Quelle: MEW 26.1 Theorien über den Mehrwert - Erster Teil
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#78# Drittes Kapitel
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[10.] Untersuchung, wie es möglich ist, daß der jährliche Profit
und Salair die jährlichen Waren kaufen, die außer Profit und Sa-
lair dem capital constant enthalten [42]
[a) Unmöglichkeit des Ersatzes des konstanten Kapitals der Produ-
zenten von Konsumtionsmitteln mittels Austauschs zwischen diesen
Produzenten]
Um alle falsche Beimischung von dem Problem zu beseitigen, vorher
noch eins zu erwähnen. Wenn der Kapitalist einen Teil seines Pro-
fits, seiner Revenue, in Kapital verwandelt, in Arbeitsmittel und
Arbeitsmaterial, so werden beide bezahlt durch den Teil der Ar-
beit, den der Arbeiter gratis für den Kapitalist gearbeitet hat.
Es ist hier ein neues Quantum Arbeit, das Äquivalent für ein
neues Quantum Waren bildet, Waren, die ihren Gebrauchswerten nach
in Arbeitsmitteln und Arbeitsmaterial bestehn. Dies fällt also in
die Akkumulation des Kapitals und schließt keine Schwierigkeit
ein; nämlich das Wachstum des capital constant über seine frühren
Grenzen hinaus oder die Bildung von neuem capital constant hinaus
über die Masse desselben, die vorhanden und ersetzt werden muß.
Die Schwierigkeit ist die Reproduktion des v o r h a n d n e n
capital constant, nicht die Bildung von neuem konstantem Kapital
im Überschuß zu dem zu reproduzierenden. Das erstere
#79# A. Smith
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hat offenbar seinen Ursprung im Profit und hat einen Augenblick
in der Form von Revenue existiert, die später in Kapital verwan-
delt wird. Dieser Teil des Profits löst sich auf in die Surplus-
arbeitszeit, die, auch ohne die Existenz des Kapitals, beständig
von der Gesellschaft verrichtet werden müßte, um einen sozusagen
Entwicklungsfonds, wie ihn schon die Vermehrung der Bevölkerung
erheischt, zur Verfügung zu haben.
{Eine gute Erklärung des konstanten Kapitals findet sich, aber
nur soweit es seinen Gebrauchswert betrifft, bei Ramsay, l.c.p.
166, wo es heißt:
"Ob der Bruttoertrag" (des Farmers z.B.) "klein oder groß ist,
die Menge, die für den Ersatz des Verbrauchs in diesen verschie-
denen Formen erforderlich ist, kann nicht der geringsten Verände-
rung unterliegen. Diese Menge muß als k o n s t a n t betrach-
tet werden, solange die Produktion auf gleicher Stufenleiter
fortgesetzt wird."}
Also zunächst auszugehn von dem fact: Neubildung von konstantem
Kapital - im Unterschied von der Reproduktion des vorhandnen ca-
pital constant - fließt aus dem Profit als seiner Quelle; nämlich
vorausgesetzt einerseits, daß der Arbeitslohn nur zur Reproduk-
tion des Arbeitsvermögens hinreicht, andrerseits, daß der ganze
Mehrwert unter der Kategorie "Profit" begriffen wird, weil es der
industrielle Kapitalist ist, der u n m i t t e l b a r den gan-
zen Mehrwert a n e i g n e t, [unabhängig davon,] wem und wo er
später davon abzugeben habe.
{Der kapitalistische Unternehmer ist der allgemeine Verteiler des
Reichtums; er zahlt dem Arbeiter die Löhne, dem" (Geld-)
"Kapitalisten den Zins, dem Grundeigentümer die Rente." (l.p.
218, 219.)
Wir, indem wir den ganzen Mehrwert Profit nennen, betrachten den
capitalist 1. as the person who immediately appropriates the
whole surplus value created; 2. as the distributor of that sur-
plus value between himself, the moneyed capitalist, and the pro-
prietor of the soil 1*).}
¦¦VII-273¦ Daß dies neue capital constant aus dem Profit her-
stammt, heißt jedoch nichts, als daß es einem Teil der Surplusar-
beit der Arbeiter geschuldet ist. Ganz wie der Wilde, außer der
Zeit, die er zum Jagen braucht, notwendig Zeit verwenden muß, um
den Bogen zu machen, wie in der patriarchalischen Agrikultur der
Bauer, außer der Zeit, worin er die Erde bebaut, ein bestimmtes
Quantum Arbeitszeit für Herrichtung seiner meisten Werkzeuge ver-
wenden muß.
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1*) Kapitalisten 1. als denienigen, der den ganzen erzeugten
Mehrwert sich unmittelbar aneignet; 2. als den Verteiler dieses
Mehrwerts unter sich selbst, den Geldkapitalisten und den Eigen-
tümer des Bodens
#80# Drittes Kapitel
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Aber die Frage hier: Wer arbeitet, um das Äquivalent des konstan-
ten, bereits in der Produktion verwandten Kapitals zu ersetzen?
Der Teil der Arbeit, den der Arbeiter für sich selbst arbeitet,
ersetzt sein Salair oder, das Ganze der Produktion betrachtet,
schafft sein Salair. Seine Surplusarbeit dagegen, die den Profit
bildet, ist teils Konsumtionsfonds des Kapitalisten, teils ver-
wandelt sie sich in additionelles Kapital. Aber der Kapitalist
ersetzt nicht aus dieser Surplusarbeit, oder dem Profit, das
schon in seiner eignen Produktion verwandte Kapital. <Wäre dies
der Fall, so wäre der Mehrwert nicht Fonds für neue Kapitalbil-
dung, sondern zur Erhaltung des alten.> 1*) Aber die notwendige
Arbeit, die das Salair bildet und die Surplusarbeit, die den Pro-
fit bildet, machen den ganzen Arbeitstag aus, und außer dem wird
nicht gearbeitet. (Die etwaige labour of superintendence 2*) des
Kapitalisten ist im Salair eingeschlossen. Nach dieser Seite ist
er der Lohnarbeiter, wenn auch keines andren Kapitalisten, jedoch
seines eignen Kapitals.) Woher also die Quelle, die Arbeit, die
das capital constant ersetzt?
Der Teil des Kapitals, der in Salair ausgelegt ist, wird
(abgesehn von der Surplusarbeit) ersetzt durch neue Produktion.
Der Arbeiter verzehrt das Salair, aber er setzt soviel neues Ar-
beitsquantum zu, als er altes vernichtet hat; und betrachten wir
die ganze Arbeiterklasse, ohne uns durch die Teilung der Arbeit
stören zu lassen, so reproduziert er nicht nur denselben Wert,
sondern dieselben Gebrauchswerte, so daß, je nach der Produktivi-
tät seiner Arbeit, derselbe Wert, dieselbe Arbeitsquantität sich
in einer größren oder geringren Masse dieser selben Gebrauchs-
werte reproduziert.
Nehmen wir die Gesellschaft in jedem beliebigen Zeitpunkt, so
existiert gleichzeitig in allen Produktionssphären, wenn auch in
sehr verschiednen Verhältnissen, ein bestimmtes capital constant
- als Bedingung der Produktion vorausgesetzt -, das ihr ein für
allemal gehört und ihr zurückgegeben werden muß wie der Samen dem
Boden. Der W e r t dieses konstanten Teils kann zwar fallen oder
steigen, je nachdem die Waren, aus denen er besteht, wohlfeiler
oder teurer reproduziert werden müssen. Dieser W e r t w e c h-
s el jedoch hindert nie, daß er in dem Produktionsprozeß, worin
er als Produktionsbedingung eingeht, vorausgesetzter Wert ist,
der im Wert des Produkts wiedererscheinen muß. Dieser Wertwechsel
des konstanten Kapitals selbst kann also hier außer acht gelassen
werden. Es ist hier unter allen Umständen ein bestimmtes Quantum
v e r g a n g n e r, v e r g e g e n s t ä n d l i c h t e r
Arbeit, das bestimmend in den Wert des Produkts übergeht. Nehmen
wir zur größren Fixierung des Problems daher an, daß die
Produktionskosten [43] oder der
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1*) Der gestrichene Satz findet sich in der Handschrift quer am
Rande - 2*) Arbeit der Oberaufsicht
#81# A. Smith
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Wert des konstanten Teils des Kapitals ebenfalls unverändert,
konstant bleibe. Es ändert auch nichts an der Sache, daß z.B. in
einem Jahr nicht der ganze Wert des capital constant in die Pro-
dukte übergeht, sondern wie beim capital fixe erst in die Produk-
tenmasse einer Reihe von Jahren. Denn die Frage dreht sich hier
nur um den Teil des konstanten Kapitals, der wirklich innerhalb
des Jahres verzehrt wird, also auch innerhalb des Jahres ersetzt
werden muß.
Die Frage über die Reproduktion des capital constant gehört of-
fenbar in den Abschnitt vom Reproduktionsprozeß oder Zirkulati-
onsprozeß des Kapitals, was jedoch nicht hindert, hier die Haupt-
sache zu erledigen.
¦¦274¦ Nehmen wir zunächst das Salair des Arbeiters. Er erhält
also eine bestimmte Geldsumme, in der etwa 10 Arbeitsstunden ma-
terialisiert sind, wenn er 12 Stunden für den Kapitalisten arbei-
tet. Dies Salair wird in Lebensmittel aufgelöst. Alle diese Le-
bensmittel sind Waren. Der Preis dieser Waren sei ihrem Wert
gleich vorausgesetzt. In dem Wert dieser Waren befindet sich aber
ein Bestandteil, der den Wert des in ihnen enthaltnen Rohmateri-
als und aufgenutzten Produktionsmittels deckt. Alle Wertbestand-
teile dieser Waren zusammengenommen enthalten aber, wie das vom
Arbeiter verausgabte Salair, nur 10 Arbeitsstunden. Nehmen wir
an, daß 2/3 des Werts dieser Waren aus dem Wert des in ihnen ent-
haltnen capital constant bestehn, 1/3 dagegen aus der Arbeit, die
das Produkt schließlich zum Konsumtionsgegenstand zurechtgefi-
nished 1*) hat. Also ersetzt der Arbeiter mit seinen 10 Stunden
lebendiger Arbeit 2/3 capital constant und 1/3 ebenfalls lebendi-
ger (in dem Jahr dem Gegenstand zugefügter) Arbeit. Wäre in den
Lebensmitteln, den Waren, die er kauft, kein capital constant
enthalten, hätte das Rohmaterial derselben nichts gekostet und
wäre kein Arbeitsinstrument erheischt gewesen, so zweierlei mög-
lich. Entweder enthielten die Waren nach wie vor 10stündige Ar-
beit. Dann ersetzte er also 10 Stunden lebendiger Arbeit durch 10
Stunden lebendiger Arbeit. Oder dieselbe Masse Gebrauchswerte,
worin sich sein Salair auflöst und deren er zur Reproduktion sei-
nes Arbeitsvermögens bedarf, hätten nur 3 1/3 Stunden Arbeit ge-
kostet (no Instrument und kein Rohmaterial, das selbst schon Pro-
dukt der Arbeit.) In diesem Falle brauchte der Arbeiter nur 3 1/3
Stunden notwendige Arbeit zu arbeiten, und sein Salair würde in
der Tat auf 3 1/3 [Stunden] vergegenständlichte Arbeitszeit fal-
len.
Unterstelle, die Ware sei Leinwand; 12 Ellen (es kommt ja hier
gar nicht auf den wirklichen Preis an) = 36 sh. oder 1 l. 16 sh.
Davon sei 1/3 zugesetzte Arbeit, 2/3 für Rohstoff (Garn) und Ma-
schineriedéchet 2*). Die notwendige
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1*) zurechtgemacht - 2*) Maschinerieverschleiß
#82# Drittes Kapitel
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Arbeitszeit sei gleich 10 Std.; also die Surplusarbeit = 2. Eine
Arbeitsstunde, ausgedruckt in Geld, sei = 1 sh. In diesem Falle
die 12 Arbeitsstunden 12 sh., Arbeitslohn = 10 sh., Profit = 2
sh. Gesetzt, Arbeiter und Kapitalist verausgabten den ganzen Ar-
beitslohn und Profit, also die 12 sh., also den Gesamtwert, der
dem Rohstoff und der Maschinerie zugesetzt worden ist, das ganze
Quantum neuer Arbeitszeit, das in der Verwandlung von Garn in
Leinwand materialisiert wurde, selbst in Leinwand als Konsumti-
onsartikel. (Und es ist möglich, daß mehr als ein Arbeitstag spä-
ter wieder in dem eignen Produkt verausgabt wird.) Die Elle Lein-
wand kostet 3 sh. Mit den 12 sh. können Arbeiter und Kapitalist
zusammen, Salair und Profit zusammengerechnet, nur 4 Ellen Lein-
wand kaufen. In diesen 4 Ellen Leinwand sind 12 Arbeitsstunden
enthalten, wovon aber nur 4 neuzugesetzte Arbeit, 8 die im capi-
tal constant realisierte Arbeit darstellen. Mit den 12 Arbeits-
stunden kaufen Salair und Profit zusammen nur 1/3 ihres Gesamt-
produkts, weil 2/3 dieses Gesamtprodukt aus capital constant be-
stehn. Die 12 Arbeitsstunden zerfallen in 4 + 8, wovon 4 sich
selbst ersetzen, 8 dagegen, die unabhängig von der im Webprozeß
zugesetzten Arbeit solche Arbeit ersetzen, die schon in materia-
lisierter Form, als Garn und Maschine, in den Webprozeß einging.
Für diesen Teil des Produkts, der Ware, der sich gegen Arbeits-
lohn und Profit als Konsumtionsartikel (oder zu irgendwelchem
Zwecke selbst der Reproduktion, denn der Zweck, wozu die Ware
gekauft wird, ändert nichts an der Sache) austauscht oder damit
gekauft wird, ist es also klar, daß der Teil des Werts des Pro-
dukts, der vom capital constant gebildet wird, bezahlt wird aus
dem Fonds der neuzugesetzten Arbeit, der sich in Salair und Pro-
fit auflöst. Wieviel oder wie wenig capital constant und wieviel
oder wie wenig im letzten Produktionsprozeß zugesetzte Arbeit von
Salair und Profit zusammen gekauft wird, in welchen Proportionen
zuletzt zugesetzte Arbeit und in welchen Proportionen im capital
constant realisierte Arbeit bezahlt wird, hängt von der ursprüng-
lichen Proportion ab, worin sie in die fertige Ware als Wertbe-
standteile eingingen. Der Vereinfachung wegen setzen wir das Ver-
hältnis von 2/3 in konstantem realisierter Arbeit zu 1/3 neuzuge-
setzter Arbeit voraus.
¦¦275¦ Es ist nun zweierlei klar:
Erstens: Das Verhältnis, was wir bei der Leinwand vorausgesetzt
haben, d.h. für den Fall, wenn Arbeiter und Kapitalist Salair und
Profit in den von ihnen selbst produzierten Waren realisieren,
einen Teil ihres eignen Produkts wiederkaufen - dies Verhältnis
bleibt dasselbe, wenn sie dieselbe Wertsumme in andren Produkten
auslegen. Nach der Voraussetzung, daß
#83# A. Smith
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in jeder Ware 2/3 capital constant und 1/3 letztzugesetzte Arbeit
enthalten, in könnten Salair und Profit zusammen immer nur 1/3
des Produkts kaufen. Die 12 Stunden Arbeitszeit = 4 Ellen Lein-
wand. Werden diese 4 Ellen Leinwand in Geld verwandelt, so exi-
stieren sie als 12 sh. Werden diese 12 sh. in andre Ware als
Leinwand rückverwandelt, so kaufen sie Ware zum Wert von 12 Ar-
beitsstunden, wovon 4 letztzugesetzte Arbeit, 8 in capital con-
stant realisierte Arbeit. Das Verhältnis also allgemein, voraus-
gesetzt, daß in den andren Waren, wie in der Leinwand, dasselbe
ursprüngliche Verhältnis von letztzugesetzter Arbeit und in capi-
tal constant realisierter Arbeit.
Zweitens: Wenn die täglich letztzugesetzte Arbeit = 12 Stunden,
so ersetzen von diesen 12 Stunden nur 4 Stunden sich selbst, d.h.
lebendige, letztzugesetzte Arbeit, während 8 im capital constant
realisierte Arbeit zahlen. Aber wer zahlt die 8 lebendigen Ar-
beitsstunden, die nicht von ihr selbst ersetzt werden? Eben die 8
Stunden realisierter Arbeit, die im capital constant enthalten
sind und sich gegen die 8 Stunden lebendiger Arbeit austauschen.
Es unterliegt also gar keinem Zweifel, daß der Teil der fertigen
Ware, der von der Gesamtsumme der Salaire und Profite gekauft
wird, die zusammen aber nichts vorstellen als das Gesamtquantum
dem capital constant letztzugefügter Arbeit, in allen seinen Ele-
menten ersetzt wird; die letztzugefügte Arbeit, die in diesem
Teil enthalten ist, sowohl wie die im capital constant enthaltne
Arbeitsquantität. Es unterliegt ferner keinem Zweifel, daß die im
capital constant enthaltne Arbeit ihr Äquivalent hier aus dem
Fonds der lebendigen, ihr letztzugefügten Arbeit erhalten hat.
