Quelle: Sozialistische Politik Jahrgang 1970

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ZUR ANALYSE DER SEPTEMBERSTREIKS 1969

Vor der Wiedergabe der relevantesten Ergebnisse einer jetzt er- schienenen Dokumentation des Instituts für Marxistische Studien und Forschungen (IMSF) 1) sollen kurz der theoretische Rahmen, in dem die Septemberstreiks zu sehen und zu bewerten sind, und die Anforderungen an eine solche Analyse für eine durch den Erkennt- nisprozeß vermittelte Praxis der revolutionären Gruppen in der BRD definiert werden: Theoretischer Hintergrund und Rahmen einer Analyse der September- streiks 1969 in der BRD müssen sein die dialektisch verknüpfte Aufarbeitung - der Geschichte der Theorie und Praxis der Arbeiterbewegungen in den hochindustrialisierten Staaten, insbesondere der Gewerkschaf- ten in Deutschland seitdem 1. Weltkrieg - des Stands der Klassenkämpfe in den durch die internationale Kapitalverflechtung verbundenen Ländern - des Entwicklungsstands des spätkapitalistischen Weltwirt- schaftssystems (vgl. dazu Elmar Altvaters Beitrag in diesem Heft). Bedingt durch fehlende Analysen, mangelnde Artikulation und Koor- dination der arbeitenden Gruppen lassen sich im jetzigen Stadium nur sehr allgemeine, oft überfordernde Fragenkomplexe formulie- ren: I. Der Stand des Arbeiterbewußtseins in seiner Bedingtheit durch die historische Situation (Prägung durch objektive Bedingungen auf folgenden Stufen: Gesamtwirtschaftlicher Entwicklungsstand, Branche, Konzern, Betrieb, Form des Arbeits- und Verwertungspro- zesses und die Erfahrungen vorausgegangener Auseinandersetzungen mit den Organen des Kapitals). Voraussetzungen und auslösende Mo- mente des Streiks. II. Die Art der artikulierten Forderungen, der Einfluß der Ge- werkschaften und anderer Gruppen auf Betriebsebene. Bewertung dieser Forderungen aufgrund der Streikergebnisse und damit Ein- ordnung dieser Gruppen nach ihrer Eignung zur Entwicklung und Durchsetzung von Arbeiterinteressen. III. Funktionsweise der Abwiegelungsmechanismen auf verschiedenen Ebenen: Staatsorgane, Tarifbereich, Konzern, Betrieb; Ansätze zur Verfeinerung dieser Integrationsmechanismen. Funktion einzelner Institutionen und Organisationen in diesem Zusammenhang. IV. Bedeutung der unterschiedlichen sozialen Stellung der Strei- kenden (Art der Arbeit im Produktionsprozeß, Angestellte, Frauen, "Gastarbeiter"), ihrer Organisationsund Kommunikationsform für den Verlauf und die Ergebnisse der Streiks. Die in den Streiks vermittelte Veränderung des Bewußtseins der Streikenden, Streik- formen. V. Bewertung der angewandten studentischen Agitations- und Orga- nisationsformen. Zusammenfassung der wichtigsten Momente in der Darstellung ---------------------------------------------------------- der September-Streiks durch das IMSF: ------------------------------------- (Die Dokumentation konnte nur punktuell überprüft werden und zeigte in diesen Fällen eine außerordentliche Genauigkeit; in ei- nigen Fällen wurde das Material aus eigenen Quellen ohne beson- dere Kennzeichnung ergänzt) Erkenntnisziel ist die Nutzbarmachung der Analyse für die Praxis der Arbeiterbewegung, speziell, zu zeigen, "wie die Streiks zum Anstoß für eine allgemeine Tarifbewegung wurden, wie sie mit die- ser teilweise verschmolzen und welche Potenzen für eine aktive, anti-integrationistische Gewerkschaftspolitik die Bewegungen sichtbar gemacht haben" (S. 10). Die Analyse "soll vor allem den Kräften in der Gewerkschaftsbewegung dienen, die starke und wirk- same Organisationen für die Durchsetzung der Interessen der Ar- beiter und Angestellten für unabdingbar halten." (S. 11) 2) Die Schlußfolgerungen aus dem Material beziehen sich dementsprechend auf "Hauptansatzpunkte für die Schwächung der gewerkschaftlichen Position im Betrieb wie in der gesamten Gesellschaft, d.h. umge- kehrt auf eine Überwindung der sozialpartnerschaftlichen Mitbe- stimmung zu einer nichtintegrationistischen", vom Klasseninter- esse und vom Gegensatz der Klasseninteressen her bestimmten Mit- bestimmungskonzeption" (S. 262). Der methodische Ansatz be- schränkt sich auf "den Zusammenhang der ökonomischen und tarifpo- litischen Situation mit dem Handeln von Belegschaften und Gewerk- schaften auf der einen, Unternehmern, Unternehmerverbänden und der mit ihnen verbundenen Kräfte auf der anderen Seite" (S. 10). Schon die Darstellung der ökonomischen Situation der BRD zeigt kaum Funktion und Zusammenhang der langfristigen Konjunkturzy- klen, sondern versucht, die in sich widersprüchliche Entwicklung des westdeutschen Kapitals mit wenigen volkswirtschaftlichen In- dexziffern wie Bruttosozialprodukt, Arbeitsproduktivität, Preis- und Einkommensentwicklung zu erfassen, die in ihrer Ungenauigkeit und nur spezifischen Aussagekraft aus bürgerlichen Publikationen entnommen wurden. So kann als Ergebnis nur "die Verzerrung der Einkommensstruktur und ein aufgestauter Lohnrückstand" (S. 17) als eine der wichtigsten "ökonomischen Ursachen" der Streikbewe- gung benannt werden. Da in der Analyse der verschiedenen Bran- chen- und Regionalbereiche ähnlich verfahren wurde, konnte der wichtige Zusammenhang von Konjunkturbewegung und Strukturkrise nicht genau herausgearbeitet werden. Dies soll am Beispiel des Steinkohlenbergbaus exemplarisch gezeigt werden. 3) Die Krise des Steinkohlenbergbaus entstand als Element der zykli- schen Entwicklung des kapitalistischen Reproduktionsprozesses in der Abschwungphase des zweiten Nachkriegszyklus 1958, der unter den besonderen Bedingungen einer deflatorischen Haushaltspolitik des Staates, der Rentenreform und dem Umschlag der Auslandsnach- frage vor sich ging. 4) Die Zuwachsraten der wichtigsten Nachfra- gefaktoren gingen stark zurück, überdurchschnittlich stark aber in der Eisen- und Stahlindustrie, was zusammen mit einem milden Winter, Verringerung der Zuwachsrate des Exports und einem gleichbleibend starken Import von vorwiegend US-Steinkohle zu ei- ner typischen Überproduktionskrise führte. Trotz der Krise auf dem Energiemarkt expandierte gleichzeitig der Verbrauch des Sub- stitutionsgutes Heizöl mit einer Zuwachsrate von 40,3% gegenüber 1957 - ebenso wie die zusätzlichen Förderkapazitäten im Steinkoh- lenbergbau mit Hilfe von Staatssubventionen. Damit verlängerten staatliche Energiepolitik, die Marktstrategie der US-Ölkonzerne (über 90% der westdeutschen Raffineriekapazität) und das Profit- streben der ölverbrauchenden Monopole durch überstürzte Substitu- tion die zyklische Teilkrise zu einer permanenten Strukturkrise. Die in den Jahren darauf folgende Kapitalvernichtung durch Ze- chenstillegung und die damit verbundene irreversible Freisetzung von mehr als 300 000 Arbeitern und Angestellten, die Zusammenle- gung zur Ruhrkohle AG unter verschärften Absatzschwierigkeiten, die Rationalisierungsmaßnahmen, die Intensivierung der Arbeit, die Schaffung einer industriellen Reservearmee, all das kann nur in diesem Zusammenhang gesehen werden und vermittelt erst Ein- blick in die Totalität der sozioökonomischen Erscheinungen, die der Rationalität des Kapitalverwertungszwanges in der kapitali- stischen Wirtschaft folgen. In der Dokumentation werden in diesem Zusammenhang genannt: die Steigerung der Arbeitsproduktivität (Steigerung des relativen Mehrwerts), Erhöhung der Überstunden- zahl (Steigerung des absoluten Mehrwerts), Drückung der Lohnquo- ten (?), Zechenschließung und Belegschaftsverringerungen bei gleichzeitiger Subventionierung (als Kapitalvernichtung) - 1968 insg. 730 Mio. DM - und Steigerung der Unternehmerprofite (deren Bestimmung völlig unklar bleibt). Entsprechend der Betonung der tarifpolitischen Situation wird als nicht unternehmensspezifische Größe nur noch die Tarifbewegung in den Branchen dargestellt. Richtig aufgezeigt ist dabei der Zusam- menhang der Schere zwischen Effektiv- und Tarif Verdiensten mit der konjunkturellen Entwicklung. Daran, daß diese Differenz nie geschlossen wurde, zeigt sich ein- mal, daß Tarifverträge real längst durchgeführte Lohnerhöhungen mit großer Verzögerung rechtlich absichern, d.h. nie direkter Ausgangspunkt von Effektivlohnerhöhungen sind, zum anderen, daß die starre Handhabung der Tariflaufzeiten oft die Ausnutzung ei- ner, wenn auch im Rahmen eines geringen Spielraumes, günstigen Situation verhindert und in konjunkturellen Abschwungphasen den Vorwand für Preiserhöhungen liefert. Das Argument der Absicherung der Lohnhöhe in Krisenzeiten erweist sich als rein formal, da nicht nur untertarifliche Lohnzahlungen möglich sind, sondern dem Kapitalisten genug Möglichkeiten zur Verbilligung der Ware Ar- beitskraft außerhalb der tariflichen Bestimmungen verbleiben (Beispiel der Hoesch AG, Dortmund: Abbau der Sozialleistungen, Steigerung der Arbeitsintensität, Rationalisierungsinvestitionen, Änderung der Arbeitsplatzbewertung und des Prämiensystems im Rah- men von Umstellungen etc.). Hinweise auf die Modalitäten des Ta- rifvertragsrechts fehlen in der Dokumentation, so daß eine Ein- schätzung des rechtlichen Spielraumes unmöglich ist. Für die Beantwortung der oben formulierten Fragestellungen ergibt sich: I. Die Tatsache, daß ein Großteil der Streiks reine Folgestreiks (in seltenen Fällen Solidaritätsstreiks) gewesen sind, weist auf den Zustand des Bewußtseins des Großteils der Arbeiter hin: Isoliert am Arbeitsplatz und im Privatleben, integriert durch die "rationalen" Anforderungen von Produktion und Konsumtion und die Außenlenkung gesellschaftlichen Lebens über manipulative Bewußt- seinsindustrien; weitgehend unfähig ihre Interessen zu formulie- ren und zu vertreten: im Betrieb durch die relative Unüberschau- barkeit des Arbeitsprozesses und Delegation seiner Interessenver- tretung an Gewerkschaftsorgane (Versicherungscharakter der Ge- werkschaften), im Privatleben die aufgedrängten Lösungen der So- zialtechnik. Unfähig, die aus ihrer Entfremdung ständig erwach- senden Konflikte zu verstehen und ihre Lösung anzugehen, resi- gnieren sie nach ersten Versuchen der Selbstverwirklichung, un- terwerfen sich den gesellschaftlichen Prozessen, deren Wesen sie nicht erkennen, die sie aber ständig bedrohen. So zeigen die Folgestreiks auch einen viel unsichereren Verlauf, sie gehen meist schnell, vor dem Erreichen der aufgestellten Streikziele zu Ende; selten bildete sich aufgrund erster Er- folgserlebnisse ein höherer Bewußtseinsstand heraus. Genauere Aufschlüsse geben die auslösenden Streiks. Ihre Relevanz liegt darin, daß bei ihnen die Arbeiter die Stufe der ungeordneten sinnlichen Erkenntnis bereits überwunden und zumindest in einem Teilbereich gesellschaftliche Prozesse der kapitalistischen Klas- sengesellschaft rational erkannt hatten, ihre Erkenntnis artiku- lieren und in der Aktion wirksam werden ließen. Daß die regiona- len Lohndifferenzen und das Zurückbleiben der Lohn- hinter der Profitentwicklung generelle und typische Erscheinungen in den Branchen Stahl und Kohle waren, ermöglichte das relativ schnelle Übergreifen der Streikbewegung von den Leitbetrieben auf andere Betriebe. Als Voraussetzungen und auslösende Momente können gene- rell genannt werden (S. 283 +): 1. Das offensichtliche Auseinanderfallen von Lohn- und Profitent- wicklung bei umfassender Steigerung von Produktion und Produkti- vität. 2. Zahlreiche Lohndifferenzen auf betrieblicher, Konzern-, Regio- nal- und Branchenebene, die teilweise im Verlauf der Konzentrati- ons- und Rationalisierungsbewegung entstanden sind; die anschlie- ßenden Arbeitsplatzumbewertungen führten fast generell zu Effek- tivlohnverminderung bei höheren Arbeitsanforderungen. 3. Ein Unbehagen gegenüber den Gewerkschaften aufgrund der gerin- gen Tariferhöhungen bei langen Laufzeiten der Tarifverträge. 4. Das Mißverhältnis zwischen Produktionszuwachs, Intensivierung der Arbeit und Verlängerung der Arbeitszeit (Überstunden) einer- seits und der Verbesserung der materiellen Situation der Arbeiter andererseits. 5. Besonders schwere Arbeitsbedingungen in der Hitzeperiode. 6. Die Zusammensetzung der Belegschaft, Existenz- und Organisati- onsform betrieblicher Kader. 7. Form und Dauer vorausgegangener betrieblicher Auseinanderset- zungen. 