Quelle: MEW 26.3 Theorien über den Mehrwert - Dritter Teil

       zurück

       #313# Gegensatz gegen die Ökonomen
       -----
       [4.] Bray als Gegensatz gegen die Ökonomen [82]
       
       ¦¦X-441¦ Bray,  (J.F.) "Labour's  Wrongs and Labour's Remedy etc.
       Leeds 1839.
       
       Da die  menschliche Existenz durch Arbeit bedingt ist, die Arbeit
       aber Arbeitsmittel  voraussetzt, "muß das große Feld für alle Tä-
       tigkeit und  das   R o h m a t e r i a l   allen Reichtums  - die
       Erde - das gemeinschaftliche Eigentum aller ihrer Bewohner sein".
       (p. 28.)  "Leben hängt  von Nahrung ab, Nahrung von Arbeit. Diese
       Abhängigkeit ist  absolut. Ist daher die Arbeit von einem Indivi-
       duum umgangen,  so kann dies nur unter der Bedingung stattfinden,
       die Arbeit  der Masse  zu vergrößern. (p. 31.) "Alles Unrecht und
       alles Leiden,  welches Menschen begangen oder ertragen haben, ist
       zurückführbar auf Usurpation des Rechts auf Grund und Boden durch
       einige Individuen und Klassen mit Ausschluß andrer Individuen und
       Klassen ...  Nachdem Menschen  einmal Grundeigentum  sich  vindi-
       ziert, war  die nächste  Stufe, sich Eigentum auf Menschen selbst
       zu vindizieren." (p. 34.)
       
       Er gibt als seinen Zweck an,
       
       die Ökonomen "auf ihrem eignen Grund und Boden und mit ihren eig-
       nen Waffen  zu bekämpfen"  (zum Beweis, daß nicht unter jedem so-
       zialen System  Elend der  Anteil des  Arbeiters sein muß). "Bevor
       die durch  solche Verfahrungsweise  erzielten Konklusionen  umge-
       stürzt werden  können, müssen die Ökonomen widerrufen oder wider-
       legen die etablierten Wahrheiten und Prinzipien, worauf ihre eig-
       nen Argumente begründet sind. (p. 41.)
       "Nach den Ökonomen selbst sind zur Produktion des Reichtums nötig
       1. Arbeit,  2. Akkumulation  frührer Arbeit  oder Kapital  und 3.
       exchanges 1*) ..." Dies sind nach ihnen selbst allgemeine Produk-
       tionsbedingungen. "Sie  sind auf die Gesellschaft im ganzen ange-
       wandt und  können ihrer  Natur nach weder Individuen noch Klassen
       ihrer Operation entzogen werden." (p. 42.)
       -----
       1*) Austausche
       
