Quelle: MEW 26.3 Theorien über den Mehrwert - Dritter Teil


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       #489# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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       [5. Wesentlicher  Unterschied zwischen  der klassischen  und  der
       Vulgärökonomie. Zins  und Rente  als konstituierende Elemente des
       Marktpreises der Ware. Versuch der Vulgärökonomen, den irrationa-
       len Formen  des Zinses  und  der Rente einen rationalen Schein zu
       geben]
       
       ¦¦XV-919¦ Im   z i n s t r a g e n d e n  K a p i t a l  - in der
       Spaltung des  Profits in  Zins und  [industriellen] Profit  - hat
       also das  Kapital seine dinglichste Form, seine reine Fetischform
       erhalten und ist die Natur des Mehrwerts durchaus sich selbst ab-
       handen gekommen  dargestellt. Das  Kapital - als Ding - erscheint
       hier als  selbständige Quelle von Wert; wertschöpferisch, in der-
       selben Weise wie die Erde in der Rente und die Arbeit im Arbeits-
       lohn (teils  eigentlichem Arbeitslohn,  teils industriellem  Pro-
       fit). Es  ist zwar  immer noch der Preis der Ware, der zahlen muß
       Arbeitslohn, Zins,  Rente, aber  er zahlt sie, weil die Erde, die
       in sie  eingeht, die  Rente, das Kapital, das in sie eingeht, den
       Zins, und  die  Arbeit,  die  in  sie  eingeht,  den  Arbeitslohn
       schafft; [weil sie] diese Wertteile schaffen, die ihren respekti-
       ven Eigentümern  oder Repräsentanten, ¦¦920¦ dem Grundeigentümer,
       dem Kapitalisten  und dem  Arbeiter (Lohnarbeiter und Industriel-
       len) zufließen. Es ist also auf diesem Standpunkt ebensowenig für
       die Theorie  ein Widerspruch  oder, wenn  es einer ist, so ist es
       zugleich ein  Widerspruch, ein  cercle vicieux 1*) der wirklichen
       Bewegung, daß einerseits der Preis der Waren den Arbeitslohn, die
       Rente und  den Zins  bestimmt, andrerseits  der Preis  von  Zins,
       Rente und Arbeitslohn den Preis der Waren bestimmt.
       Der Zinsluß schwankt zwar, aber nur wie der Marktpreis jeder and-
       ren Ware, nach dem Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr. Dies hebt
       ebensowenig den  Zins als  dem  Kapital  immanent  auf,  wie  die
       Schwankungen der  Warenpreise die Preise als ihnen zukommende Be-
       stimmungen aufheben.
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       1*) Zirkelschluß
       
       #490# Beilagen
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       So erscheinen Erde, Kapital und Arbeit einerseits, soweit sie die
       Quellen von  Rente, Zins und Arbeitslohn und dies die konstituie-
       renden Elemente  der Warenpreise,  als die  den Wert  schaffenden
       Elemente; andrerseits,  soweit sie  dem Halter jedes dieser Wert-
       produktionsinstrumente zufließen, den von ihnen geschaffnen Wert-
       teil des  Produkts zuführen,  als Revenuequellen,  und die Formen
       von Rente,  Zins und Arbeitslohn als Formen der  D i s t r i b u-
       t i o n.   (Es liegt darin, wie wir später sehn werden, gegenüber
       der kritischen  Ökonomie, die  Konsequenz der  Dummheit, wenn die
       vulgarians Distributionsformen  in der  Tat nur  als Produktions-
       formen sub  alia specie  1*) auffassen,  während  die  kritischen
       Ökonomen sie trennen und ihre Identität verkennen.)
       Im zinstragenden  Kapital erscheint  das Kapital als selbständige
       Quelle von Wert oder Mehrwert, das es als Geld oder Ware besitzt.
       Und zwar  ist es  diese Quelle für sich, in seiner dinglichen Ge-
       stalt. Es  muß zwar  in den  Produktionsprozeß eingehn,  um diese
       seine Eigenschaft  zu realisieren;  aber so muß auch die Erde und
       die Arbeit.
       Man versteht  daher, warum  die Vulgärökonomie  [die Form]: Erde-
       Rente, Kapital-Zins,  Arbeit-Arbeitslohn, der  Form vorzieht 2*),
       die sich  bei Smith  etc. für  die Elemente  des Preises  (rather
       seine decomposita  3*)) findet  und wo  Kapital-Profit figuriert,
       wie überhaupt das Kapitalverhältnis als solches bei allen klassi-
       schen Ökonomen so ausgesprochen wird. Im Profit ist noch die stö-
       rende Beziehung  auf den Prozeß enthalten und die wahre Natur des
       Mehrwerts und der kapitalistischen Produktion, im Unterschied von
       ihrer Erscheinung,  noch mehr  oder minder  erkennbar. Dies  hört
       auf, wenn  der Zins als das eigentliche Produkt des Kapitals dar-
       gestellt und damit der andre Teil des Mehrwerts, der industrielle
       Profit, ganz  verschwindet und  unter die  Kategorie des Arbeits-
       lohns fällt.
       Die klassische Ökonomie sucht die verschiednen fixen und einander
       fremden Formen des Reichtums durch Analyse auf ihre innre Einheit
       zurückzuführen und  ihnen die Gestalt, worin sie gleichgültig ne-
       beneinander stehn,  abzuschälen; [sie]  will den innren Zusammen-
       hang im Unterschied von der Mannigfaltigkeit der Erscheinungsfor-
       men begreifen. Sie reduziert daher Rente auf Surplusprofit, womit
       sie aufhört  als besondre,  s e l b s t ä n d i g e  Form und von
       ihrem scheinbaren  Quell, dem  Boden, getrennt  wird. Sie streift
       dem Zins  ditto seine selbständige Form ab und zeigt ihn als Teil
       des Profits  nach. So  hat sie  alle Formen  der Revenue und alle
       selbständigen
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       1*) unter  anderer Gestalt  - 2*) in der Handschrift steht dieses
       Wort am  Ende des Satzes 3*) vielmehr seine Teile. in die er zer-
       fällt
       
       #491# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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       Gestalten, Titel,  unter denen am Wert der Ware vom Nichtarbeiter
       partizipiert wird,  auf die eine Form des Profits reduziert. Die-
       ser aber  löst sich  in Mehrwert auf, da der Wert der ganzen Ware
       in Arbeit  sich auflöst; das bezahlte Quantum der in ihr enthalt-
       nen Arbeit  in Arbeitslohn,  also der  Überschuß darüber in unbe-
       zahlte Arbeit, gratis unter verschiednen Titeln angeeignete, aber
       vom Kapital hervorgerufene Surplusarbeit. Die klassische Ökonomie
       widerspricht sich  gelegentlich in  dieser Analyse;  sie versucht
       oft unmittelbar,  ohne die Mittelglieder, die Reduktion zu unter-
       nehmen und die Identität der Quelle der verschiednen Formen nach-
       zuweisen. Dies  geht aber  aus ihrer analytischen Methode, ¦¦921¦
       womit die  Kritik und  das Begreifen anfangen muß, notwendig her-
       vor. Sie  hat nicht  das Interesse, die verschiednen Formen gene-
       tisch zu  entwickeln, sondern  sie durch Analyse auf ihre Einheit
       zurückzuführen, weil  sie von  ihnen als gegebnen Voraussetzungen
       ausgeht. Die  Analyse aber die notwendige Voraussetzung der gene-
       tischen Darstellung,  des Begreifens  des wirklichen Gestaltungs-
       prozesses in  seinen verschiednen Phasen. Die klassische Ökonomie
       fehlt endlich,  ist mangelhaft,  indem sie die  G r u n d f o r m
       d e s  K a p i t a l s,  die auf Aneignung fremder Arbeit gerich-
       tete Produktion  nicht als   g e s c h i c h t l i c h e    Form,
       sondern   N a t u r f o r m   der  gesellschaftlichen  Produktion
       auffaßt, eine  Auffassung, zu  deren Beseitigung sie jedoch durch
       ihre Analyse selbst den Weg bahnt.
       Ganz anders verhält es sich mit der  V u l g ä r ö k o n o m i e,
       die sich  zugleich erst  breitmacht, sobald  die Ökonomie  selbst
       durch ihre Analyse ihre eignen Voraussetzungen aufgelöst, wankend
       gemacht hat,  also auch schon der Gegensatz gegen die Ökonomie in
       mehr oder  minder ökonomischer, utopistischer, kritischer und re-
       volutionärer Form  existiert. Da  ja die  Entwicklung der politi-
       schen Ökonomie  und des  aus  ihr  selbst  erzeugten  Gegensatzes
       Schritt hält mit der  r e a l e n  Entwicklung der in der kapita-
       listischen Produktion  enthaltnen  gesellschaftlichen  Gegensätze
       und Klassenkämpfe.  Erst sobald  die politische Ökonomie eine ge-
       wisse Breite  der Entwicklung  erlangt hat - also nach A. Smith -
       und sich  feste Formen gegeben, scheidet sich das Element in ihr,
       das bloße  Reproduktion der  Erscheinung als Vorstellung von der-
       selben, ihr Vulgärelement von ihr ab als besondre Darstellung der
       Ökonomie. So  ist [bei] Say die Abscheidung der Vulgärvorstellun-
       gen, die in A. Smith durchlaufen, als eigne Kristallisation dane-
       ben festgesetzt. Mit Ric[ardo] und der durch ihn weiter begründe-
       ten Ausbildung  der Ökonomie  erhält auch  der Vulgärökonom  neue
       Nahrung (da  er nichts selbst produziert), und je mehr die Ökono-
       mie ihren  Abschluß erreicht, also in die Tiefe geht und sich als
       ein System  des Gegensatzes entwickelt, um so selbständiger tritt
       ihr ihr  eignes Vulgärelement,  bereichert mit  Stoff, den  es in
       seiner
       