Aber jetzt kommt die Schwierigkeit. Das G e s a m t p r o-
d u k t der 12stündigen Weberarbeit, und dies Gesamtprodukt ist
ganz verschieden von dem, was diese Weberarbeit selbst produziert
hat, ist = 12 Ellen Leinwand, zum Wert von 36 Arbeitsstunden oder
36 sh. Salair und Profit zusammen, oder die Gesamtarbeitszeit von
12 Stunden, kann aber von diesen 36 Arbeitsstunden nur 12
zurückkaufen oder von dem Gesamtprodukt nur 4 Ellen, kein Stück
mehr. Was wird aus den andren 8 Ellen? (Forcade, Proudhon. [44])
1*)
Bemerken wir zunächst, daß die 8 Ellen nichts repräsentieren als
das ausgelegte capital constant. Es hat aber eine verwandelte
Form des Gebrauchswerts erhalten. Es existiert als neues Produkt,
nicht mehr als Garn, Webstuhl usw., sondern als Leinwand. Diese 8
Ellen Leinwand so gut wie die 4 andren, die von Salair und Profit
gekauft worden sind, enthalten, dem Wert nach betrachtet, 1/3 im
Webprozeß zugesetzter Arbeit und 2/3 in capital constant präexi-
stierender, materiallsierter Arbeit. Aber wenn vorher, bei den
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1*) In der Handschrift sind beide Namen mit Bleistift geschrieben
#84# Drittes Kapitel
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4 Ellen, 1/3 der neuzugesetzten Arbeit die in den 4 Ellen ent-
haltne Webarbeit, also sich selbst, 2/3 Webarbeit dagegen das in
den 4 Ellen enthaltne capital constant deckten, so jetzt umge-
kehrt decken in den 8 Ellen Leinwand 2/3 capital constant das in
ihnen enthaltne capital constant und 1/3 capital constant die in
ihnen enthaltne neuzugesetzte Arbeit.
Was wird nun aus diesen 8 Ellen Leinwand, worin der Wert des gan-
zen während der 12stündigen Webarbeit erhaltnen 1*) oder in die
Produktion eingegangnen capital constant enthalten, aufgegangen
ist, aber jetzt in der Form eines Produkts, das für die unmittel-
bare, individuelle (nicht industrielle) Konsumtion bestimmt ist?
Die 8 Ellen gehören dem Kapitalisten. Wollte er sie selbst ver-
zehren, ebensowohl wie die 2/3 Ellen, die seinen Profit ¦¦276¦
darstellen, so kann er das in dem 12stündigen Webprozeß enthaltne
capital constant nicht reproduzieren; Überhaupt, soweit das in
diesem 12stündigen Prozeß enthaltne Kapital in Sprache kommt,
nicht länger als Kapitalist funktionieren. Er verkauft also die 8
Ellen Leinwand, verwandelt sie in Geld zum Betrag von 24 sh. oder
24 Arbeitsstunden. Aber hier kommen wir auf die Schwierigkeit. An
wen verkauft er sie? In wessen Geld verwandelt er sie? Doch dar-
auf kommen wir sogleich zurück. Sehn wir uns erst den weiteren
Prozeß an. Sobald er die 8 Ellen Leinwand, d.h. den Wertteil sei-
nes Produkts, dessen Wert gleich dem von ihm vorgeschoßnen capi-
tal constant, in Geld verwandelt, verkauft, in die Form des
Tauschwerts gebracht hat, kauft er damit wieder Waren, die glei-
cher Art (ihren Gebrauchswerten nach) mit denen, aus denen ur-
sprünglich sein capital constant zusammengesetzt. Er kauft Garn
und Webstuhl etc. Er verteilt die 24 sh. in den Verhältnissen in
Rohmaterial und Produktionsmittel, worin diese zur Herstellung
neuer Leinwand erheischt sind.
Sein capital constant ist also dem Gebrauchswert nach durch neue
Produkte derselben Arbeit, als die, woraus es 2 ursprünglich be-
standen, ersetzt. Er hat es reproduziert. Dieses neue Garn, Web-
stuhl etc. bestehn aber ebenfalls (nach der Voraussetzung) zu 2/3
aus capital constant und zu 1/3 aus letztzugesetzter Arbeit. Wenn
also die ersten 4 Ellen Leinwand (letztzugesetzte Arbeit und ca-
pital constant) ausschließlich durch neuzugesetzte Arbeit bezahlt
worden sind, so diese 8 Ellen Leinwand ersetzt durch ihre eignen
neuproduzierten Produktionselemente, die zum Teil aus neuzuge-
setzter Arbeit, zum Teil aus konstantem Kapital bestehn. So
scheint also, daß wenigstens ein Teil des konstanten Kapitals ge-
gen konstantes Kapital in einer andren
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1*) In der Handschrift: entfalten - 2*) in der Handschrift: sie
#85# A. Smith
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Form sich austauscht. Das Ersetzen der Produkte ist reell, weil
gleichzeitig, wo das Garn in Leinwand verarbeitet wird, Flachs in
Garn und Flachssamen in Flachs, ditto wo der Webstuhl vernutzt,
neuer Webstuhl fabriziert wird, und während der letztre fabri-
ziert, neues Holz und Eisen zu Tag gefördert wird. Die Elemente
werden gleichzeitig produziert in einer Produktionssphäre, wäh-
rend sie in der andren verarbeitet werden. Aber auf allen diesen
g l e i c h z e i t i g e n Produktionsprozessen, obgleich jeder
derselben eine höhere Phase des Produkts darstellt, wird gleich-
zeitig capital constant in verschiednen Verhältnissen verbraucht.
Der W e r t d e s f e r t i g e n P r o d u k t s, d e r
L e i n w a n d, l ö s t s i c h a l s o i n 2 T e i l e
a u f, wovon der eine die gleichzeitig produzierten Elemente des
capital constant wiederkauft, der andre in Konsumtionsartikel
ausgelegt wird. Der Vereinfachung wegen wird hier ganz von der
Rückverwandlung eines Teils des Profits in Kapital abstrahiert;
also, wie in dieser ganzen Untersuchung, angenommen, daß Salair +
Profit, d.h. die Summe der dem capital constant zugesetzten Ar-
beit, als Revenue verzehrt wird.
Die Frage bleibt nur, wer kauft den Teil des Gesamtprodukts, mit
dessen Wert die unterdes neuproduzierten Elemente des capital
constant wiedergekauft werden? Wer kauft die 8 Ellen Leinwand?
Wir nehmen, um alle faux fuyants 1*) abzuschneiden, an, daß es
eine Sorte Leinwand ist, die speziell für individuelle Konsum-
tion, nicht für industrielle Konsumtion wie etwa Segeltuch, be-
stimmt ist. Auch müssen hier die bloßen Zwischenoperationen des
Handels, soweit sie nur vermittelnd sind, ganz außer acht gelas-
sen werden. Z.B., wenn die 8 Ellen Leinwand an einen Kaufmann
verkauft würden und selbst nicht durch die Hände von 1, sondern
20 Kaufleuten durchliefen, 20mal gekauft und wieder verkauft wür-
den, so müssen sie das 20ste Mal schließlich von dem Kaufmann an
den wirklichen Konsumenten verkauft werden, der also wirklich den
Produzenten zahlt oder den l e t z t e n, 20sten Kaufmann, der
dem Konsumenten gegenüber den ersten Kaufmann, d.h. den wirkli-
chen Produzenten, vertritt. Diese Zwischentransaktionen verschie-
ben oder, wenn man will, vermitteln die definitive Transaktion,
erklären sie aber nicht. Die Frage bleibt ganz dieselbe: Ob wer
kauft die 8 Ellen Leinwand vom Leinwandfabrikanten, oder ¦¦277¦
wer kauft sie von dem 20sten Kaufmann, in dessen Hand sie durch
eine Reihe von échanges 2*) übergegangen ist?
Die 8 Ellen Leinwand, ganz wie die 4 ersten Ellen, müssen in den
Konsumtionsfonds übergehn. D.h., sie können nur bezahlt werden
von Salair
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1*) Ausflüchte - 2*) Tauschhandlungen
#86# Drittes Kapitel
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und Profit, denn dies sind die einzigen Revenuequellen der Produ-
zenten, die hier auch allein als Konsumenten figurieren. 8 Ellen
Leinwand enthalten 24 Arbeitsstunden. Nehmen wir also an (12 Ar-
beitsstunden als allgemein gültigen Normaltag gesetzt), Arbeiter
und Kapitalist in zwei andren Branchen legen ihr ganzes Salair
und Profit in Leinwand aus, wie es der Arbeiter und Kapitalist in
der Weberei mit ihrem ganzen Arbeitstag (der Arbeiter seine 10
Stunden, der Kapitalist die 2 Stunden Mehrwert, die er auf seinen
Arbeiter gemacht, d.h. auf 10 Stunden) getan haben. Dann hätte
der Leinweber die 8 Ellen verkauft, der Wert seines capital con-
stant für 12 Ellen wäre ersetzt, und dieser Wert könnte in den
bestimmten Waren, aus denen das capital constant besteht, wieder
ausgelegt werden, weil diese Waren, Garn, Webstuhl etc., auf dem
Markt befindlich, produziert wurden zur selben Zeit, wo Garn und
Webstuhl in Leinwand verarbeitet wurden. D i e g l e i c h-
z e i t i g e P r o d u k t i o n von Garn und Webstuhl als
Produkten neben dem Produktionsprozeß, woraus sie nicht als
Produkte hervorgehn, sondern worin sie als Produkte eingehn,
erklärt, daß der Teil des Werts der Leinwand, der gleich dem Wert
des in ihm aufgearbeiteten Materials, Webstuhl usw., von neuem in
Garn, Webstuhl usw., aufgelöst werden kann. Ginge diese Produk-
tion der Elemente der Leinwand nicht gleichzeitig voran mit der
Produktion der Leinwand selbst, so könnten die 8 Ellen Leinwand,
selbst wenn sie verkauft, in Geld verwandelt sind, aus dem Geld
nicht wieder in die konstanten Elemente der Leinwand rückverwan-
delt werden. Wie dies jetzt infolge des Amerikanischen Bürger-
kriegs z.B. der Fall ist mit dem yarn oder cloth 1*) der Baum-
wollfabrikanten. Der bloße Verkauf ihres Produkts sichert ihnen
nicht die Rückverwandlung, indem kein cotton 2*) auf dem Markt
3*).
Andrerseits aber, obgleich neues Garn, neuer Webstuhl usw. auf
dem Markt, also Produktion von neuem Garn, neuem Webstuhl statt-
fand, während fertiges Garn und fertiger Webstuhl in Leinwand
verwandelt wurden trotz dieser gleichzeitigen Produktion von Garn
und Webstuhl neben der Produktion der Leinwand, können die 8 El-
len Leinwand nicht in diese stofflichen Elemente des capital con-
stant der Weberei rückverwandelt werden, bevor sie verkauft, be-
vor sie in Geld verwandelt sind. Die beständige reale Produktion
von den Elementen der Leinwand, fortlaufend neben der Produktion
der Leinwand selbst, erklärt uns also noch nicht die Reproduktion
des capital constant, bevor wir wissen, woher der fonds kommt, um
die
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1*) Garn oder Gewebe - 2*) keine Baumwolle - 3*) die vorstehenden
zwei Sätze finden sich in der Handschrift quer am Rande und sind
von Marx zur Einfügung an diese Stelle bezeichnet
#87# A. Smith
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8 Ellen Leinwand zu kaufen, ihnen die Form des Gelds, des selb-
ständigen Tauschwerts zurückzugeben.
Um die letztre Schwierigkeit zu lösen, haben wir angenommen, daß
B und C, worin wir etwa Schuster und Metzger verstehn, die Summe
ihrer Salaire und Profite, also die 24 Stunden Arbeitszeit, über
die sie zu verfügen haben, ganz in Leinwand verausgaben. So sind
wir mit A, dem Leinweber, aus der Verlegenheit heraus. Sein gan-
zes Produkt, die 12 Ellen Leinwand, worin 36 Arbeitsstunden re-
alisiert, ist ersetzt worden durch bloße Salaire und Profite,
d.h. durch die ganze Summe der in den Produktionssphären A, B und
C dem capital constant neuhinzugesetzten Arbeitszeit. Alle in der
Leinwand enthaltne Arbeitszeit, sowohl die in ihrem capital con-
stant präexistierende als die im Prozeß des Webens neuhinzuge-
fügte, hat sich ausgetauscht gegen Arbeitszeit, die nicht vorher
als capital constant in irgendeiner Produktionssphäre präexi-
stierte, sondern die in den 3 Produktionssphären A, B und C
gleichzeitig dem capital constant i n l e t z t e r
I n s t a n z zugesetzt worden.
Wenn es also nach wie vor falsch bliebe, zu sagen, daß der ur-
sprüngliche Wert der Leinwand sich in bloße Salaire und Profite
auflöste - denn er löst sich vielmehr auf in den Wert = der Summe
des salaire und profit, = 12 Webstunden und den 24 Arbeitsstun-
den, die unabhängig vom Webprozeß in Garn, Webstuhl, kurz, dem
capital constant enthalten waren - so wäre es dagegen richtig,
daß das Äquivalent der 12 Ellen Leinwand, die 36 sh., wofür sie
verkauft worden sind, sich in bloße Salaire und Profite auflöst,
also nicht nur die Webarbeit, sondern auch die in Garn und Web-
stuhl enthaltne Arbeit durch bloße neuhinzugesetzte Arbeit er-
setzt werden, nämlich 12 Stunden Arbeit in A, 12 Stunden in B und
12 Stunden in C.
Der Wert der verkauften Ware selbst löste sich ¦¦278¦ auf in neu-
hinzugesetzte Arbeit (Salair und Profit) und präexistierende Ar-
beit (Wert des capital constant): also der Wert des Verkäufers
(in fact der Ware). Dagegen der Kaufwert, das Äquivalent, was der
Käufer dem Verkäufer gibt, löste sich bloß in neuzugesetzte Ar-
beit, in Salaire und Profite auf. Da aber jede Ware, bevor sie
verkauft ist, die zu verkaufende Ware ist und durch bloße Form-
veränderung Geld wird, so bestünde jede Ware als verkaufte Ware
aus andren Wertbestandteilen denn als kaufende Ware (als Geld),
was abgeschmackt ist. Ferner: Die in einem Jahr z.B. von der Ge-
sellschaft verrichtete Arbeit deckte nicht nur sich selbst - so
daß, wenn man die ganze Warenmasse in zwei gleiche Teile teilte,
die eine Hälfte der Jahresarbeit ein Äquivalent für die andere
Hälfte bilden würde -, sondern das 1/3, Arbeit, welches die lau-
fende Jahresarbeit in der Gesamtarbeit bildet, die im Jahrespro-
dukt
#88# Drittes Kapitel
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enthalten ist, deckte 3/3 Arbeit, wäre gleich einer Größe, die
3mal größer als sie selbst ist. Dies ist noch abgeschmackter.
In dem obigen Beispiel haben wir die Schwierigkeit shifted 1*),
weitergeschoben von A auf B und C. Sie ist aber damit nur gewach-
sen, nicht vereinfacht. Erstens hatten wir bei A den Ausweg, daß
4 Ellen, die ebensoviel Arbeitszeit enthalten, als dem Garn zuge-
setzt wurde, also die Summe von Profit und Salair in A, in Lein-
wand selbst konsumiert werden, in dem Produkt der eignen Arbeit.
Dies ist bei B und C nicht der Fall, denn sie konsumieren die
Summe der von ihnen zugesetzten Arbeitszeit, die Summe von Salair
und Profit in dem Produkt der Sphäre A, in Leinwand, also nicht
in dem Produkt B oder C. Sie haben also nicht nur den Teil ihres
Produkts zu verkaufen, der die 24 Arbeitsstunden des capital con-
stant vertritt, sondern auch den Teil ihres Produkts, der die 12
dem capital constant neuzugesetzte Arbeitszeit repräsentiert. B
muß 36 Arbeitsstunden verkaufen, nicht nur 24 wie A. Ebenso wie
mit B verhält es sich mit C. Zweitens, um das capital constant
von A zu verkaufen, an den Mann zu bringen, in Geld zu verwan-
deln, brauchen wir die ganze letztzugesetzte Arbeit nicht nur von
B, sondern auch von C. Drittens: B und C können keinen Teil ihres
Produkts an A verkaufen, da der ganze Teil von A, der sich in Re-
venue auflöst, bereits in A selbst von den Produzenten von A ver-
ausgabt ist. Sie können auch durch keinen Teil ihres eignen Pro-
dukts den konstanten Teil von A ersetzen, da nach der Vorausset-
zung ihre Produkte nicht Produktionselemente von A, sondern in
die individuelle Konsumtion eingehende Waren sind. Bei jedem wei-
teren Schritt wächst die Schwierigkeit.