       #314# Einundzwanzigstes Kapitel
       -----
       "Das Gebot: Du sollst arbeiten! bleibt gleich für alle geschaffe-
       nen Wesen ... Der Mensch allein kann dies Gesetz umgehn; und sei-
       ner Natur nach kann es von einem Mann nur auf Kosten eines andren
       umgangen werden." (p. 43.)
       "Nach der  wahren Natur  der Arbeit  und des  Austauschs verlangt
       strikte Justiz  nicht allein" (er bezieht sich dabei auf die öko-
       nomischen Bestimmungen  über den Tauschwert der Waren}, "daß alle
       Austauschenden wechselseitig, sondern daß sie gleichmäßig Vorteil
       haben sollen ... Wäre ein gerechtes Austauschsystem verwirklicht,
       so würde  der Wert aller Waren durch ihre vollständigen Produkti-
       onskosten bestimmt  sein: und gleiche Werte würden sich stets ge-
       gen gleiche  Werte austauschen  ... Die Arbeiter haben bisher dem
       Kapitalisten die  Arbeit eines ganzen Jahres im Austausch für den
       Wert von  einem halben  Jahr Arbeit gegeben - und daher entsprang
       die Ungleichheit  der Macht und des Reichtums, die jetzt rings um
       uns existieren.  Es ist  eine unvermeidliche  Konsequenz der  Un-
       gleichheit des  Austauschs -  des Kaufens  zu einem Preis und des
       Verkaufens zu einem andren -, daß Kapitalisten fortfahren Kapita-
       listen und  Arbeiter Arbeiter  zu sein, die einen eine Klasse von
       Tyrannen, die andren von Sklaven. (p. 48, 49.)
       "Durch das gegenwärtige System sind Austausche nicht allein nicht
       gegenseitig vorteilhaft  für alle  Parteien, wie  die politischen
       Ökonomen versichert  haben, sondern es ist gewiß, daß in den mei-
       sten Transaktionen  zwischen Kapitalist  und Produzent  gar  kein
       Austausch stattfindet  ... Was geben Fabrikant oder Grundeigentü-
       mer für die Arbeit der workingmen 1*)? Arbeit? Nein, denn der Ka-
       pitalist arbeitet  nicht. Kapital?  Nein, denn  sein Proviant von
       Reichtum wird  beständig vermehrt  ... Der  Kapitalist kann daher
       nichts austauschen,  was ihm selbst gehört. Die ganze Transaktion
       zeigt daher klar, daß die Kapitalisten und Grundeigentümer nichts
       anders tun  als dem  Arbeiter für  seine Arbeit  von einer  Woche
       einen Teil  des Reichtums  zu geben, welchen sie von ihm, dem Ar-
       beiter, die Woche zuvor erhalten haben, welches exakt darauf hin-
       ausläuft, ihm nichts für etwas zu geben ... Der Reichtum, welchen
       der Kapitalist  in Austausch  für des  Arbeiters Arbeit  zu geben
       scheint, war weder durch die Arbeit noch den Reichtum des Kapita-
       listen erzeugt,  sondern ursprünglich  erhalten durch  die Arbeit
       von Arbeitern,  und er  wird noch  täglich von ihm genommen durch
       ein fraudulentes  System ungleichen Austauschs. "Die ganze Trans-
       aktion zwischen  Produzent und Kapitalist ist ein handgreiflicher
       Betrug, eine reine Farce." (p. 49, 50.)
       "Das Gesetz, welches sagt: 'there shall be accumulation' 2*), ist
       nur halb erfüllt und der Vorteil einer besondren Klasse zum Scha-
       den des  ganzen Rests der community 3*) gemacht worden." (p. 50.)
       "Unter dem gegenwärtigen sozialen System hängt die Gesamtheit der
       Arbeiterklasse von  den Kapitalisten  oder employers of the means
       of labour 4*) ab; und wo eine Klasse durch ihre gesellschaftliche
       Position so abhängig ist von einer andern Klasse für die means of
       labour, ist  sie gleicherweise  von ihr abhängig für die means of
       live 5*);  und dies  ist eine Lage, so entgegengesetzt der wahren
       Intention der Gesellschaft, so revoltierend für die Vernunft ...,
       daß sie keinen Augenblick beschönigt
       -----
       1*) Arbeiter   -    2*) 'es   soll    Akkumulation    geben'    -
       3*) Gemeinschaft -  4*) Anwendern der Arbeitsmittel - 5 *) Mittel
       zum Leben
       
       #315# Gegensatz gegen die Ökonomen...
       -----
       oder verteidigt  werden kann.  Dies überträgt einem Menschen eine
       Gewalt, womit kein Sterblicher bekleidet werden sollte." (p. 52.)
       "Unsre tägliche  Erfahrung lehrt  uns, daß, wenn wir eine Scheibe
       von einem  Laib Brot nehmen, die Scheibe nicht wiederum anwächst.
       Der Laib  ist nur eine Akkumulation von Scheiben, und je mehr wir
       davon essen, desto weniger bleibt zu essen übrig. Solches ist der
       ¦¦442¦ Fall mit dem Laib des Arbeiters; aber der des Kapitalisten
       folgt nicht  dieser Regel. Statt abzunehmen, wächst sein Laib be-
       ständig; er schneidet beständig ab, und er kommt beständig wieder
       ... Wären  die exchanges gleich, so würde der Reichtum der gegen-
       wärtigen Kapitalisten  stufenweise von ihnen zu den Arbeiterklas-
       sen übergehn;  jeder Schilling, welchen der Reiche ausgäbe, würde
       ihn einen Schilling weniger reich zurücklassen." (p. 54, 55.)
       
       Bray zeigt ibidem nach, daß
       
       "es durchaus unmöglich ist, daß ein Kapitalist selbst nur 1000 l.
       St. von der wirklich ersparten Arbeit seiner working-class proge-
       nitors 1*) abgeleitet haben kann". (p. 55.)
       
