Quelle: MEW 26.3 Theorien über den Mehrwert - Dritter Teil
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[DREIUNDZWANZIGSTES KAPITEL]
Cherbuliez
¦¦1102¦ Cherbuliez, "Riche ou pauvre etc.", Paris 1841. (Nach-
druck der Genfer Ausgabe.)
(Es ist sehr die Frage, ob wir diesen Burschen speziell in diese
Reihe aufnehmen, da das meiste von ihm sismondisch, oder ob wir
das Treffende bei ihm gelegentlich als Zitat anbringen. [93])
¦1102¦¦
[1. Versuch, zwischen konstantem und variablem Kapital zu unter-
scheiden]
¦¦1103¦ Kapital, sagt Ch[erbuliez], sind "die Rohmaterialien, das
Werkzeug, der Lebensmittelfonds". (p. 16.) "Es gibt keinen Unter-
schied zwischen einem Kapital und irgendeinem anderen Teile des
Reichtums. Nur die Art, wie man es anwendet, bestimmt, ob ein
Ding Kapital wird, das heißt, wenn es in einer produktiven Opera-
tion angewandt wird als Rohmaterial, Werkzeug oder Lebensmittel-
fonds." (p. 18.)
Dies also die ordinäre Manier, das Kapital zu reduzieren auf die
stofflichen Elemente, worin es im Arbeitsprozeß vorfällt. Ar-
beitsmittel und Lebensmittel. Und zwar letztres insofern nicht
exakt, als die Lebensmittel zwar Bedingung für die Produzenten
sind, um während der Produktion zu existieren, Voraussetzung;
aber in den Arbeitsprozeß selbst nicht eingehn; worin nichts ein-
geht als Arbeitsgegenstand, Arbeitsmittel und Arbeit selbst. Die
objektiven Momente des Arbeitsprozesses - die allen Formen der
Produktion gemeinsam - werden hier also K a p i t a l getauft,
obgleich das a p p r o v i s i o n n e m e n t 1*) (worin schon
der Arbeitslohn involviert) die k a p i t a l i s t i s c h e
Form dieser Arbeitsbedingungen stillschweigend involviert.
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1*) der Lebensmittelfonds
#355# Cherbuliez
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Cherb[uliez] [glaubt], ganz wie Ramsay, daß sich das approvisi-
onnement, was R[amsay] circulating capital nennt, vermindert
(wenigstens relativ zur Totalität des Kapitals und absolut, so-
weit beständig die Maschinerie Arbeiter herauswirft). Aber er wie
R[amsay] scheinen zu denken, daß notwendig sich die Masse der Le-
bensmittel vermindert, der necessaries, die als produktives Kapi-
tal angewandt werden können. Dies durchaus nicht der Fall. Es
wird hier immer verwechselt der Teil des gross product 1*), der
das Kapital ersetzt und als Kapital angewandt wird, und der Teil,
der das surplus produce vorstellt. Das approvisionnement vermin-
dert sich, weil ein großer Teil des Kapitals, d.h. des als Kapi-
tal angewandten Teils des gross produce als konstantes Kapital
statt als variables reproduziert wird. Ein größrer Teil des sur-
plus produce, das aus Lebensmitteln besteht, wird von unprodukti-
ven Arbeitern und Nichtarbeitern aufgegessen oder ausgetauscht
gegen luxuries. Voilà tout. 2*)
Allerdings kann das factum, daß ein stets geringrer Teil des Ge-
samtkapitals in variables Kapital verwandelt wird, auch anders
ausgedrückt werden. Der Teil des Kapitals, der in variablem Kapi-
tal besteht = dem Teil des Gesamtprodukts, den der Arbeiter sich
selbst aneignet, für sich selbst produziert. Je geringer also
dieser Teil, auch um so kleineres Quotum der Gesamtarbeiterzahl
reicht hin, ihn zu reproduzieren (ganz wie beim einzelnen Arbei-
ter, der um so weniger Arbeitszeit für sich selbst arbeitet). Wie
die Gesamtarbeit, so zerfällt das Gesamtprodukt der Arbeiter in 2
Teile. Einen, den sie für sich selbst produzieren, den andren für
den Kapitalisten. Wie man die Zeit des einzelnen Arbeiters in 2
Teile teilen kann, so die der ganzen Arbeiterklasse. Ist die Sur-
plusarbeit = 1/2 Tag, so ist dies dasselbe, als wenn der halbe
Teil der Arbeiterklasse für die Subsistenz der Arbeiterklasse
produziert und die andre Hälfte Rohmaterial, Maschinerie und fer-
tige Produkte produziert für den Kapitalist, teils als Produzen-
ten, teils als Konsumenten.
