Quelle: Sozialistische Politik Jahrgang 1971
zurück
Diskussion, Besprechung
BEMERKUNGEN ZU: HELMUT REICHELT: ZUR LOGISCHEN STRUKTUR
DES KAPITALBEGRIFFFS BEI KARL MARX 1)
I.
Das Buch von H. Reichelt stellt den Versuch dar, anhand "der
Nachzeichnung der dialektischen Darstellung der Kategorien und
Erörterung der Implikationen dieser Darstellungsform" 2) die Aus-
einandersetzung mit den Problemen des Marxschen Spätwerks aufzu-
nehmen. Dabei geht es ihm auch darum, aufzuzeigen, daß der Marx-
schen Theorie - als System der Kritik der politischen Ökonomie -
in der Gesellschaftswissenschaft eine "einzigartige Schlüssel-
stellung" 3) zukommt, und daß sowohl Kritik als auch Anlehnung an
die Marxsche Theorie fehlgehen, wenn sie ihren Charakter als sy-
stematische Form einer umfassenden Gesellschaftskritik ignorie-
ren, indem sie sie einer oder mehrerer Spezialwissenschaften zu-
schlagen.
Als der Hauptvorzug dieser Arbeit muß hervorgehoben werden, daß
die methodische Differenz zwischen der Darstellung des allgemei-
nen Begriffs des Kapitals und der Darstellung des Kapitals in
seiner historischen Realität prägnanter herausgearbeitet wird,
als dies bei anderen Autoren bisher der Fall war. Weisen Autoren
wie zum Beispiel W.S. Wygodski 4) bereits auf die eminente Bedeu-
tung dieser Unterscheidung für die verschiedenen Stufen der Aus-
arbeitung und für die endgültige Fassung des "Kapitals" hin, und
kann R. Rosdolsky 5) die Fehler in der Luxemburg'schen Auffassung
der Reproduktionsschemata zurückführen auf die unzureichende Fas-
sung dieses methodischen Problems, so geht Reichelt insofern dar-
über hinaus, als er sich nicht nur auf die Hervorhebung des Pro-
blems beschränkt. Es gelingt ihm zu zeigen, in welcher Weise sol-
che methodischen Prinzipien wie 'Wesen und Erscheinung', 'Begriff
und historische Wirklichkeit' und 'immanentes Übersichhinausge-
hen' von der eigentümlichen Struktur des Gegenstandes - der bür-
gerlichen Gesellschaft - selbst gefordert werden; in ihm selbst
vorhanden sind.
Die kapitalistische Produktionsweise ist gekennzeichnet durch
eine ihr eigentümliche Verkehrung des Verhältnisses von lebendi-
ger zu toter, vergegenständlichter Arbeit "von Subjekt und Ob-
jekt. Die spezifisch historische Form gesellschaftlicher Arbeit
stellt sich dort dar als gegenständliche Eigenschaft der Ar-
beitsprodukte, so daß der gesellschaftliche Zusammenhang den Pro-
duktionsagenten, die als Privatproduzenten bestimmt sind, notwen-
dig als objektive, äußerliche Vermittlung erscheinen muß. Diese
gegensätzliche Bestimmung gesellschaftlicher Arbeit findet ihren
entwickelten und vollständigen Ausdruck in den verknöcherten und
verdrehten Formen, in denen das Kapital auf der Oberfläche der
bürgerlichen Gesellschaft erscheint. Das sind zugleich jene For-
men, in denen das Kapital sich in der historischen Realität -
wenn auch modifiziert durch tradierte oder bereits über es hin-
ausweisende Momente - in der Konkurrenz der vielen Kapitale be-
wegt. Insofern kann Marx formulieren: "E s e r s c h e i n t
a l s o i n d e r K o n k u r r e n z a l l e s v e r-
k e h r t. Die fertige Gestalt der ökonomischen Verhältnisse,
wie sie sich auf der Oberfläche zeigt, in ihrer realen Existenz,
und daher auch in den Vorstellungen, worin die Träger und Agenten
dieser Verhältnisse sich über dieselben klarzuwerden versuchen,
sind sehr verschieden von, und in der Tat verkehrt, gegensätzlich
zu ihrer innern, wesentlichen, aber verhüllten Kerngestalt und
dem ihr entsprechenden Begriff." 6) Es muß also - wie Reichelt
ausdrücklich hervorhebt - unterschieden werden zwischen zwei
Aspekten im Begriff der Konkurrenz: "das Kapital als es selbst
und seine eigene Oberfläche, als prozessierende Einheit von Wesen
und Erscheinung, die selber noch in der begrifflichen Darstellung
zum Ausdruck kommt, und dann das Kapital in der historischen
Realität." 7)
Erster Schritt zur Untersuchung realer Verhältnisse kann also nur
sein, aufzuzeigen, wie aus den immanenten, widersprüchlichen Ten-
denzen des Kapitals selbst, "die empirischen Verhältnisse sich
als Verhältnisse, in denen jede Vermittlung versteckt ist, kon-
stituieren." 8) Daraus ergibt sich die besondere Schwierigkeit
für die konkret-empirische Analyse, die Reichelt folgendermaßen
formuliert: "Immer deutlicher tritt hervor, daß das Kapital auf
einer Abstraktionsebene verfaßt wurde, welche es nicht erlaubt,
unmittelbar zur Untersuchung des existierenden Kapitalismus über-
zugehen, sondern selbst noch verlangt, daß man sich durch die
Vergegenwärtigung der Implikationen dieser Verfahrensweise Re-
chenschaft abzulegen hat über den methodischen Abstand zwischen
der Darstellung des 'allgemeinen Begriffs' und der Analyse der
realen Verhältnisse." 9)
Zu einem weiteren wichtigen Punkt in der Diskussion über die Im-
plikationen des Marxschen Spätwerks nimmt Reichelt eindeutig
Stellung. Da er als zentrale Forderung der Marxschen Theorie her-
ausgearbeitet hat, daß die Formen der Oberfläche der bürgerlichen
Gesellschaft selbst noch als notwendig aus der spezifischen Form
der Gesellschaftlichkeit der Arbeit abzuleiten sind, kann er dann
zeigen, daß die Ableitung dieser Formen in nur einer Weise mög-
lich ist, nämlich in der "des 'immanenten Übersichhinausgehens' -
wie Hegel sagt - und das ist die dialektische Methode im
K a p i t a l." 10) Gleichzeitig weist er darauf hin, daß dia-
lektische Methode - als spezifische Form der Darstellung der Be-
wegungsgesetze der bürgerlichen Gesellschaft - nichts anderes
sein kann als der ideelle Ausdruck der Nachverfolgung der je wi-
dersprüchlichen Bestimmungen des zu behandelnden Gegenstandes.