       #492# Beilagen
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       Weise zurechtmacht, gegenüber, bis es endlich als gelehrt-synkre-
       tistische und  charakterlos-eklektische Kompilation seinen besten
       Ausdruck findet.
       In demselben  Maß, wie die Ökonomie in die Tiefe geht, stellt sie
       nicht nur  selbst Gegensätze dar, sondern tritt ihr ihr Gegensatz
       als solcher  gegenüber, gleichzeitig  mit der Entwicklung der re-
       alen Gegensätze  im ökonomischen  Leben der Gesellschaft. In dem-
       selben   Maß    wird   die    Vulgärökonomie    mit    Bewußtsein
       a p o l o g e t i s c h e r   und sucht  die Gedanken,  darin die
       Gegensätze, in forcierter Weise wegzuschwatzen. Say erscheint da-
       her noch  als ein  Kritiker und  parteilos - weil er in Smith die
       Gegensätze noch  relativ unentwickelt findet - gegenüber z.B. Ba-
       stiat, dem  Harmoniker und  Apologeten von Profession, der aller-
       dings sowohl  in der Ric[ardo]schen Ökonomie den Gegensatz inner-
       halb der  Ökonomie selbst  ausgearbeitet, wie  im Sozialismus und
       den Zeitkämpfen  sich ausarbeitend  vorfand. Es  kommt hinzu, daß
       die Vulgärökonomie  auf ihren frühren Stufen den Stoff noch nicht
       ganz bearbeitet  findet, also noch selbst mehr oder minder an der
       Lösung der ökonomischen Probleme vom Standpunkt der Ökonomie mit-
       arbeitet, wie Say z.B., während ein Bastiat nur zu plagiieren und
       die   u n a n g e n e h m e   Seite der klassischen Ökonomie weg-
       zuräsonieren hat.
       Aber Bastiat  stellt noch nicht die letzte Stufe dar. Er zeichnet
       sich noch  aus durch  Mangel an Gelehrsamkeit und eine ganz ober-
       flächliche Bekanntschaft  mit der Wissenschaft, die er schönfärbt
       im Interesse  der herrschenden Klasse. Bei ihm ist die Apologetik
       noch leidenschaftlich und seine eigentliche Arbeit, da er den In-
       halt der  Ökonomie bei andren nimmt, wie er ihm grade in den Kram
       paßt. Die  letzte Form  ist die    P r o f e s s o r a l f o r m,
       die "historisch"  zu Werke  geht und  mit weiser Mäßigung überall
       das "Beste"  zusammensucht, wobei  es auf  Widersprüche nicht an-
       kommt, sondern auf Vollständigkeit. Es ist die Entgeistung ¦¦922¦
       aller Systeme, denen überall die Pointe abgebrochen wird, und die
       sich friedlich  im Kollektaneenheft zusammenfinden. Die Hitze der
       Apologetik wird  hier gemäßigt durch die Gelehrsamkeit, die wohl-
       wollend auf die Übertreibungen der ökonomischen Denker herabsieht
       und sie  nur als Kuriosa in ihrem mittelmäßigen Brei herumschwim-
       men läßt.  Da derartige  Arbeiten zugleich erst auftreten, sobald
       der Kreis der politischen Ökonomie als Wissenschaft sein Ende er-
       reicht hat, ist es zugleich die  G r a b s t ä t t e  dieser Wis-
       senschaft. (Daß sie ebenso erhaben über den Phantasien der Sozia-
       listen stehn,  braucht nicht bemerkt zu werden.) Selbst der wirk-
       liche Gedanke  eines Smith,  Ric[ardo] etc.  nicht nur ihr eignes
       Vulgärelement - erscheint hier gedankenlos und wird in vulgarisms
       verwandelt. Ein  Meister dieser  Art ist  Herr Professor Roscher,
       der sich bescheidnerweise als Thukydides der politischen Ökonomie
       
       #493# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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       angekündigt hat. [126] Seine Identität mit Thuk[ydides] mag viel-
       leicht auf  der Vorstellung  beruhn, die er von Th[ukydides] hat,
       daß dieser  nämlich beständig  Ursache  und  Wirkung  verwechselt
       habe.
       In der  Form  des    z i n s t r a g e n d e n    K a p i t a l s
       tritt zwar  sinnfällig hervor,  daß das  Kapital  o h n e  Arbeit
       die Früchte  fremder Arbeit aneignet. Es erscheint ja hier in ei-
       ner Form, worin es vom Produktionsprozeß als Prozeß getrennt ist.
       Allein in  dieser Form  tut es dies auch nur ohne Arbeit, weil es
       in der Tat durch sich selbst, ohne Arbeit, als ein Element in den
       Arbeitsprozeß tritt das selbst für sich  W e r t  schafft, Quelle
       des Werts  ist. Wenn es einen Teil vom Wert des Produkts ohne Ar-
       beit aneignet,  so hat  es solchen aber auch ohne Arbeit geschaf-
       fen, aus sich selbst heraus, ex proprio sinu.
       Während den  klassischen und  daher kritischen  Ökonomen die Form
       der Entfremdung Arbeit macht und sie dieselbe durch Analyse abzu-
       streifen versuchen,  fühlt sich  dagegen die Vulgärökonomie grade
       in der Fremdheit, worin sich die verschiednen Anteile am Wert ge-
       genübertreten, erst voll, ständig zu Hause, ganz so wie ein Scho-
       lastiker in Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiligen Geist, so der
       Vulgärökonom in  der Erde-Rente, dem Kapital-Zins, der Arbeit-Ar-
       beitslohn. Es  ist dies  ja die Form, worin diese Verhältnisse in
       der Erscheinung  unmittelbar zusammenzuhängen  scheinen also auch
       in den  Vorstellungen und  dem Bewußtsein der in der kapitalisti-
       schen Produktion  befangnen Agenten  derselben leben. Die Vulgär-
       ökonomie kömmt  sich um  so einfacher,    n a t u r g e m ä ß e r
       und gemeinnützlicher,  um so  entfernter von  aller theoretischen
       Spitzfindigkeit vor,  je mehr  sie in der Tat nichts tut, als die
       ordinären Vorstellungen in eine doktrinäre Sprache übersetzen. In
       je mehr entfremdeter Form sie daher die Formationen der kapitali-
       stischen Produktion  auffaßt, um so näher ist sie dem Element der
       gewöhnlichen Vorstellung,  also um  so mehr schwimmt sie in ihrem
       Naturelement.
       Außerdem tut  das sehr gute Dienste für die Apologetik. Denn z.B.
       [in] Erde-Rente,  Kapital-Zins, Arbeit-Arbeitslohn stehn sich die
       verschiednen Formen  des Mehrwerts und Gestalten der kapitalisti-
       schen Produktion  nicht entfremdet,  sondern fremd und gleichgül-
       tig, als  bloß verschieden,  ohne Gegensatz  gegenüber. Die  ver-
       schiednen Revenues  fließen aus  ganz verschiednen  Quellen,  die
       eine aus  der Erde,  die andre aus dem Kapital, die andre aus der
       Arbeit. Sie  stehn also  in keinem feindlichen, weil überhaupt in
       keinem innren Zusammenhang. Wirken sie nun doch in der Produktion
       zusammen, so  ist das  ein harmonisches  Wirken, der Ausdruck von
       Harmonie, wie  ja z.B.  der Bauer,  der Ochse,  der Pflug und die
       Erde in der Agrikultur, dem wirklichen Arbeitsprozesse, trotz ih-
       rer  Verschiedenheit,  harmonisch  zusammenarbeiten.  Soweit  ein
       Gegensatz zwischen ihnen statt
       
       #494# Beilagen
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       findet, entspringt  er bloß aus der Konkurrenz, welcher der Agen-
       ten mehr vom Produkt sich aneignen soll, vom Wert, den sie zusam-
       men schufen,  und kommt  es dabei  gelegentlich zur  Keilerei, so
       zeigt sich  dann doch  schließlich als Endresultat dieser Konkur-
       renz zwischen  Erde, Kapital  und Arbeit,  daß,  indem  sie  sich
       ¦¦923¦ untereinander  stritten über  die Teilung, sie durch ihren
       Wetteifer den  Wert des  Produkts so  vermehrt haben,  daß  jeder
       einen größren  Fetzen bekommt,  so daß ihre Konkurrenz selbst nur
       als der stachelnde Ausdruck ihrer Harmonie erscheint.
       Herr Arnd sagt z.B. als Kritiker von Rau:
       
       "Ebenso läßt sich der Verfasser von einigen seiner Vorgänger ver-
       leiten, den  drei Elementen  des Nationalreichtums  (dem Arbeits-
       lohne, der  Kapitalrente und  der Bodenrente) ein viertes Element
       in dem Unternehmergewinne anzureihen; - damit wird die ganze, von
       Ad. Smith mit so viel Umsicht gebildete, Grundlage jeder weiteren
       Entwicklung   u n s r e r  W i s s e n s c h a f t  (!) zerstört,
       weshalb denn  auch in  dem vorliegenden Werke an eine solche Ent-
       wicklung gar  nicht zu  denken ist." (Karl Arnd, "Die naturgemäße
       Volkswirtschaft, gegenüber  dem Monopoliengeiste  und dem  Commu-
       nismus, mit  einem Rückblicke  auf die  einschlagende Literatur",
       Hanau 1845, S. 477.)
       
       Unter "Kapitalrente" versteht Herr Arnd nämlich den Zins. (l.c.p.
       123.) Sollte  man nun  nicht glauben,  daß A. Smith den National-
       reichtum in Kapitalzins, Bodenrente und Arbeitslohn auflöst, wäh-
       rend er  grade umgekehrt  den Profit ausdrücklich als die Verwer-
       tung des Kapitals bezeichnet und wiederholt ausdrücklich bemerkt,
       daß der  Zins immer  nur eine vom Profit abgeleitete Form, soweit
       er überhaupt  Mehrwert darstellt?  So liest  der Vulgärökonom das
       direkte (Gegenteil  in seine  Quellen hinein.  Wo Smith  "Profit"
       schreibt, liest  Arnd "interest"  1*). Was mag er sich wohl unter
       dem "interest des A. Smith gedacht haben?
       
