Bedingungen des Kapitalismus. Vulgäre
Auffassung des Verhältnisses von Kapital und Arbeit als eines
Austauschs von Dienstleistungen]
¦¦1325¦ Es sind hier verschiedne Fragen zu unterscheiden.
Ob ich eine Hose kaufe oder ob ich Tuch kaufe und einen Schnei-
dergesellen ins Haus nehme, dem ich seinen D i e n s t (i.e.
seine Schneiderarbeit), dieses Tuch in Hose zu verwandeln, zahle,
ist für mich, soweit es nur um die Hose zu tun, völlig gleichgül-
tig. Ich kaufe die Hose von dem merchant-tailor 2*), statt in der
letztren Art zu operieren, weil die letztre Art teuer ist und die
Hose weniger Arbeit kostet, daher wohlfeiler ist, wenn der capi-
talist-tailor sie produziert, als wenn ich sie in der letztren
Weise produzieren lasse. Aber in beiden Fällen verwandle ich das
Geld, womit ich die Hose kaufe, nicht in Kapital, sondern in
Hose, und in beiden Fällen handelt es sich für mich darum, das
Geld als bloßes Zirkulationsmittel zu brauchen, d.h., es in die-
sen bestimmten Gebrauchswert zu verwandeln. Hier fungiert das
Geld also nicht als Kapital, obgleich es in dem einen Fall gegen
W a r e sich austauscht, in dem andren die A r b e i t selbst
als W a r e kauft. Es funktioniert nur als Geld und bestimmter
als Zirkulationsmittel.
Andrerseits ist der Schneidergeselle k e i n p r o d u k-
t i v e r A r b e i t e r, obgleich seine Arbeit mir das
Produkt, die Hose, und ihm den Preis seiner Arbeit, das
-----
1*) der das "Verlorene Paradies" für 5 Pfund Sterling schrieb -
2*) Schneider (mit einem Stoff- und Kleiderlager)
#378# Beilagen
-----
Geld liefert. Es ist möglich, daß das Arbeitsquantum, das der Ge-
selle liefert größer ist als das in dem Preis, den er von mir er-
hält, enthaltne. Und dies ist sogar wahrscheinlich, da der Preis
seiner Arbeit bestimmt ist durch den Preis, den die
p r o d u k t i v e n Schneidergesellen erhalten. Aber dies ist
mir völlig gleichgültig. Ob er 8 oder 10 Stunden arbeitet, nach-
dem einmal der Preis festgesetzt, ist mir ganz indifferent. Das,
worum es sich nur handelt, ist der G e b r a u c h s w e r t,
die Hose, wobei ich natürlich, ob ich sie in der einen oder and-
ren Weise kaufe, das Interesse habe, möglichst wenig dafür zu
zahlen, aber in dem einen Fall nicht mehr oder minder als in dem
andren, oder nur ihren n o r m a l e n P r e i s f ü r s i e
z u z a h l e n. Es ist dies eine A u s g a b e für meine
Konsumtion, keine Vermehrung, sondern eine Verminderung meines
Gelds. Es ist durchaus kein Mittel der Bereicherung, sowenig wie
irgendeine andre Art, Geld für meinen persönlichen Konsum auszu-
geben, ein Mittel der Bereicherung ist.
Einer der s a v a n t s 1*) des Paul de Kock mag mir sagen, daß
ich ohne diesen Kauf, wie ohne den Kauf von Brot, nicht leben,
also auch nicht mich b e r e i c h e r n kann, daß es also ein
indirektes Mittel oder wenigstens eine Bedingung für meine Be-
reichrung ist. In derselben Art wie mein Blutumlauf, mein Atem-
prozeß Bedingungen für meine Bereicherung. Aber deswegen berei-
chert mich an und für sich weder mein Blutumlauf noch mein Atem-
prozeß, die beide vielmehr einen kostspieligen Stoffwechsel vor-
aussetzen, ohne dessen Notwendigkeit es keine armen Teufel gäbe.
Der bloße u n m i t t e l b a r e Austausch von Geld gegen Ar-
beit verwandelt daher nicht das Geld in Kapital oder die Arbeit
in produktive Arbeit.
Was ist nun das Charakteristische in diesem Austausch? Wodurch
unterscheidet [er] sich vom Austausch des Gelds mit produktiver
Arbeit? Einerseits dadurch, daß das G e l d a l s G e l d
verausgabt wird, als selbständige Form des Tauschwerts, der in
einen G e b r a u c h s w e r t, in Lebensmittel, Gegenstand
der persönlichen Konsumtion, verwandelt werden soll. Das Geld
wird also nicht zu Kapital, sondern, umgekehrt, verliert sein Da-
sein als Tauschwert, um als Gebrauchswert verzehrt, aufgezehrt zu
werden. Andrerseits hat für mich die Arbeit bloß Interesse als
Gebrauchswert, als D i e n s t, wodurch Tuch in Hose verwandelt
wird, der Dienst, den mir ihr bestimmter nützlicher Charakter
leistet.
