Quelle: MEW 26.1 Theorien über den Mehrwert - Erster Teil


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       #38# Zweites Kapitel
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       [8. Vulgarisierung der Physiokratischen Theorie durch den preußi-
       schen Reaktionär Schmalz]
       
       Einer der naivsten Ausdrücke der Physiokratie - wie weit entfernt
       von Turgot  - findet  sich in dem alten Demagogenriecher [28] und
       königlich-preußischen Geheimrat Schmalz. Z.B.:
       
       "Wenn ihm"  (au bailleur  des bienfonds 1*), dem Grundeigentümer)
       "die Natur  auch   d a s   D o p p e l t e    d e s    r e c h t-
       m ä ß i g e n   Z i n s e s   zahlt, aus  welchem  einleuchtenden
       Grunde könnte  man sich anmaßen, ihn dessen zu berauben?" ("Econ.
       politique", traduit par Henri Jouffroy etc., t. I, Paris 1826, p.
       90 [29].)
       
       Das Minimum  des salaire so ausgedrückt bei den Physiokraten, daß
       die consommation (oder dépense) des ouvriers est égale au salaire
       qu'ils recoivent  2*). Oder  wie Herr Schmalz dies allgemein aus-
       drückt (l.c.p. 120):
       
       "Der durchschnittliche  Arbeitslohn in  einem Berufe  ist  gleich
       dem, was  im Durchschnitt  ein Mensch  dieses Berufes in der Zeit
       seiner Arbeit konsumiert."
       "D i e   G r u n d r e n t e  ist das einzige Element des Einkom-
       mens der  Nation: ¦¦242¦ Sowohl die Zinsen der Kapitalanlagen als
       auch der  Arbeitslohn für  alle Arten von Arbeit bringen das Pro-
       dukt dieser  Grundrente  nur  aus  einer  Hand  in  die  andere."
       (Schmalz, l.c., t. I, p. 309, 310.)
       
       "Die Verwendung  des Bodens,  seine Fähigkeit,  seine  Kraft  zur
       jährlichen Reproduktion der Grundrente, ist alles, was den natio-
       nalen Reichtum  ausmacht." (l.c.p. 310.) "Wenn man auf die Grund-
       fragen, auf  die ursprünglichen  Elemente des  W e r t e s  aller
       wie immer  gearteten Dinge  zurückgeht, muß  man anerkennen,  daß
       dieser Wert  nichts anderes ist als der Wert der einfachen Natur-
       produkte. Das  heißt, obwohl  die Arbeit  den Dingen  einen neuen
       Wert zufügt.  und so  den Preis  erhöht, besteht dieser neue Wert
       oder dieser  Preis doch  nur aus  der Summe der Werte aller jener
       Naturprodukte, die auf Grund der neuen Form, die die Arbeit ihnen
       gegeben hat,  zerstört, konsumiert  oder vom Arbeiter auf irgend-
       eine Weise verbraucht worden sind."  (l.c.p. 313.)
       "Diese Art  Arbeit (die  eigentliche Agrikultur) ist die einzige,
       die dazu  bei neue   K ö r p e r  zu schaffen; sie ist daher auch
       die einzige,  die bis zu einem gewissen Grade als produktiv ange-
       sehen werden kann. Was die zubereitenden oder gewerblichen Arbei-
       ten betrifft....  so geben sie einfach den Körpern, die die Natur
       hervorgebracht hat, eine neue Form." (Schmalz, l.c.p. 15, 16.)
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       1*) dem  Verpächter des  Grundstücks -  2*) Konsumtion (oder Aus-
       gabe) der  Arbeiter gleich  ist dem  Arbeitslohn,   d e n   s i e
       e r h a l t e n

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