       Derselbe "umsichtige"  Entwickler  "unserer  Wissenschaft"  macht
       folgende interessante Entdeckung:
       
       "In dem natürlichen Gange der Gütererzeugung gibt es nur eine Er-
       scheinung, welche  - in ganz angebauten Ländern - den Zinsfuß ei-
       nigermaßen zu regulieren bestimmt scheint; - es ist dies das Ver-
       hältnis, in  welchem die Holzmassen der europäischen Wälder durch
       ihren jährlichen  Nachwuchs zunehmen  - dieser  Nachwuchs  folgt,
       ganz   u n a b h ä n g i g   v o n  i h r e m  T a u s c h w e r-
       t e"   (wie komisch  von den  Bäumen, ihren Nachwuchs "unabhängig
       vom Tauschwert"  einzurichten!), "in dem Verhältnisse von 3 bis 4
       zu Hundert.  - Hiernach  wäre also  {da der  Nachwuchs der  Bäume
       nämlich von  ihrem  "Tauschwert  unabhängig"  ist,  so  sehr  ihr
       Tauschwert von  ihrem Nachwuchs  abhängen mag!)  "ein Herabsinken
       unter den  Stand, welchen  er" (der  Zinsfuß) "gegenwärtig in den
       geldreichsten Ländern hat, nicht zu erwarten." (l.c.p. 124, 125.)
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       1*) "Zins"
       
       #495# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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       Dies verdient, der "waldursprüngliche Zinsfuß" genannt zu werden,
       und sein Entdecker hat sich in dem zitierten Werke um "unsre Wis-
       senschaft" auch als der Philosoph der "Hundesteuer" bemerkbar ge-
       macht. [p. 420, 421.]
       {Der Profit  (auch der industrial profit) im Verhältnis zur Größe
       des vorgeschoßnen  Kapitals; dagegen die  w a g e s,  die der in-
       dustrielle Kapitalist  bezieht,  im  umgekehrten  Verhältnis  zur
       Größe des  Kapitals: bedeutend bei kleinem Kapital (weil hier der
       Kapitalist Mittelding  zwischen Exploiteur fremder Arbeit und Le-
       ben von  eigner Arbeit),  verschwindend klein bei großem Kapital,
       oder ganz  davon getrennt, wie wenn ein manager. Ein Teil der la-
       bour of  direction 1*)  geht bloß  aus dem  feindlichen Gegensatz
       zwischen Kapital  und Arbeit  hervor,  aus  dem  antagonistischen
       Charakter der  kapitalistischen Produktion,  gehört zu ihren faux
       frais de  production 2*),  ganz wie  9/10 der  "Arbeit", die  der
       Zirkulationsprozeß verursacht. Ein Musikdirektor braucht durchaus
       nicht Eigentümer  der Instrumente  des Orchesters  zu sein.  Noch
       gehört es  zu seiner  Funktion  als  Direktor,  daß  er  auf  die
       Subsistenzkosten der  Orchestermitglieder  spekuliert,  überhaupt
       anything 3*)  zu tun hat mit ihrem "Lohn". Es ist sehr sonderbar,
       daß Ökonomen,  wie John  Stuart Mill, die an der Form "interest",
       "industrial profit"  festhalten, um  den "industrial  profit"  in
       wages for superintendence of labour 4*) zu verwandeln, mit Smith,
       Ric[ardo] und  allen  nennenswerten  Ökonomen  zugeben,  daß  der
       average 5*)  Zinsfuß, die  average rate  of interest bestimmt ist
       durch die  average rate of profit, [die nach] Mill im umgekehrten
       Verhältnis  zur   rate  of  wages  6*)  steht,  also  nichts  als
       unbezahlte Arbeit ist, Surplusarbeit.
       Daß die  wages of superintendence überhaupt gar nicht eingehn [in
       die] average rate of profit, beweisen am besten 2 facts:
       ¦¦924¦ 1. Daß  in den kooperativen Fabriken, wo der general mana-
       ger bezahlt  wird, wie  in jeder andren Fabrik, und die ganze la-
       bour of  direction versieht  - die  overlookers 7*)  sind  selbst
       bloße Arbeiter  -, die  Profitrate nicht  unter, sondern über der
       average rate of profit steht;
       2. daß, wo Profite in besondren, nicht monopolisierten Geschäfts-
       zweigen, wie  beim kleinen  shopkeeper 8*), farmer etc. beständig
       hoch über  der average  rate of  profit stehn,  die Ökonomen  mit
       Recht dies daraus erklären, daß dieser Mann sich seine eignen wa-
       ges zahlt.  Wo er allein arbeitet, besteht sein Profit 1. aus den
       Zinsen seines  kleinen Kapitals;  2. aus  seinen wages 3. aus dem
       Teil der Surpluszeit, den sein Kapital ihn befähigt, für sich
       -----
       1*) Arbeit der  Leitung - 2*) Unkosten der Produktion - 3*) etwas
       - 4*)  Lohn für Arbeit der Oberaufsicht - 5*) durchschnittliche -
       6*) Lohnrate - 7*) Aufseher 8*) Krämer
       
       #496# Beilagen
       -----
       selbst, statt für andre zu arbeiten; dem Teil, der nicht schon im
       Zins ausgedrückt  ist. Hält er aber Arbeiter, so kommt deren Sur-
       pluszeit hinein.
       Der würdige  Senior (Nassau)  verwandelt natürlich auch den indu-
       strial profit  in wages of superintendence. Aber er vergißt diese
       Flausen, sobald es sich nicht um die doktrinären Phrasen, sondern
       um praktische  Kämpfe zwischen Arbeitern und Fabrikanten handelt.
       Da tritt  er z.B.  gegen   B e s c h r ä n k u n g   d e r   A r-
       b e i t s z e i t  auf, weil bei 11 1/2 Stunden z.B. die Arbeiter
       nur eine  Stunde für  den Kapitalisten  arbeiteten,  das  Produkt
       dieser Stunde  seinen Profit bildete (abgesehn vom  Z i n s,  für
       den sie  nach seiner  Rechnung auch 1 Stunde arbeiten). Hier also
       plötzlich der  industrielle Profit nicht gleich dem Wert, den die
       Arbeit des  Kapitalisten im  Produktionsprozeß der  Ware  zufügt,
       sondern gleich  dem Wert,  den die unbezahlte Arbeitszeit der Ar-
       beiter ihr  zufügt. Wenn  der industrielle Profit das Produkt der
       eignen Arbeit  des Kapitalisten  wäre, hätte S[enior] klagen müs-
       sen, nicht  daß die Arbeiter nur 1 Stunde umsonst arbeiten, statt
       zwei, und  noch weniger  sagen müssen, daß, wenn sie statt 11 1/2
       Stunden nur 10 1/2 arbeiteten,  g a r  k e i n  Profit vorhanden.
       Er hätte  sagen müssen, daß, wenn die Arbeiter statt 11 1/2 Stun-
       den nur  10 1/2 arbeiten,  der Kapitalist statt wages of superin-
       tendence für  11 1/2 Stunden  nur wages  of  superintendence  für
       10 1/2 Stunden  erhält, also  die wages  of superintendence für 1
       Stunde verliert. Worauf die Arbeiter ihm geantwortet hätten, daß,
       wenn ihnen common wages 1*) für 10 1/2 Stunden genügen, dem Kapi-
       talisten   h i g h e r  w a g e s  2*) für 10 1/2 Stunden genügen
       müssen.
       Es ist  unbegreiflich, wie Ökonomen wie J[ohn] St[uart] Mill, die
       Ricardians sind  und den  Satz, daß der Profit bloß = surplus va-
       lue, surplus  labour, sogar  in der  Form aussprechen,  daß  Pro-
       fitrate und  Arbeitslohn im  umgekehrten Verhältnis stehn und die
       Rate des  Arbeitslohns die Rate des Profits bestimmt (was in die-
       ser Form  falsch), plötzlich  den industrial  profit statt in die
       surplus labour des Arbeiters in die eigne labour des Kapitalisten
       verwandeln, es sei denn, daß sie die Funktion der Exploitation of
       foreign labour - labour 3*) nennen, wobei dann in der Tat heraus-
       kommt, daß  die wages dieser labour exakt gleich sind dem Quantum
       of foreign  labour appropriated  4*) oder direkt abhängen von dem
       degree of  exploitation 5*),  nicht dem  degree of  exertion that
       this exploitation  to the  capitalist costs  6*).  (Soweit  diese
       Funktion der Exploitation of labour wirkliche Arbeit in kapitali-
       stischer
       -----
       1*) gewöhnliche  Löhne -  2*) höhere Löhne - 3*) fremder Arbeit -
       Arbeit -  4*) angeeigneter  fremder Arbeit - 5*) Grad der Ausbeu-
       tung -  6*) Grad  der Mühe, die diese Ausbeutung dem Kapitalisten
       kostet
       
       #497# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
       -----
       Produktion erheischt,  ist sie ausgedrückt in den wages der gene-
       ral managers.)  Ich sage,  es ist unbegreiflich, daß, nachdem sie
       den Profit in sein wirkliches Element aufgelöst (als Ricardians),
       sie sich  durch den Gegensatz interest und industrial profit täu-
       schen lassen, der bloß eine  v e r k l e i d e t e  Form des Pro-
       fits ist  und der in dieser Selbständigkeit aufgefaßt auf der Un-
       kenntnis vom  Wesen des Profits beruht. Der eine Teil des Profits
       tritt ja  nur auf  als   i n d u s t r i a l  profit, als aus der
       Tätigkeit im  Prozeß entsprungen  (eigentlich dem tätigen Prozeß,
       was aber zugleich die Tätigkeit des funktionierenden Kapitalisten
       einschließt) und   d a r u m  als der Arbeit des Kapitalisten ge-
       bührend, weil  der andre Teil, der  Z i n s,  als dem Kapital als
       Ding, selbsttätiges, selbstschöpferisches Ding, abgesehn vom Pro-
       zeß, erscheint.  Weil also  Kapital und der aus ihm entspringende
       Mehrwert, unter  dem Namen  Zins, für ein  M y s t e r i u m  er-
       klärt wird.  Diese Auffassung,  die rein  aus  den  Vorstellungen
       fließt, die die äußerlichste Gestalt des Kapitals an der Oberflä-
       che zeigt,  ist das  direkte Gegenteil der Ric[ardoschen] Auffas-
       sung und  widerspricht altogether 1*) seiner Auffassung vom Wert.
       Soweit das  Kapital Wert ist, ist sein Wert bestimmt durch die in
       ihm enthaltne Arbeit, bevor es in den Prozeß tritt. Soweit es als
       Ding in  den Prozeß tritt, tritt es als Gebrauchswert in ihn, und
       als solcher,  whatever its use 2*), kann es nie Tauschwert schaf-
       fen. Man  sieht, wie  schön die  Ricardians ihren  eignen Meister
       verstehn. Dem moneyed capitalist 3*) gegenüber hat der industrial
       natürlich ganz  recht, daß  er, der funktionierendes Kapital ist,
       also wirklich  Surplusarbeit ausschraubt,  einen Teil dieses Sur-
       plus in die eigne Tasche steckt. Dem moneyed capitalist gegenüber
       ist er  Arbeiter, aber   A r b e i t e r    a l s    K a p i t a-
       l i s t,  d. h.  E x p l o i t e u r  f r e m d e r  A r b e i t.
       Dem ¦¦925¦ Arbeiter gegenüber dagegen ein komischer plea 4*), daß
       die Exploitation  ihrer Arbeit dem Kapitalisten Arbeit kostet und
       daß sie ihm daher noch für diese Exploitation zahlen müssen; [das
       ist] der plea des slave-drivers 5*) gegenüber dem slave 6*).}
       Jede Voraussetzung  des  gesellschaftlichen  Produktionsprozesses
       ist zu gleich sein Resultat, und jedes seiner Resultate erscheint
       zugleich als  Voraussetzung.  Alle  die    P r o d u k t i o n s-
       v e r h ä l t n i s s e,   in denen  sich der Prozeß bewegt, sind
       daher ebensowohl  seine Produkte  als seine  Bedingungen. In  der
       letzten Form  - je  mehr wir  seine Gestalt  in seiner wirklichen
       Erscheinung betrachten  - befestigt er sich mehr und mehr, so daß
       diese Bedingungen  als unabhängig  von dem  Prozeß ihn bestimmend
       erscheinen  und  die  eignen  Verhältnisse  der  im  Prozeß  Kon-
       kurrierenden ihnen als sachliche
       -----
       1*) vollständig - 2*) welches immer sein Gebrauch - 3*) Geldkapi-
       talisten -  4*) eine  komische Rechtfertigung - 5*) Sklavenaufse-
       hers - 6*) Sklaven
       
