Quelle: MEW 26.1 Theorien über den Mehrwert - Erster Teil


       zurück

       #223# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       [10. Ferrier.  Protektionistischer Charakter seiner Polemik gegen
       Smith' Theorie  der  produktiven  Arbeit  und  der  Akkumulation.
       Smith' Konfusion  in der Frage der Akkumulation. Das vulgäre Ele-
       ment in Smith' Ansicht über die produktiven Arbeiter]
       
       Ferrier (F.-L.-A.) (sous-inspecteur des douanes 1*)): "Du Gouver-
       nement considéré  dans ses rapports avec le commerce", Paris 1805
       (Hauptquelle  des   F.  List).   Dieser  Bursche   Lobredner  des
       b o n a p a r t i s t i s c h e n   Prohibitivsystems etc. In der
       Tat ist  die Regierung (also auch die Staatsbeamten, diese unpro-
       duktiven Arbeiter)  bei ihm  wichtig als in die Produktion direkt
       eingreifender manager.  Dieser Douanier daher sehr erbost, daß A.
       Smith die Staatsbeamten unproduktiv nennt.
       
       "Die Prinzipien,  die Smith   ü b e r    d i e    Ö k o n o m i e
       d e r   N a t i o n e n  a u f g e s t e l l t  h a t,  haben die
       Unterscheidung zwischen  der produktiven und unproduktiven Arbeit
       zur Grundlage",
       
       {weil er  nämlich will,  daß möglichst  großer Teil  als Kapital,
       i.e. im Austausch gegen produktive Arbeit, und möglichst geringer
       als Revenue,  im Austausch  gegen unproduktive Arbeit, verausgabt
       werden sollen.}
       
       "Diese Unterscheidung  ist ihrem Wesen nach falsch.  E s  g i b t
       k e i n e   u n p r o d u k t i v e  A r b e i t."  (p. 141.) "Es
       gibt also eine Ökonomie und eine Verschwendung der Nationen, aber
       eine Nation ist nur verschwenderisch oder ökonomisch in ihren Be-
       ziehungen zu  den anderen  Völkern, und von diesem Standpunkt aus
       war die Frage zu betrachten." (l.c.p. 143.)
       
       Wir wollen gleich zusammenstellen den Zusammenhang in A. Smith,
       der dem Ferrier ein Greuel.
       
       "Es existiert",  sagt Ferrier,  eine Ökonomie  der Nationen, aber
       sehr verschieden  von der  Smithschen. Sie  besteht darin,  nicht
       mehr Produkte  des Auslands  zu kaufen,  als man mit den seinigen
       bezahlen kann. Sie besteht mitunter darin, vollständig auf sie zu
       verzichten." (l.c.p. 174, 175.)
       
       {A. Smith  sagt b.  I, ch. VI, (t. I, éd. Garn[ier], p. 108, 109)
       am Schluß  dieses Kapitels, handelnd des parties constituantes du
       prix des marchandises": 2*)
       
       "Da es  in einem  zivilisierten Land  n u r  s e h r  w e n i g e
       W a r e n   gibt,   d e r e n   g a n z e r   T a u s c h w e r t
       a l l e i n   a u s   d e r   A r b e i t   s t a m m t,   und da
       G r u n d r e n t e  u n d  P r o f i t  z u  d e m  T a u s c h-
       w e r t  d e r  m e i s t e n  v o n  i h n e n  s e h r  v i e l
       b e i t r a g e n,  so wird das  j ä h r l i c h e  P r o d u k t
       d e r  A r b e i t  d i e s e s
       -----
       1*) Unterinspektor  des Zollwesens  - 2*)  "von den Bestandteilen
       des Warenpreises"
       
       #224# Viertes Kapitel
       -----
       L a n d e s   i m m e r   h i n r e i c h e n d   s e i n,    u m
       e i n e   w e i t   g r ö ß e r e   M e n g e   A r b e i t   z u
       k a u f e n     u n d    z u    k o m m a n d i e r e n,    a l s
       a u f g e w e n d e t   w e r d e n  m u ß t e,  u m  d i e s e s
       P r o d u k t                      h e r v o r z u b r i n g e n,
       f e r t i g z u s t e l l e n   u n d   a u f   d e n   M a r k t
       z u          b r i n g e n.          W e n d e t e          d i e
       G e s e l l s c h a f t     i n     j e d e m    J a h r    d i e
       g a n z e   A r b e i t  a n,  d i e  s i e  j ä h r l i c h  z u
       k a u f e n   v e r m a g,  so würde,  d a  d i e  A r b e i t s-
       m e n g e   m i t  j e d e m  J a h r  s t a r k  a n w ü c h s e
       auch das  Produkt jedes  folgenden Jahres  einen  unvergleichlich
       größeren Wert haben als das des vorhergehenden. Aber es gibt kein
       Land,   d e s s e n   g a n z e s   j ä h r l i c h e s    P r o-
       d u k t   zur Erhaltung  der Arbeiter  angewendet  wird.  Überall
       konsumieren die  Müßiggänger einen großen Teil davon, und je nach
       dem unterschiedlichen  Verhältnis, in  dem dies Produkt auf diese
       beiden verschiedenen  Klassen von  Menschen  verteilt  wird,  muß
       zwangsläufig sein  gewöhnlicher oder  durchschnittlicher Wert von
       einem Jahr  zum andern  entweder zunehmen  oder abnehmen oder von
       Jahr zu Jahr der gleiche bleiben."
       
       Es ist  allerlei Konfusion  in dieser Stelle, worin Smith eigent-
       lich das Rätsel der Akkumulation zu lösen sucht.
       Erstens wieder  die falsche Voraussetzung, daß die "valeur échan-
       geable" du  produit annuel  du travail, also auch "le produit an-
       nuel du  travail" sich  auflöst in  salaires und  profits (rentes
       eingeschlossen). Wir  kommen nicht  auf diesen Unsinn zurück. Nur
       zu bemerken:  Die Masse des jährlichen Produkts - oder des fonds,
       stocks 2*) von Waren, die das jährliche Produkt der Arbeit sind -
       [muß] zum großen Teil ¦¦392¦ in natura aus Waren bestehn, die nur
       als Elemente  in das konstante Kapital eingehn können (Rohstoffe,
       Samen, Maschinerie, etc.}, die  n u r industriell konsumiert wer-
       den können. Von diesen (und es ist der größre Teil der in das ca-
       pital constant  eingehenden Waren) Waren ist also schon durch ih-
       ren   G e b r a u c h s w e r t  angezeigt, daß sie nicht für die
       individuelle Konsumtion  taugen, also  die Revenue nicht in ihnen
       verausgabt werden  kann, sei  es Salair,  Profit oder  Rente. Ein
       Teil der Rohstoffe (soweit er nicht für die Reproduktion von Roh-
       stoffen selbst  erheischt oder,  sei es als matiere instrumentale
       oder als  direkter Bestandteil, in das capital fixe eingeht) wird
       zwar später  eine konsumable  Form erhalten,  aber erst durch die
       Arbeit des  laufenden Jahres.  Als Produkt der vorjährigen Arbeit
       bilden selbst diese Rohstoffe keinen Teil der Revenue. Es ist nur
       der konsumable Teil des Produkts, der verzehrt werden, in die in-
       dividuelle Konsumtion  eingehn, also  Revenue bilden  kann.  Aber
       selbst ein Teil des konsumablen Produkts kann nicht verzehrt wer-
       den, ohne  die Reproduktion unmöglich zu machen. Also geht selbst
       von  dem   konsumablen  Teil   der  Waren   ein  Teil   ab,   der
       i n d u s t r i e l l  k o n s u m i e r t  werden muß, d. h. als
       Arbeitsmaterial, Samen etc. dienen muß, nicht als Lebensmittel,
       -----
       1*) der  "Tauschwert" des  jährlichen Produkts  der Arbeit,  also
       auch "das jährliche Produkt der Arbeit" - 2*) Vorrats
       
