Quelle: MEW 26.3 Theorien über den Mehrwert - Dritter Teil
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[4. Zunehmende Absonderung der verwandelten Formen des Mehrwerts
von seinem Wesen - der Mehrarbeit. Der industrielle Profit als
"Arbeitslohn für den Kapitalisten"]
¦910¦ Betrachten wir den Weg, den das Kapital durchmacht, bevor
es in der Form von zinstragendem Kapital erscheint.
Im unmittelbaren Produktionsprozeß ist die Sache noch einfach.
Die surplus value hat noch keine b e s o n d r e Form angenom-
men; außer dieser der surplus value selbst, die sie nur unter-
scheidet von der value des Produkts, die ein Äquivalent der in
ihm reproduzierten value bildet. Wie die value überhaupt sich in
labour, so löst sich die surplus value in surplus labour, unbe-
zahlte Arbeit auf. Daher ist die surplus value auch nur gemessen
durch den Teil des Kapitals, der wirklich seinen Wert ändert -
das variable Kapital, den in Arbeitslohn ausgelegten Teil des Ka-
pitals. Das konstante Kapital
#473# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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erscheint nur als Bedingung, um den variablen Teil des Kapitals
wirken zu lassen. Es ist sehr einfach, daß, wenn mit 100 [l.] der
Arbeit von 10 [Mann], die Arbeit von 20 gekauft wird (d.h. Ware,
worin die Arbeit von 20 enthalten), der Wert des Produkts = 200
und der Surpluswert von 100 = unbezahlter Arbeit von 10 [Mann]
ist. Oder, wenn 20 Mann arbeiten, jeder nur einen halben Tag für
sich, einen halben für das Kapital arbeitet. 20 halbe Tage = 10.
Es ist dasselbe, als wären nur 10 Mann bezahlt und 10 arbeiteten
gratis für den Kapitalisten.
Hier in diesem Embryozustand das Verhältnis noch sehr begreiflich
oder vielmehr gar nicht zu verkennen. Die Schwierigkeit besteht
hier bloß darin, aufzufinden, wie diese Aneignung von Arbeit ohne
Äquivalent aus dem Gesetz des Warenaustauschs - daß die Waren
sich austauschen im Verhältnis zu der in ihnen enthaltnen Ar-
beitszeit - entspringt, zunächst diesem Gesetz nicht wider-
spricht.
¦¦911¦ Der Zirkulationsprozeß verwischt schon, trübt schon den
Zusammenhang. Indem die Masse des Mehrwerts hier zugleich be-
stimmt ist durch die Z i r k u l a t i o n s z e i t d e s
K a p i t a l s, scheint ein der Arbeitszeit fremdes Element
hereinzukommen.
In dem fertigen Kapital endlich, wie es als Ganzes, [als] die
Einheit von Zirkulationsprozeß und Produktionsprozeß erscheint,
als Ausdruck des Reproduktionsprozesses - als eine bestimmte
Wertsumme, die in einem bestimmten Zeitraum, bestimmten Zirkula-
tionsabschnitt, bestimmten Profit (Mehrwert) produziert -, in
dieser Gestalt existieren Produktionsprozeß und Zirkulationspro-
zeß nur noch als Erinnerung und als Momente, die g l e i c h m ä-
ß i g den Mehrwert bestimmen, womit seine einfache Natur ver-
hüllt wird. Der Mehrwert erscheint jetzt als Profit. Dieser
Profit 1. bezogen auf einen bestimmten Zirkulationsabschnitt des
Kapitals, der von der Arbeitszeit verschieden ist; 2. der
Mehrwert berechnet und bezogen nicht auf den Teil des Kapitals,
aus dem er unmittelbar entspringt, sondern unterschiedslos auf
das Gesamtkapital. Damit die Quelle desselben vollständig
verschüttet. 3. Obgleich in dieser ersten Form des Profits die
Masse des Profits noch quantitativ identisch mit der Masse des
von dem besondren Kapital erzeugten Mehrwerts, ist die Rate des
Profits von vornherein verschieden von der Rate des Mehrwerts;
indem die Rate des Mehrwerts = m/v und die Rate des Profits m
/(c+v). 4. Die Rate des Mehrwerts als gegeben vorausgesetzt, kann
die Rate des Profits steigen oder fallen, und selbst in entgegen-
gesetzter Richtung als die Rate des Mehrwerts.
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So hat der Mehrwert in der ersten Gestalt des Profits bereits
eine Form, die seine Identität mit dem Mehrwert, der Surplusar-
beit, nicht nur nicht unmittelbar erkennen läßt, sondern ihr un-
mittelbar zu widersprechen scheint.
Weiter durch die Verwandlung des Profits in D u r c h-
s c h n i t t s p r o f i t, die Bildung der allgemeinen Profit-
rate, und die damit verbundne oder gesetzte Wandlung der Werte in
Kostenpreise, wird der Profit des besondren Kapitals nicht nur
dem Ausdruck nach, als Unterschied der Profitrate von der Rate
des Mehrwerts, sondern der Substanz nach, d.h. hier der Quantität
nach, v e r s c h i e d e n von dem Mehrwert selbst, den das
besondre Kapital in seiner besondren Produktionssphäre erzeugt
hat. Das einzelne Kapital, aber auch das Gsamtkapital in einer
besondren Sphäre betrachtet, s c h e i n t nicht nur, sondern
i s t der Profit jetzt faktisch verschieden von Mehrwert.
Kapitalien von gleicher Größe liefern gleiche Profite, oder der
Profit ist im Verhältnis zur Größe der Kapitalien. Oder der
Profit ist bestimmt durch den Wert des vorgeschoßnen Kapitals. In
allen diesen Ausdrücken ist das Verhältnis des Profits zur orga-
nischen Komposition des Kapitals völlig ausgelöscht, nicht mehr
wiederzuerkennen. Was vielmehr unmittelbar auf der Hand liegt,
ist, daß gleich große Kapitalien, die sehr verschiedne Quanta Ar-
beit in Bewegung setzen, also sehr verschiedne Quanta Surplusar-
beit kommandieren, also sehr verschiedne Quanta surplus value er-
zeugen, gleich großen Profit bringen. Ja, durch die Verwandlung
der Werte in Kostenpreise scheint die Basis selbst - die Bestim-
mung des Werts der Waren durch die in ihnen enthaltne Arbeitszeit
- aufgehoben.
Und in dieser ganz entfremdeten Form des Profits, und in demsel-
ben Grade, wie die Gestalt des Profits seinen innren Kern ver-
steckt, erhält das Kapital mehr und mehr eine sachliche Gestalt,
wird aus Verhältnis immer mehr Ding, aber Ding, das das gesell-
schaftliche Verhältnis im Leib hat, in sich verschluckt hat, mit
fiktivem Leben und Selbständigkeit sich zu sich selbst verhalten-
des Ding, sinnlich-übersinnliches Wesen; und in dieser Form von
K a p i t a l u n d P r o f i t erscheint es als fertige Vor-
aussetzung auf der Oberfläche. Es ist die Form seiner Wirklich-
keit oder vielmehr seine wirkliche Existenzform. Und es ist die
Form, worin es im Bewußtsein seiner Träger, der Kapitalisten,
lebt, sich in ihren Vorstellungen abspiegelt.
