Quelle: MEW 26.3 Theorien über den Mehrwert - Dritter Teil
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Revenue and its sources 1*).
Die Vulgärökonomie [118]
[1.] Entwicklung des zinstragenden Kapitals auf Basis der kapita-
listischen Produktion. [119] [Das zinstragender Kapital als eine
Fetischform des Kapitals. Vulgärökonomen und Vulgärsozialisten
über Kapitalzins]
¦¦XV-891¦ Die Form der Revenue und die Quellen der Revenue drüc-
ken die Verhältnisse der kapitalistischen Produktion in der
f e t i s c h a r t i g s t e n Form aus. Es ist ihr Dasein, wie
es an der Oberfläche scheint, von dem verborgnen Zusammenhang und
den vermittelnden Zwischengliedern getrennt. So wird die Erde die
Quelle der G r u n d r e n t e, das K a p i t a l die Quelle
des P r o f i t s und die A r b e i t die Quelle des A r-
b e i t s l o h n s. Die verdrehte Form, worin die wirkliche
Verkehrung sich ausdrückt, findet sich natürlich reproduziert in
den Vorstellungen der Agenten dieser Produktionsweise. Es ist
dies eine Fiktionsweise ohne Phantasie, eine Religion des Vulgä-
ren. Die Vulgärökonomen - sehr zu unterscheiden von den ökonomi-
schen Forschern, die wir kritisiert - übersetzen in der Tat die
Vorstellungen, Motive etc. der in der kapitalistischen Produktion
befangnen Träger derselben, in denen sie sich nur in ihrem ober-
flächlichen Schein reflektiert. Sie übersetzen sie in eine dok-
trinäre Sprache, aber vom Standpunkt des herrschenden Teils aus,
der Kapitalisten, daher nicht naiv und objektiv, sondern apologe-
tisch. Das bornierte und pedantische Aussprechen der Vulgärvor-
stellungen, die sich notwendig in den Trägern dieser Produktions-
weise erzeugen, ist sehr verschieden von dem Drang der politi-
schen Ökonomen, wie Physiokraten, A. Smith, Ric[ardo], den innren
Zusammenhang zu begreifen.
Indes von allen diesen Formen ist der vollständigste Fetisch das
z i n s t r a g e n d e K a p i t a l. Wir haben hier den ur-
sprünglichen Ausgangspunkt des
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1*) Revenue und ihre Quellen
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Kapitals - Geld - und die Formel G-W-G', reduziert auf ihre bei-
den Extreme G-G'. Geld, das mehr Geld schafft. Es ist die ur-
sprüngliche und allgemeine Formel des Kapitals auf ein sinnloses
Resumé zusammengezogen.
Die E r d e oder N a t u r als Quelle der G r u n d r e n-
t e, i.e. des Grundeigentums, ist fetischartig genug. Aber durch
eine angenehme Verwechslung von Gebrauchswert und Tauschwert
bleibt der gewöhnlichen Vorstellung noch die Zuflucht von der
Produktivkraft der Natur selbst, die durch irgendeinen Hokuspokus
sich im Landlord personifiziert.
Die Arbeit als Quelle des Arbeitslohns, d.h. eines durch spezi-
fisch gesellschaftliche Form der Arbeit bestimmten Anteils des
Arbeiters an seinem Produkt, die Arbeit als Quelle davon, daß der
Arbeiter von dem Produkt (dem Kapital, stofflich betrachtet)
durch seine Arbeit sich die Erlaubnis zu produzieren erkauft und
in der Arbeit die Quelle besitzt, wodurch ihm ein Teil seines
Produkts als Bezahlung von diesem Produkt als Arbeitgeber zurück-
strömt, ist auch schön genug. Aber die gewöhnliche Vorstellung
ist doch hier soweit mit der Sache selbst im Einklang, daß, wenn
sie auch Arbeit mit Lohnarbeit verwechselt, daher das Produkt der
Lohnarbeit den Arbeitslohn - mit dem Produkt der Arbeit, dennoch
das Eine dem gesunden Menschenverstand klar bleibt, daß die Ar-
beit selbst ihren Lohn schafft.
Vom 1*) K a p i t a l, soweit es im P r o d u k t i o n s-
p r o z e ß betrachtet wird, bleibt immer mehr oder minder die
Vorstellung, daß es ein Instrument ist, fremde Arbeit zu fischen.
Dies mag als "Recht" oder "Unrecht", begründet oder unbegründet,
verhandelt werden, das Verhältnis des Kapitalisten zum Arbeiter
ist hier immer unterstellt und untergedacht.
Soweit das K a p i t a l im Z i r k u l a t i o n s p r o-
z e ß erscheint, was der gewöhnlichen Anschauung besonders ent-
gegentritt im K a u f m a n n s k a p i t a l, als einer Sorte
Kapital, die bloß mit dieser Operation betraut ist, so wird der
Profit hier teils von einer dumpfen Vorstellung allgemeiner
Prellerei begleitet oder spezieller so, daß der Kaufmann den
industriellen Kapitalisten prellt, oder auch den Konsumenten, wie
der industrielle Kapitalist den Arbeiter oder die Produzenten
sich wechselweis. Jedenfalls wird der Profit hier aus dem
exchange 2*) erklärt, also aus einem gesellschaftlichen Verhält-
nis, nicht aus einem Ding.
Dagegen in dem z i n s t r a g e n d e n K a p i t a l ist der
Fetisch vollendet. Es ist dies das fertige Kapital - wonach es
Einheit des Produktionsprozesses und
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1*) In der Handschrift: D. - 2*) Austausch
#447# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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Zirkulationsprozesses -, daher in bestimmter Zeitperiode bestimm-
ten Profit bringt. In der Form des zinstragenden Kapitals bleibt
bloß diese Bestimmung, ohne die Vermittlung von Produktionsprozeß
und Zirkulationsprozeß. In Kapital und Profit ist noch die Erin-
nerung an die Vergangenheit desselben, obgleich durch die Ver-
schiedenheit des Profits vom Mehrwert, den uniformen Profit aller
Kapitalien - allgemeine Profitrate - das Kapital schon ¦¦892¦
sehr verdunkelt, Dunkelding und mystère wird.