8. Betriebliche und überbetriebliche Kommunikationsmittel. Die Besonderheiten der Auslösestreiks: Hoesch-AG, Dortmund, eisenschaffende Industrie im Ruhrgebiet ------------------------------------------------------------ (IMSF, S. 54-66, vgl. auch RPK 25/26, S. 12 f) Die 1966 durchgeführte Fusion der Hoesch AG mit der Dortmund-Hör- der-Hütten-Union führte zu starken Lohndifferenzen im Konzern, die durch eine "Lohnharmonisierungskommission" ausgeglichen wer- den sollten. Deren einziges Ergebnis war ein faktischer Lohnstop im Konjunkturaufschwung, der eine rasche Steigerung der Stahl- preise und der Profite ermöglichte. Rationalisierungsmaßnahmen führten zu einer Steigerung der Arbeitsintensität. Die Einführung der analytischen Arbeitsplatzbewertung wurde zu einer Verminde- rung des Lohnniveaus genutzt, Entlassungen durch Sozialpläne er- träglich gemacht. Bereits im Sommer 1969 kam es zu Arbeitsnieder- legungen, der Betriebsrat formulierte die Forderung nach 20 Pf. außertariflicher, nicht zu verrechnender Lohnerhöhung für alle Arbeitnehmer. Die Ablehnung dieser Forderung durch die Direktion führte am 2.9. zum Ausbruch des Streiks in der Westfalen-Hütte, der sofort auf die Werke Phönix und Union übergriff. Fast 100% der Arbeiter sind in der IGM organisiert; eine DKP-Betriebszei- tung und die "Westfälische Rundschau" stellen einen engen Kommu- nikationszusammenhang her. Rheinstahl-Gießerei Meiderich (S. 71 ff) ---------------------------------------- Gleichzeitig Folge- und auslösender Streik war die Betriebsbeset- zung Meiderich: Der Rheinstahlkonzern befindet sich seit einigen Jahren in einer schweren Krise, deren Bedingungen in der Konzern- struktur (Entflechtung nach 1945 mit folgender Konzentrationsbe- wegung), der technischen Entwicklung und der Personalpolitik des Unternehmens zu finden sind. Im Rahmen der Straffung des Konzerns werden 1966 20-30% der Arbeiter und Angestellten entlassen und die Sozialleistungen abgebaut. Trotz der Produktionssteigerungen im Konjunkturaufschwung ist wegen weiterer Umstrukturierungen mit weiteren Entlassungen und Stillegungen (die Entscheidung über die Stillegung fällt in einem Rentabilitätswettbewerb der Einzelbe- triebe) zu rechnen. Dieser Rationalisierungsdruck war bestimmen- des Element für den Streikverlauf. In Meiderich kam es speziell aufgrund wechselnder Höhe der Prämienzahlung und einer Kampagne gegen die Krankenversicherungsregelung zu kurzen Arbeitsniederle- gungen und Demonstrationen. Initiativ für den Streik wirkten die Reparaturhandwerker (große Beweglichkeit im Betrieb, sehr niedri- ger Lohn), deren Forderung nach Angleichung der Löhne wochenlang verschleppt wurde. Die Struktur der Belegschaft kennzeichnet eine kritische Einstellung zur Gewerkschaft (der obligatorisch hohe Organisationsgrad von fast 100% IGM besagt folglich wenig) und die führende Rolle des Betriebsrats. Neunkirchener Eisenwerke AG, Stahlindustrie des Saarlandes ---------------------------------------------------------- (S, 132 ff.) ------------ Die Strukturschwäche des Saarlandes zeigt sich u.a. in der weit- gehenden Monopolstellung der Bergbau- und Stahlunternehmer (fast 50% aller in der Industrie Beschäftigten), die zur Verhinderung der Ansiedlung anderer, wachstumsstarker Industrien genutzt wird. Da die Profite hinter denen anderer Regionen zurückbleiben, wer- den sie größtenteils in anderen Bereichen angelegt. Rationalisie- rungsmaßnahmen, begleitet von Freisetzungen, halten das Arbeits- losenniveau weit über dem BRD-Durchschnitt. Im Werk Neunkirchen erhöhte sich die Arbeitsleistung/Stunde zwi- schen 1960 und 1968 um 49,4%, gleichzeitig sank die Zahl der Be- schäftigten um 20,8%. Das niedrige Lohnniveau führte zur Abwande- rung der jungen Arbeitskräfte, die Disziplinierung durch intensi- vierte Arbeitsbelastung und Entlassungsdrohung sicherte einen verschärften Ausbeutungsgrad. Im Dezember 1968 wurde gegen die Kürzung des Weihnachtsgeldes demonstriert, im Sommer 1969 kam es zu Protestaktionen bei den Kranfahrern. Am Tag des Ausbruchs des Hoesch-Streiks erschien die erste Nummer einer DKP-Betriebszei- tung, die die schwelende Unzufriedenheit artikulierte. Saarbergwerke AG, Steinkohlenbergbau des Saarlandes (S. 142 ff.): ----------------------------------------------------------------- Die Kohlenkrise bewirkte eine Umstellung des Produktionsprogram- mes auf Kohleumwandlung und-Veredelung bzw. auf andere Produkti- onsbereiche. Die Reallohnsteigerungen waren sehr gering. Ta- riflöhne sind an der Saar Höchstlöhne (sonst Mindestlöhne). Das Gedinge-Lohn-System ermöglichte steigende Arbeitsanforderungen und indirekte Lohnminderungen. (sog. Gedinge-Schere). Die sanitä- ren Anlagen wurden abgebaut, Unfallverletzte nicht mehr krankge- schrieben. Bei hohem gewerkschaftlichen Organisationsgrad besteht zugleich eine konkretfeindliche Einstellung der Arbeiter gegen- über der inaktiven, dem Kapital hörigen IGBE, die ihre Beiträge über den Lohn kassiert. Die Betriebsräte und Arbeitsdirektoren sind besonders eng mit der Unternehmensleitung des zu 74% bundes- eigenen Konzerns (26% Saarland) verbunden. Zwischen den Beleg- schaftsmitgliedern, die größtenteils weit von den Gruben entfernt in Dörfern leben, existiert nur ein geringer Zusammenhalt. Bremer-Hütte der Klöckner Werke AG, Stahlindustrie (S. 161 ff.): ---------------------------------------------------------------- Die Vorgeschichte des Konflikts enthält als wesentliche Elemente 5): Die Belegschaft rekrutiert sich vorwiegend aus den liquidier- ten Borgward-Werken, hat also den Krisencharakter des kapitali- stischen Wirtschaftssystems konkret erfahren. Schon seit längerer Zeit fand eine Auseinandersetzung zwischen der Belegschaft und der Mehrheit des Betriebsrates einerseits und der IGM auf Orts- und Bezirksebene andererseits statt. Zwei Gegenlisten der Ver- trauensleute errangen die Mehrheit über die IGM-Einheitsliste, worauf die IGM Ausschlußverfahren einleitete (zum Ergebnis ver- gleiche: SPIEGEL vom 12.1.70, S. 69 f). Ausgangspunkt dieser in- nergewerkschaftlichen Auseinandersetzung waren die Tarifverhand- lungen 1968 im Rahmen der "konzertierten Aktion", gegen die die Vertrauensleute opponierten. Die Solidarität zwischen Beleg- schaft, Vertrauensleuten und Teilen des Betriebsrates wurde durch eine Solidaritätsaktion anläßlich des Vorgehens von Schülern und Studenten gegen Fahrpreiserhöhungen im Januar 1968 und betriebliche Aktionen gegen die Verabschiedung der Notstands- gesetze gefestigt - eine in keinem anderen bestreikten Betrieb erreichte Qualität. Auslösende Momente waren weiterhin Rationalisierungsmaßnahmen mit folgenden Lohnminderungen durch Arbeitsplatzneubewertung, Verrin- gerung der innerbetrieblichen Lohnzulagen durch Aufrechnung in den Tarifverträgen. Einer Erhöhung des Ausbeutungsgrades trat der Betriebsrat durch eine Überstundensperre entgegen. Die