Quelle: MEW 26.3 Theorien über den Mehrwert - Dritter Teil
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#489# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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[5. Wesentlicher Unterschied zwischen der klassischen und der
Vulgärökonomie. Zins und Rente als konstituierende Elemente des
Marktpreises der Ware. Versuch der Vulgärökonomen, den irrationa-
len Formen des Zinses und der Rente einen rationalen Schein zu
geben]
¦¦XV-919¦ Im z i n s t r a g e n d e n K a p i t a l - in der
Spaltung des Profits in Zins und [industriellen] Profit - hat
also das Kapital seine dinglichste Form, seine reine Fetischform
erhalten und ist die Natur des Mehrwerts durchaus sich selbst ab-
handen gekommen dargestellt. Das Kapital - als Ding - erscheint
hier als selbständige Quelle von Wert; wertschöpferisch, in der-
selben Weise wie die Erde in der Rente und die Arbeit im Arbeits-
lohn (teils eigentlichem Arbeitslohn, teils industriellem Pro-
fit). Es ist zwar immer noch der Preis der Ware, der zahlen muß
Arbeitslohn, Zins, Rente, aber er zahlt sie, weil die Erde, die
in sie eingeht, die Rente, das Kapital, das in sie eingeht, den
Zins, und die Arbeit, die in sie eingeht, den Arbeitslohn
schafft; [weil sie] diese Wertteile schaffen, die ihren respekti-
ven Eigentümern oder Repräsentanten, ¦¦920¦ dem Grundeigentümer,
dem Kapitalisten und dem Arbeiter (Lohnarbeiter und Industriel-
len) zufließen. Es ist also auf diesem Standpunkt ebensowenig für
die Theorie ein Widerspruch oder, wenn es einer ist, so ist es
zugleich ein Widerspruch, ein cercle vicieux 1*) der wirklichen
Bewegung, daß einerseits der Preis der Waren den Arbeitslohn, die
Rente und den Zins bestimmt, andrerseits der Preis von Zins,
Rente und Arbeitslohn den Preis der Waren bestimmt.
Der Zinsluß schwankt zwar, aber nur wie der Marktpreis jeder and-
ren Ware, nach dem Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr. Dies hebt
ebensowenig den Zins als dem Kapital immanent auf, wie die
Schwankungen der Warenpreise die Preise als ihnen zukommende Be-
stimmungen aufheben.
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1*) Zirkelschluß
#490# Beilagen
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So erscheinen Erde, Kapital und Arbeit einerseits, soweit sie die
Quellen von Rente, Zins und Arbeitslohn und dies die konstituie-
renden Elemente der Warenpreise, als die den Wert schaffenden
Elemente; andrerseits, soweit sie dem Halter jedes dieser Wert-
produktionsinstrumente zufließen, den von ihnen geschaffnen Wert-
teil des Produkts zuführen, als Revenuequellen, und die Formen
von Rente, Zins und Arbeitslohn als Formen der D i s t r i b u-
t i o n. (Es liegt darin, wie wir später sehn werden, gegenüber
der kritischen Ökonomie, die Konsequenz der Dummheit, wenn die
vulgarians Distributionsformen in der Tat nur als Produktions-
formen sub alia specie 1*) auffassen, während die kritischen
Ökonomen sie trennen und ihre Identität verkennen.)
Im zinstragenden Kapital erscheint das Kapital als selbständige
Quelle von Wert oder Mehrwert, das es als Geld oder Ware besitzt.
Und zwar ist es diese Quelle für sich, in seiner dinglichen Ge-
stalt. Es muß zwar in den Produktionsprozeß eingehn, um diese
seine Eigenschaft zu realisieren; aber so muß auch die Erde und
die Arbeit.
Man versteht daher, warum die Vulgärökonomie [die Form]: Erde-
Rente, Kapital-Zins, Arbeit-Arbeitslohn, der Form vorzieht 2*),
die sich bei Smith etc. für die Elemente des Preises (rather
seine decomposita 3*)) findet und wo Kapital-Profit figuriert,
wie überhaupt das Kapitalverhältnis als solches bei allen klassi-
schen Ökonomen so ausgesprochen wird. Im Profit ist noch die stö-
rende Beziehung auf den Prozeß enthalten und die wahre Natur des
Mehrwerts und der kapitalistischen Produktion, im Unterschied von
ihrer Erscheinung, noch mehr oder minder erkennbar. Dies hört
auf, wenn der Zins als das eigentliche Produkt des Kapitals dar-
gestellt und damit der andre Teil des Mehrwerts, der industrielle
Profit, ganz verschwindet und unter die Kategorie des Arbeits-
lohns fällt.
Die klassische Ökonomie sucht die verschiednen fixen und einander
fremden Formen des Reichtums durch Analyse auf ihre innre Einheit
zurückzuführen und ihnen die Gestalt, worin sie gleichgültig ne-
beneinander stehn, abzuschälen; [sie] will den innren Zusammen-
hang im Unterschied von der Mannigfaltigkeit der Erscheinungsfor-
men begreifen. Sie reduziert daher Rente auf Surplusprofit, womit
sie aufhört als besondre, s e l b s t ä n d i g e Form und von
ihrem scheinbaren Quell, dem Boden, getrennt wird. Sie streift
dem Zins ditto seine selbständige Form ab und zeigt ihn als Teil
des Profits nach. So hat sie alle Formen der Revenue und alle
selbständigen
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1*) unter anderer Gestalt - 2*) in der Handschrift steht dieses
Wort am Ende des Satzes 3*) vielmehr seine Teile. in die er zer-
fällt
#491# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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Gestalten, Titel, unter denen am Wert der Ware vom Nichtarbeiter
partizipiert wird, auf die eine Form des Profits reduziert. Die-
ser aber löst sich in Mehrwert auf, da der Wert der ganzen Ware
in Arbeit sich auflöst; das bezahlte Quantum der in ihr enthalt-
nen Arbeit in Arbeitslohn, also der Überschuß darüber in unbe-
zahlte Arbeit, gratis unter verschiednen Titeln angeeignete, aber
vom Kapital hervorgerufene Surplusarbeit. Die klassische Ökonomie
widerspricht sich gelegentlich in dieser Analyse; sie versucht
oft unmittelbar, ohne die Mittelglieder, die Reduktion zu unter-
nehmen und die Identität der Quelle der verschiednen Formen nach-
zuweisen. Dies geht aber aus ihrer analytischen Methode, ¦¦921¦
womit die Kritik und das Begreifen anfangen muß, notwendig her-
vor. Sie hat nicht das Interesse, die verschiednen Formen gene-
tisch zu entwickeln, sondern sie durch Analyse auf ihre Einheit
zurückzuführen, weil sie von ihnen als gegebnen Voraussetzungen
ausgeht. Die Analyse aber die notwendige Voraussetzung der gene-
tischen Darstellung, des Begreifens des wirklichen Gestaltungs-
prozesses in seinen verschiednen Phasen. Die klassische Ökonomie
fehlt endlich, ist mangelhaft, indem sie die G r u n d f o r m
d e s K a p i t a l s, die auf Aneignung fremder Arbeit gerich-
tete Produktion nicht als g e s c h i c h t l i c h e Form,
sondern N a t u r f o r m der gesellschaftlichen Produktion
auffaßt, eine Auffassung, zu deren Beseitigung sie jedoch durch
ihre Analyse selbst den Weg bahnt.
Ganz anders verhält es sich mit der V u l g ä r ö k o n o m i e,
die sich zugleich erst breitmacht, sobald die Ökonomie selbst
durch ihre Analyse ihre eignen Voraussetzungen aufgelöst, wankend
gemacht hat, also auch schon der Gegensatz gegen die Ökonomie in
mehr oder minder ökonomischer, utopistischer, kritischer und re-
volutionärer Form existiert. Da ja die Entwicklung der politi-
schen Ökonomie und des aus ihr selbst erzeugten Gegensatzes
Schritt hält mit der r e a l e n Entwicklung der in der kapita-
listischen Produktion enthaltnen gesellschaftlichen Gegensätze
und Klassenkämpfe. Erst sobald die politische Ökonomie eine ge-
wisse Breite der Entwicklung erlangt hat - also nach A. Smith -
und sich feste Formen gegeben, scheidet sich das Element in ihr,
das bloße Reproduktion der Erscheinung als Vorstellung von der-
selben, ihr Vulgärelement von ihr ab als besondre Darstellung der
Ökonomie. So ist [bei] Say die Abscheidung der Vulgärvorstellun-
gen, die in A. Smith durchlaufen, als eigne Kristallisation dane-
ben festgesetzt. Mit Ric[ardo] und der durch ihn weiter begründe-
ten Ausbildung der Ökonomie erhält auch der Vulgärökonom neue
Nahrung (da er nichts selbst produziert), und je mehr die Ökono-
mie ihren Abschluß erreicht, also in die Tiefe geht und sich als
ein System des Gegensatzes entwickelt, um so selbständiger tritt
ihr ihr eignes Vulgärelement, bereichert mit Stoff, den es in
seiner
#492# Beilagen
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Weise zurechtmacht, gegenüber, bis es endlich als gelehrt-synkre-
tistische und charakterlos-eklektische Kompilation seinen besten
Ausdruck findet.
