Quelle: MEW 26.1 Theorien über den Mehrwert - Erster Teil


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       #153# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
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       [6.] Germain Garnier
       
       ¦¦319¦ In  dem V.  Band Noten  zu seiner  Übersetzung von Smiths,
       "Wealth of Nations" (Paris 1802).
       Garnier teilt  über den "travail productif" 1*) im eminenten Sinn
       die Ansicht der Physiokraten, die er nur etwas abschwächt. Er be-
       kämpft Smiths Ansicht, wonach
       
       "produktive Arbeit...  jene ist, die sich in einem Gegenstand re-
       alisiert, jene,  die Spuren  ihrer Tätigkeit hinterläßt und deren
       Produkt  Gegenstand  eines  Kaufs  oder  Austauschs  sein  kann."
       (l.c.,t. V, p. 169.) [65] ¦VII-319¦¦
       
       [a) Zusammenwerfen  der Arbeit,  die sich Kapital austauscht, mit
       der Arbeit, die sich gegen Revenue austauscht. Falsche Konzeption
       vom Ersatz des en Kapitals durch die Revenue der Konsumtion]
       
       ¦¦VIIII-347¦ (Garnier,  G.) Er bringt verschiedne Gründe gegen A.
       Smith an (zum Teil von den Spätern wiederholt).
       
       "Diese Unterscheidung  ist falsch,  da sie  sich auf einen Unter-
       schied bezieht,  der nicht  besteht.  J e d e  A r b e i t  i s t
       p r o d u k t i v   in dem  Sinne, in  dem  der  Autor  das  Wort
       p r o d u k t i v   gebraucht. Die  Arbeit der  einen wie die der
       andren dieser  beiden Klassen ist gleich produktiv an irgendeinem
       Genuß, einer Bequemlichkeit, einem Nutzen für denjenigen, der sie
       bezahlt; sonst  würde diese  Arbeit keinen  Lohn finden." [l.c.p.
       171.]
       
       {Sie ist  also produktiv, weil sie irgendeinen Gebrauchswert pro-
       duziert und sich verkauft, einen Tauschwert hat, also selbst Ware
       ist.} In der Ausführung aber dieses Punkts, als Illustration des-
       selben,   führt   Garnier   vielmehr   Beispiele   an,   wo   die
       "unproduktiven Arbeiter" dasselbe tun,
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       1*) die "produktive Arbeit"
       
       #154# Viertes Kapitel
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       denselben Gebrauchswert  oder Art  des Gebrauchswerts produzieren
       wie die "produktiven". Z.B.:
       
       "Der Diener,  der in  meinem Dienste  steht, mein Feuer anzündet,
       mich frisiert,  meine Kleider  und Möbel  reinigt und  in Ordnung
       hält, meine  Nahrung  zubereitet  usw.,  leistet    D i e n s t e
       g a n z  d e r s e l b e n  A r t  wie die Wäscherin oder Weißnä-
       herin, die  die Wäsche ihrer Kunden reinigt oder instand hält;...
       wie der  Gastwirt, Garkoch oder Kneipenwirt, dessen Beruf es ist,
       den Leuten  Essen zuzubereiten,  die bei  ihm speisen wollen, wie
       der Barbier,  Friseur" (der  größte Teil dieser Kerls gehört aber
       bei A.  Smith ebensowenig  zu den ouvriers productifs 1*) wie der
       domestique 2*)),  "die unmittelbare  Dienste leisten; endlich wie
       der Maurer,  der Dachdecker,  der Tischler, der Glaser, der Ofen-
       setzer usw.  und jene  Menge Bauarbeiter, die man ruft, damit sie
       Ausbesserungen und  Reparaturen vornehmen,  und deren  jährliches
       Einkommen ebensosehr  von einfachen  Reparatur- und Erhaltungsar-
       beiten stammt wie von Neubauten." [l.c.p. 171, 172.]
       
       (A. Smith sagt nirgendwo, daß der travail qui se fixe dans un ob-
       jet plus  ou moins  permanent 3*),  nicht ebensogut Reparatur als
       Neukreatur sein kann.)
       
       "Diese Art Arbeit besteht weniger im Produzieren als im Erhalten;
       sie hat  weniger den  Zweck, den  Dingen, an denen sie sich betä-
       tigt, Wert  zuzusetzen, als ihrem Verfall vorzubeugen. Alle diese
       Arbeiter, den  Diener einbegriffen,   e r s p a r e n  d e m j e-
       n i g e n,   d e r   s i e   b e z a h l t,   d i e  A r b e i t,
       s e i n e    e i g e n e n    S a c h e n    i n s t a n d    z u
       h a l t e n."  [l.c.p. 172.]
       
       (Können also als Maschine zur Erhaltung des Werts betrachtet wer-
       den, oder  vielmehr der  Gebrauchswerte.  Dieser  Standpunkt  des
       "épargner" von  travail 4*) weiter geltend gemacht von Destutt de
       Tracy. Sieh  das später.  Die unproduktive  Arbeit des einen wird
       dadurch    nicht     produktiv,    daß     sie     dem     andren
       u n p r o d u k t i v e   A r b e i t   erspart. Einer von beiden
       verrichtet sie.  Ein Teil  des A.  Smithschen travail improductif
       5*), aber auch nur der Teil derselben, der absolut notwendig ist,
       um     Dinge     zu     konsumieren,     sozusagen     zu     den
       K o n s u m t i o n s k o s t e n   gehört -  und dann  auch nur,
       wenn er  einem produktiven  Arbeiter diese Zeit spart - notwendig
       durch die  "Teilung der  Arbeit." Indes  leugnet A.  Smith  diese
       "Teilung der  Arbeit" nicht.  Wenn jeder nach ihm gezwungen wäre,
       produktive und  unproduktive Arbeit  zu verrichten, und durch die
       Teilung dieser  Arbeitsarten zwischen  2 beides  besser geschähe,
       änderte dies  nichts an dem Umstand, daß die eine dieser Arbeiten
       produktiv und die andre unproduktiv ist.)
       "In den weitaus meisten Fällen arbeiten sie deswegen und nur des-
       wegen" (damit  einer die  Arbeit spart,  sich selbst zu bedienen,
       müssen 10
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       1*) produktiven Arbeitern - 2*) Diener - 3*) die Arbeit, die sich
       in einem  mehr oder  weniger bleibenden  Gegenstand fixiert - 4*)
       "Ersparens" von Arbeit - 5*) unproduktiven Arbeit
       
       #155# Theorien aber produktive und unproduktive Arbeit
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       ihn bedienen  - eine sonderbare Art, Arbeit zu "sparen"; außerdem
       die "unproduktive  Arbeit" dieser  Art am meisten von denen ange-
       wandt,  die   nichts  tun);   "also  sind   sie   entweder   alle
       p r o d u k t i v,   oder keiner von ihnen ist produktiv" (l.c.p.
       172).
       ¦¦348¦ Zweitens.  Bei einem  Franzosen dürfen die ponts et chaus-
       sées 1*) nicht fehlen. Warum, sagt er, produktiv nennen
       
       "die Arbeit eines Inspektors oder Direktors eines privaten Unter-
       nehmens im  Handel oder  der Industrie und  u n p r o d u k t i v
       die eines  Verwaltungsbeamten, der die Erhaltung der öffentlichen
       Straßen und  schiffbaren Kanäle,  der Häfen,  des Geldwesens  und
       anderer großer  Einrichtungen überwacht,  die die  Tätigkeit  des
       Handels beleben,  der über  die Sicherheit des Transports und der
       Verkehrswege und über die Einhaltung der Verträge wacht usw., und
       der mit  Recht als  ein   I n s p e k t o r   d e r   g r o ß e n
       s o z i a l e n   M a n u f a k t u r  angesehen werden kann? Das
       ist eine  Arbeit ganz gleicher Art, nur auf viel größerer Stufen-
       leiter." (p. 172, 173.)
       
       Soweit solcher  Bursche in der Produktion (resp. Konservation und
       Reproduktion) materieller Dinge konkurriert, die  v e r k a u f t
       w e r d e n   k ö n n t e n,  befänden sie sich nicht in den Hän-
       den des  Staats,  würde  Smith  sie  "produktiv"  nennen  können.
       "Inspecteurs de la grande manufacture sociale" 2*) sind französi-
       sche Geschöpfe.
       Drittens. Hier  fällt Garnier  ins "Moralische".  Warum soll  der
       "parfumeur, der  mon odorat"  3*) schmeichelt, produktiv sein und
       der musicien  4*) nicht,  der "charme mon oreille" 5*)? (p. 173.)
       Weil der  eine ein  materielles Produkt liefert, würde Smith ant-
       worten, der andre nicht. Die Moral und das "Verdienst" der beiden
       Burschen hat nichts mit der Unterscheidung zu tun.
       Viertens. Ist  es nicht Widerspruch, daß der "luthier, le facteur
       d'orgues, le marchand de musique, le machiniste 6*) etc." produk-
       tiv  und   die  professions   7*),  wofür   diese  Arbeiten   nur
       "préparatoires" 8*), unproduktiv?
       
       "Die einen  wie die  anderen haben  als letzten  Zweck  i h r e r
       A r b e i t   e i n e n   K o n s u m   d e r s e l b e n  A r t.
       Wenn der  Zweck, den  sich die  einen setzen, nicht verdient, zur
       Zahl der  Produkte der  Arbeit der Gesellschaft gerechnet zu wer-
       den, warum  soll man  dasjenige günstiger  behandeln, was nur ein
       M i t t e l   i s t,   d i e s e n   Z w e c k   z u   e r r e i-
       c h e n?"  (l.c.p. 173.)
       