Um die 36 Stunden, die das Produkt von A enthält (nämlich 2/3
oder 24 Stunden in capital constant, 1/3 oder 12 Stunden in neu-
zugesetzter Arbeit), auszutauschen gegen bloß dem capital con-
stant zugefügte Arbeit, hatten Salair und Profit von A, die 12
Stunden zugesetzte Arbeit in A, 1/3 des Produkts von A selbst zu
konsumieren. Die übrigen 2/3 des Gesamtprodukts = 24 Stunden
stellten den im capital constant enthaltnen Wert vor. Dieser Wert
tauschte sich aus gegen die Gesamtsumme der Salaire und Profite
oder neuzugesetzte Arbeit in B und C. Damit aber B und C mit den
24 Stunden ihrer Produkte, die sich in Salair und Profit auflö-
sen, Leinwand kaufen können, müssen sie diese 24 Stunden in der
Gestalt ihrer eignen Produkte verkaufen - außerdem, um das capi-
tal constant zu ersetzen, = 48 Stunden ihrer eignen Produkte. Sie
haben also Produkte von B und C zum Betrag von 72 Stunden zu ver-
kaufen, gegen die Gesamtsumme von Profit
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1*) verschoben
#89# A. Smith
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und Salair der andren Sphären D, E etc., und zwar (den Normaltag
zu 12 Stunden) müssen 12 x 6 Stunden (= 72) oder die in 6 andren
Produktionssphären zugesetzte Arbeit in den Produkten B und C
¦¦279¦ realisiert werden; also Profit und Salair oder die Summe
der ihrem respektiven capital constant zugesetzten Arbeit von D,
E, F, G, H, I.
Unter diesen Umständen würde der Wert des Gesamtprodukts von B +
C bezahlt werden durch bloß neuhinzugesetzte Arbeit, also Summe
der Salaire und Profite, in den Produktionssphären D, E, F, G, H,
I. Aber in diesen 6 Sphären wäre nun (da kein Teil dieser Pro-
dukte von ihren Produzenten selbst verzehrt würde, indem diese
ihre ganze Revenue bereits in den Produkten B und C placiert) das
Gesamtprodukt zu verkaufen, und kein Teil desselben wäre inner-
halb derselben selbst in Rechnung zu bringen. Also Produkt von 6
x 36 Arbeitsstunden = 216, wovon 144 für capital constant und 72
(6 x 12) für neuzugesetzte Arbeit. Um die Produkte von D etc. nun
wieder in ähnlicher Weise in Salair und Profit, d.h. neuzuge-
setzte Arbeit, zu verwandeln, müßte in den 18 Sphären K1-K18 alle
neuhinzugesetzte Arbeit, d.h. die Gesamtsumme der Salaire und
Profite in diesen 18 Sphären, ganz ausgelegt werden in den Pro-
dukten der Sphären D, E, F, G, H, I. Diese 18 Sphären K1-K18 hät-
ten zu verkaufen, da sie keinen Teil ihres Produkts selbst ver-
zehrten, vielmehr ihre ganze Revenue bereits in den 6 Sphären D-I
verausgabt, 18 x 36 Arbeitsstunden oder 648 Arbeitsstunden, wovon
18 x 12 oder 216 letztzugesetzte Arbeit und 432 im capital con-
stant enthaltne Arbeit. Um also dies Gesamtprodukt von K1-K18 in
die in andren Sphären zugesetzte Arbeit oder Summe der Salaire
und Profite aufzulösen, wäre die zugesetzte Arbeit erfordert von
den Sphären L1-L54; nämlich 12 x 54 648 Arbeitsstunden. Die Sphä-
ren L1-L54, um ihr Gesamtprodukt = 1944 (wovon 648 = 12 x 54 =
neuzugesetzte Arbeit und 1296 Arbeitsstunden = der im capital
constant enthaltnen Arbeit) gegen neuzugesetzte Arbeit auszutau-
schen, hätten zu absorbieren die neuzugesetzte Arbeit von den
Sphären M1-M162, denn 162 x 12 = 1944; diese ihrerseits die neu-
zugesetzte Arbeit von den Sphären N1-N486 usw. Dieses ist der
schöne Progreß in infinitum 1*), auf den wir kommen, wenn alle
Produkte sich in Salair und Profit, neuzugesetzte Arbeit auflösen
und nicht nur die einer Ware zugesetzte Arbeit, sondern auch ihr
capital constant von der in einer andren Produktionssphäre neuzu-
gesetzten Arbeit bezahlt werden muß.
Um die in Produkt A enthaltne Arbeitszeit, 36 Std. (1/3 neuzuge-
setzte Arbeit, 2/3 capital constant), in neuzugesetzte Arbeit
aufzulösen, d.h. von
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1*) ins Unendliche
#90# Drittes Kapitel
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Salair und Profit zahlen zu lassen, ließen wir erstens 1/3 des
Produkts (dessen Wert = der Summe des Salairs + Profit) von den
Produzenten von A selbst verzehren oder kaufen, was dasselbe. Der
Fortgang war der [45]:
1. P r o d u k t i o n s s p h ä r e A. Produkt = 36 Arbeits-
stunden. 24 Arbeitsstunden capital constant. 12 zugesetzte Ar-
beitsstunden. 1/3 des Produkts konsumiert von den shareholders
1*) der 12 Stunden, salaire und profit, Arbeiter und Kapitalist.
Bleiben zu verkaufen 2/3 des Produkts von A gleich den 24 Ar-
beitsstunden, die im capital constant enthalten sind.
2. P r o d u k t i o n s s p h ä r e B1-B2. Produkt = 72 Ar-
beitsstunden; wo von 24 zugesetzte Arbeit, 48 capital constant.
Kaufen damit die 2/3 des Produkts A, die den Wert des capital
constant von A ersetzen. Haben aber nun zu verkaufen 72 Arbeits-
stunden, woraus der Wert ihres Gesamtprodukts besteht.
3. P r o d u k t i o n s s p h ä r e C-C6. Produkt = 216 Ar-
beitsstunden; wovon 72 zugesetzte Arbeit (Salair und Profit).
Kaufen damit Produkt B1-B2 ganz. Haben aber nun zu verkaufen 216,
wovon 144 capital constant.
¦¦280¦ 4. P r o d u k t i o n s s p h ä r e D1-D18. Produkt =
648 Arbeitsstunden, 216 zugefügte Arbeit und 432 capital con-
stant. Kaufen mit der zugefügten Arbeit das gesamte Produkt von
Produktionssphäre C1-C6 = 216. Haben aber zu verkaufen 648.
5. P r o d u k t i o n s s p h ä r e E1-E34. P r o d u k t =
1944 Arbeitsstunden; 648 zugefügte Arbeit und 1296 capital con-
stant. Kaufen das gesamte Produkt von Produktionssphäre D1-18.
Haben aber zu verkaufen 1944.
6. P r o d u k t i o n s s p h ä r e F1-F162. Produkt = 5832,
wovon 1944 zugesetzte Arbeit und 3888 capital constant. Kaufen
mit den 1944 das Produkt von E1-E54. Haben zu verkaufen 5832.
7. P r o d u k t i o n s s p h ä r e G1-G486.
Der Vereinfachung wegen ist in jeder Produktionssphäre immer nur
ein Arbeitstag von 12 Stunden angenommen, der zwischen Kapitalist
und Arbeiter geteilt wird. Die Vervielfachung dieser Arbeitstage
löst die Frage nicht, sondern kompliziert sie nutzlos.
Also, um das Gesetz dieser Reihe klarer vor Augen zu haben:
1. A. Produkt = 36 Std. Capital constant = 24 Std. S u m m e
v o n S a l a i r u n d P r o f i t o d e r n e u z u g e-
s e t z t e r A r b e i t = 12 Std. Letztre im Produkt von A
selbst verzehrt von Kapital und Arbeit.
Verkaufbares Produkt von A = seinem capital constant = 24 Std.
2. B1-B2. Wir brauchen hier 2 Arbeitstage, also 2 Produktions-
sphären. um die 24 Std. von A zu zahlen.
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1*) Teilhabern
#91# A. Smith
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Produkt = 2 x 36, oder 72 Std., wovon 24 Std. Arbeit und 48 capi-
tal constant.
Verkaufbares Produkt von B1 und B2 = 72 Arbeitsstunden, kein Teil
davon selbst verzehrt.
6. C1-C6 Wir brauchen hier 6 Arbeitstage, weil 72 = 12 x 6 und
das ganze Produkt von B1-B2 von der in C1-C6 zugesetzten Arbeit
verzehrt werden soll. Produkt = 6 x 36 = 216 Arbeitsstunden, wo-
von 72 neuzugesetzt, 144 capital constant.
18. D1-D18. Wir brauchen hier 18 Arbeitstage, weil 216 = 12 x 18;
also, da 2/3 capital constant auf einen Arbeitstag kommt, 18 x 36
das Gesamtprodukt = 648. (432 capital constant.)
Usw.
Die vorgesetzten Ziffern 1, 2 [usw.] bedeuten die Arbeitstage
oder die verschiednen Arbeiten in verschiednen Produktionssphä-
ren, da wir in jeder Sphäre 1 Arbeitstag annehmen.
Also: 1. A. P r o d u k t 36 Std. Zugesetzte Arbeit 12 Stunden.
Verkaufbares Produkt (capital constant) = 24 Std.
Oder:
1. A. V e r k a u f b a r e s P r o d u k t oder c a p i t a l
c o n s t a n t = 24 Std. Gesamtprodukt 36 Std. Zugesetzte Ar-
beit 12 Std. V e r z e h r t i n A s e l b s t.
2. B1-B2 Kauft mit zugesetzter Arbeit = 24 Std. A. Capital con-
stant 48 Std. Gesamtprodukt 72 Std.
6. C1-C6. Kauft mit zugesetzter Arbeit 72 Std. B1-B2 (= 12 x 6).
C a p i t a l c o n s t a n t 144, Gesamtprodukt = 216. etc.
¦¦281¦ Also:
1. A. P r o d u k t = 3 Arbeitstagen (36 Std.). 12 Std. zuge-
setzte Arbeit. 24 Std. C a p i t a l c o n s t a n t.
2. B1-2. [Produkt] = 2 x 3 = 6 Arbeitstagen (72 Std.). Zugesetzte
Arbeit 12 x 2 = 24 Std. C a p i t a l c o n s t a n t = 48 = 2
x 24 Std.
6. C1-6 P r o d [u k t] = 3 x 6 Arbeitstagen = 3 x 72 Std. =
216 Arbeitsstd. Zugesetzte Arbeit = 6 x 12 = 72 Arbeitsstd.
C a p i t a l c o n s t a n t = 2 x 72 = 144.
18. D1-18. P r o d u k t = 3 x 3 x 6 Arbeitstagen = 3 x 18 Ar-
beitstage = 54 Arbeitstagen = 648 Arbeitsstd. Zugesetzte Arbeit =
12 x 18 = 216. <Capital constant> = 432 Arbeitsstd.
54. E1-54. P r o d u k t = 3 x 54 Arbeitstage = 162 Arbeitstage
= 1944 Arbeitsstunden. Zugesetzte Arbeit = 54 Arbeitstagen = 648
Arbeitsstunden; 1296 capital constant.
#92# Drittes Kapitel
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162. F1-162. P r o d u k t = 3 x 162 Arbeitstagen (= 486) =
5832 Arbeitsstunden, wovon 162 Arbeitstage oder 1944 Arbeitsstun-
den zugesetzte Arbeit und 3888 Stunden capital constant.
486. G1-486. P r o d u k t = 3 x 486 Arbeitstagen, wovon 486
Arbeitstage oder 5832 Arbeitsstunden zugesetzte Arbeit und 11 664
capital constant. Etc.
Hier hätten wir schon die artige Summe von 1 + 2 + 6 + 18 + 54 +
162 + 486 verschiednen Arbeitstagen in verschiednen Produktions-
sphären = 729 verschiedne Produktionssphären, was schon eine be-
deutend geteilte Gesellschaft.
Um das Gesamtprodukt von A (wo nur 12 Stunden Arbeit = 1 Arbeits-
tag zugefügt wird dem capital constant von 2 Arbeitstagen und sa-
laire und profit ihr eignes Produkt verzehren), also nur das kon-
stante Kapital von 24 Std. zu verkaufen - und zwar bloß wieder in
neuzugesetzte Arbeit, in Salair und Profit aufzulösen -, brauchen
wir 2 Arbeitstage in B1 und B2, die aber ein konstantes Kapital
von 4 Arbeitstagen erheischen, so daß das Gesamtprodukt von B1-2
= 6 Arbeitstagen. Diese müssen g a n z verkauft werden, weil
von hier an vorausgesetzt, daß jede nachfolgende Sphäre nichts
von ihrem eignen Produkt verzehrt, sondern nur in das Produkt der
vorhergehenden Sphären Profit und Salair auslegt. Um diese 6 Ar-
beitstage des Produkts B1-2 zu ersetzen, sind 6 Arbeitstage nö-
tig, die aber ein capital constant von 12 Arbeitstagen vorausset-
zen. Das Gesamtprodukt von C1-6 daher = 18 Arbeitstagen. Um diese
durch Arbeit zu ersetzen, 18 Arbeitstage D1-18 nötig, die aber
konstantes Kapital von 36 Arbeitstagen voraussetzen, also Produkt
= 54 Arbeitstage. Um diese zu ersetzen, 54 Arbeitstage nötig, E1-
54, die konstantes Kapital von 108 voraussetzen. Produkt = 162
Arbeitstagen. Endlich, um diese zu ersetzen, 162 Arbeitstage nö-
tig, die aber capital constant von 324 Arbeitstagen voraussetzen,
also 486 Arbeitstage das Gesamtprodukt. Dies ist F1-F162. End-
lich, um dies Produkt von F1-162 zu ersetzen, sind 486 Arbeits-
tage nötig (G1-486), die aber konstantes Kapital von 972 Arbeits-
tagen voraussetzen. Also Gesamtprodukt von G1-486 = 972 + 486 =
1458 Arbeitstage.
Aber nehmen [wir] nun an, bei der Sphäre G seien wir ans Ende des
shifting 1*) gelangt; und ¦¦282¦ durch unsren Progreß werden wir
in jeder Gesellschaft bald ans Ende kommen. Wie verhält sich die
Sache nun? Wir haben ein Produkt, worin 1458 Arbeitstage enthal-
ten sind, davon 486 neuzugesetzte Arbeit und 972 in capital con-
stant realisierte Arbeit. Die 486 Arbeitstage können nun in der
vorigen Sphäre F1-F162 ausgelegt werden. Aber
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1*) Verschiebens
#93# A. Smith
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womit sollen die 972 Arbeitstage, die im capital constant enthal-
ten sind, gekauft werden? Jenseits G486 liegt keine neue Produk-
tions- und daher keine neue Austauschsphäre. Mit den hinter ihm
liegenden, mit Ausnahme von F1-F162, ist nichts auszutauschen.
Auch hat G1 alles in ihm enthaltne Salair und Profit bis zum
letzten Centime in F1-162 ausgelegt. Also bleiben die im Gesamt-
produkt von G1-486 realisierten 972 Arbeitstage, gleich dem Wert
des in ihm enthaltnen capital constant, unverkäuflich. Es hat uns
also nichts genützt, daß wir die Schwierigkeit, die 8 Ellen Lein-
wand von A oder die 24 Arbeitsstunden, die 2 Arbeitstage, die in
seinem Produkt den Wert des capital constant vorstellten, durch
beinahe 800 Produktionszweige verschoben haben.
Es nützt nichts, sich einzubilden, die Rechnung käme anders her-
aus, wenn A etwa nicht seinen ganzen Profit und Salair in Lein-
wand auslegte, sondern einen Teil davon in dem Produkt von B und
C. Die Grenzen der Auslagen, die Stunden zugesetzte Arbeit, die
in A, B, C enthalten sind, können immer nur über eine Arbeitszeit
kommandieren, die ihnen selbst gleich. Kaufen sie mehr von dem
einen Produkt, so weniger von dem andren. Es würde dies die Rech-
nung nur verwirren, in keiner Weise das Resultat ändern. Que
faire donc? 1*) In der obigen Rechnung finden wir
Arbeits- zugesetzte capital
tage Arbeit constant
A Produkt = 3 1 2 (verzehren selbst 1/3 des
Produkts von A)
B = 6 2 4 Wären in dieser Rechnung die
C = 18 6 12
D = 54 18 36
E =162 54 108
F =486 162 324
------------------------------------
Total: 729 243 486
Wären in dieser Rechnung die letzten Arbeitstage (das konstante
Kapital [von F]) = dem capital constant, das der Ackerbauer sich
selbst ersetzt, von seinem Produkt abzieht und der Erde wieder-
gibt, das also nicht durch neue Arbeit zu zahlen ist, so stimmte
die Rechnung. Das Rätsel wäre aber nur gelöst, weil ein Teil des
capital constant sich selbst ersetzt.
In der Tat also haben wir verzehren lassen 243 Arbeitstage, die
der neuzugesetzten Arbeit entsprechen. Der Wert des letztren Pro-
dukts, = 486 Arbeitstagen, ist = dem Wert des gesamten capital
constant, was von A-F enthalten ist, ditto = 486 Arbeitstagen. Um
dieses zu erklären, nehmen wir
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1*) Was also tun?
#94# Drittes Kapitel
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in G 486 Tage neuer Arbeit an, woraus uns aber nur das Vergnügen
entsteht, statt für ein capital constant von 486 Tagen ¦¦283¦ Re-
chenschaft ablegen zu müssen für ein capital constant von 972 Ar-
beitstagen in dem Produkt von G, welches gleich 1458 Arbeitstagen
(972 capital constant + 486 Arbeit). Wollten wir uns nun damit
helfen, daß in G ohne capital constant gearbeitet wird, so daß
das Produkt nur = den 486 Tagen neuzugesetzter Arbeit 1*), so
wäre allerdings die Rechnung im reinen, aber wir hätten das Pro-
blem, wer den im Produkt enthaltnen Wertbestandteil zahlt, der
das capital constant bildet, dadurch gelöst, daß wir einen Fall
gesetzt haben, wo das capital constant = 0, also auch keinen
Wertbestandteil des Produkts bildet.
