Quelle: MEW 26.3 Theorien über den Mehrwert - Dritter Teil


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       #373# Cherbuliez
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       [5. Elemente Sismondischer Auffassungen bei Cherbuliez. Die orga-
       nische Zusammensetzung des Kapitals. Fixes und zirkulierendes Ka-
       pital]
       
       Im übrigen  ist Ch[erbuliez] sonderbares Kompositum von Sismondi-
       schen und Ric[ardo]schen Antagonismen. ¦1111¦¦
       ¦¦1112¦ Sismondisch:
       
       "Die Hypothese  eines   u n v e r ä n d e r l i c h e n    V e r-
       h ä l t n i s s e s   zwischen  den  verschiednen  Elementen  des
       Kapitals  realisiert  sich  auf  keiner  Stufe  des  ökonomischen
       Fortschritts der  Gesellschaft.  Das  Verhältnis  ist  wesentlich
       v a r i a b e l   und zwar  aus zwei  Gründen: a) die Teilung der
       Arbeit und  b) die  Substitution der menschlichen Kraft durch die
       natürlichen Agenten."  (p. 61.)  "Diese beiden  Ursachen streben,
       die Proportion zwischen dem Lebensmittelfonds und den beiden and-
       ren  Elementen   des  Kapitals  zu  vermindern."  (p.  62.)  "Die
       V e r m e h r u n g    d e s    p r o d u k t i v e n    K a p i-
       t a l s  zieht in dieser Lage der Dinge nicht notwendig nach sich
       ein Anwachsen  des Lebensmittelfonds,  bestimmt, den Arbeitspreis
       zu bilden;  sie kann,  wenigstens zeitweise,  von einer absoluten
       Verminderung dieses  Elements des  Kapitals begleitet  sein,  und
       folglich von  einem   S i n k e n   d e s  A r b e i t s p r e i-
       s e s."  (p. 63.)
       
       {Dies  sismondisch;   die  Wirkung   auf  die    H ö h e    d e s
       S a l a i r s   der  einzige  Gesichtspunkt  Ch[erbuliez'].  Dies
       fällt ganz  fort in einer Untersuchung, wo die value of labour is
       always  supposed   to  be  paid,  and  the  fluctuations  of  the
       m a r k e t  p r i c e  of labour beyond or below that point (the
       value) are not taken into consideration 1*).}
       
       "Der Produzent, der in seiner Industrie eine neue Teilung der Ar-
       beit einführen  oder von  einem moteur  naturel  2*)  profitieren
       will, wird  nicht eine hinlängliche Akkumulation des Kapitals ab-
       warten, um  auf diese  Art alle  Arbeiter, die  er  früher  nötig
       hatte, anzuwenden;  im Falle  der Teilung  der Arbeit  begnügt er
       sich vielleicht,  mit 5  Arbeitern hervorzubringen, was er früher
       mit 10  hervorbrachte: im Fall der Anwendung eines moteur naturel
       wird er  vielleicht nur  1 Maschine  und 2 Arbeiter anwenden. Das
       approvisionnement wird folglich reduziert sein im ersten Fall auf
       1500, im  zweiten auf  600. Da  aber  die  Arbeiterzahl  dieselbe
       bleibt, wird  ihre Konkurrenz  den Arbeitspreis  bald unter seine
       ursprüngliche Taxe  sinken machen."  (p. 63,  64.) "Das ist eines
       der frappierendsten Resultate des Gesetzes der Appropriation. Die
       absolute Vermehrung  des  Reichtums,  d.h.  der  Arbeitsprodukte,
       führt keine  verhältnismäßige Vermehrung [herbei] und kann selbst
       eine Verminderung im approvisionnement der Arbeiter herbeiführen,
       in dem Anteil, der ihnen von allen Arten Produkten
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       1*) wo  stets vorausgesetzt  ist, daß der Wert der Arbeit bezahlt
       wird und  die Fluktuation  des Marktpreises  der Arbeit über oder
       unter diesen  Punkt (den  Wert) nicht  in Betracht gezogen wird -
       2*) einer Naturkraft
       
       #374# Dreiundzwanzigstes Kapitel
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       zukömmt." (p. 64.) "Die Ursachen, welche den Arbeitspreis bestim-
       men" (hier  immer nur  vom  m a r k e t  p r i c e  of labour 1*)
       die Rede}  "sind die  absolute Quantität des produktiven Kapitals
       und das  Verhältnis zwischen den verschiednen Elementen des Kapi-
       tals, zwei soziale Tatsachen, worauf der Wille des Arbeiters kei-
       nen Einfluß ausüben kann." (p. 64.) "Alle Chancen sind fast gegen
       den Arbeiter." (l.c.)
       
       Das Verhältnis  zwischen den verschiednen Elementen des produkti-
       ven Kapitals ist doppelt bestimmt.
       E r s t e n s:   Die organische  Zusammensetzung des  produktiven
       Kapitals. Wir  verstehn darunter  die technologische Zusammenset-
       zung. Bei  gegebner Produktivkraft  der Arbeit - die als konstant
       angenommen werden kann, solange kein change eintritt - ist in je-
       der Sphäre der Produktion das Quantum Rohmaterial und Arbeitsmit-
       tel, also  das Quantum  konstantes Kapital,  seinen    s t o f f-
       l i c h e n   E l e m e n t e n   nach, bestimmt, das auf ein be-
       stimmtes Quantum  lebendiger   A r b e i t   (bezahlter  und  un-
       bezahlter), also die  s t o f f l i c h e n  E l e m e n t e  des
       v a r i a b l e n  Kapitals kömmt.
       Ist das  Verhältnis der  vergegenständlichten Arbeit zur lebendi-
       gen, die  angewandt wird,  klein, so  der Maßanteil des Produkts,
       der lebendige  Arbeit darstellt, groß, wie sich immer dieser Teil
       zwischen Kapitalist  und Arbeiter  teile. Wenn  umgekehrt,  umge-
       kehrt. Bei gegebner Rate der Exploitation der Arbeit ist auch die
       Surplusarbeit in  dem einen  Fall groß,  im andren klein. Changes
       können hier  nur eintreten infolge von change in der Produktions-
       weise, der das technologische Verhältnis der beiden Teile des Ka-
       pitals ändert.  Selbst in  diesem Fall  kann, wenn die  G r ö ß e
       der Kapitalien  verschieden ist,  das absolute  Quantum der ange-
       wandten lebendigen  Arbeit gleich oder selbst größer sein für das
       Kapital, das  mehr konstantes  Kapital anwendet.  Aber   r e l a-
       t i v   muß es  kleiner sein.  Für Kapitalien von derselben Größe
       oder auf  bestimmten aliquoten Teil des Gesamtkapitals, z.B. 100,
       berechnet, muß es absolut und relativ kleiner sein. Alle changes,
       infolge der  Entwicklung (nicht  der Abnahme)  der Produktivkraft
       der Arbeit,  vermindern den  Teil  des  Produkts,  der  lebendige
       Arbeit darstellt,  vermindern das  variable Kapital.  Wir  können
       sagen, wenn  wir Kapitalien  ¦¦1113¦  in  verschiednen  Produkti-
       onssphären  betrachten,   [diese  Veränderungen]  vermindern  das
       v a r i a b l e   Kapital absolut  in den Sphären, die auf höhrer
       Produktionsstufe stehn,  denn der Arbeitslohn ist als gleich vor-
       ausgesetzt.
       Soweit as to the changes 2*), die aus der Änderung in der Produk-
       tionsweise hervorgehn.
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       1*) Marktpreis der Arbeit - 2*) was die Wechsel betrifft
       
