Quelle: MEW 26.3 Theorien über den Mehrwert - Dritter Teil
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#30# Neunzehntes Kapitel
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[9.] Konstantes und variables Kapital
[in der Auffassung von Malthus]
"A u f g e h ä u f t e A r b e i t" (sollte eigentlich heißen
materialised labour, vergegenständlichte Arbeit) "ist die Arbeit,
aufgewandt in den Rohmaterialien und Werkzeugen, die bei der Pro-
duktion anderer Waren gebraucht werden." ("Def. in P. Ec.", ed.
Caz[enove], p. 13.)
"Wenn man von der in den Waren aufgewandten Arbeit spricht,
sollte die Arbeit, die aufgewandt wurde zur Herstellung des zu
ihrer Produktion notwendigen Kapitals, als a u f g e h ä u f t e
A r b e i t bezeichnet werden zum Unterschied von der
u n m i t t e l b a r e n A r b e i t, d i e d e r l e t z-
t e K a p i t a l i s t a n w e n d e t." (l.c.p. 28, 29.)
Es ist allerdings sehr wesentlich, diesen Unterschied zu machen.
Bei M[althus] führt er jedoch zu nichts.
Einen Versuch macht er, die surplus value oder at least its rate
2*) (was er übrigens immer mit profit und rate of profit zusam-
menwirft) zu reduzieren auf das Verhältnis zum variablen Kapital,
dem Teil des Kapitals, der
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2*) den Mehrwert oder wenigstens seine Rate
#31# T.R. Malthus
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in immediate labour 1*) ausgelegt wird. Dieser Versuch ist aber
kindisch und konnte es nicht anders sein bei seiner Ansicht von
value. Er sagt in seinen "Principles of Pol Ec.":
Gesetzt, das Kapital sei nur in Arbeitslohn verausgabt. "100 l.
seien in unmittelbarer Arbeit ausgelegt. Ist der Erlös am Ende
des Jahres 110, 120 oder 130 l., so ist klar, daß in jedem Fall
der Profit b e s t i m m t sein wird d u r c h d a s
V e r h ä l t n i s d e s W e r t e s d e s g e s a m t e n
P r o d u k t s zu dem Teil davon, d e r e r f o r d e r-
l i c h i s t, d i e a u f g e w a n d t e A r b e i t z u
b e z a h l e n. Ist der Wert des Produkts auf dem Markte = 110,
so das Verhältnis, das erforderlich ist, die Arbeiter zu bezah-
len, = 10/11 des Wertes vom Produkt und der Profit = 10%. Ist der
Wert des Produkts 120, das Verhältnis für [Bezahlung der] Arbeit
= 10/12 und der Profit 20%; wenn 130, das Verhältnis, das erfor-
derlich ist für die Bezahlung der vorgeschossenen Arbeit = 10/13
und der Profit = 30%. Nun gesetzt, die Vorschüsse des Kapitali-
sten bestehn nicht allein aus Arbeit. D e r K a p it a l i s t
e r w a r t e t g l e i c h e n V o r t e i l a u f a l l e
T e i l e d e s K a p i t a l s, d i e e r v o r-
s t r e c k t. Gesetzt, 1/4 der Vorschüsse [werde verausgabt]
für Arbeit (unmittelbare), 3/4 bestehen aus aufgehäufter Arbeit
und Profit, mit einigen Zusätzen, die aus Renten, Steuern und
anderen Ausgaben erwachsen. Dann ist es genaugenommen richtig,
daß d e r P r o f i t d e s K a p i t a l i s t e n w e c h-
s e l t m i t d e m v e rä n d e r l i c h e n W e r t
d i e s e s 1 / 4 s e i n e s P r o d u k t s, v e r g l i-
c h e n m i t d e r Q u a nt i t ä t d e r a n g e w a n d-
t e n A r b e i t. Z.B., ein Farmer wende in der Kultivierung
an 2000 £, davon 1500 in Samen, Pferdehaltung, Abnutzung seines
fixen Kapitals, Zinsen auf sein fixes und zirkulierendes Kapital,
Rente, Zehnten, Steuern usw. und £ 500 für unmittelbare Arbeit,
und die Einnahmen am Ende des Jahres seien 2400. Sein Profit, 400
auf 2000, = 20 per cent. Und gleich klar ist es, d a ß, w e n n
w i r 1 / 4 d e s W e r t s d e s P r o d u k t e s
n ä h m e n, n ä m l i c h £ 6 0 0, u n d m i t d e r
S u m m e v e r g l i c h e n, d i e f ü r d e n A r-
b e i t s l o h n d e r u n m i t t e l b a r e n A r b e i t
b e z a h l t w u r d e, d a s R e s u l t a t g e n a u
d i e g l e i c h e P r o f i tr a t e z e i g e n w ü r-
d e." (p. 267, 268.)
