Quelle: MEW 26.3 Theorien über den Mehrwert - Dritter Teil


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       Revenue and its sources 1*).
       Die Vulgärökonomie [118]
       
       [1.] Entwicklung des zinstragenden Kapitals auf Basis der kapita-
       listischen Produktion.  [119] [Das zinstragender Kapital als eine
       Fetischform des  Kapitals. Vulgärökonomen  und  Vulgärsozialisten
       über Kapitalzins]
       
       ¦¦XV-891¦ Die  Form der Revenue und die Quellen der Revenue drüc-
       ken die  Verhältnisse  der  kapitalistischen  Produktion  in  der
       f e t i s c h a r t i g s t e n  Form aus. Es ist ihr Dasein, wie
       es an der Oberfläche scheint, von dem verborgnen Zusammenhang und
       den vermittelnden Zwischengliedern getrennt. So wird die Erde die
       Quelle der   G r u n d r e n t e,  das  K a p i t a l  die Quelle
       des   P r o f i t s   und die   A r b e i t  die Quelle des  A r-
       b e i t s l o h n s.   Die verdrehte  Form, worin  die  wirkliche
       Verkehrung sich  ausdrückt, findet sich natürlich reproduziert in
       den Vorstellungen  der Agenten  dieser Produktionsweise.  Es  ist
       dies eine  Fiktionsweise ohne Phantasie, eine Religion des Vulgä-
       ren. Die  Vulgärökonomen - sehr zu unterscheiden von den ökonomi-
       schen Forschern,  die wir  kritisiert - übersetzen in der Tat die
       Vorstellungen, Motive etc. der in der kapitalistischen Produktion
       befangnen Träger  derselben, in denen sie sich nur in ihrem ober-
       flächlichen Schein  reflektiert. Sie  übersetzen sie in eine dok-
       trinäre Sprache,  aber vom Standpunkt des herrschenden Teils aus,
       der Kapitalisten, daher nicht naiv und objektiv, sondern apologe-
       tisch. Das  bornierte und  pedantische Aussprechen der Vulgärvor-
       stellungen, die sich notwendig in den Trägern dieser Produktions-
       weise erzeugen,  ist sehr  verschieden von  dem Drang der politi-
       schen Ökonomen, wie Physiokraten, A. Smith, Ric[ardo], den innren
       Zusammenhang zu begreifen.
       Indes von  allen diesen Formen ist der vollständigste Fetisch das
       z i n s t r a g e n d e   K a p i t a l.   Wir haben hier den ur-
       sprünglichen Ausgangspunkt des
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       1*) Revenue und ihre Quellen
       
       #446# Beilagen
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       Kapitals -  Geld - und die Formel G-W-G', reduziert auf ihre bei-
       den Extreme  G-G'. Geld,  das mehr  Geld schafft.  Es ist die ur-
       sprüngliche und  allgemeine Formel des Kapitals auf ein sinnloses
       Resumé zusammengezogen.
       Die   E r d e   oder  N a t u r  als Quelle der  G r u n d r e n-
       t e,  i.e. des Grundeigentums, ist fetischartig genug. Aber durch
       eine angenehme  Verwechslung  von  Gebrauchswert  und  Tauschwert
       bleibt der  gewöhnlichen Vorstellung  noch die  Zuflucht von  der
       Produktivkraft der Natur selbst, die durch irgendeinen Hokuspokus
       sich im Landlord personifiziert.
       Die Arbeit  als Quelle  des Arbeitslohns, d.h. eines durch spezi-
       fisch gesellschaftliche  Form der  Arbeit bestimmten  Anteils des
       Arbeiters an seinem Produkt, die Arbeit als Quelle davon, daß der
       Arbeiter von  dem Produkt  (dem  Kapital,  stofflich  betrachtet)
       durch seine  Arbeit sich die Erlaubnis zu produzieren erkauft und
       in der  Arbeit die  Quelle besitzt,  wodurch ihm  ein Teil seines
       Produkts als Bezahlung von diesem Produkt als Arbeitgeber zurück-
       strömt, ist  auch schön  genug. Aber  die gewöhnliche Vorstellung
       ist doch  hier soweit mit der Sache selbst im Einklang, daß, wenn
       sie auch Arbeit mit Lohnarbeit verwechselt, daher das Produkt der
       Lohnarbeit den  Arbeitslohn - mit dem Produkt der Arbeit, dennoch
       das Eine  dem gesunden  Menschenverstand klar bleibt, daß die Ar-
       beit selbst ihren Lohn schafft.
       Vom 1*)   K a p i t a l,   soweit  es im   P r o d u k t i o n s-
       p r o z e ß   betrachtet wird,  bleibt immer mehr oder minder die
       Vorstellung, daß es ein Instrument ist, fremde Arbeit zu fischen.
       Dies mag  als "Recht" oder "Unrecht", begründet oder unbegründet,
       verhandelt werden,  das Verhältnis  des Kapitalisten zum Arbeiter
       ist hier immer unterstellt und untergedacht.
       Soweit das   K a p i t a l   im    Z i r k u l a t i o n s p r o-
       z e ß   erscheint, was der gewöhnlichen Anschauung besonders ent-
       gegentritt im   K a u f m a n n s k a p i t a l,  als einer Sorte
       Kapital, die  bloß mit  dieser Operation betraut ist, so wird der
       Profit hier  teils  von  einer  dumpfen  Vorstellung  allgemeiner
       Prellerei begleitet  oder spezieller  so, daß  der  Kaufmann  den
       industriellen Kapitalisten prellt, oder auch den Konsumenten, wie
       der industrielle  Kapitalist den  Arbeiter oder  die  Produzenten
       sich  wechselweis.  Jedenfalls  wird  der  Profit  hier  aus  dem
       exchange 2*)  erklärt, also aus einem gesellschaftlichen Verhält-
       nis, nicht aus einem Ding.
       Dagegen in dem  z i n s t r a g e n d e n  K a p i t a l  ist der
       Fetisch vollendet.  Es ist  dies das  fertige Kapital - wonach es
       Einheit des Produktionsprozesses und
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       1*) In der Handschrift: D. - 2*) Austausch
       