       #375# Cherbuliez
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       Z w e i t e n s  aber, die organische Zusammensetzung der Kapita-
       lien als  gegeben vorausgesetzt  und den Unterschied, der aus dem
       Unterschied ihrer organischen Zusammensetzung hervorgeht, so kann
       das   W e r t v e r h ä l t n i s  wechseln, obgleich die techno-
       logische Zusammensetzung dieselbe bleibt. Es kann stattfinden: a)
       change im Wert des konstanten Kapitals; b) change im Wert des va-
       riablen Kapitals; c)  c h a n g e  i n  b e i d e n,  in gleichen
       oder ungleichen Verhältnissen.
       a) Bleibt die  technologische Zusammensetzung dieselbe und change
       im Wert  des konstanten  Kapitals findet  statt,  so  fällt  oder
       steigt er.  Fällt er und wird nur dasselbe Quantum lebendiger Ar-
       beit  wie  früher  angewandt,  d.h.,  bleibt  die    P r o d u k-
       t i o n s l e i t e r   oder   -s t u f e   dieselbe, werden also
       z.B. nach  wie vor  100 Mann angewandt, so ist stofflich nach wie
       vor dasselbe Quantum Rohmaterial und Arbeitsmittel erheischt. Die
       surplus labour  aber bears  a greater  proportion  to  the  whole
       capital advanced  1*). Die Profitrate steigt. Im umgekehrten Fall
       fällt sie.  Im ersten  Fall, for the capitals already employed in
       that sphere (not those newly invested in them after the change of
       value in  the elements  of constant  capital has taken place) the
       total sum  of the  capital employed diminishes or some portion of
       that capital  is set  free, although  production continues  to be
       carried on  on the  same scale;  or the  capital so  liberated is
       added to  the production  and then works, like an accumulation of
       capital.  The   scale  of   production  is  enlarged,  and,  pro-
       portionally, the  absolute amount of surplus labour is increased.
       2*) Mit gegebner  P r o d u k t i o n s w e i s e  wirkt jede Ak-
       kumulation des  Kapitals, whatever  be the rate of surplus value,
       to the increase of its total amount 3*).
       Umgekehrt. Steigt  die value of the elements of constant capital,
       so either  the   s c a l e   o f  p r o d u c t i o n  (hence the
       mass of  the total capital advanced) must increase, to employ the
       s a m e   q u a n t i t y  of labour (the same variable capital -
       unchanged in  its value)  as before; and then, although the abso-
       lute amount  of surplus  value, and  the rate  of  surplus  value
       remains the  same, its  proportion to  the whole capital advanced
       sinks, and, hence, the rate of
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       1*) nimmt  zu im Verhältnis zu dem gesamten vorgeschossenen Kapi-
       tal - 2*) für die Kapitalien, die schon in jener Sphäre angewandt
       werden (nicht  diejenigen, die  neu in ihr investiert wurden nach
       dem Wechsel  des Werts in den Elementen des konstanten Kapitals).
       verkleinert sich  die Gesamtsumme  des angewandten  Kapitals oder
       ein Teil des Kapitals wird freigesetzt, obwohl die Produktion auf
       der gleichen  Stufenleiter fortgesetzt  wird; oder das so freige-
       setzte Kapital wird der Produktion hinzugefügt und wirkt dann wie
       eine Akkumulation  von Kapital.  Die Stufenleiter  der Produktion
       hat sich  vergrößert und  die absolute  Masse der  Mehrarbeit ist
       verhältnismäßig angestiegen.  - 3 welches auch immer die Rate des
       Mehrwerts sei, auf die Zunahme seiner Gesamtmasse
       
       #376# Dreiundzwanzigstes Kapitel
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       profit falls. 1*) Oder die Produktionsleiter und die total sum of
       capital advanced 2*) wird nicht erweitert. In diesem Fall muß un-
       ter allen Umständen das variable Kapital vermindert werden.
       Wird dieselbe Summe wie bisher auf capital constant ausgelegt, so
       repräsentiert diese  selbe  Summe  eine  kleinre  Portion  seiner
       stofflichen Elemente,  und da  das    t e c h n o l o g i s c h e
       V e r h ä l t n i s  dasselbe geblieben, less labour is to be em-
       ployed. The  whole capital advanced is then diminished by the la-
       bour dismissed;  the total value of the capital advanced is dimi-
       nished, but of that diminished capital the constant capital bears
       (value considered) a greater proportion. The surplus value is di-
       minished, absolutely,  because less  labour is  employed; and the
       proportion of  the remaining  surplus value  to the total capital
       advanced is  diminished, because  variable capital  bears a  less
       proportion to constant capital.
       On the  other hand,  if the whole capital is employed as before -
       the less value of the variable capital (representing a less quan-
       tity of the whole of labour - living labour - employed) being ab-
       sorbed by  the greater  value of  the constant  capital; the  one
       being diminished  in the  same proportion as the other is augmen-
       ted, then  the absolute  quantity of surplus value sinks, because
       less labour is employed, and, at the same time, the proportion of
       this surplus  value to the whole capital advanced falls. Thus the
       rate of  profit sinks  from two  causes, the  diminution  in  the
       amount of surplus labour, and, the decreasing proportion borne by
       that surplus labour to the total capital advanced. 3*)
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       1*) der  Wert der Elemente des konstanten Kapitals, so muß entwe-
       der die  Stufenleiter der  Produktion (also  die Masse des vorge-
       schossenen Gesamtkapitals)  steigen, um  die gleiche Menge Arbeit
       (das gleiche  variable Kapital  - unverändert in seinem Wert) wie
       vorher anzuwenden;  und dann, obwohl die absolute Masse des Mehr-
       werts und  die Rate  des Mehrwerts die gleiche bleibt, sinkt sein
       Verhältnis zum  gesamten vorgeschossenen  Kapital und daher fällt
       die Profitrate.  - 2*) Gesamtsumme des vorgeschossenen Kapitals -
       a wird  weniger Arbeit  angewandt werden. Das gesamte vorgeschos-
       sene Kapital wird dann um die Größe der freigesetzten Arbeit ver-
       mindert; der Gesamtwert des vorgeschossenen Kapitals wird vermin-
       dert; aber in diesem verminderten Kapital nimmt das konstante Ka-
       pital (dem  Wert nach) im Verhältnis zu. Der Mehrwert ist absolut
       verringert, weil weniger Arbeit angewandt ist; und das Verhältnis
       des übrigbleibenden Mehrwerts zu dem gesamten vorgeschossenen Ka-
       pital ist verringert, weil das variable Kapital im Verhältnis zum
       konstanten Kapital kleiner ist.
       Andererseits wird,  wenn das  gesamte Kapital  angewandt wird wie
       zuvor, der geringere Wert des variablen Kapitals (das eine gerin-
       gere Menge  der gesamten angewandten lebendigen Arbeit darstellt)
       absorbiert durch  den größeren Wert des konstanten Kapitals, denn
       das eine  wird im  gleichen Verhältnis  vermindert wie das andere
       sich vergrößert;  alsdann sinkt die absolute Menge des Mehrwerts,
       weil weniger Arbeit angewandt ist, und zur gleichen Zeit fällt
       
