Quelle: MEW 26.1 Theorien über den Mehrwert - Erster Teil


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       #304# Sechstes Kapitel
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       [3. Zirkulation  zwischen Pächter  und Manufakturist nach dem Ta-
       bleau Économique]
       
       Also zu Quesnay zurück. Wir kommen jetzt zum 3ten und 4ten Zirku-
       lationsakt.
       P (der  landlord) kauft  für 1000 Millionen Manufakturwaren von S
       (sterile Klasse,  manufacturier) [100],  (Strich a-c  im  tableau
       [92]). Hier zirkuliert das Geld, 1000 Millionen, Ware zu gleichem
       Betrag. {Weil einmaliger Austausch stattfindet. Kaufte der P nach
       und nach  von S  und erhielte er ebenso nach und nach seine Rente
       von F (dem farmer), so könnten die 1000 Millionen Manufakturwaren
       z.B. mit  100 Millionen  gekauft werden. Denn P für 100 Millionen
       Manufakturwaren von  S, S für 100 Millionen Lebensmittel von F, F
       zahlt 100  Millionen Rente an P, und wenn dies 10mal geschehn, so
       wären für  10mal 100  Millionen Waren  von S an P, von F an S und
       für 10mal  100 Millionen Rente von F an P übergegangen. Die ganze
       Zirkulation hätte  sich dann  mit 100  Millionen gemacht. Zahlt F
       aber auf einmal die Rente, so könnten von den 1000 Millionen, die
       nun im  Besitz von S und den 1000 Millionen, die wieder im Besitz
       von F, ein Teil im Kasten ruhn und ein Teil zirkulieren.) Ware zu
       1000 Millionen  ist jetzt  von dem  S auf P übergegangen, dagegen
       Geld zu  1000 Millionen von P auf S. Es ist einfache Zirkulation.
       Geld und Ware wechseln nur die Hand in umgekehrter Richtung. Aber
       außer den  1000 Millionen Lebensmittel, die der Pächter an P ver-
       kauft hat und die so in die Konsumtion gefallen sind, sind
       
       #305# Abschweifung . Tableau Économique nach Quesnay
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       1000 Millionen  Fabrikwaren, die  S an P verkauft, in die Konsum-
       tion gefallen. Diese existierten vor der neuen Ernte; was zu mer-
       ken. (Sonst  könnte P  sie nicht  mit dem Produkt der neuen Ernte
       kaufen.)
       S seinerseits nun kauft mit den 1000 Millionen Lebensmittel von F
       [Strich c-d  im Tableau].  Es ist  nun ein   z w e i t e s    1/5
       d e s   p r o d u i t   b r u t   1*) aus  der Zirkulation in die
       Konsumtion gefallen.  Zwischen S  und F wirken die 1000 Millionen
       als  Zirkulationsmittel.   Aber   zugleich   finden   hier   zwei
       Erscheinungen statt,  die nicht  in dem  Prozeß zwischen  S und P
       wirken. In  diesem Prozeß  hat S  einen Teil seines Produkts, für
       1000 Millionen  Manufakturwaren, wieder  in Geld verwandelt. Aber
       in  dem  Austausch  mit  F  verwandelt  er  das  Geld  wieder  in
       Lebensmittel, bei  Quesnay gleich  Salair, ersetzt  also sein  in
       Arbeitslohn ausgelegtes  und konsumiertes  Kapital  damit.  Diese
       Rückverwandlung der  1000 Millionen  in Lebensmittel drückt bei P
       bloß Konsumtion aus, bei S industrielle Konsumtion, Reproduktion,
       denn er  verwandelt einen  Teil seiner Ware wieder in eines ihrer
       Produktionselemente -  Lebensmittel. Die  eine  Metamorphose  der
       Ware, ihre  Rückverwandlung aus  Geld in  Ware, drückt  hier also
       zugleich den  Beginn  ihrer    w i r k l i c h e n,    nicht  nur
       f o r m e l l e n   Metamorphose aus,  den  Beginn  ihrer  Repro-
       duktion,  den   Beginn  ihrer   Rückverwandlung  in  ihre  eignen
       Produktionselemente.  Es   ist  hier  zugleich  Metamorphose  des
       Kapitals. Dagegen für P wird die Revenue nur aus der Form Geld in
       die Form Ware verwandelt. Dies drückt bloße Konsumtion aus.