       #447# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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       Zirkulationsprozesses -, daher in bestimmter Zeitperiode bestimm-
       ten Profit  bringt. In der Form des zinstragenden Kapitals bleibt
       bloß diese Bestimmung, ohne die Vermittlung von Produktionsprozeß
       und Zirkulationsprozeß.  In Kapital und Profit ist noch die Erin-
       nerung an  die Vergangenheit  desselben, obgleich  durch die Ver-
       schiedenheit des Profits vom Mehrwert, den uniformen Profit aller
       Kapitalien -  allgemeine Profitrate  - das  Kapital schon  ¦¦892¦
       sehr verdunkelt, Dunkelding und mystère wird.
       Im zinstragenden  Kapital  ist  dieser    a u t o m a t i s c h e
       F e t i s c h   v o l l e n d e t,   der sich  selbst verwertende
       Wert, das  geldmachende Geld,  und trägt  es in dieser Form keine
       Narben seiner  Entstehung mehr.  Das gesellschaftliche Verhältnis
       ist vollendet  als Verhältnis des Dings (Geld, Ware) zu sich sel-
       ber.
       Die weitre  Untersuchung über  den Zins  und sein  Verhältnis zum
       Profit gehört  nicht hierher;  sowenig wie  die Untersuchung,  in
       welchem Verhältnis  der Profit sich teilt in industriellen Profit
       und Zins.  Soviel klar,  daß in  Kapital und Zins das Kapital als
       mysteriöse und selbstschöpferische Quelle des Zinses, seiner Ver-
       mehrung, vollendet  ist. In dieser Form existiert das Kapital da-
       her auch für die Vorstellung besonders. Es ist das Kapital  p a r
       e x c e l l e n c e.
       Da auf  Grundlage der  kapitalistischen Produktion eine bestimmte
       Wertsumme, in  Geld oder  Waren dargestellt - eigentlich in Geld,
       der verwandelten  Form der Ware -, die Macht gibt, ein bestimmtes
       Quantum Arbeit  gratis aus  den Arbeitern  auszuziehn,  bestimmte
       surplus value,  surplus labour, surplus produce 1*) sich anzueig-
       nen, so  klar, daß  das Geld  selbst als  Kapital verkauft werden
       kann, aber als eine Ware sui generis 2*), oder daß Kapital in der
       Form von Ware oder Geld gekauft werden kann.
       Es kann  als Quelle  des Profits verkauft werden. Durch Geld etc.
       befähige ich  den andren,  sich surplus  value anzueignen. Es ist
       also in  der Ordnung, daß ich einen Teil dieser surplus value er-
       halte. Wie  das Land  Wert hat, weil es mich befähigt, einen Teil
       der surplus  value abzufangen,  ich also  in dem  Land bloß diese
       durch es  abgefangne surplus value zahle, so im Kapital die durch
       es geschaffne  surplus value. Da im kapitalistischen Produktions-
       prozeß der Wert des Kapitals sich verewigt, reproduziert, beseits
       seinem Mehrwert,  so ist  es in  der Ordnung, daß, wenn Geld oder
       Ware als  Kapital verkauft werden, sie nach bestimmter Periode zu
       dem Verkäufer  retournieren und er es nie veräußert wie die Ware;
       [er] das  Eigentum daran behält. Geld oder Ware wird so nicht als
       Geld oder  Ware verkauft, sondern in zweiter Potenz, als Kapital,
       als sich vermehrendes Geld oder Warenwert.
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       1*) Mehrwert, Mehrarbeit, Mehrprodukt - 2*) eigener Art
       
       #448# Beilagen
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       Es vermehrt  sich nicht  nur, sondern erhält sich im Gesamtprozeß
       der Produktion.  Es bleibt  daher als  Kapital für den Verkäufer,
       kehrt zu  ihm zurück. Der Verkauf besteht darin, daß ein Dritter,
       der es  als produktives Kapital verwendet, von seinem Profit, den
       er nur durch dies Kapital macht, bestimmten Teil dem Besitzer des
       Kapitals zu  zahlen [hat]. Es wird vermietet wie das Land als ein
       wertschaffendes Ding,  das sich  in dieser  Wertschöpfung erhält,
       beständig retourniert und daher auch dem ursprünglichen Verkäufer
       retourniert werden  kann. Nur  durch den Return 1*) zu ihm ist es
       Kapital. Sonst  verkaufte er  es als Ware oder kaufte mit ihm als
       Geld.
       Jedenfalls aber  ist die  Form, für  sich betrachtet, die (es 2*)
       wird in  der Tat  periodisch veräußert, als Mittel, Arbeit zu ex-
       ploitieren, Mehrwert zu machen), daß das Ding nun als Kapital und
       das Kapital  als bloßes  Ding erscheint, das gesamte Resultat des
       kapitalistischen Produktions-  und Zirkulationsprozesses als eine
       dem Ding  inhärente Eigenschaft,  und es  hängt vom  Besitzer von
       Geld, i.e.  der Ware in ihrer stets austauschbaren Form ab, ob er
       es als Geld verausgaben oder als Kapital vermieten will.
       Es ist hier das Verhältnis des Kapitals als principal 3*) zu sich
       selbst als  fructus 4*), und an seinem eignen Wert ist der Profit
       gemessen, den  es abwirft, ohne durch diesen Prozeß verlorenzuge-
       hen (wie dies der Natur des Kapitals entspricht).
       Es ist  daher klar, warum die oberflächliche Kritik, ganz wie sie
       die Ware  will und das Geld bekämpft, so sich jetzt mit ihrer re-
       formierenden Weisheit gegen das zinstragende Kapital wendet, ohne
       die wirkliche kapitalistische Produktion anzutasten, nur eins ih-
       rer Resultate  angreift. Diese Polemik gegen das zinstragende Ka-
       pital vom  Standpunkt der  kapitalistischen Produktion  aus,  die
       heutzutag als  "Sozialismus" sich  aufbläht, findet sich übrigens
       als Entwicklungsmoment  des Kapitals  selbst z.B. im 17. Jahrhun-
       dert, wo der industrielle Kapitalist sich erst gegen den altmodi-
       schen Wucherer,  der ihm  damals noch  übermächtig, durchzusetzen
       hatte.
       ¦¦893¦ Die  vollständige   V e r s a c h l i c h u n g,    V e r-
       k e h r u n g   und   V e r r ü c k t h e i t   des Kapitals  als
       zinstragendes Kapital  - worin  jedoch nur  die innre  Natur  der
       kapitalistischen Produktion,  [ihre] Verrücktheit,  in handgreif-
       lichster Form erscheint - ist das Kapital als "compound interest"
       bearing 5*),  wo es  als ein Moloch erscheint, der die ganze Welt
       als das  ihm gebührende Opfer verlangt, durch ein mysteriöses Fa-
       tum jedoch  seine gerechten, aus seiner Natur selbst hervorgehen-
       den Forderungen nie befriedigt, stets durchkreuzt sieht.
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       1*) Rückfluß  - 2*)  das Geld  - 3*)  Summe -  4*) Frucht  -  5*)
       "Zinseszins" tragend
       