       #377# Cherbuliez
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       Im ersten Fall (bei sinking value of the elements of constant ca-
       pital 1*)),  wo die   P r o f i t r a t e  steigt unter allen Um-
       ständen, muß die  P r o d u k t i o n s s t u f e  erweitert wer-
       den, soll  die Summe des Profits sich vermehren. Gesetzt, das Ka-
       pital sei  600, halb konstant, halb variabel. Fiele der konstante
       Teil um  1/2 seines Werts, so nach wie vor 300 variabel, aber nur
       150 konstant.  Gesamt angewandtes Kapital nur 450 und 150 freige-
       setzt. Werden  die 150  wieder dem  Kapital zugefügt, so (von den
       150) sind  nun 100  in variablem  ¦¦1114¦ Kapital ausgelegt. Hier
       also die Produktionsstufe erweitert und die Masse angewandter Ar-
       beit, wenn  dasselbe Kapital  wie vorher  in der Produktion ange-
       wandt bleibt.
       Im umgekehrten Fall, bei rising value of the elements of constant
       capital 2*),  wo die   P r o f i t r a t e  unter allen Umständen
       fällt, soll  die Summe  des Profits sich nicht vermindern und die
       Masse der  angewandten Arbeit  (also der  surplus  value)  d i e-
       s e l b e   bleiben, muß  die    P r o d u k t i o n s s t u f e,
       also the  capital advanced,  increased 3*)  werden. Wird  sie das
       nicht, wird  nur the  old or  less than  the old capital advanced
       4*), so sinkt nicht nur die Rate, sondern die Masse des Profits.
       In beiden  Fällen bleibt  die Rate des Mehrwerts unverändert, die
       dagegen changiert bei einem Wechsel in der technologischen Zusam-
       mensetzung des  Kapitals: zunimmt,  wenn  das  konstante  Kapital
       wächst (weil dann die Arbeit produktiver), abnimmt, wenn es fällt
       (weil dann die Arbeit unproduktiver).
       b) Tritt ein  change im Wert des variablen Kapitals ein, unabhän-
       gig  von   der    o r g a n i s c h e n    Z u s a m m e n s e t-
       z u n g,   so dies  nur möglich,  weil Lebensmittel, die nicht in
       dieser Produktionssphäre  produziert werden,  die  als  Ware  von
       außen in sie eingehn, im Preis gefallen oder gestiegen sind.
       Fällt der  W e r t  d e s  v a r i a b l e n  Kapitals, so reprä-
       sentiert es nach wie vor dasselbe Quantum lebendiger Arbeit. Bloß
       kostet dies  selbe Quantum  weniger.  Bleibt  die    P r o d u k-
       t i o n s s t u f e   also dieselbe  (da der  Wert des konstanten
       Kapitals  unverändert),   so  vermindert   sich  der   Teil   des
       Totalkapitals, der im Ankauf von Arbeitern avanciert wurde. Weni-
       ger Kapital  auszulegen, um  dieselbe Anzahl  Arbeiter zu zahlen.
       Also vermindert  sich hier  bei   g l e i c h b l e i b e n d e r
       P r o d u k t i o n s s t u f e  die Summe des ausgelegten
       -----
       das Verhältnis  dieses Mehrwerts zum gesamten vorgeschossenen Ka-
       pital. Auf  diese Weise  sinkt die  Profitrate aus  zwei Gründen,
       weil die  Masse der  Mehrarbeit sich  verringert und  weil  diese
       Mehrarbeit im  Verhältnis zu dem gesamten vorgeschossenen Kapital
       abnimmt.
       1*) sinkendem  Wert der  Elemente des  konstanten Kapitals  - 2*)
       steigendem Wert  der Elemente  des konstanten  Kapitals - 3*) das
       vorgeschossene Kapital vergrößert - 4*) das alte oder weniger als
       das alte Kapital vorgeschossen
       