"Irreführend ist vor allem die Rede von der 'A n w e n d u n g
der dialektischen Methode', die den Eindruck vermittelt, als ob
es sich um eine erlernbare Verfahrensweise handelt, die an ver-
schiedene Inhalte von außen herangetragen werden könne." 11)
Obwohl dieser Kritik an bürgerlichem Methodenverständnis prinzi-
piell zugestimmt werden muß, trifft sie doch nicht die ganze
Wahrheit. Die Dechiffrierung der verkehrten Formen, in denen sich
die gesellschaftliche Arbeit auf der Oberfläche der bürgerlichen
Gesellschaft ausdrückt und die den Produktionsagenten als bloß
verknöcherte Form ihrer eigenen Tätigkeiten nicht mehr bewußt
sind, ist Voraussetzung für jede Untersuchung der wirklichen Be-
wegung der Konkurrenz und damit für jede Analyse historisch kon-
kreter Entwicklungsstufen. Allein die Aneignung des Zusammenhan-
ges zwischen der inneren Natur der kapitalistischen Produktions-
weise und deren erscheinender Bewegung bietet die Gewähr dafür,
nicht der Bewegung des Scheins aufzusitzen, sondern die Erschei-
nung als Erscheinung adäquat begreifen zu können. Insofern die
Darstellung der Anatomie der bürgerlichen Gesellschaft also Be-
dingung für die Untersuchung des höheren oder niederen Entwick-
lungsgrades der gesellschaftlichen Antagonismen und für die Be-
stimmung der Konflikte in vermittelteren gesellschaftlichen Be-
reichen (Überbau) ist, kann von einem Umschlag von Theorie in Me-
thode gesprochen werden.
Wenn also von Anwendung der Marxschen Theorie oder der Marxschen
Methode gesprochen werden kann, dann nur in dem Sinne, "ein Stück
Zeitgeschichte vermittels der materialistischen Geschichtsauffas-
sung aus der gegebenen ökonomischen Lage zu erklären, d.h. den
inneren Zusammenhang zwischen politischen Begebenheiten und öko-
nomischen Tatsachen nachzuweisen (vom Problem der Vollendung der
'Anatomie der Bürgerlichen Gesellschaft' einmal ganz abgesehen)."
12) Daher kann der erste Schritt in der Anwendung der Marxschen
Methode - Theorie - zur Untersuchung der realen Klassenkampfbewe-
gung nur im gründlichen Studium der Anatomie der bürgerlichen Ge-
sellschaft bestehen, d.h. also in der systematischen Aneignung
der von Marx im "Kapital" dargelegten inneren Organisation der
kapitalistischen Produktionsweise.
Von Anwendung der dialektischen Methode allerdings in dem Sinn zu
sprechen, daß es sich hierbei um einen aus der Marxschen Theorie
destillierbaren handlichen, kategorialen Apparat handle, der nur
auf wechselnde Gegenstände zu applizieren sei, muß als bürgerli-
che Verfälschung des Wissenschaftlichen Sozialismus zurückgewie-
sen werden, insofern einer solchen Auffassung nämlich die Vor-
stellung zugrunde liegt, als basiere die Marxsche Theorie auf ei-
nem universellen, rein im Denken begründeten Kategorienschema.
Statt dessen muß gerade umgekehrt davon ausgegangen werden, daß
die allgemeinen Bewegungsformen des Stoffes (wie z.B. Umschlag
von Quantität in Qualität; Umschlag von Ursache in Wirkung; Quan-
tität - Qualität - Maß; die Schlußformel Besonderheit-Allgemein-
heit-Einzelheit) oder was sonst noch als Bestimmungen dialekti-
scher Logik zu benennen ist, nur a b s t r a k t e s t e r Aus-
druck der Strukturen der bürgerlichen Gesellschaft sind. Das Auf-
suchen dieser abstrakten Bewegungsformen im "Kapital" schließt
notwendig die Abstraktion von Vermittlungsgliedern in der Entfal-
tung der spezifisch historischen Form gesellschaftlicher Arbeit
ein und diese Abstraktion kann folglich niemals ein handliches
Instrumentarium zur Klassenanalyse oder zu sonstigen marxisti-
schen Untersuchungen liefern.
