Quelle: MEW 26.3 Theorien über den Mehrwert - Dritter Teil
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[VIERUNDZWANZIGSTES KAPITEL]
Richard Jones
[1. "An Essay on the Distribution of Wealth...". Sinn für den hi-
storischen Unterschied der Produktionsweisen bei Jones. Seine
Überlegenheit in einzelnen Fragen der Rententheorie gegenüber Ri-
cardo]
Rev. R. Jones, "An Essay on the Distribution of Wealth, and on
the Sources of Taxation", Lond. 1831, Part I: Rent.
Schon diese erste Schrift on Rent zeichnet sich durch das aus,
was allen englischen Ökonomen seit Sir James Steuart fehlt, Sinn
für den historischen Unterschied der Produktionsweisen. (Solcher
richtigen distinction 1*) der geschichtlichen Formen im großen
und ganzen widersprechen sehr bedeutende archäologische, philolo-
gische und historische blunders 2*) nicht, wie sie dem J[ones]
nachgewiesen wurden. Sieh z.B. "Edinburgh Review". Vol. LIV, Art.
IV [103].)
Er fand bei den modernen Ökonomen nach Ric[ardo] Rent bestimmt
als Surplusprofit, eine Bestimmung, die voraussetzt, daß der far-
mer Kapitalist ist (oder ein farming capitalist die Erde ex-
ploitiert), der average profit 3*) für diese besondre Anwendung
des Kapitals erwartet, und daß die Agrikultur selbst der kapita-
listischen Produktionsweise subsumiert ist. Kurz, das Grundeigen-
tum wird hier nur aufgefaßt in der verwandelten Gestalt, die ihm
das Kapital als das herrschende Produktionsverhältnis der Gesell-
schaft gegeben hat, seiner modernen bürgerlichen Form. Jones
teilt durchaus nicht diese Illusion, daß das Kapital seit Beginn
der Welt etabliert war.
Seine Ansichten vom Ursprung der Rente überhaupt in folgenden
Sätzen zusammengefaßt:
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1*) Unterscheidung - 2*) Irrtümer - 3*) Durchschnittsprofit
#391# Richard Jones
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"Die Fähigkeit der Erde, selbst der primitivsten Arbeit der Men-
schen mehr als nötig für die Subsistenz des Bebauers zu liefern,
und ihn so befähigt, einen Tribut zu zahlen, ist der Ursprung der
Rente." (p. 4.) "Rent [hat] also ihren Ursprung in der Aneignung
des Bodens zu einer Zeit, wo die Masse des Volkes gezwungen ist,
ihn entweder unter jeder Bedingung zu bebauen oder zu verhungern,
und wo ihr dürftiges Kapital an Gräten, Samen usw., da es ganz
unzureichend ist, ihnen ihren Unterhalt in einem anderen Gewerbe
als in der Landwirtschaft zu gewähren, mit ihnen durch eine über-
wältigende Not an den Boden gekettet ist." [p. 11.]
Jones verfolgt die Rente durch alle Wandlungen von ihrer rohsten
Gestalt als Fronarbeit bis zu der modernen <Pachtrente> farmers
rent. Er findet überall, daß einer bestimmten Form der Arbeit und
ihrer Bedingungen eine bestimmte Form der Rente, i.e. des Grund-
eigentums entspricht. So werden der Reihe nach betrachtet Labour
Rents or Serf Rents, Change from Labour Rents to Produce Rents,
Metayers Rents, Ryot [104] Rents 1*) etc. - eine Entwicklung, die
uns hier im Detail nichts angeht. In allen frühren Formen er-
scheint der Grundeigentümer, nicht der Kapitalist, als der unmit-
telbare Aneigner fremder s u r p l u s l a b o u r. Die
R e n t e (wie sie bei den Physiokraten durch R e m i n i s-
z e n z gefaßt ist) erscheint historisch (so noch auf der
größten Stufenleiter bei den asiatischen Völkern) als die all-
gemeine Form der s u r p l u s l a b o u r, der unentgeltlich
zu verrichtenden labour. Hier ist nicht, wie beim Kapital, die
Aneignung dieser surplus labour durch Austausch vermittelt,
sondern ihre Basis ist die gewaltsame Herrschaft eines Teils der
Gesellschaft über den andren (daher auch direkte Sklaverei,
Leibeigenschaft oder politisches Abhängigkeitsverhältnis).
Da wir hier das Grundeigentum nur zu betrachten, soweit seine
Auffassung die des Kapitals bedingt, gehn wir weg über J[one]s'
Entwicklungen gleich zu dem Resultat, was ihn sehr vorteilhaft
von allen seinen Vorgängern unterscheidet:
Vorher noch einige incidental remarks 2*).
Bei der F r o n a r b e i t - und den Formen der Leibeigen-
schaft (resp. Sklaverei), die ihr mehr oder minder entsprechen -
¦¦1122¦ hebt Jones unbewußt die zwei Formen hervor, worin sich
alle surplus value (surplus labour) auflöst. Es ist überhaupt
charakteristisch, daß die eigentliche Fronarbeit i n b r u-
t a l s t e r F o r m a m k l a r s t e n d a s S u b-
s t a n t i e l l e a n d e r L o h n a r b e i t z e i g t.
"Die R e n t e" (wo Fronarbeit) "kann nur vermehrt werden unter
diesen Umständen, entweder indem die Arbeit der Lehnbauern ge-
schickter und wirksamer angewandt
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1*) Arbeitsrenten oder Renten der Leibeigenen, der Wechsel von
den Arbeitsrenten zu Produktenrenten, Halbpachtrenten, Ryotrenten
- 2*) beiläufige Bemerkungen
#392# Vierundzwanzigstes Kapitel
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wird" {relative surplus labour}, "aber als ein Hindernis die Un-
fähigkeit der Grundeigentümer, die Wissenschaft der Agrikultur zu
fördern, oder indem die Menge der geforderten Arbeit vermehrt
wird und dann, wenn die Ländereien der Grundeigentümer besser,
die der Leibeigenen, denen Arbeit entzogen, um so schlechter be-
stellt werden." (l.c., ch. II, [p. 61].)
Was dies Buch von Jones über R e n t unterscheidet von dem
s u b 2 zu erwähnenden "S y l l a b u s" dies: In der ersten
Schrift geht er von den verschiednen Formen des Grundeigentums
als gegeben aus; in der zweiten von den verschiednen Formen der
Arbeit, denen sie entsprechen.
Jones zeigt auch, wie diesen verschiednen Produktionsverhältnis-
sen verschiedne Grade in der Entwicklung der gesellschaftlichen
Produktivkraft der Arbeit entsprechen.
Die Fronarbeit (ganz wie die Sklavenarbeit) hat das mit der Lohn-
arbeit gemein, quoad 1*) Rente, daß letztre in Arbeit, nicht in
P r o d u k t e n, noch weniger in G e l d gezahlt wird.