       Nach diesem Raisonnement 9*) ist einer, der Getreide ißt, gradeso
       produktiv wie  der, der es produziert. Denn zu welchem Zweck wird
       Getreide
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       1*)  wörtlich:  Brücken  und  Chausseen  (so  bezeichnet  man  in
       Frankreich die Verwaltung der Verkehrswege) - 2*) Inspektoren der
       großen sozialen Manufaktur - 3*) "Parfümeriefabrikant, der meinem
       Geruchssinn" -  4*) Musiker  - 5*)  "mein Ohr  bezaubert"  -  6*)
       "Geigenmacher, der  Orgelbauer, der Notenhändler, der Maschinist"
       - 7*) Berufe - 8*) "Voraussetzungen" - 9*) dieser Schlußfolgerung
       
       #156# Viertes Kapitel
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       produziert? Um es zu essen. Wenn also die Arbeit des Essens nicht
       produktiv ist, warum die des Getreidebaues, qui n'est qu'un moyen
       pour arriver  à cette  fin 1*)? Außerdem produziert der, der ißt,
       Hirn, Muskel  etc., und  sind das  nicht ebenso edle Produkte als
       Gerste oder  Weizen? -  könnte ein entrüsteter Menschenfreund den
       A. Smith  fragen. Erstens  leugnet A. Smith nicht, daß der unpro-
       duktive Arbeiter  ein produit  quelconque 2*)  produziert.  Sonst
       wäre er überhaupt kein Arbeiter. Zweitens mag es sonderbar schei-
       nen, daß  der Arzt,  der die Pillen verschreibt, kein produktiver
       Arbeiter ist,  wohl aber der Apotheker, der sie dreht. Ebenso der
       Instrumentenmacher, der  die Fiddle  macht, nicht  aber der Musi-
       kant, der sie spielt. Das würde nur beweisen, daß "produktive Ar-
       beiter" Produkte  liefern, die keinen Zweck haben, außer als Pro-
       duktionsmittel für  unproduktive Arbeiter  zu  dienen.  Was  aber
       nicht auffallender, als daß alle produktiven Arbeiter schließlich
       erstens die  Mittel liefern,  um unproduktive  zu zahlen, 2. Pro-
       dukte liefern,  die   o h n e   a l l e   A r b e i t  konsumiert
       werden.
       Nach allen  diesen Bemerkungen (wovon Nr. II Franzuski, der seine
       ponts et  chaussées nicht  vergessen kann; Nr. III auf Moral hin-
       ausläuft; Nr.  IV entweder  den Blödsinn  enthält, daß der Konsum
       ebenso produktiv wie die Produktion - was falsch in der bürgerli-
       chen Gesellschaft,  wo der  eine produziert  und der andre konsu-
       miert -  oder daß  ein Teil der produktiven Arbeit bloß das Mate-
       rial für  unproduktive Arbeiten  liefert, was  A.  Smith  nirgend
       leugnet, und  wovon nur  I das Richtige enthält, daß A. Smith mit
       seiner 2ten  Definition   d i e s e l b e n  Arbeiten ¦¦349¦ pro-
       duktiv und  unproduktiv nennt - oder vielmehr einen verhältnismä-
       ßig geringen Teil seiner "unproduktiven" Arbeit seiner eignen De-
       finition nach   p r o d u k t i v   nennen  müßte, was also nicht
       gegen die   D i s t i n k t i o n,   sondern  die    S u b s u m-
       t i o n   unter  die  Distinktion  oder  die    A n w e n d u n g
       derselben spricht -) kömmt studiosus Garnier endlich zur Sache.
       
       "Der einzige  allgemeine Unterschied,  den man  offenbar zwischen
       beiden von  Smith ausgedachten  Klassen  finden  könnte,  besteht
       darin, daß bei jener Klasse, die er  p r o d u k t i v  nennt, es
       i m m e r  e i n e n  V e r m i t t l e r  z w i s c h e n  d e m
       V e r f e r t i g e r   d e s    G e g e n s t a n d e s    u n d
       d e m j e n i g e n,   d e r   i h n   k o n s u m i e r t,  gibt
       oder geben kann; während bei jener, die er  u n p r o d u k t i v
       nennt, es   k e i n e n   V e r m i t t l e r  g e b e n  k a n n
       und das  Verhältnis   z w i s c h e n    d e m    A r b e i t e r
       u n d                 d e m                 K o n s u m e n t e n
       n o t w e n d i g e r w e i s e         d i r e k t         u n d
       u n m i t t e l b a r   ist. Es  ist klar, daß derjenige, der die
       Erfahrung des  Arztes, die  Geschicklichkeit des  Chirurgen,  das
       Wissen des  Advokaten, das Talent des Musikers oder Schauspielers
       oder  endlich   die  Dienste   des  Dieners  in  Anspruch  nimmt,
       n o t w e n d i g e r w e i s e  in einem direkten und
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       1*) die  nur ein  Mittel ist, diesen Zweck zu erreichen - 2*) ir-
       gendein Produkt
       
       #157# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
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       unmittelbaren Verhältnis  zu jedem  dieser verschiedenen Arbeiter
       im Zeitpunkt  ihrer Arbeit  steht; während  bei den  Berufen  der
       anderen Klasse d a s  z u  k o n s u m i e r e n d e  O b j e k t
       a u s   e i n e m   m a t e r i e l l e n   u n d  g r e i f b a-
       r e n   D i n g   b e s t e h t,   d a s  v e r s c h i e d e n e
       T a u s c h h a n d l u n g e n   d u r c h l a u f e n  k a n n,
       bevor es  von seinem  Verfertiger zu seinem Konsumenten gelangt."
       (p. 174.)
       
       In diesen letzten Worten zeigt Garnier malgré lui 1*), welche ge-
       heime  Ideenverbindung  mit  der  ersten  Smithschen  Distinktion
       (Arbeit, die  sich gegen Kapital austauscht, und solche, die sich
       gegen Revenue  austauscht) und der letztren ist (Arbeit, die sich
       in  einem   materiellen,  vendible  commodity  2*)  fixiert,  und
       [solche],  die   sich  nicht   darin   fixiert).   Die   letztren
       k ö n n e n   ihrer Natur  nach der kapitalistischen Produktions-
       weise meist nicht unterworfen werden; die andren können. Abgesehn
       davon,   d a ß   a u f   B a s i s  d e r  k a p i t a l i s t i-
       s c h e n   P r o d u k t i o n,   wo der  größte Teil  der mate-
       riellen Waren  - choses  materielles et  palpables  3*)  -  unter
       Herrschaft des  Kapitals von Lohnarbeitern produziert werden, die
       [unproduktiven] Arbeiten  (oder Dienste,  sei es der Hure, sei es
       des Papstes)  nur bezahlt werden können either out of the salairs
       of the  productive labourers,  either out of the profits of their
       employers (and  the partners  in those profits), quite apart from
       the circumstance  that those  productive  labourers  produce  the
       material  basis   of  the  subsistence,  and,  consequently,  the
       existence of  the improduktive  labourers 4*).  Es ist  aber cha-
       rakteristisch für den flachen französischen Hund, daß er, der Na-
       tionalökonom sein will, also Explorator der kapitalistischen Pro-
       duktion, das,  was diese  Produktion zur  kapitalistischen macht,
       den Austausch  von Kapital  gegen Lohnarbeit  statt des  direkten
       Austauschs von  Revenue gegen  Lohnarbeit oder der direkten Reve-
       nue, die  der Arbeiter  sich selbst  zahlt, für  u n w e s e n t-
       l i c h   hält. Damit  ist die  kapitalistische Produktion selbst
       eine unwesentliche  Form, statt  eine notwendige,  wenn auch  nur
       historisch, also  vorübergehend notwendige  Form zur  Entwicklung
       der gesellschaftlichen  Produktivkraft der Arbeit und Verwandlung
       der Arbeit in gesellschaftliche Arbeit zu sein.
       
       "Auch müßte  man von  seiner produktiven Klasse alle die Arbeiter
       abziehen, deren  Arbeit bloß  darin besteht,  die fertigen Gegen-
       stände zu  reinigen, zu erhalten oder zu reparieren, ohne daß sie
       daher ein neues Produkt in die Zirkulation bringt." (p. 175.)
       
       (Smith sagt nirgendwo, daß die Arbeit oder ihr Produkt in das ca-
       pital circulant  eingehn muß. Sie kann direkt in das capital fixe
       eingehn, wie die
       -----
       1*) ungewollt  - 2*)  verkäuflichen Ware  -  3*)  materielle  und
       greifbare Dinge - 4*) entweder aus den Löhnen der produktiven Ar-
       beiter oder aus den Profiten ihrer Anwender (und der Teilhaber an
       diesen Profiten), ganz abgesehen davon, daß diese produktiven Ar-
       beiter die  materielle Basis der Erhaltung und daher der Existenz
       der unproduktiven Arbeiter schaffen
       
       #158# Viertes Kapitel
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       des Maschinisten,  der in  einer Fabrik  die Maschine  repariert.
       Dann geht aber ihr  W e r t  in die Zirkulation des Produkts, der
       Ware ein,  und die  reparateurs etc., die dies domestiquement 1*)
       tun, tauschen ¦¦350¦ ihre Arbeit nicht gegen Kapital, sondern ge-
       gen Revenue aus.)
       