Personali- sierung der Konflikte mit den regionalen IGM-Organen trug wesent- lich zur Solidarisierung der Arbeiter bei. Starke Aktivitäten gingen von der DKP-Betriebsgruppe und einer der ARBEITERPOLITIK Bremen nahestehenden Gruppe um Bonno Schütter aus; es existierte eine DKP-Betriebszeitung. II. Die Überleitung von den Voraussetzungen und auslösenden Momenten der Streiks zu den artikulierten Forderungen kann nur im Zusam- menhang einmal mit dem passivierten, in gewerkschaftlichen Vor- stellungen integrierten Bewußtsein des Großteils der Arbeiter, zum anderen mit der Kanalisierung der Forderungen durch gewerk- schaftliche Organe gesehen werden. Fast alle aufgestellten Forde- rungen zielten mehr oder minder direkt auf Lohnerhöhungen, mei- stens auf den Ausgleich des Rückstandes im Verhältnis zur Kon- junkturentwicklung und/oder zu anderen Unternehmen und regionalen Bereichen, und nicht auf die Veränderung des der Entlohnung zu- grunde liegenden Arbeitsprozesses. Deutlich zeigt sich das am Beispiel des im Laufe des Streiks entwickelten Forderungskatalogs der Belegschaft der Saarbergwerke AG, einer der wenigen differen- zierten Forderungskataloge (IMSF, S. 148, vgl. auch Maxhütte, Oberpfalz): 1. Lohnerhöhungen mit Wirkung vom 1. August 1969 auf der Verhand- lungsbasis eines Stundenlohns von 8 DM (Gleichstellung mit der Ruhr und der eisenschaffenden Industrie); 2. Neue Lohnfindung (raus aus der Gedingeschere); 3. Urlaubsgeld in Höhe eines Monatslohnes; 4. Kein Lohnausfall im Urlaub; 5. Kindergeld auch für das erste Kind (wie im öffentlichen Dienst); 6. Spezialistenzulage; 7. Hitzegeld ab 26 Grad; 8. Wohnungsgeld auch für Ledige; 9. 5-Tagewoche; 10. Ausschöpfung des 312-DM-Gesetzes; 11. Treue-und Alterszulage; 12. Ablösung des 250-DM Vorschusses, der im Krankheitsfälle nicht bezahlt wird, durch eine einmalige Abfindung; 13. Entschädigung für nichtgenutzte Deputatkohle in voller Höhe durch sofortige Barzahlung; 14. Bei Wiederaufnahme der Arbeit eine einmalige Zahlung für den Monat August; 15. Zusicherung an alle Streikenden, daß keinem Belegschaftsmit- glied durch die Teilnahme an Demonstrationen und am Streik Nach- teil entsteht. Einfluß auf die Höhe der Forderungen hatten: - der Zeitraum, in dem sich die Forderungen herausgebildet hatten - die Forderungen der Leitbetriebe - der Stand der innerbetrieblichen Diskussion und die Ergebnisse anderer gleichzeitiger Streiks. Die Stabilität der Forderungen hing ab von der Herkunft und dem Alter der Forderungen und der Homogenität der sie vertretenden Streikorgane. In den späteren Streikphasen traten verstärkt die Forderungen nach Bezahlung der Streikschichten und dem Unterlas- sen von Repressalien gegen Streikende auf. Besonders die letzte Forderung zielte auf die Solidarität der Arbeiter und hatte teil- weise sichtbare Einwirkung auf solidarisches Bewußtsein und Ver- halten: Bei den Howaldt-Werken Deutsche Werft AG, Kiel z.B. ent- ließ die Unternehmensleitung unter Bruch der Vereinbarungen zwei Arbeiter wegen ihrer Teilnahme am Streik. Die sofortige Wieder- aufnahme des Streiks durch die gesamte Belegschaft erzwang die Zurücknahme der Entlassungen. Diejenigen Forderungen fanden ver- stärkt Resonanz, die einfach, "griffig" und "realistisch" formu- liert waren und in einem zeitlichen Zusammenhang zur Tarifbewe- gung standen. Auffallend ist die unpolitische Ausrichtung der Forderungen: "Alle Streiks haben ihre Grundlage in sozialökonomischen Teil- und Tagesforderungen der Arbeiter und Angestellten. Politische Forderungen spielten in keinem Fall eine Rolle. Auch ist eine un- mittelbare Politisierung der Forderungen, der Aktionen und des Bewußtseins der Streikenden nicht festzustellen." (S. 259) Alle Ansätze, die über die sehr eng aufgefaßte Polarisierung Arbeiter- interessen - Kapitalinteressen hinausgingen, wurden als "Partei- politik" abgelehnt - dies habe mit ihrem Kampf nichts zu tun. Besonders deutlich wird dies im Verhältnis der Streikenden zu den Parteien und studentischen Gruppen. Gerade die vereinzelt stattfindenden Aktionen gegen die NPD zeigen eher das manipu- lierte Bewußtsein als Ansätze zur Politisierung. Von den auf Be- triebsebene agierenden Gruppen hatten neben den Gewerkschaftsor- ganen fast nur noch DKP-Betriebsgruppen Einfluß auf die Formulie- rung der Forderungen, die aber ganz konsequent, was ausdrücklich in der Studie hervorgehoben wird, die Ausbreitung antigewerk- schaftlicher Stimmungen bzw. eine Abspaltung von den Gewerkschaf- ten zu verhindern suchten. Aus diesen Aspekten folgt die Notwendigkeit, Lohnforderungen auf ihre Eignung zum Vorantreiben des Klassenkampfes in der BRD und in diesem Zusammenhang Strategie von Gewerkschaft und DKP genauer zu untersuchen. III. Der Stellenwert der Streiks kann aus mehreren Gründen nicht genau bestimmt werden: 1. Unterschiedlichkeit der Streiktypen 2. Beschränkung auf Lohnforderungen 3. Beendigung der Streiks vor ihrer Eskalation auf eine Stufe, die den harten Widerstand der betroffenen Kapitalisten notwendig gemacht hätte. Daher sind die Abwiegelungsmechanismen, die über die eingespiel- ten Schematismen der Tarifverhandlungen hinausgehen, gar nicht in Erscheinung getreten. Die Funktionen der einzelnen Institutionen und Organisationen werden nur spezifisch für den Streik darge- stellt, da Analysen ihrer Ideologie und Praxis existieren bzw. in größerem Zusammenhang erstellt werden müssen. Zur IVlitbestim- mungsfrage genügt hier ein Zitat über die Ergebnisse der Bieden- kopf-Kommission (TAGESSPIEGEL, 21.1.70): "Nach Auffassung der Kommission haben Anhörung und Befragung von Beteiligten ergeben, daß die Befürchtung einer zentralen Steue- rung der Gewerkschaftsvertreter in den Aufsichtsräten die Grund- lage fehle, daß Verzögerungen von Entscheidungen im Aufsichtsrat nicht unbedingt auf eine retardierende Politik von Arbeitnehmer- vertretern im Aufsichtsrat zurückgeführt werden könnten, daß weder bei den unternehmensinternen Arbeitnehmervertretern noch bei den Vertretern der Gewerkschaften die Absicht bestehe, das Rentabilitätsprinzip aufzugeben, daß die Mitwirkung der Arbeitnehmer in den Aufsichtsräten zu keiner feststellbaren inhaltlichen Veränderung unternehmerischer Initiativen geführt habe, daß die Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsräten den Konzentrationsbestrebungen nicht grundsätzlich