Quelle: MEW 26.1 Theorien über den Mehrwert - Erster Teil


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       #290# Sechstes Kapitel
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       [2. Über die Geldzirkulation zwischen Kapitalist und Arbeiter]
       
       [a) Abgeschmackte Phrase vom Arbeitslohn als Vorschuß des Kapita-
       listen an  den Arbeiter.  Bürgerliche Vorstellung  vom Profit als
       Risikoprämie]
       
       ¦¦425¦ {Man  sieht hieraus zugleich, wie abgeschmackt die Phrase,
       den Profit  des Kapitalisten daraus "zu erklären", daß er dem Ar-
       beiter Geld vorschießt, bevor er die Ware in Geld verwandelt hat.
       E r s t e n s:   Wenn ich Ware zu meiner Konsumtion kaufe, so er-
       halte ich  keinen "Profit",  weil ich der Käufer und der Besitzer
       der Ware  der "Verkäufer" ist, meine Ware die Form des Geldes hat
       und sich  seine erst in Geld verwandeln muß. Der Kapitalist zahlt
       die Arbeit erst, nachdem er sie konsumiert hat, während andre Wa-
       ren bezahlt  werden, bevor  sie konsumiert  sind. Dies entspringt
       aus der  eigentümlichen Natur  der Ware,  die er kauft und die in
       der Tat  erst geliefert ist, nachdem sie konsumiert ist. Das Geld
       tritt hier  als Zahlungsmittel auf. Der Kapitalist hat sich stets
       die Ware  "Arbeit" angeeignet,   b e v o r   er sie zahlt. Daß er
       sie aber  nur kauft,  um einen Profit aus dem Wiederverkauf ihres
       Produkts zu  machen, ist  kein   G r u n d,  daß er diesen Profit
       macht. Es  ist ein  Motiv. Und  es hieße  nichts als: Er macht im
       Ankauf der  Lohnarbeit einen  Profit,   w e i l    er  aus  ihrem
       Wiederverkauf einen Profit machen will.
       Z w e i t e n s:   Aber er schießt doch dem Arbeiter den Teil des
       Produkts, der  ihm als Arbeitslohn zufällt, in der Form des Gelds
       vor und  erspart diesem so selbst die Mühe und das Risiko und die
       Zeit, den ihm als Salair gebührenden Teil der Ware selbst in Geld
       zu verwandeln. Soll der Arbeiter ihn nicht für diese Mühe, dieses
       Risiko und diese Zeit zahlen? Also dafür weniger vom Produkt emp-
       fangen, als ihm sonst zukäme?
       
       #291# Abschweifung . Tableau Économique nach Quesnay
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       Damit wird  das ganze  Verhältnis von Lohnarbeit und Kapital über
       den Haufen  geworfen und  die ökonomische Rechtfertigung der sur-
       plus value vernichtet. Das Resultat des Prozesses ist in der Tat,
       daß der  fonds, woraus  der Kapitalist den Lohnarbeiter zahlt, in
       der  Tat  nichts  als  dessen  eignes  Produkt  ist  und  daß  so
       f a k t i s c h  Kapitalist und Arbeiter sich zu aliquoten Teilen
       in das  Produkt teilen.  Aber dies faktische Resultat hat mit der
       Transaktion zwischen Kapital und Lohn (worauf die ökonomische Be-
       rechtigung die  aus den  Gesetzen des Warenaustauschs selbst her-
       vorgehende Berechtigung  des Surplus  beruht) absolut  nichts  zu
       schaffen. Was  der Kapitalist  kauft, ist die temporäre Verfügung
       über  das   Arbeitsvermögen;  er  zahlt  sie  erst,  sobald  dies
       Arbeitsvermögen gewirkt,  sich in Produkt vergegenständlicht hat.
       Wie überall, wo das Geld als Zahlungsmittel wirkt, gehn hier Kauf
       und Verkauf  der realen Entäußerung des Gelds von seiten des Käu-
       fers voraus.  Aber die  A r b e i t  gehört dem Kapitalisten nach
       jener Transaktion, die vorbei ist, ehe der wirkliche Produktions-
       prozeß beginnt.  Die  W a r e,  die als Produkt aus diesem Prozeß
       herauskommt, gekört ihm ganz. Er hat sie produziert mit ihm gehö-
       rigen Produktionsmitteln  und von  ihm gekaufter,  wenn auch noch
       nicht bezahlter  -, also  ihm gehöriger  Arbeit. Es ist dasselbe,
       als hätte  er gar  keine fremde Arbeit zu ihrer Produktion konsu-
       miert.
       Der Gewinn, den der Kapitalist macht, der Surpluswert, den er re-
       alisiert stammt  eben daher,  daß der  Arbeiter ihm nicht in Ware
       realisierte Arbeit  sondern sein  Arbeitsvermögen selbst als Ware
       verkaufte. Wäre  er ihm  in der ersten Form als Warenbesitzer ge-
       genübergetreten [93],  so hätte  der Kapitalist keinen Gewinn ma-
       chen, keinen  Surpluswert realisieren  können, da nach dem Gesetz
       der Werte  sich Äquivalente austauschen, gleiche Quantität Arbeit
       gegen gleiche  Quantität Arbeit.  Das  Surplus  des  Kapitalisten
       stammt eben  daher, daß  er nicht  Ware von dem Arbeiter, sondern
       sein Arbeitsvermögen selbst kauft und dies geringren Wert hat als
       das Produkt  dieses Arbeitsvermögens oder, was dasselbe ist, sich
       in mehr vergegenständlichter Arbeit realisiert, als in ihm selbst
       realisiert ist.  Aber nun,  um den  Profit zu rechtfertigen, wird
       seine Quelle  selbst verschüttet und die ganze Transaktion aufge-
       geben, aus  der er  entspringt. Weil  in fact - sobald der Prozeß
       ein kontinuierlicher  ist -  der Kapitalist  den Arbeiter nur aus
       seinem eignen Produkt zahlt, der Arbeiter nur mit einem Teil sei-
       nes eignen  Produkts bezahlt  wird die  avance  1*)  also  bloßer
       Schein ist,  - heißt  es nun:  Der Arbeiter  hat seinen Anteil am
       Produkt dem  Kapitalisten verkauft,  b e v o r  e s  i n  G e l d
       v e r w a n d e l t  war. (Vielleicht bevor es fähig war, in Geld
       verwandelt zu werden, denn obgleich
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       1*) der Vorschuß
       