Um das Gesamtprodukt von A ganz zu verkaufen, gegen neuzugesetzte
Arbeit, um es 2*) in Profit und Salair aufzulösen, mußte die
g a n z e z u g e s e t z t e A r b e i t in A, B und C in der
im Produkt A realisierten Arbeit verausgabt werden. [46] So um
das ganze Produkt von B + C zu verkaufen, alle Arbeit, die in D1-
D18 neuzugesetzt ist. [47] Ebenso um das ganze Produkt von D1-D18
zu kaufen, alle Arbeit, die zugesetzt ist in E1-E54. Um das ganze
Produkt von E1-E54 zu kaufen, alle Arbeit, die zugesetzt ist in
F1-162. Und schließlich, um das ganze Produkt von F1-162 [zu kau-
fen], die ganze Arbeitszeit, die in G1-486 zugesetzt ist. In die-
sen 486 Produktionssphären, die G1-486 vorstellt, endlich ist die
ganze zugesetzte Arbeitszeit = dem ganzen Produkt von den 162
Sphären F, und dies ganze Produkt, das durch Arbeit ersetzt wird,
ist so groß wie das capital constant in A, B1-2, C1-6, D1-18, E1-
54, F1-162. Aber das capital constant der Sphäre G, 2mal so groß
als das von A-F162 angewandte capital constant, ist nicht ersetzt
und nicht ersetzbar.
In fact haben wir gefunden, da nach unserer Voraussetzung das
Verhältnis in jeder Produktionssphäre von der neuzugefügten Ar-
beit zu der präexistierenden Arbeit = 1:2, daß immer 2mal
[soviel] neue Produktionssphären wie alle vorhergehenden zusam-
mengenommen ihre ganze neue Arbeit zufügen müssen, um das Produkt
der frühren zu kaufen - die zugefügte Arbeit von A und B1-2, C1-
6, um das Gesamtprodukt von A zu kaufen; die zugefügte Arbeit von
18 D oder D1-18 (2 x 9) [48], um das Produkt von C1-C8 zu kaufen
usw. -, kurz, daß immer 2mal soviel neuzugefügte Arbeit nötig
ist, als in dem Produkt selbst enthalten, so daß in der letzten
Produktionssphäre G die neuzugefügte Arbeit 2mal größer sein
müßte, als sie ist, um das ganze Produkt zu kaufen. Kurz, im Re-
sultat G finden wir, was schon vorhanden war im Ausgangspunkt A,
daß von ihrem eignen
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1*) In der Handschrift: Rechnung - 2*) in der Handschrift: sie
#95# A. Smith
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Produkt die neuzugefügte Arbeit kein größres Quantum, als sie
selbst beträgt, kaufen kann, und daß sie die im capital constant
präexistierende Arbeit n i c h t kaufen kann.
Es ist also unmöglich, daß der Wert der Revenue den Wert des gan-
zen Produkts decke. Da aber außer der Revenue kein Fonds exi-
stiert, woraus dies vom Produzenten an den Konsumenten
(individuellen) verkaufte Produkt bezahlt werden kann, ist es un-
möglich, daß der Wert des ganzen Produkts minus dem Wert der Re-
venue überhaupt verkauft, bezahlt oder (individuell) konsumiert
wird. Andrerseits muß aber jedes Produkt verkauft und zu seinem
Preis (der Voraussetzung nach Preis hier = Wert) bezahlt werden.
Es war übrigens von vornherein vorherzusehn, daß das Zwischen-
schieben der Austauschakte, die Verkäufe und Käufe zwischen ver-
schiednen Waren oder den Produkten verschiedner Produktionssphä-
ren uns keinen Schritt weiterbringen werden. Bei A, der ersten
Ware, der Leinwand. hatten wir 1/3 oder ¦¦283a¦ 12 Stunden neu-
hinzugesetzte Arbeit und 2 x 12 oder 24 Stunden im konstanten Ka-
pital präexistierende Arbeit. Salair und Profit konnten nur von
der Ware A, also auch von jedem Äquivalent der Ware A in irgend-
einem andren Produkt, den Teil des Produkts wiederkaufen, der =
12 Arbeitsstunden. Sie konnten ihr eignes capital constant von 24
Std. nicht wiederkaufen, also auch nicht das Äquivalent dieses
capital constant in irgendeiner andren Ware.
Es ist möglich, daß in der Ware B das Verhältnis von zugesetzter
Arbeit und capital constant verschieden. Aber wie verschieden das
Verhältnis von capital constant und neuzugesetzter Arbeit immer-
hin in den verschiednen Produktionssphären sei, so können wir die
Durchschnittszahl berechnen, also sagen, im Produkt der ganzen
Gesellschaft oder der ganzen Kapitalistenklasse, im Gesamtprodukt
des Kapitals ist die neuzugesetzte Arbeit = a, die als capital
constant präexistierende Arbeit = b. Oder das Verhältnis von 1:2,
was wir in A, der Leinwand, annehmen, ist nur ein symbolischer
Ausdruck von a:b und soll nichts besagen, als daß irgendein ir-
gendwie bestimmtes und bestimmbares Verhältnis zwischen diesen
beiden Elementen, der im laufenden Jahr oder irgendeinem beliebi-
gen Zeitraum zugefügten lebendigen Arbeit und der als capital
constant präexistierenden vergangnen Arbeit existiert. Kaufen die
dem Garn zugesetzten 12 Stunden nicht bloß Leinwand, sondern z.B.
nur für 4 Stunden Leinwand, so können sie für 8 Stunden jedes an-
dre Produkt kaufen, aber nie zusammen für mehr als 12 Stunden,
und kaufen sie für 8 Stunden andres Produkt, so müssen für 32
Stunden Leinwand von A verkauft werden. Also das Beispiel A gilt
für
#96# Drittes Kapitel
-----
das Gesamtkapital der ganzen Gesellschaft, und das Problem kann
durch Zwischenschieben vom Austausch verschiedner Waren zwar ver-
wirrt, aber nicht geändert werden.
Nehmen wir an, A sei das Gesamtprodukt der Gesellschaft, so kann
von diesem Gesamtprodukt 1/3 von den Produzenten für ihre eigne
Konsumtion gekauft, mit der Summe ihrer Salaire und ihrer Profite
= der Summe der neuzugefügten Arbeit = der Summe ihrer Gesamtre-
venue gekauft und bezahlt werden. Die andren 2/3 zu zahlen, zu
kaufen und zu verzehren, fehlt ihnen der Fonds. Wie also die neu-
zugefügte Arbeit, 1/3 auflösbar in Profit und Salair, sich selbst
deckt mit seinem Produkt oder nur den Wertteil des Produkts zu-
rückzieht, worin das 1/3der Gesamtarbeit, neuzugefügte Arbeit
oder sein Äquivalent enthalten, so müssen die 1/3 präetierende
Arbeit gedeckt werden mit ihrem eignen Produkt. D.h., das kon-
stante Kapital bleibt sich selbst gleich und ersetzt sich selbst
aus dem Werteil, der es im Gesamtprodukt repräsentiert. Der Aus-
tausch zwischen den verschiednen Waren, die Reihe der Käufe und
Verkäufe zwischen den verschiednen Produktionssphären, bringt nur
insoweit einen Unterschied in der Form herbei, daß das capital
constant in den verschiednen Produktionssphären sich in dem Ver-
hältnis wechselseitig deckt, worin es ursprünglich in ihnen ent-
halten ist.
Dies ist nun näher zu bestimmen. ¦283a¦¦
[b) Unmöglichkeit des Ersatzes des ganzen konstanten Kapitals der
Gesellschaft mittels Austausch zwischen den Produzenten von Kon-
sumtionsmitteln und den Produzenten von Produktionsmitteln]
¦¦283b¦ Dieselbe Ansicht, daß das jährliche Produkt des Landes
sich verteilt in salaires und profits (rentes, Zins etc. in die
Letztem eingeschlossen), spricht A. Smith, I. II, ch. II, bei der
Betrachtung der Geldzirkulation und des Kreditsystems aus (vgl.
darüber nachher Tooke), wo er sagt:
"Die Zirkulation eines Landes läßt sich in zwei verschiedene
Zweige geteilt betrachten: Die Zirkulation der Geschäftsleute"
(dealers) "untereinander" (Garnier 1*) erklärt, daß er unter
dealers hier versteht "alle Handeltreibenden, Manufakturisten,
Handwerksleute usw.; mit einem Wort alle Agenten des Handels und
der Industrie eines Landes") und die Zirkulation zwischen den Ge-
schäftsleuten und den Konsumenten. Obgleich dieselben Geldzei-
chen, ob Metall- oder Papiergeld, bald in dem einen, bald in dem
anderen Zweig der Zirkulation verwendet werden können, so erfor-
dert
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1*) In der Handschrift: A. Smith
#97# A. Smith
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doch jeder derselben, da beide stets zu gleicher Zeit vor sich
gehen, einen bestimmten Geldvorrat der einen oder anderen Art,
damit sie vor sich gehen kann. D e r W e r t d e r
z w i s c h e n d e n v e r s c h i e d e n e n G e-
s c h ä f t s l e u t e n z i r k u l i e r e n d e n W a r e n
k a n n n i e m a l s d e n W e r t j e n e r ü b e r-
s t e i g e n, d i e z w i s c h e n d e n G e s c h ä f t s-
l e u t e n u n d d e n K o n s u m e n t e n z i r k u-
l i e r e n; d e n n a l l e s, w a s d i e G e-
s c h ä f t s l e u t e k a u f e n, i s t s c h l i e ß-
l i c h z u m V e r k a u f a n d i e K o n s u m e n t e n
b e s t i m m t." (t. II, l. II, ch. II, p. 292, 293.) [49]
Hierauf, nebst Tooke, im Fortgang zurückzukommen. [50]
Kehren wir zurück zu unsrem Beispiel. Das Tagesprodukt von A,
Leinenweberei, = 12 Ellen = 36 sh. = 36 Arbeitsstunden, wovon 12
neuzugefügte Arbeit, in Salair und Profit auflösbar, und 24 Std.
oder 2 Tage = dem Wert des capital constant, das aber jetzt,
statt in der alten Form von Garn und Webstuhl, in der Form Lein-
wand existiert, aber in einem Quantum Leinwand = 24 Std. = 24
sh., worin ebensoviel Arbeitsquantum enthalten als in Garn und
Webstuhl, das es ersetzt, womit also dieselbe Quantität Garn und
Webstuhl wiedergekauft werden kann (vorausgesetzt, daß der Wert
von Garn und Webstuhl derselbe geblieben, die Produktivität der
Arbeit in diesen Industriezweigen sich nicht verändert hat). Der
Spinner und der Fabrikant des Webstuhls müssen ihr ganzes jährli-
ches oder Tagesprodukt (was hier für unsren Zweck dasselbe) an
den Weber verkaufen, denn er ist der einzige, für den ihre Ware
Gebrauchswert hat. Er ist ihr einziger Konsument.
Wenn aber das capital constant des Webers = 2 Arbeitstagen (sein
täglich konsumiertes capital constant), so kommen auf 1 Arbeits-
tag des Webers 2 Arbeitstage von Spinner und Maschinenmacher, 2
Arbeitstage, die sich in sehr verschiednen Verhältnissen ihrer-
seits wieder in zugesetzte Arbeit und capital constant auflösen
mögen. Aber das tägliche Gesamtprodukt von Spinner und Maschinen-
fabrikant zusammen (gesetzt, der Maschinenfabrikant mache nur
Webstühle) können, capital constant und zugesetzte Arbeit zusam-
men, nicht mehr als 2 Arbeitstage betragen, während das des We-
bers, infolge der von ihm neuzugesetzten 12 Stunden Arbeit, 3 Ar-
beitstage beträgt. Es ist möglich, daß Spinner und Maschinenfa-
brikant ebensoviel lebendige Arbeitszeit konsumieren wie der We-
ber. Dann muß die in ihrem capital constant enthaltne Arbeitszeit
geringer sein. Eins oder das andre. Sie können auf keinen Fall
dasselbe Arbeitsquantum (summa summarum), vergegenständlichte und
lebendige, anwenden wie der Weber. Es wäre möglich, daß der Weber
verhältnismäßig weniger lebendige Arbeitszeit anwendet als der
Spinner (dieser z. B. sicher weniger als der Flachsbauer); dann
muß der Überschuß seines capital constant über den variablen Teil
des Kapitals um so größer sein.
#98# Drittes Kapitel
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¦¦284¦ Das konstante Kapital des Webers ersetzt also das ganze
Kapital von Spinner und Webstuhlfabrikant, nicht nur ihr eignes
konstantes Kapital, sondern die im Spinnprozeß und der Maschinen-
fabrikation neuzugesetzte Arbeit. Das neue konstante Kapital er-
setzt also hier andre konstante Kapitalien ganz und außerdem die
Totalität der ihnen neuzugesetzten Arbeit. Durch den Verkauf ih-
rer Waren an den Weber haben Spinner und Webstuhlfabrikant nicht
nur ihr konstantes Kapital ersetzt, sondern ihre neuzugesetzte
Arbeit bezahlt erhalten. Sein konstantes Kapital ersetzt ihnen
ihr eignes konstantes Kapital und realisiert ihre Revenue (Salair
und Profit zusammen). Soweit ihnen das konstante Kapital des We-
bers nur ihr eignes konstantes Kapital ersetzt, was sie ihm in
den Formen von Garn und Webstuhl Übermacht haben, hat sich nur
konstantes Kapital in einer Form gegen konstantes Kapital in
andrer ausgetauscht. Es ist in der Tat keine Wertveränderung an
dem konstanten Kapital vorgegangen.
Gehn wir nun weiter zurück. Das Produkt des Spinners löst sich in
2 Teile auf, Flachs, Spindeln, Kohlen etc., kurz, sein capital
constant und die neuzugefügte Arbeit, ditto das Gesamtprodukt des
Maschinenfabrikanten. Wenn der Spinner sein konstantes Kapital
ersetzt, so zahlt er nicht nur das Gesamtkapital des Spindelfa-
brikanten etc., sondern auch das des Flachsbauers. Sein konstan-
tes Kapital zahlt einen Teil ihres konstanten Kapitals plus der
zugefügten Arbeit. Was nun den Flachsbauer betrifft, so, nach Ab-
zug der Ackerbaugeräte etc., löst sich sein konstantes Kapital in
Samen, Dünger etc. auf. Wir wollen annehmen, was in der Agrikul-
tur, plus ou moins 1*) vermittelt, stets der Fall sein muß, daß
dieser Teil des konstanten Kapitals des Pächters einen jährlichen
Abzug von seinem eignen Produkt bildet, der jährlich aus seinem
eignen Produkt der Erde, d.h. der Produktion selbst, wiedergege-
ben wird. Hier finden wir einen Teil des konstanten Kapitals, der
sich selbst ersetzt und nie verkauft, also auch nie bezahlt wird,
auch nie konsumiert wird, nicht in die individuelle Konsumtion
eingeht. Samen etc. = soviel Arbeitszeit. Der Wert des Samens
etc. geht in den Wert des Gesamtprodukts ein; aber derselbe Wert,
weil dieselbe Produktenmasse (unterstellt, daß die Produktivität
der Arbeit dieselbe geblieben), wird auch wieder vom Gesamtpro-
dukt abgezogen und der Produktion wiedergegeben, tritt nicht in
die Zirkulation. <Der Teil des Produkts, der also in die Zirkula-
tion geht und der, der in die Konsumtion, stellt nur eine zuge-
setzte Arbeit dar {im Verschleiß oder déchet der Ackerbauwerk-
zeuge
-----
1*) mehr oder weniger
#99# A. Smith
-----
etc.} und löst sich in den obengenannten items, in Salair, Profit
und Grundrente auf.>
Hier haben wir wenigstens einen Teil des capital constant - das,
was als Rohstoff der Agrikultur betrachtet werden kann -, der
sich selbst ersetzt. Hier also bedeutender Zweig - der bedeutend-
ste Zweig dem Umfang nach und der Kapitalmasse, die drinsteckt -
der jährlichen Produktion, wo ein bedeutender Teil des capital
constant, der aus Rohstoff bestehende (mit Ausnahme des künstli-
chen Düngers usw.), sich selbst ersetzt und nicht in die Zirkula-
tion eingeht, also durch keine Form der Revenue ersetzt wird. Der
Spinner hat also dem Flachsbauer nicht diesen (von dem Flachs-
bauer sich selbst ersetzten und gezahlten Teil des capital con-
stant) Teil des capital constant zurückzuzahlen, ditto der Weber
nicht dem Spinner, und der Käufer der Leinwand nicht dem Weber.
Das konstante Kapital des Webers löst sich also auf in der zuge-
setzten Arbeit von Spinner und Webstuhlfabrikant, wie zugesetzter
Arbeit von Flachsbauer und Spinnmaschinenfabrikant und zugesetz-
ter Arbeit von Eisen- und Holzproduzent.