Diese fixe und verknöcherte Form (metamorphosierte) des Profits
(und damit des Kapitals als seines Erzeugers, denn Kapital ist
Grund, Profit Folge; Kapital Ursache, Profit Wirkung; Kapital
Substanz, Profit Akzidenz; Kapital ist nur als Profit erzeugendes
Kapital, als Wert, der einen Profit, Zuschußwert schafft) - und
damit des Kapitals als seines Grundes des sich als Kapital erhal-
tenden und im Profit vermehrenden Kapitals -
#475# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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wird noch befestigt in ihrer Äußerlichkeit dadurch, daß derselbe
Ausgleichungsprozeß des Kapitals, der dem Profit diese Form des
Durchschnittsprofits gibt, einen Teil von ihm unter der Form der
R e n t e selbständig und als auf anderm Boden, der Erde, ge-
wachsen, von ihm absondert. Die Rente stellt sich zwar ursprüng-
lich dar als ein Teil des Profits, den der farmer dem landlord
zahlt. Da aber weder er, der farmer, diesen surplus profit ein-
steckt, noch das Kapital, das er anwendet, sich anyhow 1*) von
anderm Kapital als Kapital unterscheidet (weil er den surplus
profit nicht dem Kapital als Kapital dankt, zahlt er ihn ja dem
landlord), erscheint die Erde selbst als die Quelle dieses Teils
des Werts der Ware (ihres Mehrwerts) und der landlord [scheint]
nur die Erde ¦¦912¦ als juristische Persönlichkeit [zu vertre-
ten].
Wird die Rente berechnet auf das vorgeschoßne Kapital, so noch
ein Faden, der an ihren Ursprung erinnert, als einen abgesonder-
ten Teil des Profits, also des Mehrwerts überhaupt. (Natürlich
anders in Gesellschaftszustand, wo das Grundeigentum direkt die
Arbeit exploitiert. Bei ihm keine Schwierigkeit, den Ursprung des
surplus wealth 2*) zu erkennen.) Aber die Rente wird bezahlt für
ein bestimmtes Quantum Grund und Boden; sie wird kapitalisiert im
Wert des Bodens; dieser Wert steigt und fällt im Verhältnis zum
Steigen oder Fallen der Rente; die Rente steigt oder fällt im
Verhältnis zu der sich gleichbleibenden Bodenfläche (während das
auf dieser arbeitende Kapital wechselnde Größe); der Unterschied
der Bodenarten zeigt sich in der Höhe der Rente, die für gegebne
Quadratfüße gezahlt werden muß; das Gesamtrental wird berechnet
auf die gesamte Bodenfläche, um das Durchschnittsrental z.B. ei-
nes Quadratfußes zu bestimmen; die Rente erscheint, wie jede von
der kapitalistischen Produktion geschaffne Gestalt derselben,
zugleich als feste, gegebne, in jedem Augenblick vorhandne, also
für den einzelnen unabhängig vorhandne Voraussetzung. Der farmer
hat Rente zu zahlen, und zwar soviel per Maß Boden, je nach der
Art des Bodens. Steigt oder fällt sie, so steigt oder fällt die
Rente, die er von soviel acres zu zahlen hat; für den Boden, ab-
gesehn von dem Kapital, das er darauf anwendet; ganz wie er den
Zins zu zahlen hat, abgesehn von dem Profit, den er macht. Das
Berechnen der Rente auf das industrielle Kapital ist noch eine
kritische Formel der politischen Ökonomie, die den innren Zusam-
menhang der Rente mit dem Profit als ihrem 3*) Grund und Boden
festhält. In der Wirklichkeit aber e r s c h e i n t dieser Zu-
sammenhang nicht, vielmehr mißt sich hier die Rente an dem wirk-
lichen Grund und Boden - und damit ist die ganze
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1*) irgendwie - 2*) Mehrreichtums - 3*) in der Handschrift: sei-
nem
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Vermittlung abgeschnitten und ihre veräußerlichte selbständige
Gestalt vollendet. Selbständige Gestalt ist sie nur in dieser
Veräußerlichung, in dem völligen Losgetrenntsein von ihrer Ver-
mittlung. Quadratfüße Boden 1*) bringen soundsoviel Rente. In
diesem Ausdruck, worin ein Teil des Mehrwerts - die Rente - i m
V e r h ä l t n i s z u e i n e m b e s o n d r e n N a-
t u r e l e m e n t, u n a b h ä n g i g v o n d e r
m e n s c h l i c h e n A r b e i t, s i c h d a r-
s t e l l t, ist nicht nur die Natur des Mehrwerts, weil des
Werts selbst, vollständig ausgelöscht, sondern der P r o f i t
selbst erscheint jetzt, wie die Rente der Erde, so er dem
K a p i t a l a l s e i n e m b e s o n d r e n d i n g-
l i c h e n P r o d u k t i o n s e l e m e n t g e s c h u l-
d e t. Die Erde ist von Natur da und bringt Rente. Das Kapital
besteht aus Produkten, und diese bringen Profit. Daß ein
Gebrauchswert, der produziert ist, Profit bringt, und ein andrer,
der nicht produziert ist, Rente bringt, sind nur zwei verschiedne
Formen, worin Dinge W e r t s c h a f f e n, die eine grad so
begreiflich und unbegreiflich wie die andre.
Es ist klar, daß, sobald sich der Mehrwert auf 2*) verschiedne,
besondre, auf verschiedne Produktionselemente - wie Natur, Pro-
dukte, Arbeit - bezogen, nur stofflich verschiedne Produktionse-
lemente bezieht, daß, sobald er überhaupt besondre, gegeneinander
gleichgültige, voneinander unabhängige und durch verschiedne Ge-
setze regulierte Gestalten erhält, seine gemeinsame Einheit - der
Mehrwert - und daher die Natur dieser gemeinsamen Einheit mehr
und mehr unerkenntlich wird und in der Erscheinung sich nicht
zeigt, sondern als verborgnes Mysterium erst entdeckt werden muß.
Diese Verselbständigung der Gestalt der besondren Teile - und ihr
Gegenübertreten als selbständige Gestalten - wird vollendet da-
durch, daß jeder dieser Teile auf ein besondres Element als sein
Maß und seinen besondren Quell reduziert wird, oder daß jeder
Teil des Mehrwerts als Wirkung einer besondren Ursache, als Akzi-
denz einer besondren Substanz sich darstellt. So der Profit-Kapi-
tal, Rente-Erde, Arbeitslohn-Arbeit.