       #498# Beilagen
       -----
       Bedingungen, als  sachliche Mächte, als Bestimmtheiten von Dingen
       erscheinen, um  so mehr  als im  kapitalistischen  Prozeß  jedes,
       selbst das einfachste Element, wie z.B. die Ware, schon eine Ver-
       kehrung ist  und schon  Verhältnisse zwischen Personen als Eigen-
       schaft von Dingen und als Verhältnisse der Personen zu den sozia-
       len Eigenschaften dieser Dinge erscheinen läßt.
       
       {"Zins - Remuneration für die produktive Anwendung von Ersparnis-
       sen; der  Profit im  eigentlichen Sinne  des Wortes ist die Remu-
       neration für  die    T ä t i g k e i t    d e r    O b e r a u f-
       s i c h t   w ä h r e n d    d i e s e r    p r o d u k t i v e n
       A n w e n d u n g."   ("Westminster Review",  Januar 1826, p. 107
       sq.)
       
       Hier also  Zins die Remuneration dafür, daß Geld etc. als Kapital
       angewandt wird;  entspringt also aus dem Kapital als solchem, das
       remuneriert wird  für seine  quality qua 1*) Kapital. Dagegen der
       industrial profit für die Funktion des Kapitals oder Kapitalisten
       "during this  productive employment" 2*), i.e. im Produktionspro-
       zeß selbst.} ¦925¦¦
       ¦¦925¦ Der  Z i n s  ist nur ein Teil des Profits, der dem Eigen-
       tümer des  Kapitals von dem industriellen, funktionierenden Kapi-
       talisten bezahlt wird. Da er nur Surplusarbeit appropriieren kann
       durch Kapital  (Geld, Ware) etc., zahlt er einen Teil dem ab, der
       ihm dies  Mittel schafft. Und der letztre, der das Geld als Kapi-
       tal genießen  will, ohne  es als Kapital funktionieren zu lassen,
       kann dies  nur, indem er sich mit einem Teil des Profits begnügt.
       Sie sind  in fact  copartners 3*):  der eine der juristische, der
       andre der  ökonomische Eigentümer des Kapitals, solange er es an-
       wendet. Da der Profit aber erst aus dem Produktionsprozeß hervor-
       geht, erst  sein Resultat ist und erst produziert werden muß, ist
       der Zins  in der  Tat  bloß  Anspruch  auf  einen  Teil  erst  zu
       verrichtender Surplusarbeit,  Titel auf künftige Arbeit, Anspruch
       auf einen  Wertteil noch nicht existierender Waren; also erst das
       Resultat eines  während der  Zeit, an  deren Ende  er erst fällig
       ist, vorgehenden Produktionsprozesses.
       119261 Das  Kapital ist gekauft (d. h. zu Zins geliehn), bevor es
       bezahlt ist.  Das Geld  funktioniert hier als Zahlungsmittel, wie
       beim Arbeitsvermögen  etc. Der  Preis des  Kapitals -  der Zins -
       geht daher  ebensosehr in den Vorschuß des Industriellen ein (und
       in Vorschuß an sich selbst, wenn er mit eignem Kapital arbeitet),
       wie der  Preis des  cottons 4*),  der z.B. auch heute gekauft und
       etwa erst  nach 6 Wochen zu zahlen ist. Die Schwankungen im Zins-
       fuß -  dem Marktpreise  des Geldes  - ändern hieran so wenig, wie
       die Schwankungen in den Marktpreisen andrer Waren. Umgekehrt. Der
       Marktpreis
       -----
       1*) Eigenschaft  als - 2*) "während dieser produktiven Anwendung"
       - 3*) tatsächlich Partner - 4*) der Baumwolle
       
       #499# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
       -----
       des Geldes  - dies der Name des zinstragenden Kapitals, als Geld-
       kapital -  wird auf  dem Geldmarkt bestimmt, wie der jeder andren
       Ware, durch  die Konkurrenz der Käufer und Verkäufer, durch Nach-
       frage und  Zufuhr. Dieser  Kampf zwischen  den moneyed  und indu-
       strial capitalists  1*) ist nur ein Kampf um die Teilung des Pro-
       fits, [um]  den Anteil,  der jeder  der beiden  Sektionen bei der
       Teilung zufallen  soll. Das  Verhältnis selbst (die Nachfrage und
       Zufuhr), wie jedes seiner beiden Extreme, ist selbst ein Resultat
       des Produktionsprozesses oder, um uns ordinär auszudrücken, durch
       den jedesmaligen  Stand des  Geschäfts -  die  jedesmalige  Lage,
       worin sich  der Reproduktionsprozeß und seine Elemente befinden -
       [bestimmt]. Aber  der Form nach und der Erscheinung nach bestimmt
       dieser Kampf  den Preis des Kapitals (den Zins), eh es in die Re-
       produktion eintritt.  Und zwar  findet diese Bestimmung außerhalb
       des eigentlichen  Produktionsprozesses statt,  bestimmt durch von
       ihm unabhängige  Umstände, und  vielmehr erscheint diese Preisbe-
       stimmung als  eine der Bedingungen, innerhalb deren er vorzugehen
       hat. Der  Kampf scheint  also nicht  nur den  Eigentumstitel  auf
       einen bestimmten  Teil des künftigen Profits zu fixieren, sondern
       diesen Teil  selbst, nicht als Resultat aus dem Produktionsprozeß
       hervor-, vielmehr  als Voraussetzung,  als Preis  des Kapitals in
       ihn eingehn  zu lassen,  ganz wie der Preis der Ware oder der Ar-
       beitslohn als  Voraussetzung in  ihn eingeht,  obgleich er in der
       Tat beständig  - im Reproduktionsprozeß - aus ihm hervorgeht. Je-
       des Element  des Warenpreises, soweit es als Vorschoß erscheint -
       als schon  vorhandner Preis der Ware in den Produktionspreis ein-
       geht -,  hört auf,  dem industriellen Kapitalisten gegenüber, als
       Mehrwert, surplus  value sich darzustellen. Der Teil des Profits,
       der daher  als Preis des Kapitals in den Prozeß eingeht, wird un-
       ter die  Vorschußkosten gerechnet,  erscheint so  nicht mehr  als
       surplus, und  wird aus  einem   P r o d u k t  des Prozesses eine
       seiner  gegebnen   Voraussetzungen,    P r o d u k t i o n s b e-
       d i n g u n g,   die als  solche, in  selbständiger Form,  in den
       Prozeß eingeht  und  sein  Resultat  bestimmt.  (Fällt  z.B.  der
       Zinsfuß und  werden die  Marktverhältnisse  Reduktion  der  Waren
       unter ihre  Kostenpreise gebieten,  so kann  der Industrielle den
       Warenpreis erniedrigen,  ohne die  Rate des industriellen Profits
       zu erniedrigen;  ja, er  kann ihn  erniedrigen und  einen  höhren
       industrial profit  ziehn, was  allerdings dem, der nur mit eignem
       Kapital arbeitet,  sich als Fall der Profitrate darstellen würde,
       des  gross   profit  2*).  Alles  was  sich  als    g e g e b n e
       P r o d u k t i o n s b e d i n g u n g  darstellt, wie Preis der
       Waren, des  Arbeitslohns, des  Kapitals -  die Marktpreise dieser
       Elemente -, wirkt bestimmend
       -----
       1*) Geld- und industriellen Kapitalisten - 2*) Bruttoprofits
       