ablehnend gegen- überstehen, daß Gewinnverteilungsvorschläge der Unternehmens- leitung bei den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat regelmäßig nicht auf Widerstand gestoßen sind und daß sich die Vorstände der Gesellschaften vom Arbeitsdirektor abgesehen nicht anders zusammensetzen würden, wenn ihre Mitglieder ohne Mitwirkung der Arbeitnehmervertreter berufen worden wären." "Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer ist nach Meinung der Gutachter geeignet, dem Arbeitnehmer das Gefühl des 'Ausgeliefertseins' an eine von ihm nicht beeinflußbare Leitungs- und Organisationsgewalt zu nehmen, und es durch ein Gefühl der Mitwirkung und Mitbestimmung abzulösen. Die institutionelle Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Unternehmen ist nach Auffassung der Gutachter geeignet, die Marktwirtschaft auch politisch zu sichern." Bundesregierung und Bundesparteien: Die Streiks gefährden die im Wahlkampf entfallene Balzstellung der darauf unvorbereiteten Parteien. Daher auch deren grundsätz- liche Anerkennung der Berechtigung "gewisser" Streikforderungen in "gewissem" Rahmen und der Versuch, diese im Wahlkampf in der Aufwertungsfrage, im Zusammenhang mit Konjunkturpolitik, Preis- steigerungen und Mitbestimmungsfrage für sich zu nutzen. Presse 6): Je nach ihrer politischen Ausrichtung nahmen die Presseorgane ihre Aufgabe, systembedrohende Entwicklungen zu diskriminieren, zu kalkulierende Entwicklungen dagegen "progressiv" zu unterstüt- zen, unterschiedlich wahr. Nur in wenigen Fällen wurde die Streikbewegung wenigstens dokumentiert, höchst selten auf ihre Ursachen und ihre Berechtigung hin analysiert. Neben der üblichen sprachlichen und inhaltlichen Emotionalisierung (die allein schon im Begriff "wilder Streik" zum Ausdruck kommt) standen oft vor- sichtige Andeutungen notwendiger Reformen: "Gewisse Stimmungsver- änderungen in der Arbeiterschaft", "Anzeichen mehren sich, daß die Integration der westdeutschen Gewerkschaften in ihren Staat den Arbeitern zu weit gegangen erscheint", "die Gewerkschaften zur Überprüfung ihrer Situation veranlassen" etc. Die offensicht- liche Verbreitung von Falschinformationen führte bei den Strei- kenden in Einzelfällen zu Aggressionen gegen das manipulierende Informationssystem (Verbrennung von BILD-Zeitungen bei Hoesch, Dortmund). Unternehmerverbände: Das Verhalten der Unternehmer läßt sich aus ihrer Stellung zu der Frage, in welcher Rolle die Gewerkschaften der ihnen zugewiesenen Funktion besser gerecht werden: "Als Kontrahent des Management oder als Management" (INDUSTRIEKURIER, 9.9.69), ableiten. Auf der einen Seite ständige Betonung der Friedenspflicht (die allgemeine Friedenspflicht folgt bindend aus § 242 BGB, die absolute Frie- denspflicht ist eine mögliche Klausel des BVG) als entscheidender Beitrag zur "autonomen Tarifpolitik" und der Notwendigkeit fester Laufzeiten der Tarifverträge, scharfe Kritik an streikfreundli- chen Äußerungen der Gewerkschaften, die einem "unkonzertierten Chaos" den Weg bereiteten. Auf der anderen Seite die Furcht, daß die funktionalisierten Gewerkschaften das Vertrauen des Arbeiters verlieren, und damit die Interessendifferenz zu offensichtlich wird. Neue Dimensionen der Streikniederschlagung in Krisenfällen deuten sich im Aufbau sogenannter Werkselbstschutzeinheiten an (vgl. Wallraff-Prozeß). Unternehmensleitungen: Die Taktik der Unternehmer bestand hauptsächlich in dem Versuch, die Gewerkschaftsorgane mittels der Friedenspflicht (§ 42 BVG) zu disziplinieren und zu spalten. Durch die erzwungene Doppelzüngig- keit der Gewerkschaften war eine Diffamierung gegenüber den Ar- beitern zwar möglich, setzte sich aber wegen der starken Polari- sierung mit dem Kapitalisten als Klassengegner nicht durch. Mit- tels bewußter Provokationen und Falschinformationen wurde ver- sucht, die Arbeiter zu spalten und in der Öffentlichkeit als ter- roristisch hinzustellen (Mischerproblem in Bremen und Neunkir- chen), was aber oft in eine stärkere Solidarisierung gegen die Unternehmensleitung umschlug. Massive Konfrontationen (faktische Aussperrung, Polizeieinsatz) wurden vermieden, fristlose Entlas- sungen bewirkten verstärkte Solidarisierung. Die Argumentation mit nationalistischen Ressentiments gegenüber ausländischen Ar- beitern waren beschränkt erfolgreich (s. unten). Teilweise diente die Einstellung der Versicherungszahlung als Druckmittel. Zwei wichtige Momente sind festzuhalten: 1. Die Unternehmen kamen nie in existentielle Schwierigkeiten, ihr ökonomischer Spielraum, insbesondere für Lohnerhöhungen, wurde nicht ausgemessen. Mit der Kanalisierung der Forderungen in vorgezogene Tarifverhandlungen bzw. ein diesbezügliches Verspre- chen, die der Streikbewegung ihren Ausgangspunkt nahmen, verhär- tete sich auch sofort ihre Haltung. Diese Taktik führte in allen Fällen zur Beendigung der Streiks, teilweise ohne jegliche ver- bindliche Zusicherung. 2. Die Differenzen im Verhalten von Werksleitungen, Konzernspit- zen und "Arbeitgeberverbänden" (zunehmende Verschärfung der Posi- tionen in den höhergestellten Organen) zeigen den Widerspruch zwischen den kurzfristigen Profitinteressen der Unternenmer und der langfristigen Funktionsfähigkeit des Systems. Mit zunehmender Konzentration und Zentralisation der Kapitale ist daher eher eine geringere Kompromißbereitschaft zu erwarten. DKP: Die DKP-Betriebsgruppen waren die einzig relevante außergewerk- schaftliche Kraft in den Betrieben. (Zu ihrer Betriebsstrategie vgl. Anm. 2) Ihre Argumentation: Nichterfüllung der sozialen Sym- metrie seitens der Unternehmer- und mangelnde Beteiligung der Ar- beiter an den steigenden Gewinnen, entsprach der des linken Ge- werkschaftsflügels. Ein Großteil ihrer Aktivität zielte auf die Herstellung und Erhaltung einer gewerkschaftlichen Einheitsfront und sie begab sich damit in den Mechansimus des Betriebsverfas- sungsgesetzes (BVG) und des Tarifvertragsgesetzes (TVG). Eine wichtige Funktion hatten auch die DKP-Betriebszeitschriften - oft einzige betriebsbezogene Informationsquelle. Gewerkschaften: 7) Kennzeichnend für die Stellung der Gewerkschaften in den Streiks ist ihre Einschätzung als einzige Arbeitervertretung von Seiten der gesamten Arbeiterschaft; dieses Verhältnis wurde aber vor und während der Streiks differenziert und kritisch gesehen. Trotz teilweise