       Aus den Lehren der Ökonomen selbst folgt,
       
       "daß keine exchanges ohne accumulations, keine accumulations ohne
       Arbeit stattfinden  können. (l.c.)  "Unter dem  gegenwärtigen Sy-
       stem, wo  jeder Arbeiter  einem employer mindestens 6 Tage Arbeit
       für ein Äquivalent, wert nur 4 oder 5 Tage Arbeit, gibt, sind die
       Gewinne des  letzten Manns  notwendig  die  Verluste  des  ersten
       Manns." (p. 56.)
       "So, in welchem Lichte auch immer betrachtet, als Geschenk, indi-
       viduelle Akkumulation,  Austausch, Erbschaft,  da ist  Probe über
       Probe, daß  ein Riß  in des reichen Mannes Titel ist, welcher auf
       einmal seinen  Schein von  Gerechtigkeit und seinen Wert wegnimmt
       ... Aller dieser Reichtum ist vielmehr abgeleitet aus den Knochen
       und Sehnen  der Arbeiterklassen während sukzessiver Zeitalter und
       ist von ihnen genommen worden durch das trügerische und Sklaverei
       schaffende System  der ungleichen  exchanges." (p. 56, 57.) "Soll
       der Arbeiter  unter dem  jetzigen System reich werden, so muß er,
       statt seine  eigne Arbeit  auszutauschen, ein  Kapitalist  werden
       oder Austauscher  der Arbeit anderer Leute; und so, andre in der-
       selben Weise  plündernd, worin  er selbst  geplündert worden war,
       durch das Medium ungleicher Austausche, wird er befähigt, von den
       kleinen Verlusten  der anderen  Leute große  Gewinne zu erwerben.
       (p. 57.)
       "Die politischen Ökonomen und Kapitalisten haben viele Bücher ge-
       schrieben und  drucken lassen,  um dem Arbeiter das Betrügerische
       einzuprägen, daß  'der Gewinn  des Kapitalisten nicht der Verlust
       des Produzenten  ist'. Man  sagt uns,  daß die Arbeit sich keinen
       Schritt ohne  Kapital bewegen  kann, daß das Kapital die Schaufel
       ist für  den Mann,  der gräbt,  daß Kapital  ebenso notwendig zur
       Produktion als  die Arbeit  selbst... Diese wechselseitige Abhän-
       gigkeit zwischen  Kapital und Arbeit hat nichts mit der relativen
       Stellung des  Kapitalisten und  [der] Arbeiter zu tun; noch zeigt
       sie, daß  der erstere durch die letzteren erhalten werden soll...
       Es ist das Kapital und nicht der
       ------
       1*) Vorfahren, die der arbeitenden Klasse angehörten
       
       #316# Einundzwanzigstes Kapitel
       -----
       Kapitalist, das  für die  Operationen der  Produzenten wesentlich
       ist: und  es existiert  ein so großer Unterschied zwischen diesen
       zwei als  zwischen der  Schiffsladung und dem Ladungsschein." (p.
       59.)
       "Aus der  Beziehung, welche  Kapital und Arbeit zueinander haben,
       ist es  evident, daß,  je mehr Kapital oder akkumuliertes Produkt
       in einem  Land ist,  um so größer die Leichtigkeiten für die Pro-
       duktion sein  werden und  so weniger  Arbeit zur Erreichung eines
       gegebenen" (bestimmten)  "Resultats erheischt  sein wird. So kann
       das britische  Volk mit Hülfe seiner gegenwärtigen vasten 1*) Ka-
       pitalakkumulation, seinen  Gebäuden, Maschinen, Schiffen, Kanälen
       und Eisenbahnen, in einer Woche mehr Manufakturreichtum produzie-
       ren, als seine Vorfahren vor 1000 Jahren in einem halben Jahrhun-
       dert hatten  schaffen können.  Es sind  nicht unsre höhern physi-
       schen forces 2*), sondern unser Kapital, das uns hierzu befähigt.
       Denn wo immer ein Mangel an Kapital ist, schreitet die Produktion
       nur langsam  und mühevoll vor und umgekehrt. Aus diesen Beziehun-
       gen nun ist es klar, daß, was immer für das Kapital gewonnen ist,
       gleichmäßig für die Arbeit gewonnen ist, daß jede Zunahme des er-
       stern dahin strebt, die Last der letztern zu erleichtern, und daß
       daher jeder  Verlust für das Kapital auch ein Verlust für die Ar-
       beit sein  muß. Diese  Wahrheit. obgleich  lange von den Ökonomen
       beobachtet, ist  jedoch nicht  fairly 3*)  von ihnen  stated 4*).
       [l.c.p. 59, 60.]
       
