Quelle: MEW 26.3 Theorien über den Mehrwert - Dritter Teil


       zurück

       #345# Ramsay
       -----
       [3. Ramsay  über die Teilung des Bruttoprofits in Nettoprofit und
       Unternehmerprofit. Apologetische Elemente in seinen Ansichten]
       
       ¦¦1099¦ R[amsay]  nennt gross  profit 6*)  das,  was  ich  Profit
       schlechthin nenne.  Er teilt  diesen   g r o s s  p r o f i t  in
       n e t     p r o f i t  7*)   (Zins)  und   profit  of  enterprise
       (Unternehmungsgewinn, industriellen Profit). *)
       Mit Bezug  auf das Fallen der general rate of profit 10*) polemi-
       siert Ramsay,  wie Ric[ardo],  gegen A.  Smith. Er  sagt gegen A.
       Smith:
       
       "Die  Konkurrenz  der  kapitalistischen  Unternehmer  könne  zwar
       gleichmachen den  besonders über  das Niveau sich erhebenden Pro-
       fit"
       
       {Dies levelling  11*) keineswegs hinreichend, die Formation einer
       general rate of profit zu erklären},
       ---
       *) ¦¦1130¦ {Warum Herr Senior, dessen "Outlines" ungefähr gleich-
       zeitig mit  Ramsays "Essay on the Distribution of Wealth erschie-
       nen, in  welchem letztren  die Spaltung  des profit in "profit of
       enterprise 8*)  und in  "net profits  of capital or interest" 9*)
       (ch. IV)  weitläufig dargestellt,  diese schon  1821 und 1822 be-
       kannte Einteilung  erfunden haben  soll, nur  daraus zu erklären,
       daß Senior,  bloßer Apologet des Bestehenden und daher Vulgäröko-
       nom, den  Sympathien des  Herrn R[oscher]  sehr nah  steht. [88]}
       ¦1130¦¦
       -----
       6*) Bruttoprofit -  7*) Nettoprofit - 8*) "Unternehmungsprofit" -
       9*) "Nettoprofit vom  Kapital oder  Zins" - 10*) allgemeinen Pro-
       fitrate - 11*) Gleichmachen
       
       #346# Zweiundzwanzigstes Kapitel
       -----
       "aber es  ist falsch,  daß   d i e s e s    g e w ö h n l i c h e
       N i v e a u   s e l b s t   g e s e n k t   w i r d."   (p.  179,
       180.) "Wäre es möglich, daß der Preis jeder Ware, sowohl Rohmate-
       rial wie  Fertigware, infolge  der Konkurrenz zwischen den Produ-
       zenten fiele,  so könnte dies doch keineswegs den Profit affizie-
       ren. Jeder kapitalistische Unternehmer würde sein Produkt für we-
       niger Geld  verkaufen, aber anderseits würde jeder Artikel seiner
       Auslagen, ob er nun zum fixen oder zirkulierenden Kapital gehöre,
       ihn entsprechend weniger kosten." (l.c.p. 180, 181.)
       
       Ditto gegen Malthus:
       
       "Der Gedanke,  daß die  Profite von den Verbrauchern gezahlt wer-
       den, ist sicher völlig absurd. Wer sind die Verbraucher? Sie müs-
       sen entweder Landlords, Kapitalisten, Meister, Arbeiter sein oder
       Leute, die  ein Gehalt  beziehen. (p.  183.) "Die einzige Konkur-
       renz, die   d i e   a l l g e m e i n e  R a t e  d e s  B r u t-
       t o p r o f i t s   zu  a f f i z i e r e n  vermag, ist die zwi-
       schen kapitalistischen Unternehmern und Arbeitern." (p. 206.)
       