In demselben Maß, wie die Ökonomie in die Tiefe geht, stellt sie
nicht nur selbst Gegensätze dar, sondern tritt ihr ihr Gegensatz
als solcher gegenüber, gleichzeitig mit der Entwicklung der re-
alen Gegensätze im ökonomischen Leben der Gesellschaft. In dem-
selben Maß wird die Vulgärökonomie mit Bewußtsein
a p o l o g e t i s c h e r und sucht die Gedanken, darin die
Gegensätze, in forcierter Weise wegzuschwatzen. Say erscheint da-
her noch als ein Kritiker und parteilos - weil er in Smith die
Gegensätze noch relativ unentwickelt findet - gegenüber z.B. Ba-
stiat, dem Harmoniker und Apologeten von Profession, der aller-
dings sowohl in der Ric[ardo]schen Ökonomie den Gegensatz inner-
halb der Ökonomie selbst ausgearbeitet, wie im Sozialismus und
den Zeitkämpfen sich ausarbeitend vorfand. Es kommt hinzu, daß
die Vulgärökonomie auf ihren frühren Stufen den Stoff noch nicht
ganz bearbeitet findet, also noch selbst mehr oder minder an der
Lösung der ökonomischen Probleme vom Standpunkt der Ökonomie mit-
arbeitet, wie Say z.B., während ein Bastiat nur zu plagiieren und
die u n a n g e n e h m e Seite der klassischen Ökonomie weg-
zuräsonieren hat.
Aber Bastiat stellt noch nicht die letzte Stufe dar. Er zeichnet
sich noch aus durch Mangel an Gelehrsamkeit und eine ganz ober-
flächliche Bekanntschaft mit der Wissenschaft, die er schönfärbt
im Interesse der herrschenden Klasse. Bei ihm ist die Apologetik
noch leidenschaftlich und seine eigentliche Arbeit, da er den In-
halt der Ökonomie bei andren nimmt, wie er ihm grade in den Kram
paßt. Die letzte Form ist die P r o f e s s o r a l f o r m,
die "historisch" zu Werke geht und mit weiser Mäßigung überall
das "Beste" zusammensucht, wobei es auf Widersprüche nicht an-
kommt, sondern auf Vollständigkeit. Es ist die Entgeistung ¦¦922¦
aller Systeme, denen überall die Pointe abgebrochen wird, und die
sich friedlich im Kollektaneenheft zusammenfinden. Die Hitze der
Apologetik wird hier gemäßigt durch die Gelehrsamkeit, die wohl-
wollend auf die Übertreibungen der ökonomischen Denker herabsieht
und sie nur als Kuriosa in ihrem mittelmäßigen Brei herumschwim-
men läßt. Da derartige Arbeiten zugleich erst auftreten, sobald
der Kreis der politischen Ökonomie als Wissenschaft sein Ende er-
reicht hat, ist es zugleich die G r a b s t ä t t e dieser Wis-
senschaft. (Daß sie ebenso erhaben über den Phantasien der Sozia-
listen stehn, braucht nicht bemerkt zu werden.) Selbst der wirk-
liche Gedanke eines Smith, Ric[ardo] etc. nicht nur ihr eignes
Vulgärelement - erscheint hier gedankenlos und wird in vulgarisms
verwandelt. Ein Meister dieser Art ist Herr Professor Roscher,
der sich bescheidnerweise als Thukydides der politischen Ökonomie
#493# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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angekündigt hat. [126] Seine Identität mit Thuk[ydides] mag viel-
leicht auf der Vorstellung beruhn, die er von Th[ukydides] hat,
daß dieser nämlich beständig Ursache und Wirkung verwechselt
habe.
In der Form des z i n s t r a g e n d e n K a p i t a l s
tritt zwar sinnfällig hervor, daß das Kapital o h n e Arbeit
die Früchte fremder Arbeit aneignet. Es erscheint ja hier in ei-
ner Form, worin es vom Produktionsprozeß als Prozeß getrennt ist.
Allein in dieser Form tut es dies auch nur ohne Arbeit, weil es
in der Tat durch sich selbst, ohne Arbeit, als ein Element in den
Arbeitsprozeß tritt das selbst für sich W e r t schafft, Quelle
des Werts ist. Wenn es einen Teil vom Wert des Produkts ohne Ar-
beit aneignet, so hat es solchen aber auch ohne Arbeit geschaf-
fen, aus sich selbst heraus, ex proprio sinu.
Während den klassischen und daher kritischen Ökonomen die Form
der Entfremdung Arbeit macht und sie dieselbe durch Analyse abzu-
streifen versuchen, fühlt sich dagegen die Vulgärökonomie grade
in der Fremdheit, worin sich die verschiednen Anteile am Wert ge-
genübertreten, erst voll, ständig zu Hause, ganz so wie ein Scho-
lastiker in Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiligen Geist, so der
Vulgärökonom in der Erde-Rente, dem Kapital-Zins, der Arbeit-Ar-
beitslohn. Es ist dies ja die Form, worin diese Verhältnisse in
der Erscheinung unmittelbar zusammenzuhängen scheinen also auch
in den Vorstellungen und dem Bewußtsein der in der kapitalisti-
schen Produktion befangnen Agenten derselben leben. Die Vulgär-
ökonomie kömmt sich um so einfacher, n a t u r g e m ä ß e r
und gemeinnützlicher, um so entfernter von aller theoretischen
Spitzfindigkeit vor, je mehr sie in der Tat nichts tut, als die
ordinären Vorstellungen in eine doktrinäre Sprache übersetzen. In
je mehr entfremdeter Form sie daher die Formationen der kapitali-
stischen Produktion auffaßt, um so näher ist sie dem Element der
gewöhnlichen Vorstellung, also um so mehr schwimmt sie in ihrem
Naturelement.
Außerdem tut das sehr gute Dienste für die Apologetik. Denn z.B.
[in] Erde-Rente, Kapital-Zins, Arbeit-Arbeitslohn stehn sich die
verschiednen Formen des Mehrwerts und Gestalten der kapitalisti-
schen Produktion nicht entfremdet, sondern fremd und gleichgül-
tig, als bloß verschieden, ohne Gegensatz gegenüber. Die ver-
schiednen Revenues fließen aus ganz verschiednen Quellen, die
eine aus der Erde, die andre aus dem Kapital, die andre aus der
Arbeit. Sie stehn also in keinem feindlichen, weil überhaupt in
keinem innren Zusammenhang. Wirken sie nun doch in der Produktion
zusammen, so ist das ein harmonisches Wirken, der Ausdruck von
Harmonie, wie ja z.B. der Bauer, der Ochse, der Pflug und die
Erde in der Agrikultur, dem wirklichen Arbeitsprozesse, trotz ih-
rer Verschiedenheit, harmonisch zusammenarbeiten. Soweit ein
Gegensatz zwischen ihnen statt
#494# Beilagen
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findet, entspringt er bloß aus der Konkurrenz, welcher der Agen-
ten mehr vom Produkt sich aneignen soll, vom Wert, den sie zusam-
men schufen, und kommt es dabei gelegentlich zur Keilerei, so
zeigt sich dann doch schließlich als Endresultat dieser Konkur-
renz zwischen Erde, Kapital und Arbeit, daß, indem sie sich
¦¦923¦ untereinander stritten über die Teilung, sie durch ihren
Wetteifer den Wert des Produkts so vermehrt haben, daß jeder
einen größren Fetzen bekommt, so daß ihre Konkurrenz selbst nur
als der stachelnde Ausdruck ihrer Harmonie erscheint.
Herr Arnd sagt z.B. als Kritiker von Rau:
"Ebenso läßt sich der Verfasser von einigen seiner Vorgänger ver-
leiten, den drei Elementen des Nationalreichtums (dem Arbeits-
lohne, der Kapitalrente und der Bodenrente) ein viertes Element
in dem Unternehmergewinne anzureihen; - damit wird die ganze, von
Ad. Smith mit so viel Umsicht gebildete, Grundlage jeder weiteren
Entwicklung u n s r e r W i s s e n s c h a f t (!) zerstört,
weshalb denn auch in dem vorliegenden Werke an eine solche Ent-
wicklung gar nicht zu denken ist." (Karl Arnd, "Die naturgemäße
Volkswirtschaft, gegenüber dem Monopoliengeiste und dem Commu-
nismus, mit einem Rückblicke auf die einschlagende Literatur",
Hanau 1845, S. 477.)
Unter "Kapitalrente" versteht Herr Arnd nämlich den Zins. (l.c.p.
123.) Sollte man nun nicht glauben, daß A. Smith den National-
reichtum in Kapitalzins, Bodenrente und Arbeitslohn auflöst, wäh-
rend er grade umgekehrt den Profit ausdrücklich als die Verwer-
tung des Kapitals bezeichnet und wiederholt ausdrücklich bemerkt,
daß der Zins immer nur eine vom Profit abgeleitete Form, soweit
er überhaupt Mehrwert darstellt? So liest der Vulgärökonom das
direkte (Gegenteil in seine Quellen hinein. Wo Smith "Profit"
schreibt, liest Arnd "interest" 1*). Was mag er sich wohl unter
dem "interest des A. Smith gedacht haben?
Derselbe "umsichtige" Entwickler "unserer Wissenschaft" macht
folgende interessante Entdeckung:
"In dem natürlichen Gange der Gütererzeugung gibt es nur eine Er-
scheinung, welche - in ganz angebauten Ländern - den Zinsfuß ei-
nigermaßen zu regulieren bestimmt scheint; - es ist dies das Ver-
hältnis, in welchem die Holzmassen der europäischen Wälder durch
ihren jährlichen Nachwuchs zunehmen - dieser Nachwuchs folgt,
ganz u n a b h ä n g i g v o n i h r e m T a u s c h w e r-
t e" (wie komisch von den Bäumen, ihren Nachwuchs "unabhängig
vom Tauschwert" einzurichten!), "in dem Verhältnisse von 3 bis 4
zu Hundert. - Hiernach wäre also {da der Nachwuchs der Bäume
nämlich von ihrem "Tauschwert unabhängig" ist, so sehr ihr
Tauschwert von ihrem Nachwuchs abhängen mag!) "ein Herabsinken
unter den Stand, welchen er" (der Zinsfuß) "gegenwärtig in den
geldreichsten Ländern hat, nicht zu erwarten." (l.c.p. 124, 125.)