Im zinstragenden Kapital ist dieser a u t o m a t i s c h e
F e t i s c h v o l l e n d e t, der sich selbst verwertende
Wert, das geldmachende Geld, und trägt es in dieser Form keine
Narben seiner Entstehung mehr. Das gesellschaftliche Verhältnis
ist vollendet als Verhältnis des Dings (Geld, Ware) zu sich sel-
ber.
Die weitre Untersuchung über den Zins und sein Verhältnis zum
Profit gehört nicht hierher; sowenig wie die Untersuchung, in
welchem Verhältnis der Profit sich teilt in industriellen Profit
und Zins. Soviel klar, daß in Kapital und Zins das Kapital als
mysteriöse und selbstschöpferische Quelle des Zinses, seiner Ver-
mehrung, vollendet ist. In dieser Form existiert das Kapital da-
her auch für die Vorstellung besonders. Es ist das Kapital p a r
e x c e l l e n c e.
Da auf Grundlage der kapitalistischen Produktion eine bestimmte
Wertsumme, in Geld oder Waren dargestellt - eigentlich in Geld,
der verwandelten Form der Ware -, die Macht gibt, ein bestimmtes
Quantum Arbeit gratis aus den Arbeitern auszuziehn, bestimmte
surplus value, surplus labour, surplus produce 1*) sich anzueig-
nen, so klar, daß das Geld selbst als Kapital verkauft werden
kann, aber als eine Ware sui generis 2*), oder daß Kapital in der
Form von Ware oder Geld gekauft werden kann.
Es kann als Quelle des Profits verkauft werden. Durch Geld etc.
befähige ich den andren, sich surplus value anzueignen. Es ist
also in der Ordnung, daß ich einen Teil dieser surplus value er-
halte. Wie das Land Wert hat, weil es mich befähigt, einen Teil
der surplus value abzufangen, ich also in dem Land bloß diese
durch es abgefangne surplus value zahle, so im Kapital die durch
es geschaffne surplus value. Da im kapitalistischen Produktions-
prozeß der Wert des Kapitals sich verewigt, reproduziert, beseits
seinem Mehrwert, so ist es in der Ordnung, daß, wenn Geld oder
Ware als Kapital verkauft werden, sie nach bestimmter Periode zu
dem Verkäufer retournieren und er es nie veräußert wie die Ware;
[er] das Eigentum daran behält. Geld oder Ware wird so nicht als
Geld oder Ware verkauft, sondern in zweiter Potenz, als Kapital,
als sich vermehrendes Geld oder Warenwert.
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1*) Mehrwert, Mehrarbeit, Mehrprodukt - 2*) eigener Art
#448# Beilagen
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Es vermehrt sich nicht nur, sondern erhält sich im Gesamtprozeß
der Produktion. Es bleibt daher als Kapital für den Verkäufer,
kehrt zu ihm zurück. Der Verkauf besteht darin, daß ein Dritter,
der es als produktives Kapital verwendet, von seinem Profit, den
er nur durch dies Kapital macht, bestimmten Teil dem Besitzer des
Kapitals zu zahlen [hat]. Es wird vermietet wie das Land als ein
wertschaffendes Ding, das sich in dieser Wertschöpfung erhält,
beständig retourniert und daher auch dem ursprünglichen Verkäufer
retourniert werden kann. Nur durch den Return 1*) zu ihm ist es
Kapital. Sonst verkaufte er es als Ware oder kaufte mit ihm als
Geld.
Jedenfalls aber ist die Form, für sich betrachtet, die (es 2*)
wird in der Tat periodisch veräußert, als Mittel, Arbeit zu ex-
ploitieren, Mehrwert zu machen), daß das Ding nun als Kapital und
das Kapital als bloßes Ding erscheint, das gesamte Resultat des
kapitalistischen Produktions- und Zirkulationsprozesses als eine
dem Ding inhärente Eigenschaft, und es hängt vom Besitzer von
Geld, i.e. der Ware in ihrer stets austauschbaren Form ab, ob er
es als Geld verausgaben oder als Kapital vermieten will.
Es ist hier das Verhältnis des Kapitals als principal 3*) zu sich
selbst als fructus 4*), und an seinem eignen Wert ist der Profit
gemessen, den es abwirft, ohne durch diesen Prozeß verlorenzuge-
hen (wie dies der Natur des Kapitals entspricht).
Es ist daher klar, warum die oberflächliche Kritik, ganz wie sie
die Ware will und das Geld bekämpft, so sich jetzt mit ihrer re-
formierenden Weisheit gegen das zinstragende Kapital wendet, ohne
die wirkliche kapitalistische Produktion anzutasten, nur eins ih-
rer Resultate angreift. Diese Polemik gegen das zinstragende Ka-
pital vom Standpunkt der kapitalistischen Produktion aus, die
heutzutag als "Sozialismus" sich aufbläht, findet sich übrigens
als Entwicklungsmoment des Kapitals selbst z.B. im 17. Jahrhun-
dert, wo der industrielle Kapitalist sich erst gegen den altmodi-
schen Wucherer, der ihm damals noch übermächtig, durchzusetzen
hatte.
¦¦893¦ Die vollständige V e r s a c h l i c h u n g, V e r-
k e h r u n g und V e r r ü c k t h e i t des Kapitals als
zinstragendes Kapital - worin jedoch nur die innre Natur der
kapitalistischen Produktion, [ihre] Verrücktheit, in handgreif-
lichster Form erscheint - ist das Kapital als "compound interest"
bearing 5*), wo es als ein Moloch erscheint, der die ganze Welt
als das ihm gebührende Opfer verlangt, durch ein mysteriöses Fa-
tum jedoch seine gerechten, aus seiner Natur selbst hervorgehen-
den Forderungen nie befriedigt, stets durchkreuzt sieht.
