Quelle: MEW 26.1 Theorien über den Mehrwert - Erster Teil


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       #125# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
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       [3. Zwieschlächtigkeit in der Smithschen Auffassung der produkti-
       ven Arbeit]
       
       [a) Erklärung  der produktiven  Arbeit als Arbeit, die sich gegen
       Kapital austauscht]
       
       Die zweite,  verkehrte Ansicht,  die Smith von produktiver Arbeit
       entwickelt, ist so verflochten mit der richtigen, daß sie sich in
       demselben Passus  Schlag auf  Schlag einander  folgen. Wir müssen
       daher zur  Illustration der  ersten Ansicht  die Zitate stückweis
       auseinanderreißen.
       
       (b. II,  ch. III  - vol. II, ed. McCulloch -, p. 93 sq.) "Es gibt
       eine Art  von Arbeit,  die den  Wert des Gegenstands, auf den sie
       verwendet wird,  erhöht; es  gibt eine  andere, die  keine solche
       Wirkung hat.  Die erstere  kann, da   s i e   e i n e n   W e r t
       p r o d u z i e r t,   a l s   p r o d u k t i v e,  die letztere
       a l s   u n p r o d u k t i v e   A r b e i t  bezeichnet werden.
       So   f ü g t   die Arbeit  eines Manufakturarbeiters in der Regel
       dem Wert  des von  ihm  verarbeiteten  Materials  noch  den  Wert
       s e i n e s   e i g e n e n   U n t e r h a l t s   u n d   d e n
       P r o f i t  s e i n e s  H e r r n  h i n z u.  Dagegen fügt die
       Arbeit eines  Dienstboten keinen  Wert hinzu. Obwohl der Manufak-
       tutarbeiter      seinen      Lohn      von      seinem      Herrn
       v o r g e s c h o s s e n   erhält,   k o s t e t  er  i h m  i n
       W i r k l i c h k e i t   n i c h t s,   da der Wert dieses Lohns
       gewöhnlich  z u s a m m e n  m i t  e i n e m  P r o f i t  durch
       den erhöhten  Wert des  Gegenstands, auf den er seine Arbeit ver-
       wendet  hat,  zurückerstattet  wird.  Aber  der  Unterhalt  eines
       Dienstboten  wird   nie  zurückerstattet.   Ein  Mann     w i r d
       r e i c h   durch die Beschäftigung einer Vielzahl von Manufaktu-
       risten; er  wird arm  durch  den  Unterhalt  einer  Vielzahl  von
       Dienstboten."
       
       #126# Viertes Kapitel
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       In dieser Stelle - und in ihrem Fortgang, der später zu zitieren,
       laufen die widersprechenden Bestimmungen noch mehr zusammen - ist
       hauptsächlich, éminement 1*) unter productive labour 2*) die ver-
       standen, die  einen Mehrwert - "its master's profit" 3*) - produ-
       ziert, außer  der Reproduktion  of the value "of his" (the labou-
       rer's) "own  maintenance" 4*). Auch könnte der manufacturer nicht
       grow   r i c h    by  employing  a  multitude  of  manufacturers"
       (working men)  5*), wenn  diese außer  der value,  die ihre eigne
       maintenance kostet, nicht auch eine surplus value hinzufügten.
       Zweitens aber versteht A. Smith hier unter productive labour eine
       solche, die überhaupt "produces a value" 6*) Diese ¦¦303¦ letztre
       Erklärung einstweilen außer acht lassend, wollen wir zunächst an-
       dre Stellen  zitieren, worin  die erste Ansicht teils wiederholt,
       teils schärfer  formuliert, namentlich aber auch weiterentwickelt
       wird.
       
       "Wenn die Menge an Lebensmitteln und Kleidung, die... von den un-
       produktiven konsumiert  wurden, unter  die  produktiven  Arbeiter
       verteilt worden  wäre, hätten  sie den  vollen Wert ihres Konsums
       z u s a m m e n   m i t   e i n e m   P r o f i t  reproduziert."
       (l.c.p. 109; l. II, ch. III.)
       
       Hier ganz ausdrücklich productive labourer 7*) der, der dem Kapi-
       talisten nicht  nur die  full value  8*) der im Salair enthaltnen
       Lebensmittel reproduziert,  sondern sie  ihm reproduziert "with a
       profit" 9*).
       Nur die  Arbeit, die  Kapital produziert,  ist produktive Arbeit.
       Kapital aber  wird Ware  oder Geld  dadurch, daß sie direkt gegen
       Arbeitsvermögen ausgetauscht  wird und  nur ausgetauscht wird, um
       durch mehr  Arbeit, als  in ihr  selbst enthalten ist, ersetzt zu
       werden. Denn  der Gebrauchswert  des Arbeitsvermögens besteht für
       den Kapitalisten  als solchen  nicht in  seinem  10*)    w i r k-
       l i c h e n   Gebrauchswert, in der Nützlichkeit dieser besondren
       konkreten Arbeit,  daß sie  Spinnarbeit, Wertarbeit usw., sowenig
       wie ihm  an dem  Gebrauchswert des  Produkts  dieser  Arbeit  als
       solchem liegt, indem das Produkt für ihn Ware (und zwar vor ihrer
       ersten Metamorphose),  nicht Konsumtionsartikel  ist. Was  ihn an
       der Ware  interessiert, ist, daß sie mehr Tauschwert besitzt, als
       er für  sie zahlte,  und so  ist der Gebrauchswert der Arbeit für
       ihn, daß  er ein größres Quantum Arbeitszeit zurückerhält, als er
       in der  Form des  Salairs gezahlt  hat. Unter  diese  produktiven
       Arbeiter gehören  natürlich alle,  die zur  Produktion  der  Ware
       d'une manire ou d'une autre 11*)
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       1*) in  hervorragender Weise  - 2*)  produktiver Arbeit - 3*) den
       Profit seines  Herrn - 4*) des Werts seines (des Arbeiters) eige-
       nen Unterhalts  - 5*)  Manufaktur ist  nicht   r e i c h   werden
       "durch die  Beschäftigung  einer  Vielzahl  von  Manufakturisten"
       (Arbeitern) -  6*) "einen  Wert produziert" - 7*) produktiver Ar-
       beiter -  8*) den  vollen Wert - 9*) "mit einem Profit" - 10*) in
       der Handschrift: ihrem - 11*) auf die eine oder andere Weise
       
       #127# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
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       mitarbeiten, vom eigentlichen Handarbeiter bis zum manager, engi-
       neer (als unterschieden vorn Kapitalisten). Und so zählt auch der
       letzte   englische   offizielle   Report   über   die   factories
       "a u s d r ü c k l i c h"  alle in der Fabrik und den zugehörigen
       Comptoirs angewandten  Personen,  mit  Ausnahme  der  Fabrikanten
       selbst, unter  der Kategorie  der beschäftigten Lohnarbeiter auf.
       (Sieh vor Schluß dieser Scheiße die Worte des report.)
       Die produktive Arbeit wird hier bestimmt vom Standpunkt der kapi-
       talistischen Produktion  aus, und  A. Smith  hat die Sache selbst
       begrifflich erschöpft,  den Nagel auf den Kopf getroffen - es ist
       dies  eines  seiner  größten  wissenschaftlichen  Verdienste  (es
       bleibt, wie  Malthus richtig  bemerkt hat [58], die Grundlage der
       ganzen bürgerlichen Ökonomie, diese kritische Unterscheidung zwi-
       schen produktiver  und unproduktiver  Arbeit), daß er die produk-
       tive Arbeit  als Arbeit  bestimmt,   d i e   s i c h   u n m i t-
       t e l b a r   m i t   d e m   K a p i t a l  a u s t a u s c h t,
       d.h. durch Austausch, womit die Produktionsbedingungen der Arbeit
       und  Wert  überhaupt,  Geld  oder  Ware,  sich  erst  in  Kapital
       verwandeln (und  die Arbeit  in Lohnarbeit  im wissenschaftlichen
       Sinn).
       Damit ist  auch absolut festgesetzt, was  u n p r o d u k t i v e
       A r b e i t   ist. Es  ist Arbeit,  die sich nicht gegen Kapital,
       sondern   u n m i t t e l b a r   gegen Revenue  austauscht, also
       gegen Salair  oder Profit  (natürlich auch gegen die verschiednen
       Rubriken, die  als copartners 1*) am Profit des Kapitalisten par-
       tizipieren, wie  Zins und  Renten). Wo  alle Arbeit teilweis sich
       noch selbst  bezahlt (wie  die  Agrikulturarbeit  des  Fronbauern
       z.B.), teilweis sich direkt gegen die Revenue austauscht (wie die
       Manufakturarbeit der Städte in Asien), existiert kein Kapital und
       keine Lohnarbeit  im Sinne  der bürgerlichen  Ökonomie. Diese Be-
       stimmungen sind  also nicht  genommen aus der stofflichen Bestim-
       mung der  Arbeit (weder  der Natur  ihres Produkts  noch der  Be-
       stimmtheit der  Arbeit als konkreter Arbeit), sondern aus der be-
       stimmten gesellschaftlichen  Form, den gesellschaftlichen Produk-
       tionsverhältnissen, worin sie sich verwirklicht. Ein Schauspieler
       z.B., selbst  ein Clown,  ist hiernach  ein produktiver Arbeiter,
       wenn er  im Dienst  eines Kapitalisten arbeitet (des entrepreneur
       2*)), dem  er mehr  Arbeit zurückgibt, als er in der Form des Sa-
       lairs von  ihm erhält, während ein Flickschneider, der zu dem Ka-
       pitalisten ins  Haus kommt  und ihm seine Hosen flickt, ihm einen
       bloßen Gebrauchswert schafft, ein unproduktiver Arbeiter ist. Die
       Arbeit des  erstren tauscht sich gegen Kapital aus, die des zwei-
       ten gegen  Revenue. Die  erstre schafft  einen Mehrwert;  in  der
       zweiten verzehrt sich eine Revenue.
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       1*) Teilhaber - 2*) Unternehmers
       