       #500# Beilagen
       -----
       auf den  jedesmaligen   M a r k t p r e i s  der Ware zurück, und
       der wirkliche  Kosten preis der besondren Ware setzt sich nur in-
       nerhalb der Schwankungen der Marktpreise durch, ist nur die Sich-
       selbstausgleichung dieser  Marktpreise, ganz  wie in der Ausglei-
       chung der  Kostenpreise aller  verschiednen Waren sich allein die
       W e r t e   der Waren  durchsetzen. Daher  ist der cercle vicieux
       1*) des  vulgarian, sei  er Theoretiker  des  Kapitalistenbewußt-
       seins, sei  er  praktischer  Kapitalist:  Die  Preise  der  Waren
       bestimmen Arbeitslohn, Zins, Profit und Rente, und umgekehrt, die
       Preise von  Arbeit, Zins,  Profit und  Rente bestimmen die Preise
       der Waren,  [sind] bloß der  A u s d r u c k  d e r  Z i r k e l-
       b e w e g u n g,   worin die allgemeinen Gesetze widerspruchsvoll
       in  der   wirklichen  Bewegung   und  in   der  Erscheinung  sich
       realisieren.)
       Ein  Teil  des  Mehrwerts,  der    Z i n s,    erscheint  so  als
       M a r k t p r e i s  des Kapitals, das in den Prozeß eingeht, und
       daher nicht als Mehrwert, sondern Produktionsbedingung. So stellt
       sich dies  - daß  zwei Klassen  Kapitalisten den Mehrwert teilen,
       die, die  außer dem Prozeß, und die in ihm - so dar, daß ein Teil
       des Mehrwerts  dem Kapital  außer dem Prozeß und der andre in ihm
       zukömmt. Die  vorherige Festsetzung  der Teilung  stellt sich dar
       als Unabhängigkeit des einen Teils vom andren; als Unabhängigkeit
       des einen  Teils vom Prozeß selbst; schließlich als immanente Ei-
       genschaft eines Dings,  G e l d,  W a r e,  aber dieser Dinge als
       K a p i t a l,   was wieder  nicht erscheint  als Ausdruck  eines
       Verhältnisses, sondern  so, daß  dies Geld,  Ware    t e c h n o-
       l o g i s c h   für den  Arbeitsprozeß bestimmt sind; durch diese
       Bestimmung  werden   sie  Kapital;  so  bestimmt,  sind  sie  die
       einfachen Elemente  des Arbeitsprozesses  selbst, ¦¦927¦ die also
       a l s  s o l c h e  K a p i t a l  sind.
       Daß der  Wert der Ware sich auflöst, teils in den Wert der in ihr
       enthaltnen Waren,  teils in  den Wert  der Arbeit,  d.h. bezahlte
       Arbeit, teils  in unbezahlte,  aber darum nichtsdestoweniger ver-
       kaufbare Arbeit,  und daß der Teil ihres Werts, der aus unbezahl-
       ter Arbeit besteht, ihr Mehrwert, sich seinerseits wieder auflöst
       in Zins,  industrial profit und Rente, d.h., daß der unmittelbare
       accapareur 2*) und "Produzent" dieses Gesamtmehrwerts Teile davon
       abgeben muß,  den einen an den landlord, den andren an den Eigen-
       tümer des  Kapitals, und  so den dritten, den er für sich behält,
       unter nur  von Zins  und Rente  verschiednem und von dem Mehrwert
       und Profit  selbst verschiednem  Namen, als industrial profit für
       sich behält,  ist durchaus  nichts Mysteriöses.  Die Analyse  des
       Mehrwerts, also eines Teils des Werts der Waren, in diese besond-
       ren Rubriken, Kategorien, ist sehr verständlich und widerstreitet
       in keiner Weise dem Gesetz des Werts selbst.
       -----
       1*) Zirkelschluß - 2*) Aneigner
       
       #501# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
       -----
       Durch die  selbständige Form  aber, die  diese verschiednen Teile
       des Mehrwerts  erlangen, durch  die verschiednen  Personen, denen
       sie zufließen,  durch die verschiednen Elemente, worauf der Titel
       an sie  begründet ist,  endlich durch  die Selbständigkeit, worin
       verschiedne dieser Teile dem Prozeß als Bedingungen gegenübertre-
       ten, wird das Ganze mystifiziert. Aus Teilen, worin der Wert ana-
       lysiert werden  kann, werden  sie zu selbständigen Elementen, die
       ihn   k o n s t i t u i e r e n,   zu  k o n s t i t u i e r e n-
       d e n   E l e m e n t e n.   Sie sind das für den Marktpreis. Sie
       werden wirklich  zu konstituierenden  Elementen des  selben.  Wie
       diese ihre  scheinbare Unabhängigkeit als Bedingung des Prozesses
       ihrerseits durch  das innre  Gesetz reguliert  und nur  scheinbar
       unabhängig sind,  tritt in  keinem Augenblick des Produktionspro-
       zesses in  die  Erscheinung,  noch  wirkt  es  als  bestimmendes,
       bewußtes Motiv. Grade das Umgekehrte. Die höchste Festigkeit, die
       dieser Schein des Resultats als selbständige Bedingungen annehmen
       kann, ist gegeben, sobald  T e i l e  d e s  M e h r w e r t s  -
       als Preise von Produktionsbedingungen - in den Preis eintreten.
       Und dies ist der Fall mit dem Zins und der Rente. Sie gehören un-
       ter die  Vorschüsse von industrial capitalist und farmer. Sie er-
       scheinen hier  nicht mehr als Ausdruck unbezahlter Surplusarbeit,
       sondern bezahlter  Surplusarbeit, also Surplusarbeit, für die ein
       Äquivalent im  Produktionsprozeß bezahlt  ist, zwar  nicht an den
       Arbeiter, dessen  Surplusarbeit sie ist, aber an andre Personen -
       die Eigentümer von Kapital und Erde. Sie sind Surplusarbeit quoad
       1*) den Arbeiter, aber sie sind Äquivalente, quoad den capitalist
       und Grundeigentümer,  dem sie  gezahlt werden muß. Sie erscheinen
       daher nicht  als surplus  und  noch  weniger  als  Surplusarbeit,
       sondern als  P r e i s e  der Ware "Kapital" und "Erde", denn sie
       werden dem  capitalist und  dem Grundeigentümer  nur  als  Waren-
       besitzer, nur  als Besitzer  und Verkäufer  dieser Waren gezahlt.
       Der Teil  des Warenwerts,  der sich  in Zins  auflöst,  erscheint
       daher als  R e p r o d u k t i o n  des für das Kapital gezahlten
       P r e i s e s,   und der  Teil, der  sich in  Rente auflöst,  als
       R e p r o d u k t i o n   des für  die  Erde  gezahlten  Preises.
       Diese Preise  bilden also   k o n s t i t u i e r e n d e   Teile
       des Gsamtpreises.  Dieses scheint  dem industriellen Kapitalisten
       nicht nur  so; für  ihn konstituieren  sie wirklich  Teil  seiner
       Vorschüsse, und  wenn sie  einerseits durch den Marktpreis seiner
       Ware bestimmt  sind -  eine Bestimmung  der Ware,  die als Markt-
       preis, worin  ein sozialer Prozeß oder das Resultat desselben als
       der Ware  zukommende Bestimmtheit  und das up and down 2*) dieses
       Prozesses, seine  Bewegung, als dem Warenpreis zukommende Schwan-
       kung erscheint  -, so ist der Marktpreis anderseits durch sie be-
       stimmt, ganz wie der
       -----
       1*) was anbetrifft - 2*) Auf und Nieder
       
       #502# Beilagen
       -----
       Marktpreis des  cotton 1*) den Marktpreis des Garns bestimmt, an-
       derseits der Marktpreis des Garns die Nachfrage nach cotton, also
       den Marktpreis des cotton.
       Indem Teile  des Mehrwerts,  Zins und Rente, als Preise von Waren
       der Ware  Erde und  der Ware  Kapital -  in den Produktionsprozeß
       eingehn, existieren  sie in einer ihren wirklichen Ursprung nicht
       nur verhüllenden, sondern verleugnenden Form.
       Daß die  Mehrarbeit,  u n b e z a h l t e  Arbeit, ebenso wesent-
       lich  in   den  kapitalistischen  Produktionsprozeß  eingeht  wie
       b e z a h l t e   Arbeit, erscheint  hier so,  daß von der Arbeit
       verschiedne Produktionselemente - Erde und Kapital - bezahlt wer-
       den müssen  oder daß  von dem  Preise der vorgeschoßnen Waren und
       dem Arbeitslohn  verschiedne   K o s t e n  in den Preis eingehn.
       Teile des  Mehrwerts -  Zins und  Rente - erscheinen hier als Ko-
       sten, Vorschüsse des exploitierenden Kapitalisten.
       Der   a v e r a g e   p r o f i t  2*) geht als bestimmend in die
       Produktionspreis der  Waren ein, und hier also schon der Mehrwert
       nicht als  Resultat, sondern  als Bedingung;  nicht als ein Teil,
       worin der  Wert der Ware sich auflöst, sondern als konstituieren-
       der Teil  ihres Preises.  Aber der   a v e r a g e   p r o f i t,
       wie der   P r o d u k t i o n s p r e i s  selbst, ist mehr ideal
       bestimmend und erscheint zugleich als Surplus über die Vorschüsse
       ¦¦928¦ und  von dem eigentlichen Kostpreis verschiedner Preis. Ob
       oder  ob   nicht,  ob  mehr  oder  weniger  als    b e i    d e m
       M a r k t p r e i s  herauskömmt - also bei dem unmittelbaren Re-
       sultat des Prozesses -, bestimmt die Reproduktion oder rather 3*)
       die Stufenleiter  der Reproduktion; ob von den vorhandnen Kapita-
       lien dieser  oder jener Sphäre mehr entzogen oder gegeben werden,
       ditto in  welchem Verhältnisse  diesen besondren  Sphären die neu
       akkumulierten Kapitalien  zuströmen,  in  welchem  Grade  endlich
       diese besondren  Sphären als  Käufer auf dem Geldmarkt auftreten.
       Dagegen im  Zins und Rente treten die Teile des Mehrwerts im ein-
       zelnen, in ganz fixierter Form, als Voraussetzung für den einzel-
       nen Produktionspreis auf und sind in der Form von Vorschüssen an-
       tizipiert.
       {Man kann Kosten nennen, was Vorschuß, also gezahlt vom Kapitali-
       sten. Danach  erscheint der Profit als Surplus über diese Kosten.
       Dies bezieht  sich auf  die einzelnen  Produktionspreise. Und die
       durch den  Vorschuß bestimmten  Preise kann  man so  Kostenpreise
       nennen.
       P r o d u k t i o n s k o s t e n   kann man nennen die durch den
       average profit  - also den Preis des vorgeschoßnen Kapitals + den
       average profit  - bestimmten  Preise, da dieser Profit die Bedin-
       gung ist der Reproduktion, eine Bedingung,
       -----
       1*) der Baumwolle - 2*) Durchschnittsprofit - 3*) vielmehr
       