       {In der Tat räsonieren die Kerls so:
       Akkumulierte Produkte  - i.e. unkonsumierte Produkte - der Arbeit
       erleichtern und  fructify labour  5*). Darum muß nicht der Arbeit
       selbst, sondern  der Akkumulation die Frucht dieser Erleichterung
       etc. zugut  kommen. Darum muß nicht die Akkumulation Eigentum der
       Arbeit, sondern die Arbeit Eigentum der Akkumulation - ihrer eig-
       nen Produkte sein. Darum muß der Arbeiter nicht für sich, sondern
       für einen  andren akkumulieren und die Akkumulation ihm als Kapi-
       tal gegenübertreten.
       Bei ihnen  ist das  stoffliche Element des Kapitals so verwachsen
       mit seiner  sozialen Formbestimmung als Kapital - mit seinem ant-
       agonistischen Charakter,  als die  Arbeit beherrschendes  Produkt
       der Arbeit  -, daß  sie keinen Satz aussprechen können, ohne sich
       selbst zu widersprechen.}
       
       "Sie   h a b e n   i m m e r   d a s   K a p i t a l  m i t  e i-
       n e r   u n d   d i e  A r b e i t  m i t  e i n e r  a n d r e n
       K l a s s e  d e r  c o m m u n i t y  i d e n t i f i z i e r t,
       obgleich diese  beiden Mächte  eine solche  Verbindung von  Natur
       nicht haben  und künstlich  nicht  haben  sollten.  Die  Ökonomen
       versuchen  stets  die  Wohlfahrt,  ja  selbst  die  Existenz  des
       Arbeiters  von  der  Erhaltung  des  Kapitalisten  in  Luxus  und
       Nichtstuerei abhängig  zu machen. Sie wollen nicht haben, daß der
       Arbeiter ein Mahl ißt, bis er nicht zwei produziert hat, eins für
       sich selbst  und das  andre für  seinen master, indem der letztre
       seine Portion  indirekt empfängt  durch ungleichen Austausch. (p.
       59, 60.)
       -----
       1*) mächtigen  -  2*) Kräfte  -  3*) ehrlich  -  4*) dargelegt  -
       5*) befruchten Arbeit
       