Und es sind diese fertigen Verhältnisse und Formen, die in der
wirklichen Produktion als Voraussetzungen erscheinen, weil die
kapitalistische Produktionsweise sich in den von ihr selbst ge-
schaffnen Gestalten bewegt und diese, ihr Resultat, im Prozeß der
Reproduktion, ihr ebensosehr als fertige Voraussetzungen gegen-
übertreten. Als solche bestimmen sie praktisch das Tun und Trei-
ben der einzelnen Kapitalisten etc., geben die Motive her, wie
sie als solche in ihrem Bewußtsein sich widerspiegeln. Die Vul-
gärökonomie tut nichts, als dies seinen Motiven und seinen Vor-
stellungen nach in der Erscheinung der kapitalistischen Produkti-
onsweise befangene
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1*) In der Handschrift darübergeschrieben: Erde - 2*) in der
Handschrift: in
#477# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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Bewußtsein in doktrinärer Form aussprechen. Und je flacher sie an
der Oberfläche hängt und sie nur in einer gewissen Ordnung wider-
hallt, um so mehr ist sie sich bewußt, "naturgemäß" zu sein und
aller abstrakten Spintisiererei fernzustehn.
¦¦913¦ Oben bei dem Zirkulationsprozeß noch zu bemerken 1*), daß
die aus dem Zirkulationsprozeß hervorgehenden Bestimmungen sich
als Eigenschaften bestimmter Sorten von Kapital, fixem, zirkulie-
rendem etc. kristallisieren und so als gegebne Eigenschaften er-
scheinen, die bestimmten Waren stofflich zukommen.
Wenn in der finalen Gestalt, worin der Profit, als gegeben vor-
ausgesetzt, in der kapitalistischen Produktion erscheint, die
vielen Verwandlungen, Vermittlungen, die er durchläuft, ausge-
löscht und unerkennbar sind, daher auch die Natur des Kapitals;
wenn diese Gestalt noch mehr fixiert wird dadurch, daß derselbe
Prozeß, der ihr den letzten finish 2*) gibt, einen Teil des Pro-
fits ihm als R e n t e gegenüberstellt, ihn also zu einer
b e s o n d r e n Form des Mehrwerts macht, die ganz so auf das
Kapital bezogen ist, als stofflich besonderes Produktionsinstru-
ment, wie die Rente auf die Erde, so erreicht diese von ihrem
innren Wesen durch eine Masse unsichtbarer Mittelglieder ge-
trennte Gestalt eine noch mehr v e r ä u ß e r l i c h t e
Form, oder vielmehr die Form der absoluten V e r ä u ß e r-
l i c h u n g im zinstragenden Kapital, in der Spaltung des
Profits und Zins, im zinstragenden Kapital als der einfachen
Gestalt des Kapitals, der Gestalt, worin das Kapital seinem
eignen Reproduktionsprozeß vorausgesetzt ist. Einerseits drückt
sich drin die absolute Form des Kapitals aus: G-G'. Sich
verwertender Wert. Anderseits ist das Mittel weggefallen, das
selbst noch beim reinen Handelskapital existiert, W, G-W-G'. Es
ist bloß das Verhältnis von G zu sich selbst und gemessen an sich
selbst. Es ist das Kapital ausdrücklich herausgenommen, geschie-
den, außerhalb des Prozesses - als Voraussetzung des Prozesses,
dessen Resultat es ist und in und durch den es nur Kapital ist.
{[Hier ist] abgesehn davon, daß der Zins bloßer transfer 3*) sein
kann und keinen wirklichen Mehrwert auszudrücken braucht, wie
wenn Geld einem "Verschwender", i.e. wenn es für Konsumtion ver-
liehn wird. Derselbe Fall kann jedoch eintreten, wenn es geliehn
wird, um zu z a h l e n. In beiden Fällen wird es als Geld und
nicht als Kapital verliehn, wird aber für seinen Besitzer
K a p i t a l durch den bloßen Akt des Verleihens. Im zweiten
Fall, [bei] discount, oder loan on temporaneously not vendible
commodities 4*), kann es
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1*) Siehe vorl. Band, S. 473/474 - 2*) Schliff - 3*) bloße Über-
tragung - 4*) Diskontierung, oder Beleihung von augenblicklich
nicht verkäuflichen Waren
#478# Beilagen
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sich auf den Zirkulationsprozeß des Kapitals, die notwendige Ver-
wandlung des Warenkapitals als Geldkapital beziehn. Soweit die
Beschleunigung dieses Verwandlungsprozesses - wie im Kredit sei-
nem allgemeinen Wesen nach - die Reproduktion, also die Produk-
tion von Mehrwert beschleunigt, ist das geliehne Geld Kapital.
Soweit es dagegen nur dient, S c h u l d e n zu zahlen, ohne
den Reproduktionsprozeß zu beschleunigen, vielleicht ihn unmög-
lich macht oder verengt, ist es bloßes Z a h l u n g s-
m i t t e l, nur Geld für den Leiher, und für den V e r-
l e i h e r i n d e r T a t v o m P r o z e ß d e s
K a p i t a l s u n a b h ä n g i g e s K a p i t a l. In
diesem Fall der Zins, wie der profit upon expropriation 1*), von
der kapitalistischen Produktion - der Erzeugung des Mehrwerts -
als solcher unabhängiger fact. Es sind diese beiden Formen des
Geldes, als Kaufmittel für Ware, um sie zu verzehren, und als
Zahlungsmittel für Schulden, daß der Zins, ganz wie der profit
upon expropriation, eine zwar in der kapitalistischen Produktion
sich reproduzierende, aber von ihr unabhängige, frühren Produkti-
onsweisen angehörende Form des Zinses. Es liegt aber in der Natur
der kapitalistischen Produktion, daß Geld (oder Ware) außer[halb]
des Produktionsprozesses Kapital sein, als Kapital verkauft wer-
den kann, daß dies auch in den ältren Formen geschehn kann, worin
es nicht in Kapital verwandelt wird, sondern nur als Geld dient.
Die dritte ältre Form des zinstragenden Kapitals beruht darauf,
daß die kapitalistische Produktion noch nicht vorhanden ist, son-
dern der Profit noch in der Form des Zinses eingesteckt wird, der
Kapitalist als bloßer Wucherer erscheint. Dies schließt ein: 1.
daß der Produzent noch selbständig mit seinen Produktionsmitteln
arbeitet, die Produktionsmittel noch nicht mit ihm arbeiten
(selbst wenn zu diesen Produktionsmitteln Sklaven gehören, die
aber hier so wenig eine besondre ökonomische Kategorie bilden wie
das Arbeitsvieh, oder höchstens stofflicher Unterschied: stumme
Instrumente, fühlende, sprechende); 2. daß die Produktionsmittel
ihm nur nominell gehören, d.h., daß er durch irgendwelche Zufälle
unfähig ist, sie aus dem Verkauf seiner Waren zu reproduzieren.