außer- oder sogar gegengewerkschaftlicher Aktivitäten kam es nirgends zu zahlreicheren Austritten. Einer der Gründe da- für liegt sicher in dem Mangel realistischer Alternativen. Spezi- ell hinzuweisen ist nur auf die Differenzierung zwischen den ein- zelnen Gewerkschaftsführungen, insbesondere zwischen IGM und IGBE, und die Ansätze zur Selbstkritik. Genannt werden 8): Man- gelnde Aufmerksamkeit und Aktivität, die zu langen Laufzeiten der Tarifverträge. Verbesserungsvorschläge beziehen sich auf das In- formationssystem und eine verstärkte Einbeziehung des Vertrauens- leutekörpers: Ansatz dazu ist die erste tarifvertragliche Rege- lung über den Schutz der gewerkschaftlichen Vertrauensleute für den Bereich der IGM. 9) Arbeitsdirektor und Aufsichtsratvertreter: Sofern sie in Erscheinung traten, fungierten sie so eindeutig als Agenten des Kapitals, daß selbst den Gewerkschaften eine Revision der Rechenschaftspflicht notwendig erscheint. Von den Unterneh- mern wurde ihnen geschickt die Funktion des "Polizisten ihrer Po- litik" und langfristig die Aufgabe der Wiederherstellung des Kon- takts zu den Belegschaften zugewiesen. 10) Betriebsräte: Im Bewußtsein der Arbeiter sind die Betriebsräte das wichtigste Organ ihrer betrieblichen Interessenvertretung, sie werden weit- gehend mit der Gewerkschaft identifiziert. Die Disziplinierungs- instrumente des BVG und des Montanmitbestimmungsgesetzes bedingen einen grundsätzlichen Widerspruch, der in Streiksituationen offen ausbricht. Je nach seinem Verhalten und nach seiner Rolle in der dem Streik vorausgegangenen Phase, seiner Grundeinstellung zum Klassengegensatz, dem organisatorischen und inhaltlichen Einfluß seitens der Gewerkschaften, dem Kräfteverhältnis im Betriebsrat und in der Belegschaft und seinem Verhältnis zu den Vertrauens- leuten schwankte das Verhalten des Betriebsrates von aktiver, ge- schlossener Streikführung (in wenigen, allerdings den Leitbetrie- ben) über das Agieren als Verhandlungs- und Vermittlungsorgan der Streikenden bis zur Inaktivität und sogar Streikfeindlichkeit (Bergbau). Vertrauensleute: Ihre Stellung bestimmt sich einmal aus der Bindung an die Satzun- gen und Richtlinien der Gewerkschaften, zum anderen durch einen engeren Kontakt zu den Arbeitern am Arbeitsplatz. Als "erweiterte Infrastruktur des Betriebsrates" spielten sie für die Rekrutie- rung der Streikkader eine Rolle. In der metallverarbeitenden In- dustrie bildeten sie allerdings weitgehend die Streikführung. Ihre stärkere Bindung in den Informations- und Konfliktlösungsme- chanismus der Gewerkschaften steht deshalb bevor. Dieser Überblick zeigt die Notwendigkeit, die Funktion des Rechts im Klassenkampf zu untersuchen, wie es K. Korsch 11) versuchte und dabei zeigte, wie sich der Klassenkampf in den Kategorien des Rechts ausdrückt: Das bürgerlich-private Recht im Widerspruch zu dem sich den Bedürfnissen der Arbeiterschaft annähernden öffent- lichen Recht. Weiterhin die Notwendigkeit, die Funktion und Ideo- logie der Gewerkschaften in ihrer Entwicklung und Perspektive ge- nau zu untersuchen, um eine prägnante Gegenargumentation und Ge- genorganisation aufzubauen (inwieweit Teile des Gewerkschaftsap- parats aus ihrer Bindung gelöst werden und erste Einheiten einer solchen Organisation bilden können, z.B. Vertrauensleute, kann nur in der Praxis entschieden werden). D.h.: Entwicklung einer schlüssigen Agitationskonzeption, die geeignet ist, dem Arbeiter die wichtigsten Zusammenhänge einfach und deutlich, aber nicht vereinfachend darzustellen. D.h. gleichzeitig die Entwicklung ei- nes Gegenmodells, das den Arbeitern, ausgehend von ihrem derzei- tigen Bewußtsein und dem Stand der objektiven Bedingungen eine politische Perspektive eröffnet, die die aktuellen Bedürfnisse und Forderungen des Tageskampfes in eine strategische Linie des internationalen Klassenkampfes stellt und damit Tagesziele auf das umfassendere und langfristigere Ziel der Umwandlung der Ge- sellschaft ausrichtet. 12) IV. Zur Bedeutung der Struktur der Streikenden kann relativ wenig ausgesagt werden, da nur wenige Streiks ausgeprägtere Streikfor- men erreichten und oft nur einzelne Arbeiter hervortraten: Die Initiativgruppen der Streiks in den Betrieben rekrutierten sich in erster Linie aus aktiven, gewerkschaftlich organisierten Arbeitern, insbesondere Vertrauensleuten. Trotz der in vielen Fällen kritischen Einstellung zur Gewerkschaftspraxis stellten sie sich, mit Ausnahme bei Klöckner-Bremen, nie außerhalb der Ge- werkschaftsstrategie. Parteipolitische Ausrichtungen spielten keine Rolle, die häufig beteiligten ADF- und DKP-Mitglieder ord- neten sich immer dem Interessenkonflikt Arbeit-Kapital unter. Die Streikbewegung tragende Altersgruppe waren die mittleren Jahrgänge, die auch in den betrieblichen und gewerkschaftlichen Organen den stärksten Einfluß ausüben. Abgesehen von den erhebli- chen regionalen und branchenspezifischen Unterschieden steht diese Schicht weder in der Tradition der Arbeiterbewegung noch ist sie durch die Aktionen der Studenten, Schüler und Lehrlinge beeinflußt oder sogar politisiert. Unter berufsspezifischem Ge- sichtspunkt gehen die stärksten Aktivitäten von den qualifizier- teren Arbeitergruppen aus, die zudem oft Schlüsselpositionen im Arbeitsprozeß einnehmen, dadurch einen besseren Überblick über Arbeits- und Verwertungsprozeß haben und über gute Kontakte zu anderen Betriebsabteilungen verfügen. Auffallend häufig überneh- men die Arbeiter des inner- und außerbetrieblichen Transport- und Reparaturwesens Initiativfunktionen. Die Angestellten beteiligten sich in nur geringem Maß an den Streiks. Während sie an der In- itiierung in keinem Fall beteiligt waren, kam es häufig zu Soli- daritätsaktionen; dort am stärksten, wo ihre Interessen in die Formulierung der Streikforderungen einbezogen wurden. Auch Art und Ausmaß des Kontaktes zu den Arbeitern im Produktionsprozeß beeinflußt den Grad der Solidarisierung: Im Bergbau beispiels- weise kam es aufgrund der offensichtlichen Trennung von Arbeitern und Angestellten kaum zu konkreten Solidarisierungsaktionen. In- wieweit die Septemberstreiks zu einem Abbau der überwiegend künstlich errichteten Abstufungen zwischen den Berufsgruppen bei- getragen haben, ist nicht abzusehen. Die objektiven Bedingungen, denen sie unterworfen sind, nähern sich immer weiter