Quelle: MEW 26.3 Theorien über den Mehrwert - Dritter Teil
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#465# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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[3. Absonderung einzelner Teile des Mehrwerts in Form verschiede-
ner Revenuen. Verhältnis von Zins und industriellem Profit. Irra-
tionalität der fetischisierten Formen der Revenue]
Die weitre "Verknöcherung" oder Verselbständigung der T e i-
l u n g des Profits tritt so hervor, daß der P r o f i t
[eines] j e d e n Kapitals - also daß auch der auf die Ausglei-
chung der Kapitalien unter sich gegründete D u r c h-
s c h n i t t s p r o f i t - zerfällt oder zerlegt wird in zwei
voneinander unabhängige oder gegeneinander selbständige Bestand-
teile: Zins und industrieller Profit, der jetzt manchmal auch
Profit schlechthin heißt oder neuen Taufnamen erhält, w a g e s
o f l a b o u r o f s u p e r i n t e n d e n c e 1*) etc.
Ist die Profitrate (Durchschnittsprofit) = 15 p.c. und die
Z i n s r a t e (die immer, wie gesehn, in der allgemeinen Form
fixiert ist) = 5 p.c. (deren allgemeine Rate immer auf dem
Geldmarkt quotiert ist als "Wert" oder "Preis" des Geldes), so
betrachtet der Kapitalist - auch wenn er Eigentümer des Kapitals
ist und keinen Teil desselben g e l i e h n hat, der Profit
also nicht zwischen zwei Kapitalisten zu teilen ist - es so, daß
von diesen 15 p.c. 5 p.c. den Z i n s seines Kapitals
vorstellen, dagegen nur 10 p.c. den Profit, den er durch die
produktive Anwendung des Kapitals gemacht. Diese 5 p.c. Zins
schuldet er als "industrieller Kapitalist" sich selbst als dem
"Eigentümer" des Kapitals; kommt seinem Kapital an sich [zu],
daher auch ihm als Eigentümer des Kapitals an sich (was zugleich
das Sein des Kapitals für sich oder das Sein des Kapitals als
Kapitalist, als Eigentum, das andre von sich ausschließt, ist),
dem Kapital, abstrahiert von dem Produktionsprozeß, im
Unterschied zum funktionierenden Kapital, prozessierenden Kapital
und dem "industriellen Kapitalisten" als Vertreter dieses
funktionierenden, "arbeitenden" Kapitals. Der "Zins" ist die
Frucht des Kapitals, soweit es nicht "arbeitet", funktioniert,
und der Profit ist die Frucht des "arbeitenden", funktionierenden
Kapitals. Es ist dies analog, wie der farming capitalist 2*) -
der zugleich Grundeigentümer, Eigentümer des Bodens, den er
kapitalistisch exploitiert - den Teil seines Profits, der die
Rente bildet, diesen Surplusprofit, nicht sich als Kapitalist,
sondern sich als Grundeigentümer, nicht dem Kapital, sondern dem
Grundeigentum zuschreibt, so daß er, der Kapitalist, sich als
Grundeigentümer die "Rente" schuldet. So tritt das Kapital in
einer Bestimmtheit demselben
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1*) Lohn für Arbeit der Oberaufsicht - 2*) Landwirtschaft trei-
bende Kapitalist
#466# Beilagen
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Kapital in seiner andren Bestimmtheit ganz so fix gegenüber, wie
Grundeigentum und Kapital, die in der Tat auf zwei wesentlich
verschiednen Produktionsmitteln gegründete Titel an die Aneignung
fremder Arbeit bilden.
Wenn einerseits 5 partners 1*) eine cotton mill 2*) führen 3*),
die 100 000 l. Kapital vorstellt und 10 p.c. Profit gibt, also
10 000 l., so erhält jeder von diesem Profit 1/5 = 2000 l. Wenn
auf der andren Seite ein einziger Kapitalist dasselbe Kapital in
einer mill stecken hat und denselben Profit von 10 000 l. macht,
so rechnet er nicht so, daß er 2000 l. Partnerprofit einnehme und
8000 £. Kompanieprofit für die nicht existierenden 4 partners.