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1*) "Zins"
#495# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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Dies verdient, der "waldursprüngliche Zinsfuß" genannt zu werden,
und sein Entdecker hat sich in dem zitierten Werke um "unsre Wis-
senschaft" auch als der Philosoph der "Hundesteuer" bemerkbar ge-
macht. [p. 420, 421.]
{Der Profit (auch der industrial profit) im Verhältnis zur Größe
des vorgeschoßnen Kapitals; dagegen die w a g e s, die der in-
dustrielle Kapitalist bezieht, im umgekehrten Verhältnis zur
Größe des Kapitals: bedeutend bei kleinem Kapital (weil hier der
Kapitalist Mittelding zwischen Exploiteur fremder Arbeit und Le-
ben von eigner Arbeit), verschwindend klein bei großem Kapital,
oder ganz davon getrennt, wie wenn ein manager. Ein Teil der la-
bour of direction 1*) geht bloß aus dem feindlichen Gegensatz
zwischen Kapital und Arbeit hervor, aus dem antagonistischen
Charakter der kapitalistischen Produktion, gehört zu ihren faux
frais de production 2*), ganz wie 9/10 der "Arbeit", die der
Zirkulationsprozeß verursacht. Ein Musikdirektor braucht durchaus
nicht Eigentümer der Instrumente des Orchesters zu sein. Noch
gehört es zu seiner Funktion als Direktor, daß er auf die
Subsistenzkosten der Orchestermitglieder spekuliert, überhaupt
anything 3*) zu tun hat mit ihrem "Lohn". Es ist sehr sonderbar,
daß Ökonomen, wie John Stuart Mill, die an der Form "interest",
"industrial profit" festhalten, um den "industrial profit" in
wages for superintendence of labour 4*) zu verwandeln, mit Smith,
Ric[ardo] und allen nennenswerten Ökonomen zugeben, daß der
average 5*) Zinsfuß, die average rate of interest bestimmt ist
durch die average rate of profit, [die nach] Mill im umgekehrten
Verhältnis zur rate of wages 6*) steht, also nichts als
unbezahlte Arbeit ist, Surplusarbeit.
Daß die wages of superintendence überhaupt gar nicht eingehn [in
die] average rate of profit, beweisen am besten 2 facts:
¦¦924¦ 1. Daß in den kooperativen Fabriken, wo der general mana-
ger bezahlt wird, wie in jeder andren Fabrik, und die ganze la-
bour of direction versieht - die overlookers 7*) sind selbst
bloße Arbeiter -, die Profitrate nicht unter, sondern über der
average rate of profit steht;
2. daß, wo Profite in besondren, nicht monopolisierten Geschäfts-
zweigen, wie beim kleinen shopkeeper 8*), farmer etc. beständig
hoch über der average rate of profit stehn, die Ökonomen mit
Recht dies daraus erklären, daß dieser Mann sich seine eignen wa-
ges zahlt. Wo er allein arbeitet, besteht sein Profit 1. aus den
Zinsen seines kleinen Kapitals; 2. aus seinen wages 3. aus dem
Teil der Surpluszeit, den sein Kapital ihn befähigt, für sich
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1*) Arbeit der Leitung - 2*) Unkosten der Produktion - 3*) etwas
- 4*) Lohn für Arbeit der Oberaufsicht - 5*) durchschnittliche -
6*) Lohnrate - 7*) Aufseher 8*) Krämer
#496# Beilagen
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selbst, statt für andre zu arbeiten; dem Teil, der nicht schon im
Zins ausgedrückt ist. Hält er aber Arbeiter, so kommt deren Sur-
pluszeit hinein.
Der würdige Senior (Nassau) verwandelt natürlich auch den indu-
strial profit in wages of superintendence. Aber er vergißt diese
Flausen, sobald es sich nicht um die doktrinären Phrasen, sondern
um praktische Kämpfe zwischen Arbeitern und Fabrikanten handelt.
Da tritt er z.B. gegen B e s c h r ä n k u n g d e r A r-
b e i t s z e i t auf, weil bei 11 1/2 Stunden z.B. die Arbeiter
nur eine Stunde für den Kapitalisten arbeiteten, das Produkt
dieser Stunde seinen Profit bildete (abgesehn vom Z i n s, für
den sie nach seiner Rechnung auch 1 Stunde arbeiten). Hier also
plötzlich der industrielle Profit nicht gleich dem Wert, den die
Arbeit des Kapitalisten im Produktionsprozeß der Ware zufügt,
sondern gleich dem Wert, den die unbezahlte Arbeitszeit der Ar-
beiter ihr zufügt. Wenn der industrielle Profit das Produkt der
eignen Arbeit des Kapitalisten wäre, hätte S[enior] klagen müs-
sen, nicht daß die Arbeiter nur 1 Stunde umsonst arbeiten, statt
zwei, und noch weniger sagen müssen, daß, wenn sie statt 11 1/2
Stunden nur 10 1/2 arbeiteten, g a r k e i n Profit vorhanden.
Er hätte sagen müssen, daß, wenn die Arbeiter statt 11 1/2 Stun-
den nur 10 1/2 arbeiten, der Kapitalist statt wages of superin-
tendence für 11 1/2 Stunden nur wages of superintendence für
10 1/2 Stunden erhält, also die wages of superintendence für 1
Stunde verliert. Worauf die Arbeiter ihm geantwortet hätten, daß,
wenn ihnen common wages 1*) für 10 1/2 Stunden genügen, dem Kapi-
talisten h i g h e r w a g e s 2*) für 10 1/2 Stunden genügen
müssen.
Es ist unbegreiflich, wie Ökonomen wie J[ohn] St[uart] Mill, die
Ricardians sind und den Satz, daß der Profit bloß = surplus va-
lue, surplus labour, sogar in der Form aussprechen, daß Pro-
fitrate und Arbeitslohn im umgekehrten Verhältnis stehn und die
Rate des Arbeitslohns die Rate des Profits bestimmt (was in die-
ser Form falsch), plötzlich den industrial profit statt in die
surplus labour des Arbeiters in die eigne labour des Kapitalisten
verwandeln, es sei denn, daß sie die Funktion der Exploitation of
foreign labour - labour 3*) nennen, wobei dann in der Tat heraus-
kommt, daß die wages dieser labour exakt gleich sind dem Quantum
of foreign labour appropriated 4*) oder direkt abhängen von dem
degree of exploitation 5*), nicht dem degree of exertion that
this exploitation to the capitalist costs 6*). (Soweit diese
Funktion der Exploitation of labour wirkliche Arbeit in kapitali-
stischer
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1*) gewöhnliche Löhne - 2*) höhere Löhne - 3*) fremder Arbeit -
Arbeit - 4*) angeeigneter fremder Arbeit - 5*) Grad der Ausbeu-
tung - 6*) Grad der Mühe, die diese Ausbeutung dem Kapitalisten
kostet
#497# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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Produktion erheischt, ist sie ausgedrückt in den wages der gene-
ral managers.) Ich sage, es ist unbegreiflich, daß, nachdem sie
den Profit in sein wirkliches Element aufgelöst (als Ricardians),
sie sich durch den Gegensatz interest und industrial profit täu-
schen lassen, der bloß eine v e r k l e i d e t e Form des Pro-
fits ist und der in dieser Selbständigkeit aufgefaßt auf der Un-
kenntnis vom Wesen des Profits beruht. Der eine Teil des Profits
tritt ja nur auf als i n d u s t r i a l profit, als aus der
Tätigkeit im Prozeß entsprungen (eigentlich dem tätigen Prozeß,
was aber zugleich die Tätigkeit des funktionierenden Kapitalisten
einschließt) und d a r u m als der Arbeit des Kapitalisten ge-
bührend, weil der andre Teil, der Z i n s, als dem Kapital als
Ding, selbsttätiges, selbstschöpferisches Ding, abgesehn vom Pro-
zeß, erscheint. Weil also Kapital und der aus ihm entspringende
Mehrwert, unter dem Namen Zins, für ein M y s t e r i u m er-
klärt wird. Diese Auffassung, die rein aus den Vorstellungen
fließt, die die äußerlichste Gestalt des Kapitals an der Oberflä-
che zeigt, ist das direkte Gegenteil der Ric[ardoschen] Auffas-
sung und widerspricht altogether 1*) seiner Auffassung vom Wert.
Soweit das Kapital Wert ist, ist sein Wert bestimmt durch die in
ihm enthaltne Arbeit, bevor es in den Prozeß tritt. Soweit es als
Ding in den Prozeß tritt, tritt es als Gebrauchswert in ihn, und
als solcher, whatever its use 2*), kann es nie Tauschwert schaf-
fen. Man sieht, wie schön die Ricardians ihren eignen Meister
verstehn. Dem moneyed capitalist 3*) gegenüber hat der industrial
natürlich ganz recht, daß er, der funktionierendes Kapital ist,
also wirklich Surplusarbeit ausschraubt, einen Teil dieses Sur-
plus in die eigne Tasche steckt. Dem moneyed capitalist gegenüber
ist er Arbeiter, aber A r b e i t e r a l s K a p i t a-
l i s t, d. h. E x p l o i t e u r f r e m d e r A r b e i t.