       #449# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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       Die charakteristische  Bewegung des Kapitals, sowohl im Produkti-
       onsprozeß als  Zirkulationsprozeß, ist  die Rückkehr  des  Geldes
       oder der Ware zu ihrem Ausgangspunkt, zum Kapitalisten. Es drückt
       dies sowohl die reale Metamorphose aus, daß die Ware in ihre Pro-
       duktionsbedingungen und  die Produktionsbedingungen wieder in die
       Form der  Ware verwandelt  werden: Reproduktion.  Anderseits  die
       formelle Metamorphose,  daß die  Ware in Geld, das Geld wieder in
       Ware verwandelt  wird. Endlich  die Vervielfältigung  des  Werts,
       G-W-G'. Der  ursprüngliche Wert, aber im Prozeß sich vergrößernd,
       bleibt immer  in der  Hand desselben Kapitalisten. Nur die Formen
       wechseln, worin  er ihn  in der Hand hat, als Geld, Ware, oder in
       der Form des Produktionsprozesses selbst.
       Diese   R ü c k k e h r  des Kapitals zu seinem Ausgangspunkt er-
       hält im  zinstragenden Kapital  eine ganz    ä u ß e r l i c h e,
       von der  wirklichen Bewegung,  deren Form  sie ist, getrennte Ge-
       stalt. A gibt sein Geld aus, nicht als Geld, sondern als Kapital.
       Es geht  hier kein  change 1*)  mit dem Geld vor. Es wechselt nur
       die Hände.  Seine wirkliche Verwandlung in Kapital vollzieht sich
       erst in  der Hand von B. Aber für A ist es Kapital geworden durch
       den Übergang  des Geldes  aus der  Hand von  A in  die von B. Der
       wirkliche Return des Kapitals aus den Produktions- und Zirkulati-
       onsprozessen findet  für B statt. Aber für A findet der return in
       derselben Weise  statt wie  die Veräußerung. Es geht von der Hand
       von B  wieder in die von A zurück. Er  v e r l e i h t  das Geld,
       statt es auszugeben.
       Jeder Stellenwechsel  des Geldes  im wirklichen Produktionsprozeß
       des Kapitals  drückt ein  Moment der  Reproduktion [aus],  sei es
       Verwandlung von  Geld in  Arbeit, sei es Verwandlung der fertigen
       Ware in Geld (Schluß des Produktionsakts), sei es Rückverwandlung
       des Geldes in Ware (Erneurung des Produktionsprozesses, Wiederbe-
       ginn der  Reproduktion). Der  Stellenwechsel des  Geldes, wenn es
       als   K a p i t a l  v e r l i e h n  wird, also nicht in Kapital
       verwandelt wird, sondern als Kapital in die Zirkulation eintritt,
       drückt nichts  aus als  transfer 2*)  desselben Geldes  aus einer
       Hand in die andre. Der Eigentumstitel bleibt in der Hand des Ver-
       leihers, aber der Besitz geht in die Hand des industriellen Kapi-
       talisten über. Für den Verleiher aber beginnt die Verwandlung des
       Geldes in  Kapital von  dem Augenblick,  wo er es, statt als Geld
       auszugeben, es  als Kapital  ausgibt, d.h.  in die Hand des indu-
       striellen Kapitalisten  gibt. (Es bleibt für ihn Kapital, wenn er
       es auch  nicht dem Industriellen, sondern dem Verschwender leiht,
       oder wenn  er einem  Arbeiter leiht, der seine Miete nicht zahlen
       kann. Die ganze Pfandhausgeschichte.)
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       1*) keine Verwandlung - 2*) Übertragung
       
       #450# Beilagen
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       Allerdings verwandelt  der andre es in Kapital, aber das ist eine
       Operation jenseits  der, die  zwischen Verleiher  und Leiher vor-
       geht.   I n   i h r   i s t    d i e s e    V e r m i t t l u n g
       a u s g e l ö s c h t,   nicht sichtbar, nicht unmittelbar einbe-
       griffen. Statt  der wirklichen  Verwandlung von  Geld in  Kapital
       zeigt sich  hier nur die inhaltslose Form derselben. Wie beim Ar-
       beitsvermögen   w i r d   d e r  G e b r a u c h s w e r t  d e s
       G e l d e s   h i e r   d e r,   Tauschwert zu  schaffen,  g r ö-
       ß r e n   T a u s c h w e r t,   a l s   i n   i h m  s e l b s t
       e n t h a l t e n   i s t.   Es   w i r d  a l s  s i c h  v e r-
       w e r t e n d e r   W e r t   v e r l i e h n,   [als] Ware,  nur
       [als] Ware,  die sich  eben durch  diese Eigenschaft von der Ware
       als solcher  unterscheidet und  daher auch eine  e i g e n t ü m-
       l i c h e  F o r m  d e r  V e r ä u ß e r u n g  b e s i t z t.
       Der Ausgangspunkt  des Kapitals ist der Warenbesitzer, Geldbesit-
       zer, kurz,  der Kapitalist.  Da bei  ihm Ausgangspunkt  und Rück-
       gangspunkt zusammenfallen, kehrt es zum Kapitalisten zurück. Hier
       aber existiert  der Kapitalist  doppelt, der Eigentümer des Kapi-
       tals und  der industrielle Kapitalist, der wirklich Geld in Kapi-
       tal verwandelt.  Faktisch strömt  ¦¦894¦ das  Kapital von ihm aus
       und kehrt zu ihm zurück. Aber nur als dem Besitzhalter. Der Kapi-
       talist existiert doppelt. Juristisch und ökonomisch. Als Eigentum
       kehrt es  daher auch zu dem juristischen Kapitalisten, [dem] left
       handed Sam  1*), zurück.  Aber die Rückkehr des Kapitals, die die
       Erhaltung seines  Werts einschließt,  es als sich erhaltenden und
       verewigenden Wert  setzt, ist  wohl vermittelt für Kapitalist Nr.
       II, aber  nicht für  Kapitalist Nr.  I. Die  Rückkehr drückt sich
       hier daher auch nicht aus als Konsequenz und Resultat einer Reihe
       ökonomischer Prozesse,  sondern infolge  einer besondren juristi-
       schen Transaktion  zwischen Käufer  und Verkäufer; daß es  v e r-
       l i e h n,   s t a t t   v e r k a u f t,  a l s o  n u r  t e m-
       p o r ä r   v e r ä u ß e r t   w i r d.   Was in der Tat  v e r-
       k a u f t   w i r d,   i s t  s e i n  G e b r a u c h s w e r t,
       der  h i e r  d e r  i s t,  T a u s c h w e r t  zu setzen, Pro-
       fit zu  produzieren, mehr  Wert zu  produzieren,  als  es  selbst
       enthält. Als  Geld ändert  es sich nicht durch den Gebrauch. Aber
       als Geld wird es ausgegeben, und als Geld strömt es zurück.
       Die Form, worin es zurückströmt, hängt von der Reproduktionsweise
       des Kapitals  ab. Wird es als Geld verliehn, so retourniert es in
       der Form des zirkulierenden Kapitals, sein ganzer Wert + Surplus-
       wert, hier  den Teil  des Surpluswerts  oder Profits, der sich in
       Zins auflöst:  die ausgeliehne Geldsumme + der aus ihr entsprung-
       nen Zuwachssumme.
       Wird es  in der  Form von  Maschinerie, Baulichkeiten etc. ausge-
       liehn, kurz,  in einer stofflichen Form, worin es im Produktions-
       prozeß als  fixes Kapital funktionieren muß, so retourniert es in
       der Form des fixen Kapitals,
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       1*) (soviel wie:) Nebengemahl
       