Malthus fällt hier in den Lord Dundrearyism. Was er will (es ahnt
ihm, daß die surplus value, hence 2*) der Profit, ein bestimmtes
Verhältnis zu dem variablen, in Arbeitslohn ausgelegten Kapital
hat), ist, nachzuweisen, that "profits are determinated by the
proportion of the value of the whole produce which is required to
pay the labour employed" 3*). Zunächst operiert er soweit rich-
tig, daß er unterstellt, das ganze Kapital bestehe aus variablem
Kapital, in Arbeitslohn ausgelegtem Kapital. In diesem Fall in
der Tat Profit und surplus value identisch. Aber auch in diesem
Fall beschränkt er sich auf eine sehr silly reflection 4*). Wenn
das ausgelegte Kapital 100 und der Profit 10 p.c., so der Wert
des Produkts = 110, der Profit bildet 1/10 des ausgelegten Kapi-
tals (hence 10 p.c. auf dasselbe) und 1/11 des Wertes des
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1*) unmittelbarer Arbeit - 2*) daher - 3*) daß "der Profit be-
stimmt wird durch das Verhältnis des Wertes der gesamten Produk-
tion zu dem Teil davon, der erforderlich ist, die aufgewandte Ar-
beit zu bezahlen" - 4*) alberne Betrachtung
#32# Neunzehntes Kapitel
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Gesamtprodukts, in welchem Wert sein eigner Wert eingerechnet
ist. Er bildet also 1/11 des Werts des Gesamtprodukts, und das
vorgelegte Kapital bildet 10/11 davon. Daß 10 p.c. Profit mit Be-
zug auf den Wert des Gsamtprodukts so ausgedrückt werden können,
daß der Teil desselben, der nicht aus Profit besteht, = 10/11 des
Gesamtprodukts; oder daß ein Produkt von 110, das 10 p.c. Profit
einschließt, 10/11 Auslagen enthält, worauf dieser Profit gemacht
ist. Diese glänzende mathematische Betrachtung amüsiert ihn so,
daß er dasselbe Rechenexempel an 20, 30 p.c. Profit etc. wieder-
holt. Bisher haben wir nur noch eine Tautologie. Der Profit ist
Percentage 1*) auf das ausgelegte Kapital; der Wert des Gesamt-
produkts enthält den Wert des Profits, und das ausgelegte ¦¦766¦
Kapital ist der Wert des Gesamtprodukts - dem Wert des Profits.
Also 110 - 10 = 100. 100 ist aber 10/11 von 110. Aber nun weiter.
Unterstellen wir Kapital, das nicht nur aus variablem, sondern
auch aus konstantem Kapital besteht. "Der Kapitalist erwartet
gleichen Vorteil auf alle Teile des Kapitals, die er vorstreckt."