       Zweitens aber,  indem S  für 1000  Millionen Lebensmittel  von  F
       kauft, retournieren  zu F  die zweiten 1000 Millionen, die er als
       Geldrente an P gezahlt. Sie retournieren aber nur zu ihm, weil er
       sie mit  einem Äquivalent  von Ware  zu 1000 Millionen wieder aus
       der Zirkulation zurückzieht, zurückkauft. Es ist dasselbe, als ob
       der landlord  von ihm  für 1000 Millionen Lebensmittel (außer den
       ersten 1000  Millionen) gekauft,  d.h. den  zweiten  Teil  seiner
       Geldrente vom  farmer in  Ware sich  hätte liefern und diese Ware
       nun gegen  S's Ware  ausgetauscht hat. S lifts only for P the se-
       cond part of the 2000 Millions in commodities which F has paid to
       P in  money. 2*) Fände Naturalzahlung statt, so hätte F dem P für
       2000 Millionen  Lebensmittel gegeben; P 1000 Millionen selbst da-
       von verzehrt und die andren 1000 Millionen Lebensmittel mit S für
       dessen Manufakturwaren  ausgetauscht. In  diesem Fall  hätte  nur
       stattgefunden: 1.  transfer der 2000 Millionen Lebensmittel von F
       an P; 2. Tauschhandel zwischen P und S, worin der eine für
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       1*) Bruttoprodukt,  - 2*) S erhebt nur für P den zweiten Teil der
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       #306# Sechstes Kapitel
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       1000 Millionen Lebensmittel austauscht gegen 1000 Millionen Manu-
       fakturwaren et vice versa.
       Statt dessen  haben 4  Akte stattgefunden: ¦¦431¦ 1: transfer von
       2000 Millionen Geld von F zu P; 2. P kauft für 1000 Millionen Le-
       bensmittel von F; das Geld strömt zu F zurück, dient als Zirkula-
       tionsmittel; 3.  P kauft  für 1000 Millionen Geld Manufakturwaren
       von S;  das Geld  wirkt als Zirkulationsmittel, wechselt die Hand
       in umgekehrter  Richtung mit  der Ware;  4. S  kauft für die 1000
       Millionen Geld  Lebensmittel von F; das Geld wirkt als Zirkulati-
       onsmittel. Es zirkuliert für S zugleich als Kapital. Es strömt zu
       F zurück,  weil jetzt die zweiten 1000 Millionen Lebensmittel are
       lifted 1*)  worauf der landlord eine Anweisung von ihm besaß. Das
       Geld strömt  ihm aber  nicht direkt  vom Landlord zurück, sondern
       erst nachdem  es als  Zirkulationsmittel zwischen P und S gedient
       und vorher,  before it lifts the 1000 millions of victual, has on
       its passage lifted 1000 millions in manufactures, and transferred
       them from the manufacturer to the landlord. The conversion of his
       commodity into  money (in the exchange with the landlord) as well
       as the  following conversion  of  money  into  victuals  (in  the
       exchange with  the farmer) are, on the part of S, the metamorpho-
       sis of  his capital,  first into  the form of money, and secondly
       into the  form of  the constitutive elements necessary to the re-
       production of the capital. 2*)
       Das Resultat  der bisherigen  4 Zirkulationsakte  ist  also:  Der
       landlord hat  seine Revenue  depensiert, halb  in  Lebensmitteln,
       halb in  Manufakturwaren. Damit  sind die  2000 Millionen, die er
       als Geldrente  erhält, depensiert.  Eine Hälfte  davon direkt von
       ihm an  den Pächter zurückgeströmt, eine Hälfte indirekt, via 3*)
       S. S aber ist einen Teil seiner fertigen Ware losgeworden und hat
       sie ersetzt durch Lebensmittel, also durch ein Element der Repro-
       duktion. Mit diesen Prozessen ist die Zirkulation am Ende, soweit
       der landlord  in ihr  erscheint. Es sind aber aus der Zirkulation
       in die  Konsumtion (teils  unproduktive, teils industrielle - der
       landlord hat  mit seiner  Revenue das  Kapital von S zum Teil er-
       setzt) gefallen:  1. 1000  Millionen  Lebensmittel  (Produkt  der
       neuen Ernte); 2. 1000 Millionen Manufakturwaren (Produkt der vor-
       jährigen Ernte); 3. 1000 Millionen Lebensmittel,
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       1*) erhoben  werden -  2*) ehe es die 1000 Millionen Lebensmittel
       erhebt, auf  seinem Wege  1000 Millionen  Manufakturwaren erhoben
       und vom  Manufakturisten an  den  Landlord  übertragen  hat.  Die
       Verwandlung seiner  Ware in  Geld (im Austausch mit dem Landlord)
       sowie die  folgende Verwandlung von Geld in Lebensmittel (im Aus-
       tausch mit  dem Pächter)  sind auf  seiten des S die Metamorphose
       seines Kapitals, zuerst in die Form von Geld und dann in die Form
       der konstitutiven Elemente, die zur Reproduktion des Kapitals er-
       forderlich sind. 3*) auf dem Wege über
       
       #307# Abschweifung . Tableau Économique nach Quesnay
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       die in  die Reproduktion  eingehn, also in die Produktion der Wa-
       ren, die  S das  nächste Jahr  gegen die  Hälfte  der  Rente  des
       landlords auszutauschen haben wird.