       In diesem  letzten Satz  Ric[ardo]s Satz  auf das  Richtige redu-
       ziert. Die  Profitrate kann fallen unabhängig von der competition
       between capital  und labour  1*), aber  die einzige  competition,
       durch die  sie fallen  kann, ist diese competition. Ramsay selbst
       gibt uns aber keinen Grund an, weswegen die allgemeine Profitrate
       Tendenz zum Fallen. Das Einzige, was er sagt - und was richtig -,
       daß die  Zinsrate fallen  kann ganz  unabhängig von  der rate  of
       gross profits 2*) in einem Lande und zwar:
       
       "Unterstellen wir  selbst, daß  Kapital  nie  anders  aufgenommen
       würde als  für produktive Anlagen, so ist es dennoch möglich, daß
       Zins wechselt  ohne irgendwelchen Wechsel in der Rate des Brutto-
       profits. Denn,  wie ein Volk fortschreitet in der Entwicklung des
       Reichtums, entsteht und wächst mehr und mehr eine Klasse von Leu-
       ten, die  durch die  Arbeiten" {exploitation, robbery 3*)) "ihrer
       Vorfahren sich  in Besitz von Fonds finden, von deren bloßem Zins
       sie leben  können. Viele auch, die in der Jugend und Mannheit ak-
       tiv im  Geschäft engagiert,  ziehn sich zurück, um im Alter ruhig
       vom Zins  der Summen  zu leben, die sie selbst akkumuliert haben.
       Diese beiden  Klassen haben  eine  Tendenz,  mit  dem  wachsenden
       Reichtum des  Landes sich  zu vermehren;  denn die, die schon mit
       einem mittelmäßigen  Kapital anfangen, bringen es leichter zu ei-
       nem unabhängigen Vermögen, als die mit wenigem anfangen. Daher in
       alten und reichen Ländern macht der Teil des nationalen Kapitals,
       denen gehörig,  die es nicht selbst anwenden wollen, ein größeres
       Verhältnis aus  zum gesamten produktiven Kapital der Gesellschaft
       als in neu angebauten und armen Ländern. Wie zahlreich die Klasse
       der Rentiers  in England!  Im Verhältnis, wie die Klasse der Ren-
       tiers wächst, wächst auch die der Kapitalverleiher, denn sie sind
       ein und  dieselben. Aus dieser Ursache allein müßte der Zins eine
       Tendenz haben, in alten Ländern zu fallen. (p. 201 sqq.)
       -----
       1*) Konkurrenz zwischen Kapital und Arbeit - 2*) Rate des Brutto-
       profits - 3*) Ausbeutung, Raub
       
       #347# Ramsay
       -----
       Von der rate of net profit 1*) (Zins) sagt R[amsay], daß
       
       "er abhängt zum Teil von der Rate des Bruttoprofits, zum Teil von
       der Proportion,  worin diese  geteilt in  Zins und  industriellen
       Profit. Diese  Proportion hängt  ab von  der Konkurrenz  zwischen
       Verleihern und  Borgern von  Kapital. Diese  Konkurrenz  influen-
       ziert, aber wird nicht ausschließlich regaliert durch die voraus-
       sichtliche Rate  des Bruttoprofits. Und die Konkurrenz nicht aus-
       schließlich  r e g u l i e r t  durch diese Ursache, weil von der
       einen Seite viele borgen ohne jegliche Absicht produktiver Anwen-
       dung und  weil andrerseits   d i e   P r o p o r t i o n    d e s
       g e s a m t e n  l e i h b a r e n  n a t i o n a l e n  K a p i-
       t a l s   w e c h s e l t   m i t   d e m  R e i c h t u m  d e s
       L a n d e s,   unabhängig von  irgendwelchem Wechsel  im  Brutto-
       profit." (p.  206, 207.)  "Der UntemehmerproJit  hängt vom Netto-
       profit des  Kapitals ab,  nicht der  letztere vom  ersteren.  (p.
       214.)
       