Ein solches Methodenverständnis, das Reichelt mit Recht als im
bürgerlichen Horizont befangen kritisiert, wird um keinen Deut
besser, wenn es um ein zusätzliches Mißverständnis über die Marx-
sche Theorie erweitert wird. Wird das "Kapital" nicht als Dar-
stellung der verselbständigten Formen gesellschaftlicher Arbeit
begriffen, sondern zugleich zur Nachzeichnung der historischen
Genesis des Kapitalverhältnisses umgedeutet, so wird damit die
Marxsche Theorie und Methode völlig zum Mysterium. Unter Klassen-
analyse wird dann zum Beispiel verstanden, mit dem
'Instrumentarium' der dialektischen Methode an die Untersuchung
und Nachzeichnung der historischen Genesis und Entwicklung des
Kapitalverhältnisses in je spezifischen Ländern zu gehen. Es wird
dann konsequenterweise nur noch von "der Methode der historisch-
genetischen Analyse der Begriffe und ... der Methode des Ver-
gleichs historischer Epochen" 13) oder "historisch-genetischer
Analyse der Gesellschaftsformen" 14) gesprochen oder aber davon,
daß "die Methode ... also genetisch-evolutiv, kritisch, materia-
listisch und dialektisch sein" 15) muß. 16)
Als ein weiteres wichtiges Moment arbeitet Reichelt heraus, daß
zwischen Früh- und Spätwerk eine kontinuierliche Entwicklung vor-
handen ist, "daß sich an der Marxschen Grundposition, die zuerst
in den ö k o n o m i s c h - p h i l o s o p h i s c h e n M a-
n u s k r i p t e n erarbeitet wurde, nichts geändert hat...",
insofern hier wie da "der Kapitalismus als die extremste Gestalt
der verkehrten Form der Naturaneignung" 17) bestimmt ist. Im
Gegensatz zu vielen bisherigen Marx-Interpreten hebt er also
gerade die Kontinuität in der Marxschen Theorie hervor, und ver-
sucht nicht - siehe etwa neuerdings wieder bei dem französischen
Marxisten Althusser 18) - die verschiedenen Stufen der Ausarbei-
tung der Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft gegeneinander
auszuspielen.
II.
Kritisiert werden muß jedoch, wie Reichelt diese Kontinuität im
Einzelnen bestimmt. Sowohl im Früh- wie im Spätwerk ist seiner
Meinung nach ein durchgängiges Prinzip bei Marx das der Konfron-
tation von 'verkehrter und nicht verkehrter Welt'. So behauptet
er für die Ökonomisch-philosophischen Manuskripte, daß für Marx
sich dort "ohne die gedanklich antizipierte 'wahrhafte Auflösung
des Widerstreits zwischen den Menschen mit der Natur und mit dem
Menschen' .... die Gegenwart nicht angemessen erfassen (läßt),
wenngleich sich diese - erst herzustellende - bewußt gestaltete
unentfremdete Identität des Menschen mit der Natur nicht positiv
ausmalen läßt." 19) In der Deutschen Ideologie könne Marx die
"Struktur der Verkehrung nicht dechiffrieren, ohne den Aspekt ei-
ner vernünftigen Identität von Mensch und Natur ins Auge zu fas-
sen, doch ist über diese selbst nichts auszumachen." 20) Auch im
Spätwerk gehe "die vorweggenommene zukünftige Gesellschaft in die
theoretische Durchdringung der gegenwärtigen Gesellschaft ein",
wenngleich Reichelt auch hier wieder einschränkend hinzufügt, daß
dies nicht so zu verstehen sei, daß Marx "den Kapitalismus unter
dem Gesichtspunkt analysiert, wie man sich die rationelle Organi-
sation der Gesellschaft vorzustellen hat." 21)
Diese einschränkenden Formulierungen deuten zwar darauf hin, daß
Reichelt bei seiner Interpretation der Marxschen Theorie, diesem
nicht eine 'plumpe' Konzeption utopischen Sozialismus - des Mes-
sens der widerspenstigen Realität an einer wie auch immer abge-
leiteten 'vernünftigen' Idee (Begriff) - unterstellt, sich selbst
jedoch - aus Gründen, die im folgenden aufzuzeigen sind - von
solchen Konzeptionen nicht eindeutig lösen kann, insofern für ihn
nämlich Antizipation - in der Weise der gedanklichen Vorwegnahme
der 'vernünftigen' Gesellschaft - zum Schlüssel der Gesell-
schaftsanalyse wird.
Die spezifische Differenz in der Entwicklung von Marx, daß was
die Entwicklung vom Frühwerk zum Spätwerk ausmacht, stellt sich
für Reichelt dar als ein Prozeß vom u n v e r m i t t e l t e n
zum v e r m i t t e l t e n Erfassen der Anatomie der bürgerli-
chen Gesellschaft, wobei das v e r m i t t e l t e E r f a s-
s e n dadurch gekennzeichnet ist, daß Marx die Phänomene der
bürgerlichen Gesellschaft "unter der Form einer kritischen
Darstellung der Kategorien" 22) entwickeln kann. So nennt er als
das Positive am Spätwerk die Tatsache, daß Marx durch "ein nicht
äußerliches Aufgreifen" der Kategorien dem Gegenstand seiner
Untersuchung und Darstellung gerecht werde, 23) während im
Frühwerk "die Sprache der Nationalökonomie den Dienst verweigert"
und Marx somit versuchen muß, "u n m i t t e l b a r das Wesen
des kapitalistischen Gesamtprozesses zu erfassen." 24) Reichelt
geht also davon aus, daß die bürgerlichen Ökonomen nur ein Ob-
jektverhältnis zu den sachlichen Verhältnissen in der Welt haben,
25) so daß sie die Kategorien äußerlich aufgreifen müssen. Deswe-
gen meint er, daß Marx - da er nicht an die klassische politische
Ökonomie anknüpfen kann - auf die Antizipation als Mittel der
Analyse angewiesen ist.