Diese Formen des zinstragenden Kapitals daher in allen Gesell-
schaftsformen, es mag Sklavenarbeit, Leibeignenarbeit oder freie
Arbeit in ihnen herrschen, worin Warenzirkulation und Geld zirku-
liert. In der letztbemerkten Form zahlt der Produzent seine Sur-
plusarbeit an den Kapitalisten unter der Form des Zinses, der da-
her Profit einschließt. Es ist hier die ganze ¦¦914¦ kapitalisti-
sche Produktion, ohne ihre Vorteile, die Entwicklung der gesell-
schaftlichen Formen der Arbeit und deraus ihnen hervorsprießenden
Produktivkräfte der Arbeit. Eine Form,
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1*) Entäußerungsprofit
#479# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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sehr vorherrschend bei Bauernvölkern, die aber schon einen Teil
ihrer Lebensmittel und Produktionsinstrumente als Ware kaufen
müssen, neben denen also gesondert schon städtische Industrie
existiert, die außerdem Steuern, Rente in Geld zahlen müssen
etc.}
Das zinstragende Kapital bewährt sich nur als solches, soweit das
verliehne Geld wirklich in Kapital verwandelt wird und ein sur-
plus produziert, wovon der Zins ein Teil. Allein dies hebt nicht
auf, daß ihm, unabhängig vom Prozeß, der Zins und das Zinstragen
als Eigenschaft eingewachsen ist. Sowenig es den Gebrauchswert
der Baumwolle aufhebt als Baumwolle, daß sie versponnen oder
sonstwie vernutzt werden muß, um ihre nützlichen Eigenschaften zu
bewähren. Und so [beweist] das Kapital seine zinsschaffende Kraft
nur, indem es übergeht in den Produktionsprozeß. Aber das Ar-
beitsvermögen bewährt ja auch nur seine Kraft, Wert zu schaffen,
wenn es im Prozeß als Arbeit betätigt, realisiert wird. Das
schließt nicht aus, daß es an sich, als Vermögen, die wertschaf-
fende Tätigkeit ist und als solche nicht erst durch den Prozeß
wird, sondern ihm vielmehr vorausgesetzt ist. Als solches wird es
gekauft. Es kann einer es auch kaufen, ohne es arbeiten zu lassen
(wie z.B. ein Schauspieldirektor einen Schauspieler kauft, nicht
um ihn spielen zu lassen, sondern um sein Spiel einem Konkurrenz-
theater zu entziehn). Ob der, der das Arbeitsvermögen kauft,
seine Eigenschaft, die er bezahlt, seine Eigenschaft Wert zu
schaffen, benutzt, geht den Verkäufer nichts an und die verkaufte
Ware nichts, sowenig als ob der, der Kapital kauft, es als Kapi-
tal vernutzt, also die ihm inhärente Eigenschaft, Wert zu schaf-
fen im Prozeß betätigt. Was er zahlt, ist in beiden Fällen der
a n s i c h, der Möglichkeit nach, der Natur der gekauften Ware
nach, das eine Mal im Arbeitsvermögen, das andre Mal im Kapital
eingeschlossene Mehrwert und [die] Fähigkeit, seinen eignen Wert
zu erhalten. Deshalb betrachtet auch der Kapitalist, der mit
eignem Kapital arbeitet, einen Teil des Mehrwerts als Zins, d.h.
als einen Mehrwert, der aus dem Produktionsprozeß herauskömmt,
weil das Kapital, unabhängig davon, ihn in ihn hineingebracht
hat.
Die Grundrente, und das Verhältnis Erde-Rente, kann als eine viel
mysteriösre Form erscheinen als die [Form] Zins, [das Verhältnis]
Kapital-Zins. Aber das Irrationale ist in der Form der Grundrente
auch nicht so ausgesprochen oder gestaltet, daß es ein
V e r h ä l t n i s d e s K a p i t a l s s e l b s t aus-
drückt. Da die Erde selbst produktiv ist (von Gebrauchswert) und
selbst eine lebendige Produktivkraft (von Gebrauchswert oder zur
Herstellung von Gebrauchswerten), so kann entweder superstitious
1*) Gebrauchswert
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1*) abergläubig
#480# Beilagen
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und Tauschwert, das Ding mit einer spezifisch gesellschaftlichen
Form der im Produkt enthaltnen Arbeit verwechselt werden; die Ir-
rationalität findet dann ihren Grund in sich selbst, indem die
Rente als sui generis 1*) mit dem kapitalistischen Prozeß als
solchem nichts zu tun hat, oder die "aufgeklärte" Ökonomie kann,
wegen der Nichtbeziehung der Rente, sei es auf Arbeit, sei es auf
Kapital, leugnen, daß die Rente überhaupt eine Form der surplus
value, und sie als bloße surcharge of price 2*) erklären, wozu
den Grundeigentümer das Monopol des Besitzes der Erde befähigt.
Anders mit dem zinstragenden Kapital. Hier handelt es sich nicht
von einem dem Kapital fremden, sondern vom Kapitalverhältnis
selbst, von einem aus der kapitalistischen Produktion entsprin-
genden und ihr spezifischen, das Wesen des Kapitals selbst aus-
drückenden Verhältnis, einer Gestalt des Kapitals, worin es als
Kapital erscheint. Der P r o f i t enthält immer noch Beziehung
auf das prozessierende Kapital, auf den Prozeß, worin der Mehr-
wert (er selbst) erzeugt wird. Im z i n s t r a g e n d e n
K a p i t a l ist nicht, wie im P r o f i t, die Gestalt des
Mehrwerts entfremdet, fremdartig geworden ohne unmittelbar seine
einfache Gestalt und damit seine Substanz und seinen Entstehungs-
grund erkennen zu lassen; im Zins ist vielmehr a u s-
d r ü c k l i c h diese entfremdete Form als das W e s e n t-
l i c h e gesetzt, vorhanden ausgesprochen. Sie ist als gegen-
sätzlich gegen die wirkliche Natur des Mehrwerts verselbständigt,
fixiert. Im zinstragenden Kapital ist das Verhältnis des Kapitals
zur Arbeit ausgelöscht. In der Tat unterstellt der Zins den
Profit, von dem er nur ein Teil ist und wie der Mehrwert ¦¦915¦
sich teilt zwischen Zins und Profit, zwischen verschiednen Sorten
Kapitalisten, ist in der Tat für den Lohnarbeiter ganz
gleichgültig.
Der Zins ist ausdrücklich gesetzt als offspring of capital 3*),
getrennt, unabhängig, und außerhalb des kapitalistischen Prozes-
ses selbst. Er kommt dem K a p i t a l als K a p i t a l zu.
Er geht ein in den Produktionsprozeß und kommt daher aus ihm her-
aus. Das Kapital ist mit ihm geschwängert. Es bringt den Zins
nicht aus dem Produktionsprozeß heraus, sondern bringt ihn in
denselben hinein. Der Überschuß des Profits über den Zins, das
Quantum Mehrwert, das das Kapital erst dem Produktionsprozeß ver-
dankt, erst als funktionierendes Kapital erzeugt, erhält daher,
gegenüber dem Zins, als der dem Kapital an sich, dem
K a p i t a l f ü r s i c h, dem K a p i t a l a l s
K a p i t a l zukommenden Wertschöpfung, eine besondre Gestalt
als i n d u s t r i e l l e r P r o f i t (Unternehmungs-
profit, industriell oder kommerziell, je nachdem der Produktions-
prozeß oder der Zirkulationsprozeß betont wird). Damit wird
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1*) eigene Art. besondere Art - 2*) bloßer Preisaufschlag - 3*)
Frucht des Kapitals
#481# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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auch noch die letzte Form des Mehrwerts, die einigermaßen an sei-
nen Ursprung erinnert, nicht nur in einer entfremdeten, sondern
in direktem Gegensatz dazu gefaßten Form gesondert und aufgefaßt,
und damit schließlich die Natur des Kapitals und des Mehrwerts,
wie der kapitalistischen Produktion überhaupt, gänzlich mystifi-
ziert.