Dem ¦¦925¦ Arbeiter gegenüber dagegen ein komischer plea 4*), daß
die Exploitation ihrer Arbeit dem Kapitalisten Arbeit kostet und
daß sie ihm daher noch für diese Exploitation zahlen müssen; [das
ist] der plea des slave-drivers 5*) gegenüber dem slave 6*).}
Jede Voraussetzung des gesellschaftlichen Produktionsprozesses
ist zu gleich sein Resultat, und jedes seiner Resultate erscheint
zugleich als Voraussetzung. Alle die P r o d u k t i o n s-
v e r h ä l t n i s s e, in denen sich der Prozeß bewegt, sind
daher ebensowohl seine Produkte als seine Bedingungen. In der
letzten Form - je mehr wir seine Gestalt in seiner wirklichen
Erscheinung betrachten - befestigt er sich mehr und mehr, so daß
diese Bedingungen als unabhängig von dem Prozeß ihn bestimmend
erscheinen und die eignen Verhältnisse der im Prozeß Kon-
kurrierenden ihnen als sachliche
-----
1*) vollständig - 2*) welches immer sein Gebrauch - 3*) Geldkapi-
talisten - 4*) eine komische Rechtfertigung - 5*) Sklavenaufse-
hers - 6*) Sklaven
#498# Beilagen
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Bedingungen, als sachliche Mächte, als Bestimmtheiten von Dingen
erscheinen, um so mehr als im kapitalistischen Prozeß jedes,
selbst das einfachste Element, wie z.B. die Ware, schon eine Ver-
kehrung ist und schon Verhältnisse zwischen Personen als Eigen-
schaft von Dingen und als Verhältnisse der Personen zu den sozia-
len Eigenschaften dieser Dinge erscheinen läßt.
{"Zins - Remuneration für die produktive Anwendung von Ersparnis-
sen; der Profit im eigentlichen Sinne des Wortes ist die Remu-
neration für die T ä t i g k e i t d e r O b e r a u f-
s i c h t w ä h r e n d d i e s e r p r o d u k t i v e n
A n w e n d u n g." ("Westminster Review", Januar 1826, p. 107
sq.)
Hier also Zins die Remuneration dafür, daß Geld etc. als Kapital
angewandt wird; entspringt also aus dem Kapital als solchem, das
remuneriert wird für seine quality qua 1*) Kapital. Dagegen der
industrial profit für die Funktion des Kapitals oder Kapitalisten
"during this productive employment" 2*), i.e. im Produktionspro-
zeß selbst.} ¦925¦¦
¦¦925¦ Der Z i n s ist nur ein Teil des Profits, der dem Eigen-
tümer des Kapitals von dem industriellen, funktionierenden Kapi-
talisten bezahlt wird. Da er nur Surplusarbeit appropriieren kann
durch Kapital (Geld, Ware) etc., zahlt er einen Teil dem ab, der
ihm dies Mittel schafft. Und der letztre, der das Geld als Kapi-
tal genießen will, ohne es als Kapital funktionieren zu lassen,
kann dies nur, indem er sich mit einem Teil des Profits begnügt.
Sie sind in fact copartners 3*): der eine der juristische, der
andre der ökonomische Eigentümer des Kapitals, solange er es an-
wendet. Da der Profit aber erst aus dem Produktionsprozeß hervor-
geht, erst sein Resultat ist und erst produziert werden muß, ist
der Zins in der Tat bloß Anspruch auf einen Teil erst zu
verrichtender Surplusarbeit, Titel auf künftige Arbeit, Anspruch
auf einen Wertteil noch nicht existierender Waren; also erst das
Resultat eines während der Zeit, an deren Ende er erst fällig
ist, vorgehenden Produktionsprozesses.
119261 Das Kapital ist gekauft (d. h. zu Zins geliehn), bevor es
bezahlt ist. Das Geld funktioniert hier als Zahlungsmittel, wie
beim Arbeitsvermögen etc. Der Preis des Kapitals - der Zins -
geht daher ebensosehr in den Vorschuß des Industriellen ein (und
in Vorschuß an sich selbst, wenn er mit eignem Kapital arbeitet),
wie der Preis des cottons 4*), der z.B. auch heute gekauft und
etwa erst nach 6 Wochen zu zahlen ist. Die Schwankungen im Zins-
fuß - dem Marktpreise des Geldes - ändern hieran so wenig, wie
die Schwankungen in den Marktpreisen andrer Waren. Umgekehrt. Der
Marktpreis
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1*) Eigenschaft als - 2*) "während dieser produktiven Anwendung"
- 3*) tatsächlich Partner - 4*) der Baumwolle
#499# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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des Geldes - dies der Name des zinstragenden Kapitals, als Geld-
kapital - wird auf dem Geldmarkt bestimmt, wie der jeder andren
Ware, durch die Konkurrenz der Käufer und Verkäufer, durch Nach-
frage und Zufuhr. Dieser Kampf zwischen den moneyed und indu-
strial capitalists 1*) ist nur ein Kampf um die Teilung des Pro-
fits, [um] den Anteil, der jeder der beiden Sektionen bei der
Teilung zufallen soll. Das Verhältnis selbst (die Nachfrage und
Zufuhr), wie jedes seiner beiden Extreme, ist selbst ein Resultat
des Produktionsprozesses oder, um uns ordinär auszudrücken, durch
den jedesmaligen Stand des Geschäfts - die jedesmalige Lage,
worin sich der Reproduktionsprozeß und seine Elemente befinden -
[bestimmt]. Aber der Form nach und der Erscheinung nach bestimmt
dieser Kampf den Preis des Kapitals (den Zins), eh es in die Re-
produktion eintritt. Und zwar findet diese Bestimmung außerhalb
des eigentlichen Produktionsprozesses statt, bestimmt durch von
ihm unabhängige Umstände, und vielmehr erscheint diese Preisbe-
stimmung als eine der Bedingungen, innerhalb deren er vorzugehen
hat. Der Kampf scheint also nicht nur den Eigentumstitel auf
einen bestimmten Teil des künftigen Profits zu fixieren, sondern
diesen Teil selbst, nicht als Resultat aus dem Produktionsprozeß
hervor-, vielmehr als Voraussetzung, als Preis des Kapitals in
ihn eingehn zu lassen, ganz wie der Preis der Ware oder der Ar-
beitslohn als Voraussetzung in ihn eingeht, obgleich er in der
Tat beständig - im Reproduktionsprozeß - aus ihm hervorgeht. Je-
des Element des Warenpreises, soweit es als Vorschoß erscheint -
als schon vorhandner Preis der Ware in den Produktionspreis ein-
geht -, hört auf, dem industriellen Kapitalisten gegenüber, als
Mehrwert, surplus value sich darzustellen. Der Teil des Profits,
der daher als Preis des Kapitals in den Prozeß eingeht, wird un-
ter die Vorschußkosten gerechnet, erscheint so nicht mehr als
surplus, und wird aus einem P r o d u k t des Prozesses eine
seiner gegebnen Voraussetzungen, P r o d u k t i o n s b e-
d i n g u n g, die als solche, in selbständiger Form, in den
Prozeß eingeht und sein Resultat bestimmt. (Fällt z.B. der
Zinsfuß und werden die Marktverhältnisse Reduktion der Waren
unter ihre Kostenpreise gebieten, so kann der Industrielle den
Warenpreis erniedrigen, ohne die Rate des industriellen Profits
zu erniedrigen; ja, er kann ihn erniedrigen und einen höhren
industrial profit ziehn, was allerdings dem, der nur mit eignem
Kapital arbeitet, sich als Fall der Profitrate darstellen würde,
des gross profit 2*). Alles was sich als g e g e b n e
P r o d u k t i o n s b e d i n g u n g darstellt, wie Preis der
Waren, des Arbeitslohns, des Kapitals - die Marktpreise dieser
Elemente -, wirkt bestimmend
-----
1*) Geld- und industriellen Kapitalisten - 2*) Bruttoprofits
#500# Beilagen
-----
auf den jedesmaligen M a r k t p r e i s der Ware zurück, und
der wirkliche Kosten preis der besondren Ware setzt sich nur in-
nerhalb der Schwankungen der Marktpreise durch, ist nur die Sich-
selbstausgleichung dieser Marktpreise, ganz wie in der Ausglei-
chung der Kostenpreise aller verschiednen Waren sich allein die
W e r t e der Waren durchsetzen. Daher ist der cercle vicieux
1*) des vulgarian, sei er Theoretiker des Kapitalistenbewußt-
seins, sei er praktischer Kapitalist: Die Preise der Waren
bestimmen Arbeitslohn, Zins, Profit und Rente, und umgekehrt, die
Preise von Arbeit, Zins, Profit und Rente bestimmen die Preise
der Waren, [sind] bloß der A u s d r u c k d e r Z i r k e l-
b e w e g u n g, worin die allgemeinen Gesetze widerspruchsvoll
in der wirklichen Bewegung und in der Erscheinung sich
realisieren.)