       #451# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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       als Annuité  1*), d.h. z.B., jährlich = dem Ersatz für das déchet
       2*), = dem Wertteil desselben, der in Zirkulation getreten ist, +
       dem Teil  der surplus  value, der  als Profit (hier Teil des Pro-
       fits, Zins)  auf das  fixe Kapital berechnet ist (nicht soweit es
       fixes Kapital,  sondern soweit  es Kapital  von bestimmter  Größe
       überhaupt ist).
       In dem  Profit als  solchem ist schon die surplus value und daher
       seine wirkliche Quelle verdunkelt und mystifiziert:
       1. indem, formell  betrachtet, der  Profit ist die  s u r p l u s
       v a l u e,   berechnet auf  das ganze  vorgeschoßne Kapital,  [so
       daß] jeder  Teil des Kapitals, fix oder zirkulierend, in Rohmate-
       rial, Maschinerie  oder Arbeit  ausgelegt, gleich  großen  Profit
       bringt;
       2. indem  durch   die  Bestimmung   der     a l l g e m e i n e n
       P r o f i t r a t e,   wie bei  einem einzelnen  gegebnen Kapital
       von 500  z.B. jedes Fünftel z.B. 10 p.c. bringt, wenn die surplus
       value =  50, so  jetzt jedes Kapital von 500 oder 100, in welcher
       Sphäre tätig,  wie immer  in ihm die Proportion von variablem und
       konstantem Kapital,  wie verschieden seine Umschlagszeit etc., in
       derselben Periode denselben Durchschnittsprofit, z.B. von 10 p.c.
       bringt, wie  jedes andre  Kapital von ganz andren organischen Be-
       dingungen. Indem also der  P r o f i t  der einzelnen Kapitalien,
       isoliert betrachtet,  und der  von ihnen  selbst in  ihrer eignen
       Produktionssphäre geschaffene   M e h r w e r t  real verschiedne
       Größen werden.
       In zwei allerdings nur weiterentwickelt, was schon in eins lag.
       Nun ist es aber diese schon veräußerlichte, von ihrer ersten ein-
       fachen Gestalt,  worin sie noch die Nabelschnur der Geburt zeigt,
       verschiedne und  keineswegs auf den ersten Blick wiedererkennbare
       Form des  Mehrwerts, sein  Dasein als   P r o f i t,   worauf der
       Zins ruht.  Er setzt  den   P r o f i t  - von dem er selbst bloß
       ein unter besondre Kategorie, Rubrik rangierter Teil ist - unmit-
       telbar voraus, nicht den Mehrwert. In dem Zins ist also der Mehr-
       wert wieder viel unerkenntlicher als im Profit, da er sich direkt
       auf den Mehrwert nur in der Form des Profits bezieht.
       Die Zeit  des Return  hängt vom  wirklichen Produktionsprozeß ab;
       beim zinstragenden Kapital scheint seine Rückkehr als Kapital von
       der bloßen  Konvention zwischen  Verleiher und Borger abzuhängen.
       So daß  der Return  des Kapitals  mit Bezug auf diese Transaktion
       nicht mehr  als durch  den Produktionsprozeß  bestimmtes Resultat
       erscheint, sondern  so, als  ob die Form des Geldes keinen Augen-
       blick dem Kapital verlorenginge. Allerdings
       -----
       1*) jährliche Zahlung - 2*) den Verschleiß
       
       #452# Beilagen
       -----
       sind diese transactions durch die real returns 1*) bestimmt. Aber
       das  e r s c h e i n t  nicht in der Transaktion selbst.
       ¦¦895¦ Der  Zins als unterschieden von Profit stellt den  W e r t
       des  b l o ß e n  E i g e n t u m s  an  K a p i t a l  dar, i.e.
       macht das Eigentum von Geld (Wertsumme, Ware, in welcher Form im-
       mer) an sich zu Eigentum von Kapital und daher Ware oder Geld für
       sich zu  sich verwertendem  Wert. Die Arbeitsbedingungen sind al-
       lerdings bloß Kapital, sofern sie dem Arbeiter gegenüber als sein
       Nichteigentum und  daher als  fremdes Eigentum funktionieren. Als
       solches funktionieren  sie aber  nur im Gegensatz zur Arbeit. Das
       g e g e n s ä t z l i c h e  D a s e i n  d i e s e r  B e d i n-
       g u n g e n   g e g e n  d i e  A r b e i t  m a c h t  i h r e n
       E i g e n t ü m e r   z u m   K a p i t a l i s t e n   und diese
       von ihm  besessenen Bedingungen  zu  Kapital.  In  der  Hand  des
       moneyed capitalist  2*) A  besitzt das  Kapital aber nicht diesen
       gegensätzlichen Charakter,  der es  zum Kapital  macht, also auch
       das Eigentum  an Geld  als Kapitaleigentum  erscheinen läßt.  Die
       r e a l e     F o r m b e s t i m m t h e i t,      w o d u r c h
       G e l d  o d e r  W a r e  K a p i t a l  w i r d,  i s t  a u s-
       g e l ö s c h t.   Der moneyed  [capitalist] A  steht  in  keiner
       Weise dem  Arbeiter gegenüber,  sondern nur  einem  andren  Kapi-
       talisten B.  Was er  ihm verkauft,  ist in der Tat der "Gebrauch"
       des Gelds; die Wirkungen, die es hervorbringen wird, when conver-
       ted into productive capital 3*). Aber der Gebrauch ist in der Tat
       nicht, was er direkt verkauft. Verkaufe ich Ware, so verkaufe ich
       einen bestimmten Gebrauchswert. Kaufe ich Geld mit Ware, so kaufe
       ich den funktionellen Gebrauchswert, den Geld als die verwandelte
       Form der  Ware hat. Ich verkaufe nicht den Gebrauchswert der Ware
       neben ihrem  Tauschwert, noch  kaufe ich den besondren Gebrauchs-
       wert des  Gelds neben dem Geld selbst. Als Geld hat aber das Geld
       - vor  seiner Verwandlung und Funktion als Kapital, die es in der
       Hand des  money-lender 4*)  nicht verrichtet  - keinen andren Ge-
       brauchswert als den, den es als Ware besitzt (Gold, Silber, seine
       stoffliche Substanz) oder als Geld, verwandelte Form der Ware. In
       der Tat, was der money-lender dem industriellen Kapitalisten ver-
       kauft - was in dieser Transaktion vorgeht, ist nur dies: Er über-
       läßt ihm  das Eigentum  an dem Geld für bestimmte Zeit. Er veräu-
       ßert seinen  Eigentumstitel für a certain term 5*), und damit hat
       der industrielle  Kapitalist das Eigentum für a certain term gek-
       auft. Sein  Geld erscheint  daher als Kapital, bevor es veräußert
       wird; das  bloße Eigentum von Geld oder Ware - getrennt vom kapi-
       talistischen Produktionsprozeß - als Kapital.
       Daß es sich als Kapital erst nach der Veräußerung bewährt, ändert
       an der  Sache nichts,  sowenig es  am Gebrauchswert der Baumwolle
       ändert, daß
       -----
       1*) wirklichen  Rückflüsse - 2*) Geldkapitalisten - 3*) sobald es
       in produktives  Kapital verwandelt ist - 4*) Geldverleihers - 5*)
       eine gewisse Zeit
       