Das Lächerliche, daß Ch[erbuliez] und R[amsay] glauben, der Teil
des gross produce, der von den Arbeitern verzehrt werden könne,
in natura in ihre Konsumtion eingehn könne, habe sich notwendig
or at all 3*) vermindert. Es hat sich nur der Teil vermindert,
der in dieser Form und darum als variables Kapital verzehrt wird.
Ein desto größrer Teil wird dagegen von Bedienten gegessen, Sol-
daten etc., oder exportiert und gegen feinre Lebensmittel ausge-
tauscht.
Das Wichtige, wie bei Ramsay, so bei Ch[erbuliez] nur, daß sie in
der Tat
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1*) Bruttoprodukts - 2*) Das ist alles. - 3*) oder überhaupt
#356# Dreiundzwanzigstes Kapitel
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v a r i a b l e s und k o n s t a n t e s K a p i t a l ge-
genüberstellen und nicht bei der aus der Zirkulation entlehnten
Unterscheidung von capital fixe und circulant stehnbleiben. Denn
Cherb[uliez] stellt gegenüber den Teil des Kapitals, der sich in
approvisionnement auflöst, dem, der aus matieres brutes, matières
instrumentales 1*) und Atbeitsmitteln, instruments, machines be-
steht. Während jene zwei Bestandteile des capital constant - ma-
tieres brutes und instrumentales - der Zirkulationsform nach zum
zirkulierenden Kapital gehören.
{Was bei der Variation in den Bestandteilen des Kapitals das
Wichtige, nicht, daß relativ mehr Arbeiter mit der Produktion von
Rohmaterial und Maschinerie, als mit der von direkten Lebensmit-
teln beschäftigt. Dies nur Teilung der Arbeit. Sondern das Ver-
hältnis, worin das Produkt vergangne Arbeit zu ersetzen (i.e.
konstantes Kapital zu ersetzen) und worin es lebendige Arbeit zu
zahlen hat. Auf je größrer Stufenleiter die kapitalistische Pro-
duktion - je größer daher das akkumulierte Kapital -, um so größ-
ren Anteil am Wert des Produkts hat die Maschinerie und das
Rohmaterial, worin sich das in der Produktion von Maschinerie und
Rohmaterial employed capital 2*) auflöst. Ein um so größrer Teil
des Produkts muß also in natura der Produktion wiedergegeben wer-
den oder indem die Produzenten von konstantem Kapital gegeneinan-
der Teile desselben austauschen. Das Verhältnis des Teils des
Produkts, der der Produktion gehört, wird um so größer, und um so
relativ geringer der Teil, der die lebendige, neuzugesetzte Ar-
beit vertritt. Allerdings, in Waren, Gebrauchswerten ausgedrückt,
wächst dieser Teil, denn jenes fact ist gleichbedeutend mit der
vergrößerten Produktivität der Arbeit. Aber um so mehr fällt noch
relativ der Teil dieses Teils, der dem Arbeiter appropriiert
wird. Und derselbe Prozeß bringt eine beständige relative redun-
dancy der working population 3*) hervor.}
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1*) Rohmaterialien, Hilfsstoffen - 2*) angewandte Kapital - 3*)
Überschüssigkeit der arbeitenden Bevölkerung
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