Entgegen dieser Ansicht ist die Vorstellung einer mündigen Ge-
sellschaft nicht Ausgangspunkt der Marxschen Analyse, sondern
erst das Ergebnis des Begreifens der Widersprüche der bestehenden
Gesellschaft. Reichelt mißversteht also den Forschungsprozeß,
wenn er nicht sieht, daß "der Denkprozeß selbst aus den Verhält-
nissen herauswächst, selbst ein N a t u r p r o z e ß ist..."
26) Das wirkliche Verhältnis von klassischer politischer Ökonomie
und Marx muß sich somit aber anders darstellen als es von ihm be-
stimmt wird.
"Das Nachdenken über die Formen des menschlichen Lebens, also
auch ihre wissenschaftliche Analyse schlägt überhaupt einen der
wirklichen Entwicklung entgegengesetzten Weg ein. Es beginnt post
festum und daher mit den fertigen Resultaten des Entwicklungspro-
zesses. Die Formen, welche Arbeitsprodukte zu Waren stempeln und
daher der Warenzirkulation vorausgesetzt sind, besitzen bereits
die Festigkeit von Naturformen des gesellschaftlichen Lebens, be-
vor die Menschen sich Rechenschaft zu geben suchen, n i c h t
ü b e r d e n h i s t o r i s c h e n C h a r a k t e r
d i e s e r F o r m e n, die ihnen vielmehr bereits als unwan-
delbar gelten, s o n d e r n n u r ü b e r d e r e n G e-
h a l t." 27) Der Forschungsprozeß beginnt also damit, den
Inhalt der verknöcherten Formen zu analysieren. Die spezifischen
Formen selbst fallen hier noch außerhalb der Untersuchung. Da es
zunächst um die Erarbeitung der Voraussetzungen für die Entwick-
lung des inneren Zusammenhanges der scheinbar gegeneinander selb-
ständigen Formen des Reichtums geht, also um die Auflösung des
'Phantoms der Güterwelt', ein Schritt, der selbst "notwendige
Voraussetzung der genetischen Darstellung, des Begreifens des
wirklichen Gestaltungsprozesses in seinen verschiedenen Phasen,"
28) wird die Verkehrung der gesellschaftlichen Form zur Naturform
- charakteristisches Merkmal der Beschränktheit der Bürgerlichen
Ökonomie - nur insofern zum Problem, als sie sich selbst den Weg
zur genetischen Entwicklung der Formen und damit zum Begreifen
des transitorischen Charakters der kapitalistischen Produktions-
weise verstellt.
"Die klassische Ökonomie sucht die verschiedenen fixen und einan-
der fremden Formen des Reichtums durch Analyse auf ihre innere
Einheit zurückzuführen und ihnen die Gestalt, worin sie gleich-
gültig nebeneinander stehen, abzuschälen; (sie) will den inneren
Zusammenhang im Unterschied von der Mannigfaltigkeit der Erschei-
nungsformen begreifen" 29); diese innere Einheit ist menschliche
Arbeit. "Die klassische Ökonomie fehlt endlich, ist mangelhaft,
indem sie die G r u n d f o r m d e s K a p i t a l s, die
auf Aneignung fremder Arbeit gerichtete Produktion nicht als
g e s c h i c h t l i c h e F o r m, sondern N a t u r f o r m
der gesellschaftlichen Produktion auffaßt," die Form wird nicht
genetisch entwickelt, es wird nicht abgeleitet, warum dieser In-
halt jene Form annimmt, was zu "gewaltsamen Abstraktionen" führt.
Es ist jedoch ein Mangel, zu dessen "Beseitigung sie durch ihre
A n a l y s e selbst den Weg bahnt." 30)
Das ist der wesentliche Zusammenhang, den Reichelt übersieht,
denn der durch Analyse gewonnene Inhalt (Arbeit) widerspricht der
Form (Austausch von Lohnarbeit und Kapital): "Indem sie so auf
der einen Seite die A r b e i t absolut (weil ihnen die Lohnar-
beit mit Arbeit identisch) und auf der anderen Seite ebenso abso-
lut das K a p i t a l, die Armut des Arbeiters und den Reichtum
des Nichtarbeiters in demselben Atem als einzige Quelle des
Reichtumsaussprechen, bewegen sie sich beständig in absoluten Wi-
dersprüchen, ohne die geringste Ahnung darüber." 30a) "In diesem
Widerspruch sprach die politische Ökonomie bloß das Wesen der ka-
pitalistischen Produktion aus, oder, wenn man will, der Lohnar-
beit; der sich selbst entfremdeten Arbeit, der der von ihr ge-
schaffene Reichtum als fremder Reichtum, ihre eigene Produktiv-
kraft als Produktivkraft ihres Produkts, ihre Bereicherung als
Selbstverarmung, ihre gesellschaftliche Macht als Macht der Ge-
sellschaft über sie gegenübertritt." 31)
Indem sie also auf der einen Seite die verknöcherten Formen auf
die ihnen gemeinsame Substanz, auf menschliche Arbeit, zurück-
führt, indem sie so die sachlichen Verhältnisse auf gesellschaft-
liche Verhältnisse zurückführt, auf der anderen Seite aber kri-
tiklos an den verknöcherten Formen festhält, spricht die klassi-
sche politische Ökonomie implizit den Widerspruch der bürgerli-
chen Produktionsweise aus. Sie drückt aus, daß im Kapitalismus
die gesellschaftlichen Verhältnisse eben einen s p e z i f i-
s c h e n C h a r a k t e r haben, der sie in der Form von
sachlichen Verhältnissen erscheinen läßt. Was die bürgerliche
Ökonomie aber kennzeichnet, ist, daß sie die A b s t r a k-