Dagegen besteht der Dienst, den derselbe Schneidergeselle, von
einem merchant-tailor verwendet, diesem Kapitalisten leistet,
keineswegs darin, daß er Tuch in Hosen verwandelt, sondern darin,
daß die notwendige Arbeitszeit,
-----
1*) Gelehrten
#379# Produktive und unproduktive Arbeit
-----
die in einer Hose vergegenständlicht ist, = 12 Arbeitsstunden und
der Lohn, den der Geselle erhält, = 6 Stunden. Der Dienst, den er
ihm leistet, besteht also darin, daß er 6 Stunden umsonst arbei-
tet. Daß dies in Form von Hosenmacherei geschieht,
v e r s t e c k t nur das wirkliche Verhältnis. Sobald der mer-
chant-tailor kann, sucht er die Hosen daher wieder in Geld zu
verwandeln, d.h. in eine Form, worin der bestimmte Charakter der
Schneiderarbeit gänzlich verschwunden ist und worin der gelei-
stete Dienst sich daher so ausdrückt, daß statt Arbeitszeit von 6
Std., die ¦¦1326¦ sich in einer bestimmten Geldsumme ausdrückt,
Arbeitszeit von 12 Std. vorhanden ist, die sich in der doppelten
Geldsumme ausdrückt.
Ich kaufe die Schneiderarbeit wegen des Dienstes, den sie als
S c h n e i d e r a r b e i t leistet, mein Bedürinis der Klei-
dung zu befriedigen, daher einem meiner B e d ü r f n i s s e
zu dienen. Der merchant-tailor kauft sie als ein Mittel, aus 1
Taler zwei zu machen. Ich kaufe sie, weil sie einen bestimmten
Gebrauchswert produziert, einen bestimmten Dienst leistet. Er
kauft sie, weil sie mehr Tauschwert liefert, als sie kostet, als
ein bloßes Mittel, weniger Arbeit mit mehr Arbeit auszutauschen.
Wo der Austausch des Geldes direkt gegen Arbeit stattfindet, ohne
daß letztre Kapital produziert, also n i c h t p r o d u k-
t i v e Arbeit ist, wird sie als D i e n s t gekauft, was
überhaupt nichts als ein Ausdruck für den besondren Gebrauchswert
ist, den die Arbeit leistet wie jede andere Ware; aber
spezifischer Ausdruck für den besondren Gebrauchswert der Arbeit,
soweit diese nicht als S a c h e Dienste leistet, sondern als
T ä t i g k e i t, was sie jedoch keineswegs z.B. von einer
Maschine unterscheidet, z.B. einer Uhr. Do ut facias, facio ut
facias, facio ut des, do ut des [143] sind hier ganz gleich-
gültige Formen desselben Verhältnisses, während in der kapitali-
stischen Produktion das do ut facias ein sehr spezifisches Ver-
hältnis des gegenständlichen Werts, der gegeben, und der lebendi-
gen Tätigkeit, die akkapariert wird, ausdrückt. Weil also in die-
sem Kaufen von Diensten das spezifische Verhältnis von Arbeit und
Kapital gar nicht enthalten, entweder völlig ausgelöscht oder gar
nicht vorhanden ist, ist es natürlich die Lieblingsform der Say,
Bastiat und Konsorten, um das V e r h ä l t n i s v o n
K a p i t a l u n d A r b e i t auszudrücken.
Wie der W e r t dieser Dienste reguliert wird und wie dieser
W e r t selbst durch die Gesetze des Arbeitslohns bestimmt wird,
ist eine Frage, die mit der Untersuchung über das vorliegende
Verhältnis nichts zu tun hat und in das Kapitel vom Arbeitslohn
gehört.
Es ergibt sich, daß weder der bloße Austausch von Geld gegen Ar-
beit die letztere in p r o d u k t i v e A r b e i t verwan-
delt, daß andrerseits der I n h a l t dieser Arbeit zunächst
gleichgültig ist.