       #292# Sechstes Kapitel
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       sich die  Arbeit des  Arbeiters in  einem Produkt  materialisiert
       hat, ist vielleicht nur noch ein Stück der vendible commodity 1*)
       realisiert, z.B. Stück eines Hauses.) So hört der Kapitalist auf,
       Eigentümer des  Produkts zu  sein und damit wird der ganze Prozeß
       aufgehoben, wodurch  er sich  fremde Arbeit   g r a t i s   ange-
       eignet hat. Jetzt stehn sich also Warenbesitzer gegenüber Der Ka-
       pitalist hat  das Geld,  und der Arbeiter verkauft ihm nicht sein
       Arbeitsvermögen, sondern  Ware, nämlich  den Teil  des  Produkts,
       worin seine eigne Arbeit realisiert ist.
       Er [der  Arbeiter] wird  ihm nun  sagen: "Von diesen 5 lbs. Twist
       z.B. stellen 3/5 capital constant vor. Die gehören dir. 2/5, also
       2 lbs.,  stellen meine neuzugesetzte Arbeit vor. Du hast mir also
       2 lbs. zu zahlen. Du zahlst mir also den Wert von 2 lbs." Und da-
       mit würde  er nicht  nur das  Salair pocket 2*), sondern auch den
       Profit, kurz  eine Summe  Geld gleich  dem Quantum der von ihm in
       Form von 2 lbs. neuzugesetzter, materialisierter Arbeit.
       "Aber", sagt der Kapitalist, "hab' ich nicht das capital constant
       vorgeschossen?"
       "Well", sagt  der Arbeiter, "dafür ziehst du 3 lbs. ab und zahlst
       mir nur 2."
       "Aber", insists  the capitalist  3*), "du  konntest deine  Arbeit
       nicht materialisieren,  nicht spinnen,  ohne meine  Baumwolle und
       meine Spindel 4*)! Dafür mußt du extra zahlen."
       "Well", sagt  der Arbeiter,  "die Baumwolle wäre verfault und die
       Spindel verrostet,  hätte ich  sie nicht  zum  Spinnen  vernutzt.
       ¦¦426¦ Die  3 lbs.  Twist, die  du abziehst, stellen zwar nur den
       Wert deiner  Baumwolle und  der Spindeln  vor, die  in den 5 lbs.
       Twist konsumiert,  also enthalten sind. Aber meine Arbeit allein,
       indem sie  diese  Produktionsmittel  als  Produktionsmittel  ver-
       brauchte, hat  den Wert  von Baumwolle  und Spindel erhalten. Für
       diese Wert  erhaltende Kraft  meiner  Arbeit  chargiere  ich  dir
       nichts, weil  sie mir,  außer dem Spinnen selbst, wofür ich die 2
       lbs. habe, keine extra Arbeitszeit gekostet hat. Es ist dies eine
       Naturgabe meiner  Arbeit, die  mich nichts  kostet, die  aber den
       Wert des  capital constant  erhält. Sowenig  ich dir  dafür char-
       giere, sowenig  hast du  mir dafür  zu chargieren,  daß ich  ohne
       Spindel und  Wolle nicht hätte spinnen können. Ohne Spinnen wären
       aber deine Spindel und Wolle keinen Pfifferling wert."
       Der in  die Enge  getriebne Kapitalist: "Die 2 lbs. Twist sind in
       der Tat  2 sh.  wert. Soviel  Arbeitszeit von  dir repräsentieren
       sie. Aber ich soll sie dir
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       1*) verkäuflichen Ware - 2*) einsacken - 3*) macht der Kapitalist
       geltend - 4*) in der Handschrift: meinen Webstuhl
       
       #293# Abschweifung . Tableau Économique nach Quesnay
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       zahlen, eh ich sie verkauft habe? Vielleicht verkaufe ich sie gar
       nicht. Das ist Risiko Nr. I. Zweitens verkaufe ich sie vielleicht
       unter ihrem Preis. Das ist Risiko Nr. II. Und drittens, unter al-
       len Umständen,  kostet es  noch Zeit,  sie zu verkaufen. Soll ich
       für dich   u m s o n s t   beide Risikos und den Zeitverlust into
       the bargain 1*) übernehmen? Umsonst ist der Tod."
       "Wait a bit" 2*), antwortet der Arbeiter, "welches ist unser Ver-
       hältnis? Wir stehn uns als  W a r e n b e s i t z e r  gegenüber,
       du   a l s  K ä u f e r,  wir  a l s  V e r k ä u f e r,  denn du
       willst uns  unsren Anteil  am Produkt,  die 2 Ibs., abkaufen, und
       sie enthalten  in der  Tat nichts  als unsre eigne vergegenständ-
       lichte Arbeitszeit.  Nun behauptest du, wir müßten dir unsre Ware
       u n t e r  ihrem Wert verkaufen, so daß du als Resultat mehr Wert
       in Ware erhältst, als du jetzt in Geld besitzest. Der Wert unsrer
       Ware = 2 sh. Du willst nur einen sh. dafür geben, wodurch du - da
       1 sh.  soviel Arbeitszeit  enthält als  1 lb. Twist - noch einmal
       soviel Wert  eintauschtest, als  du austauschst.  Wir dagegen er-
       hielten statt  eines Äquivalents  die Hälfte  eines  Äquivalents,
       statt eines  Äquivalents für  2 lbs. nur ein Äquivalent für 1 lb.
       Twist. Und worauf stützest du diese Forderung, die dem Gesetz der
       Werte und  des Austauschs der Waren im Verhältnis ihrer Werte wi-
       derspricht? Worauf? Daß du Käufer und wir Verkäufer sind, daß un-
       ser Wert  in der Form des Twistes, der Ware, und dein Wert in der
       Form des Geldes besteht, derselbe Wert in der Form von Twist dem-
       selben Wert  in der  Form von  Geld gegenübersteht.  Aber  bester
       Freund!  Das   ist   ja   ein   bloßer   Formwechsel,   der   die
       D a r s t e l l u n g       des   Wertes   betrifft,   aber   die
       W e r t g r ö ß e   unverändert läßt. Oder bist du der kindischen
       Ansicht, daß  jede Ware   u n t e r   ihrem Preis verkauft werden
       muß, d.h. unter der Geldsumme, die ihren Wert darstellt, weil sie
       in der  Form des  Geldes einen   g r ö ß r e n  Wert erhält? Aber
       nein, Bester,  sie erhält keinen größren Wert; ihre Wertgröße än-
       dert sich nicht, stellt sich nur rein als Tauschwert dar.
       Bedenke sonst,  Bester, welchen Unannehmlichkeiten du dich selbst
       aussetzt. Deine  Behauptung kömmt  nämlich darauf hinaus, daß der
       Verkäufer die  Ware immer   u n t e r  ihrem Wert dem Käufer ver-
       kaufen muß.  Bei dir  war es früher, als wir dir noch nicht unsre
       Ware, sondern unser Arbeitsvermögen selbst verkauften, allerdings
       der Fall.  Du kauftest  es zwar  zu seinem Wert, aber du kauftest
       unsre Arbeit  selbst   u n t e r   dem Wert,  worin sie sich dar-
       stellt. Doch  lassen wir diese unangenehme Erinnerung fahren. Wir
       sind gottlob  aus dieser  Position heraus,  seitdem wir dir - in-
       folge deines eignen Entschlusses - nicht mehr unser Arbeitsvermö-
       gen als Ware, sondern die Ware selbst, die das Produkt unsrer Ar-
       beit ist, zu verkaufen haben. Kommen wir
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       1*) obendrein - 2') "Halt mal"
       
