Quelle: MEW 26.1 Theorien über den Mehrwert - Erster Teil


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       #240# Viertes Kapitel
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       [13. Destutt  de Tracy. Vulgäre Ansicht vom Ursprung des Profits.
       Verherrlichung der  industriellen Kapitalisten als einzig produk-
       tive Arbeiter]
       
       ¦¦400¦ Le  Comte Destuit  de Tracy. "Élemens d'idéologie", IVe et
       Ve parties.  Traité de  la volonté  et de  ses effets, Paris 1826
       (1815).
       
       "Jede nützliche  Arbeit ist wirklich produktiv, und die ganze ar-
       beitende  Klasse  der  Gesellschaft  verdient  in  gleichem  Maße
       p r o d u k t i v  genannt zu werden." (p. 87.)
       
       #241# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
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       Aber in dieser classe productive unterscheidet er
       
       "die arbeitende  Klasse, die  u n m i t t e l b a r  unseren gan-
       zen Reichtum   p r o d u z i e r t"   (p. 88), also was Smith the
       productive labourers nennt.
       Dagegen besteht  die   s t e r i l e  Klasse aus den Reichen, die
       ihre Grundrente  oder Geldrente  verzehren. Sie  sind die  classe
       oisive 1*).
       
       "Die wahre   s t e r i l e   Klasse  ist die der Müßiggänger, die
       nichts tun  als du,  was man  v o r n e h m  leben nennt vom Pro-
       dukt der  vor ihnen verrichteten Arbeiten, von den Produkten, die
       entweder in  Grundbesitz realisiert sind, den sie verpachten, das
       heißt einem  Arbeiter   v e r m i e t e n,  oder die in Geld oder
       Sachen bestehen,  die sie gegen eine Entschädigung ausleihen, was
       auch ein   V e r m i e t e n   ist.  Dies sind die wahren Drohnen
       des Bienenstocks  (fruges consumere  nati [62])"  (p.  87),  oder
       diese oisifs  "können nichts  verausgaben als  ihre Revenue. Wenn
       sie ihre  Fonds ¦¦401¦  angreifen, werden  diese durch nichts er-
       setzt, und  ihr Konsum  wird für den Augenblick übermäßig gestei-
       gert und hört dann für immer auf." (p. 237.)
       "Diese   R e v e n u e   ist nichts  anderes... als ein Abzug von
       den Produkten der Tätigkeit der arbeitenden Bürger." (p. 236.)
       
       Wie verhält  es sich  nun mit den Arbeitern, die diese oisifs di-
       rekt anwenden?  Soweit sie  Waren  konsumieren,  konsumieren  sie
       nicht direkt  Arbeit, sondern die Produkte der produktiven Arbei-
       ter. Es  handelt sich  hier also um die Arbeiter, gegen deren Ar-
       beit sie  direkt ihre  Revenue verausgaben; also um Arbeiter, die
       ihr Salair direkt aus Revenue, nicht aus Kapital beziehn.
       
       "Da die  Leute, denen sie" (le revenu) "gehört, Müßiggänger sind,
       ist es klar, daß sie  k e i n e  p r o d u k t i v e  A r b e i t
       l e i t e n.   Alle von  ihnen bezahlten Arbeiter sind einzig und
       allein dazu  bestimmt, ihnen Genüsse zu verschaffen. Ohne Zweifel
       sind diese  Genüsse verschiedener Art... Die Ausgaben dieser gan-
       zen Menschenklasse... ernähren eine zahlreiche Bevölkerung, deren
       Existenz sie  ermöglichen, deren Arbeit aber völlig steril ist...
       Einige dieser  Ausgaben können  mehr oder  weniger fruchtbringend
       sein, z.B. der Bau eines Hauses, die Melioration des Bodens. Aber
       das sind Ausnahmen, wodurch sie vorübergehend zu Leitern von pro-
       duktiver Arbeit  werden. Abgesehen  von diesen geringfügigen Aus-
       nahmen ist die ganze Konsumtion dieser Art Kapitalisten unbedingt
       ein reiner Verlust vom Standpunkt der Reproduktion und ein ebenso
       großer Abzug vom erworbenen Reichtum." (p. 236.)
       
       {Die eigentliche  Ökonomie à la Smith betrachtet den Kapitalisten
       nur als  personifiziertes Kapital.  G-W-G, Produktionsagent. Aber
       wer soll  die Produkte verzehren? Der Arbeiter? quod non 2*). Der
       Kapitalist selbst?  Dann ist er qua 3*) großer consommateur oisif
       4*) und  nicht Kapitalist. Die Besitzer von Grund- und Geldrente?
       Sie reproduzieren ihre Konsumtion nicht und
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       1*) müßige  Klasse - 2*) was nicht (der Fall ist) - 3*) als - 4*)
       Konsument ein Müßiggänger
       
       #242# Viertes Kapitel
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       schaden damit  dem Reichtum. Es liegt aber auch zweierlei Richti-
       ges in  dieser widersprechenden Ansicht, die aus dem Kapitalisten
       nur einen  realen Schatzbildner  macht, keinen illusorischen, wie
       den eigentliche  Schatzbildner ist:  1. das Kapital (hinc 1*) der
       Kapitalist, seine  Personifikation) wird  nur als  Agent zur Ent-
       wicklung der  Produktivkräfte und  Produktion betrachtet;  2. der
       Standpunkt der aufkommenden kapitalistischen Gesellschaft, der es
       um den  Tauschwert, nicht  den Gebrauchswert, den Reichtum, nicht
       den Genuß  zu tun  ist. Der genießende Reichtum erscheint ihr als
       eine superfétation  2*), bis  sie selbst Exploitation und Konsum-
       tion verbinden lernt und den genießenden Reichtum sich unterjocht
       hat.}
       
       "Um aufzufinden, wie diese Revenuen" (von denen die oisifs leben)
       "gebildet     werden,      muß     man      stets     auf     die
       i n d u s t r i e l l e n  K a p i t a l i s t e n  zurückgehen."
       (p. 237, Note.)
       