       "Infolge dieses  Unterschieds wird  die   u n p r o d u k t i v e
       Klasse, wie  Smith bemerkt  hat, nur  aus Revenuen  erhalten.  Da
       diese Klasse  keinen Vermittler zwischen sich und dem Konsumenten
       ihrer Produkte  hat, das heißt dem, der ihre Arbeit genießt, wird
       sie unmittelbar  vom Konsumenten  bezahlt;   d i e s e r  a b e r
       z a h l t  n u r  a u s  R e v e n u e n.  Dagegen werden die Ar-
       beiter der  produktiven  Klasse,  da  sie  gewöhnlich  von  einem
       M i t t e l s m a n n   bezahlt werden,   d e r  a u s  i h r e r
       A r b e i t   e i n e n   P r o f i t   s c h l a g e n  w i l l,
       m e i s t e n s   a u s  e i n e m  K a p i t a l  b e z a h l t.
       Aber dieses  Kapital wird schließlich stets durch die Revenue ei-
       nes Konsumenten  ersetzt, sonst  könnte es  nicht zirkulieren und
       wurde seinem Besitzer keinen Profit abwerfen." [p. 175.]
       
       Dieses letztere  "mais" 2*)  ganz kindisch. Erstens wird ein Teil
       des Kapitals  durch Kapital  und nicht durch Revenue ersetzt; ob-
       gleich dieser  Teil des  Kapitals, je  nachdem,  zirkuliert  oder
       nicht zirkuliert (wie letztres beim Samen).
       
       [b) Ersatz des konstanten Kapitals mittels Austauschs von Kapital
       gegen Kapital]
       
       Wenn eine Kohlengrube einem Eisenwerk Kohlen liefert und von die-
       sem Eisenwerk  Eisen erhält, welches als Produktionsmittel in den
       Betrieb der Kohlengrube eingeht, so ist zum Wertbetrag dieses Ei-
       sens die  Kohle gegen  Kapital ausgetauscht  und wechselseitig zu
       seinem eignen Wertbetrag das Eisen als Kapital gegen Kohle ausge-
       tauscht. Beide  sind Produkte (dem Gebrauchswert nach betrachtet)
       neuer Arbeit, obgleich diese Arbeit mit vorhandnen Arbeitsmitteln
       produzierte. Aber der Wert des Produkts der jährlichen Arbeit ist
       nicht das  Produkt der jährlichen [neuzugesetzten] Arbeit. Er er-
       setzt vielmehr den Wert der vergangnen Arbeit, die in den Produk-
       tionsmitteln vergegenständlicht  war. Der Teil des Gesamtprodukts
       also, der gleich diesem Wert, ist nicht ein Teil des Produkts der
       jährlichen Arbeit, sondern Reproduktion der vergangnen Arbeit.
       Nehmen wir  z.B. das  Produkt der  täglichen Arbeit einer Kohlen-
       grube, eines Eisenwerks, eines Holzfällers und einer Maschinenfa-
       brik. Das  capital constant  in allen diesen Industrien = 1/3 der
       gesamten Wertbestandteile  des Produkts  3*); d.h. das Verhältnis
       der präexistierenden Arbeit zur lebendigen = 1:2. So liefern alle
       diese Industrien jede täglich ein Produkt von x, x', x'',
       -----
       1*) als  Diener -  2*) "aber" - 3 *) in der Handschrift: Bestand-
       teile des Kapitals
       
       #159# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       x'''. Diese  Produkte sind  gewisse Quanta von Kohle, Eisen, Holz
       und Maschine. Als solche Produkte sind sie Produkte der täglichen
       Arbeit (aber ebenso der täglich verbrauchten Rohstoffe, Heizungs-
       mittel, Maschinerie  etc., die alle zur täglichen Produktion kon-
       kurriert haben).  Ihre Werte seien gleich z, z', z'', z'''. Diese
       Werte sind  nicht das  Produkt der  täglichen Arbeit,  denn  z/3,
       z'/3, z''/3, z'''/3 sind bloß gleich dem Wert, den die konstanten
       Elemente von z, z', z'', z''' hatten, ehe sie in die tägliche Ar-
       beit eingingen.  Also stellt  x/3, x'/3,  x''/3, x'''/3 auch oder
       ein dritter  Teil der  produzierten Gebrauchswerte  bloß den Wert
       der präexistierenden  Arbeit dar  und ersetzt sie beständig. {Der
       Austausch,   der   hier   zwischen   präexistierender   und   dem
       P r o d u k t  lebendiger Arbeit stattfindet, ist ganz andrer Na-
       tur als  der Austausch  zwischen dem  Arbeitsvermögen und den als
       Kapital existierenden Arbeitsbedingungen.}
       x=z; doch  das z  ist der  Wert von ganz x [66], aber 1/3 z = dem
       Wert des
       in ganz  x enthaltnen Rohstoffs etc. Also x/3 ein Teil des tägli-
       chen Produkts  der Arbeit {aber durchaus nicht Produkt der tägli-
       chen Arbeit,  sondern vielmehr der mit ihr verbundnen vortägigen,
       präexistierenden Arbeit}, worin die mit der täglichen Arbeit ver-
       bundne präexistierende  Arbeit wiedererscheint  und ersetzt wird.
       Nun stellt zwar jeder aliquote Teil von x, das bloß die Quantität
       der wirklichen Produkte (Eisen, Kohle etc.), seinem Wert nach 1/3
       präexistierende Arbeit und 2/3 denselben Tag produzierte oder zu-
       gesetzte Arbeit  dar. Präexistierende Arbeit und Tagesarbeit gehn
       in demselben  Verhältnis wie in die Summe der Produkte, so in je-
       des einzelne  Produkt ein,  woraus jene  Summe besteht. Teile ich
       aber das  gesamte Produkt in 2 Teile, setze 1/3 desselben auf die
       eine Seite  und 2/3 auf die andre, so ist es dasselbe, als ob das
       eine 1/3  nur präexistierende Arbeit, die andren 2/3 nur Tagesar-
       beit 1*)  darstellten. In  der Tat stellt das erste 1/3 alle ver-
       gangne Arbeit  dar, die  in das Gesamtprodukt einging, den ganzen
       Wert der  aufgezehrten Produktionsmittel.  Nach Abzug  dieses 1/3
       können die  andren 2/3  also nur das Produkt der Tagesarbeit dar-
       stellen. Sie stellen in der Tat das ganze Quantum der Tagesarbeit
       dar, das den Produktionsmitteln zugefügt wurde.
       Die letztren  2/3 sind  also gleich  der Revenue  des Produzenten
       (Profit und  Salair). Er  kann sie  konsumieren, d.h. in Artikeln
       auslegen, die in seine
       -----
       1*) In der Handschrift: vergangne Arbeit
       
       #160# Viertes Kapitel
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       individuelle Konsumtion  eingehn. Gesetzt,  diese 2/3 der täglich
       produzierten Kohle  würden von den Konsumenten oder Käufern nicht
       mit 1*) Geld, sondern mit 1*) den Waren gekauft 2*), die sie vor-
       her in  Geld verwandelt haben, um Kohle damit zu kaufen. Ein Teil
       Kohle von diesen 2/3 wird zur Privatheizung etc. in die individu-
       elle Konsumtion des Kohlenproduzenten selbst eingehn. Dieser Teil
       tritt also  nicht in Zirkulation, oder wenn er vorher in Zirkula-
       tion getreten,  wird er derselben wieder ¦¦351¦ von seinen eignen
       Produzenten entzogen. Minus dieses Teils, den die Produzenten der
       Kohle selbst  von den 2/3 Kohle konsumieren, müssen sie alles an-
       dre (wollen sie es konsumieren) gegen Artikel austauschen, die in
       die individuelle Konsumtion eingehn.
       Bei diesem  Austausch ist es ihnen ganz gleichgültig, ob die Ver-
       käufer der  konsumablen Artikel  Kapital oder Revenue gegen Kohle
       austauschen, d.h.,  ob z.B.  der Tuchfabrikant  sein  Tuch  gegen
       Kohle austauscht,  um sein  Privathaus zu  heizen (in diesem Fall
       ist die  Kohle selbst  wieder Konsumtionsartikel  für ihn, und er
       zahlt sie  mit Revenue,  mit einem  Quantum Tuch, das Profit dar-
       stellt), oder  ob James, der Lakai des Tuchfabrikanten, das Tuch,
       das er als Salair erhalten, gegen die Kohle austauscht (in diesem
       Fall letztre  wieder Konsumtionsartikel und gegen die Revenue des
       Tuchfabrikanten ausgetauscht, der seine Revenue aber wieder gegen
       die unproduktive  Arbeit des Lakaien ausgetauscht hatte), oder ob
       der Tuchfabrikant  Tuch gegen  Kohle austauscht, um die in seiner
       Fabrik nötige,  aber aufgezehrte  Kohle zu ersetzen. (In letztrem
       Fall stellt  das Tuch,  das der Tuchfabrikant austauscht, für ihn
       capital constant  vor, den  Wert eines  seiner Produktionsmittel,
       und die Kohle stellt ihm nicht nur den Wert, sondern dies Produk-
       tionsmittel in  natura vor.  Für den Kohlenmann aber ist das Tuch
       Konsumtionsartikel, und  beide, Tuch wie Kohle, stellen ihm Reve-
       nue vor;  die Kohle Revenue in ihrer nicht realisierten, das Tuch
       Revenue in ihrer realisierten Form.)
       Was aber  das letzte 1/3 der Kohlen betrifft, so kann der Kohlen-
       mann sie  nicht gegen Artikel auslegen, die in seine individuelle
       Konsumtion eingehn,  nicht als Revenue. Sie gehören dem Produkti-
       onsprozeß (oder  Reproduktionsprozeß) an  und  müssen  in  Eisen,
       Holz, Maschine  verwandelt werden,  in Artikel,  die Bestandteile
       seines konstanten  Kapitals bilden und ohne die die Kohlenproduk-
       tion nicht erneuert oder fortgesetzt werden könnte. Er könnte nun
       zwar auch  dies 1/3  gegen Konsumtionsartikel  austauschen (oder,
       was dasselbe ist, gegen das Geld der Produzenten dieser Artikel),
       aber doch
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       1*) In der Handschrift: in - 2*) in der Handschrift: verkauft
       