       #294# Sechstes Kapitel
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       zurück zu den Unannehmlichkeiten, denen du dich aussetzt. Das neu
       von dir  aufgestellte Gesetz,  daß der Verkäufer für die Verwand-
       lung seiner  Ware in  Geld nicht  mit seiner Ware, durch den Aus-
       tausch seiner  Ware gegen  das Geld  zahlt, sondern  daß er dafür
       zahlt, daß  er die  Ware   u n t e r  ihrem Preis verkauft - dies
       Gesetz, wonach  der Käufer  immer den  Verkäufer prellt, übervor-
       teilt, muß  für jeden  Käufer und Verkäufer im selben Maß gelten.
       Gesetzt, wir gehn auf deinen Vorschlag ein, aber unter der Bedin-
       gung, daß  du dich selbst dem von dir neu kreierten Gesetz fügst,
       nämlich dem  Gesetz, daß  der Verkäufer  einen Teil  seiner  Ware
       u m s o n s t   weggeben muß  an den Käufer dafür, daß dieser sie
       ihm in  Geld verwandelt.  Du kaufst  also unsre 2 lbs., die 2 sh.
       wert sind,  zu 1  sh. und profitierst so 1 sh. oder 100 p.c. Aber
       nun befinden sich in deiner Hand 5 lbs. Twist zum Wert von 5 sh.,
       nun, nachdem  du uns die uns gehörigen 2 lbs. abgekauft hast. Nun
       denkst du  einen guten  Schnitt zu  machen. Die 5 Ibs. kosten dir
       nur 4  sh., und  du willst  sie zu  5 sh. verkaufen. 'Halt!' sagt
       d e i n   K ä u f e r.   'Deine 5  lbs. Twist  sind Ware, du bist
       Verkäufer. Ich  besitze denselben  Wert in  Geld, ich bin Käufer.
       Also, nach  dem von  dir anerkannten  Gesetze muß ich 100 p.c. an
       dir profitieren.  Du mußt mir also die 5 Ibs. Twist 50 p.c. unter
       ihrem Wert  verkaufen, zu  2 1/2 sh.  Ich gebe dir dann 2 1/2 sh.
       und erhalte  dafür Ware  zum Wert von 5 sh. und profitiere so 100
       p.c. an  dir, denn  was dem  einen recht ist, ist dem andern bil-
       lig.'
       Du siehst  also, bester  Freund, wozu dein neues Gesetz führt; du
       hättest bloß  dich selbst  geprellt, da  du zwar einen Augenblick
       Käufer, aber nachher wieder Verkäufer bist. Im gegebnen Fall wür-
       dest du als Verkäufer mehr verlieren, denn du als Käufer gewonnen
       hast. Und besinne dich doch recht! Ehe die 2 lbs. Twist da waren,
       die du  uns jetzt  abkaufen willst,  hast du  nicht vorher  andre
       Käufe gemacht,  ohne die die 5 lbs. Twist überhaupt ¦¦426a¦ nicht
       zustande gekommen wären? Hast du nicht vorher Baumwolle und Spin-
       del gekauft, die jetzt in 3 Ibs. Twist repräsentiert sind? Damals
       traten dir  der cotton  jobber 1*)  in Liverpool und der throstle
       fabricant 2*) in Oldham als  V e r k ä u f e r  gegenüber, du ih-
       nen als   K ä u f e r;   sie repräsentierten Ware, du Geld - ganz
       dasselbe Verhältnis,  worin wir  augenblicklich die Ehre oder den
       Verdruß haben,  einander gegenüberzustehn.  Hätten dich der sharp
       cotton jobber  3*) und dein jovialer compère 4*) von Oldham nicht
       ausgelacht, wenn du die Forderung gestellt, sie sollten dir einen
       Teil Baumwolle  und Spindel  umsonst ablassen oder, was dasselbe,
       dir diese  Waren unter  ihrem Preis  (und ihrem  Wert) verkaufen,
       weil du ihnen Ware in Geld, sie dir aber Geld in
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       1*) Baumwolljobber  - 2*)  Spindelfabrikant - 3*) geriebene Baum-
       wolljobber - 4*) Kollege
       