       #317# Gegensatz gegen die Ökonomen...
       -----
       "Wenn der  Arbeiter ein  Ding produziert  hat, ist  es nicht mehr
       sein, es gehört dem Kapitalisten, es ist von dem einen zu dem an-
       dern übergegangen durch die unsichtbare Magie der ungleichen Aus-
       tausche." (p. 61.)
       "Unter dem  gegenwärtigen System  sind Kapital  und  Arbeit,  die
       Schaufel und  der  Gräber,  zwei  getrennte  und  antagonistische
       Mächte." (p. 60.)
       ¦¦443¦ "Aber  selbst wenn alles Land und Häuser und Maschinen den
       Kapitalisten gehörte  und die  Arbeiterklasse  nicht  existierte,
       könnten die ersten nicht länger die große Bedingung umgehn, 'that
       there shall  be labour'  1*). Ihr Reichtum würde ihnen einzig die
       Wahl lassen  zu sterben  oder zu  arbeiten. Sie  können nicht das
       Land und  die Häuser aufessen; und das Land wird nicht Subsistenz
       liefern, noch die Maschinen Kleider machen ohne die Anwendung der
       menschlichen Arbeit.  Wenn daher die Kapitalisten oder Eigentümer
       sagen, daß  die Arbeiterklasse  sie muß support 2*), sagen sie in
       Wirklichkeit, daß  die Produzenten  ihnen ebensowohl wie Land und
       Wasser gehören, daß die Arbeiter nur geschaffen sind für den Nut-
       zen der Reichen." (p. 68.)
       "Der Produzent  empfängt im Austausch für das, was er dem Kapita-
       listen gibt, nicht die Arbeit noch das Produkt der Arbeit des Ka-
       pitalisten, sondern - Arbeit. Vermittelst des Geldes sind die Ar-
       beiterklassen nicht nur getrieben, die Arbeit zu verrichten, wel-
       che die  Erhaltung der natürlichen Existenz ihnen auferlegt, son-
       dern sie  sind gleicherweise belastet mit der Arbeit für die and-
       ren Klassen.  Es tut  nichts, ob die Produzenten Gold oder Silber
       oder andre Waren von einer nicht produzierenden Klasse empfangen.
       Dies alles läuft darauf hinaus, daß die Arbeiterklasse ihre eigne
       Arbeit verrichtet  und sich  selbst erhält  und gleicherweise die
       Arbeit des  Kapitalisten verrichtet  und ihn erhält into the bar-
       gain 3*).  Welches immer  die nominellen receipts 4*) sein mögen,
       welche die  Produzenten von den Kapitalisten empfangen, ihr wirk-
       liches receipt ist bloß der transfer des Teils ihrer Arbeit, wel-
       cher ihnen  vom Kapitalisten  wiedergegeben werden  muß." (l.c.p.
       153, 154.)
       "Wir  unterstellen   die  Population   des  United   Kingdom  auf
       25 000 000 Menschen. Unterstellen ihren Unterhalt im Durchschnitt
       auf mindestens  15 Pfd. St. per Kopf jährlich. Dies gibt 375 Mil-
       lionen Pfd.  St. jährlichen  Wert für  die Erhaltung  des  ganzen
       Volks des United Kingdom. Wir produzieren indes nicht nur Artikel
       der Subsistenz,  denn unsre  Arbeit schafft gleichmäßig viele un-
       konsumierbare Artikel.  Jährlich fügen wir zu unsrem stock of ac-
       cumulations or capital 5*), durch Vermehrung der Zahl unsrer Häu-
       ser, Schiffe,  implements 6*), Maschinen, Straßen und andre Assi-
       stenzen zu  weiterer Produktion,  außerdem alles  Verschlechterte
       ausbessernd. So, obgleich unsre Subsistenz nur 375 Millionen Pfd.
       St. jährlich  wert sein  mag, wird  der jährliche  Totalwert  des
       durch das  Volk geschaffnen  Reichtums nicht weniger als 500 Mil-
       lionen Pfd. St. sein. (p. 81.)
       "Wir können  nur 1/4  der Bevölkerung,  oder ungefähr 6 Millionen
       Männer zwischen 14 und 50 Jahren, als effektive Produzenten rech-
       nen. Es kann gesagt werden, von dieser Zahl können kaum 5 Millio-
       nen unter den gegenwärtigen Verhältnissen in der
       -----
       1*) 'daß da  Arbeit sein  wird' - 2*) unterstützen 3*) noch oben-
       drein -  4*) Entlohnungen - 5*) Akkumulationsfonds oder Kapital -
       6*) Werkzeuge
       