       #161# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
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       nur unter  der Bedingung,  daß er diese Konsumtionsartikel wieder
       austauscht gegen  Eisen, Holz,  Maschine, daß  sie also  weder in
       seine eigne  Konsumtion noch  in Verausgabung seiner Revenue ein-
       gehn, sondern  in die Konsumtion und Revenueverausgabung der Pro-
       duzenten von  Holz, Eisen,  Maschine, die aber alle selbst wieder
       sich in  dem Fall  befinden, 1/3  ihres Produkts nicht in Artikel
       für die individuelle Konsumtion auslegen zu können.
       Gesetzt aber  nun, Kohle  gehe in das capital constant des Eisen-
       produzenten, Holzproduzenten,  Maschinenbauers  ein.  Andrerseits
       geht Eisen,  Holz, Maschine  in das  capital constant des Kohlen-
       manns ein.  Soweit also diese ihre Produkte wechselseitig von ih-
       nen zu  gleichem Wertbetrag  in ihre konstanten Kapitale eingehn,
       ersetzen sie  sich in  natura, und  der eine hätte dem andren nur
       Bilanz zu  zahlen für  das surplus, was er mehr von ihm kauft als
       an ihn verkauft 1*). In der Tat tritt das Geld hier in der Praxis
       (vermittelst  Wechsel   etc.)  auch  nur  als    Z a h l u n g s-
       m i t t e l   auf, nicht  als  Münze,  Z'lIrkulationsmittel,  und
       zahlt nur  die Bilanz.  Einen Teil  von dem  1/3 Kohle  wird  der
       Kohlenproduzent zu  seiner eignen Reproduktion bedürfen, ganz wie
       er einen Teil der 2/3 zu seiner eignen Konsumtion von dem Produkt
       abzog.
       Die ganze  Quantität Kohle, Eisen, Holz und Maschine, die sich so
       wechselseitig ersetzen durch Austausch von konstantem Kapital ge-
       gen konstantes  Kapital, von konstantem Kapital in einer Natural-
       form gegen  konstantes Kapital in der andern Naturalform, hat ab-
       solut nichts  zu tun  weder mit  dem Austausch  von Revenue gegen
       konstantes Kapital noch mit dem Austausch von Revenue gegen Reve-
       nue. Er spielt exakt dieselbe Rolle wie der Samen in der Agrikul-
       tur oder  der Kapitalstock des Viehs in der Viehzucht. Es ist ein
       T e i l   d e s   j ä h r l i c h e n    P r o d u k t s    d e r
       A r b e i t,   a b e r   n i c h t  d e s  P r o d u k t s  d e r
       j ä h r l i c h e n  [neuzugesetzten]  A r b e i t  2*) (vielmehr
       des Produkts  der jährlichen  plus präexistierenden  Arbeit), der
       (bei gleichbleibenden  Produktionsbedingungen) sich  selbst jähr-
       lich als Produktionsmittel, als capital constant ersetzt, ohne in
       eine andre  Zirkulation als  die zwischen dealers 3*) und dealers
       einzugehn und ohne den Wert des Teils des Produkts zu affizieren,
       der in  die Zirkulation  zwischen dealers  und consumers 4*) ein-
       geht. 5*)
       Gesetzt, das  ganze 1/3  Kohle tausche  sich so  in natura  gegen
       seine eignen  Produktionselemente, Eisen,  Holz, Maschinen,  aus.
       {Es wäre  möglich, daß  es sich  z.B. bloß  gegen Maschine direkt
       austauschte; aber der Maschinist wurde es wieder als capital con-
       stant nicht nur gegen sein eignes, sondern
       -----
       1*) In  der Handschrift:  was er  mehr an ihn verkauft als er von
       ihm kauft - 2*) in der Handschrift sind die hier kursiv gegebenen
       Textstellen mit  Bleistift unterstrichen  - 3*) Geschäftsleuten -
       4*) Konsumenten - 5*) vgl. vorl. Band, S. 93/94 und 112/113
       
       #162# Viertes Kapitel
       -----
       das des  Eisenproduzenten und  Holzfällers austauschend} So wurde
       zwar jeder  Zentner von  den 2/3 seines Produkts in Kohle, ¦¦352¦
       das er  gegen Konsumtionsartikel  austauschte, als  Revenue  aus-
       tauschte - wie das ganze Produkt -, seinem Wert nach aus 2 Teilen
       bestehn. 1/3 Zentner wäre gleich dem Wert der in dem Zentner auf-
       gezehrten Produktionsmittel,  und 2/3 Zentner wäre gleich der von
       dem Produzenten  der Kohle  diesem 1/3  neuzugefügten Arbeit. Al-
       lein, wenn das Gesamtprodukt z.B. = 30 000 Zentner, so tauscht er
       als Revenue nur aus 20 000 Zentner. Die andren 10 000 Zentner wä-
       ren der  Voraussetzung nach durch Eisen, Holz, Maschine etc. etc.
       ersetzt, kurz,  der ganze  Wert der in den 30 000 Zentnern aufge-
       zehrten Produktionsmittel  wäre durch Produktionsmittel derselben
       Art und von gleichem Wertumfang in natura ersetzt.
       Die Käufer  der 20 000 Zentner zahlen also in der Tat keinen far-
       thing für  den Wert der in den 20 000 Zentnern enthaltnen präexi-
       stierenden Arbeit;  denn vom Gesamtprodukt stellen die 20 000 nur
       die 2/3 des Werts dar, worin sich die neuzugesetzte Arbeit reali-
       siert. Es  ist also dasselbe, als stellten die 20 000 Zentner nur
       neuzugesetzte (während  des Jahrs z.B.) und keine präexistierende
       Arbeit dar.  Der Käufer  zahlt also  in jedem  Zentner den ganzen
       Wert, präexistierende  Arbeit plus neuzugesetzte Arbeit, und den-
       noch zahlt  er nur  neuzugesetzte Arbeit;  eben weil  er nur eine
       Quantität von  20 000 Zentnern  kauft, nur  die Quantität des Ge-
       samtprodukts kauft, die gleich dem Wert der gesamten neuzugesetz-
       ten Arbeit.  Ebensowenig zahlt er den Samen des Ackerbauers außer
       dem Weizen,  den er ißt. Die Produzenten haben sich wechselseitig
       diesen Teil  ersetzt; er  ist ihnen  also nicht zum zweitenmal zu
       ersetzen. Sie  haben ihn  ersetzt mit  dem Teil ihres eignen Pro-
       dukts, das  zwar jährliches Produkt ihrer Arbeit, aber keineswegs
       das Produkt  ihrer jährlichen  Arbeit, vielmehr  der  Teil  ihres
       jährlichen Produkts ist, der die präexistierende Arbeit vertritt.
       Ohne die  neue Arbeit wäre das Produkt nicht da; aber ebenso wäre
       es nicht  da ohne  die in  den Produktionsmitteln  vergegenständ-
       lichte Arbeit.  Wäre es  bloß Produkt  der neuen  Arbeit, so wäre
       sein Wert kleiner als er jetzt ist, und darin würde kein Teil des
       Produkts der  Produktion wiederzugeben  sein. Wäre aber die andre
       Weise der  Arbeit nicht  produktiver und  liefert nicht mehr Pro-
       dukt, obgleich ein Teil des Produkts der Produktion wiedergegeben
       werden muß, so wurde sie nicht angewandt werden.
       Obgleich nun von dem 1/3 Kohle kein Wertbestandteil in die 20 000
       als Revenue  verkauften Zentner Kohle eingingen würde dennoch je-
       der Wertwechsel  in dem  capital constant,  welches das  1/3 oder
       10 000 Zentner  repräsentierte, einen  Wertwechsel in  den andren
       2/3 hervorbringen, die als
       
       #163# Theorien über produktive und unproduktive Art
       -----
       Revenue verkauft  werden. Die Produktion in Eisen, Holz, Maschine
       usw., kurz,  in den  Produktionselementen, worin sich das 1/3 des
       Produkts auflöste,  werde teurer. Die Produktivität der Kohlenar-
       beit bleibe  dieselbe. Mit  demselben Quantum Eisen, Holz, Kohle,
       Maschine und Arbeit werden nach wie vor 30 000 Zentner produziert
       werden. Aber  da Eisen,  Holz und  Maschine sich verteuert haben,
       mehr Arbeitszeit  wie früher kosten, müßte mehr Kohle für sie ge-
       geben werden wie früher.
       ¦¦353¦ Es wäre nach wie vor das Produkt = 30 000 Ctr. Die Kohlen-
       grubenarbeit ist  so produktiv geblieben, wie sie früher war. Mit
       demselben Quantum lebendiger Arbeit und derselben Masse Holz, Ei-
       sen, Maschinerie  etc. produziert  sie = 30 000 Ctr., wie früher.
       Die lebendige  Arbeit, wie  früher, stellt sich in demselben Wert
       dar, sage  = 20 000  l. (in Geld geschätzt). Dagegen kosten Holz,
       Eisen etc.,  kurz, das  capital constant,  jetzt 16 000  l. statt
       10 000 l.,  d.h., die  in ihnen enthaltne Arbeitszeit hat sich um
       11/10 oder  60 p.c. vermehrt. Der Wert des Gesamtprodukts jetzt =
       36 000 l.,  früher =  30 000 l.;  ist also gewachsen um 1/5, = 20
       p.c. Also  kostet auch  jeder aliquote Teil des Produkts 1/5 oder
       20 p.c. mehr als früher. Kostete der Ctr. früher 1 l., so jetzt 1
       l. +  1/5 l. = 1 l. 4 sh. Früher vom Gesamtprodukt 1/3 oder 3/9 =
       capital constant, 2/3 = zugesetzte Arbeit. Jetzt verhält sich das
       capital constant  zum Wert  des Gesamtprodukts  = 16000 : 36000 =
       18/36 =  4/9. Es  beträgt also  1/9 mehr als früher. Der Teil des
       Produkts, der  = dem  Wert der  zugesetzten Arbeit,  früher = 2/3
       oder 6/9 des Produkts, jetzt = 5/9.
       Wir haben also:
       
                       capital constant     zugesetzte Arbeit
       Wert = 36000 l. 16000 l.             20 000 l. (derselbe Wert wie
                       (4/9) des Produkts)  früher = 5/9 des Produkts)
       Produkt =
           30 000 Ctr. 13 333 1/3 cwts.     16 666 2/3 cwts.
       