#380# Beilagen
-----
Der Arbeiter selbst kann Arbeit kaufen, i.e. Waren, die in der
Form von Diensten geleistet werden, und die Verausgabung seines
Salairs in solchen Diensten ist eine Verausgabung desselben, die
sich durchaus nicht von der Verausgabung seines Salairs in ir-
gendwelchen andern Waren unterscheidet. Die Dienste, die er
kauft, mögen mehr oder minder notwendig sein, z.B. der Dienst ei-
nes Arztes oder eines Pfaffen, ganz wie er Brot oder Schnaps kau-
fen kann. Als Käufer - i.e. Repräsentant von Geld gegen Ware -
befindet sich der Arbeiter ganz in derselben Kategorie wie der
Kapitalist, wo er nur als Käufer auftritt, d.h., es sich nur
darum handelt, das Geld in die Form von Ware zu übersetzen. Wie
der Preis dieser Dienste bestimmt wird und welches Verhältnis er
zum eigentlichen Arbeitslohn hat, wiefern er durch die Gesetze
des letztren reguliert wird, wiefern nicht, sind Fragen, die in
einer Abhandlung über den Arbeitslohn zu betrachten und für die
jetzige Untersuchung ganz gleichgültig sind.
Wenn so der bloße Austausch von Geld und Arbeit letztre nicht in
p r o d u k t i v e A r b e i t verwandelt oder, was dasselbe
ist, erstres nicht in Kapital, so erscheint auch der
I n h a l t, der konkrete Charakter, die besondere Nützlichkeit
der Arbeit zunächst gleichgültig, wie wir eben gesehn, daß die-
selbe Arbeit desselben Schneidergesellen in dem einen Fall als
produktiv erscheint, in dem anderen nicht.
Gewisse D i e n s t l e i s t u n g e n oder die G e-
b r a u c h s w e r t e, Resultate gewisser Tätigkeiten oder
Arbeiten, verkörpern sich in W a r e n, andre dagegen lassen
kein handgreifliches, von der Person selbst u n t e r-
s c h i e d n e s Resultat zurück; oder ihr Resultat ist keine
v e r k a u f b a r e W a r e. Z.B. der Dienst, den mir ein
Sänger leistet, befriedigt mein ästhetisches Bedürfnis, aber was
ich genieße, existiert nur in einer von dem Sänger selbst
untrennbaren Aktion, und sobald seine Arbeit, das Singen, am Ende
ist, ist auch mein Genuß am Ende: Ich genieße die Tätigkeit
selbst - ihre Reverberation auf mein Ohr. Diese Dienste selbst,
wie die Ware, die ich kaufe, können notwendige sein oder nur
notwendig scheinen, z.B. der Dienst eines Soldaten oder Arztes
oder Advokaten, oder sie können Dienste sein, die mir Genüsse
gewähren. Dies ändert an ihrer ökonomischen Bestimmtheit nichts.
Wenn ich gesund bin und den Arzt nicht brauche oder das Glück
habe, keine Prozesse führen zu müssen, so vermeide ich es wie die
Pest, Geld in ärztlichen oder juristischen Dienstleistungen aus-
zulegen.
¦¦1328¦ [144] Die D i e n s t e können auch aufgedrungen sein,
B e a m t e n d i e n s t e etc.
Wenn ich den Dienst eines Lehrers kaufe, nicht um meine Fähigkei-
ten zu entwickeln, sondern um mir Vermögen zu erwerben, mit dem
ich Geld
#381# Produktive und unproduktive Arbeit
-----
verdienen kann - oder wenn andre für mich diesen Lehrer kaufen -
und wenn ich wirklich etwas lerne, was an und für sich von der
Zahlung des Dienstes ganz unabhängig ist, so gehören diese Lern-
kosten ganz wie meine Unterhalts, kosten zu den Produktionskosten
meines Arbeitsvermögens. Aber die besondere Nützlichkeit dieses
Dienstes ä n d e r t an dem ö k o n o m i s c h e n Verhält-
nis nichts; es ist kein Verhältnis, worin ich Geld in Kapital
verwandle oder wodurch der Dienstverrichter, der Lehrer, mich in
s e i n e n K a p i t a l i s t e n, his master, verwandelt. Es
ist daher auch ganz gleichgültig für die ö k o n o m i s c h e
B e s t i m m t h e i t dieses Verhältnisses, ob der Arzt mich
kuriert, der Lehrer erfolgreich in seinem Unterricht ist, der Ad-
vokat meinen Prozeß gewinnt. Was gezahlt wird, ist die Dienstlei-
stung als solche, deren Resultat ihrer Natur nach von dem Dienst-
leistenden nicht garantiert werden kann. Ein großer Teil der
D i e n s t e gehört in die K o n s u m t i o n s k o s t e n
von Waren, wie Köchin, Magd etc.