       #295# Abschweifung . Tableau Économique nach Quesnay
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       Ware verwandelten,  weil sie Verkäufer, du Käufer? Sie riskierten
       nichts, denn sie bekämen das bare Geld, den Tauschwert in reiner,
       selbständiger Form.  Dagegen du, welches Risiko! Erst aus Spindel
       und Baumwolle Twist machen, alle Risikos des Produktionsprozesses
       durchlaufen und  dann schließlich das Risiko, den Twist wieder zu
       verkaufen, ihn  in Geld  zurückzuverwandeln! Das Risiko, ob er zu
       seinem Wert,  über oder  unter seinem  Wert sich verkaufen werde?
       Das Risiko, ihn gar nicht zu verkaufen, ihn gar nicht in Geld zu-
       rückzuverwandeln; und as to its quality as Twist, you didn't care
       a straw for it. You did not eat Twist, nor drink it, not have any
       use whatever  for it  except selling  it! 1*)  Und jedenfalls der
       Zeitverlust, den  Twist wieder in Geld zu verwandeln, also impli-
       cite 2*)  Spindel und Wolle in Geld zu verwandeln! 'Old boy' 3*),
       würden dir  deine compéres antworten, 'don't make a fool of your-
       selves. Don't  talk nonsense.  What the devil do we care what you
       propose turning  our cotton and our spindles to? What use you de-
       stine them  for! Burn them, hang them, if you like, throw them to
       the dogs, but pay them! The idea! We are to make you a present of
       our goods  because you  have set up as a cotton spinner, and seem
       not to  feel quite at your ease in that line of business, and ma-
       gnify yourself  its risks  and perilous  chances! Give up cotton-
       spinning, or  don't come  into the  market with such preposterous
       ideas!' 4*)"
       Auf diese Apostrophe der Arbeiter erwidert der Kapitalist vornehm
       lächelnd: "Man  sieht, daß  ihr Leute  es habt läuten hören, aber
       nicht wißt,  wo die Glocke hängt. Ihr sprecht von Dingen, die ihr
       nicht versteht.  Glaubt ihr, ich habe dem Liverpooler ruffian 5*)
       und dem  Oldham chap 6*) bares Geld gezahlt? The devil I did. 7*)
       In Wechseln  habe ich  sie gezahlt und das cotton des Liverpooler
       ruffian was  in point  of fact spun and sold before his bill fell
       due 8*).  Mit euch  ist das was ganz andres. Ihr wollt bares Geld
       haben."
       "Very well",  sagen die  Arbeiter, "und  was taten  der Liverpool
       ruffian und der Oldham chap with your bills 9*)?"
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       1*) in  seiner Eigenschaft als Twist interessiert er dich blutwe-
       nig. Weder  aßest du  Twist, noch trankst du ihn, noch hattest du
       irgendeine Verwendung  für ihn  als die,  ihn zu verkaufen! - 2*)
       einschließlich -  3*) 'Alter  Junge' -  4*) 'mach  dich nicht zum
       Narren. Red  keinen Unsinn. Was zum Teufel kümmern wir uns darum,
       was du  mit unserer  Baumwolle und  mit unseren Spindeln vorhast?
       Mach damit, was du willst! Verbrenn sie, zum Henker, wenn du Lust
       hast, schmeiß  sie den Hunden vor, aber bezahle sie! Welche Idee!
       Wir sollen  dir von  unseren Sachen  ein Geschenk machen, weil du
       dich als  Baumwollspinner niedergelassen  hast und dich in diesem
       Geschäftszweig offenbar nicht ganz wohlfühlst und dir seine Risi-
       kos und  Gefahren aufbauschst! Gib die Baumwollspinnerei auf oder
       komm nicht  mit solchen Albernheiten auf den Markt!' - 5*) Kerl -
       6*) Burschen  -  7*)  Den  Teufel  habe  ich  getan.  -  8*)  war
       tatsächlich versponnen  und verkauft,  ehe  sein  Wechsel  fällig
       wurde - 9*) mit deinen Wechseln
       
       #296# Sechster Kapitel
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       "What they  were doing  therewith", says  the capitalist. "Stupid
       question! They  lodged them with their bankers and got them there
       discounted.
       "Wieviel zahlten sie dem banker?"
       "Let me  see! Money  is now  very cheap. In think they paid some-
       thing like 3 p.c. discount; that is to say not 3 p.c. on the sum,
       but they  paid so  much on the sum for the time the bill was run-
       ning as  would have  come up to 3 p.c. on the whole matter if the
       bill had run for a whole year."
       "Still better",  say the  working men. "Pay us two sh., the value
       of our commodity - or say 12 sh. as we have dealt to-day per day,
       but we will deal per week. But take away from that sum 3 p.c. per
       annum for fourteen days."
       "But this  bill is  too small",  says the capitalist, "to be dis-
       counted by any banker."
       "Well", reply  the working men, "we are 100 men. Thus you have to
       pay to  us 1200 sh. Give us a bill for them. This makes 60 l. and
       is not too small a sum to be discounted; but besides, as you dis-
       connt it yourself the sum must not be too small for you, since it
       is the  identical sum  whence you  pretend to  derive your profit
       upon us.  2*) Der Abzug wäre nicht nennenswert. Und da wir so den
       größten Teil  unsres Produkts  ganz erhalten,  wären wir  bald so
       weit, daß  wir deines  Diskonts nicht  mehr bedürften. Wir werden
       dir natürlich  nicht mehr  Kredit geben, als der stock jobber 3*)
       dir gibt, für vierzehn Tage."
       Wird der  Arbeitslohn (mit  gänzlicher Umstülpung des Verhältnis-
       ses) aus  dem Diskont  auf den  ihnen [den  Arbeitern]  gehörigen
       Wertteil des Gesamtprodukts hergeleitet - daraus, daß der Kapita-
       list ihnen  diesen Teil voraus in Geld zahlt -, so müßte er ihnen
       sehr kurze  Wechsel geben,  wie er  sie zum Beispiel selbst zahlt
       dem cotton jobber etc. Der Arbeiter erhielte den
       -----
       1*) "was sie damit taten", sagt der Kapitalist. "Dumme Frage! sie
       reichten sie ihren Bankiers ein und bekamen sie dort diskontiert.
       - 2*) "Augenblick mal! Geld ist jetzt sehr billig. Ich denke, sie
       zahlten etwa 3 Prozent Diskonto; das bedeutet nicht 3 Prozent der
       Summe, sondern  sie zahlten soviel für die Laufzeit des Wechsels,
       wie einem  Satz von  3 Prozent  entsprach, hätte die Laufzeit des
       Wechsels ein ganzes Jahr betragen. - "um so besser, sagen die Ar-
       beiter. "Zahle uns 2 sh, den Wert unserer Ware - oder, sagen wir,
       12 sh,  weil wir heute pro Tag gerechnet haben wir aber pro Woche
       rechnen wollen.  Zieh aber  von dieser summe 3 Prozent Jahreszins
       für vierzehn  Tage ab.  - "Aber dieser Wechsel ist zu klein, sagt
       der Kapitalist,  um von  irgendeinem Bankier  diskontiert zu wer-
       den." -  "Schön, erwidern  die Arbeiter, "wir sind 100 Mann. Dem-
       nach hast  du uns  1200 sh zu zahlen. Gib uns darüber einen Wech-
       sel. Das  macht 60  l. und  ist keine zu kleine Summe, um diskon-
       tiert zu  werden; überdies jedoch, da du sie selber diskontierst,
       sollte die Summe für dich gar nicht zu klein sein, weil sie genau
       die gleiche Summe ist, von der du angeblich deinen Profit aus uns
       ziehst. - 3*) Börsenjobber
       
       #297# Abschweifung . Tableau Économique nach Quesnay
       -----
       größten Teil  seines Produkts, und der Kapitalist hätte bald auf-
       gehört, Kapitalist  zu sein. Aus dem Eigentümer des Produkts wäre
       er den Arbeitern gegenüber nur zum Bankier geworden.
       Übrigens, wie der Kapitalist das Risiko hat, die Ware unter ihrem
       ¦¦427¦ Wert  zu verkaufen, hat er ebenso die Chance, sie über ih-
       rem Wert  zu verkaufen. Ist das Produkt unverkaufbar, so wird der
       Arbeiter auf  die Straße geworfen. Fällt es für längre Zeit unter
       den Marktpreis,  so wird  sein Arbeitslohn unter den Durchschnitt
       herabgesetzt und  short time  1*) gearbeitet.  Er  hat  also  das
       größte Risiko.
       D r i t t e n s:   Es fällt niemand ein, daß der Pächter, weil er
       die Rente  in Geld  zu zahlen  hat, oder der industrielle Kapita-
       list, weil  er den  Zins in  Geld zu zahlen hat - also, um sie zu
       zahlen, sein Produkt vorher in Geld verwandelt haben muß - deswe-
       gen einen Teil seiner Rente oder seines Zinses abziehn kann.}
       