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1*) Rückfluß - 2*) das Geld - 3*) Summe - 4*) Frucht - 5*)
"Zinseszins" tragend
#449# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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Die charakteristische Bewegung des Kapitals, sowohl im Produkti-
onsprozeß als Zirkulationsprozeß, ist die Rückkehr des Geldes
oder der Ware zu ihrem Ausgangspunkt, zum Kapitalisten. Es drückt
dies sowohl die reale Metamorphose aus, daß die Ware in ihre Pro-
duktionsbedingungen und die Produktionsbedingungen wieder in die
Form der Ware verwandelt werden: Reproduktion. Anderseits die
formelle Metamorphose, daß die Ware in Geld, das Geld wieder in
Ware verwandelt wird. Endlich die Vervielfältigung des Werts,
G-W-G'. Der ursprüngliche Wert, aber im Prozeß sich vergrößernd,
bleibt immer in der Hand desselben Kapitalisten. Nur die Formen
wechseln, worin er ihn in der Hand hat, als Geld, Ware, oder in
der Form des Produktionsprozesses selbst.
Diese R ü c k k e h r des Kapitals zu seinem Ausgangspunkt er-
hält im zinstragenden Kapital eine ganz ä u ß e r l i c h e,
von der wirklichen Bewegung, deren Form sie ist, getrennte Ge-
stalt. A gibt sein Geld aus, nicht als Geld, sondern als Kapital.
Es geht hier kein change 1*) mit dem Geld vor. Es wechselt nur
die Hände. Seine wirkliche Verwandlung in Kapital vollzieht sich
erst in der Hand von B. Aber für A ist es Kapital geworden durch
den Übergang des Geldes aus der Hand von A in die von B. Der
wirkliche Return des Kapitals aus den Produktions- und Zirkulati-
onsprozessen findet für B statt. Aber für A findet der return in
derselben Weise statt wie die Veräußerung. Es geht von der Hand
von B wieder in die von A zurück. Er v e r l e i h t das Geld,
statt es auszugeben.
Jeder Stellenwechsel des Geldes im wirklichen Produktionsprozeß
des Kapitals drückt ein Moment der Reproduktion [aus], sei es
Verwandlung von Geld in Arbeit, sei es Verwandlung der fertigen
Ware in Geld (Schluß des Produktionsakts), sei es Rückverwandlung
des Geldes in Ware (Erneurung des Produktionsprozesses, Wiederbe-
ginn der Reproduktion). Der Stellenwechsel des Geldes, wenn es
als K a p i t a l v e r l i e h n wird, also nicht in Kapital
verwandelt wird, sondern als Kapital in die Zirkulation eintritt,
drückt nichts aus als transfer 2*) desselben Geldes aus einer
Hand in die andre. Der Eigentumstitel bleibt in der Hand des Ver-
leihers, aber der Besitz geht in die Hand des industriellen Kapi-
talisten über. Für den Verleiher aber beginnt die Verwandlung des
Geldes in Kapital von dem Augenblick, wo er es, statt als Geld
auszugeben, es als Kapital ausgibt, d.h. in die Hand des indu-
striellen Kapitalisten gibt. (Es bleibt für ihn Kapital, wenn er
es auch nicht dem Industriellen, sondern dem Verschwender leiht,
oder wenn er einem Arbeiter leiht, der seine Miete nicht zahlen
kann. Die ganze Pfandhausgeschichte.)
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1*) keine Verwandlung - 2*) Übertragung
#450# Beilagen
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Allerdings verwandelt der andre es in Kapital, aber das ist eine
Operation jenseits der, die zwischen Verleiher und Leiher vor-
geht. I n i h r i s t d i e s e V e r m i t t l u n g
a u s g e l ö s c h t, nicht sichtbar, nicht unmittelbar einbe-
griffen. Statt der wirklichen Verwandlung von Geld in Kapital
zeigt sich hier nur die inhaltslose Form derselben. Wie beim Ar-
beitsvermögen w i r d d e r G e b r a u c h s w e r t d e s
G e l d e s h i e r d e r, Tauschwert zu schaffen, g r ö-
ß r e n T a u s c h w e r t, a l s i n i h m s e l b s t
e n t h a l t e n i s t. Es w i r d a l s s i c h v e r-
w e r t e n d e r W e r t v e r l i e h n, [als] Ware, nur
[als] Ware, die sich eben durch diese Eigenschaft von der Ware
als solcher unterscheidet und daher auch eine e i g e n t ü m-
l i c h e F o r m d e r V e r ä u ß e r u n g b e s i t z t.
Der Ausgangspunkt des Kapitals ist der Warenbesitzer, Geldbesit-
zer, kurz, der Kapitalist. Da bei ihm Ausgangspunkt und Rück-
gangspunkt zusammenfallen, kehrt es zum Kapitalisten zurück. Hier
aber existiert der Kapitalist doppelt, der Eigentümer des Kapi-
tals und der industrielle Kapitalist, der wirklich Geld in Kapi-
tal verwandelt. Faktisch strömt ¦¦894¦ das Kapital von ihm aus
und kehrt zu ihm zurück. Aber nur als dem Besitzhalter. Der Kapi-
talist existiert doppelt. Juristisch und ökonomisch. Als Eigentum
kehrt es daher auch zu dem juristischen Kapitalisten, [dem] left
handed Sam 1*), zurück. Aber die Rückkehr des Kapitals, die die
Erhaltung seines Werts einschließt, es als sich erhaltenden und
verewigenden Wert setzt, ist wohl vermittelt für Kapitalist Nr.
II, aber nicht für Kapitalist Nr. I. Die Rückkehr drückt sich
hier daher auch nicht aus als Konsequenz und Resultat einer Reihe
ökonomischer Prozesse, sondern infolge einer besondren juristi-
schen Transaktion zwischen Käufer und Verkäufer; daß es v e r-
l i e h n, s t a t t v e r k a u f t, a l s o n u r t e m-
p o r ä r v e r ä u ß e r t w i r d. Was in der Tat v e r-
k a u f t w i r d, i s t s e i n G e b r a u c h s w e r t,
der h i e r d e r i s t, T a u s c h w e r t zu setzen, Pro-
fit zu produzieren, mehr Wert zu produzieren, als es selbst
enthält. Als Geld ändert es sich nicht durch den Gebrauch. Aber
als Geld wird es ausgegeben, und als Geld strömt es zurück.