Es ist das Charakteristische aller u n p r o d u k t i v e n
A r b e i t e n, daß sie nur in demselben Verhältnis zu Gebot
stehen - wie der Kauf aller andern Waren zur Konsumtion -, in dem
ich p r o d u k t i v e A r b e i t e r exploitiere. Von allen
Personen hat der p r o d u k t i v e A r b e i t e r daher das
geringste Kommando über die D i e n s t l e i s t u n g e n
unproduktiver Arbeiter, obgleich am meisten zu zahlen für die un-
freiwilligen Dienste (Staat, Steuern). Umgekehrt aber wächst
meine Macht, p r o d u k t i v e A r b e i t e r anzuwenden,
durchaus nicht in dem Verhältnis, wie ich u n p r o d u k-
t i v e A r b e i t e r anwende, sondern nimmt umgekehrt in
demselben Verhältnis ab.
Die p r o d u k t i v e n A r b e i t e r selbst können mir
gegenüber u n p r o d u k t i v e A r b e i t e r sein. Z.B.
wenn ich mein Haus tapezieren lasse und diese Tapezierer Lohnar-
beiter eines masters sind, der mir diese Verrichtung verkauft, so
ist es für mich dasselbe, als wenn ich ein tapeziertes Haus gek-
auft hätte, Geld gegen eine Ware zu meinem Konsum verausgabt
hätte; aber für den master, der diese Arbeiter tapezieren läßt,
sind sie produktive Arbeiter, denn sie produzieren ihm Mehrwert.
¦1328¦¦
¦¦1333¦ Wie sehr vom Standpunkt der kapitalistischen Produktion
der Arbeiter n i c h t p r o d u k t i v ist, der zwar ver-
käufliche Ware produziert - aber bloß bis zum Betrag seines eige-
nen Arbeitsvermögens, also keinen Mehrwert für das Kapital -,
sieht man schon aus den Stellen von Ricardo, daß die very exi-
stence of such people a nuisance 1*) ist [125]. Dies ist Theorie
und Praxis des Kapitals.
-----
1*) bloße Existenz solcher Leute ein Übelstand
#382# Beilagen
-----
"Sowohl die Theorie in bezug auf das Kapital als auch d i e
P r a x i s, d i e A r b e i t a n d e m P u n k t z u
s t o p p e n, wo sie über die Erhaltungskosten des Arbeiters
hinaus einen P r o f i t für den Kapitalisten produzieren kann,
scheinen im Gegensatz zu den natürlichen Gsetzen zu stehen, die
die Produktion regeln." (Th. Hodgskin, "Pop. Polit. Econ.", Lond.
1827, p. 238.) ¦1333¦¦
¦¦1336¦ P r o d u k t i o n s p r o z e ß d e s
K a p i t a l s. Wir haben gesehn: Dieser Produktionsprozeß ist
nicht nur Produktionsprozeß von W a r e n, sondern Produktions-
prozeß von s u r p l u s v a l u e, Absorption von Surplusar-
beit und daher Produktionsprozeß von Kapital. Der erste formelle
Austauschakt von Geld und Arbeit oder Kapital und Arbeit ist nur
der M ö g l i c h k e i t nach Aneignung fremder lebendiger Ar-
beit durch vergegenständlichte Arbeit. Der wirkliche Aneignungs-
prozeß geht erst im wirklichen Produktionsprozeß vor, der jene
erste formelle Transaktion - worin Kapitalist und Arbeiter sich
als b l o ß e W a r e n b e s i t z e r gegenüber, als Käufer
und Verkäufer zueinander verhalten als vergangne hinter sich lie-
gen hat. Weswegen alle Vulgärökonomen bei jener ersten formellen
Transaktion stehnbleiben - so Bastiat -, gerade um das spezifi-
sche Verhältnis wegzuschwindeln. In dem Austausch von Geld mit
unproduktiver Arbeit zeigt sich der Unterschied schlagend. Hier
tauschen sich Geld und Arbeit n u r als Ware gegeneinander aus.
Statt daß dieser Austausch dabei Kapital bildet, ist er die
V e r a u s g a b u n g v o n R e v e n u e. ¦1336¦¦
[f) Die Arbeit der Handwerker und Bauern in der kapitalistischen
Gesellschaft]
¦¦1328¦ Wie verhält es sich aber dann mit selbständigen Handwer-
kern oder Bauern, die keine Arbeiter anwenden, also nicht als Ka-
pitalisten produzieren? Entweder, wie stets im Fall der Bauern
{aber z.B. nicht eines Gärtners, den ich mir ins Haus nehme},
sind sie W a r e n p r o d u z e n t e n, und ich kaufe die
W a r e von ihnen, wobei es z.B. nichts ändert, daß der Handwer-
ker sie auf Bestellung liefert, der Bauer sein supply 1*) nach
dem Maße seiner Mittel liefert. In diesem Verhältnis treten sie
mir als Verkäufer von Waren nicht als Verkäufer von Arbeit entge-
gen, und dies Verhältnis hat also mit dem Austausch von Kapital
und Arbeit nichts zu tun, also auch nicht mit dem Unterschied von
p r o d u k t i v e r u n d u n p r o d u k t i v e r A r-
b e i t, der bloß darauf beruht, ob die Arbeit gegen Geld als
Geld oder gegen Geld als Kapital ausgetauscht wird. Sie gehören
daher weder in die Kategorie der p r o d u k t i v e n noch der
u n p r o d u k t i v e n A r b e i t e r, obgleich sie Produ-
zenten von Waren sind.