       #378# Dreiundzwanzigstes Kapitel
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       Kapitals. Die  Profitrate steigt  und zwar aus doppelten Gründen.
       Die  s u r p l u s  v a l u e i s t  g e s t i e g e n;  das Ver-
       hältnis der  lebendigen Arbeit  zur vergegenständlichten ist das-
       selbe geblieben,  aber größrer Teil der surplus value bezogen auf
       kleinres Gesamtkapital.  Wird dagegen der freigewordne Teil zuge-
       fügt, so dies =  A k k u m u l a t i o n.
       Steigt der   W e r t   d e s  v a r i a b l e n  Kapitals, so, um
       dieselbe Masse  Arbeiter wie bisher anzuwenden, auch mehr Gesamt-
       kapital auszulegen,  weil der  Wert des  konstanten Kapitals der-
       selbe bleibt  und der  des variablen gestiegen ist. Die Masse Ar-
       beit bleibt  dieselbe, aber  kleinrer Teil  davon surplus labour,
       und dieser  kleinre Teil  bezogen auf größres Kapital. Dies, wenn
       die        P r o d u k t i o n s s t u f e        d i e s e l b e
       b l e i b t,   während  der  Wert  des  Totalkapitals  gestiegen.
       Steigt dieser  Wert nicht,  so muß  die    P r o d u k t i o n s-
       s t u f e   vermindert werden. Die Masse labour nimmt ab, und von
       dieser verminderten  Masse kleinrer  Teil surplus  labour, which,
       too, bears  a smaller  proportion to  the whole  capital advanced
       1*).
       Die organic changes 2*) und die durch change of value 3*) hervor-
       gebrachten können  in gewissen circumstances 4*) denselben Effekt
       auf die  Profitrate haben.  Sie unterscheiden  sich aber dadurch:
       Sind die  letztren nicht bloßen fluctuations of market prices 5*)
       geschuldet, also  temporär, so  müssen sie  stets  einem  organic
       change in  den Sphären geschuldet sein, die Elemente des konstan-
       ten Kapitals oder des variablen liefern.
       Case 3 hier nicht weiter einzugehn.
       Bei  gleich   großen  Kapitalien   in     v e r s c h i e d n e n
       P r o d u k t i o n s s p h ä r e n   - oder  gleichem Quotum des
       Gesamtkapitals, z.B.  auf je  100 - kann die  o r g a n i s c h e
       K o m p o s i t i o n  d i e s e l b e,  aber das  W e r t v e r-
       h ä l t n i s   der  Elementarbestandteile,  des  konstanten  und
       variablen Kapitals,  verschieden sein,  je nach  dem verschiednen
       Wert der  angewandten Instrumental-  und  Rohmaterialmasse.  Z.B.
       Kupfer statt Eisen, Eisen statt Blei, Wolle statt Baumwolle etc.
       Anderseits, wenn das Wertverhältnis dasselbe, kann die organische
       Komposition verschieden sein? Bei Gleichheit der organischen Kom-
       position sind  die relativen  Massen, die, pro 100, in konstantem
       Kapital und  lebendiger Arbeit  sich  verbinden,  dieselben.  Die
       quantitativen Verhältnisse  dieselben. Es  ist möglich,  daß  der
       Wert des  konstanten Kapitals gleich ist, obgleich die relativ in
       Bewegung gesetzten  Arbeitsmassen verschieden. Wenn die Maschine-
       rie oder das Rohmaterial teurer (oder umgekehrt),
       -----
       1*) Mehrarbeit, die  auch im  Verhältnis zu  dem gesamten  vorge-
       schossenen Kapital  abnimmt - 2*) organischen Wechsel - 3*) Wech-
       sel des Werts - 4*) Umständen - 5*) Fluktuationen der Marktpreise
       
       #379# Cherbuliez
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       kann z.B.  weniger Arbeit  erheischt sein; aber dann ist auch der
       Wert des variablen Kapitals relativ kleiner oder umgekehrt.
       ¦1115¦ Nehme A und B. c' und v' seien die Bestandteile von A (dem
       Wert nach)  und c und v die von B (dem Wert nach). Wenn nun c':v'
       = c:v, so c'v = v'c. Also auch c'/c = v'/v.
       Es ist  nur folgendes  möglich, da  die    W e r t v e r h ä l t-
       n i s s e   gleich sind.  Wird in  der  andern  Sphäre    m e h r
       S u r p l u s a r b e i t  g e a r b e i t e t  (z.B. Nachtarbeit
       in  der  Agrikultur  unmöglich,  ditto  kann  zwar  der  einzelne
       Arbeiter überarbeitet  werden, aber das Gesamtquantum Arbeit, das
       angewandt werden  kann bei  gegebner Größe  des Grundstücks etc.,
       beschränkt durch den zu fabrizierenden Gegenstand (das Getreide),
       während bei  gegebner Größe  der Fabrik die Masse der Fabrikation
       von der  Stundenzahl abhängt,  die gearbeitet  wird (???????  1*)
       nach) -  d.h.,  es  liegt  in  der  Verschiedenheit  der  Produk-
       tionsweise, daß  in der einen Sphäre mehr Surplusarbeit angewandt
       werden kann  auf gegebner Produktionsstufe als in der andren), so
       mag das  Wertverhältnis  von  konstantem  und  variablem  Kapital
       dasselbe  sein,   dennoch  aber  die  relativ  zum  Gesamtkapital
       angewandte Arbeitsmasse verschieden. Oder nimm [an], das Material
       sei teurer und die Arbeit (als höhrer Art angehörig) in demselben
       Verhältnis. In  diesem Fall  A wendet 5 Arbeiter an, wo B 25, und
       sie kosten  100 l. wie die 25, weil ihre Arbeit teurer (also auch
       ihre Surplusarbeit  mehr wert).  Zugleich verarbeiten die 5 einen
       Rohstoff von  100 lbs. y, = 500, und die von B einen Rohstoff von
       1000 lbs. x, von 500, weil das Material teurer und die Produktiv-
       kraft  der   Arbeit  geringer   entwickelt  bei   A.   Hier   das
       W e r t v e r h ä l t n i s   100 l. v zu 500 c in beiden Fällen,
       aber die   o r g a n i s c h e   K o m p o s i t i o n  verschie-
       den.
       Das  W e r t v e r h ä l t n i s  dasselbe: Der Wert des konstan-
       ten Kapitals  in A  gleich dem in B, und im Verhältnis legt A so-
       viel Kapital in Arbeitslohn aus wie B. Aber die Masse seiner Pro-
       dukte geringer. Er braucht zwar absolut dieselbe Masse Arbeit wie
       B, aber  relativ mehr,  weil sein  konstantes Kapital  teurer. Er
       verarbeitet weniger  Rohstoff etc.  in derselben  Zeit, aber sein
       Weniger kostet  soviel  wie  das  Mehr  des  B.  In  diesem  Fall
       W e r t v e r h ä l t n i s  dasselbe; organische Zusammensetzung
       verschieden. Im  andren Fall  dies, bei  gleichem Wertverhältnis,
       nur möglich  im Fall verschiedner Surplusarbeit oder verschiedner
       Werte der verschiednen Arbeiten.
       Die organische Komposition kann so aufgefaßt werden: Verschiednes
       Verhältnis, worin  Auslage von  konstantem Kapital  nötig in  den
       verschiednen
       -----
       1*) dem Vermögen
       