B l o ß e Teilung des Profits an sich unter verschiedne ¦¦904¦
Kapitalisten, die verschiedne juristische Titel an dasselbe Kapi-
tal haben, und in der einen oder andren Form Miteigentümer des-
selben Kapitals sind, gründet daher keineswegs verschiedne Kate-
gorien für diese Teile. Warum also die zufällige Teilung zwischen
Ausleiher von Kapital und Leiher von Kapital?
Prima facie 4*) handelt es sich nur um Teilung des Profits, wo
zwei Eigentümer des Kapitals, Eigentümer unter verschiednen Ti-
teln bestehn - ein prima facie juristisches, nicht ökonomisches
Moment. Ob ein Kapitalist mit eignem Kapital oder fremdem, oder
in welcher Proportion er mit eignem und fremdem produziert, ist
an und für sich durchaus gleichgültig. Wie kommt es also, daß
diese Teilung des Profits in [industriellen] Profit und Zins
nicht als eine zufällige Teilung erscheint, von dem Zufall abhän-
gig, ob der Kapitalist mit e i n e m a n d r e n wirklich zu
teilen hat oder nicht, ob er zufällig mit eignem oder fremdem Ka-
pital handelt, sondern daß vielmehr, auch wenn er bloß mit eignem
Kapital produziert, er unter allen Umständen sich zerspaltet in
bloßen Eigentümer des Kapitals und in Anwender des Kapitals, in
Kapital außer dem Produktionsprozeß und Kapital im Produktions-
prozeß, in Kapital, das a n s i c h Zins abwirft, und Kapital,
das als prozessierend den Profit abwirft?
Es liegt hier ein reales Moment zugrund. Das Geld (als Wertaus-
druck der Ware überhaupt) eignet sich im Prozeß bloß Mehrwert -
wie er immer getauft und in welche Teile er immer zerlegt werde -
an, weil es schon v o r dem Produktionsprozeß als
K a p i t a l vorausgesetzt ist. I m Prozeß erhält, produziert
und reproduziert es sich als Kapital und auf stets erweiterter
Stufenleiter. Aber schon v o r dem Prozeß - wenn einmal die ka-
pitalistische Produktionsweise gegeben, auf ihrer Basis und in-
nerhalb der ihr entsprechenden gesellschaftlichen Verhältnisse
gearbeitet wird, also nicht erst vom Bildungsprozeß des Kapitals
die Rede ist - existiert es als K a p i t a l an
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1*) Teilhaber - 2*) Baumwollspinnerei - 3*) (nicht eindeutig ent-
ziffert) - 4*) Auf den ersten Blick
#467# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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sich, dem Charakter nach, der sich zwar erst im Prozeß verwirk-
licht und überhaupt seine Wirklichkeit nur in dem Prozeß selbst
hat. Ginge es nicht als Kapital in ihn ein, so käme es auch nicht
als Kapital aus ihm heraus, d.h. als Profit abwerfendes Geld, als
sich verwertender Wert, als Mehrwert zeugender Wert.
Es ist wie mit dem Geld. Das Geldstück z.B. ist nichts als ein
Stück Metall. Geld ist es nur durch seine Funktion im Zirkulati-
onsprozeß. Aber den Zirkulationsprozeß der Waren einmal vorausge-
setzt, fungiert das Geldstück nicht nur als Geld, sondern es ist
als solches in jedem einzelnen Fall dem Zirkulationsprozeß vor-
ausgesetzt, eh es in ihn eingeht. Kapital ist nicht nur Resultat,
sondern Voraussetzung der kapitalistischen Produktion. Geld und
Waren sind daher an sich latentes Kapital, der Möglichkeit nach
Kapital; alle Waren, soweit sie in Geld verwandelbar sind, das
Geld, soweit es verwandelbar ist in solche Waren, die die Ele-
mente des kapitalistischen Produktionsprozesses bilden. Geld also
- als der reine Wertausdruck der Waren und Arbeitsbedingungen -
ist an sich als Kapital der kapitalistischen Produktion vorausge-
setzt. Was ist das Kapital, nicht als Resultat, sondern als Vor-
aussetzung des Prozesses betrachtet? Was macht es zum Kapital, eh