       Die   i n d u s t r i e l l e n   K a p i t a l i s t e n   - die
       2te Sorte Kapitalisten -
       
       "umfassen alle  Unternehmer irgendeiner Industrie, das heißt alle
       Leute, die,   i m   B e s i t z   v o n   K a p i t a l i e n,...
       ihre Fähigkeiten  und ihre  Arbeit dazu  anwenden, sie  selbst zu
       verwerten, statt sie andern zu vermieten, und die daher weder von
       Arbeitslöhnen noch  von  Revenuen  leben,  sondern  von    P r o-
       f i t e n."  (p. 237.)
       
       Bei Destutt tritt es recht hervor - was schon bei A. Smith -, daß
       die scheinbare Verherrlichung der produktiven Arbeiter in der Tat
       nur   die    Verherrlichung   der       i n d u s t r i e l l e n
       K a p i t a l i s t e n   im Gegensatz  zu Landlords und such mo-
       nied capitalists 3*) ist, die bloß von ihrer Revenue leben.
       
       "Sie haben...  fast den ganzen Reichtum der Gesellschaft in ihren
       Händen... Es  ist nicht  nur die  Rente dieses Reichtums, die sie
       jährlich ausgeben,  sondern eben  das Kapital selbst und mitunter
       mehrere Male  im Jahr,  wenn der  Gang der  Geschäfte rasch genug
       ist, um  das zu ermöglichen. Denn da sie als Geschäftsleute keine
       Ausgaben machen, die nicht mit Profit zu ihnen zurückkehren, sind
       ihre Profite  um so größer, je mehr Ausgaben sie unter dieser Be-
       dingung machen können." (p. 237, 238.)
       
       Was ihre  Privatkonsumtion angeht, so ist sie wie die der capita-
       listes oisifs. Aber sie ist
       
       "im allgemeinen  mäßig, denn  die Geschäftsleute  sind gewöhnlich
       bescheiden" (p.  238). Anders mit ihrer industriellen Konsumtion,
       sie ist nichts weniger als endgültig; sie kehrt mit Profit zu ih-
       nen zurück.  (l.c.) Ihr Profit muß groß genug sein, nicht nur für
       ihre "Privatkonsumtion,  sondern auch" für "die Rente für den Bo-
       den und  das Geld,  welches im  Besitz der  müßigen  Kapitalisten
       ist." (p. 238.)
       
       Das sieht  Destutt richtig. Grundrente und Geldrente sind nur des
       "prévements" 4*)  auf den  industriellen Profit, Teile desselben,
       die der industrielle
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       1*) daher - 2*) überflüssige Übertreibung - 3*) solchen Geldkapi-
       tatisten - 4*) die "Abzüge"
       
       #243# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
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       Kapitalist von  seinem Bruttoprofit  abgibt an  Landlords und mo-
       neyed capitalists.
       
       "Die Revenuen  der reichen  Müßiggänger sind  nur Renten, die der
       Produktion entzogen  werden; nur  die Produktion läßt sie entste-
       hen." (p.  248.) Die  capitalistes industriels "mieten gegen eine
       Rente ihr"  (nämlich der  capitalistes oisifs) "Land, ihre Häuser
       und ihr  Geld, und  sie wenden  sie in  einer Weise  an, daß  sie
       daraus  P r o f i t e  ü b e r  d i e s e  R e n t e  h i n a u s
       z i e h e n",   nämlich die Rente, die sie den oisifs zahlen, die
       also nur Teil dieses Profits ist. Diese rente, die sie so den oi-
       sifs zahlen,  ist die  einzige Revenue dieser Müßiggänger und der
       einzige Fonds ihrer jährlichen Ausgaben." (p. 238.)
       
       Bis hierher all right. Aber wie steht es nun mit den salariés 1*)
       (den travailleurs  productifs, die von den capitalistes industri-
       eux angewandt werden)?
       
       "Jene besitzen keinen anderen Schatz als ihre tagtägliche Arbeit.
       Diese Arbeit  verschafft ihnen  den Lohn...  Aber  woraus  werden
       diese Löhne  gezahlt? Es  ist klar,  daß sie  aus  dem  Besitztum
       derjenigen  kommen,   denen  die  ¦¦402¦  Lohnarbeiter    i h r e
       A r b e i t   v e r k a u f e n,   das heißt  aus den  Fonds, die
       sich vorher  in deren Besitz befinden und die nichts anderes dar-
       stellen als   d i e   a k k u m u l i e r t e n   P r o d u k t e
       f r ü h e r   a u s g e f ü h r t e   A r b e i t e n.   Es folgt
       daraus, daß  der aus  diesen Reichtümern  bezahlte Konsum wohl in
       dem  Sinne  der  Konsum  der  Lohnarbeiter  ist,  daß  sie  damit
       unterhalten werden;  aber im  Grunde sind  n i c h t  s i e  e s,
       d i e   i h n  b e z a h l e n,  oder wenigstens bezahlen sie ihn
       nicht nur   m i t   d e n  F o n d s,   d i e  s i c h  s c h o n
       v o r h e r   i n  d e n  H ä n d e n  i h r e r  A n w e n d e r
       b e f a n d e n.   Ihre Konsumtion  muß also  als die  Konsumtion
       derjenigen betrachtet  werden, die  sie dingen. Sie empfangen nur
       mit einer  Hand und geben mit der andern zurück... muß nicht bloß
       alles, was sie" (les salariés) "ausgeben, sondern auch alles, was
       sie  erhalten,   als   wirkliche   Ausgabe   und      e i g e n e
       K o n s u m t i o n   d e r j e n i g e n    betrachten,    d i e
       i h r e   A r b e i t  k a u f e n.  Das ist so wahr, daß man, um
       festzustellen, ob  diese Konsumtion dem vorhandenen Reichtum mehr
       oder weniger  Abbruch tut oder sogar die Tendenz hat, ihn zu ver-
       mehren..., auf  jeden Fall  wissen  muß,    w e l c h e n    G e-
       b r a u c h    d i e    K a p i t a l i s t e n    v o n    d e r
       A r b e i t   m a c h e n,  d i e  s i e  k a u f e n."  (p. 234,
       235.)
       