       #380# Dreiundzwanzigstes Kapitel
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       Produktionssphären, um  dieselbe Masse Arbeit zu absorbieren. Die
       V e r b i n d u n g   d e r s e l b e n   M a s s e   A r b e i t
       mit dem Arbeitsgegenstand erheischt entweder mehr Rohmaterial und
       machinery in dem einen Fall als in dem andren oder bloß eines von
       beiden.
       {Bei sehr  verschiednen Verhältnissen von capital fixe und circu-
       lant  kann   das  Verhältnis  des    k o n s t a n t e n    u n d
       v a r i a b l e n   Kapitals  d a s s e l b e,  daher die surplus
       value dieselbe  sein, obgleich  die jährlich  produzierten  Werte
       verschieden sein müssen. Gesetzt, in der Kohlenindustrie, wo kein
       Rohmaterial angewandt  wird (abgesehn von den matières instrumen-
       tales 1*)),  sei das fixe Kapital die Hälfte des ganzen Kapitals,
       das variable  die andre  Hälfte. Gesetzt,  in der Schneiderei sei
       das fixe  Kapital =  0 (wie  vorhin, abgesehn  von  den  matières
       instrumentales), aber das Rohmaterial = 1/2, das variable ditto =
       1/2. So  werden beide  (bei gleicher Exploitation der Arbeit), da
       sie dieselbe Masse Arbeit relativ zum Kapital, pro 100, anwenden,
       dieselbe surplus  value realisieren. Aber gesetzt, das fixe Kapi-
       tal in  der Kohlenproduktion schlage einmal in 10 Jahren um, wäh-
       rend kein  Unterschied im Umschlag des zirkulierenden Kapitals in
       beiden Fällen.  Der von  dem Schneider Ende des Jahrs (wir wollen
       annehmen, das  variable Kapital  schlage in  beiden Fällen einmal
       um) produzierte  Wert = 150, wenn die surplus value = 50. Dagegen
       der am  Ende des  ersten Jahrs  vom Kohlenproduzenten produzierte
       Wert = 105 (nämlich 5 für fixes Kapital, 50 für variables, 50 für
       Surplusarbeit). Der Totalwert seines Produkts + dem fixen Kapital
       = 150,  nämlich Produkt = 105 + 45 für das restierende fixe Kapi-
       tal, wie  beim Schneider.  Die Produktion verschiedner Wertgrößen
       schließt also nicht die Produktion derselben surplus values aus.
       Im zweiten Jahre wäre das fixe Kapital des Kohleproduzenten = 45,
       variable =  50, Surplus  = 50. Also das vorgeschoßne Kapital = 95
       und Profit = 50. Die Profitrate wäre gestiegen, weil der Wert des
       fixen ¦¦1116¦  Kapitals abgenommen infolge des déchet von 1/10 im
       ersten Jahr.  Es unterliegt also gar keinem Zweifel, daß in allen
       Kapitalien, wo viel capital fixe angewandt - bei gleichbleibender
       Produktionsstufe -,  die Profitrate  steigen muß in dem Maße, wie
       jährlich der  Wert der  Maschine des  capital fixe fällt, infolge
       des schon  ersetzten déchet 2*). Verkauft der Kohleproduzent wäh-
       rend der  10 Jahre  fortwährend zu  demselben Preis, so muß er im
       zweiten Jahr  höhre Profitrate  machen als im ersten and so forth
       3*). Oder  es müßte  angenommen werden, daß die Reparaturarbeiten
       etc. im direkten 4*) Verhältnis zum déchet stehn, so daß sich die
       Totalsumme des jährlich unter
       -----
       1*) Hilfsstoffen  - 2*)  Verschleiß -  3*) und so weiter - 4*) in
       der Handschrift: umgekehrten
       
       #381# Cherbuliez
       -----
       der Rubrik fixes Kapital vorgeschoßnen Teils gleichbleibt. Dieser
       Extraprofit mag  sich auch  ausgleichen dadurch,  daß während der
       Zeit -  abgesehn vom  déchet - der Wert des fixen Kapitals sinkt,
       weil mit beßrer, nachträglich erfundner neuer Maschinerie zu kon-
       kurrieren. Andrerseits  erlaubt aber  diese  steigende  1*)  Pro-
       fitrate, die  natürlich aus  dem dechet erwächst, dem abnehmenden
       Wert des fixen Kapitals, zu konkurrieren mit beßrer neuer Maschi-
       nerie, bei  der noch  der ganze  Wert zu  berechnen. Endlich ver-
       kaufte der  Kohleproduzent [am  Ende des zweiten Jahres] wohlfei-
       ler, also  so berechnend:  50 auf  100 machte  50 p.c. Profit; 50
       p.c. auf  95 macht  47 1/2; verkaufte  er dieselbe  Masse Produkt
       [nicht zu 105, sondern] zu 102 1/2, so verkauft er wohlfeiler als
       der, dessen  Maschinerie sich z.B. erst im ersten Jahr der Arbeit
       befindet. Große Anlagen von capital fixe setzen Besitz von großem
       Kapital voraus. Und da diese großen Kapitalbesitzer den Markt be-
       herrschen, scheint  es nur,  daß sie  aus besagtem Grund erst mit
       surplus profit (Rente) arbeiten. Diese Rente geht in der Agrikul-
       tur daraus hervor, daß mit relativ fruchtbarerem Boden gearbeitet
       wird, aber hier wird mit relativ wohlfeilrer Maschinerie gearbei-
       tet.}
       {Eine Masse  Geschichten, die dem Verhältnis von fixem und zirku-
       lierendem Kapital  zugeschlagen werden,  gehören dem  Unterschied
       von variablem  und konstantem  an. Erstens  können diese Verhält-
       nisse dieselben  sein, die von konstantem und variablem, obgleich
       die von  fixem und zirkulierendem verschieden sind. Zweitens han-
       delt es  sich bei  konstantem und  variablem um die ursprüngliche
       Teilung   des    Kapitals   zwischen    lebendiger   Arbeit   und
       v e r g e g e n s t ä n d l i c h t e r,  nicht von der Modifika-
       tion dieses  Verhältnisses durch  den Zirkulationsprozeß oder den
       Einfluß des letztren auf die Reproduktion.
       D'abord 2*)  klar, daß die Differenz von fixem und zirkulierendem
       Kapital nur soweit den Mehrwert affizieren kann (abgesehn von Un-
       terschieden in  der Masse  der angewandten lebendigen Arbeit, die
       sich auf  das Verhältnis von variablem und konstantem Kapital be-
       ziehn), als es den Umschlag des Gesamtkapitals affiziert. Also zu
       untersuchen, wie  der Umschlag  wirkt auf den Mehrwert. Es hängen
       offenbar two  3*) Umstände  genau damit  zusammen: 1. die surplus
       value kann nicht so rasch (so oft) akkumuliert werden, in Kapital
       rückverwandelt; 2.  das   a v a n c i e r t e  K a p i t a l  muß
       wachsen, sowohl um dieselbe Masse Arbeiter in Gang zu halten etc.
       als wegen  der längren Vorschüsse, die der Kapitalist sich selbst
       machen muß  [für] seine  eignen Konsumtionskosten. Diese Umstände
       wichtig beim  P r o f i t.  Hier aber nur zu sehn
       -----
       1*) In der Handschrift: sinkende - 2*) Zunächst - 3*) zwei
       
