Quelle: MEW 26.3 Theorien über den Mehrwert - Dritter Teil


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       #354#
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       [DREIUNDZWANZIGSTES KAPITEL]
       Cherbuliez
       
       ¦¦1102¦ Cherbuliez,  "Riche ou  pauvre etc.",  Paris 1841. (Nach-
       druck der Genfer Ausgabe.)
       (Es ist  sehr die Frage, ob wir diesen Burschen speziell in diese
       Reihe aufnehmen,  da das  meiste von ihm sismondisch, oder ob wir
       das Treffende  bei ihm  gelegentlich als  Zitat anbringen.  [93])
       ¦1102¦¦
       
       [1. Versuch,  zwischen konstantem und variablem Kapital zu unter-
       scheiden]
       
       ¦¦1103¦ Kapital, sagt Ch[erbuliez], sind "die Rohmaterialien, das
       Werkzeug, der Lebensmittelfonds". (p. 16.) "Es gibt keinen Unter-
       schied zwischen  einem Kapital  und irgendeinem anderen Teile des
       Reichtums. Nur  die Art,  wie man  es anwendet,  bestimmt, ob ein
       Ding Kapital wird, das heißt, wenn es in einer produktiven Opera-
       tion angewandt  wird als Rohmaterial, Werkzeug oder Lebensmittel-
       fonds." (p. 18.)
       Dies also  die ordinäre Manier, das Kapital zu reduzieren auf die
       stofflichen Elemente,  worin es  im Arbeitsprozeß  vorfällt.  Ar-
       beitsmittel und  Lebensmittel. Und  zwar letztres  insofern nicht
       exakt, als  die Lebensmittel  zwar Bedingung  für die Produzenten
       sind, um  während der  Produktion zu  existieren,  Voraussetzung;
       aber in den Arbeitsprozeß selbst nicht eingehn; worin nichts ein-
       geht als  Arbeitsgegenstand, Arbeitsmittel und Arbeit selbst. Die
       objektiven Momente  des Arbeitsprozesses  - die  allen Formen der
       Produktion gemeinsam  - werden hier also  K a p i t a l  getauft,
       obgleich das  a p p r o v i s i o n n e m e n t  1*) (worin schon
       der Arbeitslohn  involviert) die    k a p i t a l i s t i s c h e
       Form dieser Arbeitsbedingungen stillschweigend involviert.
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       1*) der Lebensmittelfonds
       
       #355# Cherbuliez
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       Cherb[uliez] [glaubt],  ganz wie  Ramsay, daß sich das approvisi-
       onnement, was  R[amsay]  circulating  capital  nennt,  vermindert
       (wenigstens relativ  zur Totalität  des Kapitals und absolut, so-
       weit beständig die Maschinerie Arbeiter herauswirft). Aber er wie
       R[amsay] scheinen zu denken, daß notwendig sich die Masse der Le-
       bensmittel vermindert, der necessaries, die als produktives Kapi-
       tal angewandt  werden können.  Dies durchaus  nicht der  Fall. Es
       wird hier  immer verwechselt  der Teil des gross product 1*), der
       das Kapital ersetzt und als Kapital angewandt wird, und der Teil,
       der das  surplus produce vorstellt. Das approvisionnement vermin-
       dert sich,  weil ein großer Teil des Kapitals, d.h. des als Kapi-
       tal angewandten  Teils des  gross produce  als konstantes Kapital
       statt als  variables reproduziert wird. Ein größrer Teil des sur-
       plus produce, das aus Lebensmitteln besteht, wird von unprodukti-
       ven Arbeitern  und Nichtarbeitern  aufgegessen oder  ausgetauscht
       gegen luxuries. Voilà tout. 2*)
       Allerdings kann  das factum, daß ein stets geringrer Teil des Ge-
       samtkapitals in  variables Kapital  verwandelt wird,  auch anders
       ausgedrückt werden. Der Teil des Kapitals, der in variablem Kapi-
       tal besteht  = dem Teil des Gesamtprodukts, den der Arbeiter sich
       selbst aneignet,  für sich  selbst produziert.  Je geringer  also
       dieser Teil,  auch um  so kleineres Quotum der Gesamtarbeiterzahl
       reicht hin,  ihn zu reproduzieren (ganz wie beim einzelnen Arbei-
       ter, der um so weniger Arbeitszeit für sich selbst arbeitet). Wie
       die Gesamtarbeit, so zerfällt das Gesamtprodukt der Arbeiter in 2
       Teile. Einen, den sie für sich selbst produzieren, den andren für
       den Kapitalisten.  Wie man  die Zeit des einzelnen Arbeiters in 2
       Teile teilen kann, so die der ganzen Arbeiterklasse. Ist die Sur-
       plusarbeit =  1/2 Tag,  so ist  dies dasselbe, als wenn der halbe
       Teil der  Arbeiterklasse für  die Subsistenz  der  Arbeiterklasse
       produziert und die andre Hälfte Rohmaterial, Maschinerie und fer-
       tige Produkte  produziert für den Kapitalist, teils als Produzen-
       ten, teils als Konsumenten.
       Das Lächerliche,  daß Ch[erbuliez] und R[amsay] glauben, der Teil
       des gross  produce, der  von den Arbeitern verzehrt werden könne,
       in natura  in ihre  Konsumtion eingehn könne, habe sich notwendig
       or at  all 3*)  vermindert. Es  hat sich nur der Teil vermindert,
       der in dieser Form und darum als variables Kapital verzehrt wird.
       Ein desto  größrer Teil wird dagegen von Bedienten gegessen, Sol-
       daten etc.,  oder exportiert und gegen feinre Lebensmittel ausge-
       tauscht.
       Das Wichtige, wie bei Ramsay, so bei Ch[erbuliez] nur, daß sie in
       der Tat
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       1*) Bruttoprodukts - 2*) Das ist alles. - 3*) oder überhaupt
       