       
       #225# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       sei es für die Arbeiter, sei es für die Kapitalisten. Also dieser
       Teil des Produkts ist von der A. Smithschen Rechnung d'abord' ab-
       zuziehn, oder  vielmehr ihr  zuzusetzen. Bleibt   d i e    P r o-
       d u k t i v i t ä t   d e r   A r b e i t   dieselbe,  so  bleibt
       jährlich dieser  Teil des   P r o d u k t s   derselbe,  der sich
       nicht in  Revenue  auflöst;  wenn  nämlich  bei  gleichbleibender
       Produktivität der  Arbeit nach  wie vor dasselbe Quantum Arbeits-
       zeit angewandt wird.
       Gesetzt also,  es werde  jährlich   g r ö ß r e s   Q u a n t u m
       Arbeit angewandt  als zuvor, so haben wir zu sehn, wie es mit dem
       capital constant zu halten. In einem Wort: Um größres Quantum Ar-
       beit anzuwenden,  genügt nicht,  weder  daß  ein    g r ö ß r e s
       Q u a n t u m     A r b e i t    disponibel  sei,  noch  daß  ein
       g r ö ß r e s   Q u a n t u m   b e z a h l t   w e r d e,   d.h.
       mehr in Arbeitslohn ausgegeben werde, sondern die Arbeitsmittel -
       Rohmaterial und  capital fixe  - müssen  da sein,  um ein größres
       Quantum Arbeit  zu absorbieren.  Also dieser  Punkt noch zu erör-
       tern,   n a c h d e m   die Punkte  aufgeklärt, auf  die A. Smith
       eingeht. Also noch einmal seinen ersten Satz:
       
       "Da es  in einem  zivilisierten Land  nur sehr wenige Waren gibt,
       deren ganzer  Tauschwert   a l l e i n  a u s  d e r  A r b e i t
       s t a m m t,  und da  G r u n d r e n t e  u n d  P r o f i t  zu
       dem Tauschwert  der meisten  von ihnen   s e h r  v i e l  b e i-
       t r a g e n, so wird das  j ä h r l i c h e  P r o d u k t  d e r
       A r b e i t   d i e s e s   L a n d e s   immer hinreichend sein,
       u m   e i n e   w e i t   g r ö ß e r e   A r b e i t s m e n g e
       z u   k a u f e n   u n d   z u   k o m m a n d i e r e n,  a l s
       a u f g e w e n d e t   w e r d e n   m u ß t e,   u m    d i e s
       P r o d u k t   h e r v o r b r i n g e n,   fertigzustellen  und
       auf den  Markt zu  bringen" (in  andren Worten:  pour le produire
       2*)).
       
       Es sind  hier offenbar  verschiedne Sachen durcheinandergeworfen.
       <In die valeur échangeable 3*) des jährlichen Gesamtprodukts geht
       nicht nur   l e b e n d i g e   A r b e i t   ein, während dieses
       Jahrs angewandte lebendige Arbeit, sondern auch vergangne Arbeit,
       Produkt der Arbeit vergangner Jahre. Nicht nur Arbeit in lebendi-
       ger Form,  sondern Arbeit  in vergegenständlichter Form.> Die va-
       leur échangeable  des Produkts  gleich der Summe der Arbeitszeit,
       die in  ihm enthalten,  wovon ein Teil in lebendiger, ein Teil in
       vergegenständlichter Arbeit bestand.
       <Es verhalte  sich die  eine zur  andren =  1/3 : 2/3 oder 1 : 2.
       Dann der  Wert des  ganzen Produkts  = 3,  wovon 2 vergegenständ-
       lichte Arbeitszeit,  1 lebendige.  Der   W e r t  des ganzen Pro-
       dukts kann  also mehr lebendige Arbeit kaufen, als in ihm enthal-
       ten ist, von der Voraussetzung ausgehend, daß vergegenständlichte
       Arbeit und  lebendige Arbeit  sich als  Äquivalente gegeneinander
       austauschten, ein  bestimmtes Quantum vergegenständlichter Arbeit
       nur ein  ihm selbst  gleiches Quantum  lebendiger Arbeit  komman-
       dierte.> Denn  das Produkt = 3 Arbeitstagen; die in ihm enthaltne
       lebendige Arbeitszeit
       -----
       1*) zunächst - 2*) um es zu produzieren - 3*) den Tauschwert
       