       #382# Dreiundzwanzigstes Kapitel
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       zunächst, wie  sie auf die surplus value wirken. Und diese beiden
       Umstände immer auseinanderzuhalten.}
       {Alles, was die Avancen vergrößert, ohne den Mehrwert verhältnis-
       mäßig zu  vergrößern, vermindert die Profitrate, even if the sur-
       plus value  remains the same 1*); alles was sie vermindert, umge-
       kehrt. Sofern  also großes capital fixe im Verhältnis zum capital
       circulant -  oder verschiedner  Umschlag des Kapitals - die Größe
       der Avancen  affiziert, affiziert er die Profit rate, even if not
       at all affecting the surplus value 2*).}
       {Die Profitrate ist nicht simply die surplus value, berechnet auf
       das vorgeschoßne  Kapital. Sondern the mass of surplus value, re-
       alized   w i t h i n  a  g i v e n  p e r i o d  3*), d.h. in ei-
       nem bestimmten  Zirkulationsausschnitt. Soweit  also  der  Unter-
       schied von  fixem und zirkulierendem Kapital die mass of  surplus
       value affiziert,  die ein  bestimmtes Kapital    w i t h i n    a
       g i v e n   p e r i o d  realisiert, affiziert er die Profitrate.
       Das doppelte  Moment kömmt  herein, der  Unterschied in der Größe
       der   a v a n c e s   (relatively to  the surplus value realized)
       und secondly  the difference  in the   l e n g t h   o f  t i m e
       for which these advances have to be made before they are returned
       with a surplus 4*).}
       ¦¦1117¦ {Die  Reproduktionszeit oder  vielmehr die Anzahl der Re-
       produktionen in  einem bestimmten Zeitraum wesentlich durch 2 Um-
       stände affiziert:
       1.  V e r l ä n g e r t e r   A u f e n t h a l t   d e s  P r o-
       d u k t s   i n   d e r   e i g e n t l i c h e n    P r o d u k-
       t i o n s s p h ä r e.
       E r s t e n s   m ö g l i c h,  daß ein Produkt zu seiner Produk-
       tion längre  Zeit wie ein andres bedarf, sei es längre Abschnitte
       des Jahres oder ein ganzes Jahr oder mehr wie ein Jahr. (Letztres
       z.B. in  Bauten, in der Viehzucht und in manchen Luxusprodukten.)
       In diesem  Falle absorbiert  es, je  nach der Zusammensetzung des
       produktiven Kapitals,  in konstantes  und variables,  fortwährend
       Arbeit, oft  sehr viel Arbeit (wie bei Luxusprodukten, Bauten) im
       Verhältnis zum  konstanten Kapital. Also im Verhältnis, wie seine
       Produktion länger  dauert, aber  auch gleichmäßige  Fortdauer des
       Arbeitsprozesses, fortwährendes  Absorbieren von  Arbeit und Sur-
       plusarbeit.
       Z.B. bei  Vieh oder  Bauten, z.B.  letztre genommen, die mehr als
       ein Jahr  erfordern. Das  Produkt  kann  erst  zirkulieren,  d.h.
       verkauft werden,  auf den Markt geworfen werden, sobald es fertig
       ist. Die Surplusarbeit des ersten Jahrs ist mit der andren Arbeit
       im unfertigen Produkt des ersten
       -----
       1*) selbst wenn der Mehrwert derselbe bleibt - 2*) selbst wenn er
       den Mehrwert  überhaupt nicht affiziert - 3*) die Masse des Mehr-
       werts, in  einer gegebenen  Periode realisiert  - 4*)  Vorschüsse
       (relativ zu dem realisierten Mehrwert) und zweitens die Differenz
       in der  Länge der  Zeit, für  die diese Vorschüsse gemacht werden
       müssen, bevor sie mit einem Surplus zurückkehren
       
       #383# Cherbuliez
       -----
       Jahrs objektiviert. Sie ist weder kleiner noch größer als in and-
       ren Industriezweigen,  wo dasselbe  Verhältnis von konstantem und
       variablem Kapital herrscht. Aber der Wert des Produkts kann nicht
       realisiert werden,  d.h. in  dem Sinne,  daß  er  nicht  in  Geld
       verwandelt werden  kann,  also  auch  nicht  die  surplus  value.
       Letztre kann daher nicht als Kapital akkumuliert werden, noch zur
       Konsumtion verwandt  werden. Das  vorgeschoßne Kapital sowohl wie
       die surplus  value dienen  sozusagen als  Unterlage  der  Weiter-
       produktion. Sie  sind Voraussetzung  derselben und gehn gewisser-
       maßen als  Halbfabrikat, d'une  manière ou  d'une autre  1*)  als
       Rohmaterial in die Produktion des zweiten Jahrs ein.
       Gesetzt, das Kapital sei 500, Arbeit = 100, Mehrwert = 50, so das
       der Produktion  vorgeschoßne Kapital  = 550 + 500, die im zweiten
       Jahr vorgeschossen  werden. Der Mehrwert wieder = 50. So der Wert
       des Produkts  = 1100  l. Wovon  100 Mehrwert.  In diesem Fall der
       Mehrwert derselbe,  als wenn das Kapital reproduziert wäre im er-
       sten Jahr und im zweiten wieder 500 l. angelegt. Das variable Ka-
       pital  immer   100  und   der  Mehrwert   immer  50.   Aber   die
       P r o f i t r a t e   verschieden. Sie  ist im ersten Jahr 50/500
       oder 10  p.c. Im  zweiten Jahr aber ist vorgeschossen 550 + 500 =
       1050, und  davon ist 1/10 = 105. Wird also dieselbe Rate des Pro-
       fits berechnet,  so der  Wert des  Produkts gleich:  1. Jahr 550,
       2.Jahr 550+500+55+50  = 1155.  Und der  Wert des Produkts am Ende
       des zweiten  Jahrs =  1155. Er  wäre sonst nur = 1100. Der Profit
       ist hier größer als der produzierte Mehrwert, denn dieser beträgt
       nur 100.  Rechnet man  die Konsumtionskosten  des Kapitalist mit,
       die er  sich während  2 Jahre  vorschießen muß, so das ausgelegte
       Kapital noch  größer im Verhältnis zum Mehrwert. Allerdings dafür
       auch der  ganze Mehrwert  des ersten Jahres in Kapital verwandelt
       im zweiten. Ferner ist das in Arbeitslohn ausgelegte Kapital grö-
       ßer, weil  die 100 Ende des ersten Jahrs nicht reproduziert sind,
       während das  zweite Jahr also 200 für dieselbe Arbeit vorgeschos-
       sen werden  müssen, wozu  sonst 100  genügen, die sich im 1. Jahr
       reproduzieren.
       Z w e i t e n s.   Nachdem der  Arbeitsprozeß beendigt,  muß  das
       Produkt noch  in der  Produktionssphäre bleiben, um Naturprozesse
       durchzumachen, die  keine  oder  relativ  nur  ganz  unbedeutende
       Arbeit erfordern, wie der Wein im Keller. Erst nach Ablauf dieser
       Frist das  Kapital reproduzierbar.  Hier offenbar,  welches immer
       sonst  das  Verhältnis  von  variablem  und  konstantem  Kapital,
       dasselbe, als wäre mehr konstantes und weniger variables
       -----
       1*) auf die eine oder andere Weise
       
