Quelle: MEW 26.1 Theorien über den Mehrwert - Erster Teil


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       #56# Drittes Kapitel
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       [3. Entdeckung  der Mehrwertproduktion  in allen  Sphären der ge-
       sellschaftlichen Arbeit durch Smith]
       
       Man sieht den großen Fortschritt, den A. Smith in der Analyse des
       Mehrwerts und daher des Kapitals über die Physiokraten hinaus ge-
       macht hat.  Bei ihnen ist es nur eine bestimmte Art realer Arbeit
       - die Agrikulturarbeit -, welche Mehrwert schafft. Sie betrachten
       also den  Gebrauchswert der  Arbeit, nicht  die Arbeitszeit,  die
       allgemein gesellschaftliche  Arbeit, die  die einzige  Quelle des
       Werts ist. Bei dieser besondren Arbeit aber ist es die Natur, die
       Erde, welche  in der  Tat den  Mehrwert schafft, der sich in eine
       Vermehrung von  Materie (organischer)  auflöst. Der Überschuß der
       produzierten Materie über die konsumierte Materie. 2*) Sie fassen
       die Sache  aber noch  innerhalb einer  ganz beschränkten Form und
       daher durch  phantastische Vorstellung  verfälscht. Bei  A. Smith
       aber ist  es die allgemein gesellschaftliche Arbeit, ganz gleich-
       gültig, in  welchen Gebrauchswerten sie sich darstelle, die bloße
       Quantität notwendiger Arbeit, die den Wert schafft. Der Mehrwert,
       erscheine er  in der  Form von Profit, Grundrente oder der sekun-
       dären
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       2*) der vorstehende Satz  findet sich in der  Handschrift quer am
       Rande und ist von Marx zur Einfügung an diese Stelle bezeichnet
       
       #57# A. Smith
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       Form des  Zinses, ist nichts als ein Teil dieser Arbeit, den sich
       die Eigentümer  der gegenständlichen  Bedingungen der  Arbeit  im
       Austausch mit  der lebendigen Arbeit aneignen. Bei den Physiokra-
       ten erscheint  der Mehrwert daher auch nur in der Form der Grund-
       rente. Bei  A. Smith  sind Grundrente,  Profit und  Zins nur ver-
       schiedne Formen des Mehrwerts.
       Wenn ich  den Mehrwert,  soweit er auf die Gesamtsumme des vorge-
       schoßnen Kapitals  bezogen  wird,    P r o f i t    d e s    K a-
       p i t a l s   nenne, so  geschieht das  deshalb, weil  der in der
       Produktion  unmittelbar  beteiligte  Kapitalist  unmittelbar  die
       Mehrarbeit aneignet, gleichgültig dagegen, unter welchen Rubriken
       er später  diesen Mehrwert zu teilen hat, sei es mit dem Grundei-
       gentümer, sei  es mit  dem Verleiher  von Kapital.  So zahlt  der
       Pächter direkt  dem Grundeigentümer. So der Fabrikant aus dem von
       ihm angeeigneten  Mehrwert die  Grundrente an  den Eigentümer des
       Bodens,  auf   dem  die   Fabrik  steht,  und  den  Zins  an  den
       Kapitalisten, der ihm Kapital vorgeschossen hat.
       ¦¦257¦ {Es  wird jetzt  noch zu betrachten sein: 1. Verwechselung
       bei A.  Smith von   Mehrwert  und Profit;  2. Seine Ansichten von
       produktiver Arbeit;  3. Wie  er Rente  und Profit  zu Quellen des
       Werts macht  und seine  falsche Analyse  des naturel prix 1*) der
       Waren, worin  der Wert von Rohstoff und Instrument nicht getrennt
       von dem  prix der 3 sources of revenue 2*) existieren oder in Be-
       tracht kommen soll.}
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       1*) natürlichen Preises - 2*) Preis der 3 Quellen der Revenue

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