       #453# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
       -----
       ihr Gebrauchswert sich erst nach ihrer Veräußerung an den Spinner
       bewährt, oder der Gebrauchswert des Fleisches erst, sobald es aus
       dem Laden des Metzgers auf den Tisch des Konsumenten übergegangen
       ist. Geld,  sobald es nicht zur Konsumtion verausgabt wird, Ware,
       sobald sie nicht wieder der Konsumtion des Eigentümers dient, ma-
       chen daher  ihren Eigentümer zum Kapitalisten und sind für sich -
       getrennt vom kapitalistischen Produktionsprozeß und  v o r  ihrer
       Verwandlung in  "produktives" Kapital  - Kapital.  D.h. also sich
       selbst verwertender,  erhaltender und  vermehrender Wert.  Es ist
       ganz so  ihre immanente Eigenschaft, Wert zu schaffen, Zins abzu-
       werfen, wie  die Eigenschaften  eines Birnbaums, Birnen zu produ-
       zieren. Und als solch zinstragendes Ding verkauft der moneylender
       sein Geld  an den  industriellen Kapitalisten. Da es sich erhält,
       sich erhaltender Wert ist, so kann der industrielle Kapitalist es
       retournieren nach  beliebig kontrahierter Frist. Da es bestimmten
       Mehrwert, Zins, jährlich schafft, vielmehr in jedem Zeitraum Wert
       ihm anwächst,  so kann  er auch  diesen Mehrwert jährlich oder in
       jeder andren konventionell bestimmten Frist an den Verleiher zah-
       len. Das  Geld als  Kapital wirft  ja ebenso täglich Mehrwert ab,
       wie  die  Lohnarbeit.  Während  der  Zins  bloß  ein    u n t e r
       b e s o n d r e m   N a m e n   f i x i e r t e r   T e i l   des
       Profits ist,   e r s c h e i n t   der Zins  h i e r  als das dem
       Kapital als  solchem, vom  Produktionsprozeß getrennt,  und daher
       nur dem bloßen Eigentum desselben, dem Eigentum von Geld und Ware
       [Geschuldete], getrennt  von den Verhältnissen, die diesem Eigen-
       tum den Charakter des kapitalistischen Eigentums, weil den Gegen-
       satz gegen  die Arbeit,  geben; [der  Zins erscheint als] nur dem
       bloßen Eigentum  des Kapitals,  und daher dem Kapital eigentlich,
       eigentümliche   M e h r w e r t s c h ö p f u n g,   während  der
       i n d u s t r i e l l e  P r o f i t  umgekehrt als bloßer Zusatz
       erscheint, den  der Leiher  durch seine  produktive Anwendung des
       Kapitals (oder  wie das auch ausgedrückt wird, durch seine Arbeit
       als Kapitalist  Funktion als Kapitalist = Arbeit hier gesetzt; ja
       mit der  Lohnarbeit identifiziert;  indem der  wirklich im ¦¦896¦
       Produktionsprozeß fungierende  industrielle Kapitalist in der Tat
       als tätiger Agent der Produktion, als Arbeiter gegenüber dem fau-
       len, untätigen  Verleiher des  Gelds erscheint,  der die Funktion
       des Eigentums getrennt und außerhalb des Produktionsprozesses be-
       kleidet), i.e. Exploitation der Arbeiter sich vermittelst des ge-
       liehnen Kapitals erwirbt.
       Der  Z i n s,  nicht der  P r o f i t,  e r s c h e i n t  so als
       die aus   dem  Kapital als  solchem, und daher als aus dem bloßen
       Eigentum des  Kapitals strömende   W e r t s c h ö p f u n g  des
       Kapitals; daher  die von dem Kapital eigentümlich geschaffene Re-
       venue. In dieser Form wird es daher auch von den Vulgärökonomen
       