       #384# Dreiundzwanzigstes Kapitel
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       Kapital ausgelegt.  Die surplus labour, wie die labour überhaupt,
       die hier  während bestimmter Periode angewandt, kleiner. Wenn die
       Profitrate dieselbe,  so dies  geschuldet der Ausgleichung, nicht
       der in  dieser Sphäre erzeugten surplus value. Es muß früher mehr
       Kapital avanciert werden, um den Reproduktionsprozeß - die Konti-
       nuität der Produktion - aufrechtzuerhalten. Und wieder aus diesem
       Grunde sinkt  das Verhältnis der surplus value zu dem vorgeschoß-
       nen Kapital.
       D r i t t e n s.     U n t e r b r e c h u n g e n    i m    A r-
       b e i t s p r o z e ß   während das  Produkt sich im Produktions-
       prozeß befindet,  wie  bei  der  Agrikultur,  bei  Prozessen  wie
       Gerberei etc.,  wo chemische Prozesse einen Intervall bilden, be-
       vor das Produkt aus einer Phase zur nächst höheren übergehn kann.
       Wird in solchen Fällen durch chemische Entdeckungen das Intervall
       verkürzt, so  die Produktivität  der Arbeit vermehrt, die surplus
       value [vergrößert] und kürzre Zeit vergegenständlichte Arbeit dem
       Prozeß avanciert.  In allen diesen Fällen die surplus value klei-
       ner, das avancierte Kapital größer.
       2. Dasselbe findet statt, wenn die returns 1*) von zirkulierendem
       Kapital wegen Entfernung des Markts länger dauern als das average
       2*). Auch  hier der  Kapitalvorschuß größer,  die  surplus  value
       kleiner und  [kleiner] ihr  Verhältnis zum  avancierten Kapital.}
       {Im letztren  Fall länger  in der  Zirkulationssphäre fixiert, im
       andren in der Produktionssphäre.}
       ¦¦1118¦ {Nehmen  wir an,  in irgendeinem Zweig der Transportindu-
       strie das  vorgeschoßne Kapital  = 1000, fixes Kapital = 500, das
       sich in  fünf Jahren abnütze. Variables Kapital = 500, das einmal
       3*) im  Jahr umlaufe.  Dann der  jährliche Wert  des  Produkts  =
       100+500+100, wenn  die Rate  des Mehrwerts  = 20  p.c. Zusammen =
       700. Andrerseits in einem Zweig der Schneiderei sei das konstante
       zirkulierende Kapital  = 500  (fixes = 0) und das variable = 500,
       Mehrwert =  100. Schlage  4 x  im Jahr um. Dann Wert des Produkts
       (jährlich) =  4(500+500)+100 =  4100. Mehrwert  in beiden  Fällen
       derselbe. Das  letzte Kapital  schlägt ganze  4x im  Jahr um oder
       einmal in  einem Vierteljahr.  Das andre  schlägt um 600 im Jahr,
       also im Vierteljahr 600/4 = 150. Also 50 in einem Monat; 100 in 2
       Monaten und 400 in 8 Monaten. Das ganze Kapital braucht, um umzu-
       schlagen, 1  Jahr und  8 Monate  oder 20  Monate. In  einem  Jahr
       schlägt nur um davon 6/10.
       Nun wird man sagen, das erste, um einen Profit von 10 p.c. zu ma-
       chen, schlägt  auf Wert  von 1000 vierteljährlich weniger als das
       andre. Aber hier
       -----
       1*) Umläufe - 2*) im Durchschnitt - 3*) in der Handschrift: 4mal
       
       #385# Cherbuliez
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       handelt es sich nicht um Zuschlagen. Der eine macht mehr Mehrwert
       auf sein  konsumiertes Kapital,  aber nicht auf sein angewandtes.
       Hier geht  er Unterschied  aus dem Mehrwert hervor, nicht aus dem
       Draufschlagen von  Profit. Der  Unterschied liegt  hier im  Wert,
       nicht im  Mehrwert. Beide schlagen das variable Kapital von 500 4
       x im Jahr um. Sie machen Mehrwert im Jahr = 100, [Jahres]rate des
       Mehrwerts = 20 p.c. Aber im Vierteljahr 25 l., also mehr Prozent?
       25 auf  500 alle  Vierteljahr =  5 p.c.  das Vierteljahr, also 20
       p.c. im Jahr.
       Der erste  schlägt 1/2  seines Kapitals  4mal im  Jahr um und von
       seiner andern  1/2 nur  1/5 im  Jahr. Die  Hälfte von viermal ist
       z w e i m a l   1*). Er  schlägt also im Jahr 2 1/10 mal 2*) sein
       Kapital um.  Der andre  schlägt es  ganz 4 x um. Aber dies ändert
       absolut nichts an der surplus value. Setzt der letztre den Repro-
       duktionsprozeß kontinuierlich  fort, so  muß er  beständig 500 in
       Rohmaterial etc.  verwandeln und  hat immer  nur 500  für Arbeit,
       während der andre ditto 500 für Arbeit hat und die andren 500 ein
       für allemal (i.e. für 5 Jahre) in einer Gestalt besitzt, worin er
       es nicht rückzuverwandeln braucht. Dies gilt aber nur, wenn trotz
       der Differenz von fixem und zirkulierendem Kapital das Verhältnis
       3*) von  variablem und  konstantem [in beiden Kapitalien] gleich.
       Besteht 1/2  aus konstantem  und 1/2 aus variablem bei beiden, so
       kann [bei  dem einen]  1/2 nur aus fixem bestehn, wenn das zirku-
       lierende konstante  Kapital =  0, und  [bei dem  anderen] 1/2 aus
       zirkulierendem konstantem  bestehn, wenn  das fixe  = 0. Obgleich
       nun das zirkulierende konstante = 0 sein kann, wie in der extrak-
       tiven Industrie  und der Transportindustrie, wo aber die matières
       instrumentales 4*) statt des Rohmaterials zirkulierendes konstan-
       tes Kapital bilden, so das fixe Kapital (außer bei Bankiers etc.)
       nie = 0. Indes bleibt sich das gleich, wenn das konstante Kapital
       in beiden  Fällen im  selben Verhältnis  zum variablen steht, ob-
       gleich es in dem einen Fall weniger, in dem andren mehr fixes und
       weniger zirkulierendes  konstantes Kapital enthält, in dem andren
       Fall umgekehrt.  Es findet  hier nur Unterschied statt in der Re-
       produktionszeit der  einen Hälfte des Kapitals und der des Gsamt-
       kapitals. Der eine muß die 5001. für 5 Jahre vorschießen, ehe sie
       retournieren, der andre für 1 Vierteljahr oder 1 Jahr. Die Dispo-
       sitionsfähigkeit über das Kapital ist verschieden. Die avance ist
       nicht verschieden, aber die Zeit, wofür avanciert ist. Dieser Un-
       terschied geht uns hier nichts an. Mehrwert und Profit sind hier,
       wenn das ganze vorgeschoßne Kapital betrachtet wird, derselbe:
       -----
       1*) In der  Handschrift: 1/2  4x mal  ist =  1 2mal  - 2*) in der
       Handschrift: 2 1/5 mal - 3*) in der Handschrift: d. Unterschied -
       4*) Hilfsstoffe
       