       Very well.  Und woher  kommen die  Profite der entrepreneurs, die
       sie befähigen,  sich selbst  und den  capitalistes oisifs revenus
       etc. zu zahlen?
       
       "Man wird  mich fragen,  wie diese  Industrieunternehmer so große
       Profite machen  und von  wem sie  sie ziehn können. Ich antworte,
       daß sie   d i e s   t u n,   i n d e m   s i e  a l l e s,  w a s
       s i e   p r o d u z i e r e n,   t e u r e r   v e r k a u f e n,
       a l s   e s   i h n e n   z u   p r o d u z i e r e n    g e k o-
       s t e t."  (p. 239.)
       
       Und an wen verkaufen sie alles teurer, als es ist?
       
       "Sie verkaufen es,
       
       1. aneinander  für den ganzen Teil ihrer Konsumtion, bestimmt zur
       Befriedigung ihrer  Bedürfnisse, welche  sie bezahlen  mit  einem
       Teil ihrer Profite;
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       1*) Lohnarbeitern
       
       #244# Viertes Kapitel
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       2. an  die Lohnarbeiter,  sowohl an die, welche sie besolden, wie
       die,  welche   die  mäßigen   Kapitalisten   besolden;      v o n
       w e l c h e n   L o h n a r b e i t e r n  s i e  auf diesem Wege
       i h r e n   g a n z e n   L o h n    z u r ü c k e r h a l t e n,
       ausgenommen etwa deren kleine Ersparnisse;
       3. an  die müßigen  Kapitalisten,  w e l c h e  s i e  b e z a h-
       l e n   m i t  d e m  T e i l  i h r e r  R e v e n u e,  den sie
       nicht schon abgegeben haben an die von ihnen direkt beschäftigten
       Lohnarbeiter; so  daß die  ganze Rente, welche sie ihnen jährlich
       zahlen, ihnen  auf dem  einen  oder  andern  dieser  Wege  wieder
       zurückfließt." (l.c.p. 239.)
       
       Sehn wir uns nun diese 3 Rubriken von ventes 1*) an.
       
       1.   E i n e n   T e i l  ihres Produkts (oder Profits) essen die
       capitalistes industrieux  selbst auf.  Sie können sich selbst un-
       möglich dadurch  bereichern, daß sie sich selbst beschwindeln und
       sich ihre  Produkte   t e u r e r   verkaufen, als  sie dieselben
       b e z a h l t   haben. Auch  kann keiner  den andren  dadurch be-
       schwindeln. Verkauft  A sein  Produkt zu teuer, das der industri-
       elle Kapitalist  B auf. ißt, so verkauft B sein Produkt zu teuer,
       das der  industrielle Kapitalist  A 2*)  aufißt. Es ist dasselbe,
       als hätten  A und  B ihre  Produkte zum  wirklichen Wert einander
       verkauft. Rubrik  1 zeigt  uns, wie  die Kapitalisten  einen Teil
       ihres Profits  ausgeben; sie  zeigt uns  nicht, woher sie ihn be-
       ziehn. Jedenfalls  machen sie  dadurch  keinen  Profit,  daß  sie
       "a n e i n a n d e r"   "alles, was sie produzieren,  t e u r e r
       v e r k a u f e n,  als es ihnen zu produzieren gekostet".
       2. Von  dem Teil  des Produkts,  den sie ihren Arbeitern  ü b e r
       d e n   P r o d u k t i o n s k o s t e n   verkaufen, können sie
       ebenfalls keinen  Profit ziehn.  Nach der  Voraussetzung ist  die
       ganze consommation  der Arbeiter in fact der eigene Konsum derje-
       nigen, die ihre Arbeit kaufen". Außerdem bemerkt Destutt noch zum
       Überfluß, daß  die capitalistes,  indem sie  den salariés  (ihren
       eignen und  denen der  capitalistes oisifs) ihre Produkte verkau-
       fen, sie  nur "ihren  ganzen Lohn zurückerhalten". Und zwar nicht
       einmal ganz,  sondern mit  Abzug von deren Ökonomie. Ob sie ihnen
       die Produkte  wohlfeil oder  teuer verkaufen, ist ganz gleich, da
       sie immer nur retirent ce qu'ils leur ont donné 3*) und, wie oben
       gesagt, die  "Lohnarbeiter empfangen nur mit einer Hand und geben
       mit der  andern zurück".  Der Kapitalist zahlt erst  G e l d  als
       Salair dem Arbeiter. Dann verkauft er ihm sein Produkt "zu teuer"
       und zieht damit das Geld wieder zurück. Da der Arbeiter dem Kapi-
       talisten aber  nicht mehr  Geld zurückzahlen kann, als er von ihm
       erhalten  hat,   so  kann   dieser  ihm  seine  Produkte    n i e
       t e u r e r   verkaufen, als  er ihm seine Arbeit gezahlt hat. Er
       kann immer nur soviel Geld im Verkauf seiner Produkte von ihm zu-
       rückerhalten, als  er ihm Geld für seine Arbeit gegeben hat. Kei-
       nen  Deut   mehr.  Wie  soll  sich  sein  Geld  nun  durch  diese
       "Zirkulation" vermehren?
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       1*) Verkäufen  - 2*) in der Handschrift: B - 3*) das zurückerhal-
       ten, was sie ihnen gegeben haben
       
