Quelle: MEW 26.3 Theorien über den Mehrwert - Dritter Teil


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       #16# Neunzehntes Kapitel
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       [3. Gemeinsame  Züge von  Malthusianern und Ricardianern in ihrer
       Stellung zur Arbeiterklasse]
       
       Auf diese  Basis hin schöner Krakeel in den zwanziger Jahren (von
       1820 bis  1830 überhaupt die große metaphysische Zeit der English
       political economy)  zwischen Malthusians  und Ricardians. Letztre
       halten [es für] ebenso nötig, wie die Malthusians, daß der Arbei-
       ter nicht  selbst sein Produkt aneignet, sondern ein Teil dessel-
       ben dem  Kapitalisten anheimfällt,  damit er, der Arbeiter, einen
       S t a c h e l   z u r   P r o d u k t i o n  habe und so die Ent-
       wicklung des Reichtums gesichert sei. Aber sie wüten über die An-
       sicht der  Malthusians, daß  landlords, states and church synecu-
       rists, and  a whole  lot of idle retainers, must first lay hold -
       without any equivalent - of a part of the capitalists produce 4*)
       (ganz wie  dieser es  mit dem  Arbeiter tut),  um diesen dann mit
       Profit für  dieselben ihre  eignen Waren abzukaufen. Obgleich die
       Ricardians dasselbe  dem Arbeiter  gegenüber behaupten. Damit die
       Akkumulation wachse, und damit die Nachfrage nach Arbeit, muß der
       Arbeiter von  seinem eignen Produkt möglichst viel gratis dem Ka-
       pitalisten abtreten,  damit dieser  die so  gewachsne net revenue
       5*) wieder  in Kapital  zurückverwandelt. Ebenso  der Malthusian.
       Den industriellen  Kapitalisten möglichst  viel zu  nehmen gratis
       als Rente,  Steuer etc.,  damit sie  den Rest  von dem, was ihnen
       bleibt, ihren  unfreiwilligen "shareholders"  6*) wieder zu einem
       Profit verkaufen können. Der Arbeiter darf sein eignes Produkt
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       4*) Sinekuristen des  Staates und der Kirche und eine ganze Bande
       müßiger Lakaien zuerst einen Teil des Produkts der Kapitalisten -
       ohne  Äquivalent   -  sich  aneignen  müssen  5*) Nettorevenue  -
       6*) "Teilhabern"
       
       #17# T.R. Malthus
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       nicht aneignen,  damit er  den Stachel zur Arbeit nicht verliere,
       sagen die  Ric[ardians] mit den Malthusians. Der industrielle Ka-
       pitalist muß einen Teil seines Produkts bloß konsumierenden Klas-
       sen - fruges consumere nati 1*) - abtreten, damit diese das Abge-
       tretne unter  unvorteilhaften Bedingungen  wieder mit ihm austau-
       schen. Sonst  verlöre der  Kapitalist den Stachel der Produktion,
       der eben  darin besteht,  daß er  großen Profit macht, seine Ware
       weit über ihrem Wert verkauft. Wir kommen später auf diesen komi-
       schen Kampf zurück.
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       1*) den zum Genießen der Früchte Geborenen (Horaz)

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