Bei der "Metayers Rent" 2*) "zeigt das Vorschießen von Betriebs-
mitteln durch den Grundeigentümer und das Ü b e r l a s s e n
d e r L e i t u n g d e s B o d e n a n b a u e s a n d e n
w i r k l i c h e n A r b e i t e r das ständige Fehlen einer
zwischen ihnen stehenden Kapitalistenklasse." (p. 74.)
"Ryotrenten sind P r o d u k t e n r e n t e n, d i e e i n
A r b e i t e r, d e r s e i n e n e i g e n e n A r-
b e i t s l o h n a u s d e m B o d e n z i e h t, an d e n
S o u v e r ä n a l s d e s s e n E i g e n t ü m e r
z a h l t." (ch. I, [p. 109].) (Asien besonders.) "Die Ryotren-
ten oft vermischt mit Arbeitsrenten und Halbpachtrenten." (p. 136
sq.) [Hier der] Souverän Hauptlandlord. "Das Gedeihen oder viel-
mehr die E x i s t e n z v o n S t ä d t e n in Asien ent-
springt völlig dem lokalen Aufwand der Regierung." (l.c. [p.
138].)
"Cottier-Renten [105]... sind alle Renten, d i e v e r-
t r a g s m ä ß i g i n G e l d z u z a h l e n s i n d von
bäuerlichen Pächtern, die ihren eigenen Lebensunterhalt aus dem
Boden ziehen." (p. 143.) (Irland) "Auf der größten Oberfläche der
Erde keine Geldrenten."
"Alle diese Formen" (serf, ryot, metayer, cottier etc., kurz
peasants rents 3*)) "hindern die volle Entwicklung der Produktiv-
kräfte der Erde." "Die D i f f e r e n z i n d e r
P r o d u k t i v i t ä t d e r I n d u s t r i e besteht er-
stens in der Menge der Vorrichtungen, die die Industrie ge-
braucht, um Handarbeit anzuwenden, und zweitens in dem Ausmaß,
wodurch die rein physischen Tätigkeiten durch die akkumulierten
Resultate vergangener Arbeit unterstützt werden, also von den
verschieduen Quantitäten Geschick, Wissen und Kapital, die für
die Produktion herangezogen werden... "K l e i n e A n z a h l
d e r [n i c h t] l a n d w i r t s c h a f t l i c h e n
K l a s s e n. Es ist unverkennbar, daß die relative Anzahl von
Menschen, die, ohne selbst Ackerbauarbeit zu leisten, unterhalten
werden können, v ö l l i g n a c h d e n P r o d u k t i v-
k r ä f t e n d e r A c k e r b a u e r g e m e s s e n
w e r d e n m u ß." (ch. VI, [p. 157-160].) "Als in England die
Arbeit der Hörigen abkam, da wurden die Pächter, die nun die
Bewirtschaftung
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1*) was anbelangt - 2*) "Halbpachtrente" - 3*) Leibeigenen-,
Ryot-, Halbpächter-, Häusler- etc., kurz Bauernrenten
#393# Richard Jones
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der Domänen der Grundeigentümer übernahmen, auf dem Lande gefun-
den. Es waren f r e i e B a u e r n." (l.c. [p. 166].)
Wir kommen endlich zum Punkt, der uns hier entscheidend interes-
siert, zu den Farmers' Rents. Hier ist es, wo die Superiorität
von J[ones] schlagend hervortritt, indem er das, was Ric[ardo]
etc. als ewige Form des Grundeigentums fassen, als dessen bürger-
liche Form nachweist, die überhaupt erst eintritt, 1. sobald das
Grundeigentum aufgehört, das die Produktion und darum die Gesell-
schaft beherrschende Verhältnis zu sein; 2. sobald die Agrikultur
selbst kapitalistisch betrieben wird, was die Entwicklung der
großen Industrie (at least of manufacture 1*)) in der städtischen
Industrie voraussetzt. Jones zeigt nach, daß Rent im
Ric[ardo]schen Sinn nur in einer ¦¦1123¦ Gesellschaft existiert,
deren Basis die kapitalistische Produktionsweise. Mit der Ver-
wandlung der Grundrente in Surplusprofit hört auch der direkte
Einfluß des Grundeigentums auf wages auf, was in andren Worten
nichts heißt als: der Grundeigentümer hört auf, der direkte Ap-
propriator der surplus labour zu sein, was nun der Kapitalist
ist. Die relative Größe der Rente betrifft nur noch die Teilung
der surplus value between capitalist und proprietor, not the ex-
action of that surplus labour itself 2*). Diese Pointe tritt bei
J[ones] sachlich hervor, ohne klar ausgesprochen zu sein.
J[ones], sowohl durch die historische Explanation, als in ökono-
mischen Details, wesentlicher Fortschritt über Ric[ardo]. Wir
wollen seine Theorie Schritt für Schritt verfolgen. Dabei natür-
lich laufen blunders 3*) unter.
In folgenden Sätzen expliziert J[ones] richtig die historischen
und ökonomischen Bedingungen, unter denen die Grundrente gleich
surplus profit oder der Ausdruck des modernen Grundeigentums:
"P ä c h t e r r e n t e n kann es nur dort geben, wo die
w i c h t i g s t e n B e z i e h u n g e n z w i s c h e n
d e n v e r s c h i e d e n e n G e s e l l s c h a f t s-
k l a s s e n a u f g e h ö r t h a b e n, a u s d e m
E i g e n t u m u n d B e s i t z v o n B o d e n z u
e n t s p r i n g e n." (p. 185.)
Die kapitalistische Produktionsweise beginnt in der Manufaktur
und unterwirft sich erst später die Agrikultur.
"Es sind die Handwerker und die Handarbeiter, die sich als erste
der L e i t u n g d e r K a p i t a l i s t e n unterwerfen."
(p. 187.) "Unmittelbare Folge dieses Systems ist das Vermögen,
n a c h B e l i e b e n Arbeit und Kapital, die in der Land-
wirtschaft angewandt sind, anderen Beschäftigungen z u z u-
f ü h r e n."