Ein Teil des Mehrwerts, der Z i n s, erscheint so als
M a r k t p r e i s des Kapitals, das in den Prozeß eingeht, und
daher nicht als Mehrwert, sondern Produktionsbedingung. So stellt
sich dies - daß zwei Klassen Kapitalisten den Mehrwert teilen,
die, die außer dem Prozeß, und die in ihm - so dar, daß ein Teil
des Mehrwerts dem Kapital außer dem Prozeß und der andre in ihm
zukömmt. Die vorherige Festsetzung der Teilung stellt sich dar
als Unabhängigkeit des einen Teils vom andren; als Unabhängigkeit
des einen Teils vom Prozeß selbst; schließlich als immanente Ei-
genschaft eines Dings, G e l d, W a r e, aber dieser Dinge als
K a p i t a l, was wieder nicht erscheint als Ausdruck eines
Verhältnisses, sondern so, daß dies Geld, Ware t e c h n o-
l o g i s c h für den Arbeitsprozeß bestimmt sind; durch diese
Bestimmung werden sie Kapital; so bestimmt, sind sie die
einfachen Elemente des Arbeitsprozesses selbst, ¦¦927¦ die also
a l s s o l c h e K a p i t a l sind.
Daß der Wert der Ware sich auflöst, teils in den Wert der in ihr
enthaltnen Waren, teils in den Wert der Arbeit, d.h. bezahlte
Arbeit, teils in unbezahlte, aber darum nichtsdestoweniger ver-
kaufbare Arbeit, und daß der Teil ihres Werts, der aus unbezahl-
ter Arbeit besteht, ihr Mehrwert, sich seinerseits wieder auflöst
in Zins, industrial profit und Rente, d.h., daß der unmittelbare
accapareur 2*) und "Produzent" dieses Gesamtmehrwerts Teile davon
abgeben muß, den einen an den landlord, den andren an den Eigen-
tümer des Kapitals, und so den dritten, den er für sich behält,
unter nur von Zins und Rente verschiednem und von dem Mehrwert
und Profit selbst verschiednem Namen, als industrial profit für
sich behält, ist durchaus nichts Mysteriöses. Die Analyse des
Mehrwerts, also eines Teils des Werts der Waren, in diese besond-
ren Rubriken, Kategorien, ist sehr verständlich und widerstreitet
in keiner Weise dem Gesetz des Werts selbst.
-----
1*) Zirkelschluß - 2*) Aneigner
#501# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
-----
Durch die selbständige Form aber, die diese verschiednen Teile
des Mehrwerts erlangen, durch die verschiednen Personen, denen
sie zufließen, durch die verschiednen Elemente, worauf der Titel
an sie begründet ist, endlich durch die Selbständigkeit, worin
verschiedne dieser Teile dem Prozeß als Bedingungen gegenübertre-
ten, wird das Ganze mystifiziert. Aus Teilen, worin der Wert ana-
lysiert werden kann, werden sie zu selbständigen Elementen, die
ihn k o n s t i t u i e r e n, zu k o n s t i t u i e r e n-
d e n E l e m e n t e n. Sie sind das für den Marktpreis. Sie
werden wirklich zu konstituierenden Elementen des selben. Wie
diese ihre scheinbare Unabhängigkeit als Bedingung des Prozesses
ihrerseits durch das innre Gesetz reguliert und nur scheinbar
unabhängig sind, tritt in keinem Augenblick des Produktionspro-
zesses in die Erscheinung, noch wirkt es als bestimmendes,
bewußtes Motiv. Grade das Umgekehrte. Die höchste Festigkeit, die
dieser Schein des Resultats als selbständige Bedingungen annehmen
kann, ist gegeben, sobald T e i l e d e s M e h r w e r t s -
als Preise von Produktionsbedingungen - in den Preis eintreten.
Und dies ist der Fall mit dem Zins und der Rente. Sie gehören un-
ter die Vorschüsse von industrial capitalist und farmer. Sie er-
scheinen hier nicht mehr als Ausdruck unbezahlter Surplusarbeit,
sondern bezahlter Surplusarbeit, also Surplusarbeit, für die ein
Äquivalent im Produktionsprozeß bezahlt ist, zwar nicht an den
Arbeiter, dessen Surplusarbeit sie ist, aber an andre Personen -
die Eigentümer von Kapital und Erde. Sie sind Surplusarbeit quoad
1*) den Arbeiter, aber sie sind Äquivalente, quoad den capitalist
und Grundeigentümer, dem sie gezahlt werden muß. Sie erscheinen
daher nicht als surplus und noch weniger als Surplusarbeit,
sondern als P r e i s e der Ware "Kapital" und "Erde", denn sie
werden dem capitalist und dem Grundeigentümer nur als Waren-
besitzer, nur als Besitzer und Verkäufer dieser Waren gezahlt.
Der Teil des Warenwerts, der sich in Zins auflöst, erscheint
daher als R e p r o d u k t i o n des für das Kapital gezahlten
P r e i s e s, und der Teil, der sich in Rente auflöst, als
R e p r o d u k t i o n des für die Erde gezahlten Preises.
Diese Preise bilden also k o n s t i t u i e r e n d e Teile
des Gsamtpreises. Dieses scheint dem industriellen Kapitalisten
nicht nur so; für ihn konstituieren sie wirklich Teil seiner
Vorschüsse, und wenn sie einerseits durch den Marktpreis seiner
Ware bestimmt sind - eine Bestimmung der Ware, die als Markt-
preis, worin ein sozialer Prozeß oder das Resultat desselben als
der Ware zukommende Bestimmtheit und das up and down 2*) dieses
Prozesses, seine Bewegung, als dem Warenpreis zukommende Schwan-
kung erscheint -, so ist der Marktpreis anderseits durch sie be-
stimmt, ganz wie der
-----
1*) was anbetrifft - 2*) Auf und Nieder
#502# Beilagen
-----
Marktpreis des cotton 1*) den Marktpreis des Garns bestimmt, an-
derseits der Marktpreis des Garns die Nachfrage nach cotton, also
den Marktpreis des cotton.
Indem Teile des Mehrwerts, Zins und Rente, als Preise von Waren
der Ware Erde und der Ware Kapital - in den Produktionsprozeß
eingehn, existieren sie in einer ihren wirklichen Ursprung nicht
nur verhüllenden, sondern verleugnenden Form.
Daß die Mehrarbeit, u n b e z a h l t e Arbeit, ebenso wesent-
lich in den kapitalistischen Produktionsprozeß eingeht wie
b e z a h l t e Arbeit, erscheint hier so, daß von der Arbeit
verschiedne Produktionselemente - Erde und Kapital - bezahlt wer-
den müssen oder daß von dem Preise der vorgeschoßnen Waren und
dem Arbeitslohn verschiedne K o s t e n in den Preis eingehn.
Teile des Mehrwerts - Zins und Rente - erscheinen hier als Ko-
sten, Vorschüsse des exploitierenden Kapitalisten.
Der a v e r a g e p r o f i t 2*) geht als bestimmend in die
Produktionspreis der Waren ein, und hier also schon der Mehrwert
nicht als Resultat, sondern als Bedingung; nicht als ein Teil,
worin der Wert der Ware sich auflöst, sondern als konstituieren-
der Teil ihres Preises. Aber der a v e r a g e p r o f i t,
wie der P r o d u k t i o n s p r e i s selbst, ist mehr ideal
bestimmend und erscheint zugleich als Surplus über die Vorschüsse
¦¦928¦ und von dem eigentlichen Kostpreis verschiedner Preis. Ob
oder ob nicht, ob mehr oder weniger als b e i d e m
M a r k t p r e i s herauskömmt - also bei dem unmittelbaren Re-
sultat des Prozesses -, bestimmt die Reproduktion oder rather 3*)
die Stufenleiter der Reproduktion; ob von den vorhandnen Kapita-
lien dieser oder jener Sphäre mehr entzogen oder gegeben werden,
ditto in welchem Verhältnisse diesen besondren Sphären die neu
akkumulierten Kapitalien zuströmen, in welchem Grade endlich
diese besondren Sphären als Käufer auf dem Geldmarkt auftreten.
Dagegen im Zins und Rente treten die Teile des Mehrwerts im ein-
zelnen, in ganz fixierter Form, als Voraussetzung für den einzel-
nen Produktionspreis auf und sind in der Form von Vorschüssen an-
tizipiert.
{Man kann Kosten nennen, was Vorschuß, also gezahlt vom Kapitali-
sten. Danach erscheint der Profit als Surplus über diese Kosten.
Dies bezieht sich auf die einzelnen Produktionspreise. Und die
durch den Vorschuß bestimmten Preise kann man so Kostenpreise
nennen.
P r o d u k t i o n s k o s t e n kann man nennen die durch den
average profit - also den Preis des vorgeschoßnen Kapitals + den
average profit - bestimmten Preise, da dieser Profit die Bedin-
gung ist der Reproduktion, eine Bedingung,
-----
1*) der Baumwolle - 2*) Durchschnittsprofit - 3*) vielmehr
#503# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
-----
die supply 1*) und die Verteilung der Kapitalien in die ver-
schiednen Sphären reguliert. Diese Preise P r o d u k t i o n s-
p r e i s e.
Endlich das wirkliche Quantum Arbeit (vergegenständlichter und
immediater 2*)), die die Produktion der Ware kostet, ist ihr
Wert. Er bildet die reale Produktionskost für die Ware selbst.