       #503# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
       -----
       die supply  1*) und  die Verteilung  der Kapitalien  in die  ver-
       schiednen Sphären reguliert. Diese Preise  P r o d u k t i o n s-
       p r e i s e.
       Endlich das  wirkliche Quantum  Arbeit (vergegenständlichter  und
       immediater 2*)),  die die  Produktion der  Ware kostet,  ist  ihr
       Wert. Er  bildet die  reale Produktionskost  für die Ware selbst.
       Der Preis,  der ihm  entspricht, ist  nur der Wert in Geld ausge-
       drückt. Unter  dem Namen "Produktionskosten" wird abwechselnd al-
       les 3 verstanden.}
       Würde kein  Mehrwert reproduziert,  so hörte  natürlich  mit  dem
       Mehrwert der  Teil desselben  auf, der  Zins heißt, wie der Teil,
       der Rente  heißt, und  ebenso hörte  damit die   A n t i z i p a-
       t i o n   dieses Mehrwerts  auf oder daß er als  P r e i s e  von
       Waren in  die Produktionskosten  eingeht. Der vorhandne Wert, der
       in die  Produktion eingeht, käme dann überhaupt nicht als Kapital
       aus derselben  heraus und  könnte darum  auch  nicht  als    K a-
       p i t a l   in den  Reproduktionsprozeß eingehn  oder  nicht  als
       K a p i t a l   verliehn werden.  Es ist  also die beständige Re-
       produktion  derselben  Verhältnisse  -  der  die  kapitalistische
       Produktion bedingenden  Verhältnisse -,  die sie  nicht  nur  als
       gesellschaftliche  Formen  und  Resultate  dieses  Prozesses  er-
       scheinen läßt,  sondern zugleich  als  seine  beständigen    V o-
       r a u s s e t z u n g e n.   Solche sind sie aber nur als von ihm
       selbst beständig   g e s e t z t e,  g e s c h a f f n e,  p r o-
       d u z i e r t e   Voraussetzungen. Diese  Reproduktion  ist  aber
       keine bewußte  und erscheint  vielmehr  nur  in  der  beständigen
       Existenz dieser  Verhältnisse als   V o r a u s s e t z u n g e n
       und den  Produktionsprozeß beherrschende   B e d i n g u n g e n.
       Aus den  Auflösungen des  Warenwerts z.B.  werden seine    k o n-
       s t i t u i e r e n d e n    Teile,  die  sich  als  selbständige
       gegenübertreten und  daher auch  als selbständige  [Teile]  gegen
       ihre   E i n h e i t,   die vielmehr  als  ihre  Kombination  er-
       scheint. Der Bürger sieht, daß das Produkt beständig Produktions-
       bedingung wird.  Aber er sieht nicht, daß die Produktionsverhält-
       nisse selbst,  die gesellschaftlichen  Formen, in denen er produ-
       ziert und  die ihm  als gegebne, natürliche Verhältnisse erschei-
       nen, das  beständige Produkt  - und nur darum die beständige Vor-
       aussetzung dieser  spezifisch gesellschaftlichen Produktionsweise
       sind. Nicht  nur verselbständigen  sich und  nehmen  fremdartige,
       scheinbar unabhängige Existenzweise voneinander an die verschied-
       nen Verhältnisse,  Momente, sondern  sie stellen sich dar als un-
       mittelbare Eigenschaften von Dingen; sie nehmen dingliche Gestalt
       an.
       So leben  die Agenten  der kapitalistischen  Produktion in  einer
       verzauberten Welt,  und ihre  eignen Beziehungen erscheinen ihnen
       als Eigenschaften der Dinge, der stofflichen Elemente der Produk-
       tion. Es ist aber in den
       -----
       1*) Zufuhr - 2*) unmittelbarer
       
       #504# Beilagen
       -----
       letzten, vermitteltesten  Formen -  in Formen, worin zugleich die
       Vermittlung nicht  nur unsichtbar  geworden, sondern ihr direktes
       Gegenteil ausgesprochen ist -, daß die Gestalten des Kapitals als
       wirkliche Agentien  und unmittelbare  Träger der  Produktion  er-
       scheinen. Das  zinstragende Kapital personifiziert im moneyed ca-
       pitalist, das  industrielle im  industrial capitalist, das rente-
       tragende Kapital im Landlord als Eigentümer der Erde, endlich die
       Arbeit im Lohnarbeiter. Als diese fixen Gestalten, personifiziert
       in selbständigen  Persönlichkeiten, die zugleich als bloße Reprä-
       sentanten personifizierter  Dinge erscheinen,  treten sie  in die
       Konkurrenz und  den wirklichen Produktionsprozeß ein. Die Konkur-
       renz setzt  diese Veräußerlichung voraus. Sie sind die ihr natur-
       gemäß, naturgeschichtlich  vorhandnen Formen,  und in  ihrer  Er-
       scheinung auf  der Oberfläche ist sie ¦¦929¦ selbst nur die Bewe-
       gung dieser  verkehrten Welt.  Soweit sich in dieser Bewegung der
       innre Zusammenhang  durchsetzt, erscheint  er als ein mysteriöses
       Gesetz. Bester  Beweis die  politische Ökonomie selbst, eine Wis-
       senschaft, die  sich damit  beschäftigt, den verborgnen Zusammen-
       hang wieder zu entdecken. Alles tritt in die Konkurrenz in dieser
       äußerlichsten, letzten  Form. Z.B.  erscheint hier der Marktpreis
       als das  Herrschende, ganz wie Zinsfuß, Rente, Arbeitslohn, indu-
       strial profit  als konstituierende  Elemente des  Werts und Preis
       der Erde,  Preis des  Kapitals als  gegebne items,  womit gewirt-
       schaftet wird.
       Wir haben  gesehn, wie A. Smith erst den Wert auflöst in Arbeits-
       lohn, Profit (Zins), Rente, dann umgekehrt diese als selbständige
       konstituierende Elemente  der Warenpreise  darstellt. 1*)  In der
       ersten Fassung  spricht er  den geheimen Zusammenhang aus, in der
       zweiten die Erscheinung.
       Geht man  noch mehr auf die Oberfläche der Erscheinung, so können
       außer der average Profitrate, Zins und selbst Rente als konstitu-
       ierende Teile  der Warenpreise  (nämlich der  Marktpreise) darge-
       stellt werden.  Der Zins ganz direkt, indem er in den Kostenpreis
       eingeht. Die  Rente -  als Preis des Bodens - mag nicht den Preis
       des Produkts unmittelbar bestimmen, aber sie bestimmt die Produk-
       tionsweise, ob viel Kapital auf wenig Boden konzentriert oder we-
       nig Kapital  auf viel  Boden dispensiert wird, ob diese oder jene
       Art des  Produkts, Vieh oder Korn, produziert wird, dessen Markt-
       preis am besten den Preis der Rente deckt, denn die Rente muß be-
       zahlt werden,  bevor der  term over 2*), für den sie kontrahiert.
       Damit sie  also keinen  Abzug vom  industrial profit  bilde, wird
       Weide in Acker, Acker in Weide verwandelt etc. Sie bestimmt damit
       nicht den Marktpreis des einzelnen Produkts
       -----
       1*) Siehe  1. Teil  dieses Bandes, S. 65-69 - 2*) Termin verstri-
       chen ist
       
       #505# Revenue and its sources. Die Vulgarökonomie
       -----
       direkt, aber  indirekt, indem sie die Proportionen der species of
       products 1*)  so distribuiert,  wie Nachfrage und Zufuhr best 2*)
       den Preis  für jedes hervorbringen, daß er Rente zahlen kann. Und
       wenn die  Rente so  nicht direkt  den Marktpreis, des Korns z.B.,
       bestimmt, bestimmt sie direkt den Marktpreis von Vieh etc., kurz,
       die Sphären, wo die Rente nicht durch den Markt, preis des eignen
       Produkts, sondern  der Marktpreis des Produkts durch die Rate der
       vom Kornland  getragnen Rente bestimmt ist. Fleisch z.B. in indu-
       striell entwickelten  Ländern wird  stets viel  zu teuer bezahlt,
       d.h. weit  nicht nur  über seine  Produktionspreise, sondern über
       seinen Wert. Denn sein Preis muß zahlen nicht nur seine Produkti-
       onskosten, sondern die Rente, die der Boden tragen würde, wenn er
       in Korn  bebaut würde.  Sonst könnte Fleisch bei der großen Vieh-
       zucht -  wo die organische Komposition des Kapitals [der Komposi-
       tion des  Kapitals in  der Industrie] viel näher, wenn nicht noch
       mehr Übergewicht von konstantem Kapital gegen variables enthält -
       nur eine ganz schwache oder gar keine  a b s o l u t e  R e n t e
       zahlen. Die  Rente, die  es zahlt, und die direkt in seinen Preis
       eingeht, ist  aber bestimmt  durch die  absolute +  Differential-
       rente, die der Boden als Ackerboden zahlen würde. Auch diese Dif-
       ferentialrente existiert  hier zum größten Teil nicht. Bester Be-
       weis, daß  das Fleisch  von demselben  Boden Rente  zahlt, wo das
       Korn nicht.
       Wenn also   P r o f i t   bestimmend in den Produktionspreis ein-
       geht, kann  gesagt werden, daß Arbeitslohn, Zins und to a certain
       degree 3*)  Rente bestimmend in den Marktpreis, und certainly 4*)
       bestimmend in  den Produktionspreis  eingehn. Natürlich,  wie  im
       ganzen die Bewegung des Zinses durch den Profit bestimmt ist, an-
       derseits wieder  die Kornrente, teils durch die Rate des Profits,
       teils durch den Wert ihres Produkts und die Ausgleichung der ver-
       schiednen Werte  auf verschiednem Boden zum Marktwert, die Profit
       rate aber  bestimmt ist  teils durch den Arbeitslohn, teils durch
       die Produktivität  der Arbeit  in Sphären der Produktion, die das
       konstante Kapital  produzieren -  also schließlich durch Höhe des
       Arbeitslohns und Produktivität der Arbeit -, der Arbeitslohn sich
       aber auflöst  in Äquivalent  eines Teils  der Ware  (d.h. = einem
       bestimmten Teil  der in der Ware enthaltnen bezahlten Arbeit, der
       Profit =  dem in ihr enthaltnen Teil unbezahlter Arbeit), endlich
       die Produktivität der Arbeit nur in zwei Weisen auf den Preis der
       Waren wirken  kann, auf ihren Wert, indem sie ihn vermindert, auf
       ihren Surpluswert, indem sie ihn erhöht, löst sich der ganze Spaß
       schließlich in den durch die Arbeitszeit bestimmten Wert auf. Der
       -----
       1*) Arten der Produkte - 2*) am vorteilhaftesten - 3*) bis zu ei-
       nem gewissen Grad - 4*) sicher
       