{Und erst mit dieser power 4*) kann von einer Ausgleichung zwi-
schen agricultural und industrial profits die Rede sein.}
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1*) mindestens der Manufaktur - 2*) des Mehrwerts zwischen Kapi-
talist und Grundeigentümer, nicht die Eintreibung dieser Mehrar-
beit selbst - 3*) Irrtümer - 4*) diesem Vermögen
#394# Vierundzwanzigstes Kapitel
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"Solange der Pächter selbst ein arbeitender Bauer war, der durch
das Fehlen anderer Mittel für seinen Lebensunterhalt gezwungen
wurde, diesen selbst aus dem Boden zu ziehen, war er gekettet
durch Not an diesen Boden; der kleine Vorrat an Betriebsmitteln,
den er vielleicht besitzt, war mit seinem Besitzer tatsächlich an
den Boden gekettet, da er nicht ausreichte, jenem einen anderen
Lebensunterhalt zu verschaffen, wenn er nicht im Landbau ange-
wandt wurde. Mit dem kapitalistischen Unternehmer ist diese Ab-
hängigkeit vom Boden gebrochen, und wenn durch die Beschäftigung
der arbeitenden K l a s s e a u f d e m L a n d n i c h t
s o v i e l g e w o n n e n w e r d e n k a n n w i e
d u r c h i h r e A n w e n d u n g i n d e n v e r-
s c h i e d e n e n a n d e r e n G e w e r b e n, die in
einem solchen Zustand der Gesellschaft zahlreich vorhanden sind,
wird das Geschäft des Landbaus verlassen. Die Rente besteht in
diesem Falle notwendigerweise ausschließlich aus Ü b e r-
p r o f i t. (p. 188.) Der Einfluß von rents auf wages hört auf.
"Sobald der Arbeiter einem Kapitalisten verpflichtet ist,
h ö r t d i e s e A b h ä n g i g k e i t v o m L a n d-
l o r d auf." (p. 189.)
Wie der s u r p l u s p r o f i t entspringt, erklärt, wie wir
weiter sehn werden, J[ones] eigentlich nicht, oder vielmehr nur
Ricardisch, i.e. by the difference in the degrees of natural fer-
tility belonging to different soils 1*).
"W e n n die Renten a u s Ü b e r p r o f i t b e s t e-
h e n, kann die Rente eines besonderen Ackerstückes aus 3
Ursachen anwachsen:
1. eine Vermehrung des Produkts infolge der Akkumulation größerer
Kapitalmengen in seiner Bebauung;
2. die wirksamere Anwendung des schon angewandten Kapitals;
3. wenn Kapital und Produkt dasselbe bleiben, die Verminderung
des Anteils der produzierenden Klassen an diesem Produkt und eine
entsprechende Zunahme des Anteils des Landlords. Diese Ursachen
können sich auch in verschiedenen Proportionen kombinieren." (p.
189.)
Wir werden sehn, was es mit diesen verschiednen Gründen auf sich
hat. Zunächst setzen sie alle die Existenz der Rente aus surplus
profit voraus; und dann unterliegt nicht dem geringsten Zweifel,
daß Grund 1, den Ric[ardo] nur einmal nebenbei anspielt, durchaus
richtig ist. Vermehrt sich das in der Agrikultur angewandte Kapi-
tal, so die Masse der Rente, obgleich die Preise des Korns etc.
nicht steigen, überhaupt sonst gar kein change vorgeht. Es ist
klar, daß in diesem Fall auch der P r e i s d e s G r u n d
u n d B o d e n s s t e i g t, obgleich die Kornpreise nicht
steigen, überhaupt gar kein change in denselben stattfindet.
Rente auf dem w o r s t s o i l 2*) erklärt J[ones] als
M o n o p o l p r e i s. Der wirkliche Ursprung der Rente bei
ihm also beschränkt darauf: entweder M o n o p o l p r e i s
(wie bei Buchanan, Sismondi, Hopkins etc.), wenn a b s o l u t e
R e n t e
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1*) d.h. durch die Differenz in den Graden der natürlichen
Fruchtbarkeit verschiedener Böden - 2*) schlechtesten Boden
#395# Richard Jones
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(nicht aus der Differenz in der Fruchtbarkeit der Bodenarten ent-
springend) oder Differentialrente (Ricardisch).
{A d v o c e m 1*) a b s o l u t e R e n t e: Nehmen wir
G o l d m i n e. Das angewandte Kapital sei = 100 l., average
profit = 10 l., Rente = 10 l. Gesetzt, das Kapital bestehe halb
aus konstantem Kapital (in diesem Fall Maschinerie und matières
instrumentales 2*)) und halb aus variablem Kapital. Die 50 l.
konstantes Kapital heißen nichts, als daß sie soviel Arbeitszeit
enthalten, wie ¦¦1124¦ in 50 l. Gold enthalten ist. Der Teil des
Produkts, der = 50 l., ersetzt also dies konstante Kapital. Ist
nun der Rest des Produkts = 70 l., und werden mit den 50 l. va-
riables Kapital 50 Arbeiter in Bewegung gesetzt, so müssen 50 Ar-
beiter (gesetzt, der Arbeitstag = 12 Std.) sich in 70 l. Gold
ausdrücken, wovon 50 l. den Arbeitslohn zahlt, 20 l. unbezahlte
Arbeit realisiert. Der Wert des Produkts von allen Kapitalien
gleicher Komposition dann = 120; dann ist Produkt = 50c+70, [die
70] = 50 Arbeitstagen, = 50v+20m. Ein Kapital von 100, das mehr
konstantes Kapital und geringre Anzahl von Arbeitern anwandte,
würde Produkt von geringerem Wert produzieren. Alle gewöhnlichen
industriellen Kapitalien jedoch, obgleich der Wert ihres Produkts
unter bewandten Umständen = 120, würden es nur verkaufen zu sei-
nem Produktionspreis von 110. Dies aber im Fall der Goldmine, ab-
gesehn von dem ownership of land 3*), unmöglich, weil der Wert
sich hier in der Naturalform des Produkts ausdrückt. Es ent-
spränge also notwendig Rente von 10 l.}
"Korn kann zu einem M o n o p o l p r e i s verkauft werden
(d.h. zu einem Preise, der mehr zahlt als d i e K o s t e n
u n d P r o f i t e j e n e r, d i e e s u n t e r d e n
u n g ü n s t i g s t e n U m s t ä n d e n p r o d u z i e-
r e n) oder zu einem Preise, der nur die g e w ö h n l i-
c h e n P r o f i t e z u r ü c k z a h l t. Ersterer Fall
angenommen, dann kann, von allem Unterschied in der Fruchtbarkeit
der angebauten Böden abgesehn, das v e r m e h r t e P r o-
d u k t, e r h a l t e n d u r c h v e r m e h r t e s K a-
p i t a l (Preise bleiben die gleichen), die Rente im Verhältnis
zu dem ausgelegten vermehrten Kapital erhöhen." "Z.B. 10% die
gewöhnliche Profitrate. Wenn Korn, mit £ 100 produziert, verkauft
werden kann für 115, die Rente = 5 l. Wird durch fortschreitende
Verbesserungen das auf das gleiche Land angewandte Kapital
verdoppelt und ebenso das Produkt, so werden £ 200 ein Produkt
von 230 liefern, die Rente steigt auf £ 10, ist also ebenfalls
verdoppelt." (p. 191.)