-----
1*) Angebot
#383# Produktive und unproduktive Arbeit
-----
Aber ihre Produktion ist nicht unter die kapitalistische Produk-
tionsweise subsumiert.
Es ist möglich, daß diese Produzenten, die mit eignen Produkti-
onsmitteln arbeiten, nicht nur ihr Arbeitsvermögen reproduzieren,
sondern Mehrwert schaffen, indem ihre Position ihnen erlaubt,
ihre eigne Surplusarbeit oder einen Teil derselben (indem ein
Teil ihnen unter der Form von Steuern etc. weggenommen wird) sich
anzueignen. Und hier tritt uns eine Eigentümlichkeit entgegen,
die charakteristisch ist für eine Gesellschaft, in der eine Be-
stimmtheit der Produktionsweise vorherrscht, obgleich noch nicht
alle Produktionsverhältnisse derselben unterworfen sind. In der
feudalen Gesellschaft z.B., wie man am besten in England studie-
ren kann, weil hier das System des Feudalismus fertig von der
Normandie eingeführt und seine Form einer in vielen Rücksichten
verschiedenen Gesellschaftsunterlage aufgeprägt wurde, erhalten
auch die Verhältnisse einen feudalen Ausdruck, die dem Wesen des
Feudalismus fernstehn, z.B. bloße Geldverhältnisse, worin es sich
in keiner Weise um wechselseitige persönliche Dienste von Su-
zerain und Vasall handelt. Fiktion z.B., daß der kleine Bauer
sein Gut als Lehn besitzt.
Ganz so in der kapitalistischen Produktionsweise. Der unabhängige
Bauer oder Handwerker wird in zwei Personen zerschnitten.
"In den kleinen Betrieben ist d e r U n t e r n e h m e r oft
sein eigener A r b e i t e r." (Storch. t. I, Petersb. Ausg.,
p. 242.)
Als Besitzer der Produktionsmittel ist er Kapitalist, als Arbei-
ter ist er sein eigner Lohnarbeiter. Er zahlt sich also sein Sa-
lair als Kapitalist und zieht seinen Profit aus seinem Kapital,
d.h., er exploitiert sich selbst als Lohnarbeiter und zahlt sich
in dem surplus value den Tribut, den die Arbeit dem Kapital
schuldet. Vielleicht zahlt er sich noch einen dritten Teil als
Grundbesitzer (Rente), ganz wie wir später sehen werden 1*), daß
der industrielle Kapitalist, wenn er mit eignem ¦¦1329¦ Kapital
arbeitet, sich selbst Zins zahlt und dies als etwas betrachtet,
was er sich nicht als industrieller Kapitalist, sondern qua Kapi-
talist schlechthin schuldet.
Die <ö k o n o m i s c h e> g e s e l l s c h a f t l i c h e
B e s t i m m t h e i t der Produktionsmittel in der kapitali-
stischen Produktion - so daß sie ein bestimmtes P r o d u k-
t i o n s v e r h ä l t n i s ausdrücken - ist so zusammenge-
wachsen mit, und in der Vorstellungsweise der bürgerlichen
Gesellschaft so unzertrennlich von dem materiellen Dasein dieser
Produktionsmittel als Produktionsmittel, daß jene
-----
1*) Siehe Band 25 unserer Ausgabe, S. 383-395
#384# Beilagen
-----
Bestimmtheit (kategorische Bestimmtheit) auch da angewandt wird,
wo ihr das Verhältnis direkt widerspricht. Die Produktionsmittel
werden nur Kapital, soweit sie als selbständige Macht der Arbeit
gegenüber verselbständigt sind. Im angegebenen Fall ist der Pro-
duzent - der Arbeiter - Besitzer, Eigentümer seiner Produktions-
mittel. Sie sind also nicht Kapital, sowenig wie er ihnen gegen-
über Lohnarbeiter. Nichtsdestoweniger werden sie als Kapital auf-
gefaßt, und er selbst in sich gespalten, so daß er als Kapitalist
sich selbst als Lohnarbeiter anwendet.