Die Form, worin es zurückströmt, hängt von der Reproduktionsweise
des Kapitals ab. Wird es als Geld verliehn, so retourniert es in
der Form des zirkulierenden Kapitals, sein ganzer Wert + Surplus-
wert, hier den Teil des Surpluswerts oder Profits, der sich in
Zins auflöst: die ausgeliehne Geldsumme + der aus ihr entsprung-
nen Zuwachssumme.
Wird es in der Form von Maschinerie, Baulichkeiten etc. ausge-
liehn, kurz, in einer stofflichen Form, worin es im Produktions-
prozeß als fixes Kapital funktionieren muß, so retourniert es in
der Form des fixen Kapitals,
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1*) (soviel wie:) Nebengemahl
#451# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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als Annuité 1*), d.h. z.B., jährlich = dem Ersatz für das déchet
2*), = dem Wertteil desselben, der in Zirkulation getreten ist, +
dem Teil der surplus value, der als Profit (hier Teil des Pro-
fits, Zins) auf das fixe Kapital berechnet ist (nicht soweit es
fixes Kapital, sondern soweit es Kapital von bestimmter Größe
überhaupt ist).
In dem Profit als solchem ist schon die surplus value und daher
seine wirkliche Quelle verdunkelt und mystifiziert:
1. indem, formell betrachtet, der Profit ist die s u r p l u s
v a l u e, berechnet auf das ganze vorgeschoßne Kapital, [so
daß] jeder Teil des Kapitals, fix oder zirkulierend, in Rohmate-
rial, Maschinerie oder Arbeit ausgelegt, gleich großen Profit
bringt;
2. indem durch die Bestimmung der a l l g e m e i n e n
P r o f i t r a t e, wie bei einem einzelnen gegebnen Kapital
von 500 z.B. jedes Fünftel z.B. 10 p.c. bringt, wenn die surplus
value = 50, so jetzt jedes Kapital von 500 oder 100, in welcher
Sphäre tätig, wie immer in ihm die Proportion von variablem und
konstantem Kapital, wie verschieden seine Umschlagszeit etc., in
derselben Periode denselben Durchschnittsprofit, z.B. von 10 p.c.
bringt, wie jedes andre Kapital von ganz andren organischen Be-
dingungen. Indem also der P r o f i t der einzelnen Kapitalien,
isoliert betrachtet, und der von ihnen selbst in ihrer eignen
Produktionssphäre geschaffene M e h r w e r t real verschiedne
Größen werden.
In zwei allerdings nur weiterentwickelt, was schon in eins lag.
Nun ist es aber diese schon veräußerlichte, von ihrer ersten ein-
fachen Gestalt, worin sie noch die Nabelschnur der Geburt zeigt,
verschiedne und keineswegs auf den ersten Blick wiedererkennbare
Form des Mehrwerts, sein Dasein als P r o f i t, worauf der
Zins ruht. Er setzt den P r o f i t - von dem er selbst bloß
ein unter besondre Kategorie, Rubrik rangierter Teil ist - unmit-
telbar voraus, nicht den Mehrwert. In dem Zins ist also der Mehr-
wert wieder viel unerkenntlicher als im Profit, da er sich direkt
auf den Mehrwert nur in der Form des Profits bezieht.
Die Zeit des Return hängt vom wirklichen Produktionsprozeß ab;
beim zinstragenden Kapital scheint seine Rückkehr als Kapital von
der bloßen Konvention zwischen Verleiher und Borger abzuhängen.
So daß der Return des Kapitals mit Bezug auf diese Transaktion
nicht mehr als durch den Produktionsprozeß bestimmtes Resultat
erscheint, sondern so, als ob die Form des Geldes keinen Augen-
blick dem Kapital verlorenginge. Allerdings
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1*) jährliche Zahlung - 2*) den Verschleiß
#452# Beilagen
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sind diese transactions durch die real returns 1*) bestimmt. Aber
das e r s c h e i n t nicht in der Transaktion selbst.
¦¦895¦ Der Zins als unterschieden von Profit stellt den W e r t
des b l o ß e n E i g e n t u m s an K a p i t a l dar, i.e.
macht das Eigentum von Geld (Wertsumme, Ware, in welcher Form im-
mer) an sich zu Eigentum von Kapital und daher Ware oder Geld für
sich zu sich verwertendem Wert. Die Arbeitsbedingungen sind al-
lerdings bloß Kapital, sofern sie dem Arbeiter gegenüber als sein
Nichteigentum und daher als fremdes Eigentum funktionieren. Als
solches funktionieren sie aber nur im Gegensatz zur Arbeit. Das
g e g e n s ä t z l i c h e D a s e i n d i e s e r B e d i n-
g u n g e n g e g e n d i e A r b e i t m a c h t i h r e n
E i g e n t ü m e r z u m K a p i t a l i s t e n und diese
von ihm besessenen Bedingungen zu Kapital. In der Hand des
moneyed capitalist 2*) A besitzt das Kapital aber nicht diesen
gegensätzlichen Charakter, der es zum Kapital macht, also auch
das Eigentum an Geld als Kapitaleigentum erscheinen läßt. Die
r e a l e F o r m b e s t i m m t h e i t, w o d u r c h
G e l d o d e r W a r e K a p i t a l w i r d, i s t a u s-
g e l ö s c h t. Der moneyed [capitalist] A steht in keiner
Weise dem Arbeiter gegenüber, sondern nur einem andren Kapi-
talisten B. Was er ihm verkauft, ist in der Tat der "Gebrauch"
des Gelds; die Wirkungen, die es hervorbringen wird, when conver-
ted into productive capital 3*). Aber der Gebrauch ist in der Tat
nicht, was er direkt verkauft. Verkaufe ich Ware, so verkaufe ich
einen bestimmten Gebrauchswert. Kaufe ich Geld mit Ware, so kaufe
ich den funktionellen Gebrauchswert, den Geld als die verwandelte
Form der Ware hat. Ich verkaufe nicht den Gebrauchswert der Ware
neben ihrem Tauschwert, noch kaufe ich den besondren Gebrauchs-
wert des Gelds neben dem Geld selbst. Als Geld hat aber das Geld
- vor seiner Verwandlung und Funktion als Kapital, die es in der
Hand des money-lender 4*) nicht verrichtet - keinen andren Ge-
brauchswert als den, den es als Ware besitzt (Gold, Silber, seine
stoffliche Substanz) oder als Geld, verwandelte Form der Ware. In
der Tat, was der money-lender dem industriellen Kapitalisten ver-
kauft - was in dieser Transaktion vorgeht, ist nur dies: Er über-
läßt ihm das Eigentum an dem Geld für bestimmte Zeit. Er veräu-
ßert seinen Eigentumstitel für a certain term 5*), und damit hat
der industrielle Kapitalist das Eigentum für a certain term gek-
auft. Sein Geld erscheint daher als Kapital, bevor es veräußert
wird; das bloße Eigentum von Geld oder Ware - getrennt vom kapi-
talistischen Produktionsprozeß - als Kapital.