       #226# Viertes Kapitel
       -----
       aber = 1 Arbeitstag. 1 lebendiger Arbeitstag genügte, um das Pro-
       dukt zu  produzieren (in  der Tat  nur, um  seinen Elementen  die
       letzte Form  zu geben). Aber 3 Arbeitstage sind in ihm enthalten.
       Tauschte es sich also ganz gegen lebendige Arbeitszeit aus, würde
       es nur  angewandt, "pour  acheter et  commander" des quantités de
       travail actuel 1*), so könnte es 3 Arbeitstage kommandieren, kau-
       fen.
       Dies jedoch  ist offenbar  nicht der Sinn A. Smiths und würde ihm
       auch eine  ganz unnütze Prämisse sein. Was er meint, ist, daß ein
       großer Teil  der valeur  échangeable des Produkts nicht sich auf-
       löst (oder  wie er es  f ä l s c h l i c h  sagt, nach einer frü-
       her notierten  Verwechslung 2*)) in salaires du travail 3*), son-
       dern in  profits und rentes oder, wie wir der Vereinfachung wegen
       sagen wollen, in profits. In andren Worten: Der Wertteil des Pro-
       dukts, der  gleich dem Quantum der während des letzten Jahres zu-
       gesetzten Arbeit - also in fact der Teil des Produkts, der im ei-
       gentlichen Sinn  des Worts  Produkt der Arbeit des letzten Jahres
       ist -,  zahlt erstens die Arbeiter und geht zweitens in die Reve-
       nue, den Konsumtionsfonds des Kapitalisten ein. Dieser ganze Teil
       des Gesamtprodukts  procde du travail 4*), und zwar exclusivement
       5*); aber  es besteht  aus bezahlter  und unbezahlter Arbeit. Die
       Salaire sind  gleich der  Summe der bezahlten, die Profite ¦¦393¦
       gleich der  Summe der  unbezahlten Arbeit.  Würde also dies ganze
       Produkt in  Salaire ausgelegt, so könnte es natürlich ein größres
       Quantum Arbeit  in Bewegung setzen als das, deren Produkt es war;
       und zwar  wird das Verhältnis, worin das Produkt mehr Arbeitszeit
       in Bewegung  setzen kann,  als es  selbst enthält,  exakt von dem
       Verhältnis abhängen,  worin der  Arbeitstag in bezahlte und unbe-
       zahlte Arbeitszeit geteilt ist.
       Gesetzt, das  Verhältnis sei so, daß der Arbeiter in 6 Std., also
       in einem halben Tag, sein Salair produziert oder reproduziert. So
       bilden die andern 6 Std. oder [der] halbe Arbeitstag das surplus.
       Also z.B.  von einem Produkt, das 100 Arbeitstage [neuzugesetzter
       Arbeit] enthielte  (wenn der Arbeitstag = 10 sh., so 100 Arbeits-
       tage =  1000 sh.,  = 50  l.) = 50 l., wären 25 l. für Arbeitslohn
       und 25  l. Profit  (Rente). Mit den 25 l. = 50 Arbeitstagen wären
       100 Arbeiter  bezahlt worden,  die eben die Hälfte ihrer Arbeits-
       zeit umsonst  oder für ihre masters gearbeitet hätten. Würde also
       das ganze Produkt (der 100 Arbeitstage) in Arbeitslohn ausgelegt,
       so könnten mit den 50 l. 200 Arbeiter in Bewegung gesetzt werden,
       von denen  jeder nach  wie vor 5 sh. oder die Hälfte des Produkts
       seiner Arbeit als Salair erhielte. Das Produkt
       -----
       1*) "um" Mengen lebendiger Arbeit "zu kaufen und zu kommandieren"
       - 2*)  siehe vorl.  Band, S.  67-69 - 3*) Arbeitslöhne - 4*) ent-
       steht aus der Arbeit - 5*) ausschließlich
       
       #227# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       dieser Arbeiter wäre = 100 l. (nämlich 200 Arbeitstage = 2000 sh.
       gleich 100  l.), womit in Bewegung gesetzt werden könnten 400 Ar-
       beiter (der Arbeiter = 5 sh. = 2000 Schill.), deren Produkt = 200
       l. usw. Und dies ist die Art, wie A. Smith meint, daß das produit
       annuel du travail" 1*) immer hinreichend [sein] wird, "pour ache-
       ter et  commander une  quantité de  travail beaucoup plus grande"
       2*) als die zur Erzeugung des Produkts gebrauchte. (Würde dem Ar-
       beiter das  ganze Produkt seiner Arbeit gezahlt, also für 100 Ar-
       beitstage 50  l, so könnten die 50 l. auch nur 100 Arbeitstage in
       Bewegung setzen.) Und so meint Smith weiter:
       
       "Wendete die  Gesellschaft in  jedem Jahr  die pme Arbeit an, die
       sie jährlich  zu kaufen vermag, so wurde, da die Arbeitsmenge mit
       jedem Jahr  stark anwüchse, auch das Produkt jedes folgenden Jah-
       res einen unvergleichlich größeren Wert haben als das des vorher-
       gehenden."
       
       Ein Teil  dieses Produkts  wird aber gegessen von den Eigentümern
       von Profit  und Rente; ein Teil von ihren Mitessern. Der Teil da-
       von, der  daher wieder  in Arbeit  (produktiver) ausgelegt werden
       kann, ist daher bestimmt durch den Teil des Produkts, den Kapita-
       listen, Rentner  und ihre Mitesser (zugleich die travailleurs im-
       productifs 3*)) nicht selbst aufessen.
       Aber so  ist doch stets ein neuer fonds da (neuer fonds de salai-
       res 4*)),  um mit  dem Produkt der vorjährigen Arbeit eine größre
       Masse Arbeiter  in diesem  Jahr in Bewegung zu setzen. Und da der
       Wert des  jährlichen Produkts  durch das  Quantum der angewandten
       Arbeitszeit bestimmt  ist, so  wird der  Wert des jährlichen Pro-
       dukts jährlich wachsen.
       Natürlich, es  würde nichts  nützen, den  Fonds zu  haben, um  zu
       "acheter et  commander" une  quantité de  travail  beaucoup  plus
       grande" als die année passée, wenn nicht une plus grande quantité
       de travail 5*) auf dem Markt wäre. Es nützt mir nichts, mehr Geld
       zum Kauf einer Ware zu haben, wenn nicht mehr von dieser Ware auf
       dem Markt.  Gesetzt, es  würden von  den 50  l., statt wie bisher
       100, (=  25 l.)  nicht 200,  sondern nur 150 Arbeiter in Bewegung
       gesetzt, während  die Kapitalisten  statt 25  l. 12 1/2 l. selbst
       äßen. So  gäben die  150 Arbeiter (=37 1/2 l.) 150 Arbeitstage, =
       1500 sh.  = 75 l. Wäre aber die disponible Arbeitermasse nach wie
       vor =  nur 100, so würden diese 100 statt bisher 25 l. nun 37 1/2
       l. als Arbeitslohn erhalten, aber ihr Produkt nach wie vor nur 50
       l. Also wäre die Revenue des Kapitalisten von
       -----
       1*) "jährliche  Produkt der  Arbeit" -  2*) "um eine weit größere
       Arbeitsmenge zu  kaufen und  zu kommandieren" - 3*) unproduktiven
       Arbeiter -  4*) Lohnfonds - 5*) "kaufen und zu kommandieren" eine
       "weit größere  Arbeitsmenge" als  die im  vergangenen Jahr,  wenn
       nicht eine weit größere Menge Arbeit
       