       Die Arbeit  der Kohlenarbeiter wäre nicht unproduktiver geworden;
       aber das  Produkt ihrer  Arbeit plus  der präexistierenden Arbeit
       wäre unproduktiver  geworden; d.h.,  1/9 des  Gesamtprodukts mehr
       wäre erheischt,  um den  Wertbestandteil des  ¦¦354¦ capital con-
       stant zu  ersetzen. 1/9  weniger von  dem Produkt wäre = dem Wert
       der zugesetzten  Arbeit. Nun  werden die  Produzenten von  Eisen,
       Holz etc.  nach wie vor nur 10 000 cwts. Kohlen zahlen. Diese ko-
       steten ihnen  früher 10 000  l. Sie  werden ihnen jetzt 12 000 l.
       kosten. Ein  Teil der Kosten des capital constant würde sich also
       ausgleichen, indem für den Teil Kohlen, den sie im Ersatz von Ei-
       sen etc. bekämen, sie
       
       #164# Viertes Kapitel
       -----
       den aufgeschlagenen Preis zu zahlen hätten. Aber der Kohlenprodu-
       zent muß  für 16 000 l. Rohmaterial etc. von ihnen kaufen. Bleibt
       also eine  Bilanz gegen ihn von 4000 l., d.h. 3333 1/3 cwts. coal
       1*). Er müßte also nach wie vor 16 666 2/3 cwts. + 3333 1/3 cwts.
       = 20 000  cwts. Kohle  = 2/3 des Produkts an die Konsumenten lie-
       fern, die jetzt statt 20 000 l. 24 000 l. dafür zu zahlen hätten.
       Damit würden sie ihm nicht nur Arbeit, sondern einen Teil des ca-
       pital constant zu ersetzen haben.
       Mit Bezug  auf die  Konsumenten wäre die Sache sehr einfach. Wenn
       sie nach  wie vor dasselbe Quantum Kohlen verzehren wollten, müß-
       ten sie  1/5 mehr dafür zahlen und hätten damit 1/5 ihrer Revenue
       weniger in  andren Produkten auszulegen, wenn für jeden Zweig die
       Produktionskosten dieselben  geblieben. Die  Schwierigkeit  liegt
       nur darin,  wie zahlt der Kohlenproduzent die 4000 l. Eisen, Holz
       etc., wofür  ihre Produzenten  keine Kohle brauchen? Er hat seine
       3333 1/3  cwts., = diesen 4000 l, verkauft an die Konsumenten von
       Kohle und  dafür Waren  aller Art erhalten. Sie können aber weder
       in seine  Konsumtion noch  in die Konsumtion seiner Arbeiter ein-
       gehn, sondern  müssen gehn  in die Konsumtion der Produzenten von
       Eisen, Holz  etc., denn in diesen Artikeln muß er den Wert seiner
       3333 1/3  cwts. ersetzen. Man wird sagen: Die Sache ist sehr ein-
       fach. Alle Konsumenten von Kohlen haben 1/5 weniger von allen an-
       dren Waren  zu verzehren  oder 1/5 jeder von seiner Ware mehr für
       Kohle zu  geben. Dies  exakte 1/5  verzehren die  Produzenten von
       Holz, Eisen etc. mehr. Indes ist nicht prima facie 2*) einzusehn,
       wie die  verminderte Produktivität  im  Eisenwerk,  Maschinenbau,
       Holzfällung etc.  ihre Produzenten  befähigen soll,  eine größere
       Revenue als  früher zu  verzehren, since  the price  of their ar-
       ticles is  supposed to  be equal  to their  values,  and,  conse-
       quently, to  have risen only in proportion to the diminished pro-
       ductivity of their labour 3*).
       Es ist nun vorausgesetzt, daß Eisen, Holz, Maschinerie um 3/5 ge-
       stiegen sind  im Wert,  um 60 p.c. Dies kann nun bloß aus 2 Ursa-
       chen herrühren.  Entweder ist die Eisen-, Holzproduktion etc. un-
       produktiver geworden, weil die in ihr angewandte lebendige Arbeit
       unproduktiver geworden, also mehr Arbeitsquantum angewandt werden
       müßte, um dasselbe Produkt zu erzeugen. In diesem Fall müßten die
       Produzenten 3/5  mehr Arbeit anwenden als früher. Die Arbeitsrate
       4) ist  dieselbe geblieben,  weil die  verminderte Produktivkraft
       der Arbeit  nur vorübergehend  einzelne Produkte trifft. Also ist
       auch die  Rate des  Mehrwerts dieselbe  geblieben. Der  Produzent
       braucht
       -----
       1*) Kohle  - 2*)  auf den ersten Blick - 3*) weil der Preis ihrer
       Artikel der  Voraussetzung nach gleich ist ihren Werten und daher
       nur im  Verhältnis zu der verminderten Produktivität ihrer Arbeit
       gestiegen ist - 4*) d.h.: Rate des Arbeitslohns
       
       #165# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       24 Arbeitstage,  wo er  früher 15 brauchte, aber er zahlt den Ar-
       beitern nach  wie vor  nur 10 Arbeitsstunden auf jeden der 24 Ar-
       beitstage und läßt sie nach wie vor auf jeden derselben 2 Stunden
       umsonst arbeiten.  Arbeiteten die  15 Arbeiter  also 150 Arbeits-
       stunden für  sich und  30 für ihn, so die 24 für sich 240 und für
       ihn 48.  (Um die Profitrate kümmern wir uns hier nicht.) Arbeits-
       lohn ist  nur gesunken, soweit er in Eisen, Holz etc., verausgabt
       wurde, in  Maschinerie 1*),  was nicht  der Fall. Die 24 Arbeiter
       verzehren jetzt  3/5 mehr als früher die 15. Also können die Koh-
       lenproduzenten soviel mehr von dem Wert der 3333 1/3 cwts. an sie
       absetzen, i.e. an ihren master, der den Arbeitslohn vorlegt.
       Oder die  verminderte Produktivität in der Eisen-, Holzproduktion
       etc. rührt daher, daß Teile ihres konstanten Kapitals, ihrer Pro-
       duktionsrnittel sich  verteuert haben. Dann tritt wieder dieselbe
       Alternative ein, und schließlich muß sich die verminderte Produk-
       tivität auflösen in vermehrtes Quantum der angewandten lebendigen
       Arbeit; also auch vermehrten Arbeitslohn, den die Konsumenten dem
       Kohlenmann zum  Teil in den 4000 l. gezahlt haben. In den Produk-
       tionszweigen, worin  die Mehrarbeit  2*) angewandt  ist, ist  die
       Masse des  Mehrwerts, weil die Zahl der angewandten Arbeiter, ge-
       stiegen. Andrerseits ist die Profitrate soweit gefallen, als alle
       Bestandteile ihres  capital constant  gestiegen sind,  worin  ihr
       eignes Produkt  eingeht; sei  es nun,  daß sie  selbst einen Teil
       ihres eignen  Produkts wieder als Produktionsmittel brauchen, sei
       es, daß,  wie bei der Kohle, ihr Produkt als Produktionsmittel in
       ihre eignen  Produktionsmittel eingeht.  Ist aber ihr in Arbeits-
       lohn ausgelegtes  zirkulierendes Kapital  mehr gestiegen  als der
       Teil des  konstanten Kapitals,  den sie zu ersetzen haben, so ist
       auch ihre  Profitrate gestiegen,  und sie  ¦¦355¦  verzehren  mit
       einen Teil der 4000 l.
       Eine Werterhöhung  des konstanten Kapitals (aus verminderter Pro-
       duktivität der  Arbeitszweige, die  es liefern, entspringend) er-
       höht den  Wert des  Produkts, worin  es als capital constant ein-
       geht, und  vermindert den  Teil des Produkts (in natura), der die
       neuzugesetzte Arbeit  ersetzt, macht  sie also unproduktiver, so-
       weit sie  in ihrem  eignen Produkt  geschätzt würde. Für den Teil
       des konstanten  Kapitals, der  sich in  natura austauscht, bleibt
       die Sache  dieselbe. Es wird nach wie vor dasselbe Quantum Eisen,
       Holz, Kohle  in natura  ausgetauscht, um  das aufgenutzte  Eisen,
       Holz, Kohle  zu ersetzen,  und die Preiserhöhung deckt sich wech-
       selseitig hier.  Aber der  Überschuß von  Kohle, der  jetzt einen
       Teil des capital constant für den Kohlenmann
       -----
       1*) In  der Handschrift  folgt ein  unleserliches Wort  - 2*)  im
       Sinne von: mehr Arbeitsquantum
       