Nehmen wir an, daß alle, die mittelbar oder unmittelbar an der
Produktion der 12 Ellen Leinwand = 36 sh. = 3 Arbeitstagen oder
36 Arbeitsstunden, beteiligt sind, in Leinwand selbst gezahlt
würden. Es ist zunächst klar, daß die Produzenten der Elemente
der Leinwand, des capital constant der Leinwand, ihr eignes Pro-
dukt nicht verzehren können, da diese Produkte für die Produktion
produziert sind und nicht in die unmittelbare ¦¦285¦ Konsumtion
eingehn. Sie müssen also ihre Salaire und Profite in Leinwand
auslegen - in dem Produkt, das schließlich in die individuelle
Konsumtion eingeht. Was sie nicht in Leinwand verzehren, müssen
sie in einem andren konsumierbaren, gegen Leinwand ausgetauschten
Produkt verzehren. Soviel wird also von der Leinwand von andern
verzehrt, als sie statt der Leinwand in andren konsumierbaren
Produkten verzehren (dem Wert nach). Es ist dasselbe, als hätten
sie es selbst in Leinwand verzehrt, denn soviel sie in andrem
Produkt verzehren, verzehren die Produzenten andrer Produkte in
Leinwand. Das ganze Rätsel muß also, ohne alle Rücksicht auf den
Austausch, sich aufklären durch die Betrachtung, wie die 12 Ellen
Leinwand sich zwischen allen Produzenten verteilen, die an ihrer
1*) Produktion oder der Produktion ihrer 1*) Elemente teilgenom-
men haben.
<Spinner und Webstuhlfabrikant, der zugleich der Fabrikant der
Spinnmaschine sein soll>, haben 1/3 Arbeit zugesetzt, ihr capital
constant = 2/3 von Garn und Webstuhl. Also können sie von den 8
Ellen Leinwand (oder
-----
1*) In der Handschrift: seiner
#100# Drittes Kapitel
-----
24 Std.) oder 24 sh., die ihr Gesamtprodukt ersetzen, 8/3 Ellen)
verzehren, = 2/3 [Ellen] Leinwand oder 8 Stunden Arbeit oder 8
sh. Es bleibt also Rechenschaft abzulegen für 5 1/3 Ellen oder 16
Arbeitsstunden.
<Das capital constant des Spinners löse sich auf in Flachs und
Spinnmaschinerie (Kohle und dgl. tut nichts zum Paradigma) 1/3 in
Rohstoff = Flachs = 16/3 Arbeitsstunden = 5 1/3 Arbeitsstunden
oder (17/3)/3. 17/9 Ellen = 1 8/9 Ellen. Diese kann der Flachs-
bauer ganz kaufen, denn sein capital constant (wenigstens was den
Samen betrifft, einstweilen vom déchet 1*) seines capital fixe,
Arbeitswerkzeuge abgesehen) ersetzt er sich selbst, zieht es
gleich von seinem Produkt ab. Bleibt also Rechenschaft abzulegen
für 5 2/3 - 1 8/9 Ellen (oder 16 - 5 1/3 Arbeitsstunden). 5 2/3
Ellen 17/3 = 51/9. Also 51/9 - 17/9 = 34/9 Ellen = 3 7/9 Ellen
(oder 10 1/3 Arbeitsstunden).>
5 1/3 Ellen oder 16 Arbeitsstunden stellen das capital constant
des Spinners dar und des Webstuhlfabrikanten. <Dies capital con-
stant löse sich auf in Spinnmaschine und Flachs.> Nehmen wir an,
von dem capital constant des Spinners betrage der Rohstoff 2/3
und 2*) werde in Flachs ausgelegt, so kann der Flachsbauer diese
2/3 ganz in Leinwand verzehren, denn sein capital constant (aber
dabei setzen wir das déchet seiner Arbeitswerkzeuge etc. = 01
wirft er überhaupt nicht in Zirkulation, sondern hat er schon ab-
gezogen und der Reproduktion reserviert. Er kann also kaufen 2/3
von den 5 1/3 Ellen Leinwand [51] oder 16 Arbeitsstunden, gleich
3 5/9 Ellen, oder 10 2/3 Arbeitsstunden. Es bliebe also nur Re-
chenschaft abzulegen für 5 1/3 - 3 5/9 Ellen oder 16 - 10 2/3 Ar-
beitsstunden, d.h. für 1 7/9 Ellen oder 5 1/3 Arbeitsstunden.
Diese 1 7/9 Ellen oder 5 1/3 Arbeitsstunden lösen sich auf in das
capital constant des Webstuhlfabrikanten und das Gesamtprodukt
des Spinnmaschinenfabrikanten, die eine Person sein sollen.
Von den 8 Ellen, die das capital constant des Webers ersetzen,
werden also konsumiert 2 Ellen = 6 sh. = 6 Std. vom Spinner und
2/3 Ellen (2 sh. 2 Arbeitsstunden) vom Webstuhl- etc.
-fabrikanten.
Es bleibt uns also Rechenschaft abzulegen für 8 - 2 2/3 Ellen = 5
1/3 Ellen 16 sh. = 16 Arbeitsstd.). Diese restierenden 5 1/3 El-
len = 16 sh. = 16 Arbeitsstunden lösen sich auf wie folgt: Wir
nehmen an, daß in den 4 Ellen, die das capital constant des Spin-
ners, also die Elemente seines Garns repräsentieren, 3/4 gleich
Flachs und 1/4 gleich Spinnmaschine, <andrerseits
-----
1*) Verschleiß - 2*) in der Handschrift: oder
#101# A. Smith
-----
in die 4/3 Ellen des Maschinisten, die Holz, Eisen, Kohle etc.,
kurz, die Elemente seiner Maschine repräsentieren, sei 2/3 von
dem Rohmaterial von Maschine und 1/3 von Arbeit zugesetzt>. Die
Elemente des ¦¦281¦ Spinnmaschine wollen wir nachher zugleich be-
rechnen mit dem capital constant des Webstuhlmaschinisten. Beide
seien dieselbe Person.
¦¦286¦ Also noch einmal:
Gesamtprodukt capital constant zugesetzte Konsumtion
Weberarbeit
Weber { 12 Ellen Lein- 8 Ellen 12 Std. 12 Std. =
wand (36 sh.) (24 Std.) 12 sh. =
(36 Arbeitzstd.) (24 sh.) 4 Ellen
/\
/ \
/ \
/ \
/ \
/ \
/ \
/ \
Von dem capital constant des Webers sei 3/4 = Garn und 1/4 = Web-
stuhl (Produktionsmittel überhaupt). Der Weber zahlt also 6 Ellen
an den Spinner oder 18 Std. und 2 Ellen oder 6 Stunden an den Ma-
schinisten etc.
Spinner Maschinist
Gesamt- capital zuge- Konsum-¦Gesamt- capital zuge- Konsum-
produkt const. setzte tion ¦produkt const. setzte sumtion
Spinn- ¦ Spinn-
arbeit ¦ arbeit
6 Ellen 4 Ellen 2 Ellen 2 Ellen¦2 Ellen 4/3 2/3 2/3
18 sh. 12 sh. 6 sh. 2 sh. ¦6 sh. Ellen Ellen Ellen
18 Std. 12 Std. 6 Std. ¦6 Std.
Von den 4 Ellen, die das capital constant des Spinners ersetzen,
lösen Sich also 3/4 = 3 Ellen in F l a c h s auf. Im Flachs nun
ist ein bedeutender Teil des capital constant, das in seiner Pro-
duktion angewandt wird, nicht wieder zu ersetzen; denn bereits
vom Flachsbauer selbst in der Form von Samen, Dünger, Viehfutter,
Vieh etc. dem Boden wiedergegeben. In den Teil seines Produkts
also, das er verkauft, nur einzurechnen als capital constant das
déchet seiner Arbeitswerkzeuge etc. Hier müssen wir die zuge-
setzte Arbeit auf wenigstens 2/3 anschlagen und das zu ersetzende
capital constant auf höchstens 1/3.
#102# Drittes Kapitel
-----
Also:
Gesamtprodukt capital constant Ackerbauarbeit konsumierbar
Flachs 3 Ellen 1 Elle 2 Ellen 2 Ellen
9 sh. 3 sh. 6 sh. 6 sh.
9 Arbeitsstd. 3 Arbeitsstd. 6 Arbeitsstd. 6 Arbeitsstd
Es bleiben uns also noch zu berechnen:
1 Elle (3 sh., 3 Arbeitsstd.) = dem capital constant des Flachs-
bauers; 1 1/3 Elle (4 sh., 4 Arbeitsstd.) = dem capital constant
für den Webstuhl. Endlich 1 Elle (3 ah., 3 Arbeitsstd.) für das
G e s a m t p r o d u k t, das in der Spinnmaschine enthalten.
Zunächst also das vom Maschinisten für die Spinnmaschine Verzehr-
bare abzuziehn:
Gesamtprodukt capital constant Maschinenarbeit konsumierbar
zugesetzte
Arbeit
Spinn- 1 Elle 2/3 Ellen 1/3 Elle 1/3 Elle
maschine 3 sh. 2 sh. 1 sh. 1 sh.
3 Arbeitsstd. 2 Arbeitsstd. 1 Arbeitsstd. 1 Arbeitsstd
Ferner die A c k e r b a u m a s c h i n e, das capital con-
stant des Flachsbauers, aufzulösen in seinen konsumierbaren etc.
Teil:
Gesamtprodukt capital constant Maschinenarbeit konsumierbar
Acker- 1 Elle 2/3 Ellen 1/3 Elle 1/3 Elle
bau- 3 sh. 2 sh. 1 sh. 1 sh.
ma- 3 Arbeitsstd. 2 Arbeitsstd. 1 Arbeitsstd. 1 Arbeitsstd
schine
Nehmen wir also den- Teil des Gesamtprodukts zusammen, der sich
in Maschinerie auflöst, so sind es 2 Ellen für den Webstuhl, 1
Elle für die Spinnmaschine, 1 Elle für die Ackerbaumaschine, zu-
sammen 4 Ellen (12 sh., 12 Arbeitsstunden oder 1/3 des Gesamtpro-
dukts der 12 Ellen Leinwand). Von diesen 4 Ellen verzehrbar vom
Maschinisten am Webstuhl 2/3 Ellen, an der Spinnmaschine 1/3, an
der Ackerbaumaschine ditto 1/3, zusammen 1 1/3 Ellen. Bleiben 2
2/3 Ellen, nämlich 4/3 capital constant für den Webstuhl, 2/3 für
die Spinnmaschine und 2 1/3 für die Ackerbaumaschine = 8/3 = 2
2/3 Ellen (= 8 sh. = 8 Arbeitsstunden). Dieses also bildet das zu
ersetzende konstante Kapital des Maschinisten. Worin löst sich
nun dies konstante Kapital auf? Einerseits in sein Rohmaterial,
Eisen, Holz, Riemen usw. Andrerseits aber in den Teil seiner Ar-
beitsmaschine (die er selbst gebaut
#103# A. Smith
-----
haben mag), die er zum Maschinenbauen braucht und die sich ab-
nutzt. Nehmen wir an, daß das Rohmaterial 2/3 dieses konstanten
Kapitals beträgt und die maschinenbauende Maschine 1/3. Dies
letztere 1/3 später zu betrachten. Die 2/3 für Holz und Eisen
¦¦288¦ betragen 2/3 von den 2/3 Ellen oder 2 2/3 Ellen = 8/3 El-
len = 24/9 Ellen. Davon ist 1/3 = 8/9 Also 2/3 = 16/9 Ellen.
Nehmen wir also an, daß hier die Maschinerie 1/3 und die zuge-
setzte Arbeit 2/3 (da nichts für Rohmaterial), so ersetzen 2/3
von den 16/9 Ellen zugefügte Arbeit und 1/3 davon Maschinerie.
Bleiben also wieder für Maschinerie 16/27 Ellen. Das konstante
Kapital des Eisen-, Holzproduzenten, kurz, der extraktiven Indu-
strie besteht nur aus Produktionswerkzeugen, was wir hier im all-
gemeinen Maschinerie nennen, nicht aus Rohmaterial.
Also 8/9 Ellen für die maschinenbauende Maschine. 16/27 Ellen für
die Maschinerie, die der Eisen- und Holzproduzent aufnutzen. Also
24/27 + 16/27 = 40/27 = 1 13/27 Ellen. Diese wären also wieder
dem Maschinenbauer in Rechnung zu bringen.
Maschinerie. 24/27 Ellen bilden den Ersatz für die maschinenbau-
ende Maschine. Diese aber löst sich wieder auf in Rohmaterial
(Eisen, Holz etc.), den Teil Maschinerie, der zum Bau der maschi-
nenbauenden Maschine benutzt wurde, und zugesetzte Arbeit. Also,
wenn jedes der Elemente gleich 1/3, würden für zugesetzte Arbeit
abgehn 8/27 Ellen, und es blieben 16/27 Ellen für das in der ma-
schinenbauenden Maschine zu ersetzende capital constant, also
8/17 Ellen für Rohmaterial und 8/27 Ellen für den Ersatz des
Wertbestandteils, der die zur Formung dieses Rohmaterials
benützte Maschinerie betrifft. (Zusammen 16/27 Ellen).
Andrerseits die 16/27 Ellen, die die Maschinerie des Eisen- und
Holzproduzenten ersetzen, lösen sich ebenfalls auf in Rohmate-
rial, Maschinerie und zugesetzte Arbeit. Letztre 1/3, so =
16/(27x3) = 16/81 Ellen, und das capital constant in diesem Teil
der Maschinerie löst sich auf in 32/81 Ellen, wovon 16/81 für
Rohmaterial, 16/81 das déchet der Maschinerie ersetzen.
Es blieben also in der Hand des Maschinisten als capital constant
zum Ersatz des déchets seiner Maschinerie 8/27 Ellen, womit er
ersetzt das déchet seiner maschinenbauenden Maschine, und 16/81
Ellen für das déchet der vom Eisen- und Holzproduzenten zu erset-
zenden Maschinerie.
Andrerseits hatte er von seinem capital constant zu ersetzen 8/27
Ellen für das Rohmaterial (das in der maschinenbauenden Maschine
enthalten) und 16/81 für das Rohmaterial, das in Maschinen der
Eisen- und Holzproduzenten enthalten. Davon würden sich aber wie-
der 2/3 in zugefügte Arbeit auflösen und 1/3 in abgenutzte Ma-
schinerie. Also von den 24/81 + 16/81
#104# Drittes Kapitel
-----
= 40/81 für Arbeit bezahlt 2/3, also (26 2/3)/81. Es bliebe von
diesem Rohmaterial ¦¦289¦ wieder für Maschinerie zu ersetzen
(13 1/3)/81. Diese (13 1/3)/81 Ellen kehrten also zum Maschinen-
bauer zurück.
Es befänden sich jetzt wieder in der Hand des Maschinisten: 8/27
Ellen für den Ersatz des déchet der maschinenbauenden Maschine,
16/81 für das déchet der vom Eisen- etc. -produzenten zu erset-
zenden Maschinerie, und (13 1/3)/81 für den Maschinerie ersetzen-
den Wertbestandteil im Rohmaterial, Eisen etc.
Und so können wir in die Unendlichkeit weiterrechnen, mit immer
kleineren Fraktionen, aber ohne daß je die 12 Ellen Leinwand auf-
gehn.
Stellen wir kurz den bisherigen Gang unsrer Untersuchung zusam-
men. Erst sagten wir, in den verschiednen Produktionssphären exi-
stiert ein verschiednes Verhältnis zwischen der neuzugesetzten
Arbeit (die teils das capital variable, das in Arbeitslohn ausge-
legt ist, ersetzt, teils den Profit, die unbezahlte Surplusar-
beit, bildet) und dem capital constant, dem diese Arbeit zuge-
setzt wird. Wir können aber ein Durchschnittsverhältnis annehmen,
Z.B. a - zugesetzte Arbeit, b - konstantes Kapital, oder anneh-
men, daß das letztre sich im Durchschnitt zum ersteren verhalte =
2:1 = 2/3:1/3. Wenn dies in jeder Produktionssphäre des Kapitals
sich so verhält, hieß es weiter, so kann in einer bestimmten Pro-
duktionssphäre die zugesetzte Arbeit (Salair und Profit zusammen)
immer nur 1/3 ihres eignen Produkts kaufen, denn Salair und Pro-
fit zusammen bilden nur 1/3 der in dem Produkt realisierten Ge-
samtarbeitszeit. Dem Kapitalisten gehören allerdings auch die 2/3
des Produkts, die sein capital constant ersetzen. Will er die
Produktion aber fortfahren, so muß er sein capital constant er-
setzen, also 2/3 seines Produkts in capital constant rückverwan-
deln. Dazu muß er diese 2/3 verkaufen.
Aber an wen? Das 1/3 des Produkts, das mit der Summe von Profit
und Salair gekauft werden kann, haben wir schon abgezogen.
Stellte diese Summe 1 Arbeitstag oder 12 Std. vor, so stellt der
Teil des Produkts, dessen Wert = dem capital constant, 2 Arbeits-
tage oder 24 Std. vor. Also nehmen wir an, daß das zweite 1/3 des
Produkts von Profit und Salair in einem andren Produktionszweig
und das letzte 1/3 wieder von Profit und Salair in einem dritten
Produktionszweig gekauft werden. Aber dann haben wir das capital
constant des Produkts I nur mit Salair und Profit ausgetauscht,
d.h. gegen neuzugesetzte Arbeit, indem wir die ganze zugesetzte
Arbeit des
#105# A. Smith
-----
Produkts II und des Produkts III in Produkt I konsumieren ließen.
