Quelle: MEW 26.3 Theorien über den Mehrwert - Dritter Teil
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#356# Dreiundzwanzigstes Kapitel
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[2. Relative Abnahme des variablen Kapitals mit fortschreitender
Entwicklung der kapitalistischen Produktion]
¦¦1104¦ {Es ist unbestreitbares fact, daß mit der Entwicklung der
kapitalistischen Produktion der in Maschinerie und Rohmaterial
angelegte Teil des Kapitals wächst und das in Arbeitslohn ausge-
legte abnimmt. Dies ist die einzige Frage, die Ramsay und Cherbu-
liez beschäftigt. Uns ist aber die Hauptsache: erklärt dies fact
die Abnahme der Profitrate? (die übrigens
#357# Cherbuliez
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lange nicht so groß ist, wie man sagt). Es handelt sich dabei
nicht nur um das quantitative Verhältnis, sondern um W e r t-
v e r h ä l t n i s.
Wenn 1 Arbeiter soviel Baumwolle spinnen kann wie 100, muß das
Rohmaterial verhundertfacht werden, und außerdem wird der Prozeß
nur durch die Spinnmaschine zuwege gebracht, wo Einer 100 Spin-
deln dirigiert. Wenn aber gleichzeitig ein Arbeiter soviel Baum-
wolle produziert, wie früher 100 und I Spinnmaschine [das]
machte, wo früher nur 1 Spindel, bliebe das Wertverhältnis das-
selbe; d.h. die Arbeit, ausgelegt im Spinnen, in Baumwolle und
Spinnmaschine, bliebe ganz dasselbe, was es früher für Arbeit,
Baumwolle und Spindel war.
Was nun die M a s c h i n e r i e angeht, so kostet sie nicht
soviel wie die Arbeit, die sie ersetzt, obgleich die Spinnma-
schine viel kostspieliger als die Spindel. Der einzelne Kapita-
list, der eine Spinnmaschine hat, muß ein größres Kapital haben
als der einzelne Spinner, der ein Spinnrad kauft. Aber im Ver-
hältnis zur Zahl der Arbeiter, die sie beschäftigt, die Spinnma-
schine wohlfeiler als das Spinnrad. Sonst verdrängte sie nicht
das letztre. An die Stelle des Spinners tritt ein Kapitalist.
Aber das Kapital, das der eine im Spinnrad ausgelegt, größer, re-
lativ zur Größe des Produkts 1*), als das, [das] der andre in der
Spinnmaschine auslegt.}
Die zunehmende Produktivität der Arbeit ist (as far as connected
with machinery 2*)) identisch mit der abnehmenden Masse Arbeiter
relatively to the number and extent of the machinery employed.
Instead of a simple and cheap instrument is placed a collection
of those instruments (wenn auch modified) und besides that
collection the whole patt of the machinery consisting of the mo-
ving and conducting parts; besides the materials used (like coal
etc.) to produce the moving agent (as steam). 3*) Endlich die
Baulichkeiten. Wenn ein Arbeiter 1800 Spindeln überwacht, statt
ein Spinnrad zu drehn, wäre es höchst blödsinnig zu fragen, warum
diese 1800 Spindeln nicht so wohlfeil wie das eine Spinnrad. Die
Produktivität ist hier eben hervorgebracht durch die Masse des
Kapitals, das als Maschinerie angewandt ist. Das Verhältnis des
déchet 4*) der Maschinerie betrifft nur die Ware; der Arbeiter
steht der Gesamtmaschinerie gegenüber, und so der Wert des in Ar-
beit ausgelegten Kapitals dem in Maschinerie ausgelegten.
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1*) In der Handschrift: Kapitals - 2*) soweit sie mit Maschine-
rie zusammenhängt - 3*) im Verhältnis zu der Zahl und der Ausdeh-
nung der angewandten Maschinerie. An Stelle eines einfachen und
billigen Werkzeugs tritt eine Kollektion solcher Werkzeuge (wenn
auch modifiziert), und zu dieser Kollektion kommt noch der ganze
Teil der Maschinerie hinzu, der sich zusammensetzt aus sich bewe-
genden und kraftübertragenden Teilen; dazu die Materialien (wie
Kohle etc.), die erforderlich sind, die bewegende Kraft (wie
Dampf) zu erzeugen. - 4*) Verschleißes
#358# Dreiundzwanzigstes Kapitel
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Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Maschinerie sich verwohl-
feilert aus zwei Gründen: Die Anwendung von Maschinerie in Pro-
duktion der Rohmaterialien, aus denen die Maschinerie besteht.
Die Anwendung von Maschinerie bei der Verwandlung jenes Materials
in Maschinerie. Allein damit ist zweierlei gesagt. Erstens: Daß
auch in diesen beiden Branchen, verglichen mit den Instrumenten,
die die Manufakturindustrie brauchte, das in Maschinerie ausge-
legte Kapital an Wert wächst gegen das in Arbeitslohn ausgelegte.