       #128# Viertes Kapitel
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       Produktive   und    unproduktive   Arbeit    hier    immer    vom
       S t a n d p u n k t   des Geldbesitzers,  des  Kapitalisten  aus,
       nicht des   A r b e i t e r s,  und daher der Blödsinn bei Ganilh
       etc., die  so wenig die Sache verstehn, daß sie fragen, ob Arbeit
       oder Dienst  oder Funktion  der Hure,  Lakai etc. Geld einbringt.
       ¦303¦¦
       ¦¦304¦ Ein  Schriftsteller ist  ein produktiver  Arbeiter,  nicht
       insofern er Ideen produziert, sondern insofern er den Buchhändler
       bereichert, der den Verlag seiner Schriften betreibt, oder sofern
       er der Lohnarbeiter eines Kapitalisten ist. Der Gebrauchswert der
       Ware, worin  sich die  Arbeit eines produktiven Arbeiters verkör-
       pert, mag  von der  futilsten 1*)  Art sein. Diese stoffliche Be-
       stimmung hängt  mit dieser  ihrer Eigenschaft gar nicht zusammen,
       die viel  mehr nur ein bestimmtes gesellschaftliches Produktions-
       verhältnis ausdrückt.  Es ist  eine Bestimmung  der  Arbeit,  die
       nicht aus ihrem Inhalt oder ihrem Resultat, sondern aus ihrer be-
       stimmten gesellschaftlichen Form stammt.
       Andrerseits, vorausgesetzt,  daß das Kapital sich der ganzen Pro-
       duktion bemächtigt hat - daß also  W a r e  (zu unterscheiden von
       bloßem Gebrauchswert)  nicht mehr produziert wird von irgendeinem
       Arbeiter, der  die Produktionsbedingungen  zur Produktion  dieser
       Ware selbst besitzt -, daß also nur noch der Kapitalist Produzent
       von   W a r e n  ist (die einzige Ware, das Arbeitsvermögen, aus-
       genommen), so  muß sich die Revenue austauschen  a u t  gegen Wa-
       ren, die  das Kapital allein produziert und verkauft,  a u t  2*)
       gegen Arbeiten, die ebenso wie jene Waren gekauft werden, um kon-
       sumiert zu  werden, also  bloß  ihrer  stofflichen  Bestimmtheit,
       ihres Gebrauchswerts  halber, der  D i e n s t e  halber, die sie
       in ihrer  stofflichen Bestimmtheit  ihrem Käufer  und Konsumenten
       leisten. Für den Produzenten dieser Dienste sind diese Dienstlei-
       stungen  Waren.   Sie  haben   einen   bestimmten   Gebrauchswert
       (eingebildeten oder  wirklichen) und einen bestimmten Tauschwert.
       Für den  Käufer aber sind diese Dienste bloße Gebrauchswerte, Ge-
       genstände, worin ¦¦305¦ er seine Revenue konsumiert. Diese unpro-
       duktiven Arbeiter  erhalten ihren  Anteil an der Revenue (den Sa-
       lairen und Profiten) nicht umsonst, ihre copartnership 3*) an den
       von der  produktiven Arbeit  produzierten Waren; sie müssen ihren
       share 4*)  an denselben kaufen; aber sie haben mit der Produktion
       derselben nichts zu tun.
       Es ist  aber unter  allen Umständen klar: Je mehr von der Revenue
       (Salair und  Profit) in  den von  dem Kapital  produzierten Waren
       verausgabt wird, desto weniger davon kann in den Dienstleistungen
       der unproduktiven Arbeiter verausgabt werden, und umgekehrt.
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       1*) nichtigsten - 2 entweder oder - 3*) Teilhaberschaft - 4*) An-
       teil
       
       #129# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
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       Die stoffliche  Bestimmtheit der  Arbeit und daher ihres Produkts
       hat an  und für  sich nichts  mit dieser  Unterscheidung zwischen
       produktiver und  unproduktiver Arbeit  zu tun. Z.B. die Köche und
       waiters 1*) in einem öffentlichen Hotel sind produktive Arbeiter,
       sofern ihre  Arbeit sich in Kapital für den Hotelbesitzer verwan-
       delt. Dieselben  Personen sind  unproduktive Arbeiter  als menial
       servants 2*),  insofern ich  in ihrem Dienst nicht Kapital mache,
       sondern Revenue  verausgabe. In  der Tat sind aber auch dieselben
       Personen für  mich, den Konsumenten, unproduktive Arbeiter in dem
       Hotel.
       
       "Der  Teil   des  jährlichen   Produkts  von   Boden  und  Arbeit
       i r g e n d e i n e s   L a n d e s,  d e r  e i n  K a p i t a l
       e r s e t z t,   w i r d   u n m i t t e l b a r  nur für den Un-
       terhalt produktiver  Arbeiter angewendet.  Er    z a h l t    nur
       d i e  L ö h n e  d e r  p r o d u k t i v e n  A r b e i t.  Der
       Teil, der   u n m i t t e l b a r   für die Bildung einer Revenue
       bestimmt ist,  sei es als Profit oder als Rente, kann in gleicher
       Weise sowohl zum Unterhalt produktiver als auch unproduktiver Ar-
       beiter dienen."  (l.c.p. 98.)  "Welchen Teil  seines Fonds jemand
       auch als  Kapital anlegen  mag, er erwartet immer, daß er ihm mit
       einem Profit  wieder ersetzt werde. Er verwendet ihn deshalb aus-
       schließlich für  den Unterhalt  produktiver Arbeiter; und nachdem
       er ihm  in der  Funktion als  Kapital gedient  hat, bildet er für
       diese letzteren  eine Revenue.  Sobald er einen Teil davon  z u m
       U n t e r h a l t    u n p r o d u k t i v e r    A r b e i t e r
       irgendeiner Art  verwendet, ist vom gleichen Augenblick an seinem
       Kapital dieser  Teil entzogen  und in  seinen Fonds übergegangen,
       der der unmittelbaren Konsumtion vorbehalten ist."  (l.c.)
       
       In demselben  Umfang, wie  sich das Kapital der ganzen Produktion
       bemächtigt, also  die häusliche und kleine, kurz, auf den Selbst-
       verzehr gerichtete,  nicht Waren produzierende Form der Industrie
       verschwindet, ist  es klar,  daß die unproduktiven Arbeiter, die,
       deren Dienste direkt gegen Revenue ausgetauscht werden, zum größ-
       ten Teil nur noch  p e r s ö n l i c h e  Dienste verrichten wer-
       den, und  nur der  geringste Teil  derselben (wie Koch, Nähterin,
       Flickschneider usw.) sachliche Gebrauchswerte produzieren werden.
       Daß sie keine  W a r e n  produzieren, liegt in der Natur der Sa-
       che. Denn  die Ware als solche ist nie unmittelbar Gegenstand des
       Konsums, sondern Träger des Tauschwerts. Ein nur ganz unbedeuten-
       der Teil  dieser unproduktiven Arbeiter kann daher bei entwickel-
       ter kapitalistischer  Produktionsweise unmittelbar an der materi-
       ellen Produktion  beteiligt  sein.  Nur  durch  Austausch  seiner
       Dienste gegen  die Revenue  nimmt er Anteil an derselben. Es hin-
       dert dies  nicht, wie  A. Smith bemerkt, daß der Wert der Dienste
       dieser unproduktiven  Arbeiter in derselben (oder analogen) Weise
       bestimmt wird  und bestimmbar  ist wie der der produktiven Arbei-
       ter. Nämlich  durch die Produktionskosten, die die Erhaltung oder
       Produktion derselben kostet.
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       1*) Kellner - 2*) Dienstboten
       
       #130# Viertes Kapitel
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       Es kommen hier noch andre Umstände hinzu, deren Betrachtung nicht
       hierher gehört.
       ¦¦306¦ Das Arbeitsvermögen 1*) des produktiven Arbeiters ist eine
       Ware für ihn selbst. So ist das des unproduktiven Arbeiters. Aber
       der produktive Arbeiter produziert Ware für den Käufer seines Ar-
       beitsvermögens. Der  unproduktive Arbeiter  produziert ihm  einen
       bloßen Gebrauchswert,  keine Ware, einen eingebildeten oder wirk-
       lichen Gebrauchswert.  Daß der  unproduktive Arbeiter  keine Ware
       für seinen  Käufer produziert, wohl aber Ware von ihm erhält, ist
       charakteristisch für ihn.
       
       "Die Arbeit  einiger der  angesehensten Stände  der  Gesellschaft
       ist, ebenso wie die der Dienstboten, nicht wertbildend... So sind
       zum Beispiel  der Souverän mit allen seinen Justizbeamten und Of-
       fizieren, die unter ihm dienen, die ganze Armee und Flotte unpro-
       duktive Arbeiter. Sie sind die Diener der Gesellschaft und werden
       von einem  Teil des jährlichen Produkts des Fleißes anderer Leute
       erhalten... In  die gleiche  Klasse gehören...  Geistliche, Juri-
       sten, Ärzte,  Literaten und Gelehrte aller Art; Schauspieler Pos-
       senreißer, Musiker,  Opernsänger, Ballettänzer  usw. (l.c.p.  94,
       95.)
       
