Quelle: MEW 26.1 Theorien über den Mehrwert - Erster Teil


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       #354#
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       [Ergänzung zum Kapitel über die Physiokraten]
       
       [a) Ergänzende Bemerkung über das Tableau Économique]
       
       ¦¦XXIII-1433¦
       
               Productives         Propriétaires   Stériles
       
               2 milliards----+     2 milliards    +--1 milliard
                              ¦     ¦         ¦    ¦
               1 milliard-----¦-----+         ¦    ¦
                              ¦               +----¦--1 milliard
               1 milliard-----¦--------------------+  ¦
                           +--¦-----------------------+
               1 milliard--+  +-----------------------1 milliard
       
               Dépenses annuelles 1*)
               2 milliards
       
       Total   5 milliards                      Total 2  milliards
       
       Dies die einfachste Form des  T a b l e a u  É c o n o m i q u e.
       [118]
       1.  G e l d z i r k u l a t i o n   (vorausgesetzt, es  werde nur
       jährlich gezahlt).  Die Geldzirkulation geht aus von der spending
       class 2*), den propriétaires, die keine Waren zu verkaufen haben,
       kaufen, ohne zu verkaufen.
       Sie kaufen  für 1 milliard von den Produktiven, denen sie 3*) die
       milliard  Geld  für  Zahlung  der  Rente  zurückschicken.  (Damit
       zugleich über  1/5 des  agricultural produce verfügt.) Sie kaufen
       für 1  milliard von  den stériles, denen also 1 milliard Geld zu-
       fließt. (Damit über 1/2 des Manufakturprodukts verfügt.) Die sté-
       riles kaufen mit der 1 milliard Lebensmittel von den Produktiven,
       denen damit  wieder 1  milliard in Geld zurückfließt. (Damit über
       ein
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       1*) jährliche  Auslagen -  2*) ausgebenden  Klasse -  3*) in  der
       Handschrift: die ihnen
       
       #355# Ergänzung zum Kapitel über die Physiokraten
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       zweites 1/5  des agricultural  produce verfügt.)  Die productives
       kaufen   mit    derselben   milliard    Geld   für   1   milliard
       Manufakturprodukte, womit  sie die Hälfte ihrer avances ersetzen.
       (Damit über  das zweite  1/2 des  manufacturing produce verfügt.)
       Die stériles  kaufen ¦¦1434¦  mit derselben  milliard  Geld  Roh-
       stoffe. (Damit über 1 andres 1/5 des Agrikulturprodukts verfügt.)
       Die [2] Milliarden Geld so zurückgeströmt zu den productives.
       Es bleiben  so 2/5  für agricultural  produce. 1/5 in natura ver-
       zehrt, aber  das zweite  1/5, worin  akkumuliert? Das  ist später
       vorzuführen. [101]
       2. Selbst von  Q u e s n a y s  Standpunkt aus, wonach in der Tat
       die ganze  Klasse der  stériles nur  Lohnarbeiter sind, sieht man
       aus dem  T a b l e a u  schon die Falschheit der Voraussetzungen.
       Bei den  productives sind die  a v a n c e s  p r i m i t i v e s
       (capital fixe)  1*) vorausgesetzt als 5mal der Betrag der avances
       annuelles 2*).  Bei den  stériles wird  dieses Item gar nicht er-
       wähnt, was es natürlich nicht daran verhindert, zu existieren.
       Ferner falsch,  daß die  Reproduktion = 5 milliards. Sie ist nach
       dem Tableau  selbst =  7 milliards;  5 auf seiten der productives
       und 2 auf seiten der stériles.
       
       [b) Rückfall  der Physiokraten  in das Merkantilsystem. Forderung
       nach freier Konkurrenz]
       