Daß es sich als Kapital erst nach der Veräußerung bewährt, ändert
an der Sache nichts, sowenig es am Gebrauchswert der Baumwolle
ändert, daß
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1*) wirklichen Rückflüsse - 2*) Geldkapitalisten - 3*) sobald es
in produktives Kapital verwandelt ist - 4*) Geldverleihers - 5*)
eine gewisse Zeit
#453# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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ihr Gebrauchswert sich erst nach ihrer Veräußerung an den Spinner
bewährt, oder der Gebrauchswert des Fleisches erst, sobald es aus
dem Laden des Metzgers auf den Tisch des Konsumenten übergegangen
ist. Geld, sobald es nicht zur Konsumtion verausgabt wird, Ware,
sobald sie nicht wieder der Konsumtion des Eigentümers dient, ma-
chen daher ihren Eigentümer zum Kapitalisten und sind für sich -
getrennt vom kapitalistischen Produktionsprozeß und v o r ihrer
Verwandlung in "produktives" Kapital - Kapital. D.h. also sich
selbst verwertender, erhaltender und vermehrender Wert. Es ist
ganz so ihre immanente Eigenschaft, Wert zu schaffen, Zins abzu-
werfen, wie die Eigenschaften eines Birnbaums, Birnen zu produ-
zieren. Und als solch zinstragendes Ding verkauft der moneylender
sein Geld an den industriellen Kapitalisten. Da es sich erhält,
sich erhaltender Wert ist, so kann der industrielle Kapitalist es
retournieren nach beliebig kontrahierter Frist. Da es bestimmten
Mehrwert, Zins, jährlich schafft, vielmehr in jedem Zeitraum Wert
ihm anwächst, so kann er auch diesen Mehrwert jährlich oder in
jeder andren konventionell bestimmten Frist an den Verleiher zah-
len. Das Geld als Kapital wirft ja ebenso täglich Mehrwert ab,
wie die Lohnarbeit. Während der Zins bloß ein u n t e r
b e s o n d r e m N a m e n f i x i e r t e r T e i l des
Profits ist, e r s c h e i n t der Zins h i e r als das dem
Kapital als solchem, vom Produktionsprozeß getrennt, und daher
nur dem bloßen Eigentum desselben, dem Eigentum von Geld und Ware
[Geschuldete], getrennt von den Verhältnissen, die diesem Eigen-
tum den Charakter des kapitalistischen Eigentums, weil den Gegen-
satz gegen die Arbeit, geben; [der Zins erscheint als] nur dem
bloßen Eigentum des Kapitals, und daher dem Kapital eigentlich,
eigentümliche M e h r w e r t s c h ö p f u n g, während der
i n d u s t r i e l l e P r o f i t umgekehrt als bloßer Zusatz
erscheint, den der Leiher durch seine produktive Anwendung des
Kapitals (oder wie das auch ausgedrückt wird, durch seine Arbeit
als Kapitalist Funktion als Kapitalist = Arbeit hier gesetzt; ja
mit der Lohnarbeit identifiziert; indem der wirklich im ¦¦896¦
Produktionsprozeß fungierende industrielle Kapitalist in der Tat
als tätiger Agent der Produktion, als Arbeiter gegenüber dem fau-
len, untätigen Verleiher des Gelds erscheint, der die Funktion
des Eigentums getrennt und außerhalb des Produktionsprozesses be-
kleidet), i.e. Exploitation der Arbeiter sich vermittelst des ge-
liehnen Kapitals erwirbt.
Der Z i n s, nicht der P r o f i t, e r s c h e i n t so als
die aus dem Kapital als solchem, und daher als aus dem bloßen
Eigentum des Kapitals strömende W e r t s c h ö p f u n g des
Kapitals; daher die von dem Kapital eigentümlich geschaffene Re-
venue. In dieser Form wird es daher auch von den Vulgärökonomen
#454# Beilagen
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aufgefaßt. In dieser Form ist alle Vermittlung ausgelöscht, und
die Fetischgestalt des Kapitals wie die Vorstellung von dem
K a p i t a l f e t i s c h fertig. Die Gestalt erzeugt sich
notwendig dadurch, daß das juristische Eigentum des Kapitals von
seinem ökonomischen sich trennt, und die Aneignung eines Teils
des Profits, unter dem Namen Zins, einem von dem Produktionspro-
zeß ganz getrennten Kapital an sich oder K a p i t a l e i-
g e n t ü m e r zuströmt.
Für den Vulgärökonomen, der das Kapital als selbständige Quelle
des Werts, der Wertschöpfung darstellen will, ist natürlich diese
Form ein gefundnes Fressen, eine Form, worin die Quelle des Pro-
fits nicht mehr erkenntlich und das Resultat des kapitalistischen
Prozesses - getrennt von dem Prozeß - ein selbständiges Dasein
erhält. In G-W-G' ist noch Vermittlung enthalten. In G-G' haben
wir die begriffslose Form des Kapitals, die Verkehrung und Ver-
sachlichung des Produktionsverhältnisses in der höchsten Potenz.