       #245# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
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       ¦¦403¦ Zudem  ein andrer Blödsinn bei Destutt. Kapitalist C zahlt
       dem Arbeiter  A 1 l. Wochenlohn und zieht dann das 1 l. wieder an
       sich, indem  er ihm  Ware für  1 l.  verkauft. Durch dies Mittel,
       meint Tracy,  hat er die totalité des salaires 1*) wieder an sich
       gezogen. Aber erst gibt er dem Arbeiter 1 l. Und dann gibt er ihm
       Ware für  1 l. Was er ihm also in der Tat gegeben hat, sind 2 l.:
       1 l. in Waren und 1 l. in Geld. Von diesen 2 l. zieht er 1 l. zu-
       rück in  der Form  des Geldes. Er hat also in der Tat von dem Sa-
       lair von  1 l.  keinen farthing zurückgezogen. Und sollte er sich
       durch diese  Art "Zurückziehn"  des Salairs bereichern (statt da-
       durch, daß  der Arbeiter  ihm in Arbeit zurückgegeben hat, was er
       ihm in Ware vorgeschossen), so würde er bald auf den Damm kommen.
       Hier verwechselt  der edle  Destutt also  die Geldzirkulation mit
       der wirklichen  Warenzirkulation. Weil  der Kapitalist, statt dem
       Arbeiter direkt  Ware für 1 l. zu geben, ihm 1 l. gibt, womit der
       Arbeiter nun die Ware, die er kaufen will, beliebig bestimmen und
       dem Kapitalisten in der Form des Geldes die Anweisung, die er ihm
       auf seinen  Kram gegeben,  zurückgibt, nachdem  er, der Arbeiter,
       seinen aliquoten  Teil des  Krams sich  angeeignet,  bildet  sich
       D[estutt] ein,  daß der Kapitalist retire" le salaire', indem ihm
       dasselbe Stück  Geld wieder zufließt. Und auf derselben Seite be-
       merkt Herr  D[estutt], das  Phänomen  der  Zirkulation  sei  "mal
       connu" 3*) (p. 239). Allerdings total unbekannt ihm selbst. Hätte
       D[estutt] nicht in dieser sonderbaren Methode sich das Retirer de
       la totalité  des salaires" 4*) erklärt, so wäre der Unsinn in ei-
       ner gleich zu erwähnenden Weise wenigstens denkbar.
       (Aber vorher  noch zur  Illustration seiner Weisheit. Wenn ich in
       einen Laden gehe und der Ladenhüter mir 1 l. gibt, worauf ich mit
       diesem 1  l. für 1 l. Ware in seinem Laden kaufe, so retiriert er
       dann das  1 l  wieder. Niemand  wird behaupten, daß er sich durch
       diese Operation  bereichert hat.  Statt 1  l. in Geld und 1 l. in
       Ware hat  er jetzt  nur noch 1 l. in Geld. Selbst wenn seine Ware
       nur 10  sh. wert  war und er sie mir zu 1 l. verkauft hat, ist er
       nach wie  vor um  10 sh.  ärmer, wie  er  vor  dem  Verkauf  war,
       quoiqu'il ait retiré la totalité d'un livre st. 5*).)
       Wenn C,  der Kapitalist,  dem Arbeiter  1 l.  Salair gibt und ihm
       nachher Ware  zum Wert  von 10 sh. für 1 l. verkauft, so hätte er
       allerdings einen  Profit von 10 sh. gemacht, weil er die Ware dem
       Arbeiter 10  sh. zu teuer verkauft hätte. Aber vom Standpunkt des
       Herrn D[estutt]  wäre selbst  so nicht  einzusehn, wie daraus ein
       Profit für den C herrühren soll. (Der Profit rührt
       -----
       1*)  den   ganzen  Lohn  -  2*)  den  Lohn  "zurückzieht"  -  3*)
       "unbekannt" - 4*) "Zurückziehen des ganzen Lohns" - 5*) obwohl er
       die Gesamtsumme von einem Pfund Sterling zurückgezogen hat
       
       #246# Viertes Kapitel
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       daher, daß er ihm geringren Arbeitslohn zahlt, in der Tat dem Ar-
       beiter einen  geringren aliquoten  Teil des Produkts im Austausch
       für seine Arbeit gab, als er ihm  n o m i n e l l  gibt.) Gäbe er
       dem Arbeiter  10 sh. und verkaufte seine Ware für 10 sh., so wäre
       er ebenso  reich, als wenn er ihm 1 l. gibt und seine Ware von 10
       sh. zu 1 l. verkauft. Zudem räsoniert D[estutt] unter der Voraus-
       setzung des  notwendigen Arbeitslohns.  Im besten Sinne käme hier
       nur eine  Prellerei im Arbeitslohn heraus, woraus sich der Profit
       erklärte.
       Dieser case  2 zeigt  also, daß  D[estutt] absolut vergessen hat,
       was ein  produktiver -  Arbeiter ist, und nicht die geringste Ah-
       nung von der Quelle des Profits hat. Höchstens könnte gesagt wer-
       den, daß  der Kapitalist  einen Profit macht durch die Verteurung
       der Produkte  über ihren Wert, soweit er sie nicht seinen eigenen
       salariés, sondern  den salariés des capitalistes oisifs verkauft.
       Da aber  die Konsumtion  der travailleurs improductifs in der Tat
       nur ein  Teil der Konsumtion der capitalistes oisifs ist, so kom-
       men wir jetzt zu casus 3.
       3. Drittens  verkauft der  capitaliste industriell seine Produkte
       zu "teuer", über ihrem Wert, an die
       
       "müßigen Kapitalisten, weiche sie bezahlen mit dem Teil ihrer Re-
       venue, den  sie nicht  schon abgegeben haben an die von ihnen di-
       rekt beschäftigten  Lohnarbeiter; so  daß die ganze Rente, welche
       sie ihnen  jährlich zahlen, ihnen" (les capitalistes industriels)
       "auf dem  einen oder  andern dieser  Wege  wieder  zurückfließt."
       [l.c.p. 239].
       
       Hier wieder  die kindische Anschauung von dem Revenir de la rente
       1*) etc.,  wie vorher von dem Retirer de la totalité des salaires
       2*). Z.B. C zahlt 100 l. als Grund- und Geldrente an O (den capi-
       taliste oisif.  Die 100  l. sind  Zahlungsmittel für  C. Sie sind
       Kaufmittel für  O, der  mit ihnen für 100 l. Ware dem Lager des C
       entzieht. Damit  kehren die  100 l.  an C  zurück als verwandelte
       Form seiner Ware. Aber er hat 100 l. in Waren weniger wie vorher.
       Statt sie  dem O direkt zu geben, hat er ihm 100 l. Geld gegeben,
       womit der  100 l.  von seinen  Waren kauft. Er kauft diese 100 l.
       Waren aber mit dem Geld des C, nicht mit eignem Fonds. Und damit,
       bildet sich  T[racy] ein, revient à C la rente qu'il a desservi à
       O. Quelle imbéciliti! 3*)
       Erster Blödsinn.
       Zweitens hat  D[estutt] uns  selbst gesagt,  daß  Grundrente  und
       Celd. rente nur prélèvements 4*) auf den Profit des industriellen
       Kapitals sind,  also bloß  an den oisif abgegebne Quoten des Pro-
       fits. Gesetzt nun, C zöge durch
       -----
       1*) Zurückströmen der Rente - 2*) Zurückziehen des ganzen Lohns -
       3*) fließe  die Rente  dem C wieder zurück, die er O gezahlt hat.
       Weiche Torheit! - 4*) Abzüge
       