Der i n d u s t r i e l l e P r o f i t im Gegensatz zum
Z i n s stellt das Kapital im Prozeß im Gegensatz zum Kapital
außerhalb des Prozesses dar, das Kapital als Prozeß im Gegensatz
zum Kapital als Eigentum 1*), daher den Kapitalisten als funktio-
nierenden Kapitalisten, als Repräsentanten des a r b e i t e n-
d e n K a p i t a l s im Gegensatz zum Kapitalisten als der
bloßen Personifizierung des Kapitals, als bloßem Eigentümer des
Kapitals. So erscheint er als a r b e i t e n d e r K a p i-
t a l i s t gegen sich selbst als K a p i t a l i s t e n; da-
her weiter als A r b e i t e r gegen sich als bloßen E i-
g e n t ü m e r. Soweit daher noch ein Verhältnis des Mehrwerts
zum Prozeß festgehalten wird, erscheint, geschieht es grade in
der Form, worin the very notion of surplus value is negatived
2*). Der i n d u s t r i e l l e P r o f i t wird in Arbeit
aufgelöst, aber nicht in fremde, u n b e z a h l t e Arbeit,
sondern in L o h n a r b e i t, in Arbeitslohn für den Ka-
pitalisten, der hiermit mit dem Lohnarbeiter in eine Kategorie
fällt, und nur eine besser bezahlte Art von Lohnarbeiter, wie ja
überhaupt der Arbeitslohn sehr verschieden.
In der Tat ist es nicht dadurch, daß sich Geld in Kapital verwan-
delt, daß es sich gegen die stofflichen Produktionsbedingungen
der Ware austauscht und diese Bedingungen - Arbeitsmaterial, Ar-
beitsmittel, Arbeit - im Arbeitsprozeß in Gärung geraten, aufein-
ander wirken, sich verbinden, einen chemischen Prozeß eingehn und
die Ware als Kristall dieses Prozesses niederschlagen. So käme
nie Kapital heraus, nie Mehrwert. Diese abstrakte Form des Ar-
beitsprozesses ist vielmehr allen Produktionsweisen, was immer
ihre gesellschaftliche Gestalt oder ihre historische Bestimmt-
heit, gemein. Dieser Prozeß wird nur kapitalistischer Prozeß, das
Geld verwandelt sich nur in Kapital, wenn 1. W a r e n p r o-
d u k t i o n, die Produktion des Produkts als Ware, die all-
gemeine Form der Produktion ist; 2. wenn Ware (Geld) gegen
Arbeitsvermögen (also faktisch gegen Arbeit) als Ware sich
austauscht, die Arbeit daher Lohnarbeit ist; 3. aber dies nur der
Fall, wenn die objektiven Bedingungen, also (den ganzen Produkti-
onsprozeß 3*) betrachtet) die Produkte der Arbeit selbst als
selbständige Mächte, als ihr Nichteigentum, als fremdes Eigentum
und so der Form nach a l s K a p i t a l gegenüberstehn.
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1*) In der Handschrift: das Kapital als Eigentum im Gegensatz zum
Kapital als Prozeß - 2*) der wahre Begriff des Mehrwertes negiert
ist - 3*) in der Handschrift: Reproduktionsprozeß
#482# Beilagen
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Die Arbeit als Lohnarbeit und die Bedingungen der Arbeit als Ka-
pital daher Eigentum des Kapitalisten: sie sind Selbsteigentümer,
im Kapitalisten, worin sie sich personifizieren, und dessen Ei-
gentum an ihnen, ihr Eigentum an sich selbst der Arbeit gegen-
über, darstellen - sind Ausdruck desselben Verhältnisses, nur von
seinen verschiednen Polen aus. Diese Bedingung der kapitalisti-
schen Produktion ist ihr beständiges Resultat. Es ist ihre
V o r a u s s e t z u n g als von ihr selbst gesetzt; sie ist
sich selbst vorausgesetzt, also mit ihren Bedingungen gesetzt,
sobald sie sich entwickelt hat und in ihr gemäßen Verhältnissen
funktioniert. Der k a p i t a l i s t i s c h e P r o d u k-
t i o n s p r o z e ß ist aber auch nicht Produktionsprozeß
schlechthin; jene gegensätzlich gesellschaftliche Bestimmtheit
seiner Elemente entwickelt sich nur, realisiert sich nur im
Prozeß selbst, den sie durch und durch charakterisiert, und grade
zu dieser gesellschaftlich bestimmten Produktionsweise, dem k a-
p i t a l i s t i s c h e n P r o d u k t i o n s p r o z e ß,
macht.
¦¦916¦ Sofern sich das Kapital - nicht ein bestimmtes Kapital,
sondern das Kapital überhaupt - erst bildet, ist sein B i l-
d u n g s p r o z e ß der A u f l ö s u n g s p r o z e ß, das
S c h e i d u n g s p r o d u k t der ihm vorgehenden gesell-
schaftlichen Produktionsweise. Also h i s t o r i s c h e r
P r o z e ß und bestimmter historischer Periode angehöriger Pro-
zeß. Dies ist seine h i s t o r i s c h e G e n e s i s peri-
ode. (So das Dasein des Menschen das Resultat eines frühern
Prozesses, den das organische Leben durchlaufen hat. Erst auf
einem gewissen Punkt wird er Mensch. Aber den Menschen einmal
gesetzt, ist er, als beständige Voraussetzung der Menschen-
geschichte, ebenso ihr beständiges Produkt und Resultat, und er
ist Voraussetzung nur als sein eignes Produkt und Resultat.) Hier
erst muß die Arbeit sich loslösen von den Arbeitsbedingungen in
ihrer frühern Form der Identität mit denselben. Sie wird so erst
freie Arbeit, und so verwandeln sich ihr gegenüber erst ihre
Bedingungen in Kapital. Der Prozeß des Werdens des Kapitals zum
Kapital oder seiner Entwicklung vor dem kapitalistischen
Produktionsprozeß selbst und seiner Realisierung in diesem Prozeß
gehören hier zwei historisch verschiednen Perioden. In der
letztren ist es unterstellt, sein Dasein als sich selbst betäti-
gendes vorausgesetzt. In der erstern ist es Niederschlag des Auf-
lösungsprozesses einer andren Gesellschaftsform. Es ist Produkt
einer andren, nicht wie später es als Produkt seiner eignen Re-
produktion. Die kapitalistische Produktion arbeitet auf der Lohn-
arbeit als ihrer vorhandnen, aber zugleich beständig von ihr re-
produzierten Basis. Sie arbeitet daher auch auf dem Kapital, als
der Gestalt der Arbeitsbedingungen, als ihrer gegebnen Vorausset-
zung, eine Voraussetzung, die aber ebenso wie die Lohnarbeit ihr
beständiges Setzen, ihr beständiges Produkt ist.