es in den Prozeß eingeht, so daß dieser nur seinen immanenten
Charakter entwickelt? Die gesellschaftliche Bestimmtheit, worin
es da ist. Daß der lebendigen Arbeit die vergangne Arbeit, der
Tätigkeit das Produkt, dem Menschen die Sache, der Arbeit ihre
eignen gegenständlichen Bedingungen als fremde, selbständige, an
sich festhaltende Subjekte, Personifikationen gegenüberstehn,
kurz als f r e m d e s E i g e n t u m, und in dieser Gestalt
als "employers" 1*) und "commanders" 2*) der Arbeit selbst, die
sie sich aneignen, statt von ihr angeeignet zu werden. Daß der
Wert - existiere er als Geld oder Ware -, weiter entwickelt die
Arbeitsbedingungen, als f r e m d e s E i g e n t u m dem Ar-
beiter gegenüberstehn, als Selbsteigentümer, heißt weiter nichts,
als daß sie ihm als das E i g e n t u m des Nichtarbeiters ge-
genüberstehn oder wenigstens, daß er ihnen, soweit er Kapitalist
ist, gegenübersteht nicht als Arbeiter, sondern als
E i g e n t ü m e r des Werts etc., als das S u b j e k t,
worin diese Dinge ihren eignen Willen haben, sich selbst gehören
und als selbständige Mächte personifiziert sind. Das Kapital als
Voraussetzung der Produktion, das Kapital, wie es nicht aus dem
Produktionsprozeß herauskömmt, sondern ist, bevor es in ihn ein-
geht, ist der Gegensatz, worin die Arbeit als fremde Arbeit zu
ihm, und worin es selbst als fremdes Eigentum zur Arbeit steht.
Es ist die gegensätzliche gesellschaftliche Bestimmtheit, die in
ihm ausgedrückt
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1*) "Anwender" - 2*) "Kommandeure"
#468# Beilagen
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ist, und die, getrennt vom Prozeß selbst, in dem
K a p i t a l e i g e n t u m a l s s o l c h e m ¦¦905¦ sich
ausdrückt.
Dies eine Moment nun, getrennt vom kapitalistischen Produktions-
prozeß selbst, dessen stetes Resultat es ist und als dessen ste-
tes Resultat es seine stete Voraussetzung ist, drückt sich darin
aus, daß Geld [und] Ware an sich latent Kapital sind, daß sie
a l s K a p i t a l v e r k a u f t werden können, und daß sie
in dieser Form das b l o ß e E i g e n t u m d e s
K a p i t a l s, den K a p i t a l i s t e n a l s
b l o ß e n E i g e n t ü m e r, abgesehn von seiner kapitali-
stischen Funktion, vorstellen - die für sich betrachtet Kommando
über fremde Arbeit sind, daher sich verwertender Wert, und An-
spruch auf Aneignung fremder Arbeit geben.
Es tritt hier auch klar hervor, daß dies V e r h ä l t n i s
der Titel und das Mittel zur Aneignung fremder Arbeit ist, nicht
irgendeine Arbeit oder Gegenwert, die auf Seite des Kapitalisten
gegeben werden.
Der Z i n s erscheint daher als der dem Kapital als Kapital,
dem bloßen Eigentum des Kapitals geschuldete M e h r w e r t,
den es aus dem Produktionsprozeß herausbringt, weil es als Kapi-
tal in ihn eingeht, der also dem Kapitel als solchem zukömmt, un-
abhängig vom Produktionsprozeß, obgleich im Produktionsprozeß
sich erst bewährend, ein Mehrwert, den es daher als Kapital schon
latent in sich enthält; der i n d u s t r i e l l e P r o f i t
dagegen [erscheint] als Teil des Mehrwerts, der dem Kapitalisten
nicht als Eigentümer des Kapitals, sondern als funktionierender
Eigentümer, funktionierendem Kapital zukommt. Wie alles in dieser
Produktionsweise sich verkehrt darstellt, so auch schließlich die
letzte Verkehrung in dem Verhältnis von Zins und Profit, so daß
der unter besondrer Rubrik [Zins] abgeschiedne Teil des Profits
vielmehr als das eigenst dem Kapital angehörige Produkt und der
industrielle Profit als bloß darauf gepfropfter Zusatz sich dar-
stellt.