       #247# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       irgendein Kunststück  diese ganze  Quote ¦¦404¦  wieder an  sich,
       wenn auch  ni par  l'un ni par l'autre des côtés, as described by
       T[racy] 1*),  in andren Worten der Kapitalist C bezahlt gar keine
       Rente, weder an Landlord noch monied capitalist, er behielte sei-
       nen   g a n z e n  Profit, so handelte es sich ja grade darum, zu
       erklären,   w o h e r  er ihn abgeleitet, wie er ihn gemacht hat,
       wie er  entstanden ist?  Wie dies nicht dadurch erklärt wird, daß
       er ihn  hat oder  b e h ä l t,  ohne an landlord und monied capi-
       talist eine Quote davon abzugeben, so kann es ebensowenig dadurch
       erklärt werden,  daß er  <teilweise oder ganz> die Quote des Pro-
       fits, die er an den oisif unter einem oder dem andren Titel abge-
       geben hat,  ganz oder zum Teil, d'une manière oder de l'autre 2*)
       aus der Hand des letztern in seine eigne wieder zurückbugsiert.
       Zweiter Blödsinn!
       Abgesehn von  diesen Abgeschmacktheiten.  C hat  an O (den oisif)
       Rente zum  Betrag von  100 l.  zu zahlen  für den Grund und Boden
       oder das  Kapital, das  er von  ihm gemietet hat (loué). Er zahlt
       die 100 l. aus seinem Profit (woher der entsteht, wissen wir noch
       nicht). Nun  verkauft er  dem O seine Produkte, sei es, daß O sie
       direkt oder durch seine retainers 3*) (die salariés improductifs)
       ißt, und  er verkauft sie ihm  z u  t e u e r,  z.B. 25 p.c. über
       ihrem Wert. Er verkauft ihm Produkte, die 80 l. wert sind, zu 100
       l. Hier  macht C  unbedingt einen  Profit von  20 l. Er hat dem O
       eine Anweisung auf 100 l. Waren gegeben. Sobald dieser die Anwei-
       sung realisiert, liefert er ihm nur für 80 l. Waren aus, indem er
       den Nominalpreis seiner Waren 25 p.c. über ihren Wert 4*) erhöht.
       Würde O  sich nun  begnügen, für 80 l. Waren zu verzehren und 100
       l. für  sie zu  zahlen, so  könnten die Profite des C nie über 25
       p.c. steigen.  Die Preise,  die Beschwindlung,  würden sich jedes
       Jahr wiederholen.  Aber O  will für 100 l. essen. Ist er Grundbe-
       sitzer, que  faire? 5*)  Er hypothekiert  dem C  für 25 l., wofür
       dieser ihm  Ware von  20 l. liefert; denn er verkauft die Ware 25
       p.c. (1/4)  über ihrem Wert. Ist er Geldverleiher, so überläßt er
       dem C  25 l. von seinem Kapital, wofür dieser ihm für 20 l. Waren
       liefert.
       Gesetzt, das  Kapital (oder  der Bodenwert)  war zu 5 p.c. ausge-
       liehn. So  betrug es  2000 l.  Es beträgt  jetzt nur noch 1975 l.
       Seine Rente  nun 98  3/4 l.  Und so  würde es weitergehn, indem O
       stets für  100 l. wirklichen Warenwert verzehrt, seine Rente aber
       beständig abnimmt,  weil er,  um für  100 l. Ware zu haben, stets
       einen stets größeren Teil seines Kapitals selbst aufessen muß. So
       würde nach und nach C das ganze Kapital des O in seine
       -----
       1*) weder  auf dem  einen noch  auf dem  andern Wege,  wie es von
       Tracy dargestellt  wird 2*)  auf die eine oder andere Weise - 3*)
       Dienstleute - 4*) in der Handschrift: Nominalpreis - 5*) was tun?
       
       #248# Viertes Kapitel
       -----
       Hand bekommen  und die Rente desselben mit dem Kapital, d.h., daß
       er diesen  Teil des  Profits, den er vom geborgten Kapital macht,
       sich selbst  aneignen würde mit dem Kapital selbst. Dieser Prozeß
       schwebt offenbar dem Herrn D[estutt] vor, denn er fährt fort:
       
       "Aber, wird man sagen, wenn es sich so verhält und wenn die indu-
       striellen Unternehmer  tatsächlich   j e d e s   J a h r  m e h r
       e r n t e n,   a l s  s i e  g e s ä t  h a b e n,  so müßten sie
       in sehr  kurzer Zeit   d a s  g a n z e  g e s e l l s c h a f t-
       l i c h e   V e r m ö g e n   an sich gezogen haben, und im Staat
       würden bald  nur noch besitzlose Lohnarbeiter und kapitalistische
       Unternehmer übrigbleiben.  Das ist richtig, und die Dinge ständen
       tatsächlich so, würden sich nicht die Unternehmer oder ihre Erben
       in dem  Maße, in  dem sie sich bereichern, zur Ruhe setzen und so
       immer wieder  die Klasse  der müßigen Kapitalisten auffüllen; und
       dennoch, ungeachtet  dieser häufigen  Wanderung, findet man, wenn
       die Produktion  in einem  Lande ohne allzu große Störungen einige
       Zeit tätig  gewesen ist,  daß ihre Kapitalien sich immer vermehrt
       haben, nicht nur im Verhältnis zum Anwachsen des Gesamtreichtums,
       sondern  in   noch  viel   größerem  Verhältnis...   Man   könnte
       hinzufügen, daß diese Wirkung ohne die ungeheuren Auflagen, womit
       alle Regierungen  jedes Jahr  die industrielle Klasse in Form von
       Steuern belasten, noch fühlbarer wäre." (p. 240, 241.)
       