       #228# Viertes Kapitel
       -----
       25 l. auf 12 1/2 l. gesunken, weil der Arbeitslohn um 50 p.c. ge-
       stiegen wäre.  Aber A. Smith weiß, daß zuwachsende Arbeitsquanti-
       tät zu  haben sein wird. Teils der jährliche Zuwachs der Bevölke-
       rung (der  zwar im  alten Arbeitslohn enthalten sein soll), teils
       unbeschäftigte Paupers,  halbbeschäftigte Arbeiter  etc. Dann die
       Massen unproduktiver  Arbeiter, die  zum Teil, durch andre Anwen-
       dung des  surplus produce, in  p r o d u k t i v e  Arbeiter ver-
       wandelt werden  können. Endlich  kann dieselbe Arbeitermasse grö-
       ßere Quantität  Arbeit liefern. Und ob ich 125 Arbeiter statt 100
       zahle, oder  ob die 100 statt 12 Arbeitsstunden 15 Arbeitsstunden
       täglich arbeiten, would be quite the same thing 1*).
       Daß übrigens  mit dem  Anwachsen des  produktiven Kapitals - oder
       mit dem Wachsen des Teils des jährlichen Produkts, der zur Repro-
       duktion bestimmt  ist  -  im  selben  Verhältnis  die    a n g e-
       w a n d t e   A r b e i t    (lebendige  Arbeit,  der  in  Salair
       ausgelegte Teil) wachsen muß, ist ein Irrtum A. Smiths, der genau
       zusammenhängt  mit   seiner  Auflösung  des  ganzen  Produkts  in
       Revenue.
       ¦¦394¦ Zunächst also hat er einen fonds konsumabler Lebensmittel,
       der eine  größere Quantität Arbeit dies Jahr als das vorige ache-
       ter et  commander" kann; er hat mehr Arbeit und zugleich mehr Le-
       bensmittel für diese Arbeit. Es ist nun zuzusehn, wie diese addi-
       tional quantity of labour 3*) zu realisieren.}
       Hätte A.  Smith mit  vollem Bewußtsein festgehalten an der stoff-
       lich bei  ihm vorhandnen  Analyse der surplus value, die eben nur
       geschaffen wird im Austausch von Kapital gegen Lohnarbeit, so er-
       gab sich:  Produktive Arbeit  nur die  mit Kapital ausgetauschte;
       die mit  Revenue als solcher nie. Damit die Revenue gegen produk-
       tive Arbeit  ausgetauscht werde,  muß sie  vorher erst in Kapital
       verwandelt werden.
       Aber zugleich  ausgehend von  der einen  Seite der Tradition, daß
       produktive Arbeit solche, die überhaupt direkt materiellen Reich-
       tum produziert,  und kombinierend damit seine Unterscheidung, so-
       weit sie  auf Austausch zwischen Kapital und Arbeit oder zwischen
       Revenue und  Arbeit beruht,  bei Smith  möglich dies: Die Art Ar-
       beit,  wogegen  sich  Kapital  austauscht,  ist  immer  produktiv
       (schafft immer  materiellen Reichtum etc.). Die, wogegen sich Re-
       venue ausgetauscht, kann produktiv sein oder nicht; aber der Ver-
       ausgaber von  Revenue liebt  es meist mehr, rather 4*) direkt un-
       produktive Arbeit  als produktive  in  Bewegung  zu  setzen.  Man
       sieht, wie  A. Smith,  durch dieses  compound 5*) zwischen seinen
       beiden Distinktionen  die Hauptdistinktion  sehr  abschwächt  und
       verplattet.
       -----
       1*) käme  auf dasselbe  heraus -  2*) "kaufen und kommandieren" -
       3*) zusätzliche Arbeitsmenge 4*) eher; lieber - 5*) Gemisch
       
       #229# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       Daß A.  Smith das Fixieren der Arbeit nicht ganz äußerlich nimmt,
       zeigt folgendes Zitat, worin unter den verschiednen Bestandteilen
       des capital fixe aufgezählt wird:
       
       "4. Die nützlichen Fähigkeiten, die die Einwohner oder Mitglieder
       der Gesellschaft  erworben haben.  Der Erwerb  dieser Fähigkeiten
       erfordert für  den Unterhalt  dessen, der  sie während  der  Zeit
       seiner Erziehung,  seiner Lehre  oder  seines  Studiums  erwirbt,
       immer eine wirkliche Ausgabe, und diese Ausgabe ist ein fixes und
       sozusagen in  seiner  Person  realisiertes  Kapital.  Wenn  diese
       Fähigkeiten einen  Teil seines Vermögens ausmachen, so machen sie
       zugleich einen  Teil des  Vermögens der  Gesellschaft aus, der er
       angehört. Die  vervollkommnete Geschicklichkeit  eines  Arbeiters
       kann  man  unter  demselben  Gesichtspunkt  betrachten  wie  eine
       Maschine oder  ein  Werkzeug,  die  die  Arbeit  erleichtern  und
       abkürzen und  die trotz  der Ausgaben,  die sie verursacht haben,
       diese mit Gewinn wiedererstatten." (l.c., I. II, ch. I, t. II, p.
       204, 205.)
       
       S o n d e r b a r e  E n t s t e h u n g  d e r  A k k u m u l a-
       t i o n  u n d  i h r e  N o t w e n d i g k e i t:
       
       "In jenem Zustand der Kindheit der Gesellschaft, wo es noch keine
       Arbeitsteilung gibt,  wo noch  selten ein  Tausch stattfindet und
       jedes Individuum  durch seiner  Hände Arbeit  für  seinen  Bedarf
       sorgt,   i s t   e s   n i c h t   n o t w e n d i g,  d a ß  e s
       e i n e n     v o r h e r    a k k u m u l i e r t e n    o d e r
       a n g e h ä u f t e n     V o r r a t    g i b t,    u m    d i e
       G e s c h ä f t e     d e r      G e s e l l s c h a f t      z u
       b e t r e i b e n"
       
       (nämlich nachdem vorausgesetzt, qu'il n'y pas de société 1*)).
       
       "Jeder einzelne  Mensch sucht  durch seine  eigene Tätigkeit sich
       die Mittel  zur Befriedigung  seiner Bedürfnisse so, wie sie auf-
       tauchen, zu beschaffen. Ist er hungrig, geht er in den Wald jagen
       etc." (l.c.,  t. II,  p. 191,  192.) (l.  II, introduction 2*).).
       "Ist aber  einmal die  Arbeitsteilung durchweg  eingeführt,  dann
       kann ein  Mensch durch  seine persönliche  Arbeit allein nur noch
       einen sehr  kleinen  Teil  seiner  Bedürfnisse  befriedigen.  Der
       weitaus größte  Teil wird  durch    d i e    A r b e i t s p r o-
       d u k t e   a n d e r e r   befriedigt die  er  mit  dem  Produkt
       seiner Arbeit  kauft oder,  was auf dasselbe hinausläuft, mit dem
       Preis dieses  Produkts. Aber  dieser Kauf kann nur erfolgen, wenn
       er  genügend  Zeit  hat,    d a s    P r o d u k t    s e i n e r
       A r b e i t   nicht  bloß  fertigzustellen,  sondern  auch    z u
       v e r k a u f e n."
       
       (Auch im  ersten Fall  konnte er  den Hasen nicht essen, bevor er
       ihn getötet hatte, und ihn nicht töten, bevor er sich den klassi-
       schen "arc"  3*) oder  something similar 4*) produziert. Das ein-
       zige, das  in case  II hinzuzukommen scheint, ist daher nicht die
       Notwendigkeit d'un approvisionnement of any sort 5*), sondern die
       tems... de  v e n d r e  le produit de son travail" 6*).)
       