Von den 6 Arbeitstagen, die in Produkt II und III enthalten,
sowohl in neuzugefügter Arbeit wie in präexistierender, wurde
keiner ersetzt, gekauft, weder durch die in Produkt 1 noch durch
die in Produkt II und III enthaltne Arbeit. So müßten wir wieder
die Produzenten andrer Produkte ihre ganze zugefügte Arbeit in
Produkt II und III auslegen lassen usw. Schließlich müßten wir
bei einem Produkt x stillstehn, worin die zugefügte Arbeit so
groß wie das capital constant aller früheren Produkte; aber sein
eignes um 2/3 größres capital constant wäre unverkaufbar. Das
Problem wäre also um keinen Punkt aus der Stelle gerückt. Beim
Produkt x wie bei Produkt I bliebe die Frage. An wen wird der
Teil des Produkts verkauft 1*), der das capital constant ersetzt?
Oder soll das dem Produkt zugefügte 1/3 neuer Arbeit die im Pro-
dukt enthaltnen 1/3 neuer Arbeit + 2/3 präexistierender Arbeit
ersetzen? Soll 1/3 = 3/3 sein?
Also zeigte sich hier, daß das shifting 2*) der Schwierigkeit von
Produkt I zu Produkt II etc., kurz, die Vermittlung durch den
bloßen Warenaustausch, nichts nützt.
¦¦290¦ Wir hatten also die Frage anders zu stellen.
Wir nahmen an, 12 Ellen Leinwand = 36 sh. = 36 Arbeitsstunden
seien ein Produkt, worin 12 Arbeitsstunden oder 1 Arbeitstag des
Webers enthalten (notwendige Arbeit und Surplusarbeit zusammen,
also = Summe des Profits und Salairs), 2/3 aber den Wert des in
der Leinwand enthaltnen capital constant, Garn und Maschinerie
etc. vorstellen. Wir nahmen ferner an, um die Zuflucht zu Aus-
flüchten und Zwischentransaktionen abzuschneiden, die Leinwand
sei derart, daß sie nur für die individuelle Konsumtion bestimmt
sei, also nicht etwa wieder den Rohstoff eines neuen Produkts
bilde. Wir nahmen damit an, daß sie ein Produkt sei, das von Sa-
lair und Profit bezahlt werden, sich gegen Revenue austauschen
muß. Um endlich zu vereinfachen, unterstellen wir, daß kein Teil
des Profits sich wieder in Kapital verwandelt, sondern daß der
ganze Profit in Revenue ausgelegt wird.
Was die ersten 4 Ellen betrifft, das erste 1/3 des Produkts, =
den 12 von dem Weber zugefügten Arbeitsstunden, so sind wir rasch
damit fertig. Sie lösen sich in Salair und Profit auf; ihr Wert
ist so groß wie der Wert der Summe von Profit und Salair des We-
bers. Sie werden also von ihm und seinen Arbeitern selbst konsu-
miert. Diese Lösung für die 4 Ellen ist absolut. Denn werden Pro-
fit und Salair nicht in Leinwand, sondern einem andren Produkt
-----
1*) In der Handschrift: ersetzt - 2*) Verschieben
#106# Drittes Kapitel
-----
konsumiert, so dies nur, weil die Produzenten eines andren Pro-
dukts den von ihnen selbst konsumierbaren Teil desselben in Lein-
wand statt in ihrem eignen Produkt konsumieren. Werden von den 4
Ellen Leinwand z.B. nur 1 Elle von dem Leinweber selbst konsu-
miert, 3 Ellen aber in Fleisch, Brot, Tuch, so ist nach wie vor
der Wert der 4 Ellen Leinwand von den Leinwebern selbst verzehrt,
nur daß sie 3/4 dieses Werts in der Form andrer Waren konsumier-
ten, während die Produzenten dieser andren Waren die von ihnen
als Salair und Profit konsumierbaren Fleisch, Brot, Tuch in der
Form Leinwand konsumiert haben. {Hier, wie bei dieser ganzen Un-
tersuchung, natürlich immer unterstellt, daß die Ware sich ver-
kauft und zu ihrem Wert verkauft.}
Aber jetzt kommt das eigentliche Problem. Das capital constant
des Webers existiert jetzt in der Form von 8 Ellen Leinwand = 24
Arbeitsstunden = 24 sh.); er muß, will er die Produktion fortset-
zen, diese 8 Ellen Leinwand in Geld, 2 l., verwandeln und mit
diesen 2 l. die auf dem Markt befindlichen, neuproduzierten Waren
kaufen, aus denen sein capital constant besteht. Um die Frage zu
vereinfachen, angenommen, daß er seine Maschinerie nicht in einem
Umkreis von Jahren ersetzt, sondern daß er täglich aus dem Erlös
seines Produkts in natura den Teil der Maschinerie zu ersetzen
habe, der gleich ist dem täglich vernichteten Teil des Werts der
Maschinerie. Er muß den Teil des Produkts, der gleich dem Wert
des in ihm konsumierten capital constant, ersetzen durch die Ele-
mente dieses capital constant oder durch die gegenständlichen
Produktionsbedingungen seiner Arbeit. Andrerseits geht sein Pro-
dukt, die Leinwand, nicht ein als Produktionsbedingung in irgend-
eine andre Produktionssphäre, sondern in die individuelle Konsum-
tion. Er kann den Teil seines Produkts, der sein capital constant
repräsentiert, also nur ersetzen, indem er es gegen Revenue aus-
tauscht oder gegen den Wertteil des Produkts der andren Produzen-
ten, der sich in Salair und Profit, hinc 1*) in neuzugesetzte Ar-
beit auflöst. So ist das Problem in seiner richtigen Form ge-
stellt. Es fragt sich nur, unter welchen Bedingungen es lösbar?
Eine Schwierigkeit, die sich bei unsrer ersten Auffassung ergab,
ist jetzt teilweis schon beseitigt. Obgleich in jeder Produkti-
onssphäre die zugesetzte Arbeit = 1/3, das capital constant nach
der Annahme = 2/3, so ist dies 1/3 zugesetzte Arbeit oder die
Wertsumme der Revenue (der Salaire und Profite; von dem Teil des
Profits, der sich wieder in Kapital verwandelt, wird hier, wie
schon zuvor bemerkt, abstrahiert) nur verzehrbar in den Produkten
-----
1*) daher
#107# A. Smith
-----
der Industriezweige, die unmittelbar für die individuelle Konsum-
tion arbeiten. Die Produkte aller andren Industriezweige können
nur als Kapital verzehrt werden, nur in die industrielle Konsum-
tion eingehn.
¦¦291¦ Das capital constant, repräsentiert durch die 8 Ellen (=
24 Std. 24 sh.), besteht aus Garn (Rohstoff) und Maschinerie. Sa-
gen wir 3/4 Rohstoff und 1/4 Maschinerie. (Unter den Rohstoff
können hier außerdem alle matériaux instrumentaux 1*) gezählt
werden wie Öl, Kohle etc., doch bleibt dies der Vereinfachung we-
gen besser ganz weg.) Das Garn würde kosten 18 sh. oder 18 Ar-
beitsstunden = 6 Ellen; die Maschinerie 6 sh. = 6 Arbeitsstunden
= 2 Ellen.
Kauft der Weber also mit seinen 8 Ellen für 6 Ellen Garn und für
2 Ellen Maschinerie, so hätte er mit seinem capital constant von
8 Ellen nicht nur das capital constant des Spinners und des Web-
stuhlfabrikanten gedeckt, sondern auch die von ihnen neuzugefügte
Arbeit. Ein Teil von dem, was als capital constant des Webers er-
scheint, stellt sich also als neuzugesetzte Arbeit auf Seite des
Spinners und Maschinisten dar und löst sich daher für sie nicht
in Kapital, sondern in Revenue auf.
Von den 6 Ellen Leinwand kann der Spinner 1/3 = 2 Ellen selbst
verzehren (= neuzugesetzter Arbeit, Profit und Salair). Aber 4
Ellen ersetzen ihm nur Flachs und Maschinerie. Also sage 3 Ellen
für Flachs, 1 Elle für Maschinerie. Die muß er weiterzahlen. Von
den 2 Ellen kann der Maschinist 2/3 Ellen selbst verzehren; aber
4/3 ersetzen ihm nur Eisen und Holz, kurz, Rohmaterial und zum
Bau der Maschine angewandte Maschinerie. Also sage, von den 4/3
Ellen 1 Elle für Rohmaterial und 1/3 Elle für Maschinen. Wir ha-
ben bisher von den 12 Ellen konsumiert: 1. 4 für den Weber, 2. 2
für den Spinner und 3. 2/3 für den Maschinisten; zusammen 6 2/3.
Bleiben also zu berechnen 5 1/3. Und zwar lösen sich diese 5 1/3
auf wie folgt:
Der Spinner hat zu ersetzen von dem Wert von 4 Ellen 3 für
Flachs, 1 für Maschinerie.
Der Maschinist hat zu ersetzen von dem Wert von 4/3 Ellen 1 für
Eisen etc., 1/3 für Maschinerie (die von ihm selbst im Maschinen-
bau benutzte).
Die 3 Ellen für Flachs werden also von dem Spinner an den Flachs-
bauer gezahlt. Bei diesem findet aber die Eigentümlichkeit statt,
daß 1 Teil seines capital constant (nämlich Samen, Dünger etc.,
kurz, alle Produkte der Erde, die er der Erde wiedergibt) gar
nicht in Zirkulation tritt, also von dem Produkt das er verkauft,
nicht abgezogen zu werden braucht; dies Produkt vielmehr bloß zu-
gesetzte Arbeit ausdrückt und sich daher bloß in Salair und
-----
1*) Hilfsstoffe
#108# Drittes Kapitel
-----
Profit auflöst (außer dem Teil, der Maschinerie, künstlichen Dün-
ger etc. ersetzt). Nehmen wir also wie bisher an, daß 1/3 des Ge-
samtprodukts zugesetzte Arbeit, so würde 1 Elle von den 3 unter
dieser Kategorie abgehn. Nehmen wir für die 2 andren Ellen wie
früher 1/4 für Maschinerie, so wären das 2/4 Ellen. Die andren
6/4 dagegen wären ebenfalls für zugesetzte Arbeit, da in diesem
Teil des Produkts des Flachsbauers kein konstantes Kapital ent-
halten ist, das er früher schon abgezogen hat. Also gingen bei
dem Flachsbauer für Salair und Profit ab 2 2/4 Ellen. Es blieben
für Maschinerie zu ersetzen 2/4 Ellen. (Von den 5 1/3 Ellen, die
wir zu konsumieren hatten, gingen also ab 2 2/4 (5 4/12 - 2 16/12
= 2 10/12 = 2 5/6 Ellen).) Diese letzten 2/4 Ellen wären also von
dem Flachsbauer anzuwenden, um Maschinerie zu kaufen.
Die Rechnung des Maschinisten stünde jetzt so: Er hat von dem ca-
pital constant für den Webstuhl 1 Elle für Eisen etc. ausgegeben;
1/3 Elle für die Abnützung der maschinenbauenden Maschine in der
Produktion des Webstuhls.
Ferner kauft aber der Spinner vom Maschinisten für 1 Elle Spinn-
maschine und der Flachsbauer für 2/4 Ellen Ackergerät. Von diesen
6/4 Ellen hat der Maschinist 1/3 zu konsumieren für zugesetzte
Arbeit und 2/3 für das in der Spinnmaschine und dem Ackergerät
ausgelegte capital constant zu verausgaben. 6/4 sind aber =
18/12. Also 6/12 Ellen hätte der Maschinist ¦¦292¦ wieder zu ver-
zehren, 12/12 oder 1 Elle in capital constant aufzulösen. (Von
den 2 5/6 noch nicht konsumierten Ellen geht also 1/2 Elle ab.
Bleibt 14/6 Ellen, oder 2 2/6 oder 2 1/3 Ellen.)
Von dieser Elle hätte der Maschinist 3/4 in Rohmaterial, Eisen
und Holz etc. auszulegen, 1/4 zum Ersatz sich selbst für die ma-
schinenbauende Maschine zu zahlen.
Die Gesamtrechnung stünde also jetzt so:
Für den Webstuhl: 1 Elle Rohmaterial, 1/3 Elle
für Abnutzung seiner eignen Maschinerie
Konstantes Kapital{
des Maschinisten Für Spinnmaschine und Ackerbaugerät: 3/4 Ellen
Rohmaterial, 1/4 Elle für Abnutzung seiner
eignen Maschinerie
----------------------------------------------
Hence 1*) = 1 3/4 Ellen für Rohmaterial; 1/3 +
1/4 für Abnutzung seiner eignen Maschinerie
Die 1 3/4 Ellen oder 7/4 Ellen kaufen also vom Eisen- und Holzfa-
brikanten Eisen und Holz zu diesem Wert. 7/4 = 21/12. Aber hier
neue Frage. Bei dem
-----
1*) Demnach
#109# A.Smith
-----
Flachsbauer ging das Rohmaterial, dieser Teil des capital con-
stant, nicht in sein verkauftes Produkt ein, weil es bereits ab-
gezogen war. Hier müssen wir das ganze Produkt auflösen in zuge-
setzte Arbeit und Maschinerie. Nähmen wir selbst an, daß hier die
zugesetzte Arbeit = 2/3 des Produkts die Maschinerie = 1/3, so
wären verzehrbar 14/12/. Und es bliebe als capital constant 7/12
für Maschinerie. Diese 7/12 würden zum Maschinisten zurückkehren.
Der Rest der 12 Ellen bestünde also aus 1/3 + 1/4 Ellen, die der
Maschinist sich für Abnutzung seiner eignen Maschinerie zu zahlen
hätte, und aus 7/12 Ellen, die ihm der Eisen- und Holzfabrikant
für Maschinerie retourniert. Also 1/3 + 1/4 = 4/12 + 3/12 = 7/12.
Dazu die vom Eisen- und Holzfabrikant retournierten 7/12.
(Zusammen 14/12 = 1 2/12 = l 1/6).
Die Maschinerie und Arbeitsinstrumente des Eisen- und Holzfabri-
kanten müssen ganz so gut vom Maschinisten gekauft werden als die
des Webers, Spinners und Flachsbauers. Also von den 7/12 Ellen
sei 1/3 = 2/12 zugesetzte Arbeit. Diese 2/12 Ellen können also
noch konsumiert werden.
Die übrigen 5/12 (eigentlich 4/12 und (2/3)/12, aber so genau
kommt's nicht an) stellen das in der Axt des Holzhauers und der
Maschine des Eisenfabrikanten enthaltne capital constant vor, 3/4
gleich Roheisen, Holz etc. und 1/4 = abgenutzter Maschinerie.
(Bleiben von den 14/12 Ellen 12/12 Ellen, oder 1 Elle = 3 Ar-
beitsstunden = 3 sh.) Also von der 1 Elle 1/4 Elle zur Ersetzung
der maschinenbauenden Maschine und 3/4 Ellen für Holz, Eisen etc.
Also für déchet der maschinenbauenden Maschine 7/12 Ellen + 1/4
Elle = 7/12 + 3/12 = 10/12 Ellen. Andrerseits die 3/4 Ellen für
Holz und Eisen wäre es nun ganz nutzlos wieder in ihre Bestand-
teile aufzulösen und einen Teil davon wieder dem Maschinisten zu
retournieren, der einen Teil davon wieder dem Eisen- ¦¦293¦ und
Holzfabrikanten retourniert. Es bliebe immer ein Rest und pro-
gressus in infinitum 1*).
[c) Austausch von Kapital gegen Kapital zwischen den Produzenten
Von Produktionsmitteln. Jährliches Produkt der Arbeit und das
Produkt jährlich neuzugesetzter Arbeit]
Nehmen wir also die Sache, wie sie jetzt steht.
10/12 oder 5/6 Ellen Wert hat der Maschinist sich selbst in der
abgenutzten Maschine zu ersetzen.
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1*) Fortschreiten ins Unendliche
#110# Drittes Kapitel
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3/4 oder 9/12 Ellen stellen soviel Wert an Holz und Eisen vor.
Der Maschinist hat sie dem Eisen- und Holzfabrikanten gegeben, um
sein Rohmaterial zu ersetzen. 19/12 Ellen oder 1 7/12 Elle halten
wir als Residuum.
Die 5/6 Ellen, die der Maschinist als Residuum behält, zum Ersatz
seines déchet = 15/6 sh. = 15/6 Arbeitsstunden, also = 2 3/6 oder
2 1/2 sh., oder 2 1/2 Arbeitsstunden. Für diesen Wert kann der
Maschinist keine Leinwand annehmen; er müßte sie selbst wieder
verkaufen, um mit den 2 1/2 sh. das déchet seiner Maschinerie zu
ersetzen, in einem Wort, neue maschinenfabrizierende Maschinen zu
fabrizieren. Aber an wen verkaufen? Produzenten andrer Produkte?
(außer Eisen und Holz?) Aber diese Produzenten haben alles in
Leinwand verzehrt, was sie darin verzehren können. Austauschbar
gegen andre Produkte (außer den in ihrem capital constant ent-
haltnen oder der Arbeit, worin sich dies Kapital auflöst) sind
nur die 4 Ellen, die das Salair und Profit des Webers bilden. Und
diese haben wir bereits in Rechnung gebracht. Oder soll er Arbei-
ter damit zahlen? Aber wir haben bereits alles von seinen Produk-
ten abgezogen, was die Arbeit daran zusetzt, und es alles in
Leinwand konsumieren lassen.