Der Preis, der ihm entspricht, ist nur der Wert in Geld ausge-
drückt. Unter dem Namen "Produktionskosten" wird abwechselnd al-
les 3 verstanden.}
Würde kein Mehrwert reproduziert, so hörte natürlich mit dem
Mehrwert der Teil desselben auf, der Zins heißt, wie der Teil,
der Rente heißt, und ebenso hörte damit die A n t i z i p a-
t i o n dieses Mehrwerts auf oder daß er als P r e i s e von
Waren in die Produktionskosten eingeht. Der vorhandne Wert, der
in die Produktion eingeht, käme dann überhaupt nicht als Kapital
aus derselben heraus und könnte darum auch nicht als K a-
p i t a l in den Reproduktionsprozeß eingehn oder nicht als
K a p i t a l verliehn werden. Es ist also die beständige Re-
produktion derselben Verhältnisse - der die kapitalistische
Produktion bedingenden Verhältnisse -, die sie nicht nur als
gesellschaftliche Formen und Resultate dieses Prozesses er-
scheinen läßt, sondern zugleich als seine beständigen V o-
r a u s s e t z u n g e n. Solche sind sie aber nur als von ihm
selbst beständig g e s e t z t e, g e s c h a f f n e, p r o-
d u z i e r t e Voraussetzungen. Diese Reproduktion ist aber
keine bewußte und erscheint vielmehr nur in der beständigen
Existenz dieser Verhältnisse als V o r a u s s e t z u n g e n
und den Produktionsprozeß beherrschende B e d i n g u n g e n.
Aus den Auflösungen des Warenwerts z.B. werden seine k o n-
s t i t u i e r e n d e n Teile, die sich als selbständige
gegenübertreten und daher auch als selbständige [Teile] gegen
ihre E i n h e i t, die vielmehr als ihre Kombination er-
scheint. Der Bürger sieht, daß das Produkt beständig Produktions-
bedingung wird. Aber er sieht nicht, daß die Produktionsverhält-
nisse selbst, die gesellschaftlichen Formen, in denen er produ-
ziert und die ihm als gegebne, natürliche Verhältnisse erschei-
nen, das beständige Produkt - und nur darum die beständige Vor-
aussetzung dieser spezifisch gesellschaftlichen Produktionsweise
sind. Nicht nur verselbständigen sich und nehmen fremdartige,
scheinbar unabhängige Existenzweise voneinander an die verschied-
nen Verhältnisse, Momente, sondern sie stellen sich dar als un-
mittelbare Eigenschaften von Dingen; sie nehmen dingliche Gestalt
an.
So leben die Agenten der kapitalistischen Produktion in einer
verzauberten Welt, und ihre eignen Beziehungen erscheinen ihnen
als Eigenschaften der Dinge, der stofflichen Elemente der Produk-
tion. Es ist aber in den
-----
1*) Zufuhr - 2*) unmittelbarer
#504# Beilagen
-----
letzten, vermitteltesten Formen - in Formen, worin zugleich die
Vermittlung nicht nur unsichtbar geworden, sondern ihr direktes
Gegenteil ausgesprochen ist -, daß die Gestalten des Kapitals als
wirkliche Agentien und unmittelbare Träger der Produktion er-
scheinen. Das zinstragende Kapital personifiziert im moneyed ca-
pitalist, das industrielle im industrial capitalist, das rente-
tragende Kapital im Landlord als Eigentümer der Erde, endlich die
Arbeit im Lohnarbeiter. Als diese fixen Gestalten, personifiziert
in selbständigen Persönlichkeiten, die zugleich als bloße Reprä-
sentanten personifizierter Dinge erscheinen, treten sie in die
Konkurrenz und den wirklichen Produktionsprozeß ein. Die Konkur-
renz setzt diese Veräußerlichung voraus. Sie sind die ihr natur-
gemäß, naturgeschichtlich vorhandnen Formen, und in ihrer Er-
scheinung auf der Oberfläche ist sie ¦¦929¦ selbst nur die Bewe-
gung dieser verkehrten Welt. Soweit sich in dieser Bewegung der
innre Zusammenhang durchsetzt, erscheint er als ein mysteriöses
Gesetz. Bester Beweis die politische Ökonomie selbst, eine Wis-
senschaft, die sich damit beschäftigt, den verborgnen Zusammen-
hang wieder zu entdecken. Alles tritt in die Konkurrenz in dieser
äußerlichsten, letzten Form. Z.B. erscheint hier der Marktpreis
als das Herrschende, ganz wie Zinsfuß, Rente, Arbeitslohn, indu-
strial profit als konstituierende Elemente des Werts und Preis
der Erde, Preis des Kapitals als gegebne items, womit gewirt-
schaftet wird.
Wir haben gesehn, wie A. Smith erst den Wert auflöst in Arbeits-
lohn, Profit (Zins), Rente, dann umgekehrt diese als selbständige
konstituierende Elemente der Warenpreise darstellt. 1*) In der
ersten Fassung spricht er den geheimen Zusammenhang aus, in der
zweiten die Erscheinung.
Geht man noch mehr auf die Oberfläche der Erscheinung, so können
außer der average Profitrate, Zins und selbst Rente als konstitu-
ierende Teile der Warenpreise (nämlich der Marktpreise) darge-
stellt werden. Der Zins ganz direkt, indem er in den Kostenpreis
eingeht. Die Rente - als Preis des Bodens - mag nicht den Preis
des Produkts unmittelbar bestimmen, aber sie bestimmt die Produk-
tionsweise, ob viel Kapital auf wenig Boden konzentriert oder we-
nig Kapital auf viel Boden dispensiert wird, ob diese oder jene
Art des Produkts, Vieh oder Korn, produziert wird, dessen Markt-
preis am besten den Preis der Rente deckt, denn die Rente muß be-
zahlt werden, bevor der term over 2*), für den sie kontrahiert.
Damit sie also keinen Abzug vom industrial profit bilde, wird
Weide in Acker, Acker in Weide verwandelt etc. Sie bestimmt damit
nicht den Marktpreis des einzelnen Produkts
-----
1*) Siehe 1. Teil dieses Bandes, S. 65-69 - 2*) Termin verstri-
chen ist
#505# Revenue and its sources. Die Vulgarökonomie
-----
direkt, aber indirekt, indem sie die Proportionen der species of
products 1*) so distribuiert, wie Nachfrage und Zufuhr best 2*)
den Preis für jedes hervorbringen, daß er Rente zahlen kann. Und
wenn die Rente so nicht direkt den Marktpreis, des Korns z.B.,
bestimmt, bestimmt sie direkt den Marktpreis von Vieh etc., kurz,
die Sphären, wo die Rente nicht durch den Markt, preis des eignen
Produkts, sondern der Marktpreis des Produkts durch die Rate der
vom Kornland getragnen Rente bestimmt ist. Fleisch z.B. in indu-
striell entwickelten Ländern wird stets viel zu teuer bezahlt,
d.h. weit nicht nur über seine Produktionspreise, sondern über
seinen Wert. Denn sein Preis muß zahlen nicht nur seine Produkti-
onskosten, sondern die Rente, die der Boden tragen würde, wenn er
in Korn bebaut würde. Sonst könnte Fleisch bei der großen Vieh-
zucht - wo die organische Komposition des Kapitals [der Komposi-
tion des Kapitals in der Industrie] viel näher, wenn nicht noch
mehr Übergewicht von konstantem Kapital gegen variables enthält -
nur eine ganz schwache oder gar keine a b s o l u t e R e n t e
zahlen. Die Rente, die es zahlt, und die direkt in seinen Preis
eingeht, ist aber bestimmt durch die absolute + Differential-
rente, die der Boden als Ackerboden zahlen würde. Auch diese Dif-
ferentialrente existiert hier zum größten Teil nicht. Bester Be-
weis, daß das Fleisch von demselben Boden Rente zahlt, wo das
Korn nicht.
Wenn also P r o f i t bestimmend in den Produktionspreis ein-
geht, kann gesagt werden, daß Arbeitslohn, Zins und to a certain
degree 3*) Rente bestimmend in den Marktpreis, und certainly 4*)
bestimmend in den Produktionspreis eingehn. Natürlich, wie im
ganzen die Bewegung des Zinses durch den Profit bestimmt ist, an-
derseits wieder die Kornrente, teils durch die Rate des Profits,
teils durch den Wert ihres Produkts und die Ausgleichung der ver-
schiednen Werte auf verschiednem Boden zum Marktwert, die Profit
rate aber bestimmt ist teils durch den Arbeitslohn, teils durch
die Produktivität der Arbeit in Sphären der Produktion, die das
konstante Kapital produzieren - also schließlich durch Höhe des
Arbeitslohns und Produktivität der Arbeit -, der Arbeitslohn sich
aber auflöst in Äquivalent eines Teils der Ware (d.h. = einem
bestimmten Teil der in der Ware enthaltnen bezahlten Arbeit, der
Profit = dem in ihr enthaltnen Teil unbezahlter Arbeit), endlich
die Produktivität der Arbeit nur in zwei Weisen auf den Preis der
Waren wirken kann, auf ihren Wert, indem sie ihn vermindert, auf
ihren Surpluswert, indem sie ihn erhöht, löst sich der ganze Spaß
schließlich in den durch die Arbeitszeit bestimmten Wert auf. Der
-----
1*) Arten der Produkte - 2*) am vorteilhaftesten - 3*) bis zu ei-
nem gewissen Grad - 4*) sicher
#506# Beilagen
-----
Kostenpreis ist nichts als der Wert der vorgeschoßnen Kapitalien
+ dem von ihnen erzeugten Mehrwert, verteilt unter die besondren
Sphären je nach dem Quotum, das sie vom Gesamtkapital bilden. So
löst sich der Kostenpreis in Wert auf, wenn nicht die einzelne
Sphäre, sondern das Gesamtkapital betrachtet wird. Anderseits die
Marktpreise in jeder Sphäre werden durch die Konkurrenz der Kapi-
talien der verschiednen Sphären beständig auf den Kostenpreis re-
duziert. Die Konkurrenz der Kapitalisten in jeder besondren
Sphäre sucht den Marktpreis der Ware auf ihren Marktwert zu redu-
zieren. Die Konkurrenz der Kapitalisten der verschiednen Sphären
reduziert die Marktwerte auf gemeinsame Kostenpreise.