       [b) Waren,  die der  Arbeiter vom Kapitalisten kauft. Rückströmen
       des Geldes, wobei keine Reproduktion stattfindet]
       
       In dem Teil des Kapitals, der zwischen capitaliste industriel und
       Arbeiter zirkuliert  (also dem  Teil des zirkulierenden Kapitals,
       der gleich  dem variablen Kapital), findet auch eine Rückströmung
       des Geldes  statt zu  seinem Ausgangspunkt.  Der Kapitalist zahlt
       dem Arbeiter  den Arbeitslohn  in Geld;  der Arbeiter kauft damit
       Ware vom  Kapitalisten, und so strömt das Geld zurück zum Kapita-
       listen. (In  der Praxis zum Bankier des Kapitalisten. Aber in der
       Tat vertreten die bankers das Gesamtkapital den einzelnen Kapita-
       listen gegenüber, das Gesamtkapital, soweit es als  G e l d  sich
       darstellt.) Diese  Rückströmung drückt an sich keine Reproduktion
       aus. Der  Kapitalist kauft  mit Geld Arbeit vom Arbeiter, der Ar-
       beiter kauft  mit demselben  Geld Ware vom Kapitalisten. Dasselbe
       Geld erscheint zuerst als Kaufmittel der Arbeit, später als Kauf-
       mittel der  Ware. Daß  es zum  Kapitalisten zurückströmt, [kommt]
       daher, daß  er zuerst  als Käufer und dann wieder, gegenüber den-
       selben parties  2*), als Verkäufer erscheint. Als Käufer entfernt
       es sich von ihm, als Verkäufer kehrt es zu ihm zurück. Der Arbei-
       ter dagegen  erscheint zuerst  als Verkäufer und dann als Käufer,
       also erst  erhält er  das Geld,  und dann gibt er es aus, während
       der Kapitalist ihm gegenüber es erst ausgibt und dann einnimmt.
       Bei dem  Kapitalisten findet  hier die  Bewegung G-W-G  statt. Er
       kauft mit Geld Ware (Arbeitsvermögen); mit dem Produkt dieses Ar-
       beitsvermögens
       -----
       1*) verkürzt - 2*) Beteiligten
       
       #298# Sechstes Kapitel
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       (Ware) kauft  er Geld,  oder er  verkauft dies  Produkt wieder an
       seiner ehemaligen Verkäufer 1*), den Arbeiter. Der Arbeiter dage-
       gen stellt  die Zirkulation  W-G-W vor.  Er verkauft  seine  Ware
       (Arbeitsvermögen), und  mit dem  Geld, wofür  er sie verkauft 2*)
       hat, kauft er einen Teil seines eignen Produkts (Ware) wieder zu-
       rück.  Man   könnte  zwar   sagen:  Der  Arbeiter  verkauft  Ware
       (Arbeitsvermögen) für  Geld, gibt  dies Geld in Ware aus und ver-
       kauft sein Arbeitsvermögen dann wieder, so daß er ebenfalls G-W-G
       vorstellt; und  man ebensogut  -, da  das Geld beständig zwischen
       ihm und  dem Kapitalisten fluktuiert, je nachdem man sich auf die
       Seite des einen oder des andren stellt, - sagen könnte: er sowohl
       wie der  Kapitalist stelle  die Bewegung G-W-G vor. Indes ist der
       Kapitalist der  Käufer. Die Erneurung des Prozesses geht von ihm,
       nicht von  dem Arbeiter  aus, während  das Rückströmen des Geldes
       notwendig, da der Arbeiter Lebensmittel kaufen muß. Es zeigt sich
       darin, wie in allen Bewegungen, wo G-W-G die Form der Zirkulation
       auf der  einen Seite  und W-G-W  die Form auf der andren ist, daß
       der Zweck  des Austauschprozesses auf der einen Seite Tauschwert,
       Geld, und daher seine Vermehrung, auf der andren Seite Gebrauchs-
       wert, Konsumtion  ist. Dies  findet auch  bei dem Rückströmen des
       Geldes im  erstgedachten Fall statt, wo G-W-G auf Seite des Päch-
       ters ist,  W-G-W auf  Seite des landlords, in Anbetracht, daß das
       G, womit  er vom Pächter kauft, die Geldform der Grundrente, also
       schon das Resultat von W-G, die verwandelte Form des dem landlord
       au fond 3*) in natura gehörigen Teils des Produkts ist.
       Dies G-W-G,  wo es  zwischen Arbeiter  und Kapitalist bloßer Aus-
       druck des  Rückströmens des Geldes für das von ihm in Arbeitslohn
       ausgelegte Geld ist, drückt an und für sich keinen Reproduktions-
       prozeß aus,  sondern nur, daß der Käufer denselben parties gegen-
       über wieder Verkäufer wird. Auch drückt es nicht das Geld als Ka-
       pital aus,  so nämlich,  daß [wie  bei] G-W-G' das zweite G' eine
       größre Geldsumme  wäre als  das erste G, also G sich verwertenden
       Wert (Kapital) darstellte. Vielmehr ist es bloß Ausdruck der for-
       mellen Rückströmung  d e r s e l b e n  Geldsumme (oft noch weni-
       ger) zu ihrem Ausgangspunkt. (Unter Kapitalist ist hier die Kapi-
       talistenklasse, of  course 4*),  zu verstehn.) Es war also falsch
       von mir, im ersten Teil [94], zu sagen, daß die Form G-W-G durch-
       aus = G-W-G' sein müsse. Sie kann die bloße Form der Rückströmung
       des Geldes  ausdrücken, wie ich dort selbst schon angedeutet, in-
       dem ich das Zirkellaufen des Geldes zum selben Ausgangspunkt dar-
       aus erklärt, daß der Käufer wieder Verkäufer wird. [95]
       -----
       1*) In  der Handschrift: Käufer - 2*) in der Handschrift: gekauft
       - 3*) im Grunde - 4*) natürlich
       
