Quelle: MEW 26.1 Theorien über den Mehrwert - Erster Teil


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       [ZWEITES KAPITEL]
       Die Physiokraten
       
       [1. Verlegung  der Untersuchung  über den  Ursprung des Mehrwerts
       aus der  Sphäre der  Zirkulation in  die Sphäre der unmittelbaren
       Produktion. Die Grundrente als ein Form des Mehrwerts]
       
       Die Analyse des  K a p i t a l s,  innerhalb des bürgerlichen Ho-
       rizonts, gehört  wesentlich den  Physiokraten. Dies Verdienst ist
       es, das  sie zu  den eigentlichen  Vätern der  modernen  Ökonomie
       macht. Erstens  die Analyse der verschiednen gegenständlichen Be-
       standteile, in  denen das  Kapital während  des  Arbeitsprozesses
       existiert und  sich auseinanderlegt.  Den Physiokraten  kann  man
       nicht zum  Vorwurf machen,  daß sie,  wie alle  ihre  Nachfolger,
       diese gegenständlichen  Daseinsweisen, wie  Instrument,  Rohstoff
       etc., getrennt  von den gesellschaftlichen Bedingungen, worin sie
       in der kapitalistischen Produktion erscheinen, kurz, in der Form,
       worin sie  Elemente des Arbeitsprozesses überhaupt sind, unabhän-
       gig von seiner gesellschaftlichen Form, als Kapital auffassen und
       damit die kapitalistische Form der Produktion zu einer ewigen Na-
       turform derselben  machen. Für  sie erscheinen notwendig die bür-
       gerlichen Formen der Produktion als die Naturformen derselben. Es
       war ihr großes Verdienst, daß sie diese Formen als physiologische
       Formen der Gesellschaft auffaßten: als aus der Naturnotwendigkeit
       der Produktion selbst hervorgehende Formen, die von Willen, Poli-
       tik usw.  unabhängig sind. Es sind materielle Gesetze; der Fehler
       nur, daß  das materielle Gesetz einer bestimmten historischen Ge-
       sellschaftsstufe als abstraktes, alle Gesellschaftsformen gleich-
       mäßig beherrschendes Gesetz aufgefaßt wird.
       Außer dieser  Analyse der gegenständlichen Elemente, in denen das
       Kapital innerhalb  des Arbeitsprozesses  besteht,  bestimmen  die
       Physiokraten
       
