Quelle: MEW 26.3 Theorien über den Mehrwert - Dritter Teil

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       #33# T.R. Malthus
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       [10.] Die M[althus]sche Werttheorie
       
       Der Wert  der Arbeit  soll nie  wechseln (von A. S[mith] überkom-
       men), sondern  nur der Wert der Ware, die ich dafür bekomme. Ein-
       mal sei der Arbeitslohn gleich 2 sh. für einen Arbeitstag, im an-
       dren Fall gleich 1 sh. Im ersten Fall gibt der Kapitalist zweimal
       soviel Schillinge  für dieselbe  Arbeitszeit als im zweiten. Aber
       im zweiten  Fall gibt der Arbeiter doppelt soviel Arbeit für das-
       selbe Produkt als im ersten, denn im zweiten gibt er einen ganzen
       Arbeitstag für  1 sh.,  und im  ersten  nur  einen  halben.  Herr
       M[althus] glaubt  nun, daß der Kapitalist bald mehr, bald weniger
       Schillinge für  dieselbe Arbeit gibt. Er sieht nicht, daß der Ar-
       beiter ganz  entsprechend mehr oder weniger Arbeit für ein gegeb-
       nes Produkt gibt.
       
       #34# Neunzehntes Kapitel
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       "Mehr Produkt  für eine  gegebene Quantität  Arbeit hingeben oder
       mehr Arbeit  für eine  gegebene Menge  Produkt erhalten,  ist für
       ihn" (Malthus)  "ein und  dasselbe. Und doch sollte man annehmen,
       es sei  das entgegengesetzte."  ("Observations on  certain verbal
       disputes in Po. Ec., particalarly relating to volue and to demand
       and supply", London 1821, p. 52.)
       
       Sehr richtig wird in derselben Schrift bemerkt (den "Observations
       on certain  verbal disputes  etc.", L.  1821), daß die Arbeit als
       Wertmaß im  Sinne, wie sie Malthus hier nach A. Smiths einer Auf-
       fassung nimmt,  grade so  Wertmaß sein würde wie jede andre Ware,
       und daß  sie es nicht so gut sein würde, wie das Geld es wirklich
       ist. Es  würde sich  hier überhaupt nur um ein Maß der Werte han-
       deln in dem Sinne, wie das Geld Wertmaß ist.
       ¦¦7671¦ Es ist, sieh Teil 1, p. 45 meiner Schrift [12], überhaupt
       nie das  Maß der  Werte (im Sinne des Geldes), das die Waren kom-
       mensurabel macht.
       
       "Es ist  vielmehr nur  die Kommensurabilität der Waren als verge-
       genständlichte Arbeitszeit, die das Gold zu Geld macht."
       
       Als Werte  sind die  Waren   E i n h e i t,   bloße Darstellungen
       derselben   Einheit,    der   gesellschaftlichen    Arbeit.   Das
       W e r t m a ß  (Geld) setzt sie als Werte voraus und bezieht sich
       bloß  auf   die  Darstellung   und  Größe   dieses  Wertes.   Das
       W e r t m a ß   der Waren  bezieht sich immer auf die Verwandlung
       der Werte im Preise, unterstellt schon den Wert.
       Die alluded place 1*) in den "Observations" lautet:
       
       "Herr Malthus  sagt: 'Am  selben Ort  und zur   s e l b e n  Zeit
       werden die verschiedenen Mengen Tagesarbeit, die verschiedene Wa-
       ren kommandieren  können, genau  im Verhältnis zu ihren relativen
       Tauschwerten stehen'  und vice  versa 2*) [13]. Wenn dies für die
       Arbeit richtig  ist, so ist das genauso richtig von jedem anderen
       Ding." (l.c.p. 49.)
       "Geld erweist sich zur gleichen Zeit und am gleichen Ort sehr gut
       als ein  Wertmaß  ...  Aber  sie"  (M[althus]'  proposition  3*))
       "scheint   n i c h t  richtig zu sein für Arbeit. Arbeit ist kein
       Maß, nicht einmal für die gleiche Zeit und den gleichen Ort. Neh-
       men wir eine Menge Getreide, die zu gleicher Zeit und am gleichen
       Ort an  Wert einem gegebenen Diamanten gleich ist; werden das Ge-
       treide und der Diamant, bezahlt in barem Geld, gleiche Mengen Ar-
       beit kommandieren?  Es kann gesagt werden: nein; aber der Diamant
       wird Geld kaufen, das eine gleiche Menge Arbeit kommandieren wird
       ... Der  Maßstab ist  von keinem  Nutzen, denn man kann ihn nicht
       anwenden, ohne  ihn durch  die Anwendung des anderen Maßstabes zu
       b e r i c h t i g e n,   den er  versuchte aufzuheben. Wir können
       nur schließen, daß das Getreide und der Diamant gleiche
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       1*) angeführte Stelle - 2*) umgekehrt - 3*) Behauptung
       
       #35# T.R. Malthus
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       Mengen Arbeit  kommandieren werden,   w e i l   sie  in Geld  von
       gleichem Werte  sind. Aber  man forderte  auf, zu  schließen, daß
       zwei Dinge  von gleichem Werte seien, weil sie gleiche Mengen Ar-
       beit kommandierten." (l.c. p. 49, 50.)
       

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