       #386# Dreiundzwanzigstes Kapitel
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       100 l.  im ersten Jahr auf das vorgeschoßne 1000. Im zweiten Jahr
       eher die  höhre Profitrate auf Seite des fixen, weil das variable
       Kapital dasselbe  geblieben, der  Wert des  fixen sich vermindert
       hat. Er  schießt im  zweiten Jahr  nur vor  400 fixes und 500 va-
       riables und  macht nach  wie vor  100. Aber  100 auf 900 = 11 1/9
       p.c., während der andre, wenn er fortfährt zu reproduzieren, nach
       wie vor 1000 vorschießt und 100 macht, = 10 p.c.
       Anders natürlich,  wenn mit dem fixen Kapital das konstante Kapi-
       tal überhaupt wächst gegen das variable oder überhaupt mehr Kapi-
       tal vorgeschossen werden muß, um dieselbe Quantität Arbeit in Be-
       wegung zu setzen. Im obigen Fall fragt es sich nicht, wie oft das
       Gesamtkapital retourniert oder wie groß der Vorschuß, sondern wie
       oft der  Teil retourniert, der hinreichend ist, um dieselbe Masse
       produktive Arbeit  in Bewegung  zu setzen, wie im andren Fall, um
       den Produktionsprozeß  zu erneuern.  Wäre aber im obigen Beispiel
       das fixe  Kapital [nicht  500, sondern] = 1000, das zirkulierende
       [nach wie  vor] nur  = 500,  so änderte sich die Sache. Dies käme
       aber nicht  daher, daß es fix ist. Denn kostete das zirkulierende
       konstante im  zweiten Fall  (wegen Teuerkeit  des Materials z.B.)
       1000 [statt  500], so  wäre der case wie vorher. Da in den ersten
       Fällen [der  beiden Beispiele]  je größer das fixe Kapital, um so
       größer die  relative Größe  des vorgeschoßnen  Kapitals überhaupt
       relativ zum  variablen, wirft  man dies  durcheinander. Sonst die
       ganze Geschichte vom Umlauf eigentlich ursprünglich dem merkanti-
       len Kapital  entlehnt, wo er durch andre Gesetze bedingt ist: Wo,
       wie ich  gezeigt habe  [100], in  der Tat die Profitrate bestimmt
       ist durch die average Anzahl der Umläufe, abgesehn von der Kompo-
       sition dieses  Kapitals, das übrigens hauptsächlich aus zirkulie-
       rendem besteht.  Denn beim  merkantilen Kapital  sein Profit  be-
       stimmt durch den general rate of profit.}
       ¦¦1119¦ {Der  Witz ist  der. Das fixe Kapital sei = x. Schlägt es
       nur einmal  in 15  Jahren um,  so 1/l6  in einem  Jahr,  aber  es
       braucht auch nur 1/15 ersetzt zu werden. Es wäre nichts damit ge-
       holfen, daß  es 15x  im Jahr ersetzt würde. Es nähme nach wie vor
       dieselbe Masse  ein. Das Produkt würde nur dadurch verteuert. Al-
       lerdings ist die Dispositionsfähigkeit kleiner und das Risiko der
       Depreziation größer, als wenn dieselbe Masse Kapital in zirkulie-
       render Form  vorgeschossen. Aber  dies ändert  am Surplus nichts,
       obgleich es in die Berechnung der  P r o f i t r a t e  unter den
       Herrn Kapitalisten  eingeht, indem  in die  Berechnung des déchet
       dieses Risiko eingerechnet wird. Was aber den andren Teil des Ka-
       pitals  angeht,   sei  der   zirkulierende  Teil  des  konstanten
       (matières brutes  und matières  instrumentales 1*))  = 25 000 für
       ein
       -----
       1*) Rohstoffe und Hilfsstoffe
       
       #387# Cherbuliez
       -----
       Jahr und der Arbeitslohn = 5000. So müßten, wenn es nur einmal im
       Jahr retournierte, 30 000l. während des ganzen Jahres vorgeschos-
       sen werden,  und wenn  der Mehrwert = 100 p.c., = 5000, so Profit
       Ende des Jahrs = 5000 auf 30 000, = 16 2/3 p.c.
       [Retournierte es] dagegen alle 1/5 Jahr, so nur nötig Kapitalvor-
       schuß von 5000 für konstantes zirkulierendes Kapital und 1000 für
       Arbeitslohn. Pr[ofit 1000] und in dem 5/5 Jahr 5000. Dieser Mehr-
       wert aber  gemacht auf  ein Kapital  von 6000, da nie mehr vorge-
       schossen wird.  Der Profit  war [also 5000 auf] 6000 oder 5/6, 5x
       soviel, =  83 1/3 p.c. (Abgesehn vom capital fixe.) Also sehr be-
       deutender Unterschied in der Profit[rate, weil] in der Tat Arbeit
       für 5000  mit einem  Kapital von  1000 und  Rohmaterial etc.  für
       25 000 mit einem Kapital [von 5000 gekauft] wird. Wären die Kapi-
       talien gleich  bei dieser  verschiednen Rate  des  Umschlags,  so
       könnten im  ersten Fall  nur [6000 avanciert werden.] Oder monat-
       lich nur  500, wovon  5/6 in  capital constant und 1/6 in capital
       variable. Dies  1/6 =  831/3, worauf  100 [p.c. Mehrwert 83 1/3,]
       und [dies]  machte für  das Jahr  (83 + 1/3) 12 = 12/3 (oder 4) +
       996 = 1000. Aber 1000 auf 60[00 = 16 2/3 p.c.}] 1*)
       -----
       1*) Die  in diesem Absatz in eckigen Klammern gegebenen Textstel-
       len in der Handschrift durch Tintenfleck unleserlich.
       

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