       #166# Viertes Kapitel
       -----
       bildet und  der nicht  in diesen  Naturalaustausch eingeht,  wird
       nach wie vor gegen Revenue (im obig erwähnten Fall ein Teil nicht
       nur gegen  Salair, sondern  auch gegen  Profit) ausgetauscht, nur
       daß diese Revenue, statt den frühren Konsumenten, den Produzenten
       zukommt, in deren Sphäre größres Quantum Arbeit angewandt worden,
       die Arbeiterzahl gewachsen ist.
       Produziert ein  Industriezweig Produkte, die nur in die individu-
       elle Konsumtion  eingehn, weder als Produktionsmittel in eine an-
       dre Industrie (nämlich hier unter Produktionsmittel immer capital
       constant zu  verstehn) noch  in ihre eigne Reproduktion (wie z.B.
       in der  Agrikultur, Viehzucht,  Kohlenindustrie, worin  die Kohle
       selbst als  matire instrumentale 1*) eingeht), so muß ihr jährli-
       ches Produkt  (etwaiger  Überschuß  über  das  jährliche  Produkt
       gleichgültig für diese Frage) immer aus Revenue, Salair oder Pro-
       fit, bezahlt werden.
       Nehmen wir  das frühre  Beispiel mit der Leinwand. 2*) Drei Ellen
       Leinwand bestehn aus 2/3 aus konstantem Kapital und 2/3 aus zuge-
       setzter Arbeit. 1 Elle Leinwand repräsentiert also zugesetzte Ar-
       beit. Ist  der Mehrwert  = 25 p.c., so stellen von der 1 Elle 1/5
       den Profit  vor, die andren 4/5 Ellen den reproduzierten Arbeits-
       lohn. Das  1/5 konsumiert  der Fabrikant  selbst, oder,  was das-
       selbe, andre  konsumieren es  und zahlen  ihm den Wert, den er in
       ihren eignen oder andren Waren verzehrt. {Der Vereinfachung wegen
       hier fälschlich  der ganze Profit als Revenue aufgefaßt.} Die 4/5
       Ellen aber legt er wieder in Arbeitslohn aus; seine Arbeiter ver-
       zehren sie für ihre Revenue entweder direkt oder im Austausch für
       andre konsumable Produkte, deren Besitzer die Leinwand verzehren.
       Dieses ist der ganze Teil der 3 Ellen Leinwand - die 1 Elle - die
       die Leinwandproduzenten  selbst als Revenue verzehren können. Die
       2 andren Ellen stellen das konstante Kapital des Fabrikanten vor;
       sie müssen  in die Produktionsbedingungen der Leinwand, Garn, Ma-
       schinerie etc.  rückverwandelt werden.  Von seinem Standpunkt aus
       ist der  Austausch der  2 Ellen Leinwand Austausch von konstantem
       Kapital; aber  er kann  sie nur  gegen die Revenue andrer austau-
       schen. Also  er zahlt  etwa das Garn mit 4/5 der 2 Ellen oder 8/5
       Ellen und  die Maschinerie  mit 2/5 Spinner und Maschinist können
       ein jeder wieder 1/3 davon konsumieren, also der eine von den 8/5
       Ellen 8/15  Ellen, der  andre von  den 2/5 [Ellen] 2/15. Zusammen
       10/15 oder  2/3 Ellen. Aber 20/15 oder 4/3 Ellen müssen ihnen die
       Rohstoffe Flachs,  Eisen, Kohle  etc. ersetzen,  und jeder dieser
       Artikel löst  sich selbst  wieder in  einen Teil auf, der Revenue
       (neuzugesetzte Arbeit),  und einen andern, der konstantes Kapital
       (Rohstoff und capital fixe etc.) vertritt.
       -----
       1*) Hilfsstoff  - 2*)  siehe vorl.  Band, S.  81-115 - 3*) in der
       Handschrift: hier wegen
       
       #167# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       Die letzten  4/3 Ellen  können aber nur als Revenue verzehrt wer-
       den. Was  also schließlich  als capital  constant im Garn und der
       Maschine erscheint,  und womit der Spinner und Maschinist Flachs,
       Eisen, Kohle  ersetzen (abgesehn  von dem  Teil von  Eisen, Kohle
       etc., den  der Maschinist durch Maschine ersetzt), darf nur einen
       Teil  Flachs,  Eisen,  Kohle  vorstellen,  der  die  Revenue  des
       Flachs-, Eisen-,  Kohlenproduzenten bildet, wofür also kein capi-
       tal constant zu ersetzen, oder muß zu dem Teil ihres Produkts ge-
       hören, worin,  wie wir  oben gezeigt,  kein Teil des capital con-
       stant eingeht.  Ihre Revenue  in Eisen,  Kohle, Flachs  etc. aber
       verzehren diese in Leinwand oder in andren konsumablen Produkten,
       weil ihre  eignen Produkte  als solche gar nicht oder nur zum ge-
       ringen Teil  in ihre individuelle Konsumtion eingehn. So kann ein
       Teil von  Eisen, Flachs  etc. sich gegen Produkt austauschen, das
       nur in  die individuelle  Konsumtion eingeht, Leinwand, und dafür
       dem Spinner ganz, dem Maschinisten zum Teil sein konstantes Kapi-
       tal ersetzen,  während Spinner und Maschinist wieder mit dem Teil
       ihres Garns,  der Maschine,  der Revenue darstellt, Leinwand ver-
       zehren und damit das capital constant des Webers ersetzen.
       In der  Tat löst  sich also die ganze Leinwand in die Profite und
       Salaire von  Weber, Spinner, Maschinist, Flachsbauer, Kohlen- und
       Eisenproduzent auf,  während sie zugleich dem Leinwandfabrikanten
       und Spinner ihr ganzes konstantes Kapital ersetzen. Aufgehn würde
       die Rechnung  nicht, wenn  die  letzten  Rohstoffproduzenten  ihr
       eignes konstantes Kapital im Austausch mit der Leinwand zu erset-
       zen hätten,  da dies  ein Artikel für die individuelle Konsumtion
       ist, der in keine Produktionssphäre als Produktionsmittel, ¦¦356¦
       Teil des  konstanten Kapitals,  eingeht. Die  Rechnung geht  auf,
       weil die  vom Flachsbauer,  Kohlenmann,  Eisenmann,  Maschinisten
       etc. mit ihrem Produkt gekaufte Leinwand ihnen nur den Teil ihres
       Produkts ersetzt,  der sich  für sie in Revenue auflöst, für ihre
       Käufer in  konstantes Kapital. Möglich das nur, weil sie den Teil
       ihrer Produkte, der sich nicht in Revenue auflöst, also nicht ge-
       gen konsumable  Produkte auflösbar, in natura ersetzen oder durch
       Austausch von konstantem Kapital gegen konstantes Kapital.
       Es kann oben auffallen, daß angenommen ist, die Produktivität der
       Arbeit in  einem gegebnen  Industriezweig sei dieselbe geblieben,
       und dennoch  habe sie  abgenommen, wenn  die Produktivität der in
       diesem Industriezweig angewandten lebendigen Arbeit in ihrem eig-
       nen Produkt geschätzt würde. Aber die Sache sehr einfach.
       Unterstelle, das  Produkt der  Arbeit eines Spinners sei = 5 lbs.
       Garn. Nimm  an, dazu  brauche er bloß 5 lbs. Baumwolle (also kein
       Abfall); das
       
       #168# Viertes Kapitel
       -----
       lb. Garn  koste einen  Schilling (wir  wollen von der Maschinerie
       abstrahieren, i.e. voraussetzen, daß ihr Wert weder gefallen noch
       gestiegen sei;  also ist  sie für den betrachteten Fall = 0). Das
       Pfund Baumwolle koste 8 d. Von den 5 sh., die die 5 lbs. Garn ko-
       sten, kommen  40 d. (5 x 8 d.) = 3 sh. 4 d. auf die Baumwolle und
       5 x  4 d.  = 20 d. = 1 sh. 8 d. auf die neuzugesetzte Arbeit. Von
       dem ganzen  Produkt kommen  also für 3 sh. 4 d., das sind 3 + 1/3
       lb. Garn auf das capital constant und 1 2/3 lbs. Garn auf die Ar-
       beit. Also  2/3 von  den 5  lbs. Garn ersetzen konstantes Kapital
       und 1/3 von den 5 lbs. Garn oder 1 2/3 lbs. Garn ist der Teil des
       Produkts, der  die Arbeit  bezahlt. Gesetzt,  der Preis  des  lb.
       Baumwolle stiege  jetzt um  50 p. c., von 8 d. auf 12 d. oder auf
       einen sh. Wir haben dann für 5 lbs. Garn erstens 5 sh. für 5 lbs.
       Baumwolle und 1 sh. 8 d. für zugesetzte Arbeit, deren Quantum und
       daher Wert, in Geld ausgedruckt, derselbe bleibt. Also kosten die
       5 lbs.  Garn nun 5 sh. + 1 sh. 8 d. = 6 sh. 8 d. Von diesen 6 sh.
       8 d.  kommt aber  jetzt auf das Rohmaterial 5 sh. und auf die Ar-
       beit 1  sh. 8  d. 6 sh. 8 d. = 80 d., wovon 60 d. auf Rohmaterial
       und 20  d. auf Arbeit kommen. Die Arbeit bildet jetzt nur noch 20
       d. von  dem Wert der 5 lbs., den 80 d., oder 1/4 = 25 p. c.; frü-
       her 331/3p.c. Andrerseits bildet das Rohmaterial 60 d. = 3/4 = 75
       p.c.; früher  nur 66 2/3 p. c. Da die 5 lbs. Garn jetzt 80 d. ko-
       sten, so  kostet 1  lb. =  80/5 d.  = 16 d. Für seine 20 d. - den
       Wert der  neuzugesetzten Arbeit - wird also [der Spinner] von den
       5 lbs.  Garn erhalten 1 1/4 lbs., und 3 3/4 lbs. für das Rohmate-
       rial. Früher  kamen 1 2/3 lbs. auf die Arbeit (Profit und Salair)
       und 3  1/3 lbs.  auf das konstante Kapital. Im eignen Produkt ge-
       schätzt, ist  die Arbeit  also unproduktiver  geworden,  obgleich
       ihre Produktivität  dieselbe geblieben  und nur  das  Rohmaterial
       sich verteuert hat. Aber sie ist gleich produktiv geblieben, weil
       dieselbe Arbeit 5 lbs. Baumwolle in 5 lbs. Garn verwandelt hat in
       derselben Zeit,  und das  eigentliche Produkt  dieser Arbeit (dem
       Gebrauchswert nach)  ist nur  die Garnform, die die Baumwolle er-
       halten. 5  lbs. Baumwolle haben nach wie vor von derselben Arbeit
       Garnform erhalten.  Das wirkliche  Produkt besteht aber nicht nur
       aus dieser  Garnform, sondern  auch  aus  der  Rohbaumwolle,  dem
       Stoff, der  in diese  Form gebracht  worden, und  der Wert dieses
       Stoffs bildet  jetzt einen  größren Teil  des Gesamtprodukts  als
       vorher, im  Verhältnis zur  formgebenden Arbeit.  Daher wird das-
       selbe Quantum  Spinnarbeit bezahlt in weniger Garn, oder der Teil
       des Produkts, wodurch sie ersetzt wird, ist kleiner geworden.
       Soweit dies.
       