       #13# Die Physiokraten
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       die Formen,  die das  Kapital in der Zirkulation annimmt (capital
       fixe, capital  circulant 1*), wenn bei ihnen auch noch mit andren
       Namen), und Oberhaupt den Zusammenhang zwischen dem Zirkulations-
       prozeß und  Reproduktionsprozeß des Kapitals. Darauf zurückzukom-
       men im Kapitel über die Zirkulation. [15]
       In diesen beiden Hauptpunkten hat A. Smith die Hinterlassenschaft
       der Physiokraten angetreten. Sein Verdienst - in dieser Beziehung
       - beschränkt  sich auf  Fixierung der  abstrakten Kategorien, fe-
       stere Taufnamen, die er den von den Physiokraten analysierten Un-
       terschieden gibt.
       ¦¦223¦ Grundlage für die Entwicklung der kapitalistischen Produk-
       tion ist,  wie wir  sahen [16],    ü b e r h a u p t,    daß  das
       A r b e i t s v e r m ö g e n   als die  den Arbeitern angehörige
       W a r e     den  Arbeitsbedingungen   als  im   Kapital  an  sich
       f e s t h a l t e n d e n  und von ihnen unabhängig existierenden
       Waren gegenübertritt.  Als Ware ist die Bestimmung des  W e r t s
       des Arbeitsvermögens  wesentlich. Dieser  Wert ist gleich der Ar-
       beitszeit, die  erheischt ist,  um die  zur Reproduktion  des Ar-
       beitsvermögens notwendigen  Lebensmittel zu erzeugen, oder gleich
       dem Preis der zur Existenz des Arbeiters als Arbeiter notwendigen
       Lebensmittel. Nur  auf dieser  Grundlage tritt Differenz zwischen
       dem Wert und der Verwertung des Arbeitsvermögens ein, eine Diffe-
       renz, die bei keiner andren Ware existiert, da der Gebrauchswert,
       also auch  der Gebrauch  keiner andren  Ware, ihren  T a u s c h-
       w e r t   oder die  aus ihr  resultierenden  Tauschwerte  erhöhen
       kann. Grundlage also für die moderne Ökonomie, deren Geschäft die
       Analyse  der   kapitalistischen  Produktion  ist,  den  Wert  des
       Arbeitsvermögens als etwas Fixes, als gegebne Größe - was er auch
       praktisch  in  jedem  bestimmten  Fall  ist  -  aufzufassen.  Das
       M i n i m u m   des Salairs  bildet daher  richtig die  Achse der
       physiokratischen Lehre.  Diese Festsetzung war ihnen möglich, ob-
       gleich sie  die Natur des Werts selbst noch nicht erkannt hatten,
       weil dieser   W e r t    d e s    A r b e i t s v e r m ö g e n s
       sich in  dem Preis  der notwendigen  Lebensmittel, daher in einer
       Summe bestimmter  Gebrauchswerte darstellt.  Ohne über  die Natur
       des Werts  überhaupt klar zu sein, konnten sie daher den Wert des
       Arbeitsvermögens, soweit  es zu  ihren Untersuchungen  nötig war,
       als eine  bestimmte Größe  auffassen. Wenn sie ferner darin fehl-
       ten, daß  sie dies  M i n i m u m  als eine unveränderliche Größe
       auffaßten, die  bei ihnen  ganz von der Natur bestimmt ist, nicht
       von der  historischen Entwicklungsstufe, die selbst eine Bewegun-
       gen unterworfne Größe ist, so ändert dies an der abstrakten Rich-
       tigkeit ihrer Schlüsse nichts, da die Differenz zwischen dem Wert
       und der Verwertung
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       1*) fixes Kapital, zirkulierendes Kapital
       
       #14# Zweites Kapitel
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       des Arbeitsvermögens  durchaus nicht  davon abhängt,  ob man  den
       Wert groß oder klein annimmt.
       Die Physiokraten  haben die  Untersuchung über  den Ursprung  des
       Mehrwerts aus der Sphäre der Zirkulation in die Sphäre der unmit-
       telbaren Produktion  selbst verlegt  und damit  die Grundlage zur
       Analyse der kapitalistischen Produktion gelegt.
       Ganz richtig stellen sie den Fundamentalsatz auf, daß nur die Ar-
       beit     p r o d u k t i v    ist,  die  einen    M e h r w e r t
       schafft, in  deren Produkt  also ein  höherer Wert enthalten ist,
       als die  Summe der Werte beträgt, die während der Produktion die-
       ses Produkts  aufgezehrt wurden. Da nun der Wert von Rohstoff und
       Material gegeben  ist, der Wert des Arbeitsvermögens aller gleich
       dem Minimum des Salairs, so kann dieser Mehrwert offenbar nur be-
       stehn in dem Überschuß der Arbeit, die der Arbeiter dem Kapitali-
       sten zurückgibt  über das Quantum Arbeit hinaus, das er in seinem
       Salair empfängt. In dieser Form erscheint er allerdings nicht bei
       den Physiokraten,  weil sie  den Wert  überhaupt noch  nicht  auf
       seine   e i n f a c h e   S u b s t a n z,  Arbeitsquantität oder
       Arbeitszeit, reduziert 1*) haben.
       ¦¦224¦ Ihre  Darstellungsweise ist  natürlich notwendig  bestimmt
       durch ihre allgemeine Auffassung von der Natur des Werts, der bei
       ihnen nicht  eine bestimmte  gesellschaftliche  Daseinsweise  der
       menschlichen Tätigkeit  (Arbeit) ist,  sondern aus Stoff besteht,
       aus Erde,  Natur  und  den  verschiedenen  Modifikationen  dieses
       Stoffs.
       Die Differenz  zwischen dem   W e r t   des  Arbeitsvermögens und
       seiner   V e r w e r t u n g   - also  der Mehrwert, den der Kauf
       des Arbeitsvermögens  seinem Anwender  verschafft -  erscheint am
       handgreiflichsten, unwidersprechlichsten  von allen  P r o d u k-
       t i o n s z w e i g e n   in der   A g r i k u l t u r,   in  der
       Urproduktion.  Die  Summe  der  Lebensmittel,  die  der  Arbeiter
       jahraus, jahrein  verzehrt, oder  die Masse  Stoff, die er konsu-
       miert, ist geringer als die Summe der Lebensmittel, die er produ-
       ziert. In  der Manufaktur  sieht man überhaupt den Arbeiter nicht
       direkt weder seine Lebensmittel noch den Überschuß über seine Le-
       bensmittel produzieren.  Der Prozeß ist vermittelt durch Kauf und
       Verkauf,  durch   die  verschiednen  Akte  der  Zirkulation,  und
       erheischt zu  seinem Verständnis  Analyse des Werts überhaupt. In
       der Agrikultur  zeigt er sich unmittelbar im Überschuß der produ-
       zierten Gebrauchswerte  über die  vom Arbeiter  konsumierten  Ge-
       brauchswerte, kann  also ohne  Analyse des  Werts überhaupt, ohne
       klares Verständnis von der Natur des
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       1*) In der Handschrift: realisiert; das daruntergeschriebene Wort
       - reduziert  - stammt  offenbar von  Engels (vgl.  nebenstehendes
       Faksimile)
       