Zweitens: Was sich verwohlfeilert, ist die einzelne Maschine und
ihre Bestandteile, aber es entwickelt sich ein System der Maschi-
nerie; es tritt nicht nur einzelne Maschine an die Stelle des In-
struments, sondern ein System, und das Instrument, was vielleicht
früher die Hauptrolle spielte, wie Nadel z.B. (bei dem Strumpf-
wirker oder ähnlicher Maschine), nun zu vielen Tausenden gesam-
melt. Jede einzelne Maschine, die dem Arbeiter gegenübersteht,
schon ungeheure Kollektion von Instrumenten, die er früher ver-
einzelt brauchte, wie 1800 Spindeln statt einer. Aber sie enthält
außerdem Elemente, die das alte nicht enthielt etc. Trotz der
Verwohlfeilung des einzelnen Elements das whole bulk 1*) [der Ma-
schinerie] steigt im Preis enorm, und die Produktivität besteht
in der beständigen Ausdehnung dieses bulk.
Ferner: ein Element der Verwohlfeilung der Maschinerie, außer dem
ihrer Elemente, ist die Verwohlfeilung des Sitzes der treibenden
Kraft (z.B. des Dampfkessels) und der leitenden Maschinen. Die
economy of power 2*). Diese geschieht aber grade dadurch, daß in
wachsendem Maße derselbe Motor ein größres System in Bewegung
setzt. Er verwohlfeilert sich relativ (oder seine Kosten wachsen
nicht im Verhältnis wie die Größe des Systems, auf das er ange-
wandt; er selbst wird teuerer in größrem Maßstab, aber nicht in
dem Verhältnis, worin er größer wird); selbst wenn seine Kosten
absolut wachsen, nehmen sie relativ ab. Dies also neues Moment
ganz abgesehn von dem Preis der einzelnen Maschine, das Maschi-
nenkapital, das der Arbeit gegenübertritt, zu vergrößern. Ein
Element, die zunehmende Geschwindigkeit der Maschinerie, vermehrt
die Produktivkraft enorm, hat aber mit dem Wert der Maschinerie
selbst nichts zu schaffen.
Es ist also selbstverständlich oder tautologischer Satz, daß der
zunehmenden Produktivität der Arbeit vermittelst der Maschinerie
zunehmender Wert der Maschinerie relativ zur Masse der angewand-
ten Arbeit (daher dem Wert der Arbeit, dem variablen Kapital)
entspricht.
¦¦1105¦ Alle Umstände, die bewirken, daß die Anwendung der Ma-
schinerie den Preis der Waren verwohlfeilert, reduzieren sich er-
stens auf
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1*) die ganze Masse - 2*) Ersparnis an Kraft
die
#359# Cherbuliez
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die Reduktion des Quantums Arbeit, das in einer einzelnen Ware
absorbiert wird; zweitens aber auf Reduktion des déchet der Ma-
schinerie, dessen Wert in die einzelne Ware eingeht. Je weniger
rasch das déchet der Maschinerie, desto weniger Arbeit zu ihrer
Reproduktion gebraucht. Vermehrt also das Quantum und Wert des
als Maschinerie bestehenden Kapitals gegenüber dem in Arbeit exi-
stierenden.
Bleibt also nur die Frage über das Rohmaterial. Daß seine Quanti-
tät steigen muß im Verhältnis der Produktivität der Arbeit, klar,
also die Masse des Rohmaterials im Verhältnis zu der der Arbeit.
Dies Verhältnis ist größer als es scheint. Sagen wir z.B., es
werden wöchentlich 10 000 lbs. Baumwolle konsumiert. Jahr = 50
Wochen gerechnet, = 10 000x50 = 500 000 lbs. Arbeitslohn während
des Jahrs sei = 5000 l. Und das lb. Baumwolle soll kosten 6 d.,
so macht das 250 000 sh. = 12 500 l. Gesetzt, das Kapital schlüge
5x im Jahr um. So werden 1/5 jährlich gebraucht werden 100 000
Ibs. Baumwolle = 2500l. Und in demselben 1/5 Jahr 1000 l. Ar-
beitslohn. Also mehr als 1/5 des Werts des Kapitals, das in der
Baumwolle steckt. No, dies alteriert das Verhältnis nicht. Sage,
der Wert der Baumwolle jedes 1/5 Jahrs = 10 000 und der der Ar-
beit = 1000, so wäre das 1/10. (Es ist ditto 1/10, wenn wir das
ganze Produkt betrachten, 50 000 auf der einen Seite, 5000 auf
der andren.)