       An und  für sich  hat, wie  gesagt, diese Unterscheidung zwischen
       produktiver und unproduktiver Arbeit nichts zu schaffen weder mit
       der besondren  Spezialität der  Arbeit noch mit dem besondren Ge-
       brauchswert, worin  sich diese  Spezialität  verkörpert.  In  dem
       einen Fall tauscht sich die Arbeit mit Kapital aus, in dem andren
       mit Revenue.  In dem einen Fall verwandelt sich die Arbeit in Ka-
       pital und  schafft dem  Kapitalisten einen  Profit, in dem andren
       Fall ist  sie eine  Ausgabe, einer der Artikel, worin die Revenue
       verzehrt wird.  Z.B. der  Arbeiter eines  Klaviermachers ist  ein
       produktiver Arbeiter.  Seine Arbeit ersetzt nicht nur das Salair,
       das er  verzehrt, sondern  in dem Produkt, dem Klavier, der Ware,
       die der Klaviermacher verkauft, ist ein Surpluswert über den Wert
       des Salairs  hinaus enthalten. Setze dagegen, ich kaufe alles Ma-
       terial, das  zu einem  Klavier nötig ist (oder meinetwegen mag es
       auch der Arbeiter selbst besitzen), und lasse mir, statt das Kla-
       vier im  Laden zu kaufen, es in meinem Hause machen. Der Klavier-
       macher ist  jetzt unproduktiver  Arbeiter, weil seine Arbeit sich
       direkt gegen meine Revenue austauscht.
       
       [b) Erklärung der produktiven Arbeit als Arbeit, die sich in Ware
       realisiert]
       
       Es ist indes klar, daß in demselben Maß, wie das Kapital sich die
       gesamte Produktion unterwirft - also alle Ware für den Handel und
       nicht für den
       -----
       1*) In  der Handschrift: Produktionsvermögen; Marx hat "Arbeits-"
       darübergeschrieben und beides stehenlassen
       
       #131# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
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       unmittelbaren Konsum  produziert wird, und in diesem Maße entwic-
       kelt sich  die Produktivität der Arbeit -, auch mehr und mehr ein
       stofflicher Unterschied  zwischen den produktiven und unprodukti-
       ven Arbeitern  eintreten wird, indem die erstren, geringe Ausnah-
       men abgerechnet,  ausschließlich   W a r e n  produzieren werden,
       während die  letztren, mit  geringen Ausnahmen,  nur  persönliche
       Dienstleistungen verrichten.  Die erste Klasse wird daher den un-
       mittelbaren, materiellen,  aus   W a r e n   bestehenden Reichtum
       produzieren, alle Waren, soweit sie nicht aus dem Arbeitsvermögen
       selbst bestehn.  Dies ist  einer der  Gesichtspunkte, die  den A.
       Smith bestimmen,  außer der  ersten und  prinzipiell bestimmenden
       differentia specifica 1*)  andre hinzuzufügen.
       So, durch verschiedne Ideenassoziationen durch, heißt es:
       
       "Die Arbeit  eines Dienstboten"  (im Unterschied  zu der  des ma-
       nufacturer) "... f ü g t  k e i n e n  W e r t  h i n z u...  der
       Unterhalt    eines     Dienstboten         w i r d          n i e
       z u r ü c k e r s t a t t e t.  Ein Mann wird reich durch die Be-
       schäftigung einer  Vielzahl von  Manufakturarbeitern; er wird arm
       durch den  Unterhalt  einer  Vielzahl  von  Dienstboten.    D i e
       A r b e i t   d e r   l e t z t e r e n  h a t  jedoch  i h r e n
       W e r t   und verdient  ihren Lohn  ebenso wie  die der ersteren.
       Aber die  Arbeit des  Manufakturarbeiters   f i x i e r t   u n d
       r e a l i s i e r t  s i c h  i n  e i n e m  b e s o n d e r e n
       G e g e n s t a n d    o d e r    e i n e r    v e r k ä u f l i-
       c h e n   W a r e,   d i e  w e n i g s t e n s  n o c h  e i n e
       z e i t l a n g   f o r t b e s t e h t,   n a c h d e m    d i e
       A r b e i t   b e e n d e t   i s t.   Es wird gewissermaßen eine
       bestimmte Menge Arbeit gesammelt und gespeichert, um später, wenn
       notwendig, verwendet  zu  werden.  Dieser  Gegenstand,  oder  was
       dasselbe ist,  der Preis  dieses Gegenstandes,  kann später, wenn
       notwendig, die  gleiche Menge  Arbeit  in  Bewegung  setzen,  die
       ursprünglich zu  seiner Produktion  erforderlich war.  Die Arbeit
       des Dienstboten  ¦¦307¦ dagegen   f i x i e r t   o d e r  r e a-
       l i s i e r t   s i c h   n i c h t   i n   e i n e m  b e s o n-
       d e r e n   G e g e n s t a n d    o d e r    e i n e r    v e r-
       k ä u f l i c h e n   W a r e.   Seine  D i e n s t e  v e r g e-
       h e n   g e w ö h n l i c h   i m  A u g e n b l i c k  i h r e r
       L e i s t u n g   u n d    h i n t e r l a s s e n    s e l t e n
       e i n e   S p u r    o d e r    e i n e n    W e r t,    für  den
       s p ä t e r   eine gleiche  Menge von  Dienstleistungen beschafft
       werden könnte...  Die Arbeit einiger der angesehensten Stände der
       Gesellschaft ist,  ebenso wie  die der  Dienstboten,    n i c h t
       w e r t b i l d e n d   u n d  f i x i e r t  o d e r  r e a l i-
       s i e r t   s i c h   n i c h t    i n    e i n e m    d a u e r-
       h a f t e n   G e g e n s t a n d   o d e r   e i n e r    v e r-
       k ä u f l i c h e n  W a r e."  (l.c.p. 93, 94 passim.)
       
       Zur Bestimmung  des unproduktiven  Arbeiters haben  wir hier fol-
       gende Bestimmungen, die zugleich die Glieder des innern Gedanken-
       gangs A. Smiths aussprechen:
       
       "Sie" (die  labour des  unproductive labourer  2*)) "unproduktiv,
       nicht wertbildend", "fügt keinen Wert hinzu", "der Unterhalt" (of
       the  unproductive  labourer)  "wird  nie  zurückerstattet",  "sie
       f i x i e r t   o d e r   r e a l i s i e r t  s i c h  n i c h t
       i n     e i n e m     G e g e n s t a n d    o d e r    e i n e r
       v e r k ä u f l i c h e n   W a r e".  Vielmehr:  "Seine  Dienste
       vergehen gewöhnlich im Augenblick ihrer Leistung und hinterlassen
       selten eine Spur oder einen Wert, für den  s p ä t e r
       -----
       1*) Unterscheidungsmerkmal  - 2*) Arbeit des unproduktiven Arbei-
       ters
       
       #132# Viertes Kapitel
       -----
       eine gleiche Menge von Dienstleistungen beschafft werden könnte."
       Schließlich:  "Sie  fixiert  oder  realisiert  sich  nicht    i n
       e i n e m    d a u e r h a f t e n    G e g e n s t a n d    oder
       e i n e r  v e r k ä u f l i c h e n  W a r e."
       
       In dieser  Auffassung ist  das "productive  of  value"  1*)  oder
       "unproductive of value" 2*) in einem andren Sinn genommen als ur-
       sprünglich. Es bezieht sich nicht mehr auf Produktion eines Mehr-
       werts, welche  an und für sich Reproduktion eines Äquivalents für
       den konsumierten  Wert einschließt.  Sondern die Arbeit eines Ar-
       beiters heißt  hiernach produktiv,  soweit er  an die  Stelle des
       konsumierten Werts ein Äquivalent setzt, indem er durch seine Ar-
       beit irgendeinem  Material ein  gleiches Quantum  Wert hinzufügt,
       als in seinem Salair enthalten war. Hier fallen wir aus der Form-
       bestimmung, aus  der Bestimmung der produktiven und unproduktiven
       Arbeiter durch  ihr Verhältnis  zur  kapitalistischen  Produktion
       heraus. Aus  dem 9.  Kapitel des  4ten Buchs  (worin A. Smith die
       Lehre der  Physiokraten kritisiert)  ersieht man, daß A. Smith zu
       dieser Aberration  3*) kam,  teils im Gegensatz zu, teils aus Ab-
       hängigkeit von  den Physiokraten. Wenn ein Arbeiter bloß jährlich
       ersetzt das Äquivalent seines Salairs, so ist er kein produktiver
       Arbeiter für  den Kapitalisten.  Er ersetzt  ihm zwar das Salair,
       den Kaufpreis  seiner Arbeit.  Es ist aber ganz dieselbe Transak-
       tion, als  wenn dieser  Kapitalist die  Ware, die dieser Arbeiter
       produziert, gekauft hätte. Er zahlt die in ihrem capital constant
       und im  Salair enthaltne  Arbeit. Er besitzt dasselbe Quantum Ar-
       beit in  der Form  der Ware, das er früher in der Form des Geldes
       besaß. Sein  Geld wird  dadurch nicht  in Kapital  verwandelt. In
       diesem Falle  ist es  dasselbe, als  wenn der Arbeiter selbst der
       Besitzer seiner Produktionsbedingungen. Von dem Wert seines jähr-
       lichen Produkts muß er jährlich den Wert der Produktionsbedingun-
       gen abziehn,  um sie  zu ersetzen. Was er jährlich verzehrte oder
       verzehren könnte,  wäre  gleich  dem  Wertteil  seines  Produkts,
       gleich der  jährlich seinem capital constant zugefügten neuen Ar-
       beit. In diesem Falle fände also keine kapitalistische Produktion
       statt.
       Der erste  Grund, warum  A. Smith  diese Art  Arbeit  "produktiv"
       nennt, ist,  weil die Physiokraten sie "stérile" und "non produc-
       tive" nennen.
       Smith sagt uns nämlich in dem angeführten Kapitel:
       