       #15#
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       Eine Seite der "Theorien über den Mehrwert" in der Handschrift
       von Marx mit einer Korrektur von Engels
       
       #16#
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       #17# Die Physiokraten
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       Werts begriffen  werden. Also  auch, wenn der Wert auf Gebrauchs-
       wert und  dieser auf Stoff überhaupt reduziert wird. Die Agrikul-
       turarbeit  ist   den  Physiokraten  daher  die  einzige    p r o-
       d u k t i v e   A r b e i t,   weil die einzige Arbeit, die einen
       M e h r w e r t   s c h a f f t,   und die    G r u n d r e n t e
       ist die   e i n z i g e   F o r m  d e s  M e h r w e r t s,  die
       sie kennen.  Der Arbeiter  in der  Manufaktur vermehrt  den Stoff
       nicht; er  verändert nur  die Form  desselben. Das Material - die
       Masse des  Stoffs -  ist ihm gegeben von der Agrikultur. Er setzt
       allerdings dem  Stoff Wert  zu, nicht durch seine Arbeit, sondern
       durch die  Produktionskosten seiner  Arbeit: durch  die Summe der
       Lebensmittel, die  er während  seiner Arbeit  verzehrt gleich dem
       Minimum des  Salairs, das  er von der Agrikultur erhält. Weil die
       Agrikulturarbeit als die einzig produktive Arbeit aufgefaßt wird,
       wird die  Form des  Mehrwerts, die  die Agrikulturarbeit  von der
       industriellen Arbeit  scheidet, die  Grundrente, als  die einzige
       Form des Mehrwerts aufgefaßt.
       Der eigentliche   P r o f i t   des  Kapitals, von dem die Grund-
       rente selbst  nur ein  Abzweiger, existiert  bei den Physiokraten
       daher nicht.  Der Profit  erscheint ihnen nur als eine Art höhrer
       Arbeitslohn, der  von den  Grundeigentümern gezahlt wird, den die
       Kapitalisten als Revenue verzehren (also ebenso in die Kosten ih-
       rer Produktion  eingeht wie  das Minimum  des Salairs bei den ge-
       wöhnlichen Arbeitern)  und der  den Wert des Rohstoffes vermehrt,
       weil   e r   i n   d i e  K o n s u m t i o n s k o s t e n  ein-
       geht, die  der Kapitalist,  [der] Industrielle, verzehrt, während
       er das  Produkt produziert,  den Rohstoff in neues Produkt umwan-
       delt.
       Der Mehrwert  in der  Form des  Geldzinses - andre Abzweigung des
       Profits -  wird von  einem Teil  der Physiokraten, wie dem ältren
       Mirabeau, daher  für naturwidrigen Wucher erklärt. Turgot dagegen
       leitet seine  Berechtigung daher,  daß der  Geldkapitalist  Land,
       also Grundrente,  kaufen könnte, ihm also sein Geldkapital soviel
       Mehrwert schaffen muß, als er erhielte, wenn er es in Grundbesitz
       verwandelte. Damit ist also auch der Geldzins kein neugeschaffner
       Wert, nicht  Mehrwert; sondern es ist nur erklärt, warum ein Teil
       des von  den Grundeigentümern erworbnen Mehrwerts dem Geldkapita-
       listen unter  der Form  des Zinses  zufließt, ganz wie aus andren
       Gründen ¦¦225¦  erklärt ist, warum dem industriellen Kapitalisten
       ein Teil  dieses Mehrwerts  unter der  Form des Profits zufließt.
       Weil die   A g r i k u l t u r a r b e i t  die einzig produktive
       Arbeit ist,  die einzige  Arbeit, die  Mehrwert schafft,  ist die
       F o r m   d e s   M e h r w e r t s,  welche die Agrikulturarbeit
       von  allen   andren  Zweigen   der  Arbeit   unterscheidet,   die
       G r u n d r e n t e,   die   a l l g e m e i n e   F o r m  d e s
       M e h r w e r t s.   Industrieller Profit  und Geldzins  sind nur
       verschiedne Rubriken,  worin sich  die Grundrente verteilt und zu
       bestimmten Teilen
       