#483# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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Auf dieser Basis ist das G e l d z.B. an sich Kapital, weil an
sich die Produktionsbedingungen die entfremdete Form der Arbeit
gegenüber haben, als fremdes Eigentum ihr gegenüber erscheinen
und sie als solches beherrschen. Das Kapital kann dann auch als
Ware, die diese Eigenschaft hat, verkauft, d. h. Kapital kann als
Kapital verkauft werden, wie es im Ausleihn des Kapitals auf Zin-
sen geschieht.
Indem aber so das Moment der spezifisch gesellschaftlichen Be-
stimmtheit des Kapitals und der kapitalistischen Produktion -
eine spezifisch gesellschaftliche Bestimmtheit, die sich juri-
stisch ausdrückt im Kapital als Eigentum, im Kapitaleigentum als
einer besondren Form des Eigentums - f i x i e r t w i r d und
der Z i n s daher so erscheint als der T e i l d e s
M e h r w e r t s, den das Kapital in dieser Bestimmtheit, ge-
trennt von dieser Bestimmtheit als Bestimmtheit des Prozesses
überhaupt, erzeugt, muß offenbar der andre Teil des Mehrwerts,
das surplus des Profits über den Zins, der i n d u s t r i-
e l l e P r o f i t, sich als Wert darstellen, der nicht aus
dem Kapital als Kapital stammt, sondern aus dem Produktions-
prozeß, getrennt von seiner gesellschaftlichen Bestimmtheit, die
ja in dem Ausdruck Kapital-Zins schon ihre besondre Existenzweise
erhalten hat. Vom Kapital getrennt ist aber der Produktionsprozeß
A r b e i t s p r o z e ß überhaupt. Der industrielle Kapitalist
als unterschieden von sich als Kapitalist, Industrieller im
Unterschied von sich als Kapitalist, Eigentümer des Kapitals -
ist also nur noch einfacher Funktionär im Arbeitsprozeß, nicht
funktionierendes Kapital, sondern Funktionär, abgesehn vom
Kapital -, also ein besondrer Träger des Arbeitsprozesses über-
haupt, A r b e i t e r. Damit wird dann glücklich der indu-
strielle Profit in A r b e i t s l o h n verwandelt und fällt
mit dem gewöhnlichen Arbeitslohn zusammen, von dem er sich nur
noch quantitativ unterscheidet und durch besondre Form der
Auszahlung, daß der Kapitalist ihn sich selbst zahlt, statt ge-
zahlt erhält.
In dieser letzten Spaltung des Profits in Zins und i n d u-
s t r i e l l e n P r o f i t ist nicht nur die Natur des
Mehrwerts (und daher des Kapitals) ausgelöscht, sondern aus-
drücklich als etwas ganz Verschiednes dargestellt.
Der Z i n s drückt einen Teil des Mehrwerts aus; bloßes, unter
besondrem Namen ausrangiertes Quotum des Profits; das Quotum, was
dem bloßen Eigentümer des Kapitals zukommt, von ihm abgefangen
wird. Aber dies bloß q u a n t i t a t i v e Teilen schlägt in
ein q u a l i t a t i v e s T e i l e n um, das beiden Teilen
eine verwandelte Gestalt gibt, worin auch keine Pulsader ihres
ursprünglichen Wesens mehr zu schlagen scheint. ¦¦917¦ Es befe-
stigt sich dies zunächst darin, daß der Z i n s nicht als eine
der Produktion gleichgültige Teilung auftritt, die nur dann
"gelegentlich" stattfindet, wenn der
#484# Beilagen
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Industrielle mit fremdem Kapital arbeitet. Auch wenn er mit
eignem Kapital arbeitet, spaltet sich sein Profit in Zins und
i n d u s t r i e l l e n P r o f i t, womit also die bloß
quantitative Teilung schon als q u a l i t a t i v e, von dem
zufälligen Umstand, ob der Industrielle Eigentümer oder Nichtei-
gentümer seines Kapitals ist, unabhängig, aus der Natur des Kapi-
tals und der kapitalistischen Produktion selbst entspringende
qualitative Teilung fixiert wird. Es sind nicht nur zwei an ver-
schiedne Personen verteilte Quota des Profits, sondern zwei be-
sondre Kategorien desselben, die in verschiednem Verhältnis zum
Kapital, also im Verhältnis zu verschiednen Bestimmtheiten des
Kapitals stehn. Diese Verselbständigung, abgesehn von den früher
entwickelten Gründen, befestigt sich um so leichter, als das
z i n s t r a g e n d e K a p i t a l als historische Form vor
dem industriellen Kapital erscheint und neben ihm in seiner alten
Form fortexistiert, und erst von ihm im Lauf seiner Entwicklung
als eine b e s o n d r e F o r m seiner selbst unter die kapi-
talistische Produktion subsumiert wird.
Aus der bloß quantitativen Teilung wird daher eine qualitative
Spaltung. Das Kapital selbst wird gespalten. Soweit es
V o r a u s s e t z u n g der kapitalistischen Produktion ist,
soweit es also die e n t f r e m d e t e F o r m d e r A r-
b e i t s b e d i n g u n g e n, ein s p e z i f i s c h g e-
s e l l s c h a f t l i c h e s V e r h ä l t n i s a u s-
d r ü c k t, realisiert es sich im Zins. Seinen Charakter als
Kapital realisiert es im Zins. Anderseits, soweit es funktioniert
im Prozeß, erscheint dieser Prozeß als getrennt von seinem
spezifisch kapitalistischen Charakter, von seiner spezifisch ge-
sellschaftlichen Bestimmtheit - als bloßer A r b e i t s-
p r o z e ß überhaupt. Soweit der Kapitalist daher in ihn
eingreift, greift er nicht als Kapitalist in ihn ein, denn dieser
sein Charakter ist diskontiert im Zins, sondern als Funktionär
des Arbeitsprozesses überhaupt, als Arbeiter, und sein Ar-
beitslohn stellt sich dar im i n d u s t r i e l l e n P r o-
f i t. Es ist besondre Weise der Arbeit - labour of direction
1*) -, aber die Arbeitsweisen sind ja überhaupt voneinander
verschieden.
In diesen zwei Formen des Mehrwerts ist also die Natur desselben,
das Wesen des Kapitals und der Charakter der kapitalistischen
Produktion vollständig nicht nur ausgelöscht, sondern ins Gegen-
teil verkehrt. Aber, insofern auch der Charakter und die Gestalt
des Kapitals vollendet, als die Versubjektivierung der Sachen,
die Versachlichung der Subjekte, die Verkehrung von Ursache und
Wirkung, das religiöse Quidproquo, die reine Form des Kapitals
G-G', sinnlos, ohne alle Vermittlung dargestellt und ausgedrückt
wird. Ebenso die Verknöcherung der Verhältnisse, ihre Darstellung
als Verhältnis der Menschen zu Sachen von bestimmtem sozialen
Charakter, ganz anders herausgearbeitet als in der einfachen My-
stifikation
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1*) Arbeit der Leitung
#485# Revenue and its sources. Die Vulgarökonomie
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der Ware und der schon komplizierteren des Geldes. Die Transsub-
stantiation, der Fetischismus ist vollendet.