an (zum Bei- spiel Lohnfortzahlung, geplante Fusionierung von DGB und DAG), was notwendig im Bewußtsein von Arbeitern und Angestellten nach- vollzogen werden muß. In Betrieben mit einem hohen Anteil an Frauenarbeit waren die Ar- beiterinnen von Anfang an in die Streikbewegung einbezogen. Das solidarische Verhalten der Ehefrauen der Arbeiter hat oft den Verlauf der Streiks positiv beeinflußt. Ausländische Arbeiter beteiligten sich stets an den Aktionen, in zwei Fällen waren sie die Träger der Streiks. Ehrenreich A & Cie., Oberkassel, Anteil der ausländischen Arbei- ter 45% (S. 124 ff): 150 griechische Bandarbeiter legten die Arbeit nieder und wählten vier Streiksprecher, da sie über die Modalitäten einer neuen Lohnregelung nicht genau informiert worden waren und zu Recht Lohnverminderungen befürchteten. Die Mehrheit der deutschen Kol- legen derselben Betriebsabteilung solidarisierten sich. Die Un- ternehmensleitung entließ sofort zwei Griechen und einen deut- schen Arbeiter, der als Sprecher aufgetreten war, nahm diese Maß- nahme aber aufgrund einer Demonstration vorläufig zurück. Die deutschen Arbeiter der streikenden Abteilung wurden auf andere Abteilungen verteilt und nahmen die Arbeit wieder auf. Trotz der Drohung mit Abmeldung bei der AOK streikten 300 Griechen weiter, bis ihre Lage durch das Aufkommen starker nationalistischer Stim- mungen bei den deutschen Arbeitern und das Umschwenken des Be- triebsrates unhaltbar wurde. Streikergebnis: keine Entlassungen, Nachholen des Produktionsausfalls durch Überstunden und die Zusi- cherung, die neuen Akkordlohnsätze bei Reklamation zu überprüfen. Westfälische Metallindustrie Hueck & Co. KG. (WMI), Lippstadt (S. 127 ff): Im Zentrum des Streiks (Hella-Nordwerk) sind überwiegend auslän- dische Arbeiterinnen verschiedener Nationalitäten beschäftigt, die besonders kraß ausgebeutet werden. Die Arbeit wurde zunächst von italienischen, spanischen und deutschen Arbeiterinnen nieder- gelegt, die Arbeiter solidarisierten sich und demonstrierten in den Abteilungen des Hauptwerks mit der Parole "Solidarität für Gastarbeiter". Eine Betriebsversammlung wählte eine Verhandlungs- kommission, die erfolglose Verhandlungen mit der Unternehmenslei- tung führte. Diese blieb inzwischen nicht untätig: ein aus unbe- kannter Ursache ausgebrochener Dachstuhlbrand diente als Anlaß, das Gerücht, die Ausländer hätten Feuer gelegt, auszustreuen, dpa verbreitete im Gegensatz zum Ergebnis der polizeilichen Ermitt- lungen (l): "Die Gefährlichkeit südländischen Temperaments scheint offenbar, nachdem während des Streiks ein Lagergebäude urplötzlich in Brand geraten war", die Presse beschrieb den "Volksfestcharakter des Streiks", die Belegschaft begann sich zu spalten, das Hauptwerk war inzwischen durch Polizeikräfte abge- riegelt, die Unternehmensleitung drohte mit Entlassungen, Vertre- ter ausländischer Konsulate trafen zur Beschwichtigung der aus- ländischen Arbeiter ein. Als auch IGM und Betriebsrat zur Wie- deraufnahme der Arbeit auf riefen, endete der Streik. Ergebnis: Die Unternehmensleitung sagte zu, die Beschwerden über die Loh- neinstufungen durch eine Kommission überprüfen zu lassen! Wichtigstes Merkmal der Septemberstreiks ist ihre Initiierung und Durchführung ohne Beteiligung der Gewerkschaften, d.h. daß weder Streikgeld gezahlt wurde noch auf einen durchorganisierten Appa- rat zurückgegriffen werden konnte. Eine geschlossene psychologi- sche Abschirmung der streikenden Arbeiter gegen die versteckt oder offen-feindlich eingestellte Umwelt konnte nur durch die ständige Bestätigung der Solidarität der Arbeiter untereinander erreicht werden, d.h. auch, durch die ständige Anwesenheit der Arbeiter im Betrieb. Daraus entwickelte sich bei Einzelstreiks generell die Streikform der Betriebsbesetzung, die die Notwendig- keit einer Aufstellung von Streikposten aufhob und eine Aussper- rung durch die Unternehmer unmöglich machte. Da dadurch die In- formations- und Kommunikationsstruktur des Betriebs genutzt wer- den konnte, reichten in den meisten Fällen informelle Strei- kleitungen zur Organisation der Aktionen und Formulierung der Forderungen aus. Eine neue Qualität des Streiks konnte allerdings mit dieser Organisationsform nicht erreicht werden. Die nur orga- nisierende Tätigkeit - die notwendigerweise mangelhaft war, das Fehlen kontinuierlicher Information der Arbeiter, aktiver Agita- tion und eines ausreichenden technischen Apparats, z.B. Lautspre- cher und Vervielfältigungsmaschinen, verhinderten ein gezieltes Vorantreiben der Streikbewegung. Das Beispiel der Dortmunder Bergarbeiter zeigt deutlich die Grenzen dieser Streikform. Die Einbeziehung gleichartiger Betriebe auch innerhalb eines Konzerns wurde meist gar nicht versucht, scheiterte ansonsten oft an man- gelnden organisatorischen, personellen und informatorischen Kon- takten, die selbst Gewerkschaftsorgane mangels Vorbereitung nicht überwinden konnten. Dennoch scheint ein bestimmter Grad an Soli- darität auf Konzernebene zu existieren, der jedoch durch direkte Kontaktaufnahme erst während der Streikbewegung nicht mehr aus- reichend mobilisiert werden konnte. Eine Ausnahme bildeten die Klöckner-Werke, Osnabrück. Die Herstellung von Kontakten zur Bevölkerung durch Demonstratio- nen geschah häufig. Sie zeigten dem Klassengegner die Kampfbe- reitschaft und Entschlossenheit der Arbeiter und verstärkten das Solidaritätsgefühl. Die Streikformen spiegeln deutlich den Bewußtseinsstand der Ar- beiter wider: ebenso wie ihre Forderungen, sind sie improvisiert, zaghaft, perspektivlos und hilflos in der Auseinandersetzung mit den Unternehmerorganen. Besonders auf diesem Gebiet kann das Stu- dium der italienischen und französischen Streikbewegungen wich- tige Anregungen geben. Bei den für nichtgewerkschaftliche Streiks relativ langen Streik- zeiten spielte die geschlossene Beendigung der Arbeitsniederle- gungen für die Streikleitungen eine große Rolle und wurde dement- sprechend vordringlich angestrebt, da diese das Erfolgserlebnis eines geschlossenen beendeten Streiks für die wichtigste Voraus- setzung der Entwicklung von Klassenbewußtsein und die Aktivierung der Gewerkschaftsarbeit hielten. In fast allen Fällen führten ge- heime oder akklamatorische Abstimmungen der Belegschaft zur Wie- deraufnahme der Arbeit, es existierte aber auch immer