Da der moneyed capitalist in der Tat nur als E i g e n t ü m e r
d e s K a p i t a l s seinen Teil am Mehrwert bezieht, während
er außerhalb des Produktionsprozesses selbst stehnbleibt; da der
Preis des Kapitals - d.h. des bloßen Eigentumstitels am Kapital -
auf dem Geldmarkt in der Zinsrate quotiert ist, wie der Markt-
preis jeder andren Ware; da der Anteil, den das K a p i t a l
a n s i c h, das b l o ß e E i g e n t u m des Kapitals am
Mehrwert gibt, so eine gegebne Größe ist, während die Profitrate
schwankt, jeden Augenblick verschieden in den verschiednen Sphä-
ren, in jeder Sphäre aber verschieden unter den einzelnen Kapita-
listen, indem sie teils unter verschieden günstigen Bedingungen
produzieren, teils mit verschiednem Grad von Umsicht und Energie
kapitalistisch die Arbeit exploitieren, teils mit verschiednem
Grad von Glück und Pfiffigkeit Käufer oder Verkäufer von Waren
übers Ohr
#469# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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hauen (profit upon expropriation, alienation 1*)), so erscheint
ihnen natürlich, sie mögen Eigentümer oder Nichteigentümer des
prozessierenden Kapitals sein, der Z i n s als dem Kapital als
solchem, dem Eigentum am Kapital geschuldet; dem Eigentümer des
Kapitals, ob sie oder Dritte dies sind; dagegen der industrielle
Profit als Produkt i h r e r Arbeit. Sie stehn ja als funktio-
nierende Kapitalisten - wirkliche Agenten der kapitalistischen
Produktion - sich selbst oder Dritten als bloßem, trägem Dasein
des Kapitals gegenüber, daher als A r b e i t e r sich oder an-
dren als E i g e n t ü m e r. Und da sie nun einmal Arbeiter
sind, sind sie in der Tat Lohnarbeiter und wegen ihrer besondren
Vorzüglichkeit nur besser bezahlte Lohnarbeiter, was sie zum Teil
auch dem Umstand verdanken, daß sie sich selbst ihren Lohn zah-
len.
Während also der Z i n s und das K a p i t a l a l s
z i n s t r a g e n d e s den bloßen Gegensatz des gegenständli-
chen Reichtums gegen die Arbeit und darum sein Dasein als
K a p i t a l ausdrückt, dreht sich dies in der Vorstellung
grade um, indem ja das Phänomen prima facie den m o n e y e d
c a p i t a l i s t in gar keinem Verhältnis zum Lohnarbeiter,
sondern nur im Verhältnis zu andren Kapitalisten zeigt, während
dieser andre Kapitalist, statt im Gegensatz zur Lohnarbeit zu
stehn, vielmehr selbst als A r b e i t e r im Gegensatz zu sich
oder andren [Kapitalisten] als dem bloßen Dasein, als bloßem Ei-
gentümer des Kapitals steht. Es kömmt hinzu, daß der einzelne Ka-
pitalist entweder sein Geld a l s K a p i t a l ausleihn oder
es s e l b s t als Kapital verwerten kann. Soweit er Z i n s
davon bezieht, erhält er nur den Preis dafür, den er auch er-
hielte, wenn er nicht als Kapitalist "funktionierte", nicht
"arbeitete". Es ist daher klar, daß was er eigentlich aus dem
Produktionsprozeß zieht, soweit es nur Zins ist er nur dem Kapi-
tal verdankt, nicht dem Produktionsprozeß selbst und ¦¦906¦ nicht
sich als Repräsentant des funktionierenden Kapitals.
Daher auch die schöne Phrase bei einigen Vulgärökonomen: Zöge der
industrielle Kapitalist keinen Profit außer dem Zins, so würde er
sein Kapital verzinsen und als Rentier leben. So daß alle Kapita-
listen aufhören würden zu produzieren und alles Kapital als Kapi-
tal zu funktionieren und doch von s e i n e n Z i n s e n ge-
lebt werden könnte. Schon Turgot [124] in ähnlicher Weise: Zöge
der Kapitalist keinen Zins, so würde er Land (kapitalisierte
Rente) kaufen und von der Grundrente leben. Hier aber doch, da
die Grundrente den wirklichen Mehrwert bei den Physiokraten ver-
tritt, der Zins vom Mehrwert abgeleitet. Während Umkehrung in je-
ner Vulgäransicht.