       #356# Dreiundzwanzigstes Kapitel
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       v a r i a b l e s    und  k o n s t a n t e s  K a p i t a l  ge-
       genüberstellen und  nicht bei  der aus der Zirkulation entlehnten
       Unterscheidung von  capital fixe und circulant stehnbleiben. Denn
       Cherb[uliez] stellt  gegenüber den Teil des Kapitals, der sich in
       approvisionnement auflöst, dem, der aus matieres brutes, matières
       instrumentales 1*)  und Atbeitsmitteln, instruments, machines be-
       steht. Während  jene zwei Bestandteile des capital constant - ma-
       tieres brutes  und instrumentales - der Zirkulationsform nach zum
       zirkulierenden Kapital gehören.
       {Was bei  der Variation  in den  Bestandteilen des  Kapitals  das
       Wichtige, nicht, daß relativ mehr Arbeiter mit der Produktion von
       Rohmaterial und  Maschinerie, als mit der von direkten Lebensmit-
       teln beschäftigt.  Dies nur  Teilung der Arbeit. Sondern das Ver-
       hältnis, worin  das Produkt  vergangne Arbeit  zu ersetzen  (i.e.
       konstantes Kapital  zu ersetzen) und worin es lebendige Arbeit zu
       zahlen hat.  Auf je größrer Stufenleiter die kapitalistische Pro-
       duktion - je größer daher das akkumulierte Kapital -, um so größ-
       ren Anteil  am Wert  des Produkts  hat die  Maschinerie  und  das
       Rohmaterial, worin sich das in der Produktion von Maschinerie und
       Rohmaterial employed  capital 2*) auflöst. Ein um so größrer Teil
       des Produkts muß also in natura der Produktion wiedergegeben wer-
       den oder indem die Produzenten von konstantem Kapital gegeneinan-
       der Teile  desselben austauschen.  Das Verhältnis  des Teils  des
       Produkts, der der Produktion gehört, wird um so größer, und um so
       relativ geringer  der Teil,  der die lebendige, neuzugesetzte Ar-
       beit vertritt. Allerdings, in Waren, Gebrauchswerten ausgedrückt,
       wächst dieser  Teil, denn  jenes fact ist gleichbedeutend mit der
       vergrößerten Produktivität der Arbeit. Aber um so mehr fällt noch
       relativ der  Teil dieses  Teils, der  dem  Arbeiter  appropriiert
       wird. Und  derselbe Prozeß bringt eine beständige relative redun-
       dancy der working population 3*) hervor.}
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       1*) Rohmaterialien,  Hilfsstoffen -  2*) angewandte Kapital - 3*)
       Überschüssigkeit der arbeitenden Bevölkerung
       

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