       #299# Abschweifung . Tableau Économique nach Quesnay
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       Es ist  nicht durch   d i e s e  Rückströmung, daß der Kapitalist
       sich bereichert.  Er hat z.B. 10 sh. für Arbeitslohn gezahlt. Für
       diese 10 sh. kauft der Arbeiter Ware von ihm. Er hat dem Arbeiter
       Ware für  10 sh.  für sein  Arbeitsvermögen gegeben. Hätte er ihm
       Lebensmittel zum Preis von 10 sh. in natura gegeben, so fände gar
       keine Geldzirkulation,  also auch  keine Rückströmung  des  Gelds
       statt. Dies Phänomen der Rückströmung hat also nichts mit der Be-
       reicherung des  Kapitalisten zu  tun, die  nur daraus hervorgeht,
       daß im  Produktionsprozeß selbst  der Kapitalist  mehr Arbeit an-
       eignet, als  er in Salair ausgegeben hat, und daß daher sein Pro-
       dukt größer  als die  Produktionskosten seines  Produkts, während
       das Geld,  was er  dem Arbeiter zahlt, in keinem Fall weniger 1*)
       sein kann  als das  Geld, womit  der Arbeiter Ware von ihm kauft.
       Diese formelle  Rückströmung hat hier sowenig mit der Bereichrung
       zu tun,  drückt also sowenig ¦¦428¦ G als Kapital aus, wie in dem
       Rückströmen des  in Rente,  Zins und Steuer ausgelegten Geldes zu
       dem Zahler  der Grundrente  2*), Zinses,  Steuer eine  Vermehrung
       oder Ersetzung des Werts enthalten ist.
       G-W-G, soweit  es das formelle Rückströmen des Geldes zum Kapita-
       listen darstellt,  drückt nur aus, daß seine in Geld ausgestellte
       Anweisung in seiner eignen Ware realisiert worden ist.
       Als Beispiele der falschen Auslegung dieser Geldströmung - dieses
       Rücklaufs des  Geldes zu seinem Ausgangspunkt - sieh oben Destutt
       de Tracy  3*). Als  zweites Beispiel, mit besondrer Anwendung auf
       die Geldzirkulation  zwischen Arbeiter und Kapitalist, hier nach-
       her Bray  [96] zu  zitieren. Endlich in bezug auf den geldauslei-
       henden Kapitalisten  P r o u d h o n  4*).
       Diese Form  der Rückströmung  G-W-G überall, wo der Käufer wieder
       Verkäufer, also  bei dem ganzen Handelskapital, wo alle Kaufleute
       gegeneinander kaufen,  um zu verkaufen, und verkaufen, um zu kau-
       fen. Es  ist möglich,  daß der  Käufer - G - die Ware, Reis z.B.,
       nicht teurer  verkaufen kann,  als er sie gekauft hat; er muß sie
       vielleicht unter  ihrem Preis verkaufen. So fände hier nur einfa-
       ches Rücklaufen  des Gelds  statt, weil  der Kauf  in Verkauf um-
       schlägt, ohne daß das G sich als verwertender Wert, [als] Kapital
       bewährt hätte.
       Ebenso z.B.  in dem Austausch von konstantem Kapital. Der Maschi-
       nist kauft Eisen vom Eisenproduzent und verkauft Maschine an ihn.
       In diesem  Falle fließt  das Geld zurück. Es wurde ausgegeben als
       Kaufmittel von  Eisen. Es dient dann dem Eisenmann als Kaufmittel
       für Maschine und fließt so
       -----
       1*) In  der Handschrift:  größer -  2*) in der Handschrift: Geld-
       rente - 3*) siehe vorl. Band, S. 240-252 und Band 24 unserer Aus-
       gabe. S. 476-404 - 4*) siehe vorl. Band, S. 300/301
       
       #300# Sechstes Kapitel
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       zum Maschinisten zurück. Für das ausgegebne Geld hat er das Eisen
       [erhalten], für das eingenommne Geld hat er die Maschine ausgege-
       ben. Dasselbe  Geld hat  hier seinen  doppelten Wert  zirkuliert.
       Z.B. mit  1000 l. kaufte der Maschinist Eisen; mit denselben 1000
       l. kauft  der Eisenproduzent Maschinerie. Der Wert des Eisens und
       der Maschinerie  zusammen =  2000  l.  Aber  so  müssen  sich  in
       Bewegung 3000 l. befinden: 1000 l. Geld, 1000l. Maschine und 1000
       l. Eisen. Tauschten die Kapitalisten in natura aus, so wechselten
       die Waren die Hände, ohne daß ein farthing zirkulierte.
       Dasselbe, wenn sie in Abrechnung gegeneinander stehn und das Geld
       ihnen als  Zahlungsmittel dient.  Zirkuliert Papiergeld oder Kre-
       ditgeld (Banknoten), so ändert das eins an der Sache. Es existie-
       ren jetzt noch 1000 l. in Banknoten, aber sie haben keine intrin-
       sic values  1*). Jedenfalls existieren auch hier 3 [mal 1000 l.]:
       1000 l.  Eisen, 1000  l. Maschinen,  1000 l.  in Banknoten.  Aber
       diese 3  [mal 1000  l.] existieren  nur, wie im ersten Fall, weil
       der Maschinist  2 [mal  1000 l.]  hatte, Maschine für 1000 l. und
       Geld -  in Gold und Silber oder Banknoten - für 1000 l. In beiden
       Fällen gibt  ihm der Eisenmann nur Nummer zwei (das Geld) zurück,
       weil er  es überhaupt nur erhielt, weil der Maschinist als Käufer
       nicht direkt  wieder Verkäufer 2*) wurde, die erste Ware, das Ei-
       sen, nicht in Ware gezahlt hatte und es daher in Geld zahlte. So-
       bald er  es in  Ware zahlt,  d.h. Ware verkauft an den Eisenmann,
       gibt dieser ihm das Geld zurück. Weil nicht doppelt gezahlt wird,
       einmal in Geld und zweitens in Ware.
       In beiden  Fällen repräsentiert  das Gold  oder die  Banknote die
       verwandelte Form einer früher vom Maschinisten gekauften 3*) Ware
       oder vom  andren gekauften  3*) Ware oder auch in Geld verwandel-
       ten, wenn  auch nicht  gekauften Ware  (wie bei der Revenue), die
       der landlord  4*) vertritt  (seine  Vorfahren  etc.)  [97].  Hier
       drückt das Rückströmen des Gelds also nur aus, daß [der], der das
       Geld für  Ware ausgegeben,  in die Zirkulation geworfen, das Geld
       durch den  Verkauf einer  andren Ware,  die er in die Zirkulation
       wirft, wieder aus derselben zurückzieht.
       Dieselben eben  gesetzten 1000  l. könnten  durch 40, 50 Hände in
       einem Tag  laufen zwischen  Kapitalisten, und nur Kapital von dem
       einen auf  den andren  übertragen. Maschine  zum Eisenmann, Eisen
       zum Bauer,  Getreide zum  Starch 5*)  - oder Spiritusfabrikanten,
       usw. Schließlich  könnten sie wieder in die Hand des Maschinisten
       fallen, von diesem zum Eisenproduzenten etc. und so über 40000 l.
       Kapital zirkulieren, wobei sie beständig wieder zurückströmen
       -----
       1*) inneren  Werte -  2*) in der Handschrift: Käufer - 3*) in der
       Handschrift: verkauften  - 4*)  in der  Handschrift: Maschinist -
       5*) Stärke
       