Andrer Umstand zu bemerken: Für den industriellen Kapitalisten,
der Geld geliehn hat, geht der Zins in die K o s t e n ein, die
Kosten hier in dem
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1*) Profit bei der Entäußerung, Veräußerung
#470# Beilagen
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Sinn, daß sie den vorgeschoßnen Wert bedeuten. Das Kapital z.B.
von 1000 l. geht nicht als Ware zum Wert von 1000 l. in seine
Produktion ein, sondern als Kapital; also wenn Kapital von 1000
l. jährlich zu 10 p.c. Zins, so als Wert von 1100 in das jährli-
che Produkt. Hier tritt es also klar hervor, daß die
W e r t s u m m e (und die Waren, worin sie dargestellt) nicht
erst im Produktionsprozeß Kapital wird, sondern als Kapital Vor-
aussetzung des Produktionsprozesses bildet, und daher den ihr als
bloßem Kapital zukommenden Mehrwert bereits im Leib hat. Für den
Industriellen, der mit gepumptem Kapital arbeitet, geht der Zins
oder das Kapital als Kapital und solches ist es nur, soweit es
einen Mehrwert setzt (so daß es als Ware z.B. 1000, als Kapital
1100 wert ist, d.h. 1000 + 1000/10, C + C/x) - in seine Kosten
ein. Soweit nur der Zins im Produkt herauskäme, wäre dies zwar
ein Überschuß über den Wert des vorgeschoßnen Kapitals als bloße
Ware berechnet, aber nicht über den Wert der Ware als Kapital be-
rechnet; er hat wegzuzahlen diesen Mehrwert, er gehört zu seinen
Vorschüssen, zu den Ausgaben, die er gemacht, um die Ware zu pro-
duzieren.
Was den Industriellen angeht, der mit eignem Kapital arbeitet, so
hat er sich selbst den Zins für das Kapital zu zahlen und be-
trachtet diesen als vorgeschossen. In der Tat, was er vorgeschos-
sen hat, ist ja nicht nur ein Kapital z.B. vom Wert von 1000 1.,
sondern der Wert von 1000 1. als Kapital, und dieser Wert ist
1050 L, wenn der Zins = 5 p.c. Auch ist das keine müßige Refle-
xion für ihn. Denn die 1000 l. würden ihm als K a p i t a l
1050 einbringen, wenn er sie ausliehe, statt sie produktiv zu
verwenden. Sofern er also die 1000 l. vorschießt sich selbst als
Kapital, schießt er sich 1050 l. vor. Il faut bien se rattraper
sur quelqu'un et fusse-t-il sur lui-même! 1*)
Der Wert von Waren von 1000 l. Wert ist als Kapital 1050 l. D.h.,
das Kapital ist keine einfache Zahl; es ist nicht einfache Ware,
sondern potenzierte Ware; keine einfache Größe, sondern Größen-
verhältnis. Es ist Verhältnis als Hauptsumme, als gegebner Wert
zu sich selbst als Mehrwert.
Der Wert von C ist C (1 + 1/x) 1 (für I Jahr) oder C + C/x. Sowe-
nig wie in der Gleichung a^x = n, das x aus den einfachen Rech-
nungsarten zu begreifen oder zu entwickeln ist, sowenig die po-
tenzierte Ware, das potenzierte Geld, das Kapital.
Ganz wie im Zins ein Teil des Profits, des vom Kapital erzeugten
Mehrwerts, als von dem Kapitalisten vorgeschossen erscheint, so
in der agricultural
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1*) Man muß sich eben an irgend jemand schadlos halten und wäre
es an sich selbst!
#471# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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Produktion ein andrer Teil, die G r u n d r e n t e. Stellt
sich hier weniger auffallend irrational dar, weil die Rente hier
als jährlicher Preis des Bodens erscheint, der so als Ware in die
Produktion eingeht. Im "Preis des Bodens" liegt zwar größre Irra-
tionalität als im Preis des Kapitals, aber nicht in der Form
selbst. Weil der Boden hier als Gebrauchswert einer Ware er-
scheint und die Grundrente als ihr Preis. (Das Irrationelle liegt
darin, daß das, was nicht Produkt der Arbeit ist - Boden - Preis,
also in Geld ausgedrückten Wert, also Wert haben, also als verge-
genständlichte gesellschaftliche Arbeit angeschaut werden soll.)