Um der Sache eine andre Form zu geben:
Der Weber hat zu ersetzen
für Maschinerie = 2 Ellen = 6 sh. = 6 Arbeitsstunden
Der Spinner ditto ditto = 1 = 3 sh. = 3 Arbeitsstunden
Der Flachsbauer ditto ditto = 2/4 = 1 1/2 sh = 1 1/2 Arb.std.
Der Eisen- und
Holzproduzent ditto = 7/12 = 1 3/4 sh = 1 3/4 Arb.std.
-----------------------------------------------------------------
Summa der in Maschinerie ausgelegten
Ellen oder des Teils des Werts der Leinwand,
der aus Maschinerie
besteht = 4 1/12 Ellen = 12 1/4 sh = 12 1/4 Arbeitestd.
Von diesen 4 1/12 Ellen (= 12 1/4 sh. = 12 1/4 Arbeitsstd.) wären
2/3 für Rohmaterial, Arbeit, 2/3 für capital constant. Also 4/3,
1/36 für Arbeit (Profit und Salair) = 1 1/3 + 1/36 = 1 39/108 El-
len werden verzehrt.
Um die Rechnung zu vereinfachen, sage 4 Ellen = 12 sh. = 12 Ar-
beitsstunden. Davon für Arbeit (Profit und Salair) 1/3 = 4/3 El-
len = 1 1/3 Ellen. Blieben für capital constant 2 2/3. Davon 3/4
für Rohmaterial, 1/4 für déchet der Maschinerie. 2 2/3 = 8/3 =
32/12. Davon 1/4 = 8/12.
Diese 8/12 Ellen für déchet der Maschinerie alles, was auf dem
Buckel des Maschinisten bleibt. Denn 24/12 oder 2 Ellen zahlt er
für den Rohstoff an den Eisen- und Holzfabrikanten.
¦¦294¦ Es ist nun falsch, die Eisen- und Holzfabrikanten wieder
für Maschinerie zu belasten, da alles, was sie an Maschinerie zu
ersetzen haben, nämlich 7/12 Ellen, bereits dem Maschinisten in
Rechnung gebracht ist.
#111# A. Smith
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Unter sein Item ist die ganze Maschinerie, die sie zur Produktion
von Eisen und Holz brauchen, bereits eingerechnet, kann also
nicht zum zweitenmal in Rechnung kommen. Die schließlichen 2 El-
len für Eisen und Holz (das Residuum von 2 8/12) lösen sich also
rein in Arbeit auf, da hier kein Rohstoff, können also in Lein-
wand konsumiert werden.
Das ganze Residuum, was also bleibt, sind 8/12 Ellen oder 2/3 El-
len für déchet der vom Maschinisten angewandten Maschinerie.
Das ganze Problem ist zum Teil dadurch gelöst worden, daß der
Teil des capital constant des Ackerbauers, der sich nicht selbst
in neuzugesetzte Arbeit auflöst oder in Maschinerie, gar nicht
zirkuliert, sondern schon abgezogen wird, in seiner eignen Pro-
duktion sich selbst ersetzt, also auch, mit Abzug der Maschine-
rie, sein ganzes z i r k u l i e r e n d e s Produkt sich in
Salair und Profit auflöst, daher in Leinwand konsumiert werden
kann. Dies war ein Teil der Auflösung.
Der andre Teil bestand darin, daß das, was in einer Produktions-
sphäre als capital constant erscheint, in den andren Produktions-
sphären als während desselben Jahrs zugesetzte neue Arbeit er-
scheint. Das, was in der Hand des Webers als capital constant er-
scheint, löst sich zum großen Teil in Revenue des Spinners, Ma-
schinisten, Flachsbauers und Eisen- und Holzproduzenten auf (des
Kohlengräbers etc. Doch der Vereinfachung halber dies nicht her-
eingebracht). (Dies ist so klar, daß z.B., wenn derselbe Fabri-
kant spinnt und webt, sein capital constant kleiner erscheint als
das des Webers und die von ihm zugesetzte Arbeit größer, d.h. der
Teil seines Produkts, der sich in zugesetzte Arbeit, Revenue,
Profit und Salair, auflöst. So war beim Weber die Revenue = 4 El-
len = 12 sh.; das capital constant = 8 Ellen = 24 sh. Spinnt und
webt er zugleich, so ist seine Revenue = 6 Ellen. Sein capital
constant = 6 Ellen ditto; nämlich 2 Ellen = Webstuhl, 3 Ellen
Flachs und 1 Elle Spinnmaschine.)
Drittens aber bestand die bis jetzt gefundne Auflösung darin, daß
alle Produktionsprozesse, die nur Rohstoff oder Produktionsmittel
für das Produkt liefern, das schließlich in die individuelle Kon-
sumtion eingeht, ihre Revenue, Profit und Salair, die neuzuge-
setzte Arbeit, nicht in ihrem eignen Produkt, sondern den Wert-
teil dieses Produkts, der sich in Revenue auflöst, nur in dem
konsumierbaren Produkt verzehren können oder, was dasselbe, gegen
konsumierbares Produkt andrer Produzenten zu demselben Wertbetrag
[austauschen müssen]. Ihre neuzugesetzte Arbeit geht als Wertbe-
standteil in das schließliche Produkt ein, wird aber nur in ihm
konsumiert, während es seinem Gebrauchswert nach in demselben als
Rohstoff oder aufgezehrte Maschinerie enthalten ist.
#112# Drittes Kapitel
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Der Teil des Problems, der also noch zu lösen bleibt, hat sich
darauf reduziert: Was wird aus den 2/3 Ellen für das déchet nicht
der angewandten Arbeitsmaschinen, denn diese lösen sich auf in
neue Arbeit, nämlich neue Arbeit, die dem Rohmaterial, das als
solches selbst kein kostendes Rohmaterial hat, die Form neuer Ma-
schinerie gibt, sondern aus dem déchet der maschinenbauenden Ma-
schine des Maschinisten? Oder in andrer Form: Unter welchen Be-
dingungen kann dieser Maschinist die 2/3 Ellen = 2 sh. 2 Arbeits-
stunden in Leinwand konsumieren und zugleich seine Maschinerie
ersetzen? Dies ist die wahre Frage. Das fact findet statt. Es
findet notwendig statt. Also Problem: Wie erklärt sich dies Phä-
nomen?
¦¦295¦ Den Teil des Profits, der sich in neues Kapital verwandelt
(also sowohl zirkulierendes wie fixes, variables wie konstantes
Kapital) lassen wir hier ganz außer acht. Er hat mit unsrem Pro-
blem nichts zu tun, denn hier wird das neue variable Kapital
sowohl wie das neue konstante durch neue Arbeit (einen Teil der
Surplusarbeit) geschaffen und ersetzt.
Diesen case 1*) also beiseite gesetzt, wird die Summe der zuge-
setzten neuen Arbeit, des Jahres z.B., = der Summe des Profits
und Salairs sein, i.e. = der Summe der jährlichen R e v e n u e,
ausgegeben in Produkten, die in die individuelle Konsumtion ein-
gehn, wie Nahrung, Kleidung, Feurung, Wohnung, Möbel etc.
Die Summe dieser in die Konsumtion eingehenden Produkte ist dem
Wert nach = der Summe der jährlich zugesetzten Arbeit (der
Wertsumme der Revenue). Dies Arbeitsquantum muß = sein der Summe
der in diesen Produkten enthaltnen Arbeit, zugesetzter und prä-
existierender. Es muß in diesen Produkten nicht nur die neuzuge-
setzte Arbeit, sondern auch das in ihnen enthaltne konstante Ka-
pital gezahlt werden. Ihr Wert ist also = der Summe der Profite
und Salaire. Wenn wir die Leinwand als Beispiel nehmen, so reprä-
sentiert uns die Leinwand die Summe der in die individuelle Kon-
sumtion jährlich eingehenden Produkte. Diese Leinwand muß nicht
nur dem Wert gleich sein aller ihrer Wertelemente, sondern ihr
ganzer Gebrauchswert muß verzehrbar sein von den verschiednen
Produzenten, die sich in sie teilen. Ihr ganzer Wert muß sich in
Profit und Salair auflösen lassen, d.h. in neuzugesetzte jährli-
che Arbeit, obgleich sie aus zugesetzter Arbeit und konstantem
Kapital besteht.
Dies erklärt sich zum Teil, wie gesagt, daraus:
Erstens: Ein Teil des capital constant, der zur Produktion der
Leinwand erfordert ist, geht nicht in sie ein, weder dem Ge-
brauchswert nach noch dem
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1*) Fall
#113# A. Smith
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Tauschwert nach. Es ist dies der Teil des Flachses, der sich in
Samen etc. auflöst; der Teil des konstanten Kapitals 1*) des Ac-
kerbauprodukts, der nicht in Zirkulation tritt, sondern direkt
oder indirekt der Produktion, der Erde, wiedergegeben wird. Die-
ser Teil ersetzt sich selbst, braucht also nicht von der Leinwand
zurückgezahlt zu werden. {Ein Bauer mag seine ganze Ernte, sage
120 qrs., verkaufen. Dann muß er aber von einem andren Bauer z.B.
12 qrs. Samen kaufen, und dieser hat dann von seinen 120 qrs.
statt 12 qrs. 24 qrs., statt 1/10, 1/5 von seinem Produkt als Sa-
men zu verwenden. Nach wie vor sind von den 240 qrs. 24 qrs. als
Samen der Erde zurückgegeben. Allerdings macht dies einen Unter-
schied in der Zirkulation. Im ersten Fall, wo jeder 1/10 abzieht,
treten in Zirkulation 216 qrs. Im zweiten Fall treten in Zirkula-
tion 120 qrs. von dem ersten und 108 qrs. von dem zweiten, also
228 qrs. An den wirklichen Konsumenten kommen nach wie vor nur
216 qrs. Hier also schon ein Beispiel, daß die Summe der Werte
zwischen dealers und dealers größer ist als die Summe der Werte
zwischen dealers und consumers. [52]} (Dieselbe Differenz ferner
in allen Fällen, wo ein Teil des Profits sich in neues Kapital
verwandelt, ferner die Transaktionen zwischen dealers und dealers
sich über viele Jahre erstrecken etc.)
(Dieser Teil des zur Produktion der Leinwand [erheischten kon-
stanten Kapitals], d.h. der konsumablen Produkte, hat also einen
bedeutenden Teil des zu ihrer Produktion erheischten konstanten
Kapitals nicht zu ersetzen.
Zweitens. Ein großer Teil des in der Leinwand, d.h. dem jährli-
chen konsumablen Produkt, erheischten capital constant erscheint
auf einer Stufe als capital constant, auf der andren als neuzuge-
setzte Arbeit und löst sich daher in der Tat in Profit und Sa-
lair, Revenue für den einen auf, während dieselbe Wertsumme als
Kapital für den andren erscheint. So ein Teil des capital con-
stant [des Webers] in der Arbeit des Spinners etc.
¦¦296¦ Drittens. In allen den Zwischenprozessen, die nötig sind,
bis das konsumable Produkt hergestellt ist, geht von den Produk-
ten, außer dem Rohstoff und einigen matériaux instrumentaux, ein
großer Teil nie in den Gebrauchswert, sondern nur als Wertbe-
standteil in das konsumierbare Produkt ein, wie Maschinerie,
Kohle, Öl, Talg, Riemen etc. In jedem dieser Prozesse, die in der
Tat immer nur das konstante Kapital für die nächste Stufe produ-
zieren - soweit sie durch Teilung der gesellschaftlichen Arbeit
als besondre Geschäftszweige erscheinen -, löst sich das Produkt
jeder Stufe auf in einen Teil, der neuzugesetzte Arbeit darstellt
(sich in Profit und Salair und unter der obigen gemachten Klausel
[53] in Revenue auflöst) und in
-----
1*) In der Handschrift: Teils
#114# Drittes Kapitel
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einen andren Teil, der den Wert des konsumierten capital constant
vertritt. Es ist also klar, daß in jeder dieser Produktionssphä-
ren auch nur der Teil des Produkts von seinem eignen Produzenten
verzehrt werden könnte, der sich in Salair und Profit auflöst,
der übrigbleibt nach Abzug der Produktenmasse gleich dem Wert des
in ihnen enthaltnen capital constant. Aber keiner dieser Produ-
zenten verzehrt irgendeinen Teil dieser Produkte der Vorstufe,
der Produkte aller der Stufen, die in der Tat nichts als capital
constant für eine weitre Stufe produzieren.
Obgleich also das schließliche Produkt - die Leinwand, die alle
konsumablen Produkte repräsentiert - aus neuzugesetzter Arbeit
und capital constant besteht, die letzten Produzenten dieses kon-
sumablen Produkts also nur den Teil desselben verzehren können,
der sich in letztzugesetzte Arbeit, in die Summe der Salaire und
Profite, in ihre Revenue auflöst, so verzehren, realisieren alle
Produzenten von konstantem Kapital ihre neuzugesetzte Arbeit nur
in dem konsumablen Produkt. Obgleich dies also aus zugesetzter
Arbeit und capital constant besteht, besteht sein Kaufpreis - au-
ßer dem Teil seines Produkts = dem Quantum der letztzugesetzten
Arbeit - aus der Gesamtquantität aller in der Produktion seines
capital constant zugesetzten Arbeit. Sie realisieren alle ihre
zugesetzte Arbeit, statt in ihrem eignen Produkt, in dem konsum-
ablen - so daß es soweit dasselbe ist, als ob es nur aus Salair
und Profit, aus zugesetzter Arbeit bestünde.
Von dem konsumablen Produkt, der Leinwand (der Austausch der kon-
sumablen Produkte unter sich und die Verwandlung der Waren vorher
in Geld ändern nichts an der Sache), ziehn die Produzenten, aus
deren Sphäre es finished 1*) hervorgeht, selbst den Teil des Pro-
dukts ab, der gleich ihrer Revenue, = der letzt von ihnen zuge-
setzten Arbeit, = der Summe der Salaire und Profite. Mit dem and-
ren Teil des konsumablen Produkts zahlen sie den Wertbestandteil
der Produzenten, die ihnen zunächst ihr capitat constant liefern.
Dieser ganze Teil ihres konsumablen Produkts deckt also den Wert
der Revenue und des konstanten Kapitals der nächsten Produzenten
dieses konstanten Kapitals. Diese halten aber nur den Teil des
konsumablen Produkts, dessen Wert = ihrer Revenue. Mit dem andren
zahlen sie wieder die Produzenten ihres konstanten Kapitals, =
Revenue + konstantem Kapital. Die R e c h n u n g k a n n
a b e r n u r a u f g e h n, wenn mit dem letzten Teil der
Leinwand, des konsumablen Produkts, nur Revenue, neuzugesetzte
Arbeit, nicht konstantes Kapital zu ersetzen ist. Denn die Lein-
wand geht der Voraussetzung nach nur in die Konsumtion ein und
bildet nicht wieder das konstante Kapital einer andren Produkti-
onsphase.
-----
1*) fertig
#115# A. Smith
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Für einen Teil des Ackerbauprodukts dies bereits nachgewiesen.
Überhaupt sind es nur die als Rohstoff in das Schlußprodukt ein-
gehnden Produkte, von denen gesagt werden kann, daß sie als Pro-
dukte konsumiert werden. Die andren gehn nur als Wertbestandtelle
in das konsumable Produkt ein. Das konsumable Produkt wird von
der Revenue gekauft, also von Salair und Profit. Die Summe seines
Werts muß also in Salair und Profit, d.h. in die in allen seinen
Stufen zugesetzte Arbeit, auflösbar sein. Es fragt sich nun, exi-
stiert außer dem Teil des Agrikulturprodukts, der von dem Produ-
zenten selbst der ¦¦297¦ Produktion wiedergegeben wird, Samen,
Vieh, Dünger etc., noch ein andrer Teil des konstanten Kapitals,
der nicht als Werthestandteil in das konsumable Produkt eingeht,
sondern im Prozeß der Produktion selbst sich in natura ersetzt?
Es kann hier natürlich vom capital fixe in allen Formen nur so-
weit die Rede sein, als sein Wert selbst in die Produktion ein-
geht und konsumiert wird.
Außer in der Agrikultur (darunter Viehzucht, Fischzucht, (wo Re-
produktion künstlich betrieben), Holzzucht, (wo Reproduktion)
etc.) - also außer für alle Rohstoffe der Kleidung, eigentlichen
Nahrungsmittel und großen Teil der in das industrielle capital
fixe eingehnden Produkte, wie Segel, Seile, Riemen etc. - in der
Produktion der Minen, Gruben zum Teil Ersetzen des capital con-
stant in natura aus dem Produkt, so daß der in die Zirkulation
eingehnde Teil diesen Teil des capital constant nicht zu ersetzen
hat. Z.B. in der Kohlenproduktion wird ein Teil der Kohle be-
nutzt, um die Dampfmaschine in Bewegung zu setzen, die Wasser
auspumpt oder Kohlen hervorzieht. Der Wert des jährlichen Pro-
dukts also teilweise = dem Teil der in Kohle präexistierenden und
in der Kohlenproduktion konsumierten Arbeit, teilweise = dem
Quantum zugesetzter Arbeit (von dem déchet der Maschinerie etc.
abgesehn). Von dem Gesamtprodukt wird aber der in Kohle selbst
bestehende Teil des capital constant direkt abgezogen und der
Produktion wiedergegeben. Niemand hat diesen Teil dem Produzenten
zu ersetzen, da er ihn sich selbst ersetzt. Ist die Produktivität
der Arbeit weder gefallen noch gestiegen, so ist auch der Wert-
teil, den dieser Teil des Produkts vorstellt, unverändert geblie-
ben, = einem bestimmten aliquoten Teil des im Produkt existieren-
den, teils als präexistierendes, teils im Jahr zugesetzten, Ar-
beitsquantums. Auch bei der sonstigen Minenindustrie zum Teil Er-
setzen des capital constant in natura.