       #318# Einundzwanzigstes Kapitel
       -----
       Produktion assistieren"  (nur 4 Millionen, sagt er später, direkt
       in der  materiellen Produktion),  "denn Tausende fähiger Arbeiter
       müssen müßig  sein, während das Werk, das sie vollbringen müßten,
       von Weibern  und Kindern  geschieht; und Hunderttausende von Män-
       nern in  Irland können  durchaus keine Beschäftigung erhalten. So
       haben 5  Millionen Männer,  von wenig tausend Kindern und Weibern
       assistiert, für 25 Millionen zu produzieren." (p. 81, 82.)
       "Die gegenwärtige Zahl von Arbeitern, wenn unassistiert durch Ma-
       schinen, konnte  nicht sich  selbst und die gegenwärtige Zahl von
       Nichtstuern und  unproduktiven Arbeitern erhalten. Die Agrikultur
       und Manufakturmaschinerie  jeder Art,  die nun  in Anwendung  ge-
       bracht ist,  ist geschätzt  zu bilden die Arbeit von ungefähr 100
       Millionen tätiger Männer ... Diese Maschinerie und ihre Anwendung
       unter dem  gegenwärtigen System hat die Tausende von Müßiggängern
       und Profitlebern  erzeugt, welche  jetzt die  Arbeiter  zu  Boden
       drücken. (p. 82.)
       "Die gegenwärtige  Konstitution der Gesellschaft wurde befruchtet
       durch die  Maschinerie, und  durch Maschinerie  wird sie zerstört
       werden ...  Die Maschinerie  selbst ist  gut, ist  unentbehrlich;
       aber ihre  Anwendung, der Umstand, daß sie besessen ist von Indi-
       viduen statt von der Nation, ist schlecht. (p. 82, 83.)
       "Von den 5 Millionen Männern, die nun in der Produktion assistie-
       ren, arbeiten  einige nur  5 Stunden  täglich, andre  15 Stunden;
       rechnet man hinzu den Zeitverlust durch den gezwungenen Müßiggang
       einer großen  Masse in Zeiten of depression of trade 1*), so fin-
       den wir,  daß unsre  jährliche Produktion geschaffen ist und ver-
       teilt durch  weniger als  1/6 der  community, im  Durchschnitt 10
       Stunden des Tags arbeitend." (p. 83.)
       "Unterstellen wir,  daß die  reichen Nichtproduzenten  jeder Art,
       mit ihren  Familien und Anhang, sich nur auf 2 Millionen Personen
       belaufen, so  wird doch  diese Anzahl  allein der  Arbeiterklasse
       jährlich 30  Millionen Pfd.  St. kosten,  wäre ihr Unterhalt, wie
       der der  letztren, nur  15 Pfd.  St. per  Kopf geschätzt ... Aber
       nach der  mäßigsten Schätzung  kostet ihr Unterhalt nicht weniger
       als 50  Pfd. St. per Kopf. Dies gibt eine Totalsumme von 100 Mil-
       lionen Pfd. St. als die jährliche Kost der reinen Drohnen der Ge-
       sellschaft, der durchaus unproduktiven." (p. 83, 84.)
       "Kommt hinzu  die doppelte und vierfache allowance 2*), empfangen
       von den  verschiednen Klassen kleiner Eigentümer, Fabrikanten und
       Handelsleuten, in der Form von ¦¦444¦ Profit und Zinsen. Nach der
       mäßigsten Schätzung  beläuft sich  der von dieser extensiven Por-
       tion der community genossene Teil des Reichtums auf nicht weniger
       als 140  Millionen Pfd.  St. jährlich über den Durchschnittsgenuß
       dessen, was von einer gleichen Anzahl der bestbezahlten Arbeiter-
       klasse empfangen  wird. So, mit ihrem Government, absorbieren die
       2 Klassen  von Nichtstuern  und von Lebern von Profit, vielleicht
       1/4 der ganzen Bevölkerung einbegreifend, an 300 000 000 Pfd. St.
       jährlich und  über die  Hälfte des ganzen produzierten Reichtums.
       Ein durchschnittlicher  Verlust von über 50 Pfd. St. per Kopf für
       jeden Arbeiter  im Reich  ... Bleibt nicht mehr als durchschnitt-
       lich ungefähr  11 Pfd.  St. per  Kopf per Jahr übrig, auszuteilen
       zwischen den  übrigbleibenden 3/4  der Nation.  Aus Berechnungen,
       gemacht 1815, geht hervor, daß das
       -----
       1*) der Depression der Geschäfte - 2*) Summe
       
       #319# Gegensatz gegen die Ökonomen...
       -----
       jährliche Einkommen des ganzen Volkes des United Kingdom ungefähr
       430  Millionen   Pfd.  St.,   wovon  die  Arbeiterklasse  empfing
       99 742 547   Pfd.    St.   und   die   Rente-Pension-Profitklasse
       330 778 825 Pfd.  St. Das  ganze Eigentum im Lande war zur selben
       Zeit kalkuliert,  wert zu  sein nahe  an 3000 Millionen Pfd. St."
       (p. 84, 85.)
       
       Cf. Die Liste von King [83] etc.
       
       1844: England.  Population: Nobility  and gentry 1*) = 1 181 000.
       Tradesmen, farmers 2*) etc. = 4 221 000 (zusammen 5 402 000). La-
       bourers, paupers  3*) etc. = 9 567 000. Banfield, (T.C.) "The Or-
       ganisation of Industry", 2. ed., London 1848. ¦X-444¦¦
       -----
       1*) Hoher  und   niederer  Adel  -  2*) Handelsleute,  Pächter  -
       3*) Arbeiter, Arme
       

       zurück