       "Erstens erkennen  sie an,  daß diese  Klasse" (nämlich die indu-
       striellen Klassen,  die  keine  Agrikultur  treiben)    "j ä h r-
       l i c h   den  W e r t  ihrer eigenen jährlichen Konsumtion  r e-
       p r o d u z i e r t   u n d   m i n d e s t e n s   d i e  E x i-
       s t e n z   d e s   F o n d s  o d e r  K a p i t a l s  f o r t-
       e r h ä l t,   d e r   i h r e   B e s c h ä f t i g u n g  u n d
       i h r e n   L e b e n s u n t e r h a l t  g a r a n t i e r t...
       Pächter und Landarbeiter
       -----
       1*) "produktiv,  wertbildend" -  2*) "unproduktiv, nicht wertbil-
       dend" - 3*) Abirrung
       
       #133# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       reproduzieren allerdings  außer dem  Kapital, das ihre Arbeit und
       ihren Lebensunterhalt  ermöglicht, noch  jährlich ein  N e t t o-
       p r o d u k t,   eine überschüssige  Rente  für  den  Grundeigen-
       tümer... die  Arbeit der  Pächter  und  Landarbeiter  ist  sicher
       produktiver als  die der  Kaufleute, Handwerker und Manufakturar-
       beiter. Aber das höhere Produkt der einen Klasse macht die andere
       nicht   s t e r i l  und  u n p r o d u k t i v."  (l.c., t. III,
       p. 530 [Garnier].)
       
       Hier fällt also A.Smith in die physiokratische ¦¦308¦ Ansicht zu-
       rück. Die  eigentlich "produktive Arbeit", die einen Mehrwert und
       darum "un  produit net" 1*) produziert, ist die Agrikulturarbeit.
       Er gibt  seine eigne  Ansicht vom Mehrwert auf und akzeptiert die
       der Physiokraten.  Zugleich macht  er gegen  sie geltend, daß die
       Manufaktur- (und  bei ihm  auch kommerzielle)  -arbeit doch  auch
       produktiv sei,  wenn auch  nicht in  diesem  eminenten  Sinn  des
       Worts. Er  fällt also  aus der Formbestimmung heraus, aus der Be-
       stimmung dessen,  was ein  "produktiver Arbeiter"  vom Standpunkt
       der kapitalistischen Produktion ist; macht geltend gegen die Phy-
       siokraten, daß  die non  agricultural, industrial  class 2*)  ihr
       eignes Salair  reproduziert,  also  doch  einen  Wert  produziert
       gleich dem, den sie verzehrt, und dadurch
       
       "mindestens die  Existenz des Fonds oder Kapitals forterhält, der
       ihre Beschäftigung garantiert".
       
       So entsteht, in der Abhängigkeit von und im Gegensatz zu den Phy-
       siokraten, seine  zweite Bestimmung  von dem, was "produktive Ar-
       beit" ist.
       
       "Zweitens", sagt  A. Smith,  "wäre es in diesem Zusammenhang ganz
       falsch, die  Handwerker, Manufakturarbeiter  und Kaufleute  unter
       demselben Gesichtspunkt zu betrachten wie die einfachen Dienstbo-
       ten.   D i e  A r b e i t  e i n e s  D i e n s t b o t e n  e r-
       h ä l t   k e i n e s w e g s   d e n  F o n d s  f o r t,  d e r
       s e i n e   B e s c h ä f t i g u n g   u n d   s e i n e n  L e-
       b e n s u n t e r h a l t       g a r a n t i e r t.        D e r
       D i e n s t b o t e   w i r d   i n  l e t z t e r  I n s t a n z
       a u f  K o s t e n  s e i n e s  H e r r n  b e s c h ä f t i g t
       u n d   e r h a l t e n,   und   s e i n e   A r b e i t    i s t
       n i c h t   d e r a r t,   d a ß   s i e   d i e s e  K o s t e n
       e r s e t z e n   k ö n n t e.  Seine Arbeit besteht in  D i e n-
       s t e n,   d i e   g e w ö h n l i c h   i m  A u g e n b l i c k
       i h r e r   L e i s t u n g    v e r g e h e n    u n d    v e r-
       s c h w i n d e n   und   s i c h   n i c h t    i n    e i n e r
       W a r e   f i x i e r e n   u n d   r e a l i s i e r e n,    s o
       d a ß   m a n   s i e   k a u f e n   u n d  d a d u r c h  d e n
       W e r t    i h r e s    U n t e r h a l t s    u n d    i h r e s
       L o h n s   e r s e t z e n  k ö n n t e.  Dagegen  f i x i e r t
       u n d   r e a l i s i e r t   s i c h die  Arbeit der Handwerker,
       Kaufleute  und   Manufakturarbeiter    n a t u r g e m ä ß    i n
       e i n e r   v e r k ä u f l i c h e n   u n d  a u s t a u s c h-
       b a r e n  S a c h e.  Aus diesem Grunde habe ich in dem Kapitel,
       das von   p r o d u k t i v e r  u n d  u n p r o d u k t i v e r
       A r b e i t   handelt, Handwerker,  Manufakturarbeiter und  Kauf-
       leute unter die  p r o d u k t i v e n  und die Dienstboten unter
       die   s t e r i l e n   und   u n p r o d u k t i v e n  Arbeiter
       gerechnet." (l.c.p. 531.)
       
       Sobald das  Kapital sich  der ganzen  Produktion bemächtigt  hat,
       wird sich  die Revenue,  soweit sie  sich überhaupt  gegen Arbeit
       austauscht, nicht
       -----
       1*) "ein  Nettoprodukt" - 2*) nicht Ackerbau treibende, industri-
       elle Klasse
       
       #134# Viertes Kapitel
       -----
       direkt gegen Arbeit austauschen, die  W a r e n  produziert, son-
       dern gegen  bloße   D i e n s t l e i s t u n g e n.  Sie tauscht
       sich zum Teil gegen Waren aus, die als Gebrauchswerte dienen sol-
       len, zum  Teil gegen  s e r v i c e s,  Dienstleistungen, die als
       solche als Gebrauchswerte konsumiert werden.
       W a r e   - im  Unterschied zum  Arbeitsvermögen selbst - ist ein
       dem Menschen stofflich gegenüberstehendes Ding von gewisser Nütz-
       lichkeit für  ihn, worin  ein bestimmtes  Quantum Arbeit fixiert,
       materialisiert ist.  Wir kommen also zu der schon sub I der Sache
       nach enthaltnen  Bestimmung: Produktiver Arbeiter ist der, dessen
       Arbeit  W a r e n  p r o d u z i e r t,  und zwar verzehrt dieser
       Arbeiter nicht  mehr Waren,  als er  produziert, als seine Arbeit
       kostet. Seine Arbeit fixiert sich und realisiert sich
       
       "i n    e i n e r    v e r k ä u f l i c h e n    u n d    a u s-
       t a u s c h b a r e n   S a c h e",   "i n   e i n e r   W a r e,
       s o  d a ß  m a n  s i e  v e r k a u f e n  u n d  d a d u r c h
       d e n   W e r t  i h r e s  U n t e r h a l t s  u n d  i h r e s
       L o h n s  e r s e t z e n  k ö n n t e"
       
       (nämlich der  Arbeiter, die  diese Waren  produzierten). Dadurch,
       daß er Waren produziert, reproduziert der produktive Arbeiter be-
       ständig das  variable Kapital, das er in der Form des Salairs be-
       ständig verzehrt.  Er produziert  beständig den  Fonds,  der  ihn
       zahlt, der  seine Beschäftigung und seinen Lebensunterhalt garan-
       tiert".
       Erstens schließt  A. Smith  natürlich ein  in den travail, qui se
       fixe et  [se]l réalise in a venal and exchangeable commodity 1*),
       alle intellektuellen Arbeiten, die direkt in der materiellen Pro-
       duktion konsumiert  werden. Nicht  nur der  direkte  Handarbeiter
       oder Maschinenarbeiter,  sondern overlooker 2*), ingenieur, mana-
       ger, commis  etc., kurz,  die Arbeit des ganzen Personals, das in
       einer bestimmten Sphäre der materiellen Produktion erheischt ist,
       um eine  bestimmte Ware  zu produzieren,  dessen concours 3*) von
       Arbeiten (Kooperation)  notwendig zur  Herstellung der Waren ist.
       In der Tat fügen sie dem capital constant ihre Gesamtarbeit hinzu
       und erhöhen den Wert des Produkts um diesen Betrag. (Wieweit dies
       von Bankiers etc. gilt? [59])
       ¦¦309¦ Zweitens  sagt A.Smith,  daß dies  im ganzen, "generally",
       nicht mit  der Arbeit  der unproduktiven  Arbeiter der  Fall ist.
       Wenn auch  das Kapital sich der materiellen Produktion bemächtigt
       hat, also im großen und ganzen die häusliche Industrie verschwun-
       den ist  oder die  des kleinen  Handwerkers, der  unmittelbar  im
       Hause des  Konsumenten ihm die Gebrauchswerte schafft, so weiß A.
       Smith sehr  wohl, daß  eine Nähterin,  die ich  ins  Haus  kommen
       lasse, um  Hemden zu nähen, oder die Arbeiter, die Möbel reparie-
       ren, oder der Dienstbote, der das Haus wäscht, reinigt etc., oder
       die
       -----
       1*) die  Arbeit, die  sich fixiert  und sich  realisiert in einer
       käuflichen und austauschbaren Ware - 2*) Aufseher - 3*) Zusammen-
       wirken
       