t i o n n i c h t w e i t g e n u g getrieben hat, daß sie
bei Arbeit überhaupt stehenbleibt und die A r b e i t n i c h t
i n i h r e m D o p p e l c h a r a k t e r, also das Wesen
nicht selbst als widersprüchlich faßt; daß ihr daher das
Verhältnis von W e s e n u n d E r s c h e i n u n g nicht
zum Problem werden kann, sondern ihr beide vielmehr u n m i t-
t e l b a r z u s a m m e n f a l l e n. Deshalb ist bei ihr
der Widerspruch der bürgerlichen Produktionsweise nur implizit
ausgedrückt, sie kann ihn nicht anerkennen, geschweige denn
begreifen; zum Begreifen würde gehören, daß der Widerspruch als
vermittelter dargestellt wird. "Es war aber klar, daß - da
dieselbe r e a l e E n t w i c k l u n g, die der bürgerlichen
Ökonomie diesen theoretisch rücksichtslosen Ausdruck gab, die in
derselben enthaltenen realen Widersprüche entwickelt, namentlich
den Gegensatz zwischen dem wachsenden Reichtum der 'Nation' in
England und der wachsenden Misere der Arbeiter, da ferner diese
Widersprüche in der Ricardoschen Theorie etc. einen
t h e o r e t i s c h schlagenden, wenn auch unbewußten Ausdruck
erhalten, - es war natürlich, daß die Geister, die sich auf die
Seite des Proletariats stellten, den theoretisch für sie schon,;
zurechtgemachten Widerspruch aufgriffen." 32) Marx knüpft also
direkt an die klassische Ökonomie an, indem er den von ihnen fast
zu Ende geführten Abstraktionsprozeß vollendet: Er faßt die
Arbeit nicht mehr als Arbeit überhaupt, sondern in ihrem
Doppelcharakter. Andererseits wird dadurch erst eine
systematische Darstellung der bürgerlichen Gesellschaft möglich.
"Die Analyse der Ware auf Arbeit in Doppelform, ... ist das
kritische Ergebnis einer mehr als anderthalbhundertjährigen
Forschung der klassischen politischen Ökonomie..." 33)
Dadurch, daß Reichelt das Verhältnis von Marx zur klassischen po-
litischen Ökonomie nicht adäquat begreift, ist es ihm unmöglich
gemacht, die Durchdringung der gesellschaftlichen Formen des men-
schlichen Lebens angemessen als selbst noch sozial bestimmt zu
interpretieren. Er konstatiert zwar die Notwendigkeit eines
"historische(n) Kulminationspunktes), der vermöge der abschluß-
haften Form der Pervertierung des Zusammenhangs von Mensch und
Natur den Einblick in die wirkliche Struktur... des Kapitalismus
freigibt" 34), benennt aber damit nur eine Voraussetzung, die
auch der klassischen politischen Ökonomie gegeben war, so daß die
Fortschritte der Theorie von der Klassik bis hin zu Marx uner-
klärt bleiben. Reichelt anerkennt nicht, daß dieser Denkprozeß
bis hin zu Marx quasi mit Naturnotwendigkeit erzeugt wird durch
die Entwicklung der realen gesellschaftlichen Antagonismen.
Erst am Ende dieses Forschungsprozesses, der die positiven Ele-
mente ausfindig macht, wie sie die bürgerliche Gesellschaft schon
in sich trägt und bei ihrem eigenen Zerfallsprozeß entwickelt und
für die Beteiligten bloßlegt, steht eine ungefähre Vorstellung
dessen, was "bewußt gestaltete unentfremdete Identität des Men-
schen mit der Natur" 35) heißen könnte. "Ebenso führt diese rich-
tige Betrachtung (und Deduktion der Gesetze der bürgerlichen Pro-
duktionsweise - d. Verf.) ... zu Punkten, an denen die Aufhebung
der gegenwärtigen Gestalt der Produktionsverhältnisse - und so
foreshadowing der Zukunft, werdende Bewegung sich andeutet. Er-
scheinen einerseits die vorbürgerlichen Phasen als n u r
h i s t o r i s c h e, i.e. aufgehobene Voraussetzungen, so die
jetzigen Bedingungen der Produktion als sich s e l b s t
a u f h e b e n d e und daher als h i s t o r i s c h e
V o r a u s s e t z u n g e n für einen neuen Gesellschaftszu-
stand setzende." 36) Nicht Ausgangspunkt, sondern Resultat ist,
was Reichelt bei Marx als eingehend in die 'begriffliche Verar-
beitung' unterstellt. Nur das volle Begreifen der Widersprüche
der real gegebenen Gesellschaft ermöglicht das Bild einer mündi-
gen Gesellschaft in Ansätzen zu zeichnen. Die Identität einer Ge-
sellschaft mit sich selbst (im Gegensatz zur Selbstzerrissenheit)
oder die Möglichkeit der Identität von Mensch und Natur steht als
Vorgestellte nie am Anfang einer Analyse, die den Idealismus
überwindet, sie geht nicht "in die theoretische Durchdringung der
gegenwärtigen Gesellschaft ein" 37), sondern nur in die Darstel-
lung derselben. Insofern "philosophiert" Marx auch nicht unter
"identitätsphilosophischen Prämissen" 38). Um was es sich bei der
Darstellung also handelt, ist nicht Prämisse - und schon gar
nicht 'identitätsphilosophische Prämisse' (was immer Reichelt in
bezug auf die Marxsche Theorie darunter verstanden wissen will) -
sondern Resultat eines Forschungsprozesses, der mit Notwendigkeit
auf der Reife des Entwicklungsprozesses der bürgerlichen Gesell-
schaft von ihr selbst eingeleitet und vollendet wird.