       "Bis ihm  diese beiden  Dinge gelungen sind, muß ein  V o r r a t
       v o n   G ü t e r n   v e r s c h i e d e n e r  A r t  i m  v o-
       r a u s   a n g e s a m m e l t   s e i n,  der hinreicht, ihn zu
       erhalten und  ihn mit  Rohmaterial  und  den  erforderlichen  Ar-
       beitswerkzeugen zu  versehen. Ein Weber kann sich seiner besonde-
       ren Arbeit  n i c h t  v ö l l i g  w i d m e n,  wenn sich nicht
       vorher,  s e i  e s  i n  s e i n e m
       -----
       1*) daß es keine Gesellschaft gibt - 2*) Einleitung - 3*) Bogen -
       4*) etwas  ähnliches - 5*) irgendeines Mundvorrats - 6*) Zeit....
       das Produkt seiner Arbeit  z u  v e r k a u f e n"
       
       #230# Viertes Kapitel
       -----
       B e s i t z   o d e r   i n   d e m   e i n e s    D r i t t e n,
       e i n  V o r r a t  angesammelt hat, der ausreicht, ihn zu erhal-
       ten und  ihn mit  den für  seinen Beruf erforderlichen Werkzeugen
       und dem  Rohmaterial seiner  Arbeit so  zu versehen,  bis er sein
       Tuch nicht  bloß vollendet,  sondern auch  verkauft hat.  Es  ist
       klar, daß  die   A k k u m u l a t i o n   dem Augenblick voraus-
       gehen muß,  da er  seine Tätigkeit  darauf richten  kann,  dieses
       Geschäft zu unternehmen und zu vollenden... es liegt in der Natur
       der Sache, daß die  A k k u m u l a t i o n  v o n  K a p i t a l
       e i n e   n o t w e n d i g e    V o r b e d i n g u n g    d e r
       A r b e i t s t e i l u n g  i s t." (l.c.p. 192, 193.)
       
       (Andrerseits scheint  es nach  dem, was  er im  Eingang behauptet
       hat, daß vor der division of labour 1*) keine accumulation of ca-
       pital 2*)  stattfindet, ganz  wie vor der accumulation of capital
       keine division of labour.) Er fährt fort:
       
       "Die Arbeit  kann wiederum nur in dem Maße weiter geteilt werden,
       wie zuvor  die Kapitalien  mehr und mehr akkumuliert worden sind.
       In  dem   Maße,  in   dem   die   Arbeitsteilung   fortschreitet,
       w ä c h s t   i n   h o h e m  G r a d e  d i e  R o h s t o f f-
       m e n g e,   d i e   v o n   d e r s e l b e n   Z a h l   M e n-
       s c h e n   v e r a r b e i t e t   w e r d e n  k a n n;  und da
       die Verrichtungen  jedes Arbeiters  auf einen  immer höheren Grad
       von Einfachheit  zurückgeführt werden,  gelangt man  dahin,  eine
       Menge neuer  Maschinen zu  erfinden, die  zur  Erleichterung  und
       ¦¦395¦ Abkürzung  dieser Vorrichtungen  dienen. In  dem Maße, wie
       die Arbeitsteilung  sich entwickelt,  muß  man,  um  die  gleiche
       Arbeiterzahl  fortwährend   beschäftigen  zu   können,    e i n e
       g l e i c h e  M e n g e  L e b e n s m i t t e l  u n d  e i n e
       g r ö ß r e   M e n g e  R o h s t o f f e  u n d  W e r k z e u-
       g e   a k k u m u l i e r e n,   als auf  einem  weniger  fortge-
       schrittenen Stand  notwendig gewesen  wäre." (l.c.p.  193,  194.)
       "Ebenso,  wie   die  Arbeit     o h n e    e i n e    v o r h e r
       A k k u m u l a t i o n   v o n  K a p i t a l i e n  nicht diese
       große Ausdehnung  der Produktivkraft  erreichen kann,  fährt die-
       selbe Akkumulation von Kapitalien diese Ausdehnung natürlich her-
       bei.   W e r   s e i n   K a p i t a l  d a z u  a n w e n d e t,
       A r b e i t e r   z u   b e s c h ä f t i g e n,    wünscht  dies
       zweifellos in  einer Weise zu tun, in der sie möglichst viele Ar-
       beitsergebnisse liefern: Er ist daher bestrebt, sowohl die Arbeit
       unter seine  Arbeiter möglichst  zweckmäßig zu verteilen als auch
       sie mit  den besten Maschinen zu versehen, die er entweder erfin-
       den oder  kaufen kann.  In welchem  Maße ihm  beides möglich ist,
       hängt im  allgemeinen davon ab, wie groß sein Kapital ist und wie
       viele Menschen  er mit  diesem Kapital  beschäftigen kann.    E s
       w ä c h s t   d a h e r   i n   e i n e m   L a n d e   nicht nur
       d i e   M e n g e   A r b e i t   e n t s p r e c h e n d   d e r
       Z u n a h m e   d e s   K a p i t a l s,   das  sie  in  Bewegung
       setzt, sondern   i n f o l g e   d i e s e r  Z u n a h m e  pro-
       duziert   a u c h   dieselbe   M e n g e   A r b e i t    e i n e
       w e i t    g r ö ß e r e    M e n g e    A r b e i t s e r g e b-
       n i s s e."  (l.c.p. 194, 195.)
       
       A. Smith  behandelt die Gegenstände, die sich bereits im fonds de
       consommation 3*)  befinden, ganz wie prodtictive and unproductive
       labour 4*). For instance 5*).
       
       "Ein Wohnhaus  bringt als  solches seinem  Bewohner keine Revenue
       ein; und  obwohl es für ihn ohne Zweifel überaus nützlich ist, so
       gilt doch von ihm dasselbe wie von
       -----
       1*) Arbeitsteilung  - 2*)  Kapitalakkumulation - 3*) Konsumtions-
       fonds - 4*) produktive und unproduktive Arbeit - 5*) Zum Beispiel
       
       #231# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       seinen Kleidern  und Möbeln,  die ihm  auch sehr  nützlich  sind,
       trotzdem aber einen Teil seiner Ausgaben und nicht seiner Revenue
       ausmachen." (l.c., t. II, ch. I, p. 201, 202.)
       Dagegen gehören  zum capital  fixe "alle Baulichkeiten, die einem
       nützlichen Zweck dienen und ein Mittel der Revenue sind nicht nur
       für den  Eigentümer, der  für sie  Miete erhält, sondern auch für
       ihren Mieter,  der für  sie Miete  zahlt, wie Läden, Lager, Werk-
       stätten, Pachthöfe  mit allen zugehörigen Nebengebäuden, Ställen,
       Scheunen usw.  Diese Baulichkeiten  sind von  bloßen  Wohnhäusern
       sehr verschieden. Sie sind eine Art Arbeitsmittel." (l.c., t. II,
       ch. I, p. 203, 204.)
       