       #135# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       Köchin, die  dem Fleisch  etc. die  genießbare  Form  gibt,  ganz
       ebenso ihre Arbeit in einem Ding fixieren und in der Tat den Wert
       dieser Dinge  erhöhen als  die Nähterin,  die in der Fabrik näht,
       der Maschinist, der die Maschine repariert, die Arbeiter, die die
       Maschine reinigen, die Köchin, die in einem Hotel kocht als Lohn-
       arbeiterin eines  Kapitalisten. Der  Möglichkeit nach  sind diese
       Gebrauchswerte auch  Waren; die  Hemden können  ins Pfandhaus ge-
       schickt werden,  das Haus  wieder verkauft, die Möbel versteigert
       werden usw.  Also der  Möglichkeit nach haben diese Personen auch
       Waren produziert und den Gegenständen ihrer Arbeit Wert zugefügt.
       Dies ist aber eine sehr geringe Kategorie unter den unproduktiven
       Arbeitern und  gilt weder  von der  Masse der menial servants 1*)
       [noch von] Pfaffen, Regierungsleuten, Soldaten, Musikanten usw.
       Aber wie  groß oder klein die Anzahl dieser "unproduktiven Arbei-
       ter" sei,  so viel stellt sich jedenfalls heraus und ist admitted
       2*) durch dies beschränkende
       
       "seine Dienste vergehen  g e w ö h n l i c h  im Augenblick ihrer
       Leistung etc.",
       
       daß es  weder notwendig  die Spezialität  der Arbeit noch die Er-
       scheinungsform ihres  Produkts  ist,  die  sie  "produktiv"  oder
       "unproduktiv" machen.  Dieselbe Arbeit  kann produktiv sein, wenn
       ich sie als Kapitalist, als Produzent kaufe, um sie zu verwerten,
       und unproduktiv, wenn ich sie als Konsument, Ausgeber von Revenue
       kaufe, um  ihren Gebrauchswert  zu verzehren,  sei es, daß dieser
       Gebrauchswert mit  der Tätigkeit des Arbeitsvermögens selbst ver-
       schwindet oder  sich in  einem Ding  materialisiert, fixiert. Die
       Köchin im  Hotel produziert  für den, der ihre Arbeit als Kapita-
       list gekauft hat, den Hotelbesitzer, eine Ware; der Konsument der
       muttonchops 3*)  hat ihre  Arbeit zu  zahlen, und sie ersetzt dem
       Hotelbesitzer (von  Profit abgesehn)  den Fonds,  woraus er fort-
       fährt, die  Köchin zu  zahlen. Dagegen kaufe ich die Arbeit einer
       Köchin, damit  sie mir  das Fleisch  etc. kocht,  nicht um sie zu
       verwerten als  Arbeit überhaupt,  sondern sie zu genießen, zu ge-
       brauchen als  diese bestimmte konkrete Arbeit, so ist ihre Arbeit
       unproduktiv; obgleich  diese Arbeit sich fixiert in einem materi-
       ellen Produkt und ebensogut verkäufliche Ware sein könnte (in ih-
       rem Resultat),  wie sie  es in der Tat für den Hotelbesitzer ist.
       Der große  Unterschied bleibt aber (der begriffliche): Die Köchin
       ersetzt mir  (dem Privaten)  nicht den  Fonds, aus  dem  ich  sie
       zahle, weil ich ihre Arbeit nicht als wertbildendes
       -----
       1*) Dienstboten - 2*) zugegeben - 3*) Hammelkoteletts
       
       #136# Viertes Kapitel
       -----
       Element kaufe, sondern bloß ihres Gebrauchswerts halber. Ihre Ar-
       beit ersetzt mir ebensowenig den Fonds, womit ich sie zahle, d.h.
       ihr Salair,  wie mich  etwa das Diner, das ich im Hotel esse, als
       solches noch  befähigt, dasselbe  Diner zum  zweitenmal zu kaufen
       und daher  zu essen. Dieser Unterschied findet aber auch zwischen
       den Waren  statt. Die Ware, die der Kapitalist kauft, um sein ca-
       pital constant  zu ersetzen  (z.B. Baumwollzeug,  wenn er Kattun-
       drucker ist),  ersetzt ihren  Wert im gedruckten Kattun. Kauft er
       sie dagegen,  um den  Kattun selbst  zu verzehren, so ersetzt ihm
       die Ware nicht seine Auslage.
       Die größte  Masse der  Gesellschaft, d.h. die Arbeiterklasse, muß
       sich übrigens  diese Art  Arbeit selbst verrichten; kann sie sich
       aber nur  verrichten, wenn  sie "produktiv"  gearbeitet hat.  Sie
       kann sich  das Fleisch nur kochen, wenn sie ein Salair produziert
       hat, womit  Fleisch zahlen,  und ihre  Möbel und Wohnung nur rein
       halten, ihre  Stiefel nur  putzen, wenn  sie den  Wert von Möbel,
       Hausmiete, Stiefel  produziert hat. Bei dieser Klasse der produk-
       tiven Arbeiter  selbst erscheint  also als  "unproduktive Arbeit"
       die, die  sie für  sich selbst verrichten. Diese unproduktive Ar-
       beit befähigt  sie niemals,  ¦¦310¦ dieselbe  unproduktive Arbeit
       von neuem  zu wiederholen,  wenn sie nicht vorher produktiv gear-
       beitet haben.
       Drittens. Andrerseits:  Ein entrepreneur  von  Schauspielhäusern,
       Konzerten, Bordellen  usw. kauft die temporäre Verfügung über das
       Arbeitsvermögen der  Schauspieler, Musikanten,  Huren etc.  -  in
       fact auf einem Umweg, der nur ökonomisch-formelles Interesse hat;
       für das  Resultat die  Bewegung dieselbe  -; er  kauft diese sog.
       "unproduktive Arbeit",  deren "Dienste  im Augenblick  ihrer Lei-
       stung vergehen"  und sich  nicht  fixieren  oder  realisieren  in
       "einem dauernden" (particular 1*) heißt es auch) "Gegenstand oder
       einer verkäuflichen  Ware" (außer ihnen selbst). Der Verkauf der-
       selben an das Publikum erstattet ihm Salair und Profit. Und diese
       services, die  er so  gekauft hat,  befähigen ihn,  sie wieder zu
       kaufen, d.h.,  durch sie  selbst wird der fonds erneuert, aus dem
       sie bezahlt  werden. Dasselbe gilt z.B. von der Arbeit der clercs
       2*), die  ein advocat  auf seinem  bureau anwendet,  außerdem daß
       diese services sich noch in sehr bulky "particular subjects" 3*),
       in der Form von ungeheuren Aktenstößen, meist verkörpern.
       Es ist  wahr, daß  dem entrepreneur selbst diese services aus der
       Revenue des  Publikums bezahlt  werden. Aber  es ist nicht minder
       wahr, daß  dies von allen Produkten gilt, soweit sie in die indi-
       viduelle Konsumtion eingehn. Das Land kann zwar diese Dienste als
       solche nicht exportieren; aber es kann die
       -----
       1*) besonderen  - 2*)  Schreiber -  3*) umfangreichen "besonderen
       Gegenständen"
       