       ¦¦1100¦ Abgesehn von dem früher erwähnten Umstand, bemerkt Ramsay
       noch mit Recht:
       
       "Der Zins  nur da  ein Maß des industriellen Profits, wo der Kul-
       turzustand so,  daß das Bedürfnis nach Sicherheit der Rückzahlung
       nicht hereinkommt...  In England  z.B. können wir uns gegenwärtig
       keine Entschädigung für Risiko denken, da durchaus alles, was den
       Zins bildet, von Anlagen kommt, die man als gute Sicherheiten be-
       zeichnet." (p. 199, Note.)
       
       Von dem   i n d u s t r i a l   c a p i t a l i s t,   den er den
       master-capitalist 2*) nennt, bemerkt R[amsay]:
       
       "Der industrielle  Kapitalist ist  der allgemeine  Verteiler  des
       Reichtums; er  zahlt den  Arbeitern die Löhne, dem Kapitalist den
       Zins, dem Grundeigentümer die Rente. Auf der einen Seite sind die
       Unternehmer, auf der andern Arbeiter, Kapitalisten und Landlords.
       Die Interessen  dieser beiden großen Klassen stehen einander dia-
       metral gegenüber. Es ist der Unternehmer, der Arbeit, Kapital und
       Land  m i e t e t,  und natürlich ist er bestrebt, ihre Benutzung
       zu möglichst billigen Bedingungen zu erlangen, während die Eigen-
       tümer dieser  Quellen von  Reichtum alles  aufbieten, sie so hoch
       als möglich zu vermieten. (p. 218, 219.)
       
       Industrial Profit. (Labour of Superintendence 3*).)
       
       Im ganzen  ist das,  was  R[amsay]  über  den  industrial  profit
       (speziell auch  die labour  of superintendence sagt) das Vernünf-
       tigste, was  in dieser  Arbeit beigebracht  worden, obgleich  ein
       Teil seiner Demonstration von Storch entlehnt [89].
       Die Exploitation der Arbeit kostet Arbeit. Soweit die von dem in-
       dustrial capitalist  verrichtete Arbeit  bloß ernötigt  ist durch
       den Gegensatz  von Kapital und Arbeit, geht sie ein in die Kosten
       seiner overlookers 4*) (der
       -----
       1*) Rate des  Nettoprofits -  2*) kapitalistischen  Unternehmer -
       3*) Arbeit der Oberaufsicht 4*) Aufseher
       