In der Tat ist diese Darstellungsweise, so irrationell sie on
first view 1*), doch so far 2*) richtig: Der Produzent schafft
zwar im angegebenen Fall sein eignes surplus value {der Fall ge-
setzt, daß er seine Ware zu ihrem Wert verkauft}, oder das ganze
Produkt vergegenständlicht nur seine eigne Arbeit. Daß er aber
das ganze Produkt seiner eignen Arbeit s i c h s e l b s t an-
eignen kann und nicht von einem dritten master angeeignet <wird>
der Überschuß des Werts seines Produkts über den Durchschnitts-
preis, f.i. seiner Tagesarbeit, verdankt er nicht seiner Arbeit -
die ihn nicht von andern Arbeitern unterscheidet -, sondern dem
Besitz der Produktionsmittel. Es ist also nur durch Eigentum an
den letzteren, daß er sich seiner eignen Surplusarbeit bemäch-
tigt, und so verhält er sich als sein eigner Kapitalist zu sich
selbst als Lohnarbeiter.
Die T r e n n u n g erscheint als das normale Verhältnis in
dieser Gesellschaft. Wo sie also nicht faktisch stattfindet, wird
sie supponiert und, wie eben gezeigt, so far richtig; denn (im
Unterschied z.B. von altrömischen oder norwegischen Zuständen
oder amerikanischen im Nordwesten der United States) erscheint
hier die V e r e i n i g u n g als zufällig, die T r e n-
n u n g als normal, und wird daher die Trennung als das
Verhältnis festgehalten, selbst wenn die Person die verschiednen
Funktionen vereinigt. Es tritt hier sehr schlagend hervor, daß
der Kapitalist als solcher nur Funktion des Kapitals, der Arbei-
ter Funktion des Arbeitsvermögens ist. Es ist dann auch Gesetz,
daß die ökonomische Entwicklung die Funktionen an verschiedene
Personen verteilt; und der Handwerker oder Bauer, der mit seinen
eignen Produktionsmitteln produziert, wird sich entweder nach und
nach in einen kleinen Kapitalisten verwandeln, der auch fremde
Arbeit exploitiert, oder er wird seiner Produktionsmittel verlu-
stig gehn {dies mag zunächst geschehn, obgleich er ihr
n o m i n e l l e r Eigentümer bleibt, wie beim Hypothekenwesen}
und in einen Lohnarbeiter verwandelt werden. Dies ist die Tendenz
in der Gesellschaftsform, worin die kapitalistische Produktions-
weise vorherrscht.
-----
1*) auf den ersten Blick - 2*) soweit
#385# Produktive und unproduktive Arbeit
-----
[g) Nebenbestimmung der produktiven Arbeit als Arbeit,
die sich in materiellem Reichtum realisiert]
Bei Betrachtung der wesentlichen Verhältnisse der kapitalisti-
schen Produktion kann also {da dies annähernd immer mehr ge-
schieht, das prinzipielle Ziel ist und nur in diesem Fall die
Produktivkräfte der Arbeit zu dem höchsten Punkt entwickelt wer-
den} unterstellt werden, daß die ganze Welt der Waren, alle Sphä-
ren der materiellen Produktion - der Produktion des materiellen
Reichtums - der kapitalistischen Produktionsweise (formell oder
real) unterworfen sind. In dieser Voraussetzung, die das limit
ausdrückt, die sich also stets mehr der exakten Richtigkeit annä-
hert, sind alle in der Produktion von Waren beschäftigten Arbei-
ter Lohnarbeiter, und die Produktionsmittel treten ihnen in allen
diesen Sphären als Kapital gegenüber. Es kann dann als Charakte-
ristisches der produktiven Arbeiter, i.e. der Kapital produzie-
renden Arbeiter, bezeichnet werden, daß ihre Arbeit sich in Waren
realisiert, <Produkten der Arbeit> materiellem Reichtum. Und so
hätte die produktive Arbeit eine von ihrem entscheidenden Charak-
teristikum, das gegen den Inhalt der Arbeit durchaus gleichgültig
und von ihm unabhängig ist, unterschiedne zweite Nebenbestimmung
erhalten.