       "Alle neuen  Fortschritte der  Mechanik, die  es ermöglichen, daß
       dieselbe Zahl  von Arbeitern dieselbe Menge Arbeitsergebnisse mit
       einfacheren und  wohlfeileren Maschinen als früher hervorbringen,
       werden stets  als sehr  vorteilhaft für eine Gesellschaft angese-
       hen. Eine bestimmte Menge Rohstoffe und die Arbeit einer bestimm-
       ten Zahl  von Arbeitern, die früher gebraucht wurden, die kompli-
       zierteren und kostspieligeren Maschinen instand zu halten, können
       nun verwendet  werden, die Menge der Arbeitsergebnisse zu vergrö-
       ßern, für  die diese  oder andere  Maschinen hergestellt werden."
       (l.c., t. II, ch. II, p. 216, 217.)
       
       "Der Aufwand  zur Erhaltung  des   f i x e n   K a p i t a l s...
       ist notwendigerweise  von der Nettorevenue der Gesellschaft abzu-
       ziehen." (l.c., t. II, ch. II, p. 218.) "Jede Ersparnis beim Auf-
       wand zur  Erhaltung des   f i x e n   K a p i t a l s,  die nicht
       die Produktivkraft  der Arbeit verringert, muß den Fonds, der die
       Produktion in  Bewegung setzt, erhöhen und folglich das jährliche
       Produkt von  Land und  Arbeit, die  reale Revenue  jeder  Gesell-
       schaft, vermehren."  (l.c., t. II, ch. II, p. 226, 227.)
       
       Das durch  Bankbilletts, Oberhaupt Papiergeld ins Ausland gejagte
       bare Geld - wenn verausgabt, "ausländische Waren für den inländi-
       schen Konsum  zu kaufen" - kauft entweder Luxusprodukte, wie vins
       étrangers, soieries  1*) etc., kurz, "Waren.... die dazu bestimmt
       sind, von  M ü ß i g g ä n g e r n,  die nichts produzieren, kon-
       sumiert zu  werden...,  oder...  es  kauft  einen    z u s ä t z-
       l i c h e n   F o n d s   v o n   R o h s t o f f e n,   W e r k-
       z e u g e n   u n d   L e b e n s m i t t e l n,   u m  d a m i t
       e i n e   z u s ä t z l i c h e   A n z a h l   j e n e r    a r-
       b e i t s a m e n   L e u t e   z u  u n t e r h a l t e n  u n d
       z u   b e s c h ä f t i g e n,   d i e  d e n  W e r t  i h r e s
       j ä h r l i c h e n  K o n s u m s  m i t  e i n e m  P r o f i t
       r e p r o d u z i e r e n."  (l.c., t. II, ch. II, p. 231, 232.)
       
       Die erste Manier of employment 2*), sagt Smith, vermehrt die pro-
       digalité 3*),  "vermehrt den Aufwand und die Konsumtion, ohne der
       Produktion etwas  hinzuzufügen oder einen dauernden Fonds zur Be-
       streitung dieses  Aufwands zu  schaffen, und  ist für die Gesell-
       schaft in  jeder Beziehung schädlich." (l.c., t. II, p. 232.) Da-
       gegen angewandt nach der zweiten Art, erweitert es den Rahmen der
       Industrie; und obwohl es den Konsum der Gesellschaft vermehrt, so
       eröffnet es  auch eine  dauernde Quelle,  um diesen Konsum zu be-
       streiten, weil   d i e    M e n s c h e n,    d i e    k o n s u-
       m i e r e n,   d e n   G e s a m t w e r t   i h r e r   j ä h r-
       l i c h e n   K o n s u m t i o n   m i t  e i n e m  P r o f i l
       r e p r o d u z i e r e n."  (l.c., t. II, ch. II, p. 232.)
       
       "Die Menge  der produktiven Arbeit, die ein Kapital in Gang brin-
       gen kann,  muß offenbar gleich sein der Anzahl von Arbeitern, die
       es mit  Rohstoffen, Werkzeugen  und Lebensmitteln versorgen kann,
       die der Art der Arbeit entsprechen." (l.c., t. II, p. 235.)
       -----
       1*) ausländische  Weine, Seidenstoffe  - 2*)  der Anwendung - 3*)
       Verschwendung
       
       #232# Viertes Kapitel
       -----
       ¦¦396¦ In l. II, ch. III (l.c., t. II, p. 314 sqq.):
       
       "Die produktiven  und die  unproduktiven Arbeiter, wie auch jene,
       die gar nicht arbeiten, werden alle in gleicher Weise vom jährli-
       chen Produkt des Bodens und der Arbeit des Undes erhalten. Dieses
       Produkt... ist  notwendigerweise begrenzt.  Je nach, dem daher in
       einem Jahre  ein größrer oder kleinerer Teil dieses Produkts dazu
       verwendet wird, unproduktive Leute zu erhalten, wird weniger oder
       mehr für  die produktiven Leute übrigbleiben, und dementsprechend
       wird das Produkt des nächsten Jahres größer oder kleiner sein...
       Zwar ist  das jährliche  Gesamtprodukt des  Bodens und der Arbeit
       eines Landes...  in letzter Instanz dazu bestimmt, zur Konsumtion
       seiner Einwohner  beizutragen und ihnen eine Revenue zu verschaf-
       fen,  j e d o c h  v o n  d e m  A u g e n b l i c k  a n,  wo es
       aus dem Boden oder aus den Händen der produktiven Arbeiter kommt,
       teilt es  sich natürlicherweise  in zwei  Teile. Einer davon, und
       oft  der   größere,  ist  in  erster  Linie  dazu  bestimmt,  ein
       K a p i t a l   z u   e r s e t z e n   o d e r  d i e  M e n g e
       L e b e n s m i t t e l,   R o h s t o f f e   und  f e r t i g e
       P r o d u k t e   z u  e r n e u e r n,  die einem Kapital entzo-
       gen waren;  der andere ist dazu bestimmt, eine Revenue zu bilden,
       entweder für  den Besitzer dieses Kapitals als dessen Profit oder
       für jemand anders als Rente von seinem Boden...
       D e r   T e i l   d e s    j ä h r l i c h e n    P r o d u k t s
       d e s   B o d e n s    u n d    d e r    A r b e i t    e i n e s
       L a n d e s,   d e r   e i n  K a p i t a l  e r s e t z t,  wird
       niemals unmittelbar  angewandt, um anderen als produktiven Arbei-
       tern Unterhalt zu geben. Er zahlt Arbeitslohn bloß für produktive
       Arbeit; derjenige  Tag, der  dazu bestimmt  ist, unmittelbar eine
       Revenue zu  bilden..., kann ebensogut produktiven wie unprodukti-
       ven Arbeitern Unterhalt geben...
       Die unproduktiven  Arbeiter und  jene Leute,  die überhaupt nicht
       arbeiten, werden alle  a u s  e i n e r  R e v e n u e  erhalten.
       Entweder, erstens,  durch jenen Teil des jährlichen Produkts, der
       von vornherein  bestimmt ist, eine Revenue für einige Privatleute
       zu bilden,  entweder als Grundrente oder als Kapitalprofit; oder,
       zweitens, durch  jenen anderen  Teil, der  zwar bestimmt ist, ein
       Kapital zu  ersetzen und  nur produktiven  Arbeitern Unterhalt zu
       geben, der  aber, einmal  in deren  Hände gelangt,  soweit als er
       ihren  notwendigen   Lebensunterhalt   übersteigt,   sowohl   zum
       Unterhalt produktiver  wie unproduktiver  Leute verwendet  werden
       kann. So  kann auch  der einfache  Arbeiter, wenn  sein Lohn hoch
       ist..., einen  Dienstboten für seine persönlichen Dienste halten,
       oder er  kann mitunter  ins Schauspielhaus oder ins Puppentheater
       gehen  und   so  seinen  Teil  zum  Unterhalt  einer  Klasse  von
       unproduktiven Arbeitern  beitragen. Oder  endlich kann  er manche
       Steuern zahlen  und dadurch  zum Unterhalt  einer anderen  Klasse
       beitragen..., die ebenso unproduktiv ist. Dennoch wird nichts von
       diesem Teil  des Produkts  des Bodens,  der ursprünglich bestimmt
       war, ein Kapital zu ersetzen, jemals dazu verwendet, unproduktive
       Arbeiter zu erhalten, bevor er sein volles Maß produktiver Arbeit
       in Bewegung  gesetzt hat...  Der Arbeiter  muß seinen  Lohn durch
       geleistete Arbeit  voll verdient  haben,  ehe  er  auch  nur  das
       Geringste  in   unproduktiver  Arbeit   verausgaben  kann...  Die
       Grundrente und  der  Kapitalprofit  sind...  überall  die  Haupt-
       quellen, aus  denen unproduktive  Arbeiter ihren  Lebensunterhalt
       schöpfen... Jede  dieser Revenuen  kann ebensogut  produktive wie
       unproduktive
       