       #348# Zweiundzwanzigstes Kapitel
       -----
       industriellen Unteroffiziere) und ist bereits berechnet unter der
       Kategorie von wages, ganz wie die Kosten, die der Sklavenaufseher
       und seine  Peitsche verursachen,  unter die Produktionskosten des
       Sklavenhalters berechnet  sind. Diese Kosten, ganz wie der größte
       Teil der merkantilischen, gehören zu den faux frais 1*) der kapi-
       talistischen Produktion.  Wo es  sich um  die allgemeine Rate des
       Profits handelt,  kommt ebensowenig  in Betracht  die Arbeit, die
       den Kapitalisten  ihre eigne  Konkurrenz und  ihr  Versuch,  sich
       wechselseitig zu  bescheißen, macht;  ebensowenig das größre oder
       geringre Geschick,  die mehr oder minder Unkosten, womit der eine
       industrielle Kapitalist  im Unterschied  vom  andern  die  größte
       Summe surplus labour zu den geringsten Unkosten aus seinen Arbei-
       tern herauszuziehn  und diese herausgezogne surplus labour zu re-
       alisieren weiß  im  Zirkulationsprozeß.  Die  Betrachtung  dieser
       Dinge gehört  in die  Betrachtung der  Konkurrenz der Kapitalien.
       Sie handelt überhaupt von ihrem Kampf und ihrer Arbeit, the grea-
       test possible  amount of surplus labour 2*) an sich zu reißen und
       hat bloß mit der Verteilung derselben unter die verschiednen Pri-
       vatkapitalisten zu  tun, nicht aber weder mit ihrem Ursprung noch
       mit ihrem general extent 3*).
       Es bleibt  für die  labour of  superintendence nur die allgemeine
       Funktion übrig,  die Teilung  der Arbeit und Kooperation gewisser
       Individuen zu organisieren 4*). Diese Arbeit ist völlig repräsen-
       tiert durch  die wages des general manager 5*) in den größren ka-
       pitalistischen Unternehmungen.  Sie ist bereits abgezogen von der
       allgemeinen Profitrate. Den besten praktischen Beweis liefern die
       kooperativen Fabriken der Arbeiter in England [90], da dieselben,
       ja trotz des größren Zins, den sie zahlen, größren Profit liefern
       als der  average one 6*), obgleich die wages des general manager,
       die natürlich  durch den  Marktpreis dieser  Art Arbeit  bestimmt
       sind, abgezogen.  Die industriellen Kapitalisten, die ihre eignen
       general managers,  sparen ein  item der Produktionskosten, zahlen
       sich selbst  wages  und  erhalten  daher  höhre  als  die  Durch-
       schnittsprofitrate. Würde morgen diese Phrase der Apologeten beim
       Wort genommen,  und der  Profit des industrial capitalist auf die
       wages of  management and  direction 7*) beschränkt, so wäre über-
       morgen die  kapitalistische Produktion  am  Ende,  die  Aneignung
       fremder Surplusarbeit und die Verwandlung dieser Surplusarbeit in
       Kapital.
       Betrachtet man  aber selbst  diese [Entlohnung der] labour of su-
       perintendence als  in der   g e n e r a l   r a t e   o f  p r o-
       f i t  8*) versteckte wages, so gilt hier das
       -----
       1*) Unkosten  - 2*)  die größtmögliche Masse von Mehrarbeit - 3*)
       ihrer allgemeinen  Ausdehnung -  4*) in der Handschrift: gewissen
       Individuen zuteilen  - 5*) den Lohn des leitenden Direktors - 6*)
       durchschnittliche - 7*) den Lohn für Leitung und Verwaltung - 8*)
       allgemeinene Profitrate
       
       #349# Ramsay
       -----
       Gesetz, das R[amsay] und andere entwickelt, daß, während der Pro-
       fit (der  industrielle wie  der gross  profit) im  Verhältnis zur
       Größe des  ausgelegten Kapitals  steht, dieser  Teil desselben im
       u m g e k e h r t e n   Verhältnis zur  Größe des Kapitals steht,
       verschwindend klein bei großem Kapital, und absorbierend groß bei
       kleinem Kapital  ist, d.h.  da, wo  nur nominell  kapitalistische
       Produktion besteht.  Wenn der kleine Kapitalist, der seine Arbeit
       fast selbst  verrichtet, sehr  hohe Profitrate  im Verhältnis  zu
       seinem Kapital  zu genießen scheint, so das factum, daß er in der
       Tat, soweit  er nicht einige Arbeiter beschäftigt, deren Surplus-
       arbeit er  aneignet,   g a r  k e i n e n  P r o f i t  macht und
       nur  n o m i n e l l  kapitalistisch produziert (sei es industri-
       ell oder  merkantil). Er  zeichnet sich  dadurch vom Lohnarbeiter
       aus, daß  er in seinem nominellen Kapital in der Tat Herr und Ei-
       gentümer seiner  eignen Arbeitsbedingungen  ist, daher keinen ma-
       ster über  sich hat,  ¦¦1101¦ und  daher seine  ganze Arbeitszeit
       sich selbst  aneignet, statt daß sie von einer dritten Person an-
       geeignet wird. Was hier als Profit erscheint, ist bloß der Unter-
       schied von den common wages 1*), der eben herauskommt durch diese
       Aneignung der  eignen surplus  labour. Indes gehört diese Gestalt
       nur den  Sphären an,  deren sich die kapitalistische Produktions-
       weise realiter noch nicht bemächtigt hat.
       