Das Reicheltsche Verständnis der Marxschen Theorie als einer Kon-
zeption, für die die gedankliche Antizipation einer kommunisti-
schen Gesellschaft notwendige Voraussetzung und damit der Schlüs-
sel für die Marxsche Gesellschaftskritik ist, muß konsequent zu
Ende gedacht zur Annahme einer relativen Eigenständigkeit des
Denkens gegenüber dem materiellen Prozeß führen, derart, daß die
Hirntätigkeit (Denken) an sich selbst ihr Material gewinnen
könne. 38a) Deshalb kann ihm auch hier der Vorwurf nicht erspart
bleiben, daß er letztlich doch bürgerlichem Verständnis von Ge-
sellschaftskritik verhaftet bleibt.
Deutlich wird dies bei seiner höchst mißverständlich abgefaßten
Passage über die Transformationsperiode. Seine Formulierung -
"Schon 'um ihre Existenz' sicherzustellen, sind die Menschen
genötigt, das Hegelsche Wort über die Französische Revolution
erst wirklich wahr werden zu lassen: sich auf den Gedanken zu
stellen und die Wirklichkeit nach diesem zu bauen. Nicht mehr
soll das gesellschaftliche Sein das Bewußtsein bestimmen, sondern
ihr Bewußtsein das gesellschaftliche Sein;" 39) - können allzu
leicht vergessen machen, daß auch im Kommunismus das Bewußtsein
das Sein nur insofern bestimmen kann, als es immer noch an die
materiellen Voraussetzungen gebunden ist, daß aber "alle natur-
wüchsigen Voraussetzungen zum ersten Mal mit Bewußtsein als Ge-
schöpfe der bisherigen Menschen behandelt, ihrer Naturwüchsigkeit
entkleidet und der Macht der vereinigten Individuen" 40) unter-
worfen werden.
III.
Aus einer verkürzten Interpretation des Verhältnisses Marx zur
klassischen politischen Ökonomie - insbesondere der Anknüpfung an
die Arbeiten von Smith, Ricardo etc. - müssen sich Reichelt not-
wendig Schwierigkeiten bei der Nachzeichnung der Entwicklung der
Kaugorien in den ersten Kapiteln des "Kapital" ergeben, wenn-
gleich nicht bestritten werden soll, daß er die Darstellung der
Funktionsbestimmungen des Geldes und den notwendigen Übergang zum
4. Kapitel sehr detailliert und richtig nachzeichnet.
So glaubt er zum Beispiel nicht entscheiden zu können, "ob Ein-
wände gegen die Form des Anfangs zurecht bestehen, ob hier ein
Moment der Gewaltsamkeit vorliegt, oder ob sich die Systemkon-
struktion gegenüber den materialen Problemen verselbständigt hat"
41). Das zentrale Problem ist für ihn die "Einführung des Wertbe-
griffs". Dieser wiederum ist seiner Meinung nach "die Vorausset-
zung einer Darstellungsform der Kategorien der politischen Ökono-
mie, welche zum ersten Male versucht, ein äußerlich aufgreifendes
Verfahren zu überwinden..." 42)
Marx' Ausgangspunkt hingegen "ist die einfachste gesellschaftli-
che Form, worin sich das Arbeitsprodukt in der jetzigen Gesell-
schaft darstellt, und dies ist die 'W a r e'." 43) Nachdem er
diese in ihrer doppelten Bestimmtheit analysiert hat, entwickelt
er weiter, "daß, wenn die Ware das Doppelte von Gebrauchswert und
Tauschwert, auch die in der Ware dargestellte Arbeit Doppelcha-
rakter besitzen muß, ..." 44) Nur so kann er zeigen, wie dieser
Inhalt notwendig jene historisch-spezifische Form annehmen, sich
also gesellschaftliche Arbeit als gegenständliche Eigenschaft der
Arbeitsprodukte darstellen muß.
