Quelle: Sozialistische Politik Jahrgang 1970


       zurück

       

EDITORIAL

In den verschiedenen an den Universitäten organisierten soziali- stischen Gruppen ist ein Schwerpunkt der Diskussion das Verhält- nis von wissenschaftlicher Intelligenz und Arbeiterklasse. Die in SOPO 6/7 veröffentlichten Thesen "Produktive und unproduk- tive Arbeit als Kategorien der Klassenanalyse" waren ein Produkt der Diskussion in der Roten Zelle Soziologie an der FU und ein Zwischenschritt zu einer Auseinandersetzung mit den Plattformen der verschiedenen Parteiinitiativen und -aufbauorganisationen. Zu diesen Thesen drucken wir in diesem Heft drei Diskussionsbei- träge, die zum Teil als direkte Erwiderung formuliert wurden, zum Teil aus unabhängig davon laufenden Arbeiten entstanden sind. Der Aufsatz von Altvater/Huisken basiert wesentlich auf Diskussionen, die während des Wintersemesters 1969/70 und des Sommersemesters 1970 im Seminar über "Bildungsökonomie und Bildungspolitik" des Instituts für politische Wissenschaften und des pädagogischen Se- minars der Universität Erlangen-Nürnberg geführt worden sind. Im Anschluß - aber nicht ausschließlich unter der in den Beiträ- gen gesetzten Perspektive - sollen auch in der SOPO die Auseinan- dersetzungen mit den bestehenden Organisationen und ihren Platt- formen aufgenommen werden. Über diese Diskussionen hinaus müssen in der SOPO andere Pro- bleme, die in der Rekonstruktion der Kritik der Politischen Öko- nomie einbegriffen sind, aufgearbeitet werden, wie Realanalysen der Bewegung des Kapitals, Konjunkturen und Krisen, staatliche Wirtschaftspolitik, Entwicklung und Probleme der Übergangsperi- ode, Weltmarkt, Imperialismus, Klassenanalyse der unterentwickelt gehaltenen Länder. Bislang wurde die Bearbeitung dieser Probleme bestimmt von der naturwüchsigen Arbeitsteilung, die sich im Rah- men der Studentenbewegung an der Universität in einem Nebeneinan- der von "Sektionen", "marxistischen Studiengängen", "wissen- schaftlichen Arbeitsgemeinschaften", "Roten Zellen" etc. heraus- gebildet hat. Diese Vielfalt und die fehlende Koordination reproduziert sich in der Arbeit der Redaktionskonferenz und in der Gestaltung der einzelnen Hefte. Auf den letzten R e d a k- t i o n s k o n f e r e n z e n ist diese Situation eingehend erörtert und als Versuch ihrer Aufhebung die Bildung von R e f e r a t e n vorgeschlagen worden. Diese Referate zu Schwerpunkten der oben genannten Themen sollen eine systematische Arbeitsteilung zwischen schon an solchen Projekten arbeitenden- Gruppen herstellen. Wesentliches Mittel der Koordination und da- mit der zukünftigen Heftplanung sind A r b e i t s k o n f e- r e n z e n, die von den Referaten in Zusammenarbeit mit anderen Gruppen zu den entsprechenden Schwerpunkten vorzubereiten und durchzuführen sind. Über die Vorbereitung und Termine wird in der SOPO-Korrespondenz berichtet. Für die nächste Zeit sind zwei Arbeitskonferenzen vor- gesehen: Zur Übergangsperiode und zur Sozialstaatsproblematik. Die Redaktionskonferenz zurück