       #454# Beilagen
       -----
       aufgefaßt. In  dieser Form  ist alle Vermittlung ausgelöscht, und
       die Fetischgestalt  des Kapitals  wie  die  Vorstellung  von  dem
       K a p i t a l f e t i s c h   fertig. Die  Gestalt  erzeugt  sich
       notwendig dadurch,  daß das juristische Eigentum des Kapitals von
       seinem ökonomischen  sich trennt,  und die  Aneignung eines Teils
       des Profits,  unter dem Namen Zins, einem von dem Produktionspro-
       zeß ganz  getrennten Kapital  an sich  oder    K a p i t a l e i-
       g e n t ü m e r  zuströmt.
       Für den  Vulgärökonomen, der  das Kapital als selbständige Quelle
       des Werts, der Wertschöpfung darstellen will, ist natürlich diese
       Form ein  gefundnes Fressen, eine Form, worin die Quelle des Pro-
       fits nicht mehr erkenntlich und das Resultat des kapitalistischen
       Prozesses -  getrennt von  dem Prozeß  - ein selbständiges Dasein
       erhält. In  G-W-G' ist  noch Vermittlung enthalten. In G-G' haben
       wir die  begriffslose Form  des Kapitals, die Verkehrung und Ver-
       sachlichung des Produktionsverhältnisses in der höchsten Potenz.
       Der   a l l g e m e i n e n   P r o f i t r a t e  entspricht na-
       türlich eine allgemeine Zinsrate oder allgemeiner Zinsfuß. Es ist
       hier nicht  unsre Absicht,  dies weiter  zu entwickeln, indem die
       Analyse des  zinstragenden Kapitals  nicht diesem allgemeinen Ab-
       schnitt, sondern  dem Abschnitt  über den  K r e d i t  angekört.
       [120] Wichtig  dagegen, um  diese Erscheinungsform  des  Kapitals
       ganz herauszuarbeiten,  die Bemerkung,  daß die  allgemeine  Pro-
       fitrate ungleich  weniger als  ein handgreifliches, festes Faktum
       erscheint, wie  die   Z i n s r a t e   oder der   Z i n s f u ß.
       Der Zinsfuß schwankt zwar beständig. Heute (auf dem Geldmarkt für
       den industriellen  Kapitalisten, und davon handeln wir allein) 2,
       morgen 3,  übermorgen 5 p.c. Aber er ist 2, 3, 5 Prozent für alle
       Leiher. Es  ist ein  allgemeines Verhältnis  jeder Geldsumme, von
       100 £  2, 3, 5 p.c. abzuwerfen, während dieselbe Wertsumme in der
       wirklichen Funktion als Kapital in den besondren Produktionssphä-
       ren sehr  verschiedne wirkliche Profite abwirft, aus deren Abwei-
       chung vom  idealen Durchschnittsniveau  sich beständig  nur durch
       einen Prozeß,  eine Reaktion das Niveau herstellt, und dies immer
       nur in  längern Zirkulationsepochen des Kapitals. Während einiger
       Jahre steht  die Profitrate  höher in bestimmten Sphären, während
       der folgenden niedriger. Die Jahre zusammengefaßt oder eine Serie
       solcher evolutions  1*), wird  im   D u r c h s c h n i t t   der
       average profit 2*) herauskommen. So erscheint er aber nie als un-
       mittelbar Gegebnes, sondern nur als das Durchschnittsresultat wi-
       dersprechender Oszillationen.  Anders mit  dem Zinsfuß. Er ist in
       seiner   A l l g e m e i n h e i t  ein täglich fixiertes Faktum,
       ein Faktum,  das dem industriellen Kapitalisten sogar als Voraus-
       setzung und ein Item der
       -----
       1*) Entwicklungen - 2*) Durchschnittsprofit
       
       #455# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
       -----
       Kalkulation bei  seinen Operationen  dient. Die  allgemeine  Pro-
       fitrate existiert  in der  Tat nur  als ideale Durchschnittszahl,
       soweit sie  zur Schätzung  der wirklichen Profite dient; sie exi-
       stiert nur als Durchschnittszahl, als Abstraktion, soweit sie als
       für sich  Fertiges, Bestimmtes,  Gegebnes fixiert  wird;  in  der
       Wirklichkeit aber  ist sie nur in der bestimmenden Tendenz in der
       Bewegung der  Ausgleichung der  wirklichen verschiednen Profitra-
       ten, sei es des einzelnen Kapital in derselben Sphäre, sei es der
       verschiednen Kapitalien in den verschiednen Produktionssphären.
       ¦¦897¦ Was der Verleiher vom Kapitalisten verlangt, ist berechnet
       auf die   a l l g e m e i n e   P r o f i t r a t e    (average),
       nicht seine  individuelle Abweichung  davon. Das    a v e r a g e
       wird hier  zur   V o r a u s s e t z u n g.   Der Zinsfuß  selbst
       v a r i i e r t,  aber für alle  L e i h e r.
       Ein bestimmter,  gleicher Zinsfuß  existiert dagegen nicht nur im
       Durchschnitt, sondern  faktisch (wenn  auch mit  Variationen zwi-
       schen Minimum  und Maximum,  je nachdem der Borger first rate 1*)
       oder nicht),  und [es]  erscheinen vielmehr  die Abweichungen als
       Ausnahmen, motiviert  durch  besondre  Umstände.  Meteorologische
       Bulletins zeichnen nicht genauer den Stand des Barometers an, als
       Börsenbulletins den Stand des Zinsfußes nicht für dieses oder je-
       nes Kapital,  sondern für  das   a u f   d e m  G e l d m a r k t
       b e f i n d l i c h e,   d.h.   v e r l e i h b a r e    K a p i-
       t a l.
       Es ist  hier nicht der Ort, auseinanderzusetzen, woher diese grö-
       ßre Fixität  und Gleichheit des Zinsfußes für das verleihbare Ka-
       pital, im  Gegensatz zu und Unterschied von der minder greifbare-
       ren Form  der allgemeinen Profitrate. Eine solche Auseinanderset-
       zung gehört in den Abschnitt vom Kredit. Soviel aber auf der Hand
       liegend: Die Oszillationen der  P r o f i t r a t e  - ganz abge-
       sehn von  den besondren  Vorteilen, die einzelne Kapitalisten in-
       nerhalb derselben  Produktionssphäre genießen  - innerhalb  jeder
       Sphäre hängen  von dem jedesmaligen Stand der Marktpreise und ih-
       ren Oszillationen  um die  Kostenpreise ab.  Der Unterschied  der
       P r o f i t r a t e n   in den   v e r s c h i e d n e n  Sphären
       kann nur  durch Vergleichung  der  Marktpreise  der  verschiednen
       Sphären, also  der   v e r s c h i e d n e n   Waren, mit den Ko-
       stenpreisen der verschiednen Waren erkannt werden. Das Sinken der
       Profitrate in  einer besondren  Sphäre unter  den idealen  Durch-
       schnitt, wenn  es sich  verlängert, reicht hin, um Kapital dieser
       Sphäre zu entziehn oder die Zufuhr von neuem Kapital on the aver-
       age scale  2*) von  ihr auszuschließen. Denn es ist noch mehr die
       Zufuhr des neuen additional 3*) Kapitals als die Distribution des
       investierten, die  die Verteilung  des Kapitals  an die besondren
       Sphären
       -----
       1*) von  gutem Ruf  - 2*)  im durchschnittlichen Ausmaß - 3*) zu-
       sätzlichen
       
