Quelle: MEW 26.1 Theorien über den Mehrwert - Erster Teil


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       [VIERTES KAPITEL]
       Theorien über produktive und unproduktive Arbeit [57]
       
       Wie wir  A. Smith  bisher in allem zwieschlächtig gefunden haben,
       so in  der Bestimmung  dessen, was  er  p r o d u k t i v e  A r-
       b e i t   im Unterschied  zu    u n p r o d u k t i v e r    A r-
       b e i t nennt.  Wir  finden  durcheinanderlaufend  bei  ihm  zwei
       Bestimmungen von  dem, was er produktive Arbeit nennt, und wollen
       zuerst die erste, richtige Bestimmung betrachten.
       
       [1. Produktive Arbeit im Sinn der kapitalistischen Produktion ist
       die Lohnarbeit, die Mehrwert produziert]
       
       Produktive Arbeit im Sinn der kapitalistischen Produktion ist die
       Lohnarbeit, die  im Austausch  gegen den variablen Teil des Kapi-
       tals (den in Salair ausgelegten Teil des Kapitals) nicht nur die-
       sen Teil  des Kapitals  reproduziert (oder  den Wert ihres eignen
       Arbeitsvermögens), sondern außerdem Mehrwert für den Kapitalisten
       produziert. Nur  dadurch wird  Ware oder  Geld in Kapital verwan-
       delt, als  Kapital produziert.  Nur die Lohnarbeit ist produktiv,
       die Kapital  produziert. (Dies  ist dasselbe,  daß sie die in ihr
       ausgelegte Wertsumme vergrößert reproduziert oder mehr Arbeit zu-
       rückgibt, als  sie erhält  in der  Form des Salairs. Also nur das
       Arbeitsvermögen, dessen Verwertung größer ist als sein Wert.)
       Die mere  existence 1*)  einer Kapitalistenklasse, also des Kapi-
       tals, beruht auf der Produktivität der Arbeit, aber nicht auf ih-
       rer absoluten,  sondern auf  ihrer relativen Produktivität. Z.B.:
       Wäre ein  Arbeitstag nur hinreichend, um den Arbeiter am Leben zu
       erhalten, d.h.  sein Arbeitsvermögen  zu reproduzieren, ¦¦301¦ so
       wäre, absolut  gesprochen, die  Arbeit produktiv, weil sie repro-
       duktiv wäre, d.h. die von ihr konsumierten Werte (gleich dem
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       1*) bloße Existenz
       
       #123# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
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       Wert ihres  eignen Arbeitsvermögens)  stets ersetzte. Allein, sie
       wäre nicht  produktiv im  kapitalistischen Sinn,  weil sie keinen
       Mehrwert produzierte.  (Sie produzierte  in der  Tat keinen neuen
       Wert, sondern ersetzte nur den alten; sie hätte ihn, den Wert, in
       der einen Form konsumiert, um ihn in der andren zu reproduzieren.
       Und in  diesem Sinn ist gesagt worden, daß ein Arbeiter produktiv
       ist, dessen  Produktion gleich  seiner eignen Konsumtion, und daß
       ein Arbeiter  unproduktiv ist, der mehr konsumiert, als er repro-
       duziert.)
       Diese Produktivität  beruht auf  der relativen Produktivität, daß
       der Arbeiter  nicht nur  einen alten  Wert ersetzt, sondern einen
       neuen schafft; daß er mehr Arbeitszeit vergegenständlicht in sei-
       nem Produkt,  als in  dem Produkt vergegenständlicht ist, das ihn
       als Arbeiter  am Leben erhält. Auf dieser Art produktiver Lohnar-
       beit beruht das Kapital, seine Existenz.
       {Aber gesetzt,  es existiere  kein Kapital,  sondern der Arbeiter
       eignete sich  selbst seine  Surplusarbeit an,  den Überschuß  der
       Werte, die  er geschaffen,  über den  Überschuß der Werte, die er
       konsumiert. So wäre nur von dieser Arbeit zu sagen, daß sie wahr-
       haft produktiv ist, d.h. neue Werte schafft.}

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