Ricardo gegen Smiths Konstituierung des Werts durch die Teile
desselben, die von ihm selbst bestimmt sind. Aber nicht konse-
quent. Er könnte sonst nicht mit Smith darüber rechten, ob Pro-
fit, Arbeitslohn und Rente oder, wie er sagt, bloß Profit und Ar-
beitslohn in den Preis eingehn, d.h. k o n s t i t u i e r e n d
eingehn. Analytisch gehn sie ein, sobald sie bezahlt werden. Er
müßte vielmehr so sagen: Der Preis jeder Ware ist auflösbar in
Profit und Arbeitslohn, der Preis einiger Waren (und sehr vieler
indirekt) ist auflösbar in Profit, Rente und Arbeitslohn. Aber
der Preis keiner Ware ist durch sie konstituiert, ¦¦930¦ da sie
nicht als selbständige und de propriis fontibus 1*) agierende Po-
tenzen von bestimmter Größe den Wert der Waren komponieren, son-
dern, wenn der Wert gegeben ist, er in sehr verschiednen Verhält-
nissen dekomponiert werden kann in jene Teile. Es sind nicht ge-
gebne Potenzen - Profit, Arbeitslohn und Rente -, deren Addition
oder Kombination die Größe des Werts bestimmt, sondern es ist
dieselbe Wertgröße, eine gegebne Größe des Werts, die sich in Ar-
beitslohn, Profit, Rente auflöst und nach verschiednen Umständen
sich sehr verschieden in diese 3 Kategorien verteilt.
Gesetzt, der Produktionsprozeß wiederhole sich beständig unter
denselben Bedingungen, d.h., die Reproduktion finde unter densel-
ben Bedingungen statt wie die Produktion, was gleichbleibende
Produktivität der Arbeit voraussetzt, oder wenigstens voraus-
setzt, daß die Variationen in der Produktivität nicht die Ver-
hältnisse der Produktionsagenten alterieren wenn also die Werte
der Waren selbst infolge von Änderungen der Produktivkraft stie-
gen oder fielen, die Verteilung des Werts der Waren unter die
Produktionsagenten dieselbe bliebe; in diesem Fall wäre es zwar
theoretisch nicht genau zu sagen, daß die verschiednen Teile des
Werts den Wert oder Preis des Ganzen bestimmen, aber es wäre
praktisch und richtig zu sagen
-----
1*) aus eigenen Quellen
#507# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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daß sie ihn konstituieren, soweit man unter konstituieren ver-
steht Bildung des Ganzen durch Addition der Teile. Der Wert würde
sich gleichmäßig verteilen, fortdauernd, in Wert [des vorgeschos-
senen Kapitals] und Mehrwert, und der [neugeschaffene] Wert würde
sich auflösen gleichmäßig in Arbeitslohn und Profit, der Profit
sich gleichmäßig zersetzen in Zins, industrial profit und rent.
Es könnte also gesagt werden: P, der Preis der Ware, löst sich
auf in Arbeitslohn, Profit (Zins) und Rente, und anderseits Ar-
beitslohn, Profit (Zins), Rente konstituieren den Wert oder viel-
mehr Preis.
Diese Gleichmäßigkeit oder Gleichheit der Reproduktion - die Wie-
derholung der Produktion unter denselben Bedingungen - findet
nicht statt. Die Produktivität ändert sich und ändert die Bedin-
gungen. Die Bedingungen ihrerseits ändern die Produktivität. Aber
die Abweichungen zeigen sich teils in oberflächlichen Oszillatio-
nen, die sich ausgleichen in kurzer Frist, teils in einer allmäh-
lichen Häufung von Abweichungen (divergences), die entweder zu
einer Krise führen, [zu einer] gewaltsamen, scheinbaren Reduktion
auf die alten Verhältnisse, oder doch erst sehr allmählich als
Änderung der Bedingungen anerkannt werden und sich durchsetzen.
In der Form des Zinses und der Rente, worin der Mehrwert antizi-
piert wird, ist vorausgesetzt, daß der a l l g e m e i n e Cha-
rakter der Reproduktion derselbe bleibt. Und dies der Fall, so-
lang die kapitalistische Produktionsweise fortdauert. Zweitens
ist selbst vorausgesetzt, was plus ou moins 1*) auch der Fall,
daß für bestimmte Zeit die b e s t i m m t e n V e r h ä l t-
n i s s e dieser Produktionsweise dieselben bleiben. So f i-
x i e r t sich das Resultat der Produktion als f e s t e,
d a h e r v o r a u s g e s e t z t e B e d i n g u n g d e r-
s e l b e n, und zwar als feste E i g e n s c h a f t d e r
s a c h l i c h e n P r o d u k t i o n s b e d i n g u n g e n.
Es sind die K r i s e n, die diesem Schein der S e l b-
s t ä n d i g k e i t der verschiednen Elemente, worin sich der
Produktionsprozeß beständig auflöst und die er beständig rück-
erzeugt, ein Ende machen.
{Was der W e r t für den wirklichen Ökonomen, ist der
M a r k t p r e i s für den praktischen Kapitalisten, das jedes-
malige Prius der ganzen Bewegung.}
Das zinstragende Kapital erhält die der kapitalistischen Produk-
tion eigentümliche und ihr entsprechende Form im K r e d i t.
Er ist eine von der kapitalistischen Produktionsweise selbst ge-
schaffne Form. (Die Subsumtion des H a n d e l s k a p i t a l s
erfordert in fact keine solche neue Schöpfung, da Ware und Geld,
Waren- und Geldzirkulation die elementarischen Voraussetzungen
der kapitalistischen Produktion bleiben und nur zu absoluten Vor-
aussetzungen gemacht werden, Handelskapital zu sein, [das] einer-
seits
-----
1*) mehr oder weniger
#508# Beilagen
-----
also die allgemeine Form des Kapitals ist, andrerseits, soweit es
Kapital in bestimmter Funktion darstellt, Kapital, das aus-
schließlich im Zirkulationsprozeß fungiert, seine Bestimmung
durch das produktive Kapital an seiner Form nichts ändert.)
Die Ausgleichung der Werte zu Kostenpreisen geschieht nur da-
durch, daß das einzelne Kapital als Aliquote des Gesamtkapitals
der Klasse fungiert, anderseits das Gesamtkapital der Klasse sich
in die verschiednen besondren Sphären verteilt je nach den Pro-
duktionsbedürfnissen. Dies geschieht durch den Kredit. Durch ihn
wird nicht nur diese Ausgleichung ermöglicht und erleichtert,
sondern ein Teil des Kapitals - unter der Form des moneyed capi-
tal 1*) - erscheint in der Tat als das gemeinschaftliche Mate-
rial, womit die ganze Klasse arbeitet. Dies der eine Sinn des
Kredits. Der andre, der beständige Versuch des Kapitals, die Me-
tamorphosen, die es im Zirkulationsprozeß durchmachen muß, abzu-
kürzen; die Zirkulationszeit, seine Verwandlung in Geld etc. zu
antizipieren, und seine eigne ¦¦931¦ Beschränktheit so zu kontre-
karieren. Endlich, die Funktion des A k k u m u l i e r e n s,
soweit sie nicht Verwandlung [von Revenue] in Kapital, sondern
Zufuhr von Mehrwert in der Form des Kapitals, wird so teils einer
besondren Klasse auferlegt, teils werden alle A k k u m u-
l a t i o n e n der Gesellschaft in diesem Sinn zu Akkumulation
von Kapital und den industriellen Kapitalisten zur Verfügung
gestellt. Diese auf unzähligen Punkten der Gesellschaft verein-
zelt vor sich gehende Operation wird konzentriert und in gewisse
Reservoirs gesammelt. Geld, soweit es Erstarrung der Ware in der
Metamorphose, brachliegt, wird so in Kapital verwandelt.
Erde-Rente, Kapital-Zins sind irrationale Ausdrücke, soweit die
Rente als Preis der Erde und der Zins als Preis des Kapitals sich
fixiert. In der Form zinstragendes Kapital, rentetragendes Kapi-
tal, profittragendes Kapital noch der gemeinschaftliche Ursprung
erkennbar, sofern K a p i t a l überhaupt Aneignung von Sur-
plusarbeit einschließt, also diese verschiednen Formen nur aus-
drücken, daß diese vom Kapital erzeugte Surplusarbeit sich beim
Kapital überhaupt unter zwei Sorten Kapitalisten verteilt und bei
dem agricultural capital zwischen Kapitalist und landlord ver-
teilt.