[h) Erscheinungen des Kapitalismus auf dem Gebiet der immateriel-
len Produktion]
Bei der nichtmateriellen Produktion, selbst wenn sie rein für den
Austausch betrieben wird, also W a r e n produziert, ist zwei-
erlei möglich:
1. Sie resultiert in W a r e n, Gebrauchswerten, die eine von
den Produzenten und Konsumenten verschiedne selbständige Gestalt
besitzen, also in einem Intervall zwischen Produktion und Konsum-
tion bestehn können, als v e r k ä u f l i c h e W a r e n in
diesem Intervall zirkulieren können, wie bei Büchern, Gemälden,
kurz, allen Kunstprodukten, die von der Kunstleistung des
exekutierenden Künstlers verschieden sind. Hier ist kapita-
listische Produktion nur in sehr beschränktem Maße anwendbar,
soweit z.B. ein Schriftsteller zu einem gemeinschaftlichen Werk -
Enzyklopädie z.B. - eine Masse andrer als Handlanger exploitiert.
¦¦1330¦ Es bleibt hier meistens bei der Ü b e r g a n g s-
f o r m zur kapitalistischen Produktion, daß die verschiedenen
wissenschaftlichen oder künstlerischen Produzenten, Handwerker
oder Professionelle, für ein gemeinschaftliches Kaufmannskapital
der Buchhändler arbeiten, ein Verhältnis, das mit der
eigentlichen kapitalistischen Produktionsweise nichts zu tun hat
und selbst formell noch nicht unter sie subsumiert
#386# Beilagen
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ist. Daß in diesen Übergangsformen die Exploitation der Arbeit
grade am größten, ändert nichts an der Sache.
2. Die Produktion ist nicht trennbar von dem Akt des Produzie-
rens, wie bei allen exekutiven Künstlern, Rednern, Schauspielern,
Lehrern, Ärzten, Pfaffen etc. Auch hier findet kapitalistische
Produktionsweise nur in geringem Umfang statt und kann der Natur
der Sache nach nur in einigen Sphären stattfinden. Z.B. bei Un-
terrichtsanstalten können die Lehrer bloße Lohnarbeiter für den
Unternehmer der Unterrichtsanstalt sein, wie derartige Unter-
richtsfabriken zahlreich in England existieren. Obgleich sie den
Schülern gegenüber keine produktiven Arbeiter sind, sind sie es
ihrem Unternehmer gegenüber. Er tauscht sein Kapital gegen ihre
Arbeitsvermögen um und bereichert sich durch diesen Prozeß.
Ebenso bei Unternehmungen von Theatern, Vergnügungsanstalten usw.
Dem Publikum verhält sich hier der Schauspieler gegenüber als
Künstler, aber seinem Unternehmer gegenüber ist er produktiver
Arbeiter. Alle diese Erscheinungen der kapitalistischen Produk-
tion auf diesem Gebiet sind so unbedeutend, verglichen mit dem
Ganzen der Produktion, daß sie gänzlich unberücksichtigt bleiben
können.
[i) Das Problem der produktiven Arbeit unter dem Gesichtswinkel
des Gesamtprozesses der materiellen Produktion]
Mit der Entwicklung der spezifisch kapitalistischen Produktions-
weise wo viele Arbeiter an der Produktion derselben Ware zusam-
menarbeiten muß natürlich das Verhältnis, worin ihre Arbeit un-
mittelbar zum Gegenstand der Produktion steht, sehr verschieden
sein. Z.B. die früher erwähnten Handlanger in einer Fabrik [145]
haben nichts direkt mit der Bearbeitung des Rohstoffs zu tun. Die
Arbeiter, die die Aufseher der direkt mit dieser Bearbeitung zu
tun Habenden bilden, stehn einen Schritt weiter ab, der Ingenieur
hat wieder ein andres Verhältnis und arbeitet hauptsächlich nur
mit seinem Kopfe etc. Aber das G a n z e d i e s e r
A r b e i t e r, die Arbeitsvermögen von verschiednem Werte be-
sitzen, obgleich die angewandte Masse ziemlich dieselbe Höhe be-
hauptet, produzieren das Resultat, das sich - das R e s u l-
t a t des bloßen Arbeitsprozesses betrachtet, in W a r e oder
einem m a t e r i e l l e n P r o d u k t ausspricht; und alle
zusammen, als Atelier, sind die lebendige Produktionsmaschine
dieser P r o d u k t e, wie sie, den gesamten Produktionsprozeß
betrachtet, ihre Arbeit gegen Kapital austauschen und das Geld
der Kapitalisten als Kapital reproduzieren, d.h. als sich
verwertenden Wert, sich vergrößernden Wert.