       "Man kann  den Unternehmerprofit  sich zerlegen  in 1. das Salair
       des Unternehmers; 2. sein Risiko; 3. seinen  M e h r g e w i n n.
       (p. 226.)
       
       Was nun den Punkt 2 angeht, so hat er absolut nichts zu tun hier.
       Corbet  (und  R[amsay]  selbst)  hat  es  gesagt  [91],  daß  die
       i n s u r a n c e   2*), durch  die das risk 3*) gedeckt ist, nur
       die losses  der capitalists gleichmäßig verteilt oder allgemeiner
       verteilt unter  die ganze Klasse. Von diesem gleichmäßig verteil-
       ten Verlust  muß abgezogen werden der Profit der insurance compa-
       nies, der  Kapitalien, die, employed in the business of insurance
       4*), diese  Verteilung übernehmen.  Diese companies erhalten Teil
       am Mehrwert in derselben Weise wie mercantile oder monied capita-
       lists 5*),  ohne an seiner direkten Produktion beteiligt zu sein.
       Es ist dies eine Frage der Verteilung der surplus value unter die
       verschiednen Sorten  Kapitalisten und  der Abzüge, die so das be-
       sondre Kapital  hat. Hat  weder mit der Natur noch dem extent 6*)
       des surplus  zu tun.  Der Arbeiter kann natürlich nicht mehr lie-
       fern als seine Surplusarbeit. Er kann dem Kapitalisten nicht noch
       extra dafür zahlen, daß dieser sich sichert im Besitz der Früchte
       dieser Surplusarbeit.  Höchstens könnte  man sagen,  daß  selbst,
       apart from  7*) kapitalistischer  Produktion, die Produzenten ge-
       wisse Ausgaben haben würden, also einen Teil ihrer Arbeit
       -----
       1*) dem  gewöhnlichen Lohn  - 2*) Versicherung - 3*) Risiko - 4*)
       angelegt im Versicherungsgeschäft - 5*) Handels- oder Geldkapita-
       listen - 6*) Größe - 7*) abgesehen von
       
       #350# Zweiundzwanzigstes Kapitel
       -----
       oder der  Produkte ihrer  Arbeit zur Versicherung ihrer Produkte,
       ihres Reichtums oder seiner Elemente gegen Zufälle etc. verausga-
       ben müßten.  Statt daß  jeder Kapitalist  sich selbst versichert,
       erhält er das sichrer und wohlfeiler, indem ein Teil des Kapitals
       mit diesem  Geschäft betraut wird. Die insurance wird gezahlt aus
       Teil der  surplus value,  deren Verteilung  und Sicherung - unter
       die Kapitalisten mit ihrem Ursprung und extent nichts zu tun hat.
       Bleibt also  1. das  salary 1*) und 2. die surplus gains 2*), wie
       R[amsay] hier den Teil der surplus value nennt, der dem industri-
       ellen Kapitalisten  im Unterschied  vom Zins-Essenden zufällt und
       der daher auch absolut bestimmt ist durch die Proportion zwischen
       Zins und  industriellem Profit,  den beiden Teilen, worin der dem
       Kapital (im  Unterschied zum  Grundeigentum) zufallende  Teil der
       surplus value  zerfällt. Was  nun 1,  das salary, angeht, so ver-
       steht es  sich d'abord 3*) ganz von selbst, daß mit der kapitali-
       stischen Produktion dem Kapitalisten oder einem von ihm bezahlten
       clerc 4*),  Repräsentanten, die  Funktionen des  Kapitals als des
       Beherrschers der  Arbeit zufallen.  Mit der kapitalistischen Pro-
       duktion hörte  auch diese  Funktion auf, soweit sie nicht aus der
       Natur kooperativer  Arbeit, sondern  [aus] der Herrschaft der Ar-
       beitsbedingungen über die Arbeit selbst hervorgeht. R[amsey] hebt
       indes selbst  diesen Bestandteil  auf oder  reduziert ihn soweit,
       daß er nicht worth speaking of 5*).
       "Der Arbeitslohn  [des Unternehmers]  bleibt, wie  die Mühe  [der
       Oberaufsicht] ziemlich  derselbe, das  Unternehmen sei  groß oder
       klein." (p.  227.) "Ein Arbeiter wird nie sagen können, daß er so
       viel tun kann, wie 2, 3 etc. seinessleichen. Aber ein industriel-
       ler Kapitalist oder farmer kann 10 und 15 ersetzen." (p. 255.)
       Der dritte  Teil, die   s u r p l u s   g a i n s,   in denen die
       risks eingeschlossen,  die bloß möglich sind, nichts als ein mög-
       licher loss  6*) von den gains und dem Kapital, faktisch aber als
       insurance sich  darstellen und daher selbst als Anteil bestimmter
       Kapitalien in besondrer Sphäre an der general surplus value 7*).
       