       Und Herr  D[estutt] hat  ganz recht  to a  certain point 1*), ob-
       gleich gar  nicht für das, was er erklären will. Zur Zeit des un-
       tergehenden Mittelalters  und  der  ausgehenden  kapitalistischen
       Produktion ist  die rasche Bereicherung der industriellen Kapita-
       listen zum  Teil zu  erklären  aus  der  direkten  Prellerei  der
       landlords. Als  der Geldwert  sank, infolge  der Entdeckungen  in
       Amerika, zahlten  ihnen die  Pächter nominell,  nicht reell,  die
       alte Rente,  während die manufacturers ihnen die Waren über ihrem
       Wert verkauften,  nicht nur zu dem gestiegnen Geldwert. Ebenso in
       allen Ländern,  wie den asiatischen z.B., wo die Hauptrevenue des
       Landes in der Form der Grundrente in der Hand der landlords, Für-
       sten etc.,  verkaufen ihnen die wenig zahlreichen und daher nicht
       durch die  Konkurrenz bedingten manufacturers ihre Waren zu Mono-
       polpreisen und eignen sich so einen Teil ihrer Revenue an; berei-
       chern sich ¦¦405¦ nicht nur dadurch, daß sie ihnen unbezahlte Ar-
       beit verkaufen,  sondern die Waren über der Quantität Arbeit ver-
       kaufen, die  in ihnen  steckt. Nur  hat Herr D[estutt] wieder un-
       recht, wenn er glaubt, die Geldverleiher lassen sich ebenso prel-
       len. Sie  share 2*)  vielmehr in den hohen Zinsen, die sie ziehn,
       an Jenen hohen Profiten, an Jener Prellerei, direkt und indirekt.
       Daß dem  Herrn D[estutt] dies Phänomen vorschwebte, zeigt folgen-
       der Satz:
       
       "Man braucht  nur zu  sehen, wie sie" (les capitalistes industri-
       eux) "vor drei oder vier Jahrhunderten in ganz Europa schwach wa-
       ren im Verhältnis zu den ungeheuren
       -----
       1*) bis zu einem gewissen Punkt - 2*) nehmen teil
       
       #249# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       Reichtümern aller  mächtigen Personen  und wie sehr sie bis heute
       sich vermehrt  haben und  gewachsen sind,  indes die anderen sich
       vermindert haben." (l.c.p. 241.)
       
       Was Herr  D[estutt] uns erklären wollte, waren die  P r o f i t e
       und die  h o h e n  P r o f i t e  des industriellen Kapitals. Er
       hat es  doppelt erklärt.  Erstens, indem das  G e l d,  das diese
       Kapitalisten in  der Form  von Salairen  und Renten zahlen, ihnen
       wieder zurückströmt,  indem diese Salaire und Renten Produkte von
       ihnen kaufen. Damit ist in der Tat nur erklärt, warum sie Salaire
       und Renten  nicht   d o p p e l t   zahlen, erst  in der Form von
       Geld, und  zweitens in der Form von Ware zu demselben Geldbetrag.
       Die zweite  Erklärung ist,  daß sie  ihre Waren  über ihrem Preis
       verkaufen,   z u   t e u e r   verkaufen, erstens an sich selbst,
       also sich  selbst prellen;  zweitens an die Arbeiter, also wieder
       s i c h   s e l b s t   prellen, da  Herr Destutt uns gesagt, daß
       die consommation des salariés 1*),
       
       "als die  Konsumtion derjenigen  betrachtet werden  muß, die  sie
       dingen" (p. 235);
       
       endlich drittens  an die   R e n t n e r   und diese prellen, und
       dies würde in der Tat erklären, warum die industriellen Kapitali-
       sten einen  stets größren  Teil ihres Profits für sich selbst be-
       halten, statt ihn abzugeben an die oisifs. Es würde zeigen, warum
       die   V e r t e i l u n g  d e s  G e s a m t p r o f i t s  zwi-
       schen den industriellen und nichtindustriellen Kapitalisten immer
       mehr zum  Vorteil der  erstren auf  Kosten der  letztren vor sich
       geht. Es  würde kein  Jota zum  Verständnis beitragen,  w o h e r
       d i e s e r   G e s a m t p r o f i t   rührt. Gesetzt, die indu-
       striellen Kapitalisten  hätten sich ganz desselben bemächtigt, so
       bleibt die Frage: Wo kommt er her?
       D[estutt] hat also nicht nur nichts beantwortet, sondern nur ver-
       raten, daß er den  R e f l u x  d e s  G e l d e s  für einen Re-
       flux der Ware selbst hält. Dieser Reflux des Geldes heißt nichts,
       als daß die Kapitalisten salaire und Rente zuerst in Geld zahlen,
       statt sie  in Ware zu zahlen; daß mit diesem Geld ihre Waren gek-
       auft werden  und sie auf diesem Umweg also in Ware gezahlt haben.
       Dies Geld  strömt also beständig zu ihnen zurück, aber nur in dem
       Umfang, worin  Waren zum selben Geldwert definitiv ihnen entzogen
       worden sind  und der Konsumtion der salariés und rentiers anheim-
       gefallen sind.
       Herr D[estutt] (echt französisch, bei Proudhon finden sich ähnli-
       che erstaunte Exklamationen über sich selbst) ist ganz überrascht
       über die "clarté" 2*), welche diese
       
       "Art, die Konsumtion unsrer Reichtümer zu betrachten..., über die
       ganze Bewegung  der Gesellschaft  verbreitet. Woher  kommt  diese
       Übereinstimmung und  diese lichte  Erkenntnis? Daher, daß wir die
       Wahrheit getroffen, haben. Das erinnert an die
       -----
       1*) Konsumtion der Lohnarbeiter - 2*) "Klarheit"
       
       #250# Viertes Kapitel
       -----
       Wirkung jener  Spiegel, in denen sich die Gegenstände klar und in
       ihren richtigen  Proportionen abzeichnen,  wenn man den richtigen
       Standpunkt einnimmt,  und in  denen alles  verworren und verzerrt
       erscheint, wenn  man zu  nahe oder  zu weit  entfernt steht." (p.
       242, 243.)
       