       Die 2000  Millionen Geld  befinden sich  wieder in  der Hand  des
       Pächters. Dieser kauft nun zum Ersatz seiner avances annnelles et
       primitives 1, soweit sie teils aus Werkzeugen etc., teils aus Ma-
       nufakturwaren bestehn,  die er während der Produktion konsumiert,
       für 1000  Millionen von S. Es ist dies einfacher Zirkulationspro-
       zeß. Damit  gehn 1000  Millionen in  die Hand  des S, während der
       zweite Teil  seines als  Ware existierenden Produkts sich in Geld
       verwandelt. Es  ist auf  beiden Seiten Metamorphose des Kapitals.
       Die 1000  Millionen des Pächters rückverwandeln sich in Produkti-
       onselement für  die Reproduktion. Die fertige Ware von S rückver-
       wandelt sich in Geld macht die  f o r m e l l e  Metamorphose von
       Ware in  Geld durch,  ohne welche sich das Kapital nicht rückver-
       wandeln kann  in seine Produktionselemente also auch nicht repro-
       duzieren kann.  Es ist  dies der 5te Zirkulationsprozeß Es fallen
       aus der  Zirkulation in  die reproduktive Konsumtion für  1 0 0 0
       M i l l i o n e n   M a n u f a k t u r w a r e n   (Produkt  der
       vorjährigen Ernte) (a'-b'). [92]
       Endlich verwandelt  S die  1000 Millionen  Geld, worin  jetzt die
       Hälfte seiner  Ware existiert,  zurück in  die andre Hälfte ihrer
       Produktionsbedingungen, Rohstoffe etc. (a''-b''). Es ist einfache
       Zirkulation. Zugleich für S Metamorphose seines Kapitals in seine
       reproduktionsfähige Form,  für F  Rückverwandlung seines Produkts
       in Geld. Es fällt jetzt aus der Zirkulation in die Konsumtion das
       letzte 1/5 des produit brut.
       Nämlich: 1/5  geht ein  in die  Reproduktion des  Pächters, tritt
       nicht in  Zirkulation, 1/5  ißt der Landlord (2/5); 2/5 erhält S;
       zusammen 4/5. [101]
       Hier stockt offenbar die Rechnung. Quesnay scheint so zu rechnen:
       1000 Millionen  (1/5) in  Lebensmitteln gibt  F an P (Linie a-b).
       Mit 1000  Millionen Rohmaterial  ersetzt er den fonds von S (a''-
       b''). Und  1000 Millionen  Lebensmittel bilden  das Salair des S,
       was er Wert den Waren zusetzt und während dieser Zusetzung an Le-
       bensmitteln verzehrt (c-d). Und 1000 Millionen bleiben in der Re-
       produktion (a'),  treten nicht  in Zirkulation. Endlich 1000 Mil-
       lionen des  Produkts ersetzen  avances (a'-b') 2*). Nur übersieht
       er daß  S für  diese 1000 Millionen Manufakturwaren weder Lebens-
       mittel noch  Rohstoffe vom Pächter kauft, sondern ihm sein eignes
       Geld zurückzahlt.