Da Reichelt - wie oben gezeigt - den sozialen Prozeß bis zur Er-
kenntnis des Doppelcharakters der Arbeit - diesem
"Springpunkt..., um den sich das Verständnis der politischen Öko-
nomie dreht" 45) - nicht richtig versteht, stellt sich ihm dieser
Zusammenhang anders dar, so daß die "Einführung des Wertbegriffs"
als ein "Moment abstrakter Setzung" 46) erscheinen muß. Dieser
Wertbegriff kann dann jedoch - da bei Reichelt dem Doppelcharak-
ter der Arbeit vorausgesetzt und nicht umgekehrt aus diesem abge-
leitet - nur gewonnen werden aus der Konfrontation von bürgerli-
cher und kommunistischer Gesellschaft. So formuliert er, daß "der
Inhalt des Werts ... als historischer Gegenstand nur begriffen
und dargestellt werden kann, wenn jener Inhalt auch als Inhalt
anderer Formen begreifbar und darum abgelöst von seiner histori-
schen Erscheinungsform beschreibbar geworden ist." 47) Entschei-
dender Gesichtspunkt für den Inhalt des Werts ist für ihn der
Aspekt der "Verteilung der gesellschaftlichen Gesamtarbeit auf
die verschiedenen Produktionszweige" 48), deren 'vernünftige' und
'mündige' Regelung Marx - wenn auch nicht ausgemalt - so jedoch
in der Vorstellung antizipiert habe, um die Verkehrung der bür-
gerlichen Gesellschaft darstellen zu können. Als Beleg dafür gilt
ihm zum einen die Stelle aus dem Brief von Marx an Kugelmann vom
11. Juli 1868 49), wo dieser vom Naturgesetz der proportionellen
Verteilung der Arbeit spricht, zum andren die Stelle, an der Marx
im Abschnitt über den Fetischcharakter der Ware 50) - zur Illu-
stration des vorher entwickelten - 'Robinson' und den 'Verein
freier Menschen' anführt. "Beiden Beispielen ist gemeinsam, daß
die Arbeit als Arbeitskraft eines selbstbewußten Subjekts ge-
schildert wird, daß sie - auf der Basis bewußt konzipierter Kor-
relation zwischen Bedürfnissen, Gegenständen zur Befriedigung
dieser Bedürfnisse und notwendiger Arbeitszeit zur Herstellung
dieser Gegenstände - planvoll auf die verschiedenen Produktions-
zweige verteilt. Prinzipiell handelt es sich bei der bürgerlichen
Gesellschaft um dasselbe Problem, nur muß es in anderer Form ge-
löst werden" 51). Die Lösung dieses Problems geschieht dann dort
durch den Wert, als jener "gesamtgesellschaftlichen Synthesis,
jenen Ersatz für die fehlende selbstbewußte Einheit, welche die
Verteilung der gesellschaftlichen Gesamtarbeit regelt" 52).
Reichelts Fehler ist also, daß er die Warenform des Arbeitspro-
dukts nicht als "die ökonomische Zellenform" 53) der bürgerlichen
Gesellschaft begreift, nach deren Einführung Marx zum Doppelcha-
rakter der Arbeit fortschreitet. Seine Interpretation der Dar-
stellung der Anatomie der bürgerlichen Gesellschaft muß so mit
der Bemerkung von Marx zurückgewiesen werden: "Der Fehler ist
überhaupt, vom Wert als einer obersten Kategorie auszugehen..."
54)
Offen bleibt schließlich die Frage, ob nicht weitere Unklarheiten
bei Reichelt Konsequenz seines prinzipiellen Mißverständnisses
über den Springpunkt der politischen Ökonomie sind. So sind zum
Beispiel seine Interpretation des Stellenwertes des Lohnkapitals
im ersten Band 55) und der doppelten Bestimmtheit der gesell-
schaftlich notwendigen Arbeit 56) sehr problematisch. Ebenso ge-
hen ihm bei der Bestimmung der Differenz zwischen Grundrissen und
Kapital in bezug auf die 'Konkurrenz' zwei Aspekte durcheinander
57), und er kommt über eine Wiederholung der schon von Rosdolsky
- der die Planveränderung zwar konstatiert, aber nicht systema-
tisch zu erklären vermag - formulierten Thesen nicht hinaus. 58)
Es bleibt so nur zu hoffen, daß die Fortsetzung seiner Interpre-
tation der "logischen Struktur des Kapitalbegriffs" Klarheit über
diese Fragen bringen wird.
Projekt 'Klassenanalyse'
_____
1) Helmut Reichelt: ZUR LOGISCHEN STRUKTUR DES KAPITALBEGRIFFS
BEI KARL MARX, Frankfurt/Main 1970 (im Folgenden zitiert: Rei-
chelt: ZUR...).
2) Ebenda, S. 18.
3) Ebenda, S. 16.
4) Vgl. W.S. Wygodski: DIE GESCHICHTE EINER GROSSEN ENTDECKUNG,
Berlin 1967, bes. Kapitels (S. 117-130).
5) Vgl. R. Rosdolsky: ZUR ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DES MARXSCHEN
'KAPITAL', 2 Bde., Frankfurt/Main 1969, S. 86 ff und S. 578 ff.
6) K. Marx: DAS KAPITAL, Bd. 3, zitiert nach Marx-Engels: WERKE,
Berlin 1956 ff, (im Folgenden MEW) Band 25, S. 219.
7) Reichelt: ZUR..., S. 85.
8) Bischoff u.a.: "Mystifikation und Klassenbewußtsein", in: So-
zialistische Politik (SOPO) 8, Westberlin 1970, S. 23.
9) H. Reichelt: "Anmerkungen zur Marxschen Werttheorie und deren
Interpretation bei Werner Hofmann", in: SOPO 2, Westberlin 1969,
S. 22.
10) Reichelt: ZUR..., S. 16.
11) Ebenda, S. 81.
12) Bierbaum u.a.: "Zur Aktualität der Leninschen Partei", in:
SOPO 10, Westberlin 1971, S. 53, Anm. 54a.
13) Autorenkollektiv im INFI; Kampagne 'Ruhrgebiet': "Revolutio-
näre Aktionsstrategie und Revisionistische Staatstheorie", in:
GEGEN DEN STROM, Nr. 1, Westberlin 1969, S. 8.
14) Ebenda, S. 13.
15) E. Mandel: MARXISTISCHE WIRTSCHAFTSTHEORIE, Frankfurt/Main
1970, S. 17.