       #18# Zweites Kapitel
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       aus der Hand der Grundeigentümer in die Hand andrer Klassen über-
       geht. Ganz  umgekehrt, wie  die spätern  Ökonomen seit A. Smith -
       weil sie  den   i n d u s t r i e l l e n  P r o f i t  mit Recht
       als die   G e s t a l t   fassen, worin der Mehrwert ursprünglich
       vom Kapital  angeeignet wird,  daher als die ursprüngliche allge-
       meine Form des Mehrwerts - Zins und Grundrente nur als Abzweigun-
       gen des  industriellen Profits  darstellen, der vom industriellen
       Kapitalisten an  verschiedne Klassen,  die Mitbesitzer  des Mehr-
       werts sind, distribuiert worden.
       Außer dem  schon angegehnen Grund - weil die Agrikulturarbeit die
       Arbeit ist, worin das Schaffen des Mehrwerts materiell handgreif-
       lich erscheint, und abgesehn von den Zirkulationsprozessen - hat-
       ten die  Physiokraten mehrere  andre Motive,  die ihre Auffassung
       erklären.
       Einmal, weil in der Agrikultur die Grundrente als drittes Element
       erscheint, als eine Form des Mehrwerts, die sich nicht in der In-
       dustrie oder  nur verschwindend  findet. Es war der Mehrwert über
       den Mehrwert  (Profit) hinaus, also die handgreiflichste und auf-
       fallendste Form des Mehrwerts, der Mehrwert in zweiter Potenz.
       
       "Durch die  Landwirtschaft", wie  der naturwüchsige  Ökonom  Karl
       Arnd, "Die  naturgemäße Volkswirthschaft  etc.", Hanau  1845,  p.
       461, 462,  wird "ein  Wert - in der Bodenrente - erzeugt, welcher
       in den  Gewerben und  im Handel nicht vorkömmt; ein Wert, welcher
       übrigbleibt,  wenn   aller  aufgewendete   Arbeitslohn  und  alle
       verwendete Kapitalrente ersetzt sind."
       
       Zweitens. Abstrahiert  man vom  auswärtigen Handel - was die Phy-
       siokraten zur  abstrakten Betrachtung  der  bürgerlichen  Gesell-
       schaft richtig  taten und  tun mußten  -, so ist es klar, daß die
       Masse der  in der  Manufaktur etc. beschäftigten, selbständig von
       der Agrikultur  losgelösten Arbeiter  bestimmt  ist  -  dies  die
       "freien Hände",  wie Steuart  sie nennt -, bestimmt ist durch die
       Masse der Agrikulturprodukte, die die Ackerbauarbeiter über ihren
       eignen Konsum hinaus produzieren.
       