       Das Produkt  der stériles = 2 milliards. Dies Produkt zusammenge-
       setzt aus  1 milliard  Rohstoffen (die  also teils in das Produkt
       eingehn, teils den déchet 3*) der in den Wert des Produkts einge-
       gangenen Maschinerie  ersetzen) und  1 milliard Lebensmittel, die
       in ihrer Bearbeitung verzehrt worden sind.
       Dieses ganze Produkt verkaufen sie an propriétaires und producti-
       ves 4*),  um  e r s t e n s  den avance (in Rohstoffen) zu erset-
       zen,   z w e i t e n s   Agrikulturlebensmittel zu  erhalten.  Es
       bleibt also  kein   D e u t   d e r    M a n u f a k t u r p r o-
       d u k t e   für ihren  eignen Konsum,  und noch weniger Zins oder
       Profit. Das sieht zwar Baudeau (oder [Le] Trosne) ein und erklärt
       die Sache, daß die steriles ihr Produkt  ü b e r  seinem  W e r t
       verkaufen, also  was sie  zu 2  milliards verkaufen = 2 milliards
       minus x  ist. Der  Profit und  sogar ihr  Konsum  an  notwendigen
       Lebensmitteln   in    Manufakturwaren   wird   also   nur   durch
       E r h ö h u n g   des   P r e i s e s   der   W a r e n   ü b e r
       i h r e n     W e r t     erklärt.  [119]  Und  hier  fallen  die
       Physiokraten also  notwendig in  das Merkantilsystem  zurück, den
       p r o f i t  u p o n  a l i e n a t i o n  5*).
       Daher so sehr nötig die freie Konkurrenz unter den manufacturers,
       damit sie  die productives,  die agriculturists,  nicht  zu  sehr
       übers Ohr hauen.
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       1*) ursprünglichen  Vorschüsse (fixes  Kapital) -  2*) jährlichen
       Vorschüsse -  3*) Verschleiß - 4*) in der Handschrift: stériles -
       5*) Veräußerungsprofit
       
       #356# Beilagen
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       Andrerseits diese  freie Konkurrenz nötig, damit das agricultural
       produce zu   "b o n   prix" 1*) verkauft wird, d.h. durch Verkauf
       ins Ausland  ü b e r  seinen native price 2*) steigt, da ein Land
       vorausgesetzt, which exports wheat etc. 3*)
       
       [c) Quesnay:  Keine wirkliche  Vermehrung des  Wertes  beim  Aus-
       tausch]
       
       "Jeder Kauf  ist Verkauf,  und jeder Verkauf ist Kauf." (Quesnay.
       "Dialogues sur  le commerce et sur les travaux des artisans etc."
       éd. Daire  [120], p.  170.) "Kaufen  heißt Verkauf  und verkaufen
       heißt Kauf."  (Quesnay bei Dupont de Nemours "Origine etc.- 1767,
       p. 392). [121]
       "D e r   P r e i s  g e h t  i m m e r  d e n  K ä u f e n  u n d
       V e r k ä u f e n   v o r a u s.  Wenn die Konkurrenz der Verkäu-
       fer und  Käufer keine Veränderung herbeiführt, besteht er, so wie
       er ist,  aus anderen,  vom Handel  u n a b h ä n g i g e n  Grün-
       den." (p. 148.) [122]
       "Es ist  immer anzunehmen, daß er" (échange 4*)) "für alle beide"
       (contractants 5*)) "gewinnbringend ist; denn sie verschaffen sich
       gegenseitig den Genuß von Reichtümern, die sie nur durch den Aus-
       tausch erlangen  können. Aber  stets handelt  es sich  nur um den
       Austausch von  Reichtümern, die   e i n e n   b e s t i m m t e n
       W e r t   haben, gegen  andere Reichtümer  von    g l e i c h e m
       W e r t,  und folglich  n i c h t  u m  w i r k l i c h e  V e r-
       m e h r u n g   v o n   R e i c h t ü m e r n"   (sollte  heißen:
       point d'augmentation réelle de valeur 6*)). (l.c.p. 197.) [123]
       A v a n c e s   u n d  K a p i t a l  ausdrücklich als identisch.
       A k k u m u l a t i o n  d e r  K a p i t a l i e n  als Hauptbe-
       dingung.
       "D i e   V e r m e h r u n g   d e r   K a p i t a l i e n  i s t
       a l s o   d a s   H a u p t m i t t e l,  die Arbeit  z u  v e r-
       m e h r e n,     und  der     g r ö ß t e    N u t z e n    d e r
       G e s e l l s c h a f t"   usw. (Quesnay  bei Dupont  de Nemours,
       l.c.p. 391.) [124]} ¦XXIII-1434¦¦
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       1*) "gutem Preis" - 2*) einheimischen Preis - 3*) das Weizen usw.
       exportiert -  4*) Austausch  - 5*)  Kontrahenten -  6*) nicht  um
       wirkliche Vermehrung von Wert

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