{Dies gilt für absolute rent as well as für differential rent
4*).}
"In kleinen Gemeinwesen kann Korn beständig zu einem
M o n o p o l p r e i s sein... Auch in größeren Ländern dies
möglich, wenn die Bevölkerung beständig schneller wächst als die
Zunahme des Ackerbaus. Aber Monopolpreis des Korns ungewöhnlich
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1*) Bezüglich - 2*) Hilfsstoffe - 3*) Eigentum am Boden - 4*) ab-
solute Rente wie für Differentialrente
#396# Vierundzwanzigstes Kapitel
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in Ländern von erheblicher Ausdehnung und großer Mannigfaltigkeit
des Bodens. Wenn großes Steigen der Preise, [wird] mehr Land in
Bebauung gesetzt oder mehr Kapital auf altes Land verwandt, bis
der Preis kaum mehr den gewöhnlichen Profit auf die Ausgaben ab-
wirft. Dann wird der Ackerbau eingeschränkt und in solchen Län-
dern Korn gewöhnlich verkauft zu einem Preis, der gerade aus-
reicht, das unter den ungünstigsten Umständen angewandte Kapital
und mit der gewöhnlichen Profitrate zu ersetzen; und die Rente,
die von besseren Böden bezahlt wird, mißt sich dann an dem Über-
schuß ihres Produkts über das Produkt des mit gleichem Kapital
bebauten ärmsten Bodens." (p. 191, 192.) "Alles was nötig ist für
ein Steigen der Rente auf der ganzen Fläche eines Landes, besit-
zend Böden von ungleicher Güte, ist dies, daß die besseren Böden
für das zusätzliche Kapital, das im Fortschritt des Ackerbaus auf
sie verwandt wird, etwas mehr liefern als die entschieden minder
guten Böden. Denn da die Mittel gefunden werden können, neues Ka-
pital auf jeden Boden, der zwischen den Extremen A und Z liegt,
zu der gewöhnlichen Profitrate anzuwenden, werden die Renten auf
allen Böden wachsen, die jenen besonderen Boden übertreffen. (p.
195.) "Wenn A, kultiviert mit 100, jährlich 110 einbringt,
[wobei] £ 10 der gewöhnliche Profit, und B mit 100 £ 115 und C
mit 100 £ 120 usf. bis Z, B zahlt dann Rente von 5 und C von 10.
Nun [werde] jeder dieser Böden mit £ 200 bearbeitet. Also A 220,
B 230, C 240 etc., also die Rente auf B nun 10 und auf C 20" etc.
(p. 193.) "Die a l l g e m e i n e A k k u m u l a t i o n des
in der Kultur angewandten Kapitals vermehrt das Produkt auf allen
Bodenarten ziemlich im Verhältnis zu ihrer ursprünglichen Güte
und m u ß v o n s e l b s t d i e R e n t e n e r h ö-
h e n, o h n e B e z u g a u f e i n e f o r t s c h r e i-
t e n d e V e r m i n d e r u n g d e s E r t r a g s d e r
A r b e i t u n d d e s K a p i t a l s, die angewandt wer-
den, und in der Tat g a n z u n a b h ä n g i g v o n i r-
g e n d e i n e r a n d e r e n U r s a c h e." (p. 195.)
Dies ein Verdienst von J[ones], daß er zuerst klar hervorhebt,
daß rent once supposed, its growth will on the whole {always sup-
posing no revolutions in the mode of production} result from the
augmentation of agricultural capital, of capital employed to
land. This may be the case not only if prices remain the same but
even when they fall below their former range. 1*)
¦¦1125¦ Gegen die [Annahme einer] gradual diminution 2*) in der
[landwirtschaftlichen] Produktion bemerkt Jones:
"Der Durchschnittsertrag Englands an Korn überschritt ehedem
keine 12 Bushel pro Acre; er ist jetzt etwa das Doppelte." (p.
199.) "Jeder weitere Zusatz von Kapital und Arbeit, den man dem
Boden zuführt, kann ökonomischer und wirksamer angewandt werden
als der letzte." (p. 199, 200.)
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1*) sobald einmal Rente vorhanden, ihre Zunahme im allgemeinen
{immer angenommen, daß keine Umwälzungen in der Produktionsweise
eintreten} aus der Zunahme des landwirtschaftlichen Kapitals, des
auf den Boden angewandten Kapitals, hervorgeht. Das kann nicht
nur dann der Fall sein, wenn die Preise sich gleichbleiben, son-
dern selbst dann, wenn sie unter ihr früheres Niveau fallen. -
2*) allmählichen Abnahme
#397# Richard Jones
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"Rente wird sich verdoppeln, verdreifachen, vervierfachen etc.,
wenn das auf das alte Land gelegte Kapital ver2, 3, 4facht wird,
ohne daß sich der Ertrag vermindert und die relative Fruchtbar-
keit der bebauten Böden eine Änderung erfährt." (p. 204.)
Dies also der erste Punkt, den Jones vor Ric[ardo] voraus hat.
Rent once supposed, it may increase by the mere increase of the
amount of capital employed to land, without any respect whatever
to a change either in the relative fertility of the soils, or the
returns of the successive doses of capital employed, or any alte-
ration whatever in the price of agricultural produce. 1*)
Der nächste Punkt von Jones dieser:
"Es ist nicht unbedingt erforderlich für das Steigen, daß das
V e r h ä l t n i s z w i s c h e n d e r F r u c h t b a r-
k e i t d e r B ö d e n v ö l l i g u n v e r ä n d e r t
bleibt. (p. 205.)
{Jones übersieht hier, daß umgekehrt eine V e r g r ö ß e-
r u n g d e r d i s p r o p o r t i o n, even when the whole
agricultural capital is more productively employed, must and will
increase the amount of the differential rent. A d i m i n u-
t i o n, on the contrary, in the differences of the fertility of
the various soils, must diminish the differential rent, i.e. rent
flowing from t h o s e d i f f e r e n c e s. Taking away the
cause you take away the effect. Still rent (apart from absolute
rent) may increase, but only, then, in consequence of an increase
of the agricultural capital employed. 2*)}
"Ricardo übersah die notwendig u n g l e i c h e n W i r k u n-
g e n z u s ä t z l i c h e n K a p i t a l s a u f B ö d e n
u n g l e i c h e r F r u c h t b a r k e i t." (l.c.)
(Dies hieße also weiter nichts, als that the employment of addi-
tional capital adds to the differences of relative fertility,
and, in that way, to differential rent 3*).)