       #169# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       [c) Vulgäre  Voraussetzungen der  Polemik Garniers  gegen  Smith.
       Garniers Rückfall  in physiokratische  Vorstellungen. Die Ansicht
       von der Konsumtion der unproduktiven Arbeiter als Quelle der Pro-
       duktion - ein Schritt zurück gegenüber den Physiokraten]
       
       Also erstens  falsch, wenn Garnier sagt, daß das ganze Kapital en
       définitiv 1*) stets ersetzt wird durch die revenu du consommateur
       2*), da ein Teil des Kapitals durch Kapital und nicht Revenue er-
       setzt werden  kann. Zweitens an und für sich albern, da die Reve-
       nue selbst,  soweit sie nicht galair ist (oder vom Salair bezahl-
       tes Salair, von ihm abgeleitete Revenue), Profit des Kapitals ist
       (oder von  dem Profit  des Kapitals abgeleitete Revenue). Endlich
       albern, daß  der Teil  des Kapitals, der nicht zirkuliert (in dem
       Sinn, daß  er sich  nicht durch  Revenu du consommateur ersetzt),
       "ne rendrait aucun profit à son possesseur" 3*). In der Tat - bei
       gleichbleibenden Produktionsbedingungen  - wirft dieser Teil kei-
       nen profit  ab (vielmehr  keinen Mehrwert).  Aber ohne  denselben
       könnte das Kapital überhaupt seinen Profit nicht produzieren.
       
       ¦¦357¦ "Alles, was man aus diesem Unterschied schließen kann, ist
       dies: Um   p r o d u k t i v e   Leute zu beschäftigen, ist nicht
       bloß   d i e   R e v e n u e   d e s j e n i g e n  nötig,  d e r
       i h r e  A r b e i t  g e n i e ß t,  sondern  a u c h  ein  K a-
       p i t a l,   d a s   M i t t e l s m ä n n e r n    P r o f i t e
       a b w i r f t;   jedoch, um   u n p r o d u k t i v e   L e u t e
       z u  b e s c h ä f t i g e n,  genügt meist eine Revenue, die sie
       bezahlt." (l.c.p. 175.)
       
       Dieser eine  Satz ist  ein solches  Konvolut von  Nonsens, daß es
       daraus klar  wird, daß Garnier, der Übersetzer A. Smiths, in fact
       den ganzen  A. Smith  nicht verstanden hat und namentlich die Es-
       senz des  "Wealth of Nations" - daß die kapitalistische Produkti-
       onsweise die produktivste ist (was sie unbedingt ist im Vergleich
       mit den früheren Formen) - auch nicht ahnt.
       Zunächst ist  es eine höchst alberne Wendung gegen Smith, der un-
       produktive Arbeit  für solche erklärt, die direkt von Revenue ge-
       zahlt wird, zu bemerken,
       
       "um  u n p r o d u k t i v e  Leute zu beschäftigen, genügt meist
       eine Revenue, die sie bezahlt".
       
       Aber nun der Gegensatz:
       
       "Um   p r o d u k t i v e   Leute zu beschäftigen, ist  n i c h t
       b l o ß   die Revenue  desjenigen nötig,  der ihre  Arbeit   g e-
       n i e ß t,  sondern auch ein  K a p i t a l,  das  M i t t e l s-
       m ä n n e r n  P r o f i t e  a b w i r f t."
       -----
       1*) schließlich  - 2*)  Revenue des Konsumenten - 3*) "seinem Be-
       sitzer keinen Profit abwerfe" (siehe vorl. Band, S. 158)
       
       #170# Viertes Kapitel
       -----
       (Wie produktiv  dann erst die Agrikulturarbeit des Herrn Garnier,
       wo außer  der Revenue,  qui jouit du produit de la terre 1*), au-
       ßerdem ein Kapital nötig ist, qui donne nicht nur des Profits aux
       intermédiaires 2*),  sondern auch  une rente foncière au proprie-
       taire 3*).)
       Um zu "employer ces gens productifs" 4*), ist nicht erstens Kapi-
       tal nötig,  das sie  anwendet, und zweitens Revenue, die ihre Ar-
       beit  genießt,  sondern  nichts  als  Kapital,  das  die  Revenue
       schafft, welche  die Frucht  ihrer Arbeit  genießt. Lege  ich als
       Schneider-Kapitalist 100  l. in  Arbeitslohn aus, so schaffen mir
       diese 100  l z. B. 120 l. Sie schaffen mir eine Revenue von 20 l,
       mit der  ich nun,  wenn ich will, auch die Schneiderarbeit in der
       Form des  "Rocks" genießen kann. Wenn ich dagegen für 20 l. Klei-
       dungsstücke kaufe,  um sie zu tragen, so haben mir offenbar diese
       Kleidungsstücke nicht  die 20  l. geschaffen,  mit denen  ich sie
       kaufe. Und  dasselbe wäre der Fall, wenn ich mir einen Schneider-
       burschen ins  Haus kommen  ließe und  mir von ihm Röcke für 20 l.
       zusammennähen ließe.  Im ersten Fall nahm ich 20 l. mehr ein, als
       ich früher  hatte, und im zweiten habe ich, nach der Transaktion,
       20 l. weniger, als ich vorher hatte. Übrigens werde ich bald mer-
       ken, daß  der Schneiderbursche, den ich direkt aus Revenue zahle,
       zudem den  Rock nicht so wohlfeil macht, als wenn ich ihn von dem
       intermédiaire 5*) kaufe.
       Garnier bildet  sich ein,  daß der Profit vom Konsumenten bezahlt
       wird. Der  Konsument zahlt  den "Wert"  der Ware; und obgleich in
       dieser ein  Profit steckt  für den Kapitalisten, ist die Ware für
       ihn, den  Konsumenten, wohlfeiler,  als wenn er seine Revenue di-
       rekt in  Arbeit ausgelegt  hätte, um für sein Privatbedürfnis auf
       der kleinsten  Stufenleiter produzieren  zu lassen. Es zeigt sich
       hier offenbar,  daß Garnier nicht die geringste Ahnung davon hat,
       was Kapital ist. Er fährt fort:
       
       "Erhalten also  nicht viele   u n p r o d u k t i v e   Arbeiter,
       wie Schauspieler,  Musiker usw.,  ihre Arbeitslöhne  meistens auf
       dem Wege  über einen Direktor, der Profite aus dem Kapital zieht,
       das in derartigen Unternehmen angelegt ist?" (l.c.p. 175, 176.)
       
       Diese Bemerkung  richtig. Zeigt aber nur, daß ein Teil der Arbei-
       ter, die A. Smith in seiner zweiten Definition unproduktiv nennt,
       nach seiner ersten produktiv sind.
       
       "Es folgt daraus, daß man annehmen muß, in einer Gesellschaft, in
       der die   p r o d u k t i v e  Klasse sehr zahlreich ist, besteht
       eine große Akkumulation von Kapitalien in den Händen der Mittels-
       männer oder Unternehmer der Arbeit." (l.c.p. 176.)
       -----
       1*) die  das Produkt  des Bodens  genießt - 2*) das nicht nur den
       Mittelsmännern Profite  abwirft -  3*) dem  Grundeigentümer  eine
       Grundrente -  4*) Um  "diese produktiven Leute zu beschäftigen" -
       5*) Mittelsmann
       
       #171# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       In der  Tat. Massenhafte  Lohnarbeit ist  nur ein andrer Ausdruck
       für massenhaftes Kapital.
       
       "Es ist  also nicht,  wie Smith  annimmt, das Verhältnis zwischen
       der Masse  der Kapitalien  und der der Revenuen, welches das Ver-
       hältnis  zwischen   der      p r o d u k t i v e n      und   der
       u n p r o d u k t i v e n   Klasse bestimmt. Dieses letztere Ver-
       hältnis scheint vielmehr von den Sitten und Gewohnheiten des Vol-
       kes, von der mehr oder minder fortgeschrittenen Entwicklungsstufe
       seiner Industrie abzuhängen." (p. 177.)
       