Abfälle der Produkte, wie z.B. Baumwollabfälle etc., als Dünger
wieder dem Acker zugeführt oder zum Rohmaterial andrer Industrie-
zweige
#116# Drittes Kapitel
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gemacht, wie z.B. Leinwandlumpen [bei Herstellung] des Papiers.
In solchen Fällen, wie im ersten, kann der Teil des capital con-
stant einer Industrie sich direkt mit dem capital constant der
andren austauschen. Z.B. Baumwolle mit Baumwollabfall als Dünger.
Im allgemeinen aber Hauptunterschied zwischen Maschinenfabrika-
tion und Urproduktion (der Rohstoff 1*), Eisen, Holz, Kohlen) und
den andren Produktionsphasen: In den andren findet keine Wechsel-
wirkung statt. Leinwand kann nicht Teil des capital constant des
Spinners werden. Garn nicht (als solches) des Flachsbauers oder
des Maschinisten. Aber das Rohmaterial der Maschine ist, außer
solchen Agrikulturprodukten wie Riemen, Seilen usw., Holz, Eisen,
Kohle, während andrerseits die Maschinerie wieder als Produkti-
onsmittel in das capital constant des Holz-, Eisen-, Kohlenprodu-
zenten etc. eingeht. In der Tat also ersetzen sich beide einen
Teil ihres capital constant in natura. Es findet hier Austausch
von capital constant gegen capital constant statt.
Das bloße Berechnen ist hier nicht die Sache. Der Eisenproduzent
berechnet dem Maschinisten das déchet der in der Eisenproduktion
aufgenutzten Maschinerie und der Maschinenfabrikant dem Eisenpro-
duzenten das déchet seiner im Maschinenbau aufgenutzten Maschine-
rie. Laß den Eisen- und Kohlenproduzenten eine Person sein. Er-
stens ersetzt er sich die Kohle selbst, wie wir gesehn haben.
Zweitens der Wert seines Gesamtprodukts von Eisen und Kohle = dem
Wert der zugesetzten Arbeit + der in der aufgenutzten Maschinerie
präexistierenden Arbeit. Von diesem Gesamtprodukt, nach Abzug des
Eisenquantums, was den Wert der Maschinerie ersetzt, bleibt das
Eisenquantum, was sich in zugesetzte Arbeit auflöst. Der letztre
Teil bildet das Rohmaterial der Maschinenfabrikanten, Instrumen-
tenmacher etc. Diesen letzten Teil zahlt ihm der Maschinenfabri-
kant mit Leinwand. Für den ersten liefert er ihm ersetzende Ma-
schine.
Andrerseits der Teil des konstanten Kapitals des Maschinisten,
der sich in déchet seiner maschinenbauenden Maschine, Instrumente
etc. auflöst also weder in Rohmaterial (hier abgesehn von der [in
der Kohlen- und Eisenproduktion] angewandten ¦¦298¦ Maschine und
dem sich selbst ersetzenden Teil der Kohle) noch in zugesetzte
Arbeit, also weder in Salair noch in Profit; dies déchet wird
also faktisch ersetzt, indem der Maschinist von seinen eignen Ma-
schinen eine oder ein paar als maschinenbauende Maschinen sich
selbst aneignet. Dieser Teil seines Produkts löst sich bloß in
überschüssigen Bedarf von Rohmaterial auf. Denn er 2*) repräsen-
tiert nicht
-----
1*) In der Handschrift folgt: u. d. Kohle - 2*) in der Hand-
schrift: sie
#117# A. Smith
-----
neuzugesetzte Arbeit, da im Gesamtprodukt der Arbeit soviel Ma-
schinen = dem Wert der zugesetzten Arbeit, soviel Maschinen = dem
Wert des Rohmaterials, soviel Maschinen = dem Wertbestandteil,
der in der maschinenbauenden Maschine enthalten war. Dieser
letzte Bestandteil enthält zwar in der Tat zugesetzte Arbeit.
Diese aber dem Wert nach = Zero 1*), da in dem Teil der Maschine,
der die zugesetzte Arbeit repräsentiert, nicht die im Rohmaterial
und der aufgenutzten Maschine enthaltne Arbeit gezählt ist; in
dem 2ten Teil, der das Rohmaterial ersetzt, nicht der Teil, der
neue Arbeit und Maschinerie ersetzt; also in dem 3ten Teil, dem
Wert nach betrachtet, weder zugesetzte Arbeit noch Rohmaterial
enthalten ist, sondern dieser Teil der Maschinen nur das déchet
der Maschinerie darstellt.
Die Maschinerie des Maschinenfabrikanten selbst wird nicht ver-
kauft. Sie wird in natura ersetzt, von dem Gesamtprodukt abgezo-
gen. Also die Maschinen, die er verkauft, repräsentieren bloß
Rohmaterial (was sich in bloße Arbeit auflöst, wenn ihm schon das
déchet der Maschinerie des Rohfabrikanten berechnet) und zuge-
setzte Arbeit, lösen sich also in Leinwand für ihn selbst und den
Rohfabrikanten auf. Was nun speziell ihn und den Rohfabrikanten
angeht, so hat derselbe für den Teil seiner Maschinerie, der sich
wasted 2*), soviel Eisen abgezogen, als ihr Wert beträgt. Diesen
tauscht er aus mit dem Maschinenfabrikanten, so daß sich diese
beiden in natura zahlen und dieser Prozeß nichts mit der Vertei-
lung der Revenue zwischen ihnen zu tun hat.
Soweit diese Frage, auf die wir bei der Zirkulation des Kapitals
zurückkommen. 3*)
Ersetzt in der Realität wird das capital constant dadurch, daß es
stets neu produziert wird und sich zum Teil selbst reproduziert.
Bezahlt aber wird der in das konsumable Produkt eingehende Teil
des capital constant aus der in die nicht konsumablen Produkte
eingehenden lebendigen Arbeit. Weil diese Arbeit sich nicht in
ihren eignen Produkten zahlt, kann sie das ganze konsumable Pro-
dukt in Revenue auflösen. Ein Teil des konstanten Kapitals ist,
jährlich betrachtet, nur scheinbar. Ein andrer, obgleich er in
das Gesamtprodukt eingeht, geht weder als Wertbestandteil noch
als Gebrauchswert in das konsumable Produkt ein, sondern wird in
natura ersetzt, bleibt stets der Produktion einverleibt.
Hier haben wir betrachtet, wie das gesamte konsumable Produkt
sich verteilt und auflöst in sämtliche in es eingegangne Wertbe-
standteile und Produktionsbedingungen.
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1*) Null - 2*) verzehrt - 3*) siehe Band 24 unserer Ausgabe, S.
420-423
#118# Drittes Kapitel
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Es ist aber beständig gleichzeitig nebeneinander das konsumable
Produkt (was, soweit es sich in Salair auflöst, = dem variablen
Teil des Kapitals), die Produktion des konsumablen Produkts und
die Produktion aller Teile des konstanten Kapitals, das zu seiner
Produktion erheischt, es mag nun in dasselbe eingehn oder nicht.
So ist stets gleichzeitig jedes Kapital geteilt in konstantes und
variables Kapital, und obgleich der konstante Teil wie der va-
riable stets durch neue Produkte ersetzt wird, existiert er
stets, solange die Produktion in derselben Art fortdauert, in
gleicher Weise fort.
¦¦299¦ Zwischen dem Maschinenfabrikanten und dem Urproduzenten,
Eisen-, Holzproduzenten etc., findet das Verhältnis statt, daß
sie in der Tat einen Teil ihres capital constant gegeneinander
austauschen (was mit der Auflösung eines Teils des capital con-
stant des einen in Revenue des andren nichts gemein hat [54]),
indem ihre Produkte, obgleich das eine Vorstufe für das andre
bildet, wechselseitig als Produktionsmittel in ihr wechselsei-
tiges konstantes Kapital eingehn. Für die Maschinerie, die der
Eisen-, Holzproduzent etc. braucht, geben sie dem Maschinenbauer
Eisen, Holz etc. zum Wertbetrag der zu ersetzenden Maschine.
Dieser Teil des capital constant des Maschinenbauers 1*) ist für
ihn ganz dasselbe wie der Samen beim Bauer. Er ist ein Teil
seines jährlichen Produkts, den er sich in natura ersetzt und der
sich für ihn nicht in Revenue auflöst. Andrerseits wird dadurch
dem Maschinenbauer in der Form von Rohmaterial ersetzt nicht nur
das Rohmaterial, was in der Maschine des Eisenproduzenten
enthalten ist, sondern auch der Wertbestandteil dieser Maschine,
der aus zugesetzter Arbeit und déchet seiner eignen Maschinerie
besteht. Es ersetzt ihm also nicht nur das déchet seiner eignen
Maschinerie, sondern kann auf Rechnung (als Ersatz) eines Teils
des déchets betrachtet werden, das in den andren Maschinen
enthalten ist.
Zwar enthält auch diese an den Eisenproduzenten verkaufte Ma-
schine Wertbestandteile, die = Rohstoff und zugefügter Arbeit.
Aber dafür ist in den andren Maschinen im selben Verhältnis so-
viel weniger déchet anzurechnen. Dieser Teil ihres konstanten Ka-
pitals oder des Produkts ihrer jährlichen Arbeit, der nur einen
Wertteil des déchet repräsentierenden konstanten Kapitals er-
setzt, geht also nicht ein in die Maschinen, die der Maschinen-
bauer an andre Industrielle verkauft. Was aber das déchet in die-
sen andren Maschinen betrifft, so wird es allerdings dem Maschi-
nenbauer in den obigen 2/3 Ellen Leinwand = 2 Arbeitsstunden
[ersetzt]. Er kauft dafür Roheisen, Holz etc. zum selben Wertbe-
trag und ersetzt es sich in einer
-----
1*) In der Handschrift: Eisenbauers
#119# A. Smith
-----
andren Form seines konstanten Kapitals, des Roheisens. Ein Teil
seines Rohmaterials ersetzt ihm so, außer dem Wertbetrag des
Rohmaterials, den Wertbetrag seines déchets. Dieses Rohmaterial
aber auf seiten des Roheisenproduzenten etc. löst sich in bloß
zugefügte Arbeitszeit auf, da die Maschinerie dieser Rohproduzen-
ten (Eisen, Holz, Kohle etc.) bereits in Rechnung gebracht ist.
So lösen sich alle Elemente der Leinwand in eine Summe von Ar-
beitsquanten auf = der Summe der neuzugefügten Arbeit, aber nicht
gleich der Summe der gesamten im capital constant enthaltnen und
durch die Reproduktion verewigten Arbeit.
Daß das teils aus lebendiger Arbeit, teils aus präexistierender
Arbeit bestehende Arbeitsquantum, das die Summe der in die indi-
viduelle Konsumtion jährlich eingehenden Waren bildet, also als
Revenue verzehrt wird, nicht größer sein kann als die jährlich
zugesetzte Arbeit, ist übrigens eine Tautologie. Denn die Revenue
= Summe von Profit und Salair, = Summe der neuzugesetzten Arbeit,
= Summe der Waren, die gleiches Arbeitsquantum enthalten.
Das Beispiel von Eisenproduzent und Maschinenbauer nur ein exam-
ple 1*). Zwischen verschiednen Produktionssphären findet 2*) auch
sonst, wo die Produkte derselben wechselseitig als Produktions-
mittel eingehn, Austausch (wenn auch durch eine Reihe Geldtrans-
aktionen versteckter) zwischen dem capital constant der einen und
der andren in natura statt. Soweit dies der Fall ist, hat der
Konsument des schließlichen Produkts, das in die Konsumtion ein-
geht, dies capital constant nicht zu ersetzen, da es bereits er-
setzt ist>. ¦299¦¦
¦¦304¦ {3*) Z.B.: Bei Fabrikation von Lokomotiven fallen täglich
ganze Wagen voll Eisenhobelspäne ab. Sie werden gesammelt und
wieder verkauft (oder bleiben in Rechnung) mit demselben Eisenfa-
brikanten, der dem Lokomotivenfabrikant sein Hauptrohmaterial
liefert. Dieser gibt ihm wieder die solide Form, setzt ihm neue
Arbeit zu. Indes in der Form, worin er sie dem Lokomotivenfabri-
kant zurückschickt, bilden diese Hobelspäne den Wertteil des Pro-
dukts, der das Rohmaterial ersetzt. Also gehn sie hin und her
zwischen diesen beiden Fabriken, nicht dieselben Hobelspäne, aber
stets bestimmtes Quantum derselben. Dieser Teil bildet abwech-
selnd das Rohmaterial beider Industriezweige und wandert, den
Wert betrachtet, nur aus dem einen shop 4*) in den andren. Er
geht daher nicht ein in das schließliche Produkt, sondern ist Er-
setzung des capital constant in natura.
-----
1*) Beispiel - 2*) in der Handschrift: finden - 3*) in der Hand-
schrift vorangestellt: Zu p. 300. [55] - 4*) Betrieb
#120# Drittes Kapitel
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In der Tat, jede Maschine, die der Maschinenfabrikant liefert,
wenn ihr Wert betrachtet wird, löst sich auf in Rohmaterial, zu-
gesetzte Arbeit, déchet von Maschinerie. Aber die gesamte Summe,
die eingeht in die Produktion der andren Sphären, kann ihrem Wert
nach nur gleich sein dem Gesamtwert der Maschinerie minus dem
Teil des capital constant, der stets zwischen Maschinenfabrikant
und Eisenfabrikant hin- und hergeht.
Ein Quarter Weizen, das der Bauer verkauft, ist so teuer wie das
andere, ein verkauftes Quarter Weizen nicht wohlfeiler als ein in
der Form des Samens dem Boden zurückgegebenes. Still 1*) wäre das
Produkt = 6 qrs., das qr. = 3 l. - jedes qr. enthalte Wertbe-
standteile für zugesetzte Arbeit, Rohmaterial und Maschinerie -,
und müßte er 1 qr. als Samen verwenden, so würde er nur verkaufen
an die Konsumenten 5 qrs. = 15 l. Sie würden also nicht zahlen
für den in dem 1 qr. Samen enthaltnen Wertbestandteil. Dies ist
eben der Witz. Wie der Wert des verkauften Produkts = allen in
ihm enthaltnen Wertelementen, zugesetzte Arbeit und konstantes
Kapital, und wie dennoch der Konsument das konstante Kapital
nicht zahlt und dennoch das Produkt kauft?} ¦304¦¦
¦¦300¦ {Vorher zum Vorhergehenden noch das. Wie wenig der fade
Say auch nur die Frage selbst verstanden hat, zeige folgendes Zi-
tat:
"Um die Frage der Revenuen vollständig zu begreifen, muß man in
Betracht ziehen, daß der gesamte Wert eines Produkts in die Reve-
nuen verschiedener Personen zerfällt; denn der
G e s a m t w e r t eines jeden Produkts setzt sich zusammen aus
den Profiten der Grundbesitzer, der Kapitalisten und der Gewerb-
fleißigen, die zu seiner Herstellung beigetragen haben. Dies
macht, daß die Revenue der Gesellschaft gleich ist dem produzier-
ten B r u t t o w e r t, nicht, wie die Sekte der Ökonomisten
[22] meinte, nur gleich dem N e t t o p r o d u k t des Bo-
dens... Wenn die Revenuen einer Nation nur in dem Überschuß der
produzierten über die konsumierten Werte bestanden, so folgt dar-
aus die ganz absurde Konsequenz, daß eine Nation, die in einem
Jahr ebenso viele Werte konsumiert, wie sie produziert, keine Re-
venue hat." (l.c., t. II, p. 63, 64.)
Sie hätte in der Tat das vergangene Jahr eine Revenue gehabt,
würde aber das nächste Jahr keine haben. Es ist falsch, daß das
j ä h r l i c h e P r o d u k t d e r A r b e i t, w o v o n
das P r o d u k t d e r j ä h r l i c h e n A r b e i t nur
einen Teil bildet, sich in Revenue auflöst. Es ist dagegen rich-
tig, daß dies mit dem in die jährliche individuelle Konsumtion
eingehnden Teil des Produkts der Fall ist. Die Revenue, die nur
aus zugesetzter Arbeit besteht, kann dies Produkt, was zum Teil
aus zugesetzter, zum Teil aus präexistierender Arbeit besteht,
zahlen, d.h., die zugesetzte Arbeit kann in diesen Produkten
nicht nur sich
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1*) Dennoch
#121# A. Smith
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selbst, sondern auch die präexistierende Arbeit zahlen, weil ein
andrer Teil des Produkts, der auch aus zugesetzter Arbeit und
präexistierender besteht, nur präexistierende Arbeit ersetzt, nur
capital constant ersetzt.)
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