Der Z i n s an sich drückt also grade das Dasein der Arbeitsbe-
dingungen als K a p i t a l in ihrem gesellschaftlichen Gegen-
satz und ihrer Metamorphose als persönliche Mächte gegenüber der
Arbeit und über die Arbeit aus. Er resümiert den e n t-
f r e m d e t e n Charakter der Arbeitsbedingungen im Verhältnis
zur Tätigkeit des Subjekts. Er stellt das Eigentum des Kapitals
oder das bloße Kapitaleigentum als Mittel dar, die Produkte
fremder Arbeit sich anzueignen als Herrschaft über fremde Arbeit.
Aber er stellt diesen Charakter des Kapitals dar als etwas, was
ihm außer dem Produktionsprozeß selbst zukommt und keineswegs das
Resultat der spezifischen Bestimmtheit dieses Produktions-
prozesses selbst ist. Er stellt es dar nicht im Gegensatz zur
Arbeit, sondern umgekehrt, ohne Verhältnis zur Arbeit und als
bloßes Verhältnis eines Kapitalisten zum andren. Also als eine
dem Verhältnis des Kapitals zur Arbeit selbst äußerliche und
gleichgültige Bestimmung. Die Verteilung des Profits unter den
Kapitalisten ist dem Arbeiter als solchem gleichgültig. In dem
Z i n s also, der Gestalt des Profits, worin der g e g e n-
s ä t z l i c h e C h a r a k t e r des Kapitals sich einen
besondren Ausdruck gibt, gibt er sich einen Ausdruck, worin
dieser Gegensatz völlig ausgelöscht und ausdrücklich von ihm ab-
strahiert ist. Soweit er überhaupt, außer der Fähigkeit des
Gelds, der Waren etc., ihren eignen Wert zu verwerten darstellt,
den Mehrwert als aus ihnen herauswachsend, als ihre natürliche
Frucht darstellt, also bloßer Ausdruck der Kapitalmystifikation
in der äußersten Form ist - soweit er überhaupt gesellschaftli-
ches Verhältnis a l s s o l c h e s darstellt -, drückt er
¦¦918¦ bloß Verhältnis zwischen Kapitalisten aus, keineswegs zwi-
schen Kapital und Arbeit.
Andrerseits gibt diese Form des Z i n s e s dem andren Teil des
Profits die q u a l i t a t i v e F o r m des i n d u-
s t r i e l l e n P r o f i t s, des Arbeitslohns für die Ar-
beit des industriellen Kapitalisten, nicht als Kapitalisten,
sondern als A r b e i t e r (Industrieller). Die besondren
Funktionen, die der Kapitalist als solcher im Arbeitsprozeß zu
verrichten hat und die ihm grade im Unterschied vom Arbeiter
zukommen, werden als bloße Arbeitsfunktionen dargestellt. Er
schafft Mehrwert, nicht weil er a l s K a p i t a l i s t ar-
beitet, sondern weil er, der Kapitalist, auch a r b e i t e t.
Grade als wenn ein König, der als König die Armee nominell kom-
mandiert, gesetzt würde, sie zu kommandieren, nicht weil er als
Eigentümer der Königswürde k o m m a n d i e r t, den Feldherrn
spielt, sondern daß er König ist, weil er k o m m a n d i e r t,
die Funktion des Feldherrn ausübt. Wird ein Teil des Mehrwerts so
in dem Zins ganz getrennt vom Exploitationsprozeß, so wird der
andre Teil - im industriellen Profit - dargestellt als sein
#486# Beilagen
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direktes Gegenteil, nicht Aneignung von fremder Arbeit, sondern
Wertschöpfung eigner Arbeit. Dieser Teil des Mehrwerts ist also
gar nicht mehr Mehrwert, sondern das Gegenteil, Äquivalent für
vollbrachte Arbeit. Da der e n t f r e m d e t e C h a r a k-
t e r des Kapitals, sein Gegensatz zur Arbeit, jenseits des
Exploitationsprozesses, der wirklichen A k t i o n d i e s e r
E n t f r e m d u n g vorliegt, ist aller gegensätzliche Cha-
rakter von diesem Prozeß selbst entfernt. Daher erscheint die
wirkliche Exploitation, das, worin der gegensätzliche Charakter
sich verwirklicht und erst real manifestiert, grade als ihr
Gegenteil, als eine stofflich besondere Art der Arbeit, aber als
derselben gesellschaftlichen Bestimmtheit der Arbeit - der
Lohnarbeit - angehörig. Derselben K a t e g o r i e Arbeit. Die
Arbeit des Exploitierens ist hier identifiziert mit der Arbeit,
die exploitiert wird.
Diese Verwandlung eines Teils des Profits in i n d u s t r i-
e l l e n P r o f i t geht, wie wir sehn, aus der Verwandlung
des andren Teils in Z i n s hervor. Auf den einen fällt die
gesellschaftliche Form des Kapitals - daß er Eigentum ist; auf
den andren die ökonomische Funktion des Kapitals, seine Funktion
im Arbeitsprozeß, aber befreit, abstrahiert von der gesell-
schaftlichen Form, der gegensätzlichen Form, worin es diese
Funktion ist. Wie sich dies weiter mit Weisheitsgründen recht-
fertigt, näher zu sehn bei der apologetischen Darstellung des
Profits als l a b o u r o f s u p e r i n t e n d e n c e
1*). Der Kapitalist hier mit seinem manager identifiziert, wie
Smith schon bemerkt hat. [125]
Allerdings geht ein Stück wages ein (da wo manager diese wages
nicht bezieht). Das Kapital in dem Produktionsprozeß erscheint
als Direktor der Arbeit, als Kommandeur derselben (captain of in-
dustry 2*)) und spielt so eine tätige Rolle im Arbeitsprozeß
selbst. Soweit diese Funktionen aber aus der spezifischen Form
der kapitalistischen Produktion hervorgehn - also aus der Herr-
schaft des Kapitals über die Arbeit als seine Arbeit und daher
über die Arbeiter als seine Instrumente, aus der Natur des Kapi-
tals, das als die gesellschaftliche Einheit, das Subjekt der ge-
sellschaftlichen Form der Arbeit, erscheint, die sich in ihm als
Macht über die Arbeit personifiziert -, ist diese mit der Ex-
ploitation verbundne Arbeit (die auch an einen manager übertragen
werden kann) eine Arbeit, die allerdings so gut wie die des Lohn-
arbeiters in den Wert des Produkts eingeht, ganz wie bei der
S k l a v e r e i d i e A r b e i t d e s S k l a v e n-
a u f s e h e r s so gut bezahlt werden muß als die des
Arbeiters selbst. Hat sich der Mensch sein Verhältnis zu seiner
eignen Natur, zu der äußren Natur und zu den andren Menschen in
religiöser Form verselbständigt, so daß er von diesen
Vorstellungen beherrscht wird, so bedarf er der
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1*) Arbeit der Oberaufsicht - 2*) Industriekapitän
#487# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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P r i e s t e r und i h r e r Arbeit. Mit dem Verschwinden der
religiösen Form des Bewußtseins und seiner Verhältnisse hört aber
auch diese Arbeit des Priesters auf, in den gesellschaftlichen
Produktionsprozeß einzugehn. Mit dem P r i e s t e r hört die
Arbeit des Priesters auf und so mit dem Kapitalisten die Arbeit,
die er q u a 1*) Kapitalist verrichtet oder durch einen andren
verrichten läßt. (Das Beispiel mit der Sklaverei durch Zitate
auszuführen. 2*))
Übrigens, diese Apologie, den Profit auf Arbeitslohn zu reduzie-
ren als wages of labour of superintendence 3*), dreht sich selbst
gegen die Apologeten; indem englische ¦¦919¦ Sozialisten nun mit
Recht geantwortet haben: Well, Ihr sollt künftig nur die wages
gewöhnlicher manager beziehn. Euer industrial profit soll nicht
dem Namen, sondern der Sache nach auf wages of superintendence
oder direction of labour reduziert werden.