       Wenn produktive  Arbeiter solche,  die vom Kapital, und unproduk-
       tive solche,  die von der Revenue bezahlt werden, so verhält sich
       offenbar die  produktive Klasse zur unproduktiven wie das Kapital
       zur Revenue. Indes wird das proportionelle Wachsen beider Klassen
       nicht nur von dem existierenden Verhältnis zwischen der Masse der
       Kapitalien und der Masse der Revenuen abhängen. Es wird davon ab-
       hängen, in welchem Verhältnis die wachsende Revenue (Profit) sich
       in Kapital  verwandelt oder als Revenue verausgabt wird. Obgleich
       die Bourgeoisie ursprünglich sehr sparsam, macht sie bei wachsen-
       der Produktivität des Kapitals, i.e. der Arbeiter, ¦¦358¦ die Re-
       tainerschaft der  Feudalen nach.  Nach dem  letzten Report  (1861
       oder 1862) *) über die Factories betrug die gesamte Anzahl der in
       den eigentlichen factories des U[nited] K[ingdom] 1*) angewandten
       Personen (managers eingeschlossen) nur 775 534, - während die An-
       zahl der  weiblichen Dienstboten  in England allein 1 Million be-
       trug. Welche schöne Einrichtung, die ein Fabrikmädchen 12 Stunden
       in der Fabrik schwitzen läßt, damit der Fabrikherr mit einem Teil
       ihrer unbezahlten  Arbeit ihre  Schwester als  Magd, ihren Bruder
       als groom 2*) und ihren Vetter als Soldat oder Polizist in seinen
       persönlichen Dienst nehmen kann!
       Der letzte  Zusatz des  G[arnier] ist  tautologisch abgeschmackt.
       Das Verhältnis  der produktiven  und unproduktiven  Klassen hängt
       nach ihm  nicht von  dem Verhältnis  von Kapital  und Revenue ab,
       oder rather  3*) von  der Masse  der vorhandnen Waren, die in der
       Form von  Kapital oder Revenue verausgabt werden, sondern (?) von
       den Sitten  und habitudes du peuple 4*), von dem degré 5*) seiner
       Industrie. In  der Tat  tritt die kapitalistische Produktion erst
       auf einer gewissen Entwicklungsstufe der Industrie ein.
       Als bonapartistischer  Senator schwärmt Garnier natürlich für die
       Lakaien und Bedienten überhaupt:
       ---
       *) Return  10 an  address of  the H.o.C.,  dated  24  April  1861
       (printed 11 Feb. 1862).
       -----
       1*) Vereinigten  Königreichs -  2*) Kammerdiener - 3*) vielmehr -
       4*) Gewohnheiten des Volkes - 5*) der Entwicklungsstufe
       
       #172# Viertes Kapitel
       -----
       "Bei einer  gleichen Zahl  von Personen  trägt keine Gasse soviel
       wie die  Dienerschaft dazu  bei, die  aus den Revenuen stammenden
       Summen in Kapitalien zu verwandeln." (p. 181.)
       
       In der  Tat, aus keiner Klasse rekrutiert sich ein nichtswürdige-
       rer Teil des Kleinbürgertums. Garnier begreift nicht, wie Smith,
       
       "ein Mann, der mit soviel Scharfsinn beobachtet hat", nicht höher
       schätzt jenen  Mittelsmann, der  an die Seite des Reichen gesetzt
       ist, um  die Überreste  der Revenue  a u f z u l e s e n,  welche
       dieser so unbekümmert verschwendet" (l.c.p. 182, 183).
       
       In der Phrase selbst sagt er, daß er bloß "recueillit" die débris
       du "revenu" 1*). Aber woraus besteht diese Revenue? Aus der unbe-
       zahlten Arbeit des produktiven Arbeiters.
       Nach all  dieser sehr schlechten Polemik gegen Smith erklärt Gar-
       nier, in die Physiokratie zurückfallend, die Agrikulturarbeit für
       die einzig produktive Arbeit! Und warum? Weil sie
       
       "noch einen  neuen Wert  schafft, einen  Wert, der  in dem Augen-
       blick, als  diese Arbeit  ihr Wirken  begann, in der Gesellschaft
       n i c h t   v o r h a n d e n   war, nicht einmal als Äquivalent;
       und dieser  Wert ist  es, der dem Grundeigentümer eine Rente ver-
       schafft." (l.c.p. 184.)
       
       Also was  ist produktive Arbeit? Die, die einen Mehrwert schafft,
       une valeur  nouvelle 2*)  über das equivalent hinaus, das sie als
       Salair erhält.  Es ist  nun nicht  die Schuld Smiths, daß Garnier
       nicht begreift,  daß Austausch  von Kapital  gegen Arbeit  weiter
       nichts heißt als eine Ware von gegebnem Wert, gleich gegebnem Ar-
       beitsquantum, austauschen  gegen ein  größres Quantum Arbeit, als
       in ihr selbst enthalten ist, und so
       
       "einen neuen  Wert schaffen, der in dem Augenblick, als diese Ar-
       beit ihr  Wirken begann, in der Gesellschaft nicht vorhanden war,
       nicht einmal als Äquivalent". ¦VIII-358¦¦
       
       ¦¦IX-400¦ [67] Herr G. Garnier hatte 1796 zu Paris herausgegeben:
       Abrégé  élémentaire  des  Principles  de  l'Économie  Politique".
       Zusammen mit  der physiokratischen  Ansicht, daß  die culture 3*)
       allein produktiv,  findet sich  die andre (die sehr seine Polemik
       gegen A.  Smith erklärt),  daß die  consommation (die sehr reprä-
       sentiert durch  die "travailleurs  improductifs") die  Quelle der
       Produktion ist  und daß  sich die Größe der letztren an der Größe
       der erstren  mißt. Die  unproduktiven  Arbeiter  befriedigen  die
       besoins artificiels 4*) und konsumieren materielle Produkte, sind
       so in  jeder Art  nützlich. Er  polemisiert daher  auch gegen die
       Ökonomie (Sparsamkeit).  Es heißt  p. XIII  de son  avertissement
       5*):
       -----
       1*) "aufliest" die Überreste der "Revenue" - 2*) einen neuen Wert
       - 3*)  Landwirtschaft -  4*) künstlichen Bedürfnisse - 5*) seiner
       Vorrede
       
       #173# Theorien über produktive und unproduktive Arbeit
       -----
       "Das Vermögen einer Person vergrößert sich durch Sparsamkeit; das
       Vermögen der Gesellschaft dagegen zieht sein Wachstum aus der Zu-
       nahme der Konsumtion."
       
       Und p. 240 im chapitre über die dettes publiques 1*):
       
       "Die Verbesserung  und Erweiterung  der Landwirtschaft  und daher
       der Fortschritt von Industrie und Handel haben keine andere Ursa-
       che als die Erweiterung der künstlichen Bedürfnisse."
       
       Il en  conclut que  les dettes publiques sont une bonne chose, en
       ce qu'elles augmentent ces besoins. 2*) ¦IX-400¦¦
       
       ¦¦IX-421¦ [68]  Schmalz. In  seiner Kritik  der Smithschen Unter-
       scheidung zwischen  travail productif et travail improductif sagt
       diese deutsche  Nachgeburt  der  Physiokratie  (deutsche  Ausgabe
       1818):
       
       "Ich bemerke  nur..., daß  der Unterschied,  den  Smith  zwischen
       p r o d u k t i v e r   und  n i c h t p r o d u k t i v e r  Ar-
       beit macht,  sich als  unwichtig und  nicht sehr genau darstellt,
       wenn man  bedenkt, daß  die Arbeit anderer im allgemeinen für uns
       nichts als Zeitersparnis bedeutet und daß diese Zeitersparnis al-
       les ist, was  i h r e n  W e r t  und  i h r e n  P r e i s  bil-
       det."
       
       {Hier verwechselt  er, daß  durch die  von der Teilung der Arbeit
       verursachte économie  du temps  3*) nicht  der Wert und der Preis
       einer Sache  bestimmt wird,  sondern ich  mehr Gebrauchswert  für
       denselben Wert erhalte, die Arbeit produktiver wird, weil in der-
       selben Zeit  größres Quantum von Produkt geliefert wird; aber als
       Nachhall der Physiokraten darf er natürlich den Wert nicht in der
       Arbeitszeit selbst finden.)
       
       "Der Tischler  zum Beispiel,  welcher mir  einen Tisch anfertigt,
       und der  Bediente, welcher  mit Briefe auf die Post bringt, meine
       Kleider reinigt und die mir notwendigen Dinge beschafft, der eine
       wie der  andere leisten  einen Dienst von absolut gleicher Natur;
       der eine wie der andere ersparen mir sowohl die Zeit, die ich für
       diese Beschäftigung  aufwenden müßte,  wie auch die, die ich auf-
       wenden müßte,  um die Geschicklichkeit und die Fähigkeit dazu mir
       zu erwerben."  (Schmalz, "Économie  Politique,  trad.  par  Henri
       Jouffroy etc.", t. I, 1826, p. 304.)
       
       Folgende Bemerkung  desselben Schmalzschmiertopfes  noch  wichtig
       für die Verbindung in Garnier, for instance seines Konsumtionssy-
       stems (und  des ökonomischen Nutzens of vast expenditute 4*)) mit
       der Physiokratie:
       
       "Dieses System"  (von Quesnay)  macht den  Handwerkern und selbst
       den   e i n f a c h e n  K o n s u m e n t e n  ein Verdienst aus
       ihrer Konsumtion, weil diese Konsumtion, wenn
       -----
       1*) Kapitel über die Staatsschulden - 2*) Er schließt daraus, daß
       die Staatsschulden  sehr nützlich  sind, da sie diese Bedürfnisse
       vermehren. - 3*) Zeitersparnis - 4*) großer Ausgaben
       
       #174# Viertes Kapitel
       -----
       auch indirekt und mittelbar, zum Anwachsen des Nationaleinkommens
       beiträgt; denn  ohne   d i e s e   K o n s u m t i o n  w ä r e n
       d i e  k o n s u m i e r t e n  P r o d u k t e  n i c h t  v o m
       B o d e n   p r o d u z i e r t   w o r d e n  u n d  h ä t t e n
       n i c h t   d e r   R e v e n u e   d e s    G r u n d e i g e n-
       t ü m e r s   h i n z u g e f ü g t   w e r d e n   k ö n n e n."
       (p. 321.) ¦IX-421¦¦

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