       "Diese Mehrgewinne", sagt R[amsay], "stellen in Wahrheit jene Re-
       venue dar,  die   d e r   M a c h t   e n t s p r i n g t,  d e n
       G e b r a u c h   d e s  K a p i t a l s  z u  k o m m a n d i e-
       r e n,  möge es dem Manne selbst gehören oder von anderen geborgt
       sein" {d.h.  die power  of commanding  other people's labour 8*)}
       ... "Der  Nettoprofit" (Zins)  "wechselt genau  mit der Größe des
       Kapitals; dagegen  ist das  Verhältnis  des  Mehrgewinns  zu  dem
       angewandten Kapital  um so  größer, je  größer das  Kapital." (p.
       230.)
       -----
       1*) der Arbeitslohn - 2*) der Mehrgewinn - 3*) zunächst - 4*) An-
       gestellten -  5*) der Rede wert ist - 6*) Verlust - 7*) allgemei-
       nen Mehrwert  - 8*) Macht, die Arbeit anderer Leute zu kommandie-
       ren
       
       #351# Ramsay
       -----
       D.h. mit  andren Worten  nichts [als]:  salaries of  masters  1*)
       stehn im  umgekehrten Verhältnis  zur Größe  des Kapitals. Auf je
       größrer Stufenleiter  das Kapital arbeitet, je mehr die Produkti-
       onsweise   k a p i t a l i s t i s c h,  um so mehr verschwindend
       der Bestandteil  des industriellen  Profits, der auf salary redu-
       zierbar, und um so reiner tritt der wirkliche Charakter des indu-
       striellen Profits  hervor -  ein Teil der surplus gains, i.e. der
       surplus value,  i.e. der  unbezahlten surplus labour zu sein. Der
       ganze Gegensatz  von industrial  profit und  interest nur Sinn im
       Gegensatz zwischen  rentier und  industrial  capitalist,  berührt
       aber absolut  nicht weder  das Verhältnis des Arbeiters zum Kapi-
       tal, noch  die Natur  des Kapitals, noch den Ursprung seines Pro-
       fits etc.
       Von der Nicht-Kornrent sagt R[amsay]:
       
       "Auf diese  Weise wird  die Rente,  die für eine Art Produkte be-
       zahlt wird, zur Ursache des hohen Werts anderer 2*)." (p. 279.)
       
       "Revenue, sagt R[amsay] im Schlußkapitel, "unterscheidet sich von
       dem jährlichen Bruttoprodukt einfach durch das Fehlen aller jener
       Dinge, die erheischt sind, das  f i x e  K a p i t a l  zu erhal-
       ten" (das  ist also  bei ihm  k o n s t a n t e s  K a p i t a l,
       raw materials  3*) in  allen Phasen,  matieres instrumentales 4*)
       und Maschinerie etc.). (p. 471.)
       