       #506# Beilagen
       -----
       Kostenpreis ist  nichts als der Wert der vorgeschoßnen Kapitalien
       + dem  von ihnen erzeugten Mehrwert, verteilt unter die besondren
       Sphären je  nach dem Quotum, das sie vom Gesamtkapital bilden. So
       löst sich  der Kostenpreis  in Wert  auf, wenn nicht die einzelne
       Sphäre, sondern das Gesamtkapital betrachtet wird. Anderseits die
       Marktpreise in jeder Sphäre werden durch die Konkurrenz der Kapi-
       talien der verschiednen Sphären beständig auf den Kostenpreis re-
       duziert. Die  Konkurrenz  der  Kapitalisten  in  jeder  besondren
       Sphäre sucht den Marktpreis der Ware auf ihren Marktwert zu redu-
       zieren. Die  Konkurrenz der Kapitalisten der verschiednen Sphären
       reduziert die Marktwerte auf gemeinsame Kostenpreise.
       Ricardo gegen  Smiths Konstituierung  des Werts  durch die  Teile
       desselben, die  von ihm  selbst bestimmt  sind. Aber nicht konse-
       quent. Er  könnte sonst  nicht mit Smith darüber rechten, ob Pro-
       fit, Arbeitslohn und Rente oder, wie er sagt, bloß Profit und Ar-
       beitslohn in den Preis eingehn, d.h.  k o n s t i t u i e r e n d
       eingehn. Analytisch  gehn sie  ein, sobald sie bezahlt werden. Er
       müßte vielmehr  so sagen:  Der Preis  jeder Ware ist auflösbar in
       Profit und  Arbeitslohn, der Preis einiger Waren (und sehr vieler
       indirekt) ist  auflösbar in  Profit, Rente  und Arbeitslohn. Aber
       der Preis  keiner Ware  ist durch sie konstituiert, ¦¦930¦ da sie
       nicht als selbständige und de propriis fontibus 1*) agierende Po-
       tenzen von  bestimmter Größe den Wert der Waren komponieren, son-
       dern, wenn der Wert gegeben ist, er in sehr verschiednen Verhält-
       nissen dekomponiert  werden kann in jene Teile. Es sind nicht ge-
       gebne Potenzen  - Profit, Arbeitslohn und Rente -, deren Addition
       oder Kombination  die Größe  des Werts  bestimmt, sondern  es ist
       dieselbe Wertgröße, eine gegebne Größe des Werts, die sich in Ar-
       beitslohn, Profit,  Rente auflöst und nach verschiednen Umständen
       sich sehr verschieden in diese 3 Kategorien verteilt.
       Gesetzt, der  Produktionsprozeß wiederhole  sich beständig  unter
       denselben Bedingungen, d.h., die Reproduktion finde unter densel-
       ben Bedingungen  statt wie  die Produktion,  was  gleichbleibende
       Produktivität der  Arbeit voraussetzt,  oder  wenigstens  voraus-
       setzt, daß  die Variationen  in der  Produktivität nicht die Ver-
       hältnisse der  Produktionsagenten alterieren  wenn also die Werte
       der Waren  selbst infolge von Änderungen der Produktivkraft stie-
       gen oder  fielen, die  Verteilung des  Werts der  Waren unter die
       Produktionsagenten dieselbe  bliebe; in  diesem Fall wäre es zwar
       theoretisch nicht  genau zu sagen, daß die verschiednen Teile des
       Werts den  Wert oder  Preis des  Ganzen bestimmen,  aber es  wäre
       praktisch und richtig zu sagen
       -----
       1*) aus eigenen Quellen
       
       #507# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
       -----
       daß sie  ihn konstituieren,  soweit man  unter konstituieren ver-
       steht Bildung des Ganzen durch Addition der Teile. Der Wert würde
       sich gleichmäßig verteilen, fortdauernd, in Wert [des vorgeschos-
       senen Kapitals] und Mehrwert, und der [neugeschaffene] Wert würde
       sich auflösen  gleichmäßig in  Arbeitslohn und Profit, der Profit
       sich gleichmäßig  zersetzen in  Zins, industrial profit und rent.
       Es könnte  also gesagt  werden: P,  der Preis der Ware, löst sich
       auf in  Arbeitslohn, Profit  (Zins) und Rente, und anderseits Ar-
       beitslohn, Profit (Zins), Rente konstituieren den Wert oder viel-
       mehr Preis.
       Diese Gleichmäßigkeit oder Gleichheit der Reproduktion - die Wie-
       derholung der  Produktion unter  denselben Bedingungen  -  findet
       nicht statt.  Die Produktivität ändert sich und ändert die Bedin-
       gungen. Die Bedingungen ihrerseits ändern die Produktivität. Aber
       die Abweichungen zeigen sich teils in oberflächlichen Oszillatio-
       nen, die sich ausgleichen in kurzer Frist, teils in einer allmäh-
       lichen Häufung  von Abweichungen  (divergences), die  entweder zu
       einer Krise führen, [zu einer] gewaltsamen, scheinbaren Reduktion
       auf die  alten Verhältnisse,  oder doch  erst sehr allmählich als
       Änderung der Bedingungen anerkannt werden und sich durchsetzen.
       In der  Form des Zinses und der Rente, worin der Mehrwert antizi-
       piert wird, ist vorausgesetzt, daß der  a l l g e m e i n e  Cha-
       rakter der  Reproduktion derselbe  bleibt. Und dies der Fall, so-
       lang die  kapitalistische Produktionsweise  fortdauert.  Zweitens
       ist selbst  vorausgesetzt, was  plus ou  moins 1*) auch der Fall,
       daß für  bestimmte Zeit  die  b e s t i m m t e n  V e r h ä l t-
       n i s s e   dieser Produktionsweise  dieselben bleiben.  So  f i-
       x i e r t   sich das  Resultat der  Produktion  als    f e s t e,
       d a h e r  v o r a u s g e s e t z t e  B e d i n g u n g  d e r-
       s e l b e n,   und zwar  als feste   E i g e n s c h a f t  d e r
       s a c h l i c h e n  P r o d u k t i o n s b e d i n g u n g e n.
       Es sind  die   K r i s e n,   die diesem  Schein  der    S e l b-
       s t ä n d i g k e i t   der verschiednen Elemente, worin sich der
       Produktionsprozeß beständig  auflöst und  die er  beständig rück-
       erzeugt, ein Ende machen.
       {Was  der    W e r t    für  den  wirklichen  Ökonomen,  ist  der
       M a r k t p r e i s  für den praktischen Kapitalisten, das jedes-
       malige Prius der ganzen Bewegung.}
       Das zinstragende  Kapital erhält die der kapitalistischen Produk-
       tion eigentümliche  und ihr  entsprechende Form  im  K r e d i t.
       Er ist  eine von der kapitalistischen Produktionsweise selbst ge-
       schaffne Form. (Die Subsumtion des  H a n d e l s k a p i t a l s
       erfordert in  fact keine solche neue Schöpfung, da Ware und Geld,
       Waren- und  Geldzirkulation die  elementarischen  Voraussetzungen
       der kapitalistischen Produktion bleiben und nur zu absoluten Vor-
       aussetzungen gemacht werden, Handelskapital zu sein, [das] einer-
       seits
       -----
       1*) mehr oder weniger
       
       #508# Beilagen
       -----
       also die allgemeine Form des Kapitals ist, andrerseits, soweit es
       Kapital in  bestimmter  Funktion  darstellt,  Kapital,  das  aus-
       schließlich  im  Zirkulationsprozeß  fungiert,  seine  Bestimmung
       durch das produktive Kapital an seiner Form nichts ändert.)
       Die Ausgleichung  der Werte  zu Kostenpreisen  geschieht nur  da-
       durch, daß  das einzelne  Kapital als Aliquote des Gesamtkapitals
       der Klasse fungiert, anderseits das Gesamtkapital der Klasse sich
       in die  verschiednen besondren  Sphären verteilt je nach den Pro-
       duktionsbedürfnissen. Dies  geschieht durch den Kredit. Durch ihn
       wird nicht  nur diese  Ausgleichung ermöglicht  und  erleichtert,
       sondern ein  Teil des Kapitals - unter der Form des moneyed capi-
       tal 1*)  - erscheint  in der  Tat als das gemeinschaftliche Mate-
       rial, womit  die ganze  Klasse arbeitet.  Dies der  eine Sinn des
       Kredits. Der  andre, der beständige Versuch des Kapitals, die Me-
       tamorphosen, die  es im Zirkulationsprozeß durchmachen muß, abzu-
       kürzen; die  Zirkulationszeit, seine  Verwandlung in Geld etc. zu
       antizipieren, und seine eigne ¦¦931¦ Beschränktheit so zu kontre-
       karieren. Endlich,  die Funktion  des  A k k u m u l i e r e n s,
       soweit sie  nicht Verwandlung  [von Revenue]  in Kapital, sondern
       Zufuhr von Mehrwert in der Form des Kapitals, wird so teils einer
       besondren Klasse  auferlegt,  teils  werden  alle    A k k u m u-
       l a t i o n e n   der Gesellschaft in diesem Sinn zu Akkumulation
       von Kapital  und den  industriellen  Kapitalisten  zur  Verfügung
       gestellt. Diese  auf unzähligen  Punkten der Gesellschaft verein-
       zelt vor  sich gehende Operation wird konzentriert und in gewisse
       Reservoirs gesammelt.  Geld, soweit es Erstarrung der Ware in der
       Metamorphose, brachliegt, wird so in Kapital verwandelt.
       Erde-Rente, Kapital-Zins  sind irrationale  Ausdrücke, soweit die
       Rente als Preis der Erde und der Zins als Preis des Kapitals sich
       fixiert. In  der Form zinstragendes Kapital, rentetragendes Kapi-
       tal, profittragendes  Kapital noch der gemeinschaftliche Ursprung
       erkennbar, sofern   K a p i t a l   überhaupt  Aneignung von Sur-
       plusarbeit einschließt,  also diese  verschiednen Formen nur aus-
       drücken, daß  diese vom  Kapital erzeugte Surplusarbeit sich beim
       Kapital überhaupt unter zwei Sorten Kapitalisten verteilt und bei
       dem agricultural  capital zwischen  Kapitalist und  landlord ver-
       teilt.
       Rente als   P r e i s  des Bodens (jährlicher) und Zins als Preis
       des Kapitals  sind ebenso irrational wie Wurzel aus -3. Die letz-
       tre Form widerspricht der Zahl in ihren einfachen elementarischen
       Formen, ganz wie jene dem Kapital in
       -----
       1*) Geldkapitals
       