{Natürlich kann auf diese Narrheit und Seichbeutelei nicht mit
allen ihren Widersprüchen eingegangen werden. Z.B. der industrial
profit steigt und fällt umgekehrt, sei es zum Zins, sei es zur
Grundrente. Die s u p e r i n t e n d e n c e o f l a b o u r,
das bestimmte Quantum Arbeit, das der Kapitalist wirklich ver-
richtet, hat aber damit nichts zu tun, sowenig wie mit dem
F a l l e n d e s A r b e i t s l o h n s. Diese Art Arbeits-
lohn hat nämlich das Eigentümliche, daß sie im umgekehrten Ver-
hältnis zum wirklichen Arbeitslohn (so, weit die Profitrate von
der Rate des Mehrwerts bedingt; und sofern alle P r o d u k-
t i o n s b e d i n g u n g e n unverändert bleiben, ist sie
a u s s c h l i e ß l i c h dadurch bedingt) fällt und steigt.
Aber derartige "Gegensätzchen" heben die Dieselbigkeit im Kopf
des apologetischen vulgarian 4*) nicht auf. Die Arbeit, die der
Kapitalist verrichtet, bleibt absolut dieselbe, ob er wenig oder
viel Arbeitslohn zahlt, ob die Arbeiter höher oder niedriger
bezahlt sind. Ganz so wenig, wie der Arbeitslohn, der für einen
Arbeitstag bezahlt wird, an dem Quantum Arbeit selbst ändert.
Noch weniger. Denn der Arbeiter arbeitet intensiver mit beßrem
Lohn. Dagegen des Kapitalisten Arbeit ist die bestimmte Materie,
sie ist qualitativ und quantitativ bestimmt durch das Quantum Ar-
beit, das er zu dirigieren, nicht durch den Lohn dieses Quantums.
Er kann seine Arbeit ebensowenig intensifizieren, wie der Arbei-
ter mehr Baumwolle bearbeiten kann, als er in der Fabrik vorfin-
det.}
Und weiter sagen sie 5*): Das Amt der Direktion, die labour of
superintendence, kann jetzt ebenso auf dem Markt gekauft werden
und ist relativ ebenso wohlfeil zu produzieren und daher zu kau-
fen, wie jedes andre Arbeitsvermögen. Die kapitalistische Produk-
tion selbst hat es dahin gebracht,
------
1*) als - 2*) siehe Band 25 unserer Ausgabe, S. 397-399 - 3*)
Lohn für die Arbeit der Oberaufsicht - 4*) Vulgär[ökonomenl - 5*)
die englischen Sozialisten
#488# Beilagen
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daß die labour of direction, ganz getrennt vom Kapitaleigentum,
sei es an eignem oder fremdem Kapital, auf der Straße herumläuft.
Es ist durchaus nutzlos geworden, daß diese labour of direction
von K a p i t a l i s t e n ausgeübt werde. Sie ist realiter
vorhanden, getrennt vom Kapital, nicht in der sham separation 1*)
von industrial capitalist und moneyed capitalist, sondern von
mdustrial managers etc., von jeder Sorte Kapitalist. Bester Be-
weis: Die von den Arbeitern selbst errichteten Kooperativfabri-
ken. Sie liefern den Beweis, daß der Kapitalist als Funktionär
der Produktion ebenso überflüssig für die Arbeiter geworden, als
ihm selbst die Funktion des landlords als der bürgerlichen Pro-
duktion überflüssig erscheint. Z w e i t e n s: Soweit die Ar-
beit des Kapitalisten nicht aus dem Prozeß als kapitalistischem
hervorgeht, also mit dem Kapital von selbst aufhört, soweit sie
nicht Name für die Funktion, fremde Arbeit zu exploitieren; so-
weit sie aus der gesellschaftlichen Form der Arbeit hervorgeht,
der Kooperation, Teilung der Arbeit etc., ist sie ganz ebenso vom
Kapital unabhängig, wie diese Form selbst, so, bald sie die kapi-
talistische Hülle abgestreift. Zu sagen, daß diese Arbeit als
k a p i t a l i s t i s c h e A r b e i t, als Funktion des Ka-
pitalisten notwendig sei, heißt weiter nichts, als daß der vulga-
rian sich die im Schoße des Kapitals entwickelte gesellschaft-
liche Produktivkraft und gesellschaftlichen Charakter der Arbeit
sich nicht losgetrennt von dieser kapitalistischen Form, von der
Form der Entfremdung, des Gegensatzes und des Widerspruchs ihrer
Momente, nicht getrennt von ihrer Verkehrung und ihrem Quidproquo
vorstellen kann. Et c'est justement ce que nous affirmons. 2*)
¦XV-919¦¦
¦¦XVIII-1142¦ {Der wirkliche Profit des Kapitalisten zum großen
Teil profit upon expropriation 3*), und die "individuelle Arbeit"
des Kapitalisten hat besonders breiten Spielraum auf diesem Feld,
wo es sich nicht um creation of surplus value 4*) handelt, son-
dern um Verteilung des aggregate profit der whole class of capi-
talists among its individual members 5*) auf dem merkantilen
Feld. Dies geht uns hier nichts an. Gewisse Arten des Profits,
z.B. die auf Spekulation gegründeten, bewegen sich bloß in diesem
Feld. Ihre Betrachtung ist also hier ganz ausgeschlossen. Es
zeigt die viehmäßige Dummheit der Vulgärökonomie, daß sie - na-
mentlich um den Profit als "wages" darzustellen - dies zusammen-
wirft mit dem Profit, so far as it originates in the creation of
surplus value 6*). Sieh z.B. den würdigen
-----
1*) angeblichen Trennung - 2*) Und das ist gerade das, was wir
behaupten. - 3*) Entäußerungsprofit - 4*) Schaffung von Mehrwert
- 5*) gesamten Profits der ganzen Kapitalistenklasse unter ihre
einzelnen Mitglieder - 6*) insofern er aus der Schaffung von
Mehrwert entspringt
#489# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
-----
Roscher. Bei solchen Eseln also auch ganz natürlich, daß sie zu-
sammenwerfen die Berechnungsitems und Kompensationsgründe der Ka-
pitalisten in verschiednen Produktionssphären - bei der Vertei-
lung des aggregate profit der ganzen Kapitalistenklasse - mit
Gründen für die Exploitation der Arbeiter durch die Kapitalisten,
mit Entstehungsgründen, sozusagen, des Profits als solchen.}
¦XVIII-1142¦¦
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