       #233# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       Arbeiter erhalten.  Sie scheinen  jedoch immer  eine gewisse Vor-
       liebe für die letzteren zu haben...
       Was  in   jedem  Lande   hauptsächlich  das  Verhältnis  zwischen
       produktiven  und   unproduktiven  Arbeiter   bestimmt,  ist   das
       Verhältnis zwischen  jenem Teil  der jährlichen Produktion, der -
       sobald er aus der Erde oder aus den Händen der sie produzierenden
       Arbeiter kommt  - dazu bestimmt ist, ein Kapital zu ersetzen, und
       jenem anderen  Teil, der  dazu  bestimmt  ist,  eine  Revenue  zu
       bilden,  entweder   als  Rente   oder  als  Profit.  Aber  dieses
       Verhältnis ist sehr verschieden in reichen und in armen Ländern."
       
       [Smith] vergleicht dann den
       
       "sehr großen,  oft den  größten Teil des Produktes der Erde", der
       bei den  reichen Nationen Europas  b e s t i m m t  i s t,  d a s
       K a p i t a l         e i n e s        r e i c h e n        u n d
       u n a b h ä n g i g e n   P ä c h t e r s  z u  e r s e t z e n",
       im Gegensatz  mit der "Herrschaft der Feudalordnung", wo ein sehr
       kleiner Teil  des Produkts genügte, das in der Landwirtschaft an-
       gewandte Kapital zu ersetzen".
       Ebenso mit  commerce und  manufactures.  jetzt  große  Kapitalien
       darin gebraucht, früher de très-minces capitaux 1*), aber sie
       
       "werfen sehr  große Profite ab. Der Zinsfuß lag nirgends unter 10
       Prozent, und  die Profite  vom Kapital  müssen ausgereicht haben,
       einen so hoben Zins zu zahlen. Jetzt Zins in den fortgeschrittne-
       ren Ländern  Europas nirgends über 6, in den reichsten 4, 3, 2 p.
       c. Wenn  der Teil  der Revenue  der Einwohner, der aus dem Profit
       stammt, in reichen Ländern stets viel größer ist als in armen, so
       rührt dies  daher, daß  das Kapital dort viel größer ist; aber im
       Verhältnis zum  Kapital sind dort die Profite im allgemeinen viel
       geringer. So ist also derjenige Teil des jährlichen Produkts, der
       - sobald  er aus der Erde oder aus den Händen der produktiven Ar-
       beiter kommt  - bestimmt  ist, ein Kapital zu ersetzen, ¦¦397¦ in
       den reichen  Ländern nicht nur viel größer als in den armen, son-
       dern er  ist dort  auch viel  größer im Verhältnis zu jenem Teil,
       der bestimmt  ist, unmittelbar  eine Revenue  zu bilden, entweder
       als Rente  oder als  Profit. Der Fonds, der bestimmt ist, produk-
       tive Arbeit  zu erhalten,  ist nicht  nur in  den reichen Ländern
       viel größer  als in den armen, sondern er ist auch viel größer im
       Verhältnis zu  jenem Fonds, der zwar ebensogut der Erhaltung pro-
       duktiver wie unproduktiver Arbeiter dienen kann, aber doch in der
       Regel die Tendenz zeigt, sich den letzteren zuzuwenden."  [l.c.p.
       320, 321]
       
       (Smith fällt  in den  Irrtum, die  Größe des produktiven Kapitals
       und die   G r ö ß e   d e s   T e i l s  d e s s e l b e n  - de-
       stiné à  fournir de  la subsistance  au travail  productif 2*) zu
       identifizieren. Aber  die große Industrie ihm in fact noch nur in
       den Anfängen bekannt.)
       
       "Das Verhältnis  zwischen diesen  beiden verschiedenen  Arten von
       Fonds bestimmt notwendigerweise den allgemeinen Charakter der Be-
       wohner eines Landes, ihre Neigung zum Fleiß oder zur Faulheit."
       -----
       1*) sehr  unbedeutende Kapitalien - 2*) der bestimmt ist, produk-
       tive Arbeit zu erhalten
       