(Der Wert der Ware, quoad 1*) Maschinerie, bestimmt durch das dé-
chet, das in sie eingeht; also bloß durch den Wert der Maschine-
rie, soweit er selbst in den Verwertungsprozeß eingeht, d.h. so-
weit er sich im Arbeitsprozeß konsumiert. Dagegen der Profit be-
stimmt (abgesehn vom Rohmaterial) durch den Wert der Gesamtma-
schinerie, die in den Arbeitsprozeß eingeht, unabhängig von sei-
ner Konsumtion. Der Profit muß daher fallen im Verhältnis wie die
Gesamtarbeit fällt gegen den in Maschinerie ausgelegten Teil des
Kapitals. Er fällt nicht in demselben Verhältnis, weil die Sur-
plusarbeit steigt.)
Bei dem Rohmaterial kann man fragen: Wenn z.B. die produktive
Kraft in der Spinnerei sich verzehnfacht, also ein Arbeiter so
viel spinnt, wie früher zehn, warum sollte also ein nigger nicht
so viel Baumwolle produzieren wie früher 10, also hier das
W e r t v e r h ä l t n i s dasselbe bleiben? Der Spinner ver-
braucht in derselben Zeit 10x mehr Baumwolle, aber der nigger
produziert in derselben Zeit 10x mehr Baumwolle. Die 10x größre
Quantität Baumwolle also nicht teurer wie früher die 10x kleinre.
So bliebe trotz des Wachstums in der Quantität des Rohmaterials
sein Wertverhältnis
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1*) was anbelangt
#360# Dreiundzwanzigstes Kapitel
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zum variablen Kapital dasselbe. In der Tat war es nur durch die
große Verwohlfeilerung der Baumwolle, daß diese Industrie sich
überhaupt so entwickeln konnte. *) Je teurer das Material (z.B.
Gold und Silber), je weniger in seiner Zubereitung als Luxusware
Maschinerie und Teilung der Arbeit angewandt. Weil der Vorschuß
an Kapital für das Rohmaterial zu groß und die Nachfrage nach
diesen Produkten der Teuerkeit ihres Rohmaterials wegen be-
schränkt.
Hierauf ist ganz einfach zu antworten, daß ein Teil des Rohmate-
rials wie Wolle, Seide, Leder durch tierisch o r g a n i s c h e
Prozesse, B a u m w o l l e, Leinwand etc. durch vegetabilisch
organische produziert wird, es der kapitalistischen Produktion
bisher nicht gelungen ist und nie gelingen wird, ebenso über
diese Prozesse wie über rein mechanische oder unorganisch-chemi-
sche zu verfügen. Zum Teil verteuert sich das Rohmaterial, wie
von Häuten etc. und andren tierischen Bestandteilen, schon weil
das abgeschmackte Gesetz der Grundrente mit dem Fortschritt der
Zivilisation den Wert dieser Produkte steigert. Was Kohle und Me-
talle angeht (Holz), so sehr verwohlfeilert im Fortschritt der
Produktion; indes bei Erschöpfung der Minen wird auch dies
schwieriger etc.
{Wenn bei der Korn- und Minenrente gesagt werden kann, daß sie
nicht den Wert des Produkts verteuert (nur seinen Marktpreis),
vielmehr ein Ausdruck seines Werts ist (der Überschuß seines
Werts über den Produktionspreis), so unterliegt dagegen keinem
Zweifel, daß Viehrente, Hausrente etc. nicht Folge, sondern Ursa-
che des steigenden Werts dieser Dinge.}
Die Verwohlfeilung der Rohmaterialien, der matières instrumenta-
les etc. checks but does not cancel the growing value of this
part of capital. Paralysiert to the degree to which it works the
fall of profit. 1*)
{Damit diese Scheiße erledigt.} ¦1105¦¦
¦¦1105¦ {Bei Betrachtung des Profits Mehrwert als gegeben voraus-
gesetzt. Und bloß die Variationen im konstanten Kapital in ihrem
Einfluß auf die Profitrate betrachtet. Es ist nur eine Weise,
worin der Mehrwert direkt auf das konstante Kapital wirkt, näm-
lich durch a b s o l u t e S u r p l u s a r b e i t, Verlän-
gerung des Arbeitstags, wodurch das Wertverhältnis des konstanten
Kapitals verringert wird. Die relative surplus labour - wo der
Arbeitstag
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*) ¦¦1105¦ (Würde morgen die Baumwolle 10x wohlfeiler, übermorgen
die Spinnerei noch rascher etc.) [94] ¦1105¦¦
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1*) Hilfsstoffe etc. verlangsamt, hebt aber nicht auf den wach-
senden Wert dieses Kapitalteils. Paralysiert bis zu dem Grad, zu
dem es das Fallen des Profits bewirkt.
#361# Cherbuliez
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derselbe bleibt (abgesehn von der größren Intensifikation) - ver-
mehrt das Wertverhältnis des Profits zum Gesamtkapital durch Er-
höhung des Surplus selbst. Die absolute Surplusarbeitszeit ver-
mindert relatively die Kosten des konstanten Kapitals.}
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