       Später ganz beiläufig erinnert sich Herr Destutt aus A. Smith des
       wirklichen Verlaufs  der Dinge,  den er  aber essentiellement 1*)
       nur der Phrase nach wiederholt, nicht verstanden hat, da er sonst
       unmöglich obige Lichtströme hätte ausgießen können (dieses membre
       de l'Institut de France [81]).
       
       "Woher kommen die Revenuen dieser müßigen Leute? Kommen sie nicht
       aus der  Rente, die ihnen aus ihrem  P r o f i t  diejenigen zah-
       len, die   d i e   K a p i t a l e   d e r   e r s t e r n   a r-
       b e i t e n   m a c h e n,   das heißt  diejenigen, die  mit  den
       Fonds der  erstem   e i n e  A r b e i t  b e s o l d e n,  d i e
       m e h r  p r o d u z i e r t,  a l s  s i e  k o s t e t,  in ei-
       nem Worte, die Industriellen?"
       
       (Aha! Also  die rentes (und auch die eignen Profits), die die in-
       dustriellen Kapitalisten  den capitalistes  oisifs zahlen für die
       von diesen  geborgten fonds,  kommen daher,  daß sie  mit  diesen
       fonds Arbeit  salarieren, "die    m e h r    p r o d u z i e r t,
       a l s   s i e   k o s t e t",  d.h. also, deren Produkt mehr Wert
       hat, als  ihnen bezahlt wird; oder der Profit kommt also aus dem,
       was die salarierten Arbeiter über ihre Kosten hinaus produzieren,
       ein Surplusprodukt, was sich der industrielle Kapitalist aneignet
       und wovon  er nur einen Teil den Grund- und Geldrentnern abgibt.)
       Herr D[estutt]  schließt daraus:  Nicht zu diesen produktiven Ar-
       beitern, sondern zu den Kapitalisten, die sie in Bewegung setzen,
       muß man zurückgehn.
       
       "Sie sind es, die in Wirklichkeit die von den erstren beschäftig-
       ten Lohnarbeiter ernähren." (p. 246.)
       
       Allerdings. Sofern sie direkt die Arbeit exploitieren und die ca-
       pitalistes oisifs  dies nur  through their agency 2*) tun. Und in
       diesem Sinn  richtig, das  industrielle Kapital als source de ri-
       chesse 3*) zu ¦¦406¦ betrachten.
       
       "Auf diese"  (die industriellen Kapitalisten) "muß man also immer
       zurückgehn, um die Quelle alles Reichtums zu finden." (p. 246.)
       "Mit der  Zeit   h a b e n   s i c h   R e i c h t ü m e r    i n
       m e h r     o d e r     w e n i g e r    g r o ß e r    M e n g e
       a n g e s a m m e l t,   w e i l   d a s  E r g e b n i s  f r ü-
       h e r e r   A r b e i t  n i c h t  s o f o r t  v o l l s t ä n-
       d i g   k o n s u m i e r t   w u r d e,   a l s  e s  p r o d u-
       z i e r t   w o r d e n   w a r.  Von den Besitzern dieser Reich-
       tümer begnügen  sich die einen damit, daraus eine Rente zu ziehen
       und diese  zu verzehren.  Das sind  jene,  die  wir  die  Müßigen
       genannt haben.  Die anderen, Aktiveren lassen ihre eigenen Fonds,
       und die,  die sie  gemietet haben,  arbeiten. Sie  wenden sie an,
       u m   A r b e i t   z u   b e z a h l e n,   d i e   s i e  m i t
       P r o f i t  r e p r o d u z i e r t."
       
       {Daher also nicht nur die Reproduktion dieser Fonds, sondern auch
       des Surplus, das den  P r o f i t  bildet.}
       -----
       1*) im wesentlichen - 2*) durch Ihre Vermittlung - 3*) Quelle des
       Reichtums
       
       #251# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       "Mit diesem Profit bezahlen sie ihren eigenen Konsum und bestrei-
       ten den  der anderen.  Durch diese Konsumtion selbst" (ihre eigne
       und die  der oisifs?  Hier wieder der alte Blödsinn) "kehren ihre
       Fonds etwas  vergrößert zurück,  und sie  beginnen von neuem. Und
       das stellt die Zirkulation dar." (p. 246, 247.)
       
       Die Untersuchung  über den  "produktiven Arbeiter" und das Ergeb-
       nis, daß  nur der ein produktiver Arbeiter ist, dessen Käufer ein
       industrieller Kapitalist  ist, der Arbeiter, dessen Arbeit Profit
       für ihren  unmittelbaren Käufer  produziert, führte Herrn Destutt
       dahin, daß  in der  Tat die   i n d u s t r i e l l e n  K a p i-
       t a l i s t e n   die    e i n z i g e n    p r o d u k t i v e n
       A r b e i t e r  im höhern Sinn sind.
       
       "Jene, die  von Profiten  leben" (les  capitalistes industrieux),
       "ernähren alle übrigen Menschen, vermehren allein das öffentliche
       Vermögen und  schaffen alle unsre Mittel des Genusses. Das muß so
       sein,  w e i l  d i e  A r b e i t  d i e  Q u e l l e  a l l e s
       R e i c h t u m s     i s t     und  weil   sie  allein     d e r
       l e b e n d i g e n    A r b e i t      eine    n ü t z l i c h e
       R i c h t u n g   geben, indem  sie  einen    n ü t z l i c h e n
       G e b r a u c h     v o n     d e r     a k k w n u l i e r t e n
       A r b e i t  machen." (p. 242.)
       