       Er geht  nämlich von  vorn[herein] von der Voraussetzung aus, daß
       der Pächter  außer seinem produit brut 2000 Millionen in Geld be-
       sitzt und  dies überhaupt  der Fonds  ist, woraus  das umlaufende
       Geld geschöpft wird.
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       1*) jährlichen  und ursprünglichen  Vorschüsse - 2*) in der Hand-
       schrift: (a''-b'')
       
       #308# Sechstes Kapitel
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       Außerdem vergißt  er, daß  außer den  5000 Millionen produit brut
       noch 2000  Millionen produit brut in Manufakturwaren, die vor der
       neuen Ernte fabriziert waren, existieren. Denn die 5000 Millionen
       représentent seulement  la totalité  de la  production  annuelle,
       ¦¦432¦ la  totalité de la maisson délivrée aux fermiers 1*), aber
       keineswegs das  Bruttoprodukt der Manufaktur, dessen reproduktive
       Elemente aus dieser Ernte ersetzt werden sollen.
       Es sind  also vorhanden:  1. 2000  Millionen Geld  auf seiten des
       Pächters; 2. 5000 Millionen produit brut de la terre 2*); 3. 2000
       Millionen Wert  in Manufakturwaren.  Also 2000 Millionen Geld und
       7000 Millionen Produkt (agricole et industriel 3*)). Der Zirkula-
       tionsprozeß, um  dies kurz  zusammenzulassen, macht  sich so (F =
       Pächter, P = Landlord, S = manufacturier, stérile):
       F zahlt  an P  2000 Millionen  Geld Rente, P kauft von F für 1000
       Millionen Lebensmittel.  Damit disposed  of 4*)  1/5 des  produit
       brut des  Pächters. Zugleich  strömen 1000  Millionen Geld zu ihm
       zurück. P  kauft ferner für 1000 Millionen Ware von S. Damit dis-
       posed of  1/2 des  produit brut von S. Er besitzt dafür 1000 Mil-
       lionen Geld. Mit diesem Geld kauft er 1000 Millionen Lebensmittel
       von F. S ersetzt damit 1/2 der Reproduktionselemente seines Kapi-
       tals. Es  ist damit  disponiert über  ein andres  1/5 des produit
       brut des  Pächters. Zugleich sieht 5*) der Pächter sich wieder im
       Besitz der  2000 Millionen  in Geld, dem Preis der 2000 Millionen
       in Lebensmitteln, die er an P und S verkauft hat. F kauft nun von
       S für  1000 Millionen Waren, die ihm 1/2 seiner avances ersetzen.
       Damit ist  die andre  Hälfte des  produit brut  des manufacturier
       disposed of. Dieser S kauft schließlich für die letzten 1000 Mil-
       lionen Geld  vom Pächter Rohstoffe; und damit ist ein drittes 1/5
       des produit  brut des Pächters disposed of, die zweite Hälfte der
       Reproduktionselemente des  Kapitals von S ersetzt, aber auch 1000
       Millionen zurück  geströmt zum  Pächter. Dieser  sieht sich  also
       wieder im  Besitz der  2000 Millionen, was in der Ordnung, da ihn
       Quesnay als  den Kapitalisten faßt, zu dem sich P bloß als recei-
       ver 6*) von Revenue und S bloß als salarié 7*) verhält. Zahlte er
       sie direkt  in seinem  produit, so gäbe er kein Geld aus. Gibt er
       also Geld  aus, so  kaufen sie  damit sein  Produkt, und das Geld
       strömt zu  ihm zurück.  Es ist dies die formelle Rückströmung des
       Gelds zum  industriellen Kapitalisten,  der als  Käufer die ganze
       Unternehmung eröffnet  und zu  Ende führt. Ferner 1/5 der avances
       gehört der Reproduktion. Bleibt aber über 1/5 zu verfügen der Le-
       bensmittel, die gar nicht in Zirkulation getreten sind.
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       1*) stellen nur das Ganze der Jahresproduktion, das Ganze der von
       den Pächtern gelieferten Ernte vor - 2*) Bruttoprodukt des Bodens
       - 3*)  landwirtschaftliches und  industrielles -  4*) ist verfügt
       über -  5*) in  der Handschrift: besitzt - 6*) Empfänger- 7*) Be-
       soldeter

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