       #234# Viertes Kapitel
       -----
       So z.B. sagt er,
       
       "in den englischen und holländischen Manufakurstädten, wo die un-
       teren Klassen des Volkes besonders leben von den angewendeten Ka-
       pitalien, sind  sie im ganzen arbeitsam, einfach und sparsam. Da-
       gegen in  Residenzstädten, von Höfen etc., wo die unteren Klassen
       des Volkes von Aufwendungen und Revenue leben, sind sie im allge-
       meinen faul, liederlich und arm wie in Rom, Versailles, etc. ...
       Es ist  also das Verhältnis zwischen der Summe der Kapitalien und
       der Summe  der Revenuen,  was überall das Verhältnis zwischen Be-
       triebsamkeit und  Müßiggang bestimmt: Überall, wo das Kapital das
       Übergewicht hat,  herrscht Betriebsamkeit;  wo  die  Revenue  das
       Übergewicht  hat,  herrscht  Müßiggang.  So  hat  also    j e d e
       V e r m e h r u n g   o d e r    V e r m i n d e r u n g    d e r
       M a s s e   v o n  K a p i t a l i e n  natürlicherweise die Ten-
       denz, die  Summe der Betriebsamkeit, die Zahl der produktiven Ar-
       beiter und  damit den Tauschwert des jährlichen Produkts der Erde
       und der Arbeit des Landes, den Reichtum und die wirkliche Revenue
       aller seiner  Einwohner wirklich  zu vermehren  oder  zu  verrin-
       gern... Das,  was jährlich  erspart wird,  wird ebenso regelmäßig
       konsumiert wie  das, was  jährlich aufgewandt  wird, und überdies
       fast in  derselben Zeit; aber es wird von einer anderen Masse von
       Leuten konsumiert."  Die erste  "Portion der  Revenue  durch  Be-
       diente, unnütze  Fresser etc.. die nichts hinterlassen, was ihren
       Konsum ersetzen  könnte". Die zweite "durch die Arbeiter, die den
       Wert ihres  jährlichen Konsums  mit Profit  reproduzieren...  Der
       Konsum ist  derselbe, aber  die Konsumenten  sind  verschiedene."
       [l.c.p. 321-328, passim.]
       
       Daher nun  die Homilien Smiths (weiter on 1*) gehend l.c., t. II,
       l. II,  ch. III, p. 328, 329 sq.) über den homme économe 2*), der
       durch seine  épargnes annuelles  3*) gleichsam  un ateller public
       4*) für un nombre additionel des gens productifs 5*) bildet,
       
       "und so  für alle Ewigkeit eine Art Fonds zum Unterhalt der glei-
       chen Anzahl  produktiver Leute  begründet", während  der prodigue
       6*) "die  Masse der  Fonds verringert, die zum Unterhalt der pro-
       duktiven Arbeit  bestimmt sind... Wäre diese Menge Nahrungsmittel
       und Kleidung,  die so" (infolge der prodigalité des prodigue 7*))
       "die unproduktiven  Arbeiter konsumierten,  unter die produktiven
       Arbeiter verteilt worden, so hätten diese den ganzen Wert dessen,
       was sie  konsumierten,  s o g a r  m i t  e i n e m  P r o f i t,
       r e p r o d u z i e r t."
       
       Der Schluß  dieser Moral,  daß dies  (Ökonomie und Verschwendung)
       sich ausgleicht  unter Privaten,  in fact  "la sagesse" 8*) über-
       wiegt.
       
       "Große Nationen  verarmen niemals durch die Verschwendung und die
       Liederlichkeit von  Privaten, wohl  aber mitunter durch die ihrer
       Regierung. In den meisten Ländern
       -----
       1*) voran - 2*) sparsamen Menschen - 3*) jährlichen Ersparnisse -
       4*) eine öffentliche Werkstatt - 5*) eine zusätzliche Anzahl pro-
       duktiver Leute  - 6*)  Verschwender -  7*) Verschwendung des Ver-
       schwenders - 8*) tatsächlich "die Vernunft"
       
       #235# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       wird die  gesamte oder  fast die gesamte Revenue der Gesellschaft
       dazu verwendet, unproduktive Leute zu beschäftigen. Die Leute des
       Hofes, die  Kirche, Flotten,  Armee, die in Friedenszeiten nichts
       produzieren und  in Kriegszeiten  nichts gewinnen, was die Kosten
       ihres Unterhalts  selbst während  der Dauer des Krieges aufwiegen
       könnte.   D i e   L e u t e   d i e s e r    A r t    produzieren
       n i c h t s  s e l b s t;  s i e  w e r d e n  a l l e  d u r c h
       d a s   P r o d u k t   d e r   A r b e i t   a n d e r e r  e r-
       h a l t e n.   Wenn sie  daher über  die notwendige  Zahl  hinaus
       vermehrt werden,  können sie  in einem Jahre einen so großen Teil
       dieses Produkts  konsumieren, daß  zum Unterhalt  der produktiven
       Arbeiter, die  es im  nächsten Jahre  reproduzieren sollen, nicht
       genug übrigbleibt." (p. 336.)
       
       Ch. IV, l. II:
       
       "Da der zum Unterhalt der produktiven Arbeit bestimmte Fonds sich
       von Tag  zu Tag  vergrößert, wird  auch die Nachfrage nach dieser
       Arbeit von  Tag zu  Tag größer. Die Arbeiter finden ¦¦398¦ leicht
       Beschäftigung, aber  die Kapitalbesitzer finden nur schwer Arbei-
       ter, die  sie beschäftigen  könnten. Die Konkurrenz der Kapitali-
       sten läßt  die Löhne  steigen und  die Profite  sinken."  (l.c.p.
       359.)
       
       In dem  ch. V, l. II (p. 369 sqq., t. II), "Des differens emplois
       des capitaux"  1*) klassifiziert  sie Smith,  je nachdem sie mehr
       oder minder produktive Arbeit beschäftigen und, consequently, die
       "valeur échangeable"  2  des  jährlichen  Produkts  erhöhn.  Erst
       A c k e r b a u.   Dann   M a n u f a k t u r.  Dann  H a n d e l
       - schließlich   D e t a i l h a n d e l.   Dies  die Rangordnung,
       worin sie  mettent en activité des quantités de travail productif
       3*). Hier  bekommen wir  auch ganz  neue Definition  von ouvriers
       productifs 4*):
       
       "Die Leute, deren Kapitalien auf eine dieser vier Arten verwendet
       werden, sind  selbst  p r o d u k t i v e  A r b e i t e r.  Wenn
       ihre Arbeit  zweckmäßig geleitet wird, fixiert und realisiert sie
       sich in  dem Gegenstand  oder dem verkäuflichen Ding, auf das sie
       verwendet wurde,  und fügt  in der  Regel dem Preise dieses Dings
       wenigstens den Wert ihres Unterhalts und des persönlichen Konsums
       hinzu."  (l.c.p. 374.)
       
       (Im ganzen  löst er ihre Produktivität darin auf, daß sie produk-
       tive Arbeit in Bewegung setzen.)
       
       Vom  P ä c h t e r  heißt es:
       
       Kein  Kapital   gleicher   Größe   setzt   eine   größere   Menge
       p r o d u k t i v e r  A r b e i t  in Bewegung als das des Päch-
       ters. Nicht  bloß seine  Ackerknechte, sondern  auch    s e i n e
       A r b e i t s-        u n d        Z u g t i e r e        s i n d
       p r o d u k t i v e  A r b e i t e r."  [l.c.p. 376.]
       
       Schließlich also auch der Ochs ein produktiver Arbeiter.
       -----
       1*) "Die verschiedenartige Anwendung von Kapitalien" - 2*) infol-
       gedessen den  "Tauschwert" - 3*) Mengen produktiver Arbeit in Be-
       wegung setzen - 4*) produktiven Arbeitern

       zurück