Der a l l g e m e i n e n P r o f i t r a t e entspricht na-
türlich eine allgemeine Zinsrate oder allgemeiner Zinsfuß. Es ist
hier nicht unsre Absicht, dies weiter zu entwickeln, indem die
Analyse des zinstragenden Kapitals nicht diesem allgemeinen Ab-
schnitt, sondern dem Abschnitt über den K r e d i t angekört.
[120] Wichtig dagegen, um diese Erscheinungsform des Kapitals
ganz herauszuarbeiten, die Bemerkung, daß die allgemeine Pro-
fitrate ungleich weniger als ein handgreifliches, festes Faktum
erscheint, wie die Z i n s r a t e oder der Z i n s f u ß.
Der Zinsfuß schwankt zwar beständig. Heute (auf dem Geldmarkt für
den industriellen Kapitalisten, und davon handeln wir allein) 2,
morgen 3, übermorgen 5 p.c. Aber er ist 2, 3, 5 Prozent für alle
Leiher. Es ist ein allgemeines Verhältnis jeder Geldsumme, von
100 £ 2, 3, 5 p.c. abzuwerfen, während dieselbe Wertsumme in der
wirklichen Funktion als Kapital in den besondren Produktionssphä-
ren sehr verschiedne wirkliche Profite abwirft, aus deren Abwei-
chung vom idealen Durchschnittsniveau sich beständig nur durch
einen Prozeß, eine Reaktion das Niveau herstellt, und dies immer
nur in längern Zirkulationsepochen des Kapitals. Während einiger
Jahre steht die Profitrate höher in bestimmten Sphären, während
der folgenden niedriger. Die Jahre zusammengefaßt oder eine Serie
solcher evolutions 1*), wird im D u r c h s c h n i t t der
average profit 2*) herauskommen. So erscheint er aber nie als un-
mittelbar Gegebnes, sondern nur als das Durchschnittsresultat wi-
dersprechender Oszillationen. Anders mit dem Zinsfuß. Er ist in
seiner A l l g e m e i n h e i t ein täglich fixiertes Faktum,
ein Faktum, das dem industriellen Kapitalisten sogar als Voraus-
setzung und ein Item der
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1*) Entwicklungen - 2*) Durchschnittsprofit
#455# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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Kalkulation bei seinen Operationen dient. Die allgemeine Pro-
fitrate existiert in der Tat nur als ideale Durchschnittszahl,
soweit sie zur Schätzung der wirklichen Profite dient; sie exi-
stiert nur als Durchschnittszahl, als Abstraktion, soweit sie als
für sich Fertiges, Bestimmtes, Gegebnes fixiert wird; in der
Wirklichkeit aber ist sie nur in der bestimmenden Tendenz in der
Bewegung der Ausgleichung der wirklichen verschiednen Profitra-
ten, sei es des einzelnen Kapital in derselben Sphäre, sei es der
verschiednen Kapitalien in den verschiednen Produktionssphären.
¦¦897¦ Was der Verleiher vom Kapitalisten verlangt, ist berechnet
auf die a l l g e m e i n e P r o f i t r a t e (average),
nicht seine individuelle Abweichung davon. Das a v e r a g e
wird hier zur V o r a u s s e t z u n g. Der Zinsfuß selbst
v a r i i e r t, aber für alle L e i h e r.
Ein bestimmter, gleicher Zinsfuß existiert dagegen nicht nur im
Durchschnitt, sondern faktisch (wenn auch mit Variationen zwi-
schen Minimum und Maximum, je nachdem der Borger first rate 1*)
oder nicht), und [es] erscheinen vielmehr die Abweichungen als
Ausnahmen, motiviert durch besondre Umstände. Meteorologische
Bulletins zeichnen nicht genauer den Stand des Barometers an, als
Börsenbulletins den Stand des Zinsfußes nicht für dieses oder je-
nes Kapital, sondern für das a u f d e m G e l d m a r k t
b e f i n d l i c h e, d.h. v e r l e i h b a r e K a p i-
t a l.
Es ist hier nicht der Ort, auseinanderzusetzen, woher diese grö-
ßre Fixität und Gleichheit des Zinsfußes für das verleihbare Ka-
pital, im Gegensatz zu und Unterschied von der minder greifbare-
ren Form der allgemeinen Profitrate. Eine solche Auseinanderset-
zung gehört in den Abschnitt vom Kredit. Soviel aber auf der Hand
liegend: Die Oszillationen der P r o f i t r a t e - ganz abge-
sehn von den besondren Vorteilen, die einzelne Kapitalisten in-
nerhalb derselben Produktionssphäre genießen - innerhalb jeder
Sphäre hängen von dem jedesmaligen Stand der Marktpreise und ih-
ren Oszillationen um die Kostenpreise ab. Der Unterschied der
P r o f i t r a t e n in den v e r s c h i e d n e n Sphären
kann nur durch Vergleichung der Marktpreise der verschiednen
Sphären, also der v e r s c h i e d n e n Waren, mit den Ko-
stenpreisen der verschiednen Waren erkannt werden. Das Sinken der
Profitrate in einer besondren Sphäre unter den idealen Durch-
schnitt, wenn es sich verlängert, reicht hin, um Kapital dieser
Sphäre zu entziehn oder die Zufuhr von neuem Kapital on the aver-
age scale 2*) von ihr auszuschließen. Denn es ist noch mehr die
Zufuhr des neuen additional 3*) Kapitals als die Distribution des
investierten, die die Verteilung des Kapitals an die besondren
Sphären
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1*) von gutem Ruf - 2*) im durchschnittlichen Ausmaß - 3*) zu-
sätzlichen
#456# Beilagen
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ausgleicht. Dagegen der s u r p l u s p r o f i t in besondren
Sphären wird erst erkennbar durch Vergleichung der Marktpreise
mit den Kostenpreisen Sobald der Unterschied in der einen oder
andren Weise sich zeigt, [setzt ein] Aus- und Einwanderung der
Kapitalien von und zu den besondren Sphären. Abgesehn davon, daß
dies ein Akt der Ausgleichung, der Zeit braucht erscheint der
Durchschnittsprofit in jeder besondren Sphäre selbst nur in dem
Durchschnitt der Profitraten, die z.B. während eines Zyklus von 7
Jahren etc., je nach der Natur des Kapitals, realisiert werden.