       #456# Beilagen
       -----
       ausgleicht. Dagegen der  s u r p l u s  p r o f i t  in besondren
       Sphären wird  erst erkennbar  durch Vergleichung  der Marktpreise
       mit den  Kostenpreisen Sobald  der Unterschied  in der einen oder
       andren Weise  sich zeigt,  [setzt ein]  Aus- und Einwanderung der
       Kapitalien von  und zu den besondren Sphären. Abgesehn davon, daß
       dies ein  Akt der  Ausgleichung, der  Zeit braucht  erscheint der
       Durchschnittsprofit in  jeder besondren  Sphäre selbst nur in dem
       Durchschnitt der Profitraten, die z.B. während eines Zyklus von 7
       Jahren etc.,  je nach  der Natur des Kapitals, realisiert werden.
       Die bloßen  Schwankungen   u n t e r  und  ü b e r,  wenn sie das
       Durchschnittsmaß nicht  übersteigen, nicht  außerordentliche Form
       annehmen, sind also nicht hinreichend, transfer of capital 1*) zu
       bewirken, wozu  noch die Schwierigkeiten hinzukommen, die das ca-
       pital fixe  den transfers entgegensetzt. Augenblickliche Konjunk-
       turen können  nur wirken in beschränktem Maß und mehr auf die An-
       ziehung oder  Abstoßung von additional capital als auf die Redis-
       tribution des in den verschiednen Sphären investierten Kapitals.
       Man sieht,  dies Ganze  ist eine sehr verwickelte Bewegung, wobei
       sowohl die  Marktpreise in jeder besondren Sphäre, die komparati-
       ven Kostenpreise  der verschiednen Waren, Stand von Nachfrage und
       Zufuhr innerhalb  jeder Sphäre,  wie Konkurrenz  der Kapitalisten
       der verschiednen  Sphären in  Betracht kommt,  und wobei außerdem
       die raschere oder langsamere Ausgleichung abhängt von der besond-
       ren organischen  Zusammensetzung der  Kapitalien (z.B. mehr fixes
       oder zirkulierendes)  und von der besondren Natur ihrer Waren, je
       nachdem ihre  Natur als  Gebrauchswerte raschere  Entziehung  vom
       Markt, Verminderung  oder Vermehrung der Zufuhr leichter erlaubt,
       entsprechend dem Stand der Marktpreise.
       Dagegen bei  dem Geldkapital - auf dem Geldmarkt - stehn sich nur
       zwei Sorten  von Käufern und Verkäufern, von Nachfrage und Zufuhr
       gegenüber. Auf  der einen  Seite die leihende Kapitalistenklasse,
       auf der  andren die  verleihende. Die  Ware hat  dieselbe Form  -
       Geld. Alle  besondren Gestalten, die das Kapital annimmt, je nach
       der besondren Produktionssphäre oder Zirkulationssphäre, worin es
       angelegt ist, sind hier ausgelöscht. Es existiert hier in der un-
       terschiedslosen, sich  selbst gleichen  Gestalt des selbständigen
       Tauschwerts, des  Geldes. Die  Konkurrenz der  besondren  Sphären
       hört hier  auf; sie sind alle zusammengeworfen als Geldleiher und
       das Kapital steht allen auch gegenüber in der Form, worin es noch
       gleichgültig gegen  die Formen  seiner Anwendung ist. Als was das
       produktive Kapital  ¦¦898¦   n u r   i n   d e r  B e w e g u n g
       u n d   d e r   K o n k u r r e n z  z w i s c h e n  d e n  b e-
       s o n d r e n
       -----
       1*) Übertragung von Kapital
       
       #457# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
       -----
       S p h ä r e n   e r s c h e i n t,   a l s  g e m e i n s a m e s
       K a p i t a l   d e r   K l a s s e,   t r i t t   e s    h i e r
       w i r k l i c h,   d e r    W u c h t    n a c h,    i n    d e r
       N a c h f r a g e   n a c h   K a p i t a l   a u f.  Andrerseits
       besitzt das  Geldkapital (das Kapital auf dem Geldmarkt) wirklich
       die Gestalt, worin es als gemeinsames Element, gleichgültig gegen
       seine besondre  Anwendung, sich  unter die  verschiednen Sphären,
       unter die Kapitalistenklasse verteilt, je nach den Produktionsbe-
       dürfnissen jeder  besondern Sphäre.  Es kömmt hinzu, daß mit Ent-
       wicklung der  großen Industrie das Geldkapital mehr und mehr, so-
       weit es  auf dem Markt auftritt, nicht vom einzelnen Kapitalisten
       vertreten wird,  dem Eigentümer dieses oder jenes Parcels 1*) des
       auf dem  Markt befindlichen  Kapitals, sondern sich konzentriert,
       organisiert, und  ganz anders als die reelle Produktion [als] die
       Kontrolle der  das Kapital vertretenden Bankiers auftritt. So daß
       sowohl, was  die Form  der Nachfrage  angeht, ihm die Wucht einer
       Klasse gegenübertritt;  aber was  die Zufuhr  angeht, es als ver-
       leihbares Kapital   e n   m a s s e,  das verleihbare Kapital der
       Gesellschaft, in wenigen Reservoirs konzentriert, sich darstellt.
       Dies sind  einige der  Gründe, weswegen  die  a l l g e m e i n e
       P r o f i t r a t e   als ein verschwimmendes Nebelbild erscheint
       neben dem   f i x e n   Z i n s f u ß,   der zwar schwankt seiner
       Größe nach,  was aber  ebensowenig verhindert, daß er gleichmäßig
       für alle Borger schwankt, und ihnen daher stets als Fixes, Gegeb-
       nes gegenübertritt,  wie der Wertwechsel des Geldes es nicht hin-
       dert, allen  Waren gegenüber  gleichen Wert  zu  haben.  Wie  die
       Marktpreise der  Waren täglich  schwanken, was sie nicht hindert,
       täglich   q u o t i e r t   zu werden, so der Zinsfuß, der ebenso
       regelmäßig als  Preis des  Geldes  q u o t i e r t  wird. Es ist,
       weil das  Kapital hier  selbst als  besondre Ware angeboten ist -
       G e l d   -; die  Fixation seines   Preises   daher  Fixation des
       M a r k t p r e i s e s   wie bei  allen andren  Waren  ist;  die
       Zinsrate sich  daher stets  als   a l l g e m e i n e    Z i n s-
       r a t e,   als soviel  für soviel  Geld, darstellt,  während  die
       Profitrate innerhalb  derselben Sphäre  verschieden sein kann bei
       gleichen Marktpreisen  der Waren  (je nach den Bedingungen, worin
       die einzelnen  Kapitalien dieselbe  Ware  produzieren;  denn  die
       besondre Rate  des Profits  hängt nicht  vom Marktpreis der Ware,
       sondern von der Differenz zwischen dem Marktpreis und Kostenpreis
       ab)  und  innerhalb  der  verschiednen  Sphären  sich  nur  durch
       beständige Oszillationen  im Prozesse ausgleicht. Mit einem Wort:
       Erst im  moneyed capital,  dem verleihbaren  Geldkapital ist  das
       Kapital zur   W a r e   geworden,  deren sich  selbst verwertende
       Qualität einen   f i x e n   Preis  hat, der im jedesmaligen Zins
       quotiert ist.
       -----
       1*) Bruchteils
       