       #301# Abschweifung . Tableau Économique nach Quesnay
       -----
       könnten zu ihrem Ausgeber. Herr Proudhon schließt daraus, daß der
       Teil des mit diesen 40000 l. gemachten Profits, der sich in Geld-
       zins auflöst, also von den verschiednen Kapitalisten gezahlt wird
       - z.B. von dem Maschinisten an den Mann, der ihm 1000 l. gepumpt,
       von dem  Eisenproduzenten an den, der ihm 1000 l. gepumpt, die er
       längst in  Kohlen etc. ausgegeben oder in Arbeitslohn usw. -, daß
       diese 1000  l. den  g a n z e n  Zins ab werfen, den die 40000 l.
       einbringen. Wäre  dies also  5 p.c.,  so 2000  l. Zins. Wonach er
       richtig herausbekommt,  daß die  1000 l. 200 p.c. eingebracht ha-
       ben. Und der ist Kritiker der Ökonomie par excellence! *)
       Obgleich aber G-W- G, wie es die Geldzirkulation zwischen Kapita-
       list und  Arbeiter darstellt,  an und für sich keinen Akt der Re-
       produktion anzeigt,  so doch  die beständige  Wiederholung dieses
       Akts, die  Kontinuität der  Rückströmung. Es  kann überhaupt kein
       Käufer beständig  als Verkäufer  auftreten ohne  Reproduktion der
       Waren, die  er verkauft.  Zwar gilt  dies für alle, die nicht von
       Rente oder  Zins oder  Steuern leben. Aber bei einem Teil findet,
       wenn der  Akt vollendet  sein soll,  stets die Rückströmung G-W-G
       statt, wie  beim Kapitalisten  im Verhältnis  zum  Arbeiter  oder
       landlord oder Rentier (nach dieser Seite die bloße Rückströmung).
       Bei dem  andren Teil ist der Akt vollendet, wenn er Ware gekauft,
       also W-G-W durchlaufen hat, wie beim Arbeiter. Es ist dieser Akt,
       den er  beständig erneuert.  Seine Initiative  ist beständig  als
       Verkäufer, nicht  als Käufer. Dasselbe für die ganze Geldzirkula-
       tion, ¦¦429¦ die bloß Verausgabung von Revenue anzeigt. Der
       ---
       *) ¦¦437¦  Die früher angedeutete Stelle von Proudhon lautet "Die
       Summe der  Hypothekenschulden beträgt  nach den  am besten unter-
       richteten Autoren  12 Milliarden, (nach andren 16 milliards); die
       der Schuldverschreibungen  mindestens 6,  die an stille Teilhaber
       ungefähr 2,  die Staatsschuld  8 Milliarden, zusammen 28 Milliar-
       den. Alle  diese Schulden,  man beachte das, rühren von Geld her,
       das zu  4, 5,  6, 8,  12, bis zu 15% geborgt oder als geborgt be-
       trachtet wurde.  Ich nehme als Durchschnitt des Zinses der ersten
       drei Kategorien  6% an;  das macht auf 20 Milliarden 1200 Millio-
       nen. Dazu  rechne man  die Verzinsung  der Staatsschuld, ungefähr
       400 Millionen;  zusammen 1600  Millionen jährliche Zinsen für ein
       Kapital von  1 Milliarde."  [p. 152.]  Also 160%. Denn "die Summe
       des Bargelds,  das in  Frankreich, ich will nicht sagen vorhanden
       ist, aber  zirkuliert, den  Kassenbestand der  Bank einbegriffen,
       übersteigt nach den verbreitetsten Schätzungen nicht 1 Milliarde"
       (p. 151).  "Ist der  Tausch beendet,  so  wird  das  Geld  wieder
       verfügbar und  daher fähig,  von neuem  ausgeliehen zu  werden...
       Daraus, daß  das Geldkapital von Tausch zu Tausch stets zu seiner
       Quelle zurückkehrt,  folgt, daß  die Wiederverleihung  stets  von
       derselben Hand  vollzogen, immer derselben Person Gewinn bringt."
       (p. 153,  154.) "Gratuité  du crédit.  Discussion  entre  M.  Fr.
       Bastiat et M. Proudhon", Paris 1850 [98]. ¦437¦¦
       
       #302# Sechstes Kapitel
       -----
       Kapitalist selbst  z.B. verißt  jährlich ein gewisses Quantum. Er
       hat seine  Ware in Geld verwandelt, um dies Geld für Waren auszu-
       geben, die  er definitiv konsumieren will. Hier ist es W-G-W, und
       es findet  keine Rückströmung zu ihm statt, sondern sie findet zu
       dem Verkäufer  statt (dem shopkeeper 1*) z.B.), dem die Verausga-
       bung der Revenue sein Kapital ersetzt.
       Nun haben wir gesehn, daß ein Austausch, eine Zirkulation von Re-
       venue gegen  Revenue stattfindet. Der Metzger kauft Brot vom Bäc-
       ker; der  Bäcker Fleisch  vom Metzger; beide verzehren ihre Reve-
       nue. Das  Fleisch, das  der Metzger selbst, und das Brot, das der
       Bäcker selbst ißt, zahlen sie nicht. Diesen Teil der Revenue ver-
       zehrt jeder  von ihnen  in natura.  Es ist  aber möglich, daß das
       Fleisch, das  der Bäcker vom Metzger kauft, diesem nicht Kapital,
       sondern Revenue ersetzt, den Teil seines verkauften Fleischs, der
       nicht nur  seinen Profit  darstellt, sondern den Teil seines Pro-
       fits, den  er als Revenue selbst aufessen will. Das Brot, das der
       Metzger vom  Bäcker kauft,  ist auch Verausgabung seiner Revenue.
       Stehn beide  in Rechnung, so hat einer oder der andre nur die Bi-
       lanz zu  zahlen. Für  den balancierten Teil ihrer wechselseitigen
       Käufe und  Verkäufe findet  keine Geldzirkulation statt. Aber ge-
       setzt, der  Bäcker habe  die Bilanz  zu zahlen  und diese  Bilanz
       stelle für den Metzger Revenue vor. So verausgabt er das Geld des
       Bäckers in  andren Konsumtionsartikeln.  Gesetzt, es seien 10 l.,
       die er  beim Schneider  ausgibt. Stellen  diese  10  l.  für  den
       Schneider Revenue  vor, so  verausgabt er sie in ähnlicher Weise.
       Er kauft  wieder Brot damit etc. Damit fließt das Geld zum Bäcker
       zurück, aber nicht mehr als Ersatz von Revenue, sondern von Kapi-
       tal.
       Eine Frage,  die noch  aufgeworfen werden  kann: In G-W-G, wie es
       der Kapitalist  vollzieht, wie  es sich  selbst verwertenden Wert
       vorstellt, zieht  der Kapitalist  mehr Geld  aus der  Zirkulation
       heraus, als  er in  sie hineinwirft.  (Das war es, was eigentlich
       der Schatzbildner  wollte, was  ihm aber  nicht gelang.  Denn  er
       zieht [nicht]  3*) mehr  Wert in der Form von Gold und Silber aus
       der Zirkulation,  als er in der Form von Waren in sie hineinwarf.
       Er besitzt mehr Wert in der Form von Geld, während er früher mehr
       Wert in  der Form  von Ware besaß.) Die sämtlichen Produktionsko-
       sten seiner Ware = 1000 l. Er verkauft sie für 1200 l., weil = 20
       Prozent =  1/5 unbezahlte Arbeit in seiner Ware jetzt steckt, die
       er nicht  bezahlt hat,  wohl aber  verkauft. Wie ist das nun mög-
       lich, daß die sämtlichen Kapitalisten, die industrielle Kapitali-
       stenklasse beständig mehr Geld aus der Zirkulation herauszieht,
       -----
       1*) Krämer  - 2*)  in der Handschrift: butcher - 3*) in der Hand-
       schrift unleserlich
       