       ¦¦1102¦ R[amsay]  hat es  bereits gesagt  5*) und  wiederholt  im
       letzten Kapitel,  daß "circulating  capital", i.e. bei ihm in Ar-
       beitslohn ausgelegtes Kapital, überflüssig,
       
       "weder als  unmittelbarer Faktor  der Produktion,  noch überhaupt
       für sie wesentlich ist". (p. 460.)
       
       Er zieht  nur nicht  den selbstverständlichen Schluß, daß mit der
       Lohnarbeit und  dem in Lohnarbeit ausgelegten Kapital die Notwen-
       digkeit der  kapitalistischen Produktion  überhaupt geleugnet ist
       und die  Arbeitsbedingungen damit  aufhören, als  "Kapital" oder,
       wie er  es nennt, "capital fixe" den Arbeitern gegenüberzutreten.
       Der  eine   Teil  der   Arbeitsbedingungen  erscheint   nur   als
       c a p i t a l   fixe, weil  der andre  als circulating   c a p i-
       t a l   erscheint. Die kapitalistische Produktion aber einmal als
       factum vorausgesetzt,  erklärt R[amsay]  als notwendige  Form der
       Revenue wages  und   g r o s s  p r o f i t s  o f  c a p i t a l
       6*) (industrial  profit oder,  wie er  es nennt, profit of enter-
       prise included  7*)). (p.  478, 475.)  Natürlich, dies  sind  die
       beiden  Formen  der  Revenue,  die  in  der  Tat  das  Wesen  der
       kapitalistischen Produktion und der beiden Klassen, auf denen sie
       beruht, in ihrer Einfachheit und
       -----
       1*) Arbeitslöhne der Unternehmer - 2*) in der Handschrift ist die
       hier kursiv gegebene Textstelle mit Bleistift unterstrichen - 3*)
       Rohmaterialien - 4*) Hilfsstoffe - 5*) siehe vorl. Band, S. 321 -
       6*) Bruttoprofit  vom Kapital - 7*) Unternehmungsprofit inbegrif-
       fen
       
       #352# Zweiundzwanzigstes Kapitel
       -----
       Allgemeinheit zusammenfassen.  Dagegen erklärt er Rent, d.h. also
       Grundeigentum für  eine der kapitalistischen Produktion überflüs-
       sige Form  (p. 472),  vergißt aber,  daß sie  notwendiges Produkt
       dieser Produktionsweise.  Dasselbe gilt,  wenn er "net profits of
       capital" oder Zins für eine nicht notwendige Form erklärt:
       
       "Die Rentiers  müßten sich  nur in industrielle Kapitalisten ver-
       wandeln. Dies  für den  nationalen Reichtum  gleichgültig...  Der
       Nettoprofit braucht sicher nicht so hoch zu sein, um dem Besitzer
       und dem  Anwender ein besonderes Einkommen aufzubringen" (p. 476,
       477),
       
       wobei er  wieder vergißt,  was er selbst gesagt, daß sich mit der
       Entwicklung des  Kapitals notwendig eine stets wachsende Rentier-
       klasse bildet. 1*)
       
       "Bruttoprofit von Kapital und Unternehmung ... nötig zum Fortgang
       der Produktion." (p. 475.)
       