       #458# Beilagen
       -----
       Als zinstragendes  Kapital, und zwar in seiner unmittelbaren Form
       als   z i n s t r a g e n d e s  G e l d k a p i t a l  (die and-
       ren Formen  des zinstragenden  Kapitals, die  uns hier nicht küm-
       mern, sind  wieder von  dieser Form  abgeleitet und  unterstellen
       sie), hat das Kapital daher seine reine Fetischform erhalten. Er-
       stens durch  sein fortwährendes  Dasein als Geld eine Form, worin
       alle Bestimmtheit desselben ausgelöscht und seine realen Elemente
       unsichtbar sind;  es als  bloßes Dasein des selbständigen Tausch-
       werts, als verselbständigter Wert existiert. In dem realen Prozeß
       des Kapitals  ist die Geldform eine verschwindende. Auf dem Geld-
       markt existiert  es stets  in dieser  Form. Zweitens, der von ihm
       erzeugte Mehrwert,  wieder in  der Form des Geldes, erscheint ihm
       als solchem  zukommend, daher dem bloßen Eigentümer des Geldkapi-
       tals, des  Kapitals, getrennt von seinem Prozeß. G-W-G' wird hier
       G-G' und zwar erscheint, wie seine Form hier die unterschiedslose
       Geldform ist  - Geld ist ja grade die Form, worin der Unterschied
       der  Waren   als  Gebrauchswerte,  daher  auch  der    U n t e r-
       s c h i e d   d e r   p r o d u k t i v e n  K a p i t a l i e n,
       d i e     a u s    d e n    E x i s t e n z b e d i n g u n g e n
       d i e s e r   W a r e n   b e s t e h n,   d i e  b e s o n d r e
       F o r m     d e r    p r o d u k t i v e n    K a p i t a l i e n
       s e l b s t  a u s g e l ö s c h t  i s t  - so der Mehrwert, den
       es erzeugt, das Mehrgeld, was es wird oder ist, in bestimmter, an
       der Masse  der Geldsumme  selbst gemeßner Rate. [Bei] 5 p.c. Zins
       100 als Kapital ist 105. So die rein handgreifliche Form des sich
       verwertenden Werts  oder des geldschaffenden Geldes. Zugleich die
       rein gedankenlose  Form. Die  unbegreifliche, mystifizierte.  Wir
       gingen in  der Entwicklung des Kapitals aus von G-W-G, wovon G-G'
       nur das  Resultat  war.  [121]  Wir  finden  jetzt  G-G'    a l s
       S u b j e k t.   Wie das  Wachsen dem  Baum,  so  das  Geldzeugen
       (????? 1*)) dem Kapital in dieser seiner reinen Form als Geld ei-
       gen. Die unbegreifliche Form, die wir an der Oberfläche vorfinden
       und von der wir in der Analyse daher ausgingen, finden wir wieder
       als das  Resultat des  Prozesses, worin nach und nach die Gestalt
       des Kapitals immer entfremdeter und beziehungsloser auf sein inn-
       res Wesen wird.
       ¦¦899¦ Geld  als die verwandelte Form der Ware war das, wovon wir
       ausgingen.  G e l d  a l s  d i e  v e r w a n d e l t e  F o r m
       d e s   K a p i t a l s   ist das,  wozu wir kommen, ganz wie wir
       die Ware  als Voraussetzung und Resultat des Produktionsprozesses
       des Kapitals erkannt haben.
       In dieser seiner wunderlichsten und zugleich der populärsten Vor-
       stellung nächsten  Gestalt ist das Kapital sowohl die "Grundform"
       der Vulgärökonomen als der nächste Angriffspunkt einer oberfläch-
       lichen Kritik;  das erstere,  teils weil  der innre  Zusammenhang
       hier am wenigsten erscheint und
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       1*) Zins: Geborenes
       
       #459# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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       das Kapital  in einer  Form auftritt,  worin es  als selbständige
       Quelle von  Wert   s c h e i n t;  teils weil in dieser Form sein
       g e g e n s ä t z l i c h e r  Charakter total vertuscht und aus-
       gelöscht ist, kein Gegensatz zur Arbeit. Anderseits Angriff, weil
       es die  Form ist,  worin  es  am  irrationellsten  auftritt.  den
       leichtesten Angriffspunkt für die Vulgärsozialisten bietet.
       Die Polemik  der bürgerlichen Ökonomen im 17. Jahrhundert (Child,
       Culpeper etc.) gegen den Zins als selbständige Form des Mehrwerts
       ist nur  der Kampf der aufkommenden industriellen Bourgeoisie ge-
       gen die  altmodischen Wucherer,  Monopoliseurs des  Geldvermögens
       damals. Das  zinstragende Kapital  ist hier noch an ante diluvian
       form of  capital 1*), die erst dem industriellen Kapital unterge-
       ordnet werden  und die abhängige Stellung davon bekommen muß, die
       es auf  Basis der  kapitalistischen  Produktion  theoretisch  und
       praktisch einnehmen  muß. Die  Bourgeoisie stand  nicht  an,  die
       Staatshilfe hier  wie anderwärts  zu Hilfe zu nehmen, wo es galt,
       die  vorgefundnen,  überlieferten  Produktionsverhältnisse  ihren
       eignen adäquat zu machen.
       Es ist  klar, daß eine andre Verteilung des Profits zwischen ver-
       schiednen Sorten  Kapitalisten, also Heraufsetzen des industriel-
       len Profits  durch Herabsetzen  des Zinsfußes  und umgekehrt, das
       Wesen der  kapitalistischen Produktion  in keiner  Weise berührt.
       Der gegen  das zinstragende Kapital als die "Grundform" des Kapi-
       tals gerichtete  Sozialismus ist  also nicht  nur selbst bis über
       die Ohren in dem bürgerlichen Horizont befangen. Soweit seine Po-
       lemik nicht  ein mißverstandner, in dunklem Drang gegen das Kapi-
       tal selbst  gerichteter Angriff  und Kritik ist - welcher es aber
       identifiziert mit  einer abgeleiteten  Form desselben  -, ist  er
       durchaus nichts  als sozialistisch verkleidetes Drängen nach Ent-
       wicklung des  bürgerlichen Kredits,  drückt also  nur die  Unent-
       wickeltheit der Verhältnisse in dem Lande aus, worin solche Pole-
       mik sich  sozialistisch gebart,  ist selbst nur ein theoretisches
       Symptom  der   kapitalistischen  Entwicklung,   obgleich   dieses
       bürgerliche Streben  sehr haarsträubende Formen, wie z.B. die des
       "crédit gratuit"  [122]  annehmen  kann.  So  St.-Simonismus  mit
       seiner Verherrlichung  des Bankiertums.  (Crédit mobiliert  [123]
       später.)
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       1*) eine antediluvianische Form des Kapitals
       

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