       #303# Abschweifung . Tableau Économique nach Quesnay
       -----
       als sie  hineinwirft? Zunächst  kann auf  der andren Seite gesagt
       werden, daß  er beständig  mehr hineinwirft als herauszieht. Sein
       capital fixe mußte bezahlt werden. Aber er verkauft es nur im Maß
       seiner Konsumtion, nur stückweis. Es geht immer nur zu einem viel
       geringren Teil  in den  W e r t  der Ware ein, während es ganz in
       den Produktionsprozeß  der Ware  eingeht. Zirkuliert es 10 Jahre,
       so nur 1/10 davon jährlich in die Ware eingehend, und für die üb-
       rigen 9/1O  zirkuliert kein  Geld, da  sie überhaupt nicht in der
       Form der Ware in Zirkulation treten. Dies ist eins.
       Dies Problem wollen wir später betrachten [99] und einstweilen zu
       Quesnay zurückkehren.
       Aber vorher  noch eins.  Das Rückströmen  der Banknoten  zu einer
       Bank die  diskontiert oder  auch advances 1*) in Noten macht, ist
       ein ganz  andres Phänomen  als die  bisher betrachteten Rückläufe
       des Gelds.  In diesem  Fall wird die Verwandlung der Ware in Geld
       antizipiert. Sie  erhält die  Geldform, bevor sie verkauft, viel-
       leicht bevor  sie produziert  ist. Vielleicht  ist sie auch schon
       verkauft (für  Wechsel).  J e d e n f a l l s  ist sie noch nicht
       b e z a h l t,  noch nicht in Geld rückverwandelt. Diese Verwand-
       lung wird also in jedem Fall antizipiert. Sobald sie verkauft ist
       (oder verkauft  sein soll), strömt das Geld zur Bank zurück, ent-
       weder in ihren eignen Noten, die dann aus der Zirkulation zurück-
       kehren, oder  in fremden Noten, die dann gegen ihre eignen ausge-
       tauscht werden  (unter den  bankers), so daß dann beide Noten der
       Zirkulation entzogen werden, zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehren,
       oder in  Gold und  Silber. Wird dies Gold und Silber verlangt für
       die Noten  der Bank, die sich in dritten Händen befinden, so keh-
       ren die  Noten zurück. Wird die Note nicht konvertiert, so zirku-
       liert soviel weniger Gold und Silber, das jetzt statt der Note im
       Reservoir der Bank liegt.
       In allen  diesen Fällen  ist der Prozeß der: Das Dasein des Gelds
       (die Verwandlung  der Ware  in Geld)  war antizipiert. Sobald sie
       sich nun  wirklich in  Geld verwandelt,  verwandelt sie  sich zum
       zweitenmal in Geld. Dieses ihr zweites Dasein als Geld kehrt aber
       zurück, löst  aus, ersetzt  ihr erstes Dasein als Geld, kehrt aus
       der   Zirkulation    zur   Bank   zurück.   Es   ist   vielleicht
       d i e s e l b e   i d e n t i s c h e  Notenmasse, die das zweite
       Dasein als  Geld ausdrückt,  wie sie  das erste  ausdrückte.  Der
       Wechsel wurde z.B. einem Twistfabrikanten diskontiert. Er erhielt
       den Wechsel vom Weber. Er zahlte mit den 1000 l. Kohle, Baumwolle
       etc. Die  verschiednen Hände,  durch die  diese Noten zur Zahlung
       ihrer Waren  laufen, legen  sie zuletzt  in Leinwand  aus, und so
       kommen die  Noten an den Weber, der am Verfalltag den Spinner mit
       den identischen
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       1*) Vorschüsse
       
       #304# Sechstes Kapitel
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       Noten zahlt,  der sie auf die Bank zurückbringt. Es ist gar nicht
       nötig, daß  die zweite  (postume) Verwandlung  der Ware in Geld -
       nach ihrer  antizipierten V[erwandlung]  - ¦¦430¦  in andrem Geld
       geschieht als  die erste.  Und so  scheint es, daß der Spinner in
       der Tat  nichts bekommen  hat, denn er hat Noten geliehn, und das
       Ende des  Prozesses ist, daß er sie zurückerhält und dem Ausgeber
       die Note  zurücklegt. In  der Tat  hat aber diese identische Note
       während der  Zeit als  Zirkulationsmittel und  Zahlungsmittel ge-
       dient, und  der Spinner  hat teils  seine Schulden damit bezahlt,
       teils die zur Reproduktion des Twists nötigen Waren damit gekauft
       und so  ein surplus (durch die Exploitation des Arbeiters) reali-
       siert, von dem er nun einen Teil der Bank zurückzahlen kann. Auch
       in Geld,  da ihm mehr Geld zurückgeströmt ist, als er verausgabt,
       vorgeschossen, ausgelegt  hatte. Wie?  fällt wieder in die einst-
       weilen suspendierte Frage. [99]

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