Die bloßen Schwankungen u n t e r und ü b e r, wenn sie das
Durchschnittsmaß nicht übersteigen, nicht außerordentliche Form
annehmen, sind also nicht hinreichend, transfer of capital 1*) zu
bewirken, wozu noch die Schwierigkeiten hinzukommen, die das ca-
pital fixe den transfers entgegensetzt. Augenblickliche Konjunk-
turen können nur wirken in beschränktem Maß und mehr auf die An-
ziehung oder Abstoßung von additional capital als auf die Redis-
tribution des in den verschiednen Sphären investierten Kapitals.
Man sieht, dies Ganze ist eine sehr verwickelte Bewegung, wobei
sowohl die Marktpreise in jeder besondren Sphäre, die komparati-
ven Kostenpreise der verschiednen Waren, Stand von Nachfrage und
Zufuhr innerhalb jeder Sphäre, wie Konkurrenz der Kapitalisten
der verschiednen Sphären in Betracht kommt, und wobei außerdem
die raschere oder langsamere Ausgleichung abhängt von der besond-
ren organischen Zusammensetzung der Kapitalien (z.B. mehr fixes
oder zirkulierendes) und von der besondren Natur ihrer Waren, je
nachdem ihre Natur als Gebrauchswerte raschere Entziehung vom
Markt, Verminderung oder Vermehrung der Zufuhr leichter erlaubt,
entsprechend dem Stand der Marktpreise.
Dagegen bei dem Geldkapital - auf dem Geldmarkt - stehn sich nur
zwei Sorten von Käufern und Verkäufern, von Nachfrage und Zufuhr
gegenüber. Auf der einen Seite die leihende Kapitalistenklasse,
auf der andren die verleihende. Die Ware hat dieselbe Form -
Geld. Alle besondren Gestalten, die das Kapital annimmt, je nach
der besondren Produktionssphäre oder Zirkulationssphäre, worin es
angelegt ist, sind hier ausgelöscht. Es existiert hier in der un-
terschiedslosen, sich selbst gleichen Gestalt des selbständigen
Tauschwerts, des Geldes. Die Konkurrenz der besondren Sphären
hört hier auf; sie sind alle zusammengeworfen als Geldleiher und
das Kapital steht allen auch gegenüber in der Form, worin es noch
gleichgültig gegen die Formen seiner Anwendung ist. Als was das
produktive Kapital ¦¦898¦ n u r i n d e r B e w e g u n g
u n d d e r K o n k u r r e n z z w i s c h e n d e n b e-
s o n d r e n
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1*) Übertragung von Kapital
#457# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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S p h ä r e n e r s c h e i n t, a l s g e m e i n s a m e s
K a p i t a l d e r K l a s s e, t r i t t e s h i e r
w i r k l i c h, d e r W u c h t n a c h, i n d e r
N a c h f r a g e n a c h K a p i t a l a u f. Andrerseits
besitzt das Geldkapital (das Kapital auf dem Geldmarkt) wirklich
die Gestalt, worin es als gemeinsames Element, gleichgültig gegen
seine besondre Anwendung, sich unter die verschiednen Sphären,
unter die Kapitalistenklasse verteilt, je nach den Produktionsbe-
dürfnissen jeder besondern Sphäre. Es kömmt hinzu, daß mit Ent-
wicklung der großen Industrie das Geldkapital mehr und mehr, so-
weit es auf dem Markt auftritt, nicht vom einzelnen Kapitalisten
vertreten wird, dem Eigentümer dieses oder jenes Parcels 1*) des
auf dem Markt befindlichen Kapitals, sondern sich konzentriert,
organisiert, und ganz anders als die reelle Produktion [als] die
Kontrolle der das Kapital vertretenden Bankiers auftritt. So daß
sowohl, was die Form der Nachfrage angeht, ihm die Wucht einer
Klasse gegenübertritt; aber was die Zufuhr angeht, es als ver-
leihbares Kapital e n m a s s e, das verleihbare Kapital der
Gesellschaft, in wenigen Reservoirs konzentriert, sich darstellt.
Dies sind einige der Gründe, weswegen die a l l g e m e i n e
P r o f i t r a t e als ein verschwimmendes Nebelbild erscheint
neben dem f i x e n Z i n s f u ß, der zwar schwankt seiner
Größe nach, was aber ebensowenig verhindert, daß er gleichmäßig
für alle Borger schwankt, und ihnen daher stets als Fixes, Gegeb-
nes gegenübertritt, wie der Wertwechsel des Geldes es nicht hin-
dert, allen Waren gegenüber gleichen Wert zu haben. Wie die
Marktpreise der Waren täglich schwanken, was sie nicht hindert,
täglich q u o t i e r t zu werden, so der Zinsfuß, der ebenso
regelmäßig als Preis des Geldes q u o t i e r t wird. Es ist,
weil das Kapital hier selbst als besondre Ware angeboten ist -
G e l d -; die Fixation seines Preises daher Fixation des
M a r k t p r e i s e s wie bei allen andren Waren ist; die
Zinsrate sich daher stets als a l l g e m e i n e Z i n s-
r a t e, als soviel für soviel Geld, darstellt, während die
Profitrate innerhalb derselben Sphäre verschieden sein kann bei
gleichen Marktpreisen der Waren (je nach den Bedingungen, worin
die einzelnen Kapitalien dieselbe Ware produzieren; denn die
besondre Rate des Profits hängt nicht vom Marktpreis der Ware,
sondern von der Differenz zwischen dem Marktpreis und Kostenpreis
ab) und innerhalb der verschiednen Sphären sich nur durch
beständige Oszillationen im Prozesse ausgleicht. Mit einem Wort:
Erst im moneyed capital, dem verleihbaren Geldkapital ist das
Kapital zur W a r e geworden, deren sich selbst verwertende
Qualität einen f i x e n Preis hat, der im jedesmaligen Zins
quotiert ist.