16) Vgl. auch den Brief von Engels an Bolte vom 21./22.12.1890,
in MEW 37, S. 465: "Es ist aber leider nur zu häufig, daß man
glaubt, eine neue Theorie vollkommen verstanden zu haben und ohne
weiteres handhaben zu können, sobald man die Hauptsätze sich an-
geeignet hat, und das auch nicht immer richtig. Und diesen Vor-
wurf kann ich manchem der neueren 'Marxisten' nicht ersparen, und
es ist da dann auch wunderbares Zeug geleistet worden."
17) Reichelt: ZUR..., S. 228 ('Grundposition' von uns hervorgeho-
ben - d. Verf.).
18) Vgl. Louis Althusser: "Avertissement aux lecteur du Livre l
du 'Capital'", in: K. Marx: LE CAPITAL (livre 1), edition Garnier
Flammarion, Paris 1969, S. 21.
19) Reichelt: ZUR..., S. 40.
20) Ebenda, S. 54 (Hervorhebung von uns - d. Verf.).
21) Ebenda, S. 145.
22) Ebenda, S. 25.
23) Vgl. ebenda, bes. S. 127 und S. 244.
24) Ebenda, S. 27 (Hervorhebung von uns - d. Verf.).
25) Vgl. ebenda, S. 244.
26) "Marx an Kugelmann, 11. Juli 1868", MEW 32, S. 553.
27) K. Marx: DAS KAPITAL, Bd. 1, MEW 23, S. 89 (Hervorhebungen
von uns - d. Verf.).
28) K. Marx: THEORIEN ÜBER DEN MEHRWERT/3, MEW 26.3, S. 491.
29) Ebenda, S. 490.
30) Ebenda, S. 491 ('Analyse' von uns hervorgehoben - d. Verf.).
30a) Ebenda, S. 256.
31) Ebenda, S. 255.
32) Ebenda, S. 256 ('reale Entwicklung' von uns hervorgehoben -
d. Verf.).
33) K. Marx: ZUR KRITIK DER POLITISCHEN ÖKONOMIE, MEW 13, S. 37.
34) Reichelt: ZUR..., S. 145.
35) Ebenda, S. 40.
36) K. Marx: GRUNDRISSE DER KRITIK DER POLITISCHEN ÖKONOMIE, Ber-
lin 1953, S. 365.
37) Reichelt: ZUR..., S. 145.
38) Ebenda, S. 155.
38a) Daß man Reichelt in dieser Weise interpretieren kann, dafür
liefert H.-C. Harten in seiner
Besprechung des Reicheltschen Buches (in: POLITIKON Nr. 36,
April/Mai, Göttingen 1971, S. 35) einen schlagenden Beweis, indem
er diesem Zaghaftigkeit in Sachen idealistischer Umdeutung vor-
wirft und der von Reichelt vorgenommenen bloß "a b s t r a k-
t e n Gegenüberstellung Kapitalismus-Kommunismus" entgegenhält,
"daß die Produktivkräfte immer schon ein Moment der Antizipation
enthalten, das gerade in einer Theorie der Gesellschaft e n t-
f a l t e t und zu einer Strategiekonzeption vermittelt werden
muß. Wenn das nicht geschieht, werden auch keine Klassenkämpfe
stattfinden; von selbst verwirklicht sich der Geist des
Proletariats nicht." (Hervorhebungen von uns - d. Verf.).
39) Ebenda, S. 53 f.
40) K. Marx/F. Engels: DIE DEUTSCHE IDEOLOGIE, MEW 3, S. 70.
41) Reichelt: ZUR..., S. 53 f.
42) Ebenda.
43) K. Marx: "Randglossen zu A. Wagners 'Lehrbuch der politischen
Ökonomie' ", MEW 19, S. 369.
44) "Marx an Engels, 8. Januar 1868", MEW 32, S. 11.
45) K. Marx: DAS KAPITAL, Bd. 1, MEW 23, S. 56.
46) Reichelt: ZUR..., S. 155.
47) Ebenda, S. 145.
48) Ebenda, S. 227.
49) Vgl. MEW 32, S. 553.
50) Vgl. K. Marx: DAS KAPITAL, Bd. 1, MEW 23, S. 90 ff.
51) Reichelt: ZUR..., S. 146.
52) Ebenda, S 227.
53) K. Marx: DAS KAPITAL, Bd. 1, "Vorwort zur ersten Auflage",
MEW 23, S. 12.
54) Randbemerkung Marx' zur Seite 76 des Buches von Kaufmann
"Theorie der Preisschwankungen", in: KARL MARX ALBUM, S. 155,
(zitiert nach R. Rosdolsky, op. cit., S. 144).
55) Reichelt: ZUR..., vgl. S. 88 f.
56) Vgl. ebenda, S. 173 ff.
57) Vgl. ebenda, S. 85: "... diese U m s t r u k t u r i e-
r u n g generell einhergeht mit der E i n a r b e i t u n g
v o n M a t e r i a l, das sich nicht 'aus dem Begriff ab-
leiten' läßt" (Hervorhebungen von uns - d. Verf.).
58) Das Gleiche gilt für das Verhältnis Marx - Hegel. Hatte Rei-
chelt in seiner Einleitung Rosdolsky dahingehend kritisiert, daß
"er auf den Gebrauch Hegelscher Kategorien lediglich aufmerksam
macht und im gleichen Atemzug ganze Passagen, die sich durch
höchst spekulativ anmutende Formulierungen auszeichnen und darum
im äußersten Maße interpretationsbedürftig sind, nahezu ohne Kom-
mentar wiedergibt" (ebenda, S. 14), so muß konstatiert werden,
daß er selbst auch über bloß abstrakte Verweise auf Parallelitä-
ten zwischen der Marxschen Theorie und der Hegelschen Philosophie
nicht hinauskommt.
zurück