#387# Produktive und unproduktive Arbeit
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Es ist ja eben das Eigentümliche der kapitalistischen Produkti-
onsweise, die verschiedenen Arbeiten, also auch die Kopf- und
Handarbeiten - oder die Arbeiten, in denen die eine oder die an-
dre Seite vorwiegt, - zu trennen und an verschiedene Personen zu
verteilen, was jedoch nicht hindert, daß das materielle Produkt
das g e m e i n s a m e P r o d u k t dieser Personen ist oder
ihr gemeinsames Produkt in materiellem Reichtum vergegenständ-
licht; was andrerseits ebensowenig hindert oder gar nichts daran
ändert, daß das Verhältnis jeder einzelnen dieser Personen das
des Lohnarbeiters zum Kapital und in diesem eminenten Sinn das
des p r o d u k t i v e n A r b e i t e r s ist. Alle diese
Personen sind nicht nur u n m i t t e l b a r in der Produktion
von materiellem Reichtum beschäftigt, sondern sie tauschen ihre
Arbeit u n m i t t e l b a r gegen das Geld als Kapital aus und
reproduzieren daher unmittelbar außer ihrem Salair einen Mehrwert
für den Kapitalisten. Ihre Arbeit besteht aus bezahlter Arbeit
plus unbezahlter Surplusarbeit.
[k) Die Transportindustrie als Zweig der materiellen Produktion.
Die produktive Arbeit in der Transportindustrie]
Außer der extraktiven Industrie, der Agrikultur und der Manufak-
tur existiert noch eine vierte Sphäre der materiellen Produktion,
die auch die verschiednen Stufen des Handwerksbetriebs, des Manu-
fakturbetriebs und des mechanischen Betriebs durchläuft; es ist
dies die L o k o m o t i o n s i n d u s t r i e, sei es daß
sie Menschen oder Waren transportiert. Das Verhältnis der
p r o d u k t i v e n A r b e i t, i.e. des Lohnarbeiters, zum
Kapital ist hier ganz dasselbe wie in den andren Sphären der ma-
teriellen Produktion. Es wird hier ferner an dem Arbeitsgegen-
stand eine materielle Veränderung hervorgebracht - eine räumli-
che, Ortsveränderung. In bezug auf den Transport von Menschen er-
scheint dies nur als ein D i e n s t, der ihnen von dem Entre-
preneur geleistet wird. Aber das Verhältnis der Käufer und Ver-
käufer dieses Diensts hat nichts mit dem Verhältnis der produkti-
ven Arbeiter zum Kapital zu tun, sowenig wie das der Verkäufer
und Käufer von Twist.
Betrachten wir dagegen den Prozeß mit Bezug auf Waren, so ¦¦1331¦
geht hier zwar im Arbeitsprozeß eine Veränderung vor mit dem Ar-
beitsgegenstand, der Ware. Sein örtliches Dasein wird verändert,
und damit geht eine Änderung in seinem Gebrauchswert vor, indem
das örtliche Dasein dieses Gebrauchswerts verändert wird. Sein
Tauschwert wächst in demselben Maß, wie diese Veränderung seines
Gebrauchswerts Arbeit erheischt, eine Summe von Arbeit, die teils
durch die Abnützung des konstanten Kapitals bestimmt ist - also
die Summe der vergegenständlichten Arbeit, die in die
#388# Beilagen
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Ware 1*) eingeht -, teils durch die Summe der lebendigen Arbeit,
wie in dem Verwertungsprozeß aller andren Waren.
Sobald die Ware am Ort ihrer Bestimmung angelangt ist, ist diese
Veränderung, die mit ihrem Gebrauchswert vorgegangen, verschwun-
den und drückt sich nur noch in ihrem erhöhten Tauschwert, in der
Verteuerung der Ware aus. Obgleich nun die reale Arbeit hier
keine Spur am Gebrauchswert zurückgelassen hat, ist sie dennoch
im Tauschwert dieses materiellen Produkts realisiert, und so gilt
also von dieser Industrie wie von den andren Sphären der materi-
ellen Produktion, daß sie sich verkörpert in der Ware, obgleich
sie keine sichtbare Spur an dem Gebrauchswert der Ware zurückge-
lassen.
Wir haben es hier nur noch mit dem p r o d u k t i v e n Kapi-
tal zu tun, d.h. dem in dem u n m i t t e l b a r e n P r o-
d u k t i o n s p r o z e ß beschäftigten Kapital. Wir kommen
später zum Kapital im Z i r k u l a t i o n s p r o z e ß. Und
erst später bei der besondern Gestalt, die das Kapital als
m e r k a n t i l e s K a p i t a l annimmt, kann die Frage
beantwortet werden, wieweit die von ihm beschäftigten Arbeiter
produktiv oder nicht produktiv sind. 2*) ¦XXI-1331¦¦
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1*) In der Handschrift: in ihn - 2*) siehe Band 24 unserer Aus-
gabe, S. 131-153 und Band 25 unserer Ausgabe, S. 292-313
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