       #137# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       Dienstverrichter exportieren.  So exportiert  Frankreich Tanzmei-
       ster, Köche usw. und Deutschland Schulmeister. Allerdings mit dem
       Export des Tanzmeisters und Schulmeisters wird auch seine Revenue
       exportiert, während  der Export von Tanzschuhen und Büchern einen
       Return 1*) ins Land bringt.
       Wenn also  einerseits ein Teil der sog. unproduktiven Arbeit sich
       in materiellen  Gebrauchswerten verkörpert,  die ebensogut  Waren
       sein könnten  (vendible commodities 2*)), so kann andrerseits ein
       Teil der  bloßen Dienste,  die keine objektive Gestalt annehmen -
       nicht als Sache getrenntes Dasein von den Dienstleistenden erhal-
       ten, auch  nicht als Wertbestandteil in eine Ware eingehn -, gek-
       auft werden mit Kapital (von dem  u n m i t t e l b a r e n  Käu-
       fer der  Arbeit), ihr eignes Salair ersetzen und einen Profit ab-
       werfen. Kurz,  die Produktion dieser Dienste kann teilweise eben-
       sowohl unter  das Kapital  subsumiert werden wie ein Teil der Ar-
       beit, die  sich in  nützlichen Dingen  verkörpert, direkt von der
       Revenue gekauft  und nicht  unter die  kapitalistische Produktion
       subsumiert wird.
       Viertens. Die  ganze Welt der "Waren" kann in 2 große Partien ge-
       teilt werden.  Erstens das Arbeitsvermögen - zweitens die von dem
       Arbeitsvermögen selbst  unterschiednen Waren.  Der Ankauf solcher
       Dienste nun, die das Arbeitsvermögen bilden, erhalten, modifizie-
       ren etc. kurz, ihm eine Spezialität geben oder es auch nur erhal-
       ten, also  z.B. der  Dienst des  Schulmeisters, soweit  er "indu-
       striell nötig"  oder nützlich,  der Dienst  des Arztes, soweit er
       die Gesundheit  erhält, also  die Quelle  aller  Werte,  das  Ar-
       beitsvermögen selbst, konserviert usw., sind also Dienste, die an
       ihre Stelle  setzen "une  marchandise qui  puisse se vendre etc."
       3*), nämlich  das Arbeitsvermögen  selbst, in dessen Produktions-
       oder Reproduktionskosten  diese Dienste  eingehn. Indes  wußte A.
       Smith, wie  wenig "education"  4*) in  die Produktionskosten  der
       Masse der  working men eingeht. Und unter allen Umständen gehören
       die Dienste  des Arztes  zu den faux frais de production. 5*) Man
       kann sie  zu den  Reparierkosten der Arbeitsvermögen rechnen. Ge-
       setzt, daß  Salair und  Profit zusammenfielen,  aus irgendwelchem
       Grund, ihrem Gesamtwert nach, z.B., weil die Nation fauler gewor-
       den, und  zugleich ihrem  Gebrauchswert nach, weil die Arbeit un-
       produktiver geworden  infolge von  Mißernten etc., kurz, der Teil
       des Produkts,  dessen Wert gleich der Revenue, nehme ab, weil we-
       niger neue  Arbeit in  dem letzten Jahr zugesetzt worden und weil
       die zugesetzte  Arbeit unproduktiver.  Wollten Kapitalist und Ar-
       beiter nun  nach wie vor dieselbe Wertsumme in materiellen Dingen
       verzehren, so  könnten sie  weniger Dienste  des  Arztes,  Schul-
       meisters
       -----
       1*) Gegenwert  - 2*)  verkäufliche Waren - 3*) eine Ware, die man
       verkaufen kann  etc. - 4*) Bildung  - 5*) Nebenkosten der Produk-
       tion
       
       #138# Viertes Kapitel
       -----
       etc. kaufen.  Wären sie  gezwungen, dieselbe  Ausgabe  für  beide
       fortzusetzen,  so  müßten  sie  ihren  Konsum  in  andren  Dingen
       einschränken. Also klar, daß die Arbeit von Arzt und Schulmeister
       nicht unmittelbar den fonds schaffen, aus dem sie bezahlt werden,
       obgleich ihre  Arbeiten in  die Produktionskosten  des Fonds ein-
       gehn, der  überhaupt alle Werte schafft, nämlich in die Produkti-
       onskosten des Arbeitsvermögens.
       ¦¦311¦ A. Smith fährt fort:
       
       "Drittens scheint es unter jeder Voraussetzung falsch zu sein, zu
       sagen, die  Arbeit der  Handwerker, Manufakturarbeiter  und Kauf-
       leute vergrößere nicht die reale Revenue der Gesellschaft. Selbst
       wenn wir  zum Beispiel  annehmen, wie  es in  diesem  System  ge-
       schieht, daß  der Wert  des täglichen, monatlichen und jährlichen
       Konsums dieser  Klasse genau gleich sei dem Wert ihrer täglichen,
       monatlichen und  jährlichen Produktion, so würde daraus doch kei-
       neswegs folgen, daß ihre Arbeit nichts zur realen Revenue der Ge-
       sellschaft hinzufügt,  zu dem realen Wert des jährlichen Produkts
       des Bodens  und der  Arbeit des  Landes. Ein  Handwerker zum Bei-
       spiel, der in den ersten sechs Monaten nach der Ernte eine Arbeit
       im Werte  von 10  Livres ausführt, wird auch dann, wenn er in der
       gleichen Zeit für 10 Livres Korn und andere lebensnotwendige Pro-
       dukte verzehrt,  dem Jahresprodukt  des Bodens und der Arbeit der
       Gesellschaft einen Wert von 10 Livres hinzufügen. Während er eine
       Halbjahrsrevenue von  10 Livres in Korn und anderen lebensnotwen-
       digen Produkten  konsumierte, produzierte seine Arbeit zur selben
       Zeit einen  gleichen Wert, mit dem er für sich oder einen anderen
       eine ebensolche  Halbjahrsrevenue kaufen  kann. Folglich  ist der
       Wert dessen,  was in  diesen sechs  Monaten sowohl konsumiert als
       auch produziert wurde, nicht gleich 10, sondern 20 Livres. Aller-
       dings ist es möglich, daß von diesem Wert in jedem beliebigen Au-
       genblick niemals  mehr als  10 Livres auf einmal vorhanden waren.
       Wären aber das Korn und die anderen lebensnotwendigen Produkte im
       Werte von  10 Livres,  die der  Handwerker konsumierte, von einem
       Soldaten oder Dienstboten verzehrt worden, dann wäre der Wertteil
       des Jahresprodukts,  der am  Ende der sechs Monate vorhanden war,
       um 10  Livres geringer, als er infolge der Arbeit des Handwerkers
       war. Selbst  wenn man  annimmt, daß der von dem Handwerker produ-
       zierte Wert  in jedem  beliebigen Moment nicht größer ist als der
       von ihm konsumierte Wert, so ist doch der Gesamtwert der jedesmal
       wirklich auf  dem Markt  vorhandenen Waren  infolge seiner Arbeit
       größer, als  er  ohne  ihn  wäre."  (l.c.,  t.  III,  p.  531-533
       [Garnier].)
       
       Ist nicht  der Wert der jedesmal auf dem Markt befindlichen Waren
       infolge der  "unproduktiven Arbeit"  größer, als  er es ohne die-
       selbe sein würde? Befinden sich nicht in jedem Augenblick auf dem
       Markt neben  Weizen und  Fleisch etc. auch Huren, Advokaten, Pre-
       digten, Konzerte,  Theater, Soldaten,  Politiker etc.? Diese Bur-
       schen oder  Burschinnen erhalten das blé et autres denrées de né-
       cessité 1*) oder d'agrément 2*) nicht umsonst.
       -----
       1*) Korn und andere Lebensmittel - 2*) Vergnügen
       
       #139# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       Sie geben dafür oder dringen dafür auf ihre Dienste, die als sol-
       che Dienste  einen Gebrauchswert und infolge ihrer Produktionsko-
       sten auch  einen Tauschwert  haben. In  consommablen articles ge-
       rechnet besteht  jeden Augenblick,  neben den  in den denrées 1*)
       existierenden consommablen  Artikeln, ein  Quantum  als  services
       consommabler Artikel.  Die Gesamtsumme  der consommablen  Artikel
       ist so  in jedem Augenblick größer, als sie ohne die consommablen
       services wäre.  Zweitens aber  ist auch  der Wert größer; denn er
       ist gleich  dem Wert  der Waren, die diese services erhalten, und
       ist gleich  dem Wert der services selbst, indem hier, wie bei je-
       dem Austausch  von Ware gegen Ware, Äquivalent für Äquivalent ge-
       geben wird,  also derselbe Wert doppelt vorhanden ist, einmal auf
       der Seite des Käufers und einmal auf der Seite des Verkäufers.
       {A. Smith fährt fort, mit Bezug auf die Physiokraten zu sagen:
       
       "Wenn die  Vertreter dieses  Systems  sagen,  die    K o n s u m-
       t i o n   der Handwerker,  Manufakturarbeiter und  Kaufleute  sei
       g l e i c h   d e m   W e r t  d e s s e n,  w a s  s i e  p r o-
       d u z i e r e n,   so  meinen  sie  damit  wahrscheinlich  nichts
       weiter, als  daß die  Revenue dieser  Arbeiter oder  der    f ü r
       i h r e n     U n t e r h a l t    b e s t i m m t e    F o n d s
       g l e i c h   d i e s e m  W e r t  i s t"  {viz: la valeur de ce
       qu'ils produisent 2*)}, (l.c.p. 533.)
       
       Darin hatten  die Physiokraten  recht mit  Bezug auf ouvriers und
       maitres 3*) zusammengenommen, von deren letztren Profit die Rente
       nur eine besondre Rubrik bildet.}
       ¦¦312¦ {A.  Smith bemerkt  bei derselben Gelegenheit, d.h. seiner
       Kritik der Physiokraten, l. IV, ch. IX (edit. Garnier, t. III):
       
       "Das jährliche  Produkt des  Bodens und  der Arbeit einer Gesell-
       schaft kann  nur auf zwei Arten vermehrt werden: entweder erstens
       durch eine   V e r v o l l k o m m n u n g   d e s   p r o d u k-
       t i v e n   V e r m ö g e n s   d e r   n ü t z l i c h e n  A r-
       b e i t,  die jeweils in dieser Gesellschaft betrieben wird, oder
       zweitens     d u r c h    e i n e    V e r m e h r u n g    d e r
       Q u a n t i t ä t   d i e s e r   A r b e i t.   Damit irgendeine
       Vervollkommnung oder  ein Anwachsen  der  Kraft  des  produktiven
       Vermögens  der   nützlichen  Arbeit   eintrete,  muß      s i c h
       e n t w e d e r   d i e   G e s c h i c k l i c h k e i t   d e s
       A r b e i t e r s   v e r v o l l k o m m n e n   o d e r   m u ß
       m a n   d i e   M a s c h i n e n    v e r v o l l k o m m n e n,
       m i t       d e n e n      e r      a r b e i t e t...      D i e
       V e r m e h r u n g            d e r            Q u a n t i t ä t
       n ü t z l i c h e r   A r b e i t,   d i e   j e w e i l s    i n
       e i n e r   G e s e l l s c h a f t    angewendet    wird,  hängt
       ausschließlich     v o n    d e r    V e r m e h r u n g    d e s
       K a p i t a l s   a b,   d a s   s i c h   i n  T ä t i g k e i t
       h ä l t;   und  d i e  V e r m e h r u n g  d i e s e s  K a p i-
       t a l s   m u ß   ihrerseits  w i e d e r  g e n a u  g l e i c h
       d e m   B e t r a g   d e r   E r s p a r n i s s e    aus  ihren
       Revenuen sein, die entweder diejenigen machen, die dieses Kapital
       leiten und verwalten, oder andere, die es ihnen leihen." (p. 534,
       535.)
       