Rente als P r e i s des Bodens (jährlicher) und Zins als Preis
des Kapitals sind ebenso irrational wie Wurzel aus -3. Die letz-
tre Form widerspricht der Zahl in ihren einfachen elementarischen
Formen, ganz wie jene dem Kapital in
-----
1*) Geldkapitals
#509# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
-----
seiner einfachen Form Ware und Geld. Sie sind in umgekehrter
Weise irrational. Erde-Rente, die Rente als Preis der Erde,
drückt die Erde als Ware aus, Gebrauchswert, der einen Wert hat,
whose monetary expression like its price 1*). Aber ein Gebrauchs-
wert, der nicht das Produkt der Arbeit, kann keinen Wert haben,
d.h., er kann nicht als Vergegenständlichung eines gewissen Quan-
tums sozialer Arbeit, als sozialer Ausdruck eines gewissen Quan-
tums Arbeit ausgesprochen werden. Er ist es nicht. Damit der Ge-
brauchswert als Tauschwert sich darstelle - Ware sei -, muß er
das Produkt konkreter Arbeit sein. Nur unter dieser Voraussetzung
kann diese konkrete Arbeit ihrerseits wieder dargestellt werden
als g e s e l l s c h a f t l i c h e A r b e i t, Wert. Erde
und Preis sind inkommensurable Größen, die dennoch ein Verhältnis
zueinander haben sollen. Hier hat ein Ding einen Preis, das kei-
nen Wert hat.
Anderseits Zins als Preis des Kapitals drückt die umgekehrte Ir-
rationalität aus. Hier hat eine Ware einen doppelten Wert, einmal
einen Wert, und dann einen von diesem Wert verschiednen Preis,
ohne einen Gebrauchswert zu haben. Denn Kapital ist zunächst
nichts als eine G e l d s u m m e oder ein Q u a n t u m
W a r e = einer bestimmten Geldsumme. Wird die Ware als Kapital
verliehn, so [ist] sie nur verkleidete Form einer G e l d-
s u m m e. Denn was a l s K a p i t a l geliehn wird, ist
nicht soviel Ibs. Baumwolle, sondern soviel Geld, dessen Wert in
Baumwolle existiert. Der P r e i s des Kapitals bezieht sich
auch daher auf es nur als Dasein einer G e l d s u m m e, d.h.
einer in Geld dargestellten und in der Form als Tauschwert exi-
stierenden Wertsumme. Wie soll eine Wertsumme einen Preis haben,
außer dem Preis, der in ihrer eignen Geldform ausgedrückt ist?
Preis ist ja der Wert der Ware im Unterschied von ihrem Ge-
brauchswert. Preis als Unterschied von ihrem Wert, Preis als Wert
einer Geldsumme (da der Preis bloß der Ausdruck des Werts in
Geld) ist also eine contradictio in terminis 2*).
Diese Irrationalität des Ausdrucks - (die Irrationalität der Sa-
che selbst kömmt daher, daß das Kapital (im Zins) als Vorausset-
zung von seinem eignen Prozeß, worin es Kapital, daher sich ver-
wertender Wert wird, getrennt erscheint und daß anderseits das
rentetragende Kapital nur als agricultural capital, nur als Kapi-
tal in einer besondren Sphäre Rente trägt, in dieser Form er-
scheint, die also von ihm auf d a s E l e m e n t ü b e r-
t r a g e n w i r d, d a s e s v o m i n d u s t r i a l
c a p i t a l ü b e r h a u p t u n t e r s c h e i d e t) -
wird so wohl vom vulgarian gefühlt, daß er beide Ausdrücke
verfälscht, um sie rational zu machen. Er läßt den Zins für das
Kapital zahlen, soweit es Gebrauchswert ist und spricht daher von
der Nützlichkeit, die Produkte oder Produktionsmittel
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1*) dessen Geldausdruck gleich seinem Preis ist - 2*) ein Wider-
spruch in den Termini
#510# Beilagen
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für die Reproduktion als solche haben, die das Kapital stofflich
hat als Element des Arbeitsprozesses.
Aber seine Nützlichkeit, sein Gebrauchswert ist ja schon vorhan-
den in seiner Form als Ware, und ohne dieselbe wäre es nicht Ware
und hätte keinen Wert. Als Geld ist es der Ausdruck des Werts der
Waren und in sie ¦¦932¦ verwandelbar im Verhältnis ihres eignen
Werts. Verwandle ich aber Geld in eine Maschine, in Baumwolle
etc., so verwandle ich es in Gebrauchswerte von demselben Wert.
Die Verwandlung bezieht sich nur auf die Wertform. Als Geld hat
es den Gebrauchswert, in die Form jeder Ware verwandelbar zu
sein, aber in Ware von demselben Wert. Durch diese Formverände-
rung ändert sich der Wert des Gelds so wenig wie der der Ware,
wenn sie in Geld verwandelt wird. Der Gebrauchswert der Waren,
worin ich das Geld verwandeln kann, gibt ihm außer seinem Wert
keinen davon verschiednen Preis. Setze ich aber die Verwandlung
voraus und sage, der Preis werde für den Gebrauchswert der Waren
gezahlt, so wird der Gebrauchswert der Waren überhaupt nicht ge-
zahlt oder wird nur gezahlt, soweit ihr Tauschwert gezahlt wird.
Wie der Gebrauchswert einer Ware vernützt wird, ob sie in die in-
dividuelle oder industrielle Konsumtion eingeht, ändert absolut
nichts an ihrem Tauschwert. Es ändert nur daran, wer sie kauft,
der industrielle Kapitalist oder der unmittelbare Konsument. Die
produktive Nützlichkeit der Ware kann daher dafür Rechenschaft
ablegen, daß sie überhaupt einen Tauschwert hat, denn damit die
in den Waren enthaltne Arbeit gezahlt wird, müssen sie Gebrauchs-
wert haben. Sonst sind sie nicht Waren, was sie nur als Einheiten
von Gebrauchswert und Tauschwert sind. Aber dieser Gebrauchswert
kann durchaus nicht Rechenschaft dafür ablegen, daß sie als
Tauschwert oder als Preis noch einen von diesem Preis verschied-
nen Preis hat.
Man sieht, wie der vulgarian hier über die Schwierigkeit weg
will, indem er das Kapital, d.h. das Geld oder die Ware, soweit
sie eine von sich als Geld oder Ware spezifisch unterschiedne Be-
stimmtheit haben, zu verwandeln sucht in bloße Ware, d.h. grade
von dem spezifischen Unterschied, der erklärt werden soll, ab-
sieht. Er will nicht sagen, daß dies Mittel der Exploitation von
Surplusarbeit, daher von mehr Wert als Wert in ihm enthalten ist.
Er sagt statt dessen: Es hat mehr Wert als seinen Wert, weil es
eine ordinäre Ware wie jede andre ist, d.h. einen Gebrauchswert
hat. Hier wird Kapital mit Ware identifiziert, während grade er-
klärt werden soll, wie die Ware als Kapital auftreten kann.
Bei der Erde verfährt der vulgarian umgekehrt, soweit er nicht
den Physiokraten nachschwatzt. Dort verwandelt er das Kapital in
Ware, um
#511# Revenue and its sources. Die Vulgärökonomie
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den U n t e r s c h i e d zwischen Kapital und Ware, um die
Verwandlung von Ware in Kapital zu erklären. Hier verwandelt er
Erde in Kapital, weil ihm das Kapitalverhältnis an sich mehr in
seine Vorstellungen paßt, als der Preis von Erde. Die Rente kann
gedacht werden als Zins von Kapital. Z.B. ist die Rente 20 und
der Zinsfuß 5, so kann gesagt werden, diese 20 seien Zins von 400
Kapital. Und in der Tat verkauft sich dann die Erde zu 400, was
bloß Verkauf der Rente für 20 Jahre ist. Diese Zahlung der anti-
zipierten 20jährigen Rente ist dann ihr Preis. Damit ist die Erde
in Kapital verwandelt. Die 20 jährlich sind nur noch 5 p.c. Zins
des Kapitals, was für sie bezahlt. Und damit ist Erde-Rente ver-
wandelt in Kapital-Zins, was seinerseits in Zahlung für Ge-
brauchswert der Waren, also in das Verhältnis Gebrauchswert-
Tauschwert umphantasiert wird.
Die mehr analytischen unter den vulgarians sehn ein, daß der
Preis des Bodens nichts als ein Ausdruck für die Kapitalisierung
der Rente ist; in der Tat der Kaufpreis der Rente für eine Reihe
von Jahren, die nach dem jedes maligen Zinsfuß sich richtet. Sie
begreifen, daß diese Kapitalisierung der Rente die Rente voraus-
setzt, die Rente also nicht umgekehrt aus ihrer eignen Kapitali-
sierung erklärt werden kann. Sie leugnen deshalb die Rente
selbst, indem sie dieselbe für den Zins des der Erde einverleib-
ten Kapitals erklären, was sie nicht verhindert, zuzugeben, daß
Erde, der kein Kapital einverleibt ist, Rente trägt, und ebenso-
wenig verhindert, zuzugeben, daß g l e i c h e P o r t i o-
n e n Kapital auf Ländereien von verschiedner Fruchtbarkeit
verschiedne Renten abwerfen oder u n g l e i c h e P o r t i o-
n e n Kapital auf Ländereien von ungleicher Fruchtbarkeit
g l e i c h e Renten abwerfen. Ebenso, daß das der Erde
einverleibte Kapital - wenn es in der Tat has to account for the
rent paid upon it 1*) - vielleicht 5 x größre Zinsen abwirft,
i.e. eine 5 x größre Rente, als dasselbe Kapital in der Industrie
unter der Form von capital fixe Zins abwirft.
Man sieht, die Schwierigkeit wird hier immer dadurch gehoben, daß
von ihr a b s t r a h i e r t wird und statt des s p e z i-
f i s c h e n U n t e r s c h i e d s, der erklärt werden soll,
vielmehr ein Verhältnis untergeschoben wird, das das Gegenteil
von diesem Unterschied ausdrückt, also jedenfalls ihn nicht
ausdrückt. ¦932¦¦
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1*) die Rente, die dafür gezahlt wird, erklären soll
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