"Wenn Zahlen, die in einem bestimmten Verhältnis zueinander ste-
hen, mit derselben Zahl multipliziert werden, so bleibt ihr Ver-
hältnis dasselbe wie das der Originalzahlen, aber die Differenz
der Größen der verschiedenen Produkte wird bei jedem
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1*) Ist Rente einmal vorhanden, dann kann sie wachsen durch die
bloße Zunahme des auf den Boden angewandten Kapitals, unabhängig
von irgendwelcher Veränderung der relativen Fruchtbarkeit der Bö-
den oder der Erträge der aufeinanderfolgenden Mengen des ange-
wandten Kapitals oder der Preise der landwirtschaftlichen Pro-
dukte. - 2*) des M i ß v e r h ä l t n i s s e s, auch wenn das
ganze landwirtschaftliche Kapital produktiver angewandt wird, die
Masse der Differentialrente vergrößern muß und wird. Eine Verrin-
gerung in den Differenzen der Fruchtbarkeit der verschiedenen Bö-
den muß dagegen die Differentialrente, d.h. die aus diesen Diffe-
renzen entspringende Rente, verringern. Beseitigt man die Ursa-
che, so beseitigt man auch die Wirkung. Dennoch kann die Rente
(von der absoluten Rente abgesehen) steigen, aber dann nur in-
folge einer Vermehrung des angewandten landwirtschaftlichen Kapi-
tals. - 3*) daß die Anwendung zusätzlichen Kapitals die Differenz
der relativen Fruchtbarkeit vermehrt und damit die Differential-
rente steigert
#398# Vierundzwanzigstes Kapitel
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weiteren Schritte des Prozesses wachsen. Wenn 10, 15, 20 multi-
pliziert werden mit 2 oder 4 und werden 20, 30, 40 oder 40, 60,
80, so bleiben ihre relativen Verhältnisse zueinander die glei-
chen: 80 und 60 stehn im selben Verhältnis zu 40 wie 20:15:10;
aber die D i f f e r e n z z w i s c h e n d e n G r ö ß e n
i h r e r P r o d u k t e wird bei jeder Operation wachsen. War
sie ursprünglich 5 und 10, so wird sie 10 und 20 und schließlich
20 und 40." (p. 206, 207.)
Dies Gesetz einfach dies:
1.) 10, 5 15, 10 20. Differenz 5 [und 10]. Summe der
Differenz 15.
2.) 20, 10 30, 20 40. Differenz 10 [und 20]. Summe der
Differenz 30.
3.) 40, 20 60, 40 80. Differenz 20 [und 40]. Summe der
Differenz 60.
4.) 80, 40 120, 80 160. [Differenz 40 und 80. Summe der
Differenz 120.]
Die Differenz zwischen den Gliedern verdoppelt in 2, vervierfacht
in 3. Die Summe der Differenz ditto verdoppelt in 2, vervierfacht
in 3.
Dies also das zweite Gesetz.
Das e r s t e Gesetz war (von Jones bloß auf die Differential-
rente angewandt): Die Masse der Rente wächst mit der Masse des
angewandten Kapitals. Ist sie für 100 = 5, so für 200 ist sie 10.
¦¦1126¦ Z w e i t e s G e s e t z: All other circumstances
remaining the same, the proportion in the difference between the
capitals employed on different soils remaining the same, the
a m o u n t o f t h a t d i f f e r e n c e, and hence the
amount of the aggregate rent or the sum of those differences in-
creases, with the absolute quantity of that difference as resul-
ting from the increase of the capitals employed. 1*)
Z w e i t e s G e s e t z also: Die Masse der Differentialrente
wächst im Verhältnis wie die Differenz des Produkts wächst, bei
gleichbleibender Proportion in der fertility, aber infolge des
gleichmäßigen Wachstums of capital employed on the different
soils 2*).
Ferner:
"Wenn 100 auf den Bodenklassen A, B und C mit einem Produkt von
110, 115 und 120 angewandt werden, und in einem späteren Zeitraum
200 mit den Erträgen 220, 228, 235, so haben sich die relativen
Differenzen der Produkte verringert und die Böden sind a n
F r u c h t b a r k e i t e i n a n d e r n ä h e r g e k o m-
m e n. Trotzdem vermehren sich die D i f f e r e n z e n d e r
G r ö ß e n i h r e r P r o d u k t e von 5 und 10 auf 8 und
15, und die Renten werden daher
-----
1*) Wenn alle anderen Umstände gleichbleiben und das Verhältnis
in der Differenz zwischen den auf verschiedenen Böden angewandten
Kapitalien das gleiche bleibt, so wächst die Größe dieser Diffe-
renz und damit die Größe der gesamten Rente oder die Summe dieser
Differenzen mit dem Wachstum der absoluten Größe der Differenz,
welches Wachstum aus der Zunahme des angewandten Kapitals
hervorgeht. - 2*) des auf den verschiedenen Böden angewandten Ka-
pitals
#399# Richard Jones
-----
steigen. Verbesserungen, die die Tendenz haben, die Grade der
Fruchtbarkeit der Kulturböden einander zu nähern, können also
sehr wohl die Renten steigern, und ohne Kooperation einer andren
Ursache." (p. 208.) "Der Rübenbau und die Schafhaltung und die
neuen Kapitalien, die angewandt wurden, sie zu betreiben, förder-
ten die Fruchtbarkeit der armen Böden mehr als die der besseren.
Aber sie vermehrten das absolute Produkt eines jeden und steiger-
ten deshalb die Renten, während sie die Differenzen der Frucht-
barkeit der Kulturböden verminderten." (l.c.) "Bei Ric[ardo]s
Meinung, daß Verbeßrungen die Renten fallen machen können, ist zu
bedenken, in welch langsamer Weise landwirtschaftliche Verbesse-
rungen tatsächlich entdeckt, vervollkommnet und verbreitet wer-
den." (p. 211.)
{Dieser letztre Satz hat nur praktisches Interesse, geht die Sa-
che an sich nichts an, und bezieht sich nur darauf, daß diese im-
provements 1*) nicht so rasch gehn as to considerably augment
supply in regard to demand and to thus reduce market prices 2*).}
Ursprünglich haben wir:
a b c
1. 10, 15, 20. Capital employed in each class 3*) = 100. Produkt
= 110, 115, 120. Differenz = 5+10 = 15. On account 4*) der Ver-
beßrung doppeltes Kapital angewandt, statt 100 200 in each class
a, b, c; aber dies Kapital wirkt verschieden auf die different
classes, und wir haben Produkte = 220 (also verdoppelt das von
a), 228 und 235. Also:
a b c
2. 20, 28, 35. Capital employed in each class = 200. Produkt =
220, 228 und 235. Differenz = 8+15 = 23. Aber die Rate of diffe-
rence vermindert. 5:10 (i.e. [das Verhältnis der Differenz] b-a
[zu a] sub 1) = 1/2 und 10 zu 10 = 1, während 8:20 nur = 8/20 =
2/5 und 15:20 = 15/20 = 3/4.. Die Rate der Differenz abgenommen,
aber ihr amount zugenommen. Dies konstituiert jedoch kein neues
Gesetz, sondern zeigt nur increase of rent mit dem increase of
capital employed wie im ersten Gesetz, obgleich das increase auf
a, b, c nicht proportionell zu ihren original differences of fer-
tility 5*). Würden infolge dieser vermehrten Fruchtbarkeit (die
aber [relativ] verminderte Fruchtbarkeit für b und c, da sonst
ihr Produkt = 230 und 240 sein müßte) die Preise fallen, so
durchaus nicht nötig, daß die Rente steigt oder auch nur statio-
när bliebe.