Der äußerlichen Form nach, also wie bei jeder Ware, doppelter
Ausdruck, als Gebrauchswert und Tauschwert, und der Tauschwert
ideell als Preis ausgedrückt, als etwas, was die Ware als Ge-
brauchswert absolut nicht ist. Dagegen in dem Ausdruck 1000 l. =
1050 l., oder 50 l. ist der jährliche Preis von 1000 l., ist das-
selbe auf dasselbe bezogen, Tauschwert auf Tauschwert, und der
Tauschwert soll als von sich Verschiednes sein eigner Preis sein,
d.h. der Tauschwert selbst in Geld ausgedrückt.
¦¦907¦ Hier gehn also 2 Formen des Mehrwerts - Zins und Rente,
Resultate der kapitalistischen Produktion - als Voraussetzungen
in sie ein, als Vorschüsse, die der Kapitalist selbst macht, die
also für ihn durchaus keinen Mehrwert, keinen Überschuß über den
Wert der gemachten Avancen repräsentieren. Bei diesen Formen des
Mehrwerts erscheint es dem einzelnen Kapitalisten selbst, daß die
Produktion von Mehrwert zu den Produktionskosten der kapitalisti-
schen Produktion gehört, daß die Aneignung fremder Arbeit und des
Surplus über den Wert der im Prozeß konsumierten Waren (ob diese
nun eingehn in das konstante oder variable Kapital) eine diese
Produktionsweise beherrschende Bedingung ist. Allerdings tritt
das auch soweit hervor, als der Durchschnittsprofit ein Element
des Kostenpreises der Ware, hence a condition of supply, of the
very creation of the commodity 1*) bildet. Aber dennoch betrach-
tet mit Recht der industrielle Kapitalist dies Surplus, diesen
Teil des Mehrwerts - obgleich er ein Element der Produktion
selbst bildet - für sich als Überschuß über seine Kosten, nicht,
wie bei Zins und Rente, als zu s e i n e n Vorschüssen gehörig.
In kritischen Momenten tritt in der Tat auch der Profit so weit
ihm selbst als Produktionsbedingung gegenüber, als die contrac-
tion or stoppage of production 2*) erfolgt infolge eines Fallens
des Preises, das den Profit verschlingt oder auffallend kontra-
hiert. Daher der Blödsinn derer, die die verschiednen Formen des
1*) also eine Bedingung der Zufuhr, der Herstellung der Ware -
2*) Einschränkung oder Einstellung der Produktion
#472# Beilagen
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Mehrwerts als bloße Distributionsformen betrachten. Sie sind
ebensosehr Produktionsformen. ¦907¦¦
¦¦937¦ Es könnte scheinen, daß in der Trinität Erde-Rente, Kapi-
tal-Profit (Zins), Arbeit-Arbeitslohn das letzte Glied am ratio-
nalsten noch ist. Es ist wenigstens die source 1*) ausgesprochen,
woraus der Arbeitslohn fließt. Aber die letzte Form vielmehr die
irrationalste und die Grundlage der beiden andren, wie Lohnarbeit
überhaupt Erde als Grundeigentum und Produkt als Kapital voraus-
setzt. Nur wenn der Arbeit ihre Bedingungen in dieser Form gegen-
übertreten, ist sie Lohnarbeit. Als Lohnarbeit aber ist sie aus-
gesprochen in der Formel Arbeit-Arbeitslohn. Indem der Lohn hier
als das spezifische Produkt der Arbeit erscheint, das einzige
Produkt derselben (und es ist in der Tat das einzige Produkt der
Arbeit für den Lohnarbeiter), erscheinen die andren Teile des
Werts - Rente, Profit (Zins) - ebenso notwendig aus andren spezi-
fischen Quellen fließend; und ganz wie der Teil des Produkts-
werts, der sich in Arbeitslohn auflöst, als das spezifische Pro-
dukt der Arbeit [aufzufassen ist], müssen die Teile des Werts,
die sich in Rente und Profit auflösen, als spezifische Resultate
der Agentien aufgefaßt werden, für die sie sind, denen sie an-
heimfallen, also als offspring of the earth and of the capital,
respectively 2*). ¦937¦¦
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1*) Quelle - 2*) respektive Frucht der Erde und des Kapitals
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