       Hier ein  doppelter cercle  vicieux 4*).  Erstens: Das  jährliche
       Produkt wird vermehrt durch größre Produktivität der Arbeit. Alle
       Mittel, um diese
       -----
       1*) Gegenständen  - 2*)  nämlich: dem Wert dessen, was sie produ-
       zieren  - 3*) Arbeiter und Unternehmer - 4*) Zirkelschluß
       
       #140# Viertes Kapitel
       -----
       Produktivität zu  vergrößern {soweit nicht durch Naturzufälle wie
       besonders günstige  Saison etc.}, erfordern Vergrößrung des Kapi-
       tals. Aber  um das  Kapital zu vergrößern, muß das jährliche Pro-
       dukt der  Arbeit vergrößert  werden. Erster cercle. Zweitens: Das
       jährliche Produkt  kann vermehrt  werden durch  Vermehrung in der
       Quantität der  angewandten Arbeit.  Die Quantität der angewandten
       Arbeit kann  aber nur  vermehrt werden,  wenn vorher  das Kapital
       vermehrt ist  qui le  tient (le travail) en activité 1*). Zweiter
       cercle. Smith  hilft sich aus beiden Kreisläufen durch das éparg-
       ner 2*).  Unter diesem  Ausdruck versteht er nämlich die Verwand-
       lung von revenue in capital.
       An und für sich schon falsch, den ganzen profit als "Revenue" des
       Kapitalisten aufzufassen. Das Gesetz der kapitalistischen Produk-
       tion erheischt  vielmehr, daß ein Teil der Surplusarbeit, der un-
       bezahlten Arbeit, die der Arbeiter verrichtet, in Kapital verwan-
       delt wird.  Handelt der  einzelne Kapitalist als Kapitalist, d.h.
       als Funktionär  des Kapitals, so mag dies ihm selbst als épargner
       erscheinen; es  stellt sich  aber ihm selbst unter der Notwendig-
       keit eines  Reservefonds dar.  Die Vermehrung des Arbeitsquantums
       hängt aber  nicht nur  von der  Zahl der Arbeiter ab, sondern von
       der Länge  des Arbeitstags. Das Quantum der Arbeit kann also ver-
       mehrt werden,  ohne daß  der Teil  des Kapitals,  der sich in Ar-
       beitslohn auflöst,  vermehrt wird.  Ebenso braucht  unter  dieser
       Voraussetzung die  Maschinerie  etc.  nicht  vermehrt  zu  werden
       (obgleich sie  sich schneller  abnützen würde.  Dies ändert  aber
       nichts an der Sache). Das einzige, was vermehrt werden müßte, ist
       der Teil  des Rohstoffs,  der sich  in Samen auflöst etc. Und das
       bleibt richtig, daß, ein Land gegeben (vom auswärtigen Handel ab-
       strahiert), die  Mehrarbeit zunächst  auf die Agrikultur geworfen
       werden muß,  bevor sie in den Industrien, die von ihr die matière
       brute 3*)  erhalten, möglich  ist. Ein Teil dieser matière brute,
       wie Kohle,  Eisen, Holz,  Fische etc.  (letztre z.B. als Dünger),
       kurz, alle  nicht animalischen Düngemittel können durch bloß ver-
       mehrte Arbeit  (bei gleichbleibender Arbeiterzahl) beschafft wer-
       den. Daran  kann es also nicht fehlen. Andrerseits früher nachge-
       wiesen, daß  die Vermehrung  der Produktivität ursprünglich stets
       bloß Konzentration von Kapital, nicht Akkumulation desselben vor-
       aussetzt. [60] Später aber ergänzen sich beide Prozesse.}
       {Der Grund,  warum die  Physiokraten für  laissez faire,  laisser
       passer [19],  kurz, freie Konkurrenz predigten, richtig enthalten
       in den folgenden Sätzen von Smith:
       -----
       1*) das  sie (die  Arbeit) in Tätigkeit hält 2*) Sparen - 3*) den
       Rohstoff
       
       #141# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       
       "Der Handel zwischen diesen beiden verschiedenen Klassen des Vol-
       kes" (campagne und ville 1*)) "besteht in letzter Instanz im Aus-
       tausch einer  gewissen Menge  von Rohprodukten gegen eine gewisse
       Menge von  Manufakturprodukten. je  teurer folglich die letzteren
       sind, um  so wohlfeiler  werden die ersteren sein; und alles, was
       in einem  Lande den Preis der Manufakturprodukte erhöht, fährt zu
       einer Senkung  des Preises  der Rohprodukte der Erde und folglich
       zu einer Lähmung der Agrikultur."
       
       Nun aber  alle entraves,  gênes aux  manufactures et  au commerce
       étranger 2*)  machen die  Manufakturwaren etc.  teurer. Ergo  3*)
       etc. (Smith, l.c.p. 554.)}
       ¦¦313¦ Smiths  zweite oder  vielmehr mit  seiner andren durchlau-
       fende Ansicht  von "produktiver" und "unproduktiver Arbeit" läuft
       also darauf  hinaus, daß  die erste  Arbeit ist,  die Ware produ-
       ziert, die zweite solche, die "keine Ware" produziert. Er leugnet
       nicht, daß  die eine  Art Arbeit  so gut  wie die  andre  W a r e
       i s t. Sieh oben 4:
       
       "Die Arbeit  der letzteren  hat... ihren  Wert und verdient ihren
       Lohn ebenso wie die der ersteren"
       
       (nämlich ökonomisch; von moralischen etc. Standpunkten handelt es
       sich weder bei der einen noch bei der andren Art der Arbeit). Der
       Begriff der  Ware schließt  aber ein, daß sich die Arbeit verkör-
       pert, materialisiert,  realisiert in  ihrem Produkt.  Die  Arbeit
       selbst in  ihrem unmittelbaren  Dasein, in  ihrer lebendigen Exi-
       stenz, kann nicht unmittelbar als Ware gefaßt werden, sondern nur
       das Arbeitsvermögen,  dessen temporäre Äußerung die Arbeit selbst
       ist. Wie  die eigentliche  Lohnarbeit nur in dieser Weise entwic-
       kelt werden  kann, so  die "unproduktive  Arbeit", die  A.  Smith
       überall bestimmt durch die Produktionskosten, die erheischt sind,
       um den "unproduktiven Arbeiter" zu produzieren. Ware muß also als
       unterschiedne Existenz  von der  Arbeit selbst  aufgefaßt werden.
       Dann aber zerfällt die Welt der Waren in zwei große Kategorien:
       auf der einen Seite die Arbeitsvermögen;
       auf der andren Seite die Waren selbst.
       Das Materialisieren  etc. der  Arbeit ist  jedoch nicht so schot-
       tisch zu  nehmen, wie A. Smith es faßt. Sprechen wir von der Ware
       als Materiatur  der Arbeit - in dem Sinne ihres Tauschwerts -, so
       ist dies  selbst nur  eine eingebildete,  d.h. bloß  soziale Exi-
       stenzweise der  Ware, die  mit ihrer körperlichen Realität nichts
       zu schaffen  hat; sie  wird vorgestellt  als  bestimmtes  Quantum
       gesellschaftlicher Arbeit oder Geld. Es ist möglich, daß die
       -----
       1*) Land  und Stadt  - 2*) Fesseln, Beschränkungen, die den Manu-
       fakturen und  dem Außenhandel auferlegt sind - 3*) Folglich - 4*)
       siehe vorl. Band, S. 131
       