       Natürlich. Ohne Profit kein Kapital, und ohne Kapital keine kapi-
       talistische Produktion.
       Also Resultat  bei R[amsay]  einerseits (was er selbst nur in der
       bornierten Form  sagt, daß  "circulating capital" überflüssig und
       "wages", wenn die Masse des Volkes nicht so arm wäre, daß sie ih-
       ren Anteil  am Produkt  in advance 2*), bevor es fertig, erhalten
       müßte), daß  die kapitalistische,  auf der  Lohnarbeit  beruhende
       Produktionsweise keine  notwendige, i.e.  keine absolute Form der
       gesellschaftlichen Produktion;  zweitens, daß Zins im Unterschied
       vom industriellen  Profit, ebensowohl  wie Grundrente  (also  die
       durch die  kapitalistische Produktion  selbst geschaffne Form des
       Grundeigentums) superfetations 3*) sind, die ihr nicht wesentlich
       und die  sie abstreifen  könnte. Im  Fall dies  bürgerliche Ideal
       wirklich durchführbar,  wäre die Folge nur, daß die ganze surplus
       value direkt  den industriellen  Kapitalisten zufiele und die Ge-
       sellschaft (ökonomisch)  auf den  einfachen Gegensatz von Kapital
       und Lohnarbeit  reduziert würde,  eine Vereinfachung,  die aller-
       dings die  Auflösung dieser Produktionsweise beschleunigen würde.
       ¦1102¦¦
       
                                    ---
       
       ¦¦1021¦ {Im "Morning Star" [92], 1. Dez. 1862, jammert ein Fabri-
       kant:
       
       "Z i e h t  von dem  B r u t t o p r o d u k t  die Arbeitslöhne,
       die Grundrente,  den Kapitalzins  a b,  die Kosten des Rohmateri-
       als sowie  die   G e w i n n e   d e s   A g e n t e n,  K a u f-
       m a n n s  o d e r
       -----
       1*) Siehe vorl. Band, S. 346/347 - 2*) im voraus - 3*) Auswüchse
       
       #353# Ramsay
       -----
       H ä n d l e r s,  und was übrigglieb, war der  P r o f i t  d e s
       M a n u f a k t u r i s t e n,   des Bewohners  Lancashires,  des
       Besitzers, auf  den die  L a s t  gelegt ist,  f ü r  s o  v i e-
       l e   T e i l n e h m e r  a n  d e r  V e r t e i l u n g  d e s
       B r u t t o p r o d u k t s   d i e   A r b e i t e r   z u  e r-
       h a l t e n."}
       
       {Läßt man  den Wert  beiseite und betrachtet das gross produce in
       natura, so  klar, daß nach Ersatz des konstanten Kapitals und des
       in Arbeitslohn ausgelegten der Teil des Produkts übrigbleibt, der
       die surplus  value darstellt.  Davon geht  aber Teil ab als Rente
       und die  gains der agents, merchants or dealers, whether they ap-
       ply capital  of their own or not 1*), bestehn in participation an
       dem Teil des gross produce, der surplus value darstellt. Ist also
       Deduktion für  den manufacturer.  Sein Profit  selbst teilt sich,
       wenn er  Kapital gepumpt  hat, wieder in industriellen Profit und
       Zins.}
       {Z u r   D i f f e r e n t i a l r e n t e:   Des Arbeiters,  der
       auf dem  fruchtbareren Boden arbeitet, Arbeit ist produktiver als
       die dessen,  der auf dem minder fruchtbaren Boden arbeitet. Würde
       er also  in natura  bezahlt, so  erhielte er einen geringern Teil
       des gross  produce als  der, der auf minder fruchtbarem Boden ar-
       beitet. Oder,  was dasselbe,  seine relative  Surplusarbeit,  ob-
       gleich er  dieselbe Zahl  Stunden pro  Tag arbeitete, wäre größer
       als die  des andern. Nun aber kostet sein Arbeitslohn so viel wie
       der des  andren. Weswegen  auch der Profit seines employers nicht
       größer. Der  Surpluswert, der  in dem  Überschuß seines  Produkts
       steckt, die  größre relative Fruchtbarkeit seiner Arbeit oder die
       Differentialsurplusarbeit  seinerseits   ist  pocketed   by   the
       landlord 2.} ¦1102¦¦
       -----
       1*) Gewinne der Agenten. Kaufleute oder Händler, ob sie ihr eige-
       nes Kapital anwenden oder nicht - 2*) vom Landlord eingesteckt

       zurück