       Daß sie  "une direction utile au travail actuel" 1*) geben, heißt
       in der Tat nur, daß sie nützliche Arbeit anwenden, Arbeit, die in
       Gebrauchswerten resultiert.  Aber daß sie "un usage utile du tra-
       vail accumulé"  2*) machen - wenn es nicht wieder dasselbe heißen
       soll, daß  sie akkumulierten Reichtum industriell, zur Produktion
       von Gebrauchswerten  vernutzen -, heißt, daß sie den "usage utile
       du travail  accumulé" machen, mehr travail actuel mit ihm zu kau-
       fen, als  in ihr  enthalten ist.  In dem eben zitierten Satz faßt
       D[estutt] naiv die Widersprüche zusammen, die das Wesen der kapi-
       talistischen Produktion ausmachen. Weil die Arbeit die Quelle al-
       les Reichtums  ist, ist  das Kapital  die Quelle alles Reichtums;
       ist der eigentliche Vermehrer des Reichtums nicht der, der arbei-
       tet, sondern  der einen  Profit von  der Arbeit andrer macht. Die
       Produktivkräfte der Arbeit sind die Produktivkräfte des Kapitals.
       3*)
       
       "Unsere Vermögen sind unser einziger Originalreichtum, unsere Ar-
       beit produziert alle anderen, und jede wohl dirigierte Arbeit ist
       produktiv." (p. 243.)
       
       Daraus folgt nach D[estutt] von selbst, daß die industriellen Ka-
       pitalisten
       
       "alle andern ernähren, den öffentlichen Reichtum allein vermehren
       und alle Mittel des Genusses schaffen".
       
       Unsere Vermögen  (facultés) sind unser einziger Originalreichtum,
       darum ist  das Arbeitsvermögen  kein Reichtum.  Die Arbeit produ-
       ziert alle
       -----
       1*) "der  lebendigen Arbeit eine nützliche Richtung" - 2*) "einen
       nützlichen Gebrauch  von der  akkumulierten Arbeit"  -  3*)  vgl.
       vorl. Band, S. 365 ff.
       
       #252# Viertes Kapitel
       -----
       andern Reichtümer,  d.h., sie  produziert Reichtümer für alle an-
       dern außer  sich selbst,  und nicht sie selbst ist Reichtum, son-
       dern bloß ihr Produkt. Jede wohl dirigierte Arbeit ist produktiv;
       d.h., jede  produktive Arbeit,  jede Arbeit, die dem Kapitalisten
       Profit abwirft, ist wohl dirigiert.
       Die folgenden  Bemerkungen von  D[estutt], die sich nicht auf die
       v e r s c h i e d n e n   K l a s s e n   d e r  K o n s u m e n-
       t e n,   sondern auf die  v e r s c h i e d n e  N a t u r  d e r
       K o n s u m t i o n s m i t t e l beziehn,  umschreiben sehr  gut
       A. Smiths  Ansicht l.  II, ch.  III, wo  er am Schluß untersucht,
       welche  Art   der   (unproduktiven)   dépense   1*),   d.h.   der
       individuellen Konsumtion,  der Konsumtion  der Revenue, mehr oder
       minder vorteilhaft. Er leitet dort diese Untersuchung (G[arnier],
       t. II, p. 345) mit den Worten ein:
       
       "Wenn die  Ökonomie die  allgemeine Masse der Kapitalien vermehrt
       und die  Verschwendung sie  vermindert, so tragen diejenigen, die
       gerade ihre ganze Revenue verausgaben, ohne ihre Fonds zu vergrö-
       ßern oder anzugreifen, weder zu ihrer Vermehrung noch zur Vermin-
       derung bei.  Es gibt  demnach gewisse Methoden des Geldausgebens,
       die offenbar  mehr als andere zum Anwachsen des allgemeinen Wohl-
       stands beitragen."
       
       D[estutt] faßt die Smithsche Ausführung so zusammen:
       
       "Wenn der Konsum sehr verschieden ist, je nach der Art des Konsu-
       menten, so  wechselt er  auch mit der Art der konsumierten Dinge.
       Zwar repräsentieren  alle Arbeit,  aber ihr Wert ist in den einen
       Dingen dauerhafter fixiert als in den anderen. Es kann ebensoviel
       Mühe kosten,  ein Feuerwerk  zu veranstalten, wie einen Diamanten
       zu finden und zu schleifen, und das eine kann folglich ebensoviel
       Wert haben  wie das  andere. Aber wenn ich beide gekauft, bezahlt
       und ihrem  bestimmungsgemäßen Zweck  zugeführt habe, wird von dem
       ersten nach  einer halben  Stunde nichts  übrig sein, während der
       andere noch  nach einem  Jahrhundert für  meine Enkel eine Quelle
       von Reichtum  sein kann... Ebenso verhält es sich mit dem, ¦¦407¦
       was man"  (c'est-à-dire Sayus  2*)) "die  immateriellen  Produkte
       nennt.   E i n e   E n t d e c k u n g  i s t  v o n  e w i g e m
       N u t z e n.   Ein Werk  des Geistes,  ein Gemälde  sind auch von
       mehr oder  weniger dauerhaftem  Nutzen; der eines Balles dagegen,
       eines Konzerts,  einer Theatervorstellung  ist rasch  vorbei  und
       verschwindet sofort.  Dasselbe kann  man von  den    p e r s ö n-
       l i c h e n   D i e n s t l e i s t u n g e n   der Ärzte,  Advo-
       katen, Soldaten,  Bedienten und  allgemein von allen jenen sagen,
       die man   A n g e s t e l l t e  nennt. Ihre Nützlichkeit besteht
       in dem  Moment, da  man sie  benötigt... Der ruinierendste Konsum
       ist der schnellere, weil er in derselben Zeit mehr Arbeit oder in
       kürzerer Zeit  dieselbe Menge Arbeit zerstört. Im Vergleich damit
       ist der  langsamere Konsum  eine Art   S c h a t z b i l d u n g,
       weil  er   in  künftigen   Zeiten  den   Genuß  eines  Teils  der
       gegenwärtigen  Opfer   zuläßt...  Jedermann  weiß,  daß  es  viel
       ökonomischer ist,   f ü r   d e n s e l b e n   P r e i s   einen
       Anzug zu haben, der drei Jahre hält, als einen ähnlichen, der nur
       drei Monate hält." (p. 243, 244.)
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       1*) Ausgabe - 2*) das heißt Say

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