¦¦1127¦ Als Anwendung - sequel 6*) - des zweiten Gesetzes weitre
application 7*) desselben:
-----
1*) Verbesserungen - 2*) daß sie die Zufuhr der Nachfrage gegen-
über erheblich vermehren und so die Marktpreise senken würden -
3*) Das in jeder Klasse angewandte Kapital - 4*) Wegen - 5*) ur-
sprünglichen Differenzen in der Fruchtbarkeit - 6*) Folge - 7*)
Nutzanwendung
#400# Vierundzwanzigstes Kapitel
-----
D r i t t e s G e s e t z: Wenn "Verbesserungen in the effi-
ciency of the capital employed in cultivation" - increase the
s u r p l u s p r o f i t s realized on particular spots of
land, they increase rent 1*).
Folgendes sind die hierauf bezüglichen Sätze (together mit den
früheren) von Jones:
"Also die erste Quelle vom Steigen der Pächterrenten sind die
f o r t s c h r e i t e n d e A k k u m u l a t i o n und die
u n g l e i c h e n W i r k u n g e n v o n K a p i t a l
a u f d i e v e r s c h i e d e n e n B o d e n s t u f e n.
(p. 234)
{Dies kann sich jedoch nur auf improvements beziehn, die relate
directly to the fertility of the soil, as f.i. manures, succes-
sion of crops 2*) etc.}
"Verbesserungen in der Wirksamkeit des im Landbau angewandten Ka-
pitals erhöhen die Renten, indem sie d e n a u f b e s o n-
d e r e n A c k e r s t ü c k e n r e a l i s i e r t e n
M e h r p r o f i t vermehren. Sie erzeugen regelmäßig diese
Vermehrung von Mehrprofit, w e n n s i e n i c h t d i e
M a s s e d e s B o d e n p r o d u k t s s o r a s c h
v e r m e h r e n, d a ß d a d u r c h d i e Z u n a h m e
d e r N a c h f r a g e ü b e r h o l t w i r d. Solche
Verbesserungen in der Wirksamkeit des angewandten Kapitals treten
gewöhnlich beim Fortschreiten der landwirtschaftlichen Geschick-
lichkeit und der Akkumulation g r ö ß e r e r M a s s e n
v o n H i l f s k a p i t a l" (konstantes Kapital) "ein. Einem
Steigen der Rente aus dieser Ursache folgt gewöhnlich eine
A u s d e h n u n g d e r K u l t u r a u f g e r i n g e r e
B ö d e n, ohne irgendeine Verminderung der Erträge des land-
wirtschaftlichen Kapitals auf den schlechtesten der urbar gemach-
ten Ländereien. (p. 244.)
{J[ones] bemerkt sehr richtig, daß a fall of profits n i c h t
b e w e i s t [the decreasing efficiency of] agricultural indu-
stry 3*) (alias fall im Preis des agricultural produce). Aber er
selbst erklärt die Möglichkeit dieses Falls sehr mangelhaft. Ent-
weder das Produkt mag change oder its division between labourers
und capitalists mag change 4*). Vom wirklichen Gesetz des Falls
der Profitrate hier noch keine Ahnung.
"Ein Fallen des Profits ist kein Beweis für die abnehmende Pro-
duktivität der landwirtschaftlichen Arbeit." (p. 257.) "Der
Profit hängt teils von der Masse des Produkts der Arbeit ab,
teils von der Teilung jenes Produkts zwischen den Arbeitern und
den Kapitalisten; und ihre Masse kann sich daher infolge eines
Wechsels eines dieser Faktoren ändern." (p. 260.)
Daher auch das falsche Gesetz, das er aufstellt:
-----
1*) in der Wirksamkeit des im Bodenbau angewandten Kapitals - den
Mehrprofit vergrößern, der auf besonderen Grundstücken realisiert
wird, so vergrößern sie die Rente - 2*) direkt auf die Fruchtbar-
keit des Bodens wirken, wie z.B. Dünger, Fruchtfolge - 3*) ein
Fallen des Profits nicht beweist [die verminderte Produktivität
der] landwirtschaftlichen Arbeit (in der Handschrift:
"improvement statt "industry") - 4*) sich ändern oder seine Ver-
teilung zwischen Arbeitern und Kapitalisten mag sich ändern
#401# Richard Jones
-----
"Wenn, abgesehen von den Wirkungen der Besteuerung, eine offen-
bare Verminderung der Revenue der produzierenden Klassen, zusam-
men betrachtet, eintritt" {hier nicht gesagt, was Revenue. Value
in use oder value in exchange, amount of profit oder rate 1*)},
"wenn ein F a l l e n d e r P r o f i t r a t e vorkommt,
d a s n i c h t d u r c h e i n S t e i g e n d e s
A r b e i t s l o h n s k o m p e n s i e r t w i r d und um-
gekehrt" {dies eben das Ric[ardosche] Gesetz, falsch}, "dann kann
man schließen, eine Verminderung der produktiven Kraft von Arbeit
und Kapital ist eingetreten." (p. 273.)}
Das begreift J[ones] richtig, daß relatives Steigen [des Werts]
des agricultural 2*) produce as compared to industrial 3*) pro-
duce may take place in the progress of society although in point
of fact, agriculture is progressing, absolutely 4*).
"Im Fortschritt der Nationen ereignet es sich gewöhnlich, daß
Kraft und Geschicklichkeit der Industrie in g r ö ß e r e m
Maße wächst, als dies von der Landwirtschaft eines anwachsenden
Volkes erwartet werden kann. Dies ist eine unbestreitbare Wahr-
heit. E i n S t e i g e n i m r e l a t i v e n W e r t e
d e r B o d e n p r o d u k t e kann daher im Fortschreiten der
Nationen erwartet werden, o h n e e i n e p o s i t i v e
A b n a h m e der Produktivität der Landwirtschaft." (p. 265.)
Dies erklärt aber nicht p o s i t i v e s Steigen der
G e l d p r e i s e des raw produce 5*), es sei denn, daß such a
fall in the value of gold takes place, as is balanced and overba-
lanced in manufacture by the still greater fall in the commodi-
ties produced, while it is not so balanced in agriculture. This
may happen, even ¦¦1128¦ if no general fall in the value of gold
(money) takes place, but when a peculiar nation f.i. buys more
money by a day's work as the competing nations do. 6*)
Jones erklärt die Gründe, warum er in England nicht an die Wir-
kung des Ric[ardo]schen Gesetzes glaubt, dessen abstrakte Mög-
lichkeit er. however 7*), zugibt.
