Quelle: MEW 26.3 Theorien über den Mehrwert - Dritter Teil


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       #371# Cherbuliez
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       [4. Über die Akkumulation als erweiterte Reproduktion]
       
       ¦¦1110¦ "Jede  Akkumulation des Reichtums liefert die Mittel, die
       weitere Akkumulation zu beschleunigen." (p. 29.) ¦1110¦¦
       
       ¦¦1110¦ {Die  Ansicht Ric[ardo]s (von Smith überkommen), daß sich
       alle Akkumulation  in Auslage in Salair auflöst, wäre selbst dann
       falsch, wenn  kein Teil  der Akkumulation  in natura  stattfände,
       z.B. der  farmer mehr  Samen aussät,  der Viehzüchter  den Zucht-
       oder Maststock vergrößert, der Maschinist einen Teil des Surplus-
       werts in  maschinenbauender Maschine  besitzt, und alle Produzen-
       ten, die  Ingredienzien irgendeines  Teils des Kapitals produzie-
       ren, nicht  beständig überproduzierten,  rechnend auf  das Faktum
       der jährlichen  Akkumulation, i.e.  Vergrößerung der  allgemeinen
       Stufenleiter. Außerdem,  der Bauer  kann austauschen  einen  Teil
       seines Surplusgetreides  mit dem  Viehzüchter, der jenes Getreide
       in variables  Kapital verwandeln  mag, während  der Bauer  [durch
       einen solchen Austausch] seines in konstantes verwandelt hat. Der
       Flachsbauer ¦¦1111¦ verkauft einen Teil seines Surplusprodukts an
       den Spinner, der es in konstantes Kapital verwandelt; mit demsel-
       ben Geld  kann der Flachsbauer Instrumente kaufen und der Instru-
       mentenmacher Eisen  etc., so  daß alle diese Elemente direkt kon-
       stantes Kapital werden. Aber abgesehn davon. Nimm an, der Maschi-
       nenfabrikant will an additional capital of 1*) 1000 l. in Produk-
       tionselemente verwandeln.  So wird er zwar Teil davon in Arbeits-
       lohn auslegen, sage 200 l. Aber mit den 800 kauft er Eisen, Kohle
       etc. Gesetzt,  dieses Eisen,  Kohle müsse erst fabriziert werden.
       So ist  das -  wenn der Eisen- oder Kohleproduzent entweder nicht
       schon überschüssigen (akkumulierten) Vorrat ihrer Waren besitzen,
       und wenn  sie ebensowenig additional machinery besitzen, noch di-
       rekt kaufen  können (denn  in diesem  Fall fände wieder Austausch
       von konstantem Kapital gegen konstantes Kapital statt) - nur mög-
       lich, wenn  sie ihre alte machinery länger arbeiten lassen. Diese
       wird dann  rascher ersetzt, aber ein Teil ihres Werts geht in das
       neue Produkt  ein. Aber  abgesehn hiervon.  Der Eisenmann braucht
       jedenfalls mehr Kohle, also hier muß er wenigstens einen Teil des
       ihm von  den 800 l. Zufallenden direkt in konstantes Kapital ver-
       wandeln. Beide  aber, Kohle- und Eisenmann, verkaufen ihre Kohlen
       und Eisen  so, daß  unbezahlte Surplusarbeit  drin enthalten. Und
       betrage diese 1/4, so von den 800 l. schon 200 l., die sich nicht
       in Arbeitslohn  auflösen, abgesehn  von dem Teil, der sich in dé-
       chet 2*) der alten Maschinerie auflöst.
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       1*) ein zusätzliches Kapital von - 2*) Verschleiß
       
       #372# Dreiundzwanzigstes Kapitel
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       Das Surplus besteht überall in der Natur des Artikels den das be-
       sondre Kapital  produziert, Kohle, Eisen etc. Tauschen die Produ-
       zenten, deren  Artikel sich wechselseitig als Produktionsingredi-
       enzien dienen,  dieselben gegeneinander  aus, so  verwandelt sich
       direkt ein Teil des Surplus in konstantes Kapital. Der Teil aber,
       der gegen die Produkte ausgetauscht wird, die die Produzenten von
       Lebensmitteln produzieren  und deren  konstantes Kapital ersetzt,
       schafft das  nötige variable Kapital. Die Produzenten solcher Le-
       bensmittel, die  nicht mehr eingehn können in ihre Produktion als
       Elemente (außer als variables Kapital), erhalten grade durch den-
       selben Prozeß zuschüssiges konstantes Kapital, wodurch die andren
       zuschüssiges variables erhalten.
       Was die Reproduktion - soweit sie Akkumulation ist - von der ein-
       fachen Reproduktion unterscheidet, ist folgendes:
       E r s t e n s:  Die akkumulierten Produktionselemente, sowohl der
       Teil derselben,  der variabel  als konstant, bestehn aus neuzuge-
       setzter Arbeit;  sie lösen  sich nicht  in Revenuen auf, aber sie
       gehen aus  dem Profit  hervor; der  Profit oder die Surplusarbeit
       löst sich  in ihnen  auf, während  bei der einfachen Reproduktion
       ein Teil des Produkts vergangne Arbeit vorstellt (i.e. hier nicht
       im laufenden Jahr vollbrachte Arbeit).
       Z w e i t e n s:   Allerdings, wenn  die Arbeitszeit  in gewissen
       Branchen verlängert,  also nicht  mit additional  instruments 1*)
       oder Maschinen  gearbeitet wird,  zahlt das neue Produkt zum Teil
       raschres déchet  der alten,  und dieser  beschleunigte Konsum des
       alten konstanten capital auch ein Moment der Akkumulation.
       <D r i t t e n s:>  Durch das additional Geldkapital, das sich in
       dem Prozeß  der Reproduktion  bildet, teils  durch Freiwerden von
       Kapital, teils  durch Verwandlung  eines Teils  des  Produkts  in
       Geld, teils  dadurch, daß  der Produzent einfach mit dem eingelö-
       sten Geld  die Nachfrage  [nach Waren]  für andre, z.B. Verkäufer
       von Luxusprodukten,  vermindert, ist  durchaus nicht  wie bei der
       einfachen Reproduktion  das systematische  Ersetzen der  Elemente
       nötig. Mit  dem Überschuß  [an] Geld  kann jeder  Produkte kaufen
       oder kommandieren,  obgleich der  Produzent, von dem er sie kauft
       weder seine  Revenue in  dem Produkt  des ersten verausgabt, noch
       sein Kapital  in ihm  ersetzt.} {Jedesmal, wo sich das additional
       capital (variable oder constant) nicht wechselseitig ergänzt, muß
       es sich  auf der einen Seite als Geldkapital niederschlagen; exi-
       stiere dies auch nur in der Form von Schuldforderungen.}
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       1*) zusätzlichen Werkzeugen

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