eine starke Minderheit mit fortdauernder Streikbereitschaft. Da qualitativ verändernde Streikergebnisse unter den derzeitigen Bedingungen in dieser Form nicht zu erreichen sind, blieben die materiellen und bedingt strukturellen Ergebnisse der Streiks weit hinter den For- derungen zurück und wurden kurze Zeit später in den Tarifverhand- lungen bis auf die einmaligen Zahlungen aufgefangen. Die Streiks haben die Diskussion der Arbeiter wesentlich beein- flußt, aber die Tatsache, daß sie weitgehend von den Arbeitern selbst bezahlt wurden und die durch sie beeinflußten Ergebnisse der Tarifverhandlungen "sowieso eingetreten wären" und auch den nichtaktiven Arbeitern zugute kommen, verhindert ein starkes Nachwirken der Streikbewegung auf die nichtbeteiligten Arbeiter und Angestellten. Bei den Beteiligten - über 140 000 mit 532 308 Streiktagen - hat sich das Bewußtsein für die Ausbeutungs- und Disziplinierungsmechanismen des Kapitals geschärft. Dies ist als wichtigstes Ergebnis der Septemberstreiks zu werten, das sicher die Reaktion der Arbeiterschaft in der nächsten Rezession beein- flussen wird. V. Die Berichterstattung der Studie über die Aktivitäten der Studen- ten und Lehrlinge ist unverhältnismäßig kurz gefaßt. Die Fehler der nur punktuell auftretenden Studenten, die zu einer "Verhärtung antisozialistischer und antistudentischer Vorurteile" führten, sieht sie in einer doppelten Fehleinschätzung der Reali- tät (Beispiel Saarland, vgl. auch RPK 35, S. 6 f. und SDS-Info 21, S. 23 f.): "Zum einen versuchten diese Studenten von außen politische Lösungen in den Streik hineinzutragen, die weit von dem unmittelbaren Bewußtsein der Streikenden entfernt waren" und der von ihnen beanspruchten Führungsrolle, zum anderen "in ihrer falschen Einschätzungen der Gewerkschaftsfrage". Die richtige Konzeption wird in der Haltung des AStA-Kiel gesehen, der kon- krete Hilfe leistete. Die Situation der revolutionären Studenten- gruppen in Kiel (vgl. RPK 34, S. 1 ff. und EXPRESS INTERNATIONAL vom 24.12.1969, S. 6) war zu Beginn der Streiks bei den Howaldt- Werken, da keine Betriebsgruppe im Werk und keine qualifizierte Initiativgruppe außerhalb des Unternehmens existierte und die notwendige Auseinandersetzung mit der in ihrer Position gefestig- ten DKP in kurzer Zeit nicht zu leisten war, wenig geeignet, eine Initiative zu ermöglichen. Das Ziel, "die starke Fixierung der Arbeiter an die tradierten Arbeiterorganisationen zu durchbrechen und als realistische Konzeption die Selbstorganisation der Arbei- ter gegen Kapital, SPD und Gewerkschaft zu propagieren" konnte nicht durch abstrakte, avantgardistische Aufrufe und plumpe Ver- brüderungsversuche erreicht werden. Erste Kontakte entstanden durch das Angebot des AStA, dem Streikrat seinen technischen Ap- parat zur Verfügung zu stellen, das angenommen wurde. Nachdem ein DKP-Mann beim ersten Treffen die Voreingenommenheit beseitigt hatte, wurden gemeinsam Flugblätter besprochen und die nächsten Schritte diskutiert. Diese Arbeit dauert an und bietet die Mög- lichkeit, zu einem "langfristig angelegten, durch den noch zu entwickelnden Konsensus getragenen Bündnis. "Erste Ansätze dazu zeigen sich in einem Solidaritätsschreiben des ehemaligen Strei- krats an den Rektor der Kieler Universität, der die Zusammenar- beit mit rechtlichen Repressionen bedrohte. Weitere Berichte sozialistischer Studentengruppen fehlen, was nicht nur auf mangelhafte Aktivität schließen läßt. Bisher haben nur wenige Gruppen offen ihre Stellung in und zu den Streiks kri- tisch untersucht und ausgerichtet an der Analyse der Streiks neue Arbeitsvorstellungen formuliert. Eine veränderte Betriebsgruppen- strategie kann aber erst nach Aufarbeitung der für eine zukünf- tige Strategie und Praxis wichtigsten Momente der deutschen Ar- beiterbewegung, einer Analyse der Klassenkämpfe in anderen Län- dern 13) und der dortigen Kampfformen (insbesondere Italien) so- wie der laufenden Beobachtung und Bearbeitung der Bewegung der kapitalistischen Weltwirtschaft und ihrer Teilbereiche weiterent- wickelt werden. Eckart Hildebrandt _____ 1) Institut für Marxistische Studien und Forschungen: DIE SEPTEM- BERSTREIKS - DARSTELLUNG, ANALYSE, DOKUMENTE, Frankfurt/M., 1969. Eine Zusammenfassung bietet: Friedemann Schuster. DIE SEPTEMBER- STREIKS. AUF DEN ARBEITER KOMMT ES AN, Marxistische Taschenbü- cher, Frankfurt/M., 1969. Vgl. auch "Die Septemberstreiks in Westdeutschland und ihre ökonomischen Hintergründe" in: DWI-BE- RICHTE 1/70, S. 6-8, 41. 2) Vgl. diese Position mit der der DKP, dargestellt bei: FU-Pro- jektgruppe DKP und Bernd Rabehl: DKP - EINE NEUE SOZIALDEMOKRATI- SCHE PARTEI, Oberbaumpresse Berlin, 1969 und Ruhrkampagne: "Die Betriebsstrategie der DKP" in: SDS-Info 21, S. 15 ff. 3) Vgl. Siegfried Sack und Hubert Wawrzinek: "Charakter und Be- sonderheiten der Krise des westdeutschen Steinkohlebergbaus" in: WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTEN, 10/69 und Rüdiger Hopp: SCHWANKUNGEN DES WIRTSCHAFTLICHEN WACHSTUMS IN WESTDEUTSCHLAND 1954-1967, Mei- senheim am Glan, 1969. 4) Vgl. Elmar Altvater: "Konjunkturanalyse" in diesem Heft. 5) Vgl. RPK 32, S. 6 ff. und DIE AUSEINANDERSETZUNG IN DER KLÖC- KERN-HÜTTE BREMEN, hg. von ARBEITERPOLITIK, Bremen. 6) Vgl. Thesen zur Berichterstattung über den Streik in der bür- gerlichen Presse" in SDS-INFO 21, S. 36 f. 7) Vgl. Fritz Vilmar: DEMOKRATISIERUNG DER WIRTSCHAFT - DAS KON- ZEPT DES DGB-GRUNDSATZPROGRAMMS, Arbeitsheft 110 der IGM, 1969. 8) IMSF, S. 218 ff., vgl. auch Gerhard Leminsky "Spontane Ar- beitsniederlegungen" in GEWERKSCHAFTLICHE MONATSHEFTE, 11/69, S. 641 ff. und andere Gewerkschaftsorgane. 9) Vgl. Fritz Vilmar: "Schutz und Bedeutung der Vertrauensleute" in GEWERKSCHAFTLICHE UMSCHAU, 12/69, S. 269 f. 10) Vgl. Frank Deppe: "Lehren aus den Septemberstreiks" in: LINKS, 6/69, S. 7. 11) Karl Korsch: ARBEITSRECHT FÜR BETRIEBSRÄTE (1922), EVA, Frankfurt/M., 1968; vgl. auch Reinhard Hoffmann: RECHTSFORT- SCHRITT DURCH GEWERKSCHAFTLICHE GEGENMACHT, EVA, Frankfurt/M., 1968. 12) Vgl. Andre Gorz: ZUR STRATEGIE DER ARBEITERBEWEGUNG IM NEOKA- PITALISMUS, EVA, Frankfurt/M., 1969. 13) Vgl. z.B. Hubertus Hüppauff: "Fordstreik, Anti-Streik-Gesetze und der Mythos der Militanz" in SOZIALISTISCHE POLITIK, 3/69, S. 14 ff. Vgl. auch die Analyse von Elmar Altvater in diesem Heft. zurück