       #142# Viertes Kapitel
       -----
       konkrete Arbeit,  deren Resultat  sie ist,  keine Spur an ihr zu-
       rückläßt. Bei  der Manufakturware  bleibt diese Spur in der Form,
       die dem  Rohmaterial äußerlich bleibt. In dem Ackerbau etc., wenn
       die Form,  die die  Ware, z.B. Weizen, Ochs usw., erhalten haben,
       auch Produkt  menschlicher Arbeit, und zwar von Generation zu Ge-
       neration vererbter  und sich  ergänzender Arbeit  ist, so ist das
       dem Produkt nicht anzusehn. Bei andrer industrieller Arbeit liegt
       es gar  nicht im  Zweck der Arbeit, die Form des Dings zu ändern,
       sondern nur  seine Ortsbestimmung. Z.B., wenn eine Ware von China
       nach England  gebracht wird  etc., so  ist die Spur der Arbeit an
       dem Ding  selbst nicht zu erkennen (außer bei denen, die sich er-
       innern, daß  das Ding  kein englisches  Produkt ist). Also in der
       Art wäre das Materiallsieren der Arbeit in der Ware nicht zu ver-
       stehn. (Hier  kommt die  Täuschung daher,  daß sich  ein  gesell-
       schaftliches Verhältnis in der Form eines Dings darstellt.)
       Wohl aber  bleibt richtig,  daß die Ware als vergangne, vergegen-
       ständlichte Arbeit  erscheint, also,  wenn sie  nicht in der Form
       eines Dings  erscheint, nur  in  der  Form  des  Arbeitsvermögens
       selbst erscheinen  kann; aber  nie unmittelbar (sondern auf einem
       Umweg, der praktisch gleichgültig scheint, jedoch es nicht ist in
       der Bestimmung  der verschiednen  Arbeitslöhne) als lebendige Ar-
       beit selbst. Produktive Arbeit wäre also solche, die Waren produ-
       ziert oder  das Arbeitsvermögen selbst direkt produziert, bildet,
       entwickelt, erhält,  reproduziert. Letztre  schließt A. Smith von
       seiner Rubrik  der produktiven  Arbeit aus; willkürlich, aber mit
       einem gewissen richtigen Instinkt, daß, wenn er sie einschloß, er
       Tor und Tür öffnete für false pretensions 1*) produktiver Arbeit.
       Soweit also von dem Arbeitsvermögen selbst abstrahiert wird, löst
       sich produktive Arbeit in solche auf, die Waren produziert, mate-
       rielle Produkte,  deren Herstellung ein bestimmtes Quantum Arbeit
       oder Arbeitszeit gekostet hat. Unter diesen materiellen Produkten
       sind alle  Produkte der  Kunst und Wissenschaft, Bücher, Gemälde,
       Statuen usw. eingeschlossen, soweit sie sich dinglich darstellen.
       Ferner aber  muß das  Produkt der Arbeit Ware sein, in dem Sinne,
       daß es  "a vendible  commodity" 2*),  d.h. Ware  in ihrer  ersten
       Form, die  erst ihre Metamorphose zu durchlaufen hat. (Ein Fabri-
       kant mag  sich selbst eine Maschine bauen, wenn er sie sonst nir-
       gend gebaut bekommen kann, nicht um sie zu verkaufen, sondern als
       Gebrauchswert zu  vernutzen. Indes  vernutzt er sie dann als Teil
       seines konstanten  Kapitals, verkauft  sie also  stückweis in der
       Form des Produkts, zu dessen Herstellung sie konkurriert hat.)
       -----
       1*) unbegründete Ansprüche - 2*) "eine verkäufliche Ware"
       
       #143# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       ¦¦314¦ Also  gewisse Arbeiten  von menial servants 1*) mögen sich
       ebensogut in   W a r e n  (potentia 2*)) darstellen, und sogar in
       denselben Gebrauchswerten,  stofflich betrachtet.  Sie sind  aber
       nicht produktive  Arbeit, weil sie in der Tat nicht "Waren", son-
       dern unmittelbar  "G e b r a u c h s w e r t e"  produzieren. Was
       aber Arbeiten  betrifft, die  für ihren  Käufer oder employer 3*)
       selbst produktiv  sind, wie z.B. die Arbeit des Schauspielers für
       den Theaterentrepreneur,  so würde sie sich dadurch als unproduk-
       tive Arbeit  ausweisen, daß  ihr Käufer sie nicht in der Form der
       Ware, sondern  nur in  der Form der Tätigkeit selbst dem Publikum
       verkaufen kann.
       Abgesehn von diesem, ist produktive Arbeit solche, die  W a r e n
       produziert, und   u n p r o d u k t i v e   A r b e i t   solche,
       die persönliche Dienste produziert. Die erstre Arbeit stellt sich
       in einem  verkaufbaren Ding  dar; die  letztre muß  während ihrer
       Operation verzehrt  werden. Die erstre schließt (mit Ausnahme der
       das Arbeitsvermögen  selbst bildenden Arbeit) allen in dinglicher
       Form  existierenden  materiellen  und  intellektuellen  Reichtum,
       Fleisch sowohl  wie Bücher [ein]; die zweite begreift alle Arbei-
       ten ein,  die irgendein  eingebildetes oder  wirkliches Bedürfnis
       des Individuums befriedigen oder auch dem Individuum wider seinen
       Willen sich aufdrängen.
       W a r e   ist die  elementarischste Form  des bürgerlichen Reich-
       tums. Die  Erklärung von  produktiver "Arbeit" dahin, daß sie Ar-
       beit ist,  die "Ware" produziert, entspricht also auch einem viel
       mehr elementarischen Standpunkt als die, die erklärt, daß produk-
       tive Arbeit solche ist, die Kapital produziert.
       Die Gegner A. Smiths haben seine erste sachgemäße Erklärung außer
       acht gelassen,  dagegen sich  an die zweite gehalten und die hier
       unvermeidlichen Widersprüche  und  Inkonsequenzen  hervorgehoben.
       Hier wieder  dadurch sich  die Polemik  erleichtert, daß  auf den
       stofflichen Inhalt  der Arbeit eingegangen und namentlich auf die
       Bestimmung, daß  die  Arbeit  sich  in  einem  mehr  oder  minder
       d a u e r h a f t e n  Produkt fixieren muß. Was aber die Polemik
       besonders hervorgerufen, werden wir gleich sehn.
       Vorher noch  dies. A. Smith sagt vom physiokratischen System, daß
       es sein großes Verdienst sei, zu haben represented 4*),
       
       "der Reichtum  der Nationen bestehe nicht in dem nicht konsumier-
       baren Gold  und Silber, sondern in den konsumierbaren Gütern, die
       alljährlich durch  die Arbeit  der Gesellschaft reproduziert wer-
       den". (v. III, l. IV, ch. IX, p. 538 [Garnier].)
       
       Hier haben wir die Ableitung seiner zweiten Definition of produc-
       tive 5*)  labour. Die  Bestimmung des Mehrwerts hing natürlich ab
       von der Form,
       -----
       1*) Dienstboten  - 2*)  der Möglichkeit nach - 3*) Anwender - 4*)
       dargestellt - 5*) in der Handschrift: distinctive
       
       #144# Viertes Kapitel
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       worin der  Wert selbst gefaßt wurde. Im Monetar- und Merkantilsy-
       stem stellt er sich daher als  G e l d  dar; bei den Physiokraten
       als Produkt der Erde, als Agrikulturprodukt; endlich bei A. Smith
       als   W a r e   schlechthin. Soweit  die  P h y s i o k r a t e n
       a u f   d i e   S u b s t a n z   d e s   W e r t s  k o m m e n,
       l ö s t   e r  s i c h  i h n e n  g a n z  s o  i n  b l o ß e n
       G e b r a u c h s w e r t   a u f   (M a t e r i e,    S t o f f)
       w i e   d e n  M e r k a n t i l i s t e n  i n  d i e  b l o ß e
       W e r t f o r m   1*), Form, worin das Produkt als allgemeine ge-
       sellschaftliche Arbeit  erscheint, Geld,  bei A.  Smith sind  die
       beiden Bedingungen der Ware, Gebrauchswert und Tauschwert, zusam-
       mengefaßt; und  so ist jede Arbeit produktiv, die sich in irgend-
       einem Gebrauchswert  darstellt, in nützlichem Produkt. Daß sie es
       ist, die  sich darin darstellt, schließt schon ein, daß dies Pro-
       dukt zugleich gleich bestimmtem Quantum allgemein gesellschaftli-
       cher Arbeit.  A. Smith,  den Physiokraten  gegenüber, stellt  den
       Wert des Produkts als das Essentielle für den bürgerlichen Reich-
       tum wieder  her, streift  aber andrerseits die bloß phantastische
       Form ab - die von Gold und Silber -, worin den Merkantilisten der
       Wert erscheint. Jede Ware ist an  s i c h  Geld. Daß A. Smith da-
       mit zugleich auch plus ou moins 2*) in die merkantilistische Vor-
       stellung von der "Dauerhaftigkeit", in fact inconsommabilité 3*),
       zurückfällt, ist  unverkennbar. Man  erinnere sich der Stelle bei
       Petty (sieh  mein Heft  I, p  109 4*),  wo zitiert Petty, "Polit.
       Arith."), wo  der Reichtum  geschätzt wird nach den Graden, worin
       er  unvergänglich  ist,  mehr  oder  minder  dauerhaft  ist,  und
       schließlich Gold und Silber "als unvergänglicher Reichtum" an die
       Spitze gestellt werden.
       
       "Indem er"  (sagt Blanqui,  A. "Histoire de l'écon. polit.", Bru-
       xelles 1839,  p. 152)  "die Eigenschaft  des    R e i c h t u m s
       ausschließlich auf  jene Werte  beschränkte, die  in  materiellen
       Stoffen verkörpert  sind, löschte er aus dem Buche der Produktion
       die ganze  unbegrenzte Masse  der immaterieilen  Werte  aus,  der
       Töchter des   m o r a l i s c h e n  K a p i t a l s  der zivili-
       sierten Nationen" etc.
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       1*) In  der Handschrift  ist die  hier kursiv gegebene Textstelle
       mit Bleistift  unterstrichen  -  2*)  mehr  oder  weniger  -  3*)
       tatsächlich der  Nichtverzehrbarkeit -  4*) siehe Band 13 unserer
       Ausgabe, S. 107

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