       #509# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
       -----
       seiner einfachen  Form Ware  und Geld.  Sie sind  in  umgekehrter
       Weise irrational.  Erde-Rente, die  Rente  als  Preis  der  Erde,
       drückt die  Erde als Ware aus, Gebrauchswert, der einen Wert hat,
       whose monetary expression like its price 1*). Aber ein Gebrauchs-
       wert, der  nicht das  Produkt der Arbeit, kann keinen Wert haben,
       d.h., er kann nicht als Vergegenständlichung eines gewissen Quan-
       tums sozialer  Arbeit, als sozialer Ausdruck eines gewissen Quan-
       tums Arbeit  ausgesprochen werden. Er ist es nicht. Damit der Ge-
       brauchswert als  Tauschwert sich  darstelle -  Ware sei -, muß er
       das Produkt konkreter Arbeit sein. Nur unter dieser Voraussetzung
       kann diese  konkrete Arbeit  ihrerseits wieder dargestellt werden
       als   g e s e l l s c h a f t l i c h e  A r b e i t,  Wert. Erde
       und Preis sind inkommensurable Größen, die dennoch ein Verhältnis
       zueinander haben  sollen. Hier hat ein Ding einen Preis, das kei-
       nen Wert hat.
       Anderseits Zins  als Preis des Kapitals drückt die umgekehrte Ir-
       rationalität aus. Hier hat eine Ware einen doppelten Wert, einmal
       einen Wert,  und dann  einen von  diesem Wert verschiednen Preis,
       ohne einen  Gebrauchswert zu  haben. Denn  Kapital  ist  zunächst
       nichts als  eine   G e l d s u m m e   oder  ein    Q u a n t u m
       W a r e   = einer bestimmten Geldsumme. Wird die Ware als Kapital
       verliehn, so  [ist] sie  nur verkleidete  Form  einer    G e l d-
       s u m m e.   Denn was   a l s   K a p i t a l   geliehn wird, ist
       nicht soviel  Ibs. Baumwolle, sondern soviel Geld, dessen Wert in
       Baumwolle existiert.  Der   P r e i s   des Kapitals bezieht sich
       auch daher  auf es nur als Dasein einer  G e l d s u m m e,  d.h.
       einer in  Geld dargestellten  und in der Form als Tauschwert exi-
       stierenden Wertsumme.  Wie soll eine Wertsumme einen Preis haben,
       außer dem  Preis, der  in ihrer  eignen Geldform ausgedrückt ist?
       Preis ist  ja der  Wert der  Ware im  Unterschied von  ihrem  Ge-
       brauchswert. Preis als Unterschied von ihrem Wert, Preis als Wert
       einer Geldsumme  (da der  Preis bloß  der Ausdruck  des Werts  in
       Geld) ist also eine contradictio in terminis 2*).
       Diese Irrationalität  des Ausdrucks - (die Irrationalität der Sa-
       che selbst  kömmt daher, daß das Kapital (im Zins) als Vorausset-
       zung von  seinem eignen Prozeß, worin es Kapital, daher sich ver-
       wertender Wert  wird, getrennt  erscheint und  daß anderseits das
       rentetragende Kapital nur als agricultural capital, nur als Kapi-
       tal in  einer besondren  Sphäre Rente  trägt, in  dieser Form er-
       scheint, die  also von  ihm auf   d a s   E l e m e n t  ü b e r-
       t r a g e n   w i r d,   d a s   e s   v o m  i n d u s t r i a l
       c a p i t a l   ü b e r h a u p t   u n t e r s c h e i d e t)  -
       wird so  wohl vom  vulgarian  gefühlt,  daß  er  beide  Ausdrücke
       verfälscht, um  sie rational  zu machen. Er läßt den Zins für das
       Kapital zahlen, soweit es Gebrauchswert ist und spricht daher von
       der Nützlichkeit, die Produkte oder Produktionsmittel
       -----
       1*) dessen  Geldausdruck gleich seinem Preis ist - 2*) ein Wider-
       spruch in den Termini
       
       #510# Beilagen
       -----
       für die  Reproduktion als solche haben, die das Kapital stofflich
       hat als Element des Arbeitsprozesses.
       Aber seine  Nützlichkeit, sein Gebrauchswert ist ja schon vorhan-
       den in seiner Form als Ware, und ohne dieselbe wäre es nicht Ware
       und hätte keinen Wert. Als Geld ist es der Ausdruck des Werts der
       Waren und  in sie  ¦¦932¦ verwandelbar im Verhältnis ihres eignen
       Werts. Verwandle  ich aber  Geld in  eine Maschine,  in Baumwolle
       etc., so  verwandle ich  es in Gebrauchswerte von demselben Wert.
       Die Verwandlung  bezieht sich  nur auf die Wertform. Als Geld hat
       es den  Gebrauchswert, in  die Form  jeder Ware  verwandelbar  zu
       sein, aber  in Ware  von demselben Wert. Durch diese Formverände-
       rung ändert  sich der  Wert des  Gelds so wenig wie der der Ware,
       wenn sie  in Geld  verwandelt wird.  Der Gebrauchswert der Waren,
       worin ich  das Geld  verwandeln kann,  gibt ihm außer seinem Wert
       keinen davon  verschiednen Preis.  Setze ich aber die Verwandlung
       voraus und  sage, der Preis werde für den Gebrauchswert der Waren
       gezahlt, so  wird der Gebrauchswert der Waren überhaupt nicht ge-
       zahlt oder  wird nur gezahlt, soweit ihr Tauschwert gezahlt wird.
       Wie der Gebrauchswert einer Ware vernützt wird, ob sie in die in-
       dividuelle oder  industrielle Konsumtion  eingeht, ändert absolut
       nichts an  ihrem Tauschwert.  Es ändert nur daran, wer sie kauft,
       der industrielle  Kapitalist oder der unmittelbare Konsument. Die
       produktive Nützlichkeit  der Ware  kann daher  dafür Rechenschaft
       ablegen, daß  sie überhaupt  einen Tauschwert hat, denn damit die
       in den Waren enthaltne Arbeit gezahlt wird, müssen sie Gebrauchs-
       wert haben. Sonst sind sie nicht Waren, was sie nur als Einheiten
       von Gebrauchswert  und Tauschwert sind. Aber dieser Gebrauchswert
       kann durchaus  nicht Rechenschaft  dafür  ablegen,  daß  sie  als
       Tauschwert oder  als Preis noch einen von diesem Preis verschied-
       nen Preis hat.
       Man sieht,  wie der  vulgarian hier  über die  Schwierigkeit  weg
       will, indem  er das  Kapital, d.h. das Geld oder die Ware, soweit
       sie eine von sich als Geld oder Ware spezifisch unterschiedne Be-
       stimmtheit haben,  zu verwandeln  sucht in bloße Ware, d.h. grade
       von dem  spezifischen Unterschied,  der erklärt  werden soll, ab-
       sieht. Er  will nicht sagen, daß dies Mittel der Exploitation von
       Surplusarbeit, daher von mehr Wert als Wert in ihm enthalten ist.
       Er sagt  statt dessen:  Es hat mehr Wert als seinen Wert, weil es
       eine ordinäre  Ware wie  jede andre ist, d.h. einen Gebrauchswert
       hat. Hier  wird Kapital mit Ware identifiziert, während grade er-
       klärt werden soll, wie die Ware als Kapital auftreten kann.
       Bei der  Erde verfährt  der vulgarian  umgekehrt, soweit er nicht
       den Physiokraten  nachschwatzt. Dort verwandelt er das Kapital in
       Ware, um
       
       #511# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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       den   U n t e r s c h i e d   zwischen Kapital  und Ware,  um die
       Verwandlung von  Ware in  Kapital zu erklären. Hier verwandelt er
       Erde in  Kapital, weil  ihm das Kapitalverhältnis an sich mehr in
       seine Vorstellungen  paßt, als der Preis von Erde. Die Rente kann
       gedacht werden  als Zins  von Kapital.  Z.B. ist die Rente 20 und
       der Zinsfuß 5, so kann gesagt werden, diese 20 seien Zins von 400
       Kapital. Und  in der  Tat verkauft sich dann die Erde zu 400, was
       bloß Verkauf  der Rente für 20 Jahre ist. Diese Zahlung der anti-
       zipierten 20jährigen Rente ist dann ihr Preis. Damit ist die Erde
       in Kapital  verwandelt. Die 20 jährlich sind nur noch 5 p.c. Zins
       des Kapitals,  was für sie bezahlt. Und damit ist Erde-Rente ver-
       wandelt in  Kapital-Zins, was  seinerseits  in  Zahlung  für  Ge-
       brauchswert der  Waren, also  in  das  Verhältnis  Gebrauchswert-
       Tauschwert umphantasiert wird.
       Die mehr  analytischen unter  den vulgarians  sehn ein,  daß  der
       Preis des  Bodens nichts als ein Ausdruck für die Kapitalisierung
       der Rente  ist; in der Tat der Kaufpreis der Rente für eine Reihe
       von Jahren,  die nach dem jedes maligen Zinsfuß sich richtet. Sie
       begreifen, daß  diese Kapitalisierung der Rente die Rente voraus-
       setzt, die  Rente also nicht umgekehrt aus ihrer eignen Kapitali-
       sierung erklärt  werden  kann.  Sie  leugnen  deshalb  die  Rente
       selbst, indem  sie dieselbe für den Zins des der Erde einverleib-
       ten Kapitals  erklären, was  sie nicht verhindert, zuzugeben, daß
       Erde, der  kein Kapital einverleibt ist, Rente trägt, und ebenso-
       wenig verhindert,  zuzugeben, daß   g l e i c h e    P o r t i o-
       n e n   Kapital auf  Ländereien  von  verschiedner  Fruchtbarkeit
       verschiedne Renten abwerfen oder  u n g l e i c h e  P o r t i o-
       n e n    Kapital  auf  Ländereien  von  ungleicher  Fruchtbarkeit
       g l e i c h e     Renten  abwerfen.  Ebenso,  daß  das  der  Erde
       einverleibte Kapital  - wenn es in der Tat has to account for the
       rent paid  upon it  1*) -  vielleicht 5  x größre Zinsen abwirft,
       i.e. eine 5 x größre Rente, als dasselbe Kapital in der Industrie
       unter der Form von capital fixe Zins abwirft.
       Man sieht, die Schwierigkeit wird hier immer dadurch gehoben, daß
       von ihr   a b s t r a h i e r t   wird  und statt des  s p e z i-
       f i s c h e n  U n t e r s c h i e d s,  der erklärt werden soll,
       vielmehr ein  Verhältnis untergeschoben  wird, das  das Gegenteil
       von diesem  Unterschied  ausdrückt,  also  jedenfalls  ihn  nicht
       ausdrückt. ¦932¦¦
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       1*) die Rente, die dafür gezahlt wird, erklären soll
       

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