       "Es ist  unverkennbar, daß die relative Anzahl von Menschen, die,
       ohne selbst Ackerbauarbeit zu leisten, unterhalten werden können,
       völlig nach  den Produktivkräften  der Ackerbauer gemessen werden
       muß." (R.  Jones, "On  the Dist. of Wealth", London 1831, p. 159,
       160.)
       
       Da die  Agrikulturarbeit so  Naturbasis (sieh  hierüber in  einem
       frühren Heft  [17]) nicht nur für die Surplusarbeit in ihrer eig-
       nen Sphäre,  sondern für  die Verselbständigung  aller andren Ar-
       beitszweige, also auch für den in denselben geschaffnen Mehrwert,
       so klar,  daß sie  als Schöpfer  des Mehrwerts  aufgefaßt  werden
       mußte, solange überhaupt bestimmte, konkrete
       
       #19# Die Physiokraten
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       Arbeit, nicht  die abstrakte Arbeit und ihr Maß, die Arbeitszeit,
       als Substanz des Werts aufgefaßt sind.
       ¦¦226¦ Drittens.  Aller Mehrwert, nicht nur der relative, sondern
       der absolute, beruht auf einer gegebnen Produktivität der Arbeit.
       Wäre die  Produktivität der  Arbeit erst  zu dem Grad entwickelt,
       daß die Arbeitszeit eines Mannes nur hinreichte, um ihn selbst am
       Leben zu  erhalten, um  seine eignen  Lebensmittel zu produzieren
       und reproduzieren, so gäbe es keine Surplusarbeit und keinen Sur-
       pluswert, fände  überhaupt keine  Differenz zwischen dem Wert des
       Arbeitsverrnögens und  seiner Verwertung  statt. Die  Möglichkeit
       der Surplusarbeit  und des  Surpluswerts daher geht von einer ge-
       gebnen Produktivkraft  der Arbeit  aus, einer Produktivkraft, die
       das Arbeitsvermögen befähigt, mehr als seinen eignen Wert wieder-
       zuerzeugen, über die durch seinen Lebensprozeß gebotne Bedürftig-
       keit hinaus  zu produzieren.  Und zwar  muß diese  Produktivität,
       diese Stufe  der Produktivität,  von der als Voraussetzung ausge-
       gangen wird,  zunächst, wie  wir in Zweitens gesehn haben, in der
       Agrikulturarbeit vorhanden  sein, erscheint  also als  N a t u r-
       g a b e,  P r o d u k t i v k r a f t  d e r  N a t u r.  Hier in
       der Agrikultur ist von vornherein die Mitarbeit der Naturkräfte -
       die Erhöhung  der menschlichen  Arbeitskraft durch  Anwendung und
       Exploitation der  Naturkräfte - ein Automat, im großen und ganzen
       gegeben. Diese  Benutzung der  Naturkräfte im großen erscheint in
       der Manufaktur  erst bei  der Entwicklung  der großen  Industrie.
       Eine bestimmte Entwicklungsstufe der Agrikultur, sei es im eignen
       Land, sei  es in  fremden Ländern,  erscheint als  Basis für  die
       Entwicklung des Kapitals. Hier fällt der absolute Mehrwert soweit
       mit dem  relativen Zusammen. (Dies macht Buchanan - großer Gegner
       der Physiokraten  - selbst  gegen  A.  Smith  geltend,  indem  er
       nachzuweisen  sucht,   daß  auch   dem  Aufkommen   der  modernen
       städtischen Industrie Agrikulturentwicklung vorherging.)
       Viertens. Da  es das  Große und Spezifische der Physiokratie ist,
       den Wert  und den Mehrwert nicht aus der Zirkulation, sondern aus
       der Produktion abzuleiten, beginnt sie, im Gegensatz zum Monetar-
       und Merkantilsystem,  notwendig  mit  dem  Produktionszweig,  der
       überhaupt abgesondert,  unabhängig von  der Zirkulation,  von dem
       Austausch gedacht  werden kann  und nicht  den Austausch zwischen
       Mensch und  Mensch, sondern nur zwischen Mensch und Natur voraus-
       setzt.

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