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1*) Bruchteils
#458# Beilagen
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Als zinstragendes Kapital, und zwar in seiner unmittelbaren Form
als z i n s t r a g e n d e s G e l d k a p i t a l (die and-
ren Formen des zinstragenden Kapitals, die uns hier nicht küm-
mern, sind wieder von dieser Form abgeleitet und unterstellen
sie), hat das Kapital daher seine reine Fetischform erhalten. Er-
stens durch sein fortwährendes Dasein als Geld eine Form, worin
alle Bestimmtheit desselben ausgelöscht und seine realen Elemente
unsichtbar sind; es als bloßes Dasein des selbständigen Tausch-
werts, als verselbständigter Wert existiert. In dem realen Prozeß
des Kapitals ist die Geldform eine verschwindende. Auf dem Geld-
markt existiert es stets in dieser Form. Zweitens, der von ihm
erzeugte Mehrwert, wieder in der Form des Geldes, erscheint ihm
als solchem zukommend, daher dem bloßen Eigentümer des Geldkapi-
tals, des Kapitals, getrennt von seinem Prozeß. G-W-G' wird hier
G-G' und zwar erscheint, wie seine Form hier die unterschiedslose
Geldform ist - Geld ist ja grade die Form, worin der Unterschied
der Waren als Gebrauchswerte, daher auch der U n t e r-
s c h i e d d e r p r o d u k t i v e n K a p i t a l i e n,
d i e a u s d e n E x i s t e n z b e d i n g u n g e n
d i e s e r W a r e n b e s t e h n, d i e b e s o n d r e
F o r m d e r p r o d u k t i v e n K a p i t a l i e n
s e l b s t a u s g e l ö s c h t i s t - so der Mehrwert, den
es erzeugt, das Mehrgeld, was es wird oder ist, in bestimmter, an
der Masse der Geldsumme selbst gemeßner Rate. [Bei] 5 p.c. Zins
100 als Kapital ist 105. So die rein handgreifliche Form des sich
verwertenden Werts oder des geldschaffenden Geldes. Zugleich die
rein gedankenlose Form. Die unbegreifliche, mystifizierte. Wir
gingen in der Entwicklung des Kapitals aus von G-W-G, wovon G-G'
nur das Resultat war. [121] Wir finden jetzt G-G' a l s
S u b j e k t. Wie das Wachsen dem Baum, so das Geldzeugen
(????? 1*)) dem Kapital in dieser seiner reinen Form als Geld ei-
gen. Die unbegreifliche Form, die wir an der Oberfläche vorfinden
und von der wir in der Analyse daher ausgingen, finden wir wieder
als das Resultat des Prozesses, worin nach und nach die Gestalt
des Kapitals immer entfremdeter und beziehungsloser auf sein inn-
res Wesen wird.
¦¦899¦ Geld als die verwandelte Form der Ware war das, wovon wir
ausgingen. G e l d a l s d i e v e r w a n d e l t e F o r m
d e s K a p i t a l s ist das, wozu wir kommen, ganz wie wir
die Ware als Voraussetzung und Resultat des Produktionsprozesses
des Kapitals erkannt haben.
In dieser seiner wunderlichsten und zugleich der populärsten Vor-
stellung nächsten Gestalt ist das Kapital sowohl die "Grundform"
der Vulgärökonomen als der nächste Angriffspunkt einer oberfläch-
lichen Kritik; das erstere, teils weil der innre Zusammenhang
hier am wenigsten erscheint und
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1*) Zins: Geborenes
#459# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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das Kapital in einer Form auftritt, worin es als selbständige
Quelle von Wert s c h e i n t; teils weil in dieser Form sein
g e g e n s ä t z l i c h e r Charakter total vertuscht und aus-
gelöscht ist, kein Gegensatz zur Arbeit. Anderseits Angriff, weil
es die Form ist, worin es am irrationellsten auftritt. den
leichtesten Angriffspunkt für die Vulgärsozialisten bietet.
Die Polemik der bürgerlichen Ökonomen im 17. Jahrhundert (Child,
Culpeper etc.) gegen den Zins als selbständige Form des Mehrwerts
ist nur der Kampf der aufkommenden industriellen Bourgeoisie ge-
gen die altmodischen Wucherer, Monopoliseurs des Geldvermögens
damals. Das zinstragende Kapital ist hier noch an ante diluvian
form of capital 1*), die erst dem industriellen Kapital unterge-
ordnet werden und die abhängige Stellung davon bekommen muß, die
es auf Basis der kapitalistischen Produktion theoretisch und
praktisch einnehmen muß. Die Bourgeoisie stand nicht an, die
Staatshilfe hier wie anderwärts zu Hilfe zu nehmen, wo es galt,
die vorgefundnen, überlieferten Produktionsverhältnisse ihren
eignen adäquat zu machen.
Es ist klar, daß eine andre Verteilung des Profits zwischen ver-
schiednen Sorten Kapitalisten, also Heraufsetzen des industriel-
len Profits durch Herabsetzen des Zinsfußes und umgekehrt, das
Wesen der kapitalistischen Produktion in keiner Weise berührt.
Der gegen das zinstragende Kapital als die "Grundform" des Kapi-
tals gerichtete Sozialismus ist also nicht nur selbst bis über
die Ohren in dem bürgerlichen Horizont befangen. Soweit seine Po-
lemik nicht ein mißverstandner, in dunklem Drang gegen das Kapi-
tal selbst gerichteter Angriff und Kritik ist - welcher es aber
identifiziert mit einer abgeleiteten Form desselben -, ist er
durchaus nichts als sozialistisch verkleidetes Drängen nach Ent-
wicklung des bürgerlichen Kredits, drückt also nur die Unent-
wickeltheit der Verhältnisse in dem Lande aus, worin solche Pole-
mik sich sozialistisch gebart, ist selbst nur ein theoretisches
Symptom der kapitalistischen Entwicklung, obgleich dieses
bürgerliche Streben sehr haarsträubende Formen, wie z.B. die des
"crédit gratuit" [122] annehmen kann. So St.-Simonismus mit
seiner Verherrlichung des Bankiertums. (Crédit mobiliert [123]
später.)
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1*) eine antediluvianische Form des Kapitals
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