Dies widerspricht nun zwar der eben aufgestellten Behauptung, daß
der Profit (sollte heißen surplus value) bestimmt ist durch das
Verhältnis zu dem in Arbeitslohn ausgelegten Kapital. But never
mind! 2*) M[althus] ist nicht der Mann, "den Erwartungen" oder
Vorstellungen "des Kapitalisten" zu widersprechen. Aber nun seine
tour de force 3*). Unterstelle Kapital von 2000, davon 3/4= 1500
konstantes Kapital, 1/4 oder 500 variables Kapital. Profit = 20
p.c. So der Profit = 400 und der Wert des Produkts = 2000 + 400 =
2400. Aber 600:400 = 66 2/3 p.c. Der Wert des Gesamtprodukts =
1000 und der in Arbeitslohn ausgelegte Teil desselben = 6/10. Was
aber die Rechnung des Herrn Malthus? Nehmen wir 1/4 des Gesamt-
produkts, so dies = 600, 1/4 des ausgelegten Kapitals = 500, =
dem in Arbeitslohn ausgelegten Teil desselben, und 100 = 1/4 des
Profits = dem auf diesen Arbeitslohn fallenden Teil des Profits.
Und dies soll beweisen, "that the profits of the capitalist will
vary with the varying values dieses 1/4 seines Produkts compared
with the quantity of labour employed" 4*). Es beweist weiter
nichts, als daß ein Profit von gegebner Percentage, z. B. von 20
p.c., auf ein gegebnes Kapital, z.B. 4000, einen Profit von 20
p.c. auf jeden aliquoten Teil dieses Kapitals bildet - Tautolo-
gie. Aber es beweist absolut nichts für ein bestimmtes, beson-
deres distinguierendes Verhältnis dieses Profits zu dem in Ar-
beitslohn
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1*) Prozentsatz - 2*) Aber was macht das aus! - 3*) Kraftleistung
- 4*) "daß der Profit des Kapitalisten wechselt mit dem veränder-
lichen Wert dieses 1/4 seines Produkts, verglichen mit der Quan-
tität der angewandten Arbeit"
#33# T.R. Malthus
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ausgelegten Teil des Kapitals. Nehme ich statt [1/4], wie Herr
M[althus] getan hat, 1/24 des Gsamtprodukts, also 100 (von 2400),
so enthält dies 100 20 p.c. Profit oder 1/6 davon ist Profit.
Das Kapital wäre 83 1/3 und der Profit 16 2/3. Wären nun die
83 1/3 etwa = 1 Pferd, das in der Produktion angewandt, so in
M[althus]scher Weise nachgewiesen, daß der Profit vary with the
varying value 1*) des Pferdes oder dem 28 4/5. Teil des Gesamt-
produkts.
Solche misères 2*) debitiert M[althus], wo er sich auf eigne Füße
stellt und weder Townsend, Anderson, noch andere zu plagiieren
hat. Das Bemerkenswerte, sachlich (abgesehn von dem für den Mann
Charakteristischen) [ist] die Ahnung, daß die surplus value auf
den in Arbeitslohn ausgelegten Teil des Kapitals zu berechnen
ist.
{Eine bestimmte Profitrate gegeben, hängt der gross profit, die
Masse des Profits, stets von der Größe des vorgeschoßnen Kapitals
ab. Die Akkumulation aber ist dann bestimmt durch den Teil dieser
Masse, der in Kapital rückverwandelt wird. Dieser Teil aber, da
er gleich dem gross profit minus der von dem Kapitalisten ver-
zehrten Revenue, wird nicht nur vom Wert dieser Masse abhängen,
sondern von der Wohlfeilheit der Waren, die der Kapitalist damit
kaufen kann; teils von der Wohlfeilheit der Waren, die in seinen
Konsum, seine Revenue eingehn, teils von der Wohlfeilheit der Wa-
ren, die in das konstante Kapital eingehn. Arbeitslohn ist hier -
da die Profitrate als gegeben vorausgesetzt - ebenfalls als gege-
ben vorausgesetzt.}
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1*) wechselt mit dem veränderlichen Wert - 2*) Erbärmlichkeiten
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