"Wächst die Rente aus dem Ric[ardo]schen Grund, 'der Anwendung
einer zusätzlichen Menge Arbeit, die einen verhältnismäßig gerin-
geren Ertrag liefert' und daher dem Landlord einen Teil des Pro-
dukts zuführt, das auf besserem Boden erzielt wurde,
-----
1*) Gebrauchswert oder Tauschwert. Profitmasse oder -rate - 2*)
in der Handschrift ist dieses Wort gestrichen und mit Bleistift
durch "industr." ersetzt - 3*) in der Handschrift ist dieses Wort
gestrichen und mit Bleistift durch "agricult." ersetzt - 4*)
Agrikulturprodukts im Vergleich zum Industrieprodukt im Fort-
schritt der Gesellschaft eintreten kann, obwohl die Landwirt-
schaft tatsächlich absolut fortschreitet - 5*) Bodenprodukts -
6*) ein solches Fallen im Wert des Goldes eintritt, der in der
Manufaktur von einem noch stärkeren Fallen der produzierten Waren
ausgeglichen und überboten wird, während in der Landwirtschaft
der artiges nicht stattfindet. Das kann sogar vorkommen. ohne daß
ein allgemeines Fallen im Wert des Goldes (Geldes) eintritt, wenn
z.B. eine besondere Nation durch eine Tagesarbeit mehr Geld er-
wirbt als die konkurrierenden Nationen. - 7*) jedoch
#402# Vierundzwanzigstes Kapitel
-----
dann muß notwendigerweise der d u r c h s c h n i t t l i c h e
A n t e i l a m G e s a m t p r o d u k t wachsen, den der
Landlord als Rente an sich nimmt." Zweitens, "die Arbeit eines
größeren Teils der Bevölkerung muß der Agrikultur gewidmet wer-
den." (p. 280, 281.)
(Letztres nicht exakt. It is possible that greater portion of se-
condary labour is employed - more commodities procured by indu-
stry and commerce enter the agricultural process, without the
gross produce being augmented proportionally, and without more
immediate labour being employed. There may even be less employed.
1*))
"Nun finden wir in der englischen Statistik 3 Tatsachen: Eine
Ausdehnung der Bodenbebauung, begleitet von einem Steigen der ge-
samten Rentenmasse des Landes; eine Verminderung des Teiles des
Volkes, der in der Landwirtschaft beschäftigt wird; eine Abnahme
im Anteil des Landlords am Produkt." (p. 282.)
(Letztres erklärt sich ganz wie die Abnahme der Profitrate: durch
Zunahme des Teils des Produkts, der konstantes Kapital ersetzt.
Dabei kann die Rente in amount und Wert wachsen.)
"A. Smith sagt: 'Im Fortschritt der Verbesserung nimmt die Rente
im Verhältnis zum Produkt des Landes ab, obwohl sie an Größe zu-
nimmt.'" [106] (p. 284.)
J[ones] nennt das konstante Kapital "auxiliary capital" 2*).
"Es folgt aus verschiednen Berichten, gemacht zu verschiedenen
Zeiten dem Landwirtschaftsamt, daß das ganze in England landwirt-
schaftlich angewandte Kapital sich zu dem für die Erhaltung der
Arbeiter erforderlichen verhält wie 5:1, d.h., daß 4x mehr Hilfs-
kapital gebraucht wird als Kapital, das zur Erhaltung der Arbeit
dient, die direkt im Ackerbau angewandt wird. In Frankreich dies
Verhältnis 2:1." (p. 223.)
"Wenn eine bestimmte Menge zusätzliches Kapital i n d e r
F o r m d e s R e s u l t a t s v e r g a n g e n e r A r-
b e i t angewandt wird, um die Arbeit der tatsächlich be-
schäftigten Arbeiter zu fördern, so wird e i n g e r i n g e-
r e r j ä h r l i c h e r E r t r a g genügen, die Anwendung
solchen Kapitals profitabel und darum dauernd durchführbar zu
machen, als wenn dieselbe Menge neuen Kapitals zur Erhaltung
zusätzlicher Arbeiter verausgabt würde." (p. 224.)
"Gesetzt, £ 100 würden auf das Land zur Erhaltung dreier Arbeiter
verwandt, die ihren eigenen Arbeitslohn und 10% Profit produzie-
ren, also £ 110. Das angewandte Kapital werde verdoppelt. Zuerst
3 neue Arbeiter angewandt. Das vermehrte Produkt muß = 110 l.
sein, = dem Arbeitslohn der 3 zusätzlichen Arbeiter + 10 l. Pro-
fit. Nun unterstelle, die zusätzlichen £ 100 seien in der Form
von Geräten, Dünger oder sonstigen Resultaten vergangener Arbeit
angewandt, während die Zahl der beschäftigten
-----
1*) Es ist möglich, daß ein größerer Teil indirekter Arbeit ange-
wandt wird - mehr Waren, die durch Industrie und Handel erworben
wurden, in den landwirtschaftlichen Prozeß eingehen, ohne daß das
Gesamtprodukt entsprechend vermehrt und mehr unmittelbare Arbeit
angewandt wird. Es kann sogar weniger angewandt werden. - 2*)
"Hilfskapital"
#403# Richard Jones
-----
Arbeiter dieselbe bleibe. Dies Hilfskapital daure im Durchschnitt
5 Jahre. Der Jahresertrag des Kapitalisten muß sein 10% Profit
und 20 l. für die jährliche Abnutzung seines Kapitals, also 30 l
Ertrag nötig, um die dauernde Anwendung der zweiten 100 £ profi-
tabel zu machen, statt 110 l., des Betrages, der erheischt ist,
wenn direkt Arbeit damit angewandt wurde. Klar daher, daß die Ak-
kumulation von Hilfskapital im Ackerbau noch angänglich ist, wenn
die Anwendung derselben Masse Kapital zur Erhaltung zusätzlicher
Arbeit aufgehört hat, es zu sein, und daß die Akkumulation sol-
chen Kapitals unendlich lange vor sich gehen kann." (p. 224,
225.) "So vergrößert die Zunahme des Hilfskapitals daher einer-
seits die Macht des Menschen über die Bodenkräfte, im Verhältnis
zu der ¦¦1129¦ direkt oder indirekt auf den Boden angewandten
Menge Arbeit, und vermindert andererseits den Jahresertrag, der
erheischt ist, die fortschreitende Anwendung bestimmter Mengen
neuen Kapitals profitabel zu machen. (p. 227.) "Unterstellen wir
ein Kapital, z.B. 100 l., die auf den Boden ganz in der Zahlung
von Arbeitslohn angewandt sind und 10% Profit liefern, so daß die
Revenue des Pächters =110 l. von der der Arbeiter. Wenn das Kapi-
tal verdrei-etc.-facht, dann wird die Revenue des Pächters fort-
fahren, das gleiche Verhältnis zu der der Arbeiter zu bilden.
Aber wenn die Zahl der Arbeiter dieselbe bleibt und die Masse des
Kapitals verdoppelt wird, dann werden die Profite £ 20 oder 1/5
der Revenue [ausmachen]. Wenn das Kapital vervierfacht, werden
sie £ 40 [bilden] oder 2/5 der Revenue der Arbeiter: wenn das Ka-
pital wächst zu 500, dann wird der Profit £ 50 oder die Hälfte
der Revenue der Arbeiter [ausmachen]. Und der Reichtum, der Ein-
fluß und wahlscheinlich auch in einigem Umfang die Zahl der Kapi-
talisten im Gemeinwesen wird e n t s p r e c h e n d wachsen...
Mit dem W a c h s e n d e s K a p i t a l s gewöhnlich auch
das Beschäftigen von einiger zusätzlicher direkter Arbeit nötig.
Dieser Umstand wird jedoch nicht verhindern. daß die v e r-
h ä l t n i s m ä ß i g e M e n g e d e s H i l f s k a p i-
t a l s s t e t i g [w ä c h s t]." (p. 231, 232.)
Zuerst wichtig in dieser Stelle, daß mit dem Wachstum des Kapi-
tals das auxiliary capital wächst im Verhältnis zum variablen
oder das letztre relativ abnimmt im Vergleich zum konstanten.
Daß die a n n u a l r e t u r n s 1*) abnehmen im Verhältnis
zum vorgeschoßnen Kapital, wenn der Teil des auxiliary capital
wächst, der aus fixem Kapital besteht oder dessen Turnus sich
über mehrere Jahre erstreckt - dessen Wert jährlich nur in der
Form des déchet 2*) in das Produkt eingeht -, findet überhaupt
statt, nicht nur in der Agrikultur. Allerdings, in der Industrie
vermehrt sich das während des Jahrs bearbeitete Rohmaterial noch
viel schneller, als die Größe des fixen Kapital gewachsen ist.
Vergleich z. B. die Masse Baumwolle, die a mule-jenny 3*) ver-
braucht wöchentlich, also auch jährlich, mit der, die ein Spinn-
rad braucht. Nimm aber an, z.B. in Schneiderei (auf großem Maß-
stab) ebensoviel W e r t an Rohmaterial bearbeitet (obgleich
nicht soviel Masse, aber das Rohmaterial teurer als in der
-----
1 jährlichen Erträge - 2*) Verschleißes - 3*) eine Spinnmaschine
#404# Vierundzwanzigstes Kapitel
-----
Spinnerei), so muß der jährliche return 1*) in der Schneiderei
bedeutend größer sein als in der Spinnerei, weil ein größrer Teil
des ausgelegten Kapitals (fixen) in letztrer nur als annuity 2*)
in das Produkt eingeht.
Der W e r t des jährlichen returns in der Agrikultur (wo das,
was man als Rohmaterial betrachten kann, der Samen, nicht wächst
im Verhältnis, wie die übrigen Teile des konstanten Kapitals, na-
mentlich das fixe) ist natürlich kleiner, wenn das Kapital
wächst, aber statt daß das variable wächst, nur das konstante
wächst. Denn das variable muß ganz im Produkt ersetzt sein, das
andre nur als annuity, soweit es jährlich konsumiert wird. Den
Getreidepreis als gegeben vorausgesetzt, sind, wenn das qr. =
1/21., 220 qrs. nötig, um variables Kapital von 100 bei 10 p.c.
Profit zu ersetzen, während nur 60 qrs. (= 301.) nötig sind, um
20 l. déchet und 10 £ Profit zu ersetzen. Ein geringrer absoluter
return (hier, wie unter ähnlichen Verhältnissen in der Industrie)
gibt denselben Profit. Indes laufen hier bei Jones verschiedne
fallacies 3*) unter.
D'abord 4*) kann nicht gesagt werden (unter den gemachten Voraus-
setzungen), daß die productive powers of the soil 5*) gewachsen
sind. Sie sind gewachsen in respect to the labour employed di-
rectly, but not in regard to the general capital employed 6*). Es
kann nur gesagt werden, daß mindres gross produce 7*) nötig ist,
um nach wie vor dasselbe net produce 8*), i.e. denselben Profit
zu liefern.
¦¦1130¦ Ferner das Wachsen der Revenue des Farmers im Verhältnis
zu der Revenue der labourers ist zwar in dieser besondren Sphäre
so far 9*) wichtig, als hier der Teil des Gesamtprodukts, which
goes to profit, becomes increasedand goes on increasing relati-
vely to that part which goes to the labourers 10*). Damit wächst
und dehnt sich unbedingt aus wealth und influence des farming ca-
pitalist as compared to his labourers 11*). Aber Jones scheint so
zu rechnen: 10 auf 100 ist 1/10; 20 l. auf 120 (nämlich 100 in
Arbeit ausgelegt, 20 déchet) = 1/6, und die 20 l. sind 1/5 des
den Arbeitern Gezahlten etc. Aber nichts ist falscher, als daß,
generally speaking 12*), die Profitrate steigen kann, während das
in Arbeit ausgelegte Kapital abnimmt. Grade umgekehrt. Es wird
proportionell weniger surplus value realisiert. Die Profitrate
sinkt aber. Mit Bezug auf den farmer speziell (wie für jedes be-
sondre Geschäft
-----
1*) Ertrag - 2*) jährliche Abschreibung - 3*) Irrtümer - 4*)
Zunächst - 5*) Produktivkräfte des Bodens - 6*) im Verhältnis zu
der direkt angewandten Arbeit, aber nicht im Verhältnis zum ge-
samten angewandten Kapital - 7*) Bruttoprodukt - 8*) Nettoprodukt
9*) insofern - 10*) der zum Profit wird, immer mehr zunimmt im
Verhältnis zu dem, der den Arbeitern zufällt - 11*) Reichtum und
Einfluß des Landwirtschaft treibenden Kapitalisten, verglichen
mit dem seiner Arbeiter - 15*) allgemein gesprochen
#405# Richard Jones
-----
isoliert), mag die Profitrate dieselbe bleiben, ob er mit einem
Kapital von 200 3 oder 6 Arbeiter anwendet.
Damit die Rente = surplus profit, i.e. Überschuß über den average
profit 1*), ist unterstellt nicht nur, daß die Agrikultur
f o r m e l l der kapitalistischen Produktion unterworfen, son-
dern daß Ausgleichung der Profitraten in den verschiednen Produk-
tionssphären, speziell auch zwischen Agrikultur und Industrie,
stattfinde. Sonst kann die Rente gleich sein s u r p l u s
w a g e s 2*) (was auch der Profit ist). Sie kann sogar part of
profit 3*) vorstellen. Sie kann selbst deduction from wages 4*)
sein.
-----
1*) Durchschnittsprofit 2*) [dem] Überschuß über den Arbeitslohn